Logistics Hall of Fame Magazin 2015
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LOGISTICS HALL OF FAME<br />
MAGAZIN<br />
www.logisticshall<strong>of</strong>fame.net ISSN 2198-0179 November <strong>2015</strong> D/A/CH 49,00 €<br />
30 Aus dem Netzwerk Standpunkte der Jury und Unterstützer<br />
38 Die Wahl 2016 World Campaign „Historic Milestones <strong>of</strong> <strong>Logistics</strong>“<br />
43 Helden der Logistik Die Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> und ihre Geschichten<br />
Wir<br />
gratulieren!<br />
Seite 6<br />
Mitglied <strong>2015</strong>:<br />
Heidi Senger-Weiss<br />
Erfolgreiche Logistikunternehmerin<br />
und Impulsgeberin
Damals und heute:<br />
Alles eine Frage der Logistik.<br />
Von überall in Deutschland nach überall in die Welt. Von Tür zu Tür<br />
per Landtransport, Luft- oder Seefracht. Das dichte DB Schenker-<br />
Netzwerk bietet Transporte jeder Art sowie branchenspezifische<br />
Logistiklösungen vom Feinsten. Keine Aufgabe ist zu schwierig,<br />
keine Fracht zu groß, kein Weg zu weit, kein Ort zu klein.<br />
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Grußwort<br />
Erfindergeist.<br />
Risikobereitschaft.<br />
Durchsetzungskraft.<br />
von Dorothee Bär<br />
Parlamentarische Staatssekretärin beim<br />
Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur<br />
Mitglied der Jury<br />
Erfindergeist, Risikobereitschaft, Durchsetzungskraft – ohne<br />
diese Begriffe wäre eine moderne Logistik nicht denkbar. So<br />
wäre heute ein effizienter Gütertransport nicht möglich, wenn<br />
es nicht Menschen gäbe und gegeben hätte, die vorausdenken,<br />
Visionen umsetzen und bereit sind, neue Technologien zu erforschen,<br />
mit denen wir in Zukunft die Welt gestalten. Durch sie<br />
und ihr Engagement hat die Logistik ihre zentrale Bedeutung<br />
für alle Prozesse und Wirtschaft und Gesellschaft bekommen.<br />
Zu den Vordenkern in der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> tritt in diesem<br />
Jahr mit Heidegunde Senger-Weiss zum ersten Mal eine<br />
Frau. Ein überfälliger Schritt – denn längst ist die Logistik keine<br />
Männerdomäne mehr!<br />
Senger-Weiss steht nicht nur für eine Erfindung allein. Mit<br />
ihrem Namen verbinden wir unter anderem die Entwicklung<br />
eines europäischen Stückgutnetzes und eine frühe soziale Verantwortung.<br />
Insbesonderes letzteres ist ein in Zukunft immer<br />
wichtiger werdender Punkt, wenn es gilt Nachwuchskräfte zu<br />
gewinnen und zu motivieren, sich mit Begeisterung für die<br />
Logistik einzusetzen.<br />
Seite 3
Inhaltsverzeichnis<br />
Inhalt<br />
3 Dorothee Bär Erfindergeist. Risikobereitschaft. Durchsetzungskraft.<br />
5 Aus „Logistik <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>“ wird „<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>“<br />
8 Mitglied der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> <strong>2015</strong> Heidegunde „Heidi“ Senger-Weiss<br />
14 Interview mit Heidi Senger-Weiss<br />
Kommentare<br />
18 Alexander Dobrindt Vier Prinzipien vorbildlichen Unternehmertums<br />
20 Bernard Krone Habe die Ehre<br />
21 Werner Gockeln Botschaft an die Logistik<br />
22 Wolfgang Schüssel „Seit damals kümmern wir uns um Transporte“<br />
24 Marcel Frings Vorbild für die Führung<br />
25 Markus Wallner Beeindruckendes Lebenswerk<br />
26 Max Schachinger Abwägen & Handeln<br />
27 Thomas A. Fischer Für Logistik begeistern<br />
28 Sitzung des Nominierungs-Komitees <strong>2015</strong> im BMVI<br />
30 Analysen und Standpunkte aus dem Netzwerk der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
38 World Campaign: Historic Milestones <strong>of</strong> <strong>Logistics</strong><br />
Die Wahl 2016: Vorwahl. Shortlist. Wahlempfehlung.<br />
43 Helden der Logistik – die Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Detthold Aden<br />
Helmut Baumgarten<br />
Eugene Bradley Clark,<br />
Gottlieb Daimler<br />
Heinz Fiege und Hugo Fiege<br />
Hermann Grewer,<br />
Michael ten Hompel<br />
Reinhardt Jünemann<br />
Peter Klaus, Klaus<br />
Michael Kühne<br />
Malcom McLean,<br />
Taiichi Ohno<br />
Hans-Christian Pfohl<br />
Gottfried Schenker<br />
Hanspeter Stabenau<br />
William H. Tunner<br />
Horst Wildemann<br />
78 <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> – Gremien und Statuten, Impressum<br />
82 Impressionen<br />
86 Anita Würmser Zukunft<br />
Seite 4
Marke<br />
LOGISTICS<br />
HALL OF FAME<br />
Die Wortmarken<br />
„Logistik <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>“ und<br />
„<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>“<br />
sind im September <strong>2015</strong> in das<br />
Europäische Markenregister eingetragen worden.<br />
Das Markenamt stellt fest,<br />
dass die logistische Ruhmeshalle<br />
weitreichende Marktgeltung erlangt habe<br />
und als Marke international bekannt sei.<br />
Im Zuge der Internationalisierung führt<br />
die Organisation künftig die englische Bezeichnung:<br />
Aus „Logistik <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>“ wird<br />
„<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>“.<br />
www.logisticshall<strong>of</strong>fame.net<br />
Seite 5
Rubrik<br />
Heidi Senger-Weiss,<br />
Mitglied der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> <strong>2015</strong>
Unterwegs nach morgen<br />
gratulieren!<br />
wuermser<br />
communications
Heidi Senger-Weiss – Mitglied <strong>2015</strong><br />
Heidegunde<br />
Senger-Weiss<br />
Erfolgreiche Logistikunternehmerin, Impulsgeberin<br />
und Grande Dame der österreichischen Transportlogistik.<br />
Mitglied der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> <strong>2015</strong>.<br />
951 Mitarbeiter, 14 Filialen, 26,1 Millionen<br />
Euro Umsatz, eine altehrwürdige<br />
Führungsmannschaft und eine<br />
27-jährige Chefin an der Spitze von<br />
Gebrüder Weiss. Nach dem überraschenden<br />
Tod ihres Vaters im Jahr<br />
1968 stand die 27-Jährige Heidegunde<br />
„Heidi“ Weiss von einem Tag auf den<br />
anderen in der Verantwortung.<br />
Weder die Wirtschaft noch die Logistik<br />
waren zu dieser Zeit auf eine Frau an<br />
der Spitze eines großen Unternehmens<br />
vorbereitet. Um ein Konto zu eröffnen,<br />
brauchte sie die Zustimmung ihres Mannes.<br />
Ihr Vater hatte sich nicht vorstellen<br />
können, was er mit einem Mädchen in<br />
der Spedition anfangen sollte und auch<br />
„die Führungsmannschaft hat mich<br />
nicht für voll genommen“, erinnert<br />
sich Senger-Weiss. All das spielte keine<br />
Rolle, denn die Belegschaft erleichtert,<br />
dass die Nachfolge des Unternehmens,<br />
dessen Wurzeln mehr als 500 Jahre<br />
zurückreichen, gesichert sein würde.<br />
Dass es der Beginn einer Erfolgsgeschichte<br />
sein würde, darauf hätte 1968<br />
niemand gesetzt.<br />
Erwähnt werden muss zunächst, dass sie<br />
als erste Frau in die logistische Ruhmeshalle<br />
einzieht. Nicht weil sie eine Frau<br />
ist, sondern weil sie etwas geschafft hat,<br />
was ihr den Respekt einer ganzen Branche<br />
eingetragen hat. Ihre Leistung ist nicht<br />
allein, dass sie ein Unternehmen erfolgreich<br />
geführt hat – was, wie sie immer<br />
wieder betont, ohne ihren Mann niemals<br />
möglich gewesen wäre. Sie hat weit über<br />
die Grenzen des eigenen Unternehmens<br />
und Landes hinaus zahlreiche Impulse in<br />
der Unternehmensführung, Internationalisierung<br />
und Mitarbeitermotivation<br />
Seite 8
Heidi Senger-Weiss – Mitglied <strong>2015</strong><br />
Seite 9
Heidi Senger-Weiss – Mitglied <strong>2015</strong><br />
Markenbindung; Zur Trauung im<br />
Weiss-Truck chauffiert Bräutigam<br />
Paul persönlich.<br />
Einheit mit Streitkultur,<br />
unterschiedlichen Zuständigkeiten<br />
und ein Team im Beruf wie privat:<br />
Heidi und Paul Senger-Weiss.<br />
Heidi Senger-Weiss mit<br />
Vater Ferdinand (1962).<br />
gesetzt, die die Wettbewerbsfähigkeit der<br />
Transportlogistik positiv beeinflusst und<br />
zur Pr<strong>of</strong>essionalisierung der Branche<br />
maßgeblich beigetragen haben. Sie gilt<br />
als Vorbild für die Führung mittelständischer<br />
Familienunternehmen und Pionierin<br />
der Logistik. Ihre größte Leistung,<br />
betont Paul Senger-Weiss, langjähriger<br />
Geschäftsführer bei Gebrüder Weiss und<br />
seit 46 Jahren mit Heidi verheiratet, sei<br />
es, dass sie sich für den Fortbestand von<br />
Familienunternehmen und ihrer Werte<br />
verdient gemacht habe und für das eigene<br />
Unternehmen mit Unterstützung<br />
des Managements ein europäisches Netz<br />
aufbaute. Sie habe als Botschafterin der<br />
Logistik die Interessen der Branche vertreten<br />
und die Stellung und Bedeutung<br />
der Logistikbranche für die Wirtschaft<br />
herausgestellt. Zeitzeugen sprechen von<br />
ihr respektvoll als Grande Dame der österreichischen<br />
Transportlogistik.<br />
Geboren wird Heidi Senger-Weiss 1941<br />
in Wien. Ihre Jugend verbringt sie in<br />
Bregenz und wächst bescheiden in einer,<br />
wie sie sagt, privilegierten Zeit auf. Der<br />
Vater, Ferdinand Weiss, hatte nach dem<br />
Krieg begonnen, das weitgehend zerstörte<br />
Unternehmen wieder neu aufzubauen. Sie<br />
spürt, dass es von Jahr zu Jahr aufwärts<br />
geht und glaubt an den Fortschritt. In<br />
dieser Zeit fängt sie an, ein Faible für<br />
Wirtschaft zu entwickeln und studiert<br />
später an der Wirtschaftsuniversität Wien.<br />
Als Vater Ferdinand sie nach dem Diplom<br />
vor die Wahl stellt, tauscht Senger-<br />
Weiss das Doktoratsstudium gegen den<br />
Lkw-Führerschein. Sie absolviert ein<br />
zweijähriges Speditionspraktikum in<br />
der Schweiz, den Niederlanden und den<br />
USA. „Vor allem das Jahr in einer New<br />
Yorker Familienspedition hat mir gut getan.<br />
Dort habe ich den American Way <strong>of</strong><br />
Life kennengelernt und bin selbstständig<br />
geworden“, erinnert sie sich.<br />
Wieder zurück in Österreich steigt sie<br />
1965 in das Familienunternehmen ein.<br />
Als nur drei Jahre später ihr Vater im<br />
Alter von 66 Jahren stirbt, übernimmt<br />
die damals 27-Jährige gemeinsam mit<br />
ihrem Mann die Geschäftsleitung. Sie<br />
trifft auf ein Management im Alter des<br />
Vaters und älter.<br />
In nur zwei Jahren setzt sie den Generationenwechsel<br />
um und startet mit<br />
der neuen Führungsmannschaft die<br />
Internationalisierung. Gesellschaftsstruktur<br />
und das Finanzmanagement werden<br />
auf neue Beine gestellt, es kommt Schwung<br />
ins Unternehmen. „Die Führungsmannschaft<br />
war der Meinung, handgeschriebenen<br />
Borderos wären viel schneller als der<br />
Computer“, lacht sie. Trotzdem beginnt<br />
Gebrüder Weiss gegen den Widerstand<br />
der Belegschaft mit der IT-Einführung.<br />
Alles macht sie gemeinsam mit ihrem<br />
Mann, wie sie betont. Die beiden sind<br />
eine Einheit mit Streitkultur und unterschiedlichen<br />
Zuständigkeiten. Sie<br />
zeichnet für die Europaspedition und<br />
das Führungspersonal verantwortlich.<br />
Ehemann Paul für Luft- und Seefracht,<br />
Personal, Gewerkschaften und Finanzen.<br />
Da kommt ihr Pragmatismus durch: Fürs<br />
Finanzielle hätte sie in den 60ern sowieso<br />
die Zustimmung des Gatten gebraucht,<br />
dann sollte doch gleich er es machen.<br />
Luft- und Seefracht war den Kindern geschuldet.<br />
„Ich kann doch nicht als Mutter<br />
von drei kleinen Kindern in Japan, China<br />
oder sonst wo auf der Welt herumreisen.<br />
In Europa bin ich nach zwei, drei Tagen<br />
wieder zurück“, meint sie. Mit Heimchen<br />
am Herd hat das wenig zu tun und mit<br />
dem Typus einer overprotecting Mother<br />
Seite 10
Heidi Senger-Weiss – Mitglied <strong>2015</strong><br />
Pressekonferenz mit Chefin.<br />
Dezember 2004: Übergabe des Steuerrades<br />
an den neuen Vorstand mit<br />
Wolfgang Niessner an der Spitze.<br />
Heidi und Paul Senger-Weiss.<br />
hat sie ebenso wenig gemein wie mit einer<br />
Emanze. Sie tut das Nötige. Aber, typisch<br />
Frau, gehört das Widersprüchliche auch<br />
bei ihr zum System. Sie trennt Firma und<br />
Familie strikt – „zuhause wird nicht gearbeitet“,<br />
um sich einer Sache 100-prozentig<br />
zu widmen. Andererseits macht sie keinen<br />
Unterschied zwischen Firma und Familie.<br />
Die Firma ist ihr viertes Kind.<br />
Beides, die 100-prozentige Aufmerksamkeit<br />
und der Raum für Selbstständigkeit,<br />
den sie den Menschen lässt, ist<br />
Teil ihres Erfolges. „Unser Englandverkehr<br />
zum Beispiel war nicht meine Idee,<br />
sondern die unseres Niederlassungsleiters<br />
in Dornbirn. Ich habe ihm nur die Möglichkeit<br />
gegeben, diese Idee umzusetzen.<br />
Er war happy und mir ist kein Stein aus<br />
der Krone gefallen.“ Solche Geschichten<br />
sind typisch für sie, denn sie muss sich<br />
nicht pr<strong>of</strong>ilieren.<br />
Europäisch verfolgt sie eine klare Linie.<br />
Senger-Weiss will ein Europanetz mit<br />
starken ähnlich strukturierten Partnern,<br />
die in ihrer Region genauso tief verankert<br />
sind wie Gebrüder Weiss. Hellmann, Rhenus,<br />
Cretschmar, Heppner und andere im<br />
System Alliance Verbund gehören dazu,<br />
aber auch Dachser oder Schachinger zählt<br />
sie zu den modernen Familienunternehmen<br />
mit verlässlichen Werten.<br />
Sie erkennt früh, dass das Paket einen<br />
Stellenwert in der Logistik einnehmen<br />
würde. Auf ihre Initiative geht 1988 auch<br />
die Gründung des Paketdienstes APS<br />
Austria Paket System (später DPDA) gemeinsam<br />
mit Schachinger und Lagermax<br />
zurück. Er wird in kurzer Zeit zum Marktführer<br />
im B2B-Bereich in Österreich und<br />
befindet sich bis heute in Familienbesitz.<br />
Dieser Schritt sollte sich als eine der wichtigsten<br />
Entscheidungen herausstellen und<br />
ist noch heute eine der tragenden Säulen<br />
des Unternehmens.<br />
1989 expandiert sie in die benachbarten<br />
Mittel- und Osteuropäischen Länder<br />
(MOEL), beginnend mit den Nachbarländern.<br />
Es entstehen Niederlassungen<br />
in Budapest, Prag, Brünn, Bratislava,<br />
Maribor und Ljubljana, später in S<strong>of</strong>ia<br />
und Bukarest. Die Länder werden marketingtechnisch<br />
heute als „WeissLand“<br />
bezeichnet. Gleichzeitig wird von Paul<br />
Senger-Weiss in Shanghai die erste Niederlassung<br />
in Fernost gegründet, kurz<br />
darauf eine weitere in Quingdao. Es folgt<br />
die Expansion nach Übersee, die in enger<br />
Kooperation als Joint Venture mit der<br />
Röhlig & Co. betrieben wird. So macht<br />
sie nach und nach aus einer nationalen<br />
Spedition eine europäische, der man die<br />
markführende Position in der Alpen-Donau-Region<br />
zubilligt – von der Schweiz<br />
bis zum Schwarzen Meer.<br />
Wie wenig andere steht Senger-Weiss<br />
für soziale Verantwortung in der Logistik.<br />
Gebrüder Weiss gilt durch die<br />
Vielzahl an ökologischen, ökonomischen<br />
und sozialen Maßnahmen als Vorreiter<br />
in nachhaltigem Wirtschaften und Vorbild<br />
für die Führung mittelständischer<br />
Familienunternehmen.<br />
Ein wesentlicher Faktor ihres Erfolges<br />
ist die Begabung, Mitarbeiter so zu<br />
motivieren, dass sie mit Begeisterung<br />
arbeiten. Sie spricht mit den Menschen,<br />
nicht weil es ein Personalberater als opportun<br />
erachtet, sondern weil es ihr ein<br />
Anliegen ist. „Wenn ein Mitarbeiter Paletten<br />
schubst, finde ich das toll, und das<br />
bringe ich zum Ausdruck. Denn wenn er<br />
das nicht ordentlich macht, weil er sich<br />
gering geschätzt fühlt, hilft uns das beste<br />
Management rein gar nichts.“ Sie nimmt<br />
Seite 11
Heidi Senger-Weiss – Mitglied <strong>2015</strong><br />
sich selber nicht so wichtig, Hauptsache die<br />
Mannschaft funktioniert. „Mir ist das ein<br />
Anliegen“, ergänzt sie mit einem leichten<br />
Befehlston, als erwarte sie das von allen<br />
Menschen. Deswegen fühlt sie sich wahrscheinlich<br />
auch wohler in ihrem kleinen<br />
Büro in der Spedition, als in der stylischen<br />
neuen Konzernzentrale nebenan.<br />
„Frauen haben einen Riesenvorteil“, sagt<br />
ihr Mann. „Sie haben es leichter, weil sie<br />
Dinge frei heraus sagen können.“ Sie sieht<br />
das zwar nur bedingt so, ist aber in der<br />
Tat keine, die um den „heißen Brei herumschwätzt“<br />
oder sich um eine Aufgabe<br />
drückt, mag sie noch so unangenehm sein.<br />
Wenn sie etwas zu sagen hat, tut sie es,<br />
wenngleich sie das nicht ganz undiplomatisch<br />
zum Ausdruck bringt. Dabei genießt<br />
sie es, unterschätzt zu werden. Es ist ihre<br />
Stärke, die sie ganz ohne Schadenfreude<br />
nutzt, was auch Konkurrenten im Lauf der<br />
Zeit zu spüren bekommen sollten. Als etwa<br />
der Deutschland-Partner Union Transport<br />
an die Nedlloyd-Gruppe verkauft wurde,<br />
drohte Goliath den David zu schlucken. Die<br />
Holländer hatten selbst Ambitionen auf ein<br />
eigenes Europa-Netz, doch Senger-Weiss<br />
wartete nicht ab, bis das Unternehmen sie<br />
vor vollendete Tatsachen stellen würde,<br />
sondern ließ ein neues Deutschlandnetz<br />
aufbauen. Die Umstellung war für einen<br />
Freitag im September 1990 geplant. Einen<br />
Tag zuvor schickte sie nicht wie damals<br />
üblich ein Fax, um die Zusammenarbeit<br />
mit Nedlloyd zu beenden. Sie flog am<br />
Donnerstag persönlich nach Düsseldorf<br />
im festen Glauben, der Plan sei längst<br />
aufgeflogen und man würde sie ihrerseits<br />
mit einem schlagkräftigen Österreich-<br />
Netz konfrontieren. Doch Nedlloyd fiel<br />
aus allen Wolken. Man war so mit der<br />
Fusion beschäftigt, dass die Aktivitäten<br />
des Partners unbemerkt geblieben waren.<br />
„Via Mala –<br />
der Familienweg“<br />
Die speditionelle Geschichte der Familie<br />
Weiss/Viz/Wizze reicht zurück<br />
bis ins 15. Jahrhundert. Im Auftrag der<br />
Handelskammern Lindau und Mailand<br />
betrieben die verwandtschaftlich<br />
verbundenen Familien Spehler und<br />
Weiss den Mailänder Boten für die<br />
Beförderung von Gütern, Geld und<br />
Briefen vom Bodensee in die Lombardei.<br />
Die fünfeinhalbtägige Tour wurde<br />
durch den Ausbau der abenteuerlichen<br />
und teils lebensgefährlichen Route<br />
durch die bis zu 300 Meter tiefe Via<br />
Mala-Schlucht zur festen wöchentlichen<br />
Einrichtung. Die Lizenz wurde<br />
nur an die vertrauenswürdigsten<br />
Bürger vergeben und üblicherweise<br />
von Generation zu Generation vererbt.<br />
Die Amtsinhaber verpflichteten<br />
sich per Eid zu größter Pünktlichkeit.<br />
Heidi Senger-Weiss wanderte mit ihrem<br />
Mann Paul und ihren Kindern<br />
Wolfram, Elisabeth und Heinz auf<br />
der Route ihrer Vorfahren durch die<br />
Via Mala-Schlucht.<br />
Den Österreichern wollte man erst ein<br />
Jahr später die Daumenschrauben anlegen.<br />
Dazu kam es nicht mehr. Gebrüder<br />
Weiss rückte mit den neuen Partnern<br />
zum österreichischen Marktführer im<br />
Deutschlandgeschäft auf.<br />
Auch das Engagement beim österreichischen<br />
Speditionsverband ist ein Erbstück.<br />
Nach dem Tod ihres Vaters wird sie eine<br />
der Vizepräsidenten des Österreichischen<br />
Zentralverbandes Spedition und Logistik.<br />
Die Prioritäten waren klar: Zuerst die Firma<br />
und die Kinder. An die Anfangstage<br />
ihrer Verbandsarbeit erinnert sie sich nach<br />
eigenen Aussagen kaum noch, sie hatte<br />
ganz andere Probleme, aber „fragen Sie<br />
nicht, wie ernst man mich da genommen<br />
hat“, lacht sie lauthals. Als Präsidentin<br />
des Zentralverbandes Spedition und Logistik<br />
oder der Sektion Verkehr der WK<br />
Vorarlberg setzt sie sich später neben<br />
den politischen Belangen der Branche<br />
insbesondere für Familienunternehmen<br />
ein, aber auch dafür, mehr Frauen für die<br />
Logistik zu begeistern.<br />
Das Denken in Generationen ist tief<br />
verankert in der Familie Weiss, deren<br />
speditionelle Geschichte 500 Jahre zurückreicht.<br />
Nicht das Klammern an die<br />
eigenen Vorstellungen, sondern das Wohl<br />
der Menschen in einem modernen Unternehmen<br />
steht an erster Stelle. „Deshalb<br />
haben wir früh das Steuer an die nächste<br />
Generation weitergeben, denn jede Generation<br />
muss in ihrer Zeit ihre Aufgaben<br />
lösen“, sagt die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>rin<br />
und setzt auch damit ein Zeichen in der<br />
Branche. Dass es ihr trotzdem schwer gefallen<br />
ist, daraus macht sie keinen Hehl.<br />
Ihre Verbundenheit zum Unternehmen<br />
wird nie enden, sagt Heidi Senger-Weiss.<br />
Sie ist heute im Aufsichtsrat. ∞<br />
Seite 12
Heidi Senger-Weiss Rubrik – Mitglied <strong>2015</strong><br />
Heidi Senger-Weiss<br />
Geboren am 20.5.1941 in Wien<br />
Volksschule und Realgymnasium in Bregenz, Österreich<br />
1963 Abschluss als Diplom-Kauffrau an der Wirtschaftsuniversität Wien<br />
1963 Speditionspraktika in der Schweiz, den Niederlanden und den USA<br />
1965 Einstieg bei Gebrüder Weiss<br />
1968 Geschäftsleitung gemeinsam mit ihrem Ehemann, Paul Senger-Weiss<br />
1969 Modernisierung der Anlagen und Beginn der Internationalisierung<br />
1988 Gründung des Paketdienstes APS Austria Paket System<br />
gemeinsam mit zwei österreichischen Partnern<br />
1989 Expansion in die benachbarten Mittel- und Osteuropäischen Länder (MOEL)<br />
und nach China<br />
2001 Gebrüder Weiss startet den Express-Speditionsdienst „ORANGE on time” in Österreich<br />
2005 Heidi Senger-Weiss wechselt nach 36 Jahren von der operativen Führung<br />
des Unternehmens in den Aufsichtsrat<br />
<strong>2015</strong> Aufnahme in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Heidi Senger-Weiss hat drei Kinder: geboren 1971 Wolfram (Mag. oec. und MBA),<br />
1972 Elisabeth (Dr. jur. und LLM USA) und 1974 Heinz (Mag. FH).<br />
Wolfram und Heinz Senger-Weiss sind seit 1.1.2005 Vorstandsmitglieder der Gebrüder<br />
Weiss AG, Tochter Dr. Elisabeth Krainer Senger-Weiss ist Rechtsanwältin in Wien.<br />
Seite 13
Interview Rubrik<br />
„Jede Generation muss<br />
in ihrer Zeit<br />
ihre Aufgaben lösen“<br />
Im Gespräch mit Heidi Senger-Weiss<br />
Frau Senger-Weiss, herzlichen Glückwunsch<br />
zu Ihrer Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>. Sie sind die erste<br />
Frau in der Ruhmeshalle.<br />
Ich fühle mich sehr geehrt, aber das habe<br />
ich doch gar nicht verdient.<br />
Typisch Frau! Sie gelten als Grande Dame<br />
der österreichischen Transportlogistik<br />
und haben über die Grenzen des Landes<br />
hinaus Impulse in der Unternehmensführung,<br />
Internationalisierung und<br />
Mitarbeitermotivation gesetzt. Sie sind<br />
nicht nur eine Pionierin der Logistik,<br />
sondern haben eine Benchmark in der<br />
Pr<strong>of</strong>essionalisierung mittelständischer<br />
Speditionsunternehmen gesetzt und<br />
darüber hinaus ein Unternehmen neu<br />
aufgestellt – zu einer Zeit, als Frauen<br />
noch nicht mal ein eigenes Konto haben<br />
durften.<br />
Mein Mann und ich haben auf uns zukommende<br />
Herausforderungen nie abgetan,<br />
sondern sehr ernst genommen. Außerdem<br />
habe ich immer Risikobereitschaft<br />
gezeigt. Das Risiko durfte aber nie so<br />
groß sein, dass die Existenz der Firma<br />
gefährdet ist. Das war für mich eine absolute<br />
Maßgabe. Das mit dem Bankkonto<br />
hat mich übrigens gar nicht so gestört, es<br />
war eben damals so.<br />
Was halten Sie für Ihre größte Leistung?<br />
Dass ich gemeinsam mit meinem Mann<br />
jahrzehntelang eine Firma geführt habe<br />
und wir immer noch eine sehr gute Ehe<br />
führen, halte ich für meine größte Leistung.<br />
Ich habe mir nie eingebildet, die<br />
beste Spediteurin zu sein. Meine Begabung<br />
ist es, Menschen zu motivieren und<br />
für ein Thema zu gewinnen, so dass sie<br />
mit Begeisterung arbeiten und sich für<br />
eine Sache einsetzen.<br />
Sie gehören zur Generation der 68er.<br />
Sehen Sie sich als Logistikrebellin?<br />
Im Gegenteil. Ich bin ein sehr traditionsbewusster<br />
Mensch und durch und durch<br />
konservativ. Ich bin im Stier geboren und<br />
alemannischen Geblüts. Diese beiden<br />
Faktoren sind allein schon ausreichend,<br />
dass man eher geerdet ist.<br />
War Speditionsunternehmerin Ihr<br />
Traumberuf oder eine Pflichtübung?<br />
Ich war schon immer an Wirtschaft interessiert<br />
und hatte keine Ambition Ärztin,<br />
Künstlerin oder etwas ganz anderes zu<br />
werden. Hätte ich einen Bruder gehabt,<br />
wäre es anders gekommen, aber ich war<br />
die einzige Tochter und mein Vater hatte<br />
keine andere Wahl, als auf mich zu setzen.<br />
Mein Vater hat sich riesig gefreut,<br />
dass ich die Nachfolge antrete, trotzdem<br />
hat er sich überhaupt nicht vorstellen<br />
können, was ein weibliches Wesen in<br />
dieser Branche anfangen soll. Als ich<br />
nach zwei Jahren Speditionspraktikum<br />
1965 zu Gebrüder Weiss nach Wien kam,<br />
habe ich ihn gefragt, was meine Aufgabe<br />
ist. Er hat gesagt: „Die musst Du Dir<br />
selber suchen.“<br />
Die freie Wahl kann ein Vorteil sein.<br />
Welche Themen haben Sie sich gesucht?<br />
Seite 14
Interview<br />
Seite 15
Interview<br />
Als mein Vater gestorben war, kam die<br />
Verantwortung wie eine Welle auf uns<br />
zu. Ich kannte das Unternehmen ja noch<br />
zu wenig und der Druck, das Richtige<br />
zu tun, war riesig. Wir haben uns dem<br />
gestellt und getan, was notwendig war:<br />
der Generationenwechsel in der zweiten<br />
Führungsebene, eine neue Gesellschaftsstruktur,<br />
die Internationalisierung und<br />
Modernisierung der Spedition. In Logistik<br />
waren wir in Österreich Pioniere und<br />
haben die Grundlagen für vieles gelegt,<br />
was die heutige Generation umsetzt. Bei<br />
der Computereinführung waren wir unter<br />
den ersten, obwohl wir großen Widerstand<br />
aus der Belegschaft hatten. Die<br />
Führungsmannschaft war der Meinung,<br />
handgeschriebene Borderos wären viel<br />
schneller als der Computer.<br />
Wie ernst hat man Sie 1968 als Frau<br />
an der Spitze einer großen Spedition<br />
genommen?<br />
Die Führungsmannschaft hat mich nicht<br />
für voll genommen. Wenn ich etwas über<br />
die Spedition gesagt habe, konnten alle<br />
anderen das natürlich besser. Dadurch,<br />
dass mich auch in der Branche niemand<br />
ernst genommen hat, hatte ich aber einen<br />
gewissen Windschatten und selbst<br />
harte Konkurrenten sind nicht mit der<br />
vollen Breitseite auf ein Unternehmen<br />
losgegangen, das gerade durch den Tod<br />
des Inhabers geschwächt war. Nach drei<br />
Jahren hatten wir unsere Hausaufgaben<br />
gemacht, wir waren gesettelt und die neue<br />
Generation Manager hat uns sehr ernst<br />
genommen.<br />
Eine Frau an der Spitze einer Spedition:<br />
Vor- oder Nachteil?<br />
Es ist natürlich ein Nachteil, zu meiner<br />
Zeit sowieso. Aber es hat gewisse Vorteile.<br />
Alle, auch ich selbst, erwarten von<br />
einer Frau weniger. Deswegen musste<br />
ich nicht ständig beweisen, was ich alles<br />
Tolles getan habe.<br />
Braucht die Logistik eine Frauenquote?<br />
Ich bin eine absolute Gegnerin der Quote.<br />
Die Dinge müssen organisch wachsen.<br />
Es ist ja nicht so, dass geeignete Frauen<br />
Schlange stehen würden, um Führungspositionen<br />
zu übernehmen. Ich habe einmal<br />
versucht, Unternehmerinnen für die Verbandsarbeit<br />
zu gewinnen. Die Resonanz<br />
war bescheiden. Die Ursache dafür ist, dass<br />
Frauen nicht nur etwas wegen eines Titels<br />
machen, sondern weil sie etwas bewegen<br />
wollen. Neben Firma und Familie ist aber<br />
ein dritter Job einfach nicht mehr drin.<br />
Das ist der wahre Grund, warum so wenig<br />
wirklich kompetente Frauen bereit sind,<br />
Aufsichtsratsfunktionen zu übernehmen.<br />
Familie und Beruf – wo und wie haben<br />
Sie Ihre Prioritäten gesetzt?<br />
Ich bin multitasking Unternehmerin und<br />
full-time Geschäftsfrau und hatte immer<br />
zwei Berufe: das eine war, die Firma zu<br />
führen. Zuhause war ich ausschließlich<br />
Hausfrau und Mutter. Die Firma war<br />
mein viertes Kind, und ich habe alle meine<br />
Kinder relativ früh zur Selbstständigkeit<br />
erzogen. Das Ergebnis ist jedenfalls sehr<br />
erfreulich. Jetzt sagen Sie wahrscheinlich<br />
wieder „typisch Frau“, aber ohne meinen<br />
Mann hätte ich das niemals geschafft.<br />
Welches Image möchten Sie nicht haben?<br />
Das einer Emanze. Ich habe immer auch<br />
versucht Frau zu sein und mit Charme,<br />
Überredungskünsten und Freundlichkeit<br />
meine Ziele zu erreichen.<br />
Sie gelten als die Initiatorin der österreichischen<br />
DPD...<br />
... da haben auch viele andere ihre Meriten.<br />
Wie kam es dazu?<br />
Wir haben anfangs Kleinpakte mit großen<br />
Verlusten befördert. Dann kam diese großartige<br />
Innovation des DPD in Deutschland.<br />
Wir haben es genau analysiert und<br />
hatten schon das Konzept für einen österreichischen<br />
Paketdienst „Austria Paket<br />
System“ nach dem Vorbild des DPD in der<br />
Schublade. Der Start für APS war auf den<br />
1. April 1988 angesetzt. Im Februar 1988<br />
rief Max Schachinger an und hat gefragt:<br />
“Ist Gebrüder Weiss bereit, gemeinsam<br />
mit uns – Schachinger und Lagermax<br />
Seite 16
Interview<br />
– und unterstützt durch den deutschen<br />
DPD, einen Paketdienst in Österreich<br />
aufzubauen?“ Mein Mann und ich waren<br />
gerade für eine Woche mit den Kindern<br />
in Urlaub und haben die Vor- und Nachteile<br />
eines solchen Kooperationsmodells<br />
abgewogen und uns dafür entschieden.<br />
Es war eine tolle Entscheidung und wir<br />
haben es nie bereut. Wir haben uns nicht<br />
nur die Kinderkrankheiten gespart, sondern<br />
auch einige Dinge besser gemacht<br />
als die Deutschen.<br />
Das wäre?<br />
Es ist Ihnen vielleicht aufgefallen, dass es<br />
in Europa nur eine einzige private marktführende<br />
Paketfirma gibt und das ist der<br />
DPD in Österreich. Hier kooperieren drei<br />
Partner, die sonst Konkurrenten sind, und<br />
das heißt einiges. Es war eine massive<br />
Aufgabe, an der viele mitgewirkt haben.<br />
Dass wir aber den DPD nicht verkauft,<br />
sondern privat weitergeführt haben, ist<br />
primär meiner Sturheit zu verdanken. Ich<br />
bin der Überzeugung gewesen und bin es<br />
noch, dass die komplementäre Dienstleistung<br />
vom kleinen Paket bis zur Komplettladung<br />
ein Erfolgsfaktor ist. Dabei habe<br />
ich immer anerkannt, dass derjenige,<br />
der das Paket zustellt, ein wesentlicher<br />
Faktor ist. Wenn man nicht wenigstens<br />
so viel zahlt, dass bei guter Organisation<br />
eine kleine Marge verdient werden kann,<br />
dann wird der Zusteller seine Leistung<br />
auf Dauer nicht gut erbringen. Darauf<br />
haben wir beim DPD von Beginn an im<br />
Tarifgeschehen geachtet.<br />
Was halten Sie für den wichtigsten Erfolgsfaktor<br />
in der Spedition?<br />
Personalpolitik war und ist das allerwichtigste<br />
in der Logistik. Nur mit motivierten,<br />
unternehmerisch denkenden<br />
Mitarbeitern, und zwar auf allen Ebenen,<br />
kann man Geld verdienen.<br />
Was kann die heutige Generation Logistikmanager<br />
von Ihnen lernen?<br />
Die soziale Verantwortung, den Erfüllungsgehilfen<br />
auch leben zu lassen. Die<br />
Stückgutspedition leidet heute mehr denn<br />
je daran, dass der Ausgangsspediteur zu<br />
Lasten des Eingangsspediteurs verdienen<br />
will, indem er ihn dazu zwingt, zu<br />
Verlusten zuzustellen. Das schadet dem<br />
Ansehen der gesamten Branche. Es kann<br />
sich arithmetisch nicht ausgehen, dass<br />
jeder mehr Ausgang als Eingang hat.<br />
Einer verliert immer, weil er zufällig in<br />
München sitzt oder in einem anderen Agglomerationszentrum<br />
und deshalb mehr<br />
Eingang als Ausgang hat. Wir hatten in<br />
Österreich nie fixe Tarife, konnten daher<br />
insgesamt weniger verdienen, aber haben<br />
diesen Ausgleich schon immer geübt.<br />
Welchen Rat gibt eine <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>rin<br />
der Branche?<br />
Die Fakten zu erkennen und schrittweise<br />
ein Minimum an Vernunft einkehren<br />
zu lassen. Solange es jedoch Firmen gibt,<br />
die halbstaatlich subventioniert und mit<br />
wenig sozialer Verantwortung allein in<br />
der Gesamtrechnung denken und nicht<br />
in Produkten, ist das zugegebenermaßen<br />
schwierig.<br />
Ein Punkt liegt mir noch am Herzen: Es<br />
geht unendlich viel mit dem Computer<br />
und Standards sind nötig, weil man nur<br />
dadurch die Kosten beherrschen kann.<br />
Aber es ist immer der Mensch, der die<br />
Qualität bietet. Die Logistik sollte nicht<br />
den Fehler begehen, die Gabe der Improvisation<br />
und Flexibilität zu verlernen. In<br />
dieser Disziplin waren die Spediteure<br />
immer besonders gut.<br />
Worauf würden Sie den Fokus legen, wenn<br />
Sie heute noch einmal am Start wären?<br />
Ich bin überhaupt nicht technikgläubig,<br />
aber ich wäre sicher viel stärker computerisiert<br />
und würde diese Aufgabe für das<br />
Unternehmen annehmen. Ich sehe zum<br />
Beispiel mit dem Internet eine Zeitbombe<br />
in Sachen Datensicherheit auf uns zukommen.<br />
Das gilt es zu lösen. Die Informationstechnologie<br />
hat sich in einer Hektik<br />
entwickelt, die ich nicht mehr beherrschen<br />
konnte. Auch deshalb haben wir früh das<br />
Steuer an die nächste Generation weitergeben,<br />
denn jede Generation muss in ihrer<br />
Zeit ihre Aufgaben lösen. ∞<br />
Seite 17
Rubrik<br />
Alexander Dobrindt<br />
Bundesminister für Verkehr<br />
und digitale Infrastruktur<br />
Schirmherr der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Seite 18
Kommentar<br />
Vier Prinzipien<br />
vorbildlichen<br />
Unternehmertums<br />
von Alexander Dobrindt<br />
Pionierin, Impulsgeberin und Innovationsführerin – Heidegunde<br />
Senger-Weiss hat die Logistik in besonderer Weise geprägt,<br />
sich den Respekt einer ganzen Branche erarbeitet und<br />
den Mobilitätsfortschritt gestaltet.<br />
Eigentlich war schon 1968 klar, dass Senger-Weiss eines Tages<br />
in eine Ruhmeshalle der Logistik einziehen würde. Die damals<br />
27-Jährige übernahm den über 500 Jahre alten Familienbetrieb<br />
und führte ihn mit neuer Dynamik von Erfolg zu Erfolg.<br />
Vier Prinzipien vorbildlichen Unternehmertums hat Senger-<br />
Weiss dabei immer verfolgt: Modernisierung, Diversifizierung,<br />
Globalisierung und Digitalisierung. Sie modernisierte<br />
die Gesellschaftsstruktur und das Finanzmanagement ihres<br />
Betriebs, sie baute mit der Gründung des Paketdienstes APS<br />
das Geschäftsmodell aus, internationalisierte das Unternehmen<br />
mit heute 150 Standorten weltweit und setzte bereits 1974 auf<br />
elektronische Datenverarbeitung in der Buchhaltung. Jahrzehntelang<br />
hat Senger-Weiss Güterströme organisiert, mobilisiert<br />
und aktiviert – als Geschäftsleiterin, später als Aufsichtsrätin<br />
von Österreichs ältestem Logistikunternehmen und als<br />
Verbandspräsidentin. Orientiert hat sie sich dabei immer an<br />
der Wohlstandspyramide moderner Volkswirtschaften: ohne<br />
Mobilität keine Prosperität. Damit hat sie Wachstum, Wohlstand<br />
und Arbeit in Österreich und in Europa vorangetrieben.<br />
Heidegunde Senger-Weiss ist eine Mittelständlerin im besten<br />
Sinne – mit einem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein<br />
für ihre Mitarbeiter, Gesellschaft und Umwelt. Sie ist eine herausragende<br />
Persönlichkeit – und eine große Bereicherung für<br />
die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>: als beispielhafte Unternehmerin<br />
und erste Frau unter den Besten in der Logistik.<br />
Seite 19
Kommentar<br />
Habe<br />
die Ehre<br />
von Bernard Krone<br />
„Habe die Ehre“ – das sagt man in Österreich gern zum<br />
Abschied. Diese schöne Redensart stelle ich ganz bewusst<br />
an den Anfang meiner Laudatio, denn es ist mir<br />
in der Tat eine große Ehre, Heidi Senger-Weiss zu gratulieren.<br />
Es gibt 1000 gute Gründe, warum sie die „First Lady“<br />
in der „<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>“ ist. Zum einen gewiss der<br />
wirtschaftliche Erfolg, der auf einer großen Portion Fleiß<br />
und unternehmerischer Weitsicht basiert.<br />
Besonders imponiert hat mir aber, wie sehr sich Heidi<br />
Senger-Weiss immer für die Weiterführung des Betriebes<br />
engagiert, wie konsequent sie die Werte eines<br />
familiengeführten Unternehmens als vorbildliche Teamplayerin<br />
umgesetzt und den Übergang auf die nächste<br />
Generation perfekt organisiert hat. Der Dichter Ernst<br />
Ferstl hat es treffend formuliert: Verantwortung zu tragen<br />
ist eine der schwersten Prüfungsaufgaben, die uns das<br />
Leben stellt.<br />
In diesem Sinne gehört der Respekt des gesamten<br />
Krone Teams Ihnen, liebe Frau Senger-Weiss.<br />
Bernard Krone<br />
Geschäftsführender Gesellschafter<br />
Bernard Krone Holding GmbH & Co. KG<br />
Seite 20
Kommentar<br />
Botschaft<br />
an die Logistik<br />
von Werner Gockeln<br />
Heidi Senger-Weiss beeindruckt, weil sie es geschafft hat, das Unternehmen Weiss gemeinsam mit ihrem Mann in<br />
eines der wenigen familiengeführten Umsatz-Milliarden-Unternehmen weiterzuentwickeln. Chapeau!<br />
Doch das alleine wäre nicht ausreichend für den Einzug in die höchste Ruhmeshalle.<br />
Die erste Frau in der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> hat eine Botschaft an die Branche gesandt,<br />
dass soziale Verantwortung nicht Kosten- sondern Erfolgsfaktor ist und Führung Werte voraussetzt.<br />
Sie hat diese Botschaft mit Energie und Entschlossenheit vorgelebt. Sie ist angekommen.<br />
Werner Gockeln<br />
Geschäftsführender Vorstand<br />
SVG Bundes-Zentralgenossenschaft<br />
Straßenverkehr eG<br />
Seite 21
Kommentar<br />
„Seit damals<br />
kümmern wir uns<br />
um Transporte“<br />
von Dr. Wolfgang Schüssel,<br />
Österreichischer Bundeskanzler 2000-2007<br />
Dass Heidegunde Senger-Weiss als erste Frau in die <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> aufgenommen wird, freut mich riesig. Zum<br />
ersten, weil diese tolle Frau erstmals eine Männerbastion<br />
geknackt hat. Zum zweiten, weil sie es wirklich verdient, in<br />
dieser Weise gewürdigt und herausgehoben zu werden. Und<br />
weil – im Unterschied zu vielen anderen Ehrungen, die ich<br />
kommentieren durfte – ich Heidi Senger-Weiss, ihren Mann<br />
Paul und den Betrieb persönlich seit langem kenne und schätze.<br />
Dieser Familienbetrieb reicht ja unglaublicherweise bis<br />
ins Jahr 1445 zurück. Hand aufs Herz: Welches Unternehmen<br />
kann sonst noch von sich behaupten, auf fast 570 Jahre<br />
erfolgreiches Wirtschaften zurückblicken zu können. Ich<br />
erinnere mich an einen Werbespruch mit Goethe, der 1788<br />
seine Rückreise aus Italien über die Alpen mit dieser Firma<br />
abwickelte: „Seit damals kümmern wir uns um Transporte“.<br />
Aber heute ist die Logistik des Güter-, nicht mehr des Personenverkehrs<br />
ihre Kernkompetenz. Sie ist eine Lebensader<br />
unserer modernen Gesellschaft geworden. Was wäre unsere<br />
Lebensqualität ohne pulsierende Verkehrsadern? Das Zusammenspiel<br />
von Schiene, Straße und Schiffen, die internationale<br />
Normung und automatisierte Be- und Entladung von<br />
Containern, reibungslose Lieferungen in Time – eine wahre<br />
Revolution hat sich hier vor unseren Augen abgespielt und<br />
Heidi Senger-Weiss hat sie mitgestaltet.<br />
Seite 22
Wir vernetzen<br />
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Kommentar<br />
Vorbild für die<br />
Führung<br />
von Marcel Frings<br />
Chief Representative von TimoCom<br />
Die Österreicherin Heidi Senger-Weiss ist ein Vorbild für die Führung<br />
mittelständischer Familienunternehmen. Deshalb zieht sie<br />
höchst verdient als erste Frau in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> ein.<br />
Mit gerade einmal 27 Jahren übernahm sie neben ihrem Mann die<br />
Geschäftsleitung der Spedition Gebrüder Weiss und entwickelte sie zu einem überaus<br />
erfolgreichen internationalen Unternehmen. In den letzten Jahren<br />
beeinflusste Senger-Weiss positiv die europaweite Wettbewerbsfähigkeit der Transportlogistik<br />
und steht gleichzeitig für soziale Verantwortung. Dabei unterstützt sie auch<br />
immer wieder ihre Partner und die Öffentlichkeit mit ihrem Know-how.<br />
Seite 24
Kommentar<br />
Beeindruckendes<br />
Lebenswerk<br />
von Markus Wallner<br />
Landeshauptmann von Vorarlberg<br />
„Unternehmerin bleibt man ein Leben lang. Wer beruflich<br />
sehr engagiert ist, kann doch nicht von heute auf morgen<br />
auf Pension umschalten“. Diese markante Aussage von<br />
Heidegunde Senger-Weiss in einem Interview vor drei Jahren<br />
zeigt schon, aus welchem Holz die Ehegattin, dreifache<br />
Familien mutter und neunfache Oma geschnitzt ist.<br />
Nach dem Tod ihres Vaters trat sie in dessen Fußstapfen und<br />
übernahm mit gerade einmal 27 Jahren zusammen mit ihrem<br />
Mann Paul die Spedition Gebrüder Weiss. 36 Jahre stand sie<br />
danach an der Spitze des Unternehmens und baute die Firma erfolgreich<br />
zu einem global tätigen und führenden Logistikkonzern<br />
aus. Hinter dieser beachtlichen Leistung stecken enormer Innovationsgeist<br />
und wirtschaftlicher Spürsinn, aber auch ein hohes<br />
Maß an Ausdauer und Durchsetzungsvermögen. Ihr Know-how<br />
und ihre Erfahrung bringt die Vollblut-Unternehmerin bis heute<br />
als Vorsitzende im Aufsichtsrat des Unternehmens ein. Nach<br />
wie vor hat ihr Wort Gewicht, nicht nur im Konzern. Sie ist auch<br />
gefragte Referentin. Mit ihrem „WeissBuch“ hat sie zudem die<br />
stolze Geschichte des seit 1474 bestehenden Familienbetriebes<br />
spannend aufgearbeitet. Ihre Wahl in die internationale Ruhmeshalle<br />
der Logistik, als erste Frau überhaupt, ist eine verdiente<br />
Anerkennung für ein beeindruckendes Lebenswerk.<br />
Seite 25
Kommentar<br />
Abwägen<br />
& Handeln<br />
von Dr. Max Schachinger<br />
Als Heidi Senger-Weiss und ich Ende 2013 in der Wirtschaftsuniversität<br />
Wien unser Dekret für das 50-jährige<br />
Diplom-Jubiläum in Empfang nehmen konnten, war dies<br />
ein Symbol für Jahrzehnte an gemeinsamen Berührungspunkten<br />
& Aktivitäten – etwa im Präsidium des Zentralverbandes<br />
der Österreichischen Spediteure, im Aufsichtsrat<br />
der ÖKOMBI, beim Aufbau des gemeinsamen Paketdienstes<br />
APS (später DPD) sowie in einer spannenden Entwicklung<br />
der Logistikmärkte.<br />
Es ist daher angebracht, eine der hervorstechendsten Eigenschaften<br />
von Heidi Senger-Weiss an einem typischen<br />
Beispiel zu beschreiben: Als Ende der 80er Jahre die Gründung<br />
eines österreichischen Paketdienstes in der Luft lag,<br />
entstand bei uns die Idee, Heidi und Paul Senger-Weiss zu<br />
kontaktieren und ein Kooperationsmodell zwischen Weiss,<br />
Schachinger und Lagermax vorzuschlagen. Es war ein Versuch,<br />
wenn auch mit geringen Chancen, denn Heidi Senger-<br />
Weiss ist bekannt als alemannisch vorsichtig und würde<br />
sicher keine raschen, unüberlegten Wagnisse eingehen. Es<br />
kam zu einem wegweisenden Telefonat unter dem Motto:<br />
„Wieso soll das nicht funktionieren?“ Nach nur wenigen<br />
Tagen kam überraschenderweise das OK von Heidi und<br />
Paul Senger-Weiss.<br />
Dr. Max Schachinger<br />
Gesellschafter<br />
der Schachinger Logistik Holding<br />
GmbH, Hörsching<br />
Es ist diese gute und für sie typische Mischung aus „kritischem<br />
Abwägen & Vorsicht“ einerseits und „raschem &<br />
konsequenten Handeln“ andererseits. Der Weg vom ursprünglichen<br />
„Nein“ zum „Ja“ war sicherlich begleitet von<br />
der Einsicht, dass trotz der eigenen Stärke eine Kooperation<br />
vorteilhaft sein kann, wenn alle Beteiligten pr<strong>of</strong>itieren. So<br />
zu denken und zu handeln setzt Einsichtsfähigkeit, aber<br />
auch Rückgrat und einen festen Willen voraus.<br />
Seite 26
Kommentar<br />
Für Logistik<br />
begeistern<br />
Heidi Senger-Weiss, die erste Frau in der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong><br />
<strong>of</strong> <strong>Fame</strong>, ist ...<br />
... ein großes Vorbild in der Führung mittelständischer<br />
Unternehmen. Sie ist das beste Beispiel dafür, wie sich Frauen<br />
für Logistik begeistern können und weist eine große Begabung<br />
dafür auf, Menschen zu motivieren, so dass sie sich mit<br />
Begeisterung für eine Sache einsetzen.<br />
W<strong>of</strong>ür stehen für Sie die Mitglieder der Ruhmeshalle?<br />
Die Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> stehen für Trends<br />
und Innovationen in der Logistik.<br />
Was macht Spitzenleistung in Ihren Augen aus?<br />
Der Definition nach ist Spitzenleistung eine „hervorragende,<br />
ausgezeichnete Leistung“. Für mich macht Spitzenleistung<br />
vor allem ein hohes Engagement, eine große Motivation und<br />
ein Ergebnis aus, das sich von der Masse abhebt und etwas<br />
voran bringt.<br />
Thomas A. Fischer<br />
Geschäftsführer Vertrieb,<br />
Marketing und Service (CSO)<br />
Still GmbH, Hamburg<br />
Seite 27
Nominierung <strong>2015</strong><br />
Vorwahl.<br />
Shortlist.<br />
Wahlempfehlung.<br />
Wer soll in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> einziehen?<br />
In jedem Wahljahr diskutiert zuerst<br />
das Nominierungs-Komitee über diese Frage.<br />
16. Juni <strong>2015</strong>, Invalidenstraße 44, Berlin:<br />
Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin<br />
beim Bundesminister für Verkehr<br />
und digitale Infrastruktur (BMVI)<br />
und Koordinatorin der Bundesregierung<br />
für Güterverkehr und Logistik, hat das<br />
Nominierungs-Komitee ins Ministerium<br />
geladen. Nur fünf Meter entfernt vom<br />
Erich-Klausener-Saal, in dem traditionell<br />
die <strong>of</strong>fizielle Aufnahme des neuen<br />
Mitglieds stattfindet, schließen sich um<br />
15 Uhr die Türen zum Sitzungssaal 8.<br />
Auf der Tagesordnung steht eine Frage:<br />
Welche Namen sollen auf die Shortlist<br />
für die Wahl zur <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
<strong>2015</strong>? 31 Vorschläge aus Deutschland,<br />
Finnland, Frankreich, Österreich, Japan,<br />
der Schweiz und den USA waren während<br />
der dreimonatigen Vorschlagphase<br />
eingegangen. Nur die sieben Mitglieder<br />
des Nominierungs-Komitees kennen ihre<br />
Namen, aber 80 Prozent der Vorschläge<br />
würde man unbesehen zum Who is Who<br />
der weltweiten Logistik zählen. Weniger<br />
bekannte, aber nicht weniger überzeugende<br />
Kandidaten kamen in diesem Jahr aus<br />
Finnland, Frankreich und der Schweiz.<br />
Das Nominierungs-Komitee muss sich<br />
auf maximal zehn Finalisten einigen – die<br />
Statuten der Ruhmeshalle setzen diese<br />
Grenze – und legt darüber hinaus eine<br />
Reihenfolge fest, die den 46 Juroren aus<br />
allen Teilbereichen der Logistik später als<br />
Wahlempfehlung dient. Aus dieser Shortlist<br />
wählt die Jury im zweiten Wahlgang<br />
das neue Mitglied der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong><br />
<strong>Fame</strong>. Es spielt dabei keine Rolle, ob es<br />
sich um einen Vorschlag oder eine Bewerbung<br />
handelt, diese Information wird<br />
im Wahlprozess nicht mehr publiziert.<br />
Nach knapp zwei Stunden Diskussion standen<br />
die Finalisten für die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong><br />
<strong>of</strong> <strong>Fame</strong>-Wahl <strong>2015</strong> fest. Einstimmig. ∞<br />
Seite 28
Nominierung <strong>2015</strong><br />
Das Nominierungs-Komitee der<br />
<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> folgte der<br />
Einladung ins Bundesverkehrsministerium<br />
(vlnr.): Pr<strong>of</strong>. Dr. Michael ten<br />
Hompel, Geschäftsführender<br />
Institutsleiter Fraunh<strong>of</strong>er IML, Mitglied<br />
der Ruhmenhalle; Dorothee Bär,<br />
Parlamentarische Staatssekretärin<br />
beim Bundesminister für Verkehr und<br />
digitale Infrastruktur (BMVI) und<br />
Koordinatorin der Bundesregierung<br />
für Güterverkehr und Logistik; Birgit<br />
Bauer, Chefredakteurin Verkehrs-<br />
Rundschau; Anita Würmser, Geschäftsführende<br />
Jury-Vorsitzende der<br />
<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>; Thilo Jörgl,<br />
Chefredakteur Logistik heute;<br />
Detthold Aden, Mitglied der <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>; Adalbert Wandt,<br />
Präsident des Bundesverbandes<br />
Güterkraftverkehr Logistik und<br />
Entsorgung (BGL).<br />
Seite 29
Aus dem Netzwerk<br />
Standpunkte<br />
Sie gehören zum Who is Who der Logistik. Ihre Meinung ist gefragt, wenn es um Logistik<br />
geht. Sie wählen in jedem Jahr das neue Mitglied, beraten die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
und können sich ein Urteil erlauben: Kommentare, Analysen und Standpunkte aus dem<br />
Netzwerk.<br />
Frau Senger-Weiss steht für eine globale Erfolgsgeschichte<br />
eines modernen Familienunternehmens.<br />
Dabei beeindruckt sie kontinuierlich durch<br />
innovative Zeichensetzung in der Logistikbranche.<br />
Es ist ihre Spitzenleistung, die sie zu einer Bereicherung<br />
der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> macht.<br />
Andreas Marquardt<br />
Präsident des Bundesamtes für Güterverkehr<br />
Mitglied der Jury<br />
In der Logistik werden täglich kleine – und manchmal auch große – Wunder<br />
vollbracht. Die Wegbereiter und Pioniere für ihre Arbeit und die Weiterentwicklung<br />
der Logistik zu ehren und auszuzeichnen, ist daher konsequent. Und<br />
darüber hinaus noch hochsympathisch. Denn die Vertreterinnen und Vertreter<br />
der <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> sind zugleich Markenbotschafter für die Logistik insgesamt.<br />
Der diesjährigen Preisträgerin ganz herzlichen Glückwunsch!<br />
Dr. Robert Schönberger<br />
Messe München GmbH, Exhibition Group Director transport logistic / ceramitec<br />
Mitglied der Jury<br />
Die Logistikbranche braucht Menschen, die<br />
für sie brennen, sich überdurchschnittlich<br />
engagieren, vorangehen und vorandenken.<br />
Danke an Heidi Senger-Weiss für ihr<br />
großes Engagement!<br />
Frauke Heistermann<br />
Mitglied der Geschäftsleitung Axit GmbH<br />
Mitglied des Vorstands der BVL<br />
Mitglied der Jury<br />
Seite 30
Aus dem Netzwerk<br />
Heidi Senger-Weiss hat mit Charme und unternehmerischem Weitblick<br />
gezeigt, wie man über Jahrzehnte hinweg ein großes Unternehmen<br />
formen und den Erfolg von Jahr zu Jahr steigern kann. Sich als Frau in der<br />
Männer-Domäne Logistik zu behaupten, fiel ihr ebenso leicht wie sich für<br />
Belange der gesamten Branche einzusetzen. Dafür gebührt ihr der Respekt<br />
und Beifall von allen Juroren.<br />
Martin Schrüfer<br />
Leitender Chefredakteur „LT-manager“ und „Materialfluss“, JM Fachmedien GmbH<br />
Mitglied der Jury und im Unterstützerkreis<br />
Der Dank vieler Familienbetriebe mit Nachfolgesorgen ist Heidi<br />
Senger-Weiss gewiss: Sie ist mit ihrer Aufnahme in die Ruhmeshalle<br />
der Logistik international zum sichtbaren Vorbild für Töchter,<br />
Nichten und weibliche Führungskräfte in der mittelständischen<br />
Transportlogistik geworden. Sie hat Logistik zur attraktiven<br />
Perspektive gemacht.<br />
Adalbert Wandt<br />
Präsident des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung<br />
Mitglied im Nominierungs-Komitee, der Jury und im Unterstützerkreis<br />
In der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> sammeln sich hervorragende<br />
Köpfe, die echte Innovationen oder nachhaltige Anstöße für<br />
die Entwicklung der Branche gegeben haben. Wenn zu<br />
hervorragendem Prozessdenken noch unternehmerisches<br />
Talent dazukommt, wie bei Heidi Senger-Weiss, dann ist der<br />
Weg frei für eine vorbildliche Rolle in der europäischen Logistik.<br />
Bernd Biehl<br />
Stellvertretender Chefredakteur der Lebensmittel Zeitung<br />
Mitglied der Jury und im Unterstützerkreis<br />
Ich freue mich sehr, dass in diesem Jahr erstmals eine Frau in die<br />
<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> Einzug gehalten hat. Heidi Senger-Weiss ist<br />
eine herausragende Unternehmerin, die stets Weitblick und Gespür<br />
für neue Entwicklungen bewiesen und diese in erfolgreiches wirtschaftliches<br />
Handeln umgesetzt hat. Damit hat sie sich die Aufnahme<br />
in die ehrenvolle Riege der „<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>r“ mehr als verdient.<br />
Thomas Hailer<br />
Geschäftsführer Deutsches Verkehrsforum<br />
Mitglied der Jury und im Unterstützerkreis<br />
Seite 31
Aus dem Netzwerk<br />
Heidi Senger-Weiss hat als herausragende Unternehmerin<br />
die Transport- und Logistikwirtschaft über Jahrzehnte<br />
mitgeprägt. Ihr Wirken ist ein Beispiel dafür, dass sich<br />
Familienunternehmen mit kluger und verantwortungsvoller<br />
Führung zu „Hidden Champions“ entwickeln können.<br />
Pr<strong>of</strong>. Dr. Stephan M. Wagner<br />
Leiter des Lehrstuhls für Logistikmanagement und Direktor Executive<br />
MBA in Supply Chain Management an der ETH Zürich<br />
Mitglied der Jury<br />
Heidi Senger-Weiss hat gezeigt, dass sie ihre Pr<strong>of</strong>ession<br />
als Freight Forwarder beherrscht, als Unternehmerin<br />
führen und netzwerken kann und nun als Logistikerin<br />
und erste Frau in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
berufen wird. Eine Pionierin mit Vorbildfunktion für<br />
Werte, Leistung und Engagement.<br />
Pr<strong>of</strong>. Dr.-Ing. Katja Windt,<br />
Präsidentin der Jacobs University<br />
Mitglied der Jury<br />
Es hat mich immer beeindruckt, mit welcher Weitsicht und<br />
Klugheit Heidi Senger-Weiss die Gebrüder Weiss-Gruppe<br />
zu einem marktführenden Player entwickelt hat. Die Überleitung<br />
der Verantwortung auf die Geschäftsleitung und auf<br />
die nächste Generation in der Familie ist beispielhaft.<br />
Cornelius Geber<br />
Geschäftsführender Gesellschafter der<br />
CG Beteiligungs- & Management GmbH<br />
Mitglied der Jury<br />
Frauen bringen <strong>of</strong>t in der von Männern geprägten Logistikwelt<br />
wichtige neue Aspekte und Gedanken. Es ist daher nur zu<br />
wünschen, dass sich in Zukunft noch mehr Frauen für die<br />
Logistikbranche interessieren. Ich h<strong>of</strong>fe, dass durch die Wahl<br />
von Heidi Senger-Weiss als erste Frau in die <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
weitere Frauen für unsere Branche motiviert werden.<br />
Karl Fischer<br />
Geschäftsführer der LKZ Prien GmbH<br />
Mitglied der Jury<br />
Seite 32
Aus dem Netzwerk<br />
Erstmals eine Frau in der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>. Da schreien<br />
schlecht Informierte: „Quotenfrau!“ Gut Informierte dagegen:<br />
Chapeau! Heidi Senger-Weiss hat den ältesten österreichischen<br />
Logistikdienstleister in Sachen Internationalisierung und<br />
Mitarbeitermotivation über die Grenzen der Alpenrepublik<br />
bekannt gemacht. Hut ab vor der Grande Dame der Logistik!<br />
Thilo Jörgl<br />
Chefredakteur Logistik Heute<br />
Mitglied der Jury und im Nominierungs-Komitee<br />
Der Einsatz moderner Technologien macht viele Unternehmen in<br />
Industrieländern konkurrenzfähig und sichert den Wohlstand. Das gilt<br />
insbesondere für Logistikunternehmen, die in Zeiten von Industrie 4.0 vor<br />
ganz neuen Herausforderungen stehen. Heidi Senger-Weiss hat gezeigt,<br />
wie man ein Unternehmen modernisiert, ohne den Menschen zu vergessen.<br />
Dafür gebührt ihr ein Ehrenplatz in der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>.<br />
Dr. Andreas Gruchow<br />
Mitglied des Vorstandes der Deutschen Messe AG<br />
Mitglied der Jury<br />
Felix Logistik und Felix Austria. Mit Heidi Senger-Weiss zieht<br />
verdientermaßen eine Persönlichkeit mit einer in mehrerleih<br />
Hinsicht imponierenden Vita in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> ein. Die<br />
Preisträgerin steht aus meiner Sicht in wohltuender Weise für<br />
eine erfolgreiche Integration von Unternehmertum und gesellschaftlicher<br />
Verantwortung.<br />
Pr<strong>of</strong>. Kai H<strong>of</strong>fmann<br />
Euro-FH Hamburg<br />
Mitglied der Jury<br />
Die Aufnahme von Heidi Senger-Weiss ist ein folgerichtiger<br />
Schritt zur Ehrung einer außergewöhnlichen Persönlichkeit,<br />
die sich durch mutiges ökonomisches Handeln,<br />
Fortschrittsdenken und Werteorientierung in besonderer<br />
Weise für die Transportlogistik verdient gemacht hat.<br />
Pr<strong>of</strong>. Dr. Rainer Bruns<br />
Leiter des Lehrstuhls für Maschinenelemente und Technische<br />
Logistik an der Helmut Schmidt Universität, Hamburg<br />
Mitglied der Jury<br />
Seite 33
Aus dem Netzwerk<br />
Ein mittelständisches Speditionsunternehmen über mehrere Jahrzehnte<br />
erfolgreich durch zahlreiche Veränderungen zu führen, ist eine ganz<br />
besondere Leistung. Die Aufnahme von Heidi Senger-Weiss in die <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> unterstreicht die Fähigkeit von Familienunternehmen,<br />
sich neuen Rahmenbedingungen wie dem Fall des Eisernen Vorhangs<br />
zu stellen und das eigene Unternehmen erfolgreich neu zu positionieren.<br />
Andre Kranke<br />
Stellvertretender Chefredakteur VerkehrsRundschau<br />
Mitglied der Jury<br />
Europa wird Orange. Die Gebrüder Weiss mit 150 Niederlassungen<br />
und 6.000 Mitarbeitern sind auf Expansionskurs. Den dahinter<br />
stehenden Unternehmerpersönlichkeiten ist es zu verdanken, dass<br />
die Spedition eine so dynamische Entwicklung nehmen konnte.<br />
Heidi Senger-Weiss hat daran einen besonderen Anteil und sich<br />
immer auch für die Branche insgesamt eingesetzt.<br />
Matthias Rathmann<br />
Chefredakteur trans aktuell<br />
Mitglied der Jury<br />
Ist noch nicht lange her, da habe ich<br />
die Zwangs-Frauenquote in allen,<br />
wirklich allen Bereichen der Wirtschaft,<br />
wozu bekanntlich auch die Logistik<br />
zählt, öffentlich geschmäht. Mein<br />
Unmut folgt einer einfachen Erkenntnis:<br />
Nicht das Geschlecht eines Menschen,<br />
sondern einzig seine Qualifikation<br />
sollte ihn für höhere Aufgaben (und<br />
hohe Auszeichnungen) empfehlen.<br />
Exakt vor diesem Hintergrund hat die<br />
Jury, die Heidi Senger-Weiss in die<br />
<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> aufgenommen<br />
hat, eine Wahl getr<strong>of</strong>fen, wie sie nicht<br />
besser hätte ausfallen können. Heidi<br />
Senger-Weiss ist Logistik in Person und<br />
eine brillante Botschafterin unserer<br />
Branche.<br />
Michael Weilacher<br />
Chefredakteur Logistik Journal<br />
Mitglied der Jury<br />
Seite 34
Aus dem Netzwerk<br />
Entrepreneurship, ingenuity, innovation and at<br />
the same time sensitivity to essential needs <strong>of</strong><br />
employees and customers. If we add to this<br />
logistics passion, we have a recipe for great<br />
personal success. Congratulations to the first<br />
woman in the logistics pantheon.<br />
Sebastian Śliwieński<br />
Editor-in-chief “Warehouse Monitor”, Polen<br />
Mitglied der Jury<br />
Die Wahl beweist: Leistung braucht keine<br />
Quote! Wer als Führungspersönlichkeit über<br />
das eigene Unternehmen hinaus so viele<br />
wegweisende Impulse in der Logistikbranche<br />
gesetzt hat, ist ein würdiger <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>r.<br />
Christian Labrot,<br />
Hauptgeschäftsführer, Bundesverband Wirtschaft,<br />
Verkehr und Logistik<br />
Mitglied der Jury und im Unterstützerkreis<br />
Heidi Senger-Weiss und ich sind ein Arbeitsleben zeitgleich gegangen<br />
und haben uns immer respektiert. Leider haben wir es nie geschafft<br />
zwischen Gebrüder Weiss und den Unternehmen, für die ich<br />
verantwortlich war, eine direkte Zusammenarbeit zu entwickeln. Um<br />
so mehr freue ich mich, sie nun als würdige Kollegin in der <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> zu wissen.<br />
Detthold Aden<br />
Mitglied der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Mitglied der Jury<br />
Heidi Senger-Weiss hat erkannt, wie wichtig kontinuierliche Innovation für Unternehmen<br />
ist. Zu einer Zeit, in der noch keiner daran dachte, haben sie und ihr Mann den IT-Einsatz<br />
als zentralen Erfolgsfaktor für starkes und nachhaltiges Wachstum identifiziert und gegen<br />
alle Widerstände umgesetzt. Damit hat sie Benchmarks für die Logistik gesetzt, die heute<br />
noch genauso aktuell sind wie vor 40 Jahren.<br />
Pr<strong>of</strong>. Dr. Michael ten Hompel<br />
Geschäftsführender Institutsleiter am Fraunh<strong>of</strong>er-Institut für Materialfluss und Logistik IML<br />
Mitglied der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Mitglied der Jury und im Nominierungs-Komitee<br />
Seite 35
Aus dem Netzwerk<br />
Heidi Senger-Weiss hat ein ganzes Berufsleben erfolgreiches<br />
Unternehmertun und nachhaltiges Handeln beeindruckend<br />
in Einklang gebracht. Damit verkörpert sie Tugenden,<br />
die noch nicht lange als Vorlage für Unternehmenslenker<br />
gelten. Eine vortreffliches Mitglied für die <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>.<br />
Pr<strong>of</strong>. Dr.-Ing. habil. Thorsten Schmidt<br />
Institutsdirektor, Technische Universität Dresden,<br />
Fakultät Maschinenwesen, Pr<strong>of</strong>essur für Technische Logistik<br />
Mitglied der Jury<br />
Heidi Senger-Weiss ist es gelungen, das Familienunternehmen<br />
Weiss als Markenzeichen der österreichischen<br />
Logistikbranche weltweit zu positionieren. Die<br />
Aufnahme in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> ist der Sprung<br />
in eine breite internationale Öffentlichkeit.<br />
Tomasz Janiak<br />
Leiter Verlagsabteilung, Redaktion Zeitschrift „Logistyka“,<br />
Institut für Logistik und Lagerwirtschaft, Poznań/Polen<br />
Mitglied der Jury<br />
Vor der Lebensleistung von Heidi Senger-Weiss kann man nur größten<br />
Respekt haben. Es erstaunt nicht, dass eine so starke Frau die Verantwortung<br />
zur Führung in jungen Jahren angenommen und das Unternehmen Weiss<br />
zu seiner heutigen Bedeutung geführt hat. Das Wesentliche hat sie wohl<br />
richtig gemacht: Der Mensch steht im Mittelpunkt unternehmerischen Handelns,<br />
ihn zu motivieren das Richtige zu tun ist die wahre Kunst des Führens!<br />
Jochen Quick<br />
Geschäftsführer Quick GmbH & Co. KG, Präsident des Bundesverbandes Wirtschaft, Verkehr<br />
und Logistik, Mitglied der Jury und im Unterstützerkreis<br />
„Die Wahl von Frau Senger-<br />
Weiss zeigt die hohe Kompetenz<br />
der Jury“, schrieb<br />
mir ein Logistiker. Ich danke<br />
im Namen der Jury für<br />
dieses Urteil.<br />
Anita Würmser<br />
Vorsitzende der Jury, Inhaberin<br />
wuermser.communications<br />
Seite 36
Wo wären wir ohne Ihre Herausforderungen? Was würden wir entwickeln, wenn nicht<br />
Lösungen für Sie? Ihr Vertrauen ist die Grundlage für unsere Arbeit hier in Deutschland –<br />
seit 30 Jahren. Gemeinsam verbessern wir Warenströme, Kosten, Transportwege, kurz:<br />
die Supply Chain. Ihre Anforderungen und Ideen sind der Treibst<strong>of</strong>f für unsere Innovationen.<br />
Dafür sagen wir Danke! Denn nur mit Ihnen an unserer Seite konnten wir werden, was<br />
wir sind: Partner der Erfolgreichen.<br />
www.chep.com
Write History<br />
LOGISTICS HALL OF FAME<br />
HISTORIC<br />
MILESTONES<br />
OF LOGISTICS<br />
Nominations accepted<br />
until April 30, 2016<br />
www.logisticshall<strong>of</strong>fame.net
Historic Milestones <strong>of</strong> <strong>Logistics</strong><br />
„World Campaign:<br />
Historic Milestones<br />
<strong>of</strong> <strong>Logistics</strong>“<br />
Wer hat vor dem Jahr 2000 Großes in der Logistik vollbracht und verdient einen<br />
Platz in der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>? Die Ruhmeshalle der Logistik ruft weltweit<br />
zur Aktion „Historic Milestones <strong>of</strong> <strong>Logistics</strong>“ auf. Logistiker rund um den Globus<br />
sind aufgefordert, bis 30. April 2016 geeignete Kandidaten vorzuschlagen.<br />
Als am 15. Mai 1966 auf der „MS Fairland“<br />
die ersten Container im Bremer<br />
Überseehafen ankommen, bricht ein<br />
neues Logistikzeitalter an. Mehr als<br />
100 Jahre früher setzt 1873 ein Wiener<br />
Garagen-Startup den ersten Sammelwaggon<br />
mit Luxusartikeln für die Wiener<br />
Gesellschaft in der K.u.K.-Monarchie<br />
auf der Linie Paris-Wien auf die Schiene<br />
– der Sammelgutverkehr ist geboren. 1917<br />
eröffnet der erste Gabelstapler völlig neue<br />
Möglichkeiten, in den 80ern revolutioniert<br />
Just-in-Time die Automobilindustrie<br />
und die 90er markieren das Jahrzehnt<br />
der Pr<strong>of</strong>essionalisierung. Studiengänge<br />
und Berufsbilder entstehen, Logistiker<br />
schaffen es in die Vorstandsetagen, und<br />
es wird klar: Ohne Logistik läuft wenig<br />
in Gesellschaft und Wirtschaft.<br />
Es sind Menschen, die hinter den Meilensteinen<br />
der Logistik stehen. Sie haben mit<br />
Kreativität, Mut und viel Engagement die<br />
Logistik geprägt und vorangebracht. Die<br />
<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> ehrt diese Frauen<br />
und Männer, die sich um die Weiterentwicklung<br />
von Logistik und Supply Chain<br />
Management außergewöhnlich verdient<br />
gemacht haben.<br />
Traditionell wird in jedem Jahr nur eine<br />
verdiente Person oder Personengruppe<br />
in die internationale Ruhmeshalle der<br />
Logistik aufgenommen. Im kommenden<br />
Jahr sollen es dagegen möglichst viele<br />
werden. Die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> stellt<br />
die Wahlperiode 2016 unter das Motto<br />
„Historic Milestones <strong>of</strong> <strong>Logistics</strong>“. Verbände<br />
und Organisationen, Wirtschaft<br />
und Politik, Wissenschaft, Medien, Unternehmen<br />
und alle Logistiker rund um<br />
den Globus sind aufgerufen, Menschen<br />
für die Aufnahme in die logistische Ruhmeshalle<br />
vorzuschlagen, die vor dem Jahr<br />
2000 einen so genannten Meilenstein in<br />
der Logistik vollbracht haben.<br />
Ziel der Kampagne ist es, eine Dokumentation<br />
der logistischen Meisterleistungen<br />
zu erstellen – angefangen bei<br />
Transport und Verkehr über Intralogistik<br />
bis hin zur Informationslogistik. „Historic<br />
Milestones gibt uns die Chance, eine<br />
einzigartige Dokumentation zu schaffen,<br />
die nicht nur die Leistungsfähigkeit der<br />
Logistik aufzeigt, sondern vor allem,<br />
welche Bedeutung logistische Meisterleistungen<br />
schon immer für Wachstum und<br />
Wohlstand hatten“, sagt Dorothee Bär,<br />
Logistikkoordinatorin der Bundesrepublik<br />
Deutschland und Schirmherrin der<br />
Aktion. Sie appelliert: „Es ist wichtig, dass<br />
sich alle Logistiker rund um den Globus<br />
angesprochen fühlen und geeignete Kandidaten<br />
und Kandidatinnen vorschlagen<br />
oder sich bewerben.“<br />
Seite 39
Historic Milestones <strong>of</strong> <strong>Logistics</strong><br />
„Die Dokumentation der logistischen<br />
Meilensteine ist eine Gemeinschaftsaufgabe<br />
der Logistikbranche.<br />
Wir h<strong>of</strong>fen deshalb in den<br />
kommenden Monaten auf zahlreiche<br />
Vorschlage aus aller Welt.“<br />
Christian Labrot<br />
Vorsitzender<br />
Historic Milestones Committee<br />
BWVL-Hauptgeschäftsführer<br />
„Historic Milestones gibt uns die<br />
Chance, eine einzigartige Dokumentation<br />
zu schaffen, die nicht<br />
nur die Leistungsfähigkeit der Logistik<br />
aufzeigt, sondern vor allem,<br />
welche Bedeutung logistische<br />
Meisterleistungen schon immer für<br />
Wachstum und Wohlstand hatten.“<br />
Dorothee Bär<br />
Schirmherrin<br />
Historic Milestones <strong>of</strong> <strong>Logistics</strong><br />
Parlamentarische Staatssekretärin<br />
und Logistikkoordinatorin der<br />
Bundesregierung<br />
„Wer 2016 in die Ruhmeshalle<br />
einziehen will, muss vor 2000 eine<br />
Leistung vollbracht haben, die<br />
signifikante Teile der Logistik sichtbar<br />
verbessert hat.“<br />
Pr<strong>of</strong>. Dr. Michael ten Hompel<br />
Wissenschaftliche Begleitung<br />
Historic Milestones Committee<br />
Geschäftsführender Institutsleiter<br />
Fraunh<strong>of</strong>er IML<br />
Es können Personen oder Personengruppen<br />
vorgeschlagen werden, die durch<br />
eine gesellschaftliche, organisatorische,<br />
technische, wissenschaftliche oder betriebswirtschaftliche<br />
Leistung die Logistik<br />
entscheidend vorangebracht haben.<br />
Eine Nominierung oder Wahl ist unabhängig<br />
von der beruflichen Position<br />
oder dem Bekanntheitsgrad. Entscheidend<br />
ist, dass die Leistung vor dem Jahr<br />
2000 erbracht worden ist und nachhaltig<br />
positive Auswirkungen auf eine größere<br />
Gruppe von Unternehmen oder Institutionen<br />
hatte.<br />
Ein internationales „Historic Milestones<br />
Committee“ unter der Leitung von<br />
Christian Labrot, Hautgeschäftsführer<br />
des Bundesverbandes Wirtschaft, Verkehr<br />
und Logistik (BWVL) e.V., Bonn,<br />
steuert die Kampagne und wertet die<br />
eingehenden Vorschläge aus. Die wissenschaftliche<br />
Begleitung übernimmt Pr<strong>of</strong>. Dr.<br />
Michael ten Hompel, geschäftsführender<br />
Institutsleiter am Dortmunder Fraunh<strong>of</strong>er-Institut<br />
Materialfluss und Logistik<br />
und selbst Mitglied der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong><br />
<strong>Fame</strong>. Als weitere Komitee-Mitglieder<br />
arbeiten der Logistik-Weltverband IRU<br />
(International Road Union) sowie die ELA<br />
(European <strong>Logistics</strong> Association) mit.<br />
Nach dem Ende der Vorschlagphase bestimmt<br />
das Nominierungs-Komitee im<br />
ersten Wahlgang aus allen eingegangenen<br />
Vorschlägen die Kandidaten, die der<br />
Jury zur Entscheidung vorgelegt werden<br />
und erstellt eine Wahlempfehlung. Bewerbungen,<br />
Vorschläge und die Finalisten<br />
sind geheim und ausschließlich dem<br />
Nominierungs-Komitee und der Jury zugänglich.<br />
Für den Einzug in die <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> ist eine Zweidrittelmehrheit<br />
der Jury erforderlich.<br />
Vorschläge oder Bewerbungen sind bis<br />
30. April 2016 kostenfrei und ausschließlich<br />
im Internet unter www.logisticshall<strong>of</strong>fame.<br />
net möglich. Die neu gewählten Mitglieder<br />
werden anlässlich der jährlichen <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>-Gala im Winter 2016 im<br />
Bundesverkehrsministeriums in Berlin,<br />
Deutschland, feierlich aufgenommen. ∞<br />
Seite 40
Historic Milestones <strong>of</strong> <strong>Logistics</strong><br />
Vorschläge<br />
und<br />
Bewerbungen …<br />
… richtig formulieren<br />
Große Taten brauchen wenig Worte. Richtig formuliert wirken sie umso mehr.<br />
Länge eines Vorschlages: maxmial 1 Din A4 Seite.<br />
Halten Sie sich kurz und an die Fakten.<br />
Arbeiten Sie mit Bullet Points, das strukturiert.<br />
Geben Sie Quellen an, anhand derer sich die Leistung überprüfen lässt.<br />
Beantworten Sie die vier zentralen Fragen: Wer? Was? Warum? Wann?<br />
Wer ist die Person?<br />
Bringen Sie die Leistung und die Person durch eine plakative Überschrift auf den Punkt. (Beispiel: „Vater der<br />
Containerisierung“, „Erfinder des Gabelstaplers“, „Pionier der Humanitären Logistik“).<br />
Schildern Sie den Werdegang der Person in drei Sätzen: Frühe Jugend, Ausbildung, berufliche Karriere.<br />
Ein kurzer tabellarischer Lebenslauf mit den wichtigsten Stationen sowie Bilder der Person sind obligatorisch.<br />
Was hat die Person für die Logistik geleistet, und wann?<br />
Erzählen Sie die Geschichte der erbrachten Leistung und welchen Beitrag die Person dazu geleistet hat.<br />
Warum sollte die Person in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> aufgenommen werden?<br />
Beschreiben Sie, welche positiven Auswirkungen diese Leistung auf die Logistik hatte.<br />
… richtig einreichen<br />
Es können Personen oder Personengruppen vorgeschlagen werden, die durch eine gesellschaftliche, organisatorische,<br />
technische, wissenschaftliche oder betriebswirtschaftliche Leistung die Logistik entscheidend vorangebracht<br />
haben.<br />
Die Leistung muss vor dem Jahr 2000 erbracht worden sein.<br />
Eine Nominierung oder Wahl ist unabhängig von der beruflichen Position oder dem Bekanntheitsgrad. Entscheidend<br />
ist, dass eine Leistung nachhaltig positive Auswirkungen auf die logistische Leistungsfähigkeit einer<br />
größeren Gruppe von Unternehmen oder Institutionen hatte.<br />
Jeder Vorschlag muss begründet werden und belegbar sein.<br />
Gültig sind ausschließlich Bewerbungen in englischer oder eeutscher Sprache.<br />
Vorschläge oder Bewerbungen sind kostenfrei und ausschließlich möglich im Internet unter<br />
www.logisticshall<strong>of</strong>fame.net<br />
Seite 41
Wir gratulieren<br />
Heidegunde Senger-Weiss zur Aufnahme<br />
in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>.<br />
Die Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
stehen stellvertretend für die Innovationskraft<br />
und Kreativität einer ganzen Branche.<br />
Die KRAVAG Versicherung und die SVG Bundes-<br />
Zentralgenossenschaft Straßenverkehr unterstützen<br />
diese Initiative, denn es ist uns wichtig, dass<br />
die Welt erfährt, was Logistik leistet.
Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Helden<br />
der Logistik<br />
Die Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> und ihre Geschichten<br />
Detthold Aden<br />
Helmut Baumgarten<br />
Eugene Bradley Clark<br />
Gottlieb Daimler<br />
Heinz Fiege<br />
Hugo Fiege<br />
Hermann Grewer<br />
Michael ten Hompel<br />
Reinhardt Jünemann<br />
Peter Klaus<br />
Klaus-Michael Kühne<br />
Malcom McLean<br />
Taiichi Ohno<br />
Hans-Christian Pfohl<br />
Gottfried Schenker<br />
Hanspeter Stabenau<br />
William Tunner<br />
Horst Wildemann<br />
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Seite 44
Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Detthold Aden<br />
Managerpersönlichkeit und Impulsgeber<br />
der modernen Logistik<br />
Herrn Adens Gespür für das Wort.<br />
Er hat die Logistik im Blut. Wie kaum<br />
ein anderer begeistert er dafür, denn das<br />
Reden ist ihm in die Wiege gelegt. Zwei<br />
Talente, mit denen der Wilhelmshavener<br />
die Logistik maßgeblich prägt und das<br />
Image der Logistikbranche nachhaltig<br />
positiv beeinflusst. Detthold Aden setzt<br />
mit neuen Geschäftsideen und innovativen<br />
Logistikkonzepten Impulse und trägt<br />
nachhaltig zur Pr<strong>of</strong>essionalisierung der<br />
Logistik und zum Bedeutungszuwachs<br />
des Logistikstandortes Deutschland bei.<br />
Es beginnt mit einer alten Schubkarre, die<br />
1951 unter dem Weihnachtsbaum liegt.<br />
Detthold karrt unablässig Sand, schüttet<br />
hier einen Berg auf, dort noch einen,<br />
versetzt beide, immer wieder, erinnert<br />
sich Mutter Elly. Diese Schubkarre und<br />
der Job des Vaters, der damals bereits im<br />
Speditionsgeschäft tätig ist, prägen die<br />
Berufswahl. Mit 15 lernt er Speditionskaufmann<br />
und leitet gleich ein kleines<br />
Auslieferungslager. Mit 18 kauft er sich<br />
für 90 Mark einen Lloyd LP 300 und setzt<br />
das 10-PS-Mobil mit Sperrholzkarosse<br />
unter dem Kunstst<strong>of</strong>füberzug nach Büroschluss<br />
für Stückgut-Transporte ein. Nach<br />
1948 geboren am 21. Februar in<br />
Wilhelmshaven<br />
1963 Ausbildung zum Speditionskaufmann<br />
und Praxisjahre<br />
in verschiedenen Unternehmen<br />
1976 Gründungsgeschäftsführer<br />
von UPS United Parcel Service<br />
in Deutschland<br />
1982 Alleingeschäftsführer der<br />
Bertelsmann Distribution<br />
1987 Gewinn des Deutschen<br />
Logistik-Preises der BVL<br />
1988 Vorsitz der Geschäftsführung<br />
der Union-Transport-Gruppe<br />
1990 Vorsitz der Geschäftsführung<br />
der Thyssen Haniel Logistic<br />
1995 Mitglied des Vorstandes der<br />
Thyssen Handelsunion<br />
1999 Vorsitzender des Vorstandes<br />
der BLG <strong>Logistics</strong> Group<br />
2013 wird Aden pensioniert<br />
2011 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
eineinhalb Jahre verkauft er das Gerät<br />
für 120 D-Mark wieder – und verdient<br />
gut. Typisch Aden.<br />
Aden macht Karriere. Mit gerade einmal<br />
28 Jahren steuert er als Gründungsgeschäftsführer<br />
den Aufbau von UPS in<br />
Deutschland. Er treibt, wo immer er auch<br />
ist, neue Logistikkonzepte voran, führt<br />
IT-Systeme ein, zu Zeiten als es noch<br />
Datenverarbeitung hieß. Der Manager<br />
steht für eine intelligente Logistik. Eine,<br />
die andere so schnell nicht nachmachen<br />
können. Am engsten „an ihm dran“ ist<br />
sein erster Kommunikationschef Hajo<br />
Weil, Urgestein bremischer Hafenwirtschaft.<br />
Ihm bleibt haften, dass er s<strong>of</strong>ort<br />
Adens große Kommunikationsfähigkeit<br />
spürt, die der immer auch zum Vorteil<br />
der gesamten Logistik nutzt.<br />
„Wer sich im Büro des BLG-Chefs umsieht,<br />
errät schnell, mit wem sich Aden nicht<br />
eben unbescheiden gerne misst,“ schreibt<br />
das Handelsblatt einmal. Dort steht eine<br />
Büste Napoleons, und Aden trägt nicht<br />
nur die gleiche Konfektionsgröße, sondern<br />
liebt es auch mitzubestimmen und zu<br />
treiben. Das ist sein Ding, und unzählige<br />
Mandate zeugen davon. Der Hang zum<br />
Franzosenkaiser lässt Unbescheidenheit<br />
vermuten. In Wahrheit ist Aden alles<br />
andere als unbescheiden. Souverän oder<br />
authentisch trifft es besser, charmant und<br />
humorvoll ist er obendrein. Ein Gespräch<br />
mit ihm macht immer Spaß, man spürt<br />
seine Neugier und Begeisterung für Ideen<br />
und alles Neue. Die Kombination aus<br />
Engagement, Charakter und Wirken trägt<br />
ihm den Respekt der Branche ein. ∞<br />
Seite 45
Rubrik<br />
Seite 46
Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Helmut<br />
Baumgarten<br />
Begründer der ganzheitlichen und<br />
prozessorientierten Logistik<br />
Gegen jede Chance.<br />
Er leistet Pionierarbeit bei der Durchsetzung<br />
logistischen Denkens, entwickelt gegen<br />
alle Widerstände die Sichtweise von<br />
einer rein st<strong>of</strong>fstromorientierten Materialflusstechnik<br />
hin zu einer integrativen<br />
Wissenschaftsdisziplin. Er forciert die<br />
stärkere Verbindung von Unternehmen<br />
und Universität und gilt in der zweiten<br />
Hälfte des 20. Jahrhunderts als einer der<br />
führenden Logistikwissenschaftler und<br />
als Begründer der ganzheitlichen und<br />
prozessorientierten Logistik in Deutschland.<br />
Pr<strong>of</strong>essor Dr.-Ing. Dr. rer. pol. h.c.<br />
Helmut Baumgarten.<br />
Viele Logistiker sind Quereinsteiger.<br />
Baumgarten zählt eher zur Kategorie<br />
Frontalangreifer. Als der frisch promovierte<br />
Dr.-Ing. 1976 den Ruf an die TU<br />
Berlin erhält, hat er zwar die Fördertechnik<br />
im Titel, aber Logistik im Kopf – und<br />
stößt damit auf harten Widerstand. „Wir<br />
werden die Wirtschaftsingenieure an der<br />
tiefsten Stelle des Wannsees versenken“,<br />
1937 geboren in Stolzenau<br />
(Schlesien)<br />
1972 Promotion und Habilitation<br />
an der TU Berlin<br />
1976 Ruf als Pr<strong>of</strong>essor an die TU<br />
Berlin<br />
1978 bis 1999<br />
Vorstandsmitglied der BVL,<br />
seit 1999 Ehrenmitglied<br />
1987 Gründung der Logplan GmbH<br />
Airport <strong>Logistics</strong> Consulting,<br />
Berlin, Frankfurt/Main,<br />
Denver (USA)<br />
1990 Gründung des Zentrums für<br />
Logistik und Unternehmensplanung<br />
GmbH (ZLU) in Berlin<br />
und Sao Paulo<br />
2003 Bundesverdienstkreuz<br />
1. Klasse<br />
2004 wird Baumgarten pensioniert<br />
2007 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
ist in Universitätskreisen ein geflügeltes<br />
Wort. Herausgefordert von so viel Ignoranz<br />
arbeitet Baumgarten daran, die<br />
Logistik zu einer strategischen Unternehmensfunktion<br />
zu machen und sie als<br />
Querschnittsfunktion in die Forschung<br />
und Wirtschaft zu tragen. Von Anfang<br />
an will er aus dem Lehrstuhl für „angewandtes<br />
Maschinenwesen, insbesondere<br />
Fördertechnik“ einen Logistiklehrstuhl<br />
machen. Ende der 70er Jahre ein exotisches<br />
Vorhaben. Logistiklehrstühle gibt es nicht,<br />
Unternehmen sind funktionsorientiert<br />
aufgestellt und Querschnittsdenken gilt<br />
als Spinnerei. „Logistik ist eine Modeerscheinung,<br />
in einem Jahr ist das wieder<br />
weg“, quittiert der damalige Präsident<br />
der TU Berlin. Baumgarten lässt nicht<br />
locker und fünf Jahre später wird er aus<br />
dem Fördertechniklehrstuhl den Bereich<br />
Logistik der TU Berlin gemacht haben,<br />
Deutschlands ersten Logistiklehrstuhl.<br />
Die Chance, seinen Traum wahr zu machen,<br />
ergibt sich, als Baumgarten der<br />
wissenschaftliche Kopf der gerade gegründeten<br />
Bundesvereinigung Logistik<br />
(BVL) wird. In den Folgejahren ist harte<br />
Arbeit und viel Überzeugungskraft nötig.<br />
Dem Management-Pr<strong>of</strong>essor gelingt es,<br />
starke Netzwerke zwischen Wissenschaft<br />
und Wirtschaft zu knüpfen. Nicht zuletzt<br />
gründet er selbst Unternehmen. ∞<br />
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Seite 48
Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Eugene Bradley<br />
Clark<br />
Erfinder des Gabelstaplers<br />
Gehobene Ansprüche.<br />
Die Geschichte Eugene Bradley Clarks ist<br />
die typische amerikanische vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Karriere.<br />
1904<br />
steigt er durch einen cleveren Schachzug<br />
vom Angestellten zum Anteilseigner seines<br />
späteren Unternehmens auf, der ersten<br />
Säule der späteren Clark Equipment<br />
Company, in der 1917 der Vorläufer des<br />
Gabelstaplers entsteht. Die zweite Säule<br />
bildet die von Clark selbst gegründete<br />
Gießerei Buchanan Electric Steel Company.<br />
Dort wird er später seine Gabelstapler<br />
selbst einsetzen, was ihm einen echten<br />
Wettbewerbsvorteil verschafft.<br />
Clark hat mit Logistik nicht viel am Hut.<br />
In seinen Fabriken fertigt er Bohrer für die<br />
Eisenbahn- sowie Stahlfelgen und Achsen<br />
für die noch junge Automobilindustrie.<br />
Die Arbeiter brauchen in jenen Tagen etwas,<br />
mit dem sie Sand und schwere Gussrohlinge<br />
zwischen den Werkshallen hin<br />
und her transportieren können. So bauen<br />
Clark und seine Mitarbeiter ein krudes<br />
dreirädriges, benzinbetriebenes Fahrzeug<br />
mit einem Ladebehälter für knapp zwei<br />
Tonnen Last an der Vorderseite zusammen:<br />
1873 geboren in Columbia, USA<br />
1894 Abschluss als Maschinenbauer<br />
an der Cornell Universität<br />
in Ithaca, New York<br />
1904 Einstieg bei der Bohrerfabrik<br />
George R. Rich Manufacturing<br />
Co. als Berater, danach<br />
Teilhaber<br />
1916 Fusion der Celfor Tool Co.<br />
mit der Buchanan Electric<br />
Steel Co. zur Clark Equipment<br />
Company<br />
1917 Entwicklung des „Tructractor“<br />
1930 erfindet er ein neuartiges<br />
Förderband, mit dem LKW<br />
entladen werden können<br />
1942 stirbt er im Alter von 69 Jahren<br />
in Chicago<br />
2007 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Wer nach links will, muss paradoxerweise<br />
nach rechts lenken und umgekehrt. Wer<br />
schnell stehen bleiben will, muss irgendwo<br />
dagegen fahren – Bremsen sind überflüssiger<br />
Schnickschnack.<br />
Der erste Vorfahre des Frontstaplers ist einfach,<br />
aber er erfüllt seinen Zweck. Die US-<br />
Army nutzt im ersten Weltkrieg das Gerät<br />
für Umschlagarbeiten in Munitionsdepots.<br />
Das Fahrzeug bekommt Bremsen, eine<br />
verbesserte Lenkung und den Namen<br />
„Tructractor“. 1919 verkauft Clark 75 Stück<br />
seines Gefährts, eine Dekade später stehen<br />
der Tructractor und seine Nachfolger<br />
bereits für 16 Prozent des Umsatzes. Dem<br />
Tructractor folgt 1922 der „Truclift“, der<br />
erste Plattform-Hubwagen mit einer hydraulischen<br />
Hebevorrichtung und einer<br />
Tragfähigkeit zwischen 1820 und 4545<br />
Kilogramm. 1923 stellt Clark mit dem<br />
benzinbetriebenen „Duat“ einen dreirädrigen<br />
Schlepper vor. Der Name ergibt<br />
sich aus dem Wortspiel „do this, do that“.<br />
Ein Jahr später ist für den Schlepper eine<br />
mechanisch angetriebene Hebevorrichtung<br />
für Lasten bis 455 Kilogramm als<br />
Anbaugerät erhältlich. Der erste benzinbetriebene<br />
Frontstapler ist geboren. Die<br />
Gegengewichte nennt Clark „Augmenters“.<br />
Abgeleitet vom Truclift feiert 1928 der<br />
„Tructier“ sein Debüt. Er ist der erste<br />
benzinbetriebene Frontstapler mit hydraulischer<br />
Hebevorrichtung und schafft<br />
Lasten von 1820 bis 2730 Kilogramm.<br />
Es ist der Beginn einer grandiosen Erfolgsstory.<br />
∞<br />
Seite 49
1834 geboren am 17. März<br />
in Schorndorf<br />
1848 Abschluss der Lateinschule,<br />
Lehre als Büchsenmacher<br />
1852 Gesellenprüfung zum Büchsenmacher<br />
1853 erste Anstellung in einer Maschinenfabrik<br />
1857 Maschinenbaustudium an der<br />
Polytechnischen Schule in<br />
Stuttgart<br />
1862 Konstrukteur bei der Metallwarenfabrik<br />
Straub<br />
1865 Leiter der Maschinenfabrik des<br />
Bruder haus-Waisenheims in Reutlingen<br />
1869 Leiter der Werkstätten der Karlsruher<br />
Maschinenbaugesellschaft<br />
1872 Wechsel zur Deutz AG, ab 1875<br />
Leiter der Werkstätten<br />
1882 Gründung der Cannstatter Versuchswerkstatt<br />
1890 Gründung der Daimler-Motoren-<br />
Gesellschaft gemeinsam mit Wilhelm<br />
Maybach, Max Duttenh<strong>of</strong>er<br />
und Wilhelm Lorenz<br />
1894/95 Vorsitzender des Aufsichtsrats<br />
der Daimler-Motoren-Gesellschaft<br />
1896 Bau des ersten motorisierten Lastwagens<br />
1900 stirbt Gottlieb Daimler in Cannstatt<br />
2014 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong><br />
<strong>Fame</strong><br />
Seite 50
Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Gottlieb<br />
Daimler<br />
Erfinder des LKW<br />
Daimlers erster Laster<br />
Ein Laster geht um die Welt.<br />
Über seine Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> hätte sich Gottlieb Wilhelm<br />
Daimler (* 1834; † 1900) möglicherweise<br />
ein wenig gewundert. Er selbst sah sich<br />
als Ingenieur, Konstrukteur und Industrieller.<br />
Doch der von ihm auf den Markt<br />
gebrachte LKW machte ihn zu einem<br />
Pionier des modernen Güterverkehrs,<br />
der die Basis für alle logistischen Netze<br />
gelegt hat.<br />
Der weltweit erste LKW war sozusagen<br />
ein Spätwerk. Gottlieb Wilhelm Daimler<br />
war 62 Jahre alt und auf dem Zenit seiner<br />
Karriere, als ihm der große Coup gelang.<br />
Am 1. Oktober 1896 lieferte die Daimler-<br />
Motoren-Gesellschaft den ersten LKW der<br />
Welt aus. Das Premierenmodell wurde<br />
durch einen 4 PS starken Zweizylindermotor<br />
angetrieben und war immerhin<br />
für eine Nutzlast von 1500 kg ausgelegt.<br />
Daimler begründete damit gleichzeitig die<br />
große deutsche Tradition im Export von<br />
Lastwagen. Für die stattliche Summe von<br />
4600 Goldmark, umgerechnet etwa 45.000<br />
Euro, wurde das Fahrzeug an die British<br />
Motor Syndicate nach London verkauft.<br />
Die Kunden von der Insel waren zufrieden.<br />
Sie bekamen Qualität nach Daimlers<br />
Motto: „Das Beste – oder nichts“.<br />
Daimlers erster LKW hatte 4 PS, eine<br />
Nutzlast von 1500 kg und wurde für<br />
umgerechnet 45.000 Euro nach England<br />
verkauft. Er sollte nicht lange ein<br />
Unikat bleiben. In der Aufbruchstimmung<br />
kurz vor Anbruch des neuen<br />
Jahrhunderts setzt die Wirtschaft auf<br />
die Motorisierung des Transports. Im<br />
Jahr 1897 bietet die DMG unter der<br />
Bezeichnung „Daimler – Geschäftswagen“<br />
eine Lieferwagen-Modellreihe<br />
für Nutzlasten von 500 bis 2000 kg<br />
an. Sie umfasst fünf Typen mit 3 PS,<br />
4 PS, 6 PS, 8 PS und 10 PS.<br />
Auf der Automobil-Ausstellung in<br />
Paris 1898 stellen Daimler und Wilhelm<br />
Maybach einen neuen 5-Tonner<br />
vor. Der längsstehende Viertaktmotor<br />
ist vorn unter einer Motorhaube<br />
eingebaut, angetrieben wird er über<br />
ein Zahnradwechselgetriebe, Kardanwelle<br />
und Ritzel auf die Hinterräder.<br />
Optisch ist dieser LKW ein identifizierbarer<br />
Urahn der modernen LKW-<br />
Generationen, während die vorher<br />
verkauften Typen eher an die Nachfahren<br />
der Pferdekutsche erinnern.<br />
Quelle: Daimler AG<br />
Von der Anmutung erinnerte der erste<br />
motorisierte Lastesel für die Straße<br />
eher an eine Pferdekutsche. Der Motor<br />
saß unter der Hinterachse, das Fahrzeug<br />
schaffte laut Produktbeschreibung gerade<br />
einmal 16 km/h, andere Quellen sprechen<br />
gar von nur 10 km/h. Steigungen bis zu<br />
zehn Prozent schaffte das Gefährt – allerdings<br />
nur, wenn es nicht voll ausgelastet<br />
war. Und doch: Die Flexibilität und die<br />
Leistungsfähigkeit des neuen Fahrzeugtyps<br />
sorgten dafür, dass seine Nachfahren<br />
sich als Landverkehrsträger Nummer eins<br />
etablierten. Heute sind allein in Deutschland<br />
mehr als 2,6 Millionen LKW aller<br />
Gewichtsklassen zugelassen. Sie sind das<br />
Rückgrat des Transports und damit der<br />
modernen, arbeitsteiligen Wirtschaft.<br />
Mehr als 70 Prozent der Verkehrsleistung<br />
im deutschen Güterverkehr werden von<br />
LKW erbracht.<br />
Gottlieb Daimler hatte so einen Boom<br />
in keiner Weise erwartet. Er soll gesagt<br />
haben: „Die weltweite Nachfrage nach<br />
Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht<br />
überschreiten – allein schon aus Mangel<br />
an verfügbaren Chauffeuren“. Und diese<br />
Prognose bezog die PKW mit ein.<br />
Im Alter von 65 Jahren stirbt der geniale<br />
Ingenieur, erfolgreiche Unternehmer<br />
und Pionier des Straßengüterverkehrs.<br />
Den Siegeszug der LKW hat er nur noch<br />
in den Anfängen miterlebt. ∞<br />
Seite 51
Rubrik<br />
Seite 52
Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Heinz Fiege<br />
Hugo Fiege<br />
Pioniere der Kontraktlogistik<br />
Heinz Fiege<br />
Feuer, Wasser und eine Idee, die die<br />
Logistik veränderte.<br />
Einer, der beide lange kennt, bringt es auf<br />
den Punkt: „Der Bauch von Heinz und<br />
der Kopf von Hugo ist die ideale Kombination“,<br />
sagt Hanspeter Stabenau, selbst<br />
Mitglied in der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>.<br />
Davon ist 1967, als der gelernte Speditionskaufmann<br />
Heinz mit 22 Jahren das<br />
Familienunternehmen übernimmt, noch<br />
keine Rede. 1974 – Heinz ist 29, Hugo 25<br />
Jahre alt – beginnt der Schulterschluss<br />
der Brüder. Heinz fordert das Versprechen<br />
seines jüngeren Bruders ein, nach<br />
dem BWL-Studium ins Unternehmen zu<br />
kommen. Der will zwar Architekt werden,<br />
steht aber zu seinem Wort. Gemeinsam<br />
stellen beide Fiege neu auf, formen aus<br />
dem Transportunternehmen des Urgroßvaters<br />
einen Logistikdienstleister,<br />
wie es ihn bis dato nicht gibt. Die erste<br />
Richtungsentscheidung fällt Ende der<br />
80er: Rückzug aus der Spedition, Abschaffung<br />
des Fuhrparks. Der Urknall der<br />
Kontraktlogistik. Ende der 80er ist das<br />
eine schwere Entscheidung mit <strong>of</strong>fenem<br />
Ausgang. Der Fuhrpark stellt einen Wert<br />
dar und Fernverkehrslizenzen werden<br />
1945 geboren am 8. Februar in<br />
Greven<br />
1961 technische und kaufmännische<br />
Berufsausbildung<br />
1967 Eintritt in das väterliche, 1873<br />
vom Urgroßvater Joan Joseph<br />
Fiege gegründete<br />
Speditionsunternehmen in<br />
Greven<br />
1970 Leitung des Betriebes<br />
Hugo Fiege<br />
1949 geboren am 13. April in Greven<br />
1968 bis 1973<br />
Betriebswirtschaftsstudium<br />
an den Universitäten Fribourg/Schweiz<br />
und Münster<br />
1974 Geschäftsführender Gesellschafter<br />
der Fiege Gruppe<br />
Greven<br />
1986 Promotion<br />
2005 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
unter der Hand zum Preis von Einfamilienhäusern<br />
gehandelt. „Das werden die<br />
nie überleben, das funktioniert hinten<br />
und vorne nicht. Logistik ohne Spedition<br />
gibt es nicht“, sagt der Wettbewerb. Die<br />
Grevener verfolgen weiter zielstrebig ihre<br />
Vision – und treffen ins Schwarze. Das<br />
von vielen prognostizierte Ende von Fiege<br />
wird der Anfang einer Erfolgsgeschichte,<br />
die eher zufällig beginnt. Nach ersten logistischen<br />
Gehversuchen entwickelt Fiege<br />
für den japanischen Reifenhersteller<br />
Bridgestone ein ganzheitliches Logistikmodell.<br />
In der Familienchronik heißt es<br />
dazu: „...die unabhängige Steuerung von<br />
logistischen Ketten (...), dazu gehört die<br />
Beschaffung der Güter für die Industrie<br />
und den Handel, genauso wie der Absatz<br />
der Industrie hin zum Verbraucher. Zur<br />
logistischen Kette gehören das Lagerthema,<br />
die Verpackung, sie beinhaltet die<br />
Mehrwerte an der Ware, wo der Preis<br />
ausgezeichnet wird, Waren kontrolliert<br />
werden, sie umfasst die Regalpflege und<br />
andere Leistungen, wobei der Transport<br />
(...) eine untergeordnete Bedeutung hat.“<br />
Symbolisch dafür steht ein Stückpreis<br />
pro Reifen als Lohn. Dafür realisieren<br />
die Unternehmer die komplette Logistikkette<br />
von den Fabriken in Fernost bis<br />
zum Händler in Deutschland. „Dass wir<br />
Bridgestone getr<strong>of</strong>fen haben, war Glück“,<br />
erinnert sich Hugo, „und alles andere geplant.“<br />
Heute ist Kontraktlogistik Standard<br />
in der Logistikbranche. ∞<br />
Seite 53
Seite 54
Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Hermann<br />
Grewer<br />
Gestalter des europäischen Straßengüterverkehrs<br />
„Wer meckern will, der muss sich auch<br />
einbringen.“<br />
Privat kümmert sich Hermann Grewer<br />
liebevoll um seine fünf Oldtimer und<br />
fährt mit ihnen ganz entspannt spazieren.<br />
In der Verbandsarbeit mag er hingegen<br />
die Dinge nicht so einfach dahinrollen<br />
lassen. „Wer meckern will, der muss<br />
sich auch einbringen“, lautet das Credo<br />
des 70-jährigen Vollblutunternehmers.<br />
Geschichte gemacht hat Hermann Grewer<br />
an der Spitze des Bundesverbands<br />
Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung<br />
als dynamischer Mitgestalter der<br />
Liberalisierung und Modernisierung<br />
des europäischen Güterkraftverkehrs im<br />
EU-Binnenmarkt.<br />
Ein typischer Verbandsfunktionär ist der<br />
Gelsenkirchener trotz seiner zahlreichen<br />
Ehrenämter nie geworden. Er behielt immer<br />
die Bodenhaftung als Spediteur und<br />
Transportunternehmer. Über Fahrzeugkostenrechnung<br />
und LKW-Technik kann<br />
er genauso kenntnisreich reden, wie über<br />
die Probleme mit der Kabotage auf den<br />
europäischen Transportmärkten. Sein<br />
Detailwissen, verbunden mit Charisma<br />
und Durchsetzungsfähigkeit, machten<br />
ihn zum idealen BGL-Präsidenten in<br />
einer Zeit, in der sich das Gewerbe in<br />
Deutschland und Europa fundamental<br />
veränderte. Die Liberalisierung des<br />
deutschen Güterkraftverkehrsmarktes<br />
im Jahr 1993 erlebte und gestaltete<br />
er als Vizepräsident des BDF mit. Dem<br />
1943 geboren am 6. Juni in Braunschweig<br />
Ausbildung: Maschinenbaustudium<br />
an den Universitäten<br />
München und Karlsruhe<br />
1969 Übernahme des elterlichen<br />
Transportbetriebes<br />
1991 Vizepräsident des Bundesverbandes<br />
des Deutschen<br />
Güterfernverkehrs (BDF) e.V.<br />
Frankfurt<br />
ab 1991<br />
verschiedene Ämter, darunter<br />
Präsident des Transport<br />
Council der International<br />
Road Transport Union (IRU,<br />
Genf)<br />
1995 bis 2012<br />
Präsident des BDF, jetzt Bundesverband<br />
Güterkraftverkehr<br />
Logistik und Entsorgung<br />
(BGL) e.V., Frankfurt/Main,<br />
heute Ehrenpräsident<br />
Bundesverdienstkreuz am<br />
Bande und Bundesverdienstkreuz<br />
1. Klasse<br />
2013 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Engagement von Grewer und seinen<br />
Mitstreitern für faire Rahmenbedingungen<br />
ist es zu verdanken, dass die<br />
mittelständisch strukturierte deutsche<br />
Transportbranche sich in den hart umkämpften<br />
Verkehrsmärkten behaupten<br />
konnte. Harte Verhandlungen blieben<br />
auch in den Folgejahren eine Spezialität<br />
von Hermann Grewer, als es etwa um<br />
die Ausgestaltung der Kabotagefreiheit<br />
und andere ordnungspolitische Fragen in<br />
Berlin und Brüssel ging. Mitte der 90er<br />
verhinderte er den Zusammenbruch des<br />
Carnet-TIR-Verfahrens, was dem für die<br />
deutsche Wirtschaft so wichtigen Handel<br />
mit den Staaten Osteuropas schwer<br />
geschadet hätte. Mehr noch: „Ohne ihn<br />
hätte es die LKW-Maut ohne Harmonisierung<br />
gegeben“, rühmt BGL-Präsident<br />
Adalbert Wandt seinen Vorgänger. Grewer<br />
und BGL-Hauptgeschäftsführer Pr<strong>of</strong>essor<br />
Dr. Karlheinz Schmidt hatten die<br />
Harmonisierung in Verhandlungen mit<br />
dem damaligen Kanzleramtsminister<br />
Frank-Walter Steinmeier durchgesetzt.<br />
600 Millionen Euro Harmonisierungsbeitrag<br />
pro Jahr holte das Duo gegen<br />
massive Widerstände aus verschiedenen<br />
Bundesministerien für das deutsche<br />
LKW-Gewerbe heraus.<br />
Grewer gilt bei seinen Gesprächspartnern<br />
in der Politik als sachlicher, fairer und<br />
verlässlicher Gesprächspartner. Gleiches<br />
erwartet er auch vom seinem Gegenüber<br />
– und wurde zuweilen enttäuscht. Dann<br />
konnte (und kann) der sonst so bedächtige<br />
BGL-Präsident auch schon mal zu einem<br />
emotionalen Vulkan werden – und notfalls<br />
auch die Samthandschuhe ausziehen. In<br />
aller Regel setzt er jedoch auf die Kraft<br />
der Sachargumente, auf Kompromisse –<br />
und ein bisschen auch auf seinen charakteristischen<br />
Ruhrpott-Charme. ∞<br />
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Rubrik<br />
Seite 56
Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Michael<br />
ten Hompel<br />
Forschungs-Papst in der Logistik<br />
Ein Forscherherz schlägt für Effizienz.<br />
„Ten Hompel ist bekannt dafür quer zu<br />
denken und keine Scheu vor Veränderung<br />
zu haben. Ihm ist grundlegendes Umpflügen<br />
ausgetretener Pfade lieber als Flickschusterei<br />
und Besitzstandswahrung. Ten<br />
Hompel ist dabei nicht nur einfallsreich:<br />
Er entwickelt auch Ideen, die nicht dem<br />
Mainstream entsprechen (...)“, schrieb die<br />
DVZ über ihn.<br />
Er baut sich im Studium nebenher eine Firma<br />
auf, im Urlaub kann er nicht aufhören,<br />
die Segelleistung seiner 44 Fuß-Bavaria<br />
Vision zu optimieren und selbst Aut<strong>of</strong>ahren<br />
würde er für Zeitverschwendung<br />
halten, wäre da nicht das Faible für seinen<br />
Caterham Super Seven. Beides Träume,<br />
die er sich aus dem Verkaufserlös seiner<br />
Firma erfüllt.<br />
Pr<strong>of</strong>. Dr. Michael ten Hompel ist ein<br />
Effizienzfan. Geht nicht, gibt´s nicht.<br />
Optimieren ist seine Natur, und das tut<br />
er mit einer Begeisterung, der man sich<br />
nur schwer entziehen kann. Da baut<br />
er schon einmal ein Distributionszentrum<br />
nach, um seine Theorie der zellularen<br />
Fördertechnik Wirklichkeit werden<br />
zu lassen. Und erst recht lässt er sich<br />
nicht von Bedenkenträgern bremsen,<br />
1958 geboren am 19. November<br />
in Bergisch-Gladbach<br />
1985 Studium der Elektrotechnik<br />
an der RWTH Aachen Fachrichtung<br />
Technische Informatik<br />
(Abschluss: Dipl.-Ing.)<br />
1986 bis 1989<br />
wissenschaftlicher Angestellter<br />
der Universität Dortmund<br />
und des Fraunh<strong>of</strong>er-<br />
Instituts für Transporttechnik<br />
und Warendistribution<br />
1988 Gründer und geschäftsführender<br />
Gesellschafter der<br />
GamBit GmbH<br />
1989 bis 1991<br />
Geschäftsführer der IGS<br />
GmbH<br />
1991 Promotion an der Universität<br />
Witten/Herdecke<br />
Heute Univ.-Pr<strong>of</strong>. und Ordinarius<br />
des Lehrstuhls für Förder- und<br />
Lagerwesen an der TU Dortmund<br />
und geschäftsführender<br />
Leiter des Fraunh<strong>of</strong>er-<br />
Instituts für Materialfluss und<br />
Logistik (IML)<br />
2012 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
die sagen, etwas sei zu abgehoben,<br />
zu früh oder zu wenig aussichtsreich.<br />
Ten Hompel gehört zu den Spitzenforschern<br />
in der Logistik mit Weltruf<br />
und zahlreiche Innovationen gehen direkt<br />
auf seine Forschungen zurück. Der<br />
Fraunh<strong>of</strong>er-Pr<strong>of</strong>essor und promovierte<br />
Elektrotechniker gilt als Erfinder der<br />
Shuttle-Technologie in der Intralogistik,<br />
die er seit einigen Jahren zur zellularen<br />
Fördertechnik (ZFT) weiterentwickelt,<br />
indem er die „Schwarmintelligenz“ auf<br />
die Intralogistik überträgt. Weil die Vision,<br />
tonnenschwere Regalbediengeräte<br />
und kilometerlange stationäre Fördertechnik<br />
durch kleine autonome Shuttles<br />
abzulösen, schwer zu glauben ist und<br />
überdies die Welt der Intralogistik auf<br />
den Kopf stellen würde, beweist er die<br />
Lauffähigkeit seines Konzeptes in der<br />
eigens errichteten ZFT-<strong>Hall</strong>e auf dem<br />
Gelände des Dortmunder IML.<br />
Ten Hompel ist außerdem Wegbereiter<br />
des Internet der Dinge in Deutschland<br />
und ein Quantensprung ist ihm mit dem<br />
EffizienzCluster LogistikRuhr gelungen,<br />
den er mit viel persönlichem Einsatz initiiert<br />
und unbeirrt vorangetrieben hat.<br />
120 Unternehmen und elf Forschungseinrichtungen<br />
arbeiten hier erstmals gemeinsam<br />
daran, die Logistik von Morgen mit<br />
75 Prozent der Ressourcen von heute zu<br />
schaffen. Obwohl das Vorhaben anfangs<br />
von allen Experten als völlig aussichtslos<br />
beurteilt wurde, feierte es mit dem<br />
Gewinn des Spitzencluster-Wettbewerbs<br />
der Bundesregierung einen beispiellosen<br />
Erfolg und gilt heute als Europas größtes<br />
Forschungsprojekt in der Logistik. ∞<br />
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Rubrik<br />
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Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Reinhardt<br />
Jünemann<br />
Materialfluss-Papst und Mitbegründer<br />
der industriellen Logistik<br />
Hardcore-Technik.<br />
Seine akademischen Titel sind länger als<br />
sein Name. Dabei lassen die beruflichen<br />
Ambitionen als Kind das nicht erahnen.<br />
Pr<strong>of</strong>essor em. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Dr.<br />
h.c. Reinhardt Jünemann will Lokomotivführer<br />
werden. Er wird der deutsche<br />
Materialflusspapst.<br />
Auf seine Pionierleistungen gehen wichtige<br />
Impulse für automatische Materialflusssysteme,<br />
die Simulationstechnik oder für<br />
die Informations- und Kommunikationstechnik<br />
in der Logistik zurück. Daraus<br />
resultieren bedeutende Entwicklungen,<br />
wie etwa automatische Regalstapler und<br />
automatisierte Staplerleitsysteme oder<br />
Roboter für Palettierungsaufgaben.<br />
Jünemann – der Pionier, der Wissenschaftler,<br />
der Manager, der Entwickler, der<br />
Firmengründer – es ist schwer, mit nur<br />
einem Begriff die Person zu beschreiben.<br />
Auf jeden Fall sucht er von Anfang an<br />
neue Wege, wagt sich auf neues Terrain<br />
und riskiert etwas für seine Überzeugungen:<br />
Nach dem Abitur studiert der<br />
in Sachsen-Anhalt geborene Sohn eines<br />
1936 geboren in Thaldorf/Lutherstadt<br />
Eisleben (Sachsen-<br />
Anhalt)<br />
1960 Abschluss als Diplom-Ingenieur<br />
für Maschinenbau an<br />
der Technischen Hochschule<br />
Dresden<br />
1961 Flucht aus der DDR<br />
1961 bis 1972<br />
Diverse Industrietätigkeiten<br />
bei den Rheinstahl<br />
Hüttenwerken und Bayer<br />
1970 Promotion zum Doktor-<br />
Ingenieur an der TU Berlin<br />
1972 bis 2001<br />
Pr<strong>of</strong>essor an der Uni Dortmund,<br />
Lehrstuhl für Förderund<br />
Lagerwesen<br />
1981 Gründer und Leiter des<br />
Fraunh<strong>of</strong>er-Instituts für Materialfluss<br />
und Logistik (IML)<br />
in Dortmund<br />
2001 geht Jünemann in den Ruhestand<br />
2009 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Stellmacher- und Tischlermeisters 1955<br />
Maschinenbau und hat fünf Jahre später,<br />
1960, sein Ingenieursdiplom in der<br />
Tasche. Am 21. Juli 1961 setzt sich der<br />
Mittzwanziger in den Westen ab. Eine<br />
sichere Industriekarriere vor Augen, folgt<br />
der 1970 promovierte Jünemann dann<br />
aber dem Ruf der Wissenschaft, weil er<br />
glaubt, dort mehr bewegen zu können.<br />
Er übernimmt den neu ausgeschriebenen<br />
Lehrstuhl für Förder- und Lagerwesen an<br />
der Uni Dortmund, gilt als Mitbegründer<br />
der industriellen Logistik und viele Jahre<br />
als der „Materialfluss-Papst“ in Deutschland.<br />
Er gründet das Fraunh<strong>of</strong>er-Institut<br />
für Materialfluss und Logistik (IML) in<br />
Dortmund und entwickelt es zu einer<br />
weltweit anerkannten Forschungseinrichtung.<br />
Die angewandte Forschung<br />
ist sein Steckenpferd und sein Talent als<br />
Macher hilft dabei, Forschungsaufträge<br />
zu gewinnen. In Nordrhein-Westfalen<br />
existieren Dutzende Unternehmen mit<br />
weit mehr als 1000 Mitarbeitern, deren<br />
Grundlage auf das Fraunh<strong>of</strong>er-Institut<br />
oder Jünemanns Lehrstuhl zurückgeht.<br />
NRW-Ministerpräsident Johannes Rau<br />
würdigt Jünemanns Verdienst, die „friedvolle<br />
Definition für Logistik gefunden zu<br />
haben“, nämlich „als die wissenschaftliche<br />
Lehre der Planung, Steuerung und<br />
Überwachung der Material-, Personal-,<br />
Energie- und Informationsflüsse in Unternehmen“.<br />
Ein umfangreiches Feld,<br />
aber „in der Logistik ist so viel zu tun,<br />
da könnte man nochmal 100 Jahre leben“,<br />
sagt Jünemann. ∞<br />
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Rubrik<br />
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Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Peter<br />
Klaus<br />
Vermesser der Logistik<br />
You can’t manage what you can’t measure.<br />
Die Geburt einer Branche.<br />
Peter Klaus hat den deutschen Logistikmarkt<br />
so genau vermessen wie kein Zweiter.<br />
Das Ergebnis ist die populäre Studie<br />
„Top 100 der Logistik“. Verdichtet wurde<br />
diese Maßarbeit auf zwei Werte: 220<br />
Milliarden Euro Marktvolumen und 2,7<br />
Millionen Beschäftigte. Mit diesen zwei<br />
Zahlen beendet Pr<strong>of</strong>essor Peter Klaus,<br />
D.B.A./Boston Univ., das Schattendasein<br />
der Logistik, ihr Image als Verkehrslärm<br />
und Staus produzierendes Ungetüm.<br />
Logistik wird populär und in einem<br />
Atemzug mit den großen Industriebranchen<br />
genannt. Verbände und Medien<br />
sind plötzlich in der Lage, die Größe und<br />
Bedeutung der Logistikbranche fundiert<br />
darzustellen. Mit Klaus´ Zahlen gelingt es,<br />
die Logistik als drittgrößten Wirtschaftszweig<br />
in Deutschland zu etablieren und<br />
ihre Bedeutung für den Wirtschaftsstandort<br />
und ihren Beitrag zur Wirtschaftsleistung<br />
erstmals mit harten Fakten zu<br />
belegen. Die Aufmerksamkeit in Politik<br />
und Öffentlichkeit steigt sprunghaft. Mit<br />
diesen zwei Werten macht Klaus Logistik<br />
begreifbar, gibt ihr ein Gesicht und rückt<br />
sie ins Licht der Öffentlichkeit. Und das,<br />
1944 geboren am 9. März in Frankfurt/Oder<br />
1963 Abitur und Lehre zum Speditionskaufmann<br />
1968 BWL-Studium in Erlangen-<br />
Nürnberg (Abschluss: Diplom-Kaufmann)<br />
ab 1970<br />
diverse leitende Funktionen<br />
bei Kraftverkehr Klaus, seit<br />
1972 geschäftsführender<br />
Gesellschafter<br />
1979 Studium und Promotion in<br />
den USA<br />
1982 bis 1995<br />
Pr<strong>of</strong>essor für BWL an der FH<br />
Pforzheim<br />
1990 Inhaber des Lehrstuhls für<br />
BWL, insbesondere Logistik,<br />
an der Universität Erlangen-<br />
Nürnberg<br />
2009 geht Klaus in den Ruhestand<br />
2009 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
obwohl er selbst keiner ist, der ins Rampenlicht<br />
drängt. Dennoch scheut der Vollblutwissenschaftler<br />
nicht davor zurück, von<br />
Wissenschaftskollegen, Marktforschern<br />
oder Beratern veröffentlichte Logistikkennzahlen<br />
zu hinterfragen. Klaus bezieht<br />
kritisch Stellung. Tonnenkilometer hält er<br />
übrigens im Zusammenhang mit der Straßennutzung<br />
für ein „ziemlich blödes Maß“<br />
und plädiert für Anwesenheitsminuten.<br />
Klaus wächst auf in der väterlichen Stückgutspedition<br />
Kraftverkehr Klaus in Nürnberg.<br />
Dort lernt er das Geschäft von der<br />
Pike auf, fährt selbst im Fernverkehr<br />
und übernimmt mit 28 die Leitung des<br />
500-Mitarbeiter-Unternehmens, das er<br />
fünf Jahre später an den Unilever-Konzern<br />
verkauft. Nun hat er die Zeit, sich<br />
seiner wahren Passion zu widmen: der<br />
Forschung. Dazu zieht es den Diplom-<br />
Kaufmann in die USA. Er studiert Wirtschaftsingenieurwesen<br />
und promoviert.<br />
Sein Schritt zurück nach Deutschland<br />
ist eine Pr<strong>of</strong>essur an der Fachhochschule<br />
Pforzheim. Aber wenn schon Pr<strong>of</strong>essor,<br />
dann richtig an der Universität. 1990 wird<br />
er Inhaber des damals neu eingerichteten<br />
Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre,<br />
insbesondere Logistik, an seiner Heimatuniversität<br />
Erlangen/Nürnberg – ohne<br />
seine Habilitation je beendet zu haben.<br />
Sein ungewöhnlicher Lebensweg mit der<br />
Mischung aus praktischer Erfahrung<br />
und akademischer Laufbahn im Ausland<br />
hilft dabei. Hier in Franken macht<br />
er sich schließlich ans Werk, die Logistik<br />
zu vermessen. ∞<br />
Seite 61
Seite 62
Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Klaus Michael<br />
Kühne<br />
Unternehmerpersönlichkeit und<br />
Logistikmäzen<br />
Wahre Werte.<br />
Das Schweizer Dorf Schindellegi verdankt<br />
ihm Weltruf. Mitte der 70er verärgert<br />
die sozial-liberale Koalition, allen voran<br />
SPD-Altkanzler Willy Brandt, Alfred<br />
und Klaus-Michael Kühne so sehr, dass<br />
die kurzerhand Wohnsitz und Firma in<br />
die Schweiz verlegen. Von dort aus hat<br />
Klaus-Michael Kühne über seine unternehmerische<br />
Leistung hinaus durch sein<br />
persönliches Engagement als Stifter die<br />
Verkehrswirtschaft und Logistik maßgeblich<br />
vorangebracht.<br />
„Ich bin autoritär“, skizziert er selbst den<br />
Führungsstil, mit dem er sein Unternehmen<br />
in die Spitzengruppe der Logistikdienstleister<br />
führt. Menschen, die ihn kennen,<br />
beschreiben ihn als detailverliebten<br />
Machtmenschen, besessenen Workaholic,<br />
sparsam bis geizig, spröde bis introvertiert<br />
und humorvoll. Er selbst dementiert keines<br />
der Attribute. Der Mann ist Vollblutunternehmer,<br />
weiß, was er will. Ob er Hapag<br />
Lloyd rettet, weil er glaubt, Deutschland<br />
brauche eine „nationale Reederei“, ob er<br />
eine Logistik-Universität gründet, einen<br />
Hoteltraum auf Mallorca verwirklicht,<br />
sich im Fußball engagiert, humanitäre<br />
1937 geboren am 2. Juni in Hamburg.<br />
Bank- und Außenhandelslehre,<br />
Positionen bei<br />
Speditionen, Reedereien<br />
und Schiffsmaklern<br />
1963 im Alter von 26 Jahren persönlich<br />
haftender Gesellschafter<br />
von Kühne & Nagel<br />
1966 Vorstandsvorsitzender K&N<br />
Speditions-AG<br />
1974 Das Unternehmen verlegt<br />
seinen Sitz in die Schweiz<br />
1976 Die Familie Kühne gründet<br />
die gemeinnützige Kühne-<br />
Stiftung<br />
1981 Der Mischkonzern Lonrho<br />
übernimmt die Hälfte an<br />
K&N. Zehn Jahre später kauft<br />
Kühne alle von Lonrho gehaltenen<br />
Anteile an seinem<br />
Unternehmen zurück<br />
1992 Viag und die Deutsche Handelsbank<br />
steigen bei K&N<br />
ein<br />
1994 K&N geht an die Börse, Kühne<br />
hält 55,75 Prozent<br />
2005 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Logistikeinsätze oder Forschung unterstützt,<br />
weil es ihm Freude macht oder er<br />
es einfach nur für nötig hält – Dinge, die<br />
er sich in den Kopf setzt, zieht er durch.<br />
Auch dann, wenn er alles damit riskiert.<br />
Als er Anfang der 80er Jahre versucht,<br />
sich als Reeder zu betätigen, erleidet er<br />
Schiffbruch, und muss die Hälfte seines<br />
Konzerns an die britische Lonrho-Gruppe<br />
verkaufen. „Wir sind damals übermütig<br />
geworden“, gesteht Kühne ein. Er kämpft<br />
und schafft das Comeback, kann seine<br />
Anteile zurückkaufen und später an die<br />
Börse bringen.<br />
Wenn er sich unterhält, diskutiert Kühne<br />
lieber über Politik als über Logistik.<br />
Aber etwas anderes zu werden als Spediteur,<br />
kann er sich nie wirklich vorstellen.<br />
Ein bisschen Rebellion in jungen Jahren<br />
gegen den Vater gehört dazu, auch studieren<br />
würde er gerne, aber der Weg ist<br />
vorgezeichnet und so steigt er mit 26<br />
Jahren in das Unternehmen ein. „Ich bin<br />
ein harter Knochen, habe stets gekämpft<br />
und dabei Erfolg gehabt“, sagt Kühne über<br />
sein Schaffen. In seiner gemeinnützigen<br />
Kühne-Stiftung fördert der Mäzen neben<br />
vielen Aktivitäten die Forschung sowie<br />
Aus- und Weiterbildung in der Logistik<br />
und macht so die K&N-Aus bildung zum<br />
Qualitätssiegel. Noch heute berichten<br />
zahlreiche Logistikmanager weltweit stolz<br />
davon, bei „Kühne“ gelernt zu haben. ∞<br />
Seite 63
1913 geboren als Farmers-Sohn im US-Bundesstaat North<br />
Carolina<br />
1934 Gründung von McLean Trucking<br />
1937 Erste Idee für einen Transportbehälter<br />
1955 Verkauf von McLean Trucking und Kauf der Pan Atlantic<br />
Tanker Company, die er 1960 in Sea-Land<br />
umbenennt<br />
1956 Erste Containerfahrt: McLean lässt am 25. April in<br />
Port Newark auf dem umgebauten Öltanker „Ideal<br />
X“ 58 Container verladen<br />
1957 Erster Container-Liniendienst zwischen New York –<br />
Florida – Texas<br />
1969 Verkauf von Sea-Land für 160 Millionen Dollar an<br />
den Tabak-Konzern R. J. Reynolds<br />
2001 stirbt McLean am 25. Mai im Alter von 87 Jahren<br />
2004 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Seite 64
Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Malcom<br />
McLean<br />
Vater der Containerisierung<br />
Trucker, Seemann, Unternehmer.<br />
Er wurde verlacht, beschimpft und bekämpft,<br />
doch der Siegeszug seiner Idee<br />
war nicht mehr aufzuhalten. Als am 15.<br />
Mai 1966 die MS „Fairland“ die ersten<br />
Container aus den USA im Bremer Überseehafen<br />
entlädt, bricht für Deutschland<br />
eine neue Zeit an. Der Container wird<br />
zum Motor der Globalisierung und revolutioniert<br />
die Weltwirtschaft. Hinter<br />
dieser einzigartigen Entwicklung steht<br />
ein Mann: Malcom McLean, Besitzer der<br />
MS Fairland und Gründer der Reederei<br />
Sea-Land. Er gilt weltweit als Vater der<br />
Containerisierung.<br />
McLean ist Tankstellenpächter, als der<br />
gerade Volljährige in den 30ern in die<br />
Logistik einsteigt. Ein Kunde fragt, ob<br />
er einen Lastwagen samt Fahrer mieten<br />
könne. Der als Spielernatur bekannte Malcom<br />
denkt nicht lange nach, besorgt einen<br />
Truck und fährt los. Während McLean<br />
Trucking mit 1776 Lastwagen zur zweitgrößten<br />
Spedition in den USA aufsteigt,<br />
lässt ihn die Idee nicht los, den Lastwagen<br />
samt Ladung aufs Schiff zu stellen. Schon<br />
früh hatte McLean erkannt, dass es viel<br />
zu aufwändig ist, die Ladung Stück für<br />
Stück aus dem Lastwagen auszuladen,<br />
im Hafenschuppen einzulagern, neu zu<br />
verpacken und dann wieder aufs Schiff<br />
zu hieven, um im Zielhafen die ganze<br />
Prozedur wieder neu zu beginnen.<br />
1937 hat er erstmals die Idee, Transportbehälter<br />
zu benutzen und fast 20 Jahre<br />
später lässt McLean in Port Newark auf<br />
dem umgebauten Öltanker „Ideal X“ 58<br />
53-Fuß-Container nach Houston verladen.<br />
1957 startet der erste Containerdienst<br />
zwischen New York, Florida und Texas.<br />
Der Container ist nicht mehr aufzuhalten,<br />
obwohl Gewerkschaften, Reedereien<br />
und die Eisenbahngesellschaften<br />
nichts unversucht lassen, das Vorhaben<br />
zu stoppen. McLean ist das egal. Er hält<br />
nichts von maritimen Traditionen. „Für<br />
mich ist das Schiff nichts weiter als eine<br />
Zugmaschine“, soll der einstige Trucker<br />
aus North Carolina gesagt haben. McLean<br />
revolutioniert mit seiner Erfindung die<br />
Schifffahrt und Logistik wie kein anderer.<br />
Keine der dunklen Vorhersagen aus den<br />
60ern trifft ein. Aus dem prognostizierten<br />
Hafensterben wird ein Hafenboom, aus<br />
dem Sargnagel für europäische Reeder<br />
eine Erfolgsgeschichte.<br />
Das Geheimnis seines Erfolges bringt<br />
Thomas Greh, Autor, Produzent und<br />
Regisseur einer dreiteiligen arte-Dokumentation<br />
zum Container auf den Punkt:<br />
„Er war jemand, der davon überzeugt<br />
war, dass für jedes noch so komplizierte<br />
Problem eine einfache Lösung existiert.“<br />
McLeans Einstellung: Make it simple und<br />
Menschen können nur außergewöhnliche<br />
Leistungen vollbringen, wenn ihnen die<br />
ganze Sache auch Spaß macht. ∞<br />
Seite 65
Rubrik<br />
Seite 66
Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Taiichi<br />
Ohno<br />
Erfinder von Kanban<br />
Fünf Richtige oder für manche die<br />
schönste Sache der Welt.<br />
In der richtigen Menge, der richtigen<br />
Qualität, der richtigen Reihenfolge, zur<br />
richtigen Zeit, am richtigen Ort. Dieses<br />
Prinzip revolutioniert die Automobilindustrie<br />
weltweit. Jeder Automobilmanager,<br />
Tausende von Studenten und jeder<br />
Logistikjournalist können es im Schlaf<br />
aufsagen. Schon schwieriger wird es bei<br />
der Frage nach dem Erfinder. Sein Name<br />
ist Taiichi Ohno.<br />
Taiichi Ohno ist der Begründer des „Toyota<br />
Production System”. Als eine der<br />
zwei Grundsäulen gilt der Just in Time-<br />
Gedanke: Die Materialien haben erst dann<br />
in der richtigen Anzahl, Qualität und<br />
Reihenfolge am jeweiligen Fertigungspunkt<br />
innerhalb der Montagelinie zu sein,<br />
wenn sie benötigt werden. Es grenzt an<br />
Ironie, dass das Vorbild für Ohnos Idee<br />
ausgerechnet amerikanische Supermärkte<br />
sind. Dort können bereits in den 70ern<br />
Kunden die gewünschten Produkte zur<br />
gewünschten Zeit und in der gewünschten<br />
Menge abfordern. Ohno betrachtete<br />
1912 Taiichi Ohno wird im Februar<br />
in Dairen (Port Arthur),<br />
Manchuria (China), geboren<br />
1932 Abschluss des Studiums an<br />
der Nagoya Technical High<br />
School<br />
1932 Einstieg bei Toyota Spinning<br />
and Weaving<br />
1943 Wechsel zur Toyota Motor<br />
Company<br />
1949 Ernennung zum Betriebsingenieur<br />
1953 Taiichi Ohno entwickelt das<br />
Kanban-System<br />
1956 Ohno besichtigt die US Automobilproduktion<br />
von General<br />
Motors und Ford<br />
1962 Ohno führt das Kanban-<br />
System bei Toyota ein<br />
1978 Ausscheiden als Vice President<br />
1990 stirbt am 28. Mai in Toyota<br />
City, Japan<br />
2004 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
erstmals auch den Produktionsprozess<br />
ausgehend vom Kunden.<br />
Grundgedanke des Just in Time-Konzeptes<br />
ist der von ihm erdachte Wechsel vom<br />
Push- zum Pull-Prinzip. Jeder nachgelagerte<br />
Produktionsschritt ist Kunde des<br />
vorgelagerten Prozessabschnittes. Waren<br />
werden vom Kunden nachfrageorientiert<br />
angefordert (Pull) und nicht von der vorgelagerten<br />
Produktion einfach hergestellt<br />
und zum Kunden gesendet (Push). Dieser<br />
Wechsel von Push zu Pull, der in vielen<br />
Logistikfachbüchern noch heute ganz<br />
oben auf der Tagesordnung steht, wird<br />
bis zum heutigen Just in Sequence immer<br />
weiter verfeinert. Überproduktionen und<br />
kostspielige Zwischenläger innerhalb der<br />
Fertigung verschwinden und die Produktion<br />
wird deutlich effizienter.<br />
Um Just in Time-Lieferungen in der Fertigung<br />
umzusetzen, entwickelt und testet<br />
der damalige Betriebsingenieur Ohno<br />
bei Toyota 1953 das noch heute in vielen<br />
Fertigungslinien angewandte Kanban-<br />
Prinzip. Kanban ist eigentlich nur ein<br />
auf genormten Papierkarten basierendes<br />
Kommunikationssystem. Die vorgelagerten<br />
Prozessschritte werden mittels<br />
Kanban-Karte von dem nachgelagerten<br />
Prozessabschnitt aufgefordert, die auf der<br />
Karte angegebenen Teile zu produzieren<br />
und zu einem bestimmten Datum an<br />
einen bestimmten Ort zu liefern. Ohne<br />
Kanban-Karte ist es nicht erlaubt, eine<br />
Fertigung zu starten. ∞<br />
Seite 67
Seite 68
Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Hans-Christian<br />
Pfohl<br />
Begründer der wissenschaftlichen<br />
Logistikforschung<br />
Der Logistiker von Welt trägt Wissen.<br />
Deutschland ist führend in Logistikforschung<br />
und -lehre, nirgendwo gibt es<br />
mehr Logistikpr<strong>of</strong>essoren. Fragt man<br />
aber im Ausland nach einem deutschen<br />
Logistikpr<strong>of</strong>essor mit Weltruf, kommt<br />
lange Zeit meist nur ein Name: Hans-<br />
Christian Pfohl, Pr<strong>of</strong>essor für Unternehmensführung<br />
und Logistik und rund 30<br />
Jahre lang die Visitenkarte der deutschen<br />
Logistikforschung in der Welt.<br />
Pr<strong>of</strong>essor Dr. Dr. hc. Hans-Christian<br />
Pfohl trägt Ballonjacke statt Anzug, den<br />
Weg zur Uni fährt er mit dem Rad oder<br />
seinem klapprigen BMW und er stellt<br />
gerne unangenehme Fragen. Etwa die<br />
Killerfrage der Logistik, deren Beantwortung<br />
er seine Karriere widmet: „Und<br />
welchen Beitrag leistet die Logistik zum<br />
Unternehmenswert?“ Zu viele deutsche<br />
Logistiker seien Techniker, meint er.<br />
Logistiker müssten von der Finanzseite<br />
kommen, denn „wenn wir die Bedeutung<br />
der Logistik für den Unternehmenswert<br />
nicht deutlich machen können, wird sich<br />
Logistik als Querschnittsfunktion nicht<br />
etablieren“.<br />
1942 geboren am 14. März in<br />
Gablonz<br />
1975 BWL-Pr<strong>of</strong>essor an der Universität<br />
Essen<br />
1982 Ruf an die TU Darmstadt,<br />
wo er den Lehrstuhl für Unternehmensführung<br />
& Logistik<br />
an der TU aufbaut.<br />
Rufe an die Universitäten<br />
Mainz und Düsseldorf lehnt<br />
er ab<br />
1984 engagiert in der European<br />
<strong>Logistics</strong> Association (ELA)<br />
Brüssel als Vizepräsident<br />
und Präsident sowie Leiter<br />
des „Research and Development<br />
Committee“<br />
1996 Ehrendoktorwürde durch<br />
die Universität Veszpém,<br />
Ungarn<br />
2010 geht Pfohl in den Ruhestand<br />
2006 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Als 1968 das Thema Logistik aus Amerika<br />
nach Deutschland schwappt, ist mit „Marketinglogistik“<br />
sein Promotionsthema<br />
schnell gefunden. Zu der Zeit fällt auch<br />
die Entscheidung für die wissenschaftliche<br />
Karriere. Sehr zum Missfallen des<br />
Schwiegervaters: „Das ist totaler Unsinn,<br />
mach´ was Vernünftiges“, kommentiert<br />
der Patriarch die Entscheidung für die<br />
Wissenschaft. „Es gibt keinen Beruf, der<br />
mehr Selbstbestimmung lässt“, kontert<br />
Pfohl, und er nutzt die Freiheit. Ganz<br />
so unternehmerisch unerfahren ist der<br />
Hochschullehrer freilich nicht. Nebenher<br />
vertritt er als Gesellschafter die beiden<br />
Unternehmen seines Schwiegervaters,<br />
trifft die strategischen Entscheidungen.<br />
Sein Netzwerk in die Praxis ist engmaschiger<br />
gestrickt als die meisten ahnen –<br />
mit Sicherheit aber internationaler. Sein<br />
Lehrstuhl für Unternehmensführung &<br />
Logistik an der TU Darmstadt ist für seine<br />
Praxisnähe bekannt und zählt zu den<br />
ersten Adressen in der Logistikausbildung<br />
weltweit. Dort arbeitet Pfohl daran, die<br />
Bedeutung der deutschen Logistik in der<br />
Welt höher anzusiedeln – der amerikanischen<br />
Logistik eine europäische entgegenzusetzen.<br />
Seine Grundlagenwerke<br />
„Logistiksysteme“ und „Logistikmanagement“<br />
sind bis heute Pflichtlektüre<br />
für Logistikstudenten und die meistgelesenen<br />
Werke in der Logistik überhaupt.<br />
Nicht zuletzt der von ihm immer wieder<br />
forcierten wirtschaftlich-finanziellen Ausrichtung<br />
der Logistik ist es zu verdanken,<br />
dass sich die Logistik mehr und mehr<br />
durchsetzt. ∞<br />
Seite 69
1842 geboren am 14. Februar in Däniken, Schweiz<br />
1861 Jurastudium in Heidelberg, Journalist<br />
1865 Beamter bei der schweizerischen Centralbahn,<br />
Wechsel zu F. Braff & Eckert, der Agentur der französischen<br />
Ostbahn, ab 1867 Leiter der Filiale Wien<br />
1868 Leiter der Wien-Agentur der Hamburger Spedition<br />
Elkan<br />
1869 macht er sich selbstständig<br />
1871 Fachmann für Tarifwesen bei der Spedition Rappaport<br />
& Kann<br />
1872 Gründung von Schenker & Co.<br />
1873 Erste Bahnsammelgutlinie Wien-Paris<br />
1895 Gründung der Austro-Americana Shipping Company<br />
1901 stirbt Schenker am 26. November in Wien<br />
2010 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Seite 70
Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Gottfried<br />
Schenker<br />
Erfinder des Bahnsammelverkehrs<br />
Vienna calling.<br />
„Fort mit der Juristerei, mit Politisieren<br />
und Zeitungschreiben, fort auf Dein eigenes<br />
Pferd“ (...) „ich will Selbstständiges<br />
schaffen“, schreibt Gottfried Schenker<br />
1868 an seinen Speditionsfreund Charles<br />
Fischer. Er lässt sich in Wien nieder, wo er<br />
zusammen mit Moritz Karpeles aus Tab/<br />
Ungarn und Moritz Hirsch aus Prossnitz/<br />
Mähren die Firma „Schenker & Co.“ gründet.<br />
Das Gründungskapital beträgt 50.000<br />
Gulden und obwohl auf Schenker selbst<br />
nur 10.000 Gulden entfallen, bekommt<br />
er 50 Prozent des Gewinns.<br />
Der erste Standort ist die Bürogemeinschaft<br />
in Wien 1, Wildpretmarkt 8, wo<br />
eine der bedeutendsten Ideen in der Logistik<br />
ihren Ursprung hat: Einzelsendungen<br />
zu Transporteinheiten zu bündeln und<br />
mithilfe mehrerer Verkehrsträger über<br />
weite Strecken zu befördern. Schenkers<br />
Vorhaben, einen Bahnsammelverkehr<br />
auf der Linie Paris – Wien zu etablieren,<br />
erfordert mehrwöchige Reisen in<br />
die Vergnügungsmetropole Paris und<br />
Schenker logiert schon mal drei Wochen<br />
lang im Grand Hotel. Mit seinen Reisen<br />
versetzt der Netzwerker seine bescheidenen<br />
Partner in Angst und Schrecken,<br />
und zwischenzeitlich droht sogar das<br />
Ende der Allianz. Doch als der erste<br />
Sammelwaggon 1873 auf der Linie Paris<br />
– Wien abgefertigt und zum vollen<br />
Erfolg wird, ist alles vergessen. Geladen<br />
sind unter anderem Champagner,<br />
Cognac, Bordeaux-Weine, Modewaren<br />
und andere Luxusartikel für die Wiener<br />
Gesellschaft in der k.u.k. Monarchie. Es<br />
ist die Geburtsstunde des internationalen<br />
Bahnsammelverkehrs. Während die<br />
Hauptläufe vorwiegend auf der Schiene<br />
stattfinden, werden die entsprechenden<br />
Hausabholungen und -zustellungen mit<br />
Pferdefuhrwerken durchgeführt. „Von<br />
Haus zu Haus in einer Hand“ boomt<br />
und entsprechend schnell wächst das<br />
Niederlassungsnetz. Die erste wird 1874<br />
in Budapest gegründet und noch zu<br />
Lebzeiten Schenkers sind es 32 Niederlassungen<br />
in 13 europäischen Ländern<br />
und 1000 Mitarbeiter.<br />
Zur Weltausstellung in Paris mietet er für<br />
seine Reisebürokunden sogar ein ganzes<br />
Hotel in der Rue de l´Universite und nennt<br />
es Grand-Hotel Schenker. Dorthin führt<br />
ihn im September 1900 seine letzte Reise,<br />
in die Stadt, in die er auch seine erste<br />
Geschäftsreise unternommen hatte. Sein<br />
Netzwerk, sein Ideenreichtum und sein<br />
Unternehmergeist haben ihn zu einem<br />
der erfolgreichsten Wirtschaftspioniere<br />
des 19. Jahrhunderts werden lassen. Am<br />
26. November erliegt Gottfried Schenker<br />
den Folgen eines Gehirnschlages. Emil<br />
Karpeles, Sohn des Mitgründers Moritz<br />
Karpeles, notiert in sein Tagebuch als<br />
letzte Eintragung des 26.11.1901: „Dear<br />
old Schenker †“. Der Name wurde zu einem<br />
Begriff auf fünf Kontinenten. ∞<br />
Seite 71
Seite 72
Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Hanspeter<br />
Stabenau<br />
Begründer der deutschen Logistikbewegung<br />
Mit Herz und Seele oder wie die Logistik<br />
nach Deutschland kam.<br />
Man nennt ihn auch „Mister BVL“ oder<br />
„der große Vorsitzende“. Dr. Hanspeter<br />
Stabenau, Mitgründer der Bundesvereinigung<br />
Logistik (BVL), liebt den großen<br />
Auftritt, und er beherrscht ihn. Seine<br />
Präsenz ist überwältigend, nur wenige<br />
können seinem Charisma widerstehen.<br />
Eine Mischung, die den bekennenden<br />
Bahn-Fan mit dem Erkennungszeichen<br />
Fliege zu einem der erfolgreichsten Logistiker<br />
aller Zeiten gemacht hat.<br />
Die Sternstunde und gleichzeitig der<br />
Scheideweg seiner beruflichen Karriere<br />
traf den studierten Volks- und Verkehrswissenschaftler<br />
und gelernten Schweißer<br />
im Alter von 27 wie ein Schlag. Sollte er<br />
als Leiter der Deutschen Außenhandelsund<br />
Verkehrsakademie (DAV) in Bremen<br />
Führungskräfte im Speditionswesen ausbilden<br />
oder dem Angebot eines großen<br />
Stahlunternehmens folgen, um dort Verkehrsdirektor<br />
zu werden? Zwei Angebote,<br />
zwei Welten: Verkehrsdirektor in einem<br />
Stahlwerk kommt Anfang der 70er Jahre<br />
der Position eines ungekrönten Königs<br />
gleich – leben wie ein Fürst mit Villa und<br />
Dienstwagen. Die DAV dagegen fällt eher<br />
1934 geboren am 1. November<br />
in Königsberg (Ostpreußen)<br />
1954 VWL-Studium an der Universität<br />
Köln mit Promotion<br />
1961 Dozent an der Deutschen<br />
Außenhandels- und Verkehrsschule<br />
(DAV), Bremen<br />
1966 Übernahme der Studienleitung<br />
an der DAV<br />
1978 bis 1999<br />
Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzender<br />
der Bundesvereinigung<br />
Logistik e.V.<br />
1995 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes<br />
1995 Geschäftsführer Deutsche<br />
Logistik Akademie (DLA),<br />
Bremen<br />
2000 Ehrenvorsitzender der BVL<br />
2004 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
unter die Kategorie „viel Arbeit, wenig<br />
Brot“. Die Entscheidung für die DAV bereut<br />
er dennoch keine Sekunde.<br />
Von Logistik ist freilich damals nicht die<br />
Rede. Doch dann stößt Stabenau 1971 im<br />
amerikanischen Stanford auf ein Seminar<br />
namens „Business <strong>Logistics</strong>”. Danach<br />
gibt es kein Halten mehr. Aus den<br />
DAV-Versandleiter-Seminaren werden<br />
Logistikmanagement-Seminare. Stabenau<br />
hat die Vision, ein Forum für den<br />
Gedankenaustausch Gleichgesinnter zu<br />
schaffen, einen Verein, in dem Handel,<br />
Industrie, Spedition und Wissenschaft<br />
eine logistische Heimat finden. Als der<br />
mächtige BDI einen Arbeitskreis Logistik<br />
gründen will, ergreift Stabenau die Gunst<br />
der Stunde und gründet 1978 zusammen<br />
mit dem BDI die Bundesvereinigung Logistik.<br />
Der BDI steuert das damals stattliche<br />
Startkapital von 5000 Mark bei. Der<br />
Grundstock ist gelegt.<br />
Als die Gründerväter der BVL vor 25<br />
Jahren mit dem Klingelbeutel „arm wie<br />
die Kirchenmäuse“ und nur mit der Netzwerkidee<br />
im Gepäck durchs Land zogen,<br />
„um bei den besser situierten Verbänden<br />
ein paar Mark zu erbetteln, hat keiner von<br />
uns mit dem Erfolg gerechnet“, sagt Stabenau.<br />
Zeitzeugen lassen keinen Zweifel<br />
daran, dass es vor allem seinem Wirken<br />
zu verdanken ist, dass sich die Logistik<br />
in nur wenigen Jahrzehnten etabliert<br />
hat. Beispielhaft für diese Entwicklung<br />
ist der Aufstieg der BVL. Mehr als 20<br />
Jahre lang leitete Stabenau als Gründer<br />
und Vorsitzender die Geschicke der Organisation.<br />
∞<br />
Seite 73
1906 geboren am 14. Juli in Elisabeth, New Jersey (USA)<br />
1928 Abschluss der Militärakademie; Abschluss bei der<br />
Advanced Flying School in Kelly Field, Texas<br />
1942 bis 1945<br />
Befehl über die Division Indien-China des Lufttransportkommandos,<br />
die Soldaten und Nachschub von<br />
Indien über den Himalaya nach China organisierte<br />
1948 Organisation der Berliner Luftbrücke<br />
1950 Befehl über die Luftbrücke zur Unterstützung der<br />
US-Streitkräfte im Korea-Krieg<br />
1953 Chef der amerikanischen Luftstreitkräfte in Europa.<br />
Aufbau der Luftwaffe der Nato in Europa<br />
1958 Kommandos über die Joint Military Air Transport<br />
Service in den USA<br />
1960 Ausscheiden aus dem Militärdienst im Range eines<br />
Generalleutnants<br />
1983 stirbt am 6. April in Gloucester, Virginia (USA)<br />
2006 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
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Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
William H.<br />
Tunner<br />
Organisator der Berliner Luftbrücke<br />
Logistik rettet Leben.<br />
Er gehört zu den wenigen Logistikern,<br />
nach dem Straßen benannt sind. Er hat<br />
durch seine Leistungen die Geschichte<br />
beeinflusst und Grundlagen für noch heute<br />
geltende Methoden in der modernen<br />
Luftfahrt gelegt. Der US-amerikanische<br />
Major General William H. Tunner ist der<br />
Organisator der Berliner Luftbrücke, die<br />
1948/49 über zwei Millionen Berliner mit<br />
Lebensmitteln versorgt.<br />
In der Nacht vom 23. auf den 24. Juni 1948<br />
kappen sowjetische Besatzungstruppen<br />
die Versorgung West-Berlins mit Strom.<br />
Am Morgen des 24. Juni folgt die Blockade<br />
aller Landverkehrsträger. Die deutsche<br />
Hauptstadt und zwei Millionen Berliner<br />
sind isoliert. Den Westteil Berlins den<br />
Russen zu überlassen, kommt nicht in<br />
Frage, und so wird am 25. Juni die Errichtung<br />
der Luftbrücke befohlen. Einen<br />
Tag später fliegt die erste Maschine der<br />
US-Luftwaffe zum Flughafen Tempelh<strong>of</strong><br />
und startet damit die Operation „Vittles“.<br />
Die Operation „Plain Fare“ der britischen<br />
Luftwaffe folgt zwei Tage später.<br />
Am Anfang schaffen es die Westmächte,<br />
750 Tonnen Fracht pro Tag nach Berlin<br />
zu schicken.<br />
Die Versorgung von Menschen per Flugzeug<br />
ist für Tunner nichts Neues, er ist der<br />
Luftbrücken-Pr<strong>of</strong>i der Amerikaner. Schon<br />
1942 organisiert der Luftwaffen<strong>of</strong>fizier<br />
die Hump-Luftbrücke, die Truppen des<br />
chinesischen Freiheitskämpfers Chiang<br />
Kai-sheks versorgte. Wenige Tage nach<br />
Beginn der Berliner Luftbrücke werden er<br />
und ein Teil seiner Hump-Männer nach<br />
Deutschland befohlen. Ziel Tunners ist es,<br />
den Verkehr in den drei Luftkorridoren<br />
so durchzuführen, dass möglichst viele<br />
Flugzeugen sicher passieren können.<br />
Erstmals im Luftverkehr stellt er genaue<br />
Berechnungen der Flugzeiten für jeden<br />
Flug an und legt eine Startzeit mit einer<br />
Toleranz von maximal einer Minute fest.<br />
Er gibt präzise Geschwindigkeiten, Höhen,<br />
Steigungsraten und Flugrichtungen<br />
vor und die Piloten müssen nach einem<br />
missglückten Landeanflug mit der kompletten<br />
Ladung s<strong>of</strong>ort zur Ausgangsbasis<br />
zurückzukehren. Kein Flugzeug soll eine<br />
Warteschleifen drehen, um Staus in der<br />
Luft zu vermeiden. So schafft er es, dass<br />
alle drei Minuten eine Maschine startet.<br />
Dank der Neuorganisation durch William<br />
H. Tunner ist man Ende Juli 1948<br />
schon bei über 2000 Tonnen pro Tag. Am<br />
16. April 1949 wird mit 1398 Flügen die<br />
Rekordmenge von 11.740 Tonnen Fracht<br />
erreicht. Neben Baust<strong>of</strong>fen transportieren<br />
die Piloten hauptsächlich Weizen, Kohle,<br />
Benzin und Medikamente. Die Berliner<br />
Luftbrücke wird weltweit zum Symbol für<br />
Freiheit und zur historisch-emotionalen<br />
Niederlage für die Sowjets. Am 12. Mai<br />
1949 beenden die Russen nach fast einjähriger<br />
Dauer die Blockade. ∞<br />
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Seite 76
Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Horst<br />
Wildemann<br />
Automobil-Papst in Deutschland<br />
Der Pr<strong>of</strong>essor, dem die Vorstands etagen<br />
<strong>of</strong>fen stehen.<br />
„Ich habe japanisch gelernt, es aber nie<br />
zu mehr gebracht, als Essen zu bestellen.“<br />
Das sagt einer, der die japanischen<br />
Erfolgsrezepte, allen voran Just in Time<br />
und Kanban, vom Japanischen ins Deutsche<br />
übersetzt hat. Univ.-Pr<strong>of</strong>. Dr. Dr. habil.<br />
Dr. h.c. Horst Wildemann, Manager,<br />
Praktiker aus Leidenschaft, bekennender<br />
Wissenschaftler und Vater des deutschen<br />
Just in Time-Konzeptes.<br />
Horst Wildemann gilt Ende des 20. Jahrhunderts<br />
als der Experte japanischer und<br />
amerikanischer Logistik- und Produktionssysteme.<br />
Einer seiner größten Verdienste<br />
ist die Pionierarbeit im deutschsprachigen<br />
Raum für die Anwendung<br />
der Just in Time-Produktion. Er passt<br />
die aus Japan kommende Philosophie an<br />
europäische Verhältnisse an, entwickelt<br />
sie weiter und führt sie in deutschen Autokonzernen<br />
ein.<br />
Dabei stehen die Zeichen für eine Karriere<br />
anfangs schlecht. Nach der Flucht des<br />
Vaters aus der DDR muss der 16-jährige<br />
Eliteschüler plötzlich als Traktorfahrer<br />
seine Brötchen verdienen. Acht Monate<br />
1942 geboren am 4. Januar in<br />
Lodz<br />
1948 bis 1956<br />
Oberschule, Hilfsarbeiter,<br />
Republikflucht<br />
1958 bis 1963<br />
Werkzeugmacher bei<br />
Eumuco<br />
1960 bis 1972<br />
Maschinenbaustudium<br />
(Abschluss: Dipl.-Ing.) an<br />
der FH Köln und RWTH<br />
Aachen, BWL-Studium (Abschluss:<br />
Diplom-Kaufmann)<br />
an der Universität Köln<br />
1967 bis 1971<br />
Maschinenbauingenieur<br />
bei Ford<br />
1974 bis 1980<br />
Promotion in Köln, anschließend<br />
Habilitation in BWL<br />
1980 bis 1981<br />
Universität Bayreuth, Lehrstuhl<br />
für BWL und Industriebetriebslehre<br />
1981 bis 1989<br />
Universität Passau, Lehrstuhl<br />
für BWL mit Schwerpunkt<br />
Fertigungswirtschaft<br />
Seit 1989<br />
TU München, Lehrstuhl für<br />
BWL mit Schwerpunkt Logistik<br />
2004 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
hält er es aus, dann flieht auch er in den<br />
Westen. Es folgen eine Werkzeugmacher-<br />
Lehre, nebenbei Abendschule, Abitur,<br />
Maschinenbaustudium. Nach drei Monaten<br />
im ersten Job ist ihm klar: Er würde nie zur<br />
Fraktion der Birkenstockträger gehören. Er<br />
ist „kein blasser Jünger der Wissenschaft,<br />
kein hermeneutisches Trüffelschwein und<br />
schon gar kein Altbausanierer im Reich<br />
des Geistes“, charakterisiert er sich selbst.<br />
Wildemann liebt die Komplexität und noch<br />
mehr, sie zu reduzieren. Er hantiert mit<br />
mathematischen Modellen, und es brennt<br />
ihm auf den Nägeln, seine Theorien in der<br />
Praxis zu verifizieren.<br />
Bereits Anfang der 80er treiben den eloquenten<br />
Pr<strong>of</strong>essor an der neu geschaffenen<br />
Provinz-Uni Passau zwei Fragen<br />
um: Warum sind die japanischen Autobauer<br />
so erfolgreich und wie lassen sich<br />
japanische Managementprinzipien auf<br />
europäische Verhältnisse übertragen?<br />
Als er die Antwort hat, ist es vorbei mit<br />
der Beschaulichkeit im lauschigen Donaustädtchen.<br />
Tausende pilgern nach<br />
Passau, um seine Lösungen zu hören.<br />
Und aus dem Provinz-Pr<strong>of</strong>essor wird der<br />
Produktions- und Logistikguru der deutschen<br />
Automobilindustrie. Geglaubt wird<br />
ihm längst nicht nur in deren Vorstandsetagen.<br />
Ob Telekommunikation, Energie<br />
oder Logistik – seine Kunden kommen<br />
mittlerweile aus fast allen Branchen. ∞<br />
Seite 77
<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> – Gremien und Statuten<br />
Gremien und Statuten<br />
Die Jury<br />
Detthold Aden, Mitglied der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong><br />
<strong>of</strong> <strong>Fame</strong> 2012<br />
Dorothee Bär (MdB), Parlamentarische<br />
Staatssekretärin beim Bundesminister für<br />
Verkehr und digitale Infrastruktur;<br />
Koordinatorin der Bundesregierung für<br />
Güterverkehr und Logistik, Berlin<br />
Birgit Bauer, Chefredakteurin Verkehrs-<br />
Rundschau, München<br />
Bernd Biehl, Stellvertretender Chefredakteur<br />
Lebensmittel Zeitung, Frankfurt/Main<br />
Univ.-Pr<strong>of</strong>. Dr.-Ing. Rainer Bruns, Leiter<br />
des Lehrstuhls für Maschinenelemente<br />
und Technische Logistik an der Helmut<br />
Schmidt Universität, Hamburg<br />
Pr<strong>of</strong>. Dr.-Ing. Uwe Clausen, Inhaber des<br />
Lehrstuhls für Verkehrssysteme und -logistik<br />
der Universität Dortmund; Leiter des<br />
Fraunh<strong>of</strong>er-Instituts für Materialfluss und<br />
Logistik (IML)<br />
Dr. Christoph Feldmann, Hautgeschäftsführer<br />
des Bundesverbandes Materialwirtschaft,<br />
Einkauf und Logistik e.V. (BME)<br />
Karl Michael Fischer, Geschäftsführer der<br />
LKZ Prien GmbH, Prien a. Chiemsee<br />
Cornelius Geber, Geschäftsführender<br />
Gesellschafter der CG Beteiligungs- und<br />
Management GmbH, Hamburg<br />
Florian Gerster, Staatsminister a.D., Vorstandsvorsitzender<br />
Bundesverband Paket<br />
und Expresslogistik (BIEK) e.V., Berlin<br />
Werner Gockeln, Geschäftsführender<br />
Vorstand der SVG Bundes-Zentralgenossenschaft<br />
Straßenverkehr eG, Frankfurt<br />
Dr. Andreas Gruchow, Mitglied des Vorstands<br />
der Deutschen Messe AG, Hannover<br />
Thomas Hailer, Geschäftsführer Deutsches<br />
Verkehrsforum (DVF), Berlin<br />
Frauke Heistermann, Mitglied der Geschäftsleitung<br />
AXIT AG, Frankenthal; Mitglied<br />
des Vorstands der BVL<br />
Günther Hörbst, Chefredakteur DVZ Deutsche<br />
Verkehrs-Zeitung<br />
Pr<strong>of</strong>. Kai H<strong>of</strong>fmann, Director <strong>Logistics</strong> School<br />
und Studiengangsdekan an der Europäischen<br />
Fernhochschule (Euro-FH), Hamburg<br />
Pr<strong>of</strong>. Dr. Michael ten Hompel, Geschäftsführender<br />
Institutsleiter Fraunh<strong>of</strong>er-Institut für<br />
Materialfluss und Logistik (IML), Dortmund,<br />
Inhaber des Lehrstuhls für Förder- und<br />
Lagerwesen an der Universität Dortmund;<br />
Mitglied des Vorstands der BVL<br />
Mitglied der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> 2013<br />
Tomasz Janiak, Leiter Verlagsabteilung,<br />
Redaktion Zeitschrift „Logistyka“, Institut<br />
für Logistik und Lagerwirtschaft, Poznań<br />
Thilo Jörgl, Chefredakteur Logistik Heute,<br />
München<br />
Pr<strong>of</strong>. Dr. Christian Kille, Hochschule Würzburg,<br />
Institut für Angewandte Logistik IAL<br />
Klaus Koch, Chefredakteur Logistik und<br />
Fördertechnik, Basel<br />
Mathias Krage, Präsident des Deutschen<br />
Speditions- und Logistikverbandes (DSLV)<br />
e.V., Bonn; Inhaber der Spedition Krage,<br />
Hannover<br />
Andre Kranke, Stellvertretender Chefredakteur<br />
VerkehrsRundschau, München<br />
Bernard Krone, Geschäftsführer Bernard<br />
Krone Holding GmbH & Co. KG, Werlte<br />
Univ.-Pr<strong>of</strong>. Dr. Sebastian Kummer, Vorstand<br />
des Institutes für Transportwirtschaft und<br />
Logistik, Wirtschaftsuniversität Wien<br />
Christian Labrot, Hauptgeschäftsführer<br />
des Bundesverbandes Wirtschaft Verkehr<br />
und Logistik (BWVL) e.V., Bonn<br />
Bernd Maienschein, Chefredakteur MM<br />
Logistik, Würzburg<br />
Andreas Marquardt, Präsident des Bundesamtes<br />
für Güterverkehr (BAG), Köln<br />
Dr. Karl May, BMW Group, Leiter Programm<br />
Flexibilitätsmanagement, Neuausrichtung<br />
Planungs- und Orderingprozess, München<br />
Jörg Pretzel, Geschäftsführer GS1 Germany<br />
GmbH, Köln<br />
Jochen Quick, Präsident des Bundesverbandes<br />
Wirtschaft, Verkehr und Logistik<br />
(BWVL) e.V., Bonn<br />
Matthias Rathmann, Chefredakteur trans<br />
aktuell, Stuttgart<br />
Hans-Joachim Schlobach, Geschäftsführer<br />
RS Verlag GmbH; Herausgeber und<br />
Chefredakteur BUSINESS + LOGISTIC, Wien<br />
Pr<strong>of</strong>. Dr.-Ing. Thorsten Schmidt, Institutsdirektor<br />
TU Dresden, Fakultät Maschinenwesen,<br />
Pr<strong>of</strong>essur für Technische Logistik,<br />
Dresden<br />
Sascha Schmel, Geschäftsführer des Fachverbands<br />
Fördertechnik und Intralogistik<br />
im VDMA, Frankfurt<br />
Dr. Robert Schönberger, Exhibition Group<br />
Director transport logistic/ceramitec, Messe<br />
München GmbH<br />
Martin Schrüfer, Leitender Chefredakteur<br />
Materialfluss und LT-Manager, München<br />
Sebastian Śliwieński, Chefredakteur Warehouse<br />
Monitor, Poznań/Polen<br />
Dr. Hanspeter Stabenau, Ehrenvorsitzender<br />
der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V.,<br />
Bremen;<br />
Leiter der Wahlkommission der <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>;<br />
Mitglied der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Pr<strong>of</strong>. Dr.-Ing. Frank Straube, Leiter Bereich<br />
Logistik am Institut für Technologie und<br />
Management der TU Berlin; Gastpr<strong>of</strong>essor<br />
am CDHK der Tongji Universität, Shanghai<br />
sowie der Universität St. Gallen<br />
Pr<strong>of</strong>. Dr. Stephan M. Wagner, Direktor<br />
Executive MBA ETH SCM, Eidgenössische<br />
Technische Hochschule Zürich<br />
Adalbert Wandt, Geschäftsführender<br />
Gesellschafter Wandt Spedition und<br />
Transportberatung GmbH, Braunschweig;<br />
Präsident des Bundesverbandes Güterkraftverkehr<br />
Logistik und Entsorgung (BGL)<br />
e.V., Frankfurt<br />
Michael Weilacher, Chefredakteur logistik<br />
journal, Gilching<br />
Pr<strong>of</strong>. Dr.-Ing. Katja Windt, Pr<strong>of</strong>essor <strong>of</strong><br />
Global Production <strong>Logistics</strong>, School <strong>of</strong><br />
Engineering and Science und Präsidentin<br />
der Jacobs University Bremen; Mitglied des<br />
Vorstands der BVL<br />
Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes<br />
der Automobilindustrie (VDA) e.V., Berlin<br />
Anita Würmser, (Gf. Vorsitzende) Inhaberin<br />
wuermser.communications, München<br />
Seite 78
<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> – Gremien und Statuten<br />
Das Nominierungs-Komitee <strong>2015</strong><br />
Detthold Aden, Privatier; Mitglied der<br />
<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> 2012<br />
Dorothee Bär (MdB), Parlamentarische<br />
Staatssekretärin beim Bundesminister für<br />
Verkehr und digitale Infrastruktur; Koordinatorin<br />
der Bundesregierung für Güterverkehr<br />
und Logistik, Berlin<br />
Birgit Bauer, Chefredakteurin<br />
VerkehrsRundschau, München<br />
Pr<strong>of</strong>. Dr. Michael ten Hompel, Geschäftsführender<br />
Institutsleiter Fraunh<strong>of</strong>er-Institut für<br />
Materialfluss und Logistik (IML), Dortmund,<br />
Mitglied des Vorstands der BVL, Inhaber<br />
des Lehrstuhls für Förder- und Lagerwesen<br />
an der Universität Dortmund; Mitglied der<br />
<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> 2013<br />
Thilo Jörgl, Chefredakteur Logistik Heute,<br />
München<br />
Adalbert Wandt, Geschäftsführender<br />
Gesellschafter Wandt Spedition und<br />
Transportberatung GmbH, Braunschweig;<br />
Präsident des Bundesverbandes Güterkraftverkehr<br />
Logistik und Entsorgung (BGL),<br />
Frankfurt<br />
Anita Würmser, Geschäftsführende Vorsitzende<br />
der Jury, München, Inhaberin<br />
wuermser.communications<br />
Die Statuten<br />
Präambel<br />
Die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> ehrt international<br />
Persönlichkeiten, die sich um die<br />
Weiterentwicklung von Logistik und Supply<br />
Chain Management außergewöhnlich<br />
verdient gemacht haben. Hoch verdiente<br />
Manager, Berater, Wissenschaftler, Politiker<br />
und Persönlichkeiten der Geschichte<br />
sollen nicht in Vergessenheit geraten. Ihre<br />
Leistungen für die Logistik sollen mit dieser<br />
ewigen Ruhmeshalle auch künftigen Generationen<br />
von Logistikern in Erinnerung<br />
gerufen werden.<br />
Die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> hat sich zum<br />
Ziel gesetzt, herausragende Leistungen<br />
in der Logistik zu dokumentieren, ihre<br />
Macher auszuzeichnen sowie Innovationen<br />
anzustoßen und zu fördern. Sie will die<br />
Leistungsfähigkeit und Innovationskraft<br />
der Logistik in die Öffentlichkeit tragen<br />
und dadurch zur Wettbewerbsfähigkeit<br />
und zur Imageverbesserung der gesamten<br />
Logistikbranche beitragen.<br />
Die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> wurde von Anita<br />
Würmser initiiert und am 18. September<br />
2003 gegründet und ist unter www.logisticshall<strong>of</strong>fame.net<br />
jederzeit kostenlos<br />
zugänglich.<br />
Die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> ist eine eingetragene<br />
Marke ®.<br />
§ 1 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
In die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> können Männer<br />
und Frauen jedes Alters (auch bereits<br />
Verstorbene) aufgenommen werden,<br />
die durch eine in erster Linie von ihm/ihr<br />
durchgeführte oder verantwortete gesellschaftliche,<br />
organisatorische, technische,<br />
wissenschaftliche oder betriebswirtschaftliche<br />
Leistung die Logistik entscheidend in<br />
ihrer Entwicklung vorangebracht haben.<br />
Die Leistung muss nachhaltig positive<br />
Auswirkungen auf die logistische Leistungsfähigkeit<br />
einer größeren Gruppe von<br />
Unternehmen oder Institutionen haben.<br />
Jährlich wird in der Regel eine Person oder<br />
Personengruppe aufgenommen.<br />
§ 2 Bewerbung und Nominierung<br />
Vorschläge oder Bewerbungen für die<br />
Aufnahme in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
sind per Internetformular unter www.logisticshall<strong>of</strong>fame.net<br />
schriftlich einzureichen.<br />
Es existieren keine Einschränkungen bei<br />
der Vorschlagsberechtigung. Jede Person<br />
ist vorschlagsberechtigt und kann sich<br />
selbst bewerben oder Dritte zur Aufnahme<br />
in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> vorschlagen.<br />
Auch Abteilungen, Forschungsinstitute,<br />
Verbände, Projektgruppen oder sonstige<br />
Gruppen können sich bewerben oder<br />
vorgeschlagen werden. In die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong><br />
<strong>of</strong> <strong>Fame</strong> ziehen jedoch keine abstrakten<br />
Gruppen, sondern immer konkrete Personen<br />
ein. Die Jury bewertet die Leistung<br />
jeder einzelnen Person aus der Gruppe.<br />
Genügt die Leistung nur einer Person<br />
nicht den Anforderungen, scheidet die<br />
gesamte Gruppe aus. Jede Einreichung<br />
wird unabhängig vom Einreicher gleich<br />
behandelt.<br />
Das Nominierungs-Komitee bestimmt im<br />
ersten Wahlgang aus allen eingegangenen<br />
Vorschlägen jährlich bis zu zehn<br />
Kandidaten, die der Jury zur Entscheidung<br />
über die Aufnahme in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong><br />
<strong>Fame</strong> vorgelegt werden.<br />
Vorschläge und Nominierungen sind geheim<br />
und ausschließlich dem Nominierungs-Komitee<br />
und der Jury zugänglich.<br />
§ 3 Wahl der Mitglieder<br />
Die Wahl erfolgt geheim.<br />
Die Jury wählt aus der Gruppe der Nominierten<br />
einen Kandidaten, der/die in<br />
die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> aufgenommen<br />
werden soll. Jedes Jury-Mitglied<br />
vergibt nach Prüfung der Bewerbungen<br />
schriftlich eine Rangfolge. An Position<br />
1. der Rangfolge setzt das Jury-Mitglied<br />
die/den Nominierte(n), die/der es ihrer/<br />
seiner Meinung nach laut §1 am meisten<br />
verdient hat, in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
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<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> – Gremien und Statuten<br />
aufgenommen zu werden. An Position<br />
10. (beziehungsweise Anzahl der Nominierten)<br />
dieser Rangfolge steht die/der<br />
Nominierte, die/der es nach Meinung des<br />
Jury-Mitglieds gemäß §1 am wenigsten<br />
verdient hat, in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
aufgenommen zu werden. Die Positionen<br />
dazwischen werden entsprechend besetzt.<br />
Jede Rangnummer darf nur einmal von<br />
jedem Jury-Mitglied vergeben werden.<br />
Die Wertung wird per Internet auf einem<br />
Wertungsformular vorgenommen, zu<br />
dem ausschließlich die Mitglieder der<br />
Jury Zugang erhalten.<br />
Aus allen Rangfolgen der Jury-Mitglieder<br />
wird eine Rangfolge gebildet. Die/der Bestplatzierte<br />
zieht in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
ein. Kommt es durch Gleichheit der Werte<br />
zu mehr als einem Bestplatzierten, dann<br />
erfolgt unter den Platzierten mit gleichen<br />
Rangfolgewerten eine Stichwahl durch die<br />
Jury. Bringt auch diese Stichwahl keine<br />
einfache Mehrheit für einen Kandidaten,<br />
dann ziehen die punktgleich besten in die<br />
<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> ein.<br />
§ 4 Nominierungs-Komitee und Berufung<br />
Das Nominierungs-Komitee bestimmt im<br />
ersten Wahlgang aus allen Vorschlägen<br />
bis zu zehn Kandidaten, die der Jury zur<br />
Wahl vorgelegt werden. Das Komitee<br />
erstellt zudem eine Rangfolge, die der<br />
Jury als Wahlempfehlung dient.<br />
Die Mitglieder des Nominierungs-Komitees<br />
werden jährlich aus den Reihen der Jury berufen.<br />
Die Mitgliedschaft im Nominierungs-<br />
Komitee ist an die Funktion gebunden,<br />
sie endet automatisch mit der jeweiligen<br />
Wahlperiode oder dem Ausscheiden aus<br />
einem Amt oder der beruflichen Funktion.<br />
Sollte ein Mitglied des Nominierungs-<br />
Komitees für die Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> vorgeschlagen werden, so<br />
scheidet sie/er automatisch für die Dauer<br />
der betreffenden Wahlperiode aus dem<br />
Nominierungs-Komitee aus. Die Mitgliedschaft<br />
endet in diesem Fall mit dem Datum<br />
des Vorschlags und beginnt wieder nach<br />
Bekanntgabe des neuen Mitglieds.<br />
§ 5 Jury-Mitgliedschaft und Berufung<br />
Die Jury setzt sich aus internationalen<br />
Experten der Logistikbranche zusammen.<br />
Sie wählen jährlich das neue Mitglied der<br />
<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> und repräsentieren<br />
die Organisation in der Öffentlichkeit. Jedes<br />
Jury-Mitglied unterstützt und fördert die<br />
Ziele der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>. Zu den<br />
Aufgaben der Jury gehört:<br />
• Jährliche Wahl des neuen Mitglieds<br />
• Vertretung der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> in<br />
der Öffentlichkeit<br />
• Erzeugung von Öffentlichkeit<br />
• Vorschlag neuer Jury-Mitglieder beziehungsweise<br />
Wiederbesetzung von<br />
Jury-Sitzen nach dem Ausscheiden<br />
von Mitgliedern<br />
• Vorschlag von geeigneten Kandidaten/<br />
innen für die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Die Mitglieder der Jury werden berufen.<br />
Die Mitgliedschaft in der Jury ist an die<br />
Funktion gebunden, sie endet automatisch<br />
mit dem Ausscheiden aus einem Amt oder<br />
der beruflichen Funktion. Ein ausgeschiedenes<br />
Jury-Mitglied kann nicht vor Ablauf<br />
einer Frist von mindestens sechs Monaten<br />
wieder in die Jury berufen werden.<br />
Sollte ein Mitglied der Jury für die Aufnahme<br />
in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> nominiert<br />
werden, so scheidet er/sie automatisch für<br />
die Dauer der betreffenden Wahlperiode<br />
aus der Jury aus. Die Mitgliedschaft endet in<br />
diesem Fall mit dem Datum des Vorschlags<br />
und beginnt wieder nach Bekanntgabe<br />
der neuen Mitglieder.<br />
§ 6 Geheimhaltung<br />
Die Mitglieder der Jury und des Nominierungs-Komitees<br />
verpflichten sich, die<br />
vorgeschlagenen und nominierten Persönlichkeiten<br />
geheim zu halten und die<br />
ihnen zugänglichen Unterlagen nicht an<br />
Dritte weiterzureichen.<br />
§ 7 Außerordentlicher Ausschluss aus der<br />
Jury oder dem Nominierungs-Komitee<br />
Der außerordentliche Ausschluss aus der<br />
Jury oder dem Nominierungs-Komitee<br />
ist auf besonderen Antrag (Schriftform<br />
an die/den Geschäftsführenden Jury-<br />
Vorsitzende(n) möglich. Er kann erfolgen,<br />
wenn ein Mitglied<br />
• das Wahlrecht vernachlässigt oder<br />
mehrmals nicht wahrnimmt<br />
• die Geheimhaltungsregel missachtet<br />
• die Statuten der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
missachtet.<br />
§ 8 Geschäftsführende/r Jury-Vorsitzende/r<br />
Der/die Geschäftsführende Jury-Vorsitzende<br />
ist ein ordentliches Mitglied der Jury und<br />
verfügt über ein Stimmrecht. Darüber hinaus<br />
steuert er/sie alle Aktivitäten und Geschäfte<br />
der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>-Organisation.<br />
Zu den Pflichten der/des Geschäftsführenden<br />
Jury-Vorsitzenden gehören alle<br />
organisatorischen und repräsentativen<br />
Aufgaben sowie Kommunikationsaufgaben<br />
der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>-Organisation.<br />
Dazu zählen:<br />
• der operative Betrieb und Steuerung aller<br />
Aktivitäten der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
• die operative Durchführung der Wahl<br />
und aller damit verbundenen Kommunikations-<br />
und Organisationsaufgaben<br />
• die Einberufung und Leitung von Sitzungen<br />
• Ansprechpartner für Kooperationspartner<br />
• der Betrieb der Website<br />
• die Steuerung der internen und externen<br />
Kommunikation (Information der Gremien,<br />
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)<br />
• die formelle Einladung neuer Jury-<br />
Mitglieder<br />
• die Überwachung der Statuten<br />
• die Verwaltung des Budgets<br />
§ 9 Wahlkommission<br />
Die Mitglieder der Wahlkommission werden<br />
berufen. Sie überwachen die ordnungsgemäße<br />
Durchführung der Wahl.<br />
§ 10 Dauer der Mitgliedschaft und Ausschluss<br />
aus der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Die Mitgliedschaft in der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong><br />
<strong>Fame</strong> ist ewig.<br />
Unter besonderen Umständen kann die<br />
absolute Mehrheit der Jury ein Mitglied<br />
der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> ausschließen.<br />
Ein solcher Ausschluss bedarf eines mehrstufigen<br />
Verfahrens:<br />
• Fachkundige Prüfung der Gründe für<br />
den Ausschluss<br />
• Aussprache im Nominierungs-Komitee<br />
• Zweidrittelmehrheit der abgegebenen<br />
Stimmen der Jury<br />
• Ein Ausschlussantrag ist in Schriftform<br />
an die/den Geschäftsführende(n) Jury-<br />
Vorsitzende(n) zu richten.<br />
§ 11 Sonstiges<br />
Ein Rechtsanspruch besteht nicht. Der<br />
Rechtsweg ist ausgeschlossen.<br />
München, im Juni <strong>2015</strong> ∞<br />
Seite 80
<strong>Magazin</strong><br />
Impressum<br />
<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> – <strong>Magazin</strong><br />
<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Postfach 1304<br />
D - 85767 Unterföhring<br />
Brunnbachlweg 3<br />
D - 85774 Unterföhring<br />
Tel.: + 49 (0)89 95 82 26 -11<br />
anita.wuermser@logistikhall<strong>of</strong>fame.de<br />
www.logisticshall<strong>of</strong>fame.net<br />
Chefredaktion und Herausgeberin<br />
Anita Würmser (V.i.S.d.P.)<br />
Redaktion<br />
Dr. Horst Mayer, Kathrin Petersen, Peter<br />
Frank, Peter Storck, Anita Würmser<br />
Autoren<br />
Dorothee Bär, Alexander Dobrindt, Marcel<br />
Frings, Werner Gockeln, Bernard Krone, Dr.<br />
Max Schachinger, Dr. Wolfgang Schüssel,<br />
Markus Wallner<br />
Layout und Gestaltung<br />
Design:Management Strohmeyer<br />
Forststr. 4, 80997 München<br />
edward@des-man.de<br />
Management<br />
Unterstützerkreis/Anzeigen<br />
Frank Schimann<br />
frank.schimann@wuermser.com<br />
Druck und Herstellung<br />
Phoenix Print GmbH<br />
Alfred-Nobel-Straße 33, 97080 Würzburg<br />
Fotos<br />
Daimler AG, Erwin Fleischmann, Fotolia,<br />
BMVI/Fotograf: Henning Schacht, Ingo<br />
Schwarz, Oliver Tamagnini, Marcus Vetter,<br />
Anita Würmser, Lokomotiv Fotografie/Lena<br />
Manteuffel, Gebrüder Weiss, Christian<br />
Hüller, Firmenbilder.<br />
Bezugspreis<br />
49,00 € inklusive MwSt., zzgl. Versandkosten<br />
(Ausland)<br />
ISSN 2198-0179<br />
<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> – <strong>Magazin</strong><br />
ist eine Publikation von<br />
wuermser.communications<br />
Postfach 1304<br />
D-85767 Unterföhring<br />
Telefon +49(0)89 958226-10<br />
www.wuermser.com<br />
www.logisticshall<strong>of</strong>fame.com<br />
<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> – <strong>Magazin</strong><br />
liegt auch dem Premium-<strong>Magazin</strong><br />
LT-manager bei.<br />
Diese Publikation ist urheberrechtlich geschützt.<br />
Die Vervielfältigung, Bearbeitung<br />
oder Verbreitung von Artikeln, Fotos oder<br />
Grafiken muss vom Herausgeber genehmigt<br />
werden. Dies gilt auch für die elektronische<br />
Verwertung sowie die Übernahme<br />
in Datenbanken, Onlinemedien (Internet),<br />
Intranets oder sonstige elektronische Speichermedien.<br />
Der Herausgeber haftet nicht<br />
für unverlangt eingesandte Bilder, Artikel<br />
und sonstige Inhalte oder Daten.<br />
Erfüllungsort und Gerichtsstand ist München.<br />
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Impressionen <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Impressionen<br />
Seite 82
Impressionen <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Seite 83
Impressionen <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Seite 84
Impressionen <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
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Ausblick Rubrik<br />
Zukunft.<br />
von Anita Würmser<br />
Geschäftsführende Vorsitzende der Jury<br />
Gründerin der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Die Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
haben Logistikgeschichte geschrieben.<br />
Mit ihrer Aufnahme in die Ruhmeshalle<br />
geben sie der Logistik ein Gesicht. In<br />
Zukunft, weltweit.<br />
2016 ist ein Jahr der Veränderung für die<br />
<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>. Internationalisierung<br />
und Ausweitung des Netzwerks<br />
stehen auf der Agenda. Das Ziel lautet,<br />
die Meilensteine der Logistik und ihre<br />
Macher weltberühmt zu machen.<br />
Den Startpunkt setzt die World Campaign:<br />
Historic Milestones <strong>of</strong> <strong>Logistics</strong><br />
(siehe Seite 38). Der weltweite Aufruf<br />
läutet ein außergewöhnliches Wahljahr<br />
ein, in dem alle großen Leistungen, die<br />
vor dem Jahr 2000 erbracht wurden, ihren<br />
Platz in der Ruhmeshalle finden werden.<br />
Historic Milestones-Schirmherrin Dorothee<br />
Bär und zahlreiche Unterstützer<br />
helfen gemeinsam mit, diese bis dato<br />
einmalige Weltlogistik-Dokumentation<br />
zu erstellen.<br />
Parallel dazu wächst das Netzwerk kontinuierlich<br />
weiter. Weltverbände aus allen<br />
Bereichen der Logistik stoßen dazu.<br />
Die ersten internationalen Juroren sind<br />
berufen. Weitere rund um den Erdball<br />
werden folgen, bis die Runde 100 Menschen<br />
zählt.<br />
Eine neues „virtuelles Haus“ hat die <strong>Logistics</strong><br />
<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> bereits: die Website<br />
auf www.logisticshall<strong>of</strong>fame.net freut<br />
sich auf Ihren Besuch.<br />
Seite 86
IFOY Champion <strong>2015</strong>!<br />
anzeige still<br />
Ein Siegertyp – der neue RX 60-80<br />
www.still.de/RX60-80<br />
„Der 8-Tonner STILL RX 60-80 ist stark und stabil, fährt sich aber wie ein 4- bis 5-Tonner. Mit diesem<br />
Kraftpaket beweist STILL, dass elektrisch Fahren im schweren Segment mittlerweile eine sehr logische<br />
und empfehlenswerte Alternative ist.“ – So lautet das Test-Fazit der 20-köpfigen, unabhängigen<br />
Expertenjury des IFOY Awards. Die international renommierten Fachjournalisten zeichneten unseren<br />
starken, elektrischen Acht-Tonnen-Stapler dieses Jahr mit einem der begehrten Branchen-Oscars aus.<br />
first in intralogistics
Unterstützerkreis<br />
der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)<br />
Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL)<br />
Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME)<br />
Bundesvereinigung Logistik (BVL)<br />
Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL)<br />
BUSINESS+LOGISTIC<br />
Deutscher Speditions- und Logistikverband (DSLV)<br />
Deutsches Verkehrsforum (DVF)<br />
Duisburger Hafen (duisport)<br />
DVZ Deutsche Verkehrs-Zeitung<br />
Fahrzeugwerk Bernard Krone<br />
Kravag Versicherungen<br />
Lebensmittel Zeitung<br />
LT-manager<br />
Still<br />
SVG Bundes-Zentralgenossenschaft Straßenverkehr<br />
TimoCom<br />
wuermser.communications