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Logistics Hall of Fame Magazin 2015

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LOGISTICS HALL OF FAME<br />

MAGAZIN<br />

www.logisticshall<strong>of</strong>fame.net ISSN 2198-0179 November <strong>2015</strong> D/A/CH 49,00 €<br />

30 Aus dem Netzwerk Standpunkte der Jury und Unterstützer<br />

38 Die Wahl 2016 World Campaign „Historic Milestones <strong>of</strong> <strong>Logistics</strong>“<br />

43 Helden der Logistik Die Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> und ihre Geschichten<br />

Wir<br />

gratulieren!<br />

Seite 6<br />

Mitglied <strong>2015</strong>:<br />

Heidi Senger-Weiss<br />

Erfolgreiche Logistikunternehmerin<br />

und Impulsgeberin


Damals und heute:<br />

Alles eine Frage der Logistik.<br />

Von überall in Deutschland nach überall in die Welt. Von Tür zu Tür<br />

per Landtransport, Luft- oder Seefracht. Das dichte DB Schenker-<br />

Netzwerk bietet Transporte jeder Art sowie branchenspezifische<br />

Logistiklösungen vom Feinsten. Keine Aufgabe ist zu schwierig,<br />

keine Fracht zu groß, kein Weg zu weit, kein Ort zu klein.<br />

Erfahren Sie mehr: www.dbschenker.com/de


Grußwort<br />

Erfindergeist.<br />

Risikobereitschaft.<br />

Durchsetzungskraft.<br />

von Dorothee Bär<br />

Parlamentarische Staatssekretärin beim<br />

Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur<br />

Mitglied der Jury<br />

Erfindergeist, Risikobereitschaft, Durchsetzungskraft – ohne<br />

diese Begriffe wäre eine moderne Logistik nicht denkbar. So<br />

wäre heute ein effizienter Gütertransport nicht möglich, wenn<br />

es nicht Menschen gäbe und gegeben hätte, die vorausdenken,<br />

Visionen umsetzen und bereit sind, neue Technologien zu erforschen,<br />

mit denen wir in Zukunft die Welt gestalten. Durch sie<br />

und ihr Engagement hat die Logistik ihre zentrale Bedeutung<br />

für alle Prozesse und Wirtschaft und Gesellschaft bekommen.<br />

Zu den Vordenkern in der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> tritt in diesem<br />

Jahr mit Heidegunde Senger-Weiss zum ersten Mal eine<br />

Frau. Ein überfälliger Schritt – denn längst ist die Logistik keine<br />

Männerdomäne mehr!<br />

Senger-Weiss steht nicht nur für eine Erfindung allein. Mit<br />

ihrem Namen verbinden wir unter anderem die Entwicklung<br />

eines europäischen Stückgutnetzes und eine frühe soziale Verantwortung.<br />

Insbesonderes letzteres ist ein in Zukunft immer<br />

wichtiger werdender Punkt, wenn es gilt Nachwuchskräfte zu<br />

gewinnen und zu motivieren, sich mit Begeisterung für die<br />

Logistik einzusetzen.<br />

Seite 3


Inhaltsverzeichnis<br />

Inhalt<br />

3 Dorothee Bär Erfindergeist. Risikobereitschaft. Durchsetzungskraft.<br />

5 Aus „Logistik <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>“ wird „<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>“<br />

8 Mitglied der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> <strong>2015</strong> Heidegunde „Heidi“ Senger-Weiss<br />

14 Interview mit Heidi Senger-Weiss<br />

Kommentare<br />

18 Alexander Dobrindt Vier Prinzipien vorbildlichen Unternehmertums<br />

20 Bernard Krone Habe die Ehre<br />

21 Werner Gockeln Botschaft an die Logistik<br />

22 Wolfgang Schüssel „Seit damals kümmern wir uns um Transporte“<br />

24 Marcel Frings Vorbild für die Führung<br />

25 Markus Wallner Beeindruckendes Lebenswerk<br />

26 Max Schachinger Abwägen & Handeln<br />

27 Thomas A. Fischer Für Logistik begeistern<br />

28 Sitzung des Nominierungs-Komitees <strong>2015</strong> im BMVI<br />

30 Analysen und Standpunkte aus dem Netzwerk der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

38 World Campaign: Historic Milestones <strong>of</strong> <strong>Logistics</strong><br />

Die Wahl 2016: Vorwahl. Shortlist. Wahlempfehlung.<br />

43 Helden der Logistik – die Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Detthold Aden<br />

Helmut Baumgarten<br />

Eugene Bradley Clark,<br />

Gottlieb Daimler<br />

Heinz Fiege und Hugo Fiege<br />

Hermann Grewer,<br />

Michael ten Hompel<br />

Reinhardt Jünemann<br />

Peter Klaus, Klaus<br />

Michael Kühne<br />

Malcom McLean,<br />

Taiichi Ohno<br />

Hans-Christian Pfohl<br />

Gottfried Schenker<br />

Hanspeter Stabenau<br />

William H. Tunner<br />

Horst Wildemann<br />

78 <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> – Gremien und Statuten, Impressum<br />

82 Impressionen<br />

86 Anita Würmser Zukunft<br />

Seite 4


Marke<br />

LOGISTICS<br />

HALL OF FAME<br />

Die Wortmarken<br />

„Logistik <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>“ und<br />

„<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>“<br />

sind im September <strong>2015</strong> in das<br />

Europäische Markenregister eingetragen worden.<br />

Das Markenamt stellt fest,<br />

dass die logistische Ruhmeshalle<br />

weitreichende Marktgeltung erlangt habe<br />

und als Marke international bekannt sei.<br />

Im Zuge der Internationalisierung führt<br />

die Organisation künftig die englische Bezeichnung:<br />

Aus „Logistik <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>“ wird<br />

„<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>“.<br />

www.logisticshall<strong>of</strong>fame.net<br />

Seite 5


Rubrik<br />

Heidi Senger-Weiss,<br />

Mitglied der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> <strong>2015</strong>


Unterwegs nach morgen<br />

gratulieren!<br />

wuermser<br />

communications


Heidi Senger-Weiss – Mitglied <strong>2015</strong><br />

Heidegunde<br />

Senger-Weiss<br />

Erfolgreiche Logistikunternehmerin, Impulsgeberin<br />

und Grande Dame der österreichischen Transportlogistik.<br />

Mitglied der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> <strong>2015</strong>.<br />

951 Mitarbeiter, 14 Filialen, 26,1 Millionen<br />

Euro Umsatz, eine altehrwürdige<br />

Führungsmannschaft und eine<br />

27-jährige Chefin an der Spitze von<br />

Gebrüder Weiss. Nach dem überraschenden<br />

Tod ihres Vaters im Jahr<br />

1968 stand die 27-Jährige Heidegunde<br />

„Heidi“ Weiss von einem Tag auf den<br />

anderen in der Verantwortung.<br />

Weder die Wirtschaft noch die Logistik<br />

waren zu dieser Zeit auf eine Frau an<br />

der Spitze eines großen Unternehmens<br />

vorbereitet. Um ein Konto zu eröffnen,<br />

brauchte sie die Zustimmung ihres Mannes.<br />

Ihr Vater hatte sich nicht vorstellen<br />

können, was er mit einem Mädchen in<br />

der Spedition anfangen sollte und auch<br />

„die Führungsmannschaft hat mich<br />

nicht für voll genommen“, erinnert<br />

sich Senger-Weiss. All das spielte keine<br />

Rolle, denn die Belegschaft erleichtert,<br />

dass die Nachfolge des Unternehmens,<br />

dessen Wurzeln mehr als 500 Jahre<br />

zurückreichen, gesichert sein würde.<br />

Dass es der Beginn einer Erfolgsgeschichte<br />

sein würde, darauf hätte 1968<br />

niemand gesetzt.<br />

Erwähnt werden muss zunächst, dass sie<br />

als erste Frau in die logistische Ruhmeshalle<br />

einzieht. Nicht weil sie eine Frau<br />

ist, sondern weil sie etwas geschafft hat,<br />

was ihr den Respekt einer ganzen Branche<br />

eingetragen hat. Ihre Leistung ist nicht<br />

allein, dass sie ein Unternehmen erfolgreich<br />

geführt hat – was, wie sie immer<br />

wieder betont, ohne ihren Mann niemals<br />

möglich gewesen wäre. Sie hat weit über<br />

die Grenzen des eigenen Unternehmens<br />

und Landes hinaus zahlreiche Impulse in<br />

der Unternehmensführung, Internationalisierung<br />

und Mitarbeitermotivation<br />

Seite 8


Heidi Senger-Weiss – Mitglied <strong>2015</strong><br />

Seite 9


Heidi Senger-Weiss – Mitglied <strong>2015</strong><br />

Markenbindung; Zur Trauung im<br />

Weiss-Truck chauffiert Bräutigam<br />

Paul persönlich.<br />

Einheit mit Streitkultur,<br />

unterschiedlichen Zuständigkeiten<br />

und ein Team im Beruf wie privat:<br />

Heidi und Paul Senger-Weiss.<br />

Heidi Senger-Weiss mit<br />

Vater Ferdinand (1962).<br />

gesetzt, die die Wettbewerbsfähigkeit der<br />

Transportlogistik positiv beeinflusst und<br />

zur Pr<strong>of</strong>essionalisierung der Branche<br />

maßgeblich beigetragen haben. Sie gilt<br />

als Vorbild für die Führung mittelständischer<br />

Familienunternehmen und Pionierin<br />

der Logistik. Ihre größte Leistung,<br />

betont Paul Senger-Weiss, langjähriger<br />

Geschäftsführer bei Gebrüder Weiss und<br />

seit 46 Jahren mit Heidi verheiratet, sei<br />

es, dass sie sich für den Fortbestand von<br />

Familienunternehmen und ihrer Werte<br />

verdient gemacht habe und für das eigene<br />

Unternehmen mit Unterstützung<br />

des Managements ein europäisches Netz<br />

aufbaute. Sie habe als Botschafterin der<br />

Logistik die Interessen der Branche vertreten<br />

und die Stellung und Bedeutung<br />

der Logistikbranche für die Wirtschaft<br />

herausgestellt. Zeitzeugen sprechen von<br />

ihr respektvoll als Grande Dame der österreichischen<br />

Transportlogistik.<br />

Geboren wird Heidi Senger-Weiss 1941<br />

in Wien. Ihre Jugend verbringt sie in<br />

Bregenz und wächst bescheiden in einer,<br />

wie sie sagt, privilegierten Zeit auf. Der<br />

Vater, Ferdinand Weiss, hatte nach dem<br />

Krieg begonnen, das weitgehend zerstörte<br />

Unternehmen wieder neu aufzubauen. Sie<br />

spürt, dass es von Jahr zu Jahr aufwärts<br />

geht und glaubt an den Fortschritt. In<br />

dieser Zeit fängt sie an, ein Faible für<br />

Wirtschaft zu entwickeln und studiert<br />

später an der Wirtschaftsuniversität Wien.<br />

Als Vater Ferdinand sie nach dem Diplom<br />

vor die Wahl stellt, tauscht Senger-<br />

Weiss das Doktoratsstudium gegen den<br />

Lkw-Führerschein. Sie absolviert ein<br />

zweijähriges Speditionspraktikum in<br />

der Schweiz, den Niederlanden und den<br />

USA. „Vor allem das Jahr in einer New<br />

Yorker Familienspedition hat mir gut getan.<br />

Dort habe ich den American Way <strong>of</strong><br />

Life kennengelernt und bin selbstständig<br />

geworden“, erinnert sie sich.<br />

Wieder zurück in Österreich steigt sie<br />

1965 in das Familienunternehmen ein.<br />

Als nur drei Jahre später ihr Vater im<br />

Alter von 66 Jahren stirbt, übernimmt<br />

die damals 27-Jährige gemeinsam mit<br />

ihrem Mann die Geschäftsleitung. Sie<br />

trifft auf ein Management im Alter des<br />

Vaters und älter.<br />

In nur zwei Jahren setzt sie den Generationenwechsel<br />

um und startet mit<br />

der neuen Führungsmannschaft die<br />

Internationalisierung. Gesellschaftsstruktur<br />

und das Finanzmanagement werden<br />

auf neue Beine gestellt, es kommt Schwung<br />

ins Unternehmen. „Die Führungsmannschaft<br />

war der Meinung, handgeschriebenen<br />

Borderos wären viel schneller als der<br />

Computer“, lacht sie. Trotzdem beginnt<br />

Gebrüder Weiss gegen den Widerstand<br />

der Belegschaft mit der IT-Einführung.<br />

Alles macht sie gemeinsam mit ihrem<br />

Mann, wie sie betont. Die beiden sind<br />

eine Einheit mit Streitkultur und unterschiedlichen<br />

Zuständigkeiten. Sie<br />

zeichnet für die Europaspedition und<br />

das Führungspersonal verantwortlich.<br />

Ehemann Paul für Luft- und Seefracht,<br />

Personal, Gewerkschaften und Finanzen.<br />

Da kommt ihr Pragmatismus durch: Fürs<br />

Finanzielle hätte sie in den 60ern sowieso<br />

die Zustimmung des Gatten gebraucht,<br />

dann sollte doch gleich er es machen.<br />

Luft- und Seefracht war den Kindern geschuldet.<br />

„Ich kann doch nicht als Mutter<br />

von drei kleinen Kindern in Japan, China<br />

oder sonst wo auf der Welt herumreisen.<br />

In Europa bin ich nach zwei, drei Tagen<br />

wieder zurück“, meint sie. Mit Heimchen<br />

am Herd hat das wenig zu tun und mit<br />

dem Typus einer overprotecting Mother<br />

Seite 10


Heidi Senger-Weiss – Mitglied <strong>2015</strong><br />

Pressekonferenz mit Chefin.<br />

Dezember 2004: Übergabe des Steuerrades<br />

an den neuen Vorstand mit<br />

Wolfgang Niessner an der Spitze.<br />

Heidi und Paul Senger-Weiss.<br />

hat sie ebenso wenig gemein wie mit einer<br />

Emanze. Sie tut das Nötige. Aber, typisch<br />

Frau, gehört das Widersprüchliche auch<br />

bei ihr zum System. Sie trennt Firma und<br />

Familie strikt – „zuhause wird nicht gearbeitet“,<br />

um sich einer Sache 100-prozentig<br />

zu widmen. Andererseits macht sie keinen<br />

Unterschied zwischen Firma und Familie.<br />

Die Firma ist ihr viertes Kind.<br />

Beides, die 100-prozentige Aufmerksamkeit<br />

und der Raum für Selbstständigkeit,<br />

den sie den Menschen lässt, ist<br />

Teil ihres Erfolges. „Unser Englandverkehr<br />

zum Beispiel war nicht meine Idee,<br />

sondern die unseres Niederlassungsleiters<br />

in Dornbirn. Ich habe ihm nur die Möglichkeit<br />

gegeben, diese Idee umzusetzen.<br />

Er war happy und mir ist kein Stein aus<br />

der Krone gefallen.“ Solche Geschichten<br />

sind typisch für sie, denn sie muss sich<br />

nicht pr<strong>of</strong>ilieren.<br />

Europäisch verfolgt sie eine klare Linie.<br />

Senger-Weiss will ein Europanetz mit<br />

starken ähnlich strukturierten Partnern,<br />

die in ihrer Region genauso tief verankert<br />

sind wie Gebrüder Weiss. Hellmann, Rhenus,<br />

Cretschmar, Heppner und andere im<br />

System Alliance Verbund gehören dazu,<br />

aber auch Dachser oder Schachinger zählt<br />

sie zu den modernen Familienunternehmen<br />

mit verlässlichen Werten.<br />

Sie erkennt früh, dass das Paket einen<br />

Stellenwert in der Logistik einnehmen<br />

würde. Auf ihre Initiative geht 1988 auch<br />

die Gründung des Paketdienstes APS<br />

Austria Paket System (später DPDA) gemeinsam<br />

mit Schachinger und Lagermax<br />

zurück. Er wird in kurzer Zeit zum Marktführer<br />

im B2B-Bereich in Österreich und<br />

befindet sich bis heute in Familienbesitz.<br />

Dieser Schritt sollte sich als eine der wichtigsten<br />

Entscheidungen herausstellen und<br />

ist noch heute eine der tragenden Säulen<br />

des Unternehmens.<br />

1989 expandiert sie in die benachbarten<br />

Mittel- und Osteuropäischen Länder<br />

(MOEL), beginnend mit den Nachbarländern.<br />

Es entstehen Niederlassungen<br />

in Budapest, Prag, Brünn, Bratislava,<br />

Maribor und Ljubljana, später in S<strong>of</strong>ia<br />

und Bukarest. Die Länder werden marketingtechnisch<br />

heute als „WeissLand“<br />

bezeichnet. Gleichzeitig wird von Paul<br />

Senger-Weiss in Shanghai die erste Niederlassung<br />

in Fernost gegründet, kurz<br />

darauf eine weitere in Quingdao. Es folgt<br />

die Expansion nach Übersee, die in enger<br />

Kooperation als Joint Venture mit der<br />

Röhlig & Co. betrieben wird. So macht<br />

sie nach und nach aus einer nationalen<br />

Spedition eine europäische, der man die<br />

markführende Position in der Alpen-Donau-Region<br />

zubilligt – von der Schweiz<br />

bis zum Schwarzen Meer.<br />

Wie wenig andere steht Senger-Weiss<br />

für soziale Verantwortung in der Logistik.<br />

Gebrüder Weiss gilt durch die<br />

Vielzahl an ökologischen, ökonomischen<br />

und sozialen Maßnahmen als Vorreiter<br />

in nachhaltigem Wirtschaften und Vorbild<br />

für die Führung mittelständischer<br />

Familienunternehmen.<br />

Ein wesentlicher Faktor ihres Erfolges<br />

ist die Begabung, Mitarbeiter so zu<br />

motivieren, dass sie mit Begeisterung<br />

arbeiten. Sie spricht mit den Menschen,<br />

nicht weil es ein Personalberater als opportun<br />

erachtet, sondern weil es ihr ein<br />

Anliegen ist. „Wenn ein Mitarbeiter Paletten<br />

schubst, finde ich das toll, und das<br />

bringe ich zum Ausdruck. Denn wenn er<br />

das nicht ordentlich macht, weil er sich<br />

gering geschätzt fühlt, hilft uns das beste<br />

Management rein gar nichts.“ Sie nimmt<br />

Seite 11


Heidi Senger-Weiss – Mitglied <strong>2015</strong><br />

sich selber nicht so wichtig, Hauptsache die<br />

Mannschaft funktioniert. „Mir ist das ein<br />

Anliegen“, ergänzt sie mit einem leichten<br />

Befehlston, als erwarte sie das von allen<br />

Menschen. Deswegen fühlt sie sich wahrscheinlich<br />

auch wohler in ihrem kleinen<br />

Büro in der Spedition, als in der stylischen<br />

neuen Konzernzentrale nebenan.<br />

„Frauen haben einen Riesenvorteil“, sagt<br />

ihr Mann. „Sie haben es leichter, weil sie<br />

Dinge frei heraus sagen können.“ Sie sieht<br />

das zwar nur bedingt so, ist aber in der<br />

Tat keine, die um den „heißen Brei herumschwätzt“<br />

oder sich um eine Aufgabe<br />

drückt, mag sie noch so unangenehm sein.<br />

Wenn sie etwas zu sagen hat, tut sie es,<br />

wenngleich sie das nicht ganz undiplomatisch<br />

zum Ausdruck bringt. Dabei genießt<br />

sie es, unterschätzt zu werden. Es ist ihre<br />

Stärke, die sie ganz ohne Schadenfreude<br />

nutzt, was auch Konkurrenten im Lauf der<br />

Zeit zu spüren bekommen sollten. Als etwa<br />

der Deutschland-Partner Union Transport<br />

an die Nedlloyd-Gruppe verkauft wurde,<br />

drohte Goliath den David zu schlucken. Die<br />

Holländer hatten selbst Ambitionen auf ein<br />

eigenes Europa-Netz, doch Senger-Weiss<br />

wartete nicht ab, bis das Unternehmen sie<br />

vor vollendete Tatsachen stellen würde,<br />

sondern ließ ein neues Deutschlandnetz<br />

aufbauen. Die Umstellung war für einen<br />

Freitag im September 1990 geplant. Einen<br />

Tag zuvor schickte sie nicht wie damals<br />

üblich ein Fax, um die Zusammenarbeit<br />

mit Nedlloyd zu beenden. Sie flog am<br />

Donnerstag persönlich nach Düsseldorf<br />

im festen Glauben, der Plan sei längst<br />

aufgeflogen und man würde sie ihrerseits<br />

mit einem schlagkräftigen Österreich-<br />

Netz konfrontieren. Doch Nedlloyd fiel<br />

aus allen Wolken. Man war so mit der<br />

Fusion beschäftigt, dass die Aktivitäten<br />

des Partners unbemerkt geblieben waren.<br />

„Via Mala –<br />

der Familienweg“<br />

Die speditionelle Geschichte der Familie<br />

Weiss/Viz/Wizze reicht zurück<br />

bis ins 15. Jahrhundert. Im Auftrag der<br />

Handelskammern Lindau und Mailand<br />

betrieben die verwandtschaftlich<br />

verbundenen Familien Spehler und<br />

Weiss den Mailänder Boten für die<br />

Beförderung von Gütern, Geld und<br />

Briefen vom Bodensee in die Lombardei.<br />

Die fünfeinhalbtägige Tour wurde<br />

durch den Ausbau der abenteuerlichen<br />

und teils lebensgefährlichen Route<br />

durch die bis zu 300 Meter tiefe Via<br />

Mala-Schlucht zur festen wöchentlichen<br />

Einrichtung. Die Lizenz wurde<br />

nur an die vertrauenswürdigsten<br />

Bürger vergeben und üblicherweise<br />

von Generation zu Generation vererbt.<br />

Die Amtsinhaber verpflichteten<br />

sich per Eid zu größter Pünktlichkeit.<br />

Heidi Senger-Weiss wanderte mit ihrem<br />

Mann Paul und ihren Kindern<br />

Wolfram, Elisabeth und Heinz auf<br />

der Route ihrer Vorfahren durch die<br />

Via Mala-Schlucht.<br />

Den Österreichern wollte man erst ein<br />

Jahr später die Daumenschrauben anlegen.<br />

Dazu kam es nicht mehr. Gebrüder<br />

Weiss rückte mit den neuen Partnern<br />

zum österreichischen Marktführer im<br />

Deutschlandgeschäft auf.<br />

Auch das Engagement beim österreichischen<br />

Speditionsverband ist ein Erbstück.<br />

Nach dem Tod ihres Vaters wird sie eine<br />

der Vizepräsidenten des Österreichischen<br />

Zentralverbandes Spedition und Logistik.<br />

Die Prioritäten waren klar: Zuerst die Firma<br />

und die Kinder. An die Anfangstage<br />

ihrer Verbandsarbeit erinnert sie sich nach<br />

eigenen Aussagen kaum noch, sie hatte<br />

ganz andere Probleme, aber „fragen Sie<br />

nicht, wie ernst man mich da genommen<br />

hat“, lacht sie lauthals. Als Präsidentin<br />

des Zentralverbandes Spedition und Logistik<br />

oder der Sektion Verkehr der WK<br />

Vorarlberg setzt sie sich später neben<br />

den politischen Belangen der Branche<br />

insbesondere für Familienunternehmen<br />

ein, aber auch dafür, mehr Frauen für die<br />

Logistik zu begeistern.<br />

Das Denken in Generationen ist tief<br />

verankert in der Familie Weiss, deren<br />

speditionelle Geschichte 500 Jahre zurückreicht.<br />

Nicht das Klammern an die<br />

eigenen Vorstellungen, sondern das Wohl<br />

der Menschen in einem modernen Unternehmen<br />

steht an erster Stelle. „Deshalb<br />

haben wir früh das Steuer an die nächste<br />

Generation weitergeben, denn jede Generation<br />

muss in ihrer Zeit ihre Aufgaben<br />

lösen“, sagt die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>rin<br />

und setzt auch damit ein Zeichen in der<br />

Branche. Dass es ihr trotzdem schwer gefallen<br />

ist, daraus macht sie keinen Hehl.<br />

Ihre Verbundenheit zum Unternehmen<br />

wird nie enden, sagt Heidi Senger-Weiss.<br />

Sie ist heute im Aufsichtsrat. ∞<br />

Seite 12


Heidi Senger-Weiss Rubrik – Mitglied <strong>2015</strong><br />

Heidi Senger-Weiss<br />

Geboren am 20.5.1941 in Wien<br />

Volksschule und Realgymnasium in Bregenz, Österreich<br />

1963 Abschluss als Diplom-Kauffrau an der Wirtschaftsuniversität Wien<br />

1963 Speditionspraktika in der Schweiz, den Niederlanden und den USA<br />

1965 Einstieg bei Gebrüder Weiss<br />

1968 Geschäftsleitung gemeinsam mit ihrem Ehemann, Paul Senger-Weiss<br />

1969 Modernisierung der Anlagen und Beginn der Internationalisierung<br />

1988 Gründung des Paketdienstes APS Austria Paket System<br />

gemeinsam mit zwei österreichischen Partnern<br />

1989 Expansion in die benachbarten Mittel- und Osteuropäischen Länder (MOEL)<br />

und nach China<br />

2001 Gebrüder Weiss startet den Express-Speditionsdienst „ORANGE on time” in Österreich<br />

2005 Heidi Senger-Weiss wechselt nach 36 Jahren von der operativen Führung<br />

des Unternehmens in den Aufsichtsrat<br />

<strong>2015</strong> Aufnahme in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Heidi Senger-Weiss hat drei Kinder: geboren 1971 Wolfram (Mag. oec. und MBA),<br />

1972 Elisabeth (Dr. jur. und LLM USA) und 1974 Heinz (Mag. FH).<br />

Wolfram und Heinz Senger-Weiss sind seit 1.1.2005 Vorstandsmitglieder der Gebrüder<br />

Weiss AG, Tochter Dr. Elisabeth Krainer Senger-Weiss ist Rechtsanwältin in Wien.<br />

Seite 13


Interview Rubrik<br />

„Jede Generation muss<br />

in ihrer Zeit<br />

ihre Aufgaben lösen“<br />

Im Gespräch mit Heidi Senger-Weiss<br />

Frau Senger-Weiss, herzlichen Glückwunsch<br />

zu Ihrer Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>. Sie sind die erste<br />

Frau in der Ruhmeshalle.<br />

Ich fühle mich sehr geehrt, aber das habe<br />

ich doch gar nicht verdient.<br />

Typisch Frau! Sie gelten als Grande Dame<br />

der österreichischen Transportlogistik<br />

und haben über die Grenzen des Landes<br />

hinaus Impulse in der Unternehmensführung,<br />

Internationalisierung und<br />

Mitarbeitermotivation gesetzt. Sie sind<br />

nicht nur eine Pionierin der Logistik,<br />

sondern haben eine Benchmark in der<br />

Pr<strong>of</strong>essionalisierung mittelständischer<br />

Speditionsunternehmen gesetzt und<br />

darüber hinaus ein Unternehmen neu<br />

aufgestellt – zu einer Zeit, als Frauen<br />

noch nicht mal ein eigenes Konto haben<br />

durften.<br />

Mein Mann und ich haben auf uns zukommende<br />

Herausforderungen nie abgetan,<br />

sondern sehr ernst genommen. Außerdem<br />

habe ich immer Risikobereitschaft<br />

gezeigt. Das Risiko durfte aber nie so<br />

groß sein, dass die Existenz der Firma<br />

gefährdet ist. Das war für mich eine absolute<br />

Maßgabe. Das mit dem Bankkonto<br />

hat mich übrigens gar nicht so gestört, es<br />

war eben damals so.<br />

Was halten Sie für Ihre größte Leistung?<br />

Dass ich gemeinsam mit meinem Mann<br />

jahrzehntelang eine Firma geführt habe<br />

und wir immer noch eine sehr gute Ehe<br />

führen, halte ich für meine größte Leistung.<br />

Ich habe mir nie eingebildet, die<br />

beste Spediteurin zu sein. Meine Begabung<br />

ist es, Menschen zu motivieren und<br />

für ein Thema zu gewinnen, so dass sie<br />

mit Begeisterung arbeiten und sich für<br />

eine Sache einsetzen.<br />

Sie gehören zur Generation der 68er.<br />

Sehen Sie sich als Logistikrebellin?<br />

Im Gegenteil. Ich bin ein sehr traditionsbewusster<br />

Mensch und durch und durch<br />

konservativ. Ich bin im Stier geboren und<br />

alemannischen Geblüts. Diese beiden<br />

Faktoren sind allein schon ausreichend,<br />

dass man eher geerdet ist.<br />

War Speditionsunternehmerin Ihr<br />

Traumberuf oder eine Pflichtübung?<br />

Ich war schon immer an Wirtschaft interessiert<br />

und hatte keine Ambition Ärztin,<br />

Künstlerin oder etwas ganz anderes zu<br />

werden. Hätte ich einen Bruder gehabt,<br />

wäre es anders gekommen, aber ich war<br />

die einzige Tochter und mein Vater hatte<br />

keine andere Wahl, als auf mich zu setzen.<br />

Mein Vater hat sich riesig gefreut,<br />

dass ich die Nachfolge antrete, trotzdem<br />

hat er sich überhaupt nicht vorstellen<br />

können, was ein weibliches Wesen in<br />

dieser Branche anfangen soll. Als ich<br />

nach zwei Jahren Speditionspraktikum<br />

1965 zu Gebrüder Weiss nach Wien kam,<br />

habe ich ihn gefragt, was meine Aufgabe<br />

ist. Er hat gesagt: „Die musst Du Dir<br />

selber suchen.“<br />

Die freie Wahl kann ein Vorteil sein.<br />

Welche Themen haben Sie sich gesucht?<br />

Seite 14


Interview<br />

Seite 15


Interview<br />

Als mein Vater gestorben war, kam die<br />

Verantwortung wie eine Welle auf uns<br />

zu. Ich kannte das Unternehmen ja noch<br />

zu wenig und der Druck, das Richtige<br />

zu tun, war riesig. Wir haben uns dem<br />

gestellt und getan, was notwendig war:<br />

der Generationenwechsel in der zweiten<br />

Führungsebene, eine neue Gesellschaftsstruktur,<br />

die Internationalisierung und<br />

Modernisierung der Spedition. In Logistik<br />

waren wir in Österreich Pioniere und<br />

haben die Grundlagen für vieles gelegt,<br />

was die heutige Generation umsetzt. Bei<br />

der Computereinführung waren wir unter<br />

den ersten, obwohl wir großen Widerstand<br />

aus der Belegschaft hatten. Die<br />

Führungsmannschaft war der Meinung,<br />

handgeschriebene Borderos wären viel<br />

schneller als der Computer.<br />

Wie ernst hat man Sie 1968 als Frau<br />

an der Spitze einer großen Spedition<br />

genommen?<br />

Die Führungsmannschaft hat mich nicht<br />

für voll genommen. Wenn ich etwas über<br />

die Spedition gesagt habe, konnten alle<br />

anderen das natürlich besser. Dadurch,<br />

dass mich auch in der Branche niemand<br />

ernst genommen hat, hatte ich aber einen<br />

gewissen Windschatten und selbst<br />

harte Konkurrenten sind nicht mit der<br />

vollen Breitseite auf ein Unternehmen<br />

losgegangen, das gerade durch den Tod<br />

des Inhabers geschwächt war. Nach drei<br />

Jahren hatten wir unsere Hausaufgaben<br />

gemacht, wir waren gesettelt und die neue<br />

Generation Manager hat uns sehr ernst<br />

genommen.<br />

Eine Frau an der Spitze einer Spedition:<br />

Vor- oder Nachteil?<br />

Es ist natürlich ein Nachteil, zu meiner<br />

Zeit sowieso. Aber es hat gewisse Vorteile.<br />

Alle, auch ich selbst, erwarten von<br />

einer Frau weniger. Deswegen musste<br />

ich nicht ständig beweisen, was ich alles<br />

Tolles getan habe.<br />

Braucht die Logistik eine Frauenquote?<br />

Ich bin eine absolute Gegnerin der Quote.<br />

Die Dinge müssen organisch wachsen.<br />

Es ist ja nicht so, dass geeignete Frauen<br />

Schlange stehen würden, um Führungspositionen<br />

zu übernehmen. Ich habe einmal<br />

versucht, Unternehmerinnen für die Verbandsarbeit<br />

zu gewinnen. Die Resonanz<br />

war bescheiden. Die Ursache dafür ist, dass<br />

Frauen nicht nur etwas wegen eines Titels<br />

machen, sondern weil sie etwas bewegen<br />

wollen. Neben Firma und Familie ist aber<br />

ein dritter Job einfach nicht mehr drin.<br />

Das ist der wahre Grund, warum so wenig<br />

wirklich kompetente Frauen bereit sind,<br />

Aufsichtsratsfunktionen zu übernehmen.<br />

Familie und Beruf – wo und wie haben<br />

Sie Ihre Prioritäten gesetzt?<br />

Ich bin multitasking Unternehmerin und<br />

full-time Geschäftsfrau und hatte immer<br />

zwei Berufe: das eine war, die Firma zu<br />

führen. Zuhause war ich ausschließlich<br />

Hausfrau und Mutter. Die Firma war<br />

mein viertes Kind, und ich habe alle meine<br />

Kinder relativ früh zur Selbstständigkeit<br />

erzogen. Das Ergebnis ist jedenfalls sehr<br />

erfreulich. Jetzt sagen Sie wahrscheinlich<br />

wieder „typisch Frau“, aber ohne meinen<br />

Mann hätte ich das niemals geschafft.<br />

Welches Image möchten Sie nicht haben?<br />

Das einer Emanze. Ich habe immer auch<br />

versucht Frau zu sein und mit Charme,<br />

Überredungskünsten und Freundlichkeit<br />

meine Ziele zu erreichen.<br />

Sie gelten als die Initiatorin der österreichischen<br />

DPD...<br />

... da haben auch viele andere ihre Meriten.<br />

Wie kam es dazu?<br />

Wir haben anfangs Kleinpakte mit großen<br />

Verlusten befördert. Dann kam diese großartige<br />

Innovation des DPD in Deutschland.<br />

Wir haben es genau analysiert und<br />

hatten schon das Konzept für einen österreichischen<br />

Paketdienst „Austria Paket<br />

System“ nach dem Vorbild des DPD in der<br />

Schublade. Der Start für APS war auf den<br />

1. April 1988 angesetzt. Im Februar 1988<br />

rief Max Schachinger an und hat gefragt:<br />

“Ist Gebrüder Weiss bereit, gemeinsam<br />

mit uns – Schachinger und Lagermax<br />

Seite 16


Interview<br />

– und unterstützt durch den deutschen<br />

DPD, einen Paketdienst in Österreich<br />

aufzubauen?“ Mein Mann und ich waren<br />

gerade für eine Woche mit den Kindern<br />

in Urlaub und haben die Vor- und Nachteile<br />

eines solchen Kooperationsmodells<br />

abgewogen und uns dafür entschieden.<br />

Es war eine tolle Entscheidung und wir<br />

haben es nie bereut. Wir haben uns nicht<br />

nur die Kinderkrankheiten gespart, sondern<br />

auch einige Dinge besser gemacht<br />

als die Deutschen.<br />

Das wäre?<br />

Es ist Ihnen vielleicht aufgefallen, dass es<br />

in Europa nur eine einzige private marktführende<br />

Paketfirma gibt und das ist der<br />

DPD in Österreich. Hier kooperieren drei<br />

Partner, die sonst Konkurrenten sind, und<br />

das heißt einiges. Es war eine massive<br />

Aufgabe, an der viele mitgewirkt haben.<br />

Dass wir aber den DPD nicht verkauft,<br />

sondern privat weitergeführt haben, ist<br />

primär meiner Sturheit zu verdanken. Ich<br />

bin der Überzeugung gewesen und bin es<br />

noch, dass die komplementäre Dienstleistung<br />

vom kleinen Paket bis zur Komplettladung<br />

ein Erfolgsfaktor ist. Dabei habe<br />

ich immer anerkannt, dass derjenige,<br />

der das Paket zustellt, ein wesentlicher<br />

Faktor ist. Wenn man nicht wenigstens<br />

so viel zahlt, dass bei guter Organisation<br />

eine kleine Marge verdient werden kann,<br />

dann wird der Zusteller seine Leistung<br />

auf Dauer nicht gut erbringen. Darauf<br />

haben wir beim DPD von Beginn an im<br />

Tarifgeschehen geachtet.<br />

Was halten Sie für den wichtigsten Erfolgsfaktor<br />

in der Spedition?<br />

Personalpolitik war und ist das allerwichtigste<br />

in der Logistik. Nur mit motivierten,<br />

unternehmerisch denkenden<br />

Mitarbeitern, und zwar auf allen Ebenen,<br />

kann man Geld verdienen.<br />

Was kann die heutige Generation Logistikmanager<br />

von Ihnen lernen?<br />

Die soziale Verantwortung, den Erfüllungsgehilfen<br />

auch leben zu lassen. Die<br />

Stückgutspedition leidet heute mehr denn<br />

je daran, dass der Ausgangsspediteur zu<br />

Lasten des Eingangsspediteurs verdienen<br />

will, indem er ihn dazu zwingt, zu<br />

Verlusten zuzustellen. Das schadet dem<br />

Ansehen der gesamten Branche. Es kann<br />

sich arithmetisch nicht ausgehen, dass<br />

jeder mehr Ausgang als Eingang hat.<br />

Einer verliert immer, weil er zufällig in<br />

München sitzt oder in einem anderen Agglomerationszentrum<br />

und deshalb mehr<br />

Eingang als Ausgang hat. Wir hatten in<br />

Österreich nie fixe Tarife, konnten daher<br />

insgesamt weniger verdienen, aber haben<br />

diesen Ausgleich schon immer geübt.<br />

Welchen Rat gibt eine <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>rin<br />

der Branche?<br />

Die Fakten zu erkennen und schrittweise<br />

ein Minimum an Vernunft einkehren<br />

zu lassen. Solange es jedoch Firmen gibt,<br />

die halbstaatlich subventioniert und mit<br />

wenig sozialer Verantwortung allein in<br />

der Gesamtrechnung denken und nicht<br />

in Produkten, ist das zugegebenermaßen<br />

schwierig.<br />

Ein Punkt liegt mir noch am Herzen: Es<br />

geht unendlich viel mit dem Computer<br />

und Standards sind nötig, weil man nur<br />

dadurch die Kosten beherrschen kann.<br />

Aber es ist immer der Mensch, der die<br />

Qualität bietet. Die Logistik sollte nicht<br />

den Fehler begehen, die Gabe der Improvisation<br />

und Flexibilität zu verlernen. In<br />

dieser Disziplin waren die Spediteure<br />

immer besonders gut.<br />

Worauf würden Sie den Fokus legen, wenn<br />

Sie heute noch einmal am Start wären?<br />

Ich bin überhaupt nicht technikgläubig,<br />

aber ich wäre sicher viel stärker computerisiert<br />

und würde diese Aufgabe für das<br />

Unternehmen annehmen. Ich sehe zum<br />

Beispiel mit dem Internet eine Zeitbombe<br />

in Sachen Datensicherheit auf uns zukommen.<br />

Das gilt es zu lösen. Die Informationstechnologie<br />

hat sich in einer Hektik<br />

entwickelt, die ich nicht mehr beherrschen<br />

konnte. Auch deshalb haben wir früh das<br />

Steuer an die nächste Generation weitergeben,<br />

denn jede Generation muss in ihrer<br />

Zeit ihre Aufgaben lösen. ∞<br />

Seite 17


Rubrik<br />

Alexander Dobrindt<br />

Bundesminister für Verkehr<br />

und digitale Infrastruktur<br />

Schirmherr der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Seite 18


Kommentar<br />

Vier Prinzipien<br />

vorbildlichen<br />

Unternehmertums<br />

von Alexander Dobrindt<br />

Pionierin, Impulsgeberin und Innovationsführerin – Heidegunde<br />

Senger-Weiss hat die Logistik in besonderer Weise geprägt,<br />

sich den Respekt einer ganzen Branche erarbeitet und<br />

den Mobilitätsfortschritt gestaltet.<br />

Eigentlich war schon 1968 klar, dass Senger-Weiss eines Tages<br />

in eine Ruhmeshalle der Logistik einziehen würde. Die damals<br />

27-Jährige übernahm den über 500 Jahre alten Familienbetrieb<br />

und führte ihn mit neuer Dynamik von Erfolg zu Erfolg.<br />

Vier Prinzipien vorbildlichen Unternehmertums hat Senger-<br />

Weiss dabei immer verfolgt: Modernisierung, Diversifizierung,<br />

Globalisierung und Digitalisierung. Sie modernisierte<br />

die Gesellschaftsstruktur und das Finanzmanagement ihres<br />

Betriebs, sie baute mit der Gründung des Paketdienstes APS<br />

das Geschäftsmodell aus, internationalisierte das Unternehmen<br />

mit heute 150 Standorten weltweit und setzte bereits 1974 auf<br />

elektronische Datenverarbeitung in der Buchhaltung. Jahrzehntelang<br />

hat Senger-Weiss Güterströme organisiert, mobilisiert<br />

und aktiviert – als Geschäftsleiterin, später als Aufsichtsrätin<br />

von Österreichs ältestem Logistikunternehmen und als<br />

Verbandspräsidentin. Orientiert hat sie sich dabei immer an<br />

der Wohlstandspyramide moderner Volkswirtschaften: ohne<br />

Mobilität keine Prosperität. Damit hat sie Wachstum, Wohlstand<br />

und Arbeit in Österreich und in Europa vorangetrieben.<br />

Heidegunde Senger-Weiss ist eine Mittelständlerin im besten<br />

Sinne – mit einem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein<br />

für ihre Mitarbeiter, Gesellschaft und Umwelt. Sie ist eine herausragende<br />

Persönlichkeit – und eine große Bereicherung für<br />

die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>: als beispielhafte Unternehmerin<br />

und erste Frau unter den Besten in der Logistik.<br />

Seite 19


Kommentar<br />

Habe<br />

die Ehre<br />

von Bernard Krone<br />

„Habe die Ehre“ – das sagt man in Österreich gern zum<br />

Abschied. Diese schöne Redensart stelle ich ganz bewusst<br />

an den Anfang meiner Laudatio, denn es ist mir<br />

in der Tat eine große Ehre, Heidi Senger-Weiss zu gratulieren.<br />

Es gibt 1000 gute Gründe, warum sie die „First Lady“<br />

in der „<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>“ ist. Zum einen gewiss der<br />

wirtschaftliche Erfolg, der auf einer großen Portion Fleiß<br />

und unternehmerischer Weitsicht basiert.<br />

Besonders imponiert hat mir aber, wie sehr sich Heidi<br />

Senger-Weiss immer für die Weiterführung des Betriebes<br />

engagiert, wie konsequent sie die Werte eines<br />

familiengeführten Unternehmens als vorbildliche Teamplayerin<br />

umgesetzt und den Übergang auf die nächste<br />

Generation perfekt organisiert hat. Der Dichter Ernst<br />

Ferstl hat es treffend formuliert: Verantwortung zu tragen<br />

ist eine der schwersten Prüfungsaufgaben, die uns das<br />

Leben stellt.<br />

In diesem Sinne gehört der Respekt des gesamten<br />

Krone Teams Ihnen, liebe Frau Senger-Weiss.<br />

Bernard Krone<br />

Geschäftsführender Gesellschafter<br />

Bernard Krone Holding GmbH & Co. KG<br />

Seite 20


Kommentar<br />

Botschaft<br />

an die Logistik<br />

von Werner Gockeln<br />

Heidi Senger-Weiss beeindruckt, weil sie es geschafft hat, das Unternehmen Weiss gemeinsam mit ihrem Mann in<br />

eines der wenigen familiengeführten Umsatz-Milliarden-Unternehmen weiterzuentwickeln. Chapeau!<br />

Doch das alleine wäre nicht ausreichend für den Einzug in die höchste Ruhmeshalle.<br />

Die erste Frau in der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> hat eine Botschaft an die Branche gesandt,<br />

dass soziale Verantwortung nicht Kosten- sondern Erfolgsfaktor ist und Führung Werte voraussetzt.<br />

Sie hat diese Botschaft mit Energie und Entschlossenheit vorgelebt. Sie ist angekommen.<br />

Werner Gockeln<br />

Geschäftsführender Vorstand<br />

SVG Bundes-Zentralgenossenschaft<br />

Straßenverkehr eG<br />

Seite 21


Kommentar<br />

„Seit damals<br />

kümmern wir uns<br />

um Transporte“<br />

von Dr. Wolfgang Schüssel,<br />

Österreichischer Bundeskanzler 2000-2007<br />

Dass Heidegunde Senger-Weiss als erste Frau in die <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> aufgenommen wird, freut mich riesig. Zum<br />

ersten, weil diese tolle Frau erstmals eine Männerbastion<br />

geknackt hat. Zum zweiten, weil sie es wirklich verdient, in<br />

dieser Weise gewürdigt und herausgehoben zu werden. Und<br />

weil – im Unterschied zu vielen anderen Ehrungen, die ich<br />

kommentieren durfte – ich Heidi Senger-Weiss, ihren Mann<br />

Paul und den Betrieb persönlich seit langem kenne und schätze.<br />

Dieser Familienbetrieb reicht ja unglaublicherweise bis<br />

ins Jahr 1445 zurück. Hand aufs Herz: Welches Unternehmen<br />

kann sonst noch von sich behaupten, auf fast 570 Jahre<br />

erfolgreiches Wirtschaften zurückblicken zu können. Ich<br />

erinnere mich an einen Werbespruch mit Goethe, der 1788<br />

seine Rückreise aus Italien über die Alpen mit dieser Firma<br />

abwickelte: „Seit damals kümmern wir uns um Transporte“.<br />

Aber heute ist die Logistik des Güter-, nicht mehr des Personenverkehrs<br />

ihre Kernkompetenz. Sie ist eine Lebensader<br />

unserer modernen Gesellschaft geworden. Was wäre unsere<br />

Lebensqualität ohne pulsierende Verkehrsadern? Das Zusammenspiel<br />

von Schiene, Straße und Schiffen, die internationale<br />

Normung und automatisierte Be- und Entladung von<br />

Containern, reibungslose Lieferungen in Time – eine wahre<br />

Revolution hat sich hier vor unseren Augen abgespielt und<br />

Heidi Senger-Weiss hat sie mitgestaltet.<br />

Seite 22


Wir vernetzen<br />

die Welt.<br />

Wer den Weg der Zukunft kennt,<br />

ist immer einen Schritt voraus.<br />

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Gemeinsam in Bewegung<br />

Egal ob Transport, Lagerung oder komplexe Logistikkonzepte – das breit gefächerte<br />

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B2C und überzeugen durch ein starkes Netzwerk an internationalen Partnern.<br />

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Kommentar<br />

Vorbild für die<br />

Führung<br />

von Marcel Frings<br />

Chief Representative von TimoCom<br />

Die Österreicherin Heidi Senger-Weiss ist ein Vorbild für die Führung<br />

mittelständischer Familienunternehmen. Deshalb zieht sie<br />

höchst verdient als erste Frau in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> ein.<br />

Mit gerade einmal 27 Jahren übernahm sie neben ihrem Mann die<br />

Geschäftsleitung der Spedition Gebrüder Weiss und entwickelte sie zu einem überaus<br />

erfolgreichen internationalen Unternehmen. In den letzten Jahren<br />

beeinflusste Senger-Weiss positiv die europaweite Wettbewerbsfähigkeit der Transportlogistik<br />

und steht gleichzeitig für soziale Verantwortung. Dabei unterstützt sie auch<br />

immer wieder ihre Partner und die Öffentlichkeit mit ihrem Know-how.<br />

Seite 24


Kommentar<br />

Beeindruckendes<br />

Lebenswerk<br />

von Markus Wallner<br />

Landeshauptmann von Vorarlberg<br />

„Unternehmerin bleibt man ein Leben lang. Wer beruflich<br />

sehr engagiert ist, kann doch nicht von heute auf morgen<br />

auf Pension umschalten“. Diese markante Aussage von<br />

Heidegunde Senger-Weiss in einem Interview vor drei Jahren<br />

zeigt schon, aus welchem Holz die Ehegattin, dreifache<br />

Familien mutter und neunfache Oma geschnitzt ist.<br />

Nach dem Tod ihres Vaters trat sie in dessen Fußstapfen und<br />

übernahm mit gerade einmal 27 Jahren zusammen mit ihrem<br />

Mann Paul die Spedition Gebrüder Weiss. 36 Jahre stand sie<br />

danach an der Spitze des Unternehmens und baute die Firma erfolgreich<br />

zu einem global tätigen und führenden Logistikkonzern<br />

aus. Hinter dieser beachtlichen Leistung stecken enormer Innovationsgeist<br />

und wirtschaftlicher Spürsinn, aber auch ein hohes<br />

Maß an Ausdauer und Durchsetzungsvermögen. Ihr Know-how<br />

und ihre Erfahrung bringt die Vollblut-Unternehmerin bis heute<br />

als Vorsitzende im Aufsichtsrat des Unternehmens ein. Nach<br />

wie vor hat ihr Wort Gewicht, nicht nur im Konzern. Sie ist auch<br />

gefragte Referentin. Mit ihrem „WeissBuch“ hat sie zudem die<br />

stolze Geschichte des seit 1474 bestehenden Familienbetriebes<br />

spannend aufgearbeitet. Ihre Wahl in die internationale Ruhmeshalle<br />

der Logistik, als erste Frau überhaupt, ist eine verdiente<br />

Anerkennung für ein beeindruckendes Lebenswerk.<br />

Seite 25


Kommentar<br />

Abwägen<br />

& Handeln<br />

von Dr. Max Schachinger<br />

Als Heidi Senger-Weiss und ich Ende 2013 in der Wirtschaftsuniversität<br />

Wien unser Dekret für das 50-jährige<br />

Diplom-Jubiläum in Empfang nehmen konnten, war dies<br />

ein Symbol für Jahrzehnte an gemeinsamen Berührungspunkten<br />

& Aktivitäten – etwa im Präsidium des Zentralverbandes<br />

der Österreichischen Spediteure, im Aufsichtsrat<br />

der ÖKOMBI, beim Aufbau des gemeinsamen Paketdienstes<br />

APS (später DPD) sowie in einer spannenden Entwicklung<br />

der Logistikmärkte.<br />

Es ist daher angebracht, eine der hervorstechendsten Eigenschaften<br />

von Heidi Senger-Weiss an einem typischen<br />

Beispiel zu beschreiben: Als Ende der 80er Jahre die Gründung<br />

eines österreichischen Paketdienstes in der Luft lag,<br />

entstand bei uns die Idee, Heidi und Paul Senger-Weiss zu<br />

kontaktieren und ein Kooperationsmodell zwischen Weiss,<br />

Schachinger und Lagermax vorzuschlagen. Es war ein Versuch,<br />

wenn auch mit geringen Chancen, denn Heidi Senger-<br />

Weiss ist bekannt als alemannisch vorsichtig und würde<br />

sicher keine raschen, unüberlegten Wagnisse eingehen. Es<br />

kam zu einem wegweisenden Telefonat unter dem Motto:<br />

„Wieso soll das nicht funktionieren?“ Nach nur wenigen<br />

Tagen kam überraschenderweise das OK von Heidi und<br />

Paul Senger-Weiss.<br />

Dr. Max Schachinger<br />

Gesellschafter<br />

der Schachinger Logistik Holding<br />

GmbH, Hörsching<br />

Es ist diese gute und für sie typische Mischung aus „kritischem<br />

Abwägen & Vorsicht“ einerseits und „raschem &<br />

konsequenten Handeln“ andererseits. Der Weg vom ursprünglichen<br />

„Nein“ zum „Ja“ war sicherlich begleitet von<br />

der Einsicht, dass trotz der eigenen Stärke eine Kooperation<br />

vorteilhaft sein kann, wenn alle Beteiligten pr<strong>of</strong>itieren. So<br />

zu denken und zu handeln setzt Einsichtsfähigkeit, aber<br />

auch Rückgrat und einen festen Willen voraus.<br />

Seite 26


Kommentar<br />

Für Logistik<br />

begeistern<br />

Heidi Senger-Weiss, die erste Frau in der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong><br />

<strong>of</strong> <strong>Fame</strong>, ist ...<br />

... ein großes Vorbild in der Führung mittelständischer<br />

Unternehmen. Sie ist das beste Beispiel dafür, wie sich Frauen<br />

für Logistik begeistern können und weist eine große Begabung<br />

dafür auf, Menschen zu motivieren, so dass sie sich mit<br />

Begeisterung für eine Sache einsetzen.<br />

W<strong>of</strong>ür stehen für Sie die Mitglieder der Ruhmeshalle?<br />

Die Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> stehen für Trends<br />

und Innovationen in der Logistik.<br />

Was macht Spitzenleistung in Ihren Augen aus?<br />

Der Definition nach ist Spitzenleistung eine „hervorragende,<br />

ausgezeichnete Leistung“. Für mich macht Spitzenleistung<br />

vor allem ein hohes Engagement, eine große Motivation und<br />

ein Ergebnis aus, das sich von der Masse abhebt und etwas<br />

voran bringt.<br />

Thomas A. Fischer<br />

Geschäftsführer Vertrieb,<br />

Marketing und Service (CSO)<br />

Still GmbH, Hamburg<br />

Seite 27


Nominierung <strong>2015</strong><br />

Vorwahl.<br />

Shortlist.<br />

Wahlempfehlung.<br />

Wer soll in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> einziehen?<br />

In jedem Wahljahr diskutiert zuerst<br />

das Nominierungs-Komitee über diese Frage.<br />

16. Juni <strong>2015</strong>, Invalidenstraße 44, Berlin:<br />

Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin<br />

beim Bundesminister für Verkehr<br />

und digitale Infrastruktur (BMVI)<br />

und Koordinatorin der Bundesregierung<br />

für Güterverkehr und Logistik, hat das<br />

Nominierungs-Komitee ins Ministerium<br />

geladen. Nur fünf Meter entfernt vom<br />

Erich-Klausener-Saal, in dem traditionell<br />

die <strong>of</strong>fizielle Aufnahme des neuen<br />

Mitglieds stattfindet, schließen sich um<br />

15 Uhr die Türen zum Sitzungssaal 8.<br />

Auf der Tagesordnung steht eine Frage:<br />

Welche Namen sollen auf die Shortlist<br />

für die Wahl zur <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

<strong>2015</strong>? 31 Vorschläge aus Deutschland,<br />

Finnland, Frankreich, Österreich, Japan,<br />

der Schweiz und den USA waren während<br />

der dreimonatigen Vorschlagphase<br />

eingegangen. Nur die sieben Mitglieder<br />

des Nominierungs-Komitees kennen ihre<br />

Namen, aber 80 Prozent der Vorschläge<br />

würde man unbesehen zum Who is Who<br />

der weltweiten Logistik zählen. Weniger<br />

bekannte, aber nicht weniger überzeugende<br />

Kandidaten kamen in diesem Jahr aus<br />

Finnland, Frankreich und der Schweiz.<br />

Das Nominierungs-Komitee muss sich<br />

auf maximal zehn Finalisten einigen – die<br />

Statuten der Ruhmeshalle setzen diese<br />

Grenze – und legt darüber hinaus eine<br />

Reihenfolge fest, die den 46 Juroren aus<br />

allen Teilbereichen der Logistik später als<br />

Wahlempfehlung dient. Aus dieser Shortlist<br />

wählt die Jury im zweiten Wahlgang<br />

das neue Mitglied der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong><br />

<strong>Fame</strong>. Es spielt dabei keine Rolle, ob es<br />

sich um einen Vorschlag oder eine Bewerbung<br />

handelt, diese Information wird<br />

im Wahlprozess nicht mehr publiziert.<br />

Nach knapp zwei Stunden Diskussion standen<br />

die Finalisten für die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong><br />

<strong>of</strong> <strong>Fame</strong>-Wahl <strong>2015</strong> fest. Einstimmig. ∞<br />

Seite 28


Nominierung <strong>2015</strong><br />

Das Nominierungs-Komitee der<br />

<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> folgte der<br />

Einladung ins Bundesverkehrsministerium<br />

(vlnr.): Pr<strong>of</strong>. Dr. Michael ten<br />

Hompel, Geschäftsführender<br />

Institutsleiter Fraunh<strong>of</strong>er IML, Mitglied<br />

der Ruhmenhalle; Dorothee Bär,<br />

Parlamentarische Staatssekretärin<br />

beim Bundesminister für Verkehr und<br />

digitale Infrastruktur (BMVI) und<br />

Koordinatorin der Bundesregierung<br />

für Güterverkehr und Logistik; Birgit<br />

Bauer, Chefredakteurin Verkehrs-<br />

Rundschau; Anita Würmser, Geschäftsführende<br />

Jury-Vorsitzende der<br />

<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>; Thilo Jörgl,<br />

Chefredakteur Logistik heute;<br />

Detthold Aden, Mitglied der <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>; Adalbert Wandt,<br />

Präsident des Bundesverbandes<br />

Güterkraftverkehr Logistik und<br />

Entsorgung (BGL).<br />

Seite 29


Aus dem Netzwerk<br />

Standpunkte<br />

Sie gehören zum Who is Who der Logistik. Ihre Meinung ist gefragt, wenn es um Logistik<br />

geht. Sie wählen in jedem Jahr das neue Mitglied, beraten die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

und können sich ein Urteil erlauben: Kommentare, Analysen und Standpunkte aus dem<br />

Netzwerk.<br />

Frau Senger-Weiss steht für eine globale Erfolgsgeschichte<br />

eines modernen Familienunternehmens.<br />

Dabei beeindruckt sie kontinuierlich durch<br />

innovative Zeichensetzung in der Logistikbranche.<br />

Es ist ihre Spitzenleistung, die sie zu einer Bereicherung<br />

der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> macht.<br />

Andreas Marquardt<br />

Präsident des Bundesamtes für Güterverkehr<br />

Mitglied der Jury<br />

In der Logistik werden täglich kleine – und manchmal auch große – Wunder<br />

vollbracht. Die Wegbereiter und Pioniere für ihre Arbeit und die Weiterentwicklung<br />

der Logistik zu ehren und auszuzeichnen, ist daher konsequent. Und<br />

darüber hinaus noch hochsympathisch. Denn die Vertreterinnen und Vertreter<br />

der <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> sind zugleich Markenbotschafter für die Logistik insgesamt.<br />

Der diesjährigen Preisträgerin ganz herzlichen Glückwunsch!<br />

Dr. Robert Schönberger<br />

Messe München GmbH, Exhibition Group Director transport logistic / ceramitec<br />

Mitglied der Jury<br />

Die Logistikbranche braucht Menschen, die<br />

für sie brennen, sich überdurchschnittlich<br />

engagieren, vorangehen und vorandenken.<br />

Danke an Heidi Senger-Weiss für ihr<br />

großes Engagement!<br />

Frauke Heistermann<br />

Mitglied der Geschäftsleitung Axit GmbH<br />

Mitglied des Vorstands der BVL<br />

Mitglied der Jury<br />

Seite 30


Aus dem Netzwerk<br />

Heidi Senger-Weiss hat mit Charme und unternehmerischem Weitblick<br />

gezeigt, wie man über Jahrzehnte hinweg ein großes Unternehmen<br />

formen und den Erfolg von Jahr zu Jahr steigern kann. Sich als Frau in der<br />

Männer-Domäne Logistik zu behaupten, fiel ihr ebenso leicht wie sich für<br />

Belange der gesamten Branche einzusetzen. Dafür gebührt ihr der Respekt<br />

und Beifall von allen Juroren.<br />

Martin Schrüfer<br />

Leitender Chefredakteur „LT-manager“ und „Materialfluss“, JM Fachmedien GmbH<br />

Mitglied der Jury und im Unterstützerkreis<br />

Der Dank vieler Familienbetriebe mit Nachfolgesorgen ist Heidi<br />

Senger-Weiss gewiss: Sie ist mit ihrer Aufnahme in die Ruhmeshalle<br />

der Logistik international zum sichtbaren Vorbild für Töchter,<br />

Nichten und weibliche Führungskräfte in der mittelständischen<br />

Transportlogistik geworden. Sie hat Logistik zur attraktiven<br />

Perspektive gemacht.<br />

Adalbert Wandt<br />

Präsident des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung<br />

Mitglied im Nominierungs-Komitee, der Jury und im Unterstützerkreis<br />

In der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> sammeln sich hervorragende<br />

Köpfe, die echte Innovationen oder nachhaltige Anstöße für<br />

die Entwicklung der Branche gegeben haben. Wenn zu<br />

hervorragendem Prozessdenken noch unternehmerisches<br />

Talent dazukommt, wie bei Heidi Senger-Weiss, dann ist der<br />

Weg frei für eine vorbildliche Rolle in der europäischen Logistik.<br />

Bernd Biehl<br />

Stellvertretender Chefredakteur der Lebensmittel Zeitung<br />

Mitglied der Jury und im Unterstützerkreis<br />

Ich freue mich sehr, dass in diesem Jahr erstmals eine Frau in die<br />

<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> Einzug gehalten hat. Heidi Senger-Weiss ist<br />

eine herausragende Unternehmerin, die stets Weitblick und Gespür<br />

für neue Entwicklungen bewiesen und diese in erfolgreiches wirtschaftliches<br />

Handeln umgesetzt hat. Damit hat sie sich die Aufnahme<br />

in die ehrenvolle Riege der „<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>r“ mehr als verdient.<br />

Thomas Hailer<br />

Geschäftsführer Deutsches Verkehrsforum<br />

Mitglied der Jury und im Unterstützerkreis<br />

Seite 31


Aus dem Netzwerk<br />

Heidi Senger-Weiss hat als herausragende Unternehmerin<br />

die Transport- und Logistikwirtschaft über Jahrzehnte<br />

mitgeprägt. Ihr Wirken ist ein Beispiel dafür, dass sich<br />

Familienunternehmen mit kluger und verantwortungsvoller<br />

Führung zu „Hidden Champions“ entwickeln können.<br />

Pr<strong>of</strong>. Dr. Stephan M. Wagner<br />

Leiter des Lehrstuhls für Logistikmanagement und Direktor Executive<br />

MBA in Supply Chain Management an der ETH Zürich<br />

Mitglied der Jury<br />

Heidi Senger-Weiss hat gezeigt, dass sie ihre Pr<strong>of</strong>ession<br />

als Freight Forwarder beherrscht, als Unternehmerin<br />

führen und netzwerken kann und nun als Logistikerin<br />

und erste Frau in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

berufen wird. Eine Pionierin mit Vorbildfunktion für<br />

Werte, Leistung und Engagement.<br />

Pr<strong>of</strong>. Dr.-Ing. Katja Windt,<br />

Präsidentin der Jacobs University<br />

Mitglied der Jury<br />

Es hat mich immer beeindruckt, mit welcher Weitsicht und<br />

Klugheit Heidi Senger-Weiss die Gebrüder Weiss-Gruppe<br />

zu einem marktführenden Player entwickelt hat. Die Überleitung<br />

der Verantwortung auf die Geschäftsleitung und auf<br />

die nächste Generation in der Familie ist beispielhaft.<br />

Cornelius Geber<br />

Geschäftsführender Gesellschafter der<br />

CG Beteiligungs- & Management GmbH<br />

Mitglied der Jury<br />

Frauen bringen <strong>of</strong>t in der von Männern geprägten Logistikwelt<br />

wichtige neue Aspekte und Gedanken. Es ist daher nur zu<br />

wünschen, dass sich in Zukunft noch mehr Frauen für die<br />

Logistikbranche interessieren. Ich h<strong>of</strong>fe, dass durch die Wahl<br />

von Heidi Senger-Weiss als erste Frau in die <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

weitere Frauen für unsere Branche motiviert werden.<br />

Karl Fischer<br />

Geschäftsführer der LKZ Prien GmbH<br />

Mitglied der Jury<br />

Seite 32


Aus dem Netzwerk<br />

Erstmals eine Frau in der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>. Da schreien<br />

schlecht Informierte: „Quotenfrau!“ Gut Informierte dagegen:<br />

Chapeau! Heidi Senger-Weiss hat den ältesten österreichischen<br />

Logistikdienstleister in Sachen Internationalisierung und<br />

Mitarbeitermotivation über die Grenzen der Alpenrepublik<br />

bekannt gemacht. Hut ab vor der Grande Dame der Logistik!<br />

Thilo Jörgl<br />

Chefredakteur Logistik Heute<br />

Mitglied der Jury und im Nominierungs-Komitee<br />

Der Einsatz moderner Technologien macht viele Unternehmen in<br />

Industrieländern konkurrenzfähig und sichert den Wohlstand. Das gilt<br />

insbesondere für Logistikunternehmen, die in Zeiten von Industrie 4.0 vor<br />

ganz neuen Herausforderungen stehen. Heidi Senger-Weiss hat gezeigt,<br />

wie man ein Unternehmen modernisiert, ohne den Menschen zu vergessen.<br />

Dafür gebührt ihr ein Ehrenplatz in der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>.<br />

Dr. Andreas Gruchow<br />

Mitglied des Vorstandes der Deutschen Messe AG<br />

Mitglied der Jury<br />

Felix Logistik und Felix Austria. Mit Heidi Senger-Weiss zieht<br />

verdientermaßen eine Persönlichkeit mit einer in mehrerleih<br />

Hinsicht imponierenden Vita in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> ein. Die<br />

Preisträgerin steht aus meiner Sicht in wohltuender Weise für<br />

eine erfolgreiche Integration von Unternehmertum und gesellschaftlicher<br />

Verantwortung.<br />

Pr<strong>of</strong>. Kai H<strong>of</strong>fmann<br />

Euro-FH Hamburg<br />

Mitglied der Jury<br />

Die Aufnahme von Heidi Senger-Weiss ist ein folgerichtiger<br />

Schritt zur Ehrung einer außergewöhnlichen Persönlichkeit,<br />

die sich durch mutiges ökonomisches Handeln,<br />

Fortschrittsdenken und Werteorientierung in besonderer<br />

Weise für die Transportlogistik verdient gemacht hat.<br />

Pr<strong>of</strong>. Dr. Rainer Bruns<br />

Leiter des Lehrstuhls für Maschinenelemente und Technische<br />

Logistik an der Helmut Schmidt Universität, Hamburg<br />

Mitglied der Jury<br />

Seite 33


Aus dem Netzwerk<br />

Ein mittelständisches Speditionsunternehmen über mehrere Jahrzehnte<br />

erfolgreich durch zahlreiche Veränderungen zu führen, ist eine ganz<br />

besondere Leistung. Die Aufnahme von Heidi Senger-Weiss in die <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> unterstreicht die Fähigkeit von Familienunternehmen,<br />

sich neuen Rahmenbedingungen wie dem Fall des Eisernen Vorhangs<br />

zu stellen und das eigene Unternehmen erfolgreich neu zu positionieren.<br />

Andre Kranke<br />

Stellvertretender Chefredakteur VerkehrsRundschau<br />

Mitglied der Jury<br />

Europa wird Orange. Die Gebrüder Weiss mit 150 Niederlassungen<br />

und 6.000 Mitarbeitern sind auf Expansionskurs. Den dahinter<br />

stehenden Unternehmerpersönlichkeiten ist es zu verdanken, dass<br />

die Spedition eine so dynamische Entwicklung nehmen konnte.<br />

Heidi Senger-Weiss hat daran einen besonderen Anteil und sich<br />

immer auch für die Branche insgesamt eingesetzt.<br />

Matthias Rathmann<br />

Chefredakteur trans aktuell<br />

Mitglied der Jury<br />

Ist noch nicht lange her, da habe ich<br />

die Zwangs-Frauenquote in allen,<br />

wirklich allen Bereichen der Wirtschaft,<br />

wozu bekanntlich auch die Logistik<br />

zählt, öffentlich geschmäht. Mein<br />

Unmut folgt einer einfachen Erkenntnis:<br />

Nicht das Geschlecht eines Menschen,<br />

sondern einzig seine Qualifikation<br />

sollte ihn für höhere Aufgaben (und<br />

hohe Auszeichnungen) empfehlen.<br />

Exakt vor diesem Hintergrund hat die<br />

Jury, die Heidi Senger-Weiss in die<br />

<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> aufgenommen<br />

hat, eine Wahl getr<strong>of</strong>fen, wie sie nicht<br />

besser hätte ausfallen können. Heidi<br />

Senger-Weiss ist Logistik in Person und<br />

eine brillante Botschafterin unserer<br />

Branche.<br />

Michael Weilacher<br />

Chefredakteur Logistik Journal<br />

Mitglied der Jury<br />

Seite 34


Aus dem Netzwerk<br />

Entrepreneurship, ingenuity, innovation and at<br />

the same time sensitivity to essential needs <strong>of</strong><br />

employees and customers. If we add to this<br />

logistics passion, we have a recipe for great<br />

personal success. Congratulations to the first<br />

woman in the logistics pantheon.<br />

Sebastian Śliwieński<br />

Editor-in-chief “Warehouse Monitor”, Polen<br />

Mitglied der Jury<br />

Die Wahl beweist: Leistung braucht keine<br />

Quote! Wer als Führungspersönlichkeit über<br />

das eigene Unternehmen hinaus so viele<br />

wegweisende Impulse in der Logistikbranche<br />

gesetzt hat, ist ein würdiger <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>r.<br />

Christian Labrot,<br />

Hauptgeschäftsführer, Bundesverband Wirtschaft,<br />

Verkehr und Logistik<br />

Mitglied der Jury und im Unterstützerkreis<br />

Heidi Senger-Weiss und ich sind ein Arbeitsleben zeitgleich gegangen<br />

und haben uns immer respektiert. Leider haben wir es nie geschafft<br />

zwischen Gebrüder Weiss und den Unternehmen, für die ich<br />

verantwortlich war, eine direkte Zusammenarbeit zu entwickeln. Um<br />

so mehr freue ich mich, sie nun als würdige Kollegin in der <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> zu wissen.<br />

Detthold Aden<br />

Mitglied der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Mitglied der Jury<br />

Heidi Senger-Weiss hat erkannt, wie wichtig kontinuierliche Innovation für Unternehmen<br />

ist. Zu einer Zeit, in der noch keiner daran dachte, haben sie und ihr Mann den IT-Einsatz<br />

als zentralen Erfolgsfaktor für starkes und nachhaltiges Wachstum identifiziert und gegen<br />

alle Widerstände umgesetzt. Damit hat sie Benchmarks für die Logistik gesetzt, die heute<br />

noch genauso aktuell sind wie vor 40 Jahren.<br />

Pr<strong>of</strong>. Dr. Michael ten Hompel<br />

Geschäftsführender Institutsleiter am Fraunh<strong>of</strong>er-Institut für Materialfluss und Logistik IML<br />

Mitglied der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Mitglied der Jury und im Nominierungs-Komitee<br />

Seite 35


Aus dem Netzwerk<br />

Heidi Senger-Weiss hat ein ganzes Berufsleben erfolgreiches<br />

Unternehmertun und nachhaltiges Handeln beeindruckend<br />

in Einklang gebracht. Damit verkörpert sie Tugenden,<br />

die noch nicht lange als Vorlage für Unternehmenslenker<br />

gelten. Eine vortreffliches Mitglied für die <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>.<br />

Pr<strong>of</strong>. Dr.-Ing. habil. Thorsten Schmidt<br />

Institutsdirektor, Technische Universität Dresden,<br />

Fakultät Maschinenwesen, Pr<strong>of</strong>essur für Technische Logistik<br />

Mitglied der Jury<br />

Heidi Senger-Weiss ist es gelungen, das Familienunternehmen<br />

Weiss als Markenzeichen der österreichischen<br />

Logistikbranche weltweit zu positionieren. Die<br />

Aufnahme in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> ist der Sprung<br />

in eine breite internationale Öffentlichkeit.<br />

Tomasz Janiak<br />

Leiter Verlagsabteilung, Redaktion Zeitschrift „Logistyka“,<br />

Institut für Logistik und Lagerwirtschaft, Poznań/Polen<br />

Mitglied der Jury<br />

Vor der Lebensleistung von Heidi Senger-Weiss kann man nur größten<br />

Respekt haben. Es erstaunt nicht, dass eine so starke Frau die Verantwortung<br />

zur Führung in jungen Jahren angenommen und das Unternehmen Weiss<br />

zu seiner heutigen Bedeutung geführt hat. Das Wesentliche hat sie wohl<br />

richtig gemacht: Der Mensch steht im Mittelpunkt unternehmerischen Handelns,<br />

ihn zu motivieren das Richtige zu tun ist die wahre Kunst des Führens!<br />

Jochen Quick<br />

Geschäftsführer Quick GmbH & Co. KG, Präsident des Bundesverbandes Wirtschaft, Verkehr<br />

und Logistik, Mitglied der Jury und im Unterstützerkreis<br />

„Die Wahl von Frau Senger-<br />

Weiss zeigt die hohe Kompetenz<br />

der Jury“, schrieb<br />

mir ein Logistiker. Ich danke<br />

im Namen der Jury für<br />

dieses Urteil.<br />

Anita Würmser<br />

Vorsitzende der Jury, Inhaberin<br />

wuermser.communications<br />

Seite 36


Wo wären wir ohne Ihre Herausforderungen? Was würden wir entwickeln, wenn nicht<br />

Lösungen für Sie? Ihr Vertrauen ist die Grundlage für unsere Arbeit hier in Deutschland –<br />

seit 30 Jahren. Gemeinsam verbessern wir Warenströme, Kosten, Transportwege, kurz:<br />

die Supply Chain. Ihre Anforderungen und Ideen sind der Treibst<strong>of</strong>f für unsere Innovationen.<br />

Dafür sagen wir Danke! Denn nur mit Ihnen an unserer Seite konnten wir werden, was<br />

wir sind: Partner der Erfolgreichen.<br />

www.chep.com


Write History<br />

LOGISTICS HALL OF FAME<br />

HISTORIC<br />

MILESTONES<br />

OF LOGISTICS<br />

Nominations accepted<br />

until April 30, 2016<br />

www.logisticshall<strong>of</strong>fame.net


Historic Milestones <strong>of</strong> <strong>Logistics</strong><br />

„World Campaign:<br />

Historic Milestones<br />

<strong>of</strong> <strong>Logistics</strong>“<br />

Wer hat vor dem Jahr 2000 Großes in der Logistik vollbracht und verdient einen<br />

Platz in der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>? Die Ruhmeshalle der Logistik ruft weltweit<br />

zur Aktion „Historic Milestones <strong>of</strong> <strong>Logistics</strong>“ auf. Logistiker rund um den Globus<br />

sind aufgefordert, bis 30. April 2016 geeignete Kandidaten vorzuschlagen.<br />

Als am 15. Mai 1966 auf der „MS Fairland“<br />

die ersten Container im Bremer<br />

Überseehafen ankommen, bricht ein<br />

neues Logistikzeitalter an. Mehr als<br />

100 Jahre früher setzt 1873 ein Wiener<br />

Garagen-Startup den ersten Sammelwaggon<br />

mit Luxusartikeln für die Wiener<br />

Gesellschaft in der K.u.K.-Monarchie<br />

auf der Linie Paris-Wien auf die Schiene<br />

– der Sammelgutverkehr ist geboren. 1917<br />

eröffnet der erste Gabelstapler völlig neue<br />

Möglichkeiten, in den 80ern revolutioniert<br />

Just-in-Time die Automobilindustrie<br />

und die 90er markieren das Jahrzehnt<br />

der Pr<strong>of</strong>essionalisierung. Studiengänge<br />

und Berufsbilder entstehen, Logistiker<br />

schaffen es in die Vorstandsetagen, und<br />

es wird klar: Ohne Logistik läuft wenig<br />

in Gesellschaft und Wirtschaft.<br />

Es sind Menschen, die hinter den Meilensteinen<br />

der Logistik stehen. Sie haben mit<br />

Kreativität, Mut und viel Engagement die<br />

Logistik geprägt und vorangebracht. Die<br />

<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> ehrt diese Frauen<br />

und Männer, die sich um die Weiterentwicklung<br />

von Logistik und Supply Chain<br />

Management außergewöhnlich verdient<br />

gemacht haben.<br />

Traditionell wird in jedem Jahr nur eine<br />

verdiente Person oder Personengruppe<br />

in die internationale Ruhmeshalle der<br />

Logistik aufgenommen. Im kommenden<br />

Jahr sollen es dagegen möglichst viele<br />

werden. Die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> stellt<br />

die Wahlperiode 2016 unter das Motto<br />

„Historic Milestones <strong>of</strong> <strong>Logistics</strong>“. Verbände<br />

und Organisationen, Wirtschaft<br />

und Politik, Wissenschaft, Medien, Unternehmen<br />

und alle Logistiker rund um<br />

den Globus sind aufgerufen, Menschen<br />

für die Aufnahme in die logistische Ruhmeshalle<br />

vorzuschlagen, die vor dem Jahr<br />

2000 einen so genannten Meilenstein in<br />

der Logistik vollbracht haben.<br />

Ziel der Kampagne ist es, eine Dokumentation<br />

der logistischen Meisterleistungen<br />

zu erstellen – angefangen bei<br />

Transport und Verkehr über Intralogistik<br />

bis hin zur Informationslogistik. „Historic<br />

Milestones gibt uns die Chance, eine<br />

einzigartige Dokumentation zu schaffen,<br />

die nicht nur die Leistungsfähigkeit der<br />

Logistik aufzeigt, sondern vor allem,<br />

welche Bedeutung logistische Meisterleistungen<br />

schon immer für Wachstum und<br />

Wohlstand hatten“, sagt Dorothee Bär,<br />

Logistikkoordinatorin der Bundesrepublik<br />

Deutschland und Schirmherrin der<br />

Aktion. Sie appelliert: „Es ist wichtig, dass<br />

sich alle Logistiker rund um den Globus<br />

angesprochen fühlen und geeignete Kandidaten<br />

und Kandidatinnen vorschlagen<br />

oder sich bewerben.“<br />

Seite 39


Historic Milestones <strong>of</strong> <strong>Logistics</strong><br />

„Die Dokumentation der logistischen<br />

Meilensteine ist eine Gemeinschaftsaufgabe<br />

der Logistikbranche.<br />

Wir h<strong>of</strong>fen deshalb in den<br />

kommenden Monaten auf zahlreiche<br />

Vorschlage aus aller Welt.“<br />

Christian Labrot<br />

Vorsitzender<br />

Historic Milestones Committee<br />

BWVL-Hauptgeschäftsführer<br />

„Historic Milestones gibt uns die<br />

Chance, eine einzigartige Dokumentation<br />

zu schaffen, die nicht<br />

nur die Leistungsfähigkeit der Logistik<br />

aufzeigt, sondern vor allem,<br />

welche Bedeutung logistische<br />

Meisterleistungen schon immer für<br />

Wachstum und Wohlstand hatten.“<br />

Dorothee Bär<br />

Schirmherrin<br />

Historic Milestones <strong>of</strong> <strong>Logistics</strong><br />

Parlamentarische Staatssekretärin<br />

und Logistikkoordinatorin der<br />

Bundesregierung<br />

„Wer 2016 in die Ruhmeshalle<br />

einziehen will, muss vor 2000 eine<br />

Leistung vollbracht haben, die<br />

signifikante Teile der Logistik sichtbar<br />

verbessert hat.“<br />

Pr<strong>of</strong>. Dr. Michael ten Hompel<br />

Wissenschaftliche Begleitung<br />

Historic Milestones Committee<br />

Geschäftsführender Institutsleiter<br />

Fraunh<strong>of</strong>er IML<br />

Es können Personen oder Personengruppen<br />

vorgeschlagen werden, die durch<br />

eine gesellschaftliche, organisatorische,<br />

technische, wissenschaftliche oder betriebswirtschaftliche<br />

Leistung die Logistik<br />

entscheidend vorangebracht haben.<br />

Eine Nominierung oder Wahl ist unabhängig<br />

von der beruflichen Position<br />

oder dem Bekanntheitsgrad. Entscheidend<br />

ist, dass die Leistung vor dem Jahr<br />

2000 erbracht worden ist und nachhaltig<br />

positive Auswirkungen auf eine größere<br />

Gruppe von Unternehmen oder Institutionen<br />

hatte.<br />

Ein internationales „Historic Milestones<br />

Committee“ unter der Leitung von<br />

Christian Labrot, Hautgeschäftsführer<br />

des Bundesverbandes Wirtschaft, Verkehr<br />

und Logistik (BWVL) e.V., Bonn,<br />

steuert die Kampagne und wertet die<br />

eingehenden Vorschläge aus. Die wissenschaftliche<br />

Begleitung übernimmt Pr<strong>of</strong>. Dr.<br />

Michael ten Hompel, geschäftsführender<br />

Institutsleiter am Dortmunder Fraunh<strong>of</strong>er-Institut<br />

Materialfluss und Logistik<br />

und selbst Mitglied der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong><br />

<strong>Fame</strong>. Als weitere Komitee-Mitglieder<br />

arbeiten der Logistik-Weltverband IRU<br />

(International Road Union) sowie die ELA<br />

(European <strong>Logistics</strong> Association) mit.<br />

Nach dem Ende der Vorschlagphase bestimmt<br />

das Nominierungs-Komitee im<br />

ersten Wahlgang aus allen eingegangenen<br />

Vorschlägen die Kandidaten, die der<br />

Jury zur Entscheidung vorgelegt werden<br />

und erstellt eine Wahlempfehlung. Bewerbungen,<br />

Vorschläge und die Finalisten<br />

sind geheim und ausschließlich dem<br />

Nominierungs-Komitee und der Jury zugänglich.<br />

Für den Einzug in die <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> ist eine Zweidrittelmehrheit<br />

der Jury erforderlich.<br />

Vorschläge oder Bewerbungen sind bis<br />

30. April 2016 kostenfrei und ausschließlich<br />

im Internet unter www.logisticshall<strong>of</strong>fame.<br />

net möglich. Die neu gewählten Mitglieder<br />

werden anlässlich der jährlichen <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>-Gala im Winter 2016 im<br />

Bundesverkehrsministeriums in Berlin,<br />

Deutschland, feierlich aufgenommen. ∞<br />

Seite 40


Historic Milestones <strong>of</strong> <strong>Logistics</strong><br />

Vorschläge<br />

und<br />

Bewerbungen …<br />

… richtig formulieren<br />

Große Taten brauchen wenig Worte. Richtig formuliert wirken sie umso mehr.<br />

Länge eines Vorschlages: maxmial 1 Din A4 Seite.<br />

Halten Sie sich kurz und an die Fakten.<br />

Arbeiten Sie mit Bullet Points, das strukturiert.<br />

Geben Sie Quellen an, anhand derer sich die Leistung überprüfen lässt.<br />

Beantworten Sie die vier zentralen Fragen: Wer? Was? Warum? Wann?<br />

Wer ist die Person?<br />

Bringen Sie die Leistung und die Person durch eine plakative Überschrift auf den Punkt. (Beispiel: „Vater der<br />

Containerisierung“, „Erfinder des Gabelstaplers“, „Pionier der Humanitären Logistik“).<br />

Schildern Sie den Werdegang der Person in drei Sätzen: Frühe Jugend, Ausbildung, berufliche Karriere.<br />

Ein kurzer tabellarischer Lebenslauf mit den wichtigsten Stationen sowie Bilder der Person sind obligatorisch.<br />

Was hat die Person für die Logistik geleistet, und wann?<br />

Erzählen Sie die Geschichte der erbrachten Leistung und welchen Beitrag die Person dazu geleistet hat.<br />

Warum sollte die Person in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> aufgenommen werden?<br />

Beschreiben Sie, welche positiven Auswirkungen diese Leistung auf die Logistik hatte.<br />

… richtig einreichen<br />

Es können Personen oder Personengruppen vorgeschlagen werden, die durch eine gesellschaftliche, organisatorische,<br />

technische, wissenschaftliche oder betriebswirtschaftliche Leistung die Logistik entscheidend vorangebracht<br />

haben.<br />

Die Leistung muss vor dem Jahr 2000 erbracht worden sein.<br />

Eine Nominierung oder Wahl ist unabhängig von der beruflichen Position oder dem Bekanntheitsgrad. Entscheidend<br />

ist, dass eine Leistung nachhaltig positive Auswirkungen auf die logistische Leistungsfähigkeit einer<br />

größeren Gruppe von Unternehmen oder Institutionen hatte.<br />

Jeder Vorschlag muss begründet werden und belegbar sein.<br />

Gültig sind ausschließlich Bewerbungen in englischer oder eeutscher Sprache.<br />

Vorschläge oder Bewerbungen sind kostenfrei und ausschließlich möglich im Internet unter<br />

www.logisticshall<strong>of</strong>fame.net<br />

Seite 41


Wir gratulieren<br />

Heidegunde Senger-Weiss zur Aufnahme<br />

in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>.<br />

Die Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

stehen stellvertretend für die Innovationskraft<br />

und Kreativität einer ganzen Branche.<br />

Die KRAVAG Versicherung und die SVG Bundes-<br />

Zentralgenossenschaft Straßenverkehr unterstützen<br />

diese Initiative, denn es ist uns wichtig, dass<br />

die Welt erfährt, was Logistik leistet.


Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Helden<br />

der Logistik<br />

Die Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> und ihre Geschichten<br />

Detthold Aden<br />

Helmut Baumgarten<br />

Eugene Bradley Clark<br />

Gottlieb Daimler<br />

Heinz Fiege<br />

Hugo Fiege<br />

Hermann Grewer<br />

Michael ten Hompel<br />

Reinhardt Jünemann<br />

Peter Klaus<br />

Klaus-Michael Kühne<br />

Malcom McLean<br />

Taiichi Ohno<br />

Hans-Christian Pfohl<br />

Gottfried Schenker<br />

Hanspeter Stabenau<br />

William Tunner<br />

Horst Wildemann<br />

Seite 43


Seite 44


Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Detthold Aden<br />

Managerpersönlichkeit und Impulsgeber<br />

der modernen Logistik<br />

Herrn Adens Gespür für das Wort.<br />

Er hat die Logistik im Blut. Wie kaum<br />

ein anderer begeistert er dafür, denn das<br />

Reden ist ihm in die Wiege gelegt. Zwei<br />

Talente, mit denen der Wilhelmshavener<br />

die Logistik maßgeblich prägt und das<br />

Image der Logistikbranche nachhaltig<br />

positiv beeinflusst. Detthold Aden setzt<br />

mit neuen Geschäftsideen und innovativen<br />

Logistikkonzepten Impulse und trägt<br />

nachhaltig zur Pr<strong>of</strong>essionalisierung der<br />

Logistik und zum Bedeutungszuwachs<br />

des Logistikstandortes Deutschland bei.<br />

Es beginnt mit einer alten Schubkarre, die<br />

1951 unter dem Weihnachtsbaum liegt.<br />

Detthold karrt unablässig Sand, schüttet<br />

hier einen Berg auf, dort noch einen,<br />

versetzt beide, immer wieder, erinnert<br />

sich Mutter Elly. Diese Schubkarre und<br />

der Job des Vaters, der damals bereits im<br />

Speditionsgeschäft tätig ist, prägen die<br />

Berufswahl. Mit 15 lernt er Speditionskaufmann<br />

und leitet gleich ein kleines<br />

Auslieferungslager. Mit 18 kauft er sich<br />

für 90 Mark einen Lloyd LP 300 und setzt<br />

das 10-PS-Mobil mit Sperrholzkarosse<br />

unter dem Kunstst<strong>of</strong>füberzug nach Büroschluss<br />

für Stückgut-Transporte ein. Nach<br />

1948 geboren am 21. Februar in<br />

Wilhelmshaven<br />

1963 Ausbildung zum Speditionskaufmann<br />

und Praxisjahre<br />

in verschiedenen Unternehmen<br />

1976 Gründungsgeschäftsführer<br />

von UPS United Parcel Service<br />

in Deutschland<br />

1982 Alleingeschäftsführer der<br />

Bertelsmann Distribution<br />

1987 Gewinn des Deutschen<br />

Logistik-Preises der BVL<br />

1988 Vorsitz der Geschäftsführung<br />

der Union-Transport-Gruppe<br />

1990 Vorsitz der Geschäftsführung<br />

der Thyssen Haniel Logistic<br />

1995 Mitglied des Vorstandes der<br />

Thyssen Handelsunion<br />

1999 Vorsitzender des Vorstandes<br />

der BLG <strong>Logistics</strong> Group<br />

2013 wird Aden pensioniert<br />

2011 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

eineinhalb Jahre verkauft er das Gerät<br />

für 120 D-Mark wieder – und verdient<br />

gut. Typisch Aden.<br />

Aden macht Karriere. Mit gerade einmal<br />

28 Jahren steuert er als Gründungsgeschäftsführer<br />

den Aufbau von UPS in<br />

Deutschland. Er treibt, wo immer er auch<br />

ist, neue Logistikkonzepte voran, führt<br />

IT-Systeme ein, zu Zeiten als es noch<br />

Datenverarbeitung hieß. Der Manager<br />

steht für eine intelligente Logistik. Eine,<br />

die andere so schnell nicht nachmachen<br />

können. Am engsten „an ihm dran“ ist<br />

sein erster Kommunikationschef Hajo<br />

Weil, Urgestein bremischer Hafenwirtschaft.<br />

Ihm bleibt haften, dass er s<strong>of</strong>ort<br />

Adens große Kommunikationsfähigkeit<br />

spürt, die der immer auch zum Vorteil<br />

der gesamten Logistik nutzt.<br />

„Wer sich im Büro des BLG-Chefs umsieht,<br />

errät schnell, mit wem sich Aden nicht<br />

eben unbescheiden gerne misst,“ schreibt<br />

das Handelsblatt einmal. Dort steht eine<br />

Büste Napoleons, und Aden trägt nicht<br />

nur die gleiche Konfektionsgröße, sondern<br />

liebt es auch mitzubestimmen und zu<br />

treiben. Das ist sein Ding, und unzählige<br />

Mandate zeugen davon. Der Hang zum<br />

Franzosenkaiser lässt Unbescheidenheit<br />

vermuten. In Wahrheit ist Aden alles<br />

andere als unbescheiden. Souverän oder<br />

authentisch trifft es besser, charmant und<br />

humorvoll ist er obendrein. Ein Gespräch<br />

mit ihm macht immer Spaß, man spürt<br />

seine Neugier und Begeisterung für Ideen<br />

und alles Neue. Die Kombination aus<br />

Engagement, Charakter und Wirken trägt<br />

ihm den Respekt der Branche ein. ∞<br />

Seite 45


Rubrik<br />

Seite 46


Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Helmut<br />

Baumgarten<br />

Begründer der ganzheitlichen und<br />

prozessorientierten Logistik<br />

Gegen jede Chance.<br />

Er leistet Pionierarbeit bei der Durchsetzung<br />

logistischen Denkens, entwickelt gegen<br />

alle Widerstände die Sichtweise von<br />

einer rein st<strong>of</strong>fstromorientierten Materialflusstechnik<br />

hin zu einer integrativen<br />

Wissenschaftsdisziplin. Er forciert die<br />

stärkere Verbindung von Unternehmen<br />

und Universität und gilt in der zweiten<br />

Hälfte des 20. Jahrhunderts als einer der<br />

führenden Logistikwissenschaftler und<br />

als Begründer der ganzheitlichen und<br />

prozessorientierten Logistik in Deutschland.<br />

Pr<strong>of</strong>essor Dr.-Ing. Dr. rer. pol. h.c.<br />

Helmut Baumgarten.<br />

Viele Logistiker sind Quereinsteiger.<br />

Baumgarten zählt eher zur Kategorie<br />

Frontalangreifer. Als der frisch promovierte<br />

Dr.-Ing. 1976 den Ruf an die TU<br />

Berlin erhält, hat er zwar die Fördertechnik<br />

im Titel, aber Logistik im Kopf – und<br />

stößt damit auf harten Widerstand. „Wir<br />

werden die Wirtschaftsingenieure an der<br />

tiefsten Stelle des Wannsees versenken“,<br />

1937 geboren in Stolzenau<br />

(Schlesien)<br />

1972 Promotion und Habilitation<br />

an der TU Berlin<br />

1976 Ruf als Pr<strong>of</strong>essor an die TU<br />

Berlin<br />

1978 bis 1999<br />

Vorstandsmitglied der BVL,<br />

seit 1999 Ehrenmitglied<br />

1987 Gründung der Logplan GmbH<br />

Airport <strong>Logistics</strong> Consulting,<br />

Berlin, Frankfurt/Main,<br />

Denver (USA)<br />

1990 Gründung des Zentrums für<br />

Logistik und Unternehmensplanung<br />

GmbH (ZLU) in Berlin<br />

und Sao Paulo<br />

2003 Bundesverdienstkreuz<br />

1. Klasse<br />

2004 wird Baumgarten pensioniert<br />

2007 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

ist in Universitätskreisen ein geflügeltes<br />

Wort. Herausgefordert von so viel Ignoranz<br />

arbeitet Baumgarten daran, die<br />

Logistik zu einer strategischen Unternehmensfunktion<br />

zu machen und sie als<br />

Querschnittsfunktion in die Forschung<br />

und Wirtschaft zu tragen. Von Anfang<br />

an will er aus dem Lehrstuhl für „angewandtes<br />

Maschinenwesen, insbesondere<br />

Fördertechnik“ einen Logistiklehrstuhl<br />

machen. Ende der 70er Jahre ein exotisches<br />

Vorhaben. Logistiklehrstühle gibt es nicht,<br />

Unternehmen sind funktionsorientiert<br />

aufgestellt und Querschnittsdenken gilt<br />

als Spinnerei. „Logistik ist eine Modeerscheinung,<br />

in einem Jahr ist das wieder<br />

weg“, quittiert der damalige Präsident<br />

der TU Berlin. Baumgarten lässt nicht<br />

locker und fünf Jahre später wird er aus<br />

dem Fördertechniklehrstuhl den Bereich<br />

Logistik der TU Berlin gemacht haben,<br />

Deutschlands ersten Logistiklehrstuhl.<br />

Die Chance, seinen Traum wahr zu machen,<br />

ergibt sich, als Baumgarten der<br />

wissenschaftliche Kopf der gerade gegründeten<br />

Bundesvereinigung Logistik<br />

(BVL) wird. In den Folgejahren ist harte<br />

Arbeit und viel Überzeugungskraft nötig.<br />

Dem Management-Pr<strong>of</strong>essor gelingt es,<br />

starke Netzwerke zwischen Wissenschaft<br />

und Wirtschaft zu knüpfen. Nicht zuletzt<br />

gründet er selbst Unternehmen. ∞<br />

Seite 47


Seite 48


Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Eugene Bradley<br />

Clark<br />

Erfinder des Gabelstaplers<br />

Gehobene Ansprüche.<br />

Die Geschichte Eugene Bradley Clarks ist<br />

die typische amerikanische vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Karriere.<br />

1904<br />

steigt er durch einen cleveren Schachzug<br />

vom Angestellten zum Anteilseigner seines<br />

späteren Unternehmens auf, der ersten<br />

Säule der späteren Clark Equipment<br />

Company, in der 1917 der Vorläufer des<br />

Gabelstaplers entsteht. Die zweite Säule<br />

bildet die von Clark selbst gegründete<br />

Gießerei Buchanan Electric Steel Company.<br />

Dort wird er später seine Gabelstapler<br />

selbst einsetzen, was ihm einen echten<br />

Wettbewerbsvorteil verschafft.<br />

Clark hat mit Logistik nicht viel am Hut.<br />

In seinen Fabriken fertigt er Bohrer für die<br />

Eisenbahn- sowie Stahlfelgen und Achsen<br />

für die noch junge Automobilindustrie.<br />

Die Arbeiter brauchen in jenen Tagen etwas,<br />

mit dem sie Sand und schwere Gussrohlinge<br />

zwischen den Werkshallen hin<br />

und her transportieren können. So bauen<br />

Clark und seine Mitarbeiter ein krudes<br />

dreirädriges, benzinbetriebenes Fahrzeug<br />

mit einem Ladebehälter für knapp zwei<br />

Tonnen Last an der Vorderseite zusammen:<br />

1873 geboren in Columbia, USA<br />

1894 Abschluss als Maschinenbauer<br />

an der Cornell Universität<br />

in Ithaca, New York<br />

1904 Einstieg bei der Bohrerfabrik<br />

George R. Rich Manufacturing<br />

Co. als Berater, danach<br />

Teilhaber<br />

1916 Fusion der Celfor Tool Co.<br />

mit der Buchanan Electric<br />

Steel Co. zur Clark Equipment<br />

Company<br />

1917 Entwicklung des „Tructractor“<br />

1930 erfindet er ein neuartiges<br />

Förderband, mit dem LKW<br />

entladen werden können<br />

1942 stirbt er im Alter von 69 Jahren<br />

in Chicago<br />

2007 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Wer nach links will, muss paradoxerweise<br />

nach rechts lenken und umgekehrt. Wer<br />

schnell stehen bleiben will, muss irgendwo<br />

dagegen fahren – Bremsen sind überflüssiger<br />

Schnickschnack.<br />

Der erste Vorfahre des Frontstaplers ist einfach,<br />

aber er erfüllt seinen Zweck. Die US-<br />

Army nutzt im ersten Weltkrieg das Gerät<br />

für Umschlagarbeiten in Munitionsdepots.<br />

Das Fahrzeug bekommt Bremsen, eine<br />

verbesserte Lenkung und den Namen<br />

„Tructractor“. 1919 verkauft Clark 75 Stück<br />

seines Gefährts, eine Dekade später stehen<br />

der Tructractor und seine Nachfolger<br />

bereits für 16 Prozent des Umsatzes. Dem<br />

Tructractor folgt 1922 der „Truclift“, der<br />

erste Plattform-Hubwagen mit einer hydraulischen<br />

Hebevorrichtung und einer<br />

Tragfähigkeit zwischen 1820 und 4545<br />

Kilogramm. 1923 stellt Clark mit dem<br />

benzinbetriebenen „Duat“ einen dreirädrigen<br />

Schlepper vor. Der Name ergibt<br />

sich aus dem Wortspiel „do this, do that“.<br />

Ein Jahr später ist für den Schlepper eine<br />

mechanisch angetriebene Hebevorrichtung<br />

für Lasten bis 455 Kilogramm als<br />

Anbaugerät erhältlich. Der erste benzinbetriebene<br />

Frontstapler ist geboren. Die<br />

Gegengewichte nennt Clark „Augmenters“.<br />

Abgeleitet vom Truclift feiert 1928 der<br />

„Tructier“ sein Debüt. Er ist der erste<br />

benzinbetriebene Frontstapler mit hydraulischer<br />

Hebevorrichtung und schafft<br />

Lasten von 1820 bis 2730 Kilogramm.<br />

Es ist der Beginn einer grandiosen Erfolgsstory.<br />

∞<br />

Seite 49


1834 geboren am 17. März<br />

in Schorndorf<br />

1848 Abschluss der Lateinschule,<br />

Lehre als Büchsenmacher<br />

1852 Gesellenprüfung zum Büchsenmacher<br />

1853 erste Anstellung in einer Maschinenfabrik<br />

1857 Maschinenbaustudium an der<br />

Polytechnischen Schule in<br />

Stuttgart<br />

1862 Konstrukteur bei der Metallwarenfabrik<br />

Straub<br />

1865 Leiter der Maschinenfabrik des<br />

Bruder haus-Waisenheims in Reutlingen<br />

1869 Leiter der Werkstätten der Karlsruher<br />

Maschinenbaugesellschaft<br />

1872 Wechsel zur Deutz AG, ab 1875<br />

Leiter der Werkstätten<br />

1882 Gründung der Cannstatter Versuchswerkstatt<br />

1890 Gründung der Daimler-Motoren-<br />

Gesellschaft gemeinsam mit Wilhelm<br />

Maybach, Max Duttenh<strong>of</strong>er<br />

und Wilhelm Lorenz<br />

1894/95 Vorsitzender des Aufsichtsrats<br />

der Daimler-Motoren-Gesellschaft<br />

1896 Bau des ersten motorisierten Lastwagens<br />

1900 stirbt Gottlieb Daimler in Cannstatt<br />

2014 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong><br />

<strong>Fame</strong><br />

Seite 50


Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Gottlieb<br />

Daimler<br />

Erfinder des LKW<br />

Daimlers erster Laster<br />

Ein Laster geht um die Welt.<br />

Über seine Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> hätte sich Gottlieb Wilhelm<br />

Daimler (* 1834; † 1900) möglicherweise<br />

ein wenig gewundert. Er selbst sah sich<br />

als Ingenieur, Konstrukteur und Industrieller.<br />

Doch der von ihm auf den Markt<br />

gebrachte LKW machte ihn zu einem<br />

Pionier des modernen Güterverkehrs,<br />

der die Basis für alle logistischen Netze<br />

gelegt hat.<br />

Der weltweit erste LKW war sozusagen<br />

ein Spätwerk. Gottlieb Wilhelm Daimler<br />

war 62 Jahre alt und auf dem Zenit seiner<br />

Karriere, als ihm der große Coup gelang.<br />

Am 1. Oktober 1896 lieferte die Daimler-<br />

Motoren-Gesellschaft den ersten LKW der<br />

Welt aus. Das Premierenmodell wurde<br />

durch einen 4 PS starken Zweizylindermotor<br />

angetrieben und war immerhin<br />

für eine Nutzlast von 1500 kg ausgelegt.<br />

Daimler begründete damit gleichzeitig die<br />

große deutsche Tradition im Export von<br />

Lastwagen. Für die stattliche Summe von<br />

4600 Goldmark, umgerechnet etwa 45.000<br />

Euro, wurde das Fahrzeug an die British<br />

Motor Syndicate nach London verkauft.<br />

Die Kunden von der Insel waren zufrieden.<br />

Sie bekamen Qualität nach Daimlers<br />

Motto: „Das Beste – oder nichts“.<br />

Daimlers erster LKW hatte 4 PS, eine<br />

Nutzlast von 1500 kg und wurde für<br />

umgerechnet 45.000 Euro nach England<br />

verkauft. Er sollte nicht lange ein<br />

Unikat bleiben. In der Aufbruchstimmung<br />

kurz vor Anbruch des neuen<br />

Jahrhunderts setzt die Wirtschaft auf<br />

die Motorisierung des Transports. Im<br />

Jahr 1897 bietet die DMG unter der<br />

Bezeichnung „Daimler – Geschäftswagen“<br />

eine Lieferwagen-Modellreihe<br />

für Nutzlasten von 500 bis 2000 kg<br />

an. Sie umfasst fünf Typen mit 3 PS,<br />

4 PS, 6 PS, 8 PS und 10 PS.<br />

Auf der Automobil-Ausstellung in<br />

Paris 1898 stellen Daimler und Wilhelm<br />

Maybach einen neuen 5-Tonner<br />

vor. Der längsstehende Viertaktmotor<br />

ist vorn unter einer Motorhaube<br />

eingebaut, angetrieben wird er über<br />

ein Zahnradwechselgetriebe, Kardanwelle<br />

und Ritzel auf die Hinterräder.<br />

Optisch ist dieser LKW ein identifizierbarer<br />

Urahn der modernen LKW-<br />

Generationen, während die vorher<br />

verkauften Typen eher an die Nachfahren<br />

der Pferdekutsche erinnern.<br />

Quelle: Daimler AG<br />

Von der Anmutung erinnerte der erste<br />

motorisierte Lastesel für die Straße<br />

eher an eine Pferdekutsche. Der Motor<br />

saß unter der Hinterachse, das Fahrzeug<br />

schaffte laut Produktbeschreibung gerade<br />

einmal 16 km/h, andere Quellen sprechen<br />

gar von nur 10 km/h. Steigungen bis zu<br />

zehn Prozent schaffte das Gefährt – allerdings<br />

nur, wenn es nicht voll ausgelastet<br />

war. Und doch: Die Flexibilität und die<br />

Leistungsfähigkeit des neuen Fahrzeugtyps<br />

sorgten dafür, dass seine Nachfahren<br />

sich als Landverkehrsträger Nummer eins<br />

etablierten. Heute sind allein in Deutschland<br />

mehr als 2,6 Millionen LKW aller<br />

Gewichtsklassen zugelassen. Sie sind das<br />

Rückgrat des Transports und damit der<br />

modernen, arbeitsteiligen Wirtschaft.<br />

Mehr als 70 Prozent der Verkehrsleistung<br />

im deutschen Güterverkehr werden von<br />

LKW erbracht.<br />

Gottlieb Daimler hatte so einen Boom<br />

in keiner Weise erwartet. Er soll gesagt<br />

haben: „Die weltweite Nachfrage nach<br />

Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht<br />

überschreiten – allein schon aus Mangel<br />

an verfügbaren Chauffeuren“. Und diese<br />

Prognose bezog die PKW mit ein.<br />

Im Alter von 65 Jahren stirbt der geniale<br />

Ingenieur, erfolgreiche Unternehmer<br />

und Pionier des Straßengüterverkehrs.<br />

Den Siegeszug der LKW hat er nur noch<br />

in den Anfängen miterlebt. ∞<br />

Seite 51


Rubrik<br />

Seite 52


Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Heinz Fiege<br />

Hugo Fiege<br />

Pioniere der Kontraktlogistik<br />

Heinz Fiege<br />

Feuer, Wasser und eine Idee, die die<br />

Logistik veränderte.<br />

Einer, der beide lange kennt, bringt es auf<br />

den Punkt: „Der Bauch von Heinz und<br />

der Kopf von Hugo ist die ideale Kombination“,<br />

sagt Hanspeter Stabenau, selbst<br />

Mitglied in der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>.<br />

Davon ist 1967, als der gelernte Speditionskaufmann<br />

Heinz mit 22 Jahren das<br />

Familienunternehmen übernimmt, noch<br />

keine Rede. 1974 – Heinz ist 29, Hugo 25<br />

Jahre alt – beginnt der Schulterschluss<br />

der Brüder. Heinz fordert das Versprechen<br />

seines jüngeren Bruders ein, nach<br />

dem BWL-Studium ins Unternehmen zu<br />

kommen. Der will zwar Architekt werden,<br />

steht aber zu seinem Wort. Gemeinsam<br />

stellen beide Fiege neu auf, formen aus<br />

dem Transportunternehmen des Urgroßvaters<br />

einen Logistikdienstleister,<br />

wie es ihn bis dato nicht gibt. Die erste<br />

Richtungsentscheidung fällt Ende der<br />

80er: Rückzug aus der Spedition, Abschaffung<br />

des Fuhrparks. Der Urknall der<br />

Kontraktlogistik. Ende der 80er ist das<br />

eine schwere Entscheidung mit <strong>of</strong>fenem<br />

Ausgang. Der Fuhrpark stellt einen Wert<br />

dar und Fernverkehrslizenzen werden<br />

1945 geboren am 8. Februar in<br />

Greven<br />

1961 technische und kaufmännische<br />

Berufsausbildung<br />

1967 Eintritt in das väterliche, 1873<br />

vom Urgroßvater Joan Joseph<br />

Fiege gegründete<br />

Speditionsunternehmen in<br />

Greven<br />

1970 Leitung des Betriebes<br />

Hugo Fiege<br />

1949 geboren am 13. April in Greven<br />

1968 bis 1973<br />

Betriebswirtschaftsstudium<br />

an den Universitäten Fribourg/Schweiz<br />

und Münster<br />

1974 Geschäftsführender Gesellschafter<br />

der Fiege Gruppe<br />

Greven<br />

1986 Promotion<br />

2005 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

unter der Hand zum Preis von Einfamilienhäusern<br />

gehandelt. „Das werden die<br />

nie überleben, das funktioniert hinten<br />

und vorne nicht. Logistik ohne Spedition<br />

gibt es nicht“, sagt der Wettbewerb. Die<br />

Grevener verfolgen weiter zielstrebig ihre<br />

Vision – und treffen ins Schwarze. Das<br />

von vielen prognostizierte Ende von Fiege<br />

wird der Anfang einer Erfolgsgeschichte,<br />

die eher zufällig beginnt. Nach ersten logistischen<br />

Gehversuchen entwickelt Fiege<br />

für den japanischen Reifenhersteller<br />

Bridgestone ein ganzheitliches Logistikmodell.<br />

In der Familienchronik heißt es<br />

dazu: „...die unabhängige Steuerung von<br />

logistischen Ketten (...), dazu gehört die<br />

Beschaffung der Güter für die Industrie<br />

und den Handel, genauso wie der Absatz<br />

der Industrie hin zum Verbraucher. Zur<br />

logistischen Kette gehören das Lagerthema,<br />

die Verpackung, sie beinhaltet die<br />

Mehrwerte an der Ware, wo der Preis<br />

ausgezeichnet wird, Waren kontrolliert<br />

werden, sie umfasst die Regalpflege und<br />

andere Leistungen, wobei der Transport<br />

(...) eine untergeordnete Bedeutung hat.“<br />

Symbolisch dafür steht ein Stückpreis<br />

pro Reifen als Lohn. Dafür realisieren<br />

die Unternehmer die komplette Logistikkette<br />

von den Fabriken in Fernost bis<br />

zum Händler in Deutschland. „Dass wir<br />

Bridgestone getr<strong>of</strong>fen haben, war Glück“,<br />

erinnert sich Hugo, „und alles andere geplant.“<br />

Heute ist Kontraktlogistik Standard<br />

in der Logistikbranche. ∞<br />

Seite 53


Seite 54


Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Hermann<br />

Grewer<br />

Gestalter des europäischen Straßengüterverkehrs<br />

„Wer meckern will, der muss sich auch<br />

einbringen.“<br />

Privat kümmert sich Hermann Grewer<br />

liebevoll um seine fünf Oldtimer und<br />

fährt mit ihnen ganz entspannt spazieren.<br />

In der Verbandsarbeit mag er hingegen<br />

die Dinge nicht so einfach dahinrollen<br />

lassen. „Wer meckern will, der muss<br />

sich auch einbringen“, lautet das Credo<br />

des 70-jährigen Vollblutunternehmers.<br />

Geschichte gemacht hat Hermann Grewer<br />

an der Spitze des Bundesverbands<br />

Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung<br />

als dynamischer Mitgestalter der<br />

Liberalisierung und Modernisierung<br />

des europäischen Güterkraftverkehrs im<br />

EU-Binnenmarkt.<br />

Ein typischer Verbandsfunktionär ist der<br />

Gelsenkirchener trotz seiner zahlreichen<br />

Ehrenämter nie geworden. Er behielt immer<br />

die Bodenhaftung als Spediteur und<br />

Transportunternehmer. Über Fahrzeugkostenrechnung<br />

und LKW-Technik kann<br />

er genauso kenntnisreich reden, wie über<br />

die Probleme mit der Kabotage auf den<br />

europäischen Transportmärkten. Sein<br />

Detailwissen, verbunden mit Charisma<br />

und Durchsetzungsfähigkeit, machten<br />

ihn zum idealen BGL-Präsidenten in<br />

einer Zeit, in der sich das Gewerbe in<br />

Deutschland und Europa fundamental<br />

veränderte. Die Liberalisierung des<br />

deutschen Güterkraftverkehrsmarktes<br />

im Jahr 1993 erlebte und gestaltete<br />

er als Vizepräsident des BDF mit. Dem<br />

1943 geboren am 6. Juni in Braunschweig<br />

Ausbildung: Maschinenbaustudium<br />

an den Universitäten<br />

München und Karlsruhe<br />

1969 Übernahme des elterlichen<br />

Transportbetriebes<br />

1991 Vizepräsident des Bundesverbandes<br />

des Deutschen<br />

Güterfernverkehrs (BDF) e.V.<br />

Frankfurt<br />

ab 1991<br />

verschiedene Ämter, darunter<br />

Präsident des Transport<br />

Council der International<br />

Road Transport Union (IRU,<br />

Genf)<br />

1995 bis 2012<br />

Präsident des BDF, jetzt Bundesverband<br />

Güterkraftverkehr<br />

Logistik und Entsorgung<br />

(BGL) e.V., Frankfurt/Main,<br />

heute Ehrenpräsident<br />

Bundesverdienstkreuz am<br />

Bande und Bundesverdienstkreuz<br />

1. Klasse<br />

2013 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Engagement von Grewer und seinen<br />

Mitstreitern für faire Rahmenbedingungen<br />

ist es zu verdanken, dass die<br />

mittelständisch strukturierte deutsche<br />

Transportbranche sich in den hart umkämpften<br />

Verkehrsmärkten behaupten<br />

konnte. Harte Verhandlungen blieben<br />

auch in den Folgejahren eine Spezialität<br />

von Hermann Grewer, als es etwa um<br />

die Ausgestaltung der Kabotagefreiheit<br />

und andere ordnungspolitische Fragen in<br />

Berlin und Brüssel ging. Mitte der 90er<br />

verhinderte er den Zusammenbruch des<br />

Carnet-TIR-Verfahrens, was dem für die<br />

deutsche Wirtschaft so wichtigen Handel<br />

mit den Staaten Osteuropas schwer<br />

geschadet hätte. Mehr noch: „Ohne ihn<br />

hätte es die LKW-Maut ohne Harmonisierung<br />

gegeben“, rühmt BGL-Präsident<br />

Adalbert Wandt seinen Vorgänger. Grewer<br />

und BGL-Hauptgeschäftsführer Pr<strong>of</strong>essor<br />

Dr. Karlheinz Schmidt hatten die<br />

Harmonisierung in Verhandlungen mit<br />

dem damaligen Kanzleramtsminister<br />

Frank-Walter Steinmeier durchgesetzt.<br />

600 Millionen Euro Harmonisierungsbeitrag<br />

pro Jahr holte das Duo gegen<br />

massive Widerstände aus verschiedenen<br />

Bundesministerien für das deutsche<br />

LKW-Gewerbe heraus.<br />

Grewer gilt bei seinen Gesprächspartnern<br />

in der Politik als sachlicher, fairer und<br />

verlässlicher Gesprächspartner. Gleiches<br />

erwartet er auch vom seinem Gegenüber<br />

– und wurde zuweilen enttäuscht. Dann<br />

konnte (und kann) der sonst so bedächtige<br />

BGL-Präsident auch schon mal zu einem<br />

emotionalen Vulkan werden – und notfalls<br />

auch die Samthandschuhe ausziehen. In<br />

aller Regel setzt er jedoch auf die Kraft<br />

der Sachargumente, auf Kompromisse –<br />

und ein bisschen auch auf seinen charakteristischen<br />

Ruhrpott-Charme. ∞<br />

Seite 55


Rubrik<br />

Seite 56


Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Michael<br />

ten Hompel<br />

Forschungs-Papst in der Logistik<br />

Ein Forscherherz schlägt für Effizienz.<br />

„Ten Hompel ist bekannt dafür quer zu<br />

denken und keine Scheu vor Veränderung<br />

zu haben. Ihm ist grundlegendes Umpflügen<br />

ausgetretener Pfade lieber als Flickschusterei<br />

und Besitzstandswahrung. Ten<br />

Hompel ist dabei nicht nur einfallsreich:<br />

Er entwickelt auch Ideen, die nicht dem<br />

Mainstream entsprechen (...)“, schrieb die<br />

DVZ über ihn.<br />

Er baut sich im Studium nebenher eine Firma<br />

auf, im Urlaub kann er nicht aufhören,<br />

die Segelleistung seiner 44 Fuß-Bavaria<br />

Vision zu optimieren und selbst Aut<strong>of</strong>ahren<br />

würde er für Zeitverschwendung<br />

halten, wäre da nicht das Faible für seinen<br />

Caterham Super Seven. Beides Träume,<br />

die er sich aus dem Verkaufserlös seiner<br />

Firma erfüllt.<br />

Pr<strong>of</strong>. Dr. Michael ten Hompel ist ein<br />

Effizienzfan. Geht nicht, gibt´s nicht.<br />

Optimieren ist seine Natur, und das tut<br />

er mit einer Begeisterung, der man sich<br />

nur schwer entziehen kann. Da baut<br />

er schon einmal ein Distributionszentrum<br />

nach, um seine Theorie der zellularen<br />

Fördertechnik Wirklichkeit werden<br />

zu lassen. Und erst recht lässt er sich<br />

nicht von Bedenkenträgern bremsen,<br />

1958 geboren am 19. November<br />

in Bergisch-Gladbach<br />

1985 Studium der Elektrotechnik<br />

an der RWTH Aachen Fachrichtung<br />

Technische Informatik<br />

(Abschluss: Dipl.-Ing.)<br />

1986 bis 1989<br />

wissenschaftlicher Angestellter<br />

der Universität Dortmund<br />

und des Fraunh<strong>of</strong>er-<br />

Instituts für Transporttechnik<br />

und Warendistribution<br />

1988 Gründer und geschäftsführender<br />

Gesellschafter der<br />

GamBit GmbH<br />

1989 bis 1991<br />

Geschäftsführer der IGS<br />

GmbH<br />

1991 Promotion an der Universität<br />

Witten/Herdecke<br />

Heute Univ.-Pr<strong>of</strong>. und Ordinarius<br />

des Lehrstuhls für Förder- und<br />

Lagerwesen an der TU Dortmund<br />

und geschäftsführender<br />

Leiter des Fraunh<strong>of</strong>er-<br />

Instituts für Materialfluss und<br />

Logistik (IML)<br />

2012 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

die sagen, etwas sei zu abgehoben,<br />

zu früh oder zu wenig aussichtsreich.<br />

Ten Hompel gehört zu den Spitzenforschern<br />

in der Logistik mit Weltruf<br />

und zahlreiche Innovationen gehen direkt<br />

auf seine Forschungen zurück. Der<br />

Fraunh<strong>of</strong>er-Pr<strong>of</strong>essor und promovierte<br />

Elektrotechniker gilt als Erfinder der<br />

Shuttle-Technologie in der Intralogistik,<br />

die er seit einigen Jahren zur zellularen<br />

Fördertechnik (ZFT) weiterentwickelt,<br />

indem er die „Schwarmintelligenz“ auf<br />

die Intralogistik überträgt. Weil die Vision,<br />

tonnenschwere Regalbediengeräte<br />

und kilometerlange stationäre Fördertechnik<br />

durch kleine autonome Shuttles<br />

abzulösen, schwer zu glauben ist und<br />

überdies die Welt der Intralogistik auf<br />

den Kopf stellen würde, beweist er die<br />

Lauffähigkeit seines Konzeptes in der<br />

eigens errichteten ZFT-<strong>Hall</strong>e auf dem<br />

Gelände des Dortmunder IML.<br />

Ten Hompel ist außerdem Wegbereiter<br />

des Internet der Dinge in Deutschland<br />

und ein Quantensprung ist ihm mit dem<br />

EffizienzCluster LogistikRuhr gelungen,<br />

den er mit viel persönlichem Einsatz initiiert<br />

und unbeirrt vorangetrieben hat.<br />

120 Unternehmen und elf Forschungseinrichtungen<br />

arbeiten hier erstmals gemeinsam<br />

daran, die Logistik von Morgen mit<br />

75 Prozent der Ressourcen von heute zu<br />

schaffen. Obwohl das Vorhaben anfangs<br />

von allen Experten als völlig aussichtslos<br />

beurteilt wurde, feierte es mit dem<br />

Gewinn des Spitzencluster-Wettbewerbs<br />

der Bundesregierung einen beispiellosen<br />

Erfolg und gilt heute als Europas größtes<br />

Forschungsprojekt in der Logistik. ∞<br />

Seite 57


Rubrik<br />

Seite 58


Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Reinhardt<br />

Jünemann<br />

Materialfluss-Papst und Mitbegründer<br />

der industriellen Logistik<br />

Hardcore-Technik.<br />

Seine akademischen Titel sind länger als<br />

sein Name. Dabei lassen die beruflichen<br />

Ambitionen als Kind das nicht erahnen.<br />

Pr<strong>of</strong>essor em. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Dr.<br />

h.c. Reinhardt Jünemann will Lokomotivführer<br />

werden. Er wird der deutsche<br />

Materialflusspapst.<br />

Auf seine Pionierleistungen gehen wichtige<br />

Impulse für automatische Materialflusssysteme,<br />

die Simulationstechnik oder für<br />

die Informations- und Kommunikationstechnik<br />

in der Logistik zurück. Daraus<br />

resultieren bedeutende Entwicklungen,<br />

wie etwa automatische Regalstapler und<br />

automatisierte Staplerleitsysteme oder<br />

Roboter für Palettierungsaufgaben.<br />

Jünemann – der Pionier, der Wissenschaftler,<br />

der Manager, der Entwickler, der<br />

Firmengründer – es ist schwer, mit nur<br />

einem Begriff die Person zu beschreiben.<br />

Auf jeden Fall sucht er von Anfang an<br />

neue Wege, wagt sich auf neues Terrain<br />

und riskiert etwas für seine Überzeugungen:<br />

Nach dem Abitur studiert der<br />

in Sachsen-Anhalt geborene Sohn eines<br />

1936 geboren in Thaldorf/Lutherstadt<br />

Eisleben (Sachsen-<br />

Anhalt)<br />

1960 Abschluss als Diplom-Ingenieur<br />

für Maschinenbau an<br />

der Technischen Hochschule<br />

Dresden<br />

1961 Flucht aus der DDR<br />

1961 bis 1972<br />

Diverse Industrietätigkeiten<br />

bei den Rheinstahl<br />

Hüttenwerken und Bayer<br />

1970 Promotion zum Doktor-<br />

Ingenieur an der TU Berlin<br />

1972 bis 2001<br />

Pr<strong>of</strong>essor an der Uni Dortmund,<br />

Lehrstuhl für Förderund<br />

Lagerwesen<br />

1981 Gründer und Leiter des<br />

Fraunh<strong>of</strong>er-Instituts für Materialfluss<br />

und Logistik (IML)<br />

in Dortmund<br />

2001 geht Jünemann in den Ruhestand<br />

2009 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Stellmacher- und Tischlermeisters 1955<br />

Maschinenbau und hat fünf Jahre später,<br />

1960, sein Ingenieursdiplom in der<br />

Tasche. Am 21. Juli 1961 setzt sich der<br />

Mittzwanziger in den Westen ab. Eine<br />

sichere Industriekarriere vor Augen, folgt<br />

der 1970 promovierte Jünemann dann<br />

aber dem Ruf der Wissenschaft, weil er<br />

glaubt, dort mehr bewegen zu können.<br />

Er übernimmt den neu ausgeschriebenen<br />

Lehrstuhl für Förder- und Lagerwesen an<br />

der Uni Dortmund, gilt als Mitbegründer<br />

der industriellen Logistik und viele Jahre<br />

als der „Materialfluss-Papst“ in Deutschland.<br />

Er gründet das Fraunh<strong>of</strong>er-Institut<br />

für Materialfluss und Logistik (IML) in<br />

Dortmund und entwickelt es zu einer<br />

weltweit anerkannten Forschungseinrichtung.<br />

Die angewandte Forschung<br />

ist sein Steckenpferd und sein Talent als<br />

Macher hilft dabei, Forschungsaufträge<br />

zu gewinnen. In Nordrhein-Westfalen<br />

existieren Dutzende Unternehmen mit<br />

weit mehr als 1000 Mitarbeitern, deren<br />

Grundlage auf das Fraunh<strong>of</strong>er-Institut<br />

oder Jünemanns Lehrstuhl zurückgeht.<br />

NRW-Ministerpräsident Johannes Rau<br />

würdigt Jünemanns Verdienst, die „friedvolle<br />

Definition für Logistik gefunden zu<br />

haben“, nämlich „als die wissenschaftliche<br />

Lehre der Planung, Steuerung und<br />

Überwachung der Material-, Personal-,<br />

Energie- und Informationsflüsse in Unternehmen“.<br />

Ein umfangreiches Feld,<br />

aber „in der Logistik ist so viel zu tun,<br />

da könnte man nochmal 100 Jahre leben“,<br />

sagt Jünemann. ∞<br />

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Rubrik<br />

Seite 60


Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Peter<br />

Klaus<br />

Vermesser der Logistik<br />

You can’t manage what you can’t measure.<br />

Die Geburt einer Branche.<br />

Peter Klaus hat den deutschen Logistikmarkt<br />

so genau vermessen wie kein Zweiter.<br />

Das Ergebnis ist die populäre Studie<br />

„Top 100 der Logistik“. Verdichtet wurde<br />

diese Maßarbeit auf zwei Werte: 220<br />

Milliarden Euro Marktvolumen und 2,7<br />

Millionen Beschäftigte. Mit diesen zwei<br />

Zahlen beendet Pr<strong>of</strong>essor Peter Klaus,<br />

D.B.A./Boston Univ., das Schattendasein<br />

der Logistik, ihr Image als Verkehrslärm<br />

und Staus produzierendes Ungetüm.<br />

Logistik wird populär und in einem<br />

Atemzug mit den großen Industriebranchen<br />

genannt. Verbände und Medien<br />

sind plötzlich in der Lage, die Größe und<br />

Bedeutung der Logistikbranche fundiert<br />

darzustellen. Mit Klaus´ Zahlen gelingt es,<br />

die Logistik als drittgrößten Wirtschaftszweig<br />

in Deutschland zu etablieren und<br />

ihre Bedeutung für den Wirtschaftsstandort<br />

und ihren Beitrag zur Wirtschaftsleistung<br />

erstmals mit harten Fakten zu<br />

belegen. Die Aufmerksamkeit in Politik<br />

und Öffentlichkeit steigt sprunghaft. Mit<br />

diesen zwei Werten macht Klaus Logistik<br />

begreifbar, gibt ihr ein Gesicht und rückt<br />

sie ins Licht der Öffentlichkeit. Und das,<br />

1944 geboren am 9. März in Frankfurt/Oder<br />

1963 Abitur und Lehre zum Speditionskaufmann<br />

1968 BWL-Studium in Erlangen-<br />

Nürnberg (Abschluss: Diplom-Kaufmann)<br />

ab 1970<br />

diverse leitende Funktionen<br />

bei Kraftverkehr Klaus, seit<br />

1972 geschäftsführender<br />

Gesellschafter<br />

1979 Studium und Promotion in<br />

den USA<br />

1982 bis 1995<br />

Pr<strong>of</strong>essor für BWL an der FH<br />

Pforzheim<br />

1990 Inhaber des Lehrstuhls für<br />

BWL, insbesondere Logistik,<br />

an der Universität Erlangen-<br />

Nürnberg<br />

2009 geht Klaus in den Ruhestand<br />

2009 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

obwohl er selbst keiner ist, der ins Rampenlicht<br />

drängt. Dennoch scheut der Vollblutwissenschaftler<br />

nicht davor zurück, von<br />

Wissenschaftskollegen, Marktforschern<br />

oder Beratern veröffentlichte Logistikkennzahlen<br />

zu hinterfragen. Klaus bezieht<br />

kritisch Stellung. Tonnenkilometer hält er<br />

übrigens im Zusammenhang mit der Straßennutzung<br />

für ein „ziemlich blödes Maß“<br />

und plädiert für Anwesenheitsminuten.<br />

Klaus wächst auf in der väterlichen Stückgutspedition<br />

Kraftverkehr Klaus in Nürnberg.<br />

Dort lernt er das Geschäft von der<br />

Pike auf, fährt selbst im Fernverkehr<br />

und übernimmt mit 28 die Leitung des<br />

500-Mitarbeiter-Unternehmens, das er<br />

fünf Jahre später an den Unilever-Konzern<br />

verkauft. Nun hat er die Zeit, sich<br />

seiner wahren Passion zu widmen: der<br />

Forschung. Dazu zieht es den Diplom-<br />

Kaufmann in die USA. Er studiert Wirtschaftsingenieurwesen<br />

und promoviert.<br />

Sein Schritt zurück nach Deutschland<br />

ist eine Pr<strong>of</strong>essur an der Fachhochschule<br />

Pforzheim. Aber wenn schon Pr<strong>of</strong>essor,<br />

dann richtig an der Universität. 1990 wird<br />

er Inhaber des damals neu eingerichteten<br />

Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre,<br />

insbesondere Logistik, an seiner Heimatuniversität<br />

Erlangen/Nürnberg – ohne<br />

seine Habilitation je beendet zu haben.<br />

Sein ungewöhnlicher Lebensweg mit der<br />

Mischung aus praktischer Erfahrung<br />

und akademischer Laufbahn im Ausland<br />

hilft dabei. Hier in Franken macht<br />

er sich schließlich ans Werk, die Logistik<br />

zu vermessen. ∞<br />

Seite 61


Seite 62


Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Klaus Michael<br />

Kühne<br />

Unternehmerpersönlichkeit und<br />

Logistikmäzen<br />

Wahre Werte.<br />

Das Schweizer Dorf Schindellegi verdankt<br />

ihm Weltruf. Mitte der 70er verärgert<br />

die sozial-liberale Koalition, allen voran<br />

SPD-Altkanzler Willy Brandt, Alfred<br />

und Klaus-Michael Kühne so sehr, dass<br />

die kurzerhand Wohnsitz und Firma in<br />

die Schweiz verlegen. Von dort aus hat<br />

Klaus-Michael Kühne über seine unternehmerische<br />

Leistung hinaus durch sein<br />

persönliches Engagement als Stifter die<br />

Verkehrswirtschaft und Logistik maßgeblich<br />

vorangebracht.<br />

„Ich bin autoritär“, skizziert er selbst den<br />

Führungsstil, mit dem er sein Unternehmen<br />

in die Spitzengruppe der Logistikdienstleister<br />

führt. Menschen, die ihn kennen,<br />

beschreiben ihn als detailverliebten<br />

Machtmenschen, besessenen Workaholic,<br />

sparsam bis geizig, spröde bis introvertiert<br />

und humorvoll. Er selbst dementiert keines<br />

der Attribute. Der Mann ist Vollblutunternehmer,<br />

weiß, was er will. Ob er Hapag<br />

Lloyd rettet, weil er glaubt, Deutschland<br />

brauche eine „nationale Reederei“, ob er<br />

eine Logistik-Universität gründet, einen<br />

Hoteltraum auf Mallorca verwirklicht,<br />

sich im Fußball engagiert, humanitäre<br />

1937 geboren am 2. Juni in Hamburg.<br />

Bank- und Außenhandelslehre,<br />

Positionen bei<br />

Speditionen, Reedereien<br />

und Schiffsmaklern<br />

1963 im Alter von 26 Jahren persönlich<br />

haftender Gesellschafter<br />

von Kühne & Nagel<br />

1966 Vorstandsvorsitzender K&N<br />

Speditions-AG<br />

1974 Das Unternehmen verlegt<br />

seinen Sitz in die Schweiz<br />

1976 Die Familie Kühne gründet<br />

die gemeinnützige Kühne-<br />

Stiftung<br />

1981 Der Mischkonzern Lonrho<br />

übernimmt die Hälfte an<br />

K&N. Zehn Jahre später kauft<br />

Kühne alle von Lonrho gehaltenen<br />

Anteile an seinem<br />

Unternehmen zurück<br />

1992 Viag und die Deutsche Handelsbank<br />

steigen bei K&N<br />

ein<br />

1994 K&N geht an die Börse, Kühne<br />

hält 55,75 Prozent<br />

2005 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Logistikeinsätze oder Forschung unterstützt,<br />

weil es ihm Freude macht oder er<br />

es einfach nur für nötig hält – Dinge, die<br />

er sich in den Kopf setzt, zieht er durch.<br />

Auch dann, wenn er alles damit riskiert.<br />

Als er Anfang der 80er Jahre versucht,<br />

sich als Reeder zu betätigen, erleidet er<br />

Schiffbruch, und muss die Hälfte seines<br />

Konzerns an die britische Lonrho-Gruppe<br />

verkaufen. „Wir sind damals übermütig<br />

geworden“, gesteht Kühne ein. Er kämpft<br />

und schafft das Comeback, kann seine<br />

Anteile zurückkaufen und später an die<br />

Börse bringen.<br />

Wenn er sich unterhält, diskutiert Kühne<br />

lieber über Politik als über Logistik.<br />

Aber etwas anderes zu werden als Spediteur,<br />

kann er sich nie wirklich vorstellen.<br />

Ein bisschen Rebellion in jungen Jahren<br />

gegen den Vater gehört dazu, auch studieren<br />

würde er gerne, aber der Weg ist<br />

vorgezeichnet und so steigt er mit 26<br />

Jahren in das Unternehmen ein. „Ich bin<br />

ein harter Knochen, habe stets gekämpft<br />

und dabei Erfolg gehabt“, sagt Kühne über<br />

sein Schaffen. In seiner gemeinnützigen<br />

Kühne-Stiftung fördert der Mäzen neben<br />

vielen Aktivitäten die Forschung sowie<br />

Aus- und Weiterbildung in der Logistik<br />

und macht so die K&N-Aus bildung zum<br />

Qualitätssiegel. Noch heute berichten<br />

zahlreiche Logistikmanager weltweit stolz<br />

davon, bei „Kühne“ gelernt zu haben. ∞<br />

Seite 63


1913 geboren als Farmers-Sohn im US-Bundesstaat North<br />

Carolina<br />

1934 Gründung von McLean Trucking<br />

1937 Erste Idee für einen Transportbehälter<br />

1955 Verkauf von McLean Trucking und Kauf der Pan Atlantic<br />

Tanker Company, die er 1960 in Sea-Land<br />

umbenennt<br />

1956 Erste Containerfahrt: McLean lässt am 25. April in<br />

Port Newark auf dem umgebauten Öltanker „Ideal<br />

X“ 58 Container verladen<br />

1957 Erster Container-Liniendienst zwischen New York –<br />

Florida – Texas<br />

1969 Verkauf von Sea-Land für 160 Millionen Dollar an<br />

den Tabak-Konzern R. J. Reynolds<br />

2001 stirbt McLean am 25. Mai im Alter von 87 Jahren<br />

2004 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Seite 64


Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Malcom<br />

McLean<br />

Vater der Containerisierung<br />

Trucker, Seemann, Unternehmer.<br />

Er wurde verlacht, beschimpft und bekämpft,<br />

doch der Siegeszug seiner Idee<br />

war nicht mehr aufzuhalten. Als am 15.<br />

Mai 1966 die MS „Fairland“ die ersten<br />

Container aus den USA im Bremer Überseehafen<br />

entlädt, bricht für Deutschland<br />

eine neue Zeit an. Der Container wird<br />

zum Motor der Globalisierung und revolutioniert<br />

die Weltwirtschaft. Hinter<br />

dieser einzigartigen Entwicklung steht<br />

ein Mann: Malcom McLean, Besitzer der<br />

MS Fairland und Gründer der Reederei<br />

Sea-Land. Er gilt weltweit als Vater der<br />

Containerisierung.<br />

McLean ist Tankstellenpächter, als der<br />

gerade Volljährige in den 30ern in die<br />

Logistik einsteigt. Ein Kunde fragt, ob<br />

er einen Lastwagen samt Fahrer mieten<br />

könne. Der als Spielernatur bekannte Malcom<br />

denkt nicht lange nach, besorgt einen<br />

Truck und fährt los. Während McLean<br />

Trucking mit 1776 Lastwagen zur zweitgrößten<br />

Spedition in den USA aufsteigt,<br />

lässt ihn die Idee nicht los, den Lastwagen<br />

samt Ladung aufs Schiff zu stellen. Schon<br />

früh hatte McLean erkannt, dass es viel<br />

zu aufwändig ist, die Ladung Stück für<br />

Stück aus dem Lastwagen auszuladen,<br />

im Hafenschuppen einzulagern, neu zu<br />

verpacken und dann wieder aufs Schiff<br />

zu hieven, um im Zielhafen die ganze<br />

Prozedur wieder neu zu beginnen.<br />

1937 hat er erstmals die Idee, Transportbehälter<br />

zu benutzen und fast 20 Jahre<br />

später lässt McLean in Port Newark auf<br />

dem umgebauten Öltanker „Ideal X“ 58<br />

53-Fuß-Container nach Houston verladen.<br />

1957 startet der erste Containerdienst<br />

zwischen New York, Florida und Texas.<br />

Der Container ist nicht mehr aufzuhalten,<br />

obwohl Gewerkschaften, Reedereien<br />

und die Eisenbahngesellschaften<br />

nichts unversucht lassen, das Vorhaben<br />

zu stoppen. McLean ist das egal. Er hält<br />

nichts von maritimen Traditionen. „Für<br />

mich ist das Schiff nichts weiter als eine<br />

Zugmaschine“, soll der einstige Trucker<br />

aus North Carolina gesagt haben. McLean<br />

revolutioniert mit seiner Erfindung die<br />

Schifffahrt und Logistik wie kein anderer.<br />

Keine der dunklen Vorhersagen aus den<br />

60ern trifft ein. Aus dem prognostizierten<br />

Hafensterben wird ein Hafenboom, aus<br />

dem Sargnagel für europäische Reeder<br />

eine Erfolgsgeschichte.<br />

Das Geheimnis seines Erfolges bringt<br />

Thomas Greh, Autor, Produzent und<br />

Regisseur einer dreiteiligen arte-Dokumentation<br />

zum Container auf den Punkt:<br />

„Er war jemand, der davon überzeugt<br />

war, dass für jedes noch so komplizierte<br />

Problem eine einfache Lösung existiert.“<br />

McLeans Einstellung: Make it simple und<br />

Menschen können nur außergewöhnliche<br />

Leistungen vollbringen, wenn ihnen die<br />

ganze Sache auch Spaß macht. ∞<br />

Seite 65


Rubrik<br />

Seite 66


Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Taiichi<br />

Ohno<br />

Erfinder von Kanban<br />

Fünf Richtige oder für manche die<br />

schönste Sache der Welt.<br />

In der richtigen Menge, der richtigen<br />

Qualität, der richtigen Reihenfolge, zur<br />

richtigen Zeit, am richtigen Ort. Dieses<br />

Prinzip revolutioniert die Automobilindustrie<br />

weltweit. Jeder Automobilmanager,<br />

Tausende von Studenten und jeder<br />

Logistikjournalist können es im Schlaf<br />

aufsagen. Schon schwieriger wird es bei<br />

der Frage nach dem Erfinder. Sein Name<br />

ist Taiichi Ohno.<br />

Taiichi Ohno ist der Begründer des „Toyota<br />

Production System”. Als eine der<br />

zwei Grundsäulen gilt der Just in Time-<br />

Gedanke: Die Materialien haben erst dann<br />

in der richtigen Anzahl, Qualität und<br />

Reihenfolge am jeweiligen Fertigungspunkt<br />

innerhalb der Montagelinie zu sein,<br />

wenn sie benötigt werden. Es grenzt an<br />

Ironie, dass das Vorbild für Ohnos Idee<br />

ausgerechnet amerikanische Supermärkte<br />

sind. Dort können bereits in den 70ern<br />

Kunden die gewünschten Produkte zur<br />

gewünschten Zeit und in der gewünschten<br />

Menge abfordern. Ohno betrachtete<br />

1912 Taiichi Ohno wird im Februar<br />

in Dairen (Port Arthur),<br />

Manchuria (China), geboren<br />

1932 Abschluss des Studiums an<br />

der Nagoya Technical High<br />

School<br />

1932 Einstieg bei Toyota Spinning<br />

and Weaving<br />

1943 Wechsel zur Toyota Motor<br />

Company<br />

1949 Ernennung zum Betriebsingenieur<br />

1953 Taiichi Ohno entwickelt das<br />

Kanban-System<br />

1956 Ohno besichtigt die US Automobilproduktion<br />

von General<br />

Motors und Ford<br />

1962 Ohno führt das Kanban-<br />

System bei Toyota ein<br />

1978 Ausscheiden als Vice President<br />

1990 stirbt am 28. Mai in Toyota<br />

City, Japan<br />

2004 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

erstmals auch den Produktionsprozess<br />

ausgehend vom Kunden.<br />

Grundgedanke des Just in Time-Konzeptes<br />

ist der von ihm erdachte Wechsel vom<br />

Push- zum Pull-Prinzip. Jeder nachgelagerte<br />

Produktionsschritt ist Kunde des<br />

vorgelagerten Prozessabschnittes. Waren<br />

werden vom Kunden nachfrageorientiert<br />

angefordert (Pull) und nicht von der vorgelagerten<br />

Produktion einfach hergestellt<br />

und zum Kunden gesendet (Push). Dieser<br />

Wechsel von Push zu Pull, der in vielen<br />

Logistikfachbüchern noch heute ganz<br />

oben auf der Tagesordnung steht, wird<br />

bis zum heutigen Just in Sequence immer<br />

weiter verfeinert. Überproduktionen und<br />

kostspielige Zwischenläger innerhalb der<br />

Fertigung verschwinden und die Produktion<br />

wird deutlich effizienter.<br />

Um Just in Time-Lieferungen in der Fertigung<br />

umzusetzen, entwickelt und testet<br />

der damalige Betriebsingenieur Ohno<br />

bei Toyota 1953 das noch heute in vielen<br />

Fertigungslinien angewandte Kanban-<br />

Prinzip. Kanban ist eigentlich nur ein<br />

auf genormten Papierkarten basierendes<br />

Kommunikationssystem. Die vorgelagerten<br />

Prozessschritte werden mittels<br />

Kanban-Karte von dem nachgelagerten<br />

Prozessabschnitt aufgefordert, die auf der<br />

Karte angegebenen Teile zu produzieren<br />

und zu einem bestimmten Datum an<br />

einen bestimmten Ort zu liefern. Ohne<br />

Kanban-Karte ist es nicht erlaubt, eine<br />

Fertigung zu starten. ∞<br />

Seite 67


Seite 68


Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Hans-Christian<br />

Pfohl<br />

Begründer der wissenschaftlichen<br />

Logistikforschung<br />

Der Logistiker von Welt trägt Wissen.<br />

Deutschland ist führend in Logistikforschung<br />

und -lehre, nirgendwo gibt es<br />

mehr Logistikpr<strong>of</strong>essoren. Fragt man<br />

aber im Ausland nach einem deutschen<br />

Logistikpr<strong>of</strong>essor mit Weltruf, kommt<br />

lange Zeit meist nur ein Name: Hans-<br />

Christian Pfohl, Pr<strong>of</strong>essor für Unternehmensführung<br />

und Logistik und rund 30<br />

Jahre lang die Visitenkarte der deutschen<br />

Logistikforschung in der Welt.<br />

Pr<strong>of</strong>essor Dr. Dr. hc. Hans-Christian<br />

Pfohl trägt Ballonjacke statt Anzug, den<br />

Weg zur Uni fährt er mit dem Rad oder<br />

seinem klapprigen BMW und er stellt<br />

gerne unangenehme Fragen. Etwa die<br />

Killerfrage der Logistik, deren Beantwortung<br />

er seine Karriere widmet: „Und<br />

welchen Beitrag leistet die Logistik zum<br />

Unternehmenswert?“ Zu viele deutsche<br />

Logistiker seien Techniker, meint er.<br />

Logistiker müssten von der Finanzseite<br />

kommen, denn „wenn wir die Bedeutung<br />

der Logistik für den Unternehmenswert<br />

nicht deutlich machen können, wird sich<br />

Logistik als Querschnittsfunktion nicht<br />

etablieren“.<br />

1942 geboren am 14. März in<br />

Gablonz<br />

1975 BWL-Pr<strong>of</strong>essor an der Universität<br />

Essen<br />

1982 Ruf an die TU Darmstadt,<br />

wo er den Lehrstuhl für Unternehmensführung<br />

& Logistik<br />

an der TU aufbaut.<br />

Rufe an die Universitäten<br />

Mainz und Düsseldorf lehnt<br />

er ab<br />

1984 engagiert in der European<br />

<strong>Logistics</strong> Association (ELA)<br />

Brüssel als Vizepräsident<br />

und Präsident sowie Leiter<br />

des „Research and Development<br />

Committee“<br />

1996 Ehrendoktorwürde durch<br />

die Universität Veszpém,<br />

Ungarn<br />

2010 geht Pfohl in den Ruhestand<br />

2006 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Als 1968 das Thema Logistik aus Amerika<br />

nach Deutschland schwappt, ist mit „Marketinglogistik“<br />

sein Promotionsthema<br />

schnell gefunden. Zu der Zeit fällt auch<br />

die Entscheidung für die wissenschaftliche<br />

Karriere. Sehr zum Missfallen des<br />

Schwiegervaters: „Das ist totaler Unsinn,<br />

mach´ was Vernünftiges“, kommentiert<br />

der Patriarch die Entscheidung für die<br />

Wissenschaft. „Es gibt keinen Beruf, der<br />

mehr Selbstbestimmung lässt“, kontert<br />

Pfohl, und er nutzt die Freiheit. Ganz<br />

so unternehmerisch unerfahren ist der<br />

Hochschullehrer freilich nicht. Nebenher<br />

vertritt er als Gesellschafter die beiden<br />

Unternehmen seines Schwiegervaters,<br />

trifft die strategischen Entscheidungen.<br />

Sein Netzwerk in die Praxis ist engmaschiger<br />

gestrickt als die meisten ahnen –<br />

mit Sicherheit aber internationaler. Sein<br />

Lehrstuhl für Unternehmensführung &<br />

Logistik an der TU Darmstadt ist für seine<br />

Praxisnähe bekannt und zählt zu den<br />

ersten Adressen in der Logistikausbildung<br />

weltweit. Dort arbeitet Pfohl daran, die<br />

Bedeutung der deutschen Logistik in der<br />

Welt höher anzusiedeln – der amerikanischen<br />

Logistik eine europäische entgegenzusetzen.<br />

Seine Grundlagenwerke<br />

„Logistiksysteme“ und „Logistikmanagement“<br />

sind bis heute Pflichtlektüre<br />

für Logistikstudenten und die meistgelesenen<br />

Werke in der Logistik überhaupt.<br />

Nicht zuletzt der von ihm immer wieder<br />

forcierten wirtschaftlich-finanziellen Ausrichtung<br />

der Logistik ist es zu verdanken,<br />

dass sich die Logistik mehr und mehr<br />

durchsetzt. ∞<br />

Seite 69


1842 geboren am 14. Februar in Däniken, Schweiz<br />

1861 Jurastudium in Heidelberg, Journalist<br />

1865 Beamter bei der schweizerischen Centralbahn,<br />

Wechsel zu F. Braff & Eckert, der Agentur der französischen<br />

Ostbahn, ab 1867 Leiter der Filiale Wien<br />

1868 Leiter der Wien-Agentur der Hamburger Spedition<br />

Elkan<br />

1869 macht er sich selbstständig<br />

1871 Fachmann für Tarifwesen bei der Spedition Rappaport<br />

& Kann<br />

1872 Gründung von Schenker & Co.<br />

1873 Erste Bahnsammelgutlinie Wien-Paris<br />

1895 Gründung der Austro-Americana Shipping Company<br />

1901 stirbt Schenker am 26. November in Wien<br />

2010 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Seite 70


Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Gottfried<br />

Schenker<br />

Erfinder des Bahnsammelverkehrs<br />

Vienna calling.<br />

„Fort mit der Juristerei, mit Politisieren<br />

und Zeitungschreiben, fort auf Dein eigenes<br />

Pferd“ (...) „ich will Selbstständiges<br />

schaffen“, schreibt Gottfried Schenker<br />

1868 an seinen Speditionsfreund Charles<br />

Fischer. Er lässt sich in Wien nieder, wo er<br />

zusammen mit Moritz Karpeles aus Tab/<br />

Ungarn und Moritz Hirsch aus Prossnitz/<br />

Mähren die Firma „Schenker & Co.“ gründet.<br />

Das Gründungskapital beträgt 50.000<br />

Gulden und obwohl auf Schenker selbst<br />

nur 10.000 Gulden entfallen, bekommt<br />

er 50 Prozent des Gewinns.<br />

Der erste Standort ist die Bürogemeinschaft<br />

in Wien 1, Wildpretmarkt 8, wo<br />

eine der bedeutendsten Ideen in der Logistik<br />

ihren Ursprung hat: Einzelsendungen<br />

zu Transporteinheiten zu bündeln und<br />

mithilfe mehrerer Verkehrsträger über<br />

weite Strecken zu befördern. Schenkers<br />

Vorhaben, einen Bahnsammelverkehr<br />

auf der Linie Paris – Wien zu etablieren,<br />

erfordert mehrwöchige Reisen in<br />

die Vergnügungsmetropole Paris und<br />

Schenker logiert schon mal drei Wochen<br />

lang im Grand Hotel. Mit seinen Reisen<br />

versetzt der Netzwerker seine bescheidenen<br />

Partner in Angst und Schrecken,<br />

und zwischenzeitlich droht sogar das<br />

Ende der Allianz. Doch als der erste<br />

Sammelwaggon 1873 auf der Linie Paris<br />

– Wien abgefertigt und zum vollen<br />

Erfolg wird, ist alles vergessen. Geladen<br />

sind unter anderem Champagner,<br />

Cognac, Bordeaux-Weine, Modewaren<br />

und andere Luxusartikel für die Wiener<br />

Gesellschaft in der k.u.k. Monarchie. Es<br />

ist die Geburtsstunde des internationalen<br />

Bahnsammelverkehrs. Während die<br />

Hauptläufe vorwiegend auf der Schiene<br />

stattfinden, werden die entsprechenden<br />

Hausabholungen und -zustellungen mit<br />

Pferdefuhrwerken durchgeführt. „Von<br />

Haus zu Haus in einer Hand“ boomt<br />

und entsprechend schnell wächst das<br />

Niederlassungsnetz. Die erste wird 1874<br />

in Budapest gegründet und noch zu<br />

Lebzeiten Schenkers sind es 32 Niederlassungen<br />

in 13 europäischen Ländern<br />

und 1000 Mitarbeiter.<br />

Zur Weltausstellung in Paris mietet er für<br />

seine Reisebürokunden sogar ein ganzes<br />

Hotel in der Rue de l´Universite und nennt<br />

es Grand-Hotel Schenker. Dorthin führt<br />

ihn im September 1900 seine letzte Reise,<br />

in die Stadt, in die er auch seine erste<br />

Geschäftsreise unternommen hatte. Sein<br />

Netzwerk, sein Ideenreichtum und sein<br />

Unternehmergeist haben ihn zu einem<br />

der erfolgreichsten Wirtschaftspioniere<br />

des 19. Jahrhunderts werden lassen. Am<br />

26. November erliegt Gottfried Schenker<br />

den Folgen eines Gehirnschlages. Emil<br />

Karpeles, Sohn des Mitgründers Moritz<br />

Karpeles, notiert in sein Tagebuch als<br />

letzte Eintragung des 26.11.1901: „Dear<br />

old Schenker †“. Der Name wurde zu einem<br />

Begriff auf fünf Kontinenten. ∞<br />

Seite 71


Seite 72


Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Hanspeter<br />

Stabenau<br />

Begründer der deutschen Logistikbewegung<br />

Mit Herz und Seele oder wie die Logistik<br />

nach Deutschland kam.<br />

Man nennt ihn auch „Mister BVL“ oder<br />

„der große Vorsitzende“. Dr. Hanspeter<br />

Stabenau, Mitgründer der Bundesvereinigung<br />

Logistik (BVL), liebt den großen<br />

Auftritt, und er beherrscht ihn. Seine<br />

Präsenz ist überwältigend, nur wenige<br />

können seinem Charisma widerstehen.<br />

Eine Mischung, die den bekennenden<br />

Bahn-Fan mit dem Erkennungszeichen<br />

Fliege zu einem der erfolgreichsten Logistiker<br />

aller Zeiten gemacht hat.<br />

Die Sternstunde und gleichzeitig der<br />

Scheideweg seiner beruflichen Karriere<br />

traf den studierten Volks- und Verkehrswissenschaftler<br />

und gelernten Schweißer<br />

im Alter von 27 wie ein Schlag. Sollte er<br />

als Leiter der Deutschen Außenhandelsund<br />

Verkehrsakademie (DAV) in Bremen<br />

Führungskräfte im Speditionswesen ausbilden<br />

oder dem Angebot eines großen<br />

Stahlunternehmens folgen, um dort Verkehrsdirektor<br />

zu werden? Zwei Angebote,<br />

zwei Welten: Verkehrsdirektor in einem<br />

Stahlwerk kommt Anfang der 70er Jahre<br />

der Position eines ungekrönten Königs<br />

gleich – leben wie ein Fürst mit Villa und<br />

Dienstwagen. Die DAV dagegen fällt eher<br />

1934 geboren am 1. November<br />

in Königsberg (Ostpreußen)<br />

1954 VWL-Studium an der Universität<br />

Köln mit Promotion<br />

1961 Dozent an der Deutschen<br />

Außenhandels- und Verkehrsschule<br />

(DAV), Bremen<br />

1966 Übernahme der Studienleitung<br />

an der DAV<br />

1978 bis 1999<br />

Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzender<br />

der Bundesvereinigung<br />

Logistik e.V.<br />

1995 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes<br />

1995 Geschäftsführer Deutsche<br />

Logistik Akademie (DLA),<br />

Bremen<br />

2000 Ehrenvorsitzender der BVL<br />

2004 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

unter die Kategorie „viel Arbeit, wenig<br />

Brot“. Die Entscheidung für die DAV bereut<br />

er dennoch keine Sekunde.<br />

Von Logistik ist freilich damals nicht die<br />

Rede. Doch dann stößt Stabenau 1971 im<br />

amerikanischen Stanford auf ein Seminar<br />

namens „Business <strong>Logistics</strong>”. Danach<br />

gibt es kein Halten mehr. Aus den<br />

DAV-Versandleiter-Seminaren werden<br />

Logistikmanagement-Seminare. Stabenau<br />

hat die Vision, ein Forum für den<br />

Gedankenaustausch Gleichgesinnter zu<br />

schaffen, einen Verein, in dem Handel,<br />

Industrie, Spedition und Wissenschaft<br />

eine logistische Heimat finden. Als der<br />

mächtige BDI einen Arbeitskreis Logistik<br />

gründen will, ergreift Stabenau die Gunst<br />

der Stunde und gründet 1978 zusammen<br />

mit dem BDI die Bundesvereinigung Logistik.<br />

Der BDI steuert das damals stattliche<br />

Startkapital von 5000 Mark bei. Der<br />

Grundstock ist gelegt.<br />

Als die Gründerväter der BVL vor 25<br />

Jahren mit dem Klingelbeutel „arm wie<br />

die Kirchenmäuse“ und nur mit der Netzwerkidee<br />

im Gepäck durchs Land zogen,<br />

„um bei den besser situierten Verbänden<br />

ein paar Mark zu erbetteln, hat keiner von<br />

uns mit dem Erfolg gerechnet“, sagt Stabenau.<br />

Zeitzeugen lassen keinen Zweifel<br />

daran, dass es vor allem seinem Wirken<br />

zu verdanken ist, dass sich die Logistik<br />

in nur wenigen Jahrzehnten etabliert<br />

hat. Beispielhaft für diese Entwicklung<br />

ist der Aufstieg der BVL. Mehr als 20<br />

Jahre lang leitete Stabenau als Gründer<br />

und Vorsitzender die Geschicke der Organisation.<br />

∞<br />

Seite 73


1906 geboren am 14. Juli in Elisabeth, New Jersey (USA)<br />

1928 Abschluss der Militärakademie; Abschluss bei der<br />

Advanced Flying School in Kelly Field, Texas<br />

1942 bis 1945<br />

Befehl über die Division Indien-China des Lufttransportkommandos,<br />

die Soldaten und Nachschub von<br />

Indien über den Himalaya nach China organisierte<br />

1948 Organisation der Berliner Luftbrücke<br />

1950 Befehl über die Luftbrücke zur Unterstützung der<br />

US-Streitkräfte im Korea-Krieg<br />

1953 Chef der amerikanischen Luftstreitkräfte in Europa.<br />

Aufbau der Luftwaffe der Nato in Europa<br />

1958 Kommandos über die Joint Military Air Transport<br />

Service in den USA<br />

1960 Ausscheiden aus dem Militärdienst im Range eines<br />

Generalleutnants<br />

1983 stirbt am 6. April in Gloucester, Virginia (USA)<br />

2006 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Seite 74


Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

William H.<br />

Tunner<br />

Organisator der Berliner Luftbrücke<br />

Logistik rettet Leben.<br />

Er gehört zu den wenigen Logistikern,<br />

nach dem Straßen benannt sind. Er hat<br />

durch seine Leistungen die Geschichte<br />

beeinflusst und Grundlagen für noch heute<br />

geltende Methoden in der modernen<br />

Luftfahrt gelegt. Der US-amerikanische<br />

Major General William H. Tunner ist der<br />

Organisator der Berliner Luftbrücke, die<br />

1948/49 über zwei Millionen Berliner mit<br />

Lebensmitteln versorgt.<br />

In der Nacht vom 23. auf den 24. Juni 1948<br />

kappen sowjetische Besatzungstruppen<br />

die Versorgung West-Berlins mit Strom.<br />

Am Morgen des 24. Juni folgt die Blockade<br />

aller Landverkehrsträger. Die deutsche<br />

Hauptstadt und zwei Millionen Berliner<br />

sind isoliert. Den Westteil Berlins den<br />

Russen zu überlassen, kommt nicht in<br />

Frage, und so wird am 25. Juni die Errichtung<br />

der Luftbrücke befohlen. Einen<br />

Tag später fliegt die erste Maschine der<br />

US-Luftwaffe zum Flughafen Tempelh<strong>of</strong><br />

und startet damit die Operation „Vittles“.<br />

Die Operation „Plain Fare“ der britischen<br />

Luftwaffe folgt zwei Tage später.<br />

Am Anfang schaffen es die Westmächte,<br />

750 Tonnen Fracht pro Tag nach Berlin<br />

zu schicken.<br />

Die Versorgung von Menschen per Flugzeug<br />

ist für Tunner nichts Neues, er ist der<br />

Luftbrücken-Pr<strong>of</strong>i der Amerikaner. Schon<br />

1942 organisiert der Luftwaffen<strong>of</strong>fizier<br />

die Hump-Luftbrücke, die Truppen des<br />

chinesischen Freiheitskämpfers Chiang<br />

Kai-sheks versorgte. Wenige Tage nach<br />

Beginn der Berliner Luftbrücke werden er<br />

und ein Teil seiner Hump-Männer nach<br />

Deutschland befohlen. Ziel Tunners ist es,<br />

den Verkehr in den drei Luftkorridoren<br />

so durchzuführen, dass möglichst viele<br />

Flugzeugen sicher passieren können.<br />

Erstmals im Luftverkehr stellt er genaue<br />

Berechnungen der Flugzeiten für jeden<br />

Flug an und legt eine Startzeit mit einer<br />

Toleranz von maximal einer Minute fest.<br />

Er gibt präzise Geschwindigkeiten, Höhen,<br />

Steigungsraten und Flugrichtungen<br />

vor und die Piloten müssen nach einem<br />

missglückten Landeanflug mit der kompletten<br />

Ladung s<strong>of</strong>ort zur Ausgangsbasis<br />

zurückzukehren. Kein Flugzeug soll eine<br />

Warteschleifen drehen, um Staus in der<br />

Luft zu vermeiden. So schafft er es, dass<br />

alle drei Minuten eine Maschine startet.<br />

Dank der Neuorganisation durch William<br />

H. Tunner ist man Ende Juli 1948<br />

schon bei über 2000 Tonnen pro Tag. Am<br />

16. April 1949 wird mit 1398 Flügen die<br />

Rekordmenge von 11.740 Tonnen Fracht<br />

erreicht. Neben Baust<strong>of</strong>fen transportieren<br />

die Piloten hauptsächlich Weizen, Kohle,<br />

Benzin und Medikamente. Die Berliner<br />

Luftbrücke wird weltweit zum Symbol für<br />

Freiheit und zur historisch-emotionalen<br />

Niederlage für die Sowjets. Am 12. Mai<br />

1949 beenden die Russen nach fast einjähriger<br />

Dauer die Blockade. ∞<br />

Seite 75


Seite 76


Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Horst<br />

Wildemann<br />

Automobil-Papst in Deutschland<br />

Der Pr<strong>of</strong>essor, dem die Vorstands etagen<br />

<strong>of</strong>fen stehen.<br />

„Ich habe japanisch gelernt, es aber nie<br />

zu mehr gebracht, als Essen zu bestellen.“<br />

Das sagt einer, der die japanischen<br />

Erfolgsrezepte, allen voran Just in Time<br />

und Kanban, vom Japanischen ins Deutsche<br />

übersetzt hat. Univ.-Pr<strong>of</strong>. Dr. Dr. habil.<br />

Dr. h.c. Horst Wildemann, Manager,<br />

Praktiker aus Leidenschaft, bekennender<br />

Wissenschaftler und Vater des deutschen<br />

Just in Time-Konzeptes.<br />

Horst Wildemann gilt Ende des 20. Jahrhunderts<br />

als der Experte japanischer und<br />

amerikanischer Logistik- und Produktionssysteme.<br />

Einer seiner größten Verdienste<br />

ist die Pionierarbeit im deutschsprachigen<br />

Raum für die Anwendung<br />

der Just in Time-Produktion. Er passt<br />

die aus Japan kommende Philosophie an<br />

europäische Verhältnisse an, entwickelt<br />

sie weiter und führt sie in deutschen Autokonzernen<br />

ein.<br />

Dabei stehen die Zeichen für eine Karriere<br />

anfangs schlecht. Nach der Flucht des<br />

Vaters aus der DDR muss der 16-jährige<br />

Eliteschüler plötzlich als Traktorfahrer<br />

seine Brötchen verdienen. Acht Monate<br />

1942 geboren am 4. Januar in<br />

Lodz<br />

1948 bis 1956<br />

Oberschule, Hilfsarbeiter,<br />

Republikflucht<br />

1958 bis 1963<br />

Werkzeugmacher bei<br />

Eumuco<br />

1960 bis 1972<br />

Maschinenbaustudium<br />

(Abschluss: Dipl.-Ing.) an<br />

der FH Köln und RWTH<br />

Aachen, BWL-Studium (Abschluss:<br />

Diplom-Kaufmann)<br />

an der Universität Köln<br />

1967 bis 1971<br />

Maschinenbauingenieur<br />

bei Ford<br />

1974 bis 1980<br />

Promotion in Köln, anschließend<br />

Habilitation in BWL<br />

1980 bis 1981<br />

Universität Bayreuth, Lehrstuhl<br />

für BWL und Industriebetriebslehre<br />

1981 bis 1989<br />

Universität Passau, Lehrstuhl<br />

für BWL mit Schwerpunkt<br />

Fertigungswirtschaft<br />

Seit 1989<br />

TU München, Lehrstuhl für<br />

BWL mit Schwerpunkt Logistik<br />

2004 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

hält er es aus, dann flieht auch er in den<br />

Westen. Es folgen eine Werkzeugmacher-<br />

Lehre, nebenbei Abendschule, Abitur,<br />

Maschinenbaustudium. Nach drei Monaten<br />

im ersten Job ist ihm klar: Er würde nie zur<br />

Fraktion der Birkenstockträger gehören. Er<br />

ist „kein blasser Jünger der Wissenschaft,<br />

kein hermeneutisches Trüffelschwein und<br />

schon gar kein Altbausanierer im Reich<br />

des Geistes“, charakterisiert er sich selbst.<br />

Wildemann liebt die Komplexität und noch<br />

mehr, sie zu reduzieren. Er hantiert mit<br />

mathematischen Modellen, und es brennt<br />

ihm auf den Nägeln, seine Theorien in der<br />

Praxis zu verifizieren.<br />

Bereits Anfang der 80er treiben den eloquenten<br />

Pr<strong>of</strong>essor an der neu geschaffenen<br />

Provinz-Uni Passau zwei Fragen<br />

um: Warum sind die japanischen Autobauer<br />

so erfolgreich und wie lassen sich<br />

japanische Managementprinzipien auf<br />

europäische Verhältnisse übertragen?<br />

Als er die Antwort hat, ist es vorbei mit<br />

der Beschaulichkeit im lauschigen Donaustädtchen.<br />

Tausende pilgern nach<br />

Passau, um seine Lösungen zu hören.<br />

Und aus dem Provinz-Pr<strong>of</strong>essor wird der<br />

Produktions- und Logistikguru der deutschen<br />

Automobilindustrie. Geglaubt wird<br />

ihm längst nicht nur in deren Vorstandsetagen.<br />

Ob Telekommunikation, Energie<br />

oder Logistik – seine Kunden kommen<br />

mittlerweile aus fast allen Branchen. ∞<br />

Seite 77


<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> – Gremien und Statuten<br />

Gremien und Statuten<br />

Die Jury<br />

Detthold Aden, Mitglied der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong><br />

<strong>of</strong> <strong>Fame</strong> 2012<br />

Dorothee Bär (MdB), Parlamentarische<br />

Staatssekretärin beim Bundesminister für<br />

Verkehr und digitale Infrastruktur;<br />

Koordinatorin der Bundesregierung für<br />

Güterverkehr und Logistik, Berlin<br />

Birgit Bauer, Chefredakteurin Verkehrs-<br />

Rundschau, München<br />

Bernd Biehl, Stellvertretender Chefredakteur<br />

Lebensmittel Zeitung, Frankfurt/Main<br />

Univ.-Pr<strong>of</strong>. Dr.-Ing. Rainer Bruns, Leiter<br />

des Lehrstuhls für Maschinenelemente<br />

und Technische Logistik an der Helmut<br />

Schmidt Universität, Hamburg<br />

Pr<strong>of</strong>. Dr.-Ing. Uwe Clausen, Inhaber des<br />

Lehrstuhls für Verkehrssysteme und -logistik<br />

der Universität Dortmund; Leiter des<br />

Fraunh<strong>of</strong>er-Instituts für Materialfluss und<br />

Logistik (IML)<br />

Dr. Christoph Feldmann, Hautgeschäftsführer<br />

des Bundesverbandes Materialwirtschaft,<br />

Einkauf und Logistik e.V. (BME)<br />

Karl Michael Fischer, Geschäftsführer der<br />

LKZ Prien GmbH, Prien a. Chiemsee<br />

Cornelius Geber, Geschäftsführender<br />

Gesellschafter der CG Beteiligungs- und<br />

Management GmbH, Hamburg<br />

Florian Gerster, Staatsminister a.D., Vorstandsvorsitzender<br />

Bundesverband Paket<br />

und Expresslogistik (BIEK) e.V., Berlin<br />

Werner Gockeln, Geschäftsführender<br />

Vorstand der SVG Bundes-Zentralgenossenschaft<br />

Straßenverkehr eG, Frankfurt<br />

Dr. Andreas Gruchow, Mitglied des Vorstands<br />

der Deutschen Messe AG, Hannover<br />

Thomas Hailer, Geschäftsführer Deutsches<br />

Verkehrsforum (DVF), Berlin<br />

Frauke Heistermann, Mitglied der Geschäftsleitung<br />

AXIT AG, Frankenthal; Mitglied<br />

des Vorstands der BVL<br />

Günther Hörbst, Chefredakteur DVZ Deutsche<br />

Verkehrs-Zeitung<br />

Pr<strong>of</strong>. Kai H<strong>of</strong>fmann, Director <strong>Logistics</strong> School<br />

und Studiengangsdekan an der Europäischen<br />

Fernhochschule (Euro-FH), Hamburg<br />

Pr<strong>of</strong>. Dr. Michael ten Hompel, Geschäftsführender<br />

Institutsleiter Fraunh<strong>of</strong>er-Institut für<br />

Materialfluss und Logistik (IML), Dortmund,<br />

Inhaber des Lehrstuhls für Förder- und<br />

Lagerwesen an der Universität Dortmund;<br />

Mitglied des Vorstands der BVL<br />

Mitglied der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> 2013<br />

Tomasz Janiak, Leiter Verlagsabteilung,<br />

Redaktion Zeitschrift „Logistyka“, Institut<br />

für Logistik und Lagerwirtschaft, Poznań<br />

Thilo Jörgl, Chefredakteur Logistik Heute,<br />

München<br />

Pr<strong>of</strong>. Dr. Christian Kille, Hochschule Würzburg,<br />

Institut für Angewandte Logistik IAL<br />

Klaus Koch, Chefredakteur Logistik und<br />

Fördertechnik, Basel<br />

Mathias Krage, Präsident des Deutschen<br />

Speditions- und Logistikverbandes (DSLV)<br />

e.V., Bonn; Inhaber der Spedition Krage,<br />

Hannover<br />

Andre Kranke, Stellvertretender Chefredakteur<br />

VerkehrsRundschau, München<br />

Bernard Krone, Geschäftsführer Bernard<br />

Krone Holding GmbH & Co. KG, Werlte<br />

Univ.-Pr<strong>of</strong>. Dr. Sebastian Kummer, Vorstand<br />

des Institutes für Transportwirtschaft und<br />

Logistik, Wirtschaftsuniversität Wien<br />

Christian Labrot, Hauptgeschäftsführer<br />

des Bundesverbandes Wirtschaft Verkehr<br />

und Logistik (BWVL) e.V., Bonn<br />

Bernd Maienschein, Chefredakteur MM<br />

Logistik, Würzburg<br />

Andreas Marquardt, Präsident des Bundesamtes<br />

für Güterverkehr (BAG), Köln<br />

Dr. Karl May, BMW Group, Leiter Programm<br />

Flexibilitätsmanagement, Neuausrichtung<br />

Planungs- und Orderingprozess, München<br />

Jörg Pretzel, Geschäftsführer GS1 Germany<br />

GmbH, Köln<br />

Jochen Quick, Präsident des Bundesverbandes<br />

Wirtschaft, Verkehr und Logistik<br />

(BWVL) e.V., Bonn<br />

Matthias Rathmann, Chefredakteur trans<br />

aktuell, Stuttgart<br />

Hans-Joachim Schlobach, Geschäftsführer<br />

RS Verlag GmbH; Herausgeber und<br />

Chefredakteur BUSINESS + LOGISTIC, Wien<br />

Pr<strong>of</strong>. Dr.-Ing. Thorsten Schmidt, Institutsdirektor<br />

TU Dresden, Fakultät Maschinenwesen,<br />

Pr<strong>of</strong>essur für Technische Logistik,<br />

Dresden<br />

Sascha Schmel, Geschäftsführer des Fachverbands<br />

Fördertechnik und Intralogistik<br />

im VDMA, Frankfurt<br />

Dr. Robert Schönberger, Exhibition Group<br />

Director transport logistic/ceramitec, Messe<br />

München GmbH<br />

Martin Schrüfer, Leitender Chefredakteur<br />

Materialfluss und LT-Manager, München<br />

Sebastian Śliwieński, Chefredakteur Warehouse<br />

Monitor, Poznań/Polen<br />

Dr. Hanspeter Stabenau, Ehrenvorsitzender<br />

der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V.,<br />

Bremen;<br />

Leiter der Wahlkommission der <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>;<br />

Mitglied der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Pr<strong>of</strong>. Dr.-Ing. Frank Straube, Leiter Bereich<br />

Logistik am Institut für Technologie und<br />

Management der TU Berlin; Gastpr<strong>of</strong>essor<br />

am CDHK der Tongji Universität, Shanghai<br />

sowie der Universität St. Gallen<br />

Pr<strong>of</strong>. Dr. Stephan M. Wagner, Direktor<br />

Executive MBA ETH SCM, Eidgenössische<br />

Technische Hochschule Zürich<br />

Adalbert Wandt, Geschäftsführender<br />

Gesellschafter Wandt Spedition und<br />

Transportberatung GmbH, Braunschweig;<br />

Präsident des Bundesverbandes Güterkraftverkehr<br />

Logistik und Entsorgung (BGL)<br />

e.V., Frankfurt<br />

Michael Weilacher, Chefredakteur logistik<br />

journal, Gilching<br />

Pr<strong>of</strong>. Dr.-Ing. Katja Windt, Pr<strong>of</strong>essor <strong>of</strong><br />

Global Production <strong>Logistics</strong>, School <strong>of</strong><br />

Engineering and Science und Präsidentin<br />

der Jacobs University Bremen; Mitglied des<br />

Vorstands der BVL<br />

Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes<br />

der Automobilindustrie (VDA) e.V., Berlin<br />

Anita Würmser, (Gf. Vorsitzende) Inhaberin<br />

wuermser.communications, München<br />

Seite 78


<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> – Gremien und Statuten<br />

Das Nominierungs-Komitee <strong>2015</strong><br />

Detthold Aden, Privatier; Mitglied der<br />

<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> 2012<br />

Dorothee Bär (MdB), Parlamentarische<br />

Staatssekretärin beim Bundesminister für<br />

Verkehr und digitale Infrastruktur; Koordinatorin<br />

der Bundesregierung für Güterverkehr<br />

und Logistik, Berlin<br />

Birgit Bauer, Chefredakteurin<br />

VerkehrsRundschau, München<br />

Pr<strong>of</strong>. Dr. Michael ten Hompel, Geschäftsführender<br />

Institutsleiter Fraunh<strong>of</strong>er-Institut für<br />

Materialfluss und Logistik (IML), Dortmund,<br />

Mitglied des Vorstands der BVL, Inhaber<br />

des Lehrstuhls für Förder- und Lagerwesen<br />

an der Universität Dortmund; Mitglied der<br />

<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> 2013<br />

Thilo Jörgl, Chefredakteur Logistik Heute,<br />

München<br />

Adalbert Wandt, Geschäftsführender<br />

Gesellschafter Wandt Spedition und<br />

Transportberatung GmbH, Braunschweig;<br />

Präsident des Bundesverbandes Güterkraftverkehr<br />

Logistik und Entsorgung (BGL),<br />

Frankfurt<br />

Anita Würmser, Geschäftsführende Vorsitzende<br />

der Jury, München, Inhaberin<br />

wuermser.communications<br />

Die Statuten<br />

Präambel<br />

Die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> ehrt international<br />

Persönlichkeiten, die sich um die<br />

Weiterentwicklung von Logistik und Supply<br />

Chain Management außergewöhnlich<br />

verdient gemacht haben. Hoch verdiente<br />

Manager, Berater, Wissenschaftler, Politiker<br />

und Persönlichkeiten der Geschichte<br />

sollen nicht in Vergessenheit geraten. Ihre<br />

Leistungen für die Logistik sollen mit dieser<br />

ewigen Ruhmeshalle auch künftigen Generationen<br />

von Logistikern in Erinnerung<br />

gerufen werden.<br />

Die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> hat sich zum<br />

Ziel gesetzt, herausragende Leistungen<br />

in der Logistik zu dokumentieren, ihre<br />

Macher auszuzeichnen sowie Innovationen<br />

anzustoßen und zu fördern. Sie will die<br />

Leistungsfähigkeit und Innovationskraft<br />

der Logistik in die Öffentlichkeit tragen<br />

und dadurch zur Wettbewerbsfähigkeit<br />

und zur Imageverbesserung der gesamten<br />

Logistikbranche beitragen.<br />

Die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> wurde von Anita<br />

Würmser initiiert und am 18. September<br />

2003 gegründet und ist unter www.logisticshall<strong>of</strong>fame.net<br />

jederzeit kostenlos<br />

zugänglich.<br />

Die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> ist eine eingetragene<br />

Marke ®.<br />

§ 1 Aufnahme in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

In die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> können Männer<br />

und Frauen jedes Alters (auch bereits<br />

Verstorbene) aufgenommen werden,<br />

die durch eine in erster Linie von ihm/ihr<br />

durchgeführte oder verantwortete gesellschaftliche,<br />

organisatorische, technische,<br />

wissenschaftliche oder betriebswirtschaftliche<br />

Leistung die Logistik entscheidend in<br />

ihrer Entwicklung vorangebracht haben.<br />

Die Leistung muss nachhaltig positive<br />

Auswirkungen auf die logistische Leistungsfähigkeit<br />

einer größeren Gruppe von<br />

Unternehmen oder Institutionen haben.<br />

Jährlich wird in der Regel eine Person oder<br />

Personengruppe aufgenommen.<br />

§ 2 Bewerbung und Nominierung<br />

Vorschläge oder Bewerbungen für die<br />

Aufnahme in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

sind per Internetformular unter www.logisticshall<strong>of</strong>fame.net<br />

schriftlich einzureichen.<br />

Es existieren keine Einschränkungen bei<br />

der Vorschlagsberechtigung. Jede Person<br />

ist vorschlagsberechtigt und kann sich<br />

selbst bewerben oder Dritte zur Aufnahme<br />

in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> vorschlagen.<br />

Auch Abteilungen, Forschungsinstitute,<br />

Verbände, Projektgruppen oder sonstige<br />

Gruppen können sich bewerben oder<br />

vorgeschlagen werden. In die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong><br />

<strong>of</strong> <strong>Fame</strong> ziehen jedoch keine abstrakten<br />

Gruppen, sondern immer konkrete Personen<br />

ein. Die Jury bewertet die Leistung<br />

jeder einzelnen Person aus der Gruppe.<br />

Genügt die Leistung nur einer Person<br />

nicht den Anforderungen, scheidet die<br />

gesamte Gruppe aus. Jede Einreichung<br />

wird unabhängig vom Einreicher gleich<br />

behandelt.<br />

Das Nominierungs-Komitee bestimmt im<br />

ersten Wahlgang aus allen eingegangenen<br />

Vorschlägen jährlich bis zu zehn<br />

Kandidaten, die der Jury zur Entscheidung<br />

über die Aufnahme in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong><br />

<strong>Fame</strong> vorgelegt werden.<br />

Vorschläge und Nominierungen sind geheim<br />

und ausschließlich dem Nominierungs-Komitee<br />

und der Jury zugänglich.<br />

§ 3 Wahl der Mitglieder<br />

Die Wahl erfolgt geheim.<br />

Die Jury wählt aus der Gruppe der Nominierten<br />

einen Kandidaten, der/die in<br />

die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> aufgenommen<br />

werden soll. Jedes Jury-Mitglied<br />

vergibt nach Prüfung der Bewerbungen<br />

schriftlich eine Rangfolge. An Position<br />

1. der Rangfolge setzt das Jury-Mitglied<br />

die/den Nominierte(n), die/der es ihrer/<br />

seiner Meinung nach laut §1 am meisten<br />

verdient hat, in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Seite 79


<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> – Gremien und Statuten<br />

aufgenommen zu werden. An Position<br />

10. (beziehungsweise Anzahl der Nominierten)<br />

dieser Rangfolge steht die/der<br />

Nominierte, die/der es nach Meinung des<br />

Jury-Mitglieds gemäß §1 am wenigsten<br />

verdient hat, in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

aufgenommen zu werden. Die Positionen<br />

dazwischen werden entsprechend besetzt.<br />

Jede Rangnummer darf nur einmal von<br />

jedem Jury-Mitglied vergeben werden.<br />

Die Wertung wird per Internet auf einem<br />

Wertungsformular vorgenommen, zu<br />

dem ausschließlich die Mitglieder der<br />

Jury Zugang erhalten.<br />

Aus allen Rangfolgen der Jury-Mitglieder<br />

wird eine Rangfolge gebildet. Die/der Bestplatzierte<br />

zieht in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

ein. Kommt es durch Gleichheit der Werte<br />

zu mehr als einem Bestplatzierten, dann<br />

erfolgt unter den Platzierten mit gleichen<br />

Rangfolgewerten eine Stichwahl durch die<br />

Jury. Bringt auch diese Stichwahl keine<br />

einfache Mehrheit für einen Kandidaten,<br />

dann ziehen die punktgleich besten in die<br />

<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> ein.<br />

§ 4 Nominierungs-Komitee und Berufung<br />

Das Nominierungs-Komitee bestimmt im<br />

ersten Wahlgang aus allen Vorschlägen<br />

bis zu zehn Kandidaten, die der Jury zur<br />

Wahl vorgelegt werden. Das Komitee<br />

erstellt zudem eine Rangfolge, die der<br />

Jury als Wahlempfehlung dient.<br />

Die Mitglieder des Nominierungs-Komitees<br />

werden jährlich aus den Reihen der Jury berufen.<br />

Die Mitgliedschaft im Nominierungs-<br />

Komitee ist an die Funktion gebunden,<br />

sie endet automatisch mit der jeweiligen<br />

Wahlperiode oder dem Ausscheiden aus<br />

einem Amt oder der beruflichen Funktion.<br />

Sollte ein Mitglied des Nominierungs-<br />

Komitees für die Aufnahme in die <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> vorgeschlagen werden, so<br />

scheidet sie/er automatisch für die Dauer<br />

der betreffenden Wahlperiode aus dem<br />

Nominierungs-Komitee aus. Die Mitgliedschaft<br />

endet in diesem Fall mit dem Datum<br />

des Vorschlags und beginnt wieder nach<br />

Bekanntgabe des neuen Mitglieds.<br />

§ 5 Jury-Mitgliedschaft und Berufung<br />

Die Jury setzt sich aus internationalen<br />

Experten der Logistikbranche zusammen.<br />

Sie wählen jährlich das neue Mitglied der<br />

<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> und repräsentieren<br />

die Organisation in der Öffentlichkeit. Jedes<br />

Jury-Mitglied unterstützt und fördert die<br />

Ziele der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>. Zu den<br />

Aufgaben der Jury gehört:<br />

• Jährliche Wahl des neuen Mitglieds<br />

• Vertretung der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> in<br />

der Öffentlichkeit<br />

• Erzeugung von Öffentlichkeit<br />

• Vorschlag neuer Jury-Mitglieder beziehungsweise<br />

Wiederbesetzung von<br />

Jury-Sitzen nach dem Ausscheiden<br />

von Mitgliedern<br />

• Vorschlag von geeigneten Kandidaten/<br />

innen für die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Die Mitglieder der Jury werden berufen.<br />

Die Mitgliedschaft in der Jury ist an die<br />

Funktion gebunden, sie endet automatisch<br />

mit dem Ausscheiden aus einem Amt oder<br />

der beruflichen Funktion. Ein ausgeschiedenes<br />

Jury-Mitglied kann nicht vor Ablauf<br />

einer Frist von mindestens sechs Monaten<br />

wieder in die Jury berufen werden.<br />

Sollte ein Mitglied der Jury für die Aufnahme<br />

in die <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> nominiert<br />

werden, so scheidet er/sie automatisch für<br />

die Dauer der betreffenden Wahlperiode<br />

aus der Jury aus. Die Mitgliedschaft endet in<br />

diesem Fall mit dem Datum des Vorschlags<br />

und beginnt wieder nach Bekanntgabe<br />

der neuen Mitglieder.<br />

§ 6 Geheimhaltung<br />

Die Mitglieder der Jury und des Nominierungs-Komitees<br />

verpflichten sich, die<br />

vorgeschlagenen und nominierten Persönlichkeiten<br />

geheim zu halten und die<br />

ihnen zugänglichen Unterlagen nicht an<br />

Dritte weiterzureichen.<br />

§ 7 Außerordentlicher Ausschluss aus der<br />

Jury oder dem Nominierungs-Komitee<br />

Der außerordentliche Ausschluss aus der<br />

Jury oder dem Nominierungs-Komitee<br />

ist auf besonderen Antrag (Schriftform<br />

an die/den Geschäftsführenden Jury-<br />

Vorsitzende(n) möglich. Er kann erfolgen,<br />

wenn ein Mitglied<br />

• das Wahlrecht vernachlässigt oder<br />

mehrmals nicht wahrnimmt<br />

• die Geheimhaltungsregel missachtet<br />

• die Statuten der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

missachtet.<br />

§ 8 Geschäftsführende/r Jury-Vorsitzende/r<br />

Der/die Geschäftsführende Jury-Vorsitzende<br />

ist ein ordentliches Mitglied der Jury und<br />

verfügt über ein Stimmrecht. Darüber hinaus<br />

steuert er/sie alle Aktivitäten und Geschäfte<br />

der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>-Organisation.<br />

Zu den Pflichten der/des Geschäftsführenden<br />

Jury-Vorsitzenden gehören alle<br />

organisatorischen und repräsentativen<br />

Aufgaben sowie Kommunikationsaufgaben<br />

der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>-Organisation.<br />

Dazu zählen:<br />

• der operative Betrieb und Steuerung aller<br />

Aktivitäten der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

• die operative Durchführung der Wahl<br />

und aller damit verbundenen Kommunikations-<br />

und Organisationsaufgaben<br />

• die Einberufung und Leitung von Sitzungen<br />

• Ansprechpartner für Kooperationspartner<br />

• der Betrieb der Website<br />

• die Steuerung der internen und externen<br />

Kommunikation (Information der Gremien,<br />

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)<br />

• die formelle Einladung neuer Jury-<br />

Mitglieder<br />

• die Überwachung der Statuten<br />

• die Verwaltung des Budgets<br />

§ 9 Wahlkommission<br />

Die Mitglieder der Wahlkommission werden<br />

berufen. Sie überwachen die ordnungsgemäße<br />

Durchführung der Wahl.<br />

§ 10 Dauer der Mitgliedschaft und Ausschluss<br />

aus der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Die Mitgliedschaft in der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong><br />

<strong>Fame</strong> ist ewig.<br />

Unter besonderen Umständen kann die<br />

absolute Mehrheit der Jury ein Mitglied<br />

der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> ausschließen.<br />

Ein solcher Ausschluss bedarf eines mehrstufigen<br />

Verfahrens:<br />

• Fachkundige Prüfung der Gründe für<br />

den Ausschluss<br />

• Aussprache im Nominierungs-Komitee<br />

• Zweidrittelmehrheit der abgegebenen<br />

Stimmen der Jury<br />

• Ein Ausschlussantrag ist in Schriftform<br />

an die/den Geschäftsführende(n) Jury-<br />

Vorsitzende(n) zu richten.<br />

§ 11 Sonstiges<br />

Ein Rechtsanspruch besteht nicht. Der<br />

Rechtsweg ist ausgeschlossen.<br />

München, im Juni <strong>2015</strong> ∞<br />

Seite 80


<strong>Magazin</strong><br />

Impressum<br />

<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> – <strong>Magazin</strong><br />

<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Postfach 1304<br />

D - 85767 Unterföhring<br />

Brunnbachlweg 3<br />

D - 85774 Unterföhring<br />

Tel.: + 49 (0)89 95 82 26 -11<br />

anita.wuermser@logistikhall<strong>of</strong>fame.de<br />

www.logisticshall<strong>of</strong>fame.net<br />

Chefredaktion und Herausgeberin<br />

Anita Würmser (V.i.S.d.P.)<br />

Redaktion<br />

Dr. Horst Mayer, Kathrin Petersen, Peter<br />

Frank, Peter Storck, Anita Würmser<br />

Autoren<br />

Dorothee Bär, Alexander Dobrindt, Marcel<br />

Frings, Werner Gockeln, Bernard Krone, Dr.<br />

Max Schachinger, Dr. Wolfgang Schüssel,<br />

Markus Wallner<br />

Layout und Gestaltung<br />

Design:Management Strohmeyer<br />

Forststr. 4, 80997 München<br />

edward@des-man.de<br />

Management<br />

Unterstützerkreis/Anzeigen<br />

Frank Schimann<br />

frank.schimann@wuermser.com<br />

Druck und Herstellung<br />

Phoenix Print GmbH<br />

Alfred-Nobel-Straße 33, 97080 Würzburg<br />

Fotos<br />

Daimler AG, Erwin Fleischmann, Fotolia,<br />

BMVI/Fotograf: Henning Schacht, Ingo<br />

Schwarz, Oliver Tamagnini, Marcus Vetter,<br />

Anita Würmser, Lokomotiv Fotografie/Lena<br />

Manteuffel, Gebrüder Weiss, Christian<br />

Hüller, Firmenbilder.<br />

Bezugspreis<br />

49,00 € inklusive MwSt., zzgl. Versandkosten<br />

(Ausland)<br />

ISSN 2198-0179<br />

<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> – <strong>Magazin</strong><br />

ist eine Publikation von<br />

wuermser.communications<br />

Postfach 1304<br />

D-85767 Unterföhring<br />

Telefon +49(0)89 958226-10<br />

www.wuermser.com<br />

www.logisticshall<strong>of</strong>fame.com<br />

<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> – <strong>Magazin</strong><br />

liegt auch dem Premium-<strong>Magazin</strong><br />

LT-manager bei.<br />

Diese Publikation ist urheberrechtlich geschützt.<br />

Die Vervielfältigung, Bearbeitung<br />

oder Verbreitung von Artikeln, Fotos oder<br />

Grafiken muss vom Herausgeber genehmigt<br />

werden. Dies gilt auch für die elektronische<br />

Verwertung sowie die Übernahme<br />

in Datenbanken, Onlinemedien (Internet),<br />

Intranets oder sonstige elektronische Speichermedien.<br />

Der Herausgeber haftet nicht<br />

für unverlangt eingesandte Bilder, Artikel<br />

und sonstige Inhalte oder Daten.<br />

Erfüllungsort und Gerichtsstand ist München.<br />

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Impressionen <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Impressionen<br />

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Impressionen <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Seite 83


Impressionen <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Seite 84


Impressionen <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

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Ausblick Rubrik<br />

Zukunft.<br />

von Anita Würmser<br />

Geschäftsführende Vorsitzende der Jury<br />

Gründerin der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Die Mitglieder der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

haben Logistikgeschichte geschrieben.<br />

Mit ihrer Aufnahme in die Ruhmeshalle<br />

geben sie der Logistik ein Gesicht. In<br />

Zukunft, weltweit.<br />

2016 ist ein Jahr der Veränderung für die<br />

<strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong>. Internationalisierung<br />

und Ausweitung des Netzwerks<br />

stehen auf der Agenda. Das Ziel lautet,<br />

die Meilensteine der Logistik und ihre<br />

Macher weltberühmt zu machen.<br />

Den Startpunkt setzt die World Campaign:<br />

Historic Milestones <strong>of</strong> <strong>Logistics</strong><br />

(siehe Seite 38). Der weltweite Aufruf<br />

läutet ein außergewöhnliches Wahljahr<br />

ein, in dem alle großen Leistungen, die<br />

vor dem Jahr 2000 erbracht wurden, ihren<br />

Platz in der Ruhmeshalle finden werden.<br />

Historic Milestones-Schirmherrin Dorothee<br />

Bär und zahlreiche Unterstützer<br />

helfen gemeinsam mit, diese bis dato<br />

einmalige Weltlogistik-Dokumentation<br />

zu erstellen.<br />

Parallel dazu wächst das Netzwerk kontinuierlich<br />

weiter. Weltverbände aus allen<br />

Bereichen der Logistik stoßen dazu.<br />

Die ersten internationalen Juroren sind<br />

berufen. Weitere rund um den Erdball<br />

werden folgen, bis die Runde 100 Menschen<br />

zählt.<br />

Eine neues „virtuelles Haus“ hat die <strong>Logistics</strong><br />

<strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong> bereits: die Website<br />

auf www.logisticshall<strong>of</strong>fame.net freut<br />

sich auf Ihren Besuch.<br />

Seite 86


IFOY Champion <strong>2015</strong>!<br />

anzeige still<br />

Ein Siegertyp – der neue RX 60-80<br />

www.still.de/RX60-80<br />

„Der 8-Tonner STILL RX 60-80 ist stark und stabil, fährt sich aber wie ein 4- bis 5-Tonner. Mit diesem<br />

Kraftpaket beweist STILL, dass elektrisch Fahren im schweren Segment mittlerweile eine sehr logische<br />

und empfehlenswerte Alternative ist.“ – So lautet das Test-Fazit der 20-köpfigen, unabhängigen<br />

Expertenjury des IFOY Awards. Die international renommierten Fachjournalisten zeichneten unseren<br />

starken, elektrischen Acht-Tonnen-Stapler dieses Jahr mit einem der begehrten Branchen-Oscars aus.<br />

first in intralogistics


Unterstützerkreis<br />

der <strong>Logistics</strong> <strong>Hall</strong> <strong>of</strong> <strong>Fame</strong><br />

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)<br />

Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL)<br />

Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME)<br />

Bundesvereinigung Logistik (BVL)<br />

Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL)<br />

BUSINESS+LOGISTIC<br />

Deutscher Speditions- und Logistikverband (DSLV)<br />

Deutsches Verkehrsforum (DVF)<br />

Duisburger Hafen (duisport)<br />

DVZ Deutsche Verkehrs-Zeitung<br />

Fahrzeugwerk Bernard Krone<br />

Kravag Versicherungen<br />

Lebensmittel Zeitung<br />

LT-manager<br />

Still<br />

SVG Bundes-Zentralgenossenschaft Straßenverkehr<br />

TimoCom<br />

wuermser.communications

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