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Tel. 089/5156 8125

25. Juni 2009

Nummer 26

Nutzfahrzeuge: Emerging

Markets werden zum Prüfstein

TECHNIK IM FOKUS

Hermes-Nominierung

Eine der fünf für den Hermes

Award 2009 nominierten Innovationen

ist der ‚Fast Track

Switch‘ der Harting Technologiegruppe.

Über den Ethernet-

Switch können Automatisierungsgeräte

beliebiger Hersteller

ins Unternehmensnetz eingebunden

werden. Seite 13

Hörige Helfer

Das EU-Projekt SMErobot präsentiert

neue Konzepte für die

Roboter der Zukunft. Sie sind

klein, flexibel und leicht zu bedienen

und rechnen sich auch

für kleine Betriebe. Seite 14

Auszeichnung für BioRob

Wissenschaftler der TU Darmstadt

haben in einem Verbundprojekt

jetzt einen bionischen

Roboterarm entwickelt, der am

Aufbau eines menschlichen Armes

orientiert ist. Seite 15

Exakt positionieren

Für Antriebe in der Solartechnik

gelten besondere Anforderungen.

Exakte Positioniergenauigkeit,

große Dynamik im

Drehzahlstellbereich und eine

hohe Langzeitstabilität bieten

die Scheibenläufermotore von

Baumüller. Seite 22

M2M-Kommunikation

Drahtlose Technologien im Vergleich:

Bei der Machine-to-Machine-Kommunikation

(M2M)

spielt das Übertragungsmedium

eine wesentliche Rolle. Das

Spektrum an Datenfunkstandards

ist jedoch breit. Welche

Funktechnologie ist für welchen

Einsatzbereich am besten

geeignet? Seite 24

Leserservice

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Tel.: (0 81 91)125-310, Fax: (0 81 91)125-312

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Forschungsförderung

von Sabine Spinnarke

Produktion Nr 26 , 2009

LANDSBERG. Die Bundesregierung

investiert 700 Mio Euro in

die Elektromobilität – China eine

Milliarde, die USA zwei Milliarden

in Batterietechnologien. Ist

der Zug für eine Führungsrolle

Deutschlands abgefahren?

Das fossile Zeitalter neigt sich

seinem Ende zu, die Automobilhersteller

stecken in der Krise –

Zeit also, in alternative Antriebstechnologien

zu investieren.

Schlüsseltechnologie und

Flaschenhals auf dem Weg dorthin

ist der Energiespeicher; die

Unternehmenssteuern:

Gelockerte Zinsschranke hilft

Flufördertechnik: Leichterer

Einstieg durch Baukasten

Wettlauf um Elektromobilität setzt

Batteriehersteller unter Strom

Batteriemarkt Hybridfahrzeuge

In Millionen US $

600

500

400

300

200

100

0

Die Wirtschaftszeitung für die deutsche Industrie

Gesamt

PEVE-NiMH

MBI-NiMH

Sanyo-NiMH

Andere

Lithium-Ionen-Batterie wird

derzeit als aussichtsreichste

Kandidatin gehandelt; 90 % der

Batterieforschung finden auf

diesem Gebiet statt. „Das weltweite

Marktpotenzial für Li-Ionen

Batterien in stationären

und mobilen Anwendungen

wird in der Zukunft mehrere

Milliarden Euro betragen“, erwartet

Dr. Andreas Gutsch, Geschäftsführer

von Li-Tec, einem

Joint-Venture zwischen Evonik

und Daimler. Die Experten von

Roland Berger beziffern den

Markt für Hochleistungsakkus,

Motoren und Komponenten für

E-Fahrzeuge auf 20 bis 50 Mrd

Euro jährlich. Bislang war das

2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006

Quelle: Advanced Automotive Batteries © Produktion

Panasonic EV Energy (PEVE) ist ein Joint-Venture zwischen Toyota und

Panasonic und bedient 75 % des Gesamtmarktes. (MBI = Matsushita)

Airbus

Hoffnung auf 300 Orders

Produktion Nr 26 , 2009

PARIS (DJ/gk). Die EADS-

Tochter Airbus hat auf der

Luftfahrtmesse in Le Bourget

mehr Aufträge an Land gezogen

als vom Unternehmen

selbst erwartet. Das sagte

EADS-CEO Louis Gallois im

Fernsehsender „France 24“. Bis

zum Berichtstag sind bei Airbus

laut Gallois 58 Bestellungen sowie

Optionen auf 52 weitere

Flugzeuge eingegangen. In dem

Zusammenhang bezeichnete

der Manager das Ziel des Flugzeugherstellers

von 300 Bestellungen

im laufenden Jahr als

„nicht unerreichbar, aber ehr-

WWW.PRODUKTION.DE

3 WIRTSCHAFT 5 WIRTSCHAFT

16 TECHNIK

25 TECHNIK

EVENT

Noch bis 30.6. für Fabrik

des Jahres bewerben

LANDSBERG (gk). Bis Ende Juni

können Firmen des verarbeitenden

Gewerbes

noch an dem traditionsreichsten

und

härtesten Industrie-Wettbewerb

Fabrik des Jahres/

GEO von Produktion

und A.T. Kearney teilnehmen.

Die Teilnahme unter

www.fabrik-des-jahres.de kann

zu prestigeträchtigen Auszeichnungen

führen, bringt aber in

jedem Fall die Firma voran,

weil sie sich mit ihren Zahlen

beschäftigt. Weitere Infos: Tel.

089/5156 8125.

geizig“. Mit Blick auf das Projekt

des Jumbojets A350 zeigte

sich Gallois zuversichtlich, dass

auch die spanische Regierung

das Programm unterstützen

wird. Spanien ist seinen Worten

zufolge besorgt über die eigene

„Sichtbarkeit innerhalb

des Konzerns“. Um dem entgegenzukommen,

seien bereits

Gespräche aufgenommen worden.

Der Jungfernflug des Modells

sei für 2012 geplant.

Zuvor konnten sich die Minister

der Airbus-Länder

Deutschland, Frankreich und

Großbritanniens nicht auf eine

Finanzierung für die Entwicklung

des A350 einigen.

Interesse an diesem Markt in

Deutschland allerdings gering.

„Leider wurden in der Vergangenheit

zahlreiche Lehrstühle

für Elektrochemie abgebaut“,

sagt ein Sprecher des

Bundesministerium für Forschung

(BMBF).

Noch ist Japan weltweit

größter Batteriehersteller

Unumstrittene Nr. 1 auf dem

Markt ist derzeit Japan. „Vor

allem im Bereich der Konsumer-Batterien

besteht ein großer

Know-how-Vorsprung“,

berichtet der Sprecher des

BMBF weiter. Mit Unternehmen

wie PEVE, MBI und Sanyo

dominiert Japan den Markt

(siehe Grafik). Dies soll sich

nun ändern: „Das Bundesforschungsministeriumentwickelt

zur Zeit gemeinsam mit

dem Bundeswirtschaftsministerium,

dem Verkehrsministerium

und dem Umweltministerium

einen Entwicklungsplan

Elektromobilität, der über die

kurz- und mittelfristigen Forschungs-

und Entwicklungsprojekte

weit hinausgeht.“ Im

Zeitraum 2005 bis 2013 investiert

die Bundesregierung 700

Sagen Sie uns Ihre Meinung:

redaktion@produktion.de

Das Elektroauto ist die Zukunft –

Der Batteriemarkt gerät in Aufruhr.

Mio Euro in die Elektromobilität.

Auch das Bundesumweltministerium

sieht Handlungsbedarf

und stellt 10 Mio Euro

für Projekte zum Recycling von

Li-Ionen-Batterien zur Verfügung.

„Durch den Aufbau von

Produktionskapazitäten für

Batteriesysteme und einer zugehörigen

Kreislaufwirtschaft

werden zukünftig auch wettbewerbsfähige

Energiespeicher

für Elektrofahrzeuge hierzulande

hergestellt. Dadurch

wird eine zu starke Abhängigkeit

der deutschen Automobilhersteller

von asiatischen Lie-

feranten vermieden“, sagt Jürgen

Maaß, Pressesprecher des

Bundesumweltministeriums.

Die Produktion elektrischer

Energiespeicher trägt in der

elektromobilen Zukunft beträchtlich

zur Wertschöpfung

des Automobils teil.

Aber auch die USA drängen

auf den Markt und planen, zwei

Milliarden Euro zu investieren.

Laut Roland Berger wird China

Wiedervereinigung: 20-Jahre-Bilanz

Osten hängt hinterher

von Kathrin Irmer

Produktion Nr 26 , 2009

MÜNCHEN. Die HypoVereinsbank

hat eine Studie zur WirtschaftsentwicklungOstdeutschlands

20 Jahre nach der Wiedervereinigung

veröffentlicht. Fazit:

Der Osten hat den Anschluss an

den Westen verpasst.

Die Ergebnisse sind eindeutig:

Demnach haben in Ostdeutschland

weniger Menschen einen

Job, die anhaltende Bevölkerungsabwanderung

schränkt

Zukunftschancen weiter ein und

Industrieunternehmen sind oftmals

nur verlängerte Werkbän-

Länder-Special:

Hessen/Rheinland-Pfalz

Seite 7-8

Lichtempfindlich und schnell:

Zeilen-Visionssystem

Bild: Fotolia, Layout: Carmen Lauter

Abhängigkeit deutscher

Automobilhersteller

weiter auf Seite 2

ke westdeutscher oder internationaler

Unternehmen.

Aber die vorhandenen Unternehmen

sind weltmarktfähig,

die Lohnstückkosten der Industrie

liegen unter Westniveau

und es existiert eine gut entwickelte

öffentlich finanzierte Forschungslandschaft.

Das lässt einen

optimistischen Ausblick zu.

„Auch wenn große wirtschaftliche

Probleme bleiben, hat Ostdeutschland

gute Voraussetzungen,

nachhaltig erfolgreich zu

sein“, so Lutz Diederichs, Vorstandsmitglied

der HypoVereinsbank.

„Wir sehen eine kontinuierlich

aufwärts gerichtete

Entwicklung in den vergange-

www.produktion.de Einzelpreis Euro 2,80

Leserservice Produktion 65341 Eltville DPAG

PVST 5339 Entgelt bezahlt

WIRTSCHAFTSFAKTEN

Euro in Dollar

1,45

1,40

1,35

1,30

1,25

1,20

27.04. 04.05. 29.05. 15.06. 22.06.

€ 1,39 $

€ 133,12 Yen

€ 9,48 Yuan

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98 %...

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€ 278,73 Forint

Bei uns im Internet

Am meisten geklickt:

1. Interview mit Markus

Grob, MAG: „Stabilität

trägt Früchte“

2. König & Bauer sieht

sich trotz Investitionsflaute

auf Kurs

3. Auftragsmangel wird

zum Hauptproblem der

Industrie

Ifo-Index zieht weiter an

MÜNCHEN (DJ/ks). Der Ifo-Geschäftsklimaindex

für das verarbeitende

Gewerbe ist im Juni

von minus 37,9 auf minus 33,8

Punkte gestiegen. Die Industrieunternehmen

haben zwar

ihre derzeitige Geschäftssituation

etwas weniger ungünstig

eingestuft als im Mai, allerdings

waren sie mit der aktuellen Lage

überwiegend unzufrieden.

Entlastung beschlossen

BERLIN (AFP/ks). Der Bundestag

hat beschlossen, das Kurzarbeitergeld

künftig bis zu 24

Monate lang zu zahlen. Die Abgeordneten

billigten zudem eine

Regelung, die im Kernpunkt

eine milliardenschwere Entlastung

der Betriebe von Sozialabgaben

vorsieht.

ZAHL DER WOCHE

...betrug teilweise

der Einbruch bei

den Nutzfahrzeugbestellungen im

vierten Quartal 2008, so eine Studie

von Roland Berger.

Die vorbildliche Infrastruktur und

geringere Lohnkosten zog viele

Investoren nach Ostdeutschland.

nen Jahren.“ Die Industrieumsätze

stiegen in den letzten Jahren

stärker als im gesamtdeutschen

Durchschnitt. Vor allem

kleine Branchen, wie die Mikroelektronik

oder Solarindustrie,

seien laut Studie gut aufgestellt.

Bild: Bernd Kröger-Fotolia.com


2 Produktion 25. Juni

Fortsetzung von Seite 1

das Rennen gewinnen. Die Regierung

in Peking fördert Unternehmen, die

in alternative Antriebstechnologien

investieren, mit einer Milliarde Euro

und baut 13 Pilotregionen für alternative

Fahrzeuge aus. Darüber hinaus

befinden sich 17 % der weltweiten Lithium-Vorkommen

in China.

Vor Engpässen auf diesem Gebiet

hat Dr. Margret Wohlfahrt-Mehrens,

Fachgebietsleiterin Elektrochemische

Materialentwicklung am Zentrum für

Wasserstoffforschung keine Angst:

„Die weltweiten Lithium-Vorkommen

sind sehr groß, an der Ausbeutung der

Vorkommen sind auch deutsche Unternehmen

beteiligt. Die hohen Materialkosten

beziehen sich auf die knappen

Ressourcen Nickel und Cobalt.“

Derzeit betragen die Batteriekosten

für 20 kWh etwa 10 000 Euro.

Durch alternative Materialien, aber

auch eine Weiterentwicklung der Herstellungsverfahren

können die Kosten

gesenkt werden. Laut Gutsch punkten

hier deutsche Hersteller: „Die Batterieherstellung

wird in hohem Maße durch

die Werkzeugmaschinen und die Automatisierungstechnik

beeinflusst. Wir

können durchaus zuversichtlich sein.

Im Solarbereich ist Deutschland

schließlich auch sehr erfolgreich.“ Batterien,

die für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

Verwendung finden, sind

weder von der chemischen Zusammensetzung

noch von der Konstruktion

mit Handy-Batterien vergleichbar,

insofern ist für alle Hersteller das Thema

Fahrzeugbatterien erst einmal neu.

Abgesehen von Li-Tec existiert weder

in Deutschland noch in den USA eine

kommerzielle Zellherstellung. Dass die

derzeitigen Bemühungen fruchten

werden, ist sich Wohlfahrt-Mehrens sicher:

„Innerhalb Europas ist Deutschland

Vorreiter. Es herrscht Aufbruchsstimmung,

die Gelder der Regierung

wurden sehr schnell bereitgestellt und

ich sehe gute Chancen für Deutschland

aufzuholen. Wir haben hier eine enge

Verzahnung mit einer starken Automobil-

und Chemieindustrie, wir haben

hier gute Material-Lieferanten und

eine gute Systementwicklung.“

Wirtschaftsfakten

2009 • Nr. 26

Elektromobilität... ENERGIE & ROHSTOFFE KONJUNKTUR & MÄRKTE FINANZEN & STEUERN

Innerhalb Europas ist

Deutschland Vorreiter

Entwicklung Ölpreis /

Barrel (159 l)

80

75

70

65

60

55

50

45

40

35

27.04. 04.05. 29.05. 15.06.

22.06.

Gaswettbewerb unzureichend

KÖLN (DJ). Die Wettbewerbssituation

am deutschen Gasmarkt hat sich nach

Einschätzung des Bundesverbands

Neuer Energieanbieter (bne) zwar

leicht verbessert, lässt aber noch

stark zu wünschen übrig. „Im Gasmarkt

sind wir noch im auslaufenden

Mittelalter oder höchstens zu Beginn

der Neuzeit“, sagte bne-Geschäftsführer

Robert Busch bei einer Energie-Fachtagung

in Köln. Auch der

Verband der Industriellen Energie-

und Kraftwirtschaft (VIK) bezeichnete

den Gaswettbewerb als unzureichend.

„Unser Ziel ist echter Wettbewerb mit

neutralen, für alle Teilnehmer zugänglichen

Netzen“, sagte Birgit Ortlieb,

Leiterin des VIK-Büros Berlin.

Für die beiden Verbände ist dabei die

hohe Zahl der deutschen Gasmarktgebiete

ein Dorn im Auge. Laut bne-

Geschäftsführer Busch existieren seit

dem 1. April noch zehn Gasmarktgebiete

in Deutschland. Sie behinderten

nach wie vor den Netzzugang und erschwerten

damit den Wechsel des

Gaslieferanten, erklärte Busch. Nach

Angaben des bne soll es künftig zunächst

nur noch fünf Gasmarktgebiete

geben: drei für hochkalorisches

Erdgas (H-Gas) und zwei für niederkalorisches

Erdgas (L-Gas). Denn die

hohe Zahl der Marktgebiete beeinflusse

auch die Engpasskapazitäten

beim Gastransport.

ROHSTOFFPREISE

Aluminium je Tonne: 1680,00 $

Kupfer je Tonne: 5008,75 $

Gold je Feinunze: 932,45 $

Silber je Feinunze: 13,93 $

Nickel je Tonne: 10807,47 €

Zinn je Tonne: 10591,31 €

M&A-Märkte in Osteuropa

Hohe Risiken beim Invest

Produktion Nr. 26 , 2009

MÜNCHEN (ki). Die wirtschaftliche Unsicherheit

hat Investitionen stark zurück

gehen lassen. Dennoch können

kaufkräftige Unternehmen gerade jetzt

erfolgsversprechende Deals in Osteuropa

abschließen.

In der Studie ‚Finding Value - Navigating

M&A Risks in Central and Eastern

Europe‘ analysiert Deloitte die

zwölf wichtigsten osteuropäischen

Staaten und zeigt dabei teilweise

deutliche Unterschiede bei der Risikoeinstufung

auf. Demnach sind die

Die Hauptrisiken

in Osteuropa bestehen

in politischer,

rechtlicher

und kultureller

Hinsicht sowie in

den Bereichen

Währung und Finanzen.BürokratischeHemmnisse,

Probleme bei

der Kreditfinanzierung

und Korruption

können

Investitionen

stark belasten.

Risiken insbesondere in Russland, Litauen,

Bulgarien und Rumänien signifikant

gestiegen. Dennoch: „Auch

wenn die Krise die Volkswirtschaften

stark geschwächt hat, bleibt diese Region

gerade für westeuropäische Investoren

auf absehbare Zeit ein wichtiger

Wachstumstreiber. Einige Unternehmen

sind sogar überzeugt, heute

mehr Gegenwert denn je für ihr Geld

bekommen zu können“, sagt Freddy

Strottmann, Partner Corporate Finance

bei Deloitte.

Musterschüler sind Slowenien und

die Slowakei. Beide gehören zu den

Staaten mit dem geringsten Risiko.

Beschäftigung geht zurück

WIESBADEN (ki). Ende April 2009 waren

in den Betrieben des Verarbeitenden

Gewerbes mit 50 und mehr Beschäftigten

in Deutschland 5,1 Mio

Personen tätig. Das waren nach Mitteilung

des Statistischen Bundesamtes

(Destatis) rund 86 000 Personen

oder 1,7 % weniger als im April 2008.

Damit setzte sich der Rückgang der

Beschäftigtenzahl fort.

Schweizer Wirtschaft lahmt

BERN (DJ). Das Staatssekretariat für

Wirtschaft (SECO) hat seine Prognose

für das Wirtschaftswachstum der

Schweiz im laufenden Jahr ein weiteres

Mal gesenkt. Für 2009 erwarten

die Ökonomen der Behörde nunmehr

einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts

(BIP) um 2,7 %, wie es in der

vierteljährlichen SECO-Konjunkturprognose

heißt, die veröffentlicht wurde.

Im März hatte die Schätzung noch

minus 2,2 % betragen. Für das kommende

Jahr wird zudem ein BIP-

Rückgang um 0,4 % vorhergesagt,

nachdem im März noch ein kleines

Wachstum von 0,1 % in Aussicht gestellt

worden war.

Euro-Handelsbilanz positiv

LUXEMBURG (DJ). Die Handelsbilanz

der Eurozone hat im April unerwartet

einen Überschuss aufgewiesen. Wie

Eurostat mitteilte, betrug der Überschuss

im Handel mit Drittländern

ersten Schätzungen zufolge unbereinigt

2,7 Mrd Euro. Volkswirte hatten

dagegen ein Defizit von 1,5 Mrd Euro

prognostiziert. Für März wies Eurostat

einen Handelsbilanzüberschuss

von 1,8 (vorläufig: plus 0,4) Mrd Euro

aus. Im Vorjahresmonat war ein positiver

Saldo von 2,2 Mrd Euro erzielt

worden. Laut Eurostat fielen die Exporte

im April um 27 % auf 102,1 (Vorjahresmonat:

139,4) Mrd Euro, während

die Importe um 28% auf 99,4

(Vorjahresmonat: 137,2) Mrd Euro abnahmen.

Saisonbereinigt verzeichnete

der Euroraum im April ein Handelsbilanzdefizit

von 0,3 (Vormonat:

minus 1,8) Mrd Euro. Das saisonbereinigte

Handelsbilanzdefizit ist damit

zum dritten Mal in Folge rückläufig.

Die Ausfuhren sanken um 1,3 % auf

103,2 (Vormonat: 104,6) Mrd Euro, die

Importe verringerten sich um 2,72 %

auf 103,5 (Vormonat: 106,4) Mrd Euro.

Britische Produktion sinkt

LONDON (DJ). Die britische Industrieproduktion

ist im Juni im Zuge sinkender

Exportaufträge offenbar weiter

zurückgegangen. Wie die Confederation

of British Industry (CBI) mitteilte,

blieb der Saldo der befragten

Unternehmen, die mit einer höheren

Produktion, rechnen abzüglich jener

Unternehmen, die einen Produktionsrückgang

erwarten, mit minus 17 gegenüber

dem Vormonat unverändert.

Der entsprechende Diffusionsindex

der Exportaufträge sank auf minus 52

nach minus 46 im Mai und erreichte

damit das niedrigste Niveau seit Oktober

1998.

Entwicklung Deutscher

Aktienindex DAX

5800

5600

5400

5200

5000

4800

4600

4400

4200

4000

3800

3600

27.04. 04.05. 29.05. 15.06. 22.06.

Gesetz für Managergehälter

BERLIN (DJ). Topmanager sollen

künftig angemessener nach ihrer

Leistung bezahlt werden und für Verluste

auch persönlich haften. Der

Bundestag beschloss ein Gesetz zur

Vorstandsvergütung. Danach sollen

sich die Gehälter der Firmenchefs

stärker an der nachhaltigen Unternehmensentwicklung

orientieren:

Das Einkommen eines Managers

muss sich demnach künftig an der

branchen- und landesüblichen Vergütung

ausrichten und im Unternehmen

selbst vergleichbar sein. Aktienoptionen

sollen Firmenvorstände künftig

vier statt nur zwei Jahre halten müssen.

Außerdem muss künftig der gesamte

Aufsichtsrat die letzte Entscheidung

über die Vorstandsgehälter

treffen. Für selbst verursachte Verluste

müssen Manager demnach

künftig mit dem bis zu Anderthalbfachen

ihres Jahresgehaltes einstehen.

ZEW-Finanzmarkttest zu den Konjunkturerwartungen einzelner Branchen

Slowenien ist politisch stabil, verfügt

über das höchste Pro-Kopf-BIP der

Region und hat eine gute Infrastruktur.

Nur die Lohnkosten sind im vergleich

hoch. Auch in der Slowakei

wächst die Wirtschaft kräftig, zudem

ist hier inzwischen der Euro eingeführt.

Andererseits prägen eine vergleichsweise

hohe Arbeitslosigkeit

und eine zerstrittene Regierungskoalition

das Land. Ebenfalls gering sind

die Risiken in der Tschechischen Republik

und in Polen.

Trotz massiver Risiken bleibt

Russland lukrativer Markt

Ein Sonderfall ist Russland: Das

Pro-Kopf-BIP ist niedrig, die Regierung

wird zunehmend autoritär, der

Schutz des geistigen Eigentums ist

schwach. Es gibt kaum mittelständische

Unternehmen, es herrschen abweichende

Rechnungslegung- und

Bilanzierungsstandards und die Korruption

ist hoch. Dennoch gehört

Russland zu den interessanten M&A-

Märkten. Am Ende der Risiko-Skala

finden sich Nationen wie Serbien, Rumänien

und Bulgarien. Eine ausgeprägte

Bürokratie, Kriminalität und

ein teilweiser rapider Währungsverfall

bremsen hier Investitionen.

Produktion Nr. 26 , 2009

BERLIN (ki). Der europäische Hightech-

Markt wird sich nach einer Wachstumspause

zügig erholen. Das berichtet

der Verband BITKOM auf Grundlage aktueller

Daten des European Information

Technology Observatory (EITO).

Nach der EITO-Prognose wird der

Umsatz mit Produkten und Diensten

der Informations- und Kommunikationstechnik

in der EU im Jahr 2009

um 1,7 % auf 716,6 Mrd Euro sinken.

Im kommenden Jahr soll der Markt

wieder um 0,3 % auf 718,6 Mrd Euro

anziehen. „Die Wirtschaftskrise geht

an der europäischen Hightech-Industrie

nicht spurlos vorbei, trifft sie aber

nicht so stark wie die meisten anderen

Branchen“, sagte BITKOM-Präsident

Prof. August-Wilhelm Scheer.

Die ITK-Industrie entwickle sich damit

deutlich besser als die Gesamtwirtschaft.

Nach der EITO-Prognose

werden die Umsätze in der Informationstechnik

im Jahr 2009 um 2,2 % auf

296 Mrd Euro sinken. Der Umsatz mit

IT-Hardware fällt nach EITO-Angaben

um 6,6 % auf 85,7 Mrd Euro. In diesem

Segment belasten fallende Preise und

die Verschiebung von IT-Investitionen

bei Firmenkunden die Umsatzentwicklung.

Deutlich moderater ist der Rückgang

bei Software und IT-Diensten mit

Die Grafik zeigt die Konjunkturerwartungen

für einzelne Branchen in den kommenden

sechs Monaten dargestellt als Saldo aus

positiven und negativen Einschätzungen von

271 Analysten. Insgesamt haben sich die

ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland

im Juni zum achten Mal in Folge verbessert.

Sie sind um 13,7 Punkte gestiegen

und liegen nun bei 44,8 Punkten nach 31,1

Punkten im Vormonat. Mit diesem Wert liegen

sie über ihrem historischen Mittelwert

von 26,3 Punkten. Die erneute Erholung der

Konjunkturerwartungen signalisiert, dass

der Optimismus sich festigt, obwohl Industrieproduktion

und Auftragseingänge noch

keine klare Aufwärtsbewegung zeigen. Die

befragten Experten zeigen zudem ein zunehmendes

Vertrauen in die weitere Entwicklung

des Bankensektors.

Quelle: dpa-infografik © Produktion

BITKOM

Stabilisation auf Hightec-Markt

Die Informations- und Kommunikationstechnik

soll 2010 wieder zulegen.

minus 0,3% auf 210,4 Mrd Euro. „Die

Höhe der IT-Investitionen von Firmen

hängt aktuell von der Entwicklung in

den einzelnen Anwenderbranchen ab“,

sagte Scheer. Während die stark unter

der Krise leidenden Maschinen- und

Fahrzeugbauer zurückhaltender geworden

sind, gebe es eine steigende Nachfrage

der öffentlichen Hand und der

Energieversorger. Scheer: „Die Unternehmen

investieren sehr überlegt in

Technologien, mit denen sie ihre Effizienz

steigern können und Liquidität gewinnen.“

So werde der Umsatz mit

Outsourcing-Diensten europaweit um

5 % auf 65,8 Mrd Euro zulegen.

Bild: Fotolia


Nummer 26 NACHRICHTEN AUS DER INDUSTRIE

25. Juni 2009

4 Unternehmen 11 Geld und Recht 12 Cleantech

Jungheinrich AG:

Trotz rauer See auf Kurs

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Nutzfahrzeugmarkt

Emerging Markets werden Prüfstein

von Gunnar Knüpffer

Produktion Nr 26 , 2009

Produktion

Wirtschaft

MÜNCHEN. In den Emerging Markets

spielt die Musik bei den Nutzfahrzeugen.

Während die Kunden sich in Nordamerika,

Westeuropa und Japan bei

den Bestellungen zurückhalten, gibt es

in Indien und China noch zweistellige

Wachtsumsraten.

Die Nutzfahrzeugindustrie hat nach

Jahren des Aufschwungs jetzt den

Rückwärtsgang eingelegt. Etablierte

Hersteller in den drei wichtigen Märkten

Westeuropa, Nordamerika und

Japan (Triade-Märkte) sehen sich

steigendem Druck ausgesetzt. Höhere

Ölpreise, strengere Emissionsvorschriften

und eine allgemeine Marktsättigung

lassen die Absatzmöglichkeiten

auf ihren Heimat-Märkten sinken.

Zu diesem Ergebnis kommt die

aktuelle Studie „Truck industry 2020:

the Future is global“ von Roland Berger.

Die Düsterheit wird noch durch

die im vergangenen Jahr begonnene

weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise

verstärkt.

Käufer schauen verstärkt auf

den Total Cost of Ownership

In den vergangenen Jahren haben

die Nutzfahrzeughersteller in den Triade-Märkten

ihre Kapazitäten ausgebaut.

Zur gleichen Zeit sehen sie sich

mit steigenden Anforderungen bei

den Emissionen und anderen Reglementierungen

konfrontiert. Dazu gehören

die Gesetze EPA 10 und EURO

6/7. Diese führen zu höheren Kosten

für die Produzenten von Trucks, zum

Beispiel bei der Behandlung der Auspuffabgase,

um die Emissionsnormen

zu erreichen. Auch stiegen die Materialkosten

und die Ölpreise. Während

sich die Wirtschaft in einem soliden

Zustand befand, konnte diese zusätzliche

Bürde bis zu einem gewissen

Maße getragen werden. Seit sich die

Wirtschaft jedoch in einem Abschwung

befindet, schieben die Kunden

geplante Käufe von Lastkraftwagen

hinaus und versuchen, die Fahrzeuge

ihrer Flotte länger zu nutzen.

Private-Equity: Geldgeber

bringt neue Kontakte

Die heimischen Hersteller von Nutzfahrzeugen suchen derzeit ihr Glück in den Schwellenländern.

Gleichzeitig schauen die Käufer von

Nutzfahrzeugen sehr genau auf den

Total Cost of Ownership (TCO). Zudem

gibt es einen Trend, dass die

Fahrzeuge immer austauschbarer

werden.

Dieser Druck auf die Nutzfahrzeughersteller

führt zu einer Konsolidierung

in den Triade-Märkten. So hat

sich die Zahl der OEM in den vergangenen

Jahren deutlich verkleinert

und dieser Trend wird nach Ansicht

der Studienautoren Norbert Dressler

und Jochen Gleisberg auch in den

kommenden Jahren anhalten. Einige

Zusammenschlüsse gab es auch bereits

von Nutzfahrzeugherstellern in

den Schwellenländern.

Ein weiterer Trend ist der Roland-

Berger-Studie zu Folge auch eine

wachsende Zahl von Gemeinschaftsunternehmen

von Produzenten aus

den Triade-Märkten und aus den

Schwellenländern: ein Zeichen für

den Strukturwandel der weltweiten

Truck-Industrie.

Denn besonders in den Emerging

Markets gibt es ein kontinuierliches

Wachstum. So erhöhten chinesische

und indische Produzenten ihr Erlöswachstum

seit 2005 jährlich im zweistelligen

Prozentbereich. Das ist kein

kurzfristiges Phänomen: Ein wachsendes

globales Transportvolumen,

KONSOLIDIERUNG IN DER NUTZFAHRZEUGINDUSTRIE

Quelle: Roland Berger © Produktion

Konsolidierung und Joint-Ventures zwischen wichtigen etablierten Nutzfahrzeugherstellern

in Nordamerika, Westeuropa, Japan und in den Emerging Markets.

eine starke wirtschaftliche Entwicklung

und der Ausbau der Straßeninfrastruktur

sollen auch in den kommenden

Jahren die Nachfrage nach

Nutzfahrzeugen in diesen Ländern

ankurbeln. Bereits 2007 wurde nach

Angaben des Daimler-Managers Andreas

Renschler jedes zweite Nutzfahrzeug

nach Russland, Brasilien, China

oder Indien verkauft.

Derzeit haben die Kunden in den

Wachstumsmärkten noch andere Anforderungen

an das Produkt als in

den Triade-Märkten. Für sie ist immer

noch das Preisschild auf dem Fahrzeug

entscheidend, während in Nordamerika,

Westeuropa und Japan der

TCO weiterhin wichtiger wird. Auch

ist in den Wachstumsmärkten der

Komfort für die LKW-Fahrer ein wichtiges

Kaufkriterium.

Doch bei all diesen Unterschieden

konvergieren der industrialisierte und

der sich entwickelnde Markt, was insbesondere

bei den Umwelt-Standards

sichtbar wird. Globale Standards wie

EURO 1-7 und Vereinbarungen zwischen

Regierungen, diese einzuhalten,

bringen den Nutzfahrzeugmarkt

enger zusammen.

In den Emerging Markets dominiert

momentan das Low-Cost-Segment bei

den Trucks und dies wird der Studie

zu Folge auch noch mittelfristig so

bleiben. Sie erwarten jedoch Verschiebungen

in den Segmenten, weil

die Märkte bis 2020 schrittweise reifen.

Als Antwort auf diese Veränderungen

werden die LKW-Produzenten

aus den Triade-Märkten die aufstrebenden

Märkte betreten oder ihre lokale

Präsenz ausbauen, zunächst mit

kostengünstigen Fahrzeugen und später

mit Premium-Trucks. Gleichzeitig

werden die Produzenten in den

Schwellenländern beginnen, höherwertige

Nutzfahrzeuge zu bauen. Daraus

ergibt sich eine Entwicklung in

Richtung hochklassige Fahrzeuge.

Schließlich sind die Segmente 2020

grundsätzlich verschoben zur heutigen

Situation. Relativ schnell wird in

Mittel- und Osteuropa der Anteil der

Premium-Fahrzeuge ansteigen, weil

die Gebiete an Westeuropa angrenzen.

In Russland und China gibt es

bereits einen Trend zu höherwertigen

Fahrzeugen, Indien soll der Studie

nach folgen, wenngleich mit einem

Zeitverzug. Mittelfristig wird das

Low-Cost-Segment kleiner werden.

Green Carbody Technologies

100 Mio für Forschungsallianz

Produktion Nr 26 , 2009

Großprojekt Desertec:

400 Mrd Euro für Solarkraftwerke

Umweltstandards gleichen

sich schrittweise an

DRESDEN (ki). In der Innovationsallianz

‚Green Carbody Technologies‘

schließen sich mehr als 60 Unternehmen

in Deutschland zusammen, um

neue Technologien für die Karosseriefertigung

zu erarbeiten, die 50 % Energie

im Produktionsprozess einsparen.

„Bei der Herstellung fallen etwa 20

Prozent der Energie an, die ein Fahrzeug

während seines Lebenszyklus

verursacht. Diesen Wert möchten wir

in der Innovationsallianz halbieren“,

erklärt Professor Reimund Neugebauer,

Leiter des Fraunhofer-Instituts für

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Sagen Sie uns Ihre Meinung:

redaktion@produktion.de

Werkzeugmaschinen und Umformtechnik

(IWU). Bei der Herstellung

von Karosserieteilen beispielsweise

soll so wenig Ausschuss wie möglich

anfallen. Gemeinsam mit der Volkswagen

AG koordiniert das IWU den

Zusammenschluss von Automobilherstellern,

Ausrüstern, Zulieferern und

weiteren Fraunhofer-Instituten. Für

die Projekte ist eine Laufzeit von drei

Jahren vorgesehen. Das Forschungsvolumen

beträgt insgesamt ca.100

Mio Euro, wovon 30 Mio Euro in gemeinsame

Verbundprojekte fließen.

Das Bundesministerium für Bildung

und Forschung (BMBF) unterstützt

die Initiative mit 15 Mio Euro.

Bild: Fotolia


Bild: Messe Brünn

Wirtschaft : Markt und Meinung

4 Produktion 25. Juni

KOMMENTAR

China pusht Elektromobilität

Wieder einmal schreckt uns eine lautstark geäußerte Absichtserklärung

aus China auf: Das Land der Mitte will Weltmarktführer bei Elektroautos

werden. Nun auch noch das. Ford, GM, Honda und Toyota können

einpacken. Die ersten ‚Plug-in Hybrid Electric Vehicles‘ (PHEV), die nächstes

Jahr in Serie vom Band rollen, werden von BYO, SAIC und CHANA sein.

So zumindest ist der Plan. Die strategischen Überlegungen der chinesischen

Regierung werden – man kennt es schon – mit viel Energie verfolgt.

Dazu gehört beispielsweise eine restriktive Außenhandelspolitik; innenpolitisch

setzen die Asiaten auf Zuckerbrot und Peitsche: Belohnt werden derzeit

Besitzer von 1,6 l-Fahrzeugen mit Steuererleichterungen,

ab 2010 werden Nutzer von

Fahrzeugen, die eine schlechte Energiebilanz

aufweisen, mit Strafsteuern belegt. Um das Ziel

innerhalb kürzester Zeit zu erreichen, macht

China mobil. Finanzielle Mittel in einer Höhe,

von der deutsche Forschungseinrichtungen nur

träumen können, werden locker gemacht. Allein

bis 2010 wird eine Milliarde Euro an heimische

Unternehmen vergeben, die Elektrofahrzeuge

oder Teile dafür herstellen. In

Deutschland müssen 700 Mio Euro bis 2013

reichen. Allerdings sind Fahrzeugbatterien

Sabine Spinnarke,

Redaktion Produktion

nicht mit Handy-Batterien vergleichbar, weder

in ihrer chemischen Zusammensetzung, noch

in ihrer Bauart. So wird es, unabhängig von den Mitteln, die eine Regierung

in den Ausbau ihrer F&E-Kapazitäten steckt, weitere Entscheidungskriterien

bei dem Wettkampf um eine Vormachtstellung auf dem Gebiet der

Elektrofahrzeuge geben.

Einmal mehr sind in hohem Maße die Maschinenbauer und Automatisierer

gefragt, denn ohne deren Zutun wird es kaum möglich sein, Elektrofahrzeuge

kommerziell zu produzieren. Auch ist eine enge Verzahnung von

Batteriehersteller und Automobilhersteller durchaus vorteilhaft. Und in dieser

Hinsicht bietet Deutschland ideale Voraussetzungen. Bleibt nur abzuwarten,

ob diese auch genutzt werden.

Maschinenbaumesse Brünn

Auch in der Krise wichtige

Plattform für Maschinenbau

Produktion Nr. 26 , 2009

CZ-BRÜNN (lz). Trotz Krise sehen die

Betreiber ein wachsendes Interesse

an der Brünner Maschinenbaumesse

2009. Die internationale Messe öffnet

ihre Pforten im tschechischen Brünn

vom 14. bis 18. September 2009.

Entgegen aller Schätzungen von Experten,

die die schlechte Wirtschaftssituation

als Bremse gesehen hatten,

besteht laut der Messe Brünn ein steigendes

Interesse an Wirtschaftskontakten

mit tschechischen mittelständischen

Unternehmen. Für Interessenten

am tschechischen Maschinenbaumarkt

– ob aus dem europäischen

Ausland oder aus Asien – sei die Brünner

Maschinenbaumesse eine international

breit gefächerte Plattform,

die den Aufbau von Geschäftverbindungen

auch oder sogar in Krisenzeiten

ermögliche.

Deutschland, der wichtigste Handelspartner

Tschechiens, hat auf der

Maschinenbaumesse einen traditionellen

Stammplatz und weist die

höchsten Ausstellerzahlen auf. Jedes

Auch in diesem

Jahr werden

mehr als 300

deutsche Firmen

auf der

Maschinenbaumesse

im

tschechischen

Brünn ihre

Produkte

vorstellen.

Jahr präsentieren sich mehr als 300

Firmen aus den Bereichen Bearbeitungstechnik,

Materialien und Komponenten

im Maschinenbau sowie

Elektronik und Messetechnik. Dies

wird nach dem aktuellen Stand auch

2009 der Fall sein.

Eine gute Nachricht für ausländische

Firmen im Bereich Bearbeitungsmaschinen

ist die Entscheidung des

Generalkommissariats der EMO, die

allen Teilnehmern der EMO Mailand

erlaubt, 2009 Maschinen auf anderen

Messen in Europa auszustellen. Gerade

aus diesem Bereich sind auf der

Maschinenbaumesse weit mehr als

600 Aussteller zu finden.

Eine Besonderheit der diesjährigen

Messe wird der neue Pavillon P sein,

der mit 15 000 m 2 die größte Ausstellungshalle

in Mitteleuropa sein soll.

Er soll vor allem Ausstellern aus dem

Bereich Bearbeitungsmaschinen eine

attraktive Ausstellungsfläche bieten.

Partnerland der 51. internationalen

Maschinenbaumesse ist in diesem

Jahr die Slowakei. Schon immer stark

vertreten soll sie mit Präsentationen

die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Jungheinrich AG

Trotz rauer See auf Kurs

von Klaus Hiemer

Produktion Nr 26 , 2009

HAMBURG. Trotz Umsatzrückgängen

im abgelaufenen Geschäftsjahr ist der

Jungheinrich-Konzern auf Kurs, hat

sich „in einem schwierigen Marktumfeld

erfolgreich behauptet und seine

weltweite Marktposition ausgebaut“,

teilte der Hersteller von Flurförderzeugen

und Lagertechnik im Rahmen der

Hauptversammlung mit.

Wenngleich der Negativtrend aus

dem 4. Quartal 2008 in den ersten

vier Monaten dieses Jahres anhielt

und zu einer Halbierung des Weltmarktvolumens

auf 164 000 Fahrzeuge

(Vorjahr: 333 000 Einheiten)

führte, blieb das Unternehmen dank

umfangreicher Maßnahmen zur Krisenbewältigung

und Ertragsverbesserung

auf Kurs. Die Umsatzerlöse

nahmen Ende April kumuliert im

Vergleich zum Vorjahr um rund 20 %

auf 545 Mio Euro (Vorjahr: 680 Mio

Euro) ab.

Leichter Zuwachs beim

Gebrauchtgeräte-Geschäft

Der anhaltende Markt- und Nachfragerückgang

spiegelt sich in der Geschäftsentwicklung

des Jungheinrich-

Konzerns in den ersten vier Monaten

2009 wider. Der wertmäßige Auftragseingang,

der alle Geschäftsfelder

umfasst, verringerte sich um 28 % auf

542 Mio Euro (Vorjahr: 750 Mio Euro).

Das Neugeschäft war mit - 32 %

am stärksten betroffen, gefolgt vom

Miet- und Gebrauchtgerätegeschäft

mit - 6 %. Nur das Gebrauchtgerätegeschäft

weist einen leichten Zuwachs

auf. Der Kundendienst zeigt sich relativ

stabil. Der Auftragsbestand des

Neugeschäftes lag zum 30. April 2009

mit 234 Mio Euro um 40 % unter dem

Vorjahreswert (Vorjahr: 391 Mio Euro).

Gegenüber dem Bestandswert

von 242 Mio Euro zum Jahresende

2008 ergab sich nur ein geringer Ab-

Nichteisenmetalle

Starker Gegenwind aus China

von Susanne Bader

Produktion Nr 26 , 2009

FRANKFURT AM MAIN. Hohe Preise

für Rohstoffe, Probleme bei der

Beschaffung und drohende Insolvenzen.

Für die Nichteisenmetall-(NE)-

Hersteller ergeben sich auch bei einem

Abflauen der Krise Herausforderungen.

Die Konsolidierung in der NE-Industrie

schreitet trotz Krise voran, sagte

Dr. Heinz-Jürgen Büchner, Direktor

Volkswirtschaft und Research der

Deutschen Industriebank, auf dem

Dow-Jones-NE-Metalle-Tag in Frankfurt

am Main. Sehr präsent seien weiterhin

chinesische Akteure, die Golfstaaten

im Kommen. In Deutschland

komme es „nach Jahren der Ruhe

wieder vermehrt zu Insolvenzen in

der NE-Metallindustrie“.

China wird die Nachfrage

nach Kupfer dominieren

Gefährdet seien in erster Linie Umschmelz-

und Halbzeugwerke. Der

Rückgang der Produktion und der Lagerbestände

berge die Gefahr, dass

bei einem raschen Anziehen der Wirtschaft

nicht rechtzeitig genügend

Rohstoffe zur Verfügung stünden,

sagte Büchner. China könnte dann eine

sehr starke Position an den Märkten

einnehmen, hat das Reich der

Bild: Jungheinrich

Bild: Imago

„Jungheinrich ist

im schwierigen

Umfeld gut

aufgestellt“

Hans-Georg Frey

Vorstandsvorsitzender

bau von 8 Mio Euro, teilte das Unternehmen

mit.

Vor dem Hintergrund des negativen

Konjunkturbildes stellt sich Jungheinrich

im laufenden Jahr auf einen starken

Markt- und Geschäftsrückgang

ein. „Das weltweite Marktvolumen

für Flurförderzeuge dürfte – bei aller

Unsicherheit in der Markteinschätzung

– mindestens um etwa 30 Prozent

auf rund 600000 Fahrzeuge zurückgehen.

Im Vorjahr sind 872 000

Fahrzeuge produziert worden“, sagte

Hans-Georg Frey, Vorstandsvorsitzender

der Jungheinrich AG.

Mit einer Belebung der Nachfrage

wird aus heutiger Sicht nicht vor dem

zweiten Halbjahr 2010 gerechnet.

„Jungheinrich ist gut aufgestellt, um

im schwierigen Marktumfeld erfolgreich

bestehen zu können. Unsere solide

Unternehmensfinanzierung, die

diversen eingeleiteten Maßnahmen

wie die Anpassung der Produktion an

die geringere Nachfrage, das intensivierte

Bestands- und Kostenmanagement

sowie weitere gezielte Investitionen

in Produkte und Märkte zeigen:

Jungheinrich ist auch in rauer See auf

Kurs“, erklärte Frey.

Zu den bereits definierten Maßnahmen

gehören auch einschneidende

Strukturprojekte. Wie schon im Frühjahr

angekündigt wird sich ein Abbau

Mitte doch seine Reserven an Kupfer

und Zink aufgestockt und dominiert

die weltweite Entwicklung bei Blei.

„China wird den größten Teil zum

Wachstum der weltweiten Nachfrage

nach Kupfer beitragen“, bestätigte Dr.

Bernd Drouven, Vorstandsvorsitzender

der Aurubis AG. Zu den Gründen

dafür zählten der Ausbau der Stromnetze

und der Vormarsch der Hybridautos,

bei denen China innerhalb der

kommenden drei Jahre Weltmarktführer

werden will.

Die NE-Hersteller tun daher gut daran,

ihre Beschaffungsstrategien zu

überdenken. So hat etwa die Deutsche

Nickel GmbH ihre Beschaffungsstrategie

in den vergangenen Jahren

geändert, berichtete Bastian Peters,

2009 • Nr. 26

von Arbeitsplätzen in einzelnen von

der Krise besonders stark betroffenen

Einheiten des Konzerns nicht vermeiden

lassen. Derzeit laufen intensive

Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern.

Negatives operatives Ergebnis

soll vermieden werden

Das Unternehmen bestätigt seine

Prognose für Auftragseingang und

Umsatz in einer Größenordnung von

jeweils rund 1,7 Mrd Euro (Vorjahr:

2,1 Mrd Euro). Der Umfang des für

2009 erwarteten Ergebnisrückganges

hängt sowohl von der wirtschaftlichen

Entwicklung in den kommenden

Monaten als auch vom Umfang der zu

treffenden Strukturmaßnahmen und

den sich hieraus ergebenden Einmalkosten

ab. Derzeit arbeitet das Unternehmen

mit Nachdruck daran, ein

negatives operatives Ergebnis zu vermeiden.

Im Rahmen der Hauptversammlung

wurde den Aktionären für

das Geschäftsjahr 2008 eine um

3 Cent leicht gekürzte Dividende von

0,49 Euro je Stammaktie und 0,55

Euro je Vorzugsaktie zur Beschlussfassung

vorgelegt. Jungheinrich gehört

zu den international führenden

Unternehmen der Flurförderzeugund

Intralogistik-Branche.

Weniger

Aluminium:

Nimmt in

der Krise die

Produktion

des Rohstoffes

ab,

reichen die

Kapazitäten

in einigen

Jahren voraussichtlich

nicht, den

Bedarf zu

decken.

Leiter Einkauf. Der Anteil der fest

kontrahierten Rohstoffmenge lag im

Jahr 2008 bei rund 60 %, der Rest

wurde am Spotmarkt zugekauft. Im

vergangenen Jahr stieg die Relation

Kontrakt/Spotmarkt sogar auf 80/20.

Angesichts der unsicheren Marktlage

für 2009 hat das Unternehmen nur

noch etwa die Hälfte des Rohstoffbedarfs

für dieses Jahr fest eingekauft.

Damit verschaffe sich das Unternehmen

genügend Flexibilität, um auf

Marktentwicklungen schnell reagieren

zu können, sagte Peters. 2010 sollen

die fest vereinbarten Rohstoffmengen

noch weiter abgesenkt werden.

„Wir gehen davon aus, dass die

Angebotssituation am Nickelmarkt

2010 gut sein wird“, so Peters.


25. Juni

2009 • Nr. 26 Wirtschaft : Unternehmen und Branchen

von Andreas Karius

Produktion Nr. 26 , 2009

MANNHEIM. Mit der „Reform der Reform“

will die Große Koalition Unternehmen

bei der Besteuerung um zusätzlich

knapp 2 Mrd Euro entlasten.

Die bis Ende 2010 befristeten Änderungen

an der Unternehmensteuerreform

sollen krisenverschärfende Effekte

der gegenwärtigen Steuergesetze

vermeiden. Kernpunkte der Neuregelung

sind Hilfen für mittelständische

Firmen bei der Umsatzsteuer

und eine Lockerung der so genannten

Zinsschranke. Größter Block im neuen

Konjunkturprogramm ist die Ausweitung

der Ist-Besteuerung. Dabei

muss eine Firma im Unterschied zur

üblichen Regelung, der so genannten

Soll-Besteuerung, die Umsatzsteuer

erst dann ans Finanzamt abführen,

wenn der Kunde die Rechnung tatsächlich

bezahlt hat. Bislang gab es

die Ausnahme durch die günstige Ist-

Besteuerung nur für kleine Unternehmen,

die im Vorjahr einen Umsatz

von weniger als 250 000 Euro erzielt

haben. In den neuen Ländern galt eine

Obergrenze von 500 000 Euro, allerdings

befristet bis Ende des Jahres.

Nun soll die höhere Obergrenze bun-

DIHK-Konjunkturumfrage

Aufhellung der Lage in den

nächsten Monaten erwartet

von Kathrin Irmer

Produktion Nr. 26 , 2009

BERLIN. Die deutsche Wirtschaft zeigt

sich etwas zuversichtlicher als noch zu

Jahresbeginn. Das zeigt die Konjunkturumfrage

des Deutschen Industrie-

und Handelskammertag (DIHK) im

Frühsommer 2009.

„Waren zu Jahresbeginn die Erwartungen

der Unternehmen noch weit

schlechter als die Geschäftslage, beginnt

sich das Bild nun allmählich zu

drehen: Die Geschäftserwartungen

zeigen sich im Frühsommer etwas

aufgehellt“, sagt DIHK-Hauptgeschäftsführer

Martin Wansleben.

Trotz dieser ersten positiven Signale

lägen Geschäftserwartungen und Lagebeurteilungen

krisenbedingt nach

wie vor auf zu tiefem und teilweise

sogar auf erschreckend niedrigem Niveau.

Der DIHK-Befragung liegen

mehr als 22 000 Unternehmensantworten

zugrunde. So sagten 14 % der

befragten Unternehmen, ihre Geschäftserwartungen

seien gut (11 %

zu Jahresbeginn), 45 % stuften die

Geschäftserwartungen gleichbleibend

ein und 41 % sagten, die Aussichten

seien schlechter geworden.

Exportierende Großindustrie

besonders hart getroffen

Die Exporterwartung der Unternehmen

hat sich seit der Befragung am

Jahresbeginn kaum verändert. 48 %

der befragten Unternehmen schätzen

die Exporterwartung als geringer ein,

38 % als gleich und nur 14 % als besser.

Besonders hart trifft es hier die

exportierende Großindustrie. Die Lagebeurteilung

fiel hier von minus 9

Punkten zu Jahresanfang auf minus

40 Punkte im Frühsommer 2009.

Da die Kapazitäten schlecht ausgelastet

seien, reduzierten die Unternehmen

ihre Investitionen für die

nächsten Monate weiter, kommentiert

Wansleben die Zahlen. Es dominierten

Ersatz und Rationalisierung; Kapazitätsaufbau

finde kaum statt. Ins-

Bild: DIHK

desweit für zwei Jahre eingeführt

werden.

Gelockert wird auch die Zinsschranke

durch eine Anhebung der Freigrenze

von 1 Mio auf 3 Mio Euro. Durch

die Zinschranke können Firmen ihre

Zinskosten nur bis zu 30 % des Gewinns

absetzen. Dies sollte international

tätige Konzerne davon abhalten,

Gewinne ins Ausland zu verschieben

und im Inland überhöhte Kosten geltend

zu machen.

Zudem wurde die so genannte

„Mantelkauf“-Regel gelockert. Diese

Regel sollte verhindern, dass Investoren

eine mit hohen Verlusten belastete

Firma nur übernehmen, um diese

Verluste steuerlich geltend zu machen.

Nun können Unternehmen die

Verlustvorträge von übernommenen

Firmen wieder nutzen. Dazu muss

aber entweder eine Vereinbarung

über die Sicherung von Arbeitsplätzen

existieren oder die Lohnsumme

in den nächsten fünf Jahren mindestens

80 % betragen. Der Investor muss

außerdem mindestens 15 % frisches

Kapital in das übernommene Unternehmen

einbringen.

DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben:

„Die Erwartungen zeigen sich im

Frühsommer 2009 etwas aufgehellt.“

gesamt, so der DIHK- Hauptgeschäftsführer,

müsse von einem eher holprigen

Aufwärtspfad ausgegangen werden.

Denn „neben arbeitsmarktbedingten

Rückschlägen bleibt das Finanzierungsthema

auch in den kommenden

Monaten für viele Unternehmen

eine Herausforderung. Gerade in

den exportstarken Teilen unserer

Wirtschaft haben sich die Finanzierungsbedingungen

zuletzt sichtlich

verschlechtert.“

Bei der aktuellen Umfrage erwartet

jedes siebte Unternehmen, dass sich

seine wirtschaftliche Lage in den

nächsten Monaten aufhellt. Zu Jahresanfang

gab sich indes nur jedes

zehnte Unternehmen optimistisch.

Der Anteil der Pessimisten ist von

knapp 50 % auf aktuell immerhin nur

rund 40 % gesunken. Damit dreht der

Erwartungssaldo, von seinem Rekordtiefstand

(Jahresbeginn: minus 35

Punkte) ausgehend nach oben auf minus

27 Prozentpunkte. Die Saldenverbesserung

bedeutet die erste Stimmungsaufhellung

gegenüber einer

Vorumfrage seit zwei Jahren. „Die

deutschen Industriebetriebe sind

nach herben Rückschlägen jetzt für

das Auslandsgeschäft etwas zuversichtlicher“,

so Wansleben.

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung

(ZEW) hat die Korrektur

der Unternehmenssteuerreform

begrüßt. „Die Ende Mai im Finanzausschuss

verabschiedeten, zeitlich

begrenzten Erleichterungen bei

der Zinsschranke und der Verlustverrechnung

helfen Unternehmen in der

Krise, die mit fallenden Gewinnen

und Liquiditätsproblemen konfrontiert

sind“, erklärte das Institut.

Beide Regelungsanpassungen seien,

gerade angesichts der angespannten

Konjunkturlage, als dringend notwendig

einzustufen. Substanzbesteuerung

werde vermieden, Übernahmen

und Umstrukturierungen würden erleichtert.

Mit den Beschlüssen reagiere die

Regierung auf die berechtigte Kritik

an Elementen der Unternehmenssteuerreform

im Jahr 2008, die durch

Produktion 5

Unternehmenssteuern

Gelockerte Zinsschranke hilft Firmen in der Krise

Verluste von übernommenen

Unternehmen wieder nutzen

Bild: Falko Matte, Fotolia.com

Die Besteuerung der Unternehmenssubstanz

unabhängig vom Gewinn war einer

der Hauptkritikpunkte der nun korrigierten

Unternehmenssteuerreform

Entkoppelung der Steuerbelastung

von der tatsächlichen Ertragssituation

eines Unternehmens zu Eingriffen

in die Unternehmenssubstanz geführt

hätten. Die Erhöhung des Freibetrags

bei der Zinsschranke nutzt laut ZEW

mittelständischen Firmen. Die Lockerung

der „Mantelkauf“-Regel kann

dem Institut zufolge Unternehmen jeder

Größe helfen: Unternehmen in

der Klemme mit aus früheren Jahren

stammenden Verlusten fänden nun

leichter einen Käufer; letztere erhielten

bei der Unternehmensübernahme

in Form der übergehenden Verlustvorträge

ein zusätzliches Steuersparpotenzial.

Korrekturen an der Reform

gehen dem BDI nicht weit genug

Dagegen kritisierte BDI-Hauptgeschäftsführer

Werner Schnappauf die

Korrekturen an der Unternehmensteuerreform

als nicht ausreichend.

Der Politik warf er vor, sich nur mit

winzigen Schritten auf ein krisenfestes

Steuerrecht zuzubewegen.


Wirtschaft : Unternehmen und Branchen

6 Produktion 25. Juni

Fachmessen

Messe ‚Laser‘ stärkt Zuversicht der Branche

von Klaus Hiemer

Produktion Nr. 26 , 2009

MÜNCHEN. Positive Signale sind von

der Fachmesse Laser - World of Photonics

2009 ausgegangen: Mit über

24 000 Besuchern wurden die Erwartungen

der Veranstalter leicht übertroffen

und die Bewertungen der Aussteller

waren laut Messe München

durchweg positiv.

Die Besucherzahl lag knapp unter der

der Messe 2007, zu der über 26 000

gekommen waren. Mit 1040 Ausstellern

(2007: 1008) erreichte die Messe

einen neuen Rekord. Der Anteil der

Firmen, die von außerhalb Deutschlands

kommen, stieg von 53 % (2007)

auf 57 % in diesem Jahr. Leitmessecharakter

und Führungsrolle der Messe

wurden von den Ausstellern in der

Befragung, die vom Marktforschungsinstitut

tns infratest durchgeführt

wurde, mit Bestnoten beurteilt.

Ein geringer Rückgang bei den Besuchern

aus Deutschland geht vor allem

auf die etwas niedrigere Zahl von

Fachbesuchern aus der Industrie zurück.

Dieser Bereich ist derzeit in besonderem

Maße von der schwierigen

Wirtschaftslage betroffen. Die Besucher

bescheinigten in der Befragung

Bild: Messe München

bei Leitmessecharakter und Führungsrolle

der Messe, Vollständigkeit

und Breite des Angebots, Internationalität

der Aussteller und Präsenz der

Marktführer hervorragende Noten,

heißt es.

Die Ausstellungsfläche wurde von

drei auf vier Hallen erweitert und betrug

42 000 Quadratmeter. Davon

profitierten vor allem die beiden

größten Ausstellungssegmente ‚Laser

und Optronik‘ und ‚Laser und Lasersysteme

für die Fertigung‘. Die Aussteller

zeigten sich sehr zufrieden.

Jens Bleher, Managing Director,

Produktkataloge aktuell

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Aussteller wie

Besucher verteiltendurchwegs

gute

Noten, was

die Führungsrolle

der Messe

und die

Vollständigkeit

des Angebotsanbelangt.

Trumpf Laser- und Systemtechnik

GmbH dazu: „Die Zahl der Kontakte

lag nur leicht unter der der Vorveranstaltung,

und wir führten sehr konkrete

Gespräche. Großes Interesse

verzeichneten wir an unseren innovativen

Lasern zur Fertigung in der Photovoltaik.“

Neben dem Thema ‚Laser in der

Fertigung von Photovoltaik‘ stellte die

Messe die Anwendungsfelder ‚Biophotonik

und Life Science‘ und ‚Beleuchtung‘

in den Vordergrund. Sie

stießen bei Besuchern, Ausstellern

und Medien auf großes Interesse. Zu-

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Entscheider lesen Produktion

sätzlich zur Ausstellung wurden die

Schwerpunktthemen auch in den Praxisvorträgen

behandelt. Rund 2 200

Besucher nutzten die Gelegenheit,

sich in diesen kostenfreien Vorträgen

über den neuesten Entwicklungsstand

und aktuelle Innovationen zu informieren.

Dr. Matthias Schulze, Director

of Marketing von Coherent, dazu:

„Unser Praxisvortrag zur Biophotonik

war sehr gut besucht. Er zeigte die

nächsten Schritte im medizinischen

Fortschritt in der lasergestützten Diagnostik

auf – einem Feld, das von der

Aidstherapie bis zu Diabetesdiagnostik

reicht und ein enormes Marktpotenzial

hat.“

Potenziale der Optischen

Technologien beleuchtet

Die Laser-Messe war auch in diesem

Jahr wieder Treffpunkt der Top-Führungskräfte

der Branche. Auf dem

CEO Round Table diskutierten die

CEOs und Presidents von Carl Zeiss

MicroImaging, Coherent, CVI Melles

Griot, Han‘s Laser Technology Co.,

Qioptiq SAS und Rofin-Sinar Laser

unter anderem über die Potenziale

der Optischen Technologien unter

dem Motto ‚Optical Technologies –

Bright Hopes in Times of Crisis‘.

Brückner Holding/Seebach

Joint-Venture in

Indien gegründet

von Dietmar Poll

Produktion Nr. 26 , 2009

INDIEN/PUNE. Die Brückner Holding

GmbH und die Seebach GmbH haben

das Joint-Venture ‚Brückner Seebach

Filter Solutions India Pvt. Ltd.‘ mit Sitz

in Pune (Indien) gegründet.

„Ziel des Joint-Venture ist es, dem asiatischen

Markt Filtersysteme und Filterelemente

nach deutschem Qualitätsstandard

zur Verfügung zu stellen“,

sagten Uwe P. Thönniss, Geschäftsführer

der Brückner Servtec

GmbH, der Service Division innerhalb

der Brückner Gruppe, und Dr. Thomas

Grimm-Bosbach, Geschäftsführer

der Seebach GmbH.

Dabei wird das Joint-Venture nach

den modernsten Produktionsmethoden

der Seebach GmbH in eigener Regie

Filterelemente herstellen und diese

dem asiatischen Markt in den Bereichen

Polymerherstellung, Erdölförderung

und -raffinierung, allgemeine

Industrie und Bergbau anbieten.

Brückner übernimmt den Verkauf

dieser Produkte im Rahmen seiner

Sales- und Serviceorganisation für

Brückner, Barmag und Cellier-Anlagen

weltweit, als auch für alle anderen

Folienreckanlagen, die von Brückner

Servtec GmbH betreut werden

Langfristige Aufrechterhaltung

des Anlagenausstoßes

„Der Einsatz von auf die jeweilige

Anlage optimierten Filtrationslösungen

stellt einen wesentlichen Bestandteil

für die Reduzierung der Downtimes

als auch für die langfristige Aufrechterhaltung

des Anlagenausstoßes

dar,“ erklärte Thönniss. Dazu ergänzte

Grimm-Bosbach: „Mit diesem Joint-

Venture stoßen wir im asiatischen

Raum in eine Marktlücke, da es kaum

andere Wettbewerber gibt, die niedrige

Produktionskosten mit exzellentem

Anwendungs-Know-how verbinden

können.“ Gegenwärtig werden

die Gebäude des Joint-Venture errich-

2009 • Nr. 26

Um die Förderung des Nachwuchses

zu sichern, engagierte sich die

Messe mit verschiedenen Aktivitäten

gemeinsam mit Politik, Verbänden

und der Industrie. Das Programm

umfasste Aktionen für Grundschüler,

die durch eigene Experimente die

Welt der Optischen Technologien

kennenlernten. Gymnasiasten aus

Physik-Leistungskursen erfuhren beispielsweise

in spannenden Vorträgen,

welche beruflichen Möglichkeiten die

Optischen Technologien bieten. Auf

den Messeständen von etwa 30 Ausstellern

sprachen sie mit Experten

über die Berufsbilder in den Optischen

Technologien und welche Perspektiven

die Branche bietet.

Der World of Photonics Congress

war in diesem Jahr wieder Anziehungspunkt

für etwa 3 100 interessierte

Teilnehmer aus der ganzen

Welt. Der Kongress präsentierte sich

größer, internationaler und anwendungsorientierter

als je zuvor. Die sieben

gut organisierten Einzelkonferenzen

deckten das gesamte Spektrum

der Optischen Technologien ab. Neu

war dabei die Konferenz ‚Manufacturing

of Optical Components‘, organisiert

von der European Optical Society

(EOS), teilte die Messe München

abschließend mit.

Shrikrishna Amlekar, Geschäftsführer

Brückner Seebach Filter Solutions India

Pvt. Ltd. (rechts), Uwe P. Thönniss, Geschäftsführer

Brückner Servtec GmbH

(Mitte), und Dr. Thomas Grimm-Bosbach,

Geschäftsführer Seebach GmbH.

tet. Ziel ist es, die Produktion im 4.

Quartal 2009 anlaufen zu lassen.

Shrikrishna Amlekar, Geschäftsführer

des Joint-Venture, erklärte hierzu:

„Das Joint-Venture hat zum Ziel, sich

als Produkt- und Serviceanbieter aus

einer Hand zu etablieren.“

Auf der Messe PlastIndia traf das

neue Unternehmen auf reges Interesse,

insbesondere das Qualitätsniveau

und die lokale Fertigung wurden positiv

zur Kenntnis genommen. Gleichzeitig

forderten auch die Kunden, das

geplante Produkt und Serviceportfolio

um eine hochwertige Filterreinigung

zu ergänzen. Dies wird gegenwärtig

in den Zentralen der Betreiberunternehmen

überprüft.

Die Brückner-Gruppe in Siegsdorf

ist mit technologisch anspruchsvollen

Produkten laut eigener Aussage weltweit

führend im Bereich des Maschinen-

und Anlagenbaus. Schwerpunkt

sind komplette Produktionsanlagen

und schlüsselfertige Fabriken für die

Kunststoff-Verarbeitung.

Seebach ist einer der führenden

Anbieter von hochwertigen Filtrationslösungen,

die im Untertagebergbau,

in der Maschinenindustrie, im

Fahrzeug- und Flugzeugbau sowie in

der Chemie- und Pharmaindustrie

und auch in unzähligen anderen

Branchen eingesetzt werden.

Bild: Brückner/Seebach


Bild: © Dream-Emotion - Fotolia.com

25. Juni

2009 • Nr. 26 Wirtschaft : Industriestandort Hessen/ Rheinland Pfalz

Konjunktur

Lage düster, Aussichten heiter

von Andreas Karius

Produktion Nr. 26 , 2009

FRANKFURT. Die aktuellen Zahlen zu

Umsatz und Auftragseingang belasten

ebenso wie im übrigen Bundesgebiet

auch in Hessen und Rheinland-Pfalz

die Stimmung der Industrie. Dennoch

gibt es auch Anzeichen für eine Erholung,

die Zuversicht keimen lassen.

„Die Frühindikatoren lassen hoffen,

dass der Maschinenbau allmählich

die Talsohle erreicht haben dürfte“,

sagt Gerhard Börner, Vorstandsvorsitzender

des VDMA-Landesverbandes

Mitte. „Wie lange die Talsohle noch

anhält, lässt sich derzeit jedoch kaum

realistisch prognostizieren. Aber eins

ist sicher: Der deutsche Maschinen-

und Anlagenbau wird mit seinen

hochinnovativen Produkten weiterhin

weltweit richtungsweisende Impulse

setzen und ist damit geradezu prädestiniert,

auch künftig wieder seine

maßgebliche Rolle als Konjunkturlokomotive

zu übernehmen“.

Für die Bundesländer Hessen,

Rheinland-Pfalz und das Saarland

(Region Mitte) lag der Auftragseingang

im deutschen Maschinen- und

Anlagenbau laut VDMA im April um

real 54 % unter dem Ergebnis des Vor-

jahres, bundesweit sanken die Aufträge

um 58 %. Auch der Inlandsumsatz

sank in der Region Mitte mit 48 % etwas

weniger stark als im Bundesgebiet

mit minus 52 %. Bei der Auslandsnachfrage

musste im Bundesgebiet

ein Einbruch von 60 % im Vergleich

zum Vorjahresniveau hingenommen

werden, in der Region Mitte

ein Minus von 56 %.

Exporte leicht erholt, aber

noch niedriges Auftragsniveau

In dem von kurzfristigen Schwankungen

weniger beeinflussten Vergleich

Januar bis April 2009 ergibt

sich für den Auftragseingang in der

Region Mitte ein Minus von 57 %, für

die gesamte Bundesrepublik ist ein

Minus von 46 % im Vorjahresvergleich

zu verbuchen. Hierbei verzeichneten

die Inlandsaufträge in der Region

Mitte ein Minus von minus 39 % und

im Bundesgebiet ein Minus von 42 %.

Die Auslandsaufträge sanken in der

Region Mitte um 63 % und im Bundesgebiet

um 48 %.

Entsprechend verhalten schätzen

die rheinhessischen Unternehmen ihre

Geschäftsaussichten ein. Das zeigt

die aktuelle Konjunkturumfrage der

Industrie- und Handelskammer für

Der Einbruch im Finanzsektor schlägt

auf die hessische Industrie durch – im

Bild die Frankfurter Skyline.

Rheinhessen. „Auf dem Binnenmarkt

hat sich die Auftragslage stabilisiert.

Sorge bereitet nach wie vor der Außenhandel:

Zwar hat sich der Export

leicht erholt, doch bleibt das Auftragsniveau

niedrig“, wertet IHK-

Hauptgeschäftsführer Richard Patzke

die Ergebnisse.

Fast unverändert schätzen die Firmen

ihre aktuelle Situation ein: Im

Januar 2009 sprachen 24 % der Unternehmen

von einer „schlechten Geschäftslage“,

in der jetzigen Umfrage

waren es 25 %. Die Hälfte aller befragten

Firmen sehen eine befriedigende

Situation, ein Viertel spricht

von einer guten Geschäftslage.

Aufträge aus dem Inland

haben sich stabilisiert

Was speziell den Umsatz angeht,

sprechen 29 % von einer „schlechten

Situation“ (Januar 2009: 17 %). Einen

Lichtblick verheißt die Tatsache,

dass sich im Vergleich zur letzten

IHK-Konjunkturumfrage das Exportgeschäft

in Rheinhessen leicht verbessert

hat: Mit 38 % melden deutlich

weniger Firmen einen Rückgang des

Auslandsgeschäfts als noch im Januar

mit 51 %. Immerhin 28 % (Januar

2009: 25 %) melden vollere Auftragsbücher

für das Auslandsgeschäft. Ein

Drittel der Unternehmen spricht von

einem gleich bleibenden Exportgeschäft

in den vergangenen drei Monaten.

Leicht positiver sind auch die Exporterwartungen

für die nächsten

zwölf Monate: 34 % (Januar 2009:

45 %) rechnen mit einem geringeren

Geschäft, ein Viertel der Firmen hat

höhere Erwartungen für den Außenhandel

(Januar 2009: 23 %).

Für den Binnenmarkt melden nur

noch 28 % einen Rückgang der Aufträge,

im Januar waren es noch 48 %.

Mit 54 % spricht über die Hälfte der

Unternehmen von einer gleich gebliebenen

Auftragslage.

Standort Hessen

Zuschlag für Herborn-Burg statt China

von Helena Horak

Produktion Nr. 26 , 2009

HERBORN-BURG (ks). Statt die Serienfertigung

komplexer Kunststoffteile

nach China zu vergeben, entschied

sich eine deutsche Beteiligungsgesellschaft

für einen hessischen Mittelständler

aus Herborn-Burg.

„Warum sollte man, wenn es um Serienaufträge

mit Kunststoffverarbeitung

geht, nach China gehen?“, fragte

sich Ralf Schöpker, der zusammen

mit Rüdiger Olschowy als Vorstand

die Munich Industrial Technologies

(MIT) leitet. Die Beteiligungsgesellschaft

hat seit 2005 mehrere Mio Euro

in den Sensortechnikhersteller NC-

TE aus Unterhaching investiert.

Qualität und Prozessicherheit

waren ausschlaggebend

Seit NCTE neuartige Sensoren zur

Serienreife entwickelt hatte, war man

auf der Suche nach einem Produktionsstandort

für die Massenfertigung.

Die Entscheidung drängte, erste Aufträge

waren bereits vorhanden. Die eigene

Produktion dort zu erweitern, wo

andere Unternehmen mit kosteneffizienten

etablierten Verfahren bereits seit

Jahren erfolgreich im Markt tätig sind,

kam nicht in Frage. Nach der Abwä-

Bild: TB&C Outsert Center

gung von Kosten, Produktionssicherheit,

Schutz des Produkt-Know-hows

und Qualität zeigte sich: Eine Entscheidung

für Zulieferer aus China

birgt zu viele Risiken. Qualität und

Prozesssicherheit hatten Vorrang.

Auch waren den NCTE-Entwicklern

kurze Wege für die weitere gemeinsame

Entwicklung wichtig. Schöpker

und Olschowy entschieden sich für das

hessische Unternehmen TB&C Outsert

Center (TB&C) mit Sitz im hessischen

Herborn-Burg. Die Gespräche über eine

nähere Zusammenarbeit liefen be-

Ausschlaggebend

für die Entscheidung,

bei TB&C in

Hessen zu fertigen,

waren Qualität,

Prozesssicherheit

und kurze Wege.

reits seit einiger

Zeit. Das Produktportfolio

von TB&C

umfasst hochpräziseMehrkomponenten-Bauteile

in

Verbundwerkstofftechnik,

vorrangig

Metalle und Kunst-

stoffe, welche mit

Hilfe der Outsert-

Technologie miteinander

verbunden

werden. Dabei werden Funktionselemente

aus Kunststoff auf einen Metallträger

aufgespritzt. TB&C hatte seine

Fähigkeiten bereits für Kunden wie

Wincor-Nixdorf International, Arvin-

Meritor oder Automotive Playback Modules

Hungary unter Beweis gestellt.

„Mit diesem etablierten Hersteller umgeht

man Risiken, die beim Aufbau einer

eigenen Produktion entstehen würden“,

so Lutz May, Geschäftsführer von

NCTE. Und bei TB&C freut man sich

über die Standortsicherung durch die

solide Auftragslage.

Produktion Nr. 26 , 2009

BERLIN (ks). Opel und die

hessische Landesregierung

rechnen weiter fest

mit einem Einstieg des

kanadisch-österreichischen

Magna-Konzerns.

Die übrigen Interessenten

geben sich aber noch

längst nicht geschlagen.

Trotz der angepeilten

Übernahme durch den

Autozulieferer Magna bekommen

die Konkurrenten

beim Wettstreit um

Opel weiter Auftrieb. Der

staatliche chinesische Autobauer

BAIC soll laut einem

Bericht der ‚Frankfurter Allgemeinen

Zeitung‘ (FAZ) die Erlaubnis

bekommen, die Bücher zu prüfen.

Laut FAZ ist für die kommenden Wochen

der Besuch einer Delegation aus

China geplant. Dem Bericht zufolge

hatten die Chinesen in ihrem ersten

Gebot weitergehende Zugeständnisse

gemacht als Magna, das Angebot sei

aber sehr spät eingegangen.

Zuvor hatte es geheißen, die Bundesregierung

sei weiter im Gespräch

mit anderen Investoren, darunter

auch bisher unbekannte, sagte Bundeswirtschaftsminister

Karl-Theodor

zu Guttenberg (CSU) in Berlin. „Es

gibt immer wieder Investoren, die bei

uns Interesse zeigen“, sagte Guttenberg.

Dazu gehörten nicht nur die

drei Bieter, die gegen Magna unterlegen

waren. Damals waren der italienische

Autobauer Fiat, der US-Finanzinvestor

Ripplewood und der chinesische

Investor BAIC leer ausgegangen.

Guttenberg sagte, er gehe davon aus,

dass auch Fiat weiter grundsätzlich

an Opel interessiert sei.

Hessens Ministerpräsident Roland

Koch hatte das Magna-Konzept als

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Produktschwerpunkt:

• Elektronikgehäuse aller

Art: Standard, modifizierter

Standard oder individuell

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Condition Monitoring

Produktion 7

Industriepolitik

Magna wird die Chinesen beim

Kampf um Opel nicht los

Ministerpräsident Koch:

„Wir sind ja keine Deppen“

Magnas Einstieg bei Opel war von der hessischen

wie auch der rheinland-pfälzischen Regierung begrüßt

worden. Im Bild das Werk Kaiserslautern.

„grundsolide“ verteidigt. Themen wie

Lizenzgebühren oder Pensionslasten

seien den Verhandlungspartnern

schon vor dem Zuschlag für Magna

bekannt gewesen. „Wir sind ja keine

Deppen, die einfach in ein Problem

hineinlaufen“, sagte er.

Im Stammwerk im hessischen Rüsselsheim

wird ein Dreischichtbetrieb

und eine Steigerung von 160 000 auf

250 000 Einheiten geplant, berichtet

die ‚Frankfurter Allgemeine Zeitung‘.

In Kaiserslautern, wo rund 3 300 Beschäftigte

für Opel arbeiten, solle sowohl

die Komponenten- als auch die

Motorfertigung – mit Ausnahme des

Motors L850 – fortgeführt werden.

Noch nicht entschieden sei, ob die

Vorfertigung von Komponenten für

das Modell Corsa aus dem spanischen

Zaragoza nach Kaiserslautern geholt

wird, so die FAZ.

Zuvor war bekannt geworden, Magna

wolle europaweit rund 11 600

Stellen streichen. Laut der Tageszeitung

‚Welt‘ sollen 9 500 Stellen in der

Produktion wegfallen, die restlichen

2 100 Jobs im Vertrieb und in der Verwaltung.

So solle die Auslastung der

14 europäischen Werke von derzeit

56 % auf 96 % steigen. Opel ist mit

16 000 Mitarbeitern der größte industrielle

Arbeitgeber in Hessen.

Elektromechanik,

Gehäusetechnik

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Bild: Opel


Bild: Viatico

Wirtschaft : Industriestandort Hessen/ Rheinland Pfalz

8 Produktion 25. Juni

Logistik

Aus der Pfalz auf die Hochsee

von Joachim Tatje

Produktion Nr. 26 , 2009

LANDSBERG (ks). Hessen und Rheinland-Pfalz

sind durch ihre Lage an

Rhein und Main prädestiniert für die

Binnenschifffahrt. Das größte Logistik-

Potenzial liegt aber in der optimalen

Vernetzung von Schiff, Bahn und Lkw.

Die in Duisburg beheimatete Contargo

versucht die Vorteile von Wasserstraße,

Schiene und Straße zu einem

integrierten Transportkonzept zu verknüpfen.

Allein für die Industrie in

Hessen und Rheinland-Pfalz haben

die sechs Contargo-Terminals dieses

Wirtschafts-Raumes im letzten Jahr

Mehr Insolvenzen in

Rheinland-Pfalz

Produktion Nr. 26 , 2009

BAD EMS (DJ/ks). Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen

in Rheinland-

Pfalz ist im ersten Quartal 2009 im

Vergleich zum Vorjahreszeitraum

leicht gestiegen. In den ersten drei

Monaten des Jahres meldeten 311

Firmen Insolvenz an, 14 mehr als im

gleichen Zeitraum 2008, teilte das

Statistische Landesamt mit. Im vergangenen

Jahr war die Zahl noch gesunken.

Die Forderungen der Gläubiger

an die betroffenen Unternehmen

sind nach Angaben der Statistiker allerdings

um 17,6 % gesunken und liegen

bei rund 151 Mrd Euro.

Schenck Process ist

Top-Arbeitgeber

Produktion Nr. 26 , 2009

DARMSTADT (ks). Wie bereits im

Vorjahr zählt der Experte für Mess-

und Verfahrenstechnik Schenck Process

zu den ‚TOP-Arbeitgebern für Ingenieure‘

in Deutschland. Das Gütesiegel

wird vom unabhängigen Research-Institut

CRF vergeben und

zeichnet seit 2003 die attraktivsten

Arbeitgeber für hervorragende Arbeits-

und Karrierebedingungen aus.

Insgesamt qualifizierten sich in diesem

Jahr 34 Unternehmen für den Titel

- vom familiengeführten Mittelständler

bis zum ‚Global Player‘.

etwa eine halbe Million Container-

Umschläge durchgeführt. Contargo

hat sich als Partner der großen Reedereien

auf den so genannten trimodalen

Hinterland-Verkehr spezialisiert:

Schiff, Bahn und LKW werden

abgestimmt eingesetzt, um Güter so

günstig und umweltschonend wie

möglich zum Zielort zu bringen. Auch

wenn das Ziel in der tiefsten Provinz

liegt – oder Güter von dort zum nächsten

Seehafen gebracht werden sollen.

Feste Routen und Fahrpläne mit einer

hohen Frequenz versprechen laut

Contargo äußerst effiziente Container-Transporte.

„Das rechnet sich und

ist auch für den Klimaschutz das Beste.

Das sieht inzwischen auch die verladende

Industrie,

die immer öfter

Nachweise über

den CO 2 -Ausstoß

der Transporte

verlangt“, erklärt

Contargo-

Geschäftsführer

Kerstgens, der das

Unternehmen für

den Markt der Zukunft

sehr gut

aufgestellt sieht:

„Die Zukunft liegt

nicht auf der Straße,

der Schiene

oder der Wasserstraße

– sondern

im optimalen Sowohl-als-auch.“

Kerstgens hat

Erklärungen für

den Erfolg seines

Unternehmens parat:

„Da sind zunächst

unsere ver-

Die Kreditklemme

im Griff

Produktion Nr. 26 , 2009

KOBLENZ (ks). Die rheinland-pfälzische

Landesregierung sieht sich in der

Finanz- und Wirtschaftskrise mit ihren

Maßnahmen auf dem richtigen

Kurs. Mit der Verdoppelung des Bürgschaftsrahmens

des Landes von 400

auf 800 Mio Euro, der Einrichtung einer

Koordinierungsstelle Unternehmenshilfe

und Beschäftigungssicherung

sowie einer Veranstaltungsreihe

über „Wege aus der Liquiditätskrise“

habe Rheinland-Pfalz frühzeitig auf

die Gefahr einer drohenden Kreditklemme

reagiert, sagte Staatssekretär

Carsten Kühl bei einer Tagung der

Universität Koblenz-Landau.

Maschinenbau bleibt

Wirtschaftsmotor

Produktion Nr. 26 , 2009

Das Containerschiff

‚Covano‘ befördert

die Fracht von über

300 Lkw. Wer die

Verkehrsträger geschickt

kombiniert,

spart bares Geld.

NEUSTADT AN DER WEINSTRASSE

(ks). Der Maschinenbau bleibt auch

in wirtschaftlich schwierigen Zeiten

Motor der rheinland-pfälzischen Wirtschaft.

Dies unterstrich Staatssekretär

Siegfried Englert beim Branchendialog

Maschinenbau in Neustadt an der

Weinstraße. Er verwies auf den hohen

Wertschöpfungsanteil, starke Exportorientierung

und die überwiegend

mittelständisch verankerte

Branche. Studien zufolge bestünden

auch weiterhin gute Perspektiven.

netzten Transport-Dienste auf dem

Rhein und dem Main mit insgesamt

20 Abfahrten pro Woche von und zu

den Westhäfen (Amsterdam, Antwerpen,

Rotterdam und Zeebrugge). Hinzu

kommt unsere Nähe zum Kunden.

Die Wirtschaft in Hessen und Rheinland-Pfalz

bedienen wir mit sechs

Terminals entlang dieser Strecke. Am

Rhein finden Sie uns in Koblenz, Ludwigshafen,

Germersheim und Wörth.

Am Main haben wir Standorte im Industriepark

Höchst bei Frankfurt und

in Aschaffenburg. Alle Terminals verknüpfen

die Verkehrsträger Schiff,

Bahn und Lkw, sind also ‚trimodal’.

Die Terminals in Frankfurt-Höchst

und in Ludwigshafen sind zudem auf

das Handling und die Lagerung von

Gefahrgütern spezialisiert.“

Rheinland-Pfalz hat drei Häfen

unter den ‚Binnen-Top-Ten‘

„Wir können die Terminwünsche

unserer Kunden durch geschickte

Kombination der Verkehrsträger Binnenschiff,

Bahn und Lkw optimal auf

die ökologischen und ökonomischen

Randbedingungen abstimmen. Es

klingt nahezu wunderbar, aber die

kostengünstigen Transporte sind dabei

üblicherweise auch die umweltfreundlichsten“,

sagt Werner Namnick

vom Contargo-Vertrieb.

Der Frachtumschlag der rheinlandpfälzischen

Binnenhäfen erreichte im

vergangenen Jahr mit 25,2 Mio t einen

leichten Zuwachs gegenüber dem

Vorjahr und somit die höchste Umschlagsmenge

seit 2001. Mit den Häfen

Wörth, Germersheim und Mainz

befinden sich gleich drei Binnenhäfen

unter den ‚Top-Ten‘ beim Containerumschlag

per Schiff in Deutschland.

Dagegen warteten die hessischen Binnenhäfen

im vergangenen Jahr zum

Teil vergeblich auf Ladung: Nach Angaben

des Hessischen Statistischen

Landesamtes sank die umgeschlagene

Gütermenge 2008 um fast ein Zehntel

auf insgesamt 10,7 Mio t.

Bildung

Automobilwissenschaft im Zentrum

Bild: EBS

Produktion Nr. 26 , 2009

FRANKFURT (ks). Die European Business

School (EBS) gründet ein Automobilwissenschaftliches

Zentrum,

dessen Lehr- und Forschungsangebote

Deutschlands Position als Innovationsmotor

im Automobilsektor auch

zukünftig nachhaltig sichern sollen.

An der Einrichtung der privaten European

Business School (EBS) sollen

mindestens fünf Professoren lehren,

erklärte EBS-Präsident Christopher

Jahns am künftigen Standort des Zentrums

in unmittelbarer Nähe des

Frankfurter Flughafens.

Bis zu 150 Studenten aus aller Welt

können nach seinen Worten bereits

Mitte nächsten Jahres ihre betriebswirtschaftlichen

Studien aufnehmen.

In den nächsten Wochen soll ein Direktor

ernannt werden. Für den laufenden

Betrieb erwartet die EBS eine

Zusage der Industrie über eine Summe

„weit über einer Million“, wie der

Bild: ESA

Forschung & Entwicklung

Bundesverdienstkreuz für

Gießener Weltraumpionier

Der Satellit ‚Artemis‘ wurde mit Hilfe von Ionentriebwerken

in die richtige ‚Spur‘ gebracht.

von Andreas Karius

Produktion Nr. 26 , 2009

WIESBADEN. Prof. Dr. Horst Löb, der

frühere Inhaber des Lehrstuhls für Experimentalphysik

an der Justus-Liebig-Universität

Gießen, hat das Verdienstkreuz

1. Klasse des Verdienstordens

der Bundesrepublik Deutschland

erhalten.

Bundespräsident Horst Köhler verlieh

Prof. Löb das Bundesverdienstkreuz

für seine Verdienste um die Luft- und

Raumfahrt. „Von den bahnbrechenden

Ergebnissen Ihrer jahrzehntelangen

Forschung profitierte die ganze

Welt, insbesondere diejenigen, die für

die Entwicklung von Satelliten und

Raumsonden zuständig waren. Sie

zählen zu den Pionieren auf dem Gebiet

des elektrischen Antriebs für Anwendungen

in der Raumfahrt“, sagte

Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann

bei der Übergabe der Auszeichnung

in Wiesbaden.

„Dass der rund 800 Millionen Euro

teure ESA-Satellit ‚Artemis‘ überhaupt

in die vorgesehene Umlaufbahn kam,

ist dem von Ihnen und Ihrem Team

entwickelten Ionentriebwerk zu verdanken.

Gleiches gilt auch für den Sa-

Präsident sagte. Das Projekt wird vom

Land Hessen, der Stadt Frankfurt und

der deutschen Automobilindustrie

unterstützt.

Im Fokus des Instituts stehen ein

speziell auf die Bedürfnisse der Automobilindustrie

zugeschnittenes BWL-

Studium, maßgeschneiderte Weiterbildungsprogramme

für die Automobilwirtschaft

und vor allem betriebswirtschaftliche

Forschung zu Themen,

die die Automobilindustrie betreffen.

Wirtschaftliche Aspekte sind in

der Forschung unterrepräsentiert

Ministerpräsident Roland Koch und

Wirtschaftsminister Dieter Posch äußerten

die Hoffnung, dass wichtige

grundsätzliche Analysen zur Automobilwirtschaft

künftig aus Frankfurt

kommen werden. Koch bezeichnete

das Projekt bei der Vorstellung als einen

„bedeutenden Standortfaktor“

und einen „Leuchtturm“ für Hessen.

Gemessen an der Bedeutung der

2009 • Nr. 26

Prof. Dr. Horst

Löb hat die Rettung

des in einer

zu niedrigen UmlaufbahngestrandetenSatelliten

ermöglicht.

telliten ‚Dawn‘. Dass die Sonde überhaupt

eine Chance hat, die Strecke bis

zu den Asteroiden Ceres und Vesta

zwischen Mars und Jupiter zurückzulegen,

verdankt sie Triebwerken, die

auf die Ergebnisse Ihrer Arbeit zurückzuführen

sind“, hob die Ministerin

hervor.

Ionenantrieb brachte Satellit in

geostationäre Umlaufbahn

Die Rettung von ‚Artemis‘ im Jahr

2002 war durch ein Ionentriebwerk

ermöglicht worden, das die Gruppe

um Prof. Löb entwickelt hatte. Der

Satellit war zuvor in einer zu niedrigen

Umlaufbahn „gestrandet“. Die

Idee einer derartigen Anwendung

entwickelte Prof. Löb während seiner

Promotionszeit und setzte sie mit seinen

Mitarbeitern und mit der Industrie

in den Folgejahren erfolgreich in

die Anwendung um. Prof. Löbs wissenschaftliche

Heimat war und ist die

Gießener Universität. Hier studierte

er Physik, wurde er 1960 promoviert

und habilitierte er sich 1967. Von

1971 bis zu seiner Emeritierung 1997

war er Inhaber des Lehrstuhls für Experimentalphysik

am Physikalischen

Institut der Universität.

Von links:

Angela Kunwald

(EBS), Wirtschaftsminister

Dieter Posch,

Ministerpräsident

Roland

Koch, Prof.

Christopher

Jahns und

Petra Roth.

deutschen Automobilindustrie sei gerade

die Forschung zu betriebswirtschaftlichen

Aspekten im Autoland

Deutschland stark unterrepräsentiert,

sagte Jahns. „Derart ausgerichtete

Lehrstühle existieren fast ausschließlich

an Fachhochschulen, das heißt,

es fehlt vor allem an universitären

Forschungsstrukturen. Mit unserem

Automobilwissenschaftlichen Zentrum

wollen wir ein renommiertes,

branchenspezifisches und international

vernetztes wirtschaftswissenschaftliches

Zentrum auf hochwertigem

Universitätsniveau schaffen, das

erstklassige Forschung leistet, exzellente

Ausbildung bietet und die besten

Talente auf internationalem Niveau

anzieht“, so Prof. Jahns weiter.

Das neue Zentrum soll in das Frankfurter

House of Logistics and Mobility

(HOLM) einziehen, das auf dem Gelände

Gateway Gardens am Frankfurter

Flughafen entsteht, und sich dort

mit Experten aus anderen Verkehrszweigen

vernetzen.


25. Juni

2009 • Nr. 26

von Susanne Bader

Produktion Nr. 26 , 2009

MÜNCHEN. Die Perspektiven für die

Autoindustrie sind nicht ganz so finster,

wie sie erscheinen, stellen die

Analysten der internationalen Beratungsgesellschaft

Global Insight fest.

„Derzeit sehen wir Kräfte am Werk,

die zu einer Erholung der internationalen

Automobilmärkte führen könnten“,

so Nigel E. Griffiths, Chief Automotive

Economist bei Global Insight.

Die stabilisierenden Impulse der Re-

Wirtschaft : Unternehmen und Branchen

Automobilindustrie

Hersteller müssen ihre Strategie ändern

Aus den Unternehmen

++ P.E.R. GmbH: Stefan Leermann

ist neben dem

Gründerehepaar

Gunnar

und Esther Krokeide

neuer Geschäftsführer

der P.E.R.

Flucht- und Rettungsleitsysteme

GmbH. Mit

dem Ausbau der Führungsriege

setzt das Ahrensburger Spezialunternehmen

für Flucht- und Rettungsleitsysteme

die Wachstumsstrategie

der vergangenen Jahre

fort. Zugleich werden bereits frühzeitig

die Weichen für eine zukunftsfähige

Führungsstruktur gestellt.

Leermann, der seit 2004

dem Beirat der Firma P.E.R. angehörte,

wurde Anfang des Jahres in

die Geschäftsführung berufen. Der

Diplom-Ökonom verantwortet sowohl

die Bereiche Marketing als

auch Vertrieb und wird sich unter

anderem um die Neukundenakquisition

und um strategische Vertriebs-Partnerschaften

kümmern.

++ Kasto: Der Vizepräsident des

Bayerischen Landtags, Reinhold

Bocklet, ehrte die besten Unternehmen

im produzierenden Gewerbe

und im Dienstleistungsbereich

des Jahres 2009. Die Auszeichnung

für das beste Unternehmen

im produzierenden Gewerbe,

der ‚International Best Factory

Award‘, ging in diesem Jahr an die

Firma Kasto

Maschinenbau

GmbH, Achern,

und wurde vom

GeschäftsführendenGesellschafter

Armin

Stolzer persönlichentgegengenommen.

Die

Freude der Unternehmensleitung

fiel umso größer aus, als sich Kasto

als Familienbetrieb mit 165-jähriger

Tradition gegen eine ganze

Reihe von viel größeren Unternehmen

durchsetzen konnte und weil

der ‚International Best Factory

Award 2009‘ die Erfolgsreihe an

weiteren gewonnenen Technik-

und Design-Preisen der Vorjahre

weiterführt.

++ Dörries Scharmann: Einen ihrer

größten Aufträge hat die Dörries

Scharmann Technologie GmbH

(DST) im internationalen Wettbewerb

trotz der aktuellen Wirtschaftssituation

gewonnen. Sieben

High-Performance-Bearbeitungszentren

(BAZ) Ecospeed F inklusive

Schienentransportsystem im

mehrstelligen Millionenbereich ordert

der koreanische Flugzeugbauer

KAI Korea Aerospace Industries

Ltd., Sacheon-City, bei den MönchengladbacherWerkzeugmaschinenspezialisten.

Die Fräs-BAZ sind

für das Bearbeiten von ‚Wing Ribs‘

(Tragflächen-Strukturelemente)

des Airbus (A 350 XWB) bestimmt.

Ecospeed steht für das bisher ausschließlich

von DST realisierte

Konzept mit dem parallelkinematischen

Bearbeitungskopf Sprint Z3.

gierungen würden bereits im vierten

Quartal 2009 Wirkung zeigen und im

kommenden Jahr noch stärker zu einer

Stabilisierung der Finanzsysteme

beitragen. Positiv wirkten sich auch

die historisch niedrigen Zinssätze sowie

der Einbruch der Öl- und Energiepreise

aus. Die Produktionsraten

der Automobilhersteller würden bereits

im zweiten Halbjahr 2009 beginnen,

sich zu erholen, so Griffiths, aber

bis zum zweiten Halbjahr 2010 nur

vorsichtig wachsen. Eine Folge der

Krise werde sein, dass die Automobilhersteller

ihre Strategien neu über-

denken müssten. Unter anderem sei

es nötig, Fixkosten und vorhandene

Fertigungskapazitäten zu reduzieren

und die Automodelle noch gezielter

auf einzelne Zielgruppen zuzuschneiden.

Auch müssten die Preise für ein

Fahrzeug letztlich auf Kosten des Produktionsvolumens

höher angesetzt

werden.

Inzwischen haben neun west- und

vier osteuropäische Länder eine Abwrackprämie

eingeführt, um die Abwartehaltung

der Automobilkunden

zu stoppen. Nach Ansicht von Sascha

Heiden, Senior Market Analyst Auto-

Gefragte Modelle:

Die Abwrackprämie

brachte vor allem den

Kleinwagen Zuwächse.

Erfolgsmedien für Experten –

wir organisieren Communities

motive Analysis bei

Global Insight, wird

vor allem die deutscheAbwrackprämie

letztendlich eine

eher positive Wirkung zeigen, obwohl

die staatlichen Zuschüsse sich

nicht wirklich amortisieren werden.

„Die Abwrackprämie hat einen direkten

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Bild: Dlugosch

Wirtschaft : Produktivität und IT

10 Produktion 25. Juni

Production Systems 2009

Der Mensch als Erfolgsquelle

von Sabine Leikep

Produktion Nr. 26 , 2009

MÜNCHEN (gk). Wie aktiviere ich Menschen?

Das erfordert neue Betrachtungs-

und Vorgehensweisen, so eine

Erkenntnis auf der Production Systems.

Immer weniger wird über Methoden

diskutiert, sondern über geeignete

Denk- und Handlungsweisen.

Seit Jahrzehnten ist das Produktionssystem

von Toyota Vorbild für Unternehmen

und Organisationen. Bisher

standen methodische Ansätze im Vordergrund.

Ein Paradigmenwechsel

wurde auf der Production Systems,

die Anfang Mai in der BMW-Welt

stattfand, sichtbar: Nicht so sehr die

Methoden sondern die Menschen sind

es, die eine kontinuierliche Bewegung

von Organisationen in Richtung Weltklasse

bewirken. Die wahre Herausforderung

für das Management heißt:

Wie aktiviere ich die Menschen? Dies

erfordert neue Betrachtungs- und

Vorgehensweisen. Deshalb wird immer

weniger vorrangig über Methoden

diskutiert, sondern über die

Schaffung von geeigneten Denk- und

Handlungsweisen, die einer neuen

Führungskultur entspringen.

Die Toyota-Mitarbeiter machen

die Organisation adaptiv

Forscher Mike Rother ist seit vielen

Jahren Toyotas Erfolgsgeheimnissen

auf der Spur. Seine neueste Erkenntnis

ist, dass die Menschen dort Denk-

und Handlungsweisen anwenden,

welche die Organisation adaptiv machen.

„Wir sprechen nicht mehr über

Toyota, sondern über menschliches

VDMA Software

„Der Markt für

Software wächst“

von Georg Dlugosch

Produktion Nr. 26 , 2009

WÜRZBURG (gk). Die Software trägt

einen wesentlichen Teil zum Erfolg

des deutschen Maschinenbaus bei.

Ablesbar ist die Erfolgsgeschichte

auch an der Schnelligkeit, mit der

sich die Branche eine feste Position

innerhalb des deutschen Maschinen-

und Anlagenbaus erkämpft hat. Innerhalb

von zehn Jahren ist nach den

Anfängen als Forum ein Fachverband

gewachsen, der mit seinen mehr als

300 Mitgliedsunternehmen ein Zehntel

des Verbandes Deutscher Maschinen-

und Anlagenbau (VDMA) umfasst.

„Der Markt für Software

wächst“, sagte Harald Preiml, Vorstandsvorsitzender

des VDMA Software,

bei der Mitgliederversammlung

des Fachverbandes im Mai in Würzburg

aus Anlass seines Jubiläums. Einer

Untersuchung vom Herbst 2008

zufolge steigt die Bedeutung von Informationstechnik

(IT) und Automatisierung.

Gleichzeitig nimmt der Anteil

der Software im Lieferumfang der

Bild: H.R. Schulz für Management Circle

Verhalten in Organisationen aller

Art“, sagt Rother. Ängste und die ROI-

Rechnung könnten uns davon abhalten,

neue Wege zu gehen. Das Management

könne aber Handlungsweisen

fördern, durch die Menschen ohne

Angst mit unsicheren Situationen

umgehen können. So kreiere die Organisation

eine Lernzone und bringe

alle Mitarbeiter dazu, sich immer wieder

darin aufhalten. „Dann setzen wir

uns mit Tatsachen auseinander, ob

positiv oder negativ, und lernen von

den Tatsachen.“

Professor Gerald Hüther, Leiter der

Zentralstelle für neurobiologische

Präventionsforschung an den Universitäten

Göttingen und Mannheim

sieht dies so: „Es geht nicht um das

Verhalten, sondern um die Haltungen,

die dahinter stehen.“ Jede Erfahrung

hinterlasse eine Gedächtnisspur:

Was habe ich erlebt und wie ist es mir

dabei gegangen? Diese verdichteten

Erfahrungen aus Wahrnehmungen

verknüpft mit Emotionen bilden eine

Der VDMA-Fachverband Software in

Würzburg: Noch Wachstumschancen

zu sehen.

Maschinen zu. Aufgrund der weltweiten

Finanzkrise könne sich kein Fachzweig

dem Rückgang entgegenstemmen,

sagte Dr. Ralph Wiechers, Chefvolkswirt

des VDMA, und berief sich

auf eine Analyse der jüngsten statistischen

Zahlen. Den Hoffnungen auf

ein rasches Ende der wirtschaftlichen

Talfahrt gab er mit seiner Analyse „im

freien Fall“ keine Nahrung, aber er

zeigte neben den Risiken auch die

Chancen auf. Dazu gehören die derzeit

niedrigen Preise für Öl und Rohstoffe

ebenso wie die gute Positionierung

deutscher Firmen im Wettbewerb

und das teils noch vorhandene

Auftragspolster. Eine Chance auf

Überwindung der Krise zeigt die IT

dank ihrer wachsenden Bedeutung.

Laut einer VDMA-Umfrage sind 6 %

der Stellen im Bereich Entwicklung

und Konstruktion nicht besetzt. Immerhin

die Hälfte der gesuchten Mitarbeiter

ist für den Bereich IT und

Automatisierung vorgesehen.

Enterprise Resource Planning

von Gunnar Knüpffer

Produktion Nr. 26 , 2009

ABSTATT. Der Verpackungsmittelhersteller

Vereinigte Papierwarenfabriken

hat mit einer neuen ERP-Software

seine europäischen Gesellschaften

angebunden.

Die Vereinigte Papierwarenfabriken

GmbH (VP) hat das zuvor eingesetzte

ERP-System Baan IV durch SAP

ERP, eine betriebswirtschaftliche

Standardsoftware, ersetzt. Der Verpackungsmittelspezialist

mit Hauptsitz

in Feuchtwangen nutzt alle Module

in einem Programmpaket. „Wir

haben uns für SAP entschieden, weil

wir alle Geschäftsprozesse mit einem

System abwickeln wollen“, sagte

Heiko Brandl, der für das Projekt zuständige

Geschäftsführer der VP in

Feuchtwangen.

Mit Hilfe von SAP werden die weltweiten

Gesellschaften unterstützt, da

sich die jeweiligen landesspezifischen

gesetzlichen Anforderungen in der

Lösung abbilden lassen.

Zum Einsatz bei dem Einführungsprojekt

kamen die Anwendungen für

das Finanz- und Rechnungswesen,

die Materialwirtschaft, Produktion,

Vertrieb, Variantenkonfiguration, Instandhaltung,

Qualitätsmanagement

sowie das Personalwesen. Eine besondere

Herausforderung bei der Einfüh-

2009 • Nr. 26

Vereinigte Papierwarenfabriken vertrauen SAP

IT-Führungskräfte

von Gunnar Knüpffer

Produktion Nr. 26 , 2009

Neurobiologe

Gerald Hüther:

„Nur wenn wir

den Menschen

Gelegenheit

geben, neue

Erfahrungen

zu machen,

können wir

Haltungen

ändern.“

Haltung, die sich auf das Verhalten

auswirkt. „Haltungen kann man nicht

verändern, wenn man die Erfahrungen

nicht verändern kann“, sagt er.

„Nur wenn wir den Menschen Gelegenheit

geben, neue Erfahrungen zu

machen, können wir Haltungen ändern.“

Führungskräfte sollten Mitarbeiter

einladen, ermutigen und inspirieren,

neue Erfahrungen zu machen.

Aber dazu bedürfe es einer völlig neuen

Führungskultur. Den alten, heute

immer weniger effektiven Führungsstil

vergleicht er mit einem Eselstreiber

mit Peitsche und Möhren. Toshio

Horikiri, CEO Toyota Engineering, bekräftigt,

dass der Mensch die Quelle

des Unternehmenserfolgs ist. „Wir

haben erkannt, dass man die Führungskräfte

besser trainieren muss“,

sagt Horikiri. Daraus entstand das Total

Management System mit dem Ziel,

die Denkweise der Manager zu verändern.

Neueste Erkenntnisse der Hirnforschung

fließen mit ein, um die Manager

und Mitarbeiter zu aktivieren.

GUMMERSBACH. Die Gehälter der IT-

Führungskräfte sind im vergangenen

Jahr zurückgegangen. Dies liegt vor

allem an der variablen Vergütung, die

geringer ausfiel aus 2007.

Die Wirtschaftskrise lässt die Gehälter

der IT-Führungskräfte in Deutschland

schrumpfen: Sie verdienen in diesem

Jahr 3,5 % weniger als 2008. Dabei sind

die Grundeinkommen der Fach- und

Führungskräfte in der IT um mehr als

3 % gestiegen. Die Fachkräfte steigerten

ihre Gesamtbezüge im Vergleich zu

2008 sogar noch leicht um 1 %. Das ergab

die Studie „Vergütung von Füh-

PRODUKTION-INTERVIEW

von Sabine Leikep

Produktion Nr. 26 , 2009

LANDSBERG (gk). Mike Rother ist eigenständiger

Forscher, Dozent an der

University of Michigan und Gastwissenschaftler

an der TU Dortmund. Der

Autor mehrerer Fachbücher gilt als

Toyota-Spezialist.

Herr Rother, was ist die Kernfrage,

mit der Sie sich beschäftigen?

Wie können Organisationen Führungsweisen

entwickeln, die bewirken,

dass die Organisation anpassungsfähig

bleibt beziehungsweise

sich ständig weiterentwickelt? Im

Schatten dieser ausgeprägten Wirtschaftkrise

läuft nämlich ein gesellschaftlicher

Wandel ab, der vergleichsweise

tiefere und länger anhaltende

Änderungen im Verhalten der

Menschen mit sich bringt. Diese Paradigmenwechsel

betreffen alle Branchen.

Aus dieser Sicht hat die Krise

vielleicht auch eine positive Auswirkung,

sie zwingt uns zum Nachdenken:

Wie funktioniert unser Unternehmen

heute und wie soll es funktionieren,

um langfristig erfolgreich zu

sein? Wie bringen wir es dorthin?

Wie bleibt Toyota adaptiv?

Toyota hat die Fähigkeit, effektiver

als andere Firmen Anpassungen vorzunehmen.

Über viele Jahre blieben

die tieferen Gründe für Toyotas anhaltenden

Erfolg verborgen. Ein Kern

des Erfolges scheint in bestimmten

Denk- und Handlungsroutinen zu liegen,

die alle Mitarbeiter und Beteiligten

befähigt und initiiert, Anpassungen

vorzunehmen, zu verbessern und

die Organisation kontinuierlich nach

vorne zu bringen. Weil wir nicht in

Eine große Variantenvielfalt

musste bewältigt werden

rungs- und Fachkräften in der Informationstechnologie“

der Managementberatung

Kienbaum. „Ursache für die

Entwicklung ist die Finanz- und Wirtschaftskrise,

wegen der viele Unternehmen

2008 ihre Jahresziele nicht erreicht

haben. Deshalb ist die variable

Vergütung für 2008 geringer ausgefallen

als 2007. Diese Einbußen betreffen

die Führungskräfte in der IT wesentlich

stärker als die Fachkräfte, die seltener

eine variable Vergütung beziehen und

deren Bonus einen geringeren Anteil

am Gesamteinkommen ausmacht“, sagt

Christian Näser, Geschäftsleitungsmitglied

bei Kienbaum und Studienleiter.

Aktuell verdient eine Führungskraft in

der IT rund 110 000 Euro im Jahr. Je

nach Funktion variiert das Gehalt deut-

mit Mike Rother

Geführter Prozess als Schlüssel

die Zukunft blicken können, ist es

möglich, dass Lösungen, die wir heute

anwenden, künftig nicht mehr effektiv

sind. So sind es nicht die Lösungen

wie Toyotas Lean-Methoden oder

das heute profitable Produkt, die uns

einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil

verschaffen. Es ist eher die Gabe,

die Bedingungen zu erkennen und

passende, intelligente Lösungen zu

kreieren. Diese Fähigkeit in einer Organisation

zu entwickeln ist vielleicht

der Schlüssel für Toyotas langanhaltenden

Erfolg und zählt zur Verantwortung

der Führungskräfte von Toyota.

Wir sprechen also nicht von ‚autonomer

Eigeninitiative’, sondern

eher von einem geführten Prozess.

Mike Rother: Die Gabe, die Bedingungen

zu erkennen, führt zum Erfolg von Toyota.

rung lag in der großen Variantenvielfalt

des Verpackungsmittelherstellers,

der Tragetaschen aus Papier und Folie,

flexible Verpackungen wie Versand-,

Dokumenten- und Sicherheitstaschen

und medizinische Verpackungen

für Krankenhäuer sowie die Industrie

fertigt. Darüber hinaus mussten

Werke in Deutschland, Polen und

den Niederlanden eingebunden werden.

Insgesamt unterstützt die integrierte

Unternehmenssoftware nun

rund 250 Anwender in der Produktion

und der Verwaltung.

Durch die Einführung von SAP ERP

hat VP die europäischen Gesellschaften

angebunden und ihre Geschäftsprozesse

verbessert. Implementierungspartner

war die Steeb Anwendungssysteme

GmbH.

Variabler Vergütungsanteil fällt geringer aus

lich: Spitzenverdiener sind die Leiter

Informationsverarbeitung und Organisation

mit Jahresgesamtbezügen von

rund 135 000 Euro.

Leiter Informationsverarbeitung

erhalten 135 000 Euro im Jahr

Auf Platz zwei folgt der Leiter IT-

Management mit 120 000 Euro und

an dritter Stelle liegt der Leiter Anwendungsentwicklung

mit 107 000

Euro. Eine IT-Fachkraft erhält durchschnittlich

64 000 Euro im Jahr. Die

Spanne der Durchschnittsgehälter

reicht dabei vom IT Security-Manager

mit 91 000 Euro bis zum IT-User-

Helpdesk-Spezialist, der auf 47 000

Euro jährlich kommt.

Bild: H. R. Schulz für Management Circle


Bild: Bundesverband der Rentenberater

25. Juni

2009 • Nr. 26 Wirtschaft : Geld und Recht

Private-Equity

Geldgeber bringt neue Kontakte

von Wilhelm von Haller

Produktion Nr. 26 , 2009

FRANKFURT (gk). Firmen können mit

Private-Equity ihre Eigenkapitalquote

erhöhen und für mehr Stabilität in der

Bilanz sorgen. Ferner bringen die

Geldgeber nicht nur Kapital ein, sondern

stellen auch neue Kontakte her.

Gerade in unsicheren Zeiten suchen

viele Familienunternehmen nach neuen

Partnern. Eine immer noch zu wenig

genutzte Option ist dabei die Aufnahme

von Finanzinvestoren. Dabei

ist Private-Equity gerade jetzt ein interessanter

Weg zur Zukunftssicherung

eines Unternehmens. Große

strategische Entscheidungen fällt man

nicht alle Tage. Und wenn sie anstehen,

werden die Alternativen sorgfältig

bewertet und geprüft. Doch ausgerechnet

bei einem der wichtigsten

Zukunftsthemen haben viele Unternehmer

noch immer einen hohen

Vorbehalt: Es geht um die Aufnahme

von privatem Beteiligungskapital, es

geht um Private-Equity für den Mittelstand.

Während Unternehmer in vielen

anderen Ländern weit offener sind,

gibt es in deutschen Familienunternehmen

Widerstände, sich neuen Ge-

Rentenbesteuerung

Steuerpflichtiger Anteil

der Rente steigt jährlich

Produktion Nr. 26 , 2009

KÖLN (gk). Bei der Planung des Renteneintritts

sollte man nach Ansicht

des Bundesverbands der Rentenberater

nicht nur auf mögliche Rentenkürzungen,

sondern auch auf die Höhe der

Steuerpflicht achten.

Entgegen häufiger Annahmen unterliegen

Rentenleistungen schon immer

der Steuerpflicht. Die Besteuerung erfolgte

jedoch früher nur in Höhe des

Ertragsanteils. So waren Renten ab

dem 60. Lebensjahr zu 32 % und ab

dem 65. Lebensjahr zu 27 % steuerpflichtig.

Diese Steuersätze sollten

der unterschiedlichen Dauer einer

Rentenzahlung Rechnung tragen.

Aufgrund des steuerlichen Grundfreibetrages

kam es in vielen Fällen nicht

zu Steuerforderungen.

Durch das Alterseinkünftegesetz

wurde die bisherige steuerrechtliche

Behandlung von Rentenzahlungen

und Vorsorgeaufwendungen geändert.

Für Beamtenpensionen ändert

sich nichts, für alle anderen Rentner

Marina Herbrich: „bei der Planung des

Renteneintritts auf Steuer achten.“

sellschaftern aus der Private-Equity-

Welt zu öffnen. Einige fürchten den

Verlust von Tradition und regionaler

Identität, andere glauben, sie würden

regelrecht vom Fahrer- auf den Beifahrersitz

geschoben. Und angeblich

überladen die vermeintlichen „Heuschrecken“

ihre Unternehmensbeteiligungen

noch mit hohen Schulden,

um den Kaufpreis zu finanzieren. Eine

Menge Vorbehalte. Doch bestehen

diese Einwürfe auch zu Recht? Hierzu

ein paar Richtigstellungen und

Empfehlungen:

Messer Griesheim und Q-Cells

nutzen Private-Equity

Private-Equity ist eine völlig normale

und seit Jahren als „Beteiligungskapital“

geläufige Form der Unternehmensfinanzierung.

Über 6 000

Unternehmen werden in Deutschland

mit Hilfe von Private-Equity-Kapital

finanziert. Für diese Bandbreite gibt

es zahlreiche renommierte Beispiele

– etwa der Aufstieg der Optikerkette

Fielmann, die Firmengruppe Moeller,

der Geldautomatenhersteller Wincor

Nixdorf, die Drogeriekette Rossmann,

der Solarzellenproduzent Q-Cells, die

Mobilfunkkette Debitel, Messer Griesheim

und der Duft- und Aromenher-

wurde die nachgelagerte Besteuerung

eingeführt. Altersvorsorgeleistungen

– also auch Beiträge zur Rentenversicherung

– können nach und nach vom

steuerpflichtigen Einkommen abgezogen

werden, bis sie ab 2025 voll absetzbar

sind. Auf der anderen Seite

werden Renten stärker besteuert. Diese

sind ab 2005 bereits zu 50 % steuerpflichtig.

Mit jedem weiteren Jahr

erhöht sich der steuerpflichtige Anteil

bis 2020 um 2 %, danach um 1 % pro

Jahr bis 2040 Rentenleistungen zu

100 % der Steuerpflicht unterliegen.

Bei der Planung des Ausscheidens aus

dem Erwerbsleben sollte diese Tatsache

nicht unberücksichtigt bleiben.

Steuerpflicht bleibt während der

Laufzeit der Rente bestehen

„Geht eine Person, Jahrgang bis

1951, ab dem 60. Lebensjahr in Rente,

wird ein Rentenabschlag von 18 %

vorgenommen“, sagt Marina Herbrich

vom Bundesverband der Rentenberater.

Bei einer Rente von 1 200 Euro

und einem Rentenbeginn ab 2010 wären

60 %, also 8 640 Euro steuerpflichtiges

Einkommen. Nach den jetzigen

Steuerregelungen ergibt sich keine

Steuer. Würde die Rente erst ab dem

65. Jahr, also 2015 in Anspruch genommen,

läge der zu versteuernde

Anteil der Rente bereits bei 70 %. Eine

weitere Beitragszahlung und der

Wegfall der Rentenkürzung wegen

vorzeitiger Inanspruchnahme würde

die Altersrente mit vollendetem 65.

Lebensjahr auf rund 1 500 Euro erhöhen.

Bei der in dem Beispiel maßgebenden

70 %-igen Steuerpflicht ergäbe

sich ein zu berücksichtigender Betrag

in Höhe von 12 600 Euro bei der

Steuererklärung. Dies würde zu einem

Steuerbetrag in Höhe von 430

Euro pro Jahr führen. Bei der Planung

des Renteneintritts und auch von Altersteilzeitvereinbarungen

sollte deshalb

nicht nur auf etwaige Rentenkürzungen,

sondern auch auf die Höhe

der Steuerpflicht geachtet werden,

da die während der Laufzeit der Rente

bestehen bleibt, sagt Herbrich.

steller Symrise. Doch anders als beim

klassischen Kredit wird hier zusätzliches

Eigenkapital zur Verfügung gestellt.

Gerade in der jetzigen Wirtschaftslage

zählt dies als wesentliches

Argument. Denn das frische Geld

stärkt die Eigenkapital-Quote und erhöht

damit die bilanzielle Stabilität.

Mehr noch: Es sichert die unternehmerische

Handlungsfähigkeit in vielen

Situationen.

So bietet Private-Equity etwa eine

klassische Ausstiegsmöglichkeit,

wenn sich kein Nachfolger findet.

Doch anders als bei einem Verkauf an

einen Wettbewerber bleibt das Unternehmen

erhalten. Das ist ein zentrales

Argument. Mehr noch: Da auch

verstärkt ein Interesse am Erwerb von

Minderheiten besteht, haben Familienunternehmen

auch die Option die

Kontrolle nur teilen, nicht aber abgeben

zu müssen. Einzelne Familiengesellschafter

können so beispielsweise

mit dem Kapital von Beteiligungsfirmen

ausbezahlt werden, ohne das

Unternehmen finanziell zu gefährden.

Wachstum wird unter Umgehung

zusätzlicher Schulden finanziert, genauso

wie eine Übernahme oder die

längst fällige Auslandsexpansion.

Auch im Unternehmen verbessert

sich vieles. Sind die neuen Gesell-

Anmeldung: www.maschinenbau-gipfel.de Berlin, 13. und 14. Oktober 2009

„Der Maschinenbaugipfel ist

gerade jetzt wichtig, denn er

bietet durch den wertvollen

Gedankenaustausch mit Kollegen

und praxisbezogene Vorträge die

notwendigen Anregungen, um

die eigene Unternehmens-

strategie zur Krisenbewältigung

auf den Prüfstand zu stellen.“

Kristina I. Schunk, Geschäftsführende

Gesellschafterin, SCHUNK GmbH & Co. KG

Private-Equity-Investoren

können Zugang

zu anderenUnternehmen,

neuen Partnern

und

Wissensnetzwerken

herstellen.

Bild: Master Series 7

schafter von der Qualität des bestehenden

Managements überzeugt,

wollen sie zumeist operativ nicht mitreden

– informiert sein wollen sie

aber schon. Deshalb erwarten sie eine

hohe Transparenz und ein exzellentes

Controlling. Davon profitieren aber

alle. Denn auch das Management verfügt

fortan über ein qualifizierteres

und verbessertes Zahlenwerk. Und

noch ein Aspekt wird gerne übersehen:

Meist besitzen Private-Equity-

Investoren ein ausgezeichnetes Netzwerk.

Das ist einer der entscheidends-

Eine Veranstaltung der Partner: Medienpartner:

Produktion 11

ten Punkte überhaupt und oftmals

sogar der entscheidende Wettbewerbsvorteil.

Denn diese Geldgeber

bringen nicht nur neues Kapital, sondern

auch zahlreiche neue Kontakte.

Damit öffnen sich dem Unternehmer

völlig neue Schnittstellen und Verbindungen.

Er erhält Zugang zu anderen

Unternehmen, möglichen neuen Partnern

oder Wissens-Netzwerken. Es ist

der erste Schritt in eine neue Welt.

Der Autor ist Mitglied der Geschäftsleitung

Firmenkunden Deutschland

der Deutschen Bank


Bild: Schott Solar

Wirtschaft : Cleantech

12 Produktion 25. Juni

Großprojekt Desertec

400 Mrd für Solarkraftwerke

von Verena Fahrion

Produktion Nr. 26 , 2009

MÜNCHEN. Concentrated Solar Power

(CSP) heißt die ausgewählte Technologie

der Solarkraftwerke, die ein Konsortium

aus 20 großen Konzernen in

der Sahara errichten will. Ein Großprojekt

von dem der gesamte deutsche

Maschinen- und Anlagenbau in vielfältiger

Weise profitieren kann.

„Unter den verschiedenen CSP-Verfahren

haben sich die Solarkraftwerke mir

Parabolrinnen-Technologie seit über

20 Jahren in der Praxis bewährt“,

heißt es von Schott Solar. Das Unternehmen

stellt die Schlüsselkomponente

dieser Technologie – den so genannten

Receiver – her. Solarkraftwerke

mit Parabolrinnen-Technologie wandeln

Sonnenlicht in Wärmeenergie

um. Diese wird genutzt, um Dampfturbinen

anzutreiben, die Strom erzeu-

Solarkraftwerke mit Parabolrinnentechnologie

sind nichts anderes als Dampfkraftwerke, die

aus Wärme Strom erzeugen. Sie sind besonders

effizient bei einer hohen Sonneneinstrahlung und

bieten deshalb im Sonnengürtel der Erde gute

Entwicklungschancen. Neun in Kalifornien in den

achtziger Jahren errichtete Kraftwerke der ersten

Generation haben ihre Leistungsfähigkeit und

Zuverlässigkeit dauerhaft unter Beweis gestellt:

Rund 200 000 Haushalte werden kontinuierlich

seit rund 20 Jahren mit Strom versorgt.

von Lothar Lochmaier

Produktion Nr. 26 , 2009

MADRID (fr). Die spanische Hauptstadt

verdoppelt in den nächsten Jahren den

Anteil ihrer mit Erdgas betriebenen

Busflotte (Gas Natural Comprimido).

Die Verantwortlichen der Verkehrsbetriebe

setzen auf diese Brückentechnologie,

solange der Elektroantrieb für

den täglichen Busverkehr noch keine

Marktreife erlangt hat. Um das Ökoflottenkonzept

voranzutreiben, investiert

der Betreiber EMT rund 450 Mio Euro

in ein neues Operationszentrum.

Über drei Viertel der Busse, die im

vergangenen Jahr rund 76 Mio Passagiere

befördert haben, betreibt die

Stadtverwaltung mit Biodiesel. Fast

jeder sechste Bus ist heute bereits mit

einem Erdgasantrieb ausgestattet. „In

fünf Jahren wollen wir den Anteil der

Fahrzeuge mit Erdgas auf ein Drittel

der gesamten Flotte erhöhen“, erläutert

Juan Ángel Terrón, leitender Ingenieur

bei der städtischen Busverwaltung

Empresa Municipal de Transporte

de Madrid (EMT).

Die spanische Hauptstadt unterhält

somit bei rund 6 Mio Einwohnern

die größte kommunale Busflotte

auf Basis von Erdgas in Europa.

Die Verantwortlichen bei EMT haben

gen. Dass neben Schott Solar auch Siemens

am Großprojekt mit dem Namen

„Desertec“ beteiligt ist, versteht sich

von selbst. Aber auch an Unternehmen

wie MAN Ferrostaal, das als Generalunternehmer

Projektentwicklung,

-management und Finanzierungskonzepte

für schlüsselfertige Anlagen auch

für solarthermische Kraftwerke anbietet,

geht kaum ein Weg vorbei. „Wir

sind in die Intiative Desertec involviert,

mit der Option uns am Projekt Desertec

zu beteiligen, sagt Dr. Frauke Küsgen,

von MAN Ferrostaal. Auch der

50:50 Joint-Venture Partner, die MAN

Solar Millenium, ist mit seinem Know-

How im Boot.

Sollten die genannten 400 Mrd Euro,

die die Kraftwerke kosten sollen

auch tatsächlich aufgebracht werden,

profitierten auch mittelständische Zulieferer

und Ausrüster von ‚Desertec‘.

Als Beispiele nannte Dr. Eric Maiser etwa

Glasmaschinen für die Produktion

alle Alternativen durchgerechnet.

Immerhin benötigt die städtische

Busflotte jährlich rund 55 Millionen

Liter an den unterschiedlichsten

Spritvarianten. Neben den derzeit

1 670 Fahrzeugen mit Biodiesel und

den insgesamt 393 mit Erdgas betriebenen

Modellen rollen derzeit

noch fünf Busse mit Ethanol und

zwanzig mit einem Elektroantrieb

ausgestattete Modelle durch die hektische

Metropole.

„Zwar ist Erdgas als fossiler Treibstoff

nicht die erste Wahl, schneidet

aber in der wirtschaftlichen Gesamtberechnung

am besten ab“, bilanziert

Terrón. Die Bilanz: 27 Euro pro 100

km kostet den Betreiber das komprimierte

Erdgas. Etwas darüber liegt

Biodiesel mit 39 Euro pro 100 km. Mit

Hilfe der umweltfreundlichen Variante

sei es gelungen, den Anteil der

schädlichen CO 2 -Emissionen deutlich

zu reduzieren. „Das entspricht gegenüber

der Dieselvariante einem um 83

Prozent niedrigeren Anteil“, rechnet

der Experte vor. Auch die Weiterentwicklung

der Dieselvariante habe dazu

beigetragen, den Anteil an Treibhausgasen

um rund 40 % abzusenken.

Energiecontracting

11 Prozent mehr Verträge

von Verena Fahrion

Produktion Nr. 26 , 2009

Mobilität

Grünes Management für Madrider Busflotte

Zukunft in Spaniens Hauptstadt

gehört den Elektrobussen

von Vakuumröhren, Kraftwerksanlagentechnik

wie Turbinen oder Speicher,

die Antriebstechnik für die Parabolrinnen

bis hin zu Anlagen für Elektronikfertigung

für den Netzausbau,

Umrichter, High-Power-Elektronic oder

Kabel. Positiv bewertet der Leiter VD-

MA Photovoltaik-Produktionsmittel die

scheinbare Übereinkunft des Konsortiums,

„hier Geld in die Hand zu nehmen

und eine an sich alte Idee, in die

Tat umzusetzen.“ Denn, dass die CSP-

Technologie funktioniert, sind sich alle

Experten sicher. Auch die politischen

Herausforderungen in Nordafrika ließen

sich in den Griff bekommen, meint

Maiser. Schließlich könne mit der ausgewählten

Technologie auch das in

diesen Ländern dringend benötigte

Wasser entsalzt werden, wodurch eine

Win-win Situation entstehe. Hoffnung,

dass sich Strom aus der Wüste auch

wirtschaftlich produzieren lässt, macht

dem VDMA-Experten die Tatsache,

dass ein Energieversorger wie RWE

dem Konsortium angehören soll.

Schließlich wollen die Unternehmen

Geld verdienen und sähen in dem Projekt

wohl auch die Möglichkeit dazu.

Technologie bietet Win-win

für Europa und Nordafrika

Dennoch sind die Ziele hoch gesteckt.

Die Kraftwerke, die an verschiedenen

Standorten in Nordafrika

Strom erzeugen könnten, würden etwa

15 % des europäischen Strombedarfs

decken. Nach Informationen

der Süddeutschen Zeitung hoffen die

beteiligten Konzerne zudem auf eine

Investitionssicherheit etwa in Form

einer Stromabnahmegarantie zu einem

bestimmten Preis sowie auf Kapital

von außen. Wird die Investitionshürde

überwunden und kommt

die Produktion der Solarkraftwerke

inklusive aller Komponenten gut in

Gang, verbesseren sich Preis und

Wirtschaftlichkeit. „Aber das ist noch

Zukunftsmusik. Warten wir ab, was

die Gründungsveranstaltung am 13.

Juli mit sich bringt“, sagt Klaus Hofmann,

Pressesprecher des Schott

Konzerns.

Mit der

BrückentechnologieGasantrieb

will

Madrid langfristig

auf

elektroangetriebeneBusse

umstellen.

Die Zukunft gehöre aber den Bussen

mit Elektroantrieb, bestätigt Juan

Ángel Terrón. Zwar sei noch viel Forschungsarbeit

mit Blick auf die Reichweite

und die Leistungsfähigkeit der

Energiespeicher zu leisten. Der Experte

rechnet jedoch schon in den

nächsten drei Jahren mit einem deutlich

steigenden Anteil von Elektrobussen

im Madrider Straßenbild.

Getestet werden derzeit unterschiedliche

Varianten, so etwa ein Hybrid-Bus

vom spanischen Bus-Herstel-

Contracting in Zahlen

HANNOVER. Die jährliche Mitgliederbefragung

des Verbandes für Wärmelieferung

(VfW) ergab für das Jahr 2008

erneut steigende Umsatz- und Vertragszahlen.

Die wirtschaftlichen Daten

der Befragung gelten als Indikator

für die Entwicklung der gesamten Contractingbranche.

Die Anzahl der abgeschlossenen Verträge

wuchs um 11 % (2007 = 10 %).

Wurden im Jahr 2007 noch etwa

28 800 Projekte gemeldet, so stieg die

Anzahl auf etwa 32 000 Contractingverträge.

Projekte im Bereich der Ein-

und Zweifamilienhäuser waren nicht

Teil der Befragung.

Nach Angaben des Verbandes ging

es für den größten Teil der Verbandsmitglieder

wirtschaftlich aufwärts.

Der Contractingumsatz stieg auf

knapp 1,5 Mrd. Euro, was einem Zuwachs

von 12 % im Vergleich zum

Vorjahr entspricht. Dabei hätten sich

vor allem die erneuerbaren Energien

zu einem wichtigen Teil der Contractingbranche

entwickelt. Die thermische

Anschlussleistung beträgt laut

Befragung 980 MW und die elektrische

130 MW. Daraus ergibt sich eine

Kohlendioxid (CO 2 ) Entlastung von

ler Castrosua (www.castrosua.com).

Das Modell ‚Tempus‘, das in diesem

Jahr mit dem Preis ‚Spanischer Bus des

Jahres‘ ausgezeichnet wurde, verfügt

über zwei elektrische Motoren für den

Hinterradantrieb, die von Chlorid-Sodium-Akkus

angetrieben und von einem

kleinen Iveco Diesel Motor ergänzt

werden. Der derzeit in Barcelona

und Madrid erprobte nur 9,5 Meter

lange und 2,55 Meter breite Bus benötigt

für eine Strecke von 300 Kilometern

nur rund 80 Liter Treibstoff.

Bild: Lothar Lochmaier

2009 • Nr. 26

Firmendaten 2006 2007 2008

Vertragszuwachs gegenüber dem Vorjahr 13% 10% 11%

Verträge 26.200 28.800 32.000

Mitgliedsfirmen 244 254 266

Anzahl der Firmen mit Verträgen 203 216 205

Anzahl Verträge pro Firma 129 133 156

Wirtschaftliche Daten 2006 2007 2008

Contractingumsatzzuwachs (Mrd. €) 14,80% 10,50% 12,00%

Contractingumsatz (Mio. €) 1.190 1.315 1,47

Contracting-Neuinvestitionen (Mio. €) 540 500 510

Quelle: VfW © Produktion

Die Mitglieder des Verbandes für Wärmelieferung konnten im vergangenen Jahr 11 %

mehr Verträge mit ihren Kunden abschließen als ein Jahr zuvor. Dabei nahm Energieliefer-Contracting

mit 85 %den größten Teil unter den verschiedenen Contracting-Arten ein.

etwa 895 000 t pro Jahr. Weitere

880 000 t werden durch Effizienzmaßnahmen

im Bereich der fossilen

Energieträger eingespart.

Die gesamte CO 2 -Entlastung von

rund 1,8 Mio t, entspricht laut Greenpeace

CO 2 -Rechner dem durchschnittlichen

Ausstoß, den 165 000 Deutsche

jährlich verursachen. Die Zahlen bewiesen,

dass Contracting somit ein

wichtige Rolle bei der Erreichung der

deutschen Klimaschutzziele (40 %

Reduktion bis 2020) spiele.

Energiecontracting soll zentraler

Punkt in Energiepolitik werden

Norbert Krug, Vorstandsvorsitzender

des VfW kommentierte die Ergebnisse:

„Wir können für das Jahr 2008

eine positive Bilanz ziehen, trotz

rechtlicher Hürden im Mietwohnbereich.“

Zudem hofft er, dass die Parteien

im Rahmen der anstehenden

Bundestagswahl, klar Stellung beziehen

und das Energiecontracting als

einen zentralen Punkt Ihrer Energiepolitik

in die Wahlprogramme aufnehmen.

„Verbesserte Rahmenbedingungen

könnten positive Effekte für

die Konjunktur, finanzielle Entlastung

für die Nutzer und Entlastungen für

die Umwelt und das Klima, bewirken“,

weiß der Vorstandsvorsitzende.

Erneuerbare besser

als Prognosen

Produktion Nr. 26 , 2009

BERLIN (fr). Die meisten energiewirtschaftlichen

Prognosen haben die

Entwicklung der Erneuerbaren Energien

deutlich unterschätzt. Das geht

aus einem aktuellen Gutachten der

Agentur für Erneuerbare Energien

hervor, das 50 der wichtigsten Szenarien

für Deutschland, Europa und die

Welt mit dem tatsächlich Erreichten

vergleicht. Das Gutachten führt zudem

Vorhersagen von Politikern und

Verbänden auf. Beispielsweise die des

Informationskreises Kernenergie, Erneuerbare

Energien könnten nicht

mehr als 4 % des deutschen Strombedarfs

decken. Tatsächlich tragen sie

heute schon 15 % bei. Aktuell stellen

sie 9,7 % am deutschen Endenergieverbrauch

(238 TWh). Zum Stromverbrauch

tragen sie 15 % (91 TWh)

bei, zum Wärmebedarf 8 % (109

TWh) und im Bereich der Mobilität

haben Biokraftstoffe einen Anteil von

6 %. „Erneuerbare Energien dürfen

nicht systematisch kleingerechnet

werden“, kommentiert Jörg Mayer,

Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare

Energien. „Von Prognosen

hängen wichtige energiepolitische

Weichenstellungen ab. Ob eine Technologie

als vielversprechend eingeschätzt

wird oder nicht, wirkt sich auf

Investitionen und Forschungsanstrengungen

aus“, so Mayer weiter.


Bild: Barceló Raval/BASF

13. / 14. Oktober 2009, Berlin

www.maschinenbau-gipfel.de

Nummer 26 LÖSUNGEN FÜR DIE PRODUKTION

25. Juni 2009

14 Trends und Reports 16 Praxis 19 Produkte

Automation: Roboter an der Werkbank

rechnen sich auch für KMUs

NEWS

Treffen der Kunststoffbranche

WÜRZBURG (ba). Die 4. Deutschen

Kunststofftage am 29. und 30. September

in Würzburg stehen unter

dem Motto ‚Impulse für morgen‘.

Branchenexperten analysieren die aktuelle

Lage, zeigen Perspektiven auf

und geben Hinweise auf Lösungen.

Veranstalter sind der Gesamtverband

Kunststoffverarbeitende Industrie

(GKV) und das Süddeutsche Kunststoffzentrum

(SKZ). Programm unter

www.kunststoff-tage.de.

Funktionale Oberflächen

LEVERKUSEN (ba). Bayer Material-

Science und die Nano Terra Inc.,

Cambridge, USA, werden im Rahmen

einer Entwicklungskooperation Oberflächen

mit völlig neuen Funktionalitäten

entwickeln sowie Produktionsmöglichkeiten

bewerten. Die neuen

Produkte sollen in der Automobilindustrie,

Elektronik oder Displaytechnik

zum Einsatz kommen. Die Kerntechnologie

von Nano Terra entwickelte

Professor George M. Whitesides

von der Harvard University.

Mit RFID aus der Krise

KÖLN (sp). Unter dem Motto ‚RFID –

Potenziale erkennen, Nutzen bewerten,

Chancen ergreifen‘ bietet das

Forschungsinstitut für Rationalisierung

(FIR) an der RWTH Aachen gemeinsam

mit GS1 Germany am

27.08.2009 einen Workshop an, der

einen Lösungsweg für Investitionsentscheidungen

aufzeigen will.

Wireless Technologies

STUTTGART (sp). Vom 29. – 30. September

2009 findet der 11. Wireless-

Technologies-Kongress in Stuttgart

statt. Der Kongress bietet Wireless-

Anwendern, Investitions-Entscheidern

sowie den Entwicklern von Wireless-Lösungen

eine Plattform zum

Wissens- und Erfahrungsaustausch.

Im Fokus der Veranstaltung stehen

dabei die Themen Koexistenz, Lokalisierung,

Low Power, Zuverlässigkeit

und Performance.

6 Kerne: ‚Istanbul‘-Prozessor

USA (sp). AMD hat die Verfügbarkeit

des weltweit ersten Sechskern-Prozessors

mit Direct-Connect-Architektur

für Server bekannt gegeben.

Hermes Award

Inseldasein der Automatisierung beendet

von Sabine Spinnarke

Produktion Nr. 26 , 2009

ESPELKAMP. ‚Fast Track Switch‘ von

Harting ist eine von fünf, für den Hermes

Award 2009 nominierten Technologien.

Über den Ethernet Switch des

Spezialisten für elektrische Verbindungstechnik

ist es möglich, Automatisierungskomponenten

verschiedener

Hersteller in Echtzeit anzubinden.

„Schon die Nominierung für den Hermes

Award zeigt, dass wir mit unseren

neu entwickelten Technologien

auch im internationalen Wettbewerb

hervorragende Leistungen zeigen“,

freut sich Philip Harting. Er ist innerhalb

des Vorstands des Espelkamper

Unternehmens für den Bereich Connectivity

& Networks zuständig. Harting

wurde bereits 2005 für den mit

100 000 € höchstdotierten Industriepreis

nominiert und konnte 2006 den

Hermes Award für seine RFID-Technologie

gewinnen. Der RFID-Transponder

kann dank einer dreidimensionalen

Antennentechnik auch in der

Nähe von Metallen und Flüssigkeiten

eingesetzt werden. Mit einer Reichweite

von mehr als fünf Metern und

durch sein industrietaugliches Gehäuse

eignet sich das Produkt auch für

raue Industrieumgebungen.

Fast Track: Überholspur für

Automatisierungstelegramme

In diesem Jahr konnte sich Harting

mit ihrer Fast-Track-Switching-Technologie

wieder unter den Top-5-Anwärtern

platzieren. Diese Technologie

bietet die Möglichkeit, Automatisierungsprotokolle

zu beschleunigen.

Der ‚Fast Track‘ im Switch bietet Automatisierungstelegrammen

eine Art

Überholspur, die eine verzögerungsfreie

Weiterleitung des Telegramms

sicherstellt.

Bisher konnte eine garantierte

Nachrichtenübertragungszeit (Determinismus)

in einem Ethernetnetzwerk

nur durch Einführung eines geordneten

Kommunikations-Zyklus erreicht

werden. Alle Automatisierungs-

TECHNIKBILD DER WOCHE

In der Empfangshalle des neu erbauten Viersterne-Designhotel Barceló Raval in Barcelona

verbessern Schallabsorber gefertigte die Raumakustik. BASF fertigte diese aus

dem flexiblen und leichten Melaminharzschaumstoff Basotect.

Produktion

Technik

Fördertechnik: AMI Förder- und Lagertechnik

optimiert den Packbereichbeich

Handling- und Montageeinheit, in der die Feldbusverkabelung

durch Ethernet mit Fast Track Switching ersetzt wurde.

geräte und Switches mussten sich einem

Takt unterordnen. Dieser Takt

erfordert zwangsläufig in jedem

Switch und Automatisierungsgerät

spezielle Hardware. Beispielhaft hierfür

seien die hoch spezialisierten

Ethernetderivate EtherCat, SERCOS

III oder Profinet IRT genannt.

Die Fast-Track-Switching-Technologie

ermöglicht erstmals mit Standard-

Ethernet nach IEEE 802 in garantierter

Echtzeit (Determinismus) Automatisierungsnachrichtenauszutauschen.

Der Switch alleine garantiert

den deterministischen Nachrichtenaustausch.

Der Einsatz von Fast Track

Switches in Maschinen und Anlagen

ermöglicht ein Netzwerk für alle Anwendungen

eines Unternehmens: im

Büro, im Produktionsgebäude und in

der Maschine bzw. Anlage.

Den hohen Echtzeitanforderungen

in der Automatisierung wird Rechnung

getragen, ohne Standard-Ethernet

zu verändern. Alle Vorzüge, wie

Flexibilität, viele Freiheitsgrade, ein

großes Portfolio an weltweit verfügbaren

Geräten und die etablierte

Technologie, können genutzt werden.

Es ist keine Spezialhardware in den

Endgeräten notwendig. Die Switches

garantieren den rechtzeitigen Datentransport.

Das funktioniert für verschiedene

Automatisierungsprofile

wie PROFINET RT, Ethernet/IP, ModbusTCP

und alle weiteren Standardunchanged-Ethernetprotokolle,

die in

Organic Electronics Roadmap

Wo steht die organische Elektronik?

von Sabine Spinnarke

Produktion Nr 26 , 2009

FRANKFURT. Die Organic Electronics

Association – OE-A – stellt eine Roadmap

für organische und gedruckte

Elektronik vor. Sie soll darüber Auskunft

geben, welche Anwendungen in

den nächsten Jahren auf den Markt

kommen und welche Herstellungsverfahren

dafür benötigt werden.

Die Roadmap wird auf der LOPE-C

(‚Large-area, Organic and Printed

Electronics Convention‘) vorgestellt.

Dieser Fachkongress findet vom 23.

bis 25. Juni 2009 in Frankfurt statt.

Automation & Drives: Zahnriemenachse

‚light‘ für unkritische Anwendungen

ihrem Header erkennbar sind. Diese

werden bevorzugt behandelt, identifiziert

und im Cut-Through-Verfahren

gesendet. Zentraler Punkt dabei ist

ihre Fähigkeit andere Protokolle

‚überholen‘ zu können. Auch die Automatisierungstopologie

weist im Gegensatz

zu spezialisierten Ethernetderivaten

keine Einschränkungen auf.

Sowohl Stern-, Baum-, Ring- als auch

Linientopologien werden (auch in

Mischkultur) unterstützt.

Innovationszyklen von IT und

Automatisierung nähern sich an

Das seit längerem angestrebte Ziel

verschiedenster Hersteller, ein durchgängiges

Netzwerk für alle Applikationen

eines Unternehmens mit Standard-Ethernet

zu realisieren, kann

nun verwirklicht werden. Das Inseldasein

der vom Unternehmensnetzwerk

abgeschotteten Automatisierung

wird beendet. Die Innovationszyklen

der Automatisierung nähern sich denen

der IT-Technologie an.

Der wirtschaftliche Nutzen für den

Anwender des Switches liegt auf der

Hand: Der Endkunde kann das weltweit

größte Angebot an Automatisierungsgeräten

mit einem Standard-

Ethernet-Geräteinterface nutzen. Im

Gegensatz hierzu begrenzen proprietäre

Lösungen in der Regel das Sortiment

an Automatisierungsgeräten im

Markt. Der Gerätehersteller erspart

Erste Produkte basierend auf organischer

Elektronik – dünn, leicht, flexibel

und kostengünstig herzustellen –

sind bereits auf dem Markt. Die OE-A,

ein internationaler Industrieverband

für organische und gedruckte Elektronik,

bietet seinen Mitgliedern und Interessenten

eine Informationsplattform,

initiiert technische Kooperationen

und informiert die Öffentlichkeit

über diese neue Technologie.

Organische Elektronik zum Anfassen,

das ermöglicht die neue OE-A-

Broschüre. Jedem Exemplar liegt ein

Satz von funktionalen organischen

Elektronikkomponenten als Giveaway

bei, u. a. verschiedene gedruck-

Fabrik des Jahres

Das Original von

Produktion und

A.T. Kearney

www.fabrik-des-jahres.de

sich aufwendige Sortimentsvarianten.

Die Integration spezieller Hardware

entfällt. Durch die beginnende Substitution

der Feldbusse durch Ethernet

und die hohen Anforderungen im Maschinen-

und Anlagenbau an garantiertes

Echtzeitverhalten wird die

Nachfragesituation stark steigen.

Nach Schätzungen des Unternehmens

beträgt das mögliche Marktvolumen

ca. 250 Mio Euro – bei einem Minimum

von 5 Mio verkauften Ethernetports

pro Jahr. Harting verspricht sich

mit Fast Track Switches einen Marktanteil

von 6 % bis 8 %.

Die Harting-Technologiegruppe hat

sich auf die Bereiche elektrische, elektronische

und optische Verbindungs-,

Übertragungs- und Netzwerktechnik

spezialisiert. Neben kundenspezifischen

Lösungen und Software entwickelt

das Unternehmen Produkte wie

Steckverbinder für die Energie- und

Datenübertragung z. B. im Maschinenbau,

in der Bahntechnik, für

Windenergieanlagen, für die Fabrikautomation

und den Telekommunikationssektor.

Außerdem produziert

Harting elektromagnetische Komponenten

für die Automobilindustrie

und ist Spezialist für industrielle Anwendungen

in Form von Gehäusen,

Verkabelungen oder Konfektionen

von Einzel- oder Komplettsystemen.

Sagen Sie uns Ihre Meinung:

redaktion@produktion.de

te Displays, Radiofrequenz-Tags,

Schalter, Batterien und Transistorstrukturen.

Zusätzlich werden auf der

LOPE-C sechs weitere Demonstratoren,

die eine Vielzahl von Komponenten

auf flexiblen Kunststoffsubstraten

und Papiersubstraten kombinieren,

vorgestellt. Die aktualisierte Version

der OE-A-Roadmap für organische

und gedruckte Elektronik bietet einen

Überblick über zukünftige Produktgenerationen

sowie Anforderungen an

Materialien und Technologien. Fundamentale

Herausforderungen auf

dem Weg zu einer Massenproduktion

– ‚Red Brick Walls‘ – wurden ebenfalls

identifiziert.

Bild: Harting


Bilder: SMErobot

14 Produktion Technik : Trends und Reports

25. Juni 2009 • Nr. 26

Robotik

Hörige Helfer an der Werkbank –

Roboter rechnen sich auch für kleine Betriebe

von Bernd Müller

Produktion Nr. 26 , 2009

STUTTGART (mg). Hohe Flexibilität,

geringe Kosten – das EU-Projekt

SMErobot präsentiert neue Konzepte

für die Roboter der Zukunft. Vor allem

kleinen und mittleren Unternehmen

erleichtern sie den Einstieg in die Automatisierung.

Roboter sind teuer und nur für große

Stückzahlen geeignet, vorzugsweise

in der Automobilindustrie. Mit diesem

Vorurteil räumt das EU-Projekt

SMErobot auf, das im April nach vier

Jahren und 20 Millionen Euro Gesamtkosten

zu Ende ging. Die neue

Roboter-Generation, die die 17 Partner

aus Forschung und Industrie im

Projekt entwickelt haben, sind klein,

flexibel, leicht zu bedienen und so

günstig in Anschaffung und Unterhalt,

dass sie sich auch für kleine und

mittelständische Betriebe rechnen.

Roboter statt Lohnkürzung – „SMErobot

weist kleinen Unternehmen

den Weg aus dieser Automatisierungsfalle“,

verspricht Projektkoordinator

Martin Hägele vom Fraunhofer-Institut

für Produktionstechnik

und Automatisierung bei der Abschlusskonferenz,

die Anfang Mai

am IPA in Stuttgart stattfand.

Eine Million Industrieroboter

schufteten 2008 weltweit in Fabriken

– dabei ist ihr Marktanteil in der Automobilindustrie

seit 2005 rückläufig.

Mittlerweile gehen etwa 60 %

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der flinken Automaten in Anwendungen

außerhalb der Fahrzeugproduktion.

Gleichzeitig hat die Nachfrage

nach Robotern für das Materialhandling

deutlich zugenommen. Während

Roboter bisher unter schwersten Bedingungen

ohne menschliche Unterstützung

arbeiteten, etwa in

Schweißstraßen, wird ihre Bedeutung

als ‚dritte Hand‘ zunehmen, die

Arbeiter bei kniffligen manuellen

Aufgaben unterstützt. Hinzu kommt,

dass der Durchschnittspreis für einen

Roboter seit 1990 um 60 % gefallen

ist. „Noch nie war Automatisierung

so billig und auch für kleine und mittelständische

Betriebe erschwinglich“,

so Martin Hägele.

Die neue Flexibilität

zahlt sich auch in KMUs aus

Die eigentliche Kostenersparnis

bringe jedoch nicht der Roboter, so

Hägele, der mache ohnehin nur ein

Drittel der Investitionskosten aus.

Mit der zunehmenden Flexibilität

der neuen Robotergeneration

schrumpfe auch der Aufwand für die

Peripherie in Produktionsanlagen.

Ziel von SMErobot ist die Roboterzelle,

die in drei Tagen aufgebaut

und programmiert und ebenso

schnell für neue Aufgaben umgerüstet

werden kann – ‚Plug and Produce‘

haben sich die Projektpartner auf die

Fahnen geschrieben.

Diese neue Flexibilität zahlt sich

auch in KMUs aus. Das beweist ein

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Software-Tool des Fraunhofer-Instituts

für System- und Innovationsforschung

in Karlsruhe, das mit den

Eingaben von Material- und Arbeitskosten,

Wartung und weiteren Parametern

die Lebenszykluskosten für

die Einführung eines Roboters berechnet.

„In drei von vier untersuchten

Fällen ist der Roboter wirtschaftlicher

als die manuelle Arbeit“, sagt

Ute Weissfloch vom Fraunhofer ISI.

In der Regel amortisie-

re sich die Investition

in weniger als eineinhalb

Jahren.

Eine Umfrage des

Karlsruher Instituts in

sechs EU-Ländern

zeigt: Ein Drittel der

480 befragten KMUs

setzt bereits Roboter

ein, 53 % von ihnen zur

Materialhandhabung.

Bleiben zwei Drittel der

KMUs, die noch keine Roboter nutzen.

Laut Umfrage sind die Hauptgründe

zu kleine Losgrößen oder fehlendes

Personal. „Das ändert sich mit

SMErobot“, prophezeit Ute Weissfloch.

Denn Ziel des Projekts sei, die

Bedienung so zu vereinfachen, dass

auch der Arbeiter an der Werkbank

ohne Programmierkenntnisse den Roboter

innerhalb von Minuten für eine

neue Aufgabe trainieren könne.

Dass das gelingt, bestätigen die

fünf Mitarbeiter der Schreinerei Som

in Michelstadt. Seit zwei Jahren fräst

und bohrt ein Roboter Holzplatten

Energie

Links: die dritte Hand: Ein Roboter reicht Bauteile und hält sie in definierter Position – der Werker hat so beide Hände zum

Schweißen frei. Mitte: Der Leichtbau-Roboter des DLR ist ein echter Schwerarbeiter: Sein Arm, der dem eines Menschen

nachempfunden ist, wiegt nur 13,5 kg, bewegt aber Lasten bis zu 15 kg. Rechts: Der Schweißroboter lässt sich in fünf Minuten

programmieren. Er wird von Hand über das Werkstück geführt und merkt sich die Bewegung.

von Klaus Hiemer

Produktion Nr. 26 , 2009

LEUNA. Chemisch-biotechnische Verfahren

sollen künftig verstärkt ihren

Weg vom Labor in die technische Anwendung

finden. In Leuna in Sachsen-

Anhalt ist deswegen ein Forschungszentrum

geplant, in dem das Trendthema

Biomasse intensiv und praxisorientiert

verfolgt wird.

Weltweit arbeiten Chemieunternehmen

daran, den Rohstoff Erdöl durch

nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen.

Schon heute werden viele Produkte

aus Biomasse hergestellt. Dazu

sind ausgefeilte Verfahren notwendig.

Viele Inhaltsstoffe der Pflanzen müssen

beispielsweise durch Enzyme chemisch

verändert werden, bevor sie

sich für eine Weiterverarbeitung eignen.

Die Pflanzenstoffe müssen je-

„Gerade jetzt

brauchen die

Betriebe flexible

Konzepte und

niedrige Kosten.“

Martin Hägele,

Fraunhofer IPA

und das mit herkömmlichen Elektrowerkzeugen,

die mit einem Adapter

einfach an den Roboter geklemmt

werden. Die Zeitersparnis betrage etwa

50 %, sagt Dr. Manfred Dresselhaus,

der beim Hersteller Reis Robotics

in Obernburg Forschungs- und

Verbundprojekte koordiniert. Doch

bis jede Schreinerei sich den stählernen

Kollegen in die Werkstatt stellen

könne, werde es sicher noch fünf

Jahre dauern, dann

erst sei mit Vorserienmodellen

zu rechnen.

Auch der futuristisch

aussehende

Kleinroboter, den die

Augsburger Kuka

GmbH auf der SMErobot-Abschlusskonferenz

präsentierte,

wird bisher nur an

Forschungs- und Entwicklungspartnerverkauft.

„In ein bis zwei Jahren wollen

wir ein Produkt anbieten“, sagt Volker

Schmirgel von Kuka. Was die potenziellen

Käufer erwartet, beeindruckt

schon jetzt: Der Roboterarm

folgt den Handbewegungen Schmirgels,

zeichnet seine Bewegungen auf

und fährt die exakt gleiche Position

später wieder an, wenn er dasselbe

Werkstück greift. Ein kombinierter

Kamera-Laser-Scanner des Deutschen

Zentrums für Luft- und Raumfahrt in

Weßling erkennt die Geometrie des

Werkstücks. Gerade für die Mensch-

Maschine-Schnittstelle haben sich die

doch in konstanter Qualität und zu

günstigen Preisen verfügbar sein, um

im industriellen Maßstab als Rohstoffquelle

dienen zu können. Neue

Verfahren sollen dabei ohne Lebens-

und Futtermittel auskommen.

„Die Nutzung nachwachsender

Rohstoffe in industriellen Dimensionen

ist selbst für große Unternehmen

ein erheblicher finanzieller und technologischer

Kraftakt. Viele kleine und

mittlere Unternehmen scheitern, obwohl

sie im Labor bereits attraktive

Produkte erfolgreich entwickelt haben.

Mit der Schaffung des CBP unterstützen

wir daher gezielt diesen

kritischen Schritt auf dem Weg in die

industrielle Anwendung innovativer

Produkte und Verfahren unter Nut-

Partner des Projekts einiges einfallen

lassen. So hat ABB die Führung mit

der Hand um eine Steuerung mittels

Sprachkommandos ergänzt. Zum Abtasten

eines komplizierten Werkstücks

und Hochladen des Programms

in den Schweißroboter genügen ein

halbes Dutzend Befehle und wenige

Minuten.

Die Ergebnisse von SMErobot

kommen in der Krise gerade recht

Ein wichtiger Aspekt im Projekt war

die Sicherheit. Denn Schutzzäune,

wie bei den Schweißrobotern in der

Automobilproduktion, sind bei der

neuen Robotergeneration tabu, wenn

Mensch und Maschine Hand in Hand

arbeiten sollen. Deshalb haben die

Partner Schutzkonzepte mit Kameras

oder kapazitiven Sensoren entwickelt,

die Bewegungen von Personen im Aktionsradius

des Roboters sofort erkennen

und diesen abschalten.

Die Ergebnisse von SMErobot kämen

in der Wirtschaftskrise gerade

recht, sagt Martin Hägele. Die Entwickler

hätten sich in den letzten

Jahren zu sehr auf Serviceroboter,

zum Beispiel für Haushaltsarbeiten,

konzentriert und die Industrie etwas

vernachlässigt. Von den Erkenntnissen

aus SMErobot würden auch traditionelle

Automatisierungskonzepte

in großen Unternehmen profitieren.

Hägele: „Gerade jetzt brauchen die

Betriebe flexiblere Konzepte und

niedrigere Kosten.“

Ausgefeilte Verfahren für Biomasse-Produkte

Industrielle Anwendung

soll einfacher werden

zung der industriellen Biotechnologie.

Dadurch stärken wir nicht nur die

regionale Kompetenz und schaffen

die Grundlage für neue Arbeitplätze

in der Region, sondern setzen auch

ein Zeichen mit nationaler Signalwirkung“,

erläuterte Minister Dr. Reiner

Haseloff die herausragende Bedeutung

des Zentrums für das Land Sachsen-Anhalt.

Wissenschaftler der Fraunhofer-Institute

für Grenzflächen und Bioverfahrenstechnik

IGB und für Chemische

Technologie ICT planen das CBP

gemeinsam mit der InfraLeuna

GmbH. Mit diesem sehr flexibel einsetzbaren

Bioraffineriekonzept bieten

sich neue Möglichkeiten, um in Zukunft

biologische Rohstoffe verarbeiten

zu können und nach Bedarf Öle,

Fette, Cellulose, stärke- oder zuckerhaltige

Rohstoffe als Ausgangsstoffe

für Produkte zu gewinnen.


25. Juni

2009 • Nr. 26

Technik : F & E Produktion 15

Technische Universität München

EU bewilligt 19 Mio Euro für die Robotikforschung

Produktion Nr. 26 , 2009

GARCHING (mg). Die Stärkung

der europaweiten Zusammenarbeit

zwischen Wissenschaft

und Industrie im Bereich Robotik

ist das Ziel des neu bewilligten

EU-Projekts ‚ECHORD‘

(European Clearing House for

Open Robotics Development). Mit einem

Projektumfang von 24 Mio Euro und

knapp 19 Mio Euro an Fördermitteln der

EU erhält die Robotikforschung der

Technischen Universität München (TUM)

internationales Gewicht.

Bild: Technische Universität München

Mensch und Roboter

sollen zukünftig zusammenarbeiten.

Im Rahmen von ECHORD werden

neue Aufgabenstellungen bei der Anwendung

von Robotern in Kooperationsprojekten

zwischen Wissenschaft

und Industrie bearbeitet. Ziel dieser

weltweit einzigartigen Vernetzung ist

es, die schon jetzt führende Position

Europas in diesem Markt zu sichern

und weiter auszubauen. Aufgabe des

Projekts ist ferner die Durchführung

eines ‚strukturierten Dialogs‘ zwischen

Forschern und Anwendern, um neue

Konzepte und Technologien schnell in

die Anwendung zu bringen. Genau darauf

wurde ECHORD zugeschnitten,

indem etwa 50 einzelne Projekte (‚Experimente‘)

mit Laufzeiten von 12 bis

18 Monaten konkrete Fragestellungen

aus der industriellen Praxis bearbeiten

und zukunftsweisende Lösungen implementieren.

Im Rahmen von

Robotik

Bionischer Roboterarm

eröffnet neue Anwendungen

Produktion Nr. 26 , 2009

DARMSTADT (mg). Wissenschaftler von

der TU Darmstadt haben in einem Verbundprojekt

mit weiteren Forschungseinrichtungen

jetzt einen bionischen

Roboterarm entwickelt, der am

menschlichen Arm orientiert ist und

besonders geeignet ist für kleinere und

mittlere Unternehmen. Derzeit wird der

sogenannte ‚BioRob‘ in verschiedenen

Anwendungsszenarien getestet.

Deutschland ist der weltweit zweitgrößte

Produzent und Nutzer von Industrierobotern

– und könnte diese

Position in Zukunft noch weiter ausbauen.

Da Roboter schnelle und präzise

Bewegungen auch dann ausführen

müssen, wenn sie große Lasten

tragen, werden sie traditionell massiv

ausgelegt. In dieser Bauweise sind

Kollisionen mit Menschen gefährlich,

weshalb die Roboter abgeschirmt

werden müssen.

Muskel-Sehnen-Apparat des

Menschen diente als Vorbild

Der neuartige Roboterarm BioRob

ist dem Muskel-Sehnen-Apparat des

Menschen abgeschaut. „Wir haben

erstmals einen bionischen Manipulator

entwickelt, der in vier Hauptachsen

elastisch angetrieben wird“, erklärt

Prof. Dr. Oskar von Stryk, in dessen

Fachgebiet Simulation, Systemoptimierung

und Robotik der BioRob in

Zusammenarbeit mit der TETRA

GmbH, Ilmenau, entwickelt wurde.

Die elastische Funktion von Sehnen

und Muskeln übernehmen dabei beidseitig

verspannte Federn. Der Antrieb

funktioniert mit Hilfe von Elektromotoren,

die die Gelenke über die Federn

bewegen.

Dieser Antrieb erhöht die passive

Sicherheit der Konstruktion, so dass

der an der Reichweite und Taktrate

des menschlichen Arms orientierte

BioRob auch im direkten Umfeld des

Menschen ohne Abschirmung eingesetzt

werden kann. „Damit eröffnen

sich für die Industrie ganz neue Möglichkeiten,

und auch für mittelständische

Unternehmen wird ein solcher

bionischer Roboter interessant“, erläutert

Prof. von Stryk.

„Das Ergebnis ist ein radikaler Paradigmenwechsel

in der Robotik“, betont

von Stryk. „Bei konventionellen

Robotern wurde Elastizität jahrzehntelang

als nachteilig bewertet und

möglichst vermieden. Denn bei den

herkömmlichen, starren Industrierobotern

wirken hohe Kräfte und Momente

auf die Armglieder und Gelenkantriebe,

so dass die Gefahr besteht,

dass diese sich unter der Belastung

Bild: TU Darmstadt

verformen.“ Deshalb wurden die einzelnen

Glieder bislang massiv verstärkt,

was zu schweren Konstruktionen

mit unnachgiebigen Bewegungen

führte. „Bei unserem bionischen Roboterarm

wird gezielt Elastizität in die

Konstruktion eingebracht, denn durch

die elastische Verspannung der Glieder

werden diese entlastet und verbiegen

sich weniger schnell“, meint von

Stryk. Größe und Tragkraft des Bio-

Rob orientieren sich am menschlichen

Arm. Der Manipulator wird eine Reichweite

von ca. 0,5–0,9 m besitzen und

eine maximale Traglast je nach Konfiguration

von ca. 2–3 kg bei einem Eigengewicht

von 3–3,5 kg haben. Die

Taktraten, die mit dem Manipulator

erreicht werden sollen, liegen bei maximaler

Traglast im Bereich von 1 s.

Derzeit wird der BioRob in verschiedenen

Anwendungsszenarien

getestet: bei der Handhabung von

ECHORD erhalten Institute und Forschungseinrichtungen

die Möglichkeit,

ihre Entwicklungen auf neuester, industrienaher

Hardware zu betreiben.

Innerhalb der Projektlaufzeit von dreieinhalb

Jahren werden in drei Runden

offene Ausschreibungen durchgeführt,

zu denen alle europäischen Hersteller

und Forschungsgruppen Anträge für

Experimente einreichen können. Es ist

die erklärte Absicht des Projekts, Einstiegshürden

für potentielle Antragsteller

so niedrig wie möglich zu halten

und schnell zu messbaren Resultaten

zu gelangen. Die Experimente kön-

Ausgezeichnet

Der BioRob wurde auf der internationalen

Robotik-Tagung EURON in

Leuven mit dem ‚EUROP/EURON

Robotics Technology Transfer

Award‚ ausgezeichnet. Der Award

wurde gemeinsam von European

Robotics Technology Platform (EU-

ROP) und European Robotics Research

Network (EURON) ausgeschrieben

und wird „in Anerkennung

herausragender Leistungen

in europäischer Robotertechnologie“

verliehen. Der BioRob konnte

sich unter fünf Finalisten aus ganz

Europa durchsetzen. Der EUROP/

EURON-Technologie-Transfer-

Preis wird jedes Jahr gemeinsam

für hervorragende Innovationen im

Bereich der Robotik und Automation

verliehen. Ziel ist es, Exzellenz

in der angewandten Forschung zu

fördern und den Technologietransfer

zwischen Forschung und Industrie

zu stärken. Der Award wird

durch die Industriepartner ABB,

KUKA Roboter, Comau, GÜDEL und

SCHUNK unterstützt.

Der am menschlichen Arm orientierte

BioRob ist besonders für kleine und

mittlere Unternehmen geeignet.

kleinen Aluminiumobjekten in der

Produktion, beim automatisierten

Setzen von Pflanzenstecklingen und

bei der Handhabung von biologischen

Proben bei Tiefsttemperaturen, wo er

ohne Schutzhülle in Temperaturbereiche

bis -160 °C greifen kann. Der

Roboterarm lässt sich leicht von Hand

führen, wodurch eine schnelle Programmierung

von Bewegungsabläufen

möglich ist.

Die TU Darmstadt übernimmt

die Koordination des Projektes

Die TU Darmstadt koordiniert das

vom Bundesministerium für Bildung

und Forschung geförderte Projekt. Als

Verbundpartner beteiligt sind die TE-

TRA Gesellschaft für Sensorik, Robotik

und Automation mbH sowie das

Fraunhofer-Institut für Biomedizinische

Technik.

Fraunhofer

Verbrauch von Bearbeitungsmaschinen senken

Produktion Nr. 26 , 2009

AUGSBURG (lz). Die Fraunhofer-Projektgruppe

‚Ressourceneffiziente mechatronische

Verarbeitungsmaschinen

RMV‘ hat ihre Arbeit aufgenommen.

Ihr Ziel ist, den Energie- und Materialverbrauch

von Verarbeitungsmaschinen

um 20 bis 30 % zu senken.

Federführend in der Außenstelle des

Chemnitzer Fraunhofer-Instituts für

Werkzeugmaschinen und Umformtechnik

IWU ist Prof. Gunther Reinhart,

einer der beiden Leiter des Instituts

für Werkzeugmaschinen und Be-

triebswissenschaften an der TU München.

Sein Team untersucht Papier-,

Textil-, Lebensmittel-, Druck- oder

Verpackungsmaschinen und entwickelt

energie- und ressourcensparende

Lösungen für alle Prozessschritte.

Mit Mechatronik Energie

und Rohstoffe sparen

So nutzen die Wissenschaftler z. B.

Verfahren der weißen Biotechnologie,

entwickeln neuartige mechatronische

Maschinen, Komponenten und Bauteile

und versehen diese mit mehreren

Funktionen. Es geht darum, tech-

nologisch hochentwickelte Sensorik

mit innovativer Aktorik und künstlicher

Intelligenz innig zusammenwirken

zu lassen. Mechatronik hilft dabei,

Energie und Rohstoffe zu sparen.

„Bei genauer Analyse eines typischen

Produktlebenszyklus fällt auf,

dass in vielen Produkten ein wesentlich

größerer Anteil an Ressourcen

steckt, als ihr Gewicht erahnen lässt“,

sagt Reinhart. Für die Erzeugung und

den Transport der Produkte sei Energie

notwendig, die hauptsächlich über

den Einsatz von Brennstoffen zur Verfügung

gestellt werde. Rechne man

auch die Gewinnung der Rohstoffe,

die Herstellung und das Recycling dazu,

bekomme jedes Produkt ganz

neue Ausmaße. Für diesen Ressourcenverbrauch

gebe es das Bild des

ökologischen Rucksacks. Nach diesem

Modell wiege eine Armbanduhr 12,5

Kilogramm und ein Notebook mehrere

Tonnen.

Die Arbeitsgruppe ist vorerst auf

fünf Jahre befristet. Für den Aufbau

werden vom Land Bayern 5 Mio Euro

aus dem Programm Bayern 2020 bereitgestellt.

Ist die Projektgruppe erfolgreich,

kann sich daraus mittelfristig

ein eigenständiges Fraunhofer-Institut

in Augsburg entwickeln.

nen sich in einem von drei aufeinander

aufbauenden Szenarien abspielen: Zusammenarbeit

zwischen Mensch und

Maschine, hyperflexible Fertigungszellen

und kognitive Fabriken. Dabei werden

als Forschungsschwerpunkte

Mensch-Roboter-Schnittstellen und Sicherheit,

Roboterhände und komplexe

Manipulation, mobile Manipulatoren

und Kooperation sowie vernetzte Roboter

betrachtet. Das bereits im Aufbau

befindliche Service-Center des

ECHORD-Projekts wird als zentrale

Plattform für Industrie und Wissenschaft

im Bereich Robotik dienen.

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Bild: AMI Förder- und Lagertechnik GmbH

16 Produktion Technik : Praxis

25. Juni 2009 • Nr. 26

Fördertechnik für den Packbereich

Kommissionierung und

Erstverpackung optimiert

von Reinhold Mannel

Produktion Nr. 26 , 2009

ALPENROD. Um die Abläufe zwischen

Produktion und Versand zu optimieren,

restrukturierte Bürkert, Hersteller von

Regel- und Steuerungstechnik für

Flüssigkeiten und Gase, seinen Packbereich

in Ingelheim mit Fördertechnik

der AMI Förder- und Lagertechnik

GmbH.

Die Erweiterung sowie der damit verbundene

Umzug der Erstverpackungs-

Arbeitsplätze vom Versand in die

Montage wurde bei laufendem Betrieb

absolviert. Hierfür hat AMI im

Vorfeld gemeinsam mit Bürkert ein

detailliertes Konzept entwickelt und

umgesetzt.

Da sich die Produktion bei Bürkert

in den letzten fünf Jahren mehr als

verdoppelt hatte, reichten die vorhandenen

Erstverpackungsplätze nicht

mehr aus. Im Rahmen der Restrukturierung

galt es, die bisherigen Erstverpackplätze

aus dem Versand in die

Montage zu verlegen und zu verdoppeln

sowie die Anbindung an ein vorhandenes

automatisiertes, horizontales

Karusselllager und an ein Hochregallager

(HRL) neu zu gestalten.

In Ingelfingen produziert Bürkert

vorwiegend Ventile in kleineren Ab-

Die Initiative

pro Standort

Deutschland der

Wirtschaftszeitung

Produktion

Unter anderem ist

dieser Rollenförderer

im neu strukturierten

und erweiterten

Packbereich bei

Bürkert integriert.

messungen. Diese

werden zunächst

an Erstverpackplätzen

in Produktverpackungen

verpackt, bevor

sie zu Aufträgenzusammengefasst

werden.

AMI organisierte

zunächst den Umzug der Erstverpackplätze.

Man demontierte die vorhandene

Fördertechnik im Versand

und baute sie anschließend im Montagebereich

wieder auf. Weiterhin

wurde sie um individuell konstruierte

Packtischinseln mit integrierter Materialbevorratung

ergänzt.

Vorhandene Fördertechnik wurde

in neue Prozesse eingebunden

Ein Karusselllager von Kardex dient

als Versandpuffer. Außerdem werden

im Hochregallager Teilaufträge bis

zur Fertigstellung zwischengelagert.

Auch hier übernahm AMI die Integration

der einzelnen Lagerkomponenten

in den Materialfluss.

Die Montage erfolgt auftragsbezogen

an verschiedenen Arbeitsplätzen

in unterschiedlichen Bereichen der

Fertigung. Die Mitarbeiter legen die

fertig montierten Artikel in dafür vorgesehene

Behälter. Diese werden anschließend

von der Fördertechnik

zum I-Punkt transportiert und dort

vom Auftragssystem erfasst.

Die Auftragssteuerung erfolgt über

SAP, wobei AMI die Schnittstellenanbindung

übernahm. Am I-Punkt werden

alle Behälter manuell per Tastendruck

den verschiedenen Zielen

(Packplätze, Folienverschweißen, Pa-

Die Mitglieder der Initivative

setzen auf den Standort

Deutschland. Melden auch Sie

Ihr Unternehmen an!

Alle Firmen, alle Fakten, alle

Veröffentlichungen auf

www.prod.de

Entscheider lesen Produktion

ternoster oder Versand) zugewiesen.

Behälter, die dem Versandbereich

zugehen, werden auf einer Pufferstrecke

zu Aufträgen zusammengefasst

und von der Fördertechnik als Einheit

zu den Erstverpackplätzen transportiert.

Die Mitarbeiter an den Packtischen

verpacken die Artikel und schicken

diese in Behältern weiter an das

Karusselllager.

Dort angekommen wird der Teilauftrag

mit Lieferungen aus anderen

Montagebereichen und aus dem HRL

komplettiert. Die vollständigen Aufträge

gelangen abschließend über

zwei getrennte AMI-Gurtförderer zu

den Versandpackplätzen. Die obere

Gurtfördererstrecke transportiert Aufträge

für das Ausland, die untere solche

für das Inland. Durch die Restrukturierung

der Packabläufe konnte

man die Packplätze für die Erstverpackung

verdoppeln und den erhöhten

Produktionsausstoß abdecken.

www.foedertechnik.net

Individuell gefördert

AMI stellt Förderanlagen für den

Materialfluss her, vom Wareneingang

über Fertigung, Kommissionierung

und Endkontrolle bis hin

zum Versand. Das Produktspektrum

reicht von der Leicht- bis zur

Schwerfördertechnik für Lasten

bis 2 500 kg. Planung, Konstruktion,

Fertigung sowie die Montage

der Maschinen und Anlagen erfolgen

aus einer Hand. Auf der Basis

umfassender Analysen planen und

realisieren die Fördertechnik-Experten

die schlüsselfertigen Förderanlagen

oder erweitern bestehende

Anlagen. Dabei kann es sich

um manuelle, teil- oder vollautomatisierte

Lösungen handeln.

Auch die Implementierung eines

Materialfluss- oder Lagerverwaltungsrechners,

eines Datennetzwerks

oder eines Warenwirtschaftssystems

ist möglich.

von Reinhard Irrgang

Produktion Nr. 26 , 2009

BIELEFELD. Ein Baukastensystem von

Dürkopp Fördertechnik ermöglicht den

einfachen Einstieg in ein flurfreies

System mit einfacher Fördertechnik,

das jederzeit veränder- und erweiterbar

ist.

Das modulare und flexible System

kann entsprechend den individuellen

Anforderungen selbst geplant und

aufgebaut werden. Dazu bedarf es

keines aufwändigen Such- und Bestellprozesses,

denn alle Komponenten

lassen sich über einen Internet-

Shop ordern.

Gleich nach Erhalt des Baukastens

kann mit dem Aufbau begonnen werden.

Spezialwerkzeug ist nicht erforderlich,

da die Bauteile geschraubt

werden. Für verschiedenste Deckenkonstruktionen

steht das passende

Befestigungsmaterial bereit.

Je nach Deckenbeschaffenheit werden

die Befestigungen entweder gedübelt,

geklemmt oder geschraubt.

Sofort nach der Montage kann die

Anlage mit den Set-Carriern bestückt

und in Betrieb genommen werden.

Das System besteht aus wasserrohrbasierten

Schienen, über die ganze

Züge von Set-Carriern von Hand ge-

Meißelhammer RRD 57 säubert Gießpfannen

Siliziumschlacke

vibrationsarm abtragen

von Heiko Wenke

Produktion Nr. 26 , 2009

ESSEN (rm). Mit einem rückschlaggedämpften

Meißelhammer RRD 57 der

Atlas Copco Tools GmbH entfernt eine

Gießerei Schlackenrückstände aus

Gießpfannen deutlich ergonomischer

als früher.

Die Gießerei Proferro stellt Getriebe-

und Motorgehäuse sowie Textilmaschinenteile

aus Grau- und Sphäroguss

her. Am Schnabel der Gießpfannen,

von denen jede bis zu 32-mal am

Tag mit 800 kg flüssigem Eisen beladen

wird, bildet sich ein klebriger

Kragen aus geschmolzenem Silizium

und Schlacke.

Der muss mehrmals pro Schicht

entfernt werden, sonst wüchse die

Pfannenmündung zu. Ein verringerter

Mündungsquerschnitt ließe weniger

Schmelze durch, verlangsamte

den Gießprozess und wäre ein großes

Sicherheitsrisiko. Denn verstopft der

Schnabel, könnte flüssiges Eisen unkontrolliert

über den Pfannenrand

laufen und die Mitarbeiter gefährden.

Nach jedem fünften Gießzyklus entfernt

darum ein Mitarbeiter die anbackende

Schlackenmasse von den sieben

umlaufenden Pfannen.

Flurfördertechnik-Baukastensystem

In Eigenregie schnell aufbauen

Bild: Dürkopp Fördertechnik

schoben oder gezogen werden können.

Neben Weichen können auch

Kreuzungen, angetriebene Förderer

für die Ebenenüberwindung sowie

verschiedene Zusatzelemente eingesetzt

werden.

Der robuste, aus Kunststoff gefertigte

Set-Carrier bildet das Kernstück

des Systems. Wartungsfrei abgedichtete

Stahlrollen bewirken einen leichten

Lauf, auch wenn mehrere beladene

Set-Carrier als Zug bewegt werden.

Zum Ziehen von Zügen lässt sich die

optionale Kupplung einsetzen. Jeder

Set-Carrier kann mit einem Barcode

oder RFID-Transponder ausgestattet

werden und ist damit in einem eventuell

vorhandenen Lagerverwaltungssystem

eindeutig identifizierbar.

Der Carrier ist wartungsfrei, kann

Kragen aus geschmolzenem Silizium und

Schlacke von der Gießpfanne entfernt werden.

Mit dem Meißelhammer RRD 57 geht

das ergonomischer und schneller als früher.

Wegen der hohen Temperatur an

den glühend heißen Pfannen streben

die Werker dabei möglichst kurze

Reinigungszeiten an. Mit einem

Stocheisen dauerte das Säubern zu

lange, doch auch die später eingesetzten

schweren Meißelhämmer brachten

keine befriedigende Lösung:

Durch deren hohes Gewicht und starke

Rückschlagneigung erleichterten

sie die Arbeit nicht im gewünschten

Maße. Zusätzlich sensibilisiert durch

die neue EU-Vibrationsrichtlinie ent-

schied man sich daher für einen rückschlaggedämpftenRRD-Meißelhammer

von Atlas Copco.

Gegenüber den bis dahin eingesetzten

Meißelhämmern aus Stahl wiegt

der Hammer mit 3,4 kg gerade einmal

die Hälfte. Trotzdem hat jeder

einzelne seiner 31 Schläge/s eine

Energie von 9,3 J. Mit dieser Schlagfrequenz

ist er wie geschaffen für das

Schnabelputzen. Ein mit rund 1 000

mm extralanger Flachmeißel erhöht

gegenüber früher den Abstand zur

Gießmündung. Das macht das Reinigen

der heißen Öffnung hinsichtlich

der dort herrschenden Temperaturen

erträglicher. Noch angenehmer wird

das Entschlacken durch das besondere

Innenleben der Meißelhämmer.

www.atlascopco.de

Bild: Atlas Copco Tools Mehrmals pro Schicht muss der klebrige

Komfortabler Hammerschlag

Mit einem pneumatischen Meißelhammer

von Atlas Copco Tools

entfernt eine Gießerei Schlacke

von Gießpfannen:

■ Niedriges Hammergewicht

■ Hohe Schlagfrequenz und -energie

Ergonomische Hammerführung


■ Effektive Rückschlagdämpfung

■ Niedrige Vibrationswerte

Das Umstellen

einer Kreuzung

erfolgt beim modularenFördersystem

einfach

von Hand.

Schnell zum Fördersystem

Die manuelle Trolley-Technik des

Dürkopp-Baukastensystems lässt

sich schnell planen. Hierfür erhält

man unter www.bks301.de Informationen

über das System. Bestellt

wird unter www.duerkoppshop.com.

Die übersichtliche Anzahl

von Elementen sowie bereits

vorgefertigte Baugruppen vereinfachen

den Vorgang. Zudem gibt es

optional auch Kleinteile, für Fragen

eine Hotline.

bei seinem geringen Eigengewicht

von 370 g ergonomisch gehandhabt

werden und ist trotzdem mit bis zu

20 kg belastbar. Zu den Vorteilen des

Baukastensystems zählt auch seine

Übersichtlichkeit und Einfachheit. Ein

funktionierendes System ist mit wenigen

unterschiedlichen Komponenten

realisierbar. So läuft der Set-Carrier

auf üblichem ¾-Zoll-Wasserrohr, ergänzt

durch passende Verbindungsstücke

und Aufhängungsteile.

www.duerkoppshop.com


25. Juni

2009 • Nr. 26

Schnittschutz-Handschuh Hyflex 11-435

Höchste Schutzstufe

Produktion Nr. 26 , 2009

MÜNCHEN (rm). Mit dem Modell Hy-

Flex 11-435 bringt die Ansell GmbH

einen Handschuh der Schnittschutzstufe

5 mit einer Beschichtung aus

wasserbasiertem Polyurethan (PU).

Diese Materialwahl hat direkte positive

Auswirkungen auf den Handschuhträger,

da sie ihn vor den Risiken einer

Absorption von Chemikalienrückständen

durch Lösemittel schützt. In

den kommenden Jahren sollen alle

PU-Handschuhe des Herstellers auf

eine umweltfreundliche Produktion

umgestellt werden.

Das Handschuhmodell HyFlex

11-435 ist ein Schnittschutzhandschuh

aus Strickgewebe der Schutzstufe

5 mit einer Beschichtung aus

wasserbasiertem Polyurethan. Die

Verwendung von Wasser statt des Lösemittels

Dimethylformamid (DMF)

bei der Herstellung von PU-Handschuhen

oder -Beschichtungen erhöht

die Sicherheit der Mitarbeiter bei ihrer

täglichen Arbeit.

Ein weiteres positives Ergebnis ist

Bild : Ansell GmbH

die höhere Umweltverträglichkeit des

Produktionsprozesses. Die Verwendung

von wasserbasiertem Polyurethan

bewirkt außerdem ein komfortableres

Gefühl auf der Haut und eine

bessere Flexibilität des Handschuhmaterials.

Denn die Beschichtung

dringt nicht in die Innenseite des

Handschuhs ein. Er hat einen nahtlos

gestrickten Träger mit einer Faden-

ACE Stoßdämpfer

Der Neue ist da!

Erfahren Sie alles über die ACE Dämpfungstechnik

im neuen Gesamtkatalog

4.2009. Vom Industrie- und Sicherheits-

Stoßdämpfer über Strukturdämpfer, Rotationsbremsen,Bremszylinder/Ölbremsen

bis hin zu Industrie-Gasfedern. Viele

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faigle

Modulare Förderschnecken aus

Kunststoff

Kunststoff-Förderschneckensysteme

(links-/rechtsgängig mit 50 - 200 mm

Durchmesser) von faigle bestehen aus

axial aneinandergereihten Einzelelementen,

die auf eine Antriebswelle aufgesteckt

und vorgespannt werden. Die Herstellung

erfolgt im Spritzgießverfahren.

faigle Kunststoffe GmbH, A-6971 Hard

www.faigle.com

Kennziffer 703

Rittal

Klima-Lösungen

mit Tipps auf 300 Seiten

Mit seinem neuen Handbuch „System-

Klimatisierung“ bietet Rittal ein Standardwerk

für die Klimatechnik. Auf über

300 Seiten erhält der Leser umfassende

Produktinformationen sowie praktische

Tipps zur richtigen Auslegung von Klimalösungen

für die Industrie und IT.

Kennziffer

706

Rittal

Sicherungshalter für den

nordamerikanischen Markt

Mit RiLine Class und NH bietet Rittal jetzt

Sicherungshalter für UL-Anwendungen

im nordamerikanischen Markt. Kompakte

Informationen dazu erhalten Schaltanlagenbauer

mit der neuen 8-seitigen

Broschüre „Rittal - RiLine Class und

NH“.

707

Technik : Neue Produkte Produktion 17

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Ein hoher Schnittschutz, ein angenehmes

Tragegefühl sowie der lösemittelfreie

Aufbau kennzeichnen

diesen griffsicheren Handschuh für

eine breite Anwendungspalette.

stärke von 13 Gauge und einer Tauchbeschichtung,

der einen hohen Schutz

vor Schnitt- und Schürfverletzungen

schafft (Leistung gemäß EN388:2003:

4-5-4-2).

Entwickelt wurde der Handschuh

für die Handhabung, Wartung, Vormontage

und das Zuschneiden von

trockenen oder leicht öligen Teilen,

von Glas, scharfkantigen Objekten

und Komponenten, von Blechen und

Keramikmaterialien.

Das Trägermaterial aus Nylon, Glasfaser

und Dyneema zeigt eine hohe

Atmungsaktivität und damit ein angenehm

kühles Tragegefühl. Der

Handschuh ist antistatisch, frei von

Silikon, waschfest und langlebig.

Ansell GmbH

Lehrer-Wirth-Straße 2

81829 München

Fax: 089/45118-119

www.ansell.eu

BluhmWeberGruppe

Colder

Das Angebot reicht von Etikettenpro-

Der Gesamtkatalog von Colder Products

duktion und Etikettengestaltung, Desk-

Company zeigt die breite Produktpalette

top-Etikettendruckern über Systeme von

der Schnellverschluss-Kupplungen für

RFID-vorbereiteten Etikettendruckern

sichere, leckagefreie Fluidverbindungen.

und -spendern für jede Etikettenapplika-

Katalog oder CD über cpcgmbh@colder.

tion bis hin zu vollautom. Serienetikettieranlagen.

Im Bereich Codierung zählen

Inkjet-Codierer, modernste Laser-

Codierer sowie wirtschaftl. Thermocom

erhältlich.

Transfer-Direktdrucker

duktspektrum.

zum Pro-

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Heraeus

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Infrarot-Module für industrielle

Schwere Lasten sicher

Prozesstechnik

heben und bewegen

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geben Wärmeenergie eine praktische

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Kennziffer 704 Kennziffer 705

Wenn auch Sie Ihren Katalog zum Abruf bereitstellen wollen, wenden

Sie sich bitte an Herrn Maximilian Fuchs unter 08191/125-366 oder schicken Sie eine

formlose E-Mail an maximilian.fuchs@produktion.de

Senden Sie mir bitte die angekreuzten Kataloge kostenlos zu

Bitte ausschneiden

und im

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senden oder per

Fax an die Nr.:

0 18 05 - 34 71 74

Vertriebsunion Meynen GmbH

Leserdienst Produktion

Postfach 11 53

65331 Eltville

700

703

706

701

704

707

Sprossenschiene AVS-SP

Reinigung entfällt

Produktion Nr. 26 , 2009

SINGEN (rm). Da die Sprossenschiene

AVS-SP der Altec

GmbH eine offene Fahrfläche

aus einzelnen Sprossen hat,

können sich als besonderer

Vorteil Schmutz und Steine

nicht festsetzen und die Reinigung

der Fahrfläche entfällt

somit.

Da die Sprossenschiene

winddurchlässig ist, verringert

sich bei fest angebauten

Verladeschienen der Luftwiderstand

und somit der

Kraftstoffverbrauch deutlich.

Mit solchen Schienen können

schnell und sicher Radlader,

Bagger und andere

Ketten- und Radfahrzeuge

verladen werden.

Wegen einer verbauten Speziallegierung

ist bei geringem Eigengewicht

eine hohe Traglast erreichbar. Je nach

Einsatz sind die geprüften Aluminium-Verladeschienen

mit und ohne

Schutzrand zu haben.Durch ihr Aluminiummaterial

sind die Schienen

702

705

MIP-PRO 090625

Absender (bitte vollständig ausfüllen)

Name, Vorname. Titel

Betriebliche Funktion

Firma/Institution

Abteilung

Branche Betriebsgröße (Mitarbeiter)

Postfach/Straße

PLZ, Ort

Diese Sprossenschiene für das Verladen schwerer

Fahrzeuge verschmutzt nicht und spart durch ihre

Winddurchlässigkeit Kraftstoff.

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Belastungssicherheit.

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Fax : 07731/8711-11

www.altec-singen.de

Bild : Altec GmbH


18 Produktion Technik : Neue Produkte

25. Juni 2009 • Nr. 26

Kabelkonfigurator

Ethernet-Verkabelungen

konfektionieren

Produktion Nr. 26 , 2009

MINDEN (rm). Mit Hilfe eines Kabelkonfigurators

der Harting Deutschland

GmbH im Rahmen des Katalag-Informations-Systems

HARKIS lassen sich

mit wenigen Klicks konfektionierte

Systemkabel für Ethernet-Anwendungen

konfigurieren.

Für die ausgewählten Produkte kann

dann sofort eine Anfrage an den Hersteller

gesendet werden. Zu finden ist

Einfach besser

informiert!

der Konfigurator unter www.harkis.

harting.com/harkisng/de/series/rji.

Der Kabelkonfigurator stellt Produkte

für 4-polige (Cat. 5), 8-polige

(Cat. 5 / Cat. 6) und hybride Anwendungen

zur Wahl. Das Produktspektrum

umfasst Systemkabel in IP-20-

und in IP-65-/IP-67-Ausführungen.

Harting Deutschland GmbH

Simeonscarré 1

32427 Minden

Fax: 0571/8896-990604

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Rohrstopfen Pipestoppers

Mit Doppeldichtung viel stabiler

Produktion Nr. 26 , 2009

LANGERWEHE (rm). Verstellbare

Stahl- und Aluminium-Rohrstopfen

Pipestoppers von Huntingdon Fusion

Techniques Limited im Vertrieb von

Dänner Industrie Servie gibt es für

mehr Stabilität nun auch in doppelter

Länge und mit Doppeldichtung.

Ihr Einsatz erfolgt dort, wo plötzlich

unerwarteter oder höherer Druck auftreten

kann. Die deutlich stabilere

Ausführung bewirkt, dass der Stopfen

nicht kippen oder seine Dichtung verlieren

kann. Der Bildung von Leckstellen,

dem Auslaufen schädlicher

Produkte oder dem Entstehen eines

Druckverlusts wird somit vorgebeugt.

Sollte die Standarddichtung aus

Naturkautschuk im Hinblick auf die

eingesetzten Produkte oder die Betriebstemperaturen

nicht den Anforderungen

genügen, dann gibt es die

Rohrstopfen auch mit Dichtungen aus

Nitrilkautschuk, Silikon oder Viton.

Produktion Nr. 26 , 2009

SPAICHINGEN (rm). Der Not-Halt-Taster

Inca von Jokab Safety Deutschland

wurde für den Einbau in Schaltschränken

und Bedienfeldern entwickelt.

Der Anschluss erfolgt über abnehmbare

Anschlussklemmen. Funktion

und Optik des Tasters sind dieselben

wie beim Not-Halt-Taster Smile. Beide

Taster sind mit einer LED ausgestattet,

die den aktuellen Status des

Tasters anzeigt.

Leuchtet die LED grün, ist der Not-

Halt-Taster nicht aktiviert. Ein rotes

Licht weist dagegen darauf hin, dass

der Taster betätigt wurde. Blinkt die

LED rot/grün, wurde einer der vorgeschalteten

Not-Halt-Taster aktiviert.

Auf diese Weise lässt sich schnell und

einfach feststellen, welcher Not-Halt-

Taster aktiviert wurde.

Den Not-Halt-Taster gibt es in zwei

verschiedenen Varianten für dynamische

und für statische Schaltkreise.

Die Variante Inca 1 Tina wird dabei

mit Hilfe der Sicherheits-SPS Pluto

oder des Sicherheitsmoduls Vital des

Herstellers an dynamische Sicher-

Die deutlich stabilere Ausführung dieser Rohrstopfen bewirkt, dass sie nicht kippen

oder ihre Dichtung verlieren können.

Wenn die Stopfen tiefer im Rohrinneren

oder weiter von den Rohrenden

entfernt angebracht werden müssen,

kann der Stopfen auch einen verlängerten

Hohlgewindeschaft haben.

Anwendungen für solche Stopfen

gibt es überall dort, wo Rohre und

Not-Halt-Taster Inca

LED zeigt den Status an

Dieses Sicherheitsrelais ist TÜV-zertifiziert

nach EN 61508 und erfüllt die Sicherheitsanforderungsstufe

SIL 3.

Bild: Jokab Safety Deutschland

Diesen Not-Halt-Taster gibt es in

zwei Varianten für dynamische und

für statische Schaltkreise.

heitsschaltkreise angeschlossen. Die

Variante Inca 1 hat stattdessen Kontakte

für den Anschluss an statische

Sicherheitsschaltkreise mit Sicherheitsrelais.

Während beide Varianten

der Schutzart IP 65 entsprechen, erfüllt

ein Sicherheitsschaltkreis mit Inca

1 Tina selbst dann Sicherheitskategorie

4, wenn mehrere Not-Halt-Taster

in Reihe geschaltet sind.

Der Einbaudurchmesser des Not-

Halt-Tasters beträgt 22,5 mm, die

Produktion Nr. 26 , 2009

DETMOLD (rm). Mit dem Modell WRS

24 V DC SIL 3 gibt es von der Weidmüller

GmbH ein Sicherheitsrelais der Anforderungsstufe

SIL 3 zur Notfallabschaltung

von Anlagen und Anlagenteilen

in der Prozessindustrie. Der TÜV

Nord hat das Sicherheitsrelais nach

EN 61508 zertifiziert.

Je eine gelbe LED im Sicherheits- und

Überwachungskreis signalisiert die

Funktion des Relais. Im Überwachungskreis

unterstützen vergoldete

Kontakte und ein weiter Schaltstrombereich

von 8 mA bis 5 A ein zuverlässiges

Ansprechen der Notfallabschaltung.

Die Zeitspanne zwischen ‚Relais

Ein‘ und der Rückmeldung beträgt im

Überwachungskreis 4,5 ms (230 VAC)

oder 5,7 ms (120 VAC).

Im SIL-Kreis sind drei Relais redundant

geschaltet. Diese Schaltung bewirkt

eine zuverlässige Trennung im

Rohrleitungen eine große Rolle spielen.

Dänner Industrie Services

Alte Kirchstraße 3

52379 Langerwehe

Fax: 02423/95405-2

www.daenner.org

Einbautiefe 53 mm. Die abnehmbaren

Anschlussklemmen sind mit einfach

zugänglichen Messpunkten ausgestattet.

Da der Taster auch in

Schwarz zu haben ist, lässt er sich

auch als allgemeiner Stopptaster verwenden.

Jokab Safety Deutschland

Max-Planck-Straße 21

78549 Spaichingen

Fax: 07424/95865-99

www.jokabsafety.de

Sicherheitsrelais WRS 24V DC SIL 3

Im Notfall zuverlässig und schnell abgeschaltet

Bild : Weidmüller GmbH & Co. KG

Ausgangskreis, selbst bei eventuellem

Kontaktverschweißen. Den Kurzschlussschutz

im SIL-Kreis übernimmt

eine interne 5-A-Sicherung.

Die maximal zulässige Schaltspannung

beträgt 240 VAC, der höchstzulässige

Schaltstrom 5 A. Die Ausschaltzeit

beträgt 5,1 ms, die Einschaltzeit

6,8 ms. Der Eingang des Sicherheitskreises

ist mit einer Bemessungsspannung

von 24 VDC und

30 mA Stromaufnahme spezifiziert.

Als Betriebstemperaturbereich wird

-25 °C bis +50 °C angegeben. Mit den

Abmessungen 92,4 mm x 22,5 mm x

112,4 mm (LxBxH) baut das Sicherheitsrelais

kompakt und benötigt nur

wenig Platz auf DIN-Tragschiene

TS35 im Schaltschrank. Leiter von 0,5

bis 2,5 mm² lassen sich anschließen.

Weidmüller GmbH & Co. KG,

Ohmstraße 9

32758 Detmold

Fax: 05231/1428-116

www.weidmueller.com

Bild: Huntingdon Fusion Techniques Ltd.


Bild: igus

25. Juni

2009 • Nr. 26

Produktion Nr. 26 , 2009

WEGBERG (pd). 2003 hat EL.More bereits

eine einfache ‚Lowcost‘-Zahnriemenachse

(Serie Light) entwickelt, die

sich anschließend in zahlreichen Anwendungen

bewährt hat. Die kompakte

Einheit aus Träger, Führungselement

und Zahnriemenantrieb ist seither

für den halben Preis der gängigen

Standardserien von EL.More erhältlich.

Ähnliches gilt jetzt auch für die im

Frühjahr eingeführte Modellerweiterung,

die weitaus spezifischer den

Standardserien nachempfunden ist.

Die neuen Serien E-Light, R-Light und

S-Light sind nicht nur namentlich an

die bekannten Standardserien ELM

(‚E‘), Robot (‚R‘) und SC (‚S‘) angelehnt,

sondern ähneln diesen auch in

Profil, Ausrichtung und Zielsetzung.

Sie unterscheiden sich allerdings in

der Ausstattung, denn alle ‚Light‘-Versionen

verzichte(te)n damals wie

heute auf entbehrliche Dichtungen

oder Abdeckungen. Besonders auffällig

als gemeinsamer Nenner: Der Antriebsriemen

wird außerhalb des Gehäuses

als ungeschütztes Konstruktionselement

offen geführt – er ist dadurch

dem Risiko äußerer Einflussnahme

(wie z. B. starker Verschmut-

zung) direkt ausgesetzt. Der Betreiber

muss sich darüber im Klaren sein,

dass Achsen der Serie Light in besonders

rauen Umgebungsbedingungen

nichts zu suchen haben. Es gibt jedoch

zahlreiche ‚unkritische‘ Anwendungen,

in denen Achsen ohne beeinträchtigende

Fremdeinwirkungen

verbaut werden können.

Die Serienbezeichnung Light ist

nicht gleichbedeutend mit Leichtbauweise,

da die bewährten Eigenschaften

von Aluminiumprofilen wie Tragzahl,

Vorschubkraft und Steifigkeit auch bei

diesen Modellen Anwendung finden.

E-Light, das Pendant zur Serie ELM,

greift lediglich die Profilform (Quadratur

bzw. Rechteckform) des Vorläufers

auf. Für besonders dynamische

Anwendungen steht die der Serie Robot

nachempfundene Serie R-Light zur

Verfügung, die hohen Momentbelastungen

standhält und die sich für eingeschränkt

anspruchsvolle Linear- und

Flächenportale eignet (Pick & Place-

Anwendungen, Umsetzstationen). Das

zu diesem Zweck konstruierte System

besteht aus zwei parallel laufenden

und in entsprechendem Abstand von-

Schwerpunkt : Automation & Drives Produktion 19

Zahnriemenachse

Serie Light profiliert und erweitert

Reduktion auf

das Notwendigste

Gelenkkopf mit Inlay

Fünfzig Prozent zugfester

Produktion Nr. 26 , 2009

KÖLN (pd). Kunststoff-Gelenkköpfe

der Maßreihe E/K

aus dem ‚igubal‘-Programm von igus

laufen trocken und damit wartungsfrei.

Die leichten, hochfesten Komponenten

sind korrosionsfrei und chemikalienbeständig,

unempfindlich

gegen Schmutz, Staub und Flusen

und gleichen Fluchtungsfehler und

Kantenbelastungen aus. Jetzt hat das

Unternehmen für die Maßreihe E –

als Alternative – einen neuen ‚igubal‘-

Gelenkkopf ‚EBRM-16 V‘ mit metallischem

Inlay entwickelt. Die Mittelfüllung,

ein Stahlblech-Stanzteil, erlaubt

50 % mehr Zugbelastung im Vergleich

zur reinen Kunststoffversion. Damit

Moderner Kunststoff mit Inlay

statt Stahl: Der neue ‚igubal‘-

Gelenkkopf ist bis 15 000 N

zugfest und dabei nach

Herstellerangaben deutlich

kostengünstiger als Edelstahlkomponenten

und

wartungsfrei.

nähern sich die ‚igubal‘-Lagerelemente

immer weiter Stahlteilen an,

so der Hersteller, seien dabei freilich

deutlich kostengünstiger und wartungsfrei.

Der neue Gelenkkopf mit metallischer

Verstärkung ermöglicht jetzt eine

Erhöhung der maximalen Zugbelastung

von 10 000 auf 15 000 N. Das

entspricht – zur Veranschaulichung –

dem durchschnittlichen Gewicht zum

Beispiel von zwei Kleinwagen oder

zwei Kühen. Einsatzgebiete sind alle

Anwendungen, wo Edelstahl eingesetzt

wird und höhere Belastungen

gefordert sind.

www.igus.de

Hohlwellengetriebe

Leitungen bestens geschützt

Produktion Nr. 26 , 2009

DÜSSELDORF (pd). Schweißroboter

arbeiten in extrem rauen Umgebungen.

Auch die Kabel und Zuleitungen,

die für die Steuerung und Versorgung

des Roboters benötigt werden, unterliegen

besonderen Gefahren.

Funkenflug, der die Leitungen beschädigen

kann, und die permanenten

schnellen Bewegungen und Biegungen

in den Leitungen tragen dazu

bei, dass der Verschleiß in diesem Bereich

extrem hoch ist. Die einfachste

Lösung dieses Problems ist, die Versorgungsleitungen

in den Roboter zu

verlegen, doch hierzu werden Getriebe

mit ausreichend großen Durchgangsbohrungen

benötigt, z. B. Getriebe

von Nabtesco mit großen Hohlwellen

der RV-C-Serie. Diese Getriebe

entsprechen den patentierten Präzisionsgetrieben

der RV-E-Reihe, verfügen

jedoch über besagte Hohlwelle

Bild: Nabtesco

Die Getriebe der RV-Serie besitzen eine

große Hohlwelle für Mess- und Steuerungsleitungen,

Kühlmittel etc.

für die Durchführung von Versorgungsleitungen.

Die allseitige Lagerung

mit dem nahezu symmetrischen

Getriebeaufbau sowie die Wälzlagerabstützung

aller Wellen, die eine

Schockbelastung bis zum Fünffachen

des Nenndrehmoments erlaubt, können

auch dank der hohen Steifigkeit

alle Belastungen kompensieren.

www.nabtesco-precision.de

Serie E-Light: Achse mit offenem

Antriebsriemen, dafür günstigem

Preis-Leistungs-Verhältnis.

Bild: El.More

einander liegenden Führungsschienen,

die auf einem rechtwinkligen

Aluminiumprofil montiert sind. Über

beide Schienen bewegt sich ein Wagen,

der die gewünschten Belastungen

aufnehmen kann. Sowohl E-Light-

(Baugrößen 30, 50, 80 und 100 mm)

als auch R-Light-Achsen (Baugrößen

120, 160 und 200 mm) lassen sich mit

der neuen Serie S-Light (Baugrößen

50, 65 und 80 mm) kombinieren, deren

vertikale Ausrichtung bereits seit

der etablierten Vertikalachsenserie SC

von EL.More bekannt ist.

Die Kombinationsfähigkeit der

Light-Komponenten steht der Integra-

tionsfähigkeit der

EL.More-Standardserien

in nichts nach.

Durch die Reduktion auf das

Notwendigste verzichtet der Hersteller

bei den Light-Achsen allerdings

auf bereits integrierte Verbindungselemente,

um diese zu Mehrachsensystemen,

Portallösungen oder

Flächenportalen zu kombinieren. Solche

Verbindungselemente müssen gesondert

geordert werden und sind

nicht automatisch Bestandteil bzw.

Konstruktionsbestandteil der Achse –

gegenüber den Standardserien ELM,

Robot und SC eine ungewohnte Besonderheit,

die aber dem minimalistischen

Grundkonzept der Serie Light

im Wesentlichen entspricht. Während

die Serien S-Light und E-Light bereits

verfügbar sind, ist mit der Serie R-

Light nach der Sommerpause zu rechnen.

Der Hersteller aus Mönchengladbach

hat mit dieser ökonomischen

Variante seiner bekannten Baureihe

auf die Erfordernisse des Marktes erfolgreich

reagiert.

www.elmore.de

Schaltsegmente

zur Nachrüstung

Produktion Nr. 26 , 2009

KLINGENBERG (pd). Die neu entwickelte

Baureihe ST von R+W Antriebselemente

ermöglicht dem Anwender einen

individuellen Einsatz einer Sicherheitskupplung.

Die Schaltelemente

können vom Konstrukteur an einer beliebigen

Stelle im Antriebsstrang eingesetzt

werden. Dadurch werden Stillstandszeiten

beim Crash verkürzt und

die Verfügbarkeit und Produktionsleistung

der Anlage erhöht.

Die Schaltsegmente

der Baureihe

ST

können

für Umfangskräfte

von bis zu

70 000 N eingesetzt

werden.

Die Schaltsegmente sind im Vergleich

zu den derzeitig verfügbaren

Schaltsegmenten sowohl im Außendurchmesser

als auch in der Gesamtlänge

wesentlich kompakter. Diese

beiden Features ermöglichen einen

sehr hohen Freiheitsgrad in der Konstruktionsphase.

Weiterhin können diese

Elemente einfacher in bestehende

Anlagen nachgerüstet werden.

www.rw-antriebselemente.de

Bild: R+W


20 Produktion Schwerpunkt : Automation & Drives

25. Juni 2009 • Nr. 26

Frequenzumrichter

Netzrückwirkungen eliminieren

Produktion Nr. 26 , 2009

OFFENBACH (pd). Frequenzumrichter

verhalten sich gegenüber dem speisenden

Netz nicht neutral. Die Gleichrichterbrücken

laden die in den Geräten

enthaltenen Energiespeicher, wie

Zwischenkreiskondensatoren, kontinuierlich

nach. Dies führt zu einem

stoßförmigen Ladestrom an Stelle eines

kontinuierlichen Stromflusses.

Die Folge sind Oberschwingungen

oder Harmonische, die ins speisende

Netz zurückgegeben werden und des-

sen Qualität negativ beeinflussen. Um

diese Effekte bei seinen Frequenzumrichtern

weiter zu reduzieren, stellt

Danfoss im Bereich der High Power

Drives die VLT Low Harmonic Drives

vor. Sie vereinen die Vorteile des aktiven

Filters mit denen des drehzahlgeregelten

Antriebs in idealer Weise.

Die integrierten, optimal angepassten

aktiven Filter eliminieren die durch

den Frequenzumrichter hervorgerufenen

Netzrückwirkungen. Dies reduziert

die Oberwellenbelastung und

sorgt für eine bessere Netzqualität.

Besonderheit der neuen VLT Low

Fahrzeugkomponenten

kundenspezifische Entwicklung.

ergonomisches Design.

berührungslose Schaltelemente.

Kombination von analoger Wippe und digitalen Schaltern.

funktionsbezogene Tastenausführungen mit Symbolik.

„inhouse-Fertigung“.

Elektrobauelemente

GmbH & Co. KG

Zeppelinstr. 44

88299 Leutkirch

Harmonic Drives: Da sie eine komplett

getrennte Filterfunktion besitzen,

ist die Motorspannung identisch

mit der Ausgangsspannung der VLT

High Power Drives.

Gerade bei Nachrüstung in Anlagen

ist das ein wichtiger Punkt. Zudem

hat diese Ausführung den Vorteil,

dass bei einem eventuellen Ausfall

des Filterteils der Frequenzumrichter

weiter seinen Dienst in der Anlage

versieht, was die Verfügbarkeit der

Gesamtanlage erhöht. Während die

Leistung anderer Technologien zur

Oberwellenreduzierung von der Netz-

09

s e n s o r technology made in Germany.

multiaxialer Joystick.

®

≈ 0 75 61 97 00

∆ 0 75 61 97 01 00

www.elobau.com

info@elobau.de

von elobau.

und Laststabilität abhängt oder sich

auf den geregelten Motor auswirkt,

regeln die neuen Low Harmonic

Drives permanent die Netz- und Lastbedingungen

ohne Beeinträchtigung

des angeschlossenen Motors. Zudem

erlaubt es dem Betreiber, seine Transformatoren

und Leitungen besser auszulasten,

da die Low Harmonic Drives

die aufgenommene Blindleistung

ebenfalls minimieren. Die integrierte

grafische Bedieneinheit erlaubt eine

einfache Inbetriebnahme und schnelle

Konfiguration sowie Statusanzeige.

www.danfoss.com

Produktion Nr. 26 , 2009

HORNBERG-NIEDERWASSER (pd). Der

Gewindetechnikspezialist Kammerer

Gewindetechnik hat sein Produktprogramm

um Rollenwälzführungen erweitert.

Die Rollen-Profilschienen-

Wälzführungen der Marke Monoguide

des italienischen Herstellers Rosa Sistemi

werden von Kammerer in Deutschland

und Österreich vertrieben.

Die neuen Rollenwälzführungen

zeichnen sich durch gleichmäßige

Verschiebekräfte, eine optimierte

Geometrie der Laufbahnen, Rollen

mit logarithmischem Profil und eine

integrierte Schmiermittelverteilung

durch einen einzigen Schmieranschluss

aus. Mit der Erweiterung des

Produktprogramms kann Kammerer

nun Spindeln und Führungen im System

anbieten.

Bei den Rollen-Profilschienen-Wälzführungen

wurde mittels FEM-Analysen

eine optimale Laufbahngeometrie

pro Vorspannklasse ausgelegt. Die

Rollen mit logarithmischem Profil, hoher

Formgenauigkeit und eingeengtem

Toleranzfeld gewährleisten eine

lange Lebensdauer, halten hohen Belastungen

stand und erreichen die erforderlichen

Steifigkeitswerte mühe-

Die neuen VLT Low Harmonic Drives

vereinen die bewährten VLT-Frequenzumrichter

mit einer aktiven Filterlösung

in einem Gerät. Der diskrete Aufbau erlaubt

aber auch eine Drehzahlregelung,

sollte der Filterteil einmal ausfallen.

Rollenwälzführungen

Produktprogramm erweitert

Rollenwälzführungen

der Marke Monoguide

des italienischen Herstellers

Rosa haben

nur einen Schmieranschluss

für alle

Einbaulagen.

los. In jeder Einbaulage wird nur ein

Schmiermittelanschluss benötigt. Die

integrierte Verteilung in der Stirnplatte

gewährleistet die Versorgung der

Laufbahnen mit minimalen Öl- oder

Fettmengen. Ein Abstreifer schützt die

Laufbahnen auch in schmutziger Umgebung.

Durch die Auslegung und den

nahtlosen Übergang von Quer- auf

Längsabstreifer wird der Austritt von

Schmiermittel reduziert.

Die Rollen sind in O-Geometrie angeordnet,

was einheitliche Belastung

und Aufnahme von hohen Momenten

ermöglicht. Eine gleichmäßige Verschiebekraft

über den ganzen Arbeitsweg

wird durch optimierte Umlenklängen

erreicht. Dies stellt sicher, dass

immer gleich viele Rollen unter Last

stehen. Die ausgeklügelte Konstruktion

benötigt nur wenige Bauteile, hat

Übergänge zwischen den Kunststoffund

Stahlteilen reduziert und bewirkt

eine präzise Führung der Wälzkörper,

was für eine hohe Betriebssicherheit

sorgt. Monoguide-Rollenwälzführungen

sind in vier verschiedenen Wagenausführungen

und zwei Vorspannklassen

in Schienengrößen von 25 bis

55 mm erhältlich.

Neben den neuen

Rollenwälzführungen

umfasst KammerersProduktprogrammKugelgewindetriebe,Trapezgewindetriebe,Gleitgewindetriebe,Planetenrollengetriebe,Schnecken,Schneckenwellen,kundenspezifischeBaugruppen

und Komplettsysteme.www.kammerergewinde.com

Getriebemotoren

Größere Kraftaufnahme

Produktion Nr. 26 , 2009

BARGTEHEIDE (pd). Die Anschlussmaße

bleiben die alten – bei gleicher

Baugröße macht die aktuelle Baureihe

Nordbloc.1 aber eine größere Kraftaufnahme

als Blockgehäuse-Getriebemotoren

früherer Generationen möglich.

Anwenderfreundlich sind außerdem

die Montageoptionen der Serie: Möglich

ist wahlweise ein Motordirektanbau,

aber auch der Anbau sehr kurzer,

platz- und gewichtsparender IEC-

Adapter. Die Aluminium-Gehäuse

bieten einen widerstandsfähigen natürlichen

Korrosionsschutz, so dass in

vielen Fällen auf eine Lackierung ver-

Durch ausgeklügelte Konstruktion

nur wenige Bauteile notwendig

Bild: Rosa

zichtet werden kann. Die FEM-optimierten

Modelle sind auch leichter

und robuster als ihre Vorgänger. Es

können größere Lager eingesetzt werden,

wodurch die bis Baugröße 6 erhältlichen

Getriebe höhere Querkräfte

zulassen oder bei gleichen Bedingungen

länger halten. Sie eignen sich

auch für schwierige Einsatz- und Umgebungsbedingungen

– die Entlüftung

etwa ist in allen Einbaulagen

möglich, und sämtliche Typen sind

wahlweise als ATEX-Ausführungen

erhältlich. Als Ergänzung zum bisherigen

Nordbloc.1-Programm gesellen

sich nun weitere Varianten in den drei

zusätzlichen Baugrößen 7–9 hinzu.

www.nord.com

Bild: Danfoss


22 Produktion Schwerpunkt : Automation & Drives

25. Juni 2009 • Nr. 26

Kupplungssystem

Hochelastische Alternative

Produktion Nr. 26 , 2009

HAAN (pd). Mit dem hochelastischen

Kupplungssystem Centax-SEC bietet

Centa der Öl- und Gasindustrie eine

drehweiche Alternative zu herkömmlichen

Ganzmetallkupplungen. Die

hochelastischen Kupplungen verschieben

schädliche Resonanzen in den unterkritischen

Bereich und sorgen so

für einen ausfallsicheren Betrieb der

Verdichteranlagen. Die Kupplungen

sind von namhaften Klassifikationsgesellschaften

typengenehmigt und erfüllen

in Absprache mit dem Kunden

den API-Standard.

In der Öl- und Gasindustrie sind

große Verdichtereinheiten gefragt,

die hohe Wirkungsgrade liefern. Ihr

Antrieb erfolgt in der Regel über einen

leistungsstarken Elektromotor,

der über eine Ganzmetallkupplung

mit der Verdichtereinheit verbunden

ist. Nachteil dieser Lösung: Aufgrund

der hohen Drehsteifigkeit

und geringen Dämpfung der Kupplungen

werden die vom Kolbenverdichter

angeregten, schädlichen

Drehschwingungen in die Antriebseinheit

eingeleitet. Schäden an der

Kupplung und hohe Belastungen für

die Lagereinheiten sind die Folge,

Bild: Centa

Hochelastisches

Kupplungssystem

für die Öl- und

Gasindustrie von

Centa.

was zu einem Totalausfall der Anlage

führen kann.

Eine betriebssichere Alternative

zu herkömmlichen Ganzmetallkupplungen

bietet das vom Hersteller

entwickelte hochelastische Kupplungssystem

Centax-SEC. Aufgrund

ihrer drehweichen Eigenschaften

verschiebt die Kupplung schädliche

Resonanzen in Bereiche außerhalb

der Betriebsdrehzahl. Auch montage-

und betriebsbedingte Versatzwerte

werden belastungsarm ausgeglichen.

Das Prinzip des modular

aufgebauten Kupplungssystems basiert

auf einem oder mehreren hochelastischenCentax-Gummielementen,

die aus Naturkautschuk oder

Silikon gefertigt und in verschiedenen

Shorehärten geliefert werden.

In Kombination mit einer Membran-,

Lenker- oder Bolzenkupplung

sowie einer Vielfalt von Flanschen

und Naben werden eine hohe Elastizität

in alle Richtungen, höchste Anpassungsfähigkeit

in konstruktiver

Hinsicht sowie eine in weiten Grenzen

beeinflussbare Drehsteifigkeit

erzielt. Ihr Drehmomentbereich

reicht von 2,5 bis 650 kNm.

In Absprache mit dem Kunden erfüllen

die Kupplungen den API-

Standard. Mehrere führende Klassifikationsgesellschaften

haben Centa

die Typengenehmigung erteilt. Für

die Klassifikationsgesellschaften Det

Norske Veritas (DNV), Nippon Kaiji

Kyokai (NKK) und Polski Rejestr

Statkow (PRS) kann Centa Serienkupplungen

mit Typengenehmigung

eigenverantwortlich selbst stempeln.

Bereits seit 1990 ist das Qualitätsmanagement-System

des Unternehmens

ISO-9001-zertifiziert. Seitdem

wurden alle Audits erfolgreich

absolviert.

Zulassung zur alternativen

Produktzertifizierung

Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen

laut eigener Aussagen

als weltweit erster Hersteller die Zulassung

zur alternativen Produktzertifizierung

typengenehmigter

Kupplungen vom Germanischen

Lloyd (GL) erhalten. Ein Vertrauensbeweis,

der den Einsatz von Centa

für eine kontinuierliche Qualitätssteigerung

bestätigt.

www.centa.info

Scheibenläufermotoren

Antriebe für die

Solartechnik

Produktion Nr. 26 , 2009

NÜRNBERG (pd). Exakte

Positioniergenauigkeit,

große Dynamik im Drehzahlstellbereich

und eine

hohe Langzeitstabilität –

das sind die Anforderungen,

denen Antriebe in

der Solartechnik gerecht

werden müssen. Die

Scheibenläufermotoren

von Baumüller zeichnen

sich durch eben diese

Eigenschaften aus und

sind dadurch prädestiniert

für Applikationen in

diesem Bereich.

Die Nachfrage nach erneuerbaren

Energien

ist nach wie vor ungebrochen,

denn auch beziehungsweise

gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise

müssen sich die Unternehmen

ernsthafte Gedanken über

eine ökonomische Energieversorgung

machen. Besonders die Solarenergie

erfreut sich dabei immer

größerer Beliebtheit. Im Gegensatz

zu fossilen Energieträgern ist die

photovoltaisch oder thermisch erzeugte

Sonnenenergie praktisch unbegrenzt

verfügbar. Dabei kommt es

zu keinerlei Freisetzung von CO 2

oder Feinstaub wie etwa Rußpartikeln.

Die Solarindustrie stellt dabei an

die Antriebstechnik ganz besondere

Anforderungen. Neben einer exakten

Positioniergenauigkeit und einer

großen Dynamik müssen die Antriebe

mit einer hohen Langzeitstabilität

aufwarten.

Die Scheibenläufermotoren von

Baumüller werden diesen Ansprüchen

gerecht. Sie verfügen zum einen

über ein geringes Drehmomentenrippel,

wodurch sie sich durch

einen ruhigen Gleichlauf auszeichnen.

Zum anderen weisen sie eine

leichte Regelbarkeit und exakte Positioniergenauigkeit

auf. Zum Bei-

Hubsäulen für

große Verfahrwege

Produktion Nr. 26 , 2009

OFFENBURG (pd). Der Lineartechnikspezialist

Hiwin hat sein Elektrohubzylinder-Sortiment

um die Hubsäulen

des Typs LAC3 ergänzt. Diese

ergonomischen, überaus leisen Einheiten

sind für die Höhenverstellung

von Tischen, Pulten und Arbeitsflächen

konzipiert. Sie erreichen Druckkräfte

bis 2 000 N und Geschwindigkeiten

bis 12 mm/s. Dank ihres Teleskop-Aufbaus

bieten die Hubsäulen eine

sehr hohe Stabilität und sind für

Verfahrwege bis 400 mm lieferbar.

Standardmäßig werden LAC3-Hubsäulen

in Schutzart IP54 geliefert; optional

sind sie unter anderem in

Schutzart IP66 sowie

mit einem potentiometrischenWegmesssystem

verfügbar.

www.hiwin.de

LAC3-Hubsäulen

von

Hiwin werden

zur

Höhenverstellung

eingesetzt.

Exakte Positioniergenauigkeit und hohe Langzeitstabilität

zeichnen Antriebe für die Solartechnik aus.

Bild: Hiwin

spiel bei der Verstellung der Solarpaneele

mit dem Sonnenverlauf

kann der optimale Einfallswinkel für

die Sonnenstrahlen stets gewährleistet

werden.

Darüber hinaus sind die Scheibenläufer

auf Grund ihrer großen Dynamik

im Drehzahlstellbereich optimal

geeignet, um bei großen Umweltschwankungen,

wie etwa hohen

Windeinwirkungen, die Solarpanele

in eine sichere Position zu fahren.

Bürstenlose Scheibenläufermotoren

zeichnen sich zudem durch ihre

hohe Lebensdauer aus. Durch den

Verzicht auf verschleißbehaftete

Bauteile und die sehr hohe Langzeitstabilität

können Serviceaufwand

und Wartungskosten auf ein Minimum

reduziert werden.

Der Hersteller aus Nürnberg bietet

auf Kundenwunsch die Scheibenläufermotoren

als integrierte Einheiten

an und kann komplette Antriebseinheiten

bestehend aus Scheibenläufer

mit Getriebe, Geber/Tacho und

Bremse liefern. Die Schnittstellen im

System werden dadurch optimiert

und die Fehleranfälligkeit wird deutlich

minimiert.

www.baumueller.de

Bild: Baumüller


Bild: SensorDynamics

25. Juni

2009 • Nr. 26

E20001-F80-M112-V2 PUBLICIS

Schwerpunkt : Automation & Drives Produktion 23

Signalaufbereitungs-IC Signalaufbereitungsbaustein ‚ZMD31210‘:

Das Gesamtpaket von ZMD enthält Muster

im TSSOP14-Gehäuse, ein Entwicklungsboard,

USB-Kabel und Kalibriersoftware.

Geringer Stromverbrauch

Produktion Nr. 26 , 2009

DRESDEN (sp). Der neue Signalaufbereitungsbaustein

von ZMD verfügt

über große Bereiche für Eingangskapazität,

Betriebstemperatur und

Versorgungsspannung und eignet

sich für Applikationen mit geringem

Stromverbrauch.

Unter der Bezeichnung ZMD31210

stellt ZMD einen cLite(TM)-IC vor

und erweitert damit seine Familie an

Signalaufbereitungsbausteinen für

kapazitive Sensoren. Der cLite-IC ver-

Kombisensor

Für Drehraten und

Beschleunigung

Produktion Nr. 26 , 2009

A-GRAZ (sp). Der Kombisensor ‚SD777/

SD788‘ von SensorDynamics ersetzt

vier Einzelsensoren und reduziert so

die Systemkosten beträchtlich. Er eignet

sich für den Einsatz in sicherheitskritischen

Anwendungen.

SensorDynamics, ein Hersteller von

ein- und mehrdimensionalen Inertialsensoren

für die Automobil- und

Fertigungsindustrie, präsentiert den

mikromechanischen Kombisensor

SD777 bzw. SD788. Der Sensor liefert

ausfallsichere Messwerte für die

Drehrate in einer und die Beschleunigung

in drei Raumrichtungen. Damit

ist der Sensor ideal für Anwendungen

wie Fahrdynamikregelung

und Überrollschutz geeignet, bei denen

in einer Achse die Drehrate und

in mindestens zwei Achsen die Beschleunigung

erfasst werden muss.

Eine dritte Beschleunigungsachse

und zwei kalibrierte Messbereiche

für die Drehrate lassen eine sehr flexible

Einbaulage und ein weites Einsatzgebiet

zu.

Der neue ausfallsichere Kombisensor von

SensorDynamics ermöglicht Drehraten-

und dreidimensionale Beschleunigungsmessung.

Für den vierachsigen Kombisensor

sind zwei Varianten verfügbar: Beim

SD777 liegt die auf Drehrate empfindliche

Achse in der Bauteilebene,

beim SD788 senkrecht dazu. Beide

Varianten bieten eine hohe Schockfestigkeit

von 2000 g und eine herausragende

Vibrationsfestigkeit. Sie sind

über den vollen Arbeitstemperaturbereich

von -40 °C bis +125 °C temperaturkompensiert,

der maximale Offsetfehler

beträgt 2°/s bzw. 90 mg. Die

kontinuierlich arbeitende Selbstüberwachung

der Sensoren garantiert eine

Ausfallsicherheit besser als ein FIT,

die maximale Stromaufnahme beträgt

dabei aber nur 15 mA.

Darüber hi naus zeichnen sich die

beiden Typen durch geringes Signalrauschen

und hohe Langzeitstabilität

aus. Der SD777 ist ab sofort verfügbar,

SD788-Muster sind ab Juni erhältlich.

www.sensordynamics.cc

fügt über einen großen Dynamikbereich.

Er bietet eine Auflösung von 14

Bit sowie eine Genauigkeit von 0,5 %.

Bei Versorgungsspannungen von 1,8 V

oder 5,5 V verbraucht der ZMD31210

nur 60 μA. Für den Anschluss kapazitiver

Sensoren kann er mit 2 bis 260

pF und Empfindlichkeiten von etwa

125 aF (Atto-Farad) pro digitales Bit

konfiguriert werden. Das Bauteil unterstützt

eingangsseitig sowohl massebezogene

wie auch differentielle

Sensorkonfigurationen. Die gesamte

Kalibrierung erfolgt digital in nur einem

Durchgang.

SINAMICS drives

Ab jetzt ist die beste Antriebslösung Familiensache. Bauen Sie mit SINAMICS auf mehr Flexibilität,

Funktionalität und einheitlichem Engineering. Lernen Sie unsere Antriebstalente

kennen: starke Einzelantriebe, koordinierte Antriebe oder Mehrachs- und Motion Control-

Antriebe für jede Leistung, Spannung und Performancestufe. Und profitieren Sie vom

perfekten Zusammenspiel der modularen, skalierbaren, durchgängigen Gemeinschaft.

www.siemens.de/sinamics. Setting standards with Totally Integrated Automation.

Answers for industry.

Wegen ihrer kleinen Abmessungen

und ihres geringen Stromverbrauchs

werden kapazitive Sensoren häufig

gegenüber Sensoren mit Widerstandsbrücken

bevorzugt. Sie arbeiten berührungslos

ohne direkten Kontakt zu

dem abzutastenden System. Diese

Sensortypen sind damit eine bevorzugte

Option für industrielle Linear-

und Winkelpositionssensoren und

kontaktlose Potentiometer in rauer

oder explosiver Umgebung.

Der ZMD31210 lässt sich an Mikrocontroller

anschließen, kann aber

auch in Stand-Alone-Designs verwen-

Alleine stark.

det werden. Das Mixed-Signal-Design

des cLite bietet 14 Bit Kapazitäts/Digital-Wandlung

und volle 14-Bit-Kompensation

von Sensor-Offset, Empfindlichkeit

und Temperatur über einen

digitalen Signalprozessor, auf

dem ein Korrekturalgorithmus läuft.

Kalibrationskoeffizienten werden in

einem integrierten, nichtflüchtigen

EEPROM gespeichert. Als Systemschnittstellen

sind I2C-, SPI-, PDM-

oder Alarmausgänge vorhanden.

Die Standard-Versorgungsspannung

beträgt 2,7 bis 5,5 V. Bei dieser Spannung

ergibt sich eine Genauigkeit von

Gemeinsam unschlagbar.

0,25 % über den Temperaturbereich

-20 bis +85 °C und eine Genauigkeit

von 0,5 % bei Temperaturen von -40

bis +125 °C. Im Sleep Mode sinkt die

Stromaufnahme auf unter 1 μA.

www.zmd.biz

E20001-F80-M112-V2_227x300.indd 1 19.05.2008 10:43:47 Uhr

Bild: ZMD


Bild: Welotec

24 Produktion Schwerpunkt : Automation & Drives

25. Juni 2009 • Nr. 26

Funktechnologien

Datenfunk als Kommunikationsmedium für M2M

Welotec bietet verschiedene Schmalband-Datenfunkmodems: vom einfachen Einsteigermodell für lizenzfreie Frequenzbereiche und kurze Distanzen

über Hochleistungsmodems, die im lizenzierten Datenfunk sehr große Reichweiten bis zu 30 km abdecken, bis hin zu verschiedenen OEM-Produkten.

Produktion Nr. 26 , 2009

LAER (sp). Bei Machine-to-Machine-

Kommunikation (M2M) spielt das

Übertragungsmedium eine wesentliche

Rolle. Das Spektrum an Datenfunkstandards

ist jedoch breit. Woher

weiß man eigentlich, welche Funktechnologie

für welchen Einsatzbereich

geeignet ist? Einige generelle Kriterien

können bei der Auswahl helfen.

Wo bereits Kabelverbindungen für die

Datenübertragung vorhanden sind,

fällt die Wahl natürlich leicht. In Anwendungen,

bei denen keine Leitungen

verlegt sind oder sich gar nicht verlegen

lassen, kann die Datenübertragung

per Funk punkten. Typische Einsatzbereiche

sind die Überwachung

abseits gelegener Anlagen, die Verkehrsüberwachung,

das Transportwesen

oder das Flottenmanagement.

Entscheidungskriterien

Reichweite und Geschwindigkeit

Für die Wahl der richtigen drahtlosen

Technologie sind sowohl die benötigten

Übertragungsgeschwindigkeiten

als auch die gewünschten Reichweiten

entscheidend. Ebenfalls für die Auswahl

relevant ist die Frage, ob die zu

verbindenden Komponenten ortsfest

oder mobil sind. Ob zwischen Sender

und Empfänger eine Sichtverbindung

bestehen kann, ist ein weiteres Ent-

Kosten senken... alles schmierfrei... neu...

500kg heben 40% kostengünstiger 6fach verschleißfester 50% höhere Lasten

®

scheidungskriterium. Daneben spielen

auch die tolerierbare Übertragungsverzögerung

und die benötigte Zuverlässigkeit

der Kommunikation eine wichtige

Rolle bei der Frage, ob eine Funktechnologie

für die jeweilige Anwendung

geeignet ist. Generell gelten für

alle Funktechnologien einige Faustregeln:

je geringer die Datenrate, desto

höher die überbrückbare Entfernung

und umgekehrt. Höhere Trägerfrequenzen

benötigen eine direkte Sichtverbindung.

Je niedriger eine Trägerfrequenz,

desto besser geeignet ist sie

für den Einsatz bei beweglichen oder

verdeckten Objekten. Welche konkrete

Technologie für genau welchen Bereich

geeignet ist, wird im Folgenden näher

erläutert (Bild 1).

Die Ultra-Breitband-Technologie

(UWB – englisch: ultra wide band)

nutzt den lizenzfreien Frequenzbereich

von 3,1 bis 10,6 GHz und erreicht Datenraten

weit über 100 Mb/s. Allerdings

überbrückt sie lediglich Reichweiten

zwischen 10 und 50 m und hier

ist eine direkte Sichtverbindung zwischen

Sender und Empfänger nötig.

Letzteres gilt auch für WiMAX (Worldwide

Interoperability for Microwave

Access), womit mit dem IEEE-Standard

802.16 interoperable Geräte bezeichnet

werden. Auch dieser Standard ermöglicht

große Übertragungsraten bei

kurzen Latenzzeiten und bietet dank so

genanntem Quality of Service (QoS)

wichtige konfigurierbare Performance-

GSM/GPRS-Telemetriemodule für vielfältige Anwendungen

Die Experten für kabellose Kommunikation

der Welotec GmbH haben

für Anwendungen, bedienen größere

Reichweiten überbrückt werden

müssen, verschiedene GSM/GPRS-

Telemetriemodule im Programm

(Bild 2). Die breit aufgestellte MT-

Serie bietet für jedes Telemetrie-

Problem ein geeignetes Produkt:

Effektive Geräte zur einfachen Übertragung

von Ein- und Ausgangsgrößen

gehören ebenso dazu wie Geräte

mit SPS-Funktionalität, Gateways

zum Nachrüsten vorhandener Anlagen

mit der Möglichkeit zur GPRS-

Kommunikation, batteriebetriebene

Module oder verschiedene Modelle

für spezielle Anwendungen. Typische

Einsatzbereiche finden sich

u.a. im Umweltschutz, im Wasser-

und Abwasserbereich, bei der Wärme-

und Energieversorgung, bei der

Zählerfernauslesung oder im Transport-

und Flottenmanagement.

/abLager

Parameter wie Latenz, Jitter oder

Bandbreite. Damit eignet er sich besonders

für Telefonie- und Videoanwendungen.

Nachteilig ist hier die hohe

Störanfälligkeit bei hohen Geschwindigkeiten.

Datenraten zwischen 100 kB/s und

100 MB/s werden fast ausschließlich

durch verschiedene Datenübertragungen

im 2,4-GHz-Bereich abgedeckt,

wie WLAN gemäß IEEE 802.11b/g

oder Bluetooth. Hinzu kommt noch der

bislang nicht so stark verbreitete, im

5,5-GHz-Bereich arbeitende IEEE-

802.11a-Standard. Dabei liegen IEEE

802.11a und g mit einem Datentransfer

von brutto 54 MB/s in diesem Bereich

bei den Datenübertragungsraten

an der Spitze, gefolgt von dem noch relativ

wenig verbreiteten 802.11b mit

Datenraten zwischen 1 und 10 MB/s

sowie Bluetooth. Vorteil der weit verbreiteten

Übertragungstechnologien ist

die große verfügbare Auswahl an entsprechenden

Geräten. Ein Nachteil allerdings

ist, dass der 2,4-GHz-Bereich

von vielen Anwendungen stark frequentiert

ist und es somit zu Engpässen

oder Störungen in der Kommunikation

kommen kann. Hier kann der

bislang noch recht wenig genutzte IE-

EE-802.11a-Standard punkten. Mittelfristig

ist wohl aber auch bei diesen

WLAN-Systemen im 5,5-GHz-Bereich

mit Überlastung des Frequenzbandes

zu rechnen.

Für große Entfernungen eignen

sich 2G- und 3G-Systeme

Bei den 2G- und 3G-Systemen wie

GSM/GPRS, EDGE, UMTS, HSDPA

und HSUPA liegen die reinen Funkreichweiten

zwischen wenigen Metern

und ca. 10 km. Nimmt man allerdings

den weiterführenden Internetanschluss

der Mobilfunkstationen dazu, ist eine

weltweite Übertragung möglich. Ebenfalls

vorteilhaft: In diesem Bereich bietet

der Markt eine große Produktauswahl

(siehe Kastentext). Wegen der

langen Wege und der nicht kalkulier-

baren Auslastung der Mobilfunknetze

kann die Signallaufzeit jedoch stark

variieren, was für zeitkritische Anwendungen

schwierig ist. Bei nicht dauerhaften

Verbindungen kommen außerdem

Einwahlzeiten dazu und die Verfügbarkeit

ist abhängig vom Netzbetreiber.

Vorteil hoher Frequenzen:

Keine Sichtverbindung nötig

Schmalband-Funkmodems schließlich

erreichen Datenraten von etwas

über 19 kB/s und eignen sich für Entfernungen

bis zu 50 km. Im VHF-Band

(Very-High-Frequency) arbeiten sie auf

Frequenzen von 138 bis 174 MHz bzw.

218 bis 238 MHz und im UHF-Band

(Ultra-High-Frequency) von 380 bis

470 MHz bzw. 869 MHz oder von 902

bis 927 MHz. Vorteilhaft ist hierbei,

dass keine Sichtverbindung nötig und

nicht mit Störungen zu rechnen ist. Die

Übertragungsverzögerungen liegen bei

dieser Methode mit 20 bis 30 ms für die

Datenübertragung in einem sehr nied-

Quelle: Welotec

über 9.600 Artikel ... keine Mindestbestellwerte ... ab Stückzahl 1 ...

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Die GSM/GPRS-Telemetriemodule der MT-Serie reichen vom effektiven Gerät

zur einfachen Übertragung von Ein- und Ausgangsgrößen über Geräte mit

SPS-Funktionalität, Gateways zum Nachrüsten vorhandener Anlagen mit der

Möglichkeit zur GPRS-Kommunikation, batteriebetriebenen Modulen bis hin

zu verschiedenen Modellen für spezielle Anwendungen.

rigen Bereich. Da eine private Permanentverbindung

besteht, also völlige

Unabhängigkeit von öffentlichen Netzen

gegeben ist, stehen auch in kritischen

Fällen Prozessinformationen jederzeit

sofort zur Verfügung. Das kann

bei einer Störüberwachung von Pumpenstationen,

z. B. bei regionalen Überschwemmungen

bis hin zur Überwachung

und Steuerung von Fluttoren im

gesamten Hamburger Stadtgebiet, zum

Verhindern von Katastrophen ein großer

Vorteil sein. Gleichzeitig überzeugt

diese Kommunikationsart durch Zuverlässigkeit:

Während Mobilfunknetze

im Fall von Unwettern oder Katastrophen

oft überlastet sind, steht beim

Schmalband-Datenfunk auch in diesen

Fällen die volle Bandbreite zur Verfügung.

Insgesamt macht der Vergleich

der verschiedenen Technologien deutlich:

Es gibt keine besseren oder

schlechteren Funkübertragungsstandards.

Abhängig von Art der M2M-Anwendung

eignen sich jedoch manche

besser als andere.

www.welotec.de

Drahtlose Technologien im Vergleich

Vergleicht man die auf dem Markt erhältlichen Systeme wird schnell deutlich: je höher die

Datenrate, desto geringer die überbrückbare Entfernung und umgekehrt. © Produktion

Für kostensensitive

Anwendungen

Produktion Nr. 26 , 2009

WENDELSTEIN (sp). Um auch für

kostensensitive Anwendungen telezentrische

Objektive zur Verfügung

stellen zu können, hat Sill Optics eine

neue Objektiv-Serie entwickelt. Zunächst

wird es vier Objektive mit den

gängigen Abbildungsmaßstäben geben.

Diese Objektive weisen einen

einheitlichen Arbeitsabstand von

89 mm auf. Auch die Baulänge der

Objektive ist gleich, so dass eine Austauschbarkeit

der Objektive untereinander

sicher gewährleistet ist.

www.silloptics.de


25. Juni

2009 • Nr. 26

Hallsensor

Sofort einsatzbereit

Produktion Nr. 26 , 2009

FRIEDRICHSHAFEN (sp). Der lineare

Hallsensor für Wegmessungen bis 30

Millimeter kann als Testmuster, Prototyp

oder Kleinserie in mechanischen,

pneumatischen und hydraulischen Anwendungen

eingesetzt werden.

Das ZF-Geschäftsfeld Elektronikkomponenten

(ZF Electronics GmbH)

stellt ein neues Produkt für die Automobilentwicklung

vor: einen leistungsfähigen,

direkt einsetzbaren

Wegsensor speziell für die Automobilentwicklung.

Der kompakte Hallsensor

kann für Wegmessungen bis 30

Millimeter eingesetzt werden. Dieser

vorkonfektionierte Sensor ersetzt individuelle

Lösungen in der Entwicklung,

erfüllt aber dennoch automobile

Standardanforderungen für B-Muster

und ist folglich für Testmuster, Prototypen

bis hin zur Kleinserie einsetzbar.

Hersteller von Sensoren und Sensorgruppen

für Automobile bekommen

von den Automobilherstellern

oder ihren Zulieferern spezifische Parameter,

die sie der Serienfertigung

des jeweiligen Produkts zugrunde legen.

Diese Lastenhefte sind allerdings

erst am Ende des Entwicklungsprozesses

verfügbar. Bislang fehlte eine

Bild: ZF Electronics

ZF Electronics erleichtert

mit ihrem sofort einsetzbaren

Hallsensor die Entwicklung

von Systemen

für Automobile.

kostengünstige Lösung für die Entwicklungsphase

selbst. Denn für Testmuster

und Prototypen der jeweiligen

Anwendung werden bereits funktionsfähige

Sensoren benötigt, deren

Funktion erst im nächsten Schritt näher

definiert werden kann.

Der kompakte Hallsensor ist bei

Temperaturen zwischen -40 °C und

+150 °C einsatzfähig und bietet eine

Schnittstelle, die auch mit einfachen

Messmitteln ausgelesen werden

kann.

Durch den Einsatz dieses Standardsensors

können individuelle Sonder-

Vision-System

Lichtempfindlich und schnell:

Zeilen-Visionsystem

Bild: Cognex

Produktion Nr. 26 , 2009

KARLSRUHE (sp). Mit dem neuen

kompakten und autarken Vision-System

In-Sight 5604 erweitert Cognex

seine Produktfamilie der Serie 5000.

In vielen industriellen Bereichen der

Qualitätskontrolle und Identifikation

bieten die zeilengestützten Bildverarbeitungssysteme

entscheidende Vorteile.

Das betrifft sowohl die Lebensmittel-,

Verpackungs- und pharmazeutische

Industrie als auch Endlosprodukte

wie Metallbänder und Folien

oder Bereiche der Post/Verpackung.

Bislang war dieser Bereich vor

allem den PC-basierten Vision-Systemen

mit Zeilenkameras vorbehalten.

Das Vision-System In-Sight 5604 ist

mit einem Hochgeschwindigkeits-Zeilenbildwandler

und integriertem

Ethernet-Anschluss ausgestattet. Die

Integratoren und Anwender erhalten

damit eine einfach zu installierende

Schwerpunkt : Automation & Drives Produktion 25

In-Sight 5604, ein

neues High-Speed-

Zeilen-Bildverarbeitungssystem.

Lösung für viele

neue Anwendungsmöglichkeiten.

Das In-Sight-

5604-Line-Scan-

Bildverarbeitungssystem

verbindet

robuste In-Sight-

Hardware und Vision-Tools

mit einem

1 024-Pixel-Hochgeschwindigkeits-Line-Scan-Bildwandler.PC-basierteBildverarbeitungssysteme

und

separate Line-Scan-

Kameraköpfe sind

so nicht mehr erforderlich.

Der für

dieses Vision-System

verwendete

Line-Scan-Sensor

ist sehr viel lichtempfindlicher

als die in den meisten

Kameras verwendeten Bildwandler.

Durch die Unterstützung von Hardware-

und Software-Encodern besitzt

das In-Sight 5604 die Flexibilität, die

für die schwierige Bilderfassung bei

einer Vielzahl von Anwendungen erforderlich

ist. Zum Beispiel schnell

bewegende, einzelne Teile auf einem

Förderband, zylindrische oder große

Teile wie auch Endlosprodukte wie

Bänder und Folien.

Geeignet für Endlosmaterialien

und sich schnell bewegende Teile

Cognex, gegründet 1981 in Massachusetts,

entwickelt, produziert und

vermarktet maschinelle Bildverarbeitungssysteme,

die Maschinen ein ‚intelligentes

Sehen‘ erlauben. Cognex

hat bisher bereits über 450 000 Systeme

für die maschinelle Bildverarbeitung

ausgeliefert.

www.cognex.com

anfertigungen für die Entwicklungsarbeit

entfallen. „Diese Lösung hilft

die Hemmschwellen für den Einsatz

von Elektronik zu senken“, so Wolfgang

Schrüfer, Leiter Entwicklung bei

ZF Electronics. „Anbieter, die Systeme

für Anwendungen im Automobil entwickeln

und dafür Weginformationen

benötigen, können unseren Sensor

bei Bedarf einfach integrieren.“ Dies

ist beispielsweise bei Aktuatoren der

Fall, ebenso bei Anwendungen, die

die mechanische Bewegung von

Kupplungen erfassen müssen.

www.zf.com

www.zuk.de

Perfekte Teamarbeit

Die Gesamtlösung rund um‘s Picken, Packen und Palettieren

Ein starker Partner für Ihren gesamten Handhabungsprozess

Wer sonst bietet Ihnen eine derart breite Auswahl an Robotern? Gerade weil das

Angebot groß ist, fi nden Sie bei FANUC Robotics genau die richtige Handhabungstechnik,

um Ihren Prozess schneller, fl exibler und effektiver zu gestalten. Mit

FANUC-Robotern haben Sie vom ersten bis zum letzten Schritt perfekt abgestimmte

Anlagen mit den idealen Robotern für‘s Picken, Packen und Palettieren – egal ob Ihre

Produkte groß oder klein, leicht oder schwer, robust oder zerbrechlich sind.

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Präziser Picker – besonders genau, für Aufnahmezyklen bis 120 Picks pro Minute

Schneller Packer – extrem leistungsstark, für Anwendungen mit kurzen Packzyklen

Kraftvoller Palettierer – extra stark, für eine Traglast bis 1.200 kg

WWW.FANUCROBOTICS.DE

Vibration auf

kleinstem Raum

Produktion Nr. 26 , 2009

KELKHEIM (sp).Die Althen Mess- und

Sensortechnik stellt mit dem ‚780A‘

von Wilcoxon Research einen Hochleistungsvibrationsaufnehmer

für industrielle

Anwendungen vor.

Vibrationsaufnehmer werden in nahezu

allen Zweigen der Industrie zur

Maschinenüberwachung eingesetzt.

Änderungen der Amplitude im Frequenzband

lassen frühzeitig Verschleiß

oder Defekte an Maschinen

mit rotierenden Teilen erkennen. Neben

Kompressoren, Ventilatoren,

Pumpen, Getrieben und Motoren

können viele weitere Arten von Maschinenantrieben

überwacht werden.

Durch das kompakte Edelstahlgehäuse

mit 20 mm Durchmesser und

einem Gewicht von nur 62 g kann der

780A einfach in vorhandene Anlagen

integriert werden.

Der 780A ist mit einem üblichen

2-poligen MIL-C-5015-Anschluss ausgerüstet.

Der 780A arbeitet mit einer

Toleranz von ±5 % in dem Frequenzbereich

von 0,4 Hz bis 14 kHz. Die

Nichtlinearität liegt bei unter einem

Prozent, die Arbeitstemperaturen

zwischen -50 °C und +120 °C. Durch

das robuste, korrosionsbeständige

und hermetisch abgedichtete Gehäuse

kann der Sensor auch in rauen Einsatzumgebungen

eingesetzt werden.

www.althen.de

Schneller

Speichertausch

Produktion Nr. 26 , 2009

DÜSSELDORF (sp). Mit dem IPPC-

4000D präsentiert Advantech einen

19’’-Rackmount-Industrie-PC mit integriertem

VGA-Display.

Das ATX-industrial-Motherboard,

der Intel-Core-2-Duo- oder wahlweise

-Pentium-4-Prozessor und seine vier,

respektive acht GB DDR2 SDRAM

machen ihn zu einem robusten und

leistungsstarken Industrie-PC. Das industrielle

ATX-Motherboard reduziert

die Anzahl nötiger Verbindungen zwischen

Motherboard und CPU-Karte.

Zwei frontseitig zugängliche Lüfter

sichern den Luftzufluss.

Der IPPC-4000D ist mit sieben Erweiterungs-Steckplätzen

sowie der

Option für vier hot-swappable SATA

HDDs ausgestattet. Weitere Ports: 4 x

RS-232, 1 x Gigabit-Ethernet, 6 x USB,

2 x PS2, VGA, parallel und IEEE.

www.advantech.de

Für die Videoüberwachung: großer,

schnell austauschbarer Datenspeicher.

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FANUC – NO.1 IN FACTORY AUTOMATION AND ROBOTS.

Bild: Advantech


Bild: Fanuc Robotics

26 Produktion Schwerpunkt : Automation & Drives

25. Juni 2009 • Nr. 26

Fanuc Robotics bietet seinen neuen Delta-

Roboter in einer vier- und in einer sechsachsigen

Variante an.


Pick-Sprinter M-1iA

Erstmals Delta-Kinematik von Fanuc Robotics

Produktion Nr. 26 , 2009

Bleiben Sie anspruchsvoll!

Lesen Sie Produktion und

bleiben Sie immer gut

informiert!

Testen Sie die nächsten

3 Ausgaben völlig kostenlos

und unverbindlich.

NEUHAUSEN (mg). Zum ersten Mal hat

Fanuc Robotics einen Roboter in Delta-

Kinematik entwickelt. Als erste Modelle

der neuen Baureihe gibt es eine

vier- und eine sechsachsige Variante.

Beide Roboter sind für Handhabungsgewichte

bis 0,5 kg gedacht, arbeiten

mit dem R-30iA-Mate-Controller und

verfügen über das integrierte Visionsystem

iRVision. Der vierachsige

M-1iA/0,5S ist speziell für Pickaufgaben

konzipiert, die im Prinzip nur

Name, Vorname

Firma, Abteilung

senkrechte und waagrechte Bewegungen

erfordern. Seine maximale Geschwindigkeit

am Handgelenk wird

mit 1 440 deg/s angegeben. Der

sechsachsige M-1iA/0,5A ist aufgrund

seiner Beweglichkeit im Handgelenk

sehr gut für Montageaufgaben geeignet,

so Fanuc. Während die vierachsige

Variante den herkömmlichen Vorstellungen

eines Roboters in ‚Parallel

Link‘-Kinematik entspricht, ist die

zweite Variante M-1iA/0,5A mit einem

dreiachsigen Handgelenk ausgerüstet.

Die maximale Geschwindigkeit

am Handgelenk liegt hier bei 3 000

Wissen zum Nulltarif!

Ja, bitte senden Sie mir die nächsten

3 Ausgaben Produktion kostenlos zu!

� Ja! Ich möchte auch weiterhin gut informiert sein!

Bitte senden Sie mir an meine nebenstehenden Daten Fachzeitschriften

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Dienstleistungen der Unternehmen der Süddeutscher Verlag

Mediengruppe, evtl. unter Einbeziehung von Dienstleistern,

sowie anderen ausgewählten Unternehmen zu!

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Firmenanschrift (PLZ, Ort, Land)

Tel.* E-Mail*

Datum, Unterschrift

12. Februar 2009

Nummer 07

Unternehmen: „Hurra, wir

werden durchkommen!“

���������������� Sicherheitssysteme

Hannover Messe 2009

Auf der Hannover Messe trifft

sich vom 20. bis 24. April die

gesamte Automatisierungsbranche.

Nicht nur bei der Antriebs-

und Fluidtechnik steht

Energie-Effizienz in industriellen

Prozessen im Blickpunkt. ����Lisa Zeidler�

Seite 13 �����������������������

Öko-Teilereinigung

Kaum eine Branche machte in

den vergangenen Jahren eine

solch steile Karriere wie die

Teile reinigung. Bisher lag der

Fokus bei der Auswahl eines

Reinigungsverfahrens primär

auf der Erfüllung der Reinigungsanforderungen

und weniger

auf der Ressourcenschonung.

Jedoch findet hier ein

Umdenken statt. Seite 14

Tiefziehen simulieren

Münchner Ingenieure haben eine

neue Methode zur Simulation

von Tiefziehwerkzeugen

entwickelt. Das Vorgehen erlaubt

es, die sonst ignorierte

Elastizität von Werkzeugen einzubeziehen.

Dadurch können

bessere Werkzeuge leichter in

kürzerer Zeit entwickelt werden.

Seite 15

LANDSBERG. Ausgebrannte Autos

und hohe Kriminalität: Der

Wandel der Autostadt Detroit zu

einer Geisterstadt zeigt, wie eine

Wirtschaftskrise Bedrohungen

hervorrufen kann. Profitiert

auch die Sicherheitsindustrie

von dieser Situation?

Erste Anzeichen, dass die Sicherheitsbranche

in schlechten

Zeiten Konjunktur hat, gab es

auf der Messe Security im Oktober

2008. Als die Wirtschaftskrise

schon weite Kreise zog,

war dort von einer Krise oder

der Angst davor nichts zu spüren.

Aussteller und Besucher

ließen sich von schlechten Prognosen

nicht beirren. Die Messe

brummte vor Optimismus.

Auch jetzt, wo die Krise fast

alle Branchen erfasst hat, blickt

die Sicherheitsbranche größ-

Bestellung per Tel. 06123/9238-257, Fax 06123/9238-258

oder E-Mail: leserservice@mi-verlag.de

verlag moderne industrie GmbH

Justus-von-Liebig-Str. 1

86899 Landsberg

Vertretungsberechtigt: Ulrike Endert

Interview mit Thomas Vester,

Geschäftsführer Oemeta

Kinkele setzt auf API ������������������������������������������

Flexibilität ist eine der wesentlichen

Eigenschaften des Och-

����

senfurter Auftragsfertigers Kinkele.

Flexibilität war aber auch

eine der Anforderungen, die ����

die Franken an ihr möglichst

universell einsetzbares Mess- ����

system stellten. Deshalb fiel die

Entscheidung zur Anschaffung ����

der Kombination aus XD Laser

5/6D und Laser Tracker 3 von ����

API. Seite 19

� ��� ���� ���� ���� ����

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Leserservice

Redaktion:

Tel.: (0 81 91)125-310, Fax: (0 81 91)125-312

Anzeigen:

Tel.: (0 81 91) 125-497, Fax: (0 81 91)125-304

Abo-Service:

Tel.: (01 80) 3 67 3 124* Fax: (01 80) 3 67 31 26*

*9 Cent je Minute aus dem deutschen Festnetz

(abweichende Mobilfunktarife möglich)

Die Wirtschaftszeitung für die deutsche Industrie

Kompressoren: Zwischenstopp

vermeidet teuren Leerlauf

Deutsche Industrie geht jetzt auf

Nummer Sicher

����������������� �������

tenteils positiv in die Zukunft.

„Wir beobachten, dass in

schwierigen Zeiten der Ruf

nach verstärkten Sicherheitslösungen

lauter wird“, bestätigt

Olle Magnusson, Geschäftsführer

der Gunnebo Deutschland

GmbH, einem Hersteller von

Sicherheitstechnik. „Vor allem

für unseren Geschäftsbereich

Site Protection, der Lösungen

für einen umfassenden Gebäudeschutz

bietet, verzeichnen

wir einen deutlichen Anstieg

an Anfragen.“ Hans-Jürgen

Springmann, Sales Manager

Honeywell Security and Communications

Germany, erklärt,

dass sich die Nachfrage nach

Sicherheitstechnik bisher in allen

Konjunkturphasen als stabil

erwiesen habe. „Alarmanlagen,

Zugangskontrollsysteme, Videoüberwachung

und Rettungswegstechnik

sind in großen

Neubauprojekten unverzichtbar

und werden daher

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Der Markt für elektronische Sicherheitssysteme legt weiterhin zu. 2007

stieg das Volumen gegenüber 2006 um 3,9% auf 2,4 Mrd Euro.

Automobilindustrie

GM reintegriert Delphi

����Claus Wilk�

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NEW YORK. Ein Jahrzehnt

nach der Abspaltung des Autoteileherstellers

Delphi aus dem

Mutterkonzern verhandelt General

Motors nach Angaben informierter

Personen über eine

Reintegration von großen Teilen

des Zuliefergeschäftes. Konkret

geht es um fünf nordamerikanische

Delphi-Werke, die

ausschließlich Teile für GM-

Marken produzieren. Größtes

Problem in den seit Dezember

laufenden Verhandlungen dürften

dabei die Gläubigerbanken

sein: Delphi arbeitet in den

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Oettinger bei Fabrik des

Jahres am 25./26. März

LANDSBERG (gk). Die Wirtschaftszeitung

Produktion und

das m.i.c. laden zum

großen Produktioner-Treffen

am 25./

26. März 2009 in die

Liederhalle in Stuttgart

ein. Fabrik-des-

Jahres-Sieger wie Festool und

die Fischerwerke stellen ihre

Erfolgskonzepte vor, Ministerpräsident

Günther Oettinger

spricht bei der Preisverleihung.

Anmeldungen bei Ricarda

Herrmann: Tel. 08191/ 125

872, Fax: 08191/125 404,

E-Mail: r.herrmann@m-i-c.de.

USA seit 40 Monaten unter

Gläubigerschutz nach Chapter

11 des US-Insolvenzrechts. Bislang

ist es nicht gelungen, eine

abschließende Schuldenrestrukturierung

zu treffen.

Nach Informationen wollen

die Delphi-Gläubiger für die

Werke 2 Mrd Dollar, während

GM nahezu nichts bezahlen

will. Anders als General Motors

hat Delphi bislang keinen Zugang

zu Staatshilfen. GM wolle

die Reintegration der Werke als

Teil der Gesamtsanierung

durchsetzen, hieß es, benötigt

für die Transaktion aber die Zustimmung

des US-Finanzministeriums.

auch weiter

wie geplant

umgesetzt.“ Eine

vom Bundesministerium

für

Wirtschaft und

Technologie in

Auftrag gegebene

Studie, die Anfang

2009 vorgestellt

wurde, besagt, dass

die Märkte für Sicherheitstechnologie

auf längere Sicht überdurchschnittlicheWachstumsperspektivenaufweisen.

Allein in Deutschland

sei bis 2015 mit einem

Zuwachs von 20 Mrd auf 31

Mrd Euro beim Gesamtvolumen

des Sicherheitsmarktes zu

rechnen. Die deutschen Unternehmen

seien national und international

gut aufgestellt.

„Sicherheit hat eine extrem

hohe Bedeutung für den Bestandsschutz

von Unternehmen,

sagt Angelika Staimer,

Vorsitzende des ZVEI-Fachverbands

Sicherheitssysteme. Der

aktuellen Situation steht sie

eher verhalten gegenüber:

Sagen Sie uns Ihre Meinung:

redaktion@produktion.de

In Krisenzeiten setzen Firmen auf

umfassende Sicherheitssysteme

– von der Videoüberwachung

bis zur Zutrittskontrolle.

„Derzeit spüren zwar die Mitgliedsunternehmen

vereinzelt,

dass Aufträge gestreckt oder

storniert werden – das ist aber

eine Momentaufnahme.“ Der

Verband setzt laut Staimer auf

Impulse durch das Konjunkturpaket

der Bundesregierung.

Zudem nehmen Probleme wie

Wirtschaftsspionage oder Sabotage

durch Angestellte, die

von Entlassung bedroht sind,

zu. „Unternehmen wollen sich

zunehmend gegen das wach-

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weiter auf Seite 2

US-Konjunkturprogramm

Rettung vor Katastrophe

����Kathrin Irmer�

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WASHINGTON. Nach der Einigung

im US-Senat auf ein abgespecktes

Konjunkturprogramm

mit einer abgemilderten ‚Buy

American‘-Klausel, will Barack

Obama nach eigenen Angaben

das Gesetz für das Konjunkturpaket

am 16. Februar unterzeichnen.

Das Maßnahmenpaket,

dass von 940 Mrd auf 780

Mrd US-Dollar geschmolzen ist,

setzt sich zu 58 % aus Ausgaben

und zu 42 % aus Steuererleichterungen

zusammen.

Aus der umstrittenen Klausel

zur Bevorzugung einheimischer

Güter bleibt, dass bei der Auftragsvergabe

bestehende Gesetze

und Handelsabkommen

eingehalten werden müssen.

Massive Proteste aus der EU

und anderer US-Handelspartnern

hatten Obama in eine

handelspolitische Zwickmühle

und zum Zurückrudern gebracht.

Das US-Konjunkturpaket

dürfe keinen „Handelskrieg

auslösen“. Obama lobte den

jetzt erzielten Kompromiss:

„Größe und Umfang des Plans

sind richtig. Die Zeit zum Handeln

ist jetzt.“ Angesichts der

verheerenden Daten vom US-

Arbeitsmarkt, muss dringend

aufs Tempo gedrückt werden.

www.produktion.de Einzelpreis Euro 2,80

Leserservice Produktion 65341 Eltville DPAG

PVST 5339 Entgelt bezahlt

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€ 1,29 $

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€ 0,88 £

Euro in Dollar

€ 62,74 Rupie

€ 46,60 Rubel

€ 4,57 Zloty

€ 291,06 Forint

Glos-Abgang bedauert

MÜNCHEN (kn). Die deutsche

Wirtschaft bedauert den Rücktritt

von Bundeswirtschaftsminister

Michael Glos (CSU).

„Die deutsche Wirtschaft verliert

mit ihm einen verlässlichen

und kompetenten Gesprächspartner“,

sagte der Präsident

des Bundesverbandes

der Deutschen Industrie (BDI),

Hans-Peter Keitel. CSU-Generalsekretär

Karl-Theodor zu

Guttenberg (37) wird Nachfolger

von Glos.

Bei uns im Internet

IT-Matchmaker

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�����������www.produktion.

de/it-matchmaker

Renault und PSA: Hilfe!

Paris (AFP). Frankreich hat ein

Hilfspaket von 6 Mrd Euro für

Renault und PSA Peugeot Citroën

geschnürt, berichteten die

französischen Zeitung Les

Echos und Figaro. Im Gegenzug

werde auf Entlassungen und

Standortschließungen in

Frankreich verzichtet.

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...der Berater

������� glauben, dass

deutsche Unternehmen gestärkt

aus der Krise kommen.

Barack Obama will das US-Konjunkturpaket

bis zum 16. Februar

zur Unterschrift vorliegen haben.

Die jüngsten Zahlen zeigen,

dass allein im Januar 600 000

Jobs verlorengingen. Obama

warnte vor einer „nationalen

Katastrophe“, falls das Gesetz

nicht bald in Kraft tritt.

deg/s. Das Arbeitsgebiet des M-1iA ist

ein nahezu zylindrischer Arbeitsraum

mit 280 mm Durchmesser. Den inneren

Bereich mit 94 mm Durchmesser

deckt der Delta-Roboter in voller Höhe

ab. Zum Rand des Arbeitsraumes

hin sind es etwa 40 mm weniger. In

der Praxis wird der M-1iA bereits bei

Fanuc zum Bestücken von Platinen

eingesetzt. Der Roboter arbeitet dabei

mit einer Wiederholgenauigkeit von

0,02 mm. Gerald Mies, Geschäftsführer

Fanuc Robotics Deutschland, sieht

für den deutschen Markt einen Einsatz

auf einem weiteren Gebiet als

�����������

*freiwillige Angaben

lohnenswert: „In der Lebensmittelindustrie

stoßen wir heute auf sehr

schnelle Pick-Aufgaben. Dabei deckt

der neue Delta-Roboter bestehende

Anlagenkonzepte ab, eröffnet aber

auch neue Möglichkeiten.“ Für ein

bestimmtes Aufgabenspektrum sei

der Delta-Roboter eine ideale Ergänzung

zu den schnellen Pickern der M-

430iA-Baureihe, die 120 Picks/min

erreichen. Ideal ausgenützt wird die

extrem hohe Geschwindigkeit beim

Picken, wenn der Roboter von einem

Visionsystem unterstützt wird.

www.fanucrobotics.de

Paket für 3D-

Energieketten

Produktion Nr. 26 , 2009

KÖLN (mg). Igus hat jetzt neu tordierbare

Bus-, Motor- und Steuerleitungen

sowie Lichtwellenleiter vorgestellt. Die

‚Chainflex CF Robot‘-Familie überträgt

zuverlässig Energie und Daten in dynamisch

dauerbewegten 3D-Energieketten.

Für‚Triflex R‘-Energieketten hat Igus jetzt

eine komplette Leitungsfamilie für Torsionsanwendungen

entwickelt.

Dazu gehören etwa eigene tordierbare

Busleitungen für die populärsten

industriellen Bussysteme. Für die bei

Busleitungen immer sehr empfindliche

Aderisolation werden besonders

torsionsfreundliche Werkstoffe eingesetzt.

Zudem sind diese durch Dämpfungselemente

und eine abgestimmte

PTFE-Gleitfolie geschützt. Das

Schirmgeflecht besitzt eine optische

Bedeckung von 85 %. Der mit Druck

extrudierte, hoch abriebfeste, ölbeständige

Außenmantel ist aus einer

flammwidrigen, halogenfreien PUR-

Mischung. Auch hat Igus neu torsionsfähige

Motorleitungen entwickelt.

Angeführt von den bereits eingeführten

geschirmten Einzeladerleitungen,

bieten die Kölner jetzt auch 3- und

4-adrige Leitungen an mit Querschnitten

von 1,5 bis 35 mm 2 . Die tordierbaren

PUR-Motorleitungen sind geschirmt

und ungeschirmt lieferbar.

Besonderer Wert wurde auf die

Dämpfungselemente zum Schutz der

verseilten Elemente gelegt. Bei den

geschirmten Typen wurde ebenfalls

der Einsatz von hochwertigen PTFE-

Gleitfolien fortgeführt, um die spezielle

torsionsfreundliche Schirmumlegung

für besonders hohe Anforderung

standfest zu gestalten. Das neue ‚CF

Robot‘-Steuerleitungsprogramm basiert

ebenfalls auf diesem Vierklang:

torsionsfreundliche Isolierwerkstoffe,

Dämpfungs- und Gleitelemente sowie

ein hoch abriebfester Mantel zum

Schutz vor allen mechanischen Einflüssen.

Abgestimmt auf die Anforderungen

von Robotern sind schließlich

auch die neuen tordierbaren Lichtwellenleiter.

www.igus.de/robotik

Bild: Igus


Bild: Weiss

25. Juni

2009 • Nr. 26

Schwerpunkt : Automation & Drives Produktion 27

Motoman

Neun Bauteile in nur 15 Sekunden abgreifen

Produktion Nr. 26 , 2009

ALLERSHAUSEN (mg). Speziell für

leichte Kleinbauteile hat die Schweizer

Firma flexfactory ag den mit Servomotoren

angetriebenen Anyfeeder

entwickelt. Dieser Rüttelförderer ist

mit einem Visionsystem ausgestattet,

welches die Lage der Bauteile auf dem

Feeder erkennt. Um die bereitgestellten

Bauteile dann abzunehmen, ist ein

Industrieroboter erforderlich. Müssen

die Bauteile auch noch in eine Vorrichtung

gelegt werden, bietet sich ein

6-Achser an.

Die Joma Polytec Kunststofftechnik

GmbH stellt medizintechnische Komponenten

und Baugruppen aus mehreren

Spritzgussteilen für die Automobilindustrie

her. In einige dieser

Bauteile müssen nach dem Spritzen

vollautomatisiert metallische Buchsen

eingepresst werden. Die Herausforderung

bestand darin, die mehr als

100 verschiedenen Einpressbuchsen

für die eigens gebaute Einpressstation

bereitzustellen und einzulegen.

Die Anforderungen an die Firma

Motoman: Neun Bauteile sollten innerhalb

von maximal 18 Sekunden,

besser noch 15 Sekunden, vom Feeder

abgegriffen und anschließend in

Schunk

Greifer in Miniaturausführung

Produktion Nr. 26 , 2009

LAUFFEN (mg). Schunk präsentiert

vor dem Hintergrund der immer stärker

werdenden Miniaturisierung ein

Greifwerkzeug für Automatisierungsaufgaben.

Das Unternehmen hat seine

Baureihe der MPZ-Miniaturgreifer

um die Baugrößen 16, 20 und 25 ergänzt.

Diese winzigen und leistungsstarken

3-Finger-Zentrischgreifer sind

überall im Kleinteilehandling einsetzbar,

z. B. zum Handhaben und Montieren

von Produkten wie Nadeln oder

Mikroprozessoren. Ebenso wie ihre

großen Geschwister weisen die drei

Kleinen die genaue T-Nuten-Gleitführung

auf, welche durch gehärtete, geschliffene

Stahlgrundbacken sichergestellt

wird und somit für Zuverlässigkeit

und ein Maximum an Leistung

sorgt, so Schunk. Besonders bemerkenswert

sei die bei sehr kleinen Greifern

ansonsten eher seltene Greifkraftsicherung,

die als optionales

Handling

Grenzen überwinden

Produktion Nr. 26 , 2009

BUCHEN (mg). Das HP 140T integriert

in einem Linearmodul eine horizontale

und eine vertikale Achse und

kann entlang dieser beiden Achsen alle

Punkte direkt anfahren. Seine freie

Programmierbarkeit und sein kompakter,

robuster Aufbau schaffen dem

Anwender neue konstruktive Möglichkeiten,

verspricht Hersteller Weiss.

Links im Bild der klassische HP mit

65 mm Vertikalhub, daneben der große

Bruder mit 100 mm Vertikalhub.

Bild: Motoman

MOTOMAN-Roboter mit Feeder und Cognex-Bildverarbeitung.

die Einpressstation gelegt werden.

Für diese Aufgabe wurde von Motoman

der HP3XF ausgewählt, weil er

durch seine Reichweite und Geschwindigkeit

überzeugte. Darüber

hinaus sind noch zwei MOTOMAN-

HP20 in die Zelle integriert. Ein HP20

legt das Spritzgussteil in die vom

HP3XF bestückte Einpressstation, der

andere Roboter entnimmt das fertig

gepresste Teil und stapelt es ab.

Bild: Schunk

Der winzige

und leistungsstarke

3-Finger-

Zentrischgreifer

MPZ

ist überall im

Kleinteilehandling

einsetzbar.

Merkmal verfügbar ist. Sowohl beim

Öffnen des Greifers als auch beim

Schließen wird in der entsprechenden

Variante die Greifkraft mittels sehr

kleiner Federn abgesichert. Somit soll

beispielsweise dem Bauteilverlust

beim plötzlichen Ausfall des pneumatischen

Druckes entgegengewirkt

werden.

www.schunk.com

Das HP 140T hat eine Beschleunigung

von bis zu 40 m/s 2 und eine Positioniergenauigkeit

von 0,02 mm. Es

überwindet laut Weiss die Grenzen

traditioneller pneumatischer Systeme.

Wo früher zwei einzelne Achsen gekauft,

konstruiert und in Betrieb genommen

werden mussten, handelt es

sich bei dem HP 140T um ein integriertes,

vorkonfiguriertes und anschlussfertiges

System. Der Anwender

kann zwischen zwei Varianten wählen:

das HP 140T mit 65 mm Vertikalhub

oder das neue HP mit 100 mm

Vertikalhub. Mit Letzterem lassen sich

auch größere Teile greifen und transportieren.

Die Inbetriebnahme und

Parametrierung gehen schnell: Innerhalb

weniger Minuten werden die Positionen

geteached und Fahrsequenzen

eingerichtet. Das Versprechen von

Weiss lautet also: weniger Aufwand

bei der Installation und in kürzerer

Zeit zur Produktion.

www.weiss-gmbh.de

Aufgrund der hohen Teilevielfalt

musste die Zuführung sehr flexibel

gestaltet werden. Deshalb entschied

sich Joma Polytec gegen herkömmliche

Wendelförderer und für den

Anyfeeder. Ein entscheidender Vorteil

des durch Servomotoren angetriebenen

Anyfeeders gegenüber einem

Wendelförderer sei die hohe

Teilevielfalt, die damit bewältigt

werden kann, so Motoman. Jedes

Sensor Solutions

Motion Control

Vision Technologies

Bauteil wird im Kamerasystem einmalig

eingelernt und in einem Job

abgespeichert. Bei einer Umstellung

der Produktion und einem damit verbundenen

Bauteilwechsel wird nur

der entsprechende Job auf die Kamera

geladen und die Produktion kann

weiterlaufen, versprechen die Allershausener.

Aufwändige mechanische

Umbauten an der Anlage sollen gänzlich

entfallen.

Neben der geringen Zykluszeit wurde

von Joma Polytec zudem eine sehr

hohe Prozesssicherheit gefordert, was

den Einsatz eines zweiten Feeders

notwendig machte. Dadurch kann die

Produktion komplett aufrecht erhalten

werden, während der zweite Förderer

bereits mit neuen Bauteilen eines

anderen Typs befüllt wird.

Die Lage in X und Y sowie der Drehwinkel

der Bauteile auf dem Feeder

wird von einer Cognex-In-Sight-Kamera

erkannt und an den Roboter

übermittelt. Dabei kamen erstmals

die eigens von Motoman für die Kommunikation

mit Cognex-Kameras

programmierten Makrojobs zum Einsatz.

Die Herausforderungen des Roboters

lagen in der kurzen Zykluszeit

sowie dem unter Umständen mehrmaligen

erforderlichen Feederwechsel

während eines Bestückungsvor-

MAGRES BMMH 30

Der robuste Absolut-Multiturn-Drehgeber

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Der MAGRES BMMH 30 mit patentierter Abtastung bietet Ihnen:

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gangs. Falls ein Feeder gerade keine

Teile bereitstellen kann, müssen die

Buchsen vom zweiten Feeder abgegriffen

werden. Ein eigens dafür programmierter

Makrojob macht auch

diesen Vorgang möglich.

Um zusätzlich Zeit bei der Kommunikation

mit der Kamera zu sparen,

wird diese komplett in einem

Paralleljob abgearbeitet. Der Roboter

weiß beim Ablegen des Bauteils bereits,

von welchem Feeder das nächste

Teil abgegriffen werden muss und

wo es dort liegt. Dadurch kann die

gewünschte Zykluszeit von 15 Sekunden

erreicht bzw. teilweise sogar

noch unterboten werden, verspricht

Motoman.

Einrichtzeit des Systems soll auf

ein Minimum reduziert werden

Das Konzept wurde so realisiert,

dass durch eine Anpassung der Standard-Makrojobs

von Motoman an die

Kommunikation mit dem Feeder eine

Plug&Play-Schnittstelle geschaffen.

Diese Anpassung sowie die Bereitstellung

eines Rumpfjobs für den

Motoman-Roboter sollen zukünftig

die Einrichtzeit eines Anyfeeder-Systems

auf ein Minimum reduzieren.

www.motoman.de


28 Produktion Technik : Office Tools 25. Juni 2009 • Nr. 26

PNY bringt spritzwassergeschützten USB-Stick auf den Markt

Nach dem Erfolg der USB-Sticks Micro Attaché City Series mit den

Kapazitäten von 2GB, 4GB und 8GB präsentiert PNY Technologies

nun auch eine 16-GB-Version. Über das bunte mitgelieferte Band

kann der City Series ganz einfach an den Schlüsselbund angebracht

werden und ermöglicht so, gespeicherte Daten unkompliziert bei

sich zu tragen. Das Capless-Design zum Ausklappen verleiht dem

Micro Attaché 16GB einen zusätzlichen trendigen Touch. Dank der

hochentwickelten SIP-Technologie bietet der kleine kompakte Stick

nicht nur viel Speicherplatz für seine Größe, sondern ist auch sehr

schnell. Darüber hinaus ist das Metallgehäuse des USB-Sticks

spritzwassergeschützt.

Technische Details

Abmessung (BxLxH): 12,2 x 29,7 x 6 mm

Schreibgeschwindigkeit: bis zu 10 MB

Speicher: 16 GB

Gehäuse: spritzwassergeschützt

Preis: 59,90 Euro

Kontakt: www.pny.eu

IMPRESSUM

Redaktion (08191-125-310)

Chefredakteur: Eduard Altmann (verantwortlich)

E-Mail: redaktion@produktion.de

Redaktion:

Susanne Bader (ba) -812, Verena Fahrion (fr)

-694, Klaus Hiemer (hi) -359, Kathrin Irmer (ki)

-271, Andreas Karius (ks) -839, Christian Klein

(kn) -375, Gunnar Knüpffer (gk) -107, Annika

Mentgen (mg) -493, Sebastian Moser (sm) -443,

Dietmar Poll (pd) -695, Jürgen F. Prochnow

(jfp)-341, Sabine Spinnarke (sp) -445, Claus

Wilk (ilk) -329, Ernst Woisetschläger (woi) -225,

Lisa Zeidler (lz) -593

Sekretariat:

Tel. 08191/125-310, -442, -370, -371

Fax: 08191/125-312

E-Mail: sekretariat@produktion.de

Internet: www.produktion.de

Anzeigen (08191-125-370)

Anzeigenleitung:

Michael Klotz -167

Ultra-thin ist in

Neue Intel-Chips machen extrem schlanke und leistungsstarke Notebooks

erschwinglich. Auf der IT-Fachmesse Computex in Taiwan hat Intel vier neue

Mobilprozessoren der Intel-Centrino-2- und Intel-Centrino-Prozessortechnologie

vorgestellt. Darunter waren ein Energiesparprozessor sowie ein

preiswerter Mobil-Chipsatz. Dies wurde unter anderem veranlasst, um die

Markteinführung von ultraschlanken Notebooks auf breiter Front voranzutreiben.

Der neue Intel-Energiesparprozessor, Intel Pentium SU2700, ermöglicht

das Design besonders flacher Notebooks mit weniger als 2,5 Zentimeter

Dicke und einem Gesamtgewicht von bis zu zweieinhalb

Kilogramm. Zudem überzeugen die Geräte durch

einem attraktiven Anschaffungspreis.

Anzeigenverkauf:

Grit Albacete-Lopez -231, Klaus Peter Egger -497,

Erich Elster -816, Marcus Etzl -224, Bettina

Fischer -844, Andreas Krumm -458,

Maximilian Fuchs -366, Gerald Zasche -337

E-Mail: anzeigen@produktion.de

Anzeigenverwaltung: Renate Guggemos -323

E-Mail: anzeigenverwaltung@produktion.de

Verlag (08191-125-0)

Geschäftsführung: Sabine Buckley

Verlagsleitung: Stefan Waldeisen

Vertrieb:

Leser-Service: E-Mail: leserservice@mi-verlag.de

Tel.: 06123/9238-257, Fax: 06123/9238-258

Abonnement-Service:

E-Mail: aboservice@mi-verlag.de,

Tel.: 06123/9238-257,

Fax: 06123/9238-258

Leitung Vertrieb:

Ulrike Endert

Leitung Vertriebsadministration:

Annette Tabel -348

Technische Details (Intel Pentium SU2700)

Verbrauch: 10 W

Taktrate: bis zu 3,06 GHz

Prozessor: 64 bit

Frequenz: 1,3 GHz

Verbindung (drahtlos): Intel My WiFi

Kontakt: www.intel.de

Office-Lösungen für Profis

Mit der neuen VAIO-BZ21-Serie bringt Sony frischen

Wind in den Büroalltag. Die konsequent auf professionelle

Nutzung ausgelegten Modelle der BZ21-

Serie sind optional mit der Intel-vPro-Technologie

erhältlich, die Systemadministratoren durch Fernwartungsoptionen

das Leben vereinfachen und Außendienstlern

unter Umständen den Termin retten

soll. Fehlt nur noch eins: ein leistungsstarker mobiler

Beamer. Diesen gibt es ab sofort im schicken

Gewand in Form des VPL-MX20 und des VPL-MX25.

Technische Daten (VGN-BZ21XN)

Prozessor: Intel Core 2 Duo Processor T6570 (2,1 GHz, 2 MB Cache,

800 MHz FSB)

Display: 15,4“ WXGA (1 280 x 800) X-black LCD mit LED-Technologie

Festplattenkapazität: 320 GB (SATA, 5 400 U / min)

Abmessungen (B x H xT): 36,24 x 2,98–3,77 x 26,68 cm

Gewicht (ohne Zubehör): 2,6 kg

Preis: 949 Euro

Kontakt: www.sony.de

DILBERT

Dilbert

for ever!

Das Buch

„Dilbert und

die Stunde des

Wiesels“ (350 S.,

€ 19,90,-) ist erschienen bei

Redline Wirtschaft im verlag

moderne industrie, Landsberg.

Zu bestellen unter

Fax: 08191/125-293;

www.redline-wirtschaft.de

Leitung Herstellung/Online-Dienste:

Hermann Weixler

Art Director: Jürgen Claus

Herstellung/Layout: Andrea de Paly,

Carmen Lauter, Torsten Logsch

Satz und Lithos: kaltnermedia GmbH, Bobingen

Druck: Vogel Druck und Medienservice, Höchberg

Erscheinungsweise: wöchentlich, 48. Jahrgang

ISSN: 0344-6166

Anschrift für Verlag, verantwortlichen Redakteur

und verantwortlichen Anzeigenleiter:

verlag moderne industrie GmbH

86895 Landsberg;

Tel.: 08191/125-0 Fax: 08191/125-555

E-Mail: journals@mi-verlag.de

Internet: www.mi-fachzeitschriften.de

Handelsregister-Nr./Amtsgericht:

HRB 22121 Augsburg

Der leichteste Full-HD-AVCHD-Camcorder

Panasonic präsentiert den kompakten und sehr leichten Camcorder

HDC-SD10. Er ermöglicht Aufnahmen in Full-High-Definition-

Bildqualität mit 1 920 x 1 080 Pixel. Der elegante Neuling passt nicht

nur in jede Jackentasche, sondern sorgt auch bei längeren Drehs für

Ermüdungsfreiheit. Für komfortablen Aufnahmespaß und gelungene

Bilder gehören u. a. der OIS-Bildstabilisator mit neuem Aktiv-Modus,

eine verbesserte intelligente Automatik mit AF/AE-Verfolgung, die

Touchscreen-Bedienung und ein 16x optisches Zoom zur Ausstattung

des SD10.

Technische Daten

Aufnahmemedium (Video): SDHC/SD-Karte

Aufnahmeformat (Video): AVCHD; Full HD 1 920 x 1 080 Pixel

Bildsensor (Pixel total): 1 x 1,47 Megapixel (1/6 Zoll)

LC-Display: 16:9-LCD mit 6,9 cm Diagonale und 230 400 Pixel

Gewicht (ohne Akku) ca. 227 g

Maße (B x H x T; o. Akku.): 4,75 x 6,3 x 11,45 cm

Preis: 649 Euro

Kontakt: www.panasonic.de

Technische Daten

Betriebssystem: iPhone OS 3.0

Speicherkapazität: 16 bzw. 32 GB

Kamera: 3 Megapixel mit Autofokus

Preis: auf Anfrage

Kontakt: www.apple.com

3G S – das bisher schnellste und leistungsfähigste iPhone

Apple hat das iPhone 3G S vorgestellt, das – laut Apple – bisher schnellste

und leistungsfähigste iPhone. Es ist ausgestattet mit ganz neuen Funktionen,

darunter verbesserte Geschwindigkeit und Performance – bis zu doppelt

so schnell wie das iPhone 3G – eine verlängerte Batterielaufzeit, eine

qualitativ hochwertige 3-Megapixel-Kamera mit Autofokus, eine einfach zu

bedienende Videoaufzeichnungsfunktion und eine Freisprecheinrichtung

für Sprachsteuerung. Das iPhone 3G S wird ab dem 19. Juni in Deutschland

erhältlich sein, die Preise werden dann kommuniziert.

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Der Studenten rabatt beträgt 35%.

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Jederzeit mit einer Frist von 4 Wochen zum

Monatsende

Nachdruck, Übersetzung und Vervielfältigung

nur mit schriftlicher Genehmigung.

Für zugesandte Manuskripte, Bildmaterial

und Zuschriften wird keinerlei Gewähr

übernommen; für die vollständige oder

teilweise Veröffent lichung in der Zeitschrift,

die Verwertung in digitalisierter Form im Wege

der Vervielfältigung und Verbreitung z. B. auf

CD-ROM oder Internet wird das Einverständnis

vorausgesetzt.

Bankverbindungen:

Sparkasse Landsberg

BLZ 70052060, Konto-Nr. 37754

Postbank München

BLZ 70010080, Konto-Nr. 78613-801

Erfüllungsort und Gerichtsstand ist München.

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der Ver breitung von

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Verlagsvertretung: Bayern, Nielsen 4:

Schwele Medienservice GmbH,

Iglinger Str. 3, 86807 Buchloe

Tel.: 08241/9674-0

Fax: 08241/9674-22

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