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GEBRAUCHSTAUGLICHKEIT 19

ORIENTIERUNGSKOMPONENTEN FÜR DIE SICHERUNG DER

GEBRAUCHSTAUGLICHKEIT VON INFORMATIONS- UND

KOMMUNIKATIONSTECHNIK – DEFIZITE UND LÖSUNGSANSATZ

Jens Faber und Paul Chojecki*

With increasing complexity and variety of applications of information and communications technology, tools for

orientation become more and more important. Accordingly, there is a growing trend of developing and using such

tools. Unfortunately, today's orientation tools are usually affected by two problems: they are developed either as

singular solutions which cannot be generalized to other applications, or they are generalizable, however, not

sufficiently usable. Therefore, it is obviously necessary to optimize existing orientation components and to develop

new ones according to criteria of usability and genericness. Against that background the emphasis of this paper is to

give an introduction with regard to existing orientation components, their deficits, and to explain a methodical

approach on how to develop such components. Finally, the development of a new orientation component, which

informs the user about the capacity and requirements of website options is illustrated. Thus, it allows to avoid the

futile use of options not adapted to the users expectancies and preconditions.

1 Stellenwert und Defizite von Orientierungskomponenten

Bedeutung von Orientierung: Mit zunehmender Vielfalt und Komplexität von Anwendungen der

Informations- und Kommunikationstechnik (im Folgenden: I&K-Technik) gewinnen Komponenten zur

Orientierung an Bedeutung. Orientierung ist eine wesentliche Voraussetzung für die Gebrauchstauglichkeit

(„Usability“) der I&K-Technik, also für den Erfolg, die Effizienz sowie für die Zufriedenheit bei der Nutzung

nach emotionalen Gesichtspunkten, etwa der bei der Nutzung empfundenen Mühelosigkeit [1].

Defizite: Die Notwendigkeit, Orientierungsinformation bereit zu stellen, wird seit jeher gesehen. Deshalb

werden entsprechende Komponenten seit längerem entwickelt und eingesetzt. Beispiele hierfür sind Menüs,

Sitemaps, Suchfunktionen, FAQ´s, History, Guided Tours, Agenten oder auch Bookmarks [2].

Teilweise haben sich solche Komponenten bewährt. Zugleich sind drei Defizite erkennbar.

Defizit 1: Fehlen von Orientierungskomponenten.

Komponenten, die für die Nutzer-Orientierung wichtig sind, sind oft nicht verfügbar. So fehlen im Allgemeinen

bei Webdiensten, aber auch bei Softwareprogrammen Vorab-Informationen darüber, welche Leistungen

man von verfügbaren Nutzungsoptionen erwarten darf oder an welche Voraussetzungen die Inanspruchnahme

der jeweiligen Option gebunden ist. Z. B. bleibt vielfach unklar, ob die erfolgreiche Inanspruchnahme

einer Option an bestimmte Zahlungsmodalitäten, an ein Passwort oder an bestimmte technische Anforderungen

gebunden ist, die möglicherweise beim Nutzer nicht gegeben sind und somit zu einer vergeblichen Nutzung

führen.

Defizit 2: Mangel an Gebrauchstauglichkeit von Orientierungskomponenten

Orientierungskomponenten sind häufig nicht an Eigenschaften menschlicher Informationsverarbeitung angepasst.

So sind Sitemaps, die dazu dienen, über das Gesamtangebot einer Website zu orientieren, oft unübersichtlich.

Ebenso werden sie nicht gefunden und sind damit nicht geeignet, darüber zu informieren, an welchen

Stellen interessierende Angebote verfügbar sind [3].

Beide Defizite reduzieren die Gebrauchstauglichkeit von potenziell nützlichen Diensten und Software. Sie

steigern darüber hinaus bei beruflichen Anwendungen, in denen die Nutzung vorhandener Programme und

Dienste unvermeidbar ist, die operativen Kosten, die durch Fehler, Umwege und gesteigerten Lernaufwand

und Unterstützungsbedarf entstehen.

Defizit 3: Mangel an Verallgemeinerbarkeit:

In den Fällen, in denen die Gebrauchstauglichkeit von Orientierungskomponenten gegeben ist, besteht oft ein

weiteres Problem. Diese Komponenten sind oft auf singuläre Anwendungen ausgelegt, also nicht verallgemeinerbar.

Im Ergebnis muss man für jede neue Anwendung und jede Erweiterung von Diensten und Software-

Programmen Orientierungskomponenten neu entwickeln. Nachteilig hierbei sind

• zum einen die Kosten, die sich mit der Entwicklung von neuen Orientierungskomponenten ergeben,

• der Zeitverzug, der sich bis zur Einsatzreife von neuen Diensten und Programmen dadurch ergibt, dass

man nicht auf bewährte Orientierungskomponenten zurückgreifen kann.

FORUM WARE 32 (2004) NR. 1 - 4

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