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Plastik-Abfall tötet Tiere: Robben verletzen sich, Fische fressen winzige Plastikteile, Albatrosse wachsen inmitten von Plastik auf. (Bilder: The Clipperton Project, Markus E

fällen, den Plastikmüll an die Strände, wo

sie von den Wellen erfasst und mit den Strömungen

ins offene Meer getragen werden.

Nach Schätzungen von Wissenschaftlern

enden rund 28 Millionen Tonnen in den

Meeren, das sind 10 Prozent des gesamten

Plastiks (Thompson, 2006). Von diesen 28

Millionen Tonnen treiben rund zwei Drittel

in den offenen Ozean (Lebreton et al., 2012).

Im Meer werden die Eigenschaften, die

Plastik an Land so begehrt machen, besonders

ersichtlich – aber leider im negativen

Sinn. Seine Leichtigkeit verschafft dem

Plastik einen Auftrieb, wenn er ins Wasser

gerät. Geschieht dies im Meer, treibt der Gegenstand

mit der Strömung für lange Zeit an

der Oberfläche oder knapp darunter.

Dank seiner Widerstandsfähigkeit baut sich

Plastik nur langsam ab – man spricht von

mehreren hundert bis zu mehreren tausend

Jahren – und sinkt auch entsprechend langsam.

Wenn diese Kunststoffteile in Strömungswirbel

geraten, bilden sich regelrechte

Plastikteppiche mit riesigen Ausmassen.

In solchen Gebieten finden sich bis zu 2,5

Kilogramm Kunststoffmüll pro Quadratkilometer,

was 72 Eineinhalb-Liter-PET-Flaschen

entspricht. Tendenz jährlich um weitere

hunderttausende von Tonnen steigend,

weil die weltweite Produktion von Plastik

jährlich um 3 bis 4 Prozent zunimmt.

Die bisher untersuchten Gebiete finden wir

heute im Nordpazifik, im Atlantik beidseits

des Äquators und im südlichen Indischen

Ozean. Doch auch die polaren Regionen

sind nicht von diesem Problem verschont.

So gelangen nach Schätzungen von Wissenschaftlern

zwischen 62’000 und 105’000

Tonnen Plastik jährlich in den arktischen

Ozean (Zarfl & Matthies, 2010). Dort werden

die Teile entweder an die Strände geschwemmt,

sinken in die Tiefe ab oder werden

im Eis eingeschlossen. Insgesamt hängt

das «Schicksal» der Plastikteile stark von

ihrer Grösse ab.

Mikro und Makro

Plastikmüll ist nicht gleich Plastikmüll. Die

Wissenschaft und die Umweltorganisationen

unterscheiden zwischen Makro- und

Mikroplastik, also zwischen grossen und

kleinen Plastikteilen. Ab einer Grösse von 5

und mehr Millimetern gelten die Bruchteile

als gross. Alles, was kleiner ist und nicht

mehr von blossem Auge erkennbar, gilt als

Mikroplastik. Lange Zeit wurde der Makroplastik

als Hauptproblem erachtet – weil

man ihn sieht und die Gefahr der unsichtbaren

Teile nicht einschätzen konnte.

Wenn Plastiktüten, Plastikstühle und PET-

Flaschen im Meer treiben, sind sie der Witterung

und den Wellen ausgesetzt. Durch

Sonneneinstrahlung, Temperaturschwankungen

und Wellenbewegungen werden sie

in immer kleinere Teile zerbrochen. Auch

der Mikroplastik wird immer weiter miniaturisiert,

bis er nur noch unter dem Mikroskop

erkennbar ist.

Mikroplastik entsteht allerdings nicht nur

durch mechanische Zerkleinerung, sondern

auch in der Industrie: Er ist in vielen Produkten

wie Shampoos, Duschgels, Reinigungsmitteln

und anderen Dingen des täglichen

Bedarfs enthalten. Die Grösse solcher

Plastikteile liegt häufig im Mikrometerbereich.

Eine «Kassensturz»-Sendung des

Schweizer Fernsehens machte im Januar

2014 auf diesen Umstand aufmerksam.

Warum die Hersteller ihren Shampoos und

Reinigungsmitteln Mikroplastik beifügen,

konnte jedoch nicht eruiert werden...

Eine weitere Form von Mikroplastik findet

sich in den synthetischen Fasern von Kleidungsstücken.

Diese werden durch Waschen

und Tragen freigesetzt und können von den

Kläranlagen meistens nicht herausgefiltert

werden: Sie landen letztlich in der Umwelt,

meist im Meer. Hier treiben sie unbemerkt

an oder unter der Oberfläche in die abgelegensten

Orte, unter anderem in die Arktis.

Der lange Weg nach Norden

Dies geschieht vor allem durch die Strömungen,

die sich aus den unterschiedlich hohen

Meeresspiegeln der umgebenden Gewässer

ergeben. Der arktische Ozean steht in der

Beringstrasse mit dem Pazifik und in der Barentssee

mit dem Atlantik in Verbindung.

Der Pazifik hat den höheren Meeresspiegel

und somit auch die grösseren Wassermassen

als der Atlantik. Der Austausch der beiden

Gewässer erzeugt eine Strömung, die den

Plastikmüll in die Arktis schwemmt.

Die Autoren der Studie, die dieses Phänomen

untersuchten (Goldstein et al., 2012),

vermuten, dass daher der Grossteil des Mikroplastiks

in der Arktis aus dem Bereich des

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