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VERPACKUNG 43

INFORMATIONEN DER ARBEITSSTELLE LEIPZIG DES DEUTSCHEN

VERPACKUNGSINSTITUTS E. V.

Die "Informationen der Arbeitsstelle Leipzig des Deutschen Verpackungsinstituts e. V." dienen der

Information der Mitglieder und Freunde, die mit der Leipziger Arbeitsstelle in Kontakt sind, über wichtige

Vorhaben und Arbeitsergebnisse. In den veröffentlichten Mitteilungen werden ferner Nachrichten

berücksichtigt, die für die Mitglieder und Freunde des Instituts von Interesse sind. Im Jahr 2004 erscheinen die

Informationen im 10. Jahrgang. Sie können beim Referat Innovation/Umwelt der IHK zu Leipzig, Telefon

0341 1267-1273, angefordert werden bzw. über Faxabruf Nr. 0341 217383-328 abgerufen werden.

Kontakt: info@verpackung.org, Homepage: http://www.verpackung.org .

Fragen zu seniorengerechten Verpackungen

Die Anforderungen an seniorengerechte Verpackungen waren in der letzten Zeit wiederholt Gegenstand von

Anfragen an die Arbeitsstelle Leipzig des Deutschen Verpackungsinstituts e. V. Die Mehrzahl der Anfragen

betraf dabei Verpackungen für Arzneimittel.

Nach Ansicht der Leipziger Arbeitsstelle sind für ältere Menschen nicht nur die Möglichkeiten des Öffnens

und Wiederverschließens von Bedeutung - auch wenn die Schwierigkeiten beim Öffnen zur Barriere werden

können, die nur schwer zu bewältigen ist. Aus Beobachtungen zum Alltag der Senioren ergibt sich, dass bei

der Bewertung der Seniorengerechtheit bedeutend mehr Kriterien als bisher bekannt zu beachten sind. Die

spezifischen Anforderungen beginnen bei der unverwechselbaren Gestaltung der Verpackung und reichen bis

zu Dosierhilfen. Die bisher veröffentlichten Übersichten sind unvollständig, so dass die Anwender der Verpackungen

wie z. B. die Arzneimittelhersteller eigene Kriterienkataloge benötigen.

Eine besondere Bedeutung hat bereits die Verpackungsgestaltung. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass die

Produkte klar und deutlich zu unterscheiden sind und Verwechselungen vorgebeugt wird. Wichtig sind auch

die Oberflächenbeschaffenheit, da bei zu starkem Glanz die Lesbarkeit der Informationen erschwert wird,

sowie die Schriftgröße und die kontrastreiche Farbgestaltung, mit der einer bei älteren Menschen verbreiteten

Farbsinnestäuschung, der Ununterscheidbarkeit blauer und grüner Farbtöne, vorgebeugt werden kann. Sehr

nützlich ist auch die übersichtliche Gestaltung mit Piktogrammen und klaren Anwendungshinweisen.

Der verringerten Fingerfertigkeit älterer Menschen ist bei der Anwendung der Verschlüsse Rechnung zu

tragen, so z. B. durch leicht zu öffnende Dreh- und Klappverschlüsse. Von Vorteil sind auch die unverlierbare

Anbringung der Verschlüsse und anderer Packhilfsmittel sowie geeignete Dosierhilfsmittel. Wegen der verringerten

Sehkraft der Senioren sind größere Schriften (mindestens 8 Punkt) erforderlich. Diese Anforderung gilt

auch für Packungsbeilagen, die leicht zu entnehmen und zurückzustecken sein müssen.

Die Gütegemeinschaft Pharma-Verpackung e. V. weist in ihrer jüngsten Publikation darauf hin, dass 30 bis

40 % der in Deutschland verordneten Arzneimittel nicht verbraucht werden, und macht gleichzeitig auf Untersuchungsergebnisse

des Marktforschungsinstituts Meyer-Hentschel aufmerksam. Diesem Institut zufolge

haben 16 % der Senioren spezielle Probleme beim Öffnen der Arzneimittelverpackungen. Die Befragten kritisierten

vor allem einen schwer lesbaren Druck, zu starken Glanz der Packungsoberfläche und die Erschwernisse

beim Öffnen.

Neue Anforderungen und die aktuellen Entwicklungen auf dem Gebiete der

Verpackung

Die jüngsten Fortschritte auf dem Gebiete der Verpackung, die Kenntnis der neuen Anforderungen und die

Antwort auf die mit den Fortschritten entstandenen neuen Fragen sind heute eine wichtige Voraussetzung für

rationelle Verpackungen, die dem Stand der Technik sowie den Forderungen der Ökonomie und der Ökologie

entsprechen. Aus diesem Grunde standen die wichtigsten Fortschritte ebenso wie die neuen Anforderungen

auch im Mittelpunkt der Tätigkeit der Arbeitsstelle Leipzig des Deutschen Verpackungsinstituts e. V. Die

Veröffentlichungen, die aus dieser Tätigkeit resultieren, sind daher für die Hersteller von Packstoffen, Packmitteln

und Packhilfsmitteln sowie für die Anwender von Verpackungen eine wichtige Orientierungshilfe. Die

Beiträge des Bandes sind das Ergebnis von Studien, die zur Vorbereitung der Weiterbildungsveranstaltungen

durchgeführt worden sind, sowie auch des Austausches, der mit den Veranstaltungen und den Beratungen an

der Arbeitsstelle verbunden war.

Die Studien zu Entwicklungen auf dem Gebiete der Verpackung spiegeln sich u. a. in zwei Beiträgen mit

dem Titel „Fortschritte der Verpackungsentwicklung“ sowie in den Berichten „Rationelle und attraktive Verpackungen

auf der FachPack 2003“ und „Biokunststoffe auf dem Wege zur Kommerzialisierung“ wider. Die

Kurse, die mit ausländischen Verpackungsexperten und mit Managern aus dem Verpackungswesen der

FORUM WARE 32 (2004) NR. 1 - 4

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