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20 USABILITY

• der Zeit- und Lernbedarf, den die Nutzer neuer Dienste und Programme benötigen, um sich mit neuen

Orientierungskomponenten vertraut zu machen.

Folgerungen: Angesichts der oben genannten Defizite ist es wünschenswert, vorhandene Orientierungskomponenten

in Richtung auf die Gütekriterien Gebrauchstauglichkeit und Verallgemeinerbarkeit zu optimieren

sowie heute noch fehlende Orientierungskomponenten zu schaffen und an den oben genannten Gütekriterien

auszurichten.

Während Gebrauchstauglichkeit als Zielkriterium für die Gestaltung von Benutzerschnittstellen heute im

Allgemeinen akzeptiert ist, stellt sich hinsichtlich des Kriteriums der Verallgemeinerbarkeit die Frage, in welchem

Sinn verallgemeinerbare Lösungen möglich sind.

Dieser Begriff wird im hier vorgestellten Ansatz als Attribut des Erscheinungsbildes von Orientierungskomponenten

aufgefasst. In diesem Sinn gelten Orientierungskomponenten als verallgemeinerbar, soweit ihre

an der Benutzerschnittstelle zugänglichen Eigenschaften nicht an eine singuläre Anwendung gebunden sind,

sondern sich - ohne Beeinträchtigung der Gebrauchstauglichkeit - auch bei mehr oder minder vielen anderen

Anwendungen bewähren. Solche Eigenschaften betreffen

• den Typ der angebotenen Orientierungsinformation

• die mediale Aufbereitung bzw. das visuelle Layout dieser Information

• die (psychomotorischen) Modalitäten von Benutzereingaben zur Steuerung der Komponenten sowie

• die Interaktionsregeln bei Nutzung dieser Komponenten.

Verallgemeinerbarkeit im o. g. Sinn wird aber nicht für sämtliche - dem Benutzer zugängliche - Eigenschaften

von Orientierungskomponenten erwartet oder angestrebt. Vielmehr werden bei jeder Anwendung

Eigenschaften unterstellt, die anwendungsspezifisch sind. Anwendungsspezifisch sind z. B. bestimmte Teile

der farblichen Gestaltung, soweit diese aus Gründen der Corporate Identity zu beachten sind oder auch der

Umfang, die Strukturierung und Benennung der Inhalte, die im Rahmen von Orientierung verfügbar sein müssen.

An dieser Stelle bleibt dabei offen, für welchen Geltungsbereich eine Verallgemeinerbarkeit beansprucht

wird. Gilt der Anspruch für beliebige Anwendungen der I&K-Technik, also etwa für stationäre und mobile

Internet- und Intranetanwendungen, für Softwareprogramme oder auch die Bedienung z. B. von modernen

Haushaltsgeräten und Fahrzeugen? Dies zu klären, wird Aufgabe theoretischer und empirischer Arbeiten sein.

Im hier vorgestellten Ansatz wird also Verallgemeinerbarkeit für Eigenschaften des Erscheinungsbildes

angestrebt, unabhängig davon, welcher Programmcode diesen zugrunde liegt. Die Verallgemeinerbarkeit im

programmiertechnischen Sinn ist zwar aufgrund der davon erwarteten Kosten-, und Zeitersparnis wünschenswert.

Ob aber eine solche programmiertechnische Verallgemeinerbarkeit beim heutigen Stand der Hard- und

Softwaretechnik kurz- oder mittelfristig realisierbar ist, bleibt an dieser Stelle offen.

Folgende Anwendungsbereiche für Orientierungskomponenten, die sowohl dem Kriterium der Gebrauchstauglichkeit

als auch der Verallgemeinerbarkeit genügen, erscheinen besonders dringlich:

• stationäre und mobile Onlineanwendungen sowie

• professionelle Softwareanwendungen wie z. B. Personalverwaltungssysteme, Call-Center oder auch

Workflow Systeme.

2 Lösungsansatz

Im Hinblick auf die Ergänzung und Optimierung heute verfügbarer Orientierungskomponenten sind zwei

Fragen zu beantworten.

• Für welche Orientierungsbedürfnisse werden bisher nicht zufrieden stellende Komponenten angeboten

(s. Kap. 2.1)?

• Wie müssen die benötigten Orientierungskomponenten nach den Kriterien ihrer Gebrauchstauglichkeit

und ihrer Verallgemeinerbarkeit beschaffen sein (s. Kap. 2.2)?

2.1 Nicht ausreichend berücksichtigte Orientierungsbedürfnisse

Nach dem Stand der Forschung erscheint, wie u. a. auch in Kapitel 1 ausgeführt ist, die Unterstützung

von Nutzern der I-&K-Technik im Hinblick auf vielfältige Orientierungsbedürfnisse wichtig. Im Folgenden

werden einige solcher Orientierungsbedürfnisse angesprochen, deren Erfüllung bisher nicht

zufrieden stellend unterstützt wird und für die deshalb die Schaffung gebrauchstauglicher und verallgemeinerbarer

Orientierungskomponenten wünschenswert erscheint:

FORUM WARE 32 (2004) NR. 1 - 4

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