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Wirtschaftszeitung_26102015

Branchen & Betriebe: Eine Werft im Münsterland Seite 12/13 Geld & Geschäft: Mit ETFs preiswert an die Börse Seite 17 Leben & Wissen: Zeitreise durch die Computergeschichte Seite 28/29 DIE WIRTSCHAFT Münster | Münsterland www.agravis.de Aschendorff Verlag GmbH & Co. KG Soester Straße 13, 48155 Münster ZKZ 88690 PVST Ausgabe 5/15 www.die-wirtschaft-muensterland.de Preis: 2,00 Euro Erneuerbare Energien – nur viel Wind um nichts? Der Boom der Öko-Energie hat für zahlreiche Unternehmen im Münsterland Vorteile – doch er treibt auch die Kosten nach oben Viel Energie steckt im Münsterland – den Eindruck muss zumindest bekommen, wer sich mit Dr. Norbert Allnoch unterhält. Und dabeigehtes dem Chef des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) in Münster nicht einmal nur um die Windanlagen mit zusammen 1000 Megawatt Nennleistung, die laut IWR in der münsterländischen Parklandschaft stehen. Auch nicht allein um die Photovoltaik- Anlagen auf den Dächern der münsterländischen Klinkerbauten. Nennleistung insgesamt: 950 Megawatt. Nein, Allnoch geht es um den Wirtschaftsfaktor Erneuerbare Energien – und auch der kann sich sehen lassen. Immerhin 350 Unternehmen aus Münster und den vier Münsterlandkreisen arbeiten laut IWR in dem Bereich – vom Installationshandwerk (160 Firmen) über rund hundert auch mit Erneuerbaren Energien befasste Dienstleister bis zu etwa 80Betrieben des verarbeitenden Gewerbes. Unter Letzteren sind internationale Player wie KTR Kupplungstechnik in Rheine, Saertex aus Saerbeck oder 2G Energietechnik in Heek. Und auch bei Forschung und Bildung im Bereich der Erneuerbaren Energien steht das Münsterland nicht schlecht da: Sechs Studiengänge mit Bezug zu den Erneuerbaren Energien hat das IWR gezählt. Dazu entsprechende Angebote im Bildungszentrum der Handwerkskammer (HBZ). „Nutzung, Produktion der Anlagen, Forschung und Bildung – wir haben auf den ersten Blick einen ziemlich guten Mix hier im Münsterland“, sagt Allnoch. „Beim Zusammenspiel ist aber noch deutlich Luft nach oben.“ Die Erneuerbaren Energien seien im Münsterland „sehr ordentlich“ ausgebaut, sagt auch Dr. Eckhard Göske, Experte für das Thema bei der Industrieund Handelskammer Nord Westfalen (IHK) in Münster. Doch der Experte sieht auch die Schattenseiten des Öko-Energie-Booms – insbesondere bei den Kosten. Bei Unternehmen, für die eine kostengünstige und sichere Energieversorgung besonders wichtig sei, beobachtet er bereits einen Trend: Sie produzieren immer öfter ihre Energie selbst im Blockheiz- oder Gaskraftwerk. ► Fortsetzung auf Seite 2 und 3 OFFEN GESAGT Zwickmühle So zukunftsträchtig und lukrativ die Welt der erneuerbaren Energien für manche Unternehmen im Münsterland ist – bei wieder anderen Firmen, die für ihre Produktion unbedingt bezahlbare Energiekosten brauchen, um konkurrenzfähig zu sein, hat sie seit Jahren auch eine Schattenseite. Deshalb geht, wenn zum Ende des Jahres 2015 die Ökostromumlage auf einen Rekordwert steigt, für einige der „Förderwahnsinn“ weiter. Denn erneut wird damit erneuerbare Energie massiv bezuschusst und mit garantierter Einspeisevergütung gestützt, um der politisch gewollten Energiewende ein weiteres Stück näher zu kommen. Subventionierte Solar-, Windund Wasserkraft machen den in diesem Sektor angesiedelten Investoren noch überwiegend Freude. Bezahlen müssen Einstieg und Betrieb dieser Technologien über die EEG-Umlage allerdings viele andere – Cent für Cent. Die Privathaushalte und die Mittelständler sind es, die in erster Linie zur Kasse gebeten werden. Dass man bei der IHK bereits in Unternehmenskreisen einen Trend zur eigenen Stromproduktion sieht, spricht Bände. Die Firmen suchen einen Ausweg, um nicht dauerhaft dem Spiel der Kräfte ausgesetzt zu sein: Hier die Stromkonzerne, die niedrige Handelspreise nicht weitergeben, dort Ökostromproduzenten, die sich keinem Preiswettbewerb stellen müssen. wk Stabil auf hohem Niveau Konjunkturaufschwung in Westfalen-Lippe hält weiter an Die Geschäftsaussichten für die Unternehmen in Westfalen-Lippe haben sich leicht verbessert. Dies lässt sich zumindest am Sparkassen-Konjunkturindikator ablesen, der im Vergleich zum Frühjahr um gut einen Punkt auf 119,0 Punkte gestiegen ist. 4 198869 002009 2 0 0 4 4 Insbesondere der private Konsum und der Wohnungsbau sorgen nach den Berechnungen für eine robuste Binnennachfrage. Die Exporte legten wegen der schwachen konjunkturellen Entwicklung in vielen Schwellenländern nur moderat zu. Trotz des anhaltenden Konjunkturaufschwungs sei insgesamt für Westfalen-Lippe in den kommenden Monaten nicht mit einer stärkeren Dynamik zu rechnen. Der Konjunkturindikator des Sparkassenverbandes ermittelt zweimal im Jahr auf Grundlage von Umfragen der acht Industrie- und Handelskammern in Westfalen die Stimmung in durchschnittlich rund 3400 Unternehmen. In diese Analyse fließen auch Daten des Statistischen Landesamtes sowie Erkenntnisse aus der Geschäftsentwicklung der 69 Sparkassen in Westfalen-Lippe ein. Aktuell schätzen 38 Prozent (Frühjahr 2015: 37 Prozent) der Betriebe ihre Geschäftslage als „gut“ ein, unverändert elf Prozent bewerten sie als „schlecht“. Damit zeige sich das Lageurteil der Unternehmen stabil auf hohem Niveau, so der Verband. Wegen der anhaltend hohen privaten Wohnungsbaunachfrage sei die Stimmung derzeit im Baugewerbe besonders gut. Auch Betriebe aus den Bereichen Handel und Dienstleistung profitierten vom stabilen Konsumverhalten der privaten Haushalte. In der Industrie belastet insbesondere die jüngste Konjunkturabkühlung in China den internationalen Handel und damit auch die Ausfuhren der westfälischlippischen Unternehmen. Bei der Frage nach ihren Geschäftsaussichten ist der Anteil der Konjunkturoptimisten mit 24 Prozent unverändert geblieben, während der der Pessimisten auf 13 Prozent (Frühjahr: 15 Prozent) gesunken ist. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt freundlich: Unverändert 17 Prozent der Betriebe in Westfalen-Lippe wollen ihr Personal aufstocken. 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