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Cruiser im November 2015

Warum man im Spitzensport nicht schwul sein kann

10 KOLUMNE BÖTSCHI

10 KOLUMNE BÖTSCHI KLATSCHT VON KÄSESCHNITTEN UND EINEM NATIONALRAT Das Wahlgedöns ist vorüber, das Politiktheater geht weiter: In dieser Kolumne geht es um Alkohol, verbrannte Käseschnitten, Rauch in meinem Schlafzimmer und einen Zürcher SP-Nationalrat. VON BRUNO BÖTSCHI Mein Grossvater war Alkoholiker. Er hat einen ganzen Bauernhof, einen herrlichen Riegelbau im Oberthurgau, versoffen. Später hat er meine Mutter und meine Grossmutter nächtens mit dem Gewehr aus der Wohnung verjagt. Privat ist privat. Und das soll auch so bleiben. Die Schweizerinnen und Schweizer zeigen sich oft gnädig bei privaten Verfehlungen – besonders von Politikern. Manchmal wird deren Schwäche unter der Gürtellinie sogar zur Stärke. Schadlos blieb Rolf Büttiker, Ex-FDP-Ständerat aus Solothurn, der Ende der 1990er-Jahre in einem Buch der Prostituierten Rita Dolder als Freier identifiziert wurde: Als «Waldeli» liess er sich schwanzwedelnd im Treppenhaus Gassi führen. Büttiker ergriff die Flucht nach vorne und gab die Prostituiertenbesuche zu: «Ich stehe dazu, hin und wieder auch für Sex bezahlt zu haben.» Nach seinem Outing erhielt Büttiker stapelweise Fanpost. Jahre später wurde er Ständeratspräsident. Autofahrten im angetrunkenen Zustand verkommen hierzulande zum Kavaliersdelikt: Filippo Lombardi, Tessiner CVP-Nationalrat, konnte seine Politkarriere jedenfalls fortsetzen. Dabei half ihm, dass er den Fahrausweis nach einem Unfall 2005 freiwillig abgab und sich entschuldigte. Lombardi präsidierte 2013 die kleine Kammer, ist heute Chef der CVP-Fraktion und es werden ihm Bundesratsambitionen nachgesagt. In einem Porträt über den Zürcher SP-Nationalrat Martin Naef war im «Magazin» vom «Tages-Anzeiger» «ER LIEBT KÄSE- SCHNITTEN UND DIE AM LIEBSTEN VERKOHLT.» vor einigen Monaten zu lesen: «Naef bestellt im Easyjet-Billigflieger einen Weisswein. Vier Tage pro Woche übt er sich strikt im Wassertrinken, bereits jetzt setzt ihm die Berner Apérokultur zu. Der Raucherei will er dereinst abschwören, doch die Energie dafür fehlt momentan.» Naef hat es in seiner Partei weit gebracht, obwohl seine Liebe zum Alkohol kein Geheimnis ist. Was wohl damit zu tun hat, dass ihn viele als Menschen kennen und schätzen gelernt haben, der mehr für andere als für sich selbst gehandelt hat. Kein Geheimnis ist zudem, zumindest für Naefs Nachbarn, dass er nachts gerne Musik hört. Er gab mir gegenüber (momoll, ich bin einer seiner Nachbarn) schon zu, er habe einen «mässigen Musikgeschmack». Hin und wieder hört Naef spätnachts auch die Nachrichten von SRF1. Oder er greift eigenhändig in die Tasten und singt. «Let it be» von den Beatles ist sein Lieblingssong. Und dann gibt es noch jene Nächte, in denen Naef der Heisshunger plagt. Er liebt Käseschnitten und die am liebsten verkohlt. Als ich kürzlich um halb vier Uhr morgens erwachte, war mein erster Gedanke: Gibt es in unserer Strasse eine neue Bäckerei? Ich machte das Licht an und sah Rauchschwaden im Schlafzimmer. Mir war sofort klar: Naef hat wieder einmal vergessen den Backofen auszumachen. Ich sprang aus dem Bett, riss das Fenster auf, danach die Wohnungstüre und rannte ins Treppenhaus hinaus. Naef wohnt genau unter mir. Ich klingelte an seiner Tür. Er öffnete nicht. Auch nach dem zweiten und dritten Klingeln blieb die Tür geschlossen, obwohl ich hörte, dass er zu Hause war. Ich warte noch einen Moment, dann schlurfte ich zurück in meine Wohnung. Ich legte mich ins Bett und tat bis zum frühen Morgen kein Auge mehr zu. Stattdessen musste ich immer wieder an meinen Grossvater denken. www.brunoboetschi.ch CRUISER NOVEMBER 2015

SERIE «CRUISER» REIST 11 «CRUISER» REIST: JOURNEYLICIOUS Neu werden wir Tanja & Jenny auf ihrer Beinahe-Weltreise begleiten. Die Reise- Junkies – Kanada-Lover und – Flashpacker berichten hier und auf «cruisermagazin.ch» fortan regelmässig über ihre Eindrücke. Bevor es aber losgeht, muss gepackt werden. VON TANJA & JENNY PLANUNG IST ALLES! NAJA, FAST. Die Reiseplanung hat bei uns einige Zeit in Anspruch genommen. Was muss ich wann planen? Was soll ich mitnehmen? Welche Impfungen benötige ich? Und wie ist das eigentlich mit der Krankenversicherung? Ehrlich gesagt waren wir in den letzten 3 Monaten vor dem Start unserer Reise etwas panisch, als wir gesehen haben, was noch alles zu erledigen ist. «Ruhe bewahren» heisst die goldene Regel! Damit es dir nicht genauso geht, haben wir für dich in 5 Schritten unsere Tipps zur Reisevorbereitung zusammen getragen. SCHRITT 1 Die Entscheidung, eine Auszeit zu nehmen, musst du für dich alleine treffen. Wichtig ist nur, dass du dich entscheidest! Manchmal trifft man die definitive Entscheidung erst nach Schritt 2 oder 3. Das ist völlig in Ordnung. Wenn du dich für deine Weltreise entschieden hast, lasse dich von nichts und niemandem von diesem Entschluss abbringen! Es wird Menschen geben, die deine Entscheidung nicht gut finden oder die Zweifel äussern. Das ist okay, nicht jeder träumt davon die Welt zu bereisen. Es ist dein Leben, deine Entscheidung, dein Traum und deine geile Zeit, die du vor dir hast! SCHRITT 2 Du solltest dir überlegen, wie du deine Weltreise umsetzen möchtest. Nicht jeder traut sich alleine auf eine längere Reise zu gehen. Da bietet sich eine Reise mit dem Partner oder einer guten Freundin / einem guten Freund an. Hier ist jedoch wichtig, dass man sich wirklich versteht und sich ausserdem gut kennt. Andernfalls ist der erste Streit schon vorprogrammiert. Ideal ist, wenn du mit der Person zu einem früheren Zeitpunkt schon mal verreist bist und weisst, dass ihr beim Reisen die gleichen Interessen habt. Wenn er dir nur 3 Monate gewähren kann, bist du damit zufrieden oder möchtest du länger auf Reisen gehen? Oder sagst du vielleicht von Anfang an, dass du deinen Job kündigen möchtest, um dir «alles offen» zu lassen und flexibel zu sein? Überlege dir genau was du möchtest und womit du zufrieden bist. Das Sabbatical, d. h. unbezahlter Urlaub, geben einem viel Sicherheit, da man nach seiner Rückkehr von der Reise direkt wieder seinen Job und ein gesichertes Einkommen hat. Allerdings ist man auch zeitlich eingeschränkt und muss zu einem vereinbarten Datum wieder zu Hause sein. Es kommt also ganz auf dich an, ob du lieber etwas Sicherheit oder völlige Unabhängigkeit geniessen möchtest. SCHRITT 3 Nun geht es an die grobe Planung. Unser Tipp: Überleg zunächst einmal, wieviel Geld du bis zu deinem Start gespart hast und wie du dich auf der Reise finanzieren möchtest (z. B. durch Erspartes, Work & Travel, Wwoofen (weltweit auf Biobauernhöfen mitzuwirken) usw.) Lege ein Sparkonto an und setze einen monatlichen Sparbetrag fest, der auf dieses Konto geht. Kalkuliere realistisch. Dieses Konto rührst du vor deiner Reise bzw. vor den ersten Buchungen für deine Reise nicht an! Wenn Kostenaufstellung und Sparplan stehen, kannst du deine grobe Route planen. Überlege, welche Länder du sehen möchtest. Fange an zu recherchieren, wie viel Zeit du in welchem Land einplanen solltest und wann die beste Reisezeit ist. Stecke deine Ziele nicht zu eng, du möchtest ja unterwegs nicht in Stress geraten. Grundsätzlich wird es günstiger, wenn man ein Land länger bereist, da die Flüge ein grosser Kostenfaktor sind. FOTO: ZVG, FOTOLIA (1) JENNY UND TANJA werden ab 1. Dezember in unregelmässigen Abständen auf www.cruisermagazin.ch in ihrem Reiseblog über ihre Erlebnisse berichten. ENDLICH IST ES SOWEIT! Enjoy your trip, have fun and taste the sweet side of life!!!! Die ganzen detaillierten Reisevorbereitungen und Tipps von Tanja & Jenny findest du auf www.cruisermagazin.ch CRUISER NOVEMBER 2015