Nr. 10 (II-2015) - Osnabrücker Wissen

kreativkompass

Nr. 10 (II-2015) - Osnabrücker Wissen

Wir beantworten Fragen rund um die Osnabrücker Region. Alle drei Monate als Printausgabe. Kostenlos! Und online unter www.osnabruecker-wissen.de

Nr. 10 · kostenlos · Ausgabe II / 2015

www.osnabruecker-wissen.de

AUFGEWECKT DURCH STADT UND LANDKREIS

KOSTENLOS!

16

WIRTSCHAFT & TECHNIK

Wie wird ein Autohaus zur Erlebniswelt?

20

HOCHSCHULE & KARRIERE

Wie nachhaltig ist die Hochschule?

37

ESSEN & TRINKEN

Wo sind Gurken unerwünscht?

54

FAMILIE & SOZIALES

Wer reist durch die Wunderwelt der Bücher?


IMPRESSUM

Ein Medienprojekt der

Medienagentur KreativKompass

UG (haftungsbeschränkt)

Geschäftsführer: Stephan Buchholz

Natruper Straße 23

49076 Osnabrück

Telefon: +49 541 / 440 220 03

E-Mail: kontakt@kreativkompass.de

Internet: www.kreativkompass.de

in Zusammenarbeit mit der

Hochschule Osnabrück

Projektverantwortlich:

Prof. Volker Gehmlich und

Abigail Joseph-Magwood

www.hs-osnabrueck.de

REDAKTION

Chefredakteur:

Dr. Thorsten Stegemann (TS)

Weitere Redaktionsmitglieder

dieser Ausgabe:

Mona Algner (MA)

Yörn Kreib (YK)

Ebba Ehrnsberger (EE)

Hendrik Budke (HB)

Jonas Janßen (JJ)

Olga Lir (OL)

Meike Key (MK)

Lisann Maahs (LM)

Theresa Rollmann (TR)

Vivian Zippelius (VZ)

Stephan Buchholz (StB)

Juliana Schnuck (JS)

Beiträge der Redaktion (RED)

AUFGEWECKT DURCH STADT UND LANDKREIS

Ein Medienprojekt von:

Mit freundlicher Unterstützung von:

Gastbeiträge:

Barbara Kahlert (BK)

Museum Industriekultur Osnabrück

Hanna Rickert (HR)

Zoo Osnabrück

Bodo Zehm (BZ)

Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück

Marius Miche (MM)

Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück

Abigail Joseph-Magwood (AJM)

Hochschule Osnabrück /

Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

MUSEUM

INDUSTRIEKULTUR

OSNABRÜCK

BILDMATERIAL

Fotografin Jana Lange

www.jana-fotografiert.de

www.fotolia.com, www.istock.com

und siehe Bildnachweise

Titelcollage: fotolia.com -

Ernte © Production Perig; Spaten © lesniewski;

Sonnenblume © Marek Gottschalk

GESTALTUNG

Stephan Buchholz, Juliana Schnuck

DISTRIBUTION

Sebastian Buchholz

DRUCK & PRODUKTION

Levien-Druck GmbH

Eduard-Pestel-Straße 16

49080 Osnabrueck

Telefon: +49 5 41 / 9 59 29-0

Internet: www.levien.de

REDAKTIONSSCHLUSS

Juli 2015

COPYRIGHT

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, Veröffentlichung im

Internet oder Vervielfältigung auf Datenträgern nur nach

vorheriger schriftlicher Genehmigung der Medienagentur

KreativKompass UG (haftungsbeschränkt). Trotz sorgfältiger

Prüfung keine Gewähr für eventuelle Druckfehler.


EDITORIAL

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„Der Garten ist der letzte Luxus

unserer Tage, denn er erfordert das,

was in unserer Gesellschaft

am kostbarsten ist:

Zeit, Zuwendung und Raum.“

Dieter Kienast

(1945-1998, Schweizer Landschaftsarchitekt)



Neueröffnung!

Komplett neue Ausstattung

im Geräte- und Cardiopark inkl.

Multifunktionsturm.

in dieser Ausgabe werfen wir einen Blick in einige der schönsten und interessantesten

Gärten der Region. Sie befinden sich am Südhang des Gertrudenberges,

in Schwagstorf oder an der Bramscher Straße. Begleiten Sie uns durch viele

blühende Klein-Landschaften und erfahren Sie, wann das große Osnabrücker

Gurken-Casting über die grüne Bühne geht.

Mit der Stadt- und Kreisarchäologie, die 2015 ihren 40. Geburtstag feiert,

geben wir gleich neun spannende Antworten auf die Frage, wo sich Osnabrücks

magische Orte befinden. Außerdem wollten wir wissen, wie nachhaltig die Hochschule

ist, wann Pocahontas Urlaub am Dümmer machte, wie man als Rollstuhlfahrer

eine internationale Tanzkarriere starten kann und auf welchen verschlungenen

Wegen die größte Hüpfburg der Welt nach Wallenhorst kam.

Wir wünschen Ihnen sonnige Wochen, viel Spaß beim Lesen und beim Auflösen

unseres Gewinnspiels, das sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Deshalb

haben wir mit unseren Partnern auch diesmal wieder attraktive Preise für Sie

zusammengestellt. Mehr dazu am Magazinende.

Zusatzbeitrag für OTB-Mitglieder:

Kurse im Athleticum

Kurse und Geräte

Mo. - Fr. 08 - 22 Uhr

Sa. / So. 09 - 18 Uhr

Jetzt zum Gratis-

Probetraining

anmelden!

8,- € mtl.

20,- € mtl.

Herzlichst,

Dr. Thorsten Stegemann

Chefredakteur

Stephan Buchholz

Herausgeber

Osnabrücker Turnerbund

Obere Martinistraße 50

49078 Osnabrück

P.S.: Haben Sie sich schon auf facebook mit uns verbunden?

Über 4.300 User finden bereits auch online neue Fragen & Antworten aus

der Region - einfach „liken“ und noch mehr Zusatzinfos bekommen:

www.osnabruecker-wissen.de/facebook

3

Telefon 0541/45441

E-Mail athleticum@otb.de

www.otb.de/athleticum


GRUSSWORT

Hallo Wissende,

wer, wie, was? Wieso, weshalb, warum?

Wer nicht fragt bleibt dumm!

Dieser Reim aus der „Sesamstraße“

begleitete viele von uns

schon in Kindertagen oder später

als Eltern – und heute vielleicht sogar

als Großeltern.

Gerade bei Kindern ist der Durst

nach Wissen besonders ausgeprägt.

Sie erkunden die Welt mit

„Kinderaugen“ – ganz ohne Vorbehalte

und offen für alles.

Die Welt ein Stück weit besser verstehen

zu wollen, vielleicht auch

mit „Kinderaugen“ immer wieder

neu zu entdecken, macht auch Erwachsenen

Spaß und hält uns jung.

Osnabrücker Wissen“ knüpft

hier an – und entfaltet seine

Alleinstellung durch seine „lokale“

Ausrichtung. Die Zusammenarbeit

und der Austausch mit

lokalen Akteuren u.a. aus den

Bereichen Hochschule, Wirtschaft,

Verwaltung und Kultur

sorgt dafür, dass wir unsere

Region mit anderen Augen – mit

Kinderaugen – neu entdecken und

erleben.

Der Osnabrücker Zoo macht

hier gerne mit. Wie schlafen Fische?

Warum haben Giraffen

eine lange Zunge und Pelikane

einen so großen Kehlsack? Warum

stehen Flamingos auf einem

Bein? All diese Fragen wurden

in den bisherigen Ausgaben

von „Osnabrücker Wissen“ gestellt

und ebenso informativ wie

unterhaltsam beantwortet. Frei

nach dem Motto „Wer nicht fragt

bleibt bei dumm“! Weiter so!

Tierisch-herzliche Grüße

Andreas Busemann

Geschäftsführer des Zoos Osnabrück

INHALT

Welche Fragen zur Osnabrücker Region

beantworten wir in dieser Ausgabe?

TOPTHEMA

Machen Gärten glücklich? 5

WIRTSCHAFT & TECHNIK

Wie hoch ist das Nutzungspotenzial des FMO? 12

Wen sollte ein Kübel retten? 14

Wie wird ein Straßenverkäufer zum Marktführer in Europa? 15

Wie wird ein Autohaus zur Erlebniswelt? 16

Was macht ein Wasserrückgewinner? 19

HOCHSCHULE & KARRIERE

Wie nachhaltig ist die Hochschule? 20

Wie funktioniert modernes Projektmanagement? (Teil 3) 22

Wer bietet kurzfristig Arbeitsraum? 23

STADT- & LANDGESCHICHTEN

Wer tourt durch Osnabrück? 25

Was sind Samtgemeinden? 26

Wo stand eines der ältesten Krankenhäuser

in Osnabrück? (Teil 2) 26

Was wurde in Rulle gerodet? (Teil 3) 29

Wo liegen Osnabrücks magische Orte? 30

LEBEN & GESELLSCHAFT

Wer schafft geschützte Lebenszeit? 32

Wer vertritt lange Menschen? 34

Welcher berühmte Weg führt durch Osnabrück? 35

ESSEN & TRINKEN

Wo sind Gurken unerwünscht? 37

Wie scharf ist Sambal Olek? 38

Wie viel Popcorn braucht das Kino? 39

Nr.

10 AUFGEWECKT

DURCH STADT UND LANDKREIS

HINTER DEN KULISSEN

Woher kommt der Hopfenlümmel? 40

NATUR & UMWELT

Welche Pfeilgiftfrösche sind nicht giftig? 42

Welcher Aussichtsturm wurde nach einer

Königin benannt? 43

SPORT & GESUNDHEIT

Wer kickt in der Region? 44

Wie fit ist Osnabrück? 45

Wie wurde die Schlaganfall-Behandlung revolutioniert? 46

Wer tanzt im Rollstuhl? 48

Durfte Bauer Gruth als Heilpraktiker arbeiten? 50

KUNST & KULTUR

Wann machte Pocahontas Urlaub am Dümmer? 51

Wer Loest die Probleme? 52

Wieso flimmert‘s auf dem Lande? 53

FAMILIE & SOZIALES

Was macht Willi so besonders? 54

Wer reist durch die Wunderwelt der Bücher? 54

Wo fliegt man am höchsten? 56

SCHÖNE GRÜSSE

Hallo, wie geht‘s? 57

Wer trug sich ins Goldene Buch ein? 57

RÄTSELN & GEWINNEN

Wie viel Wissen steckt in Ihnen? 58

4


TOPTHEMA

Buchsbaumhecken mit Irokesenschnitt, Kartoffeln setzen mit Spaten in der einen und

Smartphone in der anderen Hand, Biogemüse in Plastikcontainern, Deutsche Scholle,

Urban Gardening, TomatOS - und im Kultursommer 2015 lädt die Stadt Osnabrück auch

noch zum kreativen Dialog im Grünen. Die spinnen die Osnabrücker Gärtner, oder?

Garten © VRD, Gartenutensilien © Christian Müller, Fotolia.com

Erwin Kuhn ist gelernter Frisör und

hatte von Pflanzen und Gärten kaum

eine Ahnung, als er mit Gudrun Anfang

der 70er-Jahre zur Hochzeitsreise

aufbrach. In einem norddeutschen Arboretum

traf die beiden der grüne Pfeil.

Seitdem dreht sich in ihrem gemeinsamen

Leben fast alles um ihren Garten.

Wie stylt man eine

Buchbaumhecke?

1975 kauften sie bei Schwagstorf ein

4.000 qm großes Grundstück mit natürlichem

Bachlauf. Rasch füllte sich

die ehemalige Bullenweide mit ansehnlichen

Gehölzen. „Es musste auf

jeden Fall etwas ganz Besonderes sein“,

erklärt Kuhn. „Wir fingen einfach an,

sammelten Pflanzen und Erfahrungen

während der Arbeit im Garten. Gepflanzt

und gestaltet haben wir aus dem

Bauch heraus“, lacht er. Nachdem die

Sammelleidenschaft für exotische Gehölze

befriedigt war, stürzten sich die

beiden auf die Jagd nach seltenen Rhododendren.

Vorzugsweise entlang des

Bachlaufs brennen sie Jahr für Jahr im

Frühling ein wahres Farbfeuerwerk ab.

Danach mussten Raumteiler, im Gärtnerlatein

als Hecken bezeichnet, her.

Diese originell frisierten Pflanzelemente

durchziehen und gliedern den Garten

und schaffen die unterschiedlichsten

Räume wie z.B. einen alten Thingplatz,

Kaffeegarten und Laubengänge. Das

markante Styling einer Buchsbaumhecke

– ist es nun eine Raupe oder ein

Drache? - lässt die berufliche Vergangenheit

Kuhns wieder aufleben.

5


TOPTHEMA

Aus der Bullenweide ist ein Gartentraum geworden – im Garten von Gudrun und Erwin Kuhn in Ostercappeln-Venne.

Fast 40 Jahre später zieht der Garten von

Erwin und Gudrun Kuhn jedes Jahr

etwa 600 Besucher an. Genießen, Klönen

und Fachsimpeln – Gärtner sind in aller

Regel sehr kommunikative Menschen.

Das Ehepaar Kuhn macht da keine Ausnahme.

Mit großer Begeisterung und

Warmherzigkeit begrüßen sie alljährlich

an drei Tagen im Rahmen des „Offenen

Gartentores“ eine immer zahlreicher

werdende Schar von Gartenliebhabern.

Neben Kuhn sind inzwischen über 40

weitere Gartenbesitzer bei dieser beliebten

Veranstaltung dabei. Die Idee

stammt ursprünglich aus Großbritannien.

Den Startschuss in Osnabrück

und Umgebung lieferte die Fachhochschule

Osnabrück 1999. Zwischen

Mai und September öffnen die stolzen

Gärtner an frei wählbaren Sonntagen

ihr persönliches Paradies dem interessierten

Publikum. In vielen Gärten

werden die botanischen Raritäten

mit Kunstwerken kombiniert, kunstvolle

Teichanlagen, beeindruckende

Fuchsiensammlungen, der grünen

Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Und immer wieder kommt es dabei zu

folgenschweren Infektionen. Erst kürzlich

sei wieder einer seiner Besucher vom

Gärtnervirus befallen worden, grinst

Kuhn. Jetzt helfe er ihm bei der Anlage

eines imposanten Gräser-Gartens.

Die Teilnahme am „Offenen Gartentor“

als Gastgeber steht im Prinzip jedem

offen. Es gibt keine Standardkriterien,

aber die Gärten sollten gestaltet sein und

eine persönliche Note aufweisen. Reiner

Wildwuchs hat hier keine Chance.

Kulturarbeit oder

HauRuck-Gärtnerei?

Denn Garten bedeutet Kulturland, betont

Professor Christoph Repenthin.

Der Landschaftsarchitekt ist einer der

grünen Enthusiasten, die seit 1989 am

Südhang des Gertrudenberges den Naturgarten

des Bundes für Umwelt- und

Naturschutz (BUND) entwickelt haben,

eine grüne Oase umgeben von Kleingärten

und einem selten alten Baumbestand.

Der BUND verdankt dieses ökologische

Kleinod der Erbschaft zweier pensionierter

Lehrerinnen. Repenthin erinnert

sich noch gut an die erste Begehung der

beiden Gärten: „Die undurchdringliche

Weißdornhecke zwischen den beiden

6


TOPTHEMA

Gärtnerlatein – Josef Hugenberg (Vorsitzender BUND Osnabrück), Marie Bardelmeier (Projektstelle Umwelt aktiv)

und Prof. Christoph Repenthin blättern im Gartentagebuch.

Grundstücken war nur mit Hilfe einer

sehr langen Leiter zu überwinden – und

dann standen wir in einer endlos scheinenden

hüfthohen Gierschplantage.“

Das markante Laub sowie die dekorativen

weißen Blütenstände des von vielen

Gärtnern argwöhnisch beäugten,

Ausläufer treibenden Unkrautes haben

auch heute noch ihren Platz im Naturgarten.

Aber die zwölf hier wirtschaftenden

Ökogärtner halten das Kraut in

Grenzen.

Gepflegt wird hier stattdessen eine

sympathisch pragmatische Variante

des Ökogärtnerns, die sowohl heimischen

als auch exotischen Pflanzen ihren

Raum lässt. Johannis-, Stachel- und

Himbeeren, stachellose Brombeeren,

heimische, wunderbar duftende Mondviolen,

Brennesseln, Akelei, Schöllkraut

und Exoten wie die Riesenanemone

kommen hier bestens miteinander klar.

Nur beim Blick auf die rasant wachsenden

Hopfenschlingen zuckt Repenthin

etwas zusammen. „Ein schöner,

aber manchmal lästiger Gesell. Ihm ist

kaum beizukommen, die Wurzeln sind

wie Gummi, der Spaten rutscht einfach

dran ab.“

Gerade um derartige Erfahrungen aber

geht es den BUND-Gärtnern. Statt der

weit verbreiteten HauRuck-Gärtnerei

(Anlegen, Pflanzen, Pflastern, fertig)

geht es hier um das Aufspüren und Beobachten

von Entwicklungen über mehrere

Vegetationsperioden hin. Die Pflanzen

erhalten Zeit, sich zu entwickeln. In

manchen Fällen müsse man einfach akzeptieren,

dass Pflanzen an bestimmten

Standorten keine Chance haben. In den

drei Gartenbereichen können die Besucher,

darunter auch viele Kindergartenund

Schulklassen, die unterschiedlichen

menschlichen Einflüsse nachvollziehen.

Ein kleiner Urwald zeigt deutlich, was

passiert, wenn die Gärtner

ihre Arbeit komplett einstellen.

Der natürliche Aufwuchs

aus Bergahorn, Kirsche,

Esche, Haselnuss, Brombeere

und Efeu kämpft ums Licht.

Eine natürliche Artenverarmung

ist die Folge.

Auf mehreren extensiv genutzten Grünlandflächen

wird ein- bis zweimal jährlich

die Sense angesetzt. Gartengeräte, die

Lärm und Abgase produzieren, sind hier

selbstverständlich verboten. Artenreiche

Wiesen sind die herrlich anzuschauenden

Resultate. Die Bewohner der beiden

Bienenstöcke auf dem Grundstück profitieren

ohne Zweifel davon.

Noch bunter, exotischer und nahrhafter

wird es auf den intensiv genutzten

Flächen. Blütenstauden, Farne, Kräuter,

Gemüse und Obst wechseln einander ab.

Hier wird auf trockenen und schattigen

Standorten experimentiert, eine Garten

AG des Carolinums hat ein Hochbeet

fertig gestellt, es wird gejätet, gewässert

und es wird natürlich geerntet.

Die jährliche gemeinsame Obsternte

ist ein absolutes Highlight jeder Gartensaison.

Die Äpfel und Birnen werden

zu Saft verarbeitet. Josef Hugenberg,

1. Vorsitzender des BUND Osnabrück,

schwärmt vor allem von der selbstgemachten

Mirabellenmarmelade – und

seine Augen leuchten dabei.

Bilder © BUND, Tomatos, Kuhns Garten offenes Gartentor

7


TOPTHEMA

Wie viele Kleingärten

begrünen Osnabrück?

Diese Freude am Gärtnern versucht der

BUND insbesondere dem gärtnerischen

Nachwuchs in Kindergärten und Schulen

näher zu bringen. Bei Ferienpassaktionen,

Abenteuertag mit Lagerfeuer und

Kartoffelfest sollen Kinder und Jugendliche

im BUND-Garten am Gertrudenberg

für die Natur begeistert werden.

Um diese Zielgruppe bemühen sich nach

Auskunft des Osnabrücker ServiceBetriebs

auch die sieben Kleingärtnervereine

in der Stadt Osnabrück. In ihren etwa

2.700 Kleingärten sei der Anteil jüngerer

Pächter, von Familien mit Kindern, immer

noch optimierungsfähig.

Neben den vereinsgebundenen Kleingärten

existieren in der Stadt ca. 2.500

sonstige Kleingärten. Insgesamt beackern

die Kleingärtner eine Fläche

von ca. 210 ha (80 ha entfallen auf die

nicht vereinsgebundenen Gärten, wie

z.B. auch den Naturgarten des BUND).

Längst aber hat sich der Zuschnitt der

Kleingartenarbeit komplett geändert.

Ging es in den Anfängen um ökonomische

Zwänge, nämlich die überlebenswichtige

Produktion von Obst und Gemüse,

stehen heute eher die ökologische

und soziale Funktion im Vordergrund.

Den meisten dient der Kleingarten als

Ort der Erholung, die Gartenarbeit

eher als wohltuender Ausgleich zu Bildschirmarbeit

und Stress. Daneben erfüllen

die Kleingartenanlagen aber auch

eine wichtige Naherholungsfunktion

für alle Osnabrücker: Immerhin sind die

Kleingartenanlagen durchzogen von öffentlichen

Wegen.

Wo wird der Garten

zum sozialen und

kulturellen Treffpunkt?

Einen anderen Weg des gemeinsamen

Gärtnerns hat der 2012 gegründete Verein

TomatOS eingeschlagen. „Weniger

Regeln, kleinere Flächen, mehr Gemeinschaft“,

skizziert Vereinsvorsitzender

Ulrich Voss die praktizierte Ausrichtung

des Vereins am Urban Gardening.

Die Begegnung mit dem Vorzeigeprojekt

„Prinzessinnengarten“ in Berlin-Kreuzberg

hinterließ bei Voss und seinen

Mitstreitern nachhaltige Wirkung.

Diese Kombination von Natur und

Kultur in der Stadt begeisterte sie.

„Das muss doch auch

in

Osnabrück funktionieren“.

Um ein Bewusstsein

zu

schaffen für

seltene Gemüsesorten,

Selbstversorgung oder die

Produktion von Gemüse will der Verein

zum Nachdenken anregen: Was wird wo

und wie produziert? Wer verdient daran

und wer trägt die Kosten? Wie kann ich

selbst aktiv an den bestehenden Prozessen

etwas ändern? Große Themen,

denen man aber beim gemeinsamen

Gärtnern ohne große Hemmschwelle

näher kommt. Man tauscht eben nicht

nur Pflanzen sondern auch Meinungen

und Erfahrungen.

Seit 2013 hat TomatOS e.V. seinen eigenen

Gemeinschaftsgarten in der Bramscher

Straße 93-95 (in direkter Nachbarschaft

des Hasefriedhofs) auf dem

Gelände des seit über 135 Jahren hier

angesiedelten Gartenbaubetriebes. Der

Garten fungiert auch als sozialer Ort,

der Menschen unterschiedlichster Kulturen

offen steht, und als Standort für

kulturelle Veranstaltungen.

Im Rahmen des Kultursommers 2015

lädt TomatOS im Anschluss an

die vier „Kulturspaziergänge

auf dem

Hasefriedhof“ von

Juni bis August

zum Kennenlernen

und zur

Besichtigung

des Anbaugeländes

ein. Aber

auch sonst können

Bilder © BUND, TomatOS, Kuhns Garte; Arrosoir, griffe de jardin et transplantoir sur fond blanc 1 © He2, fotolia.com

8


TOPTHEMA

Interessierte jeweils sonntags zwischen

16.00 und 18.00 Uhr oder an Wochentagen

„auf gut Glück“ vorbeischauen.

Gegärtnert wird in einem Gewächshaus

auf Pflanztischen, die in nicht gegeneinander

abgegrenzte Parzellen von 11

qm aufgeteilt sind, im Freilandbereich

auf einer gemeinsam genutzten Fläche

von 70 qm, sowie auf dem Innenhof des

Firmengrundstücks.

Was kostet das

gemeinsame Gärtnern?

Die Regeln beim Gemüseanbau sind auf

ein Minimum reduziert, zum Beispiel

sollte ökologisch gegärtnert werden und

Wasserhähne sind nach Gebrauch zu

schließen. Ansonsten kann jeder machen,

was er will.

Die Pacht (zu zahlen an den Verein

TomatOS, der wiederum die Flächen

von der Eigentümerin Blumen Kersten

gepachtet hat) beläuft sich auf 0,70

Euro pro qm (Gewächshaus) bzw. 0,50

Euro pro qm auf der Freilandfläche -

jeweils inkl. Strom und Wasser. Um

eine Parzelle zu mieten, muss man

Mitglied im Verein sein, kann aber

natürlich auch Bekannte und Freunde

mitbringen.

Die Mitglieder / Pächter sind sowohl Studenten

als auch Familien und Rentner,

Singles genauso wie Paare. Sie kommen

nicht nur aus Osnabrück, sondern auch

aus Belm. Manche nehmen also wirklich

weite Wege auf sich (in der Regel mit dem

Rad), um in „ihren“ Garten zu gelangen.

Manche haben auch einen eigenen Garten

zu Hause, dort sind sie aber alleine

und hier treffen sie immer andere Menschen.

Die Gemeinschaft ist für viele der Mitglieder

ein ganz wesentlicher Aspekt.

Hier lässt sich hervorragend über Kartoffeln,

Salat, Tomaten, Brennesselbrühe,

Aussaattermine und alle anderen

Themen debattieren und natürlich auch

gemeinsam feiern. Man kann Pflanzen

untereinander austauschen, Erfahrungen

teilen und den Garten auch einfach nur

genießen.

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Warum baut jeder

Osnabrücker

Salbei in seinem

Garten an?

Damit er immer ein frisches Salbeiblatt

hat, um sich einen Gin Tonic 49

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Eiswürfel in ein Longdrinkglas

geben. Ein

bis zwei Salbeiblätter

im Glas unterstreichen

das besondere Aroma

des Organic Gin.

9


TOPTHEMA

Bild Cucumber vegetable isolated © Natika, fotolia.com; Figur und Gartendekoration © BUND, TomatOS

Was ist ein

Gurken-Casting?

Das Ziel des Urban Gardening,

die scheinbaren Gegensätze von Stadt

und Natur zusammenzuführen, spiegelt

sich auch im Garten von TomatOS

wider. „Spaten und Smartphone, der

Wunsch nach Bodenständigkeit und

das Bedürfnis nach globaler Vernetzung

gehören für manche unserer Mitglieder

durchaus zusammen“, sagt Voss.

Für August/September plant TomatOS

ein Gurken-Casting, TSDS – TomatOS

sucht die Supergurke. Profi- und Hobbygärtner

aus Osnabrück und Umgebung

sind eingeladen, besonders ausgefallene

Exemplare aus ihrer Gurkenzucht bei

TomatOS zur Begutachtung vorzustellen.

Am Ende werden dann jeweils Preise

für die längste Gurke und diejenige mit

dem originellsten Wuchs und Aussehen

Der Weg in die Gärten

TomatOS e.V.

Kontakt: Ulrich Voss

Telefon: 05 41 / 760 23 75

E-Mail: kontakt@tomatos-ev.de

www.tomatos-ev.de

Weitere interkulturelle Gärten in Osnabrück:

Friedensgarten in der Dodesheide

www.friedensgarten-os.de

Querbeet, Kulturverein Petersburg e.V.

www.querbeet-garten.blogspot.de

In der Initiative „Das offene Gartentor

Osnabrück & Umgebung“ haben sich

50 Gärten zusammengeschlossen

(darunter auch KuhnsGarten):

www.offenes-gartentor-os.de

Kultursommers 2015

Das vollständige Programm:

www.osnabrueck-ist-im-garten.de

vergeben. Mehr

dazu ist auf der Tomat-

OS-Website unter www.tomatos-ev.de

zu erfahren.

Unter den möglichen Einsendern sind

dann vielleicht auch bereits die ersten

selbst geernteten Gurken aus einem

der 40 Mietgärten auf dem Naturhof

Voßgröne in Belm. Dort realisierte das

2009 in Bonn gegründete Unternehmen

„meine ernte“ in diesem Jahr seinen

28. Mietergarten. Der kooperierende

Landwirt bereitet die Gemüsegärten

einschließlich der Einsaaten vor. Die

Mieter übernehmen und hegen, pflegen,

BUND Naturgarten am Gertrudenberg

Veranstaltungen & Öffnungszeiten bei

BUND Kreisgruppe Osnabrück

Telefon: 05 41 / 200 39 77

E-Mail: umweltaktiv.bund@web.de

www.osnabrueck.bund.net

Kleingärtner-Verband

In Osnabrück gibt es sieben Kleingärtner-

Vereine, zusammen geschlossen im Bezirksverband

Osnabrück der Kleingärtner e. V.

Kontakt: Bianca Arnhold,

Telefon: 0 54 06 / 56 07

E-Mail: bezirksverband@kleingarten-os.de

www.kleingarten-os.de

meine ernte GbR

Kontakt: Natalie Kirchbaumer

Telefon: 0 22 8 / 28 61 71 19,

E-Mail: info@meine-ernte.de

www.meine-ernte.de

pflanzen und

ernten bis in den

Herbst. Egal ob spielerisch verträumt,

ökologisch ambitioniert, politisch nachhaltig

oder exotisch bunt; nachrangig

ob es um Kartoffeln, Möhren, Rhododendren,

Taschentuchbäume, Päonien,

Rosen oder Kürbis geht. Längst sind sich

Wissenschaftler einig, Gärtnern macht

glücklich. Und Gärten betrachten auch,

meint Erwin Kuhn. „Wie oft betreten

Besucher mit muffigen, verschlossenen

Gesichtern unseren Garten. Beim

Verlassen strahlen sie über das ganze

Gesicht.“ | YK

Wissen Kompakt

So grün ist Osnabrück

Neben den 210 ha Kleingärten

kommen die Osnabrücker in den

Genuss der ökologischen, sozialen,

klimatischen und ästhetischen

Vorzüge von insgesamt 600 ha

städtischer Grünflächen. Diese bestehen

zu 186 ha aus Grünanlagen,

38 ha sind Kinderspiel- und Bolzplätze,

60 ha Straßengrün, 82 ha

Friedhöfe, 86 ha extensiv genutzte

Flächen sowie 148 ha Forsten. Für

Erhalt und Pflege dieser Anlagen

hat der Osnabrücker ServiceBetrieb.Straßen.Abfall.Grün.

(OSB)

ca. 110 Mitarbeiter im Einsatz.

(www.osnabrueck.de/osb/)

10


Wirtschaftsregion Osnabrück

Viertstärkste

Mittelstandsregion

Deutschlands

lt. WirtschaftsWoche und Deutsche Bank


WIRTSCHAFT & TECHNIK

Diese Frage stellten sich Studierende der Hochschule Osnabrück in einem Semesterprojekt in Zusammenarbeit

mit dem Flughafen Münster/Osnabrück und dem Magazin „Osnabrücker Wissen“. Durch Telefoninterviews

und Umfragen mit der Internetsoftware LimeSurvey wurden Geschäftsreisende, Privatpersonen und Hochschulangehörige

aus der Region Osnabrück und dem näheren Umland zu diesem Thema befragt.

Der Flughafen Münster/Osnabrück

(FMO) wurde 1972 in Greven eröffnet

und ist einer von 21 internationalen Flughäfen

in Deutschland. Die wichtigsten

Gesellschafter sind die Städte Münster,

Osnabrück und der Kreis Steinfurt. Aufgrund

seiner zentralen Lage verfügt der

Flughafen über ein beträchtliches Einzugsgebiet

von ca. 5 Millionen Menschen.

Wegen der großen Konkurrenz auf der

Ebene der Low-Cost-Airlines (Ryan

Air oder easyJet) an umliegenden Flughäfen

haben sich die Gesellschafter dazu

André Heinemann und Markus Gertken (FMO, Bildmitte) bei der Abschlusspräsentation an der Hochschule Osnabrück

entschieden, sich vermehrt auch auf

Linienflüge und „normale“ Touristik zu

spezialisieren und den Flughafen dementsprechend

strategisch auszurichten.

Die Privatpersonen sowie die Angehörigen

verschiedener Hochschulen (Studierende,

Dozenten und Mitarbeiter)

waren ideal über Social Media-Plattformen

zu erreichen. So nahmen insgesamt

516 Personen aus beiden Zielgruppen an

der Umfrage teil. Besonders wichtig war

ihnen, dass es neben schnellen Prozessabläufen

bzw. kurzen Laufwegen ein ansprechendes

Streckenangebot, geringe

Flugpreise und günstige Parkmöglichkeiten

am Flughafen gibt.

Seitens des Flughafens sind die Wünsche

der Hochschulen und Privatpersonen

nicht immer leicht zu realisieren, da viele

der genannten Aspekte in der Hand der

12


WIRTSCHAFT & TECHNIK

Flughafenbilder: © FMO, Gruppenbild © Ann-Katrin Roobrok

Airlines liegen und diese sich nur schwer

in ihr Geschäft „reinreden“ lassen.

Dennoch versucht der FMO, den Kundenwünschen

weitestgehend gerecht zu

werden, indem man die Airlines darauf

hinweist, dass durch verbesserte Abflugzeiten

und verschiedene Destinationen

mehr Fluggäste an den Flughafen

gelockt und die Anzahl der Passagiere

gesteigert werden könnte.

Eine große Zielgruppe des FMO

sind die Geschäftsreisenden. Mittels

Telefoninterviews konnten 81 Unternehmen

aus der Region mit durchschnittlich

452 Mitarbeitern zu ihren

Reisetätigkeiten befragt werden. Die

Ergebnisse freuten FMO-Marketingleiter

Andrés Heinemann und seinen

Kollegen Markus Gertken aus dem

Controlling des Flughafens, die an

der Abschlusspräsentation der Studie

in der Hochschule Osnabrück teilnahmen:

Aus der Umfrage ging hervor, dass

die befragten Unternehmen den FMO

deutlich auf Platz 1 (83%), gefolgt von

Düsseldorf (69% und Hannover (46%)

priorisiert nutzen (siehe Grafik unten).

Bei der Studie kam auch heraus, dass

sich die Unternehmen teilweise bessere

Flugzeiten wünschen und ein großes

Interesse an noch höheren Frequenzen

ankommender sowie abgehender Flüge

herrscht. Außerdem besteht eine Nachfrage

an weiteren Nonstop-Verbindungnen

zu Zielen wie zum Beispiel Berlin.

den letzten

Jahren ist der FMO in der Region stark

verankert und in den Köpfen der Menschen

präsent. Dennoch möchte der

Flughafen mit mehr Werbung innerhalb

von sozialen Netzwerken wie Facebook

einen höheren Bekanntheitsgrad erlangen,

um so mehr Fluggäste zu akquirieren.

Durch die angekündigten

Ausweitungen des Streckennetzes mit

Fluggesellschaften wie zum Beispiel

Germania oder Turkish Airlines gewinnt

der FMO zunehmend an Attraktivität.

Dabei gilt wohl: je mehr Personen

sich für einen Flug vom FMO entscheiden,

desto besser wird das Angebot des

Flughafens langfristig werden. | VZ

Wissen Kompakt

Was ist der Drei-Letter-Code?

Der Drei-Letter-Code wird in der

Luftfahrt und zum Teil in der Logistik

dafür genutzt, die verschiedenen

Standorte von Flughäfen und

Städten auf der Welt auseinanderzuhalten.

Je nach Schreibweise

variieren die Codes in den drei

Buchstaben. Der Drei-Letter-Code

für den Flughafen Münster/Osnabrück

lautet „FMO“.

90 %

83 %

80 %

70 %

60 %

50 %

69 %

46 %

Befragt wurden 81 Unternehmen aus

Osnabrück Stadt und Landkreis

Mehrfachnennungen waren möglich

Stand: 31.05.2015

40 %

30 %

20 %

19 % 19 %

10 %

10 %

7 % 6 %

0 %

FMO

Düsseldorf Hannover

Bremen

Frankfurt

Dortmund

Hamburg

München

13


WIRTSCHAFT & TECHNIK

Wen sollte ein Kübel retten?

Zum vierten Mal gewährt „Osnabrücker Wissen“ Einblicke in das umfangreiche, aber kaum bekannte

Depot des Museums Industriekultur. Diesmal geht es um eine Sicherheitsmaßnahme, die nicht eben

vertrauenerweckend anmutet.

Zum Schutze der Bevölkerung

im Zweiten Weltkrieg wurden

auch in Osnabrück

direkt nach Kriegsbeginn

1939 Vorkehrungen

getroffen. Das Ausheben

von Splitter- und

Deckungsgräben

zählte ebenso dazu

wie die Einrichtung

von Luftschutzräumen

in den Kellern

der Wohngebäude.

Nach den

ersten schweren

Luftangriffen des

Jahres 1942 und

der Erkenntnis,

dass diese Maßnahmen

allein

nicht ausreichen

würden, begann

man zusätzlich mit

dem Bau von Bunkern

und Stollen. Auch

die Industriebetriebe,

in den folgenden Jahren

vornehmlich Ziele der alliierten

Bomber, legten in großem Stile

Bunkeranlagen an.

Für die Beschäftigten in der Steinindustrie

und für die Bevölkerung

am Piesberg wurde ein Teil des

Hasestollens (der Bereich zwischen

dem Mundloch und dem Haseschacht)

zum Luftschutzstollen ausgebaut.

Direkt hinter dem Mundloch wurden

versetzt hintereinander Splitterschutzwände

aufgemauert, die

die Aufgabe hatten, im Falle eines

Bombeneinschlages die Wirkung der

Druckwelle zu minimieren. An den

Wänden des Stollens wurden hölzerne

Sitzbretter angebracht.

Unter dem Haseschachtgebäude, in

unmittelbarer Nähe des Schachtes,

stellte man eine Haspelanlage auf, mit

deren Hilfe der hier zu sehende eiserne

Kübel auf- und abbewegt werden

konnte. Eingerichtet für den Fall, dass

durch Einwirkung einer Bombe oder

Luftmine der Eingang am Mundloch

verschüttet worden wäre. Eingeschlossene

Personen hätte man die

30 Meter Höhe, die der Besucher heute

mit dem Fahrstuhl überwindet, in

diesem Provisorium heraufgezogen.

Dieser schlichte, nichtsdestoweniger

eindringliche Zeuge der jüngeren Geschichte

ist im Zuge der Freilegung

des Stollens – „konserviert“ durch

den dort befindlichen Schlamm – im

wahrsten Wortsinn ans Tageslicht gefördert

worden. Bei dem Kübel handelt

es sich vermutlich um den Teil eines

ehemaligen Dampfkessels, der für

diesen Zweck umgebaut wurde. Wie

häufig bzw. ob das Objekt überhaupt

zum Einsatz kam, ist nicht bekannt.

Die am Stadtrand gelegene Steinindustrie

war von alliierten Bombenangriffen

weit weniger betroffen als die

Industriebetriebe in der Stadt Osnabrück

und deren Wohnviertel. | BK

MUSEUM

INDUSTRIEKULTUR

OSNABRÜCK

Fotos © Museum Industriekultur Osnabrück

14


Wie wird ein Straßenverkäufer zum

Marktführer in Europa?

In einem Ortsteil der Gemeinde Ostercappeln befindet sich das

einzige „Waffeldorf“ Deutschlands. Die dort ansässige Waffelfabrik

Meyer zu Venne ist von einer kleinen Manufaktur mit Straßenverkauf

zum europäischen Marktführer in Sachen Waffeln geworden.

WIRTSCHAFT & TECHNIK

Bilder © Waffelfabrik Meyer zu Venne

Wohin geht der Waffeltrend?

Der Sommer macht Lust auf Eis – und die

passenden Waffeln. Formen, Farben und

Geschmacksrichtungen sind dabei keine

Grenzen gesetzt, wie ein Besuch der Waffelfabrik

Meyer zu Venne zeigt. Das Unternehmen

produziert neben dem klassischen

Eishörnchen alle nur erdenklichen Variationen:

von Zuckerwaffeln über Waffelbecher

bis hin zu Dekor- und Schokowaffeln.

Mit jährlich über zehn Neuentwicklungen

setzt das Unternehmen immer wieder

innovative Akzente in der Waffelwelt

und schafft es so, seine Vorreiterrolle in

Europa zu verteidigen. „Aktuell geht der

Trend ganz klar zu mehr Knusprigkeit in

der Waffel“, erläutert Meyer zu Venne

jun. Eine der neuesten Kreationen ist ein

„Waffel-Crunch“, das beispielsweise aufs

Eis gestreut werden kann.

Das in der dritten Generation geführte

Familienunternehmen hat seine Ursprünge

kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. 1949

schlug Wilhelm Meyer zu Venne sen.,

Großvater von Wilhelm Meyer zu Venne

jun., neue Wege ein. Anders als seine

Vorfahren, die sich traditionell der Landwirtschaft

widmeten, begann er mit seiner

Frau Gertrud im eigenen Haus handgefertigte

Waffeln zu verkaufen.

Anfangs wurde der Teig per Hand gerührt

und mit einem Waffeleisen geformt, bis in

den 60er Jahren die erste vollautomatische

Backanlage zum Einsatz kam. Inzwischen

findet die Produktion, abgesehen vom Einpacken,

maschinell statt. Heute arbeiten bei

Waffel-Meyer über 150 Mitarbeiter, 40 Maschinen

sind rund um die Uhr im Einsatz

und jährlich werden rund 2,9 Milliarden

Waffeln produziert. Seit 2003 exportiert die

Waffelfabrik überdies verschiedenste Waffelkreationen

in fast jeden Winkel der Erde.

Wie viele Haushalte werden mit

der Waffelfabrik beheizt?

Schon der Name der Meyer zu Venne verdeutlicht

die Generationen überdauernde,

enge Verbundenheit mit der kleinen 3.000

Einwohner zählenden Ortschaft in der Gemeinde

Ostercappeln. So achtet das bodenständige

Unternehmen bei der Herstellung

der Waffeln auf nachhaltige Produktionsverfahren

und den Einsatz zertifizierter

Rohstoffe. Das neueste Nachhaltigkeitsprojekt

ist die Nutzung der Abwärme aus

der Backstraße für Warmwasser und Heizungswärme

von bis zu 350 anliegenden

Haushalten. „Wir sind sehr froh darüber,

hier in Venne ein Nahwärmenetz einrichten

zu können“, freut sich Meyer zu Venne

über den Beginn des Bauprojektes.

Wo gibt es Waffeleisen

mit Panda-Bären?

Ein Besuch im angegliederten Waffelmuseum

lohnt sich. In dem Gebäude, in dem

einst die Großeltern das Waffelbacken und

den Verkauf begannen, hat inzwischen

eine Ausstellung Platz gefunden. Wissenswertes

erfährt man hier über die Geschichte

der Fabrik und die Entwicklung

der Waffelproduktion. Die Betreiberin des

Museums ist Wilhelms Schwester,

Carolin Meyer zu Venne.

Sie bemerkt mit Blick

auf den großen Fundus

des Museums: „Wir

sind sehr stolz auf die

über 500 Exponate

aus der ganzen

Welt.“ Man

freue sich

über jeden

einzelnen

Besucher, der den Weg in ihr

„Waffeldorf“ findet, sagt sie.

Nach Carolin Meyer zu Vennes

Angaben handelt es sich

um die größte Backeisensammlung

der Welt. Neben

den hierzulande bekannten

alten, gusseisernen Formen

sind auch spektakuläre

Ausstellungsstücke zu finden,

etwa Waffeleisen mit

Pandabären und Koi-Karpfen aus China.

Historisch besonders interessant sind die

Eisen aus dem 16. Jahrhundert, die für die

Oblaten-Produktion in spanischen Klöstern

eingesetzt wurden. In einem Film informiert

das Museum über die Produktion

in der Fabrik von Waffel-Meyer.

Alle Waffelliebhaber und solche, die es

noch werden wollen, haben außerdem

die Chance, im Verkaufsraum eine Riesenauswahl

an fabrikfrischen Waffeln

und Gebäck zu erwerben und sich für den

Rückweg mit heißem Kaffee und frisch

gebackenen Waffeln zu stärken. Einziger

Wermutstropfen: handgefertigtes Eis gibt

es vor Ort leider keines zu den leckeren

Waffeln. | TR

» www.waffel-meyer.com


Mit dem neuen Lexus-Forum in Osnabrück setzt Auto Weller Maßstäbe.

Und das nicht nur im Hinblick auf Architektur und Ausstattung, sondern

auch beim außergewöhnlichen Servicekonzept.

Als Vorbild des edlen, 2.500 m 2 großen

Lexus-Areals diente der Lifestyle-Store

„Lexus Intersect“ mit Premium-Erlebniswelt

in Tokio. Das Osnabrücker Gebäude

ist der europaweit erste Showroom seiner

Art und fungiert als Muster für zukünftige

Häuser im neuen Lexus-Erscheinungsbild.

Die Philosophie des Forums kommt

ebenfalls aus Japan und basiert auf der vielschichtigen

Idee des „Omotenashi“.

Wie funktioniert おもてなし?

Die japanische Sprache kennt kaum einen

Unterschied zwischen den Begriffen „Gast“

und „Kunde“. Omotenashi (おもてなし)

bedeutet mehr als bloße Gastfreundschaft,

geht aber auch weit über die Vorstellung einer

positiven Beziehung zwischen Dienstleistern

und Kunden hinaus. Denn dass

sich Gastgeber und Gast mit Respekt und

gegenseitiger Anerkennung begegnen,

wird ohnehin vorausgesetzt.

Wer sich dem Omotenashi verpflichtet

fühlt, will für seine Gäste eine besondere

Atmosphäre schaffen – zunächst ganz

unabhängig von der Erwartung oder gar

dem Wert einer Gegenleistung. Es geht

vielmehr darum, die individuellen Wünsche

des Gastes vorauszusehen und seinen

Besuch zu einem unverwechselbaren Erlebnis

zu machen, das ihm nachhaltig in

Erinnerung bleibt. Um dieses Ziel zu erreichen,

ist eine perfekte Inszenierung nötig,

die alle Details bis hin zur Gestik und Mimik

des Servicepersonals umfasst. Im besten

Fall übertrifft der Gastgeber am Ende

sogar die Erwartungen seines Gastes, ohne

dass dieser alle seine Wünsche explizit

äußern musste.

Was bietet die neue Erlebniswelt?

Direkt beim Empfang des neuen Lexus-Forums

Osnabrück nimmt der Gast einen

angenehmen Duft von Zedernholz wahr.

Das Interieur besticht durch edles Design

in Silber/Schwarz (dem neuen Lexus-

Erscheingsbild) statt der früheren Goldund

Holzoptiken in bisherigen Foren. Die

Wartelounge, Besprechungsräume und

das hintere Event-Areal warten nicht nur

mit Designermöbeln, sondern auch mit

Serviceangeboten wie etwa Ladestationen

für Smartphones auf.

Der knapp 1.000 m 2 große Neubau, in

den rund 2,5 Millionen Euro investiert

wurden, bietet eine große Verkaufs- und

Ausstellungsfläche, um die wachsende

Lexus-Modellpalette in Szene zu setzen

– unterstützt durch modernste Technik.

Auf einer imposanten Videowand aus vier

55-Zoll-Flatscreens können die Image-

Filme jederzeit unterbrochen werden, um

einen individuellen Fahrzeug-Konfigurator

zu starten. Bei der Übergabe eines

neuen Fahrzeugs wartet auf die Kunden

ein Auslieferungserlebnis der besonderen

Art.

Viel Platz bietet darüber hinaus der Eventbereich,

der mit eigener Showküche den

stimmungsvollen Rahmen für regelmäßige

Veranstaltungen bietet. In absehbarer

Zeit wird das Forum auch Massagen oder

Frisörbesuche anbieten, um eventuelle

Wartezeiten angenehm zu verkürzen. Alternativ

können sich Besucher im eigens

angelegten Japanischen Garten mit Teehaus

und einer Größe von 450 m 2 fernab

der Autolandschaft entspannen.

Schon bald soll das bestehende Team um

weitere Kolleginnen und Kollegen verstärkt

werden, um die Umsetzung des

„Omotenashi“ zu perfektionieren und sich

stets um das Wohl der Weller-Kunden zu

kümmern. | StB

Bilder: © Trancerapid Photography, Sören Münzer


WIRTSCHAFT & TECHNIK

Drei Fragen ...

... an Geschäftsleiter Andreas Stege

Wann kam es zur Idee des Lexus-Forums?

Auf einem Japanbesuch 2013 im „Lexus-Intersect-Store“

in Tokio. Nach einigen Überlegungen, unseren vorherigen

Lexus-Bereich im Weller-Haupthaus zu modernisieren,

fiel die Entscheidung für einen kompletten Neubau.

Warum gerade in Osnabrück?

Osnabrück ist die Keimzelle von Auto Weller. Gerade hier

möchten wir immer wieder neue Impulse setzen, die große

Nachhaltigkeit und Signalwirkung für unsere Premiummarke

haben, aber auch für unsere Heimatstadt selbst.

Was sind Ihre Ziele für die Zukunft?

Zunächst sind wir stolz, unseren Kunden etwas bislang

Einzigartiges in Deutschland präsentieren zu dürfen. Wir

hoffen natürlich, uns vom Premiumwettbewerb über das

Fahrzeug hinaus deutlich absetzen zu können und unsere

Verkaufszahlen weiter zu steigern. Die nun vorhandene

Infrastruktur werden wir in Form besonderer Events nutzen

und wollen das Forum als Publikumsmagneten etablieren.

Von japanischen Teezeremonien über Kochkurse,

Konzerte und Kunstausstellungen bis hin zu Fotoshootings

ist da bereits einiges in Planung …

Wissen Kompakt

Die Marke Lexus

„Lexus“ ist die Premium-Marke des

japanischen Automobilherstellers

Toyota und ein Kunstwort, mit

dem der luxuriöse Fahrzeugcharakter

assoziiert werden soll. Der

Markteinstieg in Europa erfolgte

im Sommer 1990. Als erster Hersteller

im Premiumsegment bot

Lexus auch Modelle mit Hybridantrieb

an. Von den im Jahr 2014

weltweit 584.000 verkauften Neuwagen

wurden knapp 10% in Europa

abgesetzt, fast 6.000 Fahrzeuge

mehr als im Heimatland. Über die

Hälfte der Produktion wurde nach

Nordamerika exportiert.

17


WIRTSCHAFT & TECHNIK

Jeder weiß, dass Hygieneartikel oder Textilien nicht in die Toilette gehören.

Aber nicht alle halten sich daran. „Von Windeln über Synthetik-

Tücher bis hin zu Schafswolle, Kanthölzern und Europaletten haben

wir schon fast alles in den Kanälen gefunden“, erzählt Josef Langelage,

Leiter der Kanalreinigung bei den Stadtwerken Osnabrück. Dabei

belasten die unsachgemäß entsorgten Materialien nicht nur die Umwelt,

sondern erfordern sowohl in den Kanälen als auch in den Pumpwerken

und im Klärwerk einen erhöhten Reinigungs- und Reparaturbedarf.

Bilder: © Stadtwerke Osnabrück

Um Verstopfungen und üblen Gerüchen

vorzubeugen, werden Schmutz- und

Regenwasserkanäle deshalb regelmäßig

von speziellen Spülwagen gereinigt. Das

Kanalnetz in Osnabrück hat eine Länge

von mehr als 1.100 Kilometern – das

bedeutet jede Menge Arbeit. An einzelnen

Stellen setzt sich erfahrungsgemäß

immer wieder Sand und Schmutz ab.

Der Reinigungsrhythmus wird hier bedarfsorientiert

geplant – aufgrund von

Erfahrungen der Kanalunterhalter werden

die Rhythmen festgelegt. Sie reichen

von mehrmals im Jahr bis hin zu 1-mal

in 5 Jahren.

Die Abwasserkanäle werden mithilfe

der sogenannten Wasserrückgewinner

gereinigt. Die Reinigung erfolgt mit

Hochdruck und speziellen Spüldüsen,

die auf den jeweiligen Kanal abgestimmt

sind. Damit

der Einsatz

nicht durch

Fahrzeughöhe 3,50 m - 3,60 m

Gesamtgewicht 26.000 kg

Fahrten zum Wasserholen unterbrochen

wird, kommt die Technik der Wasserrückgewinnung

zum Einsatz – daher

auch der Fahrzeugname: Das Wasser

wird mitsamt der Verunreinigungen mit

dem Spülschlauch zum Kanal zurückgezogen.

Dort wird es mit dem Saugrüssel

in den Fahrzeugaufbau gesaugt. Im Kessel

wird es gereinigt: Der Schmutz bleibt

im Kessel, das gereinigte Wasser kommt

wieder zum Spüleinsatz. Der Kanalreinigungsrückstand

wird am Schichtende

im Klärwerk Eversburg in die Kanalsandannahme

entleert. Dort erfolgt

dann die Restbehandlung.

Häufig müssen Kanalreinigungen

nachts erfolgen. Das hat zwei zentrale

Gründe: Zum einen soll

es an den vielbefahrenen

Straßen Osnabrücks tagsüber

nicht zu Verkehrseinschränkungen

durch die großen Spülwagen kommen.

Der Zugang zu den Kanälen, sogenannte

Schächte, liegen häufig zentral mitten

auf Straße oder an Kreuzungen. Zum

anderen befindet sich nachts weniger

Abwasser in den Kanälen, da kaum

Wasser verbraucht wird. Das erleichtert

und beschleunigt die Reinigungsarbeiten

enorm. Manche Kanäle können aus

hydraulischen Gründen überhaupt nur

in der Nacht gereinigt und untersucht

werden. | RED

Wissen Kompakt

Osnabrück von unten

Spannende Einsichten in die Welt

unter unseren Füßen eröffnet die

nächste Ausgabe von „Osnabrücker

Wissen“, in der wir uns mit vielen

weiteren interessanten Fragen

rund um die Kanalisation beschäftigen.

Online unter der Adresse

www.osnabruecker-wissen.de

können Sie diese und weitere Ausgaben

unseres Magazins kostenlos

abonnieren.

Fahrzeughöhe 3,50 m - 3,60 m

Gesamtgewicht 26.000 kg

Fahrzeuglänge 10 bis 11 m

Fahrzeughöhe 3,50 m - 3,60 m

Fahrzeugleistung 400 bis 440 PS

Gesamtgewicht 26.000 kg

Behältergröße 12.000 l

Fahrzeuglänge 10 bis 11 m

Schlauchlänge 200 bis 240 m

Fahrzeugleistung 400 bis 440 PS

Literleistung max. 340l/min

Behältergröße 12.000 l

Fahrzeuglänge 10 bis 11 m

Fahrzeugleistung 400 bis 440 PS

Behältergröße 12.000 l

Schlauchlänge 200 bis 240 m

Literleistung max. 340l/min

Saugtiefe bis zu 10 m

Pumpen

200 bis 240 m

Spülpumpe,

Vakuumpumpe,

Schmutzwasserpumpe

19


HOCHSCHULE & KARRIERE

Wie NACHHALTIG ist die Hochschule?

„Schlage nur so viel Holz, wie der Wald verkraften kann! So viel Holz, wie nachwachsen

kann!“, formulierte bereits 1713 der sächsische Berghauptmann Hans-Carl von Carlowitz.

Er gilt damit als Begründer des Nachhaltigkeitsprinzips.

Im 18. Jahrhundert galt die Knappheit

der Ressource Holz als eines der akuten

Probleme der Zeit. Sie resultierte aus

jahrhunderterlanger Übernutzung der

Wälder und zunehmender Umwandlung

zu Äckern und Wiesen. Von Carlowitz

kritisierte vor allem das kurzfristige

Denken der Menschen, die sich einen

schnellen Gewinn erhofften, langfristige

Folgen jedoch nicht einkalkulierten. Er

formulierte den Gedanken, respektvoll

und pfleglich mit der Natur und ihren

Rohstoffen umzugehen, damit eine dauerhafte

Nutzung möglich sei.

Seitdem hat sich viel getan: Von Carlowitz’

Prinzip der Forstwirtschaft ist 300

Jahre später in der Mitte der Gesellschaft

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angekommen, die UN bezeichnet Nachhaltigkeit

gar als „Chance Nummer eins

für das 21. Jahrhundert“.

Diese Chance will auch die Hochschule

Osnabrück nicht ungenutzt lassen: Ziel

ist es, nachfolgende Generationen mit

dem Konzept vertraut zu machen und es

in den Alltag von Studierenden und Mitarbeitern

der Hochschule einzubinden.

Aus diesem Grund wurde zur nachhaltigen

Ausrichtung und Positionierung der

Hochschule ein Strategiebildungsprozess

initiiert. Weiterhin hat sich im Jahr

2011 der Arbeitskreis für Nachhaltige

Entwicklung gebildet. Für Mike Voss,

den Vorsitzenden des Arbeitskreises, ist

Nachhaltigkeit die „Gestaltung sozialer,

ökonomischer, ökologischer und persönlicher

Begebenheiten und Aktivitäten

in einer Art und Weise, dass nachfolgende

Generationen ein gutes Leben

führen können“. Voss ist der Meinung,

dass Hochschulbildung neben reiner

Wissensvermittlung auch Bewusstseinsund

Persönlichkeitsentwicklung ermöglichen

soll.

Diesem Aspekt wird an der Hochschule

bereits vermehrt Beachtung geschenkt.

Offene Yoga- und Meditationszeiten,

sowie große Sitzkissen in der Studierendenlandschaft

ermöglichen Studierenden

und Hochschulmitarbeitern kurze

Auszeiten während des Tages und fördern

so einen achtsamen Umgang mit

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20


HOCHSCHULE & KARRIERE

Bild: Hochschule Osnabrück, © Bettina Meckel

sich selbst. Ein weiteres zentrales Thema

ist die Verbesserung der Studien- und

Lehrbedingungen der Hochschule, der

sich das LearningCenter gewidmet hat.

Seit dem Jahr 2012 werden im Rahmen

des Projekts „Voneinander lernen lernen“

Kompetenzen Studierender zum

lebenslangen lernen gefördert. „Die Arbeit

in Projekten ist dafür eine wichtige

Lernform, die eigenständiges Arbeiten

sowie das Lernen im Team fördert und

gleichzeitig auf die Arbeitswelt vorbereitet“,

erklärt Marek Löhr, Mitarbeiter im

Projektbüro des LearningCenters. Zu

den Kernaufgaben gehört auch die Vermittlung

eines sozial verantwortungsvollen

und nachhaltigen Umgangs mit

anderen und sich selbst. Deshalb gibt es

neben studienbezogenen Angeboten,

wie der Unterstützung bei wissenschaftlichem

Arbeiten auch kostenlose Kurse

zur Stressbewältigung oder zum rückenfreundlichen

Studieren.

Doch auch unter ökologischen Gesichtspunkten

betrachtet, ist die Hochschule

bemüht nachhaltig zu handeln. Nicht nur

im neuen Maser-Studiengang „Erneuerbare

Energien“, der im Wintersemester

15/16 startet. So wird bereits regenerative

Energie genutzt, um den Campus

am Standort Westerberg zu versorgen.

Auch Sparaufsätze auf Wasserhähnen,

konsequente Mülltrennung und Bewegungsmelder

in den Gebäuden, so wie die

hochschulweite Einführung von Recycling-Papier

führen zu einer verringerten

Umweltbelastung.

Auch dem Studentenwerk Osnabrück ist

es als Betreiber mehrerer Mensen und

Cafeterien ein großes Anliegen, sowohl

ökonomisch, als auch ökologisch nachhaltig

zu handeln, wie die Abteilungsleiterin

Annelen Trost erklärt. Kompostierbare

Plastikgetränkebecher aus Maisstärke,

gemäßigter Fleischkonsum durch einen

wöchentlichen Veggie-Day, sowie die

Verarbeitung von regionalen Bioprodukten

in den familiengerechten und barrierefreien

Mensen sind nur einige Aspekte

im Hochschulalltag.

Besonders wichtig ist auch der 10ct.-Rabatt

auf Heißgetränke in mitgebrachten

Mehrwegbechern. Dadurch reduziert

sich nicht nur der durch To-Go-Becher

produzierte Müll. Studierende, sowie

Mitarbeiter profitieren vom vergünstigten

Koffein-Schub und können sich voller

Energie bevorstehenden Verpflichtungen

widmen und gleichzeitig ein Zeichen für

Nachhaltigkeit setzen. | MA

WISSEN KOMPAKT

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit gilt als Leitbild für eine

zukunftsfähige, nachhaltige Entwicklung

der Menschheit. Die gängigste

Definition ist im Brundlandt-Bericht

von 1987 zu finden. Demzufolge sei

eine Entwicklung nachhaltig, wenn sie

den Bedürfnissen der heutigen Generation

entspräche, ohne die Möglichkeit

der nachfolgenden Generation

zu gefährden, eigene Bedürfnisse

zu befriedigen und ihren Lebensstil

zu wählen. Der Verdeutlichung der angestrebten

Ziele dient das 3-Säulenmodell

oder Nachhaltigkeitsdreieck.

Soziale, ökologische und ökonomische

Ziele müssten demnach gleichermaßen

berücksichtigt werden, um

Nachhaltigkeit zu erreichen.

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21


HOCHSCHULE & KARRIERE

Wie funktioniert

modernes Projekt-

Management?

TEIL 3: PROJEKTPLANUNG & DURCHFÜHRUNG

In der letzten Ausgabe wurden die ersten zwei Projektmanagementphasen

(Orientierung und Zielsetzung) erklärt. Diesmal geht es um die dritte und vierte Phase.

Wie kommen wir ans Ziel?

Die dritte Phase ist die Projektplanungsphase.

Hier fragt man: Wie kommen wir

ans Ziel? Welche Schritte sind zu tun?

Diese Phase dient der systematischen

und strategischen Planung des Projektverlaufs.

Notwendige Handlungsschritte

werden gedanklich vorab durchgespielt

unter der Fragestellung, was zu tun ist,

welche Reihenfolge einzuhalten ist, mit

welchen Ereignissen zu rechnen ist, wie

auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren

ist und was bis wann fertiggestellt

sein muss. Das Ziel dieser Phase

ist, realistische Sollvorgaben hinsichtlich

Arbeitsleistung, Zeitablauf und Ressourceneinsatz

für die Durchführungsphase

zu schaffen.

Es werden strategische Überlegungen

zum Einsatz von Personal, der Bildung

von Arbeitspaketen und Teilprojekten

angestellt. In der Projektplanungsphase

wird die verbindliche Basis für die spätere

Kontrolle des Projektfortschritts

(Projektsteuerung) festgelegt. Bei der

Planung von Projekten und Einzelschritten

sind die Einschätzung der

zeitlichen Dauer und die Organisation

sinnvoller Abläufe und Abhängigkeiten

wesentlich. Insbesondere durch das Erlernen

und Anwenden von Zeitmanagement-Methoden

können Arbeitsschritte

optimiert und Entscheidungsprozesse

beschleunigt werden. Checklisten helfen,

um Einflussgrößen auf den Projektverlauf,

Risiken und Abhängigkeiten zu

erkennen und zu berücksichtigen.

Beispiel:

Bei einer Badrenovierung muss man die

Räumlichkeit ausmessen, Zeichnungen

anfertigen, Sanitäreinrichtungen nach

Prospekten aussuchen, Maße eintragen,

Skizzen für die Ausstattungsobjekte und

die Lage der Lampen erstellen, Quadratmeter

für die Fliesen ausrechnen,

Bestellungen aufgeben, Liefertermine

vereinbaren, usw. Der Einsatz von Mitarbeitern

und Helfern muss sorgfältig

und vorausschauend geplant werden.

Nach abgeschlossener Planung folgt die

Durchführung.

Wie funktioniert die

Anwendung?

Die vierte Phase ist die Durchführungsphase.

Hier müssen Maßstäbe festgelegt

und kontrolliert werden. Kommunikation

muss geübt und Konflikte müssen gelöst

werden. Die Arbeitsschritte und der

Bilder: Fernglas, Büroklammern, Bleistift Schnipsel: fotolia.com

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22


Anzeigensonderteil

HOCHSCHULE & KARRIERE

Zeitplan aus der Projektplanungsphase

werden angewandt. Die Arbeitsschritte

werden diszipliniert verfolgt, wobei eine

gewisse Flexibilität im Zeitplan zulässig

und bereits eingeplant ist. Anhand des

Projektablaufplans werden die Umsetzung

der geplanten Handlungsschritte

und die Einhaltung der Zeit- und Mittelvorgaben

ständig kontrolliert.

Sollten sich Änderungen als notwendig

ergeben, sind diese in die Projektplanung

einzuarbeiten. Die Projektleitung

hat die Aufgabe, alle Einzelschritte des

Projektes zu koordinieren und für Feedback

zwischen den Beteiligten zu sorgen.

Die Bereitstellung aller benötigten Ressourcen,

Materialien und Dienstleistungen

ist sicherzustellen. Der Einsatz von

Maßnahmen und Verhaltensweisen zum

Umgang mit Konfliktsituationen soll

erlernt und angewandt werden.

Beispiel:

Bei der Badrenovierung muss kontrolliert

werden, ob alles nach Plan läuft oder

ob sich etwas ergeben hat, was das Abweichen

vom geplanten Ablauf verlangt.

Das kommt vor, wenn z.B. einige Komponenten

der Badezimmerausstattung

zu spät bestellt werden oder eine lange

Lieferzeit haben. Auch unerwartete Probleme

wie ein veraltetes Abwassersystem

können zu zusätzlichen Problemen führen,

für die schnelle Lösungen gefunden

werden müssen.

Wenn Abweichungen notwendig werden,

muss man versuchen so schnell wie

möglich zum geplanten Projektverlauf

zurückzukehren, damit unnötige Zeitund

Geldverschwendungen vermieden

werden können.

Als fünfte und sechste Phasen folgen

das Nacharbeiten und die Rückschau.

Diese Phasen werden in der nächsten

Ausgabe erläutert. | AJM

Wer bietet kurzfristig Arbeitsraum?

Gerade Gründer suchen zum Start oder für eine überschaubare Zeit einen

Arbeitsplatz mit moderner Infrastruktur, aber nicht gleich ein eigenes Büro.

Das InnovationsCentrum Osnabrück stellt mit dem ICO-Coworking Raum für

Freelancer aus der IT- und Kreativbranche als Team oder Einzelpersonen, die an

Projektideen arbeiten und / oder eine Gründung vorbereiten.

Wie funktioniert Coworking?

Auf ca. 120 m² bietet das ICO 18 Arbeitsplätze

für einen Tag, eine Woche oder

direkt für mehrere Monate an. Ein Tagesticket

ist für Start-ups bereits für 10 Euro

zu haben. Das ICO-Coworking besteht aus

zwei Bereichen - zwölf Arbeitsplätze laden

zu Kommunikation und Austausch ein, im

zweiten Teil ist ein Rückzug und ruhiges

Arbeiten ohne Telefon / Handy möglich.

Was bietet das ICO Coworkern?

Zur modernen Infrastruktur gehören

W-LAN, Schränke für eigene Utensilien,

Parkmöglichkeiten, ICO-Coffee-Point und

die Teeküche. Darüber hinaus finden die

Coworker vor Ort persönliche Beratung

und Literatur zu Themen wie Gründung,

Technologieentwicklung oder Innovation.

Was sagen die Nutzer?

Seit März 2014 beherbergt das ICO im Coworking

Web- und Softwareentwickler,

Texter oder Coaches. Frank Lenz, Vertriebler

für ERP-Produkte berichtet: „Der

Coworking-Bereich ist ein bunter Haufen.

Durch die Kontakte vor Ort kooperiere ich

mittlerweile mit dem Start-up Softwarehaus

meta-objects.NET aus dem ICO im

Vertriebsbereich.“ Auch Andreas Strumpler,

Berater für Biogasanlagen, ist ICO-Coworker

und zieht ein positives Fazit: „Da ich

bundesweit bei Kunden tätig bin, schätze

ich vor allem die Flexibilität des Coworkings

und nutze bei niedrigen Kosten im Start-up-

Tarif eine hochmoderne Arbeitsumgebung,

die mich einfach inspiriert.“ | StB

Wer berät und hilft weiter?

Thomas Büdden (Leitung), per E-Mail:

buedden@innovationscentrum-osnabrueck.de

oder Telefon: 0541 / 202 80 0

WISSEN KOMPAKT

Coworking-Trend

In Deutschland gibt es derzeit ungefähr

230 Coworking-Angebote, Tendenz

steigend.

In einer Studie von Deskmag kam heraus,

dass etwa 40% der Coworker seit

ihrer Arbeit in einem Coworking Space

ein höheres Einkommen erzielen.

Neben den geringen Kosten, die weit

unter den üblichen Fixkosten für

einen Arbeitsplatz in klassischen Büros

liegen, motiviert auch der Ideenaustausch

und das Netzwerken viele Nutzer.

Bilder: Grafik & Vögel © ICO

23


..

NEUEroffnung

August 2015

Nostalgische Zeitreise.

Stilvolles Design verbunden mit privater Atmosphäre.

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Wer tourt durch Osnabrück?

STADT- & LANDGESCHICHTEN

Seit 2010 sind sie aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken: Linienbusse aus vergangenen Jahrzehnten

fahren am Wochenende durch die Straßen Osnabrücks. Wer in einem der liebevoll restaurierten

Oldtimer, etwa dem imposanten MAN SD 200 Doppeldecker, Platz nimmt, kann nicht nur das

Fahrgefühl früherer Zeiten nachempfinden. Die Passagiere erfahren auch viel Wissenswertes über

die Stadt- und Industriegeschichte, interessante Sehenswürdigkeiten und besondere Plätze.

Bilder © Traditionsbus Osnabrück

Wer die Stadt aus ungewöhnlicher

Perspektive entdecken möchte, kann

zwischen vier unterschiedlichen

Routen wählen. Die „CITY-TOUR“

durchkreuzt das Zentrum, folgt dem

Verlauf der alten Befestigungsmauer und

führt schließlich in benachbarte Stadtteile.

Ausgebildete Stadtführer begleiten

die Fahrt mit faszinierenden Geschichten

und vielen interessanten Fakten. So

wird die Geschichte Osnabrücks und

seine (städtebauliche) Entwicklung im

19. und 20. Jahrhundert wieder lebendig.

Die „OSNABRÜCK-TOUR DRUM ZU“

dringt bis an die Stadtgrenzen vor und

führt durch verschiedene Stadtteile, die

erst im 20. Jahrhundert eingemeindet

wurden. Die Fahrt führt anschaulich vor

Augen, dass sich Osnabrück zwar zu einer

modernen Großstadt entwickelt hat,

nach wie vor aber über eine erstaunliche

Anzahl von „grünen Lungen“ verfügt.

Die „INDUSTRIE-TOUR“ lädt zu einer

spannenden Reise durch die drittgrößte

Wirtschaftsregion Niedersachsens ein.

Die Oldtimer-Busse machen Station bei

der KME AG, der Papierfabrik Felix

Schoeller, den Stadtwerken, am Hafen

und bei der Spedition Koch International.

Die „PIESBERG-

TOUR“ bringt

die Teilnehmer

zum Museum

Industriekultur. Nach einem Gang

durch den Hasestollen führt der Weg

zum fast 200 Meter hohen Aussichtsturm

am Windpark Piesberg, der bei

entsprechendem Wetter einen herrlichen

Ausblick garantiert. Die Tour endet

in Lechtingen, wo der Steinbruch

mit seinen Fels- und Kohleschichten 300

Millionen Jahre Erdgeschichte verewigt

hat.

Wer sollte mitfahren?

Die Rundfahrten werden von dem Verein

Traditionsbus e.V., der Firma Zeitseeing,

den Stadtwerken Osnabrück, der

Osnabrück - Marketing und Tourismus

GmbH und dem Museum Industriekultur

organisiert. Sie richten sich nicht nur

an Besucher von außerhalb, sondern

ausdrücklich auch an passionierte Osnabrücker,

die ihre Stadt von wenig bekannten

und oft überraschenden Seiten

entdecken möchten. „Wir wollen Osnabrückern

und Touristen neue Eindrücke

vermitteln“, betont Stadtführer Carsten

Niemeyer. „Gestoppt wird immer dort,

wo sich ein toller Blick über die Stadt eröffnet

und Stadtentwicklung, Geologie

und Geografie am besten erklärt werden

können.“

Jörg Segebarth, Abteilung Marketing

und Vertrieb, verspricht außerdem

allen großen und kleinen Stadtentdeckern

spannende Augenblicke bei der

Fahrt durch die Geschichte der schönen

Stadt an der Hase.

Wann geht´s los?

City-, „Drum zu“- und Industrie-Tour

werden an ausgewählten Samstagen (siehe

u.a. Internetseite) angeboten. Sie dauern

zwei Stunden und sind damit eine

Stunde kürzer als die Piesberg-Tour, die

an jedem vierten Sonntag des Monats auf

dem Programm steht.

Für Erwachsene kostet ein Ticket 10

(Industrie- und Piesberg-Tour) bzw. 12 €.

Kinder, Familien und Gruppen erhalten

die Tickets zum vergünstigten Preis. | RED

Weitere Infos zu den Touren:

» www.stadtwerke-osnabrueck.de/

privatkunden/mobilitaet/freizeitangebote/

stadtrundfahrten.html

25


Es gibt sie nur Niedersachsen, hier

allerdings in reichlicher Anzahl. Seit

Anfang 2014 hat das Bundesland 126

Samtgemeinden, in denen 703 Mitgliedsgemeinden

organisiert sind.

Bei Samtgemeinden handelt es sich um freiwillige

Zusammenschlüsse mehrerer Kommunen eines

Landkreises, die rechtlich selbständig bleiben.

Allerdings übernimmt die Samtgemeinde, die

mindestens 7.000 Einwohner haben sollte, zentrale

Aufgaben, die im Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz

aufgeführt sind. Dazu gehört

beispielsweise die Erstellung eines Flächennutzungsplans,

die Schulträgerschaft, der Betrieb von

Gesundheitseinrichtungen, Sportstätten und Büchereien

sowie Wasserversorgung, Kanalisation,

Abfallentsorgung oder Straßenreinigung.

Wo stand eines der

ersten Krankenhäuser

in Osnabrück? (Teil 2)

Im ersten Teil des Beitrags ging es um die äußerst abwechslungsreiche

Geschichte der Parzelle „Turmstraße 10–12“ hinter

der Marienkirche. Nun geht es um Spuren unter den Mauern der

ausgegrabenen Hospitals-Kapelle, die eine noch ältere Besiedlungsphase

vermuten lassen. Mithilfe naturwissenschaftlicher

Methoden können Archäologen Funde jahrgenau bestimmen

lassen und die abwechslungsreiche Siedlungsgeschichte an

diesem Ort rekonstruieren. Denn durch seine Nähe zum Zentrum

der mittelalterlichen Stadt war der Siedlungsstandort um die

heutige Marienkirche schon immer sehr beliebt.

Bild Netzwerk © vege, Fotolia.de

Die Samtgemeinden haben deshalb drei eigene

Organe: den Samtgemeinderat, den Samtgemeindeausschuss

und den Samtgemeindebürgermeister.

Der Zusammenschluss, beziehungsweise die

enge Kooperation von Gemeinden, ist auch in anderen

Bundesländern üblich. So gibt es in Sachsen

Verwaltungsverbände, in Rheinland-Pfalz Verbandsgemeinden

und in Schleswig-Holstein

Ämter. Die Bildung von Sammtgemeinden –

damals noch mit zwei „m“ – war bereits in der

Gemeinde-Ordnung für den Preußischen Staat

vom 11. März 1850 vorgesehen. | TS

WISSEN KOMPAKT

Samtgemeinden im Osnabrücker Land

Die größte Samtgemeinde im Osnabrücker

Land ist Bersenbrück mit rund 28.000 Einwohnern.

Zu ihr gehören Alfhausen, Ankum,

die Stadt Bersenbrück, Eggermühlen, Gehrde,

Kettenkamp und Rieste. Die drei weiteren

Samtgemeinden sind Artland, Fürstenau

und Neuenkirchen.

Südlichen Fundamentmauer der Hospitals-Kapelle mit Holzunterbau

Wieso ließen sich die Menschen dauerhaft an der Hase nieder?

26

Die Hase mit ihren Seitenarmen

umgab im Mittelalter eine breite

und sumpfige Auenlandschaft, in

der erhöhte Kuppen, bestehend aus

Sand- und Kiesablagerungen, entstanden.

Diese überflutungssicheren

Siedlungsstandorte bildeten

die große Sandkuppe, auf der der

Osnabrücker Dom steht und die

kleinere, westlich gelegene Kuppe,

auf der sich die Marienkirche

befindet. Noch heute kann man

die Höhenunterschiede bei einem

Spaziergang durch die Innenstadt

feststellen. Wenn man von der

Marienkirche in die Turmstraße

blickt, fällt einem sofort das abfallende

Gelände hinter der Marienkirche

auf. Läuft man nun auf der

Marktstraße Richtung Domplatz,

begibt man sich von der einen

Sandkuppe zur anderen und kann

die heute nur noch leicht ausgeprägte

Senke zwischen beiden Erhebungen

beobachten.

Der leichte Zugang zu Fließwasser

und der sichere, vor Hochwasser

geschützte Baugrund boten

optimale Verhältnisse, um sich

dauerhaft niederzulassen. Zudem

befand sich eine günstige Furt zur

Überquerung der Hase in Osnabrück.

Aufgrund dessen kreuzten

sich hier zwei wichtige mittelalterliche

Handelswege.

Diese günstigen Siedlungsfaktoren

waren ausschlaggebend für die

Standortwahl der ersten christlichen

Missionszelle unter Karl dem

Großen, nach der Unterwerfung

der Sachsen und der Eingliederung

ihres Gebietes ins karolingische

Reich zu Beginn des 9. Jahrhunderts.

Infolge der positiven Rahmenbedingungen

entwickelte sich Osnabrück

zu einem wirtschaftlichen

Zentrum der Region und die Be-


STADT- & LANDGESCHICHTEN

Bilder: © Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück

Pfostenreihe zur Uferrandbefestigung

völkerung nahm stetig zu. Gegen Ende des

Hochmittelalters mussten die Seitenarme

der Hase mit ihren breiten und sumpfigen

Auen, die die Sandkuppen umgaben, dem

Bedürfnis der Bürger nach mehr Bauland

weichen. Man kanalisierte die kleinen Nebenflüsse

und legte das Land mit Hilfe von

Erdaufschüttungen und Holzkonstruktionen

trocken. Diesen Prozess konnte man

auch auf der Ausgrabung auf dem Grundstück

der Turmstraße 10–12 beobachten.

Welche Holzfunde wurden bei der

Ausgrabung untersucht?

Für die Grabung an der Turm- und Lohstraße

wurden verschiedene Hölzer

dendrochronologisch untersucht. Unter

anderem mehrere dicke Pfosten aus Eichenholz

und eine Pfostenreihe. Die Ergebnisse

liefern wichtige Beiträge für die

wissenschaftliche Auswertung. So können

die Holzstaken als Hinweis auf eine Befestigung

des Bachuferrandes gesehen werden.

Diese wurde um das Jahr 1030, also zu

Beginn des Hochmittelalters, angebracht.

Die dicken Pfosten können auf Häuser in

Eichenpfosten

Pfostenbauweise hindeuten, die ebenfalls

in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts

gebaut wurden.

Sofern ein ausreichend großes Stück Holz

oder Holzkohle vorhanden ist, kann man

mit Hilfe der Dendrochronologie das Fälldatum

eines Baumes und somit auch den

Zeitpunkt der Verarbeitung im besten Fall

auf das Jahr genau bestimmen. Denn Bauholz

wurde meistens saftfrisch verbaut.

Für eine optimale Datierung müssen noch

mehrere (mindestens 50, optimal 80 oder

mehr) Jahresringe in gutem Zustand erhalten

sein. Je mehr Ringe von der Außenseite

(Waldkante) erhalten sind, desto genauer

kann der Zeitpunkt der Fällung bestimmt

werden.

Die Archäologie profitiert zunehmend von

den naturwissenschaftlichen Methoden,

wie wir es am Beispiel der Ausgrabung an

der Turmstraße gesehen haben. Sie leisten

nicht nur einen wertvollen Beitrag zu den

wissenschaftlichen Ergebnissen, sondern

entwickeln durch innovative Forschungsansätze

auch neue interdisziplinäre Methoden

für die Archäologie. | MM

WISSEN KOMPAKT:

Wie funktioniert die

Dendrochronologie?

Jedes Jahr produzieren Bäume einen

Ring aus neuem Holz. Die Abfolge und

das Erscheinungsbild dieser Ringe

sind für Bäume derselben Art in einem

Gebiet sehr ähnlich (Gebietsgröße ca.

2 km – 300 km), da sie den gleichen

Umwelteinflüssen wie Niederschlag,

Sonnenstrahlung und Temperatur

unterliegen. Für Mitteleuropa eignet

sich die Eiche sehr gut zur Altersbestimmung,

da sie sehr weit verbreitet

ist und als Bauholz zu jeder Zeit beliebt

war. Das Ziel der Dendrochronologie

ist es, eine Kurve zu erstellen, die möglichst

weit in die Vergangenheit reicht.

Hierbei werden Proben aus verschiedenen

Kontexten genommen: Hölzer

aus noch lebenden Bäumen, aus

Fachwerkhäusern, aus Mooren und

von Ausgrabungen. Dadurch erhält

man Jahresringe aus verschiedenen

Zeitabschnitten, die sich im besten

Fall überschneiden. Diese kann man

aneinanderhängen und bekommt

eine Kurve, die immer weiter in unsere

Vergangenheit reicht. Zuerst erstellt

man eine regionale Kurve, die dann

in überregionale Kurven eingehängt

werden kann. So deckt die mitteleuropäische

Eichenkurve dank der guten

Erhaltung von Eichen im Moor einen

Zeitraum von 10.000 Jahren ab.

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»Dass das mal geklärt ist:

In Eversburg wird unser Wasser

wieder sauber.«

Juliane (10) entdeckt gerne Neues.

Für

Nassforscher.


STADT- & LANDGESCHICHTEN

Ortsnamen im Osnabrücker Land (3)

Was wurde in Rulle gerodet?

Rulle wurde 1223 zum ersten Mal erwähnt - seitdem ist dieser Name unverändert geblieben. Schon der Blick auf

das Kloster lässt erkennen, dass Geschichte an diesem Ort allgegenwärtig ist. Verschiedene Sagen wecken Erwartungen

zur Erklärung des Namens, aber für eine seriöse Deutung helfen sie nicht weiter.

Bilder © Ebba Ehrnsberger

Der Oberlauf der Nette am Südhang des

Wiehengebirges war zu Beginn unserer

Zeitrechnung noch lückenlos bewaldet.

Überall dort, wo feuchte Niederungen

an höher gelegene Hänge stießen, kam

es schon im 5. und 6. Jahrhundert zu den

ersten Ansiedlungen. Vermutlich wurden

am Ruller Esch die ersten Urhöfe

errichtet. Davon ist heute nicht einmal

mehr in Ansätzen etwas zu erkennen.

Stattdessen fällt der Blick auf exklusive

Wohnhäuser.

Die Bauern, die in diesem Gebiet vor

1500 Jahren sesshaft wurden, waren

hauptsächlich Viehzüchter. Sie brauchten

Weideland und Wasser

für ihre Tiere.

Nach und nach rodeten sie die kalkhaltigen

Hänge mit den Rotbuchen

und Eichen - und Birkenwälder

auf den trockenen, nährstoffarmen

Sandböden. Das Holz diente ihnen

als Baumaterial und Brennstoff. Im

Waldgebiet entstanden auf diese

Weise erst einzelne Lichtungen, die

sich immer mehr ausdehnten.

Dass die Geschichte mit dem Wald

verknüpft ist, zeigt sich auch an

der Flurbezeichnung Ruller Loh,

einem Buchenwald mit einem

kleinen Kalksteinbruch östlich des

Wallfahrtsortes.

Es liegt nahe, dass sich der Name

Rulle aus den Grundworten „roden“

und „loh“ (Wald) zusammensetzt.

Maria Barz liefert in ihrer Broschüre

„Wallenhorst von A bis Z“ die

Erklärung, dass diese beiden

Begriffe miteinander

verschmolzen sind.

Die ersten Siedler

mussten also für

ihre Höfe,

Weiden und Felder den dichten Wald

roden. Bis sich ein Begriff durch Anpassung

an den Sprachgebrauch entwickelt,

können Jahrhunderte vergehen.

Möglicherweise ist der Name Rulle

schon lange vor seiner ersten Erwähnung

1233 entstanden. | EE

29


STADT- & LANDGESCHICHTEN

Wo liegen Osnabrücks

magische Orte?

Im Juli 2015 startet die Stadt- und Kreisarchäologie ein Modellprojekt zur Erprobung neuer Möglichkeiten

der Informationsvermittlung über die Geschichte unserer Kulturlandschaft. Dabei kommt es zur Neupräsentation

von neun „magischen Orten“ in Stadt und Landkreis, die in der Vorstellungswelt der Bevölkerung

und in historisch interessierten Fachkreisen eine gewisse Berühmtheit erlangt haben und wo vor Ort bis

heute umfangreiche, archäologisch erforschte Reste aus der Entstehungszeit sichtbar geblieben sind.

Wie entstehen Kultplätze?

Für jeden Menschen, der sich in einer bestimmten

Region heimisch fühlt, bildet

die Landschaft einen unverwechselbaren,

natürlich anmutenden Rahmen. Biologen

und Verhaltensforscher sprechen diesem

Lebensraum sogar eine Prägefunktion

zu, die vor allem im Kindesalter intensiv

wirksam und von nachhaltigem Einfluss

für das weitere Leben sein soll. Das Spektrum

dieses naturnahen Erlebens reicht vom

einfachen Spaziergang, der in der „freien“

Natur als besonders erholsam empfunden

wird, bis hin zu religiösen Ritualen, z. B. zur

Verehrung natürlicher „Urkräfte“. Dabei

entstanden bereits vor Jahrtausenden „magische

Orte“ zur Durchführung spezieller

Kulthandlungen, oft auch in Verbindung

mit baulichen Eingriffen in die Landschaft.

Landschaft wird aber nicht nur sinnlich

wahrgenommen, sondern bietet zugleich

ein unerschöpfliches Reservoir an Nutzungsmöglichkeiten,

vor allem zur unmittelbaren

Existenzsicherung.

So entstanden

zunächst

landwirtschaftliche

Nutzflächen

und

Siedlungen,

nachfolgend auch Gewerbegebiete, Verkehrsflächen,

Abbau von Bodenschätzen

und ähnliches. Dieser Prozess begann

mit der Sesshaftwerdung

in der Jungsteinzeit vor

über 6.000 Jahren und

setzt sich bis heute fort.

Er hat u. a. dazu geführt,

dass viel von der

Ursprünglichkeit der

Landschaft verloren gegangen

ist. Heute suchen

viele Menschen nach Orten,

wo die Natur oder bestimmte

natürlich anmutende Erscheinungen

noch intensiv spürbar geblieben sind– in

der Hoffnung auf eine besondere Form der

Naturerfahrung, bei der die ursprüngliche,

innige Beziehung zwischen Mensch und

Natur im Mittelpunkt steht.

Welche Kultplätze gibt es?

Die bis heute eindrucksvollsten Formen der

Gestaltung von Kultplätzen stammen aus

der Jungsteinzeit. Während der Zeit der so

genannten Trichterbecherkultur entstanden

zwischen 3.500 und 3.000 Jahren v.

Chr. Grabanlagen aus extrem großen Steinen

(=Megalithen), die seit Jahrhunderten

als „Hünengräber“, d. h. als Werk von Menschen

mit übernatürlichen Kräften, gesehen

wurden. Der große bauliche Aufwand,

lässt vermuten, dass es sich um deutlich

mehr als nur Bestattungsplätze gehandelt

haben muss. Ähnliches gilt für die

nachfolgende Einzelgrabkultur,

wobei riesige Grabhügel

entstanden. Das

größte Bauwerk dieser

Art ist der Silbury Hill

in Südengland, erbaut

um 2.600 v. Chr. Mit

einer Höhe von 37 Metern

galt er bis zum 19.

Jahrhundert als die größte

jemals von Menschen gebaute

Anlage in Europa. Grabhügel kommen

auch dicht beieinander liegend und in

unterschiedlichen Formen vor. Vor allem in

den letzten 700 Jahren v. Chr. entstanden

auch im Osnabrücker Land zahlreiche sehr

markante Varianten aufgrund unterschiedlicher

kultischer Vorstellungen und Bestattungsrituale.

Um 300 v. Chr. wurde das Osnabrücker

Land kurzzeitig von der keltischen Kultur

beeinflusst, bei der die Verehrung von Naturheiligtümern

einen besonders hohen

Stellenwert hatte. Abseits der damaligen

Siedlungsräume entstanden großflächige

Kultanlagen mit Opferschächten, Opferbäumen,

Mooropferungen u.ä. Eine davon

ist die Schnippenburg bei Ostercappeln

– auch heute noch im Wald durch einen

30

1. Der Süntelstein auf der Venner Egge - ein

vorgeschichtliches Monument oder ein Teufelswerk

aus der Zeit der Christianisierung?

2. Das Fundament eines Rundturms auf der

Wittekindsburg im Nettetal: War dies hier

wirklich der Rückzugsort des sächsischen Heerführers

Wittekind während des Kampfs gegen

die Franken vor über 1.200 Jahren?


STADT- & LANDGESCHICHTEN

Bilder © Stadt- und Kreisarchäologie

schwach ausgeprägten umlaufenden Erdwall

erkennbar. Sie wurde zwischen 2000

und 2006 intensiv archäologisch

erforscht und gilt als bedeutender

Meilenstein

der Keltenforschung

in Deutschland.

Die bekannteste

Form der Gestaltung

von Kultorten

entwickelte

sich im Zuge der

Christianisierung

ab dem 8. Jahrhundert

n. Chr. An möglichst erhöht

liegenden, aber leicht zugänglichen Orten

entstanden Kirchen, die mit ihrem Turm

ein markantes Orientierungszeichen in der

Landschaft und mit der Glocke ein neuartiges,

weitreichendes Kommunikationsmittel

brachte. Der mit der Christianisierung eingeleitete

religiöse Wandel führte zu einem

deutlichen Rückgang der kultischen Funktion

von Naturphänomenen. Trotzdem

blieben sie wichtig. Zahlreiche christliche

Symbole und Legenden künden bis

heute von einer Respektierung ursprünglicher

Elemente aus den Naturreligionen.

Brauchen wir auch heute Kultplätze?

Menschen, die ihren Lebensstil ausschließlich

nach den praktischen Erfordernissen

des Alltags ausrichten, dürfte es eigentlich

kaum stören, wenn die Möglichkeit des

Erlebens von ungestörter Natur immer

mehr schwindet, außer bei gesundheitsschädlichen

oder existenzbedrohenden

Auswirkungen. Aber auch sie messen bei

der Auswahl ihrer Wochenendaktivitäten

oder ihrer Urlaubsgebiete dem Faktor Natur

nach wie vor eine hohe Bedeutung für

ihr Wohlempfinden zu. Es müssen heute

zwar nicht gleich „Magische Orte“ im

Sinne frühgeschichtlicher Kultplätze sein,

doch wir fühlen uns zu einer landschaftlichen

Idealform hingezogen, die

die ursprüngliche Beziehung

zwischen Mensch und Natur

vergegenwärtigt und erlebbar

macht. Dort, wo die

Natur selbst diesem Idealbild

nicht mehr entspricht,

wurde mit künstlichen Gestaltungsmaßnahmen

nachgeholfen,

wie z. B. im Bereich

der Gartengestaltung und großräumig

angelegten Landschaftsparks.

Auch deren Attraktivität ist bis heute

ungebrochen, wie die hohen Besucherzahlen

bei Gartenfestivals und ähnlichen

Veranstaltungen belegen.

Was zeigt die virtuelle Ausstellung?

Zu jedem Ort wurde eine mehrteilige Informationseinheit

erstellt, die kostenfrei

per App, bzw. im Internet unter www.magischeorte.eu.,

abgerufen werden kann.

Die Stadt- und Kreisarchäologie möchte

damit nicht nur auf die Ergebnisse ihrer

langjährigen Forschungsarbeit verweisen,

sondern zugleich gemeinsam mit der Deutschen

Bundesstiftung Umwelt einen aktiven

Beitrag zum Kulturgüterschutz leisten.

Zur Kennzeichnung der Orte wird dort ab

dem 11. Juli 2015 jeweils eine weiße Pyramide

stehen. Sie soll symbolisch auf das

virtuelle Ausstellungsprojekt verweisen.

Das Projekt „Magische Orte

Entdecken“ ist ein Gemeinschaftsprojekt

des

Archäologischen Arbeitskreises

Osnabrücker

Land mit der

Deutschen Bundesstiftung Umwelt, der

Osnabrücker Sparkassenstiftung und der

Stadt und dem Landkreis Osnabrück. | BZ

WISSEN KOMPAKT:

Die magischen Orte

• Der Schölerberg in Osnabrück als

epochenübergreifender archäologischer

„Kultberg“

• Der Osnabrücker Dom als historisches

Zentrum des Osnabrücker Landes

• Der Bereich Piesberg/ Tal im Hone

mit legendären Kultstätten von der

Jungsteinzeit bis zum 19. Jahrhundert

• Die Wittekindsburg bei Wallenhorst-

Rulle aus der Zeit der Sachsenkriege

• Die Teufelssteine in Belm-Vehrte als

markanter Ursprungsort von Sagen

und Legenden

• Die Schnippenburg bei Ostercappeln-

Schwagstorf als zentraler keltischer

Kultort

• Der Steingräberweg in Ankum-

Westerholte als ältester archäologischer

Lehrpfad Niedersachsens

• Der Wacholderhain in Merzen-Plaggenschale

mit seinen 111 Grabhügeln

• Die Kirchburg in Ankum

als historisches Zentrum

aus vorchristlicher Zeit

3. Der Knieanbetungsstein im Tal im Hone:

Sind die vier Vertiefungen tatsächlich Abdrücke

von Personen, die sich hier früher zum

Beten hingekniet haben?

4. Nachbau eines Grabhügels im „Wacholderhain

Plaggenschale“ - mit 111 noch erhaltenen

Hügeln aus der jüngeren Bronzezeit/frühen

Eisenzeit eines der größten Gräberfelder Nordwestdeutschlands.

31


„Leben. Bis zuletzt.“ – Nach diesem Motto

lebt das Osnabrücker Hospiz Tag für Tag. Dabei

wird den sterbenden Gästen das Leben

lebenswert gemacht. Sie werden als Menschen

geachtet und finden Geborgenheit und

Sicherheit.

Das stationäre Osnabrücker Hospiz

befindet sich in der Johannisfreiheit

mit wohnlichen elf Einzelzimmern.

Jedes verfügt über ein eigenes Bad

sowie ein TV-Gerät, Internet- und

Telefonanschluss. Außerdem bietet

eine kleine Terrasse an den wärmeren

Tagen die Möglichkeit, die Sonnenstrahlen

zu genießen. Einen wichtigen

Bestandteil des Hospizes bildet

die Wohnküche, in der sich ein großer

Tisch befindet, an dem sich die Gäste

treffen, um gemeinsam zu frühstücken,

zu lesen und Zeit zu verbringen.

Um auch die letzten Tage interessant

und lebenswert zu machen, werden

in der Wohnküche kleinere Konzerte,

Feiern und Treffen veranstaltet. Auch

die Angehörigen haben die Möglichkeit

teilzunehmen und sich somit Erinnerungsinseln

aufzubauen.

Die Familienmitglieder spielen generell

eine wichtige Rolle für die Hospizarbeit.

„Sterben gehört zum Leben

und die Angehörigen sind die wichtigsten

Personen der Begleitung“, erklärt

Ursula Frühauf, die psychosoziale

Leiterin der Einrichtung. Aus diesem

Grund bietet das Hospiz Angehörigen

an, jederzeit vorbeizukommen oder

kostenfrei bei den Gästen zu übernachten.

So entstehen oft intensive

Gespräche und Begegnungen. Angehörige

können auch an dem allgemeinen

Hospizalltag teilnehmen und sich

mit eigenen Ideen einbringen.

Nach dem Versterben der Gäste bleibt

der Kontakt zu den Angehörigen oft

bestehen. Hierbei ist die Schreibwerk-

Bilder © Osnabrücker Hospiz e.V.; Ländliche Idylle im goldenen Licht © Smileus, fotolia.com

32


LEBEN & GESELLSCHAFT

statt zu erwähnen, die sich vor allem an Menschen richtet,

die Abschied erleben. Sie gibt den Trauernden die Möglichkeit,

ihre Gefühle auf Papier zu bringen und mit anderen

Menschen darüber zu reden.

„Das Hospiz bietet einen Rahmen von Sicherheit durch

palliative Pflege und Begleitung und gibt den Familien

dennoch ganz viel Freiraum um ihren Alltag hier selbst

zu gestalten“, so Ursula Frühauf. Bei einem Rundgang fällt

auf, dass das komplette Personal Alltagskleidung trägt.

Den Gästen werden die letzten Tage so normal wie möglich

gestaltet. Dazu gehören alltägliche Dinge wie Gespräche

führen, Zeitung lesen, basteln oder einfach nur für

jemanden da sein. Das Aufleben alter oder sogar neuer

Hobbys wird individuell gefördert, sofern dies trotz der

schweren Erkrankung möglich ist. Das Essen und die Atmosphäre

sind ganz wichtig – um beides kümmern sich

z. B. auch die Hauswirtschafterinnen mit leckeren Gemüsesuppen,

frischen Waffeln oder schönem Blumenschmuck.

Außerdem bieten kompetente Pflegekräfte den Gästen

palliativpflegerische und seelische Begleitung an.

Das Team des Hospizes besteht zum einen aus ausgebildeten

hauptamtlichen Fachkräften, die sich auf

die palliative Pflege und psychosoziale Begleitung

spezialisiert haben. Schmerztherapie, Symptomkontrolle

und Wundversorgung gehören zu den

Aufgaben in der Pflege ebenso wie ein individueller

Tagesablauf mit Zeit und Ruhe für die Grundversorgung.

Aber auch gut vorbereitete ehrenamtliche Mitarbeiter

gehören zum Team. Sie begleiten den Alltag

durch Vorlesen, Spazierenfahren oder als wichtige

Bezugsperson. Die Beweggründe für eine ehrenamtliche

Mitarbeit sind unterschiedlich. Die einen

werden aktiv, da sie selbst eine ähnliche Erfahrung

gemacht haben, andere suchen nach sinnvollen Tätigkeiten

in ihrem Alltag.

Dadurch findet man Ehrenamtliche aus den unterschiedlichsten

Berufen und Altersgruppen. Menschliche

– wie die ältere Dame, die Fantasiereisen und

Meditation anbietet und den Rollstuhlfahrer, der

durch sein eigenes Handicap rasch zu einem vertrauten

Gesprächspartner wird – oder auch tierische

wie einen ausgebildeten Therapiehund, der sich

von tierliebenden Gästen geduldig streicheln lässt.

Unabhängig von politischen und konfessionellen Einstellungen

oder der finanziellen Situation bietet das

Hospiz schwer erkrankten Patienten in der letzten

Lebenszeit einen Platz. Da eine 24-stündige sichere

Pflege angeboten wird, können sich die Angehörigen

auf die wichtige persönliche Begleitung einlassen.

Wie Cicely Saunders, Mitbegründerin der modernen

Hospiz-Bewegung und Palliativ-Medizin, einst sagte:

„Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu

geben, sondern den Tagen mehr Leben.“ | OL/RED

Kontakt:

Osnabrücker Hospiz

Johannisfreiheit 7

49074 Osnabrück

Telefon 0541 / 350 550

E-Mail: info@osnabruecker-hospiz.de

www.osnabruecker-hospiz.de

33


LEBEN & GESELLSCHAFT

Wer vertritt lange Menschen?

Wie angekündigt beschäftigt sich „Osnabrücker Wissen“ auch nach der großen

Titelgeschichte der letzten Ausgabe weiter mit Vereinen in der Region,

die sich für außergewöhnliche Projekte und besondere Anliegen einsetzen.

Dazu gehört der „KLUB LANGER MENSCHEN (KLM) DEUTSCHLAND e. V.“,

der sich bereits seit 1953 um die Belange von überdurchschnittlich groß gewachsenen

Mitbürgern kümmert. Die Osnabrücker Langen kommen dabei nicht zu kurz:

Die lokale Bezirksgruppe zählt 50 Mitglieder.

Wer darf Mitglied werden?

Wer im KLM DEUTSCHLAND e.V.

Mitglied werden will, muss eine über

dem Bevölkerungsdurchschnitt liegende

Körpergröße vorweisen können. Frauen

müssen größer als 1,80 m sein, Männer

über eine Mindestgröße von 1,90 m verfügen.

Familienangehörige beider Gruppen

können allerdings ohne Rücksicht

auf ihre Körpergröße Mitglied werden.

Eine Altersbegrenzung gibt es nicht.

Was macht der Verein?

Der 1953 in München eingetragene und

gegründete Verein setzt sich in 22 Städten

für die Interessen seiner knapp 2.000

überdurchschnittlich großen Mitglieder

ein. Ursprünglich gab der Klub vorrangig

Hilfestellung bei Gesundheitsfragen

oder Alltagsproblemen wie dem Finden

passender Kleidung oder entsprechender

Möbel.

Heute dient er in erster Linie der Geselligkeit.

Der Klub bietet den „Langen“ die

Möglichkeit an vielfältigen Unternehmungen

und Veranstaltungen mit anderen

großgewachsenen Menschen teilzunehmen.

Diese werden in der Regel

von den regionalen Bezirksgruppen individuell

organisiert. Neben regelmäßigen

Stammtischtreffen und vielfältigen

Freizeitaktivitäten ist insbesondere das

Stiftungsfest hervorzuheben. Hier gibt

es ein buntes Unterhaltungsprogramm,

Live-Musik und Tanz.

Darüber hinaus finden auch Mitglieder

verschiedener Bezirksgruppen bei überregionalen

Veranstaltungen zusammen.

Der Höhepunkt des Jahres ist das im

Mai stattfindende Europatreffen, an

dem mehrere hundert Menschen teilnehmen.

Hier reisen auch Mitglieder

anderer Vereine langer Menschen aus

Europa und Übersee an.

Abgesehen von den vielzähligen

Aktivitäten gibt

es Informations- und

Serviceangebote zu Themen,

die insbesondere

überdurchschnittlich

große Personen interessieren.

Alle Mitglieder des Vereins erhalten die

halbjährlich erscheinende Vereinszeitung

„Große Glocke“, welche neben

bezirksübergreifenden, klubinternen

Themen auch Informationen zu gleichgesinnten

Vereinen in der ganzen Welt

sowie zu gesundheitlichen Problemen

und Risiken, die großgewachsene Menschen

betreffen, beinhaltet.

Was bietet der KLM DEUTSCH-

LAND e.V. in Osnabrück?

Die 1986 gegründete Bezirksgruppe Osnabrück

findet sich an jedem zweiten

Freitag im Monat um 20.00 Uhr in der

Hausbrauerei Rampendahl zusammen.

Neben dem regelmäßig stattfindenden

Stammtisch verabredet sich der Klub zu

Kegel- oder Bowlingabenden, Spielrunden,

Kneipentouren oder Kinobesuchen.

Zusätzlich stehen Besuche von kulturellen

Ereignissen, Teilnahmen an Veranstaltungen

anderer Bezirke, Tanzkurse

oder Wochenendausflüge auf dem

Programm. Auch zu Planwagenfahrten

oder Autorallys wird gelegentlich eingeladen.

Die 50 Mitglieder des Bezirks

Osnabrück sind stets offen für die

Aufnahme neuer Mitglieder. Sofern die

geforderte Mindestgröße vorliegt. | JJ

Bild Stammtisch © KLM Deutschland e.V.; Maßband in den Händen © cirquedesprit, fotolia.com

34


LEBEN & GESELLSCHAFT

WELCHER BERÜHMTE WEG

FÜHRT DURCH OSNABRÜCK?

Fortbewegung zum Austausch von Waren und Informationen ist seit jeher ein Grundbedürfnis

der Menschen. Die kürzesten und möglichst barrierefreien Verbindungen von einem

Ort zum anderen bleiben häufig über Jahrtausende hinweg bestehen, weshalb die heutigen

Autobahnen und Bundesstraßen in den meisten Fällen den Verlauf der mittelalterlichen

Fernwege und Haupthandelsstraßen übernommen haben. Zur damaligen Zeit wurden die

Wege nicht nur von Händlern und Reisenden benutzt. Seit dem 4. Jahrhundert gibt es erste

Überlieferungen von Pilgern, die sich ebenfalls an die viel genutzten Strecken hielten, um

Schutz vor eventuellen Überfällen zu finden.

Bilder © Meike Key

Eine der bekanntesten christlichen Pilgerstätten

ist Santiago de Compostela,

unter dessen Kathedrale sich Legenden

zufolge das Grab des Apostels Jakobus

befindet. Den Hauptweg, dessen Entstehung

auf das 11. Jahrhundert zurückzuführen

ist, stellt der so genannte „Camino

Francés“ dar, der auf ca. 800 km Länge

von der französischen Stadt St. Jean Pied

de Port durch Nordspanien nach Santiago

de Compostela führt. 1987 wurde

der Hauptweg durch Nordspanien zum

Kulturweg erklärt und 1993 Teil des

UNESCO- Welterbes. Durch das Buch

„Ich bin dann mal weg“ des deutschen

Entertainers Hape Kerkeling (2006) gab

es besonders in Deutschland einen bemerkenswerten

Pilgeraufschwung.

Neben dem Hauptweg im Norden Spaniens

gibt es noch etliche andere Wege,

die zu der heiligen Stätte führen. Sie ziehen

sich durch ganz Europa und werden

durch den Oberbegriff „Jakobsweg“ als

solche gekennzeichnet. Eine der norddeutschen

Routen ist die Via Baltica,

die auf knapp 770 km von Usedom über

Bremen nach Osnabrück führt. Sie wird

dann ab Osnabrück über Lengerich,

Münster und Dortmund fortgesetzt und

erreicht nach etwas mehr als 200 km

Wuppertal in Westfalen.

Der Weg beginnt am Osnabrücker Dom

und führt am Rathaus vorbei durch die

Altstadt in Richtung Heger Tor. Über

Kopfsteinpflaster durch das Katharinenviertel

immer in Richtung des Stadtteils

Hellern. Der Heger Friedhof wird halb

umrundet, bevor der Weg nahe IKEA

die Rheiner Landstraße über-, und die

A 30 unterquert. Durch kleine Wohnsiedlungen

und über Feldwege werden

die Orte Gaste und Hasbergen auf dem

dezent beschilderten Jakobspilgerweg

durchquert, bis die erste Etappe schließlich

in der zum Kreis Steinfurt gehörenden,

knapp 22 000 Einwohner zählenden

Stadt Lengerich endet.

Wer stempelt den Pilgerpass?

Wo die Pilgerreise beginnt, entscheidet

jeder selbst. Hat man jedoch die letzten

100 km bis nach Santiago de Compostela

zu Fuß, bzw. die letzten 200 km mit dem

Fahrrad oder auf einem Pferd zurückgelegt

und kann dies anhand der entsprechenden

Stempel in seinem Pilgerpass

belegen, so bekommt man am Ende der

Pilgerreise eine Urkunde, die so genannte

„Compostela“, ausgehändigt.

Gestempelt wird in der Regel in Pilgerherbergen

oder örtlichen Gotteshäusern.

Auf dem Hauptweg haben viele Gaststätten

ebenfalls einen eigenen Stempel

und auch Privatleute stehen ab und

an mit gezücktem Stempelkissen am

Wegesrand. | MK

35


Herausgeber von

AUFGEWECKT DURCH STADT UND LANDKREIS

Schaust Du morgens

gerne in den Satzspiegel?

Sehr schön!

Spielst Du mit den Buchstaben CMYK mehr als Scrabble?

Gute Mischung!

Denkst Du beim „Anlegen von Pfaden“ nicht

als erstes an Wald und Wiesen?

Dann beschreite mit uns neue Wege!

Unser Kreativteam begeistert sich insbesondere für

Magazine, klassische Werbung und regionale Wissensprodukte.

Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir

zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n

Mediengestalter/in (digital & print)

Wir freuen uns auf originelle Bewerbungen -

klassisch per Post oder

auch gerne digital per E-Mail.

Medienagentur KreativKompass

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Geschäftsführer Stephan Buchholz

Natruper Straße 23 · 49076 Osnabrück

Telefon: +49 (0) 5 41 / 440 220 03

E-Mail: kontakt@kreativkompass.de

www.kreativkompass.de


Wo sind Gurken unerwünscht?

ESSEN & TRINKEN

Auf jeder Gin-Flasche der Marke O49 ist eine durchgestrichene Salatgurke zu sehen.

Das grüne Gemüse muss leider draußen bleiben. Aber dafür gibt es gute Gründe.

Bilder: © Spirit 49

Ist die Gurke ein Mode-Gemüse?

Wenn man ein Glas Gin bestellt,

dann ja. Denn viele Barkeeper geben

ein Stück Salatgurke mit ins

Glas, um das Aroma des Gins zu

unterstreichen. Bei einigen

wenigen Sorten ergibt

das auch Sinn,

weil schon bei der

Produktion Gurke

hinzugefügt

wird. Doch nicht

immer wird darauf

geachtet, welche

Botanicals überhaupt in einem Gin

enthalten sind. Im O49 gibt es beispielsweise

keinen Gurkenextrakt.

Deshalb schmeckt es nicht, wenn

man eine Scheibe hineinlegt. Besser

geeignet sind Wachholderbeeren,

Salbeiblätter oder (ganz klassisch)

Zitronenscheiben. Alle drei Botanicals

runden den Geschmack des

original Gins aus dem Osnabrücker

Land ab.

Wie wird der O49 hergestellt?

Die Firma Spirit 49 verarbeitet

ausschließlich Produkte

aus hundertprozentig biologischem

Anbau. Die Familien-

Destille befindet sich im Teutoburger

Wald. Seit mehr als 130 Jahren

wird jede Flasche von Hand

abgefüllt. Eine Flasche Pure Organic

Gin enthält Wachholderbeeren, eine

herbe Note der Deutschen Hopfenblüte

und eine geringe Essenz Salbei.

Mit 49% Vol. ist der O49 kerniger

als handelsübliche Gin-Produkte. Er

schmeckt pur mit Eis, klassisch mit

Tonic oder für Kenner mit einem

Blatt frischem Salbei im Glas. | JS

Mehr zum Thema O49:

» www.spirit49.de

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Aufgetischt

Frühstück - Mittag - Abendessen

Erleben Sie abwechslungsreiche Geschmackserlebnisse

in ungezwungener Atmosphäre.

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Tel. 0541 6096 628

Öffnungszeiten: täglich von 06.30 bis 23.00 Uhr


ESSEN & TRINKEN

Rezepte fur

die Region

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präsentiert:

Vor gut 100 Jahren entwickelte der amerikanische Pharmakologe

Wilbur L. Scoville ein bahnbrechendes Testverfahren. Er

bestimmte für verschiedene Proben die Flüssigkeitsmenge, mit

der ein Milliliter des Alkaloids Capsaicin verdünnt werden muss,

damit keine Schärfe mehr festgestellt werden kann.

WAS MAG DIE REGION?

Ihre Waffeln schmecken echt am Besten?

Großmutter hat Sie in typisch regionale

Kochkünste eingeweiht? Ihr selbst aufgesetzter

Schnaps begeistert schon lange

den Freundeskreis? Für die Rubrik „Essen

& Trinken“ sucht unsere Redaktion weitere

lokale Rezepturen und kulinarische Geheimtipps

aus dem Osnabrücker Land.

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oder Preis, der excellent zu Ihrem

Rezept passt. Schreiben Sie uns:

Medienagentur KreativKompass

Redaktion „Osnabrücker Wissen

Natruperstraße 23, 49076 Osnabrück

oder noch einfacher per Mail:

redaktion@osnabruecker-wissen.de

Handelsübliche Gemüsepaprika kommen

auf einen Wert zwischen 0 und 10,

Tabascosauce liegt zwischen 2.500 und

8.500 und reines Capsaicin erreicht ungenießbare

16 Millionen Scoville-Einheiten.

Auch wenn der Schärfegrad mittlerweile

durch moderne Methoden wie die Hochleistungsflüssigkeitschromatographie

festgestellt werden kann, ist die alte Skala

immer noch in Gebrauch. Für die indonesische

Gewürzsauce Sambal Oelek

reicht die Spannbreite von 1.000 bis

10.000 Scoville-Einheiten – je nachdem

welche Chilisorte für die Herstellung

verwendet wird.

Mittlerweile bauen auch immer mehr

Osnabrücker die Pflanzen in Gärten und

auf Balkonen an – es gibt ein breitgefächertes

Pflanzen- und Samen-Angebot

auf Wochenmärkten, in Supermärkten

und Gärtnereien. Dabei können

Chili-Freunde den Schärfegrad selbst

bestimmen. Das ist gut so, denn obwohl

die Früchte, bei denen es sich – rein botanisch

betrachtet – um Beeren handelt,

viel Vitamin C enthalten und entzündungshemmend

und immunstärkend

wirken sollen, warnt das Chemische und

Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe

vor dem Genuss allzu scharfer Sorten.

Gerade bei Mitteleuropäern, die (im Gegensatz

zu den an einen Tagesverzehr von

25 bis 200 mg Capsaicinoide gewöhnten

Chili-Fans in Mexiko oder Thailand) nur

1,5 mg aufnehmen, wurden in Extremfällen

bereits Schockzustände, Bewusstlosigkeit

und Atmungseinschränkungen

diagnostiziert.

Osnabrücker Wissen“ mahnt also zur

Vorsicht, heizt den sommerlichen Grillabenden

aber noch einmal richtig ein. | TS

Sambal Oelek - Rezeptvorschlag

Zutaten:

200 Gramm rote Chilischoten

1 kleine Zwiebel oder Schalotte

2 Knoblauchzehen

1 Prise Salz

1 Prise Pfeffer

1 Prise Zucker

1 TL Essig

3 EL Olivenöl

Zubereitung:

Chilis, Zwiebel und Knoblauch bei niedriger

Hitze anbraten, ggf. mit etwas

Wasser ablöschen. Die weiche Chilimasse

(indonesisch: „sambal“) mit den

Gewürzen in einen Mörser geben und mit dem

Stößel (indonesisch: „ulek“, niederländisch:

„oelek“) zu einer glatten Paste zermahlen.

Die Chilikerne sollten dabei möglichst nicht

zerrieben werden. Das Ganze in kleine Einmachgläser

füllen.

Chili-Schriftzug © Photographee.eu; Karobloatt © Tatjana Rittner; Fotolia.com

38


Anzeigensonderteil

REGIONALE EXPERTEN ERKLÄREN ALLTAGSFRAGEN & PHÄNOMENE

Wie viel Popcorn

braucht das Kino?

Für die meisten Menschen ist ein Kinobesuch ohne Popcorn völlig undenkbar. Ob

süß oder gesalzen - die luftigen Maiskörner gehören ganz einfach dazu. Doch wie viel

Popcorn braucht ein gut besuchtes Kino und wie wird es überhaupt hergestellt? Die

Filmpassage Osnabrück hat es uns verraten.

Fotos © Filmpassage Osnabrück; Kinosaal © LuckyImages, Fotolia.de

WER BRACHTE DEN

MAIS NACH EUROPA?

Schon die Mayas, Inkas und Azteken entdeckten

die Vielseitigkeit der Maiskörner.

Allerdings bereiteten sie ihr „Popcorn“

in Kesseln, Tontöpfen und

Metallpfannen über einem

offenen Feuer zu. Im

Jahre 1492 gelangten die

Körner durch Christoph

Kolumbus nach Europa.

Als er Amerika entdeckte,

nutzten die Ureinwohner

Popcorn auch als Schmuck.

Außerdem glaubten die

Indianer, dass sie aus den

aufgeplatzten Körnern etwas

über die Zukunft erfahren könnten.

Kolumbus probierte ein paar und

nahm dann ganze Kolben mit auf die

Rückreise, um sie in Europa als schmackhaften

und süßen Snack zu präsentieren.

WARUM PLATZT POPCORN?

Maiskörner setzen sich aus Wasser, Eiweiß

und Stärke zusammen. Von außen fühlt

sich das Korn hart und trocken an, doch

im Inneren ist ein geringer Wasseranteil

vorhanden. Wenn die Maiskörner erhitzt

werden, verwandelt sich das Wasser

sofort zu Dampf. Der Druck

nimmt zu, die Schale

kann dem Druck nicht

mehr standhalten –

das Maiskorn platzt.

Gleichzeitig dehnen

sich die Stärke und

das Eiweiß auf ein Vielfaches

aus. Und fertig

ist das Popcorn!

WIE FRISCH IST DAS

POPCORN?

Pro Jahr werden ca. 300.000

Liter Popcorn in der Filmpassage

Osnabrück produziert. Die genaue Menge

hängt von Besuchereinschätzungen ab,

die wiederum mit den aktuellen Filmen

zu tun haben. Blockbuster wie „Tribute

von Panem“, „Der Hobbit“ oder „James

Bond“ bedeuten eine höhere Zuschauerzahl

und somit auch eine entsprechend

Filmpassage

Osnabrück

Name: Tanja Horst-Emskamp

Funktion: Assistentin der Betriebsleitung

(Kerngebiet: Gastronomie)

Adresse: Johannisstraße 112-113, 49074 Osnabrück

Telefon: 01805 - 676227 *

Internet: www.filmpassage.de

größere Popcorn-Nachfrage. Da jeder

Gast immer frisches Popcorn bekommen

soll, wird der luftige Snack zwei bis dreimal

pro Woche in der Küche der Filmpassage

zubereitet. Dort stehen zwei

große Kessel für die Produktion - das

Mischungsverhältnis bestimmt ein hauseigenes

Rezept, welches Mais, Zucker und

Pflanzenfett beinhaltet.

Jeder Durchgang dauert ca. 5 1/2 Minuten,

in denen Temperaturen von bis zu

200° C erreicht werden. Danach kommt

das Ganze in spezielle, lebensmitteltaugliche

Vorratssäcke, die ein Volumen

von 120 Litern fassen.

Im Jahr 2014 steuerte der Popcorn-Verkauf

in der Filmpassage 30

Prozent zum gesamten Gastronomieumsatz

bei. Zu einem gelungenen

Kinobesuch gehört eben eine ordentliche

Portion Popcorn! | JS

WISSEN KOMPAKT:

Was bedeutet „Popcorn“?

Das Wort stammt aus dem englischen

Sprachraum und setzt sich aus „pop“

(=knallen) und „corn“ (= Mais) zusammen.

Allerdings werden selbst überzeugte

Gegner von zu viel Anglizismen

an der Kinokasse kaum „knallenden

Mais“ bestellen ...

*

(0,14€/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 €/Min.)

39


Woher kommt der

Hopfenlümmel?

Bis würziges Bier aus der Flasche sprudelt, ist viel

Arbeit nötig. Liebhaber des hochwertigen Gerstensaftes

können in der Vorwalder Landbrauerei ab sofort

einen Blick hinter die Kulissen der traditionellen

Braukunst werfen - flüssige Verkostung inklusive.

„Mein Bier muss lecker schmecken und

gut aussehen“, umreißt Christof Jäger

seine simple aber wirkungsvolle Brauphilosophie.

Sensorik, Geruch und

Schaum müssen stimmen. Sagt‘s und

öffnet eine Flasche „Schräglage“. Bernsteinfarben

leuchtet das hochprozentige,

sehr milde, süffige, dunkle Bier im Glas.

„Ein typisches Bier für Rotweintrinker

und ein echtes Frauenbier“, sagt Jäger.

Wer lässt Bier nach

alten Socken riechen?

Nicht jeder Brauvorgang aber mündet

in einem derart schmackhaften Bier.

Insbesondere in den Anfängen gingen

manche Produktionsprozesse in eine

Richtung, die so nicht gewollt war. Die

Liebe zum Bier und der Traum von einer

eigenen Brauerei führten Christof

Jäger und einen Freund 2008 in einen

VHS-Kurs zum Thema Bierbrauen.

Rasch taugte die Küche nicht mehr als

Brauerei. 2011 funktionierte Jäger deshalb

die alte Malerwerkstatt im Garten

seines Wohnhauses im Venner Ortsteil

Vorwalde zur Brauerei um. Besonderes

Augenmerk legt Jäger auf die Hygiene.

Nachlässigkeiten bestrafen unbeliebte

Bakterien, z.B. die Milchsäurebakterien,

sofort. Derart befallenes Bier riecht nach

alten Socken – und muss, unter der Aufsicht

eines Zollbeamten, in den Gully

gepumpt werden.

In seiner kleinen Landbrauerei produ-

Brauereibilder © Yörn Kreib / Vorwalder Landbrauerei; Hopfen © Printemps / Hintergrund © Africa Studio / Biergläser © eyewave - fotolia.com

40


HINTER DEN KULISSEN

ziert Jäger etwa 8.000

Liter Bier pro Jahr, ein

klarer Fall für die Biersteuer.

„Das Formular zur

Biersteuererklärung ist

seit 1850 kaum verändert worden“, schmunzelt

Jäger. Das Eintreiben jedoch wird sehr

ernstgenommen.

Was kommt ins Bier?

„Hopfen, Wasser, Malz und Hefe – mehr

braucht es nicht für ein gutes Bier.“ Die Zutaten

für die jahreszeitlich verschiedenen

Biersorten stammen aus biologischem Anbau.

Das Malz bezieht Jäger aus der Rhön,

den Hopfen aus der Hallertau – und seit

2014 teilweise aus eigenem Anbau. Acht

Kilo Hopfen und zwei Tonnen Malz benötigt

Jäger jährlich, um den Durst seiner ständig

wachsenden Kundenschar zu stillen. Besonders

stolz ist Jäger auf seinen Braukessel, einen

eingemauerten und mit einem Holzfeuer

beheizten, 1.000 Liter fassenden ehemaligen

Milchtank. Das Holz schlägt und sägt er

selbst zu – ein Kubikmeter je Brauvorgang.

Was machen Oldtimer

in der Brauerei?

Hightech sucht man vergeblich in seiner

Brauerei. Stattdessen alte, von anderen Firmen

längst ausrangierte Maschinen. Jäger

redet liebevoll von seinen „Oldtimern“. Ihn

fasziniert die individuelle Funktionsweise

jeder einzelnen Maschine. „Die sind für die

Ewigkeit gebaut und (zumindest für ihn)

völlig unkompliziert, so dass ich jederzeit

eingreifen, reparieren oder umbauen kann.“

Die Brauerei erfüllt

denn auch die

durchaus gewollte

Funktion eines

lebendigen Museums.

Die Begeisterung für diese Maschinen

springt sofort auf die Besucher über. Wer

hätte gedacht, dass der technische Fortschritt

der fast 60 Jahre alten Flaschenabfüllanlage

„Triumph Rekord“ in dem in den

Biertank eingebauten Schwimmer bestand.

Dasselbe Prinzip verhindert im Toilettenspülkasten

den Überlauf.

Wo fallen

keine Altlasten an?

Der Zeit- und Arbeitsaufwand ist nicht zu

unterschätzen. Ohne die tatkräftige Unterstützung

der Familie wäre der Erfolg der

kleinen Brauerei sicher nicht möglich gewesen.

Christof Jäger selbst arbeitet, wenn

er nicht am Braukessel steht, beim Landkreis

Diepholz und ist dort zuständig für

Altlasten. Über Altlasten kann er in seiner

Brauerei nicht klagen. Im Gegenteil. Kaum

taucht im Internet der Hinweis auf: „Neues

Bier ist fertig und steht abgefüllt in Flaschen

und Fässern bereit“ – geht der Run los. Ein

Großteil ist immer schon vorbestellt. Es

dauert nicht lange und Jäger muss mitteilen:

„Sorry, aber das Bier ist alle. Nächste Abfüllung

in einigen Wochen“. Immer wieder fragen

ihn Freunde, Kunden und Bierliebhaber

ob er seine Produktion nicht ausweiten wolle.

Die Nachfrage wäre sicher vorhanden.

Jäger will jedoch nicht mehr Bier brauen.

„Ich bin wirklich glücklich mit der aktuellen

Situation. Ich habe mir meinen Traum

erfüllt und genieße das jetzt auch“, betont er.

Ihn reizen vielmehr neue Bierkreationen. In

derartige Entwicklungsprozesse sind häufig

auch Freunde und Bekannte mit einbezogen.

Das Bockbier „Schräglage“ sei eigentlich

eine „Unfallfolge“, erzählt Jäger. „Wir

haben beim Brauen durch angeregte Diskussion

und engagiertes Verkosten einfach

die Hälfte des Wassers vergessen. Das unfreiwillig

entstandene Bierkonzentrat war

so lecker, dass es zu einem festen Bestandteil

des Angebots geworden ist“.

Wie lange

reifen Hopfenlümmel?

Egal ob die hochprozentige „Schräglage“,

der süffige „Hopfenlümmel“, die helle „Maiperle“,

das hopfige „Herbstzeitlos“ oder

„Stille Nacht“, ein gehaltvolles Weihnachtsbier

– wenn das Bier schmecken soll, muss

man ihm Zeit zum Reifen geben. Jäger gibt

seinem Bier zwei Monate. In dieser Zeit

kann sich die Hefe in Ruhe auf dem Boden

absetzen, ein Filtrieren ist nicht mehr nötig.

Klar perlt das gereifte Bier ins Glas. Zufrieden

und stolz betrachtet der Brauer sein

Brauwerk. „Ein Leben ohne Bier ist zwar

möglich, aber nicht so schön“, gibt er zu bedenken.

Kein Protest. Prost! | YK

Kontakt:

Vorwalder Landbrauerei

Osnabrücker Straße 2

49179 Ostercappeln-Venne

Telefon: 05476-8019160

www.vorwalder-landbrauerei.de

41


NATUR & UMWELT

Welche Pfeilgiftfrösche sind nicht giftig?

Sie gehören zu den kleinsten Zoo-Bewohnern, aber bereits der Name verrät, dass

mit diesen Regenwald-Bewohnern nicht zu spaßen ist: Pfeilgiftfrösche. Im Osnabrücker

Zoo leben im Tetra-Aquarium derzeit über 30 der ein bis fünf Zentimeter

großen, knallbunten Tiere. Die in Mittel- und Südamerika beheimateten Pfeilgiftfrösche

werden auch Baumsteiger oder Farbfrösche genannt – und jeder dieser

Namen hält, was er verspricht.

Wer im Tetra-Aquarium kurz vor dem

Ausgang die Augen offen hält, entdeckt

die flinken Frösche schnell – schließlich

leuchten sie in knalligem blau, gelb,

orange und rot. Viele Amphibien nutzen

Tarnfarben, um erst gar nicht von Jägern

entdeckt zu werden. Der Pfeilgiftfrosch

hingegen schreit mit seinen auffälligen

Färbungen regelrecht „Hier bin

ich“ – gleichzeitig schrecken die grellen

Farben aber ab, denn sie bedeuten auch

„Achtung: Ich bin giftig!“. Und drei der

über 170 Arten des Pfeilgiftfrosches sind

tatsächlich so giftig, dass sie sogar Menschen

töten können. Der giftigste und

gleichzeitig größte Vertreter der Familie

ist der „Schreckliche Pfeilgiftfrosch“:

knallgelb und etwa fünf Zentimeter

groß. Sein tödliches Sekret, Batrachotoxin,

gibt er über die Haut ab und es

lähmt Muskeln und Atmung. Andere

Arten sind harmloser und verursachen

„nur“ Fieber und Magen-Darm-Krämpfe.

Die kolumbianischen Chocó-Indianer

machen sich das Gift der Frösche

zunutze: Sie tränken ihre Pfeile damit,

bevor sie sie zur Jagd nutzen. Teilweise

sind die Frösche so giftig, dass es ausreicht,

die Pfeilspitze an ihnen entlang zu

streifen. Dort bleibt das Gift dann bis zu

einem Jahr aktiv. Das giftige Sekret eines

einzigen Schrecklichen Pfeilgiftfrosches

reicht aus, um 30 bis 50 Pfeilspitzen zu

tränken.

Wie schützen sich die Tierpfleger

im Osnabrücker Zoo vor den

gefährlichen Amphibien?

Ganz einfach: gar nicht. Denn die Pfeilgiftfrösche

im Zoo sind nicht giftig. Bei

dieser Tierart gilt das Motto „Du bist,

was du isst“, denn die Frösche fressen

giftige Ameisen und Käfer und sondern

deren Gift über die Haut wieder ab. Im

Zoo bekommen sie nur ungiftiges Futter

und sind so völlig ungefährlich.

Die meisten Frösche sind nachtaktiv,

Pfeilgiftfrösche hingegen tagaktiv

– schließlich sind ihre grellen Farben

tagsüber am besten zu sehen. Damit

ihre Kaulquappen nicht in Flüssen und

Teichen Fressfeinden ausgeliefert sind,

verfolgen Pfeilgiftfrösche eine ganz besondere

Taktik: Sie transportieren die

Kaulquappen auf ihrem Rücken in sichere

Kleinstgewässer. So nutzen sie

vom Regen gefüllte Blattansätze oder die

Trichter von Bromelienblättern, damit

die Kaulquappen dort heranwachsen

können und transportieren sie später

wieder auf gleichem Weg zum Boden.

| HR

Frosch-Bild: © Zoo Osnabrück; Bach im Wald: © studiotoffa - Fotolia.com

KONTAKT

Zoo Osnabrück gGmbH

Klaus-Strick-Weg 12

49082 Osnabrück

Telefon: 0541 / 95 105 - 0

zoo@zoo-osnabrueck.de

www.zoo-osnabrueck.de

42


Turmbilder © Thorsten Stegemann, Königin Luise von Preußen, Ölgemälde von Josef Maria Grassi (1802)

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Welcher

Aussichtsturm

wurde nach einer

Königin benannt?

Auch Jahrzehnte nach ihrem Tod war Königin Luise von

Preußen (1776-1810) noch so populär, dass sich der

„Verschönerungsverein Borgholzhausen“ schnell auf eine

Namenspatronin für seinen Aussichtsturm einigen konnte.

1893, 100 Jahre nach Luises Heirat mit

König Friedrich Wilhelm III., wurde das

21 Meter hohe Holzgerüst auf der Johannisegge

im Teutoburger Wald errichtet.

Da der Berg selbst bereits 291 Meter hoch

ist, gewährt die Plattform bis heute einen

phantastischen Blick ins Ravensberger

Land, die Münstersche Tiefebene oder

das Weserbergland. Sogar die Ausläufer

des Sauerlands sind mitunter zu sehen -

wenn das Wetter mitspielt, versteht sich.

Der Luisenturm ist bereits der vierte

seiner Art, weil seine Vorgänger baufällig

waren oder im Zweiten Weltkrieg

zerstört wurden. Die Einweihung der

jüngsten Holzkonstruktion, die rund

200.000 DM kostete, fand am 5. Oktober

1991 statt.

Wie geht‘s zum Turm?

Der Luisenturm ist u.a. an der Teutoburger

Straße in Borgholzhausen ausgeschildert.

1,3 Kilometer führen durch

Wiesen, Felder und ein idyllisches, mitunter

ziemlich steil ansteigendes Stück

des Teutoburger Waldes. Wanderer

ohne Zeitdruck brauchen etwa eine halbe

Stunde bis zum Aussichtsturm, neben

dem sich die Gaststätte Luisenturmhütte

(Öffnungszeiten unter: www.luisenturmhuette.de)

befindet. Beide werden

vom Heimatverein Borgholzhausen betreut.

| TS

43

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Familiengäste im Herzen von Osnabrück ein -

oder werden Sie gerne selbst unser Gast!

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SPORT & GESUNDHEIT

WER KICKT

IN DER REGION?

Ein Teil des Teams des VfB Schinkel beim Aufstieg 2014

VfB Schinkel

Unser Kooperationsprojekt mit dem Niedersächsischen Fußballverband (NFV) macht

Station im Widukindland, wo der VfB Schinkel beheimatet ist. Der Klub, der im April 1919

in der Gaststätte „Balke“ gegründet wurde, überstand eine Zwangsfusion im Dritten Reich,

Abstiege, den fast vollständigen Verlust der einst hochgelobten Jugendabteilung – und so

manchen anderen Rückschlag. Doch vier Jahre vor dem 100. Geburtstag blickt der VfB,

der als reiner Fußballverein rund 500 Mitglieder zählt, wieder optimistisch in die Zukunft.

Wer trifft auf engstem Raum?

Dass der Sieger des SOCCER-CAGE-

CUP, mit dem der VfL Osnabrück

jüngst die Dribbelkünste der hiesigen

Fußballjugend testete, vom VfB Schinkel

kommt, ist wohl kein Zufall. Noch

vor wenigen Jahren hätte Turniersieger

Noel Ansias-Munoz

kaum Mannschaftskollegen

gefunden, doch

heute trainieren

„Am Zuschlag“

wieder knapp 200

Kinder und Jugendliche.

„Wir

freuen uns riesig

über diese Entwicklung,

die vor

allem ein Verdienst

unseres

Jugend-Obmanns

Aleksandar Valjanov ist. Ohne sein großes

Engagement hätte es diesen Aufwärtstrend

nicht gegeben“, erzählt der

1. Vorsitzende Jens Schawe im Gespräch

mit „Osnabrücker Wissen“.

Die jungen Kicker werden in kleinen

Kadern von zwei Trainern betreut und

erzielen in ihren Altersklassen bereits

beträchtliche Erfolge. Zur Begrüßung

bekommen die Kids vom VfB übrigens

einen Trainingsanzug mit Windbreaker

und Sporttasche. Der Nachwuchs ist

dem Verein einiges wert - Sachkosten

werden durch Turniere wie den Himmelfahrtscup

oder die Sponsoren-Vereinigung

„VfB-Kids“ gedeckt.

Wer lernte das

Fußballspielen beim VfB?

Die erstklassige Jugendarbeit war auch

in vergangenen Jahrzehnten ein Markenzeichen

des VfB. Zwei Spieler, die

„Am Zuschlag“ ihre ersten Fußballschuhe

schnürten, wurden später Dauerbrenner

an der Bremer Brücke. Detlev

Hegekötter absolvierte zwischen

1972 und 1980 insgesamt 220 Punktspiele

für den VfL. Lothar Gans kam

zwischen 1975 und 84 sogar auf 293

Partien für den damaligen Zweitligisten,

dem er bekanntlich noch immer

eng verbunden ist. Gans fungiert heute

als Sportkoordinator des VfL.

Walter „Charly“ Komorowski nahm den

umgekehrten Weg. Nachdem er in den

1950er Jahren 190 Spiele für den VfL bestritten

hatte, wurde er Amateurtrainer

und coachte unter anderem den VfB.

Sein Sohn, der ebenfalls Walter heißt

und auch „Charly“ gerufen wird, kümmert

sich bis heute um das viel besuchte

Vereinsheim der Schinkelaner.

Wie viele Weber passen

in eine Elf?

Wenn man eine der erfolgreichsten

Mannschaften der Vereinsgeschichte

zugrunde legt: genau drei. 1932 gelang

dem VfB der Aufstieg in die 1. Bezirksliga.

Das Team, in dem drei Kicker mit

dem Nachnamen „Weber“ spielten,

gehörte in den folgenden Jahren zu den

erfolgreichsten Fußballmannschaften

in und um Osnabrück. Der Vereinsname

muss allerdings bald geändert

werden.

Bilder © VfB Schinkel

44


I E D E R S Ä C H S

N

Ein Doppelpass

zwischen

Osnabrücker Wissen

und:

I S C H E R

F U S S B A

L

L V

E R B A N D

E. V.

Anzeigensonderteil

SPORT & GESUNDHEIT

E I N

B

A

L

L V

E

R

D

B I N

E

T

Woraus bestand Schinkel 04?

Teil des nationalsozialistischen Größenwahns

war die Bildung von Massenvereinen,

zu denen sich kleinere Klubs zusammenschließen

mussten – oft nach

dem Rauswurf oder der gewaltsamen

Vertreibung unliebsamer Mitglieder. Im

Schinkel traf es auch den VfB, der 1936

mit dem TV Friesen Schinkel, dem TV

1919 Schinkel und DJK Blau-Weiß 1920

Born zur SG Schinkel 04 fusioniert wurde.

Auch der Osnabrücker FV 06 stieß

noch zu der Zwangsgemeinschaft, der

1939 der Aufstieg in die Gauliga Niedersachsen

gelang.

Hier gewannen die Schinkelaner

1941/42 mit 4:3 gegen den VfL und platzierten

sich ein Jahr später sogar in der

Abschlusstabelle vor dem Stadtrivalen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg trennte

sich der VfB wieder von Schinkel 04 –

der ehemalige Großverein schloss sich

2005 der TSG Burg Gretesch an.

Was kommt nach dem Aufstieg?

2014 gelang der ersten Herrenmannschaft

des VfB Schinkel der ausgiebig

gefeierte Aufstieg in die 1. Kreisklasse

Stadt. Das Team von Jens Schawe, der

hier als Cheftrainer fungiert, konnte sich

auf Anhieb in der Spitzengruppe festsetzen.

Stolze 93 Tore erzielte der VfB in der

abgelaufenen Saison und wenn es nach

Schawe geht, können 2015/16 noch viele

dazukommen.

„Wir wollen wieder oben mitspielen und

in absehbarer Zeit noch einmal aufsteigen.

Wenn wir 2019, zum 100. Geburtstag,

in der Kreisliga antreten, wäre das

doch eine tolle Sache!“ | TS

Frau beim Fitness © underdogstudios; Fotolia.com

Nach einer aktuellen Studie von „fitogram“ und „edelhelfer“

ist Osnabrück die fitteste Stadt in ganz Deutschland.

19,8 Prozent der Bevölkerung sind hier Mitglied

bei einem Fitnessanbieter. Doch die Spitzenposition

könnte noch ausgebaut werden, denn in Osnabrück

gibt es jetzt zwei Qualitätsstudios von „Deutschland

trainiert!“. Die bundesweite Aktion, die von namhaften

Medizinern, bekannten Sportlern und Prominenten unterstützt

wird, will Menschen zu mehr gesundheitlicher

Eigeninitiative bewegen.

Dass regelmäßiges Muskeltraining

nicht nur das individuelle Wohlbefinden

fördert, sondern auch

typischen Volkskrankheiten wie

Rückenschmerzen oder Bluthochdruck

vorbeugt, ist bekannt. „Eine

gut trainierte Muskulatur minimiert

das Krankheitsrisiko deutlich

– und das bis ins hohe Alter.

Daneben erhöhen aktive Muskeln

den Energie-Grundumsatz des

Körpers und machen schlank“, erklärt

Prof. Dr. Ingo Froböse von der

Deutschen Sporthochschule Köln.

In Osnabrück beteiligen sich die

CORPO Fitness Lounge und das

Studio „Feminin Aktiv“ an der Aktion

„Deutschland trainiert!“. Beide

bieten Interessenten ein qualifiziertes

und fachmännisch betreutes

Muskeltraining zu attraktiven

Konditionen an. Das vierwöchige

Fitness- & Gesundheitstraining

kostet 20 Euro (Mitglieder und deren

Freunde und Bekannte zahlen

nur 10 Euro) und enthält neben

dem Gerätetraining auch Kursund

Saunanutzung, Besuche an der

Wasserbar und ein umfangreiches

Betreuungspaket.

Weitere Informationen unter:

» www.deutschland-trainiert.de

» www.corpo-fitness-lounge.de

» www.feminin-aktiv.de

WISSEN KOMPAKT

Bewegungsmangel &

Fitness-Bewusstsein

Nach einer Untersuchung der

Universität Cambridge sterben

pro Jahr 600.000 Menschen an

Bewegungsmangel. Die Deutschen

und viele andere Europäer

sind aber dabei sich zu verändern.

Hierzulande trainieren mittlerweile

9,1 Millionen Menschen in

einem Fitnessstudio. Damit gibt es

mehr Fitnessfreunde als Fußballer

(6,85 Millionen). Mit der Aktion

„Deutschland trainiert!“ soll diese

Zahl weiter gesteigert werden.

45


SPORT & GESUNDHEIT

In den letzten 20 Jahren hat ein grundsätzlicher Wandel der Schlaganfall-Behandlung

stattgefunden. Das Ziel ist dabei immer, die Lähmung und/oder Sprachstörung vollständig

zu beheben oder wenigstens die Folgen so gering wie möglich zu halten.

Noch Ende der 80er-Jahre konnte

den meisten Patienten mit einem

akut aufgetretenen Schlaganfall

nur durch Reha-Maßnahmen, wie

Krankengymnastik oder ähnlichem

geholfen werden. Die Lähmungen

und Sprachstörungen, die

aus dem Schlaganfall resultierten,

waren meist aber unverändert und

Zeit ihres Lebens weiter vorhanden.

Mitte der 90er-Jahre fand dann

die medikamentöse Behandlung

Einzug in die Regelversorgung, indem

intravenös Medikamente zur

Auflösung des Blutgerinnsels eingesetzt

wurden. Dadurch konnte

bereits vielen Patienten geholfen

und die Auswirkungen des Schlaganfalls

vermindert werden.

Patienten, die allerdings ein sehr

großes Blutgerinnsel oder einen

Gefäßverschluss als Ursache des

Schlaganfalls haben, sind in der

Regel sehr schwer betroffen, z.B.

mit einer hochgradigen Halbseitenlähmung

und weitreichenden

Sprachstörungen.

Sie profitieren

von einer medikamentösen Auflösung

des Blutgerinnsels deutlich

weniger als die Patienten mit

kleineren Blutgerinnseln. Diese

schwere Form des Schlaganfalls

trifft für 10-15 % der Schlaganfallpatienten

zu. In Stadt und Landkreis

Osnabrück entspricht dies

ca. 120-150 Patienten pro Jahr, die

einen solch schweren Schlaganfall

erleiden.

Bilder © Klinikum Osnabrück, allg. Text Angiographie © wikipedia.de

46


SPORT & GESUNDHEIT

Was leistet die

Kombinationstherapie?

Seit sechs Jahren stehen der Medizin nun

auch sichere und effektive mechanische

Katheter-Techniken zur Entfernung großer

Blutgerinnsel aus den Gehirnarterien sowie

zur Wiedereröffnung akuter Gefäßverschlüsse

zur Verfügung. In groß angelegten

Studien wurde jetzt die Überlegenheit der

kombinierten mechanischen und medikamentösen

Behandlung gegenüber der rein

medikamentösen Therapie auch wissenschaftlich

bewiesen.

Im Klinikum Osnabrück wird diese Kombinationstherapie

bereits seit 2009 mit großem

Erfolg durchgeführt. Aufgrund der

hohen Anzahl solcher Eingriffe und der

engen interdisziplinären Zusammenarbeit

der Abteilungen für Neurologie, Radiologie,

Anästhesie und Neurochirurgie ist dabei

eine hohe fachliche Kompetenz im Laufe

der Jahre entstanden.

Durch die moderne CT-Diagnostik, das

neu eröffnete Zentrum für Neuromedizin

und jetzt auch durch die Neuanschaffung

einer hochmodernen Katheter-Angiographie-Anlage,

deren

Funktion auf die Notwendigkeiten

der Behandlung der Hirngefäße speziell

ausgerichtet ist, sind die fachlichen

Kompetenzen mit den neuesten

technischen Entwicklungen zur

◀ Prof. Dr. Bernd Tombach (Chefarzt der Röntgenund

Strahlenklinik, links) mit Prof. Dr. Friedrich Albert

(Leitender Arzt Neurochirurgie)

Behandlung von Schlaganfallpatienten am

Finkenhügel zukunftsweisend vereint.

Zusammenfassend kann bereits heute bei

der Behandlung des akuten Schlaganfalls

von einer Revolution gesprochen werden.

Frühzeitig eingesetzt kann die kombinierte

mechanische und medikamentöse Behandlung

tatsächlich vielen betroffenen

Menschen zu einem selbst bestimmten

und unbeeinträchtigten Leben nach dem

Schlaganfall verhelfen. | RED

WISSEN KOMPAKT:

Was ist Angiographie?

Angiographie nennt man in der Medizin

die Darstellung von Gefäßen, meist Blutgefäßen,

mittels diagnostischer Bildgebungsverfahren,

beispielsweise Röntgen

oder Magnetresonanztomografie (MRT).

Hierzu wird häufig ein Kontrastmittel in

das Blutgefäß injiziert. Auf dem Bild der

aufgenommenen Körperregion zeichnet

sich dann der mit dem Kontrastmittel gefüllte

Gefäßinnenraum ab. Das resultierende

Bild nennt man Angiogramm.

Das Klinikum Osnabrück hat im Jahr

2015 das leistungsfähigste Angiographie-Gerät

in Betrieb genommen, das

derzeit verfügbar ist. Das neue Gerät hat

im Vergleich zum Vorgängermodell eine

deutlich bessere Bildqualität, eine geringere

Strahlendosis und ermöglicht eine

Gefäßdarstellung, die mit einer Computertomographie

vergleichbar ist.

Klinikum Osnabrück GmbH

Am Finkenhügel 1 · 49076 Osnabrück

Telefon: : 0541 405 0 · Fax: 0541 405 4997

E-Mail: info@klinikum-os.de

www.klinikum-os.de

V.l.n.r: Dr. Ulrike van Lengerich (Chefärztin Gefäßchirurgie), Prof. Dr. Friedrich Albert

(Leitender Arzt Neurochirurgie), Prof. Dr. Florian Stögbauer (Chefarzt Neurologie), Prof. Dr.

Bernd Tombach (Chefarzt Röntgen- und Strahlenklinik) und vorne in blau: Stephan Lowens

(Oberarzt der Röntgen- und Strahlenklinik

47


SPORT & GESUNDHEIT

Wer tanzt

im Rollstuhl?

Mal ehrlich, tanzen im Rollstuhl? Geht das?

Die meisten Menschen, die nicht an einen

Rollstuhl gebunden sind, können sich das

kaum vorstellen. Erik Machens schon. Er

sitzt seit seiner Geburt im Rollstuhl und ist

mittlerweile einer der besten Rollstuhltänzer

der Welt. Der 31-jährige, der in Bielefeld

studiert, wurde in Hannover geboren und

machte einst seinen Bachelor in Graphikdesign

an der Hochschule Osnabrück.

Standard und Latein, mit Fußgängerin,

mit Rollstuhlfahrerin oder im Einzelwettkampf:

Erik Machens hat im Rollstuhltanz

schon Vieles ausprobiert und verlässt das

Parkett zumeist erfolgreich.

Machens, ein auf den ersten Blick unscheinbarer

Mann, der aufgrund eines sogenannten

„offenen Rückens“ seit seiner

Geburt im Rollstuhl

sitzt, aber

trotzdem nur

so vor Energie

strotzt. „Offener

Rücken

klingt immer

sehr nach Horror-Film,

ist es

aber eigentlich

nicht“, meint

Machens und

fügt hinzu: „Ich habe eine inkomplette

Querschnittslähmung und bin von der

Kniescheibe an abwärts gelähmt, aber mit

speziellen Schienen, ähnlich wie die im

Film „Forrest Gump“, kann ich sogar laufen.

Den Rollstuhl benutze ich nur für meinen

Sport und bei weiteren Strecken.“

Wie kommt man von der Schülerparty

zur Weltmeisterschaft?

„Wie das mit dem Tanzen angefangen hat?

Nun, das Interesse begann, als ich mit 16,

17 Jahren auf Partys ging. Als ich in der

11. Klasse war und an einem internationalen

Austauschprojekt teilgenommen

habe, wurde ich von zwei netten Damen

aus Polen und Schweden gefragt, ob es mir

Spaß machen würde, beim Tanzen nur

zuzuschauen. Ich wusste weder, was ich

antworten sollte, noch hatte ich eine Wahl

und ehe ich mich versah, war ich schon auf

der Tanzfläche. Ich hatte keine Ahnung wie

man sich in diesem ´Ding´ bewegen sollte

aber irgendwann ging es“, blickt Machens

zurück und nippt dabei an seinem Wasserglas.

Es dauerte nicht lange, da war Machens regelmäßig

auf der Tanzfläche in einer Disco

in Hannover und später auch im Alando

Palais und im Rosenhof in Osnabrück anzutreffen.

2009 tanzte er das erste Mal mit

einer Partnerin, die auch im Rollstuhl saß.

Sie gewannen zusammen die Deutsche

Meisterschaft 2010 und qualifizierten sich

damit für die im selben Jahr stattfindende

Weltmeisterschaft, wo sie nach nur einem

Jahr Tanztraining (!) einen beachtlichen 3.

Platz erreichten.

Bilder: Jacek Reda und Alexander Sperl

48


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Deutschland

trainiert

Ein weiteres Highlight war die Einzeltanz-Europameisterschaft,

die im November 2014 in

Lomianki (Polen) stattfand. „Am Ende blieben

drei Tänzer und ich über. Der russische

Tänzer war mit Abstand mein stärkster Konkurrent

und so ging es für mich um Gold

oder Silber. Als mein Name genannt wurde,

konnte ich kaum glauben, wirklich Gold

gewonnen zu haben“, erzählt Machens mit einem

Lächeln auf dem Gesicht. Sein Trainer sagte

auf der Heimfahrt beiläufig: „Erik, dir ist schon

klar, dass du gerade Sportgeschichte geschrieben

hast, oder? Die deutsche Nationalhymne wurde

das letzte Mal vor 19 Jahren gespielt ...“

Was macht das Rollstuhltanzen so

besonders - und kann man davon leben?

„Beim Rollstuhltanzen entscheiden Emotionen

und die Authentizität über Sieg oder Niederlage.

Stellst du dich als etwas dar, was du

nicht bist, dann nimmt es dir das Publikum

nicht ab und du hast so gut wie verloren. Das

macht das Tanzen ehrlich“, erklärt Machens

bestimmt. „Leider kann ich davon derzeit

noch nicht leben. Die vielen Trainingsstunden

und das Pendeln nach Hannover und

München (wo seine neue Tanzpartnerin, eine

Fußgängerin, lebt) kosten viel Geld“, seufzt

Erik. Es gibt zwar kleine Sponsorings von Unternehmen,

die ihn mit Tanzequipment ausstatten,

allerdings können diese Beiträge das

häufige Training und die Turniere nicht

refinanzieren.

Daher liegt es ihm sehr am Herzen, diesen Sport

bekannter zu machen und die Menschen mitzunehmen

- fernab in eine Welt, wo Millionen von

Euros noch nicht über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Vorerst träumt Erik weiter davon, dass

der Rollstuhltanzsport auf Augenhöhe mit dem

Fußgängertanzsport wahrgenommen wird und

er als Profisportler damit seinen Lebensunterhalt

verdienen kann. Vielleicht setzt er mit der

Weltmeisterschaft im Einzeltanz Ende 2015 einen

weiteren Meilenstein … | HB

WISSEN KOMPAKT:

Rollstuhltanz

… kann auf drei Arten ausgeübt werden:

Neben dem Einzeltanz (auch Singletanz)

gibt es den Partnertanz - sowohl

mit anderen Rollstuhlfahrern (Duo) als

auch mit - wie es im Fachjargon heißt -

„Fußgängern“ (Kombi).

www.deutschland-trainiert.de

#ichauch

SEIEN SIE IHR EIGENER

GESUNDHEITS- UND FIGURMANAGER

und nehmen Sie an der großen Initiative „Deutschland trainiert“

teil. Erleben Sie die positive Wirkung des Muskeltrainings für ein

gesundes Leben in einem attraktiven und fitten Körper.

„Das Muskeltraining

ist für mich eine

exzellente Trainingsform,

um dauerhaft

fit zu bleiben!“ OLAF

THON, FUSSBALL­

WELTMEISTER

www.deutschland-trainiert.de

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GESUNDHEITS- UND FIGURMANAGER

„Die Bürger müssen zunehmend verstehen, dass regel mäßiges

Muskeltraining in Kombination mit guter Ernährung eine

wirksame, eigeninitiierte Gesundheitsförderung ist!“

DIETRICH MONSTADT, CDU (MDB), MITGLIED IM

GESUNDHEITSAUSSCHUSS, BERICHTERSTATTER FÜR

DIABETES UND ADIPOSITAS

„Die Muskulatur ist eines der wichtigsten

Organe des Menschen. Wer sie

richtig trainiert, impft praktisch damit

seinen Körper!“ DR. KURT MOSETTER,

MEDIZINISCHES TEAM FUSSBALL­

NATIONALMANNSCH, USA

„Regel mäßiges

Fitnesstraining hält

mich in Form!“

ANJA KLING, SCHAU­

SPIELERIN

Jetzt teilnehmen:

4 Wochen Fitness- &

Gesundheitstraining

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Deutschland

„Das Muskeltraining ist

der beste Schutz gegen

das Pflegeheim!“

PROF. DR. MED. ELKE

ZIMMERMANN

trainiert

FILM

und zusätzlich beim großen

Gewinnspiel** mitmachen:

www. deutschland-trainiert.de

„Trainierte Muskeln sind der

beste Figurformer und trainieren

zudem das Gehirn. Die gute

Nachricht ist: Muskeln kennen kein

Alter. Trainier´ sie oder verlier sie!“

PROF. DR. INGO FROBÖSE

Prof. Dr. Ingo Froböse

erklärt eindrucksvoll

die unzweifelhafte

Wirkung des

Muskeltrainings.

5€ werden zugunsten

der KINDERNOTHILFE

gespendet!

€20,– * Termin vereinbaren

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Studios in Osnabrück:

powered by:

„Regelmäßiges Muskeltraining

ist eine alternativlose

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PROF. DR. DR. WOLFGANG BUSKIES

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**Teilnahme ab 18 Jahren. Verlosung der Jahresmitgliedschaften nur an Personen, die zum Zeitpunkt der Registrierung kein Mitglied in einem der

teilnehmenden Studios sind. Clubfinder unter www.deutschland-trainiert.de. Keine Barauszahlung. Nicht mit anderen Angeboten kombinierbar.

Kommenderiestraße 61

49074 Osnabrück

Telefon 0541 / 2 11 16

www.feminin-aktiv.de

Berghoffstraße 7

49090 Osnabrück

Telefon 0541 / 7500 7600

www.corpo-fitness-lounge.de

**Teilnahme ab 18 Jahren. Verlosung der Jahresmitgliedschaften nur an Personen, die zum Zeitpunkt der Registrierung kein Mitglied in einem der

teilnehmenden Studios sind. Clubfinder unter www.deutschland-trainiert.de. Keine Barauszahlung. Nicht mit anderen Angeboten kombinierbar.


SPORT & GESUNDHEIT

Durfte Bauer Gruth als Heilpraktiker arbeiten?

Im August 1941 wandte sich der Landrat von Meppen mit einer nicht eben alltäglichen Bitte an den Regierungspräsidenten

in Osnabrück: Dem Bauern Heinrich Gruth aus Holthausen möge die Ausübung der Heilkunde gestattet

werden. Die Familie des Betreffenden habe seit Generationen Erfahrung in der Behandlung von Knochenbrüchen,

offenbar seien hier spezielle Fähigkeiten vererbt worden. Insbesondere Heinrich Gruth werde bei mindestens 80

Prozent solcher Verletzungen zu Hilfe gerufen. „Heilung hat fast jeder gefunden“, schrieb der Landrat. Ein gegenteiliger

Fall sei ihm jedenfalls nicht bekannt.

Der Landrat berief sich schließlich auf

der Kreisleiter der NSDAP. Dieser sei

ebenfalls der Ansicht, dass Gruth der

Allgemeinheit „als Praktiker unbedingt

erhalten werden muss“. Die Bevölkerung

werde kein Verständnis dafür haben,

„wenn dem Gruth seine Tätigkeit grundsätzlich

verboten würde.“

Das kuriose Schreiben, das vom Niedersächsischen

Landesarchiv neu veröffentlicht

und historisch eingeordnet wurde,

bezieht sich auf das im Februar 1939 in

Kraft getretene „Heilpraktikergesetz“,

das die Tätigkeit von Heilpraktikern

massiv einschränken wollte. Offenbar

unter dem Einfluss der tief in die Verbrechen

des Nationalsozialismus verstrickten

Reichsärztekammer, die viele

ihrer Vorstellungen in den Gesetzestext

einbrachte. „Wer die Heilkunde, ohne als

Arzt bestallt zu sein, bisher berufsmäßig

nicht ausgeübt hat, kann eine Erlaubnis

(…) in Zukunft nur in besonders begründeten

Ausnahmefällen erhalten“,

hieß es dort.

Bauer Gruth konnte unter diesen

Umständen nicht mit einem positiven

Bescheid rechnen. Das Regierungspräsidium

Osnabrück lehnte den Antrag

ab. Eine gelegentliche Hilfe ohne Entgelt

und Sprechstunden sei ohnehin keine

berufs- und gewerbsmäßige Ausübung

der Heilkunst.

Reichsminister in der

Bundesrepublik?

Nach dem Zusammenbruch des Dritten

Reiches schafften die Gesetzgeber

der Bundesrepublik die Registrierungspflicht

ab und ließen die Ausbildung

zum Heilpraktiker unter amtsärztlicher

Überprüfung wieder zu. Das Gesetz aus

dem Jahr 1939 ist aber immer noch in

Kraft.

Mit inhaltlichen Veränderungen, doch

verschiedene historische Bezüge blieben

erhalten. So heißt es in § 2 bis heute:

„Wer durch besondere Leistungen seine

Fähigkeit zur Ausübung der Heilkunde

glaubhaft macht, wird auf Antrag

des Reichsministers des Innern durch

den Reichsminister für Wissenschaft,

Erziehung und Volksbildung unter

erleichterten Bedingungen zum

Studium der Medizin zugelassen, sofern

er seine Eignung für die Durchführung

des Medizinstudiums nachweist.“ | TS

Abbildung © Niedersächsisches Landesarchiv

50


Portrait & Buchcover © Alice Schmidt, Arno Schmidt Stiftung; See-Foto © searagen, Fotolia.com

Wann machte Pocahontas

Urlaub am Dümmer?

Sein monströser Roman „Zettels Traum“ umfasst 1334 DIN-A3 Seiten, kostet 299

Euro und ist selbst für Spezialisten mehr als eine echte Herausforderung. Doch

auch der Schriftsteller Arno Schmidt arbeitete sich schrittweise an sein Hauptwerk

heran. Vor 60 Jahren erschien die am Dümmer spielende Erzählung „Seelandschaft

mit Pocahontas“, die für einen handfesten Skandal sorgte.

Der Schriftsteller Joachim Bomann fährt im Sommer 1953 mit

dem Zug nach Diepholz, wo er seinen alten Kriegskameraden Erich

Kendziak trifft. Am Dümmer begegnen die beiden Selma Wientge

und Annemarie Waniek, zwei Stenotypistinnen aus Osnabrück.

Während Erich ein Verhältnis mit Annemarie beginnt, kommt Joachim

der verlobten Selma so nahe, dass beide „sausend aufeinander

davonreiten“. Er gibt ihr den Kosenamen Pocahontas – nach einer

Indianerprinzessin, die im frühen 17. Jahrhundert den Tabakpflanzer

John Rolfe heiratete und als Botschafterin am englischen Hof

empfangen wurde.

Bei gemeinsamen Essen, Ausflügen und Bootsfahrten diskutieren die

Sommerfrischler mit Vorliebe über Politik und Religion. Die konservative

Adenauer-Ära ist ihnen ebenso zuwider wie Kirche, Papst und

Christentum.

Doch ändern können sie weder ihre persönlichen noch die gesellschaftlichen

Verhältnisse. Nach fünf Tagen ist der Urlaub vorbei.

Joachim bringt Selma zum Bus. Erich versucht ihn aufzumuntern –

ohne Erfolg: „Mein Kopf hing noch voll von ihren Kleidern und ich

antwortete nicht.“

Erotisch oder unzüchtig?

Arno Schmidts ironische, bilderreiche Erzählung gehört längst

zu den Klassikern des 20. Jahrhunderts. Heute präsentiert der

Verlag Randomhouse die von Jan Philipp Reemtsma gelesene

Audio-CD unter dem Stichwort „erotische Sommergeschichte“.

Die Oberstaatsanwaltschaft Trier beurteilte die Lage 1956 völlig

anders. Nach ihrer Einschätzung handelte es sich um einen

Text, „der Religionsbeschimpfungen und Gotteslästerungen enthält

und weiterhin Schilderungen sexuellen Charakters bringt,

die geeignet sind, das Scham- und Sittlichkeitsgefühl gesund

empfindender Menschen in geschlechtlicher Hinsicht zu verletzen.“

Schmidt und sein Herausgeber Alfred Andersch rechneten

bereits mit einer mehrjährigen Haftstrafe, doch dann nahm

sich die Staatsanwalt Stuttgart des Falles an und beauftragte den

Präsidenten der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung mit

einem Gutachten. Hermann Kasack kam zu dem Schluss, dass Literatur

eben immer ein Spiegel ihrer Zeit sei: „Wenn gegenwärtig häufig

so viel Krasses, Chaotisches, Hässliches, Brüchiges darin sichtbar

wird, so liegt das weniger am Willen des Autors, als eben an der Zeit.“

Im Juli 1956 wurde das Verfahren eingestellt. | TS

KUNST & KULTUR

WISSEN KOMPAKT:

Arno Schmidt

Der 1914 in Hamburg geborene Arno

Schmidt arbeitete zunächst als Lagerbuchhalter.

Nach dem Zweiten Weltkrieg,

dessen Ende er in britischer Gefangenschaft

erlebte, machte er sich als

Übersetzer und Schriftsteller einen Namen.

Seine avantgardistischen Sprachund

Stilexperimente trafen immer wieder

auf leidenschaftliche Befürworter

und entschiedene Gegner.

Zu Schmidts bedeutendsten Arbeiten

zählen neben der Erzählung „Seelandschaft

mit Pocahontas“ der utopische

Roman „Die Gelehrtenrepublik“ (1957)

und sein Hauptwerk „Zettels Traum“

(1970). Arno Schmidt starb 1979 in Celle.

Buchtipp

Arno Schmidt: Seelandschaft

mit Pocahontas / Die Umsiedler,

Fischer-Verlag, 9,99 €

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51


KUNST & KULTUR

Wer Loest die

Probleme?

Der Autor Jan Decker bereitet zur

Zeit für Deutschlandradio Kultur ein

Feature vor, das sich mit Erich Loests

Osnabrücker Jahren (1981–1987) beschäftigt.

Arbeitstitel: „Erich Loest die

Probleme“ (so hieß es frech auf einer

Werbepostkarte des Steidl Verlags).

Die Ursendung findet am 7. November

2015 um 18.05 Uhr statt. Für das Feature

sollen alle Spuren, die Erich Loest

in Osnabrück hinterlassen hat, möglichst

genau rekonstruiert werden.

Decker hat bereits wichtige Zeitzeugen

befragt, so den emeritierten Germanistik-Professor

Heinrich Mohr, in dessen

Der bekannte Schriftsteller Erich Loest, wegen seiner oppositionellen

Haltung in der DDR großen Repressalien ausgesetzt, siedelte

1981 in die BRD über. Was nicht allen bekannt ist: Er ließ sich

in Osnabrück nieder. Es waren private Kontakte, die den Schriftsteller,

55 Jahre alt und mit einem Drei-Jahres-Visum für die BRD

ausgestattet, „vorläufig“ nach Osnabrück führten. Aus „vorläufig“

wurden sechs Jahre. Und Erich Loest schlug hier „Würzelchen“,

wie er in seinem Buch „Ein Sachse in Osnabrück“ schrieb.

ehemaliger Wohnung in der Natruper

Straße 8 Erich Loest 1977 zum ersten

Mal in Osnabrück übernachtete. Oder

Lennart Neuffer von der Buchhandlung

zur Heide, der sich noch gut an die

knorrige, ursächsische Art des Schriftstellers

Loest erinnern kann.

Mirella Libera vom Stadtarchiv ging

mit Decker die Adressbücher der

Loestschen Jahre in Osnabrück durch,

auf der Suche nach seiner ehemaligen

Osnabrücker Anschrift. Doch erst in

einer Zeitungsartikel-Sammlung zu

Erich Loest wurden sie fündig: Da hatte

Erich Loest einen Leserbrief an die

Neue Osnabrücker Zeitung geschrieben

und gezeichnet mit „Erich Loest

Schwanenburgstraße 50 Osnabrück“.

Bei dieser Spurensuche gilt es, jede

noch so kleinste Erinnerung an Erich

Loest zu einem möglichst konkreten

Gesamtbild zusammenzutragen.

Jan Decker sucht weiterhin Wissen

über Erich Loest in Osnabrück – oder

Erinnerungen an ihn. Auch wer Bekannte/Verwandte

hat, die Auskunft

über Erich Loest in Osnabrück (1981

1987) geben mögen, kann sich gern

bei Jan Decker per E-Mail melden:

jd.2000@t-online.de | RED

Bilder © www.wikimedia.org

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KUNST & KULTUR

Wieso flimmert‘s auf dem Lande?

Alljährlich gestalten der Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V. und die Film- und Bildungsinitiative e.V.

Bauernhöfe im Osnabrücker Land zu Open-Air-Kinos um. Das innovative Konzept lockt die Besucher

auf unterschiedliche Höfe in der Region und gewährt einen Einblick in moderne Landwirtschaftstechnik,

ermöglicht Feldumfahrungen mit dem Trecker und Einkäufe in den jeweiligen Hofläden.

Bilder © Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V.

An zwölf besonderen Orten im Osnabrücker

Land - vornehmlich Bauernhöfe

von Bersenbrück bis Melle-Suttorf, von

Bad Iburg bis Bad Essen - werden beim

diesjährigen „Sommerflimmern - Kino

auf dem Lande“ die Projektoren eingeschaltet.

Und das zum bereits 4. Mal.

Wer blickt über den Zaun?

Die Veranstalter haben das Programm

2015 unter das Motto „Über’n Zaun geblickt“

gestellt und laden zu einer vergnüglichen

filmischen Entdeckungsreise

ein: Wie feiert man in anderen Ländern?

Wie sieht das Alltagsleben woanders aus,

wie denken die Menschen, nach welchen

Mustern handeln sie? Welchen Sitten

und Gebräuchen folgt man in anderen

Erdteilen, welche Rituale und Denkweisen

bringen Menschen aus ihren Heimatländern

zu uns mit – oder gibt es

manchmal gar keine Unterschiede?

Neuere Filme wie „Monsieur Claude

und seine Töchter“ oder „Wir sind die

Neuen“, Fast-schon-Klassiker wie „Almanya

– Willkommen in Deutschland“

und „45 Minuten bis Ramallah“ oder

ältere cineastische Schätze wie „My Big

Greek Wedding“ oder „Alles auf Zucker“

bieten Einblicke in andere Kulturen –

Augenzwinkern inklusive.

Wie erleben Sehund

Hörbehinderte

Kinoatmosphäre?

Über eine Neuerung freut

sich besonders Gisela Otten

vom Verein „Hilfe für

hörgeschädigte Menschen

in Niedersachsen“: Zwei

der Filme unterstützen die

Nutzung der Smartphone-Apps

GRETA und STARKS, mit

denen Hörgeschädigten und Sehbehinderten

ein Filmgenuss ermöglicht

wird. Daraufhin entschloss sich die

Diplom-Sozialarbeiterin, die Vorprogramme

dieser Filme als Gebärdendolmetscherin

zu begleiten. Die beiden

Veranstaltungen am 17. Juli in der Hasemühle

Bersenbrück und am 22. August

auf dem Ferienhof Groneick in Gehrde

eignen sich also besonders für Hörgeschädigte

und Sehbehinderte. Für Menschen,

die sich mit einem Rollstuhl fortbewegen,

sind die beiden Vorstellungen

am 24. Juli im Fachwerk 1775 in Melle-

Wellingholzhausen und am 15. August

auf dem Schäferhof Todtenhaupt in Hilter

gut geeignet. Alle Veranstaltungsräume

sind ohne Stufen erreichbar und

die sanitären Anlagen rollstuhlgerecht

zugeschnitten.

Haben Dörfer

kulturell nichts zu bieten?

Diese Frage beantwortete die Initiative

„Deutschland - Land der Ideen“ der

Deutschen Bank. Im Rahmen der Preisverleihung

als „Ausgezeichneter Ort im

Land der Ideen“ heißt es: „Von wegen!

Mit ihrem „Sommerflimmern“ machen

der Landschaftsverband Osnabrücker

Land und die Film- und Bildungsinitiative

Bauernhöfe zu Lichtspielhäusern. So

füllen die Veranstalter längst nicht nur

das Vakuum, das geschlossene Kinos

hinterlassen haben. Mehr noch: Sie steigern

die touristische Attraktivität ihrer

Region. Landwirte öffnen ihre Höfe für

Stallbesichtigungen oder Konzerte und

präsentieren selbstgemachte kulinarische

Genüsse. Das lockt Städter aufs Land und

schafft Bewusstsein für den Wert ländlicher

Räume.“ | RED

Sonnenschein und gute Laune bei der Programmvorschau der

Organisatoren auf das „Sommerflimmern – Kino auf dem Lande 2015“.

WISSEN KOMPAKT:

Sommerflimmern 2015

Eintritt je 5,- € (ermäßigt 4,- €)

Kartenvorverkauf (empfohlen!):

Telefon 0 54 03 . 724 55-0

Das gesamte Programm online:

» www.sommerflimmern.de

53


FAMILIE & SOZIALES

Die Illustratorin und Kinderbuchautorin

Birte Müller ist zweifache Mutter. Dieser –

eigentlich ganz private – Umstand hat ihr

Schreiben verändert. Sohn Willi kam 2007

mit dem Down-Syndrom zur Welt, Tochter

Olivia mit dem Normal-Syndrom. Wie

Willi die Welt wahrnimmt und wie sich das

Leben mit einem behinderten und einem

nicht behinderten Kind auf die Familie

auswirkt, erzählt Müller in einem Buch für

Kinder und in einem für Erwachsene.

Das Bilderbuch „Planet Willi“ entführt uns in eine Welt,

in der viele Dinge ganz anders aussehen, als wir es gewohnt

sind. Hier zeigt uns Willi, was ihm wichtig ist, was er liebt

und was er gar nicht mag. Beim Besuch des Planeten sehen

wir unsere Welt plötzlich mit neuen Augen und lassen uns

gern von Willis Abenteuer- und Lebenslust

anstecken. Birte Müller wollte ein Buch

schreiben, „das für jedes Kind einfach

eine wilde, lustige und auch mal nachdenkliche

Geschichte erzählt, ganz ohne

als Problembuch aufzutreten.“ Das ist ihr

in diesem Fall ebenso gelungen wie in

„Willis Welt - Der nicht mehr ganz normale

Wahnsinn“ Hier bereitet Müller

das Thema für Erwachsene auf. Sie erzählt

von einem besonderen Familienalltag

- von anrührenden Begegnungen

und nervigen Kommentaren, aber auch von den

Selbstzweifeln einer Mutter, die sich ihr Leben vielleicht

etwas anders vorgestellt hat. Auf gut 200 Seiten

vereint die Autorin Nachdenklichkeit

mit viel Witz

und einer gehörigen Portion

Selbstironie. Und neben

Willi kommt natürlich auch

die „normale“ Olivia nicht

zu kurz. | RED

54

Bilder © Public Entertainment AG

WISSEN KOMPAKT

Lesen im Land der

Dichter und Denker

Lesen ist nicht nur der schnellste Weg

in die große und kleine, ernsthafte

und unterhaltsame Literatur, sondern

eine Schlüsselqualifikation der Moderne.

„Wer nicht richtig lesen kann, hat

schlechte Chancen in unserer Gesellschaft“,

schreibt die „Stiftung Lesen“.

Nach ihren Berechnungen sind rund

7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland

funktionale Analphabeten. Sie

verstehen den Sinn längerer Texte gar

nicht oder können keinen praktischen

Nutzen aus ihrer Lektüre ziehen.


FAMILIE & SOZIALES

„Lesen ist Denken mit fremdem Gehirn“, meinte der Philosoph

Arthur Schopenhauer. Doch wer liest, erlebt noch viel mehr:

Bücher entführen uns in fremde Welten, befeuern die Phantasie,

vermitteln neue Erkenntnisse und helfen vielleicht sogar bei der

Suche nach dem Sinn des Lebens. Vor allem aber macht Lesen

Spaß. Genau das will „Fabulara“ Kindern wieder vermitteln.

Der ebenso kauzige wie sympathische

“Yogi” arbeitet in einer Bibliothek, kümmert

sich aber auch abends um all die

Bücher, die unbedingt gelesen werden

wollen. In seiner Fantasie träumt sich

Yogi durch die Geschichten aus 1001

Nacht, reist in 80 Tagen um die Welt

oder erkundet mit Peter Pan das geheimnisvolle

„Nimmerland“, wo man nur an

etwas glauben muss, damit es tatsächlich

geschieht.

In Yogis Bibliothek werden Träume

wahr und Phantasien lebendig. So wie

“Baba Book” und “Laila Musica”, die eines

Tages aus einem Buch herausgefallen

sind. Welches das war, wissen sie leider

nicht mehr und so machen sich der kleine

Drache Baba und die exzentrische

Möchtegern-Prinzessin Leila mit ihrem

Freund Yogi auf eine abenteuerliche Reise

durch die Wunderwelt der Bücher.

Während der Suche stoßen die Drei auf

immer neue Geschichten – „Max und

Moritz“, „Huckelberry Fin“ oder „Bibi

& Tina“. Und sie entdecken eine weitere

Leidenschaft, denn auch die Musik

kann sie in fremde, faszinierende Welten

entführen.

So entsteht „Fabulara“, ein stimmungsvolles

Bühnenprojekt, das mit

bekannten Geschichten, Märchen und

Büchern spielt, die musikalisch in Szene

gesetzt und kindgerecht vorgestellt

werden.

Der Moderator, Sänger und Entertainer

Jürgen Eick wurde bereits 1985

mit dem RTL-Hörzu-Nachwuchspreis

ausgezeichnet und spielte zehn Jahre

an der Freilichtbühne Tecklenburg.

Eick schrieb die Texte für das Fabulara-Projekt,

komponierte aber auch die

eingängigen Songs für Yogi, Baba Book

und Laila Musica.

Die Bühnenshow ist derzeit auf

Deutschland-Tournee und begeistert

große und kleine Kinder an ganz

unterschiedlichen Orten. Das Programm

eignet sich für Kindergärten

und Grundschulen, kann aber auch

bei Stadtfesten oder Betriebsfeiern und

natürlich in Buchhandlungen oder

Bibliotheken präsentiert werden. Außerdem

ist das neue Album „Wunderland“

im Fabulara-Online-Shop und

bei iTunes erhältlich. | RED

Weitere Informationen & Termine:

» www.fabulara.de

55


FAMILIE & SOZIALES

Eigentlich war der Wallenhorster Jens Mehring,

Geschäftsführer von EventAttraktion.de, nur auf der

Suche nach einem Highlight für sein Unternehmen.

Nun ist er Besitzer der weltweit größten, transportablen

Hüpfburg der Welt – der Big Mama.

WISSEN KOMPAKT:

Luftburg oder Hüpfburg?

Die Hüpfburg hat ihren Ursprung in

der „Luftburg“, die 1977 von der Österreicherin

Elisabeth Kolarik erfunden

wurde. Diese wollte eine aufblasbare

Spielwiese, die im Kinderzimmer ihrer

Tochter Marianne aufgestellt werden

konnte, entwickeln. Der englische Hersteller,

bei dem die Entwurfspläne in

Auftrag gegeben worden waren, verwechselte

jedoch die Maßangaben,

wodurch die Burg aus Heißluftballonstoff

2,54 Mal so groß geriet wie beabsichtigt.

Die Burg konnte nur im Freien

verwendet werden.

Elisabeth Kolarik entschied sich daraufhin,

weitere Burgen zu entwickeln und

diese zu vermieten oder zu verkaufen.

Der Name „Luftburg“ ist markenrechtlich

geschützt, wodurch Konkurrenzprodukte

üblicherweise die Bezeichnung

„Hüpfburg“ erhalten.

Im August 2013 war Jens Mehring bei der

Suche nach neuen Event-Modulen auf ebay

zufällig auf die Seite der holländischen Firma

„Viva Inflatables“ gestoßen. Dort entdeckte er

die Big Mama, konnte jedoch zunächst seinen

Augen nicht trauen. „Zuerst dachte ich, das

ist eine Fotomontage“, erinnert sich Mehring.

Als sich das Objekt jedoch als riesige Hüpfburg

entpuppte, entschloss er sich, diese zu

kaufen. Dass das erworbene Highlight gleich

die größte Hüpfburg der Welt ist, sei nicht geplant

gewesen: „Es ist einfach so entstanden.

Manchmal braucht man halt auch Glück.“

Zuvor war die Big Mama bei „Viva Inflatables“

von einem russischen Millionär in Auftrag gegeben

worden, der sich die weltgrößte Hüpfburganlage

der Welt für sein Firmenjubiläum

wünschte. Nach der Feier kam die Hüpfburg

noch zwei Mal auf Kindergeburtstagen zum

Einsatz – dann wollte sie der russische Millionär

nicht mehr. Jens Mehring nutzte seine

Chance: „Nach einer ersten Anfrage habe ich

sie innerhalb von 24 Stunden gekauft und

nach einer Woche in Holland abgeholt.“

Der Transport nach Deutschland verlief reibungslos.

Da der holländische Hersteller

mehrmals darauf hinwies, dass die Hüpfburg

wirklich groß sei, ging Jens Mehring mit einem

LKW inklusive Anhänger auf Nummer

sicher. Erfreulicherweise konnte so das 40 mal

20 Meter große Spielparadies, das insgesamt

auf ein Gewicht von 4 Tonnen kommt, nach

Deutschland gebracht werden. Die 800 Quadratmeter

große Spielfläche ist zudem mit

8 Metern doppelt so hoch wie eine normale

Burg und kann 300 Kinderherzen auf einmal

hüpfen lassen.

Jedoch braucht man für den Aufbau einen

Arbeitstag, einen Radlader, mindestens 5 Personen

und einen 63 Ampere-Stromanschluss.

Der Aufbau und die Betreuung der Big Mama

ist sehr aufwendig, daher soll sie auch ein

seltenes Highlight bleiben. Dennoch kommt

die Hüpfburg auch in diesem Jahr, am

6. September 2015, beim Kinder-und Familienfest

der Bürgerstiftung Wallenhorst mit

ihren Tunneln, Rutschen und Klettereinheiten

zum Einsatz. Im Jahr 2014 hatte Big

Mama dort ihren ersten Auftritt – mit 16.500

Besuchern an nur einem Tag.

Auch, wenn die Big Mama laut schriftlicher

Bestätigung des „Guinness-Buchs der

Rekorde“ schon jetzt die größte Hüpfburg

der Welt ist, plant Mehring in den nächsten

zwei bis drei Jahren eine Erweiterung. Da Big

Mama aus fünf Einzelmodulen besteht, ist

die Dschungellandschaft ausbaufähig. „Wir

haben schon mit dem Hersteller gesprochen,

das ist alles kein Problem“, so Jens Mehring.

| LM

Bilder © Jens Mehring

56


Hallo, wie geht‘s?“

"

SCHÖNE GRÜSSE & GOLDENES BUCH

Eine zwiespältige Stimmungslage vermittelt diese Postkarte, die 1950 aus der

Sommerfrische in Schledehausen nach Weener an der Ems geschickt wurde.

Bild Prince Charles: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Carlos_de_Gales_%282011%29.jpg, Unterschriftenbild: Stadt Osnabrück

Wer trug sich ins

Goldene Buch ein?

Teil 10: Charles, Prince of Wales

Die Schreiberin schwärmt von der

herrlichen Gegend und begeistert sich

insbesondere für die vielen Blau- und

Erdbeeren, „die man bei uns in W. gar

nicht sieht“. Trotzdem liegt ein schwerer

Schatten über den Urlaubstagen

– die Absenderin hat nach eigenem

Bekunden „so viel Trauriges erlebt,

das man sich davon gar nicht erholen

kann“.

Das Motiv zeigt eine Totale der früheren

Samtgemeinde Schledehausen, die

1972 im Zuge der niedersächsischen

Gebietsreform mit der Samtgemeinde

Bissendorf-Holte zusammengelegt

wurde. Heute ist Schledehausen – wie

Bissendorf, Ellerbeck, Holte-Himbergen,

Jeggen, Linne, Natbergen, Nemden,

Schelenburg, Uphausen-Eistrup,

Waldmark, Wersche, Wissingen und

Wulften – ein Ortsteil der Gemeinde

Bissendorf. | TS

Charles Philip Arthur George ist Prince of Wales, Duke of

Cornwall und Inhaber einer Menge weiterer Titel. Doch als

sich der 22-Jährige am 26. Februar 1971 ins Goldene Buch

der Stadt Osnabrück eintrug, beließ er es beim schlichten

„Charles“ – mit Punkt und Unterstrich.

Der britische Thronfolger besuchte als Colonel-in-Chief „sein“

Royal Regiment of Wales, das von 1969 bis 1973 (als Charles

nochmals in die Hasestadt reiste) in Osnabrück stationiert war.

Private Fotoaufnahmen zeigen den königlichen Besuch, während

er in einem Panzer über das britische Übungsgelände

in Atter fährt. Beglaubigten Gerüchten zufolge soll Charles

aber auch einen Hubschrauber auf dem Fußballplatz der

Quebec-Kaserne gelandet haben. | TS

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Welcher gärtnerisch

Fluss fließt

durch Osnabrückte

bearbeite-

Fläche

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Bestandteil

eines

Stuhls

12

3

6

7

1

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Einsendeschluss: 4. September 2015.

Die Gewinner werden benachrichtigt.

Sollten mehr richtige Antworten eingehen

als Preise zur Verfügung stehen, entscheidet

das Los. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen,

keine Auszahlung der Preise in bar.

Das Redaktionsteam wünscht viel Erfolg!

Schicken Sie uns ganz einfach das

Lösungswort per E-Mail an:

gewinnspiel@osnabruecker-wissen.de

Alternativ auch gerne per Post:

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Stichwort OsWi-Gewinnspiel

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