Nr. 9 (I-2015) - Osnabrücker Wissen

kreativkompass

Nr. 9 (I-2015) - Osnabrücker Wissen

Wir beantworten Fragen rund um die Osnabrücker Region. Alle drei Monate als Printausgabe. Kostenlos! Und online unter www.osnabruecker-wissen.de

Nr. 9 · kostenlos · Ausgabe I / 2015

www.osnabruecker-wissen.de

AUFGEWECKT DURCH STADT UND LANDKREIS

KOSTENLOS!

19

WIRTSCHAFT & TECHNIK

Ist die Maiwoche ein Tourismusmagnet?

Wie wichtig sind

Vereine in

Osnabrück?

Seite 5

26

HOCHSCHULE & KARRIERE

Wie barrierefrei ist die Hochschule?

32

LEBEN & GESELLSCHAFT

Wer hat die meisten Pringles-Dosen?

38

NATUR & UMWELT

Warum stehen Flamingos auf einem Bein?


IMPRESSUM

Ein Medienprojekt der

Medienagentur KreativKompass

UG (haftungsbeschränkt)

Geschäftsführer: Stephan Buchholz

Natruper Straße 23

49076 Osnabrück

Telefon: +49 541 / 440 220 03

E-Mail: kontakt@kreativkompass.de

Internet: www.kreativkompass.de

in Zusammenarbeit mit der

Hochschule Osnabrück

Projektverantwortlich:

Prof. Volker Gehmlich und

Abigail Joseph-Magwood

www.hs-osnabrueck.de

REDAKTION

Chefredakteur:

Dr. Thorsten Stegemann (TS)

Weitere Redaktionsmitglieder dieser Ausgabe:

Mona Algner (MA)

Andrea Berg (AB)

Jonni Tezel (JT)

Yörn Kreib (YK)

Ebba Ehrnsberger (EE)

Hauke Haubrock (HaH)

Sara Gohmann (SG)

Hendrik Budke (HB)

Janine Riechmann (JR)

Tim Zumloh (TZ)

Erna Berg (EB)

Laura Munzel (LM)

Simone Bürgel (SB)

Sabrina Lütke (SL)

Kathrin Abheiden (KH)

Artikel der Redaktion (RED)

Margret Baumann (MT)

Museum Industriekultur Osnabrück

Jennifer Konermann (JK)

Zoo Osnabrück

Beatrice le Coutre-Bick (BCB)

Leiterin Literaturbüro Westniedersachsen / Osnabrück

Abigail Joseph-Magwood (AJM)

Hochschule Osnabrück /

Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

AUFGEWECKT DURCH STADT UND LANDKREIS

Ein Medienprojekt von:

Mit freundlicher Unterstützung von:

Gastbeiträge:

Verena Dimper (VD)

Sprout Azubi Akademie

Ann-Katrin Hörnschemeyer (AKH)

Stadtwerke Osnabrück

Jochen Weber (JW)

SC Türkgücü

Robin Ehlert (RE)

Filmpassage Osnabrück

Marius Miche (MM)

Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück

MUSEUM

INDUSTRIEKULTUR

OSNABRÜCK

BILDMATERIAL

Jana Lange

www.jana-fotografiert.de

www.fotolia.com, www.istock.com

und siehe Bildnachweise

Titelcollage: Osnabrück © Enet2007;

Bunte hände © drubig-photo; fotolia.com

GESTALTUNG

Stephan Buchholz, Juliana Schnuck

DISTRIBUTION

Sebastian Buchholz

DRUCK & PRODUKTION

Levien-Druck GmbH

Eduard-Pestel-Straße 16

49080 Osnabrueck

Telefon: +49 5 41 / 9 59 29-0

Internet: www.levien.de

REDAKTIONSSCHLUSS

März 2015

COPYRIGHT

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, Veröffentlichung im

Internet oder Vervielfältigung auf Datenträgern nur nach

vorheriger schriftlicher Genehmigung der Medienagentur

KreativKompass. Trotz sorgfältiger Prüfung keine Gewähr

für eventuelle Druckfehler.


„Allein ist besser als mit Schlechten im Verein,

mit Guten im Verein ist besser als allein.“

Friedrich Rückert (1788-1866)

Gratis-

Zustellservice!

aktuell gibt es mehr als 450 Vereine und Verbände in Osnabrück, doch die

Geschichte des hiesigen Vereinswesens reicht bis ins späte 18. Jahrhundert

zurück. Yörn Kreib, der Autor unserer Titelgeschichte, erzählt, wie

Schützen, Karnevalisten, Kleingärtner, Sportler und viele andere ihren

Verein als soziale Wärmestube, fröhliche Partymeile, grünes Idyll oder

Leistungsschau erleb(t)en.

Außerdem folgt „Osnabrücker Wissen“ den Spuren einer lebensgefährlichen

Massenepidemie, stellt einen Busfahrer vor, der schon 20 Mal die

Erde umrundet hat und hebt den Eisernen Vorhang im Theater am Domhof.

Wir verraten, was Felix Nussbaum mit König Fußball verband, welche

Toiletten von heulenden Wölfen entlüftet werden und wie ein Rechtsanwalt

dazu kam, sich die mutmaßlich weltgrößte Pringles-Dosensammlung

zuzulegen.

Nun aber viel Spaß beim Stöbern und Lesen. Wir hoffen, dass Sie auch

diesmal wieder Antworten auf Fragen finden, die Sie sich vielleicht nie

gestellt hätten. Und das wäre doch schade gewesen ...

Herzlichst,

Die nächste Ausgabe von

Osnabrücker Wissen

erscheint Ende Juni 2015.

Dr. Thorsten Stegemann

Chefredakteur

Stephan Buchholz

Herausgeber

Nicht verpassen und für unseren

kostenlosen Zustellservice einfach

und unverbindlich online anmelden

unter:

P.S.:

Haben Sie sich schon auf facebook mit uns verbunden? Über 4.000 User finden bereits

auch online neue Fragen & Antworten aus der Region - einfach „liken“ und noch mehr

Zusatzinfos bekommen: www.osnabruecker-wissen.de/facebook

www.

osnabruecker-wissen

.de


Hallo Wissende!

mit großer Freude können

Ihnen die Herausgeber dieses

Magazins die erste Ausgabe im

Jahr 2015 präsentieren. Sie finden

wieder zahlreiche spannende

Berichte auch aus der Welt

der Forschung und Lehre in

Osnabrück. Für die Region ist

es ein Glücksfall, in Osnabrück

eine so hervorragend aufgestellte

Universität und Hochschule

zu haben. Die zahlreichen jungen

Menschen, die zum Studium

nach Osnabrück kommen,

sind eine Quelle neuer Energie.

Auch der Flughafen Münster/

Osnabrück (FMO) leistet seinen

Beitrag für die Attraktivität

und den Standortvorteil dieser

Region. Wir sorgen mit unseren

Fluggesellschaften dafür,

dass man bequem „vor der

Haustür“ starten und landen

und das Mobilitätsbedürfnis

schnell und unkompliziert

erfüllen kann. Da liegt es auf

der Hand, dass der FMO das

Know-how der Hochschule

nutzt und im Gegenzug gerne

auch wichtiges Input liefert, um

gemeinsam spannende Projekte

umzusetzen. Seien Sie also auch

weiter gespannt auf lehrreiche

und unterhaltsame Artikel im

Osnabrücker Wissen“.

Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Kfm. Andres Heinemann

FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH

Leiter Marketing und Kommunikation

INHALT

Welche Fragen zur Osnabrücker Region

beantworten wir in dieser Ausgabe?

9Nr.

AUFGEWECKT DURCH STADT UND LANDKREIS

TOPTHEMA

Wie wichtig sind Vereine in Osnabrück? 5

STADT- & LANDGESCHICHTEN

Was verbirgt Osnabrücks Unterwelt? (Teil 3) 10

Welche Toiletten werden von heulenden Wölfen entlüftet? 12

Wie kam Schledehausen zu seinem Namen? (Teil 2) 13

Wo stand eines der ältesten Krankenhäuser in Osnabrück? 14

WIRTSCHAFT UND TECHNIK

Was waren Tabakspinner? 16

Wie funktioniert moderne 3D-Technologie im Kino? 17

Wie viel Knigge ist in der Ausbildung gefragt? 18

Ist die Maiwoche ein Tourismusmagnet? 19

ESSEN & TRINKEN

Was sind Hedeweggen? 22

HOCHSCHULE UND KARRIERE

Machen Nudeln glücklich? 23

Wie funktioniert modernes Projektmanagement? (Teil 2) 24

Wie barrierefrei ist die Hochschule? 26

Wer studiert Harfe? 28

LEBEN & GESELLSCHAFT

Wer hat schon 20 Mal die Erde umrundet? 29

Wer gibt freiwillig seinen Führerschein ab? 29

Wie leben Menschen im Flüchtlingslager

Bramsche-Hesepe? 30

Wer hat die meisten Pringles-Dosen? 32

GESUNDHEIT

Wem hilft Snoezelen? 34

Wie wehrt(e) sich Osnabrück gegen die Pocken?! 36

NATUR & UMWELT

Warum stehen Flamingos auf einem Bein? 38

Wie regenerativ kann ein Schwimmbad sein? 39

Warum hockt das Weib? 40

Wie oft bebt Osnabrück? 41

FAMILIE

Buchtipp 1: Hase, Kaninchen, Fuchs - drei Freunde? 42

Buchtipp 2: Wer wimmelt durch Osnabrück? 43

SPORT

Wer kickt in der Region? 44

Wer schmiert sich Brühwürfel auf‘s Brot? 46

War Felix Nussbaum Fußballfan? 46

KULTUR

Wer feiert mit Kartoffelrittern und

Hüggelzwergen Geburtstag? 47

Wo fällt der „Eiserne Vorhang“? 48

SCHÖNE GRÜSSE

Hallo, wie geht‘s? 49

Wer trug sich ins Goldene Buch ein? 49

GEWINNSPIEL

Wie viel Wissen steckt in Ihnen? 50

4


Wie wichtig sind

Vereine in

Osnabrück?

Denken wir an Vereine, denken wir an Schützen, Karnevalisten, Kleingärtner und Sportler. Das

Vereinsleben als soziale Wärmestube, fröhliche Partymeile, grünes Idyll oder Leistungsschau.

Unpolitisch aber ist das Osnabrücker Vereinsleben keinesfalls. Kulturelle, ökologische, soziale,

politische und Menschenrechtsvereine zeugen von der ungebrochenen Attraktivität dieser

Organisationsform. Ein Blick zurück verrät: Vereine haben maßgeblich an der Geschichte der

Stadt Osnabrück mitgeschrieben – und machen dies bis heute.

Osnabrücker Vereine waren zwar kaum

Impulsgeber über die Stadt hinaus, aber

gerade die Durchschnittlichkeit macht

diese Vereinsgeschichte zu einem perfekten

Spiegelbild der Gesellschaft“, sagt

Dr. Thorsten Heese, Kurator für Stadtgeschichte

am Kulturgeschichtlichen

Museum. Im Auftrag des Traditionsvereins

Osnabrücker Club“ hat er sich

über eine gefühlte Ewigkeit hinweg durch

Stadt- und Vereinsarchive gewühlt und

die Vereinsgeschichte in der Hasestadt

nachgezeichnet.

Was las die Gesellschaft?

Für das aufstrebende

Bürgertum im 18. Jahrhundert

bildeten Vereine

erstmals ein Medium zur

freien, selbstbestimmten

Versammlung jenseits der bestehenden

festgefügten Ständegesellschaft.

Hier konnte das „Intelligenzbürgertum“

sein Bedürfnis nach Information und

Kommunikation ausleben. Vereine wurden

rasch zu Orten der politischen Bewusstseinsbildung.

Der Bildungsaspekt

nahm von Beginn an einen sehr hohen

Stellenwert ein.

Zur Informationsbeschaffung wurden in

Osnabrück bereits in den 1760ern erste

Lesezirkel gegründet. Zweck

war der gemeinsame Bezug

von zunächst noch sehr teuren

Zeitungen. Die später

sinkenden Kosten begründeten

in der Folge das Aus

der Leseclubs. Der Bezug der

wichtigen überregionalen Zeitungen

und Magazine blieb aber wesentlicher

Bestandteil der meisten ab Ende

des 18. Jahrhunderts gegründeten

Vereine. Selbst Sport- und Gesangsvereine

verfügten über zum

Teil umfangreiche Bibliotheken.

Wo traf sich die Elite?

Der Zweck erschien unspektakulär.

Die Gründungsmitglieder des 1793 etablierten

„Club zu Osnabrück“ strebten

nach gemeinsamer Unterhaltung, Beisammensein

und Geselligkeit. Im Vereinslokal

am Markt 14 wurde diskutiert,

gegessen und getrunken – dabei entwickelte

sich das Vereinsleben durchaus zu

einer Art demokratischen Experimentierfelds

(z.B. Vorstandswahlen, Aufnahmewahlverfahren

neuer Mitglieder). Der

rasche Anstieg der Mitgliederzahlen

bewegte den Club zum Umzug in

ein neues Clubhaus am Martinitor.

Die integrierte Vereinsgastronomie

führte zu massiven

Konflikten mit den Gastwirten

in Osnabrück, die hier eine

unliebsame Konkurrenz erkannten.

Eine Problematik, der sich Gastwirte angesichts

zahlreicher Vereinsheime auch

heute noch stellen müssen.

Wer holte die Kultur

aus den Adelsschlössern?

Die Mitglieder setzten auf Exklusivität

(bis heute!) und sahen sich als „Gesellschaft

der ersten und angesehensten

Männer“. Hier trafen sich Adelige, Offiziere,

hohe Beamte, Kaufleute und Advokaten.

Schnell wurde der Club mehr als

nur ein Diskussionsforum und auch zur

Anbahnung von Geschäften und Karrieren

genutzt. Und darüber hinaus, für uns

5


Das Lesekabinett

heute kaum mehr vorstellbar, zum ersten öffentlichen Veranstaltungsort von Lesungen,

Vorträgen, Konzerten und Tanzveranstaltungen. Derartiges fand bisher nur in

den geschlossenen Adelskreisen statt.

Clubhaus, 1920

Turnverein, 1906

Vereinshaus

Welche Nachfolge trat die Stadthalle an?

Kulturveranstaltungen waren auch ein wesentlicher Bestandteil des 1899 errichteten

Osnabrücker Vereinshauses“ am Kollegienwall. Ein aus katholischen Kreisen heraus

gegründeter Aktienverein (Verein mit wirtschaftlichen Zielen; spätere Aktiengesellschaft)

stand hinter diesem Projekt. Der Wirteverein Osnabrück witterte den Versuch,

der „Aktienbrauerei Osnabrück eine neue möglichst alles beherrschende Absatzquelle

zu verschaffen“. Im Zweiten Weltkrieg wurden sowohl das Haus des Clubs als auch das

Vereinshaus bei Bombenangriffen zerstört. Ihre Nachfolge trat die 1979 in räumlicher

Nähe zum Clubhaus errichtete Stadthalle an.

Was wurde aus den Vereinen?

Die beiden exklusiven Osnabrücker Vereine, der Club zu Osnabrück (heute: Osnabrücker

Club) und der Harmonieclub (1952 Anschluss an den Osnabrücker Club), fanden

jedoch rasch Nachahmer. Immer mehr Osnabrücker erkannten das Potenzial einer

Vereinsgründung. Sie schlossen sich zusammen, um ihren gemeinsamen Interessen

Gehör zu verschaffen. Mitte des 19.Jahrhunderts kam es zu einem wahren Vereinsboom.

Die Verwaltung versuchte, den Überblick über die Vereinslandschaft zu behalten

und reagierte 1900 mit der Einführung des Vereinsregisters.

Das Vereinsleben wurde vielfältiger und erreichte nun auch breitere Bevölkerungskreise.

„Es ist sowohl Ausdruck als auch Medium innovativer gesellschaftlicher Impulse,

die Aufklärung und Französische Revolution mit sich bringen“, erklärt Heese. In

Osnabrück entstanden erste Frauenvereine (ab 1814), die „Loge zum Goldenen Rad“

(1807), Bürgerverein (1831), „Neue Liedertafel“ (1835), „Verein zur Erhaltung und Beförderung

vaterländischer Schönheiten“ (1835), Kriegervereine (ab 1871), Turnvereine

(ab 1898), Aktienvereine, Bauvereine, Handwerkervereine, Arbeitervereine, Unternehmervereine,

Vorschussvereine u.v.m.

Am Ende des 19. Jahrhunderts hatten sich daraus Organisationsformen entwickelt, mit

denen wir heute vertraut sind: Politische Parteien, Handwerkskammer, Gewerkschaften,

Kranken- und Sozialversicherungen.

6


Welches fliegende Nachrichtenmittel

wurde im Ersten Weltkrieg eingesetzt?

Manche Vereine wurden von den Nazis

aufgelöst oder gingen im angestifteten

Vernichtungskampf unter, manche lösten

sich nach Erreichen des Vereinsziels (Bau

eines Denkmals) selbst wieder auf, andere

fusionierten, neue sind entstanden.

Vereinsgeschichte ist dynamisch und

korrespondiert mit den jeweiligen gesellschaftlichen

Verhältnissen. Auf Blütezeiten

folgen Durststrecken, davon können

die Taubenzüchtervereine ein Lied singen.

1886 euphorisch als Verein „Brieftaube“

ins Leben gerufen, fusionierte der Verein

bereits 1910 mit „Kriegspost“ und „Heimatliebe“

zu einem 90 Mitglieder und

600 Tauben starken Verband. Förderung

kam vom Staat, denn die „Verwendung

der Brieftauben als Nachrichtenmittel im

Krieg“ stand kurz vor Ausbruch des Ersten

Weltkriegs auf der Agenda.

Heute sterben den Brieftaubenzüchtervereinen

die Mitglieder weg, heißt es vom

deutschen Brieftaubenverband. Mitgliederschwund

ist auch für andere traditionelle

Vereine (z.B. Gesangsvereine) zu

einer existenziellen Bedrohung geworden.

Was machen

Balu und Mogli

in Osnabrück?

Die bloße Anzahl von Mitgliedern ist

jedoch kein Gradmesser für die gesellschaftliche,

politische, soziale oder kulturelle

Bedeutung des Vereins. Prof. Dr.

Hildegard Müller-Kohlenberg bezeichnet

den von ihr 2005 mitgegründeten Verein

„Balu und Du“ denn auch als schlank.

„Der Verein liefert das organisatorisch

notwendige gemeinnützige Haus (z.B.

zur Bescheinigung von Spenden) für

das bunte Getümmel im Netzwerk

der bundesweit 60 Standorte“, erklärt

sie gegenüber „Osnabrücker Wissen“.

Der Verein führt 17 – 30-jährige

Mentoren (= Balus) mit Grundschulkindern

aus den 1. – 4. Klassen (=

Moglis) in einer beeindruckenden

Win-Win-Situation zusammen.

Einmal wöchentlich treffen sich

Figurentheater, Alte Fuhrhalterei

Balu und Mogli,

um gemeinsam Kekse zu backen, in den

Zoo und ins Kino zu gehen oder Fahrrad

zu fahren. Nach einem Jahr endet das offizielle

Programm, in über 50 Prozent der

Fälle halte die Freundschaft aber über diesen

Zeitraum hinaus. Während die Mentoren

wichtige Schlüsselqualifikationen

erwerben, lernen die Kinder soziales Verhalten,

verbessern Konzentrations- und

Durchhaltevermögen. Ihre Grundstimmung

wird nachweislich positiv beeinflusst,

die Kinder werden fröhlicher, freut

sich Müller-Kohlenberg.

Wer lässt die Puppen tanzen?

Ein Grund für diese Fröhlichkeit könnte

der Besuch im Figurentheater, einem

Kleinod der Osnabrücker Kulturszene,

sein. Wie einst auch das Kulturgeschichtliche

Museum, verdankt es seine Entstehung

äußerst engagierter Vereinsarbeit.

Vereint geht alles besser, dachten sich die

sechs kleinen Figurentheater-Reisebühnen

aus Osnabrück und Landkreis und

gründeten 1988 den Verein „Figurentheaterinitiative

Osnabrück“.

„Mit dem gemeinsamen Veranstaltungsort

Alte Fuhrhalterei in der Osnabrücker

Altstadt schuf sich der Verein nicht nur

eine gemeinsam zu bespielende Theaterbühne,

sondern auch einen Ort der

Kommunikation, des Austausches“, sagt

Volkschor (Vereinsfahne)

7


»Wenn ich frei habe,

tauche ich regelmäßig

im Nettebad auf.«

Luca (21) ist einer der besten Splashdiver Osnabrücks.

Für

Auftaucher.


Schützenkette, Stadt Osnabrück Ratsschatz

„Struwelpeter unzensiert“ - eine Aufführung des Krokodil Theaters

Bilder: © Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück; Foto Schützenkette © Stadt Osnabrück, Ratsschatz - mit Genehmigung des Kulturgeschichtlichen Museums Osnabrück

Bild Emaille-Schild & Gruppenbild „Arebiter Turner Bund“: © Stiftung Lothar Hülsmann, Osnabrück; Bild Figurentheater © Daniela Werbnick; Krokodil-Theater © Detlef Heese

Gabriele Mertins. Gleichzeitig verhalf

dieser feste Ort dem Figurentheater

überhaupt erst zu seiner Stellung

im kulturellen Leben Osnabrücks, da ist

sich Gabriele Mertins ganz sicher.

Ein regelmäßiger Spielplan sorgt für

Konstanz und etabliert sowohl Ort als

auch das Genre „Figurentheater“ in den

Herzen und Köpfen der Osnabrücker.

Die einzelnen Reisebühnen verdanken

diesem Haus für Figurentheater die Möglichkeit,

gemeinsame Projekte zu entwickeln,

Experimente zu wagen und neue

Wege zu gehen. Bietet doch gerade das

Genre Figurentheater eine große Fülle an

künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten,

die in einer festen Spielstätte leichter zu

verwirklichen sind. Außerdem ermöglicht

ein als gemeinnützig anerkannter

Verein natürlich auch das überlebenswichtige

Einsammeln von Spenden.

Denn ohne eine Grundförderung (bisher

Wo erfahre ich mehr?

Das umfangreiche Buch (600 Seiten) von Dr. Thorsten

Heese, „Gesellschaft im Aufbruch. Der Club zu

Osnabrück und die Entwicklung des Osnabrücker

Vereinswesens“ ist erschienen in der Reihe:

Osnabrücker Kulturdenkmäler, Beiträge zur

Kunst und Kulturgeschichte der Stadt Osnabrück

Band 13 als Begleitpublikation zu der

Sonderausstellung „Gesellschaft im Aufbruch -

Zwei Jahrhunderte Osnabrücker Vereinsgeschichte“

im Kulturgeschichtlichen Museum

der Stadt Osnabrück vom 11. Oktober 2009 bis

10. Januar 2010. ISBN 978-3-89946-137-4;

Preis 39,50 €, Rasch Verlag Bramsche 2009.

durch die Stadt) ist ein derartiges Projekt

nicht zu realisieren.

Die Spuren des früheren genauso wie

des heutigen Vereinslebens sind in Osnabrück

unübersehbar: Denkmäler, Museen,

Zoo, Figurentheater, Lagerhalle, Ossensamstag,

die Farbe Lila ...

Ohne Vereine fehlt der Stadt etwas. Vereine

wird es auch in Zukunft geben, auch

wenn der Trend zur Individualisierung

eine gegenläufige Entwicklung nahelegt.

Gerade für kleine Gruppen, die besondere

Interessen und Ziele vertreten, da ist

sich Heese sicher, wird der Verein immer

ein interessantes Medium bleiben. Er ist

einfach und zeitnah zu gründen - und

mit einem Verein können sie sich öffentlich

Gehör verschaffen. | YK

Osnabrücker Wissen bedankt sich insbesondere

beim Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück

für die freundliche Genehmigung zur Nutzung

eines Großteils der Bilder in diesem Artikel.

Vereinsgründung

Im Vereinsregister des Amtsgerichts

Osnabrück werden auf Grund der

Registerkonzentration alle Vereine

eingetragen, die ihren Sitz im Landgerichtsbezirk

Osnabrück haben. Das

Osnabrücker Adressbuch listet aktuell

insgesamt 466 Vereine und Verbände

auf (2007: 465). Die Gründung eines

Vereins, soweit dieser rechtsfähig (eV)

werden soll, ist grundsätzlich durch den

Vorstand in öffentlich beglaubigter Form

(Notar) zur Eintragung in das Vereinsregister

anzumelden. Allerdings besteht

keine Pflicht zur Eintragung in das

Vereinsregister. Die Bedingungen, die

erfüllt sein müssen, ergeben sich unmittelbar

aus §§ 56, 57, 58 und 59 BGB.

WAS MACHT IHR VEREIN?

Sie sind Mitglied in einem Verein, der

nicht Fußball spielt, singt oder turnt?

Oder Ihr Verein unterscheidet sich in

der Art und Weise, wie hier Fußball

gespielt, gesungen und geturnt wird,

von vielen anderen Klubs?

Dann schreiben Sie uns eine Mail an

redaktion@osnabruecker-wissen.de!

Wir suchen Vereine und Verbände

aus der Region, die sich einer ganz

besonderen Passion widmen - um

sie in einer der nächsten Ausgaben

vorzustellen.

9


UNTERWELT?

STOLLENANLAGEN IN

OSNABRÜCK (TEIL 3)

Alte Schächte und Stollen aus längst vergangenen Tagen, Gerüchte über Höhlen und Gänge unter

dem mittelalterlichen Stadtkern, sie sind nur ein kleiner Teil der Geschichten über die Osnabrücker

Unterwelt. Ein Großteil der unterirdischen Gänge und Räume unter der Hasestadt sind dabei noch

nicht einmal 75 Jahre alt und doch vielerorts schon in Vergessenheit geraten: Anlagen aus dem

2. Weltkrieg und dem Kalten Krieg, tief unter unseren Füßen. Es ist die Rede von unterirdischen

Bunkern, die den Menschen bei Luftangriffen oder nuklearer Bedrohung Schutz bieten sollten und

während des 2. Weltkriegs zehntausenden Osnabrückern das Leben retteten.

WAS SIND DAS FÜR UN-

TERIRDISCHE BUNKER?

Bei den meisten Bunkern in Osnabrück

handelt es sich um sogenannte Luftschutzstollen

aus dem letzten Weltkrieg,

geplant und gebaut zum Schutz vor Fliegerbomben.

Die Entstehung der Stollen

ist zurückzuführen auf die Erfahrungen

der ersten Kriegsjahre, in denen man zunächst

nur trümmersichere Deckungsgräben

errichtete, welche jedoch keinen

ernsthaften Schutz vor Bomben boten.

Die ab dem Winter 1940 zusätzlich errichteten

Hochbunker sowie ein unterirdischer

Tiefbunker unter dem Rosenplatz

boten hier schon wesentlich mehr

Sicherheit, doch waren die für Osnabrück

genehmigten Mittel völlig unzureichend.

Bis 1942 gab es daher nur ca. 5.000 bombensichere

Schutzplätze für etwa 100.000

Einwohner.

WIE KAM ES ZUM BAU DER

LUFTSC HUTZ ST OLL EN?

Die Stadt musste also Alternativen zu

den teuren Stahlbetonbunkern finden,

wollte man der steigenden Gefahr von

Luftangriffen nicht schutzlos ausgeliefert

sein. So richtete die Stadtverwaltung ihr

Augenmerk auf die Hügel der Stadt. Hier

wollte man eine Lösung des Schutzraummangels

finden – in Form von Stollen. Doch

dieses Vorhaben wäre beinahe gescheitert,

da auch hierfür keine Fördermittel vom

Deutschen Reich zu bekommen waren.

Für die Stadt ein herber Rückschlag,

doch ließ sie von den Plänen nicht

ab und rettete damit im Nachhinein

wohl tausenden Menschen das

Leben.

WANN BEGANN DER

STOLLENBAU?

Trotz des Mangels an Fachkräften

und Baumaschinen

für den Stollenbau erfolgte

im Februar 1943 der erste

Spatenstich zum Bau von

zunächst vier Stollenanlagen

im Stadtgebiet. Die Baustellen

befanden sich am Klushügel

(Bohmter Straße), an

der Wakhegge, den Heidekämpen

und im Natruper

Steinbruch. Als sich hier nach

kurzer Zeit bereits erste Erfolge

in Hinblick auf Bauzeit

und geschaffenen Schutzraum

einstellten, lenkte das

Reichsluftschutzamt doch

ein und stellte seinerseits

Fördergelder zum Bau des

Stollenbunkers Klushügel

(Buersche Straße) zur Verfügung. Innerhalb

weniger Monate entstanden nun im

gesamten Stadtgebiet etwa 40 Großbaustellen,

deren einziger Zweck die Errich-

10


Bilder: Hauke Haubrock

tung von Luftschutzstollen war. Die meisten

der Baustellen waren bis April 1945

in Betrieb, da viele Anlagen noch nicht

fertiggestellt oder nachträglich erweitert

wurden. Immerhin sollten insgesamt

10.000 Stollenmeter in den felsigen Untergrund

Osnabrücks getrieben werden. Bis

Kriegsende wurden aber nur etwa 5,5 km

fertig.

WIE GING ES NACH 1945 MIT

DEN BUNKERN WEITER?

Nach dem Krieg wurden die meisten

Stollen durch das britische Militär zugesprengt,

um eine erneute Nutzung als

Schutzbunker zu verhindern. Der Tiefbunker

unter dem Rosenplatz wurde zugeschüttet,

die meisten Deckungsgräben

abgerissen oder ebenfalls zugekippt.

Es dauerte jedoch nicht lange bis einige

Anlagen wieder geöffnet und neu gesichert

wurden, um sie im sich zuspitzenden

Kalten Krieg erneut als Schutzbunker

nutzen zu können. Allerdings ließ man

von dem Vorhaben wieder ab, da die

Stollen den neuen Anforderungen nicht

gerecht wurden. Stattdessen ging man

vielerorts dazu über, neue Mehrzweckanlagen

zu bauen.

WO

WURDEN IM KALTEN KRIEG

BUNKER GEBAUT?

Tiefgaragen wie etwa unter dem Ledenhof,

an der Lotter Straße, der Rheiner

Landstraße oder der Hannoverschen

Straße wurden in Hinblick auf die neue

nukleare Gefährdung weitestgehend

strahlungssicher errichtet. Private Bauherren

konnten hierfür auf Fördermittel

des Bundes zurückgreifen. Die Stadt

verfügte zudem über zwei umgerüstete

Hochbunker. Doch auch die Bundeswehr

errichtete große unterirdische Bunker,

wie etwa am Ziegenbrink oder unter dem

Bundeswehrkrankenhaus an der Sedanstraße.

Letztere Anlage ist zugleich einer der

größten Bunker in Osnabrück. Auf einer

Grundfläche, die etwa dem des darüber

liegenden Krankenhauses entspricht, errichtete

das Militär hier ein bombensicheres

Lazarett, welches auch im Falle einer

nuklearen Auseinandersetzung betriebsbereit

gehalten werden konnte. Ca. 300

Büroräume, Krankenzimmer und Betriebsräume,

unzählige Flure, Zufahrten,

Treppenhäuser und Schleusen machen

das Bunkersystem zu einem regelrechten

Labyrinth, welches heute ungenutzt unter

Osnabrück schlummert und mittlerweile

fast in Vergessenheit geraten ist.

W I E

STEHT ES UM DIE ZU-

KUNFT DER OSNABRÜCKER

UNTERWELT?

Wie es zukünftig mit den unterirdischen

Bunkern, Gängen und Hohlräumen in

Osnabrück bestellt ist, lässt sich schwer

vorhersagen.

Einige Anlagen wurden bereits versiegelt

oder zugekippt, da sie als einsturzgefährdet

galten. Anderen Anlagen – wie etwa

den Gertrudenberger Höhlen – droht

das gleiche Schicksal. Immerhin sind bis

heute noch verhältnismäßig viele verschiedene

Bereiche der Unterwelt erhalten

und die Stadt wäre gut beraten, diese

Anlagen auch für die Nachwelt als historische

Denk- und Mahnmale zu bewahren.

| HaH

WISSEN KOMPAKT:

Über den Autor

Mit diesem Kapitel endet die dreiteilige

Serie über Osnabrücks Unterwelt. Autor

Hauke Haubrock, der in dieser und den

letzten beiden Ausgaben für „Osnabrücker

Wissen“ auf Spurensuche war, beschäftigt

sich seit vielen Jahren mit dem

Untergrund der Hasestadt.

Haubrock hat gemeinsam mit seinem

Kollegen Andreas O´Brien ein Buch über

den Luftschutzstollen am Kalkhügel

publiziert. Die gewonnenen Kenntnisse

sammeln die beiden frei einsehbar auf

der Internetseite „Untergrund Osnabrück“,

zu erreichen unter www.untergrundosnabrueck.de.

11


Welche Toiletten

werden von heulenden

Wölfen entlüftet?

Was die Form einer Litfaßsäule und die

Verzierungen eines historischen Gemäuers

trägt, ist in Wirklichkeit eine unter Denkmalschutz

stehende Abluftsäule für eine darunterliegende

Toilettenanlage. Sie befindet sich

im Südhof der Johanniskirche und wer sie

aus der Nähe betrachtet, findet Plastiken und

Schriftzüge, welche nicht auf die eigentliche

Bedeutung der Säule schließen lassen. Die

Abluftsäule ist eines der wenigen Denkmäler

in Osnabrück, die vor dem Zweiten Weltkrieg

entstanden und noch heute erhalten sind.

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12

Bereits im 19. Jahrhundert befand sich auf dem Kirchhof eine

öffentliche Toilettenanlage, welche jedoch in den 1920er Jahren

als unsittlich empfunden und daher abgerissen wurde. Die

Kirchengemeinde verlegte sie daraufhin unterirdisch, wo sie

noch heute von der Johannisstraße aus über Treppen erreichbar

ist. Bei der Frage, wie diese Anlage entlüftet werden sollte,

entschied man sich zunächst für eine Litfaßsäule. Da jedoch

Plakatwerbung die Aura der Johanniskirche zu beeinträchtigen

drohte, plädierte die Gemeinde für eine zur Besinnlichkeit

anregende Variante. Der Architekt Theo Burlage entwarf eine

Entlüftungssäule mit Bekrönung, Wolfdietrich Stein schmückte

sie mit Tonreliefplatten und Tonfiguren, welche die Krönung

der Säule zieren. Die Kacheln bilden alltägliche Ereignisse wie

den Spaziergang einer Dame mit Regenschirm und Handtasche

ab. Außerdem greifen sie bekannte Sprichwörter wie „Mit den

Wölfen heulen“ auf.

Die Bekrönung der Abluftsäule zeigt zwei doppelläufige Schriftbänder,

zwischen denen Figuren stehen. Eine von ihnen trägt ein

Kreuz und symbolisiert damit den Tod. Die weiteren Plastiken

stellen Menschen unterschiedlichster Art dar, die dem Tod zum

Opfer fallen werden. Diese Symbolik ergänzt die Inschrift der

Bekrönung. Sie lautet: „Der Tod frisst alle Menschenkind’, fragt

nicht wes Stand und Ehr’ sie sind. Der Tod fragt nicht nach Zeit,

würgt alt’ und junge Leut’“.

1979/80 wurde die Säule von der Osnabrücker Künstlerin Ruth

Landmann stellenweise restauriert, sodass die Plastiken und Reliefs

noch heute gut erkennbar sind. | SB

Foto Abluftsäule © Simone Bürgel


Foto Schelenburg © haitaucher39; Fotolia.com

Ortsnamen im Osnabrücker Land (2)

Wie kam Schledehausen

zu seinem Namen?

Schledehausen – diesen Ortsnamen gibt es nur einmal. Viele, die den Luftkurort kennen, wissen,

dass er eng mit der Schelenburg verbunden ist. Der 900 Jahre alte Adelssitz liegt einige 100

Meter westlich vom Ortskern und gehört zu den ältesten Burganlagen im Osnabrücker Land.

Auf der Suche nach der Bedeutung stößt

man schon bald auf den Namen eines

der ältesten nachweisbaren Geschlechter

in der Region. Bereits im 12. Jahrhundert

gehörte der Familie Sledesen die gotische

Wasserburg mit den vier runden Ecktürmen

und den zwei Meter dicken

Mauern. In einer Urkunde vom 17.

Juli 1090 stand noch der Name Scliduson,

knapp hundert Jahre später

(1177) dann Sledesen als mundartliche

Form des heutigen Schledehausen.

Husen, verhochdeutscht Hausen, bedeutet

„bei den Häusern“. Bei welchen

husen oder Häusern hat Sledesen/

Schledehausen gelegen? Das Bestimmungswort

der Husen-Ortsnamen ist

in diesem Falle eine Personenbezeichnung

bzw. eine lokale Gegebenheit.

Das Wort slede wird zum altsächsischen

Wort slada gestellt, was vermutlich versumpfte,

feuchte Niederung und mit

Wasser gefüllte Senke bedeutet.

An Wasser gibt es um die Schelenburg

(siehe Foto) keinen Mangel. Die „Burg

to Sledehusen“ der Familie Sledesen war

im Mittelalter von drei Wassergräben

und dazwischen liegenden Wällen umgeben.

Das Fundament steht auf mehr

als tausend Eichenpfählen im Sumpf der

Wierau. Teile dieses Grabensystems sind

bis heute noch erhalten.

Über eine kleine, gemauerte Brücke unmittelbar

vor dem Schloss, die die Wierau

überquert, fließt heute der Verkehr

von Jeggen nach Schledehausen.

Somit kann man davon ausgehen, dass

der Name Schledehausen seinen Ursprung

„bei den Häusern an den feuchten

Niederungen der Wierau“ hat.

Was geschah mit den Sledesens?

Im Jahr 1396 erlosch das Adelsgeschlecht

der Familie Sledesen. Durch eine Heirat

der Erbtochter Elisabeth von Sledesen

mit Rabado III. von Schele ging die Burg

in den Besitz der Herren von Schele über.

Bald wurde die Burg Sledesen in Schelenburg

umbenannt. Daran hat sich bis heute

nichts geändert.

1490 vernichtete ein Brand das Wohnund

Wirtschaftsgebäude, nur der Wehrturm

blieb erhalten. Um 1500 wurde auf

der alten, noch zu erkennenden Bausubstanz

der repräsentative Renaissanceflügel

errichtet. Wer sich für die Geschichte der

Burg interessiert, kann diese bei Kulturveranstaltungen

auch gelegentlich von

innen in Augenschein nehmen und dabei

als Wissender die Frage stellen: „Wie kam

Schledehausen zu seinem Namen?“ | EE

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Wo stand eines der ersten

Krankenhäuser in Osnabrück? (Teil 1)

Auf dem Grundstück der Turmstraße 10-12, direkt hinter St. Marien, befindet sich heute eine

Tiefparkgarage und das Haus der Kirche, eine diakonische Einrichtung der evangelischen Kirche.

Die durch den Bau bedingten Eingriffe in den Boden riefen die Archäologen auf den Plan. Im Vorfeld

der Erdarbeiten führte die Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück in den Jahren 2002/2003

eine umfangreiche Ausgrabung durch. Eine Vielzahl von schriftlichen und archäologischen Quellen

zeigen, dass die Parzelle eine durchaus bewegte Vergangenheit hinter sich hat.

WER ERBAUTE DAS HOSPITAL?

Bei der Ausgrabung wurden die Fundamente

eines 10 x 30 m großen Gebäudes

freigelegt sowie ein kleiner Friedhof, der

sich im Nordosten an das Gebäude anschließt.

Von einer Urkunde des Domkapitels

aus dem Jahr 1250 wissen wir, dass

an dieser Stelle das mittelalterliche Heilig-

Geist-Hospital (hospitalis sancti spiritus)

gestanden hat. Doch der rechteckige

Grundriss des Gebäudes und die charakteristischen

Mauervorsprünge, die auf

einen gewölbten Innenausbau hinweisen,

sprechen eher für einen sakralen Bau.

Und tatsächlich handelt es sich hierbei

ursprünglich um eine einschiffige Saalkirche,

die typisch für Neugründungen

von Franziskanerkonventen im frühen

13. Jahrhundert ist. Südlich der Kirche

Aufnahme der Grabung von einem

Baugerüst am Marienkirchturm

wurde die Ecke eines Gebäudes angeschnitten,

das tatsächlich als Hospital gedient

haben könnte. Denn in der Quelle

wird von zwei Gebäuden der Franziskaner,

ein Haus und eine Kirche, berichtet.

Nachdem diese es verlassen hatten, wahrscheinlich

in Folge eines großen Stadtbrandes

um das Jahr 1250, beschloss das

Domkapitel auf der Parzelle ein Hospital

einzurichten. Die Franziskaner bauten ihr

neues Kloster auf einer größeren Fläche

an der Nordseite des Katharinenkirchhofes.

Auch das Hospital blieb anschließend

nicht lange in der Turmstraße und wurde

1295 vor die Tore der Stadt, am heutigen

Hasetor, verlegt. Ausschlaggebend für

den Umzug waren wohl Platz- und Hygienegründe,

aber auch eine bessere Kontrolle

der immer wieder aufkommenden

Seuchenkrankheiten. Übrigens befand

sich das erste Hospital von Osnabrück,

das 1177 gegründete St. Vitus Hospital,

ebenfalls in diesem Bereich.

WELCHE FUNKTION HATTE EIN MITTEL-

ALTERLICHES HOSPITAL?

Ganz anders als ein heutiges Krankenhaus

diente das mittelalterliche Hospital (von

hospes: Fremder, Gast) vor allem der Fürsorge

von Armen und Schwachen sowie

der Unterbringung von Pilgern und nicht

der akuten Behandlung von Krankheiten.

Die Versorgung übernahmen meist

Mönche und Nonnen oder der Kirche

nahestehende Gemeinschaften. Dazu

gehörten unter anderem die Beginen, die

in einem klosterähnlichen Zusammenschluss

lebten. Für Osnabrück sind mehrere

Beginenhäuser, eines auch im direkten

Umfeld des Heilig-Geist-Hospitals in

der Turmstraße, belegt. Diese Laienorden

widmeten sich, neben dem religiösen

Wirken unter anderem auch der Pflege

von Kranken, Armen und Gebrechlichen.

Erst im 18. Jahrhundert vollzog sich der

Wandel im Krankenhauswesen von einer

stark diakonisch geprägten Versorgung

hin zu einem modernen medizinischen

Ansatz mit Diagnostik und Therapie. Ein

solches Krankenhaus ist die 1710 gegründete

Charité in Berlin. Sie ist eines der

ältesten Krankenhäuser in Mitteleuropa

und diente in jener Zeit vor allem als

Pesthaus. Eine weitere, wichtige Funktion

dieser „neuen“ Krankenhäuser war zudem

die Ausbildung und Lehre von Ärzten

und Pflegepersonal.

WIE WURDE DIE PARZELLE

ANSCHLIESSEND GENUTZT?

Anhand schriftlicher Quellen können

wir nachweisen, dass das Haus noch bis

zur Mitte des 14. Jahrhunderts im Besitz

des Heilig-Geist-Hospitals blieb und

verpachtet wurde. Danach ging es in den

Besitz verschiedener Bürger, vorrangig

Fotos © Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück

14


Fragment einer Knochenflöte

WISSEN KOMPAKT:

Bestattung 11 und 16 mit Sargresten

Handwerker wie Schneider oder Böttcher.

Die Kirche wurde 1309, durch eine

Gedächtnisstiftung für die erfolgreiche

Schlacht auf dem Haler Feld, erstmals als

Jakobskapelle erwähnt. Es lässt sich nicht

zweifelsfrei klären, ob es sich dabei um

die ehemalige Franziskanerkirche oder

ein völlig anderes Gebäude handelt. Allerdings

gibt es archäologische Indizien,

die dafür sprechen, dass es sich bei dem

Gebäude um den ursprünglichen Kirchenbau

der Mönche handelt.

Beim großen Stadtbrand von 1613 wurde

die Jakobskapelle bis auf die Grundmauern

zerstört und die Parzelle erst Mitte

Schnitt I der Ausgrabung. Blick von

der Turmstraße zur Lohstraße

des 18. Jahrhunderts mit einem Wohnhaus

neu bebaut. 1838 kaufte der Geschäftsmann

Friedrich Waldmann das

Grundstück und baute für seine Sämerei

mehrere Lagergebäude auf dem Gelände.

Diese wurden bei den Luftangriffen im 2.

Weltkrieg zerstört, weshalb sich die Stadt

entschloss, die Freifläche anschließend

als Parkplatz zu nutzen.

Ob Franziskanerkloster, Hospital, Jakobskapelle

oder seit 2007 das Haus der

Kirche: Über einen Zeitraum von fast 800

Jahren steht die diakonische Fürsorge im

Mittelpunkt dieses besonderen Ortes in

Osnabrück. | MM

Über den Autor

Marius Miche ist seit August 2013 Volontär in

der Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück.

Zu seinen Kernaufgaben gehört die Digitalisierung,

Archivierung und Auswertung von

Ausgrabungen im westlichen Bereich der

Altstadt. Für weitere Informationen zu der

Grabung in der Turm- und Lohstraße stehen

Ausstellungsvitrinen im Eingangsbereich der

Tiefparkgarage bereit.

Anschrift des Autors:

Marius Miche M.A.

Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück

Lotter Straße 2 | 49078 Osnabrück

E-Mail: miche@osnabrueck.de

Lesen Sie im 2. Teil, welche Gebäude

vor dem Hospital auf dem Grundstück

standen und wie den Archäologen ein

unscheinbares Stück Holz bei der Altersbestimmung

weiterhilft.

ZeitSeeing Stadtführungen

Bierstraße 28 · 49074 Osnabrück

Email: zeitseeing@osnanet.de

Telefon: 05 41 / 750 -23 40

www.wa-mittendrin.de

ZEITSEEING STADTFÜHRUNGEN

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Was waren Tabakspinner?

Osnabrücker Wissen“ gewährt auch 2015 seltene Einblicke in das umfangreiche, aber kaum

bekannte Depot des Museums Industriekultur. Im dritten Teil unserer Serie geht es um das

Firmenwappen der Tabakdynastie Thorbecke.

Christian Franz Thorbecke (1763 – 1830)

war ebenso wie sein Vater Daniel Franz

Thorbecke Tabakfabrikant und Tabakhändler

in Osnabrück. 1815, als sein Vater

starb, führte Christian Franz mit seinem

Bruder Daniel Philipp das Geschäft

weiter. 1812 wurde Christian Franz zum

Maire (Bürgermeister) von Osnabrück

ernannt. Die Familie wohnte an der Johannisstraße

103 und war durch den Tabakhandel

reich geworden.

Osnabrücker Kaufleute, die infolge des

regen Leinenhandels gute Beziehungen

zu Hafenstädten wie Bremen, Hamburg

oder Antwerpen unterhielten, wurden

auf den dort verbreiteten Tabakhandel

aufmerksam, kauften Rohtabak auf und

verarbeiteten ihn selbst weiter. Dabei

wurden z. B. die Tabakblätter mit einer

Art Spinnrad zu Strangtabak verwoben.

Um 1750 entstanden die ersten Osnabrücker

Tabakfabriken und der Handel mit

Produkten wie Zigarren, Pfeifen, Schnupfund

Kautabak blühte.

In einem Bericht des Magistrats der Stadt

Osnabrück an die „Königlich-Großbritanisch-Hannöversche

Regierung“ von

1818 heißt es: „...da die aufgeführten Fabriken

und Manufakturen,...

sich nicht einzig

auf den

Verkauf im Inlande beschränken, sondern

auch ihre Fabrikate,…ins Außland

versenden. Sie vermehren und erweitern

dadurch den Absatz der…rohen Produkte,

den nützlichen Gewerbefleiß der Einwohner

und den Handel mit dem Auslande

und erhalten so auch nicht nur das inländische

Geld dem Lande, sondern bemühen

auch dasselbe durch das fremde Geld,….

Vornehmlich gewähren diese Vorteile die

hiesigen Tabakfabriken, die Papierfabriken

und die Seyfenfabriken, die alle im

Großen arbeiten und ansehnliche Summen

einführen.“

Die Tabakfabrik der „Gebrüder André“

z. B. entstand 1817 in Osnabrück. Bereits

1853 beschäftigte das Unternehmen hier

130 Personen und war größter Arbeitgeber

im Osnabrücker Land. Zwei Jahre

zuvor hatte das Unternehmen sogar in

Bünde eine Filiale gegründet, die heute

noch besteht. 1866/67 wurde die Produktion

in Osnabrück eingestellt. 1893 standen

im Osnabrücker „Verzeichnis der

Gewerbetreibenden“ 51 „Cigarren- und

Tabakfabrikanten“, darunter auch André

und Thorbecke.

Die Familie Thorbecke, früher „tor Becke“

(plattdeutsch: „am Bache“), ist noch

heute von Amsterdam bis nach Süddeutschland

zu finden. Das

Firmenschild wie auch

das Familienwappen

zeigen deshalb einen im Wasser schwimmenden

Fisch. Der einzige männliche

Nachkomme der Osnabrücker Familie,

Rudolf, geboren am 7. Dezember 1797,

starb 1823 durch einen Unfall auf der

Jagd. Die Firma ging an Louise Wüste,

geb. Thorbecke. Der Osnabrücker Familienzweig

ist inzwischen erloschen. | MB

WISSEN KOMPAKT:

Wann wird

das Depot geöffnet?

Viele Schätze des Museums Industriekultur

lagern im Verborgenen, denn die Ausstellungsfläche

reicht nicht aus, um alle Exponate

zu zeigen, die im Laufe der Jahre Teil

einer umfangreichen Sammlung geworden

sind.

Seit dem 15. März 2015 gewährt das Museum

aber spannende Einblicke in einen

Bereich, den die Öffentlichkeit nur in Ausnahmefällen

zu sehen bekommt. Die Ausstellung

„Fotos Feilen Feuerlöscher“ zeigt

ausgesuchte Objekte aus dem Depot, unter

anderem diese Dampflokomotive „Adler“

mit Personenwagen der „Ludwigsbahn“.

Die Firma Schuco präsentierte die kleinste

Blechspielzeug-Eisenbahn der Welt zum

100. Geburtstag der Deutschen Eisenbahn

im Jahr 1935. Die Schuco-Lokomotive hat

einen Uhrwerksantrieb und kann noch immer

im Kreis fahren. | RED

Fotos © Museum Industriekultur Osnabrück

MUSEUM

INDUSTRIEKULTUR

OSNABRÜCK

16

Museum Industriekultur Osnabrück/Dauerleihgabe

der Familie Frömbling, Osnabrück

Firmenwappen der Gebroeders

Thorbecke Te Osnabrück, Kupfer,

bronzefarben, um 1880, Schenkung

Familie Wüste, Osnabrück. Museum

Industriekultur Osnabrück.


Anzeigensonderteil

REGIONALE EXPERTEN ERKLÄREN ALLTAGSFRAGEN & PHÄNOMENE

Wie funktioniert moderne

3D-Technologie im Kino?

Achten Sie

bei Artikeln

zukünftig

auf dieses

Zeichen!

Fotos © Filmpassage Osnabrück und xpand.de; Nostalgiesche 3D-Brille © wikipedia.org - Snaily

Die Antwort gibt Robin Ehlert von der

Filmpassage Osnabrück:

„Kurz gesagt: neben dem Sehen von

Höhe und Breite kommt noch eine dritte

Dimension ins Spiel – die Tiefe! Unser

Gehirn setzt dazu die zwei leicht unterschiedlichen

Bilder, die wir mit unseren

beiden Augen erfassen, zu einem Bild

zusammen und ermöglicht so das dreidimensionale

Sehen. Bei der Produktion

von 3D-Filmen

wird nun eigentlich

nur das

natürliche

Sehen imitiert,

indem einfach

aus zwei unterschiedlichen Perspektiven

gefilmt wird. Im Kino werden

dann beide Bilder leicht versetzt auf

die Leinwand gebracht. Ohne 3D-Brille

sieht der Zuschauer deshalb ein sehr

verschwommenes Bild. Die 3D-Brille

ermöglicht es hingegen, mit dem linken

Auge nur das Bild zu sehen, das für das

linke Auge bestimmt ist und mit dem

rechten Auge eben das, was für das rechte

Auge auf-genommen wurde.

Wie unterstützt moderne Technik 3D?

Die Idee für dreidimensionale Filme

ist schon um 1890 entstanden. Der

britische Filmpionier William Friese-

Greene beantragte damals ein Patent

für 3D-Filme. 1915 lief im Astor Theater

in New York der erste 3D-Testfilm.

Anfang der 1960er Jahre versuchten

Kinos mit 3D gegen den Siegeszug der

Fernsehgeräte in Wohnzimmern zu

punkten. Viele kennen noch die nostalgischen

Brillen mit roter und blauer Folie.

Neben der schlechten Bildqualität waren

auch Kopfschmerzen vorprogrammiert.

Heute werden in der Filmpassage

sogenannte Shutterbrillen elektronisch

im Kinosaal angesteuert. Synchron

zu den projizierten Bildern wird

jeweils der Blick eines Auges abgedunkelt

und so die Trennung der „rechten“ und

„linken“ Bilder ermöglicht. Dieser Prozess

wiederholt sich etwa 60 Mal pro Sekunde

und wird vom Betrachter nicht wahrgenommen.

Die Filmpassage ist übrigens seit März

2013 in allen 9 Kinosälen digitalisiert sowie

in 6 Sälen 3D-fähig und somit für ein

neues Kinozeitalter gerüstet!“ | RE

Filmpassage

Osnabrück

Name: Robin Ehlert

Funktion: Assistent der Geschäftsleitung

Adresse: Johannisstraße 112-113, 49074 Osnabrück

Telefon: 01805 - 676227 *

Internet: www.filmpassage.de

*

(0,14€/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 €/Min.)

17

AUFGEWECKT DURCH STADT UND LANDKREIS

Ganz neu:

„Regionale Experten erklären

Alltagsfragen & Phänomene“

In unserer neuen Serie geben wir

Spezialisten und Experten aus Osnabrück

Stadt und Landkreis eine öffentliche

Plattform, um spannende Phänomene

aus ihrer jeweiligen Branche zu erklären

und Antworten auf Fragen zu geben,

die sich wahrscheinlich schon (fast) jeder

einmal im Alltag gestellt hat.

Sind Sie eine Koryphäe auf Ihrem

Fachgebiet und haben eine lehrreiche

und unterhaltsame Story zugleich?

Oder sind Sie ein Leser unseres Magazins

und suchen nach einer verständlichen

Erklärung für ein bestimmtes Thema?

Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion

am einfachsten und besten per E-Mail:

redaktion@osnabruecker-wissen.de

Herausgeber des Magazins:

Medienagentur KreativKompass UG

Natruper Straße 23

49076 Osnabrück

Telefon der Redaktion:

+49 (0) 5 41 / 440 220 03


iale

n!

Die »sprout Azubi-Akademie« fördert die persönliche Entwicklung

der Nachwuchskräfte in der Region durch unterschiedliche

Seminare und Trainings von Beginn an. Für

Osnabrücker Wissen“ gibt es in einer Serie wertvolle Tipps

für Azubis, Unternehmen und alle weiteren Interessierten. Unzureichende Umgangsformen sowie

Azubi-Akademie« in

Bereichen Soft Skills

m ganzheitlichen

d Incentives für Azubis.

öglichkeit zur Anmelww.sprout-os.de.

is sagen: »Proud to be sprout!«

Mängel in Disziplin und Leistungsbereitschaft

werden von Unternehmen häufig als

Schwachstellen potenzieller Nachwuchskräfte

genannt. Umgekehrt gilt: beruflich

(aber auch privat): erfolgreiche Menschen

überzeugen durch situationsadäquates

Verhalten und eine selbstbewusste Persönlichkeit.

Hierdurch repräsentieren sie ihr

Unternehmen und sich selbst in überzeugender

Form und werden in Netzwerken als

Ansprechpartner geschätzt.

Die Job-Tipps werden

präsentiert von:

Grundlegend für die Ausgestaltung des

eigenen Verhaltens sind all jene Werte

und Einstellungen, die jeder im Laufe

seiner Entwicklung aus seinem Umfeld

mitbekommen und angenommen hat. Im

beruflichen Kontext treffen die eigenen

Werte auf Unternehmenswerte. Entsprechend

gilt es, auch diese zu verinnerlichen

und im eigenen, unternehmensbezogenen

Auftritt zu leben. Weitere Orientierung

für situationsadäquates Verhalten bieten

allgemeine Verhaltensregeln. Sie geben einen

Leitfaden zur verbalen und nonverbalen

Kommunikation in einer Vielzahl von

Situationen – vom Telefonat bis hin zum

Geschäftsessen. Immer wichtiger gerade

im Zeitalter digitaler Medien wird auch

die Frage nach der Trennung von Berufsund

Privatleben bzw. die Frage, wie viel

Lassen Sie die Potenziale

Ihrer Azubis ersprießen!

Mitarbeiterin der Ld21 academy GmbH,

Trainerin der »sprout Azubi-Akademie«

in Berufs- und Verhaltensknigge

Es geht letztlich immer wieder darum, die

Grundregeln korrekter Kommunikation zu

kennen und anzuwenden – in allen zwischenmenschlichen

Situationen, die sich

innerhalb des Unternehmens und im Kontakt

nach außen ergeben. Auch die einfache

Begegnung auf dem Flur sollte nicht unterschätzt

werden, wenn etwa ein Azubi ein

Vorstandsmitglied trifft ...

Sowohl die verbale als auch die nonverbale

Kommunikation muss stimmen, auch unter

der Einhaltung in von Hierarchie-Regeln.

Ab März 2014 startet die »sprout Azubi-Akademie«

Osnabrück mit Seminaren in den Bereichen Es geht um Soft ein Skills angemessenes äußeres Erscheinungsbild,

ganzheitlichen ein sicheres Auftreten und

und Lernmanagement sowie einem

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Es gilt, diese Chance wahrzunehmen,

Präsenz zu zeigen und auch als Azubi

selbstbewusst und aufgeschlossen

aufzutreten. Dazu gehören ein sicherer

Blickkontakt und – sofern es dazu

kommt – ein fester Händedruck. Der

Azubi hat verbal zuerst zu grüßen; es

obliegt aber dem Ranghöheren, die

Hand zu geben. Der Azubi sollte aus

der Situation heraus wahrnehmen, ob –

verbal oder nonverbal – eine Einladung

zu einem weiteren Gespräch erfolgt. Ein

mögliches Thema wäre dann beispielsweise

eine (positive) Rückmeldung zur

Ausbildung und ein damit verbundener

Dank. Absolutes „No Go“ wäre, dem

Gespräch aus dem Wege zu gehen, umgangssprachlich

zu formulieren oder im

Gespräch Gleichgültigkeit zu signalisieren,

etwa durch das Verstecken der Hände

in der Hosentasche. | VD

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Livemusik unterschiedlicher Stilrichtungen, kultige Getränke- und Speiseangebote und das

gesellige Miteinander ziehen pro Jahr geschätzte 600.000 Besucher in die Osnabrücker Innenstadt.

Doch wer besucht eigentlich die Maiwoche – und ist sie auch ein Reiseziel für Touristen?

Im Auftrag von „Osnabrücker Wissen“ hat sich das Studententeam „Streetview“ in einem

Semester-Projekt der Hochschule Osnabrück der Frage gewidmet und eine Primärforschung

direkt vor Ort durchgeführt.

Sechs Studierende der Hochschule und

zwei Praktikanten der IHK Osnabrück –

Emsland – Grafschaft Bentheim fragten

rund 400 Passanten auf der 42. Maiwoche

im Jahr 2014 nach ihrer Meinung. Sie

konnten einzelne Aspekte in Schulnoten

bewerten, aber auch Verbesserungsvorschläge

einbringen.

Außerdem fand parallel eine Onlinebefragung

statt, an der rund 300 Personen

teilnahmen.

Maiwochenbesucher sind Stammgäste!

Sie kamen bereits in den vergangenen

Jahren und wollen das Event auch in

Zukunft nicht missen. Über die Hälfte

der Gäste kam direkt aus der Stadt Osnabrück,

rund 40 Prozent aus Landkreis

und nur knapp sieben Prozent reisten

länger als eine Stunde an.

Wer zur Maiwoche kommt, hat eindeutige

Motive: Die Geselligkeit, das Musikprogramm

und das tolle Speise- und

Getränkeangebot locken Besucher in

die Osnabrücker Innenstadt. Dort treffen

sie sich mit Familien und Freunden,

aber auch ein Feierabendgetränk mit

Kollegen ist ein willkommener Anlass.

Dass die Maiwoche fest im Kalender der

Besucher steht, zeigt auch der Bekanntheitsgrad.

Nur 30 Prozent informieren

sich im Vorfeld über das Programm – der

Rest vertraut darauf, dass sich der Besuch

in jedem Fall lohnt. Die Atmosphäre

schnitt bei der Bewertung (wetterunabhängig)

sehr gut ab, genauso wie das

Musikangebot. Das Maidorf war dagegen

heftig umstritten. Den jungen Besuchern

gefiel es, den etwas älteren wäre eine Alternative

mit mehr Sitzgelegenheiten lieber

gewesen.

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Bilder: © OMT

Die 16-35-Jährigen gaben im Schnitt 22

Euro pro Besuch für Speisen, Getränke,

Parken, ein eventuelles Busticket sowie

Karussellfahrten aus. Den 36-45-Jährigen

war die Maiwoche noch mehr wert

(32 Euro), die 46-55-Jährigen ließen

pro Besuch 26 Euro an den Ständen.

Nicht-Osnabrücker verbinden ihren

Besuch mit weiteren Vorhaben - zum

Beispiel dem Besuch bei der Familie

oder bei Freunden. Daneben trafen die

Interviewer auch Geschäftsreisende und

Kulturinteressierte.

Der Wunsch nach ansprechenden Sanitäranlagen

(kürzere Wartezeiten, mehr

Sauberkeit) stand an erster Stelle. Außerdem

plädierten die Befragten für bekanntere

Musiker – und natürlich für besseres

Wetter. Einige plädierten für mehr Unterstellmöglichkeiten

– oder sogar für eine

Verlegung der Maiwoche. „Streetview“

hält außerdem eine bessere Beschilderung

und mehr Sitzgelegenheiten, etwa

in Form eines Biergartens, für sinnvoll.

Außerdem sollten die Veranstalter

über eine Wiederbelebung des Geländes

am Herrenteichswall nachdenken. Ob

Osnabrücker oder Nicht–Osnabrücker,

die Maiwoche wird 2015 wieder besucht,

verraten über 80 Prozent der Befragten

den Interviewern. Bei der allgemeinen

Bewertung kam das Volksfest der Hasestadt

auf die Note „gut“.

Das Potenzial der Maiwoche als touristische

Marke für gezielte Reiseanlässe kann

allerdings noch ausgebaut werden. Durch

mehr Werbung außerhalb Osnabrücks

zum Beispiel ... | KA

Was macht der

Osnabrücker,

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ESSEN & TRINKEN

Rezepte aus

der Region

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präsentiert:

Was sind Hedeweggen?

Zum Selberbacken:

Bilder: Rosinenbrötchen beim Bäcker: © bilderexpertin65; Eier: © Angel Simon; Mehl: © Coprid ; Tafel: © kuma fotolia.com

Manche würden sie als Osnabrücker Kulturgut

bezeichnen, für andere sind es schlicht Rosinenbrötchen.

Die Rede ist von Hedeweggen, einem

süßen Hefegebäck, das seinen Ursprung im

Spätmittelalter (13. -15. Jahrhundert) hat.

Traditionell nur während der kalten Jahreszeit hergestellt, versüßten

Hedeweggen Gläubigen früher die Fastenzeit.

Doch wer nun ein einfaches Rosinenbrötchen erwartet, irrt sich.

Charakteristisch für diese Osnabrücker Spezialität ist ihr ganz

besonderer Geschmack. Verantwortlich hierfür ist ein edles

Gewürz: Macis. Gewonnen aus dem Samenmantel der Muskatnuss,

ähnelt es ihr geschmacklich, zeichnet sich jedoch durch

ein sehr viel feineres Aroma aus, wie der Osnabrücker Bäcker

Reinhard Welp erklärt.

Der Muskatblüte, wie Macis auch genannt wird, sagt man eine

stimmungsaufhellende Wirkung, sowie einen positiven Einfluss

auf die Verdauung nach.

Osnabrücker Wissen“ bereitet die Hedeweggen, niederdeutsch

für Heißwecke, nach einem Rezept der

Bäckerei Welp zu. | MA

22

Hedeweggen

(ca. 25 - 30 Broetchen)

Zutaten:

1.000 g Weizenmehl

50 g Hefe

150 g Zucker

450 ml Vollmilch (lauwarm)

150 g Butter

15 g Salz

100 g Eigelb

1 Messerspitze Macis

1 -2 Orangen (unbehandelt), Schale, abgerieben; oder

Orangeat

200 g Rosinen

nach Geschmack: Mandel, gestiftelt, geröstet

Für den Vorteig, 500g Mehl in eine Rührschüssel geben, eine

Mulde formen und die Hefe hereinbröseln. Die lauwarme Milch

und 30g des Zuckers hinzugeben und sorgfältig verrühren.

Anschließend an einem warmen Ort zugedeckt 30 Minuten

gehen lassen. Nun den Vorteig mit dem restlichen Mehl und

Zucker, Butter, Salz und 100g Eigelb, sowie einer Messerspitze

Macis mischen. Den Hefeteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche

mit den Händen kräftig durchkneten, Rosinen, abgeriebene

Orangenschale und ggf. geröstete Mandelstifte unterarbeiten

und wieder an einem warmen Ort 30 Minuten zugedeckt gehen

lassen. Dann ca. 80 g große Teigstücke abstechen, zu runden

Brötchen formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes

Blech legen. Anschließend mit Eigelb bestreichen - für eine

schöne Färbung der Hedeweggen - und im vorgeheizten Ofen

bei 180 °C ca. 10 Minuten backen.


Bilder: Laura Munzel; woman eating spaghetti: © LanaK, fotolia.com

Machen Nudeln glücklich?

Das älteste überlieferte Nudelrezept stammt aus Ostasien. Es

wurde vor etwa 4.000 Jahren geschrieben. Nach dieser Anleitung

stellten steinzeitliche Pasta-Freunde Nudeln aus Weizenmehl,

Eiern und Wasser her - eine Zusammensetzung, die in

etwa dem Rezept deutscher Eiernudeln entspricht.

Seit etwa 400 Jahren sind Nudeln auch in

Deutschland bekannt und erfreuen sich

großer Beliebtheit, wie das Beispiel der

Nudelbar zeigt. Dabei handelt es sich um

einen fälschlicherweise „Snack-Bar“ genannten

Raum in der Schlossmensa. Mit

rund 300 Besuchern am Tag ist sie gut

ausgelastet. Vor allem Studenten schauen

von Montag bis Freitag zwischen 11.45

und 14.15 Uhr gerne vorbei.

Eingerichtet wurde die „Bar“, in der

Nudelgerichte verschiedenster Art angeboten

werden, auf Wunsch vieler

Mensagäste. Grundsätzlich gibt es zwei

Gerichte mit zwei verschiedenen Soßen

- eins ist immer vegetarisch. Etwa die

Hälfte des täglichen Besucherstroms der

Mensen bevorzugt fleischlose Gerichte.

Jeder Barbesucher kann sich verschiedene

Toppings aussuchen, u.a. Oliven, Parmesan,

Paprika oder auch frische Kräuter.

Auch wenn die Mehrzahl der Mensagäste

etwas im Speisenangebot der Nudelbar

findet, gibt es auch Fälle wie Ann-Christin:

„Ich mochte die Nudelbar gern, man

kann dort sehr lecker essen. Aber seitdem

ich Veganerin bin, gibt es für mich leider

keine essbaren Soßen mehr. Und nur Nudeln

mit Frühlingszwiebeln als Topping

zu essen, wäre langweilig.“

Auf der anderen Seite berichtet Annelen

Trost, Leiterin der Hochschulgastronomie

seit 2007, dass sich erst kürzlich ein

Mensagast für die Nudelbar bei ihr bedankte.

Er fand: „Nudeln machen glücklich!“

| LM

Bayerische Spezialitäten

in uriger Atmosphäre genießen.

Täglich ab 11 Uhr

geöffnet!

„Besteht Leberkäse

wirklich aus Leber und Käse?“

Erfunden wurde der Leberkäse 1777 vom

Hofmetzger des bayerischen Kurfürsten Karl

Theodor. Die Rezeptur beinhaltete fein gehacktes

Schweine- und Rindfleisch, das in runden

Brotformen gebacken wurde. Wegen seiner

Form und der käseartigen Konsistenz wurde

die Spezialität „Laiblkas“, mundartlich auch

„Loabikas“, genannt. Im Laufe der Zeit wurde

aus dem Namen der heutige Begriff „Leberkäs“.

Der original Bayerische Leberkäse enthält keine

Leber. Außerhalb des Freistaates ist es anders!

Denn hier greift das Lebensmittelgesetz und

danach muss Leberkäse - genau wie Leberwurst

- auch Leber enthalten. Der Stuttgarter

Leberkäse enthält demnach mindestens 5%

Leber. In einigen Regionen gibt es auch den

sogenannten Fleischkäse - der enhält, genau

wie der Bayerische Leberkäse, keine Leber.

Übrigens: Weder im (bayerischen) Leberkäse

noch im Fleischkäse findet man Käse.

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Wie funktioniert

modernes Projekt-

Management?

TEIL 2: ORIENTIERUNG & ZIELSETZUNG

Wie in der letzten Ausgabe erwähnt, durchläuft jedes Projekt einen Lebenszyklus, der in sechs Phasen

unterteilt werden kann: Orientierung, Zielsetzung, Projektplanung, Durchführung, Nacharbeiten, Rückschau.

In dieser Ausgabe werden die ersten zwei Phasen beschrieben und erklärt.

Wo stehen wir heute und

was soll sich ändern?

Die erste Phase ist die Orientierungsphase.

Hier stellt man die Fragen: Wo stehen wir

heute und was soll sich ändern? Wer erfolgreich

ein Projekt abwickeln will, muss

sich vorher orientieren. Das Wort Orient

leitet von dem Lateinischen (sol) oriens ab,

das bedeutet: aufgehend(e Sonne). Demnach

heißt sich orientieren, nach der aufgehenden

Sonne die Himmelsrichtung

feststellen oder sich zurechtfinden, sich

einen Überblick verschaffen, sich erkundigen.

Beim Projektmanagement geht es

darum die Grundlagen für die Aufgabenstellung

des Projektes zu ermitteln.

Man informiert sich über alle wichtigen

Zusammenhänge, und fängt nicht sofort

an zu handeln, sondern formt erst ein Gesamtbild

und sammelt Informationen.

Wer zum Beispiel ein Badezimmer renovieren

möchte, informiert sich zuerst über

verschiedene Möglichkeiten. Man kann

die Renovierung selbst durchführen oder

das Material besorgen und fachgerecht

einbauen lassen. Man kann sich durch

Freunde helfen lassen oder den ganzen

Auftrag den Handwerkern überlassen.

Vor- und Nachteile der verschiedenen

Möglichkeiten werden abgewogen und

Kosten eingeholt. Man stellt sich vor, wie

das neu renovierte Bad aussehen wird, ob

nur eine Dusche eingebaut werden soll

oder ob man unbedingt eine Badewanne

möchte, welche Farbe benutzt werden soll,

usw.

Während dieser Phase fängt man noch

nicht mit der aktiven Arbeit an, sondern

orientiert sich über die möglichen Alternativen.

Diese Phase wird auch Machbarkeitsstudie,

Problemuntersuchung oder

Vorstudie genannt.

Das Feld wird an Hand von Analysen abgesteckt,

z.B. durch eine Ist-Soll-Analyse,

wo Fragen gestellt werden, um zu prüfen,

wie die derzeitige Situation ist und was

man durch das Projekt ändern oder verbessern

möchte. Es wird auch gefragt, wer

Interesse an dem Projekt hat und warum.

So lassen sich Einflussfaktoren überprüfen

und Erwartungen feststellen. Ferner

werden in dieser Phase die Machbarkeit

hinsichtlich der Finanzmittel, des Personaleinsatzes

und Konkurrenzverhaltens

oder hemmende Bedingungen geprüft.

Die Orientierungsphase dient dazu herauszufinden,

ob das Projekt tatsächlich

sinnvoll und tragfähig ist und verschafft

einen Überblick über realistische Möglichkeiten

für die Zielsetzung.

Bilder: Fernglas, Büroklammern, Bleistift Schnipsel: fotolia.com

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24


Wohin wollen wir?

Die zweite Phase ist die Zielsetzungsphase.

Hierfür sind folgende Fragen nützlich:

Wohin genau wollen wir? Wann wollen

wir dort sein? Welche Mittel stehen uns

zur Verfügung?

Zu Beginn werden die in der Orientierungsphase

untersuchten Alternativen

kritisch bewertet. Es wird entschieden,

welche der Alternativen am besten zur

Umsetzung geeignet ist. Danach muss

das Ziel präzise formuliert und gesetzt

werden. Es ist erforderlich, eine klare Vorstellung

darüber zu entwickeln, was am

Ende des Projektes erreicht werden soll.

Ziel und Teilziele werden ganz spezifisch

beschrieben und bilden später den Leitfaden

für die Projektplanung sowie die

Durchführung. Neben der genauen Zieldefinition

werden ein Zeitrahmen und

die zur Verfügung stehenden Finanzmittel

festgelegt.

Für die Badrenovierung muss man sich

jetzt entscheiden, wer die Arbeit umsetzen

und bis wann sie beendet sein soll

und wie viel Geld tatsächlich zur Verfügung

steht.

Man muss sich eine klare Vorstellung machen,

wie das Endergebnis sein soll, z.B.

dass das Bad eine große, weiße Keramik-

Badewanne, eine separate Dusche, eine

weiße Designer-Toilette und -Waschbecken,

Wandfliesen als Kleinstmosaik, einen

Natursteinboden, einen großen Spiegel

über die komplette Wandfläche, einen

Heizkörper als Handtuchwärmer, Handtuchhalter

aus Edelstahl, dünne weiße

Gardinen, große Designer-Lampen und

ein weißes Regal haben soll.

Das Material besorgt man selbst und bei

dem Einbau helfen Freunde. Das Badezimmer

soll innerhalb der nächsten dreißig

Tage fertig gestellt sein. Als Budget

stehen 6.000 Euro zur Verfügung. Leitfrage

bei der Zielsetzung ist: was ist in

welchem Zeitraum und mit welchen Ressourcen

realisierbar?

Nachdem die Ziele für das Projekt klar

definiert worden sind, kann man mit der

Planung beginnen. Diese (dritte) und

die vierte Phase werden in der folgenden

Ausgabe erläutert. | AJM

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25


Wie barrierefrei

ist die Hochschule?

Inklusion in allen Lebensbereichen! Das ist die Vision der

UN-Behindertenrechtskonvention, die 2009 in Deutschland in

Kraft getreten ist. Diese bezieht sich auch auf Hochschulbildung

und soll eine Basis für die Gleichstellung von Studenten

mit und ohne gesundheitliche Einschränkungen schaffen.

Nach dem Abitur entscheiden sich viele

junge Menschen für ein Studium und stehen

somit vor der Frage, welche Universität

oder Hochschule die richtige für sie ist.

Diese Entscheidung ist für keinen Schulabgänger

leicht, doch für solche mit Behinderung

oder einer chronischen Erkrankung

oft noch viel schwieriger. Beispielsweise für

Menschen mit Mobilitätseinschränkungen

stellt sich die Frage, ob die ausgesuchte

Hochschule behindertengerecht genug ist

oder auf spezielle Bedürfnisse eingegangen

werden kann. Laut der 20. Sozialerhebung

(im Jahr 2012) des deutschen Studentenwerks

sind in Deutschland etwa 14 % der

Studierenden gesundheitlich beeinträchtigt.

Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen

sind dabei sehr unterschiedlich. Sie reichen

von Mobilitäts- und Bewegungsbeeinträchtigungen

(11 %) über chronisch somatische

(körperliche) Krankheiten (34 %) bis zu

psychischen Erkrankungen (42 %). Die psychischen

Erkrankungen machen dabei den

größten Teil der Beeinträchtigungen aus.

Das heißt, dass bei vielen Erkrankten von

außen betrachtet eine Beeinträchtigung auf

den ersten Blick nicht wahrzunehmen ist.

Dies gilt auch für viele andere chronische

Erkrankungen und Behinderungen.

Mit in Kraft treten der UN-Behindertenrechtskonvention

im Jahr 2009 besteht

in Deutschland die Verpflichtung zur Inklusion.

Somit waren viele Hochschulen

aufgerufen noch mehr auf die Bedürfnisse

von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen

einzugehen und ihnen so

die gleichen Chancen wie gesunden Menschen

einzuräumen. Auch die Hochschule

Osnabrück befasst sich mit den speziellen

Bedürfnissen von Studierenden mit gesundheitlichen

Einschränkungen, jedoch

nicht erst seit der geänderten Rechtslage.

Dennoch meint die Beauftragte für Studierende

mit Behinderung der Hochschule

Osnabrück, Prof. Dr. Andrea Riecken „Die

Einführung der UN-Behindertenrechtskonvention

hat noch mal einen Anstoß

gegeben sich stärker mit dem Thema zu

befassen und somit haben sich die Studienbedingungen

für Studierende mit speziellen

Bedürfnissen an der Hochschule seitdem

weiter verbessert.“ Seit April 2014 verfügt

die Hochschule Osnabrück beispielsweise

über einen Leitfaden für Studieninteressierte

und Studierende mit Behinderung,

der alle wichtigen Information wie etwa

Ansprechpartner für einen Antrag auf

Nachteilsausgleiche, der Barrierefreiheit in

den Hochschulgebäuden oder zu sonstigen

Unterstützungsmöglichkeiten beinhaltet:

www.wiso.hs-osnabrueck.de/40235.html

WAS VERSTEHT MAN UNTER

EINEM NACHTEILSAUSGLEICH?

Unter dem Begriff „Nachteilsaugleich“ versteht

man einen Nachteilsausgleich im Rahmen

der Prüfungsordnung. Das heißt, dass

für die/den Studierende(n) die Prüfungsbedingungen

so angepasst werden, dass er die

gleiche Chance hat die Prüfung erfolgreich

zu bestehen wie alle anderen Kommilitonen.

Beispiele für einen Nachteilsausgleich

sind etwa eine Klausurzeitverlängerung

bei einer Leserechtschreibschwäche, eine

mündliche Prüfungsleistung bei Studierenden

mit Sehbehinderung oder das Ablegen

der Prüfung mit Hilfe eines Laptops bei

körperlichen Behinderungen, die die motorischen

Fähigkeiten einschränken. Ein

Nachteilsausgleich im Sinne von finanzieller

Unterstützung wird als „Billigkeitsmaßnahme

zum Erlass von Studienbeiträgen

bei Studienzeitverlängerung“ bezeichnet

und ist vom Nachteilsausgleich im Rahmen

der Prüfungsordnung abzugrenzen. Ein

Erlass von Studienbeiträgen wird nur gewährt,

wenn der Studierende glaubhaft machen

kann, dass die verlängerte Studienzeit

durch die gesundheitlichen Einschränkungen

entstanden ist.

26


WISSEN KOMPAKT:

Fotos © Sabrina Lütke

WIE BEHINDERTENGERECHT IST

DIE HOCHSCHULE OSNABRÜCK?

Die Barrierefreiheit ist hier weitestgehend

umgesetzt. So verfügen zum Beispiel alle

hochschuleigenen Parkplätze über Behindertenparkplätze,

fast überall gibt es ebenerdige

Zugänge und die neuen Gebäude

haben sogar Übersichtspläne der Räume in

Brailleschrift (Blindenschrift). Einige alte

Gebäude sind jedoch weiterhin überhaupt

nicht mit einem Rollstuhl zugänglich. Außerdem

kommt es leider oftmals dazu, dass

Behindertenparkplätze von nicht behinderten

Autofahrern besetzt werden. Dies stellte

für die Studentin Ana-Lena M., die an einer

Muskelschwäche leidet und bei längeren

Strecken auf einen Rollstuhl angewiesen ist,

ein großes Problem dar. Seit kurzem verfügt

sie aber über einen persönlichen Parkplatz

mit Nummernschild an allen Gebäuden, in

denen sie Vorlesungen hat. „Zwar freue ich

mich sehr über meinen persönlichen Parkplatz

- weiterhin problematisch ist jedoch,

dass innerhalb der Hochschulgebäude viele

Türen, die nicht mit einem elektrischen

Türöffner ausgestattet sind, sehr schwer

und als Rollstuhlfahrerin kaum ohne Hilfe

aufzubekommen sind“, sagt Ana-Lena. Es

besteht also noch Verbesserungsbedarf.

FÜR JEDEN STUDENTEN EINE

INDIVIDUELLE LÖSUNG?

Die Hochschule Osnabrück erhebt bei der

Immatrikulation keine Angaben über Behinderungen

oder andere Erkrankungen

von Studierenden, daher liegt es an jedem

selbst, sich an die vorhandenen Beratungsstellen

zu wenden und Hilfe einzufordern.

„Die Bedürfnisse der behinderten und/oder

chronisch kranken Studenten sind sehr

Inklusion / UN-Behindertenrechtskonvention

Unter Inklusion versteht man die gleichberechtigte

Teilhabe von Menschen mit und

ohne Behinderung in allen Bereichen des

gesellschaftlichen Lebens. In diesem Artikel

bezieht sich Inklusion auf die Gleichstellung

von behinderten Studenten im Hochschulbereich.

Die Vereinten Nationen haben im Jahr 2006

eine Behindertenrechtskonvention verabschiedet.

Darin verpflichten sich die UN-Mitgliedsstaaten

die Teilhabe von Menschen mit

Behinderung an allen gesellschaftlichen Prozessen

zu garantieren. Deutschland hat diese

Konvention im Jahr 2009 unterschrieben und

den Vertrag somit in die nationale Gesetzgebung

übertragen, um die Rechte von Menschen

mit Behinderung durchzusetzen.

unterschiedlich. Daher versuchen wir für

jeden Studierenden eine individuelle Lösung

zu finden, um ihm trotz seiner Beeinträchtigung

die gleichen Chancen wie allen

anderen Studierenden zu ermöglichen“, erklärt

Andrea Riecken.

Die Hochschule Osnabrück befindet sich

somit auf dem richtigen Weg die Inhalte

der UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen

und allen jungen Menschen, ob

mit oder ohne Behinderung ein Studium

zu ermöglichen. | SL

27


Wer studiert Harfe?

In Süddeutschland wird an fast jeder Musikschule Harfe

unterrichtet, hier im Norden ist das Instrument noch im

Kommen. Viele Musikschulen suchen händeringend nach

Harfenlehrern – die Hochschule Osnabrück bildet sie nun

aus.

Wer unterrichtet?

Seit dem Wintersemester 2014 kann

man in Osnabrück am Institut für Musik

erstmals das Hauptfach Harfe studieren.

Als Dozentin konnte Nicole Müller gewonnen

werden. An der Hochschule für

Musik Würzburg erlangte sie ihr künstlerisches

und pädagogisches Diplom (1,0

mit Auszeichnung) und beendete ihr Studium

mit einem Konzertexamen. Nach

dreijähriger Tätigkeit als Soloharfenistin

am Theater Osnabrück ist sie nun als freischaffende

Harfenistin in ganz Deutschland

tätig.

Nicole Müller veröffentlichte 2011 zusammen

mit ihrer Kollegin Katrin Triquart

ihre erste CD „Kaleidoskop der Tiefe“

und 2013 ihre erste Solo- CD „Rêves

et Danses“.

Müller übt zwei bis vier Stunden am Tag

und unterrichtet etwa 15 Stunden pro

Woche. Dazu kommen „Touren“ durch

ganz Deutschland mit Solokonzerten,

Kammermusikkonzerten, Projekten an

Opernhäusern, Konzerte mit Orchestern

und private Aufträge wie beispielsweise

Auftritte bei Vernissagen. Nicole Müller

spielt am liebsten Stücke aus Impressionismus

und Spätromantik. Des Weiteren

versucht sie sich in keltischer und südamerikanischer

Folklore und im Jazz.

Für einige Zeitgenossen taugt die Harfe

allenfalls zur Hintergrundmusik in einer

Hotel-Lobby. Müller sieht das naturgemäß

anders: „Es gibt fantastische, wunderschöne,

anspruchsvolle und auch viele

fetzige Stücke - und es gibt genug Harfenisten

die dabei sind, das Image des Harfenspielers

zu erneuern.“

Welche Voraussetzungen

werden für das Studium

benötigt?

Zum Wintersemester 2014 haben sich an

der Hochschule Osnabrück zwei Kandidatinnen

beworben und beide die Aufnahmeprüfungen

bestanden. Diese Prüfung

besteht aus zwei Teilen. Im ersten

muss der Kandidat zwei Stücke aus unterschiedlichen

Musik-Epochen vorbereiten

und daraus dann Ausschnitte vorspielen.

Dafür wird ein gewisses Niveau vorausgesetzt,

das heißt die Bewerber müssen

bereits mehrere Jahre Erfahrung im Harfespielen

haben. Der zweite Teil besteht in

einer 60-minütigen Theorieprüfung.

Dafür ist ein Musik-Leistungskurs oder

ein Vorbereitungskurs an einer Musikschule

hilfreich.

Was beinhaltet der

Studiengang?

Der Studiengang setzt sich aus Hauptund

Nebenfach zusammen. Der Hauptfachunterricht

mit einer Stunde pro Woche

wird in Form von Einzelunterricht

gelehrt. Das Nebenfach kann beispielsweise

Klavierunterricht beinhalten, dies

findet aber auf niedrigerem Niveau statt.

Des Weiteren gibt es sehr viele Nebenfächer

wie Musiktheorie, Musikgeschichte,

Chorsingen, Dirigieren, allgemeine Pädagogik

etc..

Wer studiert das Fach?

Jennifer Hammernik ist gegenwärtig die

einzige Studentin des Studienganges am

Institut für Musik. Dies ist jedoch nicht

ungewöhnlich. In Deutschland gibt es

drei bis vier Orte an denen bekannte

Harfen-Professoren lehren und auch dort

sind die Harfenklassen sehr klein. Jennifer

hat mit sieben Jahren das Klavierspielen

angefangen. Fünf Jahre später hat sie

auf einer Informationsveranstaltung die

Harfe kennengelernt. Nach sechs Jahren

Unterricht wagte sie die Aufnahmeprüfung

in Osnabrück und bestand. „Ich

möchte mein Instrument anderen Menschen

näher bringen und sie mit meiner

Musik verzaubern“, sagt Jennifer. | SG

Fotos: Manfred Pollert

28


20 Mal die Erde umrundet?

Schreiende Kinder, Berufspendler, Studenten, sowie die ein oder

andere extravagante Persönlichkeit gehören zum Alltag von Karl-

Heinz Kreke – denn er ist Busfahrer der Stadtwerke Osnabrück.

Während seiner Dienstzeit hat er daher einige Kilometer zurückgelegt.

Wie viele? Lesen Sie selbst!

Etwa

38 Jahre

ist Karl-

Heinz Kreke

(61) nun schon im Dienst der Stadtwerke

und seit über 40 Jahren als Busfahrer tätig.

In dieser Zeit hat er einiges erlebt, aber

nie Negatives, wie er sagt. „Ich bin gerne

mit Menschen zusammen!“, antwortet

er auf die Frage, warum er seit über vier

Jahrzehnten Busse fährt. Hochgerechnet

auf seine Dienstzeit hat Karl-Heinz rund

800.000 Kilometer verfahren. Als dienstältester

Busfahrer der Stadtwerke hat er

damit 20 Mal die Erdkugel umrundet.

Angefangen hat sein beruflicher Werdegang

bei der Bundeswehr, wo er 1974 seinen

Busführerschein gemacht hat. Nach

drei Jahren Dienst in der Bundeswehr ist

Karl-Heinz Kreke zu den Stadtwerken

Osnabrück gewechselt. Seitdem ist er dem

Unternehmen und seiner Heimat treu.

Dabei haben sich die Umstände, unter denen

er bis jetzt gefahren ist, stark verändert.

Die Busse und Straßen hätten sich

im Laufe der Zeit verbessert, so Kreke.

Außerdem gäbe es heutzutage mehr Baustellen

und auch die Reichweite des Busnetzes

habe sich vergrößert.

Ans Aufhören denkt er allerdings

nicht. Im Mai 2016 geht Karl-Heinz in

Rente, hat aber schon Pläne was er dann

machen möchte: „Busfahren!“ Er habe

immer noch Lust auf 450€-Basis bei den

Stadtwerken weiterzuarbeiten. Voraussetzung

sei natürlich, dass er gesund und

fit zum Busfahren ist. Sogar seinen Sohn

hat Karl-Heinz Kreke mit dem Busfahren

angesteckt. Dieser ist seit geraumer Zeit

auch bei den Stadtwerken Osnabrück angestellt

und teilt die Leidenschaft seines

Vaters. Vielleicht kann sein Sohn sogar

noch ein paar mehr Runden um die Erde

drehen. | JR

Foto: © Stadtwerke Osnabrück

Wer gibt freiwillig seinen Führerschein ab?

Im Jahresdurchschnitt ereignen sich in Osnabrück mehr als 5.000 Straßenverkehrsunfälle

- mit steigender Tendenz. Diese Tatsache verunsichert viele Menschen. Doch

geben sie deswegen auch freiwillig ihren Führerschein ab?

Fotos: Papiere02: © B. Wylezich; Autoschlüssel: © PhotographyByMK, fotolia.com

Nobert Obermeyer, stellvertretender Fachbereichsleiter

für Bürger und Ordnung, hat

durchgezählt: „In den letzten fünf Jahren

haben mehr als 200 Leute ihren Führerschein

abgegeben. Seit 2001 waren es knapp

600.“

Erstaunlicherweise verteilt sich dieses Phänomen

über Führerscheinbesitzer aller Altersgruppen.

Dass Menschen Zweifel an der

eigenen Fahrtauglichkeit bekommen und

freiwillig auf ihren Führerschein verzichten,

ist selten. In der Regel muss etwas passieren,

damit die Fahreignung behördlicherseits

überprüft wird: Fahren unter starkem Alkoholeinfluss

oder acht Punkte in Flensburg.

Daraufhin kann eine Anhörung

stattfinden, bei der die Bürgerinnen und

Bürger die Möglichkeit haben, sich zu dem

Sachverhalt zu äußern. Bevor es dann neben

dem Führerscheinentzug zu kostenpflichtigen

Verfahren kommt, gibt es den einen oder

anderen, der freiwillig auf seinen Führerschein

verzichtet. | JT

So viele Fahrerlaubnisse

wurden in den letzten Jahren

in Osnabrück entzogen:

29


Die öffentliche Resonanz auf diese Entscheidung,

in Osnabrück eine Flüchtlingsunterkunft,

zu eröffnen, war bemerkenswert

positiv. Wer im Dezember 2014,

drei Wochen nach der überraschenden

Bekanntgabe, die Nummer des eigens

eingerichteten Bürgertelefons wählte, erreichte

einen auskunftsfreudigen Herrn

Scholz – eigentlich in der Kulturverwaltung

tätig. Zwar hörte er vereinzelt auch

kritische Stimmen und Besorgnis in Bezug

auf die Unterkunft, doch bei Weitem

überwogen konkrete Angebote für tatkräftige

Hilfe und Sachspenden.

Der Ankündigung, Flüchtlinge aufzunehmen,

wird in diesen Tagen bekanntlich

auch anders begegnet. Im wohlhabenden

Hamburger Stadtteil Harvesthude klagten

Anwohner gegen die Unterbringung

von 220 Geflüchteten. In Berlin-Marzahn

demonstrierten Anfang Dezember 2014

rund 800 Menschen gegen die Errichtung

eines Containerdorfes für etwa 400 Geflüchtete.

In Dresden und anderen Städten

brachte ein Bündnis „patriotischer

Europäer“ Zehntausende auf die Straße.

Wie entwickelte sich der

„Standort Bramsche“?

In Bramsche-Hesepe, nur rund 20 Kilometer

von Osnabrück entfernt, gibt es

bereits seit 15 Jahren ein Flüchtlingslager.

Die sogenannte „Landesaufnahmebehörde

Niedersachsen – Standort Bramsche“

teilt mit der neuen Unterkunft im Natruper

Holz eine aktuell bemerkenswerte

Spendenbereitschaft vonseiten der einheimischen

Bevölkerung.

Wie leben

Menschen im Flüchtlingslager

Bramsche-Hesepe?

Auf dem Gelände des ehemaligen Klinikums Natruper Holz, auf dem noch bis Ende November

Patienten stationiert waren, entstand Ende 2014 binnen kürzester Zeit eine Großunterkunft für

nach Deutschland geflüchtete Menschen. Bis zu 600 Personen sollen im Laufe des Jahres

2015 in dieser neuen Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht werden können. Die Region

beherbergt aber noch eine zweite: das Lager in Bramsche-Hesepe.

Das Heseper Lager hat allerdings auch

schon andere Zeiten gesehen. Auf dem

Gelände, das einst ein Militärflughafen,

ein Lager für Zwangsarbeiter, eine Kaserne

für niederländische Soldaten und

ein Grenzdurchgangslager für Spätaussiedler

war, entstand im Jahr 2000 eine

Unterkunft für Geflüchtete. Anfangs

beherbergte die Einrichtung vor allem

„ausreisepflichtige“ Flüchtlinge, die aus

verschiedenen Gründen seinerzeit nicht

abgeschoben werden konnten.

Konzepte, die Bewohner des Lagers auf

ein mögliches Leben in Deutschland vorzubereiten,

gab es nicht. Im Gegenteil, die

isolierte Lage sollte einen Integrationsprozess,

den ein Leben in niedersächsischen

Städten oder Dörfern hätte einleiten können,

verhindern. Schließlich sollten die

Geflüchteten zur „freiwilligen Ausreise“

bewogen oder abgeschoben werden.

Die Androhung der Kürzung der ohnehin

dürftigen Sozialleistungen für Asylbewerber

(erst 2012 per Entscheid des

Bundesverfassungsgerichts annähernd

auf Hartz 4-Niveau angehoben) wurde

mitunter zusätzlich als Druckmittel

gegen die Flüchtlinge eingesetzt. Die

Residenzpflicht – ohnehin eine europaweit

einmalige Restriktion – erfuhr zu

Beginn der 2000er Jahre zunächst eine

Verschärfung, die den Bewegungsradius

der Geflüchteten zwischenzeitlich auf

den Zuständigkeitsbereich der örtlichen

Ausländerbehörde einschränkte. Bevor

sie zu ihrer heutigen Maßgabe kam:

Asylsuchende dürfen sich nicht außerhalb

des zuständigen Bundeslandes aufhalten.

30


Fotos: © Tim Zumloh

Die isolierte Lage hinter den Stacheldrahtzäunen

nebst der massiv eingeschränkten

Reisefreiheit und der Perspektivlosigkeit

führten immer wieder zu

Protesten vonseiten der Zivilgesellschaft

wie von den in Hesepe untergebrachten

Flüchtlingen selbst. Parallel wurde das

Lager immer extensiver belegt. Bis zu 600

Menschen mussten sich ihre Zimmer mit

bis zu fünf anderen Personen teilen.

Im Umfeld der Einrichtung gab es im

Jahr 2013 erneut Schlagzeilen. Der örtliche

Einzelhandel behauptete substanzielle

Diebstahlverluste, welche, ohne

dass dafür Beweise erbracht worden wären,

gerüchteweise Roma aus dem Lager

angelastet wurden. Die Schließung der

Geschäfte in Hesepe wurde öffentlich

erwogen. Ein zweiter Markt beorderte

Sicherheitspersonal vor seine Türen und

wollte den Zutritt an die Herkunft aus einem

EU-Staat koppeln. Nicht minder für

Empörung sorgten die offen rassistischen

Einlasskontrollen, die kurzzeitig durchgeführt

wurden und Hesepe bundesweit

in die Nachrichten brachten.

Sind Container Wohnraum?

Nicht zuletzt dasselbe zivilgesellschaftliche

Engagement, welches heute für eine

positive Begegnung mit der neuen Erstaufnahmeeinrichtung

am Westerberg sorgt,

hat dazu beigetragen, dass sich die Lage in

Hesepe etwas entspannt hat. Mit dem Regierungswechsel

auf Landesebene wurde

aus der einst als „Abschiebelager“ kritisierten

Einrichtung eine so genannte Erstaufnahmeeinrichtung.

Dies bedeutet, dass die

Menschen nur noch maximal drei Monate

(und nicht wie zuvor zum Teil mehrere

Jahre) im Lager verbringen sollen, bevor

sie in eine dezentrale, menschenwürdige

Unterkunft vermittelt werden.

Das Lager selbst ist als Einrichtung immer

noch umstritten. Viele Geflüchtete

und UnterstützerInnen kritisieren die

Zustände: Die mit bis zu acht Personen

belegten Mehrbettzimmer und den damit

verbundenen Mangel an Privatsphäre,

die isolierte Lage des Lagers am Ortsrand

im ohnehin ländlichen Hesepe, die fehlende

Möglichkeit, selbst Mahlzeiten zuzubereiten

und die daraus resultierende

Abhängigkeit von der Lagerkantine.

Außerdem monieren KritikerInnen die

Qualität der Räumlichkeiten und insbesondere

die Praxis, Container und Zelte

als zusätzlichen „Wohnraum“ im Lager

aufzustellen. Arnold und Patrick sind

höfliche junge Menschen, die für ein

Gespräch gerne in ihr Mehrbettzimmer

einladen, deren wahre Namen aufgrund

des laufenden Asylverfahrens aber lieber

geheim bleiben. Wenn man sie nach den

Zuständen in der Unterkunft, in der sie

leben müssen, fragt, werden sie jedoch

deutlich. In der Umgebung gebe es nichts,

sagen sie, was ihnen die Zeit verkürzen

könnte. Die 120 Euro, die ihnen im Monat

zur Verfügung stehen, müssen sie sich

gut einteilen, wenn sie hin und wieder

raus wollen, nach Bramsche oder nach

Osnabrück. Oder wenn sie hin und wieder

etwas anderes essen wollen, als das,

was die Kantine bereitstellt.

Das Asylverfahren geht nur schleppend

voran. Noch immer wurden sie nicht

nach ihren Fluchtgründen befragt. Arbeiten

dürfen sie nicht. In ständiger

Ungewissheit bezüglich ihrer Zukunft

leben die Männer auf engstem Raum.

Bramsche-Hesepe ist überfüllt, auch die

Turnhalle dient längst als Schlafstätte,

in der neu Angekommene teils tagelang

schlafen müssen, bevor sie in die Mehrbettzimmer

wechseln.

Als wir mit ihnen sprachen, waren Patrick

und Arnold einen Monat in Hesepe.

Ein Monat, der ihnen vorkam wie ein

Jahr. | TZ

WISSEN KOMPAKT:

Menschen auf der Flucht

Mehr als 50 Millionen Menschen befinden sich

weltweit auf der Flucht, 16 Millionen verlassen dafür

ihren Herkunftsstaat und gelten auch völkerrechtlich

als Flüchtlinge. Über 150.000 Flüchtlinge

beantragten im letzten Jahr Asyl in Deutschland,

etwa 1.700 Asylsuchende hielten sich im März

2015 in Bramsche-Hesepe auf.

31


Wer hat die meisten

Pringles-Dosen?

„Komm, ich zeig dir meine Briefmarkensammlung!“. Zugegeben, dieser Spruch ist ziemlich in

die Jahre gekommen und führt heutzutage höchstens noch zu einem Korb. Doch gibt es in

der Osnabrücker Umgebung ungewöhnliche Sammelleidenschaften, mit der man noch Leute

zum Staunen bringen kann? Oh ja! „Osnabrücker Wissen“ hat sich auf die Suche gemacht und

wurde bei Ronnie Papke (40) fündig! Der freiberufliche Rechtsanwalt aus Wallenhorst besitzt

nach eigenen Angaben die größte Pringles-Dosensammlung der Welt.

Pringles-Dosen? Ja, richtig gelesen, doch

wie kommt man nur darauf diese Dosen

zu sammeln? Papke grinst und meint:

„Eigentlich hatte ich nicht vor, Pringles-Dosen

zu sammeln, doch als Pringles

1996 mit sechs verschiedenen

Geschmacksrichtungen auf den deutschen

Markt kam, musste ich herausfinden,

welche Sorte mir am besten schmeckt.

Als Freunde aus England damals zu Besuch

kamen, brachten sie mir eine Geschmacksrichtung

mit, die es hier nicht zu

kaufen gab und stellten sie neben die restlichen

Dosen. Damit gaben sie den Startschuss

für meine Sammlung, die bis heute

2.000 verschiedene Exemplare zählt.“

Wie viele Pringles-Dosen

kommen jährlich dazu und

woher stammen sie?

Papke reist viel und gerne und bringt

aus seinem Jahresurlaub immer ein

„paar“ Dosen mit, die in seiner Sammlung

noch fehlen. Meistens informiert

er sich vor der Reise über neue Produkteinführungen

via eBay oder über

die Bildersuche bei Google. Aus dem

letztjährigen USA-Aufenthalt hat er

alleine 40 Dosen mitgebracht. Er gab

ein Paket auf und schickte die Dosen

für 70 $ nach Hause. „Das ist weitaus

günstiger als der Aufpreis beim Check-

In“, verrät Papke. So kommen über das

Jahr verteilt ca. 50-60 unterschiedliche

Dosen hinzu. Bei der Frage, ob er alle

leergegessen hat, lacht er laut auf: „Nein,

das ist bei dieser großen Anzahl auch

nicht mehr möglich. Von den 2.000

Pringles-Dosen ist ein großer Teil noch

gefüllt“.

Und Papke hat noch eine Geschichte

von einem London-Aufenthalt parat:

Am Flughafen Stansted kam er bei der

Gepäckwiegung auf 10,1 kg statt der

vom Billigfluganbieter erlaubten 10 kg.

Um einem Aufpreis aus dem Weg zu gehen,

öffnete er seinen Rucksack, nahm

eine Pringles-Dose heraus (Füllgewicht

ca. 190 Gr.), schüttete vor den Augen

32


WISSEN KOMPAKT:

Fotos: privat

der Flughafenmitarbeiter den gesamten

Inhalt in den Mülleimer und steckte die

Dose wieder in den Rucksack.

Gibt es noch andere

Sammler?

Er hat Kontakt zu insgesamt fünf Sammlern,

die weltweit verstreut dieselbe Leidenschaft

verfolgen. Allerdings beträgt

die größte Sammlung der Kollegen gerademal

ca. 1.000 Stück. „Es ist also gut

möglich, dass ich die größte Pringles-

Dosensammlung der Welt besitze.“

Kann man das nicht ins Guinness Buch

der Rekorde eintragen lassen? „Das ist

leider nicht möglich, da Marken dort

grundsätzlich nicht eingetragen werden“,

meint Papke und nippt etwas enttäuscht

an seiner Teetasse. Immerhin

sind „Procter & Gamble“, die damaligen

Besitzer der Markenrechte von

Pringles, auf ihn aufmerksam geworden

und haben ihn vor ein paar Jahren

mit dem aktuellsten Sortiment unterstützt

(ca. 12 Dosen).

Welche Dose fehlt? welche

ist besonders wertvoll?

Zur Fußball-WM 2014 gab es in England

eine Dose, die Papke noch nicht

besaß. Die Reise war bereits geplant,

doch ein Armbruch seiner Frau verhinderte

den Ausflug. „Bis heute habe ich

noch keine Möglichkeit gefunden, diese

Dose nachträglich zu bekommen“, sagt

Papke und schaut seine Frau mit einem

kleinen vorwurfsvollen Lächeln an.

Immerhin kann er eine Pringles-Dose

sein Eigen nennen, die es in Amerika

gab und die keiner seiner Sammel-Bekannten

besitzt. 60 $ sind ihm dafür

geboten worden, doch er lehnte selbstverständlich

ab.

Ronnie Papke gehört sicherlich zu den

außergewöhnlichsten Sammlern in

der Osnabrücker Umgebung. Und er

hat gegenüber anderen Sammlern einen

kleinen entscheidenden Vorteil: Er

wird nie in die Verlegenheit kommen,

seinen Gästen nichts zum „Knabbern“

anbieten zu können. | HB

Die Marke Pringles

Pringles sind Stapelchips, die aus

Kartoffelflocken hergestellt werden.

Sie wurden in den 1960er Jahren von

Procter & Gamble entwickelt und sind

heutzutage in ca. 400 verschiedenen

Geschmackssorten in 140 Ländern erhältlich.

Allerdings werden die Sorten

länderspezifisch angeboten. So gibt es

in Japan z.B. „Seetang“ und in den USA

„Whitechocolate and Peppermint“.

1996 wurden Pringles in Deutschland

eingeführt. Zu besonderen Anlässen

wie z.B. Weihnachten oder der Fußballweltmeisterschaft

bringt Pringles

limitierte Versionen auf den Markt, die

sich durch ein verändertes Dosenlayout

sowie die Geschmacksrichtung

von den normalen Dosen unterscheiden.

Seit 2012 werden Pringles vom

US- amerikanischen Unternehmen

Kellog Company hergestellt.

33


Anzeigensonderteil

Wem

hilft

Snoezelen?

Zwei Zivildienstleistende aus den Niederlanden kamen 1978 auf eine ebenso simple wie

faszinierende Idee: Könnte nicht allein der Aufenthalt in einem gemütlichen, angenehm

temperierten, von Musik und Lichteffekten durchfluteten Raum positive therapeutische Wirkungen

entfalten? Tatsächlich führten schon die ersten Versuche zu überzeugenden Ergebnissen.

Seitdem gewinnt das Snoezelen immer

mehr Unterstützer und auch die

Anwendungsbereiche erweitern sich

ständig. Die Therapie wird nicht nur

bei Menschen mit geistigen Behinderungen,

sondern auch in Kindergärten

und Schulen, Freizeit- und Senioreneinrichtungen

eingesetzt.

Wie snoezelt das

Klinikum Osnabrück?

Drei eigens gestaltete Räume, die der

sensorischen Stimulierung von Menschen

mit Behinderungen dienen,

wurden im Klinikum Osnabrück eingerichtet.

Die besondere Atmosphäre

des Snoezelens hilft den Ärzten und

Therapeuten, die jeweilige Krankengeschichte

individuell aufzuarbeiten.

Vor allem stark wahrnehmungsgestörte

Patienten empfinden die optische

Gestaltung der Räume, aber auch außergewöhnliche

Aromen, Klänge oder

Lichtspiele als wohltuend und entspannend.

Die Oberärztin Ruth Janßen für

Neurologie/Neurologische Frührehabilitation

am Klinikum Osnabrück

erklärt: „Um eine therapeutische Wirkung

zu erzielen, muss das Snoezelen

allerdings genau auf die jeweiligen

Bedürfnisse abgestimmt werden. Die

Biografien und Krankheitsbilder der

Patienten spielen deshalb eine ebenso

wichtige Rolle wie ihre familiären oder

sozialen Lebensumstände.“

Das Klinikum strebt eine ganzheitliche

Umsetzung im Alltag an. Inhaltliche

Schwerpunkte und methodische

Vorgehensweisen werden deshalb in

regelmäßigen Teamsitzungen diskutiert.

Außerdem laufen verschiedene

Weiterbildungsmaßnahmen für das

Klinikpersonal, die auf medizinischtherapeutischen

Ausbildungen wie

etwa Physiotherapie, Ergotherapie

oder Neuropsychologie aufbauen.

„Ziel ist es, das Snoezelen in das therapeutische

Konzept und die örtlichen

Gegebenheiten der Neurologischen

Frührehabilitation zu integrieren“, so

Oberärztin Janßen.

Wer kann helfen?

Die Einrichtung von Snoezelen-

Räumen und die therapeutische

Umsetzung verursachen erhebliche

Kosten. Das Klinikum sucht daher

noch ehrenamtliche Helfer. Auch

Sach- und/oder Geldspenden sind

sehr willkommen.

Bilder © Klinikum Osnabrück, Snoezelen-Raum: Thomas Heekeren

34


„... ist eine ausgewogen gestaltete Räumlichkeit,

in der durch harmonisch aufeinander abgestimmte

multisensorische Reize Wohlbefinden

und Selbstregulationsprozesse bei den Anwesenden

ausgelöst werden.

Durch die speziell auf die Nutzer hin orientierte

Raumgestaltung werden sowohl therapeutische

und pädagogische Interventionen

als auch die Beziehung zwischen Anleiter

und Nutzer gefördert. Snoezelen kann im

Kranken-, Behinderten- und Nichtbehindertenbereich

wirksam angewendet werden.“

Arbeitsdefinition der

Deutschen Snoezelen-Stiftung

BENEFIZGALA

zugunsten des

Snoezelenprojektes

am

30. April 2015 · Haus der Jugend

Große Gildewart 6–9 • 49074 Osnabrück

Delanna

Ensemble Lazurie

alles was man singen kann

Weitere Künstler des Abends:

Dr. Florian Balkau – Comedy/Conférencier

Daniel Graumann – Klarinette / Klezmer

Professor Tamara McCall/Carolin Nowak –

Tanztheater Eigenart

Iba Mahaila

Beginn: 19.30 Uhr · Einlass: 19.00 Uhr

Karten: 10,00 €, Empfang ZNG Klinikum Osnabrück

Telefon: 0541 405-9996 · 9.00–17.00 Uhr

Spenden ausdrücklich erwünscht

Um das Thema einer größeren Öffentlichkeit

bekannt zu machen, findet

am 30. April 2015 eine große Benefiz-

Gala im Haus der Jugend statt (Beginn:

19.30 Uhr). Mit Tanzdarbietungen,

Live-Musik und Comedy ist für beste

Unterhaltung gesorgt. Eintrittskarten

gibt es zum Preis von 10 Euro am

Empfang ZNG Klinikum Osnabrück.

Und spenden dürfen natürlich alle

Besucher!

Weitere Informationen zum Snoezelenprojekt

des Klinikums gibt es im

Sekretariat der Neurologischen Frührehabilitation

unter Telefon-Nummer

0541 / 405–6521. | TS

Klinikum Osnabrück GmbH

Am Finkenhügel 1 · 49076 Osnabrück

Telefon: : 0541 405 0 · Fax: 0541 405 4997

E-Mail: info@klinikum-os.de

www.klinikum-os.de

WISSEN KOMPAKT:

Was bedeutet

Snoezelen?

Snoezelen ist ein Kunstwort, das

aus den niederländischen Verben

„snuffelen“ und „doezelen“

zusammengesetzt wurde.

Die freie Entscheidung der

Patienten („Snuffelen“) steht

also gleichberechtigt neben

Zuwendung und Geborgenheit

(„Doezelen“).

35


WIE WEHRT(E) SICH

OSNABRÜCK GEGEN

DIE POCKEN?!

Während des Deutsch-Französischen Krieges 1870 / 71 erkrankten in Deutschland rund

600.000 Menschen an „Blattern“ oder Pocken. In Osnabrück wurden die Erkrankten und

Verstorbenen handschriftlich festgehalten. Im Niedersächsischen Staatsarchiv an der Schlossstraße

sind noch viele Berichte und Statistiken - z.B. ein „Monatsbericht über den guten

Fortgang der Schutzblatternimpfung“ (Schledehausen, September 1872) - zu finden.

Hier wird auch ein Schreiben des Kreiswundarztes

Dr. Brandt aufbewahrt. Es zeigt,

dass im Sommer 1880 eine neue Epidemie

drohte, aber auch schnelle Gegenmaßnahmen

ergriffen wurden: „Der Aufforderung

königlichen Amtes hierselbst vom 14. des

Monats zufolge begab ich mich am selbigen

Tage nach Grafeld, um die dort ausgebrochene

Varioloiden-Epidemie

näher zu untersuchen. Die

Anzeige des Dr. Schreckenberger

aus Berge fand ich

bestätigt. Es hatten sich

die Varioloiden/modifizierte

Blattern in 4 Häusern

verbreitet. Die geeigneten

Vorsichtsmaßnahmen gegen die

Verbreitung sind von mir sofort angeordnet,

sowie auch der Gemeindevorsteher

Colon Johanning mit den entsprechenden

Anweisungen versehen. Die allgemeine

Impfung wird unverzüglich vorgenommen

werden.“

WER ERFAND DIE POCKEN-

SCHUTZIMPFUNG?

Die Inokulation (Animpfen, Einpfropfung

der Pocken oder Schutzblattern) von

Pockenviren war als weit verbreitete und

vorbeugende Maßnahme schon lange vor

der Vakzination (Pockenschutzimpfung

mit Erregern der Kuhpocken, vacca = Kuh)

des englischen Wundarztes Edward Jenner

(1749 - 1823) bekannt. Jenner hatte aber

beobachtet, dass Melkerinnen, die sich mit

Kuhpocken infiziert hatten, nicht an Menschenpocken

erkrankten. Er impfte 1796 ein

gesundes Kind mit Kuhpocken und infizierte

es Wochen später mit Pockenviren. Das

Kind überlebte.

Der deutsche Arzt, Dr. Christian Struwe

(1767-1807) hatte von Jenners Methode erfahren

und begann nach dem Tod seines

an Pocken erkrankten Sohnes 1801

in der Lausitz mit der Schutzimpfung.

Fünf Jahre später

waren 5.125 Menschen

geimpft. Die Vakzinationen

nahmen damit ihren

Lauf. Als erstes Land

weltweit führte Bayern im

Jahr 1807 eine Impfpflicht

gegen die Pocken ein, 1874 erließ

Kanzler Otto von Bismarck das

Pockenschutzgesetz für das Deutsche Reich.

Während des oben erwähnten Deutsch-

Französischen Krieges verzeichnete die

französische Armee übrigens 23.400 Pockentodesfälle,

die deutsche „nur“ 278.

Auf Beschluss der Weltgesundheitsorganisation

(WHO) wurde die Impfung ab 1967

weltweit Pflicht.

Am 12. Februar 1976 hob der Deutsche Bundestag

die Impfpflicht für die Bundesrepublik

auf, denn inzwischen hatte die WHO die

Pocken für weitgehend ausgerottet erklärt.

WER SETZTE POCKEN

ALS WAFFE EIN?

Durch Tröpfcheninfektion und Kontakt mit

Haut oder Wäsche des Erkrankten kann das

Virus übertragen werden. Als Tod bringende

Biowaffe setzten Briten die Pocken im 18.

Jahrhundert gegen die Indianer in Amerika

ein, indem ihnen von der britischen Armee

kontaminierte Decken ausgehändigt wurden.

Offiziell wurde die weltweite Ausrottung

der Pocken von der WHO am 8. Mai

1980 verkündet. Daher besteht heute keine

Gefahr sich anzustecken, es sei denn, es

kommt zu einem bioterroristischen Anschlag.

Doch für diesen „worst case“ wurde

Vorsorge getroffen und seit 2002 wieder

Impfstoff bevorratet.

KANN HEUTE NOCH EINE

EPIDEMIE AUSBRECHEN?

In zwei Sicherheitslaboratorien in den USA

und der ehemaligen Sowjetunion liegen

noch Bestände an Pockenviren – im Juli

2014 wurden in der Abstellkammer eines

amerikanischen Labors offenbar „vergessene“

Erreger entdeckt. „Es lässt sich nicht

völlig ausschließen, dass Pockenviren an

anderen Orten existieren und damit die

theoretische Möglichkeit einer vorsätzlichen

Freisetzung bestünde, um dadurch gezielt

Schäden zu verursachen“, sagt das Robert-

Koch-Institut (RKI).

Seit den Anschlägen vom 11. September

2001 sind auf Initiative der Bundesregierung

und des RKI die Gesundheitsämter

alarmiert. Für die gesamte Bevölkerung ist

ausreichend Pockenimpfstoff vorhanden,

Pläne für eine Massenimpfung für einen

„worst case“ liegen bereit. Es soll sich um den

gleichen Impfstoff handeln, der bis 1976 im

Rahmen der Pockenpflichtimpfung in den

36


Bilder © Erna Berg; Original Dokumente © Niedersächsischen Staatsarchiv; pritze & Impfass © Knipserin - Fotolia.com

Oberarm geritzt wurde. Es

wird nicht prophylaktisch geimpft, da die

Viren wie damals - zwar sehr selten – aber

eben doch zu schweren Komplikationen wie

z.B. Enzephalitis (Hirnentzündung) führen

können.

Nach Kenntnis des RKI ließen sich in den

USA 40.000 Mitarbeiter von Hochsicherheitslaboratorien,

speziellen Behandlungszentren

und Krankenhäusern impfen. In

Deutschland würde mit den Impfungen von

bestimmten Bevölkerungsgruppen (Einsatzkräfte,

medizinisches Personal) begonnen

werden, wenn irgendwo in der Welt ein

Pockenfall aufträte.

SIND WIR AUF NEUE POCKEN-

FÄLLE VORBEREITET?

Eine Einschätzung von Dr. Gerhard Bojara,

Leiter des Gesundheitsdienstes für Landkreis

und Stadt Osnabrück.

Sollten jemals wieder Pockenfälle auftreten,

werden auf die betroffenen Kommunen sehr,

sehr große Probleme zukommen. Es ist damit

zu rechnen, dass es im „worst case“ zu

katastrophenähnlichen Zuständen mit vielen

Schwerstkranken oder Toten kommen

kann. Erst einmal

wird es schwierig

sein, eine Diagnose

zu stellen, denn kaum

jemand kennt die Pocken

noch aus eigener

Erfahrung. Sie können

bei Patienten, die noch geimpft wurden,

in abgemilderter Form auftreten und daher

ein ganz anderes Erscheinungsbild haben,

als die Pocken, die man von Bildern aus dem

Internet kennt.

Die Gefahr ist außerdem sehr groß, dass

die Erkrankung spät erkannt wird und

sich durch die leichte Übertragung sehr

schnell viele Kontaktpersonen im Umfeld

des Betroffenen anstecken und sie weiter

verbreiten. Wenn das Gesundheitsamt die

Nachricht von “Pockenfällen“ erreicht, kann

sich schon eine unüberschaubare Situation

ergeben haben, die schnell außer Kontrolle

geraten kann.

Hinzu kommt die menschliche, ebenfalls

unkalkulierbare Seite mit Panik, Angst und

Hilflosigkeit. Die vorhandenen Alarmpläne

sind zwar wichtig, um sich daran zunächst

zu orientieren, aber es ist nicht möglich alles

im Vorfeld zu regeln, denn niemand kann

das genaue Szenario oder die Zahl der Erkrankten

vorhersagen. Das Gesundheitsamt

ist zuständig für rund 520.000 Menschen im

Landkreis und in der Stadt Osnabrück. Ein

gutes Krisenmanagement und Unmengen

an Personal sind gefordert, sollte es jemals

zu solch einer Katastrophe kommen.

WISSEN KOMPAKT:

Was genau sind Pocken?

Menschen-Pocken sind eine hochansteckende

Viruserkrankung, verursacht

durch das Variola-Virus. Sie hat

nichts mit Windpocken zu tun und

beginnt wie eine Erkältung. Nach ein

paar Tagen entwickeln sich Bläschen

und eitrige Pusteln am ganzen Körper.

Die Komponisten Beethoven, Haydn

und Mozart sowie die österreichische

Kaiserin Maria Theresia überlebten

die Pocken, an denen damals fast die

Hälfte aller infizierten Menschen starb.

In Europa war das 18. Jahrhundert seuchengeschichtlich

gesehen das Zeitalter

der Pocken. Jedes neunte Kind starb

an einer Pockenerkrankung, bevor es

zehn Jahre alt war. Kinder wurden zu

jener Zeit erst amtlich registriert und

zur Familie gezählt, nachdem sie eine

Pockeninfektion überlebt hatten.

WER IST GESCHÜTZT?

„Einen vollständigen Schutz hat vermutlich

niemand mehr“, meint das RKI. Nach der

Impfung bestehe ein relativ sicherer Schutz

nur noch für drei Jahre. Die Menschen über

38, die in der Kindheit zweimal geimpft

wurden, würden wahrscheinlich auch

erkranken und die Krankheit übertragen.

Die Sterblichkeit dürfte allerdings unter 30

Prozent liegen. Keinen Schutz hätten

Personen unter 27 Jahren. | EB

DANKE! Für die Hilfe bei der Entschlüsselung

historischer Dokumente dankt die Autorin Friedrich

und Jutta Engbers aus Uelsen, Angela Schade

aus Heede und Margret Echelmeyer aus Lotte.

37


Warum stehen Flamingos auf einem Bein?

Die rosaroten Flamingos gehören wohl zu den bekanntesten Zootieren. In Osnabrück bilden

die Flamingos das „Empfangskomitee“ für alle ankommenden Besucher. Direkt am Eingang

liegt ihr eigener Teich mit Sandbank – von dort schnattern sie allen Gästen ihren Willkommensgruß

entgegen. Insgesamt 33 Tiere der Arten Chileflamingo (Phoenicopterus chilensis),

Rosaflamingo (Phoenicopterus roseus) und Kubaflamingo (Phoenicopterus ruber) leben hier.

In der Wildbahn sind Flamingos auf

verschiedenen Kontinenten zuhause: Sie

leben in Europa, Afrika, Westasien, Mittel-

und Südamerika an salzigen Binnenseen

und küstennahen Brackgewässern.

Mit bis zu mehreren hunderttausend

Tieren leben sie in großen Kolonien und

sind damit Koloniebrüter. Der Vorteil:

Das gemeinschaftliche Brüten schützt

vor Feinden. Das Nest besteht aus einem

Schlammhügel, den die Eltern gemeinsam

bauen. Auch an der 30tägigen

Brutphase beteiligen sich Weibchen und

Männchen. Das Weibchen legt übrigens

immer nur ein Ei. Flamingoküken besitzen

zunächst ein weißes Daunengefieder,

das sich nach ungefähr vier Wochen dunkelgrau

umfärbt. Erst nach zwei Jahren

erhält der Jungvogel das typisch gefärbte

Gefieder der Erwachsenen.

Die Farbgebung eines jeden

Tieres variiert zwischen

rosa-rot und rosaorangefarben.

Diese Färbung

erhält das Gefieder

durch die Nahrung. In der Natur

ernähren sich Flamingos von kleinen

Lebewesen, wie Blau- und Kieselalgen,

Salinenkrebsen und Insektentieren. Mit

Hilfe eines speziellen Filtersystems an

den Schnabelrändern sieben sie die Nahrungspartikel

im Schnabelinneren aus.

Die darin enthaltenen Karotinoide, natürliche

Farbstoffe, werden in den Federn

eingelagert und sorgen für die typische

Färbung. Im Zoo erhalten Flamingos ein

Ersatzfutter mit Karotinoiden, zum Beispiel

in Form von rotem Paprikapulver,

sodass die Farbe des Gefieders erhalten

bleibt.

Neben der Gefiederfarbe zeichnen die

Flamingos ihr langer Hals und ihre langen

Beine aus: Ein ausgewachsener Flamingo

wird bis zu 190 Zentimeter groß

und wiegt zweieinhalb bis dreieinhalb

Kilogramm. Vom Kopf bis

zum Schwanz kann er

eine Länge von 80

bis 130 Zentimetern

erreichen.

Ihre Lebenserwartung

liegt bei bis zu 60 Jahren. Insgesamt

gibt es sechs Arten: Rosaflamingo,

Kubaflamingo, Chileflamingo, Zwergflamingo,

Andenflamingo und James’s

Flamingo.

Und warum stehen Flamingos nun stundenlang

auf einem Bein? Der Grund dafür

ist ihr Körperbau: Die langen Beine

sind ungefiedert und somit gegen Kälte

ungeschützt. Diese warm zu halten, kostet

die Vögel viel Energie. Der Trick: Um

auch bei kühlen Temperaturen überleben

zu können, ziehen sie in Ruhe- und

Schlafphasen ein Bein ins dichte Bauchgefieder.

Damit die Beine gleichmäßig

warm bleiben, wechseln sie zwischendurch

von einem Bein aufs andere. Ihr

Kopf ruht dabei immer auf der Köperseite

des Standbeines. | JK

Bilder: Zoo Osnabrück

KONTAKT

Zoo Osnabrück gGmbH

Klaus-Strick-Weg 12

49082 Osnabrück

Telefon: 0541 / 95 105 - 0

zoo@zoo-osnabrueck.de

www.zoo-osnabrueck.de

38


Bildmaterial © Stadtwerke Osnabrück Anzeigensonderteil

Wie regenerativ kann

ein Schwimmbad sein?

Ein modernes Erlebnisbad enthält längst deutlich mehr als ein klassisches Schwimmbecken. Im Osnabrücker

Nettebad wartet auf die Besucher neben Hallen- und Freibad auch noch ein Fitnessstudio, Saunalandschaft,

Gastronomie sowie Spa- & Beautyangebot. Für den täglichen Betrieb ist natürlich eine Menge Energie nötig!

-Anzeige-

Ganz im Sinne der grünen Initiative

KUK („Kompetenz, Umwelt,

Klima“) hat das Nettebad in den

vergangenen Jahren kontinuierlich

ein Ziel verfolgt: Durch

technische und organisatorische

Maßnahmen nachhaltig etwas

für den Klimaschutz zu tun und

gleichzeitig die Betriebskosten

zu senken. So finden sich heute

auf dem Gelände am Nettebad

unterschiedlichste Beispiele dafür,

wie regenerativ ein modernes

Schwimmbad sein kann. Die

vorbildliche Effizienz des Nettebades

sowie des Schinkelbades

und des Moskaubades lässt

sich auch beziffern: Insgesamt

haben die Stadtwerke mit ihren

Maßnahmen teils bis zu

70 Prozent Energie gespart.

Kein Wunder, dass Fachleute

von Kommunalverwaltungen,

anderen Stadtwerken und Bäderbetriebsgesellschaften

aus ganz

Deutschland regelmäßig Gäste

des Osnabrücker Nettebades

sind, um sich über die modernsten

Techniken mit Pilotcharakter

vor Ort zu informieren. | AKH

Regenerative Technologien im Nettebad:

1.) Solarenergie

Auf dem Dach des Nettebades ist auf einer

Fläche von 600 Quadratmetern eine hocheffiziente

sogenannte Solarabsorberanlage

installiert, mit der die Sonnenenergie zur

Badewassererwärmung genutzt wird. Die

Anlage ist von kleinen Röhren durchzogen,

durch die das kalte Badewasser geleitet wird,

um es mithilfe der Sonneneinstrahlung für

den Freibadbereich zu erwärmen. Außerdem

befindet sich auf dem Dach eine Photovoltaikanlage.

2.) Windkraft

Die Kleinwindanlage am Nettebad produziert

nicht nur grünen Strom, sondern ist

auch ein Vorzeigeobjekt für eine innovative

dezentrale Energieerzeugung. Das Besondere

bei dieser Anlage ist die Funktionsweise:

Anders als bei herkömmlichen großen

Windrädern mit horizontaler Rotationsachse

und großen Rotorblättern dreht sich die

Achse bei Kleinwindanlagen vertikal und

erinnert von der Bauform her optisch eher

an einen Quirl als an ein typisches Windrad.

Der „Quirl“ ist das erste vertikale Windrad

Osnabrücks, hat eine Masthöhe von 18 Metern

und eine Leistung von fünf Kilowatt.

3.) Geothermie und

Blockheizkraftwerk

Mit Erdwärme aus fast 400 Metern Tiefe

deckt das Nettebad seit Mitte 2013 den

Großteil seines Wärmebedarfes. Gleichzeitig

liefert die installierte Geothermieanlage

die Kühlung für das angegliederte Fitnessstudio.

Rund vier Millionen Kilowattstunden

(kWh) pro Jahr beträgt der Ertrag der

mitteltiefen Geothermie. Das reicht immerhin

für den Wärmebedarf von circa

600 modernen Einfamilienhäusern. Der

weitere Wärmebedarf des Nettebades wird

durch eine direkte Wärmelieferung über

ein Blockheizkraftwerk (BHKW) gedeckt.

Reicht die Wärmelieferung über die Geothermieanlage

und das BHKW nicht aus,

wird als dritte Wärmekomponente eine

Kesselanlage zugeschaltet.

39


Warum hockt das Weib?

Der Teutoburger Wald beherbergt zwar nicht das „Monument Valley“

oder den „Ayers Rock“, dafür aber die Felsformation „Das hockende

Weib“. Natürlich handelt es sich um eine andere Größenordnung,

doch dafür befindet es sich in Reichweite. Vor 120 Millionen Jahren

sind in Ibbenbüren die Dörenther Klippen entstanden. Seitdem hockt

das Weib auf dem Felsen.

Bild TERRA.vita

Durch den Zusammenprall verschiedener

Erdplatten sind im Norden Osnabrücks das

Wiehengebirge und im Süden der Teutoburger

Wald entstanden. In letzterem lagerten

sich im Kreidemeer vor ca. 120 Millionen

Jahren die Gesteine ab, aus denen später die

rund vier Kilometer langen Dörenther Klippen

entstanden.

Wo hockt das Weib –

und wie gefährlich ist es?

Der Felsen, der aussieht wie ein „Hockendes

Weib“, befindet sich in Ibbenbüren, ca. 15

Minuten vom Wanderparkplatz an der B219

(Nähe Sommerrodelbahn) entfernt. Dort verläuft

der Hermannsweg, einer der bekanntesten

Wanderwege Deutschlands. Außerdem

wurden von TERRA.vita verschiedene Radtouren

für dieses Gebiet ausgearbeitet.

Die Dörenther Klippen beinhalten allerdings

nicht nur das „Hockende Weib“, sondern erstrecken

sich noch ca. einen Kilometer weiter

nach Osten, wo es weitere interessante Felsformationen

zu sehen gibt. Von der Felslandschaft

hat man bei gutem Wetter einen einmaligen

Ausblick über das Münsterland, sie

wird deshalb auch das „Dach des Münsterlandes“

genannt.

Wie entstand

die Felsformation?

Teil 1: Die geologische

Erklärung

Die Klippen aus Sandsteinschichten

haben sich durch Verwitterung

und Erosion gebildet.

Sie bestehen aus unterschiedlich

harten Gesteinen, wobei weiche

Gesteine eher verwittern

als harte. Die Erosion trug das

zerfallende Material ab, härtere

Gesteine widerstanden der Verwitterung.

Dadurch ergaben sich

im Laufe von Jahrmillionen einmalige

Felsformationen wie das

„hockende Weib“.

Teil 2: Die poetische Variante

Der Dichter, Komponist und

Organist Josef Seiler (1823-1877)

wusste im 19. Jahrhundert von

einer ganz anderen Entstehungsgeschichte

zu berichten. Hier

seine in Verse gegossene Sage

„Die Dörenther Klippen und das

hockende Weib“:

Das Wasser! Das Wasser! Es

kommt, es kommt! – O Mutter,

fliehe, solang es noch frommt!

Schon leckt´s an der Schwelle,

schon bricht es die Wand, die

Spindel entsinket der bebenden

Hand.

Sie raffet empor die Kinderlein:

2011 wurde das Gebiet rund um das

Hockende Weib an die Bodelschwinghschen

Stiftungen vererbt. Aus haftungsrechtlichen

Gründen sperrten diese den Bereich zeitweise

ab. Nach Veräußerung der Grundstücke an

einen neuen Eigentümer wurden die Absperrungen

entfernt. Warnschilder weisen jedoch

darauf hin, dass das Besteigen der Felsen aus

haftungsrechtlichen Gründen auch weiterhin

nicht erlaubt ist.

Dennoch ist das „Hockende Weib“ einen

Ausflug wert. Die einmaligen Felsformationen

lohnen immer einen Spaziergang entlang der

Dörenther Klippen. | SG

Auf Leben und Tod in die Brandung

hinein! Es wogen die Wasser,

es heult der Wind!

ach Mutter, Mutter! geh doch

geschwind! Hinauf am Gebirge! –

Herr schütze sie!

Die Wasser spülen ihr um das

Knie! Die Wasser drängen mit

Macht, mit Macht: Herr, sei ihr

gnädig in dieser Nacht. Hinauf!

Hinauf! – Sie schwankt – sie fällt –:

Behüte die Kinder, o Herr der

Welt!

Erhöret wurde das hockende

Weib: zum öden Felsen erstarrt

ihr Leib. Da waren auf dem

Nacken von Stein in Gnaden behütet

die Kinderlein.

Hintergrund © savoieleysse - Fotolia.com; Bohrlochseismometer © Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) / Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG)

40


Wenn sich Kontinentalplatten in gegensätzliche Richtungen verschieben,

können Erdbeben mit verheerenden Folgen entstehen – wie etwa vor der

Küste Japans im Jahr 2011.

Da Deutschland inmitten der eurasischen Kontinentalplatte

liegt, ist es nicht besonders erdbebengefährdet.

Auch Osnabrück befindet sich in einer seismisch

wenig aktiven Region. Erdbeben sind hier sehr selten

und wenn sie doch mal vorkommen, merken wir es

kaum.

Das stärkste bekannte Erdbeben in der Nähe von

Osnabrück ereignete sich am 3. September 1770. Das

Epizentrum lag in Alfhausen. Man spricht hier von

einem historischen Beben, weil es zu dieser Zeit noch

keine instrumentellen Aufzeichnungen durch Messstationen

gab und die Ereignisse somit nur durch

historische Berichte nachgewiesen werden können.

Aus diesen geht hervor, dass das Beben leichte Gebäudeschäden

verursachte und somit mit einer Intensität

von VI zu klassifizieren ist (siehe Abb.1). Die

Intensität eines Erdbebens spiegelt wieder, welche

Auswirkungen es hat. Dabei spielt zum einem die

Wahrnehmung der Menschen eine Rolle und zum

anderen, wie stark die Schäden sind, die durch das

Beben verursacht wurden.

Was sind induzierte Beben?

Manchmal ereignen sich induzierte, also durch den

Menschen hervorgerufene Erdbeben. Dies kann beispielsweise

durch die Erdgasförderung, den Steinkohlenbergbau

oder Sprengungen geschehen. Die

Geophysikerin Monika Bischoff vom Niedersächsischen

Erdbebendienst (NED) im Landesamt für

Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) sagt: „Im

Die Bilder zeigen die

Raum Osnabrück werden durch den Steinkohlenbergbau

in Ibbenbüren induzierte leichte Erdbeben

beobachtet.“

Diese durch den Steinkohlenbergbau hervorgerufenen

Erdbeben können abbaubegleitend oder

im Nachhinein auftreten. Durch den Abbau der

Steinkohle werden Hohlräume geschaffen, die das

lokale Spannungsfeld im Erdinneren beeinflussen.

Diese Spannung entlädt sich dann an geologischen

Schwachstellen, die sich innerhalb von tektonischen

Platten befinden und führt zu Erschütterungen der

Erde. Doch die meisten Erschütterungen sind so gering,

dass sie nur von Seismometern gemessen werden.

Für gewöhnlich kommt es erst ab einer Magnitude

von 4 zu leichten Schäden. Erdbeben, bei denen eine

Magnitude von mehr als 4 gemessen wurde, gab es

in den letzten 25 Jahren im Raum Osnabrück nur

drei – in den Jahren 1981, 1991 und 2003 – alle im

Zusammenhang mit bergbaulichen Aktivitäten in

Ibbenbüren. Mit schweren Erdbeben in dieser Gegend

ist also (auch in Zukunft) nicht zu rechnen. | SL

WISSEN KOMPAKT:

Magnitude/Seismometer

Die Magnitude ist ein Maß, mit dem die

Stärke von Erdebeben angegeben wird.

Diese wird mit Hilfe von Seismometern

ermittelt. Die Magnitude ist ein logarithmisches

Maß. Das heißt, dass ein Erdbeben

der Stärke 3 eine 30-mal höhere Energie

freisetzt als eines der Stärke 4. Die Beschreibung

der Erdbebenstärke wurde unter

anderem von dem kalifornischen Seismologen

Charles Francis Richter entwickelt,

weswegen die Magnituden-Skala heute oft

noch als „Richterskala“ bezeichnet wird.

Einrichtung eines

Bohrlochseismometers.

41


FAMILIE

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Idee & Gestaltung: www.kreativkompass.de

Hase, Kaninchen, Fuchs -

drei Freunde?

Was passiert wirklich in Wald und Feld?

Können Hase, Kaninchen und Fuchs Freunde sein?

DER NATUR AUF DER SPUR

Das neugierige kleine Kaninchen Ben hat

großen Wissensdurst und möchte den

Fuchs, der in seiner Nachbarschaft wohnt,

aus der Nähe beobachten. Ein gefährlicher

Plan, doch zum Glück kommt Hase

Jonathan Ben zu Hilfe. Gemeinsam haben

die beiden Freunde viele Hindernisse

zu bewältigen ...

Die Osnabrücker Künstlerin und Autorin

Sylvia Brinkmann hat auch ihr neues

spannendes Kinderbuch mit eigenen,

leuchtend bunten Aquarellbildern illustriert.

Durch die lebendige Erzählung um

den Hasen Jonathan, das Kaninchen Ben,

den Fuchs, die Eule und die Krähe, aber

auch durch die farbenfrohen Zeichnungen

erfahren auch Stadtkinder ganz nebenbei

viel Wissenswertes über das Leben

der Tiere in der freien Natur.

Das in großer Schrift gesetzte Buch ist

zum Vorlesen ab 3 Jahre und zum selbst

Lesen ab 7 Jahre geeignet.

Der Erlös des Buches kommt der Aktion

SOS-Kinderdorf zugute. | BCB

Sylvia Brinkmann

Drei Freunde?

– Hase, Kaninchen, Fuchs –

42

Der Kinder- und

Jugendbuchtipp wird

präsentiert vom


Bildmaterial © Stadtwerke Osnabrück

Wer wimmelt durch Osnabrück?

„Im Sommer wimmelt es nur so vor Mücken“ oder „Das Diktat

wimmelt nur so von Fehlern“– diese Ausdrücke mögen dem

ein oder anderen bekannt vorkommen. Das Wort „wimmeln“

benutzen wir immer dann, wenn Dinge oder Lebewesen in

besonders großer Menge sich wild oder ungeordnet durcheinander

bewegen. Auch in den sogenannten Wimmelbüchern

werden Details, Personen oder Gegenstände in großer Anzahl und

gewollt durcheinander dargestellt.

Kleine und große Entdecker können sich

nun auf eine „wimmelnde“ Reise durch

Osnabrück machen: Das Wimmelbuch

der Stadtwerke stellt typische Szenen aus

dem Osnabrücker Alltag in amüsanter

und kindgerechter Weise dar. Die Freunde

Frida, Leon, Amelie, Paul und Mika

erkunden gemeinsam mit ihrem Hund

Apollo das Klär- und Wasserwerk, blicken

hinter die Kulissen des Busbetriebshofs

oder verbringen einen Tag im Nettebad.

Dabei erkennen die kleinen Leser nicht

nur bekannte Schauplätze aus ihrem Alltag

wieder, sondern erfahren auch auf unterhaltsame

Weise Wissenswertes rund

um die Stadtwerke-Welt. Wo kommt das

Wasser her und wo wird es wieder gereinigt?

Wo werden kaputte Busse repariert?

Wir verlosen

drei Exemplare!

Mehr auf Seite 50.

Das Stadtwerke-Wimmelbuch gibt es

für 12 Euro an den Standorten der Stadtwerke

in Osnabrück zu kaufen. Dabei

kommen von jedem verkauften Exem-

| RED

WISSEN KOMPAKT:

Wimmelbücher

Im Gegensatz zu den klassischen

Kinderbilderbüchern sind Wimmelbücher

häufig großformatiger und die

dargestellten Bilder erstrecken sich

über eine gesamte Doppelseite. Die

Geschichte der Wimmelbilder reicht

bis ins Mittelalter zurück. Als Urväter

werden die Maler Pieter Bruegel der

Ältere und Hieronymus Bosch genannt,

die erstmals das komplexe Stadt- und

Landleben in amüsanten Wimmelbildern

dargestellt haben. Eines der

bekanntesten Wimmelbücher stammt

von dem britischen Illustrator Martin

Handfort. Seine Wimmelbuchserie „Wo

ist Walter?“ (original: „Where‘s Wally?“)

verkaufte sich millionenfach in über 30

Ländern.

plar zwei Euro sozialen Projekten in

Osnabrück zu Gute. Begünstigte sind die

Krebsberatungsstelle „Kijuba“ für krebskranke

Kinder und deren Angehörige

sowie das ehrenamtliche Projekt „Jedes

Kind braucht einen Engel“ der Ev.-luth.

Petrusgemeinde. Weitere Infos zum

Osnabrücker Wimmelbuch unter: www.

stadtwerke-osnabrueck.de/wimmelbuch

43

Quartieren Sie Ihre Geschäftspartner und

Familiengäste im Herzen von Osnabrück ein

- oder werden Sie gerne selbst unser Gast!

Wir haben modernisiert und renoviert, hier

eine kleine Auswahl des neuen Ambientes:

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WER KICKT

IN DER REGION?

Der SC Türkgücü ist aktueller Titelträger des Addi-Vetter-Cups

SC Türkgücü Osnabrück

Unser Kooperationsprojekt mit dem Niedersächsischen Fußballverband (NFV) führt uns diesmal in

den Stadtteil Schinkel. Dort wurde 1987 ein Verein gegründet, um nicht nur sportliche, sondern auch

gesellschaftspolitische Akzente zu setzen. Doch die Erfolge auf dem grünen Rasen können sich

ebenfalls sehen lassen. Nach dem Aufstieg der 1. Herren in die Landesliga stellt nur noch der VfL

eine klassenhöhere Fußballmannschaft in Osnabrück.

WAS MACHTEN VORSTANDS-

MITGLIEDER BERUFLICH?

Der SC Türkgücü Osnabrück wird im

Dezember 28. Angesichts der vielen

Traditionsvereine im Raum Osnabrück

ist das noch kein Alter, doch die Geschichte

des Vereins hat es trotzdem in

sich.

Ein Fußball-Klub für in Osnabrück lebende

Migranten – diese Idee faszinierte

Yilmaz Akyürek, Ismail Esenbey und

einige andere Zuwanderer, die sich aus

dem Moschee-Verein in der Frankenstraße

kannten. An der Gründungsversammlung

nahmen etwa 20 Personen

teil.

Ein gutes Drittel von ihnen wurde in

den Vorstand gewählt. Von den sieben

Mitgliedern des Gründungsvorstandes

gehörten sechs der ersten Generation

von Zuwanderern an. Zwei Lehrer

waren unter ihnen, ein Schneider, ein

Taxifahrer, ein Sozialarbeiter und ein

Werkzeugmacher.

WO STEHT DER

ADDI-VETTER-CUP?

In der Saison 1988/89 nahm der junge

Verein den Spielbetrieb in der damals

noch existierenden 4. Kreisklasse Osnabrück-Stadt

auf. Die folgenden Jahre

waren eine Erfolgsgeschichte ersten

Ranges. Mehrere Jahre hintereinander

stieg der Verein auf und spielte 1989/90

in der 3. Kreisklasse, 1990/91 in der 2.

Kreisklasse, 1991/92 in der 1. Kreisklasse,

1992/93 in der Kreisliga Osnabrück-

Stadt und ab 1993/94 in der damaligen

Bezirksklasse V. Zwischen Kreis- und

Bezirkslasse bewegte sich der SC Türkgücü

bis zur Saison 2011/12. Dann

ging es mit neuen Spielern und neuem

Trainer weiter bergauf. Neben den Aufstiegen

in die Bezirks- und Landesliga

gewann der Klub dreimal den stadtbekannten

Addi-Vetter-Cup. Zuletzt

im Dezember 2014, sodass er derzeit in

den Räumen von Türkgücü besichtigt

werden kann.

Der Rahmen des Moschee-Vereins

wurde Türgücü übrigens schon Ende

der 80er Jahre zu eng. 1989 mieteten

Spieler und Vorstandsmitglieder auf eigene

Kosten einen Raum im Hinterhof

der Iburger Straße 17 an. Sieben Jahre

später bezog Türkgücü dann seine legendären

Räume in der Luisenstr. 31-33.

Die Geschäftsräume mit Gastronomie

wurden zum Zentrum der deutschtürkischen

Begegnung in Osnabrück.

Kein Besuch aus der türkischen Partnerstadt

Çanakkale, ohne dass dieser auch

die Räume des SC Türkgücü besuchte.

Im Jahr 2007 wechselte der Verein

erneut seine Adresse und zog in die

jetzigen Räume in der Sportanlage

Schinkelberg, Weberstraße 48. Damit

hatte er zum ersten Mal die Möglichkeit,

Vereinsleben und sportliche Aktivitäten

räumlich zu verbinden. Zwar

spielt Türkgücü – nach den Anfängen

auf dem Klushügel – schon lange

auf dem Schinkelberg, aber erst 2007

konnte durch Unterstützung der Stadt

und der damaligen Oberbürgermeister

Fip und Pistorius die

Zusammenlegung erfolgen.

Bildmaterial © SC Türkgücü

44


N

E

T

Nostalgische Aufnahme: Das Meister-Team der 3. Kreisklasse 1989/90

ENGAGIEREN SICH NUR

TÜRKEN FÜR TÜRKGÜCÜ?

Türkgücü ist ein relativ kleiner Verein.

Aktuell hat er 218 Mitglieder, aber

im Jahr 2014 sind fast 100 neue dazugekommen.

Die Attraktivität der

Landesliga spielt dabei natürlich eine

gewisse Rolle, aber die wachsende Popularität

spiegelt auch die Aktivitäten

des Klubs wieder. So schickt der SC

derzeit fünf Herrenmannschaften, eine

Herren-Seniorenmannschaft und eine

Jugendmannschaft auf Punktejagd.

Bei der Jugendförderung wird einer

der Schwerpunkte der kommenden

Jahre liegen. Des Weiteren gibt es eine

Volleyball-Herrenmannschaft und ein

Gesundheitssportprogramm für Frauen.

Auch im Bereich des Frauensports

ist noch viel Luft nach oben.

I E D E R S Ä C H S

N

Ein Doppelpass

zwischen

Osnabrücker Wissen

und:

E I N

I S C H E R

Im Hinblick auf die ethnische Zusammensetzung

hat sich seit 1989 viel getan.

Von Anfang an gab es eine Reihe von

Mitgliedern, die nicht aus dem türkischen

Kulturbereich stammten. Ihre

Zahl ist kontinuierlich gestiegen und

der Verein lädt ganz bewusst alle Osnabrückerinnen

und Osnabrücker ein,

sich beim SC Türkgücü zu engagieren!

Ein Problem, das allerdings nicht nur

der SC hat, besteht in der Gewinnung

von Trainerinnen und Trainern für

die Jugendarbeit. 2013 scheiterte der

Aufbau einer Spielgemeinschaft für

den Mädchenfußball, weil sich nicht

genügend Übungsleiter fanden. Sportbegeisterte

Interessenten können sich

jederzeit an den Vorsitzenden Ahmet

Ulusoy wenden (Mobil 01 74 / 1333 033).

| JW

www.tuerkguecue-os.de

B

A

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F U S S B A

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B I N

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E R B A N D

E. V.

Wissen kompakt

Yilmaz Akyürek, der „Vater

der Osnabrücker Türken“ und

Gründer des SC Türkgücü

Yilmaz Akyürek kam 1965 als türkischer

„Gastarbeiter“ nach Osnabrück. Er arbeitete

bei der damaligen Spinnerei und

Weberei F.H. Hammersen und engagierte

sich in der kommunalen Schul- und Sportpolitik

oder im Ausländerbeirat. 1987

gehörte er zu den Gründungsvätern des

SC Türkgücü, weil er türkischstämmigen

Osnabrückern eine Möglichkeit geben

wollte, ihre kulturelle Identität

zu wahren und gleichzeitig

in der neuen Heimat Fuß

zu fassen. Yilmaz Akyürek

warb leidenschaftlich für

das friedliche Miteinander

von Menschen und Kulturen.

1999 verlieh ihm

die Stadt Osnabrück die

Bürgermedaille für sein

herausragendes Engagement,

später wurde

auch der jährlich zu vergebende

Integrationspreis nach ihm

benannt. Im März 2015 ging der „Yilmaz-

Akyürek-Preis der Stadt Osnabrück“ an

Prof. Dr. Reinhold Mokrosch.

Der Name Akyürek ist aber auch beim

SC Türkgücü noch immer aktuell. Yilmaz´

Neffe Murat spielt seit Jahren erfolgreich

in der 1. Mannschaft.

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Wer schmiert sich

Brühwürfel auf‘s Brot?

Er gilt als der kleinste Kontinent der Welt, hat eine Bevölkerungsdichte

von 2,9 Einwohner pro km 2 , politisch wählen gehen ist gesetzlich Pflicht

und 90% der dort lebenden Tiere gibt es auf keinem anderen Kontinent:

Australien. Der Name bedeutet „südliches Land“ und ist abgeleitet vom

Lateinischen terra australis.

Wir verlosen 5 x zwei Tageskarten

für „Horses & Dreams 2015“ bei

unserem Kreuzworträtsel (Seite 50)!

War Felix

Nussbaum Fußballfan?

Der in Osnabrück geborene Felix

Nussbaum, der 1944 im KZ Auschwitz-

Birkenau ermordet wurde, gilt als einer

der wichtigsten Maler des 20. Jahrhunderts.

Seine Bilder dokumentieren

das dunkelste Kapitel der deutschen

Geschichte und zeigen den Schrecken

des Holocaust in ebenso beklemmenden

wie aufrüttelnden Szenen.

Austrralienflagge © daboost - Fotolia.com; Brühwürfel © Martina Osmy - Fotolia.com; Hof Kasselmann © Holger Schupp

Wenn man in Australien mit dem Pferd

unterwegs ist und Rast bei einem Lokal

macht, ist dieses dazu verpflichtet, den

Vierbeiner während des Aufenthalts

unterzustellen und zu verpflegen! An

diese gesetzlich verankerte Gastfreundlichkeit

der Australier knüpfen die Veranstalter

von „Horses & Dreams“ an

und möchten vom 22. bis 26. April

allen Fans des Reitsports

einmal mehr ein guter

Gastgeber sein.

Seit 2006 präsentiert

„Horses & Dreams“ jedes

Jahr eine andere Nation

mit ihren traditionellen,

kulturellen und skurrilen

Seiten. So waren

schon der Oman, China,

Amerika, Italien,

Mexiko, Großbritannien,

Russland und Brasilien zu Gast im

Osnabrücker Land.

Wo steht der „Big Ben“?

Wir haben das Mottoland Australien im

Vorfeld einmal etwas unter die Lupe genommen:

Die Staatsfläche umfasst etwa

7,7 Millionen Quadratkilometer, wobei

die Mehrheit der Bevölkerung im östlichen

Teil des Landes wohnt. Vom Outback,

dem Bereich der großen Wüstengebiete

Australiens, hat wahrscheinlich

so ziemlich Jeder schon einmal gehört,

doch wussten Sie auch, dass der Big Ben

46

in Australien steht? Wir geben zu: hier

ist nicht der Londoner Glockenturm gemeint,

sondern der höchste Berg Australiens,

der sich mit 2.745 Meter auf der

unbewohnten Insel Heard befindet. Der

höchste Punkt des Kontinentes hingegen

ist kein Berg, sondern die Carstensz-

Pyramide (4.884 Meter) auf der Insel

Neuguinea. Insgesamt zählt Australien

drei Zeitzonen, wobei die Außeninseln

teilweise in zusätzlichen

Zeitzonen liegen.

Woher haben „Kängerus“

ihren Namen?

Der Name des Springbeuteltieres

soll auf einem

verbalen Missverständnis

beruhen. Auf die

Frage „Was ist das für ein

Tier?“ antworteten die

Aborigines im 18. Jahrhundert den

Europäern: „Gang-oo-roo?“, was soviel

bedeutet wie „Ich verstehe dich nicht“.

Und was war jetzt noch mit den Brühwürfeln?

Das wohl berühmteste Lebensmittel

in Australien ist „Vegemite“.

Dieser Hefeextrakt, der meist als Brotaufstrich

verwendet wird, schmeckt wie

Suppenwürfel und darf auf keinem australischem

Frühstückstisch fehlen! | AB

Weitere Infos und Australien-Fakten:

www.horses-and-dreams.de/

Vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten

widmete sich Nussbaum aber

ganz anderen Themen. Er malte Porträts,

Landschaften, Stadtansichten, Urlaubsbilder,

Stillleben – oder auch Fußballer.

Zwei dieser Arbeiten, die in der kritischen

Kulturzeitschrift „Der Querschnitt – Das

Magazin“ erschienen sind, deuten darauf

hin, dass sich Nussbaum mit dem noch jungen

Sport gut auskannte, ihm aber auch

mit einer gehörigen Portion Humor begegnete.

Das Ölgemälde „Fußball“ („Fußballkampf“),

auf dem Abwehrspieler und Torwart

den gegnerischen Stürmer nicht am

Kopfball hindern können und nun eine für

sie wohl unangenehme Flugbahn bestaunen

müssen, entstand 1929. Das Original wurde

vermutlich 1932 vernichtet, als Nussbaums

Berliner Atelier bei einem Brandanschlag in

Flammen aufging.

In diesem Jahr entstand auch die Zeichnung

in Gouache und Tusche mit dem Titel „Die

Meistermannschaft“, die dann als Offsetdruck

im „Querschnitt“ zu sehen war. Sie

zeigt, den Füßen nach zu urteilen, mindestens

14 Kicker, bei denen sich ein zentraler

Körperteil bereits in runde Lederbälle verwandelt

hat.

Auch diese Vorlage ist verschollen, doch beide

Magazinexemplare sind im Original vor

einigen Monaten vom

VfL-Fußballmuseum

bei einem Antiquariat

in Leipzig angekauft

worden und jetzt in

einer Ausstellungsvitrine

zu bewundern.

| TS

Bildmaterial Nussbaum © VfL-Museum/Felix Nussbaum-Haus Osnabrück


Wer feiert mit Kartoffelrittern

und Hüggelzwergen Geburtstag?

Die Idee stammt bereits aus den 1960er Jahren, doch bis ein verlässlicher Träger für die Kulturarbeit

in Stadt und Landkreis Osnabrück gegründet werden konnte, mussten viele Vorarbeiten

geleistet und rechtliche Hürden überwunden werden. Am 24. Januar 1985 war es dann aber soweit:

Der „Landschaftsverband Osnabrück e. V.“ nahm seine Arbeit auf. Heute heißt er „Landschaftsverband

Osnabrücker Land e.V.“ und feiert in diesem Jahr bereits seinen 30. Geburtstag.

Bildmaterial: © Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V.

Ort des

Kultur-Spektakels:

Die IburgWISSEN KOMPAKT:

Welche Aufgaben hat

der Landschaftsverband

Osnabrücker Land e.V.?

Der Landschaftsverband unterstützt Kulturschaffende

mit Fördermitteln, die von

der VGH und dem Land Niedersachsen

kommen. Er führt aber auch eigene Kulturprojekte

durch, so zum Beispiel das beliebte

„Sommerflimmern – Kino auf dem

Lande“ oder die „Regionale Bücherbörse

für das Osnabrücker Land“. Seit seiner

Gründung hat der LVO mehrere Millionen

Fördermittel verteilt und zahlreiche

unterschiedliche Kulturprojekte unterstützt

oder überhaupt erst ermöglicht.

Wie wird der

30. Geburtstag gefeiert?

Dass der LVO seinen runden Geburtstag

mit vielen Kooperationspartnern und

Antragstellern feiern will, versteht sich da

von selbst. Am 25. April 2015 (11.00 bis

18.00 Uhr) lädt er deshalb zu einem großen

„Kultur-Spektakel auf der Iburg“ ein.

Als Geschenke von den Partnern des LVO

gibt es an diesem Tag zahlreiche Attraktionen

und Angebote für alle Sinne der Geburtstagsgäste,

für Groß und Klein, zum

Schauen, Staunen, Schmecken, Essen,

Trinken, Ausprobieren und Mitmachen

(siehe Kasten „Programm-Highlights“).

Die Besucher werden in der imposanten

Anlage, wo sich seit 2006 auch die

Geschäftsstelle des Landschaftsverbandes

befindet, Kartoffelritter und Hüggelzwerge

treffen. Aber auch Akrobaten

des Zirkus Fantasia aus Fürstenau, Müller

Manfred von der Wassermühle Bad

Essen und der römische Feldherr Germanicus

haben ihr Kommen zugesagt.

Außerdem gibt es Präsentationen der

Jägerschaft Osnabrück, des Tuchmacher

Museums Bramsche, Infostände

von Heimatbünden und Biolandwirten,

ein Schnupper-Sommerflimmern, Filme,

Kunstführungen und viele weitere Attraktionen.

Der Eintritt zur Veranstaltung

und die Teilnahme an den Aktionen

sind kostenlos.

Telefonische Auskunft erteilt der LVO

unter 05403 / 72455-0, weitere Infos gibt‘s

auch online unter www.lvosl.de. | RED

Highlights beim Kultur-Spektakel

Faszination Mikrokosmos

Einer Heuschrecke ins Auge blicken und dem

Haifisch auf den Zahn fühlen – per Mikroskop

und fachkundiger Anleitung.

Regionales Umweltbildungszentrum Osnabrücker Nordland

und Artland-Gymnasium Quakenbrück

Ich Germanicus!

Feldherr, Priester, Superstar

Germanicus entdecken und leibhaftig dem

römischen Alltag nachspüren mit Rüstungen,

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Varusschlacht im Osnabrücker Land –

Museum und Park Kalkriese

So ein Zirkus!

Bunte Akrobatik in jeder Form. Vorführ- und

Mitmachaktionen für alle Altersstufen.

Zirkus Fantasia der IGS Fürstenau

Korn schroten und mehr ...

Mit dem Bad Essener Müller Manfred. Schroten

mit dem Handmahlstein, Getreidesorten und

Mühlenquiz für alle Altersstufen.

Wassermühle Bad Essen

Genoveva oder „Die weiße Hirschkuh“

Theaterparodie – 5 Akte in 20 Minuten!

Theaterbande Phoenix

Die Kartoffelkomödie – Figurenspiel

Ein deftiges Ritterdrama für Zuschauer ab 14

Jahren. Kartoffeln kämpfen in einer Welt von

Küchenutensilien um Macht und Liebe.

Krokodil Theater, Hendrikje Winter & Max Schaetzke

Filme, Filme, Filme

Musik mit Trickfilm gefällig? Oder lieber etwas

Historisches (so also sah es hier mal aus)? Oder

doch lieber Hip Hop auf Plattdeutsch? Herzliche

Einladung zum Schauen!

Medienzentrum Osnabrück, Verein für Orts- und Heimatkunde

Bad Iburg e. V., Plattsounds, junge philharmonie

Osnabrück, SNAPBAXX Melle

Los! für die Kultur

Tombola mit attraktiven Preisen

Landschaftsverband Osnabrücker Land e. V.

47


HINTER DEN

KULISSEN DES

Ein Blick aus 21 Meter Höhe auf die Bühne

Brandschutztür

Hydraulische Anlage auf dem Schnürboden

Der Eiserne Vorhang ist eine Rauch- und Feuerabdichtung, die auf deutschen Großbühnen

seit 1889 Pflicht ist, nachdem es im 19. Jahrhundert mehrmals zu verheerenden Bränden kam.

Denn „der Eiserne“, wie er vom Theaterpersonal liebevoll genannt wird, soll den Zuschauer

vom Bühnenraum im Falle eines Feuers bzw. einer Rauchentwicklung abtrennen.

In solch brenzligen Situationen kommt

es auf jede Sekunde an – innerhalb von

30 muss ein Eiserner Vorhang schließen

können. Im Theater Osnabrück braucht

er sogar nur 28 Sekunden. Die Sicherheitseinrichtung,

die im Osnabrücker

Theater am Domhof fast so viel wiegt wie

eine Elefantenkuh, nämlich zwei Tonnen,

ist zehn Meter hoch. Im Falle eines Brandes

hält der Eiserne Osnabrücker dem

Feuer also zwei Stunden stand. Darüber

gibt die Brandschutzbezeichnung „F120“

Auskunft.

Geöffnet und geschlossen wird der Eiserne

über eine hydraulische Anlage auf dem

Schnürboden, der 21 Meter über dem

Bühnenboden liegt. Dort ist zum Beispiel

auch der Seilzug für den großen roten

Theater-Vorhang untergebracht.

Der Eiserne wird zum Schichtende

der Techniker um 23.00 Uhr heruntergelassen

und zum Schichtbeginn um 8.00

Uhr wieder geöffnet.

Der Zuschauer kann den Vorhang übrigens

in einigen Theaterproduktionen im

geschlossenen Zustand sehen. Dies war

zuletzt in „Das Leben der Insekten“ der

Fall.

In deutschen Theatern darf an den

Eisernen Vorhang weder etwas angehängt,

noch darf er bemalt werden.

Österreich aber hat andere Regelungen.

Der Eiserne Vorhang der Wiener Staatsoper

wird seit 1998 zu jeder neuen Spielzeit

von einem anderen Künstler gestaltet,

somit wird auch die Brandschutzeinrichtung

in das Kulturprogramm integriert.

| LM

WISSEN KOMPAKT:

Kleinbühnen

Kleinbühnen < 200 m² Szenenfläche

und ohne Schnürboden haben eine

Brandschutzvorrichtung aus Glasfasergewebe,

die meistens „F60“ ist,

dem Feuer also 60 Minuten - eine

Stunde - standhalten kann.

Bilder © Laura Munzel

48


SCHÖNE GRÜSSE & GOLDENES BUCH

"

Hallo, wi e geht‘s?“

Ein Mann schreibt eine Postkarte. Doch eigentlich wartet

er seit neun Jahren auf einen Brief, den ihm Mathilde versprochen

hat.

Bild: Javier Pérez de Cuéllar, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Javier_P%C3%A9rez_de_Cu%C3%A9llar.JPG; Unterschriftenbilder: Stadt Osnabrück

Ob das ersehnte Schreiben noch

kommt, ist einigermaßen unklar, denn

die Dame ist mittlerweile „Ehrwürdige

Klosterfrau“ auf dem Calvarienberg

in Ahrweiler.

Neben dem geheimnisvollen Inhalt

weist diese Karte zwei Besonderheiten

auf. Als sie im Juli 1905 nach Rheinland-Pfalz

geschickt wurde, gehörte

Sutthausen noch nicht zur Stadt Osnabrück

und besaß als Teil der Gemeinde

Holzhausen einen eigenen Poststempel.

Wer trug sich ins

Goldene Buch ein?

Teil 9: Javier Pérez de Cuéllar

Die Vorderseite zeigt die „Katholische

Domschule am Herrenteichswall“,

heute kurz Domschule Osnabrück

genannt. Das Schulgebäude

wurde 1891 eingeweiht. 1905 kam

ein weiterer Trakt an der Riedenstraße

hinzu, die im Laufe der Zeit

in den Erich-Maria-Remarque-

Ring umgewandelt wurde. | TS

Der peruanische Diplomat Javier Pérez de Cuéllar

wurde 1982 Generalsekretär der Vereinten

Nationen. Er vermittelte in einer Vielzahl bewaffneter

Konflikte – auf den Falkland-Inseln und in

Afghanistan, in Angola oder im Irak.

Seine Bemühungen waren nicht immer von Erfolg gekrönt, trotzdem

wuchs in de Cuéllars Amtszeit, vor allem nach dem Fall des

Eisernen Vorhangs, die Bedeutung der UN als Zentrum des internationalen

Krisenmanagements.

Am 10. Juli 1986 verlieh die Universität Osnabrück dem studierten

Juristen die Ehrendoktorwürde. Mit seiner Frau Marcela trug er

sich an diesem Tag auch in das Goldene Buch ein, ehe ein Bankett

im Rittersaal von Schloss Iburg den Besuch abrundete.

Die hiesige Universität war eine von gut 20 Universitäten, die das

Engagement des bis 1991 amtierenden Generalsekretärs mit der

Ehrendoktorwürde ehrten. Zwei Jahre nach seinem Aufenthalt in

Osnabrück wurde Javier Pérez de Cuéllar nach Stockholm eingeladen

und – stellvertretend für die UN-Blauhelme – mit dem Friedensnobelpreis

ausgezeichnet. | TS

49


Wie viel Wissen

steckt in Ihnen?

AUFGEWECKT DURCH STADT UND LANDKREIS

Wo steht

die Toilette

„heulende

Wölfe“?

Farbe von

Flamingos

Symbol

des Todes

4

Anderes

Wort für

Pasta

Reaktionszeit

auf

unvorhersehbare

Gefahr

Abtragung

von Boden

Abkürzung

Sportverein

1

Adelssitz in

Schledehausen

2

Tourismusmagnet

in

Osnabrück

Abkürzung

für Großbritannien

Gegenteil

von nett

Welche

Tröpfcheninfektion

Stadt in

diente als

Japan

„Waffe“?

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Stapelchips

(Marke)

Anderes

Wort für

trotzdem

12

6

Flugunfähiger

Der neuesten

Zeit

Seevogel

der Südhalbkugel

zuzurechnen

Mediz.

Versorger

für Kinder

Elekt. Verfahren

zur

Aufnahme

Redewendung:

„ums ...“

Sportart im

Schnee

11

5

Regelt

deutsches

allgemeinen

Privatrecht

Errichtung

im Bergbau

Pflanze

unter

Wasser

Anderes

Wort für

Ausgabe

im TV

Mitglied

des

„Kreisauer

Kreises“

8

Wo landen

„Punkte“

beim

Autofahren?

Neuseeländische

Rhythmen

9

Gebäude

komplett

aus Stein

gebaut

Anderes

Wort für

Luftschutzstollen


10

3

Abkürzung

für jeweils

Straße

des ersten

Krankenhauses

Osnabrücks

7

Lösungswort:

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

50

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Herausgeber von Osnabrücker Wissen

Medienagentur KreativKompass

UG haftungsbeschränkt

Natruper Straße 23 ∙ 49076 Osnabrück

Fon: +49 541 / 440 220 03

Mail: kontakt@kreativkompass.de

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51


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KRETA, KORFU, KOS, RHODOS

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KRETA, KORFU, KOS, RHODOS

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GRAN CANARIA, FUERTEVENTURA,

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