2015-05-07 SRS AEH in der LHM

rolf.negele

Ambulante Erziehungshilfe in der

Landeshauptstadt München

Jahresbericht 2014 nach dem Social Reporting

Standard 1

1 http://www.social-reporting-standard.de/

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1 Einleitung

Das Diakonische Werk des Evang.-Luth. Dekanatsbezirks Rosenheim

e. V. ist der Wohlfahrtsverband der evangelischen Kirche im Dekanatsbezirk Rosenheim. Die Mitarbeitenden

engagieren sich in zahlreichen Einrichtungen und Diensten der Sozialen Arbeit in ganz Oberbayern

und darüber hinaus an einzelnen weiteren Standorten. Das Diakonische Werk Rosenheim ist einer

der größten überregionalen Jugendhilfeträger in Bayern und hat alle Angebote für Kinder, Jugendliche,

junge Erwachsene und deren Familien in der Jugendhilfe Oberbayern zusammengefasst.

Die Ambulante Erziehungshilfe für die Landeshauptstadt München (AEH-LHM) ist Teil der Flexiblen

Jugendhilfe München (FJHM) und gehört damit zur Geschäftsstelle München der Jugendhilfe Oberbayern.

Die Mitarbeitenden der AEH-LHM fördern junge Menschen in ihrer altersgemäßen Entwicklung

durch ambulante Maßnahmen in den Stadtbezirken Haidhausen, Neuhausen, Pasing und Schwanthalerhöhe.

Unsere Ziele sind der Aufbau einer sozialen Integration und die Befähigung zu einer eigenverantwortlichen

Lebensführung der jungen Menschen. Die AEH-LHM stärkt Eltern in ihrer Erziehungskompetenz

und strebt dabei eine am Wohl des jungen Menschen orientierte Erziehung durch ihre Familien

ohne langfristige professionelle Begleitung an.

Zur Erreichung unserer Ziele organisieren wir unter sozialräumlichen Gesichtspunkten Betreuungsarrangements

für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und ihre Familien, die sich an ihren aktuellen

Bedürfnissen orientieren und sich individuell ihren Entwicklungen und Entscheidungen anpassen.

Die Arbeit der AEH-LHM orientiert sich hauptsächlich an den rechtlichen Grundlagen des achten Sozialgesetzbuches

(SGB VIII) und umfasst folgende gesetzlich festgelegte Aufgabenbereiche in Bezug auf

Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und ihre Personensorgeberechtigten:

• Hilfen zur Erziehung (§ 27)

• Soziale Gruppenarbeit (§ 29)

• Erziehungsbeistand, Betreuungshelfer (§ 30)

• Sozialpädagogische Familienhilfe (§ 31)

• Intensive Sozialpädagogische Einzelbetreuung (§ 35)

• Eingliederungshilfen (§ 35a)

• Hilfe für junge Volljährige (§ 41)

• Nachbetreuung (§ 41)

Die Ausgestaltung der einzelnen Maßnahmen orientiert sich dabei nicht starr am gesetzlichen Rahmen,

sondern wird offen und flexibel angeboten und durchgeführt. Ausschlaggebend sind immer die individuellen

Anforderungen und Bedürfnisse der Adressatinnen und Adressaten.

2 Gegenstand und Umfang des Berichts

Der vorliegende Bericht bezieht sich auf die

• Ambulante Erziehungshilfe-Haidhausen (AEH-Haidhausen), Elsässer Straße 30, 81667 München

• Ambulante Erziehungshilfe-Neuhausen (AEH-Neuhausen), Nymphenburger Straße 88, 80636

München

• Ambulante Erziehungshilfe-Pasing (AEH-Pasing), Bäckerstraße 4, 81241 München

• Ambulante Erziehungshilfe-Schwanthalerhöhe (AEH-Schwanthalerhöhe), Heimeranstraße 47,

80339 München

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Durch die vier Sozialraumbüros der FJHM werden neben der AEH-LHM auch Betreute Wohnformen

und in der FJH-Neuhausen auch Sozialpädagogische Lernhilfen angeboten. Über diese Leistungen wird

in gesonderten Jahresberichten berichtet. Darüber hinaus wird in einem weiteren Bericht die Jugendhilfe

Oberbayern als Ganzes beschrieben. Insofern beziehen wir uns hier hinsichtlich der Problemstellung,

Wirkungen, weiteren Planungen, Organisationsstruktur sowie des Organisationsprofils ausschließlich

auf die ambulanten Hilfen der Flexiblen Jugendhilfe München.

Im Bericht über die Jugendhilfe Oberbayern werden sowohl die übergeordnete Organisationsstruktur

(Mitgliederversammlung, Diakonischer Rat, Vorstand, Geschäftsstellen, Geschäftsbereiche) als auch

die Finanzierung unserer Organisation dargestellt.

3 Die gesellschaftliche Herausforderung

3.1 Gesellschaftliche Ausgangslage und Ausmaß der Herausforderung

Eine Gesellschaft befindet sich immer im Wandel. Seit den letzten Jahrzehnten verläuft dieser Wandel

jedoch mit immer höherer Geschwindigkeit. Die steigenden Anforderungen im Berufsleben bringen

oftmals die Forderung nach Flexibilität und Mobilität mit sich, die wiederum Schwierigkeiten für die

Vereinbarkeit von Familie und Beruf nach sich zieht. Die Folgen sind Umzüge, Trennungen und soziale

Umbrüche. Allgemein ist die Zunahme von Familienmodellen wie Patchwork-Familien und Alleinerziehenden

zu beobachten. Dadurch reduziert sich die Unterstützungsfunktion innerhalb der Familien

deutlich oder fällt gänzlich weg. Die Quote der Alleinerziehenden hat sich in Deutschland seit 2002 von

19 Prozent auf 23 Prozent erhöht. In Bayern hat sich die Anzahl der geschiedenen Ehen seit dem Jahr

1987 verdoppelt.

Neben der Pluralisierung der Familiensysteme stellen soziale Chancenungleichheiten, gestiegene Leistungsanforderungen

in Schule, Ausbildung und Beruf sowie unsichere finanzielle Situationen und die

kulturelle Diversität im Lebensumfeld für viele Familien eine Herausforderung dar. Hinzu können Problemlagen

wie Krankheit, Armut, prekäre Lebensverhältnisse, Delinquenz, Traumata oder Drogenkonsum

kommen. Insbesondere bei Mehrfachbelastungen entstehen in den Familiensystemen häufig Erziehungsschwierigkeiten

und krisenhafte Überlastungssituationen, die in einigen Fällen auch zu einer

Gefährdung des Kindeswohls führen können.

Jugendhilfe muss rechtzeitig einspringen und unterstützen, wenn Eltern und Familien sich nicht mehr

ausreichend um ihre Kinder kümmern können oder sich nicht mehr in der Lage dazu fühlen.

Die Inanspruchnahme von Hilfen zur Erziehung ist in den letzten 15 Jahren deutschlandweit um 60

Prozent gestiegen. Alleinerziehende sind hierbei überproportional vertreten (52 Prozent bei Bezug von

Sozialpädagogischer Familienhilfe SPFH und 57 Prozent bei Vollzeitpflege) 2 .

Die Auswirkungen der Globalisierung zeigen sich für viele Familien in prekären Arbeitsverhältnissen.

Oft müssen beide Elternteile berufstätig sein, um die finanzielle Existenz der Familie absichern zu können.

In Bayern beziehen 9,5 Prozent der Gesamtbevölkerung Leistungen nach dem SGB II. Bei Kindern

unter 15 Jahren liegt die Quote jedoch bei 15,1 Prozent 3 .

Schulische Chancenungleichheiten werden durch das gegenwärtige Bildungssystem nicht reduziert,

sondern verstärkt. Eine erfolgsarme Schul- beziehungsweise Berufslaufbahn der Eltern, ein Wohnsitz

2

Zensus 2011

3

Ebd.

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in strukturschwachen Regionen oder in stigmatisierenden Quartieren und Faktoren wie Herkunft, Nationalität,

Religion, Geschlecht und Behinderung können Benachteiligungen in der Schule zudem gravierend

verstärken. Im Regierungsbezirk Oberbayern lebt der bayernweit größte Anteil von Personen

mit Migrationshintergrund, aktuell sind es 23 Prozent 4 .

Im Ergebnis vergrößert sich die Kluft zwischen Arm und Reich und die Anzahl der Menschen, die auf

staatliche Transferleistungen angewiesen sind, steigt. Davon sind besonders häufig kinderreiche und

alleinerziehende Eltern betroffen, was die oben genannten Probleme wiederum verstärkt. So bekommen

deutschlandweit 60 Prozent der Familien, die Hilfen zur Erziehung erhalten, ebenfalls Transferleistungen

(bei Alleinerziehenden beträgt die Quote 72 Prozent) 5 .

Auch im „reichen“ Oberbayern sind Familien in unserer schnelllebigen Zeit mit komplexen Fragestellungen

und Herausforderungen konfrontiert.

„Im Jahr 2011 lebten von den 390 000 Alleinerziehenden in Bayern 135 000 im Regierungsbezirk

Oberbayern. Bei etwa 63 % aller Alleinerziehenden resultierte die Familienform aus der Trennung vom

Ehepartner, bei 7 % ist der Tod des Ehepartners die Ursache. Sie ist damit vielfach keine von Anbeginn

angestrebte Lebensform und wird auch von Alleinerziehenden selbst als nicht dauerhafte Lebensphase

betrachtet. Schwierige Lebenssituationen von Alleinerziehenden – meist sind dies die Mütter (90 %) –

werden sowohl bei den Bildungsressourcen, in der Erwerbs- und Wohnsituation als auch bei den Einkommensverhältnissen

deutlich. Beispielsweise liegt die Armutsgefährdungsquote der bayrischen Alleinerziehenden

unter 25 Jahren bei 68 %, wohingegen Alleinerziehende zwischen 25 und 64 Jahren

eine Armutsgefährdung von 37,5 % haben“ 6 .

Auf Kinder und Jugendliche wirken sich die beschriebenen Schwierigkeiten und Benachteiligungen besonders

ungünstig aus, da sie zusätzlich die Herausforderungen und Verunsicherungen ihrer jeweiligen

Altersstufe zu bewältigen haben. Sie müssen ein für sich passendes Lebenskonzept entwickeln und

sind durch die zunehmenden Individualisierungsmöglichkeiten, die sich ihnen heute bieten, oftmals

überfordert. Junge Menschen brauchen also besonders viele Ressourcen, um den heutigen Herausforderungen

positiv begegnen zu können.

Fehlt jungen Menschen der notwendige Rückhalt durch Schule und Familie aus den oben dargestellten

Gründen, entwickeln sie oft eine Lebenseinstellung von persönlicher Perspektivlosigkeit, die zu Schulverweigerung,

Sucht, psychischen Problemen, Verhaltensproblemen oder Delinquenz führen kann.

3.2 Bisherige Lösungsansätze

Die Fragestellungen an die Soziale Arbeit sind komplexer und vielschichtiger geworden. Der gesellschaftliche

Wandel und die sich dadurch verändernden Lebenswelten der Familien mitsamt den daraus

resultierenden Schwierigkeiten erfordern eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Jugendhilfe.

Bisherige Lösungsansätze richteten ihren Fokus primär auf die sichtbaren Auswirkungen von bestehenden

Schwierigkeiten. Der Mensch mit seinen Problemen wurde isoliert betrachtet. Dies zeigte sich beispielsweise

anhand von Maßnahmen, die nicht individuell auf den jeweiligen Hilfeempfänger zugeschnitten

waren, sondern von Fachleuten pauschal festgelegt wurden. Dabei spielten das soziale Umfeld

und die Lebenswelt des Einzelnen eine untergeordnete Rolle, die Einbindung in den Sozialraum

als unterstützende Ressource wurde nicht sehr hoch bewertet. Angestrebte Ziele wurden allgemein

4

Ebd.

5

Ebd.

6

3. Bericht der Staatsregierung zur sozialen Lage in Bayern, Juli 2012

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gehalten und die Wirksamkeit von Interventionen wurde nicht evaluiert. Die Durchlässigkeit der verschiedenen

Hilfeformen war nur begrenzt vorhanden und zudem nicht immer erwünscht. Häufig war

der Blick auf Defizite und Missglücktes gerichtet und somit wurde oft lediglich eine „Fehlerbeseitigung“

angestrebt.

Im Gegensatz dazu wird bei den heutigen ressourcenorientierten und leistungsempfängerzentrierten

Ansätzen der AEH-LHM die Adressatin beziehungsweise der Adressat befähigt, Experte für sich selbst

zu sein – zum Beispiel durch Partizipation im Hilfeplanverfahren.

Gleichzeitig hat sich die soziale Arbeit von kausalen hin zu systemisch vernetzten und interdisziplinären

Ansätzen entwickelt. Hierzu gehört zum Beispiel die Systemische Familientherapie oder das Konzept

„Hilfen aus einer Hand“, bei dem verschiedenste Angebote von einem Bereich vorgehalten werden.

4 Unser Lösungsansatz

4.1 Vision

Wir tragen dazu bei, dass das Recht eines jeden jungen Menschen auf Förderung seiner Entwicklung

und Erziehung hin zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit verwirklicht

wird. Wir möchten unseren Beitrag dazu leisten, dass Familien mit besonderen Herausforderungen

wieder in der Lage sind, auf vorhandene Ressourcen zurückzugreifen, neue Ressourcen aufzubauen

und bestehende Potenziale ihres Sozialraums für sich zugänglich zu machen.

Oberstes Ziel unserer Arbeit ist es, einen gerechten Ausgleich für die Benachteiligten zu schaffen, sie

zu begleiten, zu unterstützen und zu stärken. Wir sehen uns als Mitgestaltende eines gerechten gesellschaftlichen

Zusammenlebens und der Verwirklichung der Teilhabe aller Menschen am Leben mit ihren

individuellen Ideen, Chancen und Möglichkeiten.

4.2 Strategie

Hilfe zur Erziehung kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie bei den Stärken und Ressourcen der Betroffenen

ansetzt. Dabei ist der Wille der Adressat(inn)en entscheidender Gestaltungs- und Erfolgsfaktor.

Die Kontinuität von Beziehungen in einem professionellen Unterstützungssystem und der Lebensweltbezug

der Adressat(inn)en haben dabei einen hohen Stellenwert. Im Mittelpunkt der Maßnahmen

stehen die Entwicklung und der Erhalt von gelingenden sozialen Beziehungen.

Unser Ziel ist es, passende Angebote aus einzelfall-, gruppen- und familienorientierten Hilfen zu gestalten,

welche die Familien unterstützen, sich ihrer Ressourcen bewusst zu werden und diese auch

für eine dauerhafte Verbesserung ihrer allgemeinen Lebenssituation zu nutzen. Wir helfen jungen

Menschen, sich selbstständig in die Gesellschaft zu integrieren und einen zufriedenstellenden Platz

einzunehmen. Eltern lernen, Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder zu übernehmen und erwerben

Kompetenz bei der Lösung von Erziehungsproblemen.

Wir sind der Überzeugung, dass für die Umsetzung unserer Arbeit eine eindeutige Zielgruppenorientierung,

ein hoher professioneller Standard der Angebote sowie kreative Lösungen der Mitarbeitenden

Grundvoraussetzungen sind. Dabei beachten wir folgende Prinzipien:

• Wir binden unsere Zielgruppen aktiv in die Gestaltung der Hilfeplanung ein und arbeiten nur mit

ihrer Zustimmung.

• Wir sorgen für dauerhafte Bezugspersonen – auch bei wechselnden Zielen und Inhalten der Betreuung.

• Wir planen und führen die Angebote immer am Bedarf der Zielgruppe orientiert durch.

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• Wir unterstützen die Eltern in ihrer Erziehung, anstatt sie zu ersetzen.

• Wir halten in unserer Arbeit vorhandene soziale Strukturen aufrecht und fördern neue Strukturen.

• Wir setzen in unserer Arbeit immer pädagogisches Fachpersonal ein.

• Wir schaffen in unserer Arbeit räumliche Nähe zum Lebensraum unserer Zielgruppen und beziehen

vorhandene Strukturen vor Ort ein.

• Wir nutzen für unsere Zielgruppen die vorhandenen sozialräumlichen Ressourcen und stärken

diese.

• Wir gehen mit herausforderndem Verhalten konstruktiv um.

• Wir achten in unserer Arbeit auf pädagogische und wirtschaftliche Effizienz.

• Wir achten auf eine nachhaltige Wirkung unserer Arbeit.

Neben dieser praktischen Arbeit sieht sich die FJHM auf politischer Ebene als Anwalt ihrer Zielgruppen.

In politischen Gremien – auf den unterschiedlichsten Ebenen – tritt der Träger für die Anliegen unserer

Leistungsempfänger ein und sorgt für eine höhere Sensibilisierung der politischen Entscheidungsträger

für soziale Fragestellungen.

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Ressourcen

(Input)

• Personal

• Fachwissen und

Fortbildungen

• Räumlichkeiten

• Dienst-Kfz

Leistungen

(Output)

• Ambulante Erzieherische Hilfen

• Hilfen für junge Volljährige

• Allgemeine Förderung der elterlichen

Erziehungskompetenz

Zielgruppe

• Junge Menschen

• Eltern

• Familien

Wirkungen

(Outcome)

Wirkungen

(Impact)

• Schutz und Sicherheit der

Leistungsempfänger

• Gestärkte Eltern-Kind-Beziehung

• Vorhandensein von Ressourcen,

Potenzialen, sozialen und

erzieherischen Kompetenzen

• Nachreifung in wesentlichen

Entwicklungsbereichen

• Adäquate Teilhabe am

gesellschaftlichen Leben

• Zugang zu Bildung

• Familien freundliche Bedingungen

• Vermeidung von Jugendhilfekarrieren

• Durch Hilfe zur Selbsthilfe Stärkung

familiärer und sozialer Systeme

• Stabile Lebensverhältnisse

• Gesicherte rechtliche und finanzielle

Situation der Familien

• Freie, mündige, selbstbestimmte und

selbstbewusste Bürger

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4.3 Zielgruppen

Die Zielgruppen beziehungsweise Hilfeempfänger der AEH-Haidhausen waren im Jahr 2014 zehn junge

Menschen im Alter von 15 bis 19 Jahren (20 Prozent), 29 junge Menschen im Alter zwischen neun und

14 Jahren (62 Prozent), neun junge Menschen im Alter von einem bis zu acht Jahren (18 Prozent) sowie

24 alleinerziehende Eltern (48 Prozent). Unser Einzugsbereich umfasst Haidhausen, Au und Bogenhausen.

Dabei lag der Anteil der Zielgruppe mit Migrationshintergrund bei etwa 56 Prozent, der von Arbeitslosigkeit

betroffenen Personen bei circa 32 Prozent.

Die Zielgruppen beziehungsweise Hilfeempfänger der AEH-Neuhausen waren im Jahr 2014 23 junge

Menschen im Alter von vier bis 17 Jahren (96 Prozent), überforderte Eltern (78 Prozent alleinerziehend)

und teilweise auch das gesamte Familiensystem. Unser Einzugsbereich umfasst die Sozialregionen

Neuhausen und Moosach. Dabei lag der Anteil der Zielgruppe mit Migrationshintergrund bei ca.

48 Prozent, der von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen bei ca. 26 Prozent.

Die Zielgruppen beziehungsweise Hilfeempfänger der AEH-Pasing waren im Jahr 2014 19 junge Menschen

im Alter von 14 bis 19 Jahren (49 Prozent), zwölf im Alter von sieben bis 13 Jahren (31 Prozent)

acht im Alter von vier bis sechs Jahren (20 Prozent), überforderte Eltern (62 Prozent alleinerziehend)

und teilweise auch das gesamte Familiensystem. Unser Einzugsbereich umfasst die Sozialregionen

Pasing, Aubing und Allach. Dabei lag der Anteil der Zielgruppe mit Migrationshintergrund bei ca. 63

Prozent, der von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen bei ca. 50 Prozent.

Die Zielgruppen beziehungsweise Hilfeempfänger der AEH-Schwanthalerhöhe waren 2014 27 junge

Menschen im Alter von zehn bis 13 Jahren (51 Prozent), 13 im Alter von 14 bis 18 Jahren (25 Prozent),

13 im Alter von einem bis zehn Jahren (25 Prozent), überforderte Eltern (66 Prozent alleinerziehend)

und teilweise auch das gesamte Familiensystem. Unser Einzugsbereich umfasst die Sozialregionen

Schwanthalerhöhe und Laim. Dabei lag der Anteil der Zielgruppe mit Migrationshintergrund bei ca. 58

Prozent, der von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen bei ca. 41 Prozent.

Die von uns begleiteten jungen Menschen und ihre Eltern zeigen oftmals Unterstützungsbedarf aufgrund

von

• Entwicklungsschwierigkeiten

• Verhaltensproblemen wie Angst- und Zwangsstörungen

• Störungen des Essverhaltens

• Problemen mit der Affektkontrolle (Gewaltbereitschaft u. a.)

• delinquentem Verhalten

• Überforderung der Sorgeberechtigten bei der Erziehung

• drohender Verwahrlosung

• Schwierigkeiten oder Verweigerung in der Schule

• Traumatisierung durch physische, sexualisierte oder psychische Gewalt

• Störungen des Sozialverhaltens (hyperkinetische Störung u. a.)

• Suchtmittelabhängigkeit der Sorgeberechtigten.

Das Vorhandensein einer oder mehrerer dieser Problematiken führt jedoch nicht zwangsläufig zu einem

Angebot an Erziehungs- beziehungsweise Eingliederungshilfe.

Junge Menschen und Familien, die die angebotenen erzieherischen Hilfen auf Dauer ablehnen und

auch nicht über aufsuchende, nachgehende und niederschwellige Angebote erreicht werden können,

können nicht weiter betreut werden. Diese Situation führt meistens zu einer stationären Unterbringung

der jungen Menschen.

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4.4 Leistungen und erwartete Wirkungen

Unsere Zielgruppe sind junge Menschen und deren Eltern. Die jungen Menschen leben häufig bei alleinerziehenden

Elternteilen. Der Prozentsatz an Migrationshintergrund, Arbeitslosigkeit und Verschuldung

ist groß. Die jungen Menschen erhalten im Rahmen von ambulanten Erziehungshilfen Einzelfall-,

Gruppenorientierte und Familienorientierte Hilfen und sind im Alter von einem Jahr bis zu 21

Jahren.

4.4.1 Junge Menschen (Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zu einem Alter

von 21 Jahren)

Leistungen/Produkt/Dienstleistung Kurze Beschreibung Erwartete Wirkung der Leistungen

Einzelfallorientierte Hilfen (§§ 27, 41

SGB VIII)

Bedarfsgerechte, flexible

und sozialraumorientierte

Hilfen

Einzelbetreuung (Hausbesuche,

gemeinsame Freizeitgestaltung)

Förderung einer altersgemäßen

und gemeinschaftsfähigen

Entwicklung

Bewältigung von Alltags-, Erziehungs-,

Entwicklungsund

Verhaltensproblemen

Erschließung individueller

und sozialräumlicher Ressourcen

Lösung von Konflikten und

Krisen

Soziale Integration und eigenverantwortliche

Lebensführung

Persönlichkeitsentwicklung

Die sozialpädagogische Betreuung der jungen Menschen und Familien beinhaltet Telefonate, Einzelgespräche,

Hausbesuche (einschließlich Fahrzeiten), Begleitung und aktive Teilnahme am Leben des jungen

Menschen und seiner Familie, Zusammenarbeit mit anderen Personen und Institutionen sowie

ressourcenorientierte Vermittlung zusätzlicher oder weiterführender Hilfen.

Es werden präventive, beratende, begleitende und unterstützende Hilfen angeboten. Der Bezugsbetreuende

ist für den jungen Menschen und dessen Bezugssystem in der Regel erreichbar und arbeitet

in der Betreuung mit einer beziehungsweise einem permanenten Stellvertreter(in) zusammen.

Im Rahmen der Einzelbetreuung erhalten die Kinder und Jugendlichen umfangreiche und individuelle

Unterstützung. Der Schwerpunkt der Arbeit besteht darin, die individuellen Fähigkeiten der Kinder und

Jugendlichen und ihrer Familien zu stärken und zu fördern. In Einzelgesprächen werden Lebenssituationen

thematisiert und Lösungsstrategien entwickelt. In der sozialpädagogischen Einzelbetreuung werden

Lebenswelt und Sozialraum der Kinder und Jugendlichen einbezogen. Die Schwerpunkte der Einzelbetreuung

orientieren sich an den individuellen Bedürfnissen der betreuten Kinder und Jugendli-

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chen. Im Rahmen der Einzelarbeit stehen die Bewältigung von Alltagsproblemen, die soziale Integration,

die Lösung von Konflikten und Krisen, die Begleitung der Schul- und Berufsausbildung sowie die

Unterstützung zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung im Vordergrund.

Bei der Betreuung von Kindern im Alter bis zu sechs Jahren liegen die Schwerpunkte auf dem Bindungsverhalten

sowie der motorischen, sensorischen, sprachlichen, kognitiven und psychischen Entwicklung.

Wir unterstützen die Familiensysteme bei der altersadäquaten Förderung der Kinder.

Wir unterstützen die jungen Menschen bei ihrer Integration in den Arbeitsmarkt und begleiten sie zum

Berufsorientierungstag im Arbeitsamt, zur Ausbildungsmesse und ins Berufsinformationszentrum.

Darüber hinaus unterstützen wir sie bei der Recherche nach freien Praktikums- und Ausbildungsstellen

sowie bei der Verfassung von Bewerbungsunterlagen.

Die jungen Menschen haben die Möglichkeit, Freizeitaktionen wie Basketball, Fußball, Klettern, Radfahren

oder Schwimmen zu nutzen, oder werden zu externen freizeitpädagogischen Angeboten vermittelt.

Wir ermutigen die jungen Menschen, ihre Fähigkeiten zu erkennen und dadurch ihr Selbstwertgefühl

zu steigern.

Bei regelmäßig stattfindenden Hausbesuchen werden die jungen Menschen in lebenspraktischen Dingen

wie Putzen und Aufräumen ihres Zimmers unterstützt. Darüber hinaus begleiten wir die Jugendlichen

zu Behörden und beraten sie bei Antragsstellungen (z. B. ALG II) und finanziellen Fragen.

Wir arbeiten intensiv mit Schulen, der Jugendgerichtshilfe, Kinder- und Jugendpsychiater(inne)n, Psychotherapeut(inn)en,

Sportvereinen und Einrichtungen der Jugendarbeit zusammen.

Die Erreichbarkeit des Bezugsbetreuenden und die daraus resultierende zeitnahe Interventionsmöglichkeit

wird von den Kindern, Jugendlichen und ihren Familien hoch bewertet und gerne in Anspruch

genommen.

Leistungen/Produkt/Dienstleistung Kurze Beschreibung Erwartete Wirkung der Leistungen

Soziale Gruppenarbeit „Kleine Mädchengruppe“

(nach § 29 SGB VIII)

Die Mädchen im Alter von

sechs bis zehn Jahren können

14-tägig freitags von

15:30 Uhr bis 17:30 Uhr in einem

geschützten Rahmen an

gruppendynamischen Freizeitaktivitäten

teilnehmen

und soziales Lernen in der

Gruppe erfahren.

Erwerb beziehungsweise

Entwicklung von

‣ Sozialer Kompetenz

‣ weiblicher Identitätsentwicklung

‣ feinmotorischen Fähigkeiten

‣ Sozialraumorientierung

‣ Übernahme von

Verantwortung

‣ Partizipation

‣ kulturellem Interesse

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Die soziale Gruppenarbeit „Kleine Mädchengruppe“ der FJHM-Schwanthalerhöhe ist ein Angebot für

Mädchen im Sinne der Genderpädagogik. Das Gruppenangebot wurde von drei Mitarbeiterinnen geplant.

Die Durchführung der Gruppenarbeit wurde durch zwei Mitarbeiterinnen gewährleistet. Der Ablauf

des Gruppensettings gliederte sich in Ankommen (positives Einstimmen), Arbeitsphase, gemeinsames

Aufräumen und Abschlussreflexion.

Die Freizeitaktionen wurden in verschiedene Themenblöcke untergliedert. Im Themenblock „Arbeiten

mit den Händen“ wurde gekocht (Snacks und Fingerfood), gebacken (Lebkuchenhaus) und gebastelt

(Adventskranz, Kürbisschnitzen).

Im Themenblock „Kultur“ besuchte die Gruppe die Stadtbibliothek im Sozialraum, das Kindertheater,

die Seifenblasenausstellung, das Museum Mensch und Natur und das Verkehrsmuseum.

Der Erwerb von sozialen Kompetenzen (Pünktlichkeit, Rücksichtnahme, Kritikfähigkeit, Reflexionsfähigkeit,

Konfliktfähigkeit etc.), die weibliche Identitätsentwicklung, das Erlernen von Strukturen und

das Kennenlernen von neuen Freizeitaktivitäten im Stadtteil sind wichtige Aspekte der Mädchengruppe.

Erfahrungen und Kompetenzen der Mädchen werden einbezogen und ihre Interessen sowie Wünsche

berücksichtigt. Die Teilnehmerinnen übernehmen Verantwortung, jedes Jahr werden ein Themenkatalog

sowie Vorschläge für Aktivitäten in der Gruppe erstellt. Die Regeln erstellen die Gruppenteilnehmerinnen

mit Unterstützung durch die pädagogischen Fachkräfte und sie beschließen gemeinsam Konsequenzen

bei Regelverstößen.

Leistungen/Produkt/Dienstleistung Kurze Beschreibung Erwartete Wirkung der Leistungen

Soziale Gruppenarbeit für Mädchen

„Liebe und Sexualität“ (§ 29, 41 SGB

VIII)

Fünf Nachmittage mit jeweils

zwei Stunden für Mädchen

im Alter ab 13 Jahren

Die Mädchen lernen Gefühle

bei sich und anderen zu erkennen

und zu benennen.

Sie können Bekanntschaft,

Freundschaft und Liebe unterscheiden

und werde im

Umgang mit dem Verliebtsein

sicherer.

In der sozialen Gruppenarbeit für die Zielgruppe Mädchen ab 13 Jahren wurden mit zwei Mitarbeiterinnen

der FJHM-Pasing Themen bearbeitet, die schwerpunktmäßig im Bereich Gefühle sowie Differenzierung

von Beziehungen und Sexualität liegen.

Im Sinne der Genderpädagogik wurde in einem geschützten Setting mit konstanten Teilnehmerinnen

prozesshaft den heranwachsenden Mädchen ihre Gefühlswelt bewusstgemacht und der Unterschied

zwischen Bekanntschaft, Freundschaft und Liebe herausgearbeitet. Beispielsweise wurde über Selbstportraits

und in Rollenspielen dargestellte Flirttechniken spielerisch der Umgang mit dem anderen Geschlecht

zum Thema gemacht.

Sexualität wurde als Entwicklungsprozess – beginnend mit dem ersten Kennenlernen – thematisiert,

wobei Alter und Entwicklungsstand der teilnehmenden Mädchen berücksichtigt wurden.

Die Mädchen erhielten die Gelegenheit, in lockerer Atmosphäre über die neuen Eindrücke zu sprechen.

Am Ende der Gruppenarbeit wurde gemeinsam gekocht und gegessen.

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Leistungen/Produkt/Dienstleistung Kurze Beschreibung Erwartete Wirkung der Leistungen

Soziale Gruppenarbeit „Jungengruppe“

(nach § 29 SGB VIII)

Die Jungen können während

der Schultage jeden Montag

drei Stunden in einem geschützten

Rahmen interessante

und jungenspezifische

Themen besprechen.

Erwerb beziehungsweise

Entwicklung von

‣ Sozialer Kompetenz

‣ männlicher Identitätsentwicklung

‣ Übernahme von

Verantwortung

‣ Partizipation

‣ Erschließung des Sozialraums

‣ Kennenlernen von

Freizeitaktivitäten

Die Jungen lernen, sich auf

andere zu verlassen, Verantwortung

für sich selbst zu

übernehmen und sich im Alltag

zurechtzufinden.

Die soziale Gruppenarbeit „Jungengruppe“ der FJHM-Schwanthalerhöhe ist ein Angebot für Jungen im

Sinne der Genderpädagogik. Das Gruppenangebot wird von zwei Mitarbeitern durchgeführt.

Die Jungen beschäftigten sich in der Jungengruppe im Jahr 2014 mit den Themen Alkohol (Arten und

Auswirkungen), Sexualität (Pornografie, Frauenbilder, Aufklärung), Gewalt (Formen von Gewalt, Erfahrungsberichte,

Lösungen für Konflikte) sowie mit Delinquenz (Konsequenzen, Strafvollzug). Sie diskutierten

den Umgang mit neuen Medien, ihre Chancen und Risiken und sie erprobten Möglichkeiten der

Freizeitgestaltung unter dem Aspekt „Wie plane und verbringe ich sinnvoll meine Freizeit?“. Die Jungen

und die Mitarbeitenden beschäftigen sich mit gesunder Ernährung, in diesem Rahmen fanden im

Büro Koch- und Backabende statt. Außerdem wurden sportliche Aktivitäten (Fußball, Bowling, Tischtennis)

durchgeführt. Die Jugendlichen besuchten Filmvorstellungen im Kino und gestalteten Film- und

Spielabende.

Ziel der Jungengruppe ist neben der Auseinandersetzung mit jugendrelevanten Themen die Förderung

von individuellen Stärken der männlichen Jugendlichen. Die Gruppe bietet den Teilnehmern einen geschützten

Rahmen, in dem sie soziale Kompetenz erwerben können. Mittels der Gruppenangebote

(Themen- und Spielabende, Sportaktionen etc.) werden Kompetenzen wie Wahrnehmung, Ausdauer,

Konzentrationsfähigkeit und Frustrationstoleranz der Jungen gesteigert. Im Gruppenkontext haben die

Jungen die Möglichkeit, neue Freundschaften zu schließen, lernen den Sozialraum kennen und können

unterschiedliche Freizeitaktivitäten ausprobieren.

Die Erfahrungen und Kompetenzen der Jungen werden einbezogen, ihre Interessen und Wünsche berücksichtigt.

Die Teilnehmer übernehmen Verantwortung, jedes Jahr werden ein Themenkatalog sowie

Vorschläge für Aktivitäten in der Gruppe erstellt. Die Regeln erstellen die Gruppenteilnehmer mit Unterstützung

durch die pädagogischen Fachkräfte und sie beschließen die Konsequenzen bei Regelverstößen.

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Leistungen/Produkt/Dienstleistung Kurze Beschreibung Erwartete Wirkung der Leistungen

Soziale Gruppenarbeit „Hausaufgabengruppe

mit Mittagessen“ (nach §

29 SGB VIII)

Die jungen Menschen können

an drei Nachmittagen

pro Woche (Montag, Dienstag,

Donnerstag) während

der Schultage strukturiert

Hausaufgaben anfertigen.

Abschluss einer Schulund/oder

Berufsausbildung

Die soziale Gruppenarbeit „Hausaufgabengruppe mit Mittagessen“ der FJHM-Schwanthalerhöhe ist

ein Angebot für junge Menschen, unter dem Schuljahr montags, dienstags und donnerstags von 13:00

bis 16:00 Uhr das Mittagessen gemeinsam einzunehmen und Hausaufgaben in einem strukturierten

Rahmen anzufertigen. Das Angebot kann von Kindern und Jugendlichen aller Schulformen (Gymnasium,

Realschule, Mittelschule, Förderzentren etc.) genutzt werden und wird von zwei Mitarbeitenden

angeboten.

Die Mitarbeitenden achten darauf, dass das Mittagessen ausgewogen, frisch, gesund und jahreszeitorientiert

zubereitet wird. Das Ritual des gemeinsamen Mittagessens ermöglicht den Jugendlichen,

sich in der Gruppe und mit den Mitarbeitenden auszutauschen. Die feste Struktur und die geltenden

Regeln bieten den jungen Menschen verlässliche Bedingungen und Orientierung.

Die jungen Menschen haben die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen ihre Hausaufgaben anzufertigen

oder sich auf Proben vorzubereiten. Bei Schwierigkeiten können sie sich an die zuständigen

Mitarbeitenden wenden.

Leistungen/Produkt/Dienstleistung Kurze Beschreibung Erwartete Wirkung der Leistungen

Soziale Gruppenarbeit Familien Entlastende

Gruppe (FEG) (nach § 29

SGB VIII)

Die Familien Entlastende

Gruppen Schwanthalerhöhe

und Bogenhausen sind ein

strukturiertes Angebot für

Kinder im Alter von neun bis

14 Jahren.

Stabilisierung und Erweiterung

der emotionalen Entwicklung

Verbesserung der psychosozialen

Kompetenz

Entwicklung einer gelungenen

Nähe-Distanz-Regulierung

und eines angemessenen

Sozialverhaltens

Hinführung zu selbstständiger

Bewältigung lebenspraktischer

Anforderungen

Stärkung der Selbsthilfepotenziale

des Kindes und der

Eltern

Erreichen verbesserter Erziehungsbedingungen

in der

Familie

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Förderung der Erziehungskompetenz

der Eltern

Entlastung der Herkunftsfamilie

Sicherung des Verbleibs des

Kindes in der Herkunftsfamilie

Die Familien Entlastenden Gruppen sind ein strukturiertes Angebot für Kinder im Alter von neun bis 14

Jahren aus den Sozialregionen Bogenhausen, Sendling und Schwanthalerhöhe. Jede FEG hält zwölf

Plätze vor, die aufgrund des flexiblen Buchungssystems von insgesamt 18 Kindern belegt werden können.

Die Kinder werden während der Schultage von 12:00 bis 16:30 Uhr betreut. Sie erhalten ein Mittagessen,

Hausaufgabenbetreuung, strukturierte Freizeitgestaltung und angeleitete Reflexion des Tages.

In den Ferien können pro FEG bis zu sechs Kinder von 9:00 bis 16:30 Uhr an einem abwechslungsreichen

Ferienprogramm in und außerhalb München (z. B. Besuche im Museum, Schwimmbad, Salzbergwerk,

Rodelbahn) teilnehmen.

Die Kinder lernen unter anderem, ihr Verhalten zu reflektieren, Konfliktlösungen im Rahmen von Rollenspielen

einzuüben, Entspannungsmethoden anzuwenden, eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung

zu nutzen und sich effektiv auf den Unterricht vorzubereiten.

Zudem wird im Rahmen der FEG bei den Kindern ein Bewusstsein für verschiedene Themen geweckt.

Im Jahr 2014 wurde schwerpunktmäßig das Thema „Gesunde Ernährung“ mit den Kindern erarbeitet.

Es finden regelmäßig Eltern- und Familiengespräche und Gespräche mit Kooperationspartnern (Lehrkräfte,

Therapeutinnen und Therapeuten, AEH-Träger etc.) statt.

4.4.2 Ältere Jugendliche, junge Erwachsene

Leistungen/Produkt/Dienstleistung Kurze Beschreibung Erwartete Wirkung der Leistungen

Soziale Gruppenarbeit „16 Plus“ (§§

29, 41 SGB VIII)

Junge Menschen ab 16 Jahren

gestalten in einem lebensweltorientierten

Setting

eigenverantwortlich

Aktivitäten.

Erwerb/Entwicklung von

‣ Verantwortungsübernahme

‣ Sozialer Kompetenz

‣ Alltagskompetenz

‣ hauswirtschaftlichen

Fähigkeiten

‣ Partizipation

‣ Kritikfähigkeit

‣ Frustrationstoleranz

‣ Entwicklung zu einer

eigenverantwortlichen

und gemeinschaftsfähigen

Persönlichkeit

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Das Angebot der Sozialen Gruppenarbeit „Betreutes Einzelwohnen“ der FJHM-Schwanthalerhöhe richtet

sich an junge Menschen ab 16 Jahren. Zielgruppe sind die Leistungsempfänger(innen) des Einzelbetreuten

Wohnens sowie der Ambulanten Erziehungshilfe, bei denen die Verselbstständigung im Fokus

steht.

Die Gruppe traf sich 2014 im 14-tägigen Rhythmus von 18:30 bis 21:00 Uhr. Die Termine sind in Themenblöcke

gegliedert: Kochen, Kultur, Sport. 2014 wurde der Block Kochen durchgeführt. Das Gruppenangebot

wird von zwei Mitarbeitenden geleitet.

Inhalte der Gruppentermine waren: Verselbstständigung, Haushaltsplanung und -pflege, Einkaufsberatung

(Budget, Qualität, Menüplanung), kostengünstiges und zeiteffizientes Kochen, gesunde Ernährung,

internationale Essgewohnheiten, spezielle Kostformen und Materialkunde (Haushaltsartikel,

Elektrogeräte). Die jungen Menschen bestimmten die Inhalte der Gruppentermine im Sinne der Partizipation

durch ihre Erfahrungen, Kompetenzen und Präferenzen mit.

Ziel des Sozialen Gruppenangebots war die Übernahme von Verantwortung für die Zubereitung eines

Drei-Gänge-Menüs und die gastfreundliche Bewirtung einer Gruppe. Durch die unmittelbare Rückmeldung

der Teilnehmenden erfuhren die jungen Menschen Erfolgserlebnisse, Lob, aber auch konstruktive

Kritik und konnten so vorhandene Ressourcen ausbauen. Die handwerkliche und zeitliche Herausforderung

steigerte die Frustrationstoleranz der jungen Menschen. In einer freundlichen Atmosphäre

erlernten die jungen Menschen einen respektvollen und achtsamen Umgang miteinander.

4.4.3 Eltern und Personensorgeberechtigte

Leistungen/Produkt/Dienstleistung Kurze Beschreibung Erwartete Wirkung der Leistungen

Familienorientierte Hilfen – „Mutter-Kind-Gruppe“

(§ 29 SGB VIII)

Familienorientierte Hilfen und Soziale

Gruppenarbeit „Elterngruppe“ (§

29 SGB VIII)

Mütter können an der Mutter-Kind-Gruppe

der Flexiblen

Jugendhilfe München-

Haidhausen teilnehmen und

üben, auf die Signale ihrer

Kinder zu achten, diese richtig

zu interpretieren und

prompt zu reagieren. Die

Mütter werden bei Ess-,

Spiel- und Wickelsituationen

gefilmt und die Szenen

werden gemeinsam mit den

Müttern ausgewertet.

Die Elterngruppen im Kontext

der FEG Bogenhausen

und Schwanthalerhöhe sowie

im Kontext der AEH finden

regelmäßig statt.

Die Mütter übernehmen Verantwortung,

ihre erzieherische

Kompetenz wird gestärkt.

Familiäre Ressourcen

und Selbsthilfepotenziale

werden gefördert und nutzbar

gemacht.

Die Eltern übernehmen Verantwortung

und werden in ihrer

erzieherischen Kompetenz

gestärkt. Familiäre Ressourcen

und Selbsthilfepotenziale

werden gefördert

und nutzbar gemacht.

Die Struktur einer Eltern- beziehungsweise Müttergruppe ist ein Wechsel zwischen Erfahrungsaustausch

der Eltern beziehungsweise der Mütter, offener Diskussion und Wissensvermittlung.

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Schwerpunktthemen sind Anregungen zur Unterstützung der Kinder bei der Anfertigung der Hausaufgaben,

Gestaltung des häuslichen Umfelds und der häuslichen Arbeitsatmosphäre, Familienregeln und

wirkungsvolle Aufforderungen, Kriterien und Bedingungen für Regeln, Regel versus Bitte, Familienrat,

sogenannte „natürliche Konsequenzen“ (wenn beispielsweise ein Kind ein Glas umstößt und von den

Eltern aufgefordert wird, die verschüttete Flüssigkeit aufzuwischen) , Unterscheidung von Konsequenzen,

Regelverstöße und angemessene Reaktionen, Schlafumgebung und Voraussetzungen für gesunden

Schlaf, Ergebnisse aktueller Schlafforschung, Freizeitverhalten, gemeinsames Spielen, Medienkompetenz,

Fernsehverhalten, kindgerechte Sendungen, Internetseiten und Computerspiele, Verhaltensanregungen

zu verantwortungsvollem und gemeinsamem Medienkonsum, Freiwillige Selbstkontrolle

(FSK) und Stärkung der Vorbildfunktion.

Im Rahmen der Elterngruppe der FJHM-Schwanthalerhöhe werden die Familien bei der Bewältigung

von Alltagsproblemen wie Haushalts- und Finanzplanung, bei behördlichen Angelegenheiten sowie im

Umgang mit Konflikten und Krisen beraten und unterstützt. Wichtig ist dabei die Aktivierung der Ressourcen

der Familie und der einzelnen Familienmitglieder. Schwerpunkte der Familienarbeit sind Beratung

in Erziehungsfragen, konkrete Unterstützung in der Umsetzung von Erziehungsvorgängen sowie

Förderung der Beziehungs- und Konfliktfähigkeit zwischen Eltern und Kindern beziehungsweise Jugendlichen.

Die Durchführung von regelmäßigen Familiengesprächen ist maßgeblich.

Die Eltern werden darin unterstützt, in ihrem Alltag eine Tages- und Wochenstruktur zu erstellen und

zu etablieren. In Einzelfällen werden sie beim Einkaufen, Kochen etc. begleitet und beraten. Konkrete

Fragestellungen wie Anmeldung in Kinderkrippen, Behördenkontakt, Kinderarztkonsultation oder berufliche

Integration können die Eltern bei den Gruppenterminen erörtern und sich aktiv um Unterstützung

bemühen.

5 Gesellschaftliche Wirkung

5.1 Eingesetzte Ressourcen

5.1.1 Finanzielle Ressourcen

Die Betreuungskosten wurden pauschal vom Stadtjugendamt München in Höhe von 81.333,58 € pro

Stelle und Jahr erstattet. Im Jahr 2014 wurden insgesamt 20,5 Stellen pauschal finanziert: sechs in der

AEH-Haidhausen, 3,5 in der AEH-Neuhausen, vier in der AEH-Pasing und sieben in der AEH-Schwanthalerhöhe.

Gegebenenfalls notwendige zusätzliche Leistungen wie Kosten für Leistungsfördernde Maßnahmen

(trägerinterne Beschulungsmaßnahme), Fachdienst, Dolmetscher(innen) oder spezielle Sachaufwendungen

werden nach Rücksprache mit dem Leistungsträger im Bedarfsfall dazu geschaltet und gesondert

in Rechnung gestellt.

5.1.2 Räumliche und materielle Ressourcen

Der AEH-Haidhausen stehen drei Büroräume, ein Gruppenraum, ein kleines Besprechungszimmer und

eine Küchenzeile zur Verfügung. Zusätzlich kann der zur Geschäftsstelle gehörende Besprechungsraum

im Souterrain für Gruppenaktionen genutzt werden. Die Familien Entlastende Gruppe Bogenhausen

betreut die Kinder in zwei Gruppenräumen, dazu verfügt sie über eine Küche und ein Büro, das auch

als Besprechungsraum verwendet wird.

Der AEH-Neuhausen stehen zwei Büroräume, ein Gruppenraum, ein kleiner Besprechungsraum, eine

Küche, ein Esszimmer und ein großzügiger Eingangsbereich zur Verfügung.

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Der AEH-Pasing stehen zwei Büroräume, zwei Beratungsräume und eine Küche zur Verfügung. In einem

externen Ladenbüro ist ein großzügiger Gruppenraum mit Kochnische vorhanden.

Der AEH-Schwanthalerhöhe stehen drei Büroräume, zwei Besprechungszimmer, ein Gruppenraum und

eine Küche zur Verfügung. Die Familien Entlastende Gruppe Schwanthalerhöhe betreut die Kinder in

drei kindgerecht ausgestatteten Gruppenräumen und verfügt über eine Küche.

In diesen Räumlichkeiten werden unter anderem Einzelbetreuung, Familienarbeit, soziale Gruppenarbeit

oder begleiteter Umgang für Eltern angeboten. Sie sind mit diversen attraktiven Angeboten wie

Kicker, Dart-Scheibe, PlayStation, Brettspielen, Flipchart und Internetzugang ausgerüstet.

Um die Randgebiete des Sozialraumes gut erreichen zu können, verfügt die AEH-Pasing über ein

Dienstfahrzeug.

5.1.3 Personelle Ressourcen

Die Gesamtzahl der Mitarbeitenden in den vier Teams der FJHM lag bei 38 Mitarbeitenden. Davon

waren 35 in Vollzeit und drei in Teilzeit beschäftigt. Alle Mitarbeitenden haben ein (sozial)pädagogisches

Studium abgeschlossen.

Einzelne Mitarbeitende verfügen über folgende Zusatzqualifikationen:

• Video-Home-Training (VHT)

• Video-Interaktions-Diagnostik (VID)

• Life Space Crisis Intervention (LSCI) / Senior Trainer LSCI

• Systemische Beratung

• Systemische Familientherapie

• Systemische Interaktionsberatung (S.I.T.)

• Systemische Pädagogik

• Entwicklungspsychologische Beratung

• Konfrontative Pädagogik

• Case Management

• Gestalttherapie

• Supervision

• Mediation

• Sozialwirtschaft

Die Jugendhilfe Oberbayern bietet ihren Mitarbeitenden die Möglichkeit, sich über die DWRO-Consult

gGmbH ohne eigenen finanziellen Einsatz weiter zu qualifizieren. Im Jahr 2014 nahmen Mitarbeitende

an Fortbildungen zu den Themen Konfrontative Pädagogik, Systemische Familientherapie, Systemische

Beratung, Case Management, Video-Home-Training, Life Space Crisis Intervention, Systemische Interaktionsberatung

und Einarbeitungswissen teil. Eine erfolgreiche Teilnahme wird über ein Zertifikat bescheinigt.

Unsere Mitarbeitenden werden in ihrer Arbeit mit den jungen Menschen und ihren Familien von Praktikant(inn)en

und Ehrenamtlichen unterstützt.

Neben Supervision können die Teams zusätzlich auf trägerinterne Ressourcen wie psycho-logischen

Fachdienst, Nutzervertrag mit Statt-Auto und zentrale Verwaltung zurückgreifen.

Darüber hinaus bestehen Kooperationen auf allen relevanten Ebenen mit

• Sozialbürgerhäusern (Regionales Fachteam, Kooperationstreffen, Fortbildungen, Fachtage)

• im Sozialraum tätigen Einrichtungen und Trägern (Fachtage, Runder Tisch, Facharbeitskreise)

• Freiwilligenagenturen

• Schulen

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• Klein- und Großunternehmen aus der Wirtschaft

Die Geschäftsbereichsleitung steht den Teams ebenfalls jederzeit für Rückfragen zur Verfügung.

5.1.4 Sonstige Ressourcen

Die Verwaltung und das Human Ressource Management erfolgen zentral über den Träger in Rosenheim

bzw. Bad Aibling. Aufgrund der engen Kooperation mit dem Geschäftsbereich Elementarpädagogik

München kann die FJHM auf ein breitgefächertes Fach- und Erfahrungswissen sowie auf die vielfältigen

Angebote der Geschäftsstelle zurückgreifen. Die langjährige und stabile Verortung in den Sozialräumen

unterstützt die Etablierung neuer Angebote.

Die Arbeitsplätze unserer Fachkräfte sind alle mit einer modernen IT-Umgebung ausgestattet. Aktuelle

Bürosoftware steht den Mitarbeitenden zur Verfügung. Mit Infosozial® arbeitet die Jugendhilfe

Oberbayern mit einer der mächtigsten Verwaltungssoftware für Soziale Dienstleister im deutschsprachigen

Raum. Neben der Dokumentation der täglichen Arbeit, sichert der Einsatz der webbasierten

Software die Qualitätskontrolle und die ermöglicht die Messung der Wirkungen unserer Leistungen.

In der Bibliothek der Geschäftsstelle München ist ein umfangreicher Bestand an Fachliteratur vorhanden,

der von den Mitarbeitenden für das persönliche Studium oder zur Vorbereitung der Angebote

jederzeit unbürokratisch genutzt werden kann.

Jedes Team der FJHM hat regelmäßige Team- und Supervisionszeiten. Die Mitarbeitenden können bis

zu zehn Tage pro Jahr für Fort- und/oder Weiterbildungen vom Dienst freigestellt werden. Es gibt Klausuren

zur Teambildung und zur Bearbeitung von aktuell relevanten Fragen. Eine Teamklausur umfasst

zwei bis drei Tage und eine Themenklausur zwei Tage, jährlich werden etwa sechs Themenklausuren

durchgeführt. Alle Mitarbeitenden haben drei bis vier (bei Bedarf auch mehr) Mitarbeitendengespräche

mit ihrer Bereichsleitung.

Diese zeitlichen Ressourcen stellt der Träger als Personalentwicklungsmaßnahmen beziehungsweise

zur Qualitätssicherung zur Verfügung. Darüber hinaus organisiert die Geschäftsstelle München eine

Weihnachtsfeier. Es werden Betriebsausflüge für alle Mitarbeitenden angeboten.

Die Mitarbeitenden bringen sich über die bezahlte Arbeitszeit durch ihr Engagement, ihre Leidenschaft

und ihre Persönlichkeit in den Träger ein. Sie übernehmen die Präsentation der Einrichtung

und die Öffentlichkeitsarbeit, beispielsweise bei Ausflügen oder auf Veranstaltungen. Sie sind an der

Teamentwicklung interessiert. Jeder Mitarbeitende bringt sein Fachwissen und seine persönlichen

Erfahrungen in das Team ein und trägt so zur Angebotsvielfalt in der (sozial)pädagogischen Arbeit

bei. Die erworbenen Zusatzqualifikationen werden in die tägliche Arbeit am und für den jungen Menschen

einbezogen und bereichern somit den Alltag aller Beteiligten.

5.2 Erbrachte Leistungen

Im Jahr 2014 wurden ca. 20.000 Betreuungsstunden im Bereich der AEH-LHM erbracht. Diese verteilten

sich wie folgt auf die verschiedenen Leistungsarten:

Einzelbetreuung (z. B. sportliche Aktionen, Kennenlernen kultureller Angebote wie Ausstellungen,

Museen, Zirkus; Konfliktklärung, Krisengespräche, Einüben von Frustrationstoleranz,

Ausdauer und Konzentration durch spielerische Aktionen, Beratung in

Problemsituationen, Einbeziehung in die Hilfeplanung über gezielte Einzelgespräche)

Familienarbeit (z. B. Elterngespräche, Video-Home-Training, begleiteter Umgang, Erziehungsberatung,

Hilfeplanung)

11,0 %

18,0 %

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Soziale Gruppenarbeit (z. B. Mädchengruppe, Kochgruppe, Hausaufgabengruppe, FEG) 16,0 %

Projektarbeit (z. B. Snowboard-, Berlin-, Auschwitz-, Mutter/Vater-Kind-, Kinder-, Eltern-

und Weihnachtsprojekt)

4,0 %

Leistungsfördernde Maßnahmen (trägerinterner Fachdienst) 10,0 %

Keine Teilnahme der Leistungsempfänger (kurzfristige Absage bzw. Nichterscheinen

der Leistungsempfänger)

6,0 %

Fahrzeiten 2,0 %

sonstige Leistungen (z. B. Dokumentation, Berichterstellung, Fallbesprechung im Teamgespräch

oder in der Supervision, Kontakte zu Schulen, Ärzten, Ämtern, Übergabegespräche

bei Urlaub, Vor- und Nachbereitungszeiten)

30,0 %

5.3 Erreichte Wirkungen

Im vergangenen Jahr wurden 154 junge Menschen und ihre Angehörigen im Rahmen der AEH-LHM

betreut.

Die nachfolgenden Evaluationsergebnisse beziehen sich auf die 83 Maßnahmen, die im Jahr 2014 beendet

wurden.

Geschlechterverteilung (N=154, n=83)

Weiblich

41%

Männlich

59%

34 der entlassenen Leistungsempfänger(innen) waren weiblich, 49 männlich. Im Vergleich zum Vorjahr

zeigt sich hier keine signifikante Veränderung. Vier Leistungsempfänger waren im Vorschulalter, 35waren

schulpflichtige Kinder, 35 Jugendliche sowie neun im Alter zwischen 18 und 20 Jahren.

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Altersstruktur (N=154, n=83)

42,17% 42,17%

4,82%

10,84%

0 bis 5 6 bis 13 14 bis 17 18 bis 20

55 der 82 jungen Menschen hatten die deutsche, 15 eine europäische und ein Leistungsempfänger

eine afrikanische Staatsbürgerschaft. Zwei Drittel unserer Leistungsempfänger im Jahr 2014 hatten somit

die deutsche Staatsbürgerschaft. Die (vorder)asiatischen Leistungsempfänger stammten vorrangig

aus dem Irak.

67,1%

18,3%

9,8%

4,9%

Die durchschnittliche Maßnahmendauer betrug 22,7 Monate und liegt damit unter den gewünschten

24 Monaten. 56 Maßnahmen konnten innerhalb von zwei Jahren beendet werden. Allerdings konnte

die Maßnahmendauer von zwei Jahren in 27 Maßnahmen nicht eingehalten werden, Ursache hierfür

waren Multiproblemlagen der Familien (z. B. psychische Erkrankungen der Eltern in Trennungssituationen),

die eine längere Betreuungsdauer erforderten.

Maßnahmendauer (N=154, n=83)

36%

2%

7%

22%

19%

13%

bis 3 Monate 3 - 6 Monate 6 - 12 Monate 1 - 2 Jahre 2 - 3 Jahre über 3 Jahre

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Kinderschutz

Erziehungskompetenz

Familienkompetenz

Emotionales Wohl

Psychisches Wohl

Physisches Wohl

Selbstständigkeit

Selbstbestimmung

Legalverhalten

Sozialkompetenz

Zielekategorien (N=586)

Insgesamt wurden in den Hilfeplanungen

der 83 beendeten Fälle 586

Ziele vereinbart. Im Durchschnitt

wurden mit jedem Leistungsempfänger

und seinen Angehörigen sieben

Ziele vereinbart.

Der höchste Anteil der Hilfeplanziele

betraf die Kategorien Erziehungskompetenz

und Leistungserfolg. Familienkompetenz

und Selbstbestimmung

wurden an zweiter Stelle gewählt.

In den Kategorien Wirtschaftskompetenz

und Legalverhalten wurden

wenige Ziele vereinbart.

Wirtschaftskompetenz

Freizeitkompetenz

Alltagskompetenz

Leistungserfolg

Leistungsmotivation

0,0% 5,0% 10,0% 15,0% 20,0%

Sechs Prozent der Hilfeplanziele wurden bis zum Maßnahmenende nicht, 15 Prozent teilweise, 20 Prozent

überwiegend und 54 Prozent völlig erreicht. Fünf Prozent der Ziele wurden sogar übertroffen.

Insgesamt wurden 79 Prozent aller Zielvereinbarungen erreicht.

Zielerreichung (N=586)

53,58%

6,14%

15,36% 19,80%

5,12%

nicht erreicht teilweise erreicht überwiegend

erreicht

völlig erreicht

übertroffen

Ein differenzierteres Bild ergibt sich, wenn man die positive Zielerreichung in Bezug auf die einzelnen

Zielekategorien betrachtet.

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Positive Zielerreichung (N=586)

Kinderschutz

Erziehungskompetenz

Familienkompetenz

Emotionales Wohl

Psychisches Wohl

Physisches Wohl

Selbstständigkeit

Selbstbestimmung

67%

58%

50%

55%

60%

47%

65%

79%

Legalverhalten

0%

Sozialkompetenz

Wirtschaftskompetenz

Freizeitkompetenz

Alltagskompetenz

Leistungserfolg

Leistungsmotivation

63%

60%

52%

63%

60%

53%

61 der 73 abgeschlossenen Fälle endeten regulär nach Hilfeplan. Neun Maßnahmen wurden von einem

der Beteiligten abgebrochen, davon sechs durch die Leistungsberechtigten.

Ursache hierfür ist eine zunehmende Anzahl an AEH-Maßnahmen, die im Zwangskontext (gerichtliche

Auflage, Vermeidung von Fremdunterbringung etc.) entstanden sind und bei denen die Motivation zur

Mitarbeit der Leistungsberechtigten beziehungsweise -empfänger nur gering ausgebildet ist.

Vier Maßnahmen endeten aus anderen Gründen, zumeist durch Umzüge.

Austrittsgrund (N=154, n=73)

Andere Gründe

4,11%

Regulär nach Hilfeplan

83,56%

Abbruch durch Verhaftung

Abbruch durch Leistungserbringer

Abbruch durch Leistungsträger

Abbruch durch Leistungsberechtigten

0,00%

1,37%

2,74%

8,22%

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Bei 51 von 73 Maßnahmen war nach Beendigung keine Anschlusshilfe erforderlich. Bei fünf Maßnahmen

war lediglich eine weniger intensive weiterführende Hilfe notwendig.

Bei weiteren elf Maßnahmen war eine intensivere Anschlusshilfe erforderlich. Hierbei handelte es sich

vor allem um stationäre Maßnahmen oder betreutes Wohnen, bei denen die ambulante Erziehungshilfe

teilweise als Zwischenlösung installiert wurde.

69,9%

Nachfolgende Hilfe (N=154, n=73)

6,8% 8,2%

15,1%

0,0%

Keine Hilfe

Weniger intensive

Hilfe

Gleich intensive

Hilfe

Intensivere Hilfe

Andere Hilfe

56 der 83 in 2014 entlassenen jungen Menschen konnten hinsichtlich ihrer Zufriedenheit mit der von

der Flexiblen Jugendhilfe München angebotenen Hilfe befragt werden. Davon waren 44 mit der Betreuung

sehr zufrieden, zehn eher zufrieden zwei teilweise zufrieden und niemand eher unzufrieden.

Keiner der Leistungsempfänger war sehr unzufrieden.

Die jungen Menschen waren vor allem mit der Einzelbetreuung (96 %), der Betreuung insgesamt (92

%) und der Familienarbeit (93 %), sehr oder eher zufrieden. Nur leicht geringer fiel die Bewertung der

Bereiche Aufnahme und Hilfeplanung mit 85 Prozent aus.

65%

Leistungsempfängerzufriedenheit (N=83, n=56)

27%

8%

0% 0%

Sehr zufrieden Eher zufrieden Teils, teils Eher unzufrieden Sehr unzufrieden

Die Zufriedenheit der Personensorgeberechtigten und Vormundinnen beziehungsweise Vormunde

ergibt ein positives Bild. Es gelang uns bei 62 von 83 beendeten Maßnahmen die Leistungsberechtigten

zu befragen: 48 der Leistungsberechtigten waren mit den Leistungen sehr zufrieden, zehn eher zufrieden

und drei teilweise zufrieden. Eher unzufrieden war keiner und sehr unzufrieden war einer der

Leistungsberechtigten.

Die höchsten Zustimmungsraten erhielten wir hier für die Familienarbeit (91 %), Einzelbetreuung (100

%), Hilfeplanung (94 %) und Aufnahme (90 %). Mit der Gruppenarbeit waren 84 Prozent sehr oder eher

zufrieden.

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72%

Leistungsberechtigtenzufriedenheit (N=83, n=62)

24%

4%

0% 0%

Sehr zufrieden Eher zufrieden Teils, teils Eher unzufrieden Sehr unzufrieden

Wir konnten 55 der 83 fallzuständigen Mitarbeitenden der Jugendämter hinsichtlich ihrer Zufriedenheit

mit den beendeten Fällen befragen. 45 Kolleg(inn)en waren mit unseren Leistungen sehr zufrieden,

neun eher zufrieden und ein Kollege entschied sich für „teils, teils“.

Besonders große Achtung erhielten die Bereiche Zusammenarbeit (100 %), Familienarbeit (100 %),

Aufnahme (100 %) und Einzelbetreuung (97 %).

78%

Leistungsträgerzufriedenheit (N=83, n=55)

19%

3% 0% 0%

Sehr zufrieden Eher zufrieden Teils, teils Eher unzufrieden Sehr unzufrieden

Unsere Mitarbeitenden waren hinsichtlich ihrer Zufriedenheit zurückhaltender: 32 der 35 pädagogischen

Fachkräfte nahmen an der Befragung teil. 20 Kolleginnen und Kollegen waren mit ihrer eigenen

Mitarbeit sehr zufrieden, acht eher zufrieden, vier teilweise zufrieden, kein(e) Mitarbeitende(r) eher

unzufrieden und keine(r) sehr unzufrieden.

Die höchste Zufriedenheit zeigte sich hinsichtlich der Sonderleistungen und der Arbeitszeitgestaltung

(je 99 %), Zusammenarbeit im Team (91 %) und der Atmosphäre in den Teams (88 %), der Wertschätzung

beziehungsweise Anerkennung im Team (96 %) und der Zusammenarbeit mit der Bereichsleitung

(91 %). Mit den Konzepten und Leistungsbeschreibungen zeigten sich 87,5 Prozent, der Arbeitsorganisation

91 Prozent und der Arbeitsplatzsicherheit 86 Prozent zufrieden.

Nur 59 Prozent der Befragten waren mit der strategischen Ausrichtung des Geschäftsbereiches sehr

oder eher zufrieden. In Bezug auf das Qualitätsmanagement waren es 72 Prozent. Mit der Hilfeplanung

waren im Vergleich zu den Leistungsberechtigten und Leistungsempfängern 81 Prozent der Kolleg(inn)en

zufrieden. Die Zusammenarbeit mit den Leistungsträgern ergab 72 und der einrichtungsübergreifenden

Zusammenarbeit 56 Prozent.

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51%

Mitarbeitendenzufriedenheit (N=35, n=32)

36%

11%

1%

1%

Sehr zufrieden Eher zufrieden Teils, teils Eher unzufrieden Sehr unzufrieden

Die Mitarbeitenden der AEH-Einrichtungen waren im Jahr 2014 im Schnitt an 3,15 Prozent der

Arbeitstage erkrankt. Sehr wenig krankheitsbedingte Ausfallzeiten hatten wir in der Flexiblen

Jugendhilfe München-Schwanthalerhöhe.

Leicht erhöht zeigten sich die Ausfallzeiten in der Einrichtung Flexible Jugendhilfe München-

Haidhausen mit 6,2 Prozent.

Krankenstand päd. FK (N=35)

FJHM

4,7%

FJH-AHB

6,2%

FJH-NM

2,3%

FJH-PAA

2,4%

FJH-LS

1,7%

Die jungen Menschen und ihre Familien erhoffen sich von der erzieherischen Hilfe eine positive Wirkung

auf ihre Beziehung zueinander sowie eine stabile Zukunftsperspektive; sie hoffen beispielsweise

auf eine positive Veränderung im schulischen Bereich oder im gegenseitigen Kontakt und wünschen

sich, dass der jeweils andere nach der Hilfe „geheilt“ ist. Diese Hoffnung der Hilfeempfänger besteht

oft auch dann noch, wenn es im Vorfeld gescheiterte Maßnahmen gab. Meist besteht ein starker

Wunsch nach Veränderung mit entsprechender Motivation für die Hilfemaßnahme. In Einzelfällen arbeiten

wir mit Hilfeempfängern, die die Hilfe im Zwangskontext erhalten (z. B. nach gerichtlichen Beschlüssen).

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Verantwortlich für den Erfolg der Hilfe sind die jungen Menschen und ihre Personensorgeberechtigten

selbst. Sie sind die Experten für ihre Lebenssituation und sie sind diejenigen, die mit den erreichten

Veränderungen ihr Leben neu gestalten können.

Wir arbeiten ressourcenorientiert. Kleine Schritte können große Wirkungen haben. Für eine Mutter ist

es beispielsweise ein erster Erfolg, wenn sie ihr Kind am Abend mit einem Ritual leichter zum Einschlafen

bringt. Den jungen Menschen und ihren Familien werden realistische Schritte aufgezeigt, wie sie

gewünschte Ziele erreichen können. Auf diesem Weg erreichen die meisten Jugendlichen einen Schulabschluss,

da sie unter Berücksichtigung ihrer momentanen Leistungsgrenzen zum Beispiel in den

Hausaufgabengruppen oder beim Einzelkontakt mit dem Bezugsbetreuenden individuell gefördert und

unterstützt werden können. Der Wunsch nach Selbstständigkeit der Kinder und Jugendlichen ist eine

Motivation für die Mitarbeit und zugleich das Ziel. Eltern werden in ihren Beziehungen zu ihren Kindern,

insbesondere in Krisensituationen, unterstützt und beraten, bis sie ihrer Elternverantwortung

wieder autonom nachkommen können und die erzieherische Hilfe erfolgreich beendet werden kann.

Die Jugendlichen lernten in den Sozialpädagogischen Gruppenstunden, durch Anleitung und Feedback

der Peergroup Verbindlichkeiten einzuhalten, Selbstverantwortung zu übernehmen, lösungsorientiert

zu denken und Frustrationen auszuhalten. Für diese Wirkungen und Erfolge gilt als Maßstab das Leistungsvermögen

der jungen Menschen selbst. Gemessen wird der Erfolg anhand der Evaluationen der

Hilfepläne und der Fortschritte, die darin erkennbar werden.

5.4 Evaluation und Qualitätssicherung

Das Diakonische Werk Rosenheim als Träger der AEH-LHM hat ein Qualitätsentwicklungskonzept, das

ständig weiterentwickelt wird. Die Qualitätsentwicklung der Einrichtungen wird dabei regelmäßig

überprüft. Es gibt einen schriftlichen Geschäftsverteilungsplan, für jeden Arbeitsplatz liegt eine schriftliche

Stellenbeschreibung vor und alle Leistungsangebote sind vollständig in Konzepten und/oder Leistungsbeschreibungen

formuliert. Schlüsselprozesse sind schriftlich festgelegt und werden regelmäßig

aktualisiert. Der Geschäftsbereich hat ein Konzept zur Öffentlichkeitsarbeit und ein Verfahren für das

Beschwerdemanagement. Fallbezogene Planungs- und Verlaufsdaten werden systematisch und für die

Beteiligten nachvollziehbar dokumentiert.

Durch die einzelnen Bereiche werden in regelmäßigen Abständen die Leistungsempfänger und Leistungsträger

der Angebote systematisch befragt. Die Ergebnisse dieser Befragungen werden intensiv

für Verbesserungen und Nachjustierungen der einzelnen Angebote genutzt.

Bezogen auf den Leistungsempfänger werden in der Regel alle drei Monate, spätestens aber zu jeder

Hilfeplanüberprüfung individuelle Ziele formuliert und dokumentiert, die regelmäßig überprüft und

evaluiert werden.

Die Teams der AEH-Haidhausen, AEH-Neuhausen, AEH-Pasing und AEH-Schwanthalerhöhe nehmen jeweils

an wöchentlichen Teamsitzungen teil, in denen alle relevanten Informationen weitergegeben

werden und der Verlauf der jungen Menschen intensiv aus den verschiedenen Perspektiven der einzelnen

Mitarbeitenden reflektiert wird. Zudem werden regelmäßig ausführliche Fallbesprechungen

durchgeführt.

Für die Mitarbeitenden der einzelnen Teams finden monatlich teambezogene Supervisionen statt, in

denen einzelne Fälle, erzieherische Situationen oder auch Teamentwicklungsprozesse mit einem Supervisor

reflektiert werden. Gemeinsam mit dem Supervisor werden mögliche Schritte zur Verbesserung

der Lage erarbeitet und gegebenenfalls kontrolliert.

Die Teilnahme an Fortbildungen, untergliedert in Einarbeitungs- und Basiswissen, sowie die vom Diakonischen

Werk Rosenheim geförderten aktuellen Fortbildungsveranstaltungen und zertifizierten Weiterbildungen

gewährleisten die notwendige Fachlichkeit und Qualität unserer Arbeit.

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6 Weitere Planung und Ausblick

Einmal im Jahr begeben sich die Fachkräfte der AEH-Haidhausen, AEH-Neuhausen, AEH-Pasing und

AEH-Schwanthalerhöhe in teambezogenen zwei- bis dreitägige Klausuren, um aktuelle pädagogische

Themen zu bearbeiten, Konzepte (weiter) zu entwickeln und sich mit Jugendhilfefragestellungen auseinanderzusetzen.

2014 wurden folgende Planungen, Entwicklungspotenziale und Risiken identifiziert.

Im Jahr 2014 beginnt die Implementierungsphase des Konzeptes Wirkungsorientierte Steuerung (WSE)

der Stadt München, welches künftig die Partizipation von Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern stärken

und die Wirkung der Jugendhilfe über Zielevaluation bewerten wird.

Die Ergebnisse der Zielerreichung in den Kern-Kategorien der ambulanten Arbeit – die Steigerung der

Erziehungs- und Familienkompetenz – lagen im vergangenen Jahr in allen evaluierten Einrichtungen

weit hinter anderen Ziel-Kategorien (Zielerreichung: Erziehungskompetenzen 75 %, Familienkompetenz

77 %). Dieses Ergebnis ist in erster Linie dem Umstand zuzuschreiben, dass der Anteil an betreuten

Familien mit Migrationshintergrund stetig ansteigt (2013 waren 36 % der Kinder und Familien mit Migrationshintergrund),

damit verbunden sind Verständnisschwierigkeiten hinsichtlich deutscher Systeme

und Kultur. Im Abbau von kulturellen Missverständnissen als Integrationshürden sehen wir sowohl die

größte Herausforderung als auch die größte Chance nachhaltiger ambulanter Betreuung.

6.1 Planung und Ziele

Die AEH-LHM wird in regelmäßigen Abständen ihre Angebote in Bezug auf gesellschaftliche Veränderungen

überprüfen und weiterentwickeln. Wir werden den Fokus dabei auf die Konsolidierung und

Präzisierung der Angebote richten.

• Wir investieren in Aufbau, Erweiterung und Zusammenwachsen unserer Teams.

• Wir beteiligen uns aktiv an der Gestaltung und gelingenden Umsetzung der erzieherischen Hilfen

unter Berücksichtigung der sozialräumlichen Prinzipien.

• Wir entwickeln bedarfsgerechte Konzepte mit erweiterten ambulanten Unterstützungsangeboten

als Alternative zur stationären Unterbringung und für Rückführung von Kindern und Jugendlichen.

• Wir pflegen bestehende Beziehungen zu den Einrichtungen und Diensten des Sozial-raums und

knüpfen neue Kooperationen.

• Wir führen eine systematische Zufriedenheitsbefragung der betreuten Eltern durch und versprechen

uns davon eine detailliertere Messbarkeit der Wirkungen.

• Wir führen eine regelmäßige Leistungsempfänger- und Leistungsträgerbefragung durch.

• Wir werden an Fortbildungen zur Interkulturellen Kompetenz teilnehmen, um Sicherheit im Umgang

mit kulturellen Unterschieden zu gewinnen.

• Wir werden kulturell unterschiedliche Erziehungsvorstellungen in der Beratungsarbeit und in der

Entwicklung des Hilfeangebots berücksichtigen.

• Wir werden im Kontext der Arbeit mit Menschen mit Migrationshintergrund die Hürden der unterschiedlichen

Sprachen bewältigen. Wir werden ein Kursangebot erstellen, das kulturelle Unterschiede

und Vielfältigkeit thematisiert und am Verständnis sowie an der Akzeptanz der deutschen

Kultur im Allgemeinen als auch der Hilfe- und Angebotskultur von Jugendhilfemaßnahmen

im Speziellen arbeitet.

6.2 Entwicklungspotenziale und Chancen

Wir betrachten unsere Arbeit kritisch und achten darauf, unsere Leistung kontinuierlich den sich wandelnden

Bedarfen anzupassen. Für die nahe Zukunft haben wir uns folgende Ziele gesteckt:

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• Wir sehen ein hohes Entwicklungspotenzial im Bereich der Betreuung von jungen Müttern, die

selbst noch einen eigenen Jugendhilfebedarf haben, und in der Betreuung von Müttern mit Suchtmittelkonsum.

In diesen beiden Bereichen gibt es noch zu wenige Angebote.

• Im Bereich der Inklusion stehen wir noch ganz am Anfang. Vereinzelt versuchen wir Kinder und

Jugendliche mit einem bestimmten individuellen Förderbedarf in die bestehenden Angebote zu

integrieren, jedoch fehlen uns hier Konzepte und Fortbildungen der Mitarbeitenden. Außerdem

scheitern wir oft an baulichen Gegebenheiten.

• Die Genderarbeit als pädagogisches Thema steht ebenfalls im Fokus unseres Interesses. In einzelnen

Sozialpädagogischen Gruppenangeboten wird hierzu schon sehr viel thematisch gearbeitet,

insbesondere im Bereich von sexueller Aufklärung und Körperarbeit. Hier wollen wir jedoch noch

mehr spezifisches Wissen erwerben und mit den Kindern und Jugendlichen umsetzen.

• Im Bereich der Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen wollen wir uns ebenfalls weiterqualifizieren

und gegebenenfalls spezifische Angebote schaffen und (neue) Ressourcen (weiter)

erschließen.

• Die Umsetzung der Partizipation ist uns sehr wichtig. Wir werden einen Begrüßungsbrief entwerfen,

den die jungen Menschen bei Maßnahmenbeginn erhalten. Der Begrüßungsbrief wird das

System des internen Beschwerdemanagements und die Kriterien einer „Verhaltensampel“ in

mehreren Sprachen erläutern. Die jungen Menschen können anhand der „Verhaltensampel“ prüfen,

welches Verhalten der betreuenden Mitarbeitenden für sie sinnvoll ist und welche Verhaltensweisen

unangemessen oder sogar strafbar sind. Wir werden die jungen Menschen fördern,

eine kritische Haltung zu entwickeln und ihre Meinung zu äußern.

• Wir werden im Kontext der zunehmenden Maßnahmen mit Kleinkindern (Familien mit Kindern

bis zu sechs Jahren) in unserer „Fachgruppe Kleinkind“ allgemeine und interdisziplinäre Themen

bezüglich der kindlichen Entwicklung sowie Bindungsverhalten und Feinfühligkeit für die Eltern

fortführen und Mitarbeitende in der Video-Interaktions-Diagnostik weiterqualifizieren.

6.3 Risiken

Neben den Entwicklungspotenzialen behalten wir auch mögliche Risiken für unsere Arbeit im Blick,

aktuell diskutieren wir folgende Themen:

• Ein mittelfristiges Risiko stellt der Fachkräftemangel dar. Geeignetes Fachpersonal, vor allem auch

für spezifische Angebote, ist zunehmend schwer zu finden. Gutes Fachpersonal aber ist der Garant

für die Qualität der Leistungen und den Erfolg der Einrichtung. Daher liegt ein Risiko in der Fluktuation

der Mitarbeitenden und der eventuell nicht adäquaten Nachbesetzung von offenen Stellen.

• Die Nachfragestruktur ändert sich manchmal schneller als eine Angebotsanpassung realisierbar

ist.

• Der Ausbau der Ganztagschulen birgt, neben all seinen positiven Effekten, das Risiko des Zeitmangels

für junge Menschen, Termine wahrzunehmen und ihre Freizeit mit sinnvollen Sport-, Therapie-

oder Gruppenangeboten zu gestalten. Darüber hinaus ist die Verlegung der Jugendhilfe in die

Schule kein adäquater Ersatz, da die Arbeit an Schulen nicht explizit auf die Jugendhilfe-Klientel

und ihre Bedarfe ausgerichtet ist.

• Eine zunehmende Herausforderung in der Arbeit mit den Eltern stellt die stetig steigende Zahl an

Familien mit Migrationshintergrund dar. Dies erfordert von den Mitarbeitenden ein immer größeres

Wissen in immer mehr Fachbereichen. Zudem kann eine zu große Anzahl von nichtdeutschen

Familien im Vergleich zur geringen Anzahl deutschsprachiger Familien mittelfristig eine Umstrukturierung

und Differenzierung der Angebote notwendig machen.

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7 Organisationsstruktur und Team

7.1 Organisationsstruktur

Die AEH-LHM wird über die Sozialraumbüros der Flexiblen Jugendhilfe München realisiert. Die Flexible

Jugendhilfe München ist wiederum Teil der Geschäftsstelle München der Jugendhilfe Oberbayern (vgl.

Gesamtbericht der Jugendhilfe Oberbayern).

7.2 Vorstellung der handelnden Personen

7.2.1 Bereichsleitungen

• Jan Matosoglu, Diplom-Pädagoge, Mediator, seit 2014 Bereichsleitung der Flexiblen Jugendhilfe

München-Haidhausen

• Ralf Bacherle, Diplom-Sozialpädagoge (FH), LSCI-Senior-Trainer, seit 2010 Bereichsleitung der Flexiblen

Jugendhilfe München-Neuhausen

• Rosemarie Spiel, Diplom-Sozialpädagogin (FH), Fachwirtin für soziale Dienstleistungen, staatlich

anerkannte Erzieherin, seit 2013 Bereichsleitung der Flexiblen Jugendhilfe München-Pasing

• Matthias Bierol, Diplom-Sozialarbeiter (grad.), Gestalttherapeut, zweijährige Ausbildung zum Supervisor,

seit 2004 Bereichsleitung der Flexiblen Jugendhilfe München-Schwanthalerhöhe

7.2.2 Fachkräfte

• Die Flexible Jugendhilfe München-Haidhausen hat insgesamt 6,0 Vollzeitstellen. Diese arbeiten

in den Bereichen Ambulante Erziehungshilfe (4,0 Vollzeitstellen) und Familien Entlastende Gruppe

(2,0 Vollzeitstellen).

• Die Flexible Jugendhilfe München-Neuhausen hat insgesamt 3,5 Vollzeitstellen im Bereich der

Ambulanten Erziehungshilfe.

• Die Flexible Jugendhilfe München-Pasing hat insgesamt 4,0 Vollzeitstellen im Bereich der Ambulanten

Erziehungshilfe.

• Die Flexible Jugendhilfe München-Schwanthalerhöhe hat insgesamt 7,0 Vollzeitstellen. Diese arbeiten

in den Bereichen Ambulante Erziehungshilfe (5,0 Vollzeitstellen) und Familien Entlastende

Gruppe (2,0 Vollzeitstellen).

7.3 Partnerschaften, Kooperationen und Netzwerke

Die AEH-LHM arbeitet intern intensiv mit den übrigen Einrichtungen der Flexiblen Jugendhilfe München

zusammen. Durch die enge Vernetzung mit den vielfältigen Einrichtungen im Geschäftsbereich

und dem anderen Münchner Geschäftsbereich Elementarpädagogik kann hier insgesamt auf einen großen

Pool an Fachwissen, Erfahrungswissen und Angebotsvielfalt zurückgegriffen werden. Die breite

Aufstellung in den Sozialräumen hilft bei der Etablierung eines neuen Angebotes.

Kontakte, Beziehungen und Zusammenarbeit mit anderen Behörden, Einrichtungen und Trägern sind

für unsere pädagogische Arbeit selbstverständlich und unerlässlich. Orientiert an den Bedarfen der

Einzelfälle arbeiten wir mit unterschiedlichsten Anbietern und Institutionen zusammen:

• Jugendamt (Bezirkssozialarbeit, Vermittlungsstelle)

• Vorangegangene, begleitende oder nachgehende erzieherische Hilfen

• Kinder- und Jugendlichenpsychiater(inne)n, -psychotherapeut(inn)en, Refugio

• Kinder- und Jugendpsychiatrie, Krankenhäuser, Kinderkrankenpflegepersonal

• Schulen, Ausbildungs- beziehungsweise Arbeitsstellen

• Polizei, Jugendbeamte

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• Krisen-Interventions-Team (KIT)

• Familien-, Drogen- und Schuldnerberatungsstellen u. a.

• Freiwilligenagentur

In regelmäßigen Abständen finden in Zusammenarbeit mit den Sozialbürgerhäusern Reflexionstreffen

zum Regionalen Fachteam sowie Sozialregionsgespräche statt. Im Rahmen dieser Kooperationstreffen

werden gemeinsame Fachtage zu aktuellen Themen geplant und durchgeführt.

8 Organisationsprofil

Name der Einrichtung Flexible Jugendhilfe München-Haidhausen

Anschrift

Elsässer Straße 30, 81667 München

Telefon: 089-489 501 50

Telefax: 089-489 501 49

E-Mail: jan.matosoglu@jh-obb.de

www.jh-obb.de

Eröffnung 1998

Mitarbeitendenvertretung Mitarbeitendenvertretung gem. AVR-Diakonie Bayern

2012 2013 2014

Anzahl Mitarbeitende (Personen)

Feste Mitarbeitende (davon AEH) 11 (6) 12 (6) 10 (6)

davon Vollzeit (davon AEH) 10 (6) 10 (6) 10 (6)

davon Teilzeit (davon AEH) 1 (0) 2 (0) 1 (0)

Freie Mitarbeitende 0 0 0

Ehrenamtliche 0 0 0

Summe Mitarbeitende (davon AEH) 11 (6) 12 (6) 10,5 (6)

Rechnerische Anzahl von Vollzeitstellen (davon AEH) 10,75 (6) 11,5 (6) 10,5 (6)

Name der Einrichtung Flexible Jugendhilfe München-Neuhausen

Anschrift

Nymphenburger Straße 88, 80636 München

Telefon: 089-189 700 23

Telefax: 089-189 700 24

E-Mail: ralf.bacherle@jh-obb.de

www.jh-obb.de

Eröffnung 1999

Mitarbeitendenvertretung Mitarbeitendenvertretung gem. AVR-Diakonie Bayern

2012 2013 2014

Anzahl Mitarbeitende (Personen)

Feste Mitarbeitende (davon AEH) 10 (3,5) 10 (3,5) 9 (3,5)

davon Vollzeit (davon AEH) 10 (3,5) 10 (3,5) 9 (3,5)

davon Teilzeit (davon AEH) 0 0 0

Freie Mitarbeitende 0 0 0

Ehrenamtliche 0 0 0

Summe Mitarbeitende (davon AEH) 10 (3,5) 10 (3,5) 9 (3,5)

Rechnerische Anzahl von Vollzeitstellen (davon AEH) 10 (3,5) 10 (3,5) 9 (3,5)

Seite 31


Name der Einrichtung Flexible Jugendhilfe München-Pasing

Anschrift

Bäckerstraße 4, 81241 München

Tel: 089-638 378 77, Fax: 089-638 378 79

E-Mail: rosemarie.spiel@jh-obb.de

www.jh-obb.de

Eröffnung 2002

Mitarbeitendenvertretung

Mitarbeitendenvertretung gem. AVR-Diakonie Bayern

2012 2013 2014

Anzahl Mitarbeitende (Personen)

Feste Mitarbeitende (davon AEH) 8 (4) 9 (4) 10 (4)

davon Vollzeit (davon AEH) 7 (4) 7 (4) 8 (4)

davon Teilzeit (davon AEH) 1 (0) 2 (0) 2 (0)

Freie Mitarbeitende 0 0 0

Ehrenamtliche 0 0 0

Summe Mitarbeitende (davon AEH) 8 (4) 9 (4) 10 (4)

Rechnerische Anzahl von Vollzeitstellen (davon AEH) 7,75 (4) 8,25 (4) 9,25 (4)

Name der Einrichtung

Flexible Jugendhilfe München-Schwanthalerhöhe

Anschrift

Heimeranstraße 47, 80339 München

Telefon: 089-511 150 63, Fax: 089-511 150 65

E-Mail: matthias.bierol@jh-obb.de

www.jh-obb.de

Heimeranstraße 53, 80339 München

Eröffnung 2001

Mitarbeitendenvertretung

Mitarbeitendenvertretung gem. AVR-Diakonie Bayern

2012 2013 2014

Anzahl Mitarbeitende (Personen)

Feste Mitarbeitende (davon AEH) 8 (7) 9 (7) 10 (7)

davon Vollzeit (davon AEH) 8 (7) 9 (7) 10 (7)

davon Teilzeit (davon AEH) 0 0 0

Freie Mitarbeitende 0 0 0

Ehrenamtliche 0 0 0

Summe Mitarbeitende (davon AEH) 8 (7) 9 (7) 10 (7)

Rechnerische Anzahl von Vollzeitstellen (davon AEH) 8 (7) 9 (7) 10 (7)

Hinsichtlich der Governance der Organisation (Leitungsorgan, Aufsichtsorgan, mögliche Interessenskonflikte),

der Beteiligungsverhältnisse (Eigentümerstruktur, Umwelt- und Sozialprofil) sowie der Finanzen

gibt der Gesamtbericht der Jugendhilfe Oberbayern Auskunft.

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