MOTORRAD 25/2015

motorrad.magazin

25 27. 11. 2015

www.motorradonline.de

BMW

R nineT

Scrambler

YAMAHA

MT-10

NEUHEITEN 2016

ZU

GEWINNEN

BMW

R nineT

Scrambler

ODER

Motorrad

des Jahres 2016

LESERWAHL

SUZUKI

KTM

HONDA 1290 Super

Africa Twin

MOTO GUZZI

MGX-21

Flying Fortress

Duke GT

GSX-R 1000

SUZUKI

SV 650

DUCATI

DUCATI

XDiavel

Multistrada

1200 Enduro

KTM

1290

Super

Duke GT

ODER

SUZUKI

GSX-R 1000

sowie viele weitere Preise im Gesamtwert

von rund 43 000 Euro!

KAWASAKI

ZZR 1400

DUCATI

Scrambler

Sixty2

YAMAHA

XSR 900

Deutschland 3,90 €

Österreich 4,40 € Schweiz 7,70 sFr

BeNeLux 4,60 € Finnland 5,90 € Griechenland 5,70 €

Italien 5,20 € Slowenien 5,20 € Spanien 5,20 €

Kanaren 5,40 €


VERGISS DEN DURCH-

SCHNITT UND ENTDECKE

DAS AUSSERGEWÖHNLICHE

ie KTM 1290 SUPER ADVENTURE ist genau das Richtige für alle, die mehr verlangen.

D Assistenzsysteme der nächsten Generation sowie der leistungsstärkste Motor seiner

Klasse machen dieses Bike zu der neuen Benchmark für Reiseenduros. Mit modernster

Ausstattung wie semi-aktivem Fahrwerk von WP, dem weltweit ersten LED-Kurvenlicht, der

Motorrad-Stabilitätskontrolle MSC mit optimaler ABS-Regelung auch in Schräglage oder

Offroad, Tempomat und vielem mehr – unerreichte Sicherheit und überragender Komfort.

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Foto: R. Schedl Schutzkleidung tragen und die anwendbaren Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung beachten! Die abgebildeten Fahrzeuge können in einzelnen Details vom Serienmodell abweichen und zeigen teilweise Sonderausstattung gegen Mehrpreis.


Z

T

U

H

M

E M A

Später als üblich war sie dieses Jahr,

die Mailänder Messe EICMA. Um zwei

Wochen nach hinten verschoben und

damit nicht mehr in der gewohnten

Ausgabe 24 von MOTORRAD zu finden. Dafür

kommt es jetzt dicke: Alle Neuheiten für die

Saison 2016 finden sich ab Seite 8 – und natürlich

stehen sie auch gleich schon zur Wahl zum

„Motorrad des Jahres 2016“ (ab Seite 64).

Was fällt auf? Einige Marken weiten ihre

Palette aus. Ganz vorn dabei: Ducati. Mit dem

sinnigen Slogan „More than Red“ startet der

italienische Hersteller in deutschem Besitz eine

spektakuläre Modelloffensive. Mit der XDiavel,

der Scrambler Sixty2 und der Multistrada 1200

Enduro betritt Ducati Neuland und entwickelt

sich immer mehr in Richtung Vollsortimenter.

Ein Weg, den BMW schon länger geht und nun

mit der Einsteiger-Maschine G 310 R und dem

Retrobike R nineT Scrambler weiter beschreitet.

Lebenszeichen senden die japanischen

Hersteller. Allen voran Yamaha, die ihre erfolgreiche

MT-Baureihe um eine kleine MT-03 und

eine starke MT-10 erweitern. Auch das Dreizylinder-Retrobike

XSR 900 dürfte zahlreiche

MORE

THAN

RED

Ducati-Boss Claudio

Domenicali stellt die

Italo-GS, die Multistrada

Enduro vor

Breites Angebot:

So wollen die

Hersteller

wachsen

Chefredakteur Michael Pfeiffer über

die Neuheiten der Mailänder Messe

und Ducatis neue Modell-Strategie

Fans finden. Honda schickt jetzt endlich die

neue Africa Twin mit 1000-Kubik-Motor ins

Rennen, Suzuki zeigte eine fast fertig entwickelte

neue GSX-R 1000 und Kawasaki

präsentierte eine modellgepflegte ZZR 1400.

Highlights gab es also viele in Mailand.

Wenn auch alle Hersteller darauf hinweisen,

dass nächstes Jahr noch viel mehr kommen

wird. Dann gilt die Euro4-Homologation mit

strengeren Abgas- und Geräuschvorschriften,

die zurzeit viele Kapazitäten bindet.

Ich bin gespannt, wie Ihnen, liebe Leserinnen

und Leser, die neuen Maschinen gefallen.

Machen Sie also mit bei der großen Leserwahl

zum „Motorrad des Jahres 2016“. Es kann sich

für Sie lohnen. Wir haben wieder eine Menge

attraktiver Gewinne für Sie bereitgestellt.

Herzlichst Ihr

Foto: Ducati

Motorräder

in diesem Heft Heft:

30 Aprilia Tuono V4 1100

58 Black Douglas Sterling Autocycle

12/28 BMW G 310 R

12 BMW F 800 GS

27 BMW S 1000 eRR

12/64 BMW R nineT Scrambler

30 BMW R 1200 GS

46 BMW K 1300 S

27 CCM 450 GP Adventure

10 Ducati Scrambler Sixty2

30 Ducati Scrambler

10 Ducati Scrambler Flat Track Pro

10 Ducati Hypermotard 939

10 Ducati 959 Panigale

10 Ducati Multistrada

1200 Enduro

10 Ducati XDiavel/S

30 Harley-Davidson Forty-Eight

16 Honda Integra

16 Honda CB 500 R

16/30 Honda NC 750 X

16 Honda Africa Twin

46 Honda VFR 1200 F

28 Honda Gold Wing

24 Husqvarna Vitpilen 701

22 Indian Scout Sixty

30 Kawasaki ER-6f/n

24 Kawasaki ZZR 1400

14 KTM 690 Duke

30 KTM 690 SMC R

14/64 KTM 1290 Super Duke GT

20 Moto Guzzi V7 II Stornello

20 Moto Guzzi V9 Bobber

20 Moto Guzzi V9 Roamer

20 Moto Guzzi MGX-21

Flying Fortress

24 MV Agusta Brutale 800

44 Penner-Triumph Rocket III

22 Suzuki VanVan 200

22 Suzuki SV 650

30 Suzuki GSR 750

46 Suzuki GSX-S 1000 F

22/64 Suzuki GSX-R 1000 R

30 Triumph Tiger 800

18 Triumph Tiger Explorer

18 Triumph Bonneville T120

18 Triumph Speed Triple R

8 Yamaha MT-03

30 Yamaha MT-07

128 Yamaha FZ 750

8 Yamaha XSR 900

8 Yamaha MT-10

82 Yamaha BT 1100 Bulldog

www.motorradonline.de

ZUM THEMA 3


Charme der Nostalgie

Vorstellung Black Douglas

Sterling: Ein Motorrad wie

von vorgestern

58

Neuheiten 2016

BMW präsentiert die Scrambler-Version der R nineT,

Ducati stellt die Multistrada 1200 Enduro sowie neue

Scrambler-Varianten und eine atemberaubende

XDiavel vor. Yamaha enthüllt überraschend die MT-10

auf R1-Basis, Suzuki endlich die neue GSX-R 1000

Mitmachen lohnt sich

Motorrad

des Jahres 2016

Über 200 Modelle

stehen zur

großen Leserwahl

bereit.

Wertvolle Preise

winken

8 64

African Dream

Namibia ist ein Lebensraum

voller Superlative und ein

Traum für Motorradfahrer

94

Schatztruhe

Einmalige Sammlung

britischer und italienischer

Twins und Triples

Konzeptvergleich Sporttourer

104

BMW K 1300 S, Suzuki GSX-S 1000 F und Honda VFR 1200 F: Wer trifft

die goldene Mitte zwischen Sport- und Tourentauglichkeit am besten?

Das große Duell in der nach wie vor quicklebendigen Allzweckklasse 46

Fotos: Remi Dergagen, fact, mps-Fotostudio, Joerg Reuther, Michael Schümann, 2snap, Joachim Welding, Hersteller

Titelfotos: Hersteller

4 INHALT 25/2015


I N H A L T 25/2015

NEUHEITEN

8 Alle neuen Modelle von der EICMA

Von BMW bis Yamaha: Die aktuellen

News der wichtigsten Marken von

der weltweit größten Motorradmesse

in Mailand

NEWS

26 Krach zwischen Alpinestars und

Dainese; GasGas ist verkauft; BMW

will mit kleinen Maschinen weltweit

wachsen; Rückruf für Honda Gold Wing

TEST+TECHNIK

30 Die größten Marken und ihre

Bestseller

Was zeichnet die zehn Topmodelle der

größten Hersteller aus, und warum

liegen sie in der Käufergunst vorne?

44 Test kompakt

Fahrbericht Ulf Penner Triumph

Rocket III

46 Vergleichstest Sporttourer

BMW K 1300 S, Honda VFR 1200 F und

Suzuki GSX-S 1000 F im Konzeptvergleich

58 Vorstellung Black Douglas Sterling

Luftgekühlter Einzylinder im Stil der

20er-Jahre mit Technik von heute

64 MOTORRAD-Leserwahl

Wählen und gewinnen: Ihre Favoriten

aus mehr als 200 Modellen mit Foto und

technischen Daten. Mitmachen lohnt

sich – als erster Preis winkt eine BMW

nineT Scrambler, eine KTM 1290 Super

Duke GT oder eine Suzuki GSX-R 1000

PRODUKTTEST

78 Vergleichstest Sturmhauben

Ein Dutzend Exemplare müssen zeigen,

ob sie wirkungsvoll vor eisigem Fahrtwind

schützen und ob Passform sowie

Tragekomfort stimmen

GEBRAUCHTMARKT

82 Yamaha BT 1100 Bulldog

Für Motorradfahrer, die eine kraftvolle

Maschine ohne Schnickschnack mit

aufrechter Sitzhaltung suchen, ist der

Zweizylinder heute ein Top-Tipp

LEBEN

94 Michael Martins Motorrad-

Abenteuer, Teil 5: Namibia

Die älteste Wüste der Welt – die Namib –

fasziniert mit einer ungeheuren Vielfalt

an Landschaften, Tieren und Völkern

104 Einmalige Legenden-Sammlung

Das Motorradmuseum

Twins & Triples an der

deutsch-dänischen

Grenze birgt Schönheiten

italienischer

sowie britischer Provenienz

und die schnellsten

Bikes aus den 60er- und 70er-Jahren

108 Tourentipp Oberpfalz

In der wenig bekannten Region im

Osten Bayerns lohnt eine herbstliche

Entdeckungsfahrt mit Abstechern

ins benachbarte Tschechien

RATGEBER

114 Kaufen, Recht, Wissen

Ausprobiert: Individuelles Felo-Werkzeugset.

Neue zweiteilige Damen-

Kombi von Schwabenleder; sieben heiße

Büchertipps auch mal über den Motorrad-Tellerrand;

Indian-Accessoires

SPORT

118 Grand Prix-Saisonrückblick

Eine grandiose MotoGP-Saison ging

mit einem kuriosen Finale zu Ende. Doch

es gab nicht nur die viel diskutierten

Störfeuer des spanischen Wunderkinds

im Titelkampf, sondern auch großartige

Leistungen und berührende Momente

in allen drei Klassen

126 Sport kompakt

Superbike-WM-Tests in Aragón/E;

MotoGP-Tests und Moto2-Tests in

Valencia/E; Supercross in München;

Straßenrennen in Macau

RUBRIKEN

3 Zum Thema

6 Leserbriefe

62 MOTORRAD-Helden-Club

85 MOTORRAD-Kleinanzeigenmarkt

128 Rückspiegel/Impressum

129 Comic – die vorletzte Seite

130 Vorschau

TOP TEN

BIKES

2015

So sehen Sieger aus: Diese

30

Modelle waren in diesem

Jahr die Bestseller

MotoGP-Rückblick

Jorge Lorenzo jubelt:

Das war nur ein Aspekt

einer tollen Saison 118

Warm anziehen

Zwölf Sturmhauben im Vergleich:

Welche trotzt Wind

und Wetter am besten? 78

Aktueller

Titel

Diese Ausgabe gibt es auch digital als E-Magazin und E-Paper.

Mehr Infos: www.motorradonline.de/digital


L E S E R P O S T

Noch Sport?

Report GP-Finale in Valencia

MOTORRAD 24/2015, Seite 114

Schade, dass die MotoGP-WM am

Schluss etwas unfair entschieden wurde.

Vorweg: Ich bin Rossi-Fan, und ich sehe

Jorge Lorenzo nicht als unwürdigen

Weltmeister. Er hat alles richtig gemacht.

Aber das hätte wohl nicht geklappt,

wenn sein Landsmann Marc Márquez

nicht mitgeholfen hätte. Sorry, aber

fairer Rennsport sieht anders aus. Wollen

wir hoffen, dass nächstes Jahr alle

wieder für ihren eigenen Titel fahren.

Johann Dexl, Bergkirchen

Ist die MotoGP wirklich die Formel 1 auf

zwei Rädern? Das letzte Rennen hat

gezeigt: Ja! Diese manipulierten Rennentscheidungen

war ich bisher nur von

der Formel 1 gewohnt. Ich frage mich,

wie der Arbeitgeber Honda mit Márquez

umgeht, wenn er einen greifbaren

Rennsieg hergibt, um seinen Kumpel

Lorenzo – selbst gegen seinen Teamkollegen

Pedrosa – zu unterstützen. Schön

ist das nicht mit anzusehen. Valentino

Rossi hat auch so seine Momente, aber

das Rennverhalten von Márquez in den

letzten drei Rennen zeigt mir, dass Rossi

absolut recht mit seiner Verschwörungstheorie

hatte.

Andreas Kleineidam, Riedhausen

Offensichtlicher als in Valencia geht es ja

wohl nicht mehr. Was hat das noch mit

Sport und Fairness zu tun? Márquez hat

bei mir alle Sympathien verspielt.

Stefan Kuckert, Frankfurt am Main

Rossi vs. Márquez – ein Duell, das

Rennsportgeschichte schreibt. Auch

weil viele es so unsportlich finden

Wenn zwei Repsol-Hondas so sehr Einfluss

auf den Ausgang einer Weltmeisterschaft

nehmen und nicht mehr richtig

attackieren, ist das dann noch Sport, für

den ich viel Geld ausgeben soll? Nicht

falsch verstehen, Jorge Lorenzo ist wohlverdienter

Weltmeister. Aber nur durch

Schützenhilfe der Spanier und von Honda.

Ich war erst enttäuscht, als ich erfahren

habe, dass der Sachsenring-GP verschoben

wird (vom 10. auf jetzt 17. Juli

2016, Red.) und wir aus terminlichen

Gründen nicht hinkönnen. Nun bin ich

fast froh. Schade für den Sport!

Frank Seipel, Lingen

Auf Knien

Honda Concept-Monkeys

auf der Tokyo Motor Show

MOTORRAD 22/2015, Seite 12

Hallo, bittet Honda auf Knien, diese Dinger

nach Deutschland zu bringen! Einen

Käufer hätten sie auf alle Fälle.

Manfred Pfeiffer, Rettenbach

Große Modelle

Neue Moto Guzzis

MOTORRAD 22, 24/2015, Seite 20, 12

Ich bin seit vielen Jahren Moto Guzzi-

Fan. Jetzt gibt es schon wieder eine

neue Variante der V7. Darüber freue ich

mich. Nur verstehe ich beim besten

Willen nicht, warum seit vielen Jahren

die V11 Classic nicht gebaut wird. Vielen

gestandenen Motorradfahrern sind

die kleinen Guzzi-Modelle etwas zu

schwachbrüstig, 70 bis 90 PS sollten es

schon sein. In der Vergangenheit war

es immer so, dass sich das große Moto

Guzzi-Modell in erheblich größeren

Stückzahlen verkaufen ließ als das kleinere

Modell. Wieso werden diese Gegebenheiten

nicht von den Managern

erkannt? Betreibt Guzzi ein

Management by Jeans (an

den entscheidenden Stellen

sitzen die größten Nieten)?

Oder bin ich der Spinner?

Andreas Mensing, Hofheim

Old School

Neue Triumph-

Klassik-Twins

MOTORRAD 23/2015,

Seite 8

Ich weiß nicht, warum das

Pre-Unit-Gehäuse (optische

Trennung von Motor und

Getriebe, Red.) besondere

Foto: 2snap

Erwähnung findet, denn das

haben die Vorgängermodelle

ebenfalls. Auch die im Vergaserge

häuse untergebrachte Einspritzung ist

ein alter Hut. Das grundsätzliche Äußere

der neuen Triumph-Classic-Twins hat

sich nur in Nuancen verändert. Die

Seiten ansichten der alten und neuen

T120 Bonneville nehmen sich nicht viel.

Es mag sein, dass die Oberflächen der

Neuen eine bessere Haptik haben, aber

sonst hat sich da nicht viel getan. Ich

kann nur hoffen, dass sie dann auch aus

Metall sind und nicht aus Plastik. Das hat

Triumph leider bei den alten Modellen

bei den Seitendeckeln gemacht.

Stephan Dieneck, Berlin

Mir geht das Herz auf. Was für ein wunderschönes

Motorrad auf dem Titelbild!

So habe ich mir das immer vorgestellt.

Und jetzt ist sie da, die neue Triumph

Thruxton R. Ich bin schon ein älteres

Semester, und die meisten der heutigen

Motorräder sprechen mich nicht an. Die

R 1150 R ist verkauft, ich denke, ich eile

im nächsten Frühjahr zum Händler. „Modern

Classic“ heißt das heute, ich kann

also mit meinem Geschmack gar nicht

so danebenliegen. Danke an Triumph

und an Euch für Euer „Old-school“-Verständnis.

Norbert Gröning, Eschweiler

Herr Schäuble

Zentralgriechische Gebirge offroad

MOTORRAD 23/2015, Seite 84

Falls die sechs Wilden wieder nach Griechenland

kommen, spendiere ich Ouzo.

Nein, nicht eine Runde, sondern Flatrate.

Für „Herrn Schäuble“ gibt’s ein extra

großes Glas.

Georgios Klavriakidis, Serres/

Griechenland

Danke für den schönen Reisebericht. Ich

bin im Frühjahr 2014 im Pindos-Gebirge

gefahren und kann nur sagen: Die Wirklichkeit

übertrifft die sehr schönen Fotos

bei Weitem. Als Straßenkarten kann ich

die Road Editions im Maßstab 1 : 200 000

bzw 1 : 250 000 empfehlen: www.road.gr

Konrad Ehmann, Remshalden

Mit Fass verblüffen

30 Jahre Yamaha Vmax

MOTORRAD 21/2015, Seite 52

Mit großem Interesse habe ich den Artikel

über die Vmax gelesen. Insbesondere,

nachdem seit drei Monaten die aktuelle

in der Garage steht. Der Kindertank mit

15 Maß landete auf dem Müll und wurde

6 LESERPOST 25/2015


durch das 24,5-Liter-Fass von Schwabenmax

ersetzt. Sehr empfehlenswert, wenn

man die alten Hasen seiner Motorradfreunde

mit dem „geringen Verbrauch“

der Vmax verblüffen will.

Peter Schraml, Tröstau

Oft vergessen

Harley gegen Guzzi

MOTORRAD 23/2015, Seite 44

Im Artikel schreibt Johannes Müller, dass

die Guzzi „…immerhin der dickste Twin

aus Old Europe“ ist. Das ist leider falsch.

Den dicksten Twin hat die Triumph

Thun derbird 1700 mit 1690 Kubikzentimetern.

Leider wird der in Europa so

traditionelle Paralleltwin-Motorenbau

oft völlig vergessen. Sonst prima Artikel.

Bernhard Delakowitz, Schutterwald

Pro-Contra

Vergleich Naked Bikes

MOTORRAD 23/2015, Seite 18

Habe ich das richtig verstanden, dass der

Kawasaki Z 800 Punkte abgezogen wurden

wegen nicht serienmäßiger Reifen,

die BMW aber als Zusatzausstattung hatte,

die ihr Punkte einbrachte?

Markus Brühl, Klipphausen

Ich will bewusst nicht die mittlerweile

seit mehreren Jahren geführte Pro-Contra-BMW-Debatte

aufwärmen, aber Folgendes

bedarf meines Erachtens einer

Erklärung: Im Test wird mehrfach darauf

hingewiesen, dass die Kawasaki Z 800

mit den aufgezogenen Bridgestone-

Reifen deutlich besser harmoniert als

mit den Dunlops der Erstbereifung.

Dies wurde aber nicht in der Bewertung

berücksichtigt, da die Fahrzeuge stets

im Serienzustand bewertet werden.

Die BMW F 800 R hingegen wird mit

Sonderzubehör im Wert von 1560 Euro

ausgestattet, befindet sich also auch

eindeutig nicht mehr im Serienzustand,

und kann dadurch vieles besser

bzw. erhält entsprechend bessere

Bewertungen.

Stephan Leutze, Neunkirchen-Seelscheid

Grundsätzlich möchte MOTORRAD in Tests Maschinen

in serienmäßigem Zustand vergleichen.

Also so, wie der Kunde sie beim Händler kaufen

kann. Dazu gehören u. a. die Erstausrüstungsreifen.

Allerdings stellen uns die Hersteller/Importeure

die Testmaschinen häufig mit viel Sonderzubehör

zur Verfügung, das unter Umständen in

die Bewertung einfließt. Diese Möglichkeit, Testmaschinen

mit Zubehör aufzuwerten, hat jeder

Hersteller. Davon machen viele auch Gebrauch.

Testmaschinen – nicht nur die von BMW – haben

oft Hauptständer, höhere Verkleidungsscheiben,

Navis oder Gepäcksysteme. Der Aufpreis für das

Sonderzubehör fließt selbstverständlich in die

Preis-Leistungs-Note ein. Bei den Reifen gibt es

jedoch keine Ausnahme – die 1000-Punkte-Wertung

bezieht sich immer auf die Erstausrüstung.

Grund: Erstens muss der Kunde ja auch zunächst

mit diesen Reifen Vorlieb nehmen, auch wenn es

vielleicht bessere auf dem Markt gibt. Zweitens

haben Reifen so großen Einfluss auf die Bewertung,

dass verschiedene Tests von gleichen

Motorrädern mit unterschiedlichen Reifen kaum

noch vergleichbar wären. In Einzelfällen hat

MOTORRAD auch schon Testmaschinen umbereift,

das war bei der Z 800 aus Zeitgründen

aber nicht möglich. Die Tester haben die Z 800

auch mit den Bridgestone S20 Evo beurteilt:

Sie bekommt insgesamt sechs Punkte mehr.

Am Ergebnis würde das nichts ändern. Red.

Der Vergleich der Mittelklasse-Maschinen

macht ja richtig Appetit! Nach 15

Jahren auf verschiedenen 1200ern ziehe

ich durchaus eine kleine, leichte Maschine

für den nächsten Kauf in Betracht.

Nur hat bisher kein Hersteller die Tugenden

Leistung und Reisekomfort vereint

auf den Markt gebracht. Als Freund

heimischer Produktionen verschläft

BMW meiner Meinung nach die Möglichkeit,

indem der Nuda-Motor nicht

zum Einsatz kommt (105 PS starker

F 800-Twin aus der 2013 eingestellten

Husqvarna Nuda. Red.). Bleibt noch die

Hoffnung auf eine neue KTM-Schöpfung

in der Mittelklasse. Oder ich muss dann

doch zur Super Duke GT greifen.

Michael Haas, Saulheim

Urne vom Hund

Fahrbericht Yamaha XSR 700

MOTORRAD 24/2015, Seite 22

Man nehme: einen Frontscheinwerfer,

der aussieht wie eine Rockerurne, ein

Rücklicht, das aussieht wie die Urne von

seinem Hund, einen Sammler, der in

leichter Schräglage wie ein Kropf wirkt,

und klebe anschließend noch ein Paar

Katzenaugen von einem Puky-Fahrrad

an die Gabel. Dann sollte man noch ein

paar Abdeckungen für den Ölfilter und

den Rahmen (am besten für das ganze

Motorrad) kaufen.

Markus Weske, Dorsten

kontakt

Bitte geben Sie bei E-Mails

und Leserbriefen Name und Wohnort an.

Fragen und Post an die Redaktion

Leser-Service: Iris Schaber. Telefonische Anfragen dienstags und

donnerstags von 10.00 bis 12.00 Uhr unter 07 11/1 82-12 25.

Noch besser ist es, wenn Sie Ihre Frage schriftlich stellen:

Re daktion MOTORRAD, Stichwort Leser-Service, 70162 Stuttgart,

Fax 07 11/1 82-17 81, E-Mail: leserbriefe_mrd@motorpresse.de

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Ihr Zeitschriftenhändler besorgt Ihnen MOTORRAD meist für den

nächsten Tag.

Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu

kürzen.

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Modell- N E U H E I T E N

Präsentation

Yamaha MT-10

Wild zerklüftet die Front,

schmal und puristisch

das Heck. Auf das Fahrerlebnis

mit der Crossplane-Rakete

darf man

gespannt sein. Ab Juni

bei den Händlern

DATEN

Vierzylinder-Reihenmotor, 998 cm³,

Leistung und Drehmoment: keine

Angaben, Brückenrahmen aus Aluminium,

Upside-down-Gabel, Zweiarmschwinge,

Kettenantrieb, Sitzhöhe

und Gewicht keine Angaben

Yamaha MT-03 Nur logisch, dass nach der schnuckeligen R3

auch ein Naked Bike mit dem neuen Zweizylinder kommen musste,

und zwar im MT-Design.

Mit 42 PS liegt der Motor absolut

im Soll, optisch wirkt die Kleine

sehr erwachsen

8 NEUHEITEN

DATEN

Zweizylinder-Reihenmotor, 321 cm³,

31 kW (42 PS) bei 10 750/min, 30 Nm

bei 9000/min, Stahl-Gitterrohrrahmen,

Telegabel, Zweiarmschwinge, Kettenantrieb,

Sitzhöhe 780 mm, Gewicht 168 kg


Weitere Neuheiten bei

Yamaha:

◾◾MWT-9 Sportliche Dreirad-

Studie auf MT-09-Basis

◾◾WR 450 F Wettbewerbsenduro

mit umgedrehtem

Zylinderkopf

KLEINE ATEMPAUSE

Nach dem Modellfeuerwerk des vergangenen

Jahres setzt die Motorradbranche

dieses Jahr auf Konsolidierung.

Zu bestaunen gab es in Mailand trotzdem

viele spannende neue Bikes.

Allen voran bei Yamaha und Ducati.

Von Eva Breutel, Stefan Kaschel, Ralf Schneider,

Michael Schümann, Gert Thöle

Fotos: Hersteller, Hertler (12), Schümann (2)

Yamaha XSR 900 Eine MT-09, die

jetzt aber XSR heißt. Und trotzdem: Technisch

entspricht alles weitgehend

der MT-Baureihe,

optisch mischt die Neue

gekonnter als die kleine

Schwester moderne

und klassische Einflüsse

DATEN

Dreizylinder-Reihenmotor,

847 cm³, 85 kW (115 PS) bei

10 000/min, 88 Nm bei 8500/

min, Brückenrahmen aus Aluminium,

Upside-down-Gabel,

Zweiarmschwinge, Kettenantrieb,

Sitzhöhe 830 mm,

Gewicht fahrfertig 195 kg

Auf Yamaha ist Verlass, auch in diesem Jahr. Seit die Japaner

mit der MT-Baureihe (MT-09 und MT-07) auch zwei ganz neue

Motorengenerationen etablierten und zudem mit der Heritage-Linie

und ihren Yard-Built-Projekten eine schlüssige

Antwort auf die neue Customizing-Welle fanden, sprudeln zuverlässig

neue Modelle aus der Entwicklungsabteilung in Hamamatsu. So auch in

diesem Jahr. Natürlich gab es einen neuen, leckeren Ableger mit dem

MT-09-Dreizylinder, dieses Mal die XSR 900, eine Mixtur aus Scrambler

und Dirt Track-Bike. Zudem baut Yamaha die MT-Baureihe nach unten aus,

dieses Mal mit der MT-03 mit dem 321 Kubikzentimeter großen R3-Twin.

Weitaus spektakulärer aber war – auch, weil niemand damit gerechnet

hatte – die Highend-Abrundung der Baureihe nach oben mit der MT-10,

einem radikalen Naked Bike auf R1-Basis (siehe auch auf Seite 11).

Ähnlich viel Beachtung fand die ungebremste Ducati-Initiative, die

sich in Mailand gleich mit sieben neuen Motorrädern manifestierte. Im

Mittelpunkt des Interesses: Die neue XDiavel, mit der die Italiener nach

eigenem Verständnis erstmalig den Cruiser-Markt entern wollen, zum

anderen die Multistrada 1200 Enduro, mit der sich Bologna ganz entschieden

ins Offroad-Segment wagt. Dass quasi nebenbei die Scrambler-

Palette ausgebaut wird, ist selbstverständlich. Doch Scrambler sind nach

offiziel ler Ducati-Lesart ja eine andere, eigene Marke.

Apropos andere Marken: Dass diese sich für 2016 doch spürbar

zurückhalten, ist zum Großteil der anstehenden Umstellung auf die

neuen Abgas- und Geräuschvorschriften der Euro 4-Norm geschuldet.

NEUHEITEN 9


Modell-

Präsentation

Weitere Neuheiten bei

Ducati:

◾◾Hypermotard 939 SP

Mit exklusivem Fahrwerk

und Karbon-Komponenten,

15 590 Euro

◾◾Hyperstrada 939

Tourentaugliche Variante

der Hypermotard mit

Koffern, 13 290 Euro

◾◾Multistrada Pikes Peak

Sportlichste Version der

Multistrada, mit DVT-

Motor, 22 290 Euro

N E U H E I T E N Ducati XDiavel/S

Die aufregende und komplett

neue XDiavel soll schon bei 2100/

min fette 100 Nm Drehmoment

liefern. Das Messepublikum in

Mailand wählte die erste Ducati

mit Zahnriemen zur Schönsten

der Show. Im Bild die noch ex klusivere

und teurere S-Version.

Preise: XDiavel 19 890 Euro,

XDiavel S 22 890 Euro

Ducati Hypermotard 939 Dank Hubraumplus

von gut 100 cm³ liefert der Kurvenräuber nun 3 PS und zehn

DATEN

Zweizylinder-V-Motor, 937 cm³, 83,1

kW (113 PS) bei 9000/min, 97,9 Nm

bei 7500/min, Stahl-Gitterrohrrahmen,

Upside-down-Gabel, Einarmschwinge,

Kette, Sitzhöhe 830 mm,

Gewicht fahrfertig 200 kg

Prozent Drehmoment mehr. Preis:

ab 11890 Euro. Auch die Hypermotard

SP und die Hyperstrada

bekommen den neuen Motor

Ducati Scrambler Sixty2 Lifestyle für Einsteiger:

Mit breitem Lenker, tropfenförmigem Tank, schmaler

Sitzbank und Reifen mit leichtem Stollenprofil

orientiert sich die 400er am

Stil der 60er-Jahre.

Der luftgekühlte

Desmo-V2 passt mit

41 PS bestens in die

A2-Klasse. 7790 Euro

DATEN

Zweizylinder-V-Motor,

399 cm³, 30,1 kW (41 PS)

bei 8750/min, 34,3 Nm bei

7750/min, Stahl-Gitterrohrrahmen,

Telegabel,

Zweiarmschwinge, Kette,

Sitzhöhe 790 mm,

Gewicht fahrfertig 183 kg

10 NEUHEITEN

Ducati Scrambler Flat Track Pro Trendiger

Zuwachs bei den 800er-Scramblern: In Italien sind Flat Track-

Rennen derzeit angesagt. Für

die entsprechende Optik sorgen

Termignoni-Tüten, ein

flacher Lenker, Alu-Rasten

und -Spiegel. 10 990 Euro

DATEN

Zweizylinder-V-Motor, 803 cm³,

55 kW (75 PS) bei 8750/min, 68 Nm

bei 5750/min, Stahl-Gitterrohrrahmen,

Upside-down-Gabel, Zweiarmschwinge,

Kette, Sitzhöhe 790 mm,

Gewicht fahrfertig 186 kg


DATEN

Zweizylinder-V-Motor,

1262 cm³, 114,7 kW (156 PS)

bei 9500/min, 128,9 Nm bei

5000/min, Stahl-Gitterrohrrahmen,

Upside-down-Gabel,

Einarmschwinge, Zahnriemen,

Sitzhöhe 755 mm,

Gewicht fahrfertig 247 kg

Die meis ten Hersteller wollen diese so spät wie möglich realisieren,

damit sind viele Entwicklungskapazitäten gebunden. Zudem müssen

bis Ende 2016 verbliebene Euro 3-Modelle zumindest zugelassen werden.

Zum Ende des nächsten Jahres ist also sowohl mit zahlreichen

Abverkaufs aktionen als auch mit einer Modellflut für 2017 zu rechnen.

Doch hier erst einmal die diesjährigen Neuheiten im Überblick. In einer

Übersicht, die aus Platzmangel zunächst nicht auf die technischen

Feinheiten eingehen kann. Das ist einerseits schade (MOTORRAD wird

die wichtigsten Neuheiten in den kommenden Ausgaben noch beleuchten),

ande rerseits aber auch ein Glück. Jedenfalls bei Yamaha,

denn nie wurde dür rere Information in opulentere Worte gepackt als

bei den ersten offiziel len Pressetexten.

Yamaha

Vor allem bei der neuen MT-10. Angaben zu Leistung, Drehmoment

und Gewicht würde man dringend erwarten, geliefert bekommt man

rudimentäre Abmessungen. 1400 Millimeter, aha, der kürzeste Radstand

seiner Klasse. Wollen wir das wirklich wissen? Vielleicht, aber viel interessanter

ist natürlich, dass es nicht der alte Motor aus der

Vorgänger-R1 ist, sondern der Hochleistungs-Vierzylinder

aus dem aktuellen Renner. Warum? Weil der

schon für Euro 4 konfiguriert ist, sagt Yamaha-

Produktplaner Oliver Grill. Weil der auch leichter

ist, kompakter und günstiger zu produzieren.

Rund um diesen Motor wird die

Marke mit den Stimmgabeln eine ganze

Produktfamilie etablieren, so Grill. Den

alten Motor mitzuschleppen, hätte keinen

Sinn ergeben.

Dem wird man zustimmen. Aber

nur, wenn es gelungen ist, dem knurrigen

Crossplane-Motor seine Supersportler-Flausen

auszutreiben. Gasannahme und

Leistungsabgabe unterhalb von 8000/min

müssen deutlich, deutlich besser sein, wenn

Ducati Multistrada 1200 Enduro Konkurrenz für die BMW GS:

Mit Kreuzspeichenrädern, 19-Zöller vorn, 30-Liter-Tank, neuer Zweiarmschwinge,

elektronisch verstellbarem Fahrwerk und elektronischer Anfahrhilfe soll die Multistrada

1200 Enduro auch im Gelände eine gute Figur machen. Ab 19 990 Euro

DATEN

Zweizylinder-V-Motor, 1198 cm³,

117,7 kW (160 PS) bei 9500/min,

136 Nm bei 7500/min, Stahl-Gitterrohrrahmen,

Upside-down-Gabel,

Zweiarmschwinge, Kette, Sitzhöhe

870 mm, Gewicht fahrfertig 254 kg

Ducati 959 Panigale Die kleinere

Supersportlerin des Hauses. Mit mehr Hubraum,

mehr PS und mehr Drehmoment als

bislang ist sie

aber ganz schön

erwachsen. Bis

auf den Auspuff

sieht sie genau so

aus wie die große

1299. 16 290 Euro

DATEN

Zweizylinder-V-Motor, 955

cm³, 115,5 kW (157 PS) bei

10 500/min, 107,4 Nm bei

9000/min, Gitterrohrrahmen,

Upside-down-Gabel,

Zweiarmschwinge, Kette,

Sitzhöhe 830 mm,

Gewicht fahrfertig 200 kg


Modell- N E U H E I T E N

Präsentation

der Motor mit seinen fetten 79er-Zylinderbohrungen im Alltag reüssieren

soll. Und das Fahrwerk komfortabler als in der R1, aber keinesfalls

weich gespült. Bremsen und Assistenzsysteme hingegen können

bleiben, wie sie sind. Das Gewicht sollte so um die 210 Kilogramm

liegen, die Leistung um die 170 PS, das alles zu einem Preis am besten

so irgendwo um die 14 000 Euro. Die neue MT-10 soll ab Juni bei den

Händlern stehen.

Auf weit weniger Unbekanntes trifft, wer sich näher mit

Ya mahas zweiter Neuheit, der XSR 900, beschäftigt. Aber nicht,

weil man hier konkreter wird, sondern vorrangig, weil die XSR

eine MT-09 im neuen Gewand ist. Die Vorlage lieferte US-Designer

Roland Sands – mit seiner in diesem Herbst vorgestellten

Dirt Track-Variante des Dreizylinders, die bei der XSR 900 einen

Genremix mit dem Heritage-Gedanken der XSR-Baureihe eingeht.

Das heißt: im Vergleich zur MT-09 mehr Alu statt Plastik an

Tank und Kotflügeln, eine gesteppte Sitzbank, andere Scheinwerfer,

jede Menge Zubehör.

Noch kürzer kann man sich bei der dritten

Yamaha-Neuheit, der MT-03 fassen. Es

gibt sie wieder – das ist die gute

Nachricht. Aber nicht mit dem

guten alten XT-Single, sondern

als MT-Variante der R3, von

der sie praktisch alle relevanten

Daten übernimmt.

Das heißt: Paralleltwin,

42 PS, 168 Kilogramm

Gewicht, MT-konformer

Auftritt – Preis noch

nicht bekannt.

Ducati

Gleich neun neue respektive

überarbeitete Motorräder

verheißt Ducati für

2016. Zwei, nämlich Monster

1200 R und Diavel Carbon, gab’s

bereits vor der Messe zu sehen, sieben

weitere nun in Mailand. Zum unangefochtenen

Star der 2016er-Kollektion avanciert die XDiavel – keine

Mutation der Diavel, sondern ein komplett neues Modell. Herzstück des

Powercruisers ist ein vergrößerter DVT-Motor mit variabler Ventilsteuerung,

dessen dicker Hubraum tierisches Drehmoment vom Start weg

liefern soll. Dazu der erste Zahnriemenantrieb des Hauses, ein langer

Radstand und elektronische Vollausstattung. Atemberaubend ist der

kraftvoll-aggressive und doch elegante Look, den die teurere S-Version

mit ihren noch exklusiveren Komponenten auf die Spitze treibt. Doch

nur schön sein reicht in Bologna nicht: Ducati verspricht mögliche

Schräglagen bis 40 Grad.

Neues auch am anderen Ende der Skala, nämlich die Scrambler

Sixty2 mit 400 cm³ und 41 PS – so eine kleine, zahme Ducati gab es

schon lange nicht mehr. Optisch kommt sie mit pfiffigen Anklängen an

die 60er-Jahre daher, technisch baut Ducati bei ihr etwas zurück: Im Vergleich

zur 800er arbeitet vorn eine Tele- statt der Upside-down-Gabel,

hinten eine Stahl- statt Aluschwinge und die beiden hübsch verschlungenen

Krümmer werden durch ein einfaches Rohr ersetzt. Neu bei den

800er-Scramblern ist die Flat Track Pro. Technisch bleibt alles gleich, bis

auf den flachen Lenker im Stil der ameri kanischen Aschenbahn-Renner.

Neben der Scrambler zählt zu Ducatis Verkaufsschlagern die Multistrada.

Deren neuer Ableger namens Enduro zielt ganz offen auf die

12 NEUHEITEN

BMW R nineT Scrambler

Serienmäßig ein Zweisitzer mit Gussfelgen

und Touring-Bereifung (Foto

unten). Der Soziusplatz ist abnehmbar,

die Kreuzspeichenräder gibt es

nur gegen Aufpreis (Foto rechts)

BMW G 310 R Das „R“ steht für Roadster, der den

Auftakt einer neuen Baureihe kleiner, in Indien gefertigter

Ein zylinder-Modelle bildet.

Technisch interessant

ist der um 180 Grad

gedrehte Zylinderkopf

DATEN

Zweizylinder-Boxermotor, 1170 cm³,

81 kW (110 PS) bei 7750/min, 116 Nm bei

6000/min, Stahl-Gitterrohrrahmen, Telegabel,

Einarmschwinge, Kardanantrieb, Sitzhöhe

820 mm, Gewicht fahrfertig 220 kg

DATEN

Einzylindermotor, 313 cm³, 25 kW (34 PS)

bei 9500/min, 28 Nm bei 7500/min, Stahl-

Gitterrohrrahmen, Upside-down-Gabel,

Zweiarmschwinge, Kettenantrieb, Sitzhöhe

785 mm, Gewicht fahrfertig 158 kg


Weitere Neuheiten bei

BMW:

◾◾F 700 GS Optisch leicht

retuschiert, fünf verschiedene

Sitzhöhen,

Preis: ab 9000 Euro

◾◾C 650 GT, C 650 Sport

Elektrisch verstellbarer

Windschild und neue

Getriebeabstimmung,

Preis: ab 11350 Euro

BMW F 800 GS Mittelklasse-Reiseenduro,

jetzt mit silberner

Kühlerverkleidung und neuer Zündschlossabdeckung.

Sitzhöhe dank

unterschiedlicher Bänke bzw.

optionaler Tieferlegung fünffach

wählbar. Preis ab Frühjahr 2016:

ab 11 200 Euro

DATEN

Zweizylinder-Reihenmotor,

798 cm³, 63 kW (85 PS) bei

7500/min, 83 Nm bei 5750/

min, Stahl-Gitterrohrrahmen,

USD-Gabel, Zweiarmschwinge,

Kettenantrieb,

Sitzhöhe 820–920 mm,

Gewicht fahrfertig 214 kg

BMW R 1200 GS. Mit 30-Liter-Tank, neuer Alu-Zweiarmschwinge und

breiter Frontverkleidung wird aus der schlanken Multi so ein eher

vollschlanker Tourendampfer, der auch Offroad-Fertigkeiten aufweisen

soll. Preislich liegt die Enduro deutlich über der GS. Dasselbe gilt

für die überarbeitete Pikes Peak, die nun, wie die ganze Multistrada-

Familie, ebenfalls mit dem DVT-Motor mit 160 PS ausgestattet ist.

Öhlins-Fahrwerk, Karbon-Elemente, Schmiederäder und Sportauspuff

zielen aber weniger aufs Gelände denn auf sportlich-rasante

Fortbewegung auf Asphalt.

Im Zug der Umstellung auf Euro 4 bekommt die Hypermotard

mehr Bohrung und damit einen um gut 100 cm³ erhöhten Hubraum.

Die Ausbeute: eine Leistungssteigerung um 3 PS und zehn Prozent

mehr Drehmoment. Abgesehen vom neuen Motor, den auch die

Varianten SP und Hyperstrada erhalten, gibt es kaum Änderungen.

Ähnlich verhält es sich mit der Panigale 959. Ein Hubraumzuwachs

von 57 cm³ – hier durch mehr Hub erzielt – verhilft ihr zu

157 statt bislang 148 PS und zu einem höheren Drehmoment,

nämlich 107 statt 99 Nm. Sie übernimmt außerdem das optische

Upgrade der großen Schwester 1299,

von der Lenkerverkleidung bis

zum Heck. Nur beim Auspuff

bekam die kleine Panigale

eine eigene, aber leider nicht

so gelungene Variante.

BMW

Neben dem Einzylinder G 310 R ist

die R nineT Scrambler die einzige

echte Neuheit der Bayern. Das

Schwestermodell der R nineT

Roadster hat wie diese den von der

letzten luftgekühlten R 1200 GS

stammenden Boxer mit ebenfalls 110

PS. Wobei die verglichen mit der Roadster

gleich gebliebene Leistung nicht selbstverständlich ist, da die

Scrambler die neuen Euro 4-Abgasnormen erfüllen muss. Durch eine

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NEUHEITEN 13


Modell- N E U H E I T E N

Präsentation

Weitere Neuheiten bei

KTM:

◾◾1290 Super Duke R

Special Edition Edelversion

des Power-Nakeds

mit Teilen aus dem Powerparts-Programm

(Akrapovic-Titanauspuffanlage,

Wave-Bremsscheiben, gefräste

Gabelbrücken etc.)

KTM 1290 Super Duke GT KTM will

dem „Beast“ Manieren beibringen: Als GT leistet die

DATEN

Zweizylinder-V-Motor, 1301

cm³,127 kW (173 PS) bei

9500/min, 144 Nm bei 6750/

min, Stahl-Gitterrohrrahmen,

Upside-down-Gabel,

Einarmschwinge, Kettenantrieb,

Sitzhöhe 835 mm,

Gewicht trocken 205 kg

Super Duke weiterhin 173 PS,

doch sollen eine Verkleidung, ein

großer Tank und weitere Features

– darunter das semiaktive WP-

Fahrwerk – für mehr Alltags- und

Reisetauglichkeit sorgen

entsprechend geänderte Abstimmung

hat der Boxer nur beim Drehmoment

verloren – drei Newtonmeter weniger

sind aber verschmerzbar.

Gänz lich neu ist das Fahrwerk der

Scrambler mit herkömmlicher

Telegabel unter Gummifaltenbälgen

statt USD-Gabel und dem auf

19 Zoll Größe angewachsenen Vorderrad.

Die optisch perfekt zur leichten

Gelände-Attitüde der Scrambler

passenden Kreuzspeichenräder stammen

ebenfalls von der letzten luftgekühlten GS. Sie wird es nur gegen Aufpreis

geben. Wer Wert auf maximal verwegenen Look legt, kann gleich

noch grobstollige Metzeler Karoo-Reifen dazubestellen. Serienmäßig

dagegen ist die Scrambler-typisch hochgelegte Zwei-in-eins-in-zwei-

Auspuffanlage aus Edelstahl. Sie stammt von Akrapovic. Eine Akustikklappe

im Innern sorgt für allzeit passenden, kernigen Sound zum

unrasierten Auftritt – unter Einhaltung der neuen Geräuschprüfungsvorschrift,

ver sichert BMW.

Ebenfalls markig-rustikal muten die grob gezahnten Fußrasten an.

Die Zinken verhindern ein Abrutschen der Stiefel, wenn’s mal in den Rasten

stehend durch Schlamm und Schmodder gehen soll. Für Solo-Trips

lässt sich das Rahmenheck ohne großen Aufwand abnehmen. Der Stahlblechtank

fasst mit 17 Litern Sprit genug für längere Etappen. Hinter

dem markanten Rundscheinwerfer, der zwar völlig neu designt ist, aber

dennoch vom Roadster stammt, muss eine einzelne Tacho-Runduhr mit

integrierter LCD-Multianzeige als Cockpit reichen. ABS ist selbstverständlich,

eine (aufpreispflichtige) Traktionskontrolle ist das einzige Assistenzsystem,

das BMW noch anbietet. Der Preis der Scrambler steht noch

nicht fest, wird aber unter dem des knapp 15 000 Euro teuren Roadsters

liegen. In den Handel kommt sie erst im zweiten Halbjahr 2016.

KTM

Vom schon als Erlkönig gesichteten 800er-Twin war auf der Messe nichts

zu sehen und zu hören, da müssen sich Interessenten noch ein Jährchen

gedulden. Langeweile hatte die KTM-Entwicklungsabteilung trotzdem

sicher nicht, denn mit der renovierten 690 Duke und der halb verschal­

14 NEUHEITEN

KTM 690 Duke Der stärkste

Serien-Einzylinder wird in der fünften

Generation seit 1994 noch einmal ein

wenig stärker, außerdem soll eine

zusätzliche Ausgleichswelle

die Laufkultur verbessern. Die

R-Version bekommt serienmäßig

aktuelle Assistenzsysteme

inklusive Schräglagensensorik

DATEN

Einzylindermotor, 690 cm³,

54 kW (73 PS) bei 8000/min,

74 Nm bei 6500/min, Stahl-

Gitterrohrrahmen, Upsidedown-Gabel,

Zweiarmschwinge,

Kettenantrieb,

Sitzhöhe 835 mm, Gewicht

trocken 148,5 kg


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Modell- N E U H E I T E N

Präsentation

ten 1290 Super Duke GT gab es einiges zu tun. Und als Fingerübung

zwischendurch mussten die Österreicher noch eine mit Powerparts

aufgewertete 1290 Super Duke R Special Edition auf die Beine stellen.

Gespannt darf man verfolgen, wie die optisch polarisierende GT am

Markt angenommen wird. Das zackige Kiska-Design

mit hängender Nasenpartie und ausladenden Tankflanken

wirkte schon bei früher gezeigten Erlkönigen

im Tarn-Look (Fahrbericht in MOTORRAD

21/2015) gewöhnungsbedürftig, das typische

KTM-Orange-Dekor ändert daran nicht wirklich

etwas. Das Fahrerlebnis dürfte sicher über jeden

Zweifel erhaben sein, handelt es sich doch um

eine Super Duke mit erweitertem Spektrum

in Richtung Alltags- und Langstreckentauglichkeit

durch mehr Windschutz, größere

Reichweite und touristische Features. Einige

davon hat die GT von der Super Adventure

übernommen, etwa das semiaktive Fahrwerk,

Tempomat, Kurvenlicht oder den optionalen

Berganfahr-Assistenten sowie variables Schleppmoment.

Erstmals hat mit der GT eine KTM

einen Quick shifter, allerdings ohne Blipper-

Funktion. Die Gegner in dieser Leistungskategorie,

allen vor an die BMW S 1000 XR,

scharren schon mit den Hufen.

Wie die GT konnte MOTORRAD auch die

überarbeitete 690 Duke bereits als Prototyp

fahren (MOTORRAD 19/2015). Der ohnehin

schon kräftige Einzylinder hat noch einmal

ein wenig zugelegt, leistet in der Basisversion

nun hochoffiziell stolze 73 PS, in der „R“ legt er

dank Akrapovic-Titanauspuff sogar noch zwei

Pferdchen drauf. Gleichzeitig läuft der Dampfhammer

dank zusätzlicher Ausgleichswelle im Zylinderkopf

und verbesserter Abstimmung noch ruhiger. Optional kann die Basis-

Duke mit einem Track-Pack aufgemöbelt werden, der beinhaltet eine

Traktionskontrolle und zusätzliche Fahrmodi. Die „R“ geht noch einen

Schritt weiter und verfügt serienmäßig über die bekannte Bosch-

Schräglagensensorik inklusive MSC, vereinfacht Kurven-ABS genannt.

Das ist in dieser Klasse einzigartig, diese Technologie findet man sonst

nur im Highend-Segment.

Honda

Eine der bedeutsamsten Neuheiten der EICMA und eines der wenigen

Motorräder, die von Grund auf neu konstruiert wurden, ist die Honda

CRF 1000 L Africa Twin. Anders als ihre legendäre Vorfahrin wird sie nicht

von einem V-Motor angetrieben, sondern von einem Zweizylinder-Reihenmotor

mit 90 Grad Hubzapfenversatz. Er klingt wie ein V-Motor, hat

aber den Vorteil kompakterer Ausmaße und günstigerer Fertigung. Um

als Drosselversion für Inhaber des Führerscheins A 2 zugelassen zu sein,

beschränkte Honda die Leistung auf 95 PS bei moderaten 7500/min;

dafür genügte die sogenannte Unicam-Ventilsteuerung, bei der eine

Nockenwelle die Einlassventile direkt, die Auslassventile über Kipphebel

betätigt. Auch diese Bauweise spart Platz, Gewicht und Kosten.

Die Africa Twin war stets für ihre robuste Bauweise bekannt, und mit

ihrem Stahlrohrrahmen sowie der 45er-Upside-down-Gabel führt die

CRF 1000 diese Tradition würdig fort. 230 und 220 Millimeter Federweg

sowie ein 21-Zoll-Vorderrad ermöglichen auch Ausflüge in derberes Gelände.

Ganz und gar nicht traditionell sind die elektronischen Fahrhilfen

der Africa Twin. Zwar werden im Jahr 2016 noch einige Exemplare ganz

16 NEUHEITEN

Honda Integra Weil er von einem Motorrad abstammt,

kann der Durchstieg beim Integra nur angedeutet

werden, dafür übertrifft

das Fahrverhalten mit

17-Zoll-Rädern und -Reifen

die Darbietungen typischer

Roller bei Weitem

DATEN

Zweizylinder-Reihenmotor, 745 cm³,

40,3 kW (55 PS) bei 6250/min, 68 Nm

bei 4750/min, Stahl-Gitterrohrrahmen,

Telegabel, Zweiarmschwinge, Kettenantrieb,

Sitzhöhe 790 mm, Gewicht

fahrfertig 237 kg


Weitere Neuheiten bei

Honda:

◾◾CB 500 F Unverkleidetes

Basismodell der CBR 500

R, jetzt mit LED-Licht

und größerem Tank

◾◾NC 750 S Leicht zu

fahrendes Naked Bike,

jetzt mit LED-Licht und

neuer Gabel

◾◾VFR 1200 X Crosstourer

Wuchtige Hightech-

Reiseenduro, 2016 mit

anderem Windschild

Honda Africa Twin Welch ein

Unterschied zwischen den ersten Konzeptstudien

und dem Design des Serienmotorrads

– die

Serie gewinnt klar.

Zu sehen ist hier die

Variante mit Doppelkupplungsgetriebe,

bei der Standardversion

ist die rechte

Motorseite weniger

zerklüftet

DATEN

Zweizylinder-Reihenmotor,

998 cm³, 70 kW (95 PS) bei

7500/min, 98 Nm bei 6000/

min, Brückenrahmen aus

Stahl, Upside-down-Gabel,

Zweiarmschwinge, Kettenantrieb,

Sitzhöhe 850/870 mm,

Gewicht fahrfertig 232 kg

Honda CBR 500 R Mehr als nur ein Hauch

von Fireblade umweht die sportliche 500er, zumindest in

Sachen Design. Auf diesem Foto gut zu sehen ist der neue

Schalldämpfer, den beide 500er und in sehr ähnlicher

Form auch die NC 750-

Modelle erhalten haben

DATEN

Zweizylinder-Reihenmotor,

471 cm³, 35 kW

(48 PS) bei 8500/min,

43 Nm bei 7000/min,

Brückenrahmen aus

Stahl, Telegabel, Zweiarmschwinge,

Kettenantrieb,

Sitzhöhe 785 mm,

Gewicht fahrfertig 194 kg

Honda NC 750 X Von der

Seite gesehen offenbart die NC, wie

stark die Zylinder nach vorn geneigt

sind. Dementsprechend ist das, was

wie ein Tank aussieht, ein Staufach.

Die Federwege der X sind rund 30 Millimeter

länger als die der S; das schafft

höheren

Federungskomfort

DATEN

Zweizylinder-Reihenmotor,

745 cm³, 40,3 kW (55

PS) bei 6250/min, 68 Nm

bei 4750/min, Stahl-Gitterrohrrahmen,

Telegabel,

Zweiarmschwinge,

Kettenantrieb, Sitzhöhe

790 mm, Gewicht fahrfertig

217 kg (DCT 227 kg)

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NEUHEITEN 17


Modell- N E U H E I T E N

Präsentation

puristisch ohne ABS und Traktionskontrolle angeboten,

die meisten dürften jedoch mit abschaltbarem

ABS und dreistufiger Traktionskontrolle geordert

werden, die ebenfalls deaktiviert werden kann. Wer es komfortabel

mag, bestellt das Doppelkupplungsgetriebe, muss dafür aber 1120

Euro Aufschlag und zehn Kilogramm Mehrgewicht in Kauf nehmen.

Ansonsten konzentriert sich Honda auf Modellpflege in der Mittelklasse.

Die flinken 500er CB 500 F und CBR 500 R erhalten LED-Leuchten

vorn und hinten, um einen Liter größere Tanks und neue Schalldämpfer.

Mit gleicher Leistung, aber dank größerem Hubraum mit völlig anderer

Leistungscharakteristik sprechen die NC 750-Modelle einen anderen

Kreis von Fahrern an; sie sind durchzugsstärker, aber weniger temperamentvoll.

NC 750 S und X sowie der auf der gleichen Plattform basierende

Großradroller Integra erhielten ebenfalls LED-Lichttechnik und einen

neuen Auspuff. Darüber hinaus kommen neue Showa-Gabeln mit einem

im letzten Jahr vorgestellten Dämpfungssystem zum Einsatz. Modifiziert

haben die Honda-Ingenieure die Steuerungssoftware der Doppelkupplungsgetriebe,

und alle DCT-Modelle mit Ausnahme der VFR 1200 F können

jetzt mit einem in drei Stufen wählbaren Sportmodus aufwarten.

Das betrifft auch die große Reiseenduro Crosstourer, die zusätzlich einen

einhändig einstellbaren Windschild erhält. Fast alle Modelle sind zudem

in neuen, zum Teil aufpreispflichtigen Lackierungen zu

haben.

Triumph

Messen sind ja immer eine Gelegenheit, neue Maschinen,

die bisher nur gedruckt oder auf Bildschirmen zu

sehen waren, einmal live zu inspizieren. Die neuen

„Modern Classic“-Modelle von Triumph (siehe MOTOR-

RAD 23/2015) wirkten ja im Foto schon recht lecker,

doch in natura sind sie wirklich bildschöne Retrobikes.

Edel im Detail verarbeitet und stimmig in den Proportionen,

das gilt gleichermaßen für Street Twin, Bonneville

und Thruxton. Und der umstrittene Wasserkühler?

DATEN

Zweizylinder-Reihenmotor,

1200 cm³, etwa 70 kW (95 PS),

105 Nm bei 3100/min, Doppelschleifenrahmen

aus Stahlrohren,

Telegabel, Zweiarmschwinge,

Kettenantrieb,

Sitzhöhe k. A., Gewicht k. A.

Triumph Bonneville T120 Klassisch inspiriertes

Triumph-Modell, nun mit wassergekühltem 1200er-

Twin im Pre-Unit-Look. Alle neuen Twins haben eine Kurbelwelle

mit 270 Grad Hubzapfenversatz,

versprochen

werden 105 Nm bei schlappen

3100 Umdrehungen

18 NEUHEITEN


Weitere Neuheiten bei

Triumph:

◾◾Street Twin Einstiegsmodell

mit 900 statt

1200 cm 3 Hubraum

◾◾Thruxton Café Racer-

Version mit dem 1200er-

Twin, der hier etwas

mehr Power leisten darf

◾◾Thruxton R Edlere

Variante mit nochmals

verbesserter Fahrwerkstechnik

und feinerer

Verarbeitung im Detail

Soooo schlimm ist er nicht, versteckt sich doch recht unscheinbar

zwischen den Rahmenrohren. Damit kann wohl

auch ein Ästhet leben. Offen bleibt, was die drei Retrobikes

denn nun leisten. Triumph macht daraus weiterhin ein

Geheimnis, wir tippen auf rund 70 PS für die 900er und 90

bis 100 PS für die beiden 1200er. Sicher ausreichend für

moderne Klassiker – wozu diese Geheimniskrämerei?

Wirkliche Neuheiten hatten die Engländer aber in Mailand

auch in petto, nämlich eine stark überarbeitete Speed

Triple sowie eine ganze Flotte von Tiger Explorer-Modellen.

Eine Speed Triple, Kultmaschine und Mutter aller Streetfighter,

kann natürlich optisch nur dezent weiterentwickelt

werden. Das ist mit dem neuen Modell gewährleistet,

auch wenn mancher Speedy-Fan immer noch den früheren

Glupschaugen nachweint. Widmen wir uns lieber den

technischen Updates. Ride-by-Wire, Euro 4-Abstimmung, Traktionskontrolle,

abschaltbares ABS, Fahrmodi: Das alles war dringend nötig, um

den Anschluss an die viel modernere Konkurrenz in diesem stark umkämpften

Segment nicht völlig zu verlieren. Mehr Power ist da sicher

auch hilfreich. Wie viel draufgepackt wurde, verrät Triumph auch in

diesem Fall nicht. Eine merkwürdige Strategie. Tippen wir also erneut:

Viel mehr als fünf zusätzliche PS werden es kaum werden, also um die

140 Pferdchen. Andererseits ist das vielleicht gar nicht so wichtig, die

Stärke des Triples war ja immer der lineare Drehmomentverlauf und

der unnachahmliche Charakter.

Für die große Reiseenduro Tiger Explorer galt das auch, doch auch

sie brauchte dringend eine Renovierung. So liest sich die Liste der motorischen

Maßnahmen ganz ähnlich: Euro 4-Abstimmung, Traktionskontrolle,

Fahrmodi. Mit dem Unterschied, dass hier – zumindest bei den teureren

Varianten – Trägheits- und Schräglagensensoren helfen, ABS und

Triumph Speed Triple R

Optisch renoviert, technisch aktualisiert:

DATEN

Dreizylinder-Reihenmotor, 1050 cm³, etwa 103 kW

(140 PS), Brückenrahmen aus Alu-Profilen, Upsidedown-Gabel,

Einarmschwinge, Kettenantrieb,

Sitzhöhe und Gewicht k. A.

Die Speedy bekam ein Ride-by-Wire und moderne Assistenzsysteme. Über 100

Änderungen am Motor sollen Leistung und Drehmoment steigern. Neben der

S-Basisversion gibt es weiterhin eine R mit Öhlins-Fahrwerk und Karbonteilen

Triumph Tiger Explorer Ähnlich wie bei der 800er-Tiger gibt

es nun auch bei der renovierten Explorer eine breit gefächerte Palette an

Modellen, die sich durch Ausstattungspakete

unterscheiden. Im Wesentlichen

sind die beiden Linien mit Speichen- (XC)

und Gussrädern (XR) zu unterscheiden

www.motorradonline.de

DATEN

Dreizylinder-Reihenmotor, 1215 cm³, etwa 103 kW

(140 PS), Stahlrohr-Brückenrahmen, Upside-down-

Gabel, Einarmschwinge, Kardanantrieb, Sitzhöhe

k. A., Gewicht k. A.


Modell- N E U H E I T E N

Präsentation

Traktionskontrolle zu steuern. Und bevor es vergessen wird: Mehr Leistung

und Drehmoment gibt es auch. Wie viel? Raten Sie einfach, Triumph

hüllt sich in Schweigen. Neben eher kleineren Eingriffen an Motor und

seiner Peripherie tat sich bei der Tiger Explorer noch so einiges. Zwischen

insgesamt sechs Modellen darf der abenteuerlustige Triumph-Kunde

nun wählen. Die XR-Reihe steht auf Gussrädern, die XC-Reihe auf Speichenrädern.

Die Basismaschinen kommen mit elektrisch verstellbarer

Windschutzscheibe und einstellbarer WP-Federung. Die durch den Zusatz

„X“ gekennzeichneten Varianten haben neben dem erwähnten

Bord elektronik-Paket die semiaktive WP-Federung, die man prinzipiell

bereits aus der KTM Super Adventure kennt. Und schließlich gibt es noch

die beiden touristisch orientierten t/a-Modelle, deren höhere Verkleidungsscheibe

den Windschutz optimieren soll.

Moto Guzzi

Sie kommt tatsächlich in Serie, diese Megamaschine.

Im letzten Jahr zeigte Moto Guzzi die

MGX-21 als Studie, jetzt den serienreifen

Prototyp. Eindeutig für den US-Markt

gedacht, erreicht sie mächtige Dimensionen

und versprüht

doch eine fast leichtfüßige

europäische Eleganz.

Kennzeichnend für den

Bagger sind die auffälligen

feuerroten Zylinderköpfe

des luftgekühlten

V2, die ins

Heck integrierten Koffer,

die enorme, fledermausartige

Lenkerverkleidung

und das 21-Zoll-Vorderrad

mit seiner prägnanten Karbonscheibe.

Ebenfalls aus Kohlefaser bestehen vorderes

Schutzblech, Tank- und Kofferverkleidung. Ob

sie auf europäische Straßen passt? Egal. Guzzi ist

mit ihr jedenfalls ein Paukenschlag gelungen. Nur der

Beiname Flying Fortress, abgeleitet von den US-Bombern des Zweiten

Weltkriegs, geriet arg kriegerisch.

Zu Guzzis charmanter V7 gesellt sich 2016 eine größere Version namens

V9. Der Hubraum wächst um gut 100 cm³, die PS-Zahl steigt von

48 auf 55. Nein, zu Racers Liebling wird die V9 damit nicht, aber sie will

schließlich die Maschine für Genießer sein. Der Rahmen wurde im Vergleich

zur V7 kaum geändert, die Schwinge immerhin verstärkt sowie

Gabel und Federbeine erneuert. Schön gemacht sind die Gussräder in

Speichenoptik. 15-Liter-Tank und Schutzbleche bestehen aus Metall,

Fußrasten, Seiten- und Tankdeckel sowie Handhebel gar aus Leichtmetall.

Vorgesehen sind zwei Versionen: die Bobber mit dickem Vorderreifen

und stangengeradem Lenker sowie die klassische Roamer (auf Deutsch:

Vagabund) mit 19-Zoll-Vorderrad und hohem Lenker.

Eine Stornello Scrambler hatte Guzzi schon mal im Programm, 1967

war das. Die aktuelle Version basiert auf der V7 II, der nunmehr kleinsten

Guzzi. Standesgemäß rollt sie auf Drahtspeichenrädern, vorn auf einem

18-Zöller, dazu kommen ein 21-Liter-Tank sowie allerlei Extras, etwa die

bildschöne Zwei-in-eins-Auspuffanlage von Arrow.

Suzuki

Mann, war das eine schwere Geburt. Was haben wir gewartet und gewartet

und gewartet auf die neue GSX-R 1000. Jetzt soll sie endlich kommen.

Aber nicht im Frühjahr, sondern bestenfalls zur Mitte der Saison,

vielleicht auch später. Suzuki spricht daher von „Concept“, doch das führt

Moto Guzzi MGX-21 Flying Fortress

Technische Daten und Preis dieser Megamaschine

rückt Moto Guzzi noch nicht heraus. Der erste Test

der gewaltigen und doch so betörenden MGX-21 ist

DATEN

Zweizylinder-V-Motor, 1380

cm³, ca. 90 PS bei 6500/min,

ca. 128 Nm bei 3000/min,

Stahl-Doppelschleifenrahmen,

Telegabel, Zweiarmschwinge,

Kardan, Sitzhöhe ca. 755 mm,

Gewicht ca. 340 kg

für Anfang August auf

der Motorcycle Rally in

Sturgis/USA geplant,

danach soll sie in

den Handel kommen

Moto Guzzi V9 Bobber Serienmäßig nur in Mattschwarz

kommt die V9 Bobber (im Bild eine Messe-Variante

mit originalem Guzzi-Zubehör). Mit den dicken Reifen und dem

kleinen 16-Zoll-Vorderrad scheint sie auf Krawall gebürstet;

ihre 55 PS verheißen jedoch einen eher friedvollen Charakter

20 NEUHEITEN 25/2015


Weitere Neuheiten bei

Moto Guzzi:

◾◾V7 II Racer Statt chromglänzend

gibt es die

sportlichste V7 II nun in

matter Lackierung

Moto Guzzi V9 Roamer Die klassische

V9-Variante. Mit 19-Zoll-Vorderrad, schmalen Reifen

und hohem Lenker präsentiert sie sich

als wahre Erbin der erfolgreichen Nevada.

Wie für die V9 Bobber gibt es

DATEN

Zweizylinder-V-Motor, 853

cm³, 40,4 kW (55 PS) bei

6200/min, 62 Nm bei 3000/

min, Stahl-Doppelschleifenrahmen,

Telegabel,

Zweiarmschwinge, Kardan,

Sitzhöhe 770/775

mm, Gewicht fahrfertig

200 kg

auch für sie ein

reichhaltiges Zubehörprogramm

Moto Guzzi V7 II Stornello

Jetzt hat auch Guzzi einen Scrambler:

die Stornello, auf Deutsch: Star (wie der

Singvogel). Wie die Racer kommt sie in

limitierter und nummerierter Auflage.

Zu ihren Extras zählen gebürstete Alu-

Schutz bleche und Nummerntafeln sowie

Offroad-Fußrasten

für den Fahrer

DATEN

Zweizylinder-V-Motor, 744

cm³, 35 kW (48 PS) bei 6700/

min, 59,6 Nm bei 3250/min,

Stahl-Doppelschleifenrahmen,

Telegabel, Zweiarmschwinge,

Kardan, Sitzhöhe 798 mm,

Gewicht fahrfertig 201 kg

www.motorradonline.de

NEUHEITEN 21


Modell- N E U H E I T E N

Präsentation

Suzuki VanVan 200 Jetzt auch

mit 200 Kubikzentimetern: der Suzuki-Stadtfloh,

der mit 130 Millimetern Federweg auch

auf Feldwegen funktioniert

und gut in die Zeit

der zweirädrigen Entschleunigung

passt

DATEN

Einzylinder-Viertaktmotor,

199 cm³, Leistung und Drehmoment:

keine Angaben,

Stahl-Zentralrohrrahmen, Telegabel,

Zweiarmschwinge, Kettenantrieb,

Sitzhöhe 770 mm,

Gewicht fahrfertig 128 kg

Suzuki SV 650 Sie ist 4 PS stärker geworden, sie ist

sieben Kilogramm leichter geworden, sie erfüllt die Euro 4-

Norm – und sie sieht ganz aus wie die Urahnin. Wenn das kein

Fortschritt ist. So gestählt, dürfte die neue SV 650 noch eine

DATEN

Zweizylinder-V-Motor, 645 cm³, 56 kW

(76 PS) bei 8500/min, 64 Nm bei 8100/min,

Stahl-Gitterrohrrahmen, Telegabel, Zweiarmschwinge,

Kettenantrieb, Sitzhöhe

785 mm, Gewicht fahrfertig 197 kg

lange Karriere vor sich haben

22 NEUHEITEN 25/2015


Suzuki GSX-R 1000 R Die Edelvarian

te der neuen Gixxer mit feinster Showa-

Technologie (Balance Free Front Fork) und ent-

sprechendem Federbein.

Sowohl in der

Standard als auch in

der „R“ kommt eine

Ventilsteuerung mit

va riablen Steuerzeiten

zum Einsatz

DATEN

Vierzylinder-Reihenmotor, 999 cm³, Leistung

und Drehmoment: keine Angaben, Brückenrahmen

aus Alu, Upside-down-Gabel, Zweiarmschwinge,

Kettenantrieb, Sitzhöhe und

Gewicht k. A.

in die Irre. Diese GSX-R 1000 wird es geben, und zwar gleich in zwei

Versionen, wie es neuerdings wieder Mode ist. Ein zusätzliches „R“ hinter

der Hubraumangabe (siehe Bilder links) wird die Edelversion im Namen

führen und mit der neuesten Showa-BFF- und -BFRC-Technik ausgestattet

sein, die Standardvariante mit herkömmlichen Federelementen wird

deutlich günstiger sein. Beiden gemeinsam: Erstmalig in der Supersportler-Welt

wird die neue 1000er über eine variable Ventilsteuerung verfügen,

die Drehmoment unten mit Spitzenleistung oben im Drehzahlband

verbinden soll. Wie viel? Darüber schweigt sich Suzuki bislang aus, ebenso

über das Gewicht und weitere Details. Nur so viel ist bekannt: Die

Neue soll die stärkste und leichteste GSX-R 1000 aller Zeiten werden.

Wer hätte das gedacht?!

Back to the Roots: Dieses Motto gilt für die zweite wichtige Suzuki-

Neuheit, nämlich die Neuauflage des Evergreens SV 650. Die neue

SV sieht wieder ganz aus wie die alte, ist technisch aber auf dem

neuesten Stand. Über 60 Teile am Motor, über 140 Teile insgesamt

wurden im Vergleich zur Gladius geändert, der Motor leistet

jetzt trotz Euro 4 mit 76 PS um 4 PS mehr als zuvor. Wer es noch

bodenständiger will: Die VanVan 200 ist nun auch hierzulande

im Programm.

Kawasaki

Und die Grünen? Hielten sich in Mailand, nachdem die umfassend

renovierte ZX-10R ja schon vorab präsentiert worden war,

merklich zurück. Einzige Neuheit (neben Design-Varianten der Z 800

und Z 1000): die ZZR 1400, jetzt mit Euro 4 und einer Performance Sport-

Ausführung. Die bremst nun mit feinster Brembo M50-Ware statt mit

Nissin, federt und dämpft hinten nun mit Öhlins-TTX-Federbein. Neu bei

beiden Varianten: ein neues Cockpit mit umschaltbarem LCD-Hintergrund

und eine verbesserte Ergonomie.

Indian

Polaris gibt weiter Gas – und präsentiert in der Scout Sixty einen neuen

Motor mit 60 Cubic Inches, was exakt 999 statt der 1133 Kubikzentimeter

Hubraum der großen Schwester entspricht. Dazu sind Rahmen, Schwinge,

Räder und Sitz in Schwarz gehalten, während Fahrwerk und Bremsen

Kawasaki ZZR 1400 Als Performance Sport nun

mit feinem Öhlins-TTX-Federbein und bester Brembo-Bremsware,

dazu eine neue Zweifarb-Lackierung.

Das Kraftpaket erfüllt nun die Euro

4-Norm

DATEN

Vierzylinder-Reihenmotor, 1441 cm³, 147

kW (200 PS) bei 10 000/min, 158 Nm bei

7500/min, Monocoque-Rahmen aus Alu,

Upside-down-Gabel, Zweiarmschwinge,

Kettenantrieb, Sitzhöhe 800 mm, Gewicht

fahrfertig 269 kg

Weitere Neuheiten bei

Kawasaki:

◾◾

ZX-10R Radikaler 1000er-

Supersportler, grundlegend

überarbeitet

◾◾Z 1000 und Z 800

Sugomi

Design-Varianten der

bekannten Naked Bikes

Indian Scout Sixty Die Indian

für kleine Leute sozusagen: Mit knapp 140 Kubikzentimetern

weniger als bei der großen

DATEN

Zweizylinder-V-Motor, 999

cm³, 57 kW (78 PS) bei 7300/

min, 89 Nm bei 5600/min,

Leichtmetallrahmen, Telegabel,

Zweiarmschwinge, Riemenantrieb,

Sitzhöhe 643 mm,

Gewicht fahrfertig 246 kg

www.motorradonline.de

Schwes ter wird es auch 1000

Euro güns tiger. Sonst bestehen

technisch keine Unterschiede,

farblich aber sehr wohl. Die

Sixty muss mit schwarzem Rahmen,

schwar zer Schwinge und

schwarzen Rädern auskommen


Modell- N E U H E I T E N

Präsentation

der großen Scout entsprechen. In der neuen Sixty leistet der V2 78 PS

statt bisher 102, das Drehmoment nahm von 98 auf 89 Newtonmeter

ab. Dafür ist „der Traum von einer echten Indian“ nun auch günstiger

geworden: 11 990 Euro wird die Scout Sixty kosten – und damit exakt

1000 Euro weniger als die große Schwester.

MV Agusta

Im Zuge der Euro 4-Homologation bleibt bei der neuen

Brutale 800 fast keine Schraube an ihrem bisherigen

Platz. Motor, Tank, Heck, Ergonomie – alles wurde komplett

überarbeitet. Der 800er-Antrieb büßt im Vergleich

zur bisherigen Version 9 PS ein, gewinnt dafür aber

gleich 25 Prozent an Drehmoment; er stammt aus dem

Cross over-Modell Turismo Veloce und gefällt mit einem

ebenso quirligen wie geschmeidigen Charakter. Optisch

stechen der neue LED-Scheinwerfer und das

schwebende, filigrane Leichtmetallheck hervor.

Auch die drei Auspufftüten wurden modernisiert,

die Sitzposition außerdem auf eine noch

akti vere Haltung getrimmt. Neben der üblichen Elektronik gibt es als

besonderen technischen Leckerbissen eine Schaltautomatik für kupplungsfreien

Gangwechsel.

Husqvarna

Sie ist noch Zukunftsmusik, die Vitpilen 701. Leider, denn das, was KTM-

Hausdesigner Kiska uns da auf die EICMA stellte, kann sich wahrlich

sehen lassen und hat optisch nichts mit dem kantigen, technoiden

Design zu tun, das man in Mattighofen hingebungsvoll zelebriert. Und

überhaupt: Wenn die Abgrenzung technisch weitgehend identischer

Produkte wie der KTM 690 Duke und der Einzylinder-Husqvarna so eindrucksvoll

gelingt, kann das Nebeneinander beider Marken auch im

Onroad-Bereich funktionieren. Ob schon Bestellungen aufgenommen

werden, ist nicht bekannt. Freuen wir uns auf 2017 oder 2018.

www.motorradonline.de/neuheiten

MV Agusta Brutale 800 9 PS weniger,

aber dafür satte 25 Prozent mehr Drehmoment

und ein muskulöserer Look für den komplett über-

arbeiteten Best seller

von MV Agusta. Einzigartig

in dieser Klasse

ist der Blipper, der das

Schalten ohne Kupplung

erlaubt

Husqvarna Vitpilen 701

Da schau her: Klar, stringent und ohne

Ecken und Kanten kommt die neue

Husqvarna daher – und trotzdem von

Kiska designt. Im Rohrrahmen werkelt

ein 690er-KTM-Single der neuesten

Generation mit satten 75 PS. Hoffentlich

ändert

sich bis zum

Serienstart

nicht allzu

viel. Es wäre

schade drum

Weitere Neuheiten bei

MV Agusta:

◾◾Dragster RR LH44

Mit Formel 1-Champion

Lewis Hamilton entwickeltes,

limitiertes Sondermodell,

24 144 Euro

◾◾Rivale Größerer Tank,

neue Farben

DATEN

Dreizylinder-Reihenmotor, 798

cm³, 86,5 kW (116 PS) bei 11 500/

min, 83 Nm bei 7600/min, Stahl-

Gitterrohrrahmen, Upside-down-

Gabel, Einarmschwinge, Kette,

Sitzhöhe 830 mm, Gewicht fahrfertig

194 kg, 12 590 Euro

DATEN

Einzylinder-Viertaktmotor,

690 cm³, 55 kW (73 PS) bei

8000/min, 74 Nm bei 6500/

min, Stahl-Gitterrohrrahmen,

Upside-down-Gabel, Zweiarmschwinge,

Kettenantrieb,

Sitzhöhe und Gewicht k. A.

24 NEUHEITEN 25/2015


EIN STÜCK

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Weil ich Motorrad fahre.


N E W S

Auch Alpinestars forschte

jahrelang in Labor- und

Crashtests

Airbag: Crash der

beiden Hersteller

Dainese und Alpinestars streiten wegen

ihrer neuen Airbag-Systeme. Ein süddeutscher

Händler geriet zwischen die Fronten.

Daniel Haller fiel aus allen Wolken. Per

Fax erhielt der Bekleidungs- und Zubehörhändler

ein 79-seitiges Schreiben der Anwaltskanzlei

Hogan Lovells International

aus München. Darin wurde Hallers Firma

Motorradland GmbH Friedrichshafen aufgefordert,

„das Anbieten und Vertreiben“

des neuen Airbag-Systems TechAir von

Alpinestars zu unterlassen, weil dadurch

PATENTRECH TE VON DAINESE, der Auftraggeberin

der Kanzlei, verletzt würden.

Es folgten detaillierte englischsprachige

Patentschriften, eine für Laien kaum verständliche

Unterlassungserklärung, die Haller

innerhalb von vier Tagen unterzeichnen

sollte, und schließlich das dicke Ende: Da

die Anwälte den Streitwert in der Sache auf

eine Million Euro beziffert haben, will die

von Dainese beauftragte Kanzlei 6126 EURO

GEBÜHREN von Händler Haller haben.

Der besorgte Dealer vom Bodensee setzte

flugs alle Hebel in Bewegung. Er wandte

sich an MOTORRAD und natürlich an Hersteller

Alpinestars. Besonders pikant ist,

dass Haller das fragliche Airbag-System

noch gar nicht vorrätig hat: „Ich habe den

TechAir bisher nur mündlich bestellt.“ Weil

sein Name aber schon auf der Händler-

Website von Alpinestars steht, bekam er die

Anwaltspost – und die Rechnung dafür.

Bei ALPINESTARS beruhigte man den aufgebrachten

Geschäftsmann: „Alpinestars

hat eine andere Anwaltskanzlei engagiert,

die mich und weitere betroffene Händler

jetzt gegenüber Dainese vertritt“, erzählt

Haller. Und dass er heilfroh darüber ist:

„Bei einem so hohen Streitwert von einer

Million Euro könnten die Verfahrenskosten

einen Ladem wie meinen ruinieren.“

Allem Anschein nach tobt also hinter den

Kulissen ein Streit zwischen Dainese und

Alpinestars. Beide Firmen sind im Veneto

in Norditalien ansässig, beide stellen

Schutzkleidung für Motorradfahrer her, von

Handschuhen über Stiefel bis zur Kombi.

Vor Jahren plante man eine Kooperation,

doch die Verhandlungen scheiterten,

und seither sind die beiden Firmen harte

Konkurrenten. Wegen des Airbags scheint

der WETTKAMPF JETZT ZU ESKALIEREN.

Mit dessen Entwicklung begann Dainese

bereits vor 15 Jahren, stattete zunächst

Rennfahrer von Valentino Rossi bis Stefan

Bradl damit aus und stellte 2013 schließlich

den D-air Street für den Einsatz auf öffent-

lichen Straßen vor. Weil Stürze dort anders

verlaufen als auf der Rennstrecke, wo es

keine Aufprallunfälle wie im Airbag-Crashtest-Foto

oben gibt, war diese Evolution

laut Dainese besonders kompliziert und

teuer. Die Firma hält zahlreiche Patente an

dem System – und sieht offenbar einige

durch das neue, 2014 erstmals vorgestellte

TechAir-System verletzt. Der Alpinestars-Airbag

wurde in Deutschland nach der gegnerischen

Anwaltsoffensive anscheinend vorsorglich

VOM MARKT GENOMMEN und ist

derzeit dem Vernehmen nach nicht erhältlich.

Daniel Haller fragt sich, warum er zwischen

die Fronten der Hersteller geriet:

„Ich habe keine Ahnung, ob Alpinestars mit

dem TechAir irgendwelche Patente von

Dainese verletzt“, sagt er. „Und selbst wenn,

könnte ich nichts dafür. Ich bin doch bloß

Händler.“ Auf MOTORRAD-Nachfrage wollte

sich zum jetzigen Zeitpunkt keiner der beiden

Hersteller näher äußern.

Streit um den Airbag:

Hat Alpinestars mit seinem

TechAir bestehende

Patente von Daineses

D-air-System verletzt?

Die Frage werden wohl

Gerichte klären müssen

Fotos: Hersteller

Foto: Conti

Conti GT für große Tourer

Continental bietet seinen Touringreifen

RoadAttack 2 EVO jetzt mit dem Zusatz

GT auch für schwergewichtige Bikes wie

die BMWs R nineT, R 1200 R/RT/ST/S, die

Suzuki GSX 1250 FA und die Yamaha FJR

1300 an. Weitere Freigaben sollen folgen.

Für die schwereren Kaliber bekam die

Karkasse hinten eine Lage zusätzlich,

die vordere wurde verstärkt.

E-Bike-Hersteller kauft GasGas

Die insolvente spanische Offroad-Marke GasGas hat

einen neuen Besitzer. Den Zuschlag vom Insolvenzgericht in

Girona erhielt der ebenfalls katalanische Bieter Torrot aus der

Nähe von Barcelona. Torrot baut Elektrofahrzeuge,

darunter Roller und Motorräder

für Kinder. Ob und wie die beiden

Firmen künftig kooperieren sollen, ist

noch nicht bekannt. Die GasGas-Produktion

soll im Februar wieder anlaufen.

26 NEWS 25/2015


Foto: CCM

Leichte Reiseenduro: CCM 450 GP Adventure

CCM, das steht für „Clews Competition

Machines“ und damit für einen

britischen Kleinserien-Hersteller, der zu

Beginn der 70er aus der Pleite von BSA

hervorgegangen war. Jahrelang war es

still um die Marke gewesen, doch seit

2015 bietet Thomas Scholz’ „Motorradladen“

in Wernigerode (Harz) die CCM GP

450 Adventure, das derzeit einzige Modell

der Briten, auch in Deutschland an.

Hochbeinig, schlank und fast puristisch

soll der Single eine Alternative zur Riege

der immer schwerer, breiter und überentwickelter

gewordenen Reiseenduros

sein. Der von Kymco aus Taiwan kommende

Einspritz-Einzylinder stammt aus

der nicht mehr gebauten BMW G 450 X

und hat 40 PS. Trocken wiegt die GP

125,5 Kilo, mit 20 Litern (in drei Tanks)

vollgetankt und sämtlichen Flüssigkeiten

dürfte das knapp 150 Kilo fahrfertig

heißen. Die Federwege sind mit 265 mm

vorn/hinten amtlich lang, dementsprechend

fällt auch die Sitzhöhe mit 890

mm hoch aus (790 mm mit tiefergelegtem

Fahrwerk). Eine Marzocchi-USD-

Gabel führt das 21 Zoll große Vorderrad.

Die Bremsen (Einzelscheibe vorn und

hinten) sind von Brembo, ABS gibt es

nicht. Preis: 11 000 Euro plus

Überführungskosten. Kontakt:

www.cc-gp450.de

CCM 450 GP

aus GB: hoch,

schmal, leicht,

aber nicht

ganz billig

kurz notiert

Nach Schuss auf Fußballbus

Der Motorradfahrer, der im August in Bielefeld

einen Schuss auf den Mannschaftsbus von Hertha

BSC Berlin abgegeben hat, bleibt unerkannt.

Die Ermittlungen wurden eingestellt, teilte die

Staatsanwaltschaft mit. Der Schütze hatte auf

den Fahrer des sonst leeren Busses gezielt. Der

Mann kam mit dem Schrecken davon, das Projektil

blieb in der Windschutzscheibe stecken.

Nordschleife: Speedlimits sollen weg

Auf der Nordschleife sollen Bodenwellen verschwinden

und neue Zuschauerzäune errichtet

werden. Konkret wird die Fahrbahn im Abschnitt

Quiddelbacher Höhe/Flugplatz auf 500

Metern erneuert. Ziel ist, die 2015 eingeführten

Tempolimits von 200 bzw. 250 km/h wieder

aufzuheben.

Fernweh-Show Pyrenäen

Mit einer Multivisionsshow

präsentiert

MOTOR-

RAD-Mitarbeiter

Dirk Schäfer am

4. Dezember die

Reise-Highlights

einer Tour durch

die Pyrenäen

(Foto). Damit startet Touratech im Shop in Niedereschach

seine Winter-Vortragsreihe. Beginn:

19 Uhr. Weitere Termine auf www.touratech.de

Foto: Schümann

Elektrischer Supersportler: BMW zeigt S 1000 eRR

Noch ist die S 1000 eRR offiziell nur ein Versuchsträger. Und inoffiziell

ein Ausblick in die mögliche Zukunft: Gemeinsam mit der TU München

hat BMW den Supersportler mit Elektroantrieb auf Basis der S 1000 RR

entwickelt. Seine technischen Details sind noch unter Verschluss. Klar

ist: Er fährt bereits. Und sicher gut. Aber wie lang, wie weit, wie schnell?

Über 1000 MV Agustas

MV Agusta freut sich über 1014 Neuzulassungen

in Deutschland von Januar bis Oktober 2015.

Damit habe die Marke erstmals die 1000er-Jahreshürde

genommen, berichtet MV in einem

Newsletter. MVs Marktanteil jetzt in Deutschland:

1,04 Prozent – hinter Guzzi, vor Husqvarna.

Mehr Kontrollen, mehr Unfälle

Trotz vermehrter Polizeikontrollen gab es 2015

auf der bayerischen Kesselbergstrecke laut Polizei

mehr schwere Motorradunfälle als im Vorjahr.

2015 schepperte es dort 21 Mal, 20 Fahrer wurden

verletzt, 2014 wurden nur 14 Fahrer bei 19

Unfällen verletzt. Die Polizei zieht dennoch eine

positive Bilanz aus vermehrten Einsätzen der

2015 gegründeten „Kontrollgruppe Motorrad“.

Sparen mit Kawa-Jackpot-Bikes

Zehn Prozent Preisermäßigung gibt Kawasaki auf

seine „Jackpot-Modelle“ Z 1000 SX, Vulcan 1700,

ZZR 1400 und 1400 GTR, Modelljahr 2015. Der

Rabatt gilt auch für Ausstattungsvarianten wie

z. B. Z 1000 SX Tourer; alle solange Vorrat reicht.

Neuzulassungen in Europa

In Europa sind 2015 laut Verband ACEM 4,2

Prozent mehr Bikes neu zugelassen worden als

2014. Spanien: 20,4 Prozent, UK: 13,3 Prozent,

Italien: 5,7 Prozent, D: 5,5 Prozent. Verlierer:

Frankreich minus 2,5 Prozent (Januar–Oktober).

Weitere Termine unter www.motorradonline.de;

alle Termine ohne Gewähr

www.motorradonline.de

NEWS 27


N E W S

BMW:

Mit kleinen Bikes wachsen

Bei einer Pressekonferenz zur „Geschäftsfeldstrategie“ verkündete BMW ehrgeizige

Pläne. Die kleinen G 310-Modelle aus Indien spielen darin eine große Rolle.

Ab Sommer 2016 will BMW den neuen G 310 Roadster

(Heft 24/2015) anbieten – er markiert den Start einer weltweit

angelegten Verkaufsoffensive MIT EINEM EHRGEIZIGEN ZIEL:

Bis 2020 will BMW Motorrad seinen Absatz weltweit um 50 Prozent

gegenüber 2014 steigern. Diese Erwartung formulierte BMW-Vorstandsmitglied

Peter Schwarzenbauer im Rahmen der offiziellen

Vor stellung der G 310 R in München. Was das konkret bedeutet,

drückte BMW Motorrad-Chef Stephan Schaller so aus: „Wir werden

bis 2020 den Absatz von BMW Motorrad auf 200 000 Einheiten steigern.“

2014 hatte BMW weltweit nach eigenen Angaben 123 495

Motorräder und Roller verkauft.

Der kleine Einzylinder wird nach BMW-Vorgaben in Indien produziert

und soll ALS TÜRÖFFNER für Märkte wie Asien und Südamerika

dienen. Daneben will BMW künftig offenbar auch weitere

Rollermodelle und E-Zweiräder bauen. Nochmals Schaller: „Zusätzlich

werden wir unser Angebot für die urbane Mobilität in der

Hubraumklasse unter 500 Kubikzentimetern ausbauen – auch auf

Basis eines Elektroantriebs.“

Zum angepeilten Preis der G 310 Roadster machte BMW noch keine

Angaben. BMW Motorrad-Entwicklungschef Karl Viktor Schaller

sagte auf Nachfrage dazu, dass der PREIS KLAR ÜBER dem der

ebenfalls in Indien gefertigten KTM 390 Duke (ab 4995 Euro) liegen

werde. BMW sei schließlich ein „Premium-Hersteller“.

„Weltweit werden derzeit jährlich

114 Millionen motorisierte Zweiräder

neu zugelassen. Nur 865 000 davon

haben mehr als 500 Kubikzentimeter

Quelle: BMW “

Weltweiter Gold Wing-Rückruf

In Deutschland bekommen knapp 6000 Gold

Wing-Fahrer demnächst Post von Honda:

Genau 5913 Stück der großen Sechszylinder

müssen außerplanmäßig in die Werkstatt. Weltweit

betrifft die gerade anlaufende Rückrufaktion

196973 MASCHINEN des Modells GL 1800 (Foto)

– von Baujahr 2001 bis zu den neuesten Maschinen

(Typ SC47 und SC68). Grund ist eine Bohrung

im Sekundärbremszylinder, die sich bei längeren

Standzeiten oder aufgrund mangelhafter

Wartung durch Ablagerungen verschließen kann.

Das kann zum dauerhaften Schleifen der Hinterradbremse führen, die dadurch überhitzen

und im Extremfall sogar zum Brand der Honda führen kann. Die betroffenen Bremszylinder

müssen VORSICHTSHALBER GETAUSCHT und die Bremshydraulik durchgespült werden.

Bereits 2012 musste Honda die gleichen Gold Wing-Modelle schon einmal zurückrufen. Auch

wegen Brandgefahr der Hinterradbremse.

Foto: Bilski

Gib dir die Kugel

Wenn’s schon kaum Neues

für die Straße gibt (S. 24),

dann wenigstens für den

Baum: das Vierer-Set Weihnachtskugeln

von Kawasaki.

Lieferbar ab sofort in Grün-

Blau und mit einem Durchmesser

von je acht Zentimetern.

Set-Preis: 12,54 Euro.

Foto: Kawasaki

28 NEWS 25/2015


Foto: Schümann

Foto: Offroadpark

Offroadpark kommt

Rund eineinhalb Jahre hat das Genehmigungsverfahren

gedauert.

Jetzt steht fest: Im Mai 2016 kann es

losgehen. Dann möchten die Betreiber

des „Offroadparks Geisingen“ das

14 Hektar große Areal oberhalb eines

Schotterwerks (links) als Übungs- und

Spielgelände für Offroad-Fans eröffnen.

Geplant ist, mehrere Strecken für

alle möglichen Arten von Geländefahrzeugen anzulegen, auch FÜR ENDURO- UND

TRIAL-MOTORRÄDER. Schotter, Sand und Kies stellen den Untergrund, auch Wasserdurchfahrten

sind vorgesehen. Die Genehmigung für den Fahrbetrieb ist zunächst

auf zwei Jahre befristet. Der neue „Offroadpark Geisingen“ liegt 900 Meter hoch im

Südwesten Deutschlands, unweit von Schaffhausen, erreichbar über die A 81.

Streit um Buell-Reste

Wegen Unklarheiten, wem was gehören soll,

ist der Verkauf der Buell-Produktionslinie an den

US-Industriellen Bruce Belfer (Foto) geplatzt. Der

indische Hero-Konzern hatte Ansprüche auf Teile

der Firma, sodass Belfers Banken keinen klaren

Gegenwert für eine Finanzierung mehr sahen.

Im Dezember soll eine erneute Versteigerung

stattfinden. Belfer: „Ich werde nicht lockerlassen.“

Foto: Belfer

Foto: Custombike

Custombike-Show

Nicht alle sind so durchgeknallt wie

die dampfgetriebene Black Pearl

von Revato Customs (Foto). Doch

sicher ebenso sehenswert sind auch

die rund 800 weiteren Um- und

Eigenbauten, die die Custombike-

Show in Bad Salzuflen vom 4. bis 6.

Dezember zeigt. Weitere Highlights

sind Steilwand-Shows, Biker Build-

Off und das Finale der Internationalen

DM im Custombikebau. 300 Aussteller

auf 20 000 m² Messegelände.

Bad Salzuflen, Tageskarte: 14 Euro,

Dauerkarte: 25 Euro. Weitere Infos

unter www.custombike-show.de

Deutsche Bank

Davon träume ich.

Und so plane ich.

Deutsche Bank PrivatKredit ¹

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effektiver Jahreszins²

Berechnung entspricht dem repräsentativen Beispiel.

Nettodarlehensbetrag

10.000 EUR

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Gebundener Sollzinssatz p. a. 5,12 %

Laufzeit

60 Monate

Monatliche Rate

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¹ Bonität vorausgesetzt. ² Gilt für einen Kreditbetrag von 10.000 Euro bei 60 Monaten Laufzeit.

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T E S T + T E C H N I

Die größten Marken und ihre Bestseller

K

WAS IHR

WOLLTET

21533 *

10 715 * 9905 *

Topseller R 1200 GS: 6675** Topseller MT-07: 3003** Topseller NC 750 X: 1400**

8444 * 6962 * 5381 *

Topseller 690 SMC R: 1337**

Topseller GSR 750: 1224** Topseller Scrambler: 1543**

30 TEST+TECHNIK 25/2015


Die Bestseller der zehn größten

Hersteller in Deutschland:

Zusammengenommen kommen

sie auf 21,5 Prozent Marktanteil.

Eine Hausnummer. Was zeichnet

die zehn Topmodelle aus, warum

liegen sie in der Käufergunst

vorne? Preis, Design, Technik,

Emotion? Eine Analyse.

Von Stefan Glück und Jens Möller-Töllner

Fotos: Bilski, fact, Gargolov, jkuenstle.de,

markus-jahn.com, Rivas, Hersteller, Händler

9867 * 9189 *

Da boomt etwas. Der Motorradmarkt

befindet sich im Aufwind.

2013 wechselten 86 476 neue

Motorräder den Besitzer, 2014

waren es 95 913 Stück. Auch dieses Jahr

sieht es sehr gut aus. Bis einschließlich September

konnten die Hersteller in Deutschland

93 477 neue Motorräder verkaufen. Da

muss man kein Prophet sein, um vorauszusagen,

dass die Zahl von 2014 bis zum Ende

dieses Jahres noch geknackt wird. Lässt sich

dieser positive Trend an bestimmten Motorrädern

festmachen? Für eine Prüfung im

Detail werfen wir auf den folgenden Seiten

den Blick auf die Topseller der zehn größten

Motorradhersteller in Deutschland. Stehen

sie als Modell schon seit Längerem an der

Topseller ER-6f/n: 2461** Topseller Forty-Eight: 1083**

4680 * 1244 *

Topseller Tiger 800: 939** Topseller Tuono V4 1100: 388**

Spitze bei BMW, Honda, Yamaha und Co. –

oder sind sie frisch hinzugekommen?

Zumindest wenn der Blick auf den unumschränkten

Topseller der größten Marke

in Deutschland fällt, bleibt alles beim Alten.

Das ist fast so wie in der Politik. Der Spitzenreiter,

so etwas wie die Kanzlerin, ist immer

der Gleiche. Die Rede ist von BMW (aktuell

23 Prozent Marktanteil, größter Hersteller)

und der R 1200 GS. Die führt die Zulassungszahlen

schon fast gewohnheitsmäßig

an. Glauben Sie nicht? Dann hier ein paar

Zahlen: 2005 lag die GS auf Platz eins, von

Januar bis Oktober setzten die BMW-Händler

6645 Stück der Großenduro ab, 2012 lag die

GS auf Platz eins, von Januar bis September

griffen 5603 Kunden zu. Und 2015 ändert

sich daran nichts. Wieder liegt die R 1200 GS

auf Platz eins der Statistik von Januar bis

September. Sie konnte 6675 Käufer für sich

begeistern. Wenn das keine Konstanz ist,

was ist es dann? Ist das nur eine Ausnahme,

oder trifft das auch auf die weiteren Volumen-Stars

der anderen Hersteller zu? Bevor

wir uns den einzelnen Topmodellen der

Hersteller genauer widmen, fördert der

Blick in die Vergangenheit viel Interessantes

zutage, was bei der Beantwortung der

Frage Dauerbrenner oder neuer Star weiterhilft.

Die Jahre 2013 und 2015 bilden die

Grundlage der Analyse. Auf zu den Details.

Zweitgrößter Hersteller 2015 ist Yamaha.

Das in diesem Jahr meistverkaufte Motorrad

der Japaner? Die MT-07 – also ein neues

Modell, das vor zwei Jahren noch gar nicht

verfügbar war. Wobei die quirlige Yamaha

für das Abziehbild eines Trends steht, der

aktuell dem Hersteller aus Hamamatsu richtig

auf die Sprünge geholfen hat. Die Rede

ist von bezahlbaren, guten Motorrädern. Die

sind, was Technik und Power betrifft, keine

Spitzenreiter, aber sie bieten verlässliche

Technik und narrensicheres Handling zu

überschaubaren Kosten. Dass diese Motorräder

sehr gefragt sind, machen die weiteren

meistverkauften Motorräder der zehn

größten Hersteller klar. Denn bei sieben von

ihnen – außer bei Aprilia, BMW und Harley-

Davidson – sind die Marken-Topseller Fahrzeuge,

die weniger als 10 500 Euro kosten.

So auch bei der MT-07. Für 6400 Euro

wechselt sie samt ABS den Besitzer.

Ein richtig gutes Angebot, das die Verkäufe

von Yamaha förmlich beflügelt hat. 2013

griffen 5221 Kunden zu Motorrädern mit

den gekreuzten Stimmgabeln. 2015 waren

es 10 715. Oder anders ausgedrückt: Drohte

Yamaha 2013 noch im Niemandsland der

Zulassungsstatistik zu verschwinden, sorgen

aktuell 11,5 Prozent Marktanteil für den

ersten Verfolgerplatz hinter BMW.

www.motorradonline.de

*2015 von Januar bis September verkaufte Stückzahl aller Modelle

**2015 von Januar bis September verkaufte Stückzahl des Topsellers

TEST+TECHNIK 31


Marken-Bestseller 2015

Die MT-07 veranschaulicht, wie wichtig

budgetorientierte Motorräder sind, verdeutlicht

aber auch, dass es im Programm

eines Herstellers nicht schaden kann, mit

neuen, ansprechend designten, attraktiven

Modellen Impulse für Käufe zu setzen.

Das fällt besonders auf, wenn man die

Entwicklung von Yamaha im Vergleich zu

Honda (aktuell 10,6 Prozent Marktanteil,

drittgrößter Hersteller), Kawasaki (aktuell

10,6 Prozent Marktanteil, viertgrößter Hersteller),

Suzuki (aktuell 7,4 Prozent Marktanteil,

siebtgrößter

Hersteller) und Harley-

Davidson (aktuell 9,8

Prozent Marktanteil,

fünftgrößter Hersteller)

betrachtet. Honda

2013: 12 033 verkaufte

Motorräder, Honda bis

September 2015: 9905

Stück. Bei Kawasaki lauten die entsprechenden

Zahlen für die beiden Jahre 9418 zu

9867; bei Suzuki 6222 zu 6962; bei Harley-

Davidson 9968 zu 9189. Die vier genannten

Hersteller weisen aktuell nur leicht gestiegene

oder rückläufige Zahlen in der Gegenüberstellung

der Jahre 2013 zu 2015 aus.

Vor dem Hintergrund, dass allein 2014 der

Motorradmarkt im Vergleich zum Vorjahr

um 9,49 Prozent gewachsen ist und auch

in diesem Jahr wieder ein Plus von über

fünf Prozent ausweisen wird, eigentlich ein

Unding. Der positive Branchentrend spiegelt

sich also nicht in den Verkäufen von Honda,

Suzuki, Kawasaki und Harley-Davidson

wider. Der Blick auf die Topseller dieser Hersteller

liefert eine Erklärung: Hondas NC 750

X, Kawasakis ER-6-Modelle und Suzukis GSR

Attraktives Design, zuverlässige

Technik, leichtes Handling: Damit

lassen sich Kaufimpulse wecken

750 sind keine schlechten Fahrzeuge, sind

die Topseller ihrer Marke. Aber sie sind alle

schon lange so oder leicht modellgepflegt

im Programm. Und sie sind fast alle teurer

als die MT-07, die realistisch betrachtet fast

alles genauso gut kann wie die drei Letztgenannten.

Fehlt noch Harley-Davidson: Die

Forty-Eight als verkaufsstärkstes Bike geht

immer. Seit 2011 wird sie jährlich mehr als

1000-mal verkauft. Dennoch: Bei den Amerikanern

muss sich etwas tun. Die Company

aus Milwaukee hat 2015 neben Honda

bisher weniger Motorräder in Deutschland

verkauft als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs.

Das sollte bei der aktuellen Marktentwicklung

zum Nachdenken anregen.

Das hat Triumph schon gemacht. Die Briten

lagen 2013 noch auf Platz sieben der

Zulassungsstatistik. 5666 ihrer Zweiräder

wechselten in diesem Zeitraum den Besitzer.

Einschließlich September 2015 waren

es aber nur 4680 Stück (fünf Prozent Marktanteil,

neuntgrößter Hersteller). Auch hier ist

ein negativer Trend zu beobachten. Triumph

hat darauf schon reagiert, seine Classic-Linie

für das Jahr 2016 überarbeitet. Das wird

sicherlich für entsprechende Kaufanreize

im angesagten Retro-Umfeld sorgen und

Triumph wieder weiter nach vorne schieben.

Dass ein klassisch angehauchtes Motorrad

ordentlich Schwung in eine Marke bringen

kann, demonstriert in diesem Jahr

Ducati (aktuell 5,8 Prozent Marktanteil, achtgrößter

Hersteller). Standen die Motorradbauer

aus Bologna zuletzt eher für rassige

Sportbikes und rasante Landstraßenkracher

à la Monster, so sind sie mit der Scrambler

einen gehörigen Schritt in die andere Richtung

gegangen. Den alten, luftgekühlten

L-Twin wiederbelebt, in der Leistung beschnitten,

im Drehmomentverlauf optimiert

und ihn in ein ansehnliches Kleid gepackt:

Was sich auf den ersten Blick als Nische im

Programm der Italiener hätte erweisen können,

hat sich 2015 zum handfesten Ducati-

Topseller gemausert.

1543 Kunden griffen

zu. Und es wären

sicherlich noch mehr,

wenn man so schnell

hätte liefern können,

wie die Orderwünsche

ins Haus flogen.

Ebenfalls zu den

stärksten Marken 2015 gehören KTM (aktuell

neun Prozent Marktanteil, sechstgrößter

Hersteller) und Aprilia (aktuell 1,3 Prozent

Marktanteil, zehntgrößter Hersteller). Die

bestverkauften Bikes der beiden hören

auf die Namen KTM 690 SMC R und Aprilia

Tuono V4 1100. Die Supermoto-Österreicherin

kommt auf 1337 Einheiten. Als Vertreterin

der „Quer siehste mehr“-Fraktion ist

die 690er zwar kein Sonderangebot, bleibt

aber immer noch diesseits der 9000-Euro-

Marke. Und würzt ihren Einstandspreis mit

einer gehörigen Portion Unvernunft. Die

begeistert neben alten Hasen vor allem

viele A2-Führerschein-Neulinge. Die sind

schon gedrosselt mit der SMC R nicht

schlecht motorisiert unterwegs, nach zwei

Jahren gibt es dann eine gehörige Schippe

20

16

12

Tausend

Hitliste der Marken Januar bis September 2015

8

21 533

+11,7%

10 715

+19,4 %

9905

–7,0% 9867

+8,9 %

2013 2014 2015

9189

– 8,3 % 8444

+2,3 % 6962

+9,1 % 5381

+23,9%

4680

–10,3 %

1244

+18,1 %

Prozentangaben sind Zuwächse 2015 im Vergleich zu 2014

Viele Pluszeichen und nur drei

Mal ein Minus: Fast alle Hersteller

profitieren vom wachsenden

Motorradmarkt, verzeichnen

stellenweise sogar zweistellige

Pro zentzuwächse. Das freut Hersteller

und Händler. Die Basis dafür

ist eine gelungene Modellpolitik,

das zeigen nicht zuletzt die eindrucksvollen

Zahlen von Yamaha

und Ducati. Bei BMW läuft es in

den letzten Jahren sowieso, die

Nummer eins im deutschen Markt

macht ihnen momentan niemand

streitig. Und wenn sich die positive

Grundstimmung weiter so

hält, wie sie sich seit 2013 abzeichnet

(siehe rechts), dann stehen

die Zeichen auch zukünftig auf

Wachstum. Ein schöner Trend.

32 TEST+TECHNIK

25/2015


an Leistung obendrauf. Die Supermoto

sehen viele gleich zu Beginn ihrer Zweiradzeit

als lohnende Investition für eine lange

Motorradbeziehung. Dass die Österreicher

mit dem kontinuierlichen Ausbau ihres

Modellprogramms viel richtig gemacht

haben, illustrieren auch hier die Zulassungszahlen

der vergangenen Jahre. 2013

entschieden sich noch 6902 Käufer für

eine neue KTM, aktuell wuchs diese Zahl

auf 8444. Eigentlich hätte gerade KTM das

passende Material im Programm, um der

Nummer eins in dieser Übersicht gefährlich

zu werden. 1190 Adventure und 1290

Super Adventure setzen auf die gleichen

Tugenden wie die BMW R 1200 GS. Anzutreffen

sind sie aber erst auf den Plätzen

48 und 50 der Zulassungsstatistik (siehe

Tabelle rechts). In Summe entschieden sich

1118 neue Adventuristen für die beiden

Modelle. Der Abstand zu den 6675 verkauften

GS bleibt ein großer.

Von diesen Zahlen träumen sie bei Aprilia.

Die Tuono V4 1100 als Bestseller der zehntgrößten

Marke liegt nur auf Platz 67 (388

Stück) aller Neuzulassungen. Dabei bringt

sie eigentlich alles mit, was fürs richtige

Kitzeln im Bikerbauch sorgen sollte: tolle

Optik, satte Leistung, wertige Machart. Aber

auch einen gehobenen, angemessenen

Preis. Die Aprilia begeistert, weil sie mit

ihrem leistungsstarken V4-Motor ein formidabler

Vorwärtsprescher ist. Nur scheint das,

was für den emotionalen Kick sorgt, für viele

schon ein wenig zu viel zu sein. Den Italienern

fehlt einfach ein massenkompatibles

Motorrad. 2011 verkauften sie noch 1953

Fahrzeuge, 2015 sind es bisher nur 1244.

Was die aktuelle Statistik fürs Jahr 2015

auch zeigt: In Deutschland fährt man am

Entwicklung im Jahresverlauf

25

20

15

10

5

Tausend

Jan

Feb

Mrz

Apr

Angebote zu

diesen Motorrädern

finden

Sie hier:

motorradonline.de/201525030

Mai

Oben ändert sich nichts, darunter

bewegt sich etwas. Trotzdem umweht

die R 1200 GS auch weiterhin

der Nimbus der Unantastbarkeit.

Mal schauen, wie lange noch

liebsten aufrecht. Sportler finden sich nicht

unter den Topsellern der größten Marken

und auch nicht unter den ersten zehn der

gesamten Zulassungszahlen. Erst mit der

BMW S 1000 RR auf Platz 18 (1123 Stück)

folgt die häufigste Wahl aller Freunde der

gebückten Motorradfortbewegung. Als

Technologieträger, als Maßstab im Wettstreit

leichter, leistungsstärker und maximiert

auf die schnelle Hatz, sind sie nach

wie vor ein wichtiges Entwicklungsumfeld

für die Motorradhersteller. Als Verkaufsschlager

taugen sie indes nicht mehr.

Unterm Strich bleibt beim Blick auf

die meisten Topseller der zehn größten

Hersteller festzuhalten: Wer in Deutschland

Stückzahlen verkaufen will, muss

den Preis im Auge behalten und dafür ein

handliches, flexibel nutzbares Bike im Portfolio

haben, das auch beim Design nicht

in Richtung altbacken abfällt. Oder eben

eine R 1200 GS im Programm führen.

markt.motorradonline.de

Januar bis September 2015

Jun

2015: 93477 Stück

2014: 87978 Stück

2013: 80350 Stück

Jul

Aug

Sep

Modellgesamtliste

Januar bis September 2015

Gesamt

1 BMW R 1200 GS 6675

2 Yamaha MT-07 3003

3 BMW R nineT 2472

4 Kawasaki ER-6n/f 2461

5 Yamaha MT-09 2160

6 BMW R 1200 R 1865

7 Kawasaki Z 800 1769

8 BMW S 1000 R 1741

9 Ducati Scrambler 1543

10 Honda NC 750 X 1400

11 KTM 690 SMC R 1337

12 KTM 390 Duke 1315

13 Yamaha MT-09 Tracer 1284

14 KTM 1290 Super Duke R 1272

15 BMW F 700 GS 1252

16 Suzuki GSR 750 1224

17 Honda CB 500 F 1125

18 BMW S 1000 RR 1123

19 Harley-Davidson Forty-Eight 1083

20 BMW F 800 R 1059

21 Honda NC 750 S 1052

22 Harley-Davidson Breakout 1039

23 BMW S 1000 XR 1032

24 Suzuki Gladius 1022

25 Suzuki GSX-S 1000 980

26 Triumph Tiger 800 939

27 Honda CB 650 F 931

28 BMW F 800 GS 897

29 Suzuki V-Strom 650 885

30 BMW R 1200 RS 882

31 Kawasaki Z 1000 881

32 Ducati Multistrada 1200 834

33 Kawasaki Vulcan S 802

34 Triumph Street Triple 780

35 BMW R 1200 RT 765

36 Suzuki V-Strom 1000 761

37 Harley-Davidson Dyna Street Bob 745

38 KTM 690 Duke 708

39 Yamaha YZF-R1 675

40 Kawasaki Versys 1000 648

41 Ducati Monster 821 647

42 Kawasaki Z 1000 SX 607

43 Harley-Davidson Sportster Iron 883 600

44 Kawasaki Versys 594

45 Yamaha XVS 950 CU 593

46 Triumph Bonneville T 100 590

47 Triumph Tiger Explorer 571

48 KTM 1190 Adventure 568

49 Harley-Davidson Sportster 1200 Custom 554

50 KTM 1290 Super Adventure 550


67 Aprilia Tuono V4 1100 388

www.motorradonline.de

TEST+TECHNIK 33


1.

21 533 *

Die Topseller von BMW*

R 1200 GS 6675

R nineT 2472

R 1200 R 1865

S 1000 R 1741

F 700 GS 1252

*2015 von Januar bis September verkaufte Stückzahl

Die BMW R 1200 GS ist der unangefochtene

Spitzenreiter der

Zulassungsstatistik. 6675 Käufer

bis Ende September 2015

können nicht irren. Die Zahl ist beeindruckend.

Dass es sogar mehr als doppelt so

viele Einheiten sind, wie Yamaha von der

MT-07, der Zweitplatzierten dieser Hitliste,

im gleichen Zeitraum absetzen konnte,

untermauert den Status der GS nochmals.

Dabei ist die BMW kein Sonderangebot.

Ab 14 950 Euro ist sie zu haben. Ohne weiteres

Zubehör. Das wird bei BMW traditionell

gerne geordert. Die Käufer scheinen die

Extras in Sachen Preis nicht zu schrecken.

Voll ausgerüstet übertrifft die R 1200 GS

Adventure, die bei den Zulassungen mit der

normalen GS als ein Modell geführt wird,

die 20 000-Euro-Marke locker. Damit markiert

die BMW unter den Topsellern der

zehn größten Hersteller schon fast eine Ausnahme.

Nicht einmal die auch deutlich über

BMW R 1200 GS

MOTOR Luft-/wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor,

vier Ventile pro Zylinder,

Schlepphebel, Einspritzung, 2 x Ø 52 mm,

geregelter Katalysator, hydraulisch betätigte

Mehrscheiben-Ölbadkupplung (Anti-Hopping),

Sechsganggetriebe, Kardan, Bohrung x Hub

101,0 x 73,0 mm, Hubraum 1170 cm³, Nennleistung

92,0 kW (125 PS) bei 7700/min, max.

Drehmoment 125 Nm bei 6500/min.

FAHRWERK Brückenrahmen aus Stahlrohr,

längslenkergeführte Telegabel, Ø 37 mm,

hydraulischer Lenkungsdämpfer, Zweigelenk-

Einarmschwinge aus Aluminium, Zentralfederbein,

direkt angelenkt, Doppelscheibenbremse

*Herstellerangaben

15 000 Euro kostende Aprilia Tuono V4 1100

vermag in diese Regionen vorzustoßen.

Bleibt die Frage, warum Motorradfahrern

die GS so viel wert ist? Auch wenn es im Einzelfall

differierte Antworten auf diese Frage

gibt, sind die Merkmale Vielseitigkeit und

Fahrbarkeit wohl zwei, die den Ausschlag

geben. Mit der R 1200 GS geht alles. Und

zwar auf hohem Niveau. Auf der Landstraße

vorn, Ø 305 mm, Scheibenbremse hinten, Ø

276 mm, ABS, Reifen 120/70 R 19; 170/60 R 17.

MAß E UND GEWICHT

Sitzhöhe* 850 mm, Gewicht vollgetankt* 251 kg,

Tankinhalt 20,0 Liter. Preis ab 14 950 Euro.

MESSWERTE

Höchstgeschwindigkeit

219 km/h

Beschleunigung

0–100 km/h 3,6 sek

0–140 km/h 5,8 sek

Durchzug

60–100 km/h 3,4 sek

100–140 km/h 3,8 sek

Verbrauch Landstraße

4,8 Liter

Theoretische Reichweite

417 km

Des is de brillanteste GS,

die BMW je gebaut hat!

Fahrdynamik unglaublich,

Druck und Power einzigartig

BMW-Händler Karl Maier, Karl Maier Motorrad GmbH, motorrad-kmaier.de

kann sie reisen und rasen, nimmt auch Abstecher

über Schotterpisten nicht krumm.

Auf der Autobahn verhelfen ihr geringer

Verbrauch und toller Windschutz zu einem

guten Stundenmittel. Und dann ist da das

Fahrverhalten: Wirkt die GS auf den ersten

Blick und anfangs auch bei der Sitzprobe

groß und mächtig, verfliegen diese Vorbehalte

schon nach wenigen Metern. Der

Enduro-Boxer lässt sich easy dirigieren, gibt

keine Rätsel auf, winkelt flugs ab, spendet

viel Vertrauen. In der Summe sind es diese

Eigenschaften, welche die GS wohl wie kein

anderes Motorrad auf dem Markt verknüpft.

Und die BMW von Generation zu Generation

weiter feinschleift. Jede neue R 1200 GS

konserviert alle guten Eigenschaften des

Vorgängers und setzt dem Ganzen noch ein

paar Pluspunkte obendrauf.

Dass BMW insgesamt vieles aus Sicht

der Kunden richtig macht, zeigen die weiteren

Modelle der Bayern unter den Top

Ten der Zulassungsstatistik. Mit der R nineT,

der R 1200 R und der S 1000 R finden sich

noch drei weitere Zweiräder unter den

ersten zehn. Die Grundlage dafür, dass

BMW auch beim Marktanteil in Deutschland

mit großem Abstand vorn liegt.

34 TEST+TECHNIK 25/2015


2.

10 715 *

Die Topseller von Yamaha*

MT-07 3003

MT-09 2160

MT-09 Tracer 1284

YZF-R1 675

XVS 950 593

*2015 von Januar bis September verkaufte Stückzahl

Kost’ fast nix, kann fast alles: So

ließe sich die Yamaha MT-07 mit

wenigen Worten beschreiben.

Schließlich sind 6395 Euro für

ein ABS-gebremstes Motorrad mit immerhin

75 PS Nennleistung nicht viel

Kohle. So weit, so gut. Aus diesen Zutaten

bauen viele Hersteller Motorräder.

Aber bei Yamaha gingen sie noch einen

Schritt weiter, versetzten die Hubzapfen

des Reihentwins um 90 Grad. Heraus

kommt ein Antrieb, der einen 90- Grad-

V-Motor-imitiert. Warum das wichtig ist?

Weil diese Auslegung der MT-07 ordentlich

Charakter einhaucht. Der Motor pulsiert,

lebt. Schon ganz unten im Drehzahlband

liefert er überzeugenden Schub, drückt

lässig in der Mitte und erklimmt mit Freude

den Drehzahlbereich, in dem er seine

Höchstleistung abliefert. Und das ist kurz

bevor die Skalierung fünfstellig wird.

Hinzu kommt: Die MT-07 fährt nur

wenige Kilos mit sich spazieren. So bleibt

sie trotz des breiten 180er-Hinterreifens

äußerst leicht beherrschbar. So leicht, dass

immer der Spaß im Vordergrund steht.

Nie wird es anstrengend, nie wird es brenzlig.

Die Yamaha MT-07 macht allzeit auf

richtig guten Kumpel. Okay, ihr Fahrwerk

ist kein Ausbund an Stabilität, könnte mehr

Reserven vertragen. Irgendwo muss der

Kampfpreis ja herkommen. Aber unterm

Strich können selbst gestandene Motorradtester

damit locker leben, nachzulesen

in der Dauertest-Zwischenbilanz (Ausgabe

23/2015).

Für den Dauertest – und damit auch im

richtigen Leben – sind die Kosten wichtig.

Die MT-07 bleibt hier ihrer Linie treu. Unter

vier Liter Durchschnittsverbrauch und

10 000er-Inspektionsintervalle schonen den

Geldbeutel. Und machen die Yamaha nochmals

attraktiver. Die fanden schon im letzten

Jahr 2647 Käufer toll. 2015 sind es sogar

bis September 3003. Da kommen sicherlich

bis Jahresende noch einige hinzu. Genau

wie zum großen Bruder der MT-07, der MT-

09. Gemeinsam sind diese beiden Modelle

dafür verantwortlich, dass Yamaha nach

Jahren im Zulassungs-Dornröschenschlaf

Yamaha MT-07

MOTOR Wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor,

vier Ventile pro Zylinder, Tassenstößel,

Einspritzung, 2 x Ø 38 mm, geregelter

Katalysator, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung,

Sechsganggetriebe, O-

Ring-Kette, Bohrung x Hub 80,0 x 68,6 mm,

Hubraum 690 cm³, Nennleistung 55,0 kW

(75 PS) bei 9000/min, max. Drehmoment

68 Nm bei 6500/min.

FAHRWERK Brückenrahmen aus Stahlrohr,

Telegabel, Ø 41 mm, Zweiarmschwinge aus

Stahl, Zentralfederbein mit Hebelsystem, Doppelscheibenbremse

vorn, Ø 282 mm, Scheibenbremse

hinten, Ø 245 mm, ABS, Reifen 120/70

ZR 17; 180/55 ZR 17.

Tolles Design, niedriges

Gewicht, super Preis-

Leistungs-Verhältnis:

Dafür steht die MT-07

Yamaha-Händler Klaus Natuschke, Natuschke & Lange GbR, natuschke-lange.de

*Herstellerangaben

endlich wieder wachgeküsst wurde. 11,5

Prozent Marktanteil sprechen aktuell eine

deutliche Sprache. Und da Yamaha rund

um die beiden Bestseller stetig Modelle

nachschiebt – wie die neue XSR 700 –, setzen

die Japaner alles daran, diese Position

zu festigen. Kost’ fast nix, kann fast alles –

das kommt eben richtig gut an in der

Motorradfahrergemeinde.

MAßE UND GEWICHT

Sitzhöhe* 810 mm, Gewicht vollgetankt* 184 kg,

Tankinhalt 14,0 Liter. Preis ab 5895 Euro/

6395 Euro (mit ABS).

MESSWERTE

Höchstgeschwindigkeit

207 km/h

Beschleunigung

0–100 km/h 3,8 sek

0–140 km/h 6,9 sek

Durchzug

60–100 km/h 4,0 sek

100–140 km/h 4,7 sek

Verbrauch Landstraße

3,5 Liter

Theoretische Reichweite

400 km

www.motorradonline.de

TEST+TECHNIK 35


3.

9905 *

Die Topseller von Honda*

NC 750 X 1400

CB 500 F 1125

NC 750 S 1052

CB 650 F 931

CB 1000 R 549

*2015 von Januar bis September verkaufte Stückzahl

Take it easy, altes Haus“, gaben

schon die Barden von Truck Stop

zum Besten. Dieser Wahlspruch

könnte auch das Motto aller

NC 750 X samt deren Eignern sein, ohne

Letztgenannte gleich sämtlich in der

zweiten Hälfte ihres Lebens zu verorten.

Die NC-Typen an sich machen es

einem nämlich einfach. Untenrum drückt

der auf viel Anfahrdrehmoment gebürstete

Zweizylinder ordentlich voran, Obenrausdrehen

kommt gar nicht vor. Also schnell

schalten und weiter auf der Newtonmeter-

Woge surfen. Sportlichen Ehrgeiz vermeidet

diese Auslegung schon im Keim,

für den entspannten Vortrieb ist sie wie

geschaffen. Das Ganze dann noch mit Ausstattungsfeatures,

wie einem praktischen

Staufach, veredeln, und zwar dort, wo sich

sonst der Tank befindet, fertig ist die Bestseller-Baureihe

im Honda-Programm.

Wobei die NC 750 X ganz oben an der

Honda NC 750 X

MOTOR Wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor,

vier Ventile pro Zylinder,

Kipphebel, Einspritzung, 2 x Ø 36 mm, geregelter

Katalysator, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung,

Sechsganggetriebe,

O-Ring-Kette, Bohrung x Hub 77,0 x 80,0 mm,

Hubraum 745 cm³, Nennleistung 40,3 kW

(55 PS) bei 6250/min, max. Drehmoment

67 Nm bei 4750/min.

FAHRWERK Gitterrohrrahmen aus Stahl,

Telegabel, Ø 41 mm, Zweiarmschwinge aus

Stahl, Zentralfederbein, direkt angelenkt, Scheibenbremse

vorn, Ø 320 mm, Scheibenbremse

hinten, Ø 240 mm, ABS, Reifen 120/70 ZR 17;

160/60 ZR 17.

*Herstellerangaben

Spitze der Honda-Zulassungs-Hitliste steht.

1400 Kunden unterschrieben bis September

2015 den Kaufvertrag für die im leichten

Reiseenduro-Look daherkommende

Honda. 1052 waren es für die NC 750 S,

die damit Honda-intern auf dem dritten

Platz landet. Dass die beiden NC-Modelle

eine wichtige Stütze im Honda-Programm

sind, belegt der Blick zurück. 2014 lande-

MAß E UND GEWICHT

Sitzhöhe* 825 mm, Gewicht vollgetankt* 223 kg,

Tankinhalt 14,1 Liter. Preis ab 6540 Euro.

MESSWERTE

Höchstgeschwindigkeit

170 km/h

Beschleunigung

0–100 km/h 5,2 sek

0–140 km/h 10,2 sek

Durchzug

60–100 km/h 7,2 sek

100–140 km/h 9,8 sek

Verbrauch Landstraße

3,2 Liter

Theoretische Reichweite

441 km

Ein tolles Alltagsfahrzeug,

bei dem der Fahrspaß

nicht zu kurz kommt, zu

einem günstigen Preis

Honda-Händlerin Sieglinde Mayer, Motorradhaus Mayer GmbH, motorrad-mayer.de

ten die beiden auf den Plätzen eins und

zwei der Rangliste. In nackten Zahlen:

1500 neue NC 750 X wurden 2014 unters

Volk gebracht, 1341 S-Varianten.

Die Stückzahlen blieben aktuell also in

etwa gleich, trotzdem reicht es nicht ganz

fürs Frohlocken. Denn: Honda gehört zu

den wenigen Herstellern, bei denen die

Zulassungszahlen im Vergleich zum Vorjahr

sinken. Der allgemeine Trend geht aber

in die andere Richtung, wird für 2015 ein

deutliches Plus ausweisen. Ähnlich wie

bei Kawasaki fehlt im Modell-Portfolio die

weitere volumenstarke Abrundung nach

unten. Die Motorräder der NC-Baureihe

können nichts dafür, ihre Zahlen stimmen.

Günstiger Einstandspreis, verlässliche Technik,

solides Wesen: Diese Tugenden finden

nach wie vor viele Käufer. Das erste „große“

Bike, die CB 1000 R, taucht zwar auch in

Hondas Top Five auf, liegt mit 549 verkauften

Stück in diesem Jahr bis dato aber nur

auf Platz 51 der gesamten Zulassungsstatistik.

Vielleicht wird es die neue Africa Twin

richten. Auch wenn Truck Stop im Liedtext

zur Gemütlichkeit raten: Um Motorräder

zu verkaufen, scheint das nur bedingt das

richtige Rezept zu sein.

36 TEST+TECHNIK 25/2015


4.

9867 *

Die Topseller von Kawasaki*

ER-6f/n 2461

Z 800 1769

Z 1000 881

Vulcan S 802

Versys 1000 648

*2015 von Januar bis September verkaufte Stückzahl

Nackig oder mit Verkleidung – bei

den ER-6-Modellen haben Sie

die Wahl. Seit 2012 stehen beide

schon technisch unverändert

in dritter Modellgeneration im Kawasaki-

Programm. Und das überaus erfolgreich.

Markenintern heimsen sie locker den

ersten Platz ein, konnten 2015 schon 2461

Käuferinnen und Käufer für sich begeistern.

Die Z 800 auf Platz zwei der Kawasaki-

Charts folgt mit Respektabstand. Mit dem

quirligen 72-PS-Reihenmotor ist die ER-

6-Baureihe nicht nur wie gemacht für Motorradeinsteiger,

sie begeistert auch erfahrene

Biker, denen Pragmatismus wichtiger ist

als die Show. Der Twin schiebt die knapp

über 200 Kilo wiegenden Kawas lässig vom

Fleck, ihr Fahrwerk macht alles mit. Nur die

Bremsen dürften souveräner agieren. Im

Zweifel richtet es aber das serienmäßige

ABS. Hört sich nach viel Vernunft an. Ist auch

so. Muss ja nicht schlimm sein. Wobei die

beiden ER-6 sich beim Design gehörig vom

Muster ehemaliger Einstiegsbikes abheben.

ER-5 und Konsorten glichen sich vor Jahren

fast wie ein Ei dem anderen. Schön, dass die

ER-6 (Verkaufsanteile n/f: 55 Prozent zu 45

Prozent) neue Akzente gesetzt haben, sich

klar von anderen Motorrädern unterscheiden.

Schließlich fährt das Auge mit. Das

entdeckt beim genauen Blick keine Kritikpunkte.

Vielmehr liefern die geschwungene

Bananenschwinge, der Under-Engine-Auspuff

oder auch das klar gekennzeichnete

Cockpit optische Glanzpunkte. Und durch

die Zweimodellstrategie finden Windgesichter

und Tourenfreunde das jeweils auf sie

zugeschnittene Angebot unter den ER-6-

Modellen. So dürfte es für die beiden Kawas

gerne weitergehen. Wenn man sich die Verkaufszahlen

ansieht, stehen auch in Zukunft

Kawasaki ER-6f

MOTOR Wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor,

vier Ventile pro Zylinder, Tassenstößel,

Einspritzung, 2 x Ø 38 mm, geregelter

Katalysator, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung,

Sechsganggetriebe, O-

Ring-Kette, Bohrung x Hub 83,0 x 60,0 mm,

Hubraum 649 cm³, Nennleistung 53,0 kW

(72 PS) bei 8500/min, max. Drehmoment

64 Nm bei 7000/min.

FAHRWERK Brückenrahmen aus Stahl, Telegabel,

Ø 41 mm, Zweiarmschwinge aus Stahl,

Federbein, direkt angelenkt, verstellbare Federbasis,

Doppelscheibenbremse vorn, Ø 300 mm,

Scheibenbremse hinten, Ø 220 mm, ABS, Reifen

120/70 ZR 17; 160/60 ZR 17.

Günstiger Preis, geringe

Folgekosten: ein Topmotorrad,

das auch erfahrenen

Bikern viel Spaß macht

Kawasaki-Händler Ingo Heller, Heller & Soltau, heller-soltau.com

*Herstellerangaben

alle Zeichen auf Volumenseller. 2014:

2777 verkaufte Stück, 2015 sind es knapp

2500. In den Vorjahren sah das ähnlich

aus. Die Zukunft scheint keine schlechte.

Also alles gut? Fast, denn obwohl Kawasaki

dem Trend folgend bis September

2015 schon mehr Motorräder als im kompletten

Jahr 2014 absetzen konnte, fehlt

den ER-6-Modellen und der zweitplatzierten

Z 800 der Rückhalt im Programm.

Da genügt schon ein Blick in die Top Five

der Marke. An dritter Position steht 2015

wie auch 2014 die Z 1000. Nur griffen im

letzten Jahr noch 1352 Fans zu, in diesem

Jahr sind es bisher nur 881. Die Differenz

wird bis Jahresfrist nicht aufzuholen sein.

Da sollte zeitnah also noch etwas kommen.

Die beiden ER-6 zeigen, wie es geht.

MAß E UND GEWICHT

Sitzhöhe* 800 mm, Gewicht vollgetankt* 213 kg,

Tankinhalt 16,0 Liter. Preis ab 6895 Euro.

MESSWERTE

Höchstgeschwindigkeit

200 km/h

Beschleunigung

0–100 km/h 4,0 sek

0–140 km/h 7,6 sek

Durchzug

60–100 km/h 4,8 sek

100–140 km/h 5,4 sek

Verbrauch Landstraße

3,9 Liter

Theoretische Reichweite

410 km

www.motorradonline.de

TEST+TECHNIK 37


5.

9189 *

Die Topseller von Harley-Davidson*

Forty-Eight 1083

Breakout 1039

Dyna Street Bob 745

Sportster Iron 883 600

Sportster 1200 Custom 554

*2015 von Januar bis September verkaufte Stückzahl

In einem Punkt sind sich Harley- und

Motorradfahrer zumeist einig: Harleys

sind keine Motor räder, Harleys sind

Harleys. Dies gilt vor allem dann,

wenn man sich eine weitverbreitete Definition

des Motorradfahrens vor Augen

hält. Motorradfahren, so heißt es da, ist

eine Kombination aus zügiger positiver

wie negativer Längsbeschleunigung

sowie der Möglichkeit, zur Richtungsänderung

Schräglagen zu fahren. Und

generell eine Fortbewegungsart, die einen

großen Teil ihrer Faszination aus ihrer

Fahrdynamik bezieht.

In keinem dieser Punkte haben sich die

Modelle aus Milwaukee jemals besonders

hervorgetan. Von der V-Rod einmal abgesehen.

Dies gilt auch für die hier vorgestellte

XL 1200 X, besser bekannt unter ihrem

Rufnamen Forty-Eight. Deren charakterbildende

und indirekt auch namensgebende

Eigenschaft ist der nur 7,9 Liter fassende

Harley-Davidson Forty-Eight

MOTOR Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-45-Grad-V-Motor,

zwei Ventile pro Zylinder,

Hydrostößel, Stoßstangen, Kipphebel, Einspritzung,

2 x Ø 45 mm, ungeregelter Katalysator,

mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung,

Fünfganggetriebe, Zahnriemen, Bohrung

x Hub 88,9 x 96,8 mm, Hubraum 1202 cm³,

Nennleistung 49,0 kW (67 PS) bei 5700/min,

max. Drehmoment 98 Nm bei 3200/min.

FAHRWERK Doppelschleifenrahmen aus

Stahl, Telegabel, Ø 39 mm, Zweiarmschwinge

aus Stahl, zwei Federbeine, Scheibenbremse

vorn, Ø 300 mm, Scheibenbremse hinten, Ø

260 mm, ABS, Reifen 130/90 B 16; 150/80 B 16.

*Herstellerangaben

„Peanut“-Tank, der einen im besten Fall

nach 150 Kilometern zur nächsten Zapfsäule

treibt. Meistens aber deutlich früher.

Warum um alles in der Welt kauften

sich alleine in diesem Jahr 1083 Menschen

ein Motorrad, das weder gut beschleunigt

noch ordentlich bremst, das nur wenig

Schräglage zulässt, dessen Transportkapazitäten

gleich null sind, in dessen Spiegeln

MAß E UND GEWICHT

Sitzhöhe* 705 mm, Gewicht vollgetankt* 256 kg,

Tankinhalt 7,9 Liter. Preis ab 12 345 Euro.

MESSWERTE

Höchstgeschwindigkeit

190 km/h

Beschleunigung

0–100 km/h 5,2 sek

0–140 km/h 10,2 sek

Durchzug

60–100 km/h 5,8 sek

100–140 km/h 6,9 sek

Verbrauch Landstraße

4,1 Liter

Theoretische Reichweite

193 km

Die Forty-Eight vereint den

Mythos Harley-Davidson

mit moderner Technik und

einem attraktiven Preis

Harley-Davidson-Händler Matthias Meier, Harley-Factory Frankfurt GmbH, harleyfactory.de

man wahlweise die eigenen Knie oder den

Schritt sieht und mit dem man binnen

kürzester Zeit mit jedem Tankwart in der

näheren Umgebung bekannt ist?

Genau darum! Weil sich Harleys im

Allgemeinen und die Forty-Eight im Besonderen

den üblichen Konventionen verweigern.

Weil der archaische 1200er-Twin seine

Unvollkommenheit rappelnd und zappelnd

perfektioniert hat. Weil im Sattel dieses

amerikanischen Eisens das Herz schlägt

und nicht der Puls rast. Es sei denn, in

Rechtskurven setzt mal wieder unvermittelt

der Auspuff auf. Weil sie der Leistungsgesellschaft

subtil den Mittelfinger zeigt.

Und weil sie dem Reiter im Sattel bis heute

dieses „Ihr könnt mich alle mal“-Feeling

vermittelt. Allerdings sollte der zukünftige

Eigner besagter Gesellschaft nicht zu

sehr entsagen, denn mit 12 345 Euro ist die

Forty-Eight zwar für Harley-Verhältnisse

recht günstig, eine alte Frau muss da

aber dennoch lange für stricken. Apropos

stricken: Es ist bestimmt nur Zufall, dass

gerade bei den Forty-Eight-Eignern der Anteil

der Ringelsockenträger besonders hoch

zu sein scheint. Aber Harley-Fahrer sind ja

auch keine Motorradfahrer. Oder doch?

38 TEST+TECHNIK 25/2015


6.

8444 *

Weitere Topseller von KTM*

690 SMC R 1337

390 Duke 1315

1290 Super Duke R 1272

690 Duke 708

1190 Adventure 568

*2015 von Januar bis September verkaufte Stückzahl

Ebenso wie die Aprilia Tuono oder

die Harley-Davidson Forty-Eight

beweist die KTM 690 SMC R,

dass man nicht zwingend eine

zweirädrige, Eier legende Wollmilchsau

braucht, um ordentliche Stückzahlen davon

ans zweiradaffine Volk zu verkaufen.

Okay, die Anzahl von 388 in Deutschland

verkauften Tuonos mag auf den ersten Blick

ernüchternd sein, aber Aprilia ist auch nur

ein kleiner Hersteller. Die Amis konnten

ihren Bestseller mit 1083 Stück fast drei Mal

so oft an den Mann oder die Frau bringen.

Aber für eine echte Überraschung

sorgt die KTM. Mit 1337 Einheiten macht sie

nicht nur einen dicken Batzen Umsatz bei

den Orangen, sondern schrammt auch

in der Gesamtwertung nur knapp an den

Top Ten vorbei. Das hätte bei einem Motorrad,

das im Grunde genommen zu nichts

anderem taugt, als beim Fahrer sonntagmorgens

auf seiner Hausstrecke zwei Stunden

lang die Produktion von Adrenalin und

Endorphinen auf Volllast laufen zu lassen,

niemand erwartet.

Ach wenn doch nur überall Rennstrecke

oder wenigstens Kartbahn wäre. Dann

störte auch der ruppige Motorlauf unter

3000 Touren nicht mehr und die trotz

Ausgleichswelle herben Vibrationen über

6000 auch nicht. Insgesamt ist es aber doch

beeindruckend, was die Entwickler dem

riesigen Einzylinder für Manieren beigebracht

haben. Die Zahnplomben nämlich,

die bleiben drin. Und das Verschlucken, wie

zu seligen Vergaserzeiten, ist auch passé.

Zwar lässt sich die SMC R, so man denn

die in luftiger Höhe von 93 cm thronende

Sitzbank erklommen hat, auch durch die

Stadt bewegen. Doch mit jedem Schlag

ihres doppelgezündeten und elektronisch

KTM 690 SMC R

MOTOR Wassergekühlter Einzylinder-Viertakt-Grad-Motor,

vier Ventile, Rollenkipphebel,

Einspritzung, 1 x Ø 46 mm, geregelter Katalysator,

hydraulisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung

(Anti-Hopping), Sechsganggetriebe,

X-Ring-Kette, Bohrung x Hub 102,0 x 84,5 mm,

Hubraum 690 cm³, Nennleistung 49,0 kW

(67 PS) bei 7000/min, max. Drehmoment

68 Nm bei 5500/min.

FAHRWERK Gitterrohrrahmen aus Stahl,

Upside-down-Gabel, Ø 48 mm, Zweiarmschwinge

aus Aluminium, Zentralfederbein mit

Hebelsystem, Scheibenbremse vorn, Ø 320 mm,

Scheibenbremse hinten, Ø 240 mm, ABS, Reifen

120/70 ZR 17; 160/60 ZR 17.

Leicht, stark, tolle Optik und

A2-führerscheintauglich:

Das überzeugt viele Einsteiger

in die KTM-Welt

KTM-Händler Jürgen Mayer, MRS Mayer GmbH, ktm-mayer.de

drosselgeklappten Herzens teilt sie mit,

dass ihr der Volllastbereich deutlich näher

ist als der teilbelastete. Schließlich lautet

der Slogan der Österreicher „Ready to Race“

und nicht „Prepare to Pose“ vor der Eisdiele.

Obwohl sie da auch eine gute Figur

macht. Edle Anbauteile, aufwendige Detaillösungen

sowie eine hochwertige Verarbeitung

und Wertanmutung lassen den Preis

*Herstellerangaben

von knapp 9000 Euro in einem anderen

Licht erscheinen. Auch die selbstredend

fast voll einstellbaren Federelemente vom

hauseigenen Lieferanten WP können ihre

Qualitäten erst richtig ausspielen, wenn

das Tempo in Richtung Qualifying geht.

Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Und KTM hat in den letzten Jahren oft

gewonnen. Chapeau!

MAß E UND GEWICHT

Sitzhöhe* 930 mm, Gewicht vollgetankt* 154 kg,

Tankinhalt 12,0 Liter. Preis ab 8945 Euro.

MESSWERTE

Höchstgeschwindigkeit

186 km/h

Beschleunigung

0–100 km/h 4,3 sek

0–140 km/h 7,6 sek

Durchzug

60–100 km/h 5,1 sek

100–140 km/h 4,7 sek

Verbrauch Landstraße

Theoretische Reichweite

4,5 Liter

267 km

www.motorradonline.de

TEST+TECHNIK 39


7.

6962 *

Die Topseller von Suzuki*

GSR 750 1224

Gladius 1022

GSX-S 1000 980

V-Strom 650 885

V-Strom 1000 761

*2015 von Januar bis September verkaufte Stückzahl

Es gibt Leute, die gerne im Mittelpunkt

stehen. Die blühen erst

dann auf, wenn sie von ihrer Umgebung

wahrgenommen werden.

Die wollen auf keinen Fall normal

erscheinen. Die interessieren sich wohl

eher nicht für eine Suzuki GSR 750.

Und dann gibt es Leute, die einfach

nur ein Rad im Getriebe des großen Ganzen

sein wollen. Und die das gerne sind.

Die nicht groß auffallen, sondern einfach

nur ihren Job machen möchten. Und die

ihre Entscheidungen eher auf rationalen

denn extrovertierten Grundlagen treffen.

Wenn diese mit dem Gedanken schwanger

gehen, sich einen effizienten, gradlinigen,

nackigen Vierzylinder mit rund 100 PS

zuzulegen, der finanziell keine allzu großen

Löcher ins Budget haut und der sich sowohl

für die Niederungen des Alltagsbetriebs als

auch den lustvollen Ausritt am Wochenende

oder die Urlaubsfahrt eignet, dann werden

Suzuki GSR 750

MOTOR Wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor,

vier Ventile pro Zylinder, Tassenstößel,

Einspritzung, 4 x Ø 32 mm, geregelter

Katalysator, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung,

Sechsganggetriebe, O-

Ring-Kette, Bohrung x Hub 72,0 x 46,0 mm,

Hubraum 749 cm³, Nennleistung 78,0 kW

(106 PS) bei 10 000/min, max. Drehmoment

80 Nm bei 9000/min.

FAHRWERK Brückenrahmen aus Stahl, Upside-down-Gabel,

Ø 41 mm, Zweiarmschwinge

aus Stahl, Zentralfederbein mit Hebelsystem,

Scheibenbremse vorn, Ø 310 mm, Scheibenbremse

hinten, Ø 240 mm, ABS, Reifen 120/70

ZR 17; 180/55 ZR 17.

*Herstellerangaben

MAß E UND GEWICHT

Sitzhöhe* 810 mm, Gewicht vollgetankt* 214 kg,

Tankinhalt 17,5 Liter. Preis ab 8590 Euro

(Aktionspreis 7790 Euro).

MESSWERTE

Höchstgeschwindigkeit

225 km/h

Beschleunigung

0–100 km/h 3,3 sek

0–140 km/h 5,7 sek

Durchzug

60–100 km/h 4,3 sek

100–140 km/h 4,2 sek

Verbrauch Landstraße

4,3 Liter

Theoretische Reichweite

407 km

Ein Spaßgerät für

Motorradfahrer jedes

Alters – mit böser Optik

und gutem Preis

Suzuki-Verkäufer Nuno Santos, Speer Racing GmbH Zweiradhandel, motorrad-speer.de

sie früher oder später vor der Suzuki GSR

750 stehen.

Sie werden damit fahren, und sie werden

sich fragen, wo der Haken ist. Den gibt

es an den Soziusrasten. Zum Einhängen

von Spanngummis. Auch sonst zeigt die

GSR mit vielen netten Details, wie dem kleinen,

aber durchaus wirksamen Windschild,

dass bei ihrer Entwicklung auf Praxistauglichkeit

geachtet wurde, wenngleich ein

Hauptständer fehlt. Natürlich sitzt man

auf ihr unverkrampft, und natürlich kurvt

sie narrensicher durchs Winkelwerk. Und

natürlich ist der Reihenvierer ein typischer

Vertreter seiner Zunft, mit großer Laufruhe,

homogener Leistungsabgabe und hohem

Drehvermögen. Nebenbei ist er mit einem

Landstraßenverbrauch von 4,3 Litern sehr

sparsam, was in Kombination mit dem

großen Tank Reichweiten von bis zu 400

Kilometern ergibt. Die schmale Sitzbank

macht das mit und lässt auch kleinere Fahrer

sicher den Boden erreichen.

Das freut den Pragmatiker. Der stört

sich auch nicht daran, dass Rahmen und

Schwinge aus schnödem, dafür günstigem

Stahl gefertigt sind. Ihn stört eher, dass die

vordere Bremse arg stumpf agiert. Doch

dieses Problem lässt sich ohne großen

Aufwand beheben. Unterm Strich ist die in

Weiß/Blau, Schwarz oder Weiß zu habende

GSR also ein treuer Begleiter für jeden Tag,

der zwar nicht für den ganz großen Auftritt

vor der Eisdiele gemacht ist, den man aber

auch nicht dahinter verstecken muss. Sie

bietet viel Motorrad zum reellen Preis. 1224

Käufer hat das überzeugt.

40 TEST+TECHNIK 25/2015


8.

5381 *

Die Topseller von Ducati*

Scrambler 1543

Multistrada 1200 834

Monster 821 647

1299 Panigale 526

Monster 1200 481

*2015 von Januar bis September verkaufte Stückzahl

Die Zahlen lügen nicht, wenn es

um die Bedeutung der Scrambler

für Ducati geht. 2014 verkauften

die Italiener quer über alle

Modellreihen hinweg 4652 Motorräder in

Deutschland. Das war gleichbedeutend

mit Platz neun in der Zulassungsstatistik

und einem Marktanteil von 4,8 Prozent. Im

Vergleich zu 2013 gingen die Verkäufe leicht

zurück, die Vorzeichen standen für 2015

also nicht unbedingt günstig. Und dann

enthüllt Ducati-Boss Claudio Domenicali auf

der letzten INTERMOT in Köln die Scrambler.

Befeuert von einem luftgekühlten L-Twin,

der gerade erst aus der Monster-Baureihe

ausgemustert wurde, ergänzt um eine mit

viel Retro-Charme gewürzte Linienführung

und versehen mit einem Einstandspreis

unter 9000 Euro: allenthalben Applaus.

Aus diesem Applaus sind beachtliche

Verkäufe geworden. So machte Ducati

in Deutschland 2015 einen deutlichen

Sprung nach vorn, brachte bis September

2015 5381 Zweiräder unters fahrende Volk,

darunter 1543 Scrambler. Verglichen mit

2014, bedeutet das jetzt schon ein Plus von

729 Motorrädern, der Marktanteil stieg

auf 5,8 Prozent. Und die dürften allesamt

aufs Konto der im leichten Enduro-Look

daherrollenden Scrambler gehen. Ein voller

Erfolg also.

Die Scrambler-Typen sind zwar nicht

richtig günstig, bieten aber mit breiter

Lenkstange und schmalem Knieschluss ein

sehr leichtfüßiges Handling. Dazu werkelt

in ihrer Mitte der 75 PS starke L-Twin, der

mit weniger als 190 Kilogramm vollgetankt

nur wenig Mühe hat. Auch bei den Scramblern

steht das eher einsteigerorientierte

Fahrzeugkonzept, das viel Motorrad fürs

Geld bietet, voll im Mittelpunkt. Unter den

Ducati Scrambler

MOTOR Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor,

zwei Ventile pro Zylinder,

desmodromisch betätigt, Einspritzung, 2 x Ø

50 mm, geregelter Katalysator, Mehrscheiben-

Ölbadkupplung (Anti-Hopping), Sechsganggetriebe,

O-Ring-Kette, Bohrung x Hub 88,0 x 66,0

mm, Hubraum 803 cm³, Nennleistung 55,0 kW

(75 PS) bei 8250/min, max. Drehmoment

68 Nm bei 5750/min.

FAHRWERK Gitterrohrrahmen aus Stahl,

Upside-down-Gabel, Ø 41 mm, Zweiarmschwinge

aus Aluminium, Federbein, direkt angelenkt,

Scheibenbremse vorn, Ø 330 mm, Scheibenbremse

hinten, Ø 245 mm, ABS, Reifen 110/80 R

18; 180/55 R 17.

Ein echtes Stück Lebensgefühl

– einfach, zeitlos

und modern – zu einem

vernünftigen Preis

Ducati-Händler Thomas Wahlers, Team Wahlers GmbH, team-wahlers.de

*Herstellerangaben

Bestsellern der Hersteller scheren nur BMWs

R 1200 GS und Aprilias Tuono V4 aus diesem

Konzept aus. Bei der Ducati kommt noch

hinzu: Sie ist zwar etwas teurer, betört aber

mit einer gänzlich eigenen Formensprache.

Und greift großzügig in den gerade schwer

angesagten Zutatentopf der Retro-Welle.

Hinter der Scrambler verbirgt sich immer

auch eine Aussage zum eigenen Selbstempfinden.

Seht her, ich bin hip, wirft der

trendige Scrambler-Treiber in die Menge.

Ducati selbst hat dieses Erleben des

eigenen Stils rund um die Einführung der

Scrambler mächtig angefeuert. Und damit

wohl einen Nerv getroffen. Schließlich ist

daran nichts verwerflich, wenn ein Motorrad

cool fährt und den Fahrer gleichzeitig

cool aussehen lässt.

MAß E UND GEWICHT

Sitzhöhe* 790 mm, Gewicht vollgetankt* 189 kg,

Tankinhalt 13,5 Liter. Preis ab 8790 Euro.

MESSWERTE

Höchstgeschwindigkeit

195 km/h

Beschleunigung

0–100 km/h 4,1 sek

0–140 km/h 7,6 sek

Durchzug

60–100 km/h 4,2 sek

100–140 km/h 4,5 sek

Verbrauch Landstraße

Theoretische Reichweite

4,6 Liter

293 km

www.motorradonline.de

TEST+TECHNIK 41


9.

5381 *

Die Topseller von Triumph*

Tiger 800 939

Street Triple 780

Bonneville T 100 590

Tiger Explorer 571

Thruxton 900 312

*2015 von Januar bis September verkaufte Stückzahl

Sie werden es vermutlich nicht mehr

hören können bei Triumph, aber

das ändert nichts an der Tatsache,

dass das ideelle und auch optische

Vorbild der Tiger 800 in Gestalt der

BMW F 700/F 800 GS aus München bzw.

Berlin stammt. Und es wird ihnen nicht

gefallen, dass sich diese beiden Adventure-Bikes

mit 1252/897 Zulassungen mehr

als doppelt so häufig unters Volk bringen

ließen als die mittlerweile zu einer Familie

angewachsenen „kleinen“ Tiger-Modelle.

Was an deren Qualitäten nichts ändert.

Grundsätzlich kann der Dompteur in

spe zwischen zwei Modellen wählen: der

XR mit 19-Zoll-Vorderrad und Gussrädern

sowie der XC, die auf Speichenrädern und

21-Zoll-Vorderrad durchs Leben fährt. Beide

Modelle gibt es in jeweils drei Varianten

(XR, XRx, XRt sowie XC, XCx, XCa), die sich

durch ihre Ausstattung unterscheiden.

Die Zweitgenannten haben eine erweiterte

Triumph Tiger 800 XCx

MOTOR Wassergekühlter Dreizylinder-Viertakt-Reihenmotor,

vier Ventile pro Zylinder, Tassenstößel,

Einspritzung, 3 x Ø 44 mm, geregelter

Katalysator, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung,

Sechsganggetriebe, X-

Ring-Kette, Bohrung x Hub 74,0 x 61,9 mm,

Hubraum 799 cm³, Nennleistung 70,0 kW

(95 PS) bei 9250/min, max. Drehmoment

79 Nm bei 7850/min.

FAHRWERK Brückenrahmen aus Stahl, Upside-down-Gabel,

Ø 43 mm, Zweiarmschwinge

aus Aluminium, Zentralfederbein mit Hebelsystem,

Doppelscheibenbremse vorn, Ø 308 mm,

Scheibenbremse hinten, Ø 255 mm, ABS, Reifen

90/90 21; 150/70 R 17.

*Herstellerangaben

Elektronik mit diversen Fahrmodi sowie

Tempomaten und Handprotektoren. Die

XRt- bzw. XCa-Modelle bieten zusätzlich

Komfort- und Sicherheits-Features wie Heizgriffe

und Zusatzlampen. Zwischen dem

günstigsten und dem teuersten Modell ergibt

das eine Differenz von satten 3000 Euro.

Allen gemein ist das charakterbildende

Herz, der 799 cm³ große und 95 PS starke

MAß E UND GEWICHT

Sitzhöhe* 850–870 mm, Gewicht vollgetankt*

232 kg, Tankinhalt 19,0 Liter. Preis 11790 Euro

(Tiger 800 XR ab 9999 Euro).

MESSWERTE

Höchstgeschwindigkeit

210 km/h

Beschleunigung

0–100 km/h 4,0 sek

0–140 km/h 7,0 sek

Durchzug

60–100 km/h 4,1 sek

100–140 km/h 5,1 sek

Verbrauch Landstraße

5,0 Liter

Theoretische Reichweite

380 km

Überarbeitungen plus

Modellvarianten: Das hat

sich positiv auf die Verkäufe

der Tiger 800 ausgewirkt

Triumph-Händler Stefan Brändle, SBF TRIUMPH Bikes & Parts GmbH & Co. KG, triumph-sbf.de

Triple, der die Tiger mit sanftem Nachdruck,

durchaus kultiviert und obendrein recht

sparsam, aber leider ohne echten Kick

vorantreibt. Fahrer wie Beifahrer sind komfortabel

und langstreckentauglich auf den

bequem gepolsterten Sitzbänken untergebracht.

Bei den XR-Modellen verrichten

vorne nicht einstellbare Upside-down­

Gabeln ihren Dienst, bei den XCs kommen

in der Dämpfung einstellbare Exemplare

zum Einsatz. Hier wie dort ist die Grundabstimmung

eher soft als sportlich. Dasselbe

gilt für die Bremsen, deren ABS abschaltbar

ist. Auch sie gehen ihrer Arbeit zwar kräftig,

aber ohne rechten Biss nach.

Vom Wesen sind alle Tiger eher Schmuse-

als Raubkatzen, was in den Niederungen

des täglichen Betriebs nicht von Nachteil

sein muss. Ihre Einsatzmöglichkeiten umfassen

das ganze Spektrum des Motorradfahrens.

Vom täglichen Weg zur Arbeit bis

zur großen Urlaubstour mit Schatzi und

Gepäck, die auch mal den Asphalt verlassen

kann, ist alles drin. Erst wenn aus dem

Schotter Geröll wird oder das Tempo auf

der Straße in Richtung letzte Rille geht, ist

Schluss mit lustig. Aber das dürfte die bis

dato 939 Käufer kaum stören.

42 TEST+TECHNIK 25/2015


10.

1244 *

Die Topseller von Aprilia*

Tuono V4 1100 388

RSV4 299

SL 750 Shiver 180

Caponord 1200 134

SMV 750 Dorsoduro 108

*2015 von Januar bis September verkaufte Stückzahl

Auch wenn Aprilia bis September

2015 in Deutschland lediglich

1244 Motorräder und damit im

Vergleich zu Marktführer BMW

(21533 Einheiten) gerade einmal knapp

sechs Prozent der Menge an den Mann

oder die Frau bringen konnte, so ist der

kleine Hersteller doch eine echte Größe

im Zweiradgeschäft. Mit insgesamt 54

Weltmeistertiteln, davon sieben in der

Superbike-WM, ist klar, wo die Italiener

ihren Markenkern sehen: im Sport.

So ist denn auch die zur Saison 2015

mit einem Hubraum-Extra versehene

und in ihren Grundzügen auf dem 2014er-

Superbike-Weltmeistermotorrad RSV4

basierte Hochlenkervariante Tuono V4 1100

ein bequem zu fahrendes Sportmotorrad.

Allein die Eckdaten: 175 PS und 214

Kilogramm Kampfgewicht katapultieren

jede Befürchtung in Sachen Leistungsmangel

ebenso schnell ins Nirwana wie der

sich in einem Brückenrahmen aus teilweise

poliertem Aluminium ruhende V4 Ross und

Reiter vorwärts.

Dem verhältnismäßig soft abgestimmten,

selbstredend voll einstellbaren Fahrwerk

merkt man seine Rennstreckenherkunft

an, denn sowohl die Motoraufhängung

als auch der Schwingendrehpunkt sind

variabel. Für den Landstraßenbetrieb ist

dies natürlich völlig überzogen, macht aber

beim Bikertreff ordentlich Eindruck.

Eindruck macht auch der Klangtepppich,

den die Tuono hinter sich herzieht. Bassig,

metallisch, hart. Eben unverwechselbar.

Und die Lautstärke ist gerade noch nachbarschaftskompatibel.

Ehrensache, dass die

Tuono elektronisch ebenfalls auf der Höhe

der Zeit ist. So kann der Pilot zwischen

drei Fahrmodi (Sport, Track, Race) wählen,

dasselbe gilt fürs ABS. Wessen Spieltrieb dann

noch nicht erlahmt ist, kann zudem noch

die Traktions- sowie die Wheeliekontrolle

mehrstufig auf seine Bedürfnisse einstellen.

Gegen den hohen Verbrauch allerdings

gibt es keine Mappings, sondern lediglich

die Möglichkeit, via rechtem Handgelenk

zwischen „hoch“ und „noch höher“ zu regulieren.

Unter 6,5 Litern geht gar nichts, und

Aprilia Tuono V4 1100

MOTOR Wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-65-Grad-V-Motor,

vier Ventile pro Zylinder,

Tassenstößel, Einspritzung, 4 x Ø 48 mm,

geregelter Katalysator, mechanisch betätigte

Mehrscheiben-Ölbadkupplung (Anti-Hopping),

Sechsganggetriebe, O-Ring-Kette, Bohrung x

Hub 81,0 x 52,3 mm, Hubraum 1077 cm³, Nennleistung

129,0 kW (175 PS) bei 11000/min,

max. Drehmoment 121 Nm bei 9000/min.

FAHRWERK Brückenrahmen aus Aluminium,

Upside-down-Gabel, Ø 43 mm, hydraulischer

Lenkungsdämpfer, Zweiarmschwinge aus

Aluminium, Federbein, Doppelscheibenbremse

vorn, Ø 320 mm, Scheibenbremse hinten, Ø 220

mm, ABS, Reifen 120/70 ZR 17; 190/55 ZR 17.

Einfach ein geiles Motorrad

mit dem derzeit

rattigsten V4-Motor

der Gegenwart

Aprilia-Händler Karsten Grebenstein, Zweiradtechnik Grebenstein GbR, zt-grebenstein.de

*Herstellerangaben

nach oben setzen lediglich die Nackenmuskeln

und die Verkehrsdichte Grenzen.

Die Tuono wollte nie Everybody’s

Darling sein und ist trotz oder wegen ihrer

kompromisslosen Auslegung ein faszinierendes

Bike. Um sich dauerhaft dieser

Faszination hingeben zu können, ist aber

eine 16 490 Euro hohe Hürde zu überwinden.

388 Fans haben sie übersprungen.

MAß E UND GEWICHT

Sitzhöhe* 840 mm, Gewicht vollgetankt* 214 kg,

Tankinhalt 18,5 Liter. Preis 16 490 Euro.

MESSWERTE

Höchstgeschwindigkeit

280 km/h

Beschleunigung

0–100 km/h 3,2 sek

0–140 km/h 4,8 sek

Durchzug

60–100 km/h 3,1 sek

100–140 km/h 2,8 sek

Verbrauch Landstraße

6,5 Liter

Theoretische Reichweite

285 km

www.motorradonline.de

TEST+TECHNIK 43


T

K

E

O

S

M

T

P A K T

◼Fahrbericht ◼

Penner-Triumph Rocket III

Hollarödulliöh – das Bike ruft

Wer in den 1980er-Jahren im südlichen

Teil Deutschlands sozialisiert wurde,

kam an Wolfgang Ambros’ musikalischem

Epos vom Schicksalsberg Watzmann kaum

vorbei. Dies nur zur Erklärung des Slogans,

denn exakt dieses Hollarödulliöh schoss

dem Autor dieser Zeilen durch den Kopf,

als er mit der vom Bremer PS-Flüsterer Ulf

Penner modifizierten Triumph Rocket III

das erste Mal den Hahn spannte.

Hollarödulliöh, da geht mächtig was.

Aber was? Ein Erklärungsversuch: Wenn

man einen modernen 1000er-Supersportler

voll beschleunigt, bekommt man eine

Ahnung davon, wie sich ein Golfball beim

Abschlag anfühlt. Bei dieser Rocket ist das

ähnlich, aber doch ganz anders. Allein das

Gewicht von rund 370 Kilogramm und

die zu einem Supersportler doch ziemlich

konträre Sitzposition stellen den Eindruck

ziemlich auf den Kopf. Man hat eher das

Gefühl, von einem gewaltigen Katapult

abgeschossen zu werden, obwohl die

reinen Messwerte eine andere, sehr beeindruckende

Sprache sprechen.

Nachfolgend ein virtuelles Beschleunigungsrennen

der gepimpten Rocket gegen

eine serienmäßige Yamaha R1 von 0 auf

100 (3,1 zu 3,3 sek), 150 (5,7 zu 5,3 sek) und

200 km/h (9,8 zu 7,4 sek). Weniger beeindruckend

als das vorhersehbare Ende ist

der Umstand, dass die Rocket bis 100 km/h

die Yamaha abledert. Hier kommt wohl

das hohe Gewicht der Traktion zugute,

obendrein bleibt das Vorderrad am Boden.

Zum Vergleich: Die Serien-Rocket, für sich

betrachtet auch keine Luftpumpe, hat

keine Chance. Bis bei ihr 200 auf der Uhr

stehen, vergehen 14,1 Sekunden.

Wirklich beeindruckend sind aber die

Durchzugswerte. Es heißt wieder Rocket

gegen R1: 60–100 km/h (3,2 zu 3,5 sek),

100–140 km/h (3,3 zu 3,7 sek) und 140–180

km/h (3,5 zu 3,9 sek). Im letzten Gang zieht

der Eisenhaufen die Rennsemmel ab!

Wahnsinn. Das färbt auch auf das Fahrerlebnis

ab: Du sitzt hinter diesem Gebirge von

Tank und hältst dich an dem fetten Lenker

fest. Dann gibst du Gas. Und dann peng!

Wo eben noch der Horizont war, da bist du

jetzt selbst! Irre! Und diesen Spaß gibt es für

knapp neun Liter Super Plus.

Und ohne Gebrüll. Dieses Motorrad ist

ein sehr gutes Beispiel, dass Klang und

Lärm zwei Dinge sind, die nichts miteinander

zu tun haben müssen. Denn aus den

beiden Akrapovic-Slip-ons, die ursprünglich

mal an einer 990er-KTM hingen, kommt

zwar ein sehr geiler, basslastiger und typi-

Das Watzmann-Bike:

groß und mächtig. Mit

einem Berg von Tank.

Über das Schicksal

bestimmt ausschließlich

die rechte Hand

44 TEST+TECHNIK


140

145

Dieses Trumm von Antrieb würde auch

in einem Transporter oder Leicht-LKW

keine schlechte Figur machen

Fotos: markus-jahn.com

125

110

ÄNDERUNGEN

140

95

◾◾MOTOR

160

85

$ 80

150

$ neue Kolben mit höherer Verdichtung 140

$ $ neue Nockenwelle

70

130

65

120

110

$ $ bearbeitete Kanäle

55

100

50

$ $ neue Auspuffkrümmer

90

80

40

$ 35$

elektronische Drosseln stillgelegt 70

60

$ $ Drehzahlbegrenzer 25 auf 7000/min 50 erhöht

20

40

$ $ Speedlimiter auf 230 km/h erhöht 30

5

130

115

100

10

200

190

180

170

20

10

Kosten inkl. Abstimmung zirka 4000 Euro

zusätzlich

Akrapovic-Slip-on-Dämpfer von KTM 990

Kosten zirka 1400 Euro

0

Motorleistung

150

200

140 190

Penner-Triumph Rocket III

134,0 kW (182 PS) bei 6800/min

130 180

225 Nm bei 4600/min

170

120 160 Serie Triumph Rocket III

110 150 101,2 kW (138 PS)

100

140

bei 6000/min

203 Nm bei 3200/min

130

90 120

80 110

70

100

90

60 80

50 70

240

60

40

50

220

30 40

200

20 30

180

20

10 10

160

kW PS

0 1 2 3 4 5 6 7 8

Motordrehzahl in 1/min x 1000

Drehmoment in Nm

Schon die Serien-Rocket hat mächtig

Druck im Kessel, das Penner-Derivat spielt

aber nochmals in einer anderen Liga

scher Dreizylinderklang, der aber dezent

genug ist, dass nächtliche Kurorte problemlos

durchfahren werden können. TÜV-Kompatibilität

war neben Standfestigkeit auch

die Vorgabe des Besitzers der Rocket. Die

sei auch überhaupt kein Problem, sagt Ulf

Penner, denn die Liste der Modifikationen

ist kurz (siehe Kasten). Im Grunde genommen

habe er den Motor nur entdrosselt,

vom Potenzial sei der Triple für weit mehr

als 200 PS gut.

Sehr beruhigend ist der Umstand,

dass das Fahrwerk mit der deutlichen Mehrleistung

locker klarkommt. Ein Handlingwunder

kann und will dieser Klotz von Bike

nicht sein, aber auf gut ausgebauten Landstraßen

mit weiten Bögen und halbwegs

ebenem Belag ist die Rocket eine Macht,

die erst einmal bezwungen werden will.

Auf den anderen Wegen genießt man

die Souveränität der Masse, freut sich des

Lebens und bereitet sich mental auf die

nächste Gerade vor, denn die kommt bestimmt.

Und dann peng! Hollarödulliöh! sgl

Penner Roc

Rocket III

0 1000 2000 3000 4000 5000 6000 7000 8000


T E S T + T E C H N I

Vergleichstest Sporttourer

K

DAS SPORT-TOUR-

KONTINUUM

Honda VFR 1200 F

46 TEST+TECHNIK 25/2015


Sporttourer? Gibt es die überhaupt noch? Aber klar doch!

Mag sein, dass Multistrada, Adventure und Co. der Allzweckklasse

arg zugesetzt haben, aber noch immer sprechen viele

gute Gründe für einen Sporttourer. Ein Konzeptvergleich.

Von Johannes Müller; Fotos: fact

Suzuki GSX-S 1000 F

BMW K 1300 S

www.motorradonline.de

TEST+TECHNIK 47


Gefräste, einstellbare Fußrastenanlage,

Schaltautomat und Karbonapplikationen

an der teuren „Motorsport“-Edition

BMW

K 1300 S

Länge läuft: 1585

Millimeter Radstand

definieren Erscheinungsbild

und Fahrverhalten

der K 1300 S.

Hervorragende Stabilität

beim Beschleunigen

und Bremsen

ist Programm

Vergleichstest Sporttourer

Was ist eigentlich aus dem guten,

alten Sporttourer geworden?

Einst waren sie für eine

Vielzahl von Motorradfahrern

das Konzept der Wahl, wenn es darum ging,

das Gros ebenjener Anforderungen abzudecken,

die sich im Zweiradleben so stellen.

In der warmen Jahreszeit mit akzeptablem

Komfort täglich zur Arbeit, souverän lange

Autobahnetappen zum Urlaubsziel, auch

mit Sozia und Gepäck. Dann, dort angekommen,

weg mit den Koffern und mit Verve

über Landstraßen und Pässe fegen. All

das mit einer einzigen Maschine? Ganz klar,

da musste ein Sporttourer her. Leichter und

agiler als ein dicker Tourer, komfortabler

und mit mehr Platz gesegnet als ein drahtiger

Sportler. Diese Nachfrage bedienten die

Hersteller mit Modellen unterschiedlicher

Couleur, stets aber schien die goldene Mitte,

der gute Kompromiss zwischen Reisen und

Rasen, das Ziel ihrer Entwicklungen. Doch

in Zeiten zunehmender Spezialisierung und

Nischisierung scheint es, als sei die Mitte

irgendwie aus der Mode gekommen. Heute

scheuen die allermeisten Hersteller den

Begriff des Sporttourers wie der Teufel das

Weihwasser. Die Gunst der Stunde gehört

jetzt Reiseenduros und Crossover-Modellen,

die mit aufrechter Ergonomie sowie immer

mehr Power und Technologie die Käufer bei

ihren Bedürfnissen abholen. So wie bei den

PKW das SUV dem Kombi den Rang längst

abgelaufen hat, so scheinen Multistrada,

S 1000 XR und Konsorten dem Sporttourer

nach und nach das Licht auszuknipsen.

ST-Ducatis, Aprilia Falco, Triumph Sprint und

viele andere sind Schnee von gestern.

Alles nur Mode? Oder passt der Sporttourer

tatsächlich nicht mehr in die Zeit? Um

dieser Frage nachzugehen, haben wir drei

aktuelle Vertreter der Gattung zum Vergleich

versammelt. Drei, die das Sport-Tour-Kontinuum

auf unterschiedlichen Positionen besetzen.

Auf der einen Seite des Spektrums,

48 TEST+TECHNIK 25/2015


stark touristisch ausgelegt, Hondas Hightech-Flaggschiff,

die große VFR 1200 F. Unicam-V4,

Doppelkupplungsgetriebe, Kardan.

Am anderen Ende des Spektrums Suzukis

GSX-S 1000 F, ein einfaches, knapp verkleidetes

Power Naked-Derivat. Und dazwischen,

quasi als eine der letzten Vertreterinnen der

reinen Lehre, BMW K 1300 S. Welches Konzept

kann am meisten überzeugen? Welche

trägt am ehesten zur Rettung der Gattung

bei? Fangen wir in der Mitte an.

Die K 1300 S läuft bei BMW als Sportler,

es gibt sie bereits seit 2009, aber ihr Verbleib

im Programm der Bayern ist ungewiss.

Doch der in der teuren „Motorsport“-Edition

mit Sonderlackierung und allerlei Edelbrocken

(gefräste Fußrastenanlage, Schmiederäder

etc.) angetretene Speed-Bolzen wirft

die einfache Frage nach dem Warum auf.

An veralteter Technik jedenfalls kann es

nicht liegen, die K fühlt sich auch im siebten

Verkaufsjahr noch frisch und knackig

an. Zunächst ist da die Sitzposition, die den

guten Kompromiss zwischen Sport und

Tour punktgenau trifft.

Vorderradorientiert, aber die Lenkerhälften

nicht zu tief, etappentauglicher

Kniewinkel, dazu ein schmaler, inniger

Knieschluss, alles wunderbar ergonomisch

und mit Platz auch für größere Piloten.

Das ist nicht übertrieben komfortabel, aber

es zwickt auch nichts. Dieser Eindruck

einer geschliffenen Sportlichkeit setzt sich

fort beim Chassis, wo BMW mit der K-Baureihe

seit Langem ganz eigene Wege

geht. Statt einer konventionellen Telegabel

übernimmt das aufwendige Duolever die

Vorderradführung. Zusammen mit dem

ellenlangen Radstand von 1585 Millimetern

fährt die K 1300 S damit wahnsinnig stabil,

ohne unhandlich zu wirken. Sie lenkt leicht

und präzise ein, die optionalen, leichten

Schmiederäder machen sich deutlich positiv

bemerkbar. Im Kurvenverlauf geht sie

dann neutral bis in tiefste Schräglagen. Wie

die K 1300 hat auch der Metzeler Sportec

M3 schon einige Jährchen auf dem Buckel,

aber die beiden Oldies harmonieren prächtig

miteinander. Einmal warm gefahren, baut

der Pneu massig Grip auf, Aufstellmoment

Honda

VFR 1200 F

Wuchtige Erscheinung:

Der VFR 1200 sieht

man ihre Pfunde

schon im Stand an.

Lackierung und Verarbeitung

sind auf

allerhöchstem Niveau

Das DCT funktioniert ordentlich, kostet

allerdings rund 1000 Euro Aufpreis und

addiert zehn Kilo zum Fahrzeuggewicht

www.motorradonline.de

TEST+TECHNIK 49


Nicht selbstverständlich: Im Gegensatz

zur teuren VFR ist die Gabel der Suzuki

voll einstellbar

Suzuki

GSX-S 1000 F

Zierliche Erscheinung:

Der Suzuki sieht man

ihre Herkunft als

Landstraßensportler

ebenfalls auf den

ersten Blick an. Der

knappe Windschild ist

recht effektiv

Vergleichstest Sporttourer

können selbst geeichte Testerhintern kaum

feststellen. Bodenwellen, auch in Schräglage,

dämpft die BMW sämig und gelassen

weg. Das bekannte, aufpreispflichtige

ESA-Fahrwerk (beim Sondermodell serienmäßig)

bietet die Modi „Comfort“, „Normal“

und „Sport“ mit jeweils angepassten Dämpfungseinstellungen.

So ist das Motorrad

breit aufgestellt. Zwar dürfte der Comfort-

Modus etwas softer ausfallen, im Sport-

Modus allerdings kann man die K richtig

fliegen lassen. Ebenfalls elektronisch lässt

sich die Vorspannung auf verschiedene

Beladungszustände anpassen. Extrem

praktisch für Fahrten mit Sozius und

Gepäck, die die K 1300 S damit ziemlich

unbeeindruckt wegsteckt. Genau das

Richtige für einen rasenden Reisenden,

das Beste aus beiden Welten.

Unbeeindruckt von Sozius und Gepäck

gibt sich auch der 1300er-Vierzylinder.

Mit gemessenen 169 PS und 138 Nm maximalem

Drehmoment ist man stets gut

angezogen. Zum Beispiel von 0 auf 100 in

2,9 Sekunden, auf 200 in 7,8 Sekunden.

Keine weiteren Fragen, so geht Sport. Dazu

addieren sich lineare Leistungsabgabe,

vibrationsarmer Lauf und piekfeines Ansprechen.

Ein Knaller-Motor, nicht nur, aber

erst recht in einem Sporttourer. Lässt sich

der Bajuwarin denn gar nichts zur Last

legen? Doch, das Getriebe erinnert mit

seinen harten Schaltschlägen und etwas

knochiger Schaltbarkeit an vergangen

geglaubte Tage, daran ändert auch der

Schaltassistent (keine Blipper-Funktion zum

Herunterschalten) nichts Grundsätzliches.

Dieser funktioniert bei Halbgas besser als

unter Volllast, wo er die Gänge schon mal

mit brutalem Rumpeln reinknallt. Und dann

wäre da noch das etwas distanzierte Gefühl

zum Vorderrad. Bei allen Vorzügen – besonders

die erhabene Bremsstabilität ist da zu

nennen –, das Duolever vermittelt nicht

das Feedback einer guten, konventionellen

50 TEST+TECHNIK 25/2015


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Vergleichstest Sporttourer

Telegabel und fühlt sich in der Eingewöhnungsphase

etwas synthetisch an. Trotzdem

unterm Strich eine brillante Vorstellung.

Die K 1300 S zeigt, wie Sporttourer

im oberen Marktsegment geht. Dem Ideal

des „eine für alles“ kommt sie sehr nahe.

Honda legt sich mit der großen VFR

mächtig ins Zeug, dem etwas entgegenzusetzen.

Ein komplex aufgebauter 76-Grad-

V4 mit 28 Grad Hubzapfenversatz, platzsparende

Unicam-Zylinderköpfe, Doppelkupplungsgetriebe,

Integralbremse – die VFR,

ebenfalls 2009 vorgestellt, ist beileibe kein

Brot-und-Butter-Motorrad. Höchstens im

übertragenen Sinn, denn mit 293 Kilo ohne

Topcase wuppt die Japanerin leider ordentlich

Hüftgold auf die Redaktionswaage.

Während die BMW ihre ebenfalls nicht

gerade schwindsüchtigen 257 Kilo gut

kaschiert, gelingt dies der Honda nicht.

Sie ist ein schweres Motorrad und fühlt

sich auch so an. Aber der Reihe nach. Die

Sitzposition ähnelt derjenigen der K 1300 S.

Allerdings baut die Maschine um die Taille

spürbar breiter, was den Knieschluss ein

wenig beeinträchtigt, und der Kniewinkel

fällt, bedenkt man den selbst gesteckten

Anspruch überlegener Tourentauglichkeit,

für längere Etappen etwas spitz aus. Ein

schön gepolstertes Sitzkissen und softe

Fahrwerksabstimmung helfen, aber in

puncto Langstreckenkomfort macht die

touristisch ausgelegte Honda gegenüber

der BMW nicht wirklich Boden gut.

Etwas zwiespältig ist auch der Auftritt

des Antriebs. Zweifelsohne bietet der

Motor obenheraus zornigen Schub, angenehm

pulsierenden Lauf und einen unnachahmlichen,

herrlich knurrenden V4-

Sound. Sein Drehmomentverlauf aber stellt

erst jenseits von 5000 Touren so richtig

zufrieden. Darunter ist die Leistungsabgabe

eher verhalten, sodass das DCT beim touristischen

Drehmoment-Surfen häufig etwas

COCKPIT

BREMSEN

BMW

Einen analogen Tacho findet man leider

nur noch sehr selten, die Ablesbarkeit ist

hervorragend. Guter Funktionsumfang

BMW

Die Verzögerung der K 1300 setzte schon

bei ihrem Erscheinen Maßstäbe, daran hat

sich bis heute nichts geändert. Gutes ABS

bemüht durch die Gänge zappt. Immerhin

sind die Gangwechsel der Dual Clutch

Transmission seit der zweiten Generation

sehr geschmeidig. Nur beim Anfahren und

Herunterschalten in den ersten Gang geht

ein störender Ruck durch das Fahrzeug.

In der nun vorliegenden dritten Generation

hat Honda die Schaltpunkte dergestalt

angepasst, dass beim Herunterbremsen die

Rechnerautomatik selbstständig früher

nach unten durchschaltet, um Motorbremsmoment

zu erzeugen. Funktioniert gut,

trotzdem verlangt das DCT eine gewisse

Eingewöhnungsphase, während der die

Honda

Gut ablesbarer Drehzahlmesser und

klassenüblicher Funktionsumfang im

etwas unübersichtlichen Honda-Cockpit

Honda

Ebenfalls hervorragend: Sechskolben-

Radialzangen lassen nichts zu wünschen

übrig. Das ABS regelt etwas grob

Automatik einem immer mal wieder die

Linie mit einem unerwarteten Gangwechsel

verhagelt. Besonders in engen Kehren

und beim Wenden haben wir manches

Mal die Möglichkeit eines manuellen Kupplungseingriffs

vermisst. Weiterhin gibt es

den Sport-Modus, der die Gänge länger

hält, sowie einen vollständig manuellen

Modus, in dem die sechs Übersetzungsstufen

per Wippschalter am linken Lenkerende

eigenmächtig sortiert werden können.

Insgesamt ist das DCT sicher ein deutlicher

Komfortgewinn, gerade für schaltfaule

Kilometerfresser. Die 1000 Euro Mehrpreis

BMW Klassische Sport-Touring-Sitzposition

auf der BMW, viel Platz und ein recht

angenehmer Kniewinkel für den Sozius

Honda Nur minimal komfortabler als die BMW wegen

des spitzen Kniewinkels und des breiten Tanks.

Viel Platz, aber ebenfalls angewinkelte Beine hintendrauf


Daten und Messwerte

BMW

K 1300 S „Motorsport“

Honda

VFR 1200 F DCT

Suzuki

GSX-S 1000 F

Suzuki

Das kompakte Cockpit der Suzuki

fasst alle relevanten Informationen

auf engstem Raum zusammen

Suzuki

Auch die Brembo-Radialzangen der

Suzuki verzögern mehr als standesgemäß,

das ABS regelt schön feinfühlig

gehen dafür durchaus in Ordnung, die zehn

Kilo Mehrgewicht des DCT kann die VFR

jedoch nicht unbedingt gebrauchen. Überhaupt

muss zumindest die Frage erlaubt

sein, ob nicht ein gut funktionierender,

konventioneller Schaltautomat derzeit die

sinnvollere Lösung darstellen würde.

Den Pfunden zum Trotz fährt die Honda

recht neutral und gutmütig. Im Zweipersonenbetrieb

fehlen hinten zwar ein wenig

Reserven, aber bei gemäßigt sportlicher

Gangart verliert die VFR nie ihre gediegene

Ruhe. Bremsen in Schräglage allerdings

Suzuki Aufrechte Sitzposition, offener

Kniewinkel, so lässt sich’s touren. Sehr

überschaubar das Platzangebot hinten

MOTOR

Bauart Vierzylinder-Viertakt- Vierzylinder-Viertakt- Vierzylinder-Viertakt-

Reihenmotor

76-Grad-V-Motor

Reihenmotor

Einspritzung 4 x Ø 46 mm 4 x Ø 44 mm 4 x Ø 44 mm

Kupplung Mehrscheiben-

Doppelkupplung

Mehrscheiben-

Ölbadkupplung

Ölbadkupplung

Bohrung x Hub 80,0 x 64,3 mm 81,0 x 60,0 mm 73,4 x 59,0 mm

Hubraum 1293 cm³ 1237 cm³ 999 cm³

Verdichtung 13,0:1 12,0:1 12,2:1

Leistung 129,0 kW (175 PS)

127,0 kW (173 PS)

107,0 kW (146 PS)

bei 9250/min

bei 10 000/min

bei 10 000/min

Drehmoment 140 Nm bei 8250/min 129 Nm bei 8750/min 106 Nm bei 9500/min

FAHRWERK

Rahmen Brückenrahmen

aus Aluminium

Brückenrahmen

aus Aluminium

Brückenrahmen

aus Aluminium

Gabel Doppellängslenker aus

Aluminium

Upside-down-Gabel,

Ø 43 mm

Upside-down-Gabel,

Ø 43 mm

Lenkungsdämpfer hydraulisch – –

Bremsen vorne/hinten Ø 320/265 mm Ø 320/276 mm Ø 310/250 mm

Assistenzsysteme ABS, Traktionskontrolle ABS, Traktionskontrolle ABS, Traktionskontrolle

Räder 3.50 x 17; 6.00 x 17 3.50 x 17; 6.00 x 17 3.50 x 17; 6.00 x 17

Reifen 120/70 ZR 17; 190/55 ZR 17 120/70 ZR 17; 190/55 ZR 17 120/70 ZR 17; 190/50 ZR 17

Bereifung Metzeler Sportec M3 „E“ Michelin Pilot Road4 GT Dunlop D 214 „M“

MAßE + GEWICHTE

Radstand 1585 mm 1545 mm 1460 mm

Lenkkopfwinkel 60,4 Grad 64,5 Grad 65,0 Grad

Nachlauf 104 mm 101 mm 100 mm

Federweg vorne/hinten 115/135 mm 120/130 mm 120/130 mm

Sitzhöhe 1 830 mm 800 mm 810 mm

Gewicht vollgetankt 1 258 kg 293 kg 2 216 kg

Zuladung 1 201 kg 180 kg 184 kg

Tankinhalt 19,0 Liter 19,0 Liter 17,0 Liter

Service-Intervalle 10 000 km 12 000 km 12 000 km

Preis 20 300 Euro 16 090 Euro 12095 Euro

Preis Testmotorrad 21103 Euro 3 17 875 Euro 4 12095 Euro

Nebenkosten 390 Euro 355 Euro 250 Euro

-MESSWERTE

Höchstgeschwindigkeit* 285 km/h 250 km/h 240 km/h

Beschleunigung

0–100 km/h 2,9 sek 3,9 sek 3,1 sek

0–140 km/h 4,3 sek 5,7 sek 4,7 sek

0–200 km/h 7,8 sek 10,1 sek 8,5 sek

Durchzug

60–100 km/h 3,3 sek 4,4 sek 3,2 sek

100–140 km/h 3,2 sek 4,2 sek 3,3 sek

140–180 km/h 3,4 sek 4,3 sek 3,5 sek

Verbrauch Landstraße/100 km 5,3 Liter Super Plus 5,4 Liter Super 4,6 Liter Super

Reichweite Landstraße 358 km 352 km 370 km

*Herstellerangabe; 1 MOTORRAD-Messungen; 2 Gewicht mit Koffer; 3 Gepäckbrücke (143 Euro), Sportkoffer komplett (660 Euro);

4

Akrapovic-Schalldämpfer (951 Euro), Gepäckbrücke (300 Euro), Griffheizung (350 Euro), Touring-Windschild (184 Euro)

TEST+TECHNIK 53


Spaß machen alle

drei, aber prinzipiell

mag die Honda

es eher gemütlich

Vergleichstest Sporttourer

quittiert die mit Michelin Pilot Road GT

besohlte Testmaschine mit deutlichem

Aufstellmoment. Ärgerlich in diesem

Zusammenhang, dass das Verbundbremssystem

der Honda ein Betätigen der Hinterradbremse

allein nicht zulässt. Wer für enge

Kehren gern hinten mitbremst, erntet über

die Kombibremse automatisch Aufstellen

vorne. Ansonsten aber überzeugt die

Nissin-Sechskolbenanlage der Honda mit

toller Dosierbarkeit und brachialster Verzögerung.

Bremshardware und Stabilität

sind über jeden Zweifel erhaben, leider lässt

die defensive Abstimmung des ABS mit

langen Regelintervallen noch Spielraum

nach oben. Auch die Traktionskontrolle entspricht

nicht ganz dem High-End-Anspruch.

Sie greift regelrecht grobschlächtig ein und

klemmt bei Schlupf dann für gefühlte Ewigkeiten

den Vortrieb vollständig ab. Wieder

einmal zeigt sich, dass im Bereich elektronischer

Assistenzsysteme die Entwicklung in

Riesenschritten voranschreitet. Nichts ist so

alt wie die Traktionskontrolle von gestern.

Zugegeben, keiner, der bei Verstand ist,

STAURAUM ENDANTRIEB

BMW Honda Suzuki

Pflegeleichter Kardan in Einarmschwinge

für stressfreies Kilometerfressen.

Im Bild: leichtes Schmiederad, Akrapovic

Ebenfalls Kardan und Einarmschwinge

an der Honda. Der Hauptständer ist

auch ohne Kette praktisch

Merkmale eines günstigen Landstraßensportlers:

einfache Schwinge, Kettenantrieb.

Leicht, günstig, mehr Pflege

BMW Honda Suzuki

Die kompakten Taschen der BMW lassen

sich erweitern und fassen dann einen Integralhelm.

Die Gepäckbrücke ist optional

Ordentlich Platz für die große Tour:

Serienmäßige Seitenkoffer fassen 29,

das Topcase (nicht im Bild) 31 Liter

Solosportler: kein Gepäcksystem

an der Suzuki. Der Zubehörhandel

bietet jedoch schon Lösungen an

54 TEST+TECHNIK 25/2015


wird eine VFR 1200 kaufen, um sie beim

Kragen gepackt durch engstes Landstraßengewusel

zu prügeln, bis die Reifen wimmern.

Aber ein bisschen mehr Sport, ein

Quäntchen mehr Leichtigkeit würden der

VFR gut zu Gesicht stehen.

Zur Ehrenrettung der Honda sei hervorgebracht:

Der Windschutz ist der beste des

Trios, ebenso der Geradeauslauf, Lenkerschlagen

ist überhaupt kein Thema. Das

Koffersystem ist durchdacht und lässt sich

stressfrei handeln, und die Verarbeitung ist

wirklich auf Topniveau. Wie bei der BMW

ist eine Griffheizung als aufpreispflichtiges

Extra erhältlich, ein wirklich sinnvolles Feature.

Trotzdem, wir steigen etwas ernüchtert

von der VFR ab und auf die GSX-S.

Suzuki selbst legt Wert darauf, die F

nicht als Sporttourer verstanden zu wissen,

und verweist auf die Herkunft als verkleidetes

Power Naked. Ein Motorrad, mit dem

einer allein es auf der Landstraße ordentlich

krachen lassen kann, in aufrechter Sitzposition,

mit ausreichendem Windschutz, das

soll sie sein. Nichts für den Ausflug zu zweit

jedenfalls, das macht schon der Blick auf

das zierliche Heck klar, das jegliche Gepäckunterbringung

vermissen lässt und dem

Sozius bloß einen Alibisitz anbietet. Der Vorteil

der kompakten, auf Einpersonenbetrieb

fokussierten Bauweise liegt auf der Hand.

Schlanke 216 Kilogramm fahrfertig wiegt

die Suzuki, und das schlägt sich drastisch im

Fahrverhalten nieder. Im Vergleich auch zur

BESTSELLER FÜR

PERFEKTES FAHREN

Leistungs - Messung

Motorleistung

130

120

110

100

90

80

70

60

170

160

150

140

130

120

110

100

90

80

BMW K 1300 S

124,4 kW (169 PS) bei 9700/min

138 Nm bei 8200/min

Honda VFR 1200 F

118,7 kW (161 PS) bei 10 100/min

121 Nm bei 8800/min

Suzuki GSX-S 1000 F

117,8 kW (160 PS) bei 11 400/min

112 Nm bei 9300/min

50

70

60

140

40

130

50

120

30 40

110

100

30

20

90

20

80

10

70

10

60

kW PS

0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13

Motordrehzahl in 1/min x 1000

Drehmoment in Nm

BMW K 1300 S

124,4 kW (169 PS) bei 9700/min

138 Nm bei 8200/min

Nur wenn Mensch Honda und VFR Maschine 1200 F

eine Einheit bilden, fährt

man schnell, sicher 118,7 und kW vor (161 allem PS) bei gut 10100/min Motorrad. Doch das,

was so spielerisch-leicht 121 Nm bei aussieht, 8800/minist in Wirklichkeit eine

höchst komplexe Angelegenheit, die in unglaublich hohes

Maß an Koordination, Konzentration und Anpassungsfähigkeit

erfordert. Suzuki Bernt GSX-S Spiegel 1000 Fzeigt in dieser

aktualisierten Auflage, 117,8 kW wie (160 man PS) die bei 11400/min Einheit von

Fahrer und Maschine

112 Nm

wirklich

bei 9300/min

erreicht.

308 Seiten, 81 Bilder, Format 170 x 240 mm

ISBN 978-3-613-03775-5

c 29,90 / c (A) 30,80

Der Vierzylinder der K 1300 S ist ein begeisternder

Sportmotor, der auch Tour gut kann.

Linearer Leistungsanstieg, fast immer über

110 Nm, feurige Spitzenleistung, so schaut

Souveränität aus. Mehr als die um 12 PS

verfehlte Spitzenleistung der Honda stören

die Drehmomentlöcher unterhalb von 5000

Touren. Erst danach kommt der Motor standesgemäß

in Schwung. Immerhin gefallen

angenehm pulsierender Lauf und sanfte

Gas annahme. Die Suzuki leistet satte 14 PS

über Werksangabe, ist zudem mit Abstand

die Leichteste im Feld. Dadurch und durch

die vergleichsweise kurze Übersetzung fallen

Hubraum- und Drehmomentnachteil überhaupt

nicht ins Gewicht. Sie geht schon unten

gut, legt bei rund 7000 U/min dann noch

einmal heftig nach und dreht am freiesten.

Leistung an der Kurbelwelle. Messungen auf dem Dynojet-Rollenprüfstand 250, korrigiert nach 95/1/EG,

maximal mögliche Abweichung ± 5%

Wenn es im Bereich Motorrad-Fahrtechnik einen siker gibt, so ist es »der Spiegel«. Während »Die obere

Klas-

Hälfte des Motorrads« theoretisch ausgerichtet ist, bietet

dieser Titel praktische Tipps mit Hilfe der beiliegenden

Übungskarten, die auch diese überarbeitete Neuauflage

auszeichnen.

152 Seiten, 59 Bilder, 30 Karten, Format 140 x 205 mm

www.motorradonline.de

ISBN 978-3-613-03477-8

c 14,95 / c (A) 15,40

Überall, wo es Bücher gibt, oder unter

WWW.MOTORBUCH.DE

Service-Hotline: 0711 / 78 99 21 51


Vergleichstest Sporttourer

BMW lenkt die GSX-S 1000 F leichtfüßig,

fast tänzerisch ein, eher mit Kurvengier als

perfekter Neutralität. So klar die Suzuki

damit das Sportende des Sport-Tour-Kontinuums

besetzt, ein tourentauglicher Restkomfort

kann ihr attestiert werden. Sie ist

zwar ein sehr kompaktes Motorrad, aber die

Sitzposition ist aufrecht und der Kniewinkel

offen, damit lassen sich auch Tagesetappen

locker abreißen. Der knapp geschnittene

Windschild ist durchaus effektiv, hält auch

bei höheren Geschwindigkeiten den Gutteil

1

2

3

des Winddrucks vom Fahrer ab, sorgt ansonsten

für verwirbelungsfreie Anströmung.

Nicht schlecht, zügiges Autobahntempo ist

machbar. Das Fahrwerk arbeitet ohne jeglichen

elektronischen Schnickschnack: transparent,

straff und ehrlich. Wie gemacht

eben für die Landstraßenhatz, dabei nicht

so bockelhart, dass die Plomben wackeln.

-Testergebnis

BMW K 1300 S

Überhaupt keine Frage, die BMW siegt klar und verdient in beinahe

sämtlichen Kategorien. Motor und Chassis treffen die goldene Mitte

zwischen Sport und Tour. Zwar teuer, aber vielseitig, kompetent

und, besonders als „Motorsport“-Edition, begehrenswert.

Suzuki GSX-S 1000 F

Für den richtig sportlichen Soloausflug. Sie will kein Sporttourer

sein, ist aber, mit dem passenden Zubehör, gar kein schlechter. Die

GSX-S 1000 F kombiniert furiosen Fahrspaß mit dem exakt nötigen

Quäntchen Restkomfort. Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis!

Honda VFR 1200 F

Markiert das touristische Ende des Spektrums, kann sich aber selbst

dort nicht uneingeschränkt durchsetzen. Sie ist wertig gemacht

und bietet außergewöhnliche Technologie, ist aber schlicht und

einfach viel zu schwer geraten.

Auch in Sachen Fahrleistungen macht sich

das niedrige Gewicht der Suzuki sehr positiv

bemerkbar. Den erheblichen Hubraumvorteil

der beiden anderen egalisiert sie

damit, bleibt der bärenstarken BMW haarscharf

auf den Fersen und hängt der Honda

die rote Laterne um. 146 PS schreibt Suzuki

in den Fahrzeugschein, stramme 160 Pferde

attestierte der Prüfstandslauf. Nicht die erste

GSX-S 1000, die nach oben streut, aber

ein sehr deutlicher Ausreißer. Auch die Manieren

des Motors, der im Kern dem GSX-R

1000-Antrieb der Generation K5 entspricht,

gefallen. Feiner, vibrationsarmer Lauf,

leichtgängige Kupplung, knackige Gangbox

mit kurzen Schaltwegen – die GSX-S

1000 F repräsentiert klassischen japanischen

Vierzylinder-Motorenbau von seiner

besten Seite. ABS und Traktionskontrolle

arbeiten zeitgemäß, auf und über dem

Niveau der BMW. Nur eins, das trübt den

Spaß auf der Suzuki nachhaltig: die harsche

Gasannahme. Am Scheitelpunkt den Hahn

spannen quittiert sie stets mit einem lästigen

Ruck. Wenn wir einen Wunsch frei

hätten: Hier bitte noch mal Hand anlegen,

die GSX-S-Modelle hätten es verdient.

Dafür verbraucht die Suzuki mit

Abstand am wenigsten (4,6 Liter, BMW

5,3 Liter, Honda 5,4 Liter), hat damit trotz

kleinstem Tank die größte Reichweite. Unterm

Strich schlägt sie sich mehr als wacker

und verweist die Honda auf den letzten

Platz. Die GSX-S 1000 F ist ein ehrliches,

bodenständiges Motorrad – mit klarem

Fokus auf knackigen Landstraßenspaß, aber

trotzdem mit breitem Einsatzspektrum.

56 TEST+TECHNIK

25/2015


Angebote zu

diesen Motorrädern

finden

Sie hier:

motorradonline.de/201525046

Zum günstigsten Kurs kann sie mehr Tour,

als die Honda Sport kann. Die VFR hingegen

hat ihre Stärken auf der Langstrecke.

Sie ist ein gediegenes Motorrad, das nicht

stresst, aber auch bitte nicht gestresst

werden will. Wir haben etwas den Sport

vermisst. Vielleicht liegt es in der Natur der

Sache, dass solche Stärken eher über viele,

viele Tausend Kilometer ins Gewicht fallen

als im Testbetrieb. Trotzdem, neben der

Suzuki wirkt die Honda seltsam verkopft.

Aber am Ende geht die Sache ganz

eindeutig zugunsten der hervorragenden

BMW aus. Knaller-Motor, tolles Chassis,

durchdacht bis ins Detail, keine echten

Schwächen – vielleicht einmal abgesehen

vom happigen Kaufpreis. Sie verbindet

Sportlichkeit, Reise- und Alltagstauglichkeit

in zeitloser Art und Weise. Damit zeigt

die K 1300 S außerdem, dass der Sporttourer

seine Daseinsberechtigung keinesfalls

verloren hat.

www.motorradonline.de/vergleichstests

Schiffe im Nebel?

Auch im Spätherbst

sind noch schöne

Sport-Touren drin.

Heizgriffe bringen’s!

MOTOR

-Punktewertung

Maximale

Punktzahl

BMW

K 1300 S

Honda

VFR 1200 F DCT

Suzuki

GSX-S 1000 F

Durchzug 40 37 29 36

Beschleunigung 40 37 29 37

Topspeed 30 30 23 21

Motorcharakteristik 30 28 23 26

Ansprechverhalten 20 13 12 11

Lastwechsel 20 12 12 13

Laufruhe 20 11 12 12

Kupplung 10 7 10 8

Schaltung 20 13 18 13

Getriebeabstufung 10 9 9 9

Starten 10 9 8 9

Summe 250 206 185 195

FAHRWERK

Handlichkeit 40 24 21 28

Stabilität in Kurven 40 32 29 30

Lenkverhalten 40 29 26 29

Rückmeldung 10 7 7 7

Schräglage 20 18 16 18

Geradeauslaufstabilität 20 18 18 17

Fahrwerksabstimmung vorn 20 16 16 14

Fahrwerksabstimmung hinten 20 16 14 13

Einstellmöglichkeiten Fahrwerk 10 8 6 5

Federungskomfort 10 7 7 5

Fahrverhalten mit Sozius 20 18 15 14

Summe 250 193 175 180

ALLTAG

Ergonomie Fahrer 40 29 27 28

Ergonomie Sozius 20 13 13 7

Windschutz 20 14 15 11

Sicht 20 12 13 12

Licht 20 16 15 14

Ausstattung 30 22 22 20

Handhabung/Wartung 30 20 16 19

Gepäckunterbringung 10 3 7 2

Zuladung 10 7 4 4

Reichweite 30 22 21 23

Verarbeitung 20 15 15 14

Summe 250 173 168 154

SICHERHEIT

Bremswirkung 40 35 33 30

Bremsdosierung 30 22 24 26

Bremsen mit Sozius/Fading 20 16 15 13

Aufstellmoment beim Bremsen 10 7 5 7

ABS-Funktion 20 15 13 15

Lenkerschlagen 20 16 18 13

Bodenfreiheit 10 7 6 7

Summe 150 118 114 111

KOSTEN

Garantie 30 15 22 17

Verbrauch (Landstraße) 30 18 15 21

Inspektionskosten 20 18 19 20

Unterhaltskosten 20 5 5 7

Summe 100 56 61 65

GESAMTWERTUNG 1000 746 703 705

PLATZIERUNG 1. 3. 2.

Preis-Leistungs-Note

Bestnote

1,0 2,9 2,5 1,4

WAHNSINN, DIESER BMW-VIERZYLINDER!

Durchzug, Beschleunigung, Topspeed (285 km/

h!), Charakteristik, alles vom Feinsten. Nur die

Kupplung ist zu schwergängig, und das Getriebe

hakt etwas. Ebenfalls auf Topniveau liegen die

Fahrleistungen der GSX-S, die nur unter ihrem

harschen Ansprechverhalten leidet. Der Honda-

V4 ist für sich genommen ein schöner Motor,

schleppt aber zu viele Pfunde, und das kostet

Punkte. Komfortgewinn durch DCT.

SIEGER MOTOR: BMW K 1300 S

DAS MIT ABSTAND HANDLICHSTE MOTOR-

RAD ist die Suzuki, sie ist rund 80 Kilo leichter

als die Honda. Am stabilsten fährt die BMW,

sie bietet zudem dank elektronischem Fahrwerk

einfache, vielseitige Setup-Möglichkeiten auch

während der Fahrt. Das bringt Komfort und

Sicherheit, auch mit Sozius und Gepäck. Neutral,

aber etwas indifferent und mit spürbarem Aufstellmoment

fährt die Honda hinterher.

SIEGER FAHRWERK: BMW K 1300 S

FAHRER UND SOZIUS SITZEN AM BESTEN

AUF DER BMW. Ursächlich hierfür sind der

breite Tank und zu spitzer Kniewinkel der Honda,

die aber am meisten Platz bietet. Die Suzuki ist

eindeutig ein Solo-Motorrad, gefällt aber mit

aufrechter Sitzposition und entspanntem Kniewinkel.

Gepäckunterbringung und Windschutz

der Honda sind unerreicht, allerdings fällt ihre

Zuladung mit 180 Kilo relativ gering aus.

SIEGER ALLTAG: BMW K 1300 S

BRACHIALE BREMSWIRKUNG BEI BMW UND

HONDA, feine Dosierbarkeit bei Suzuki. Aufstellmoment

und mittelprächtiges ABS stören

bei der VFR, ansonsten aber bremsen alle drei

auf Topniveau.

SIEGER SICHERHEIT: BMW K 1300 S

SEHR NIEDRIGER VERBRAUCH und günstige

Unterhaltskosten sprechen für die Suzuki, drei

Jahre Mobilitätsgarantie für die Honda.

SIEGER KOSTEN: SUZUKI GSX-S 1000 F

SIEGER PREIS-LEISTUNG: SUZUKI

705 Punkte für sehr günstige

12 095 Euro, macht eine hervorragende

1,4 bei Preis-Leistung.

www.motorradonline.de


T E S T + T E C H N I

Vorstellung Black Douglas Sterling

K

Jedes Mal, wenn man

denkt, nun habe man aber

wirklich alles gesehen, was die

Motorradszene so hergibt, erscheint wieder

etwas so noch nie Dagewesenes. In diesen Fall ein

vermeintlich aus den 20er-Jahren stammender, perfekt

restaurierter Oldtimer. Die Black Douglas ist aber flammneu.

Von Alan Cathcart; Übersetzung: Stefan Glück; Fotos: Remi Dargegen

ZURÜCK AUF LOS

58 TEST+TECHNIK 25/2015


Geld allein macht nicht glücklich,

das ist keine neue Erkenntnis.

Fabio Cardoni (44), ein nördlich

von Mailand angesiedelter

erfolgreicher Hersteller von industriellem

Gartenbau-Zubehör musste feststellen,

dass auch die Kombination von viel Geld

und mannigfachen Spielzeugen in Form

einer 35 Exemplare umfassenden Sammlung

von Motorrädern jedweder Couleur

nicht unbedingt glücklich macht.

Neben diversen Harleys, einer KTM 1290

Super Duke, MV Agusta 1098 Brutale und

ähnlichen Geräten bevölkern mehrere

klassische Engländerinnen vom Schlage

Triumph 650 Bonneville, 750 Trident oder

Norton Commando seine Garage.

Nach einigen Jahrzehnten Motorradpraxis

kam nach einer Tour im Sommer

2011 die traurige Erkenntnis, dass ihm das

Motorradfahren, egal mit welchem Bike,

egal mit welchem Tempo, keinen Spaß

mehr machte. Ein unhaltbarer Zustand.

In seiner Not wandte er sich an seinen

Bekannten Benny Thomas, der nicht unweit

von Birmingham unter dem Label Boneshaker

Choppers exklusive Einzelstücke nach

Kundenwunsch auf die Räder stellt. Der

Auftrag lautete kurz und bündig: Baue mir

drei Motorräder, die genau zwei Voraussetzungen

erfüllen müssen: Sie müssen gut

aussehen, und sie müssen mir schon bei

niedrigem Tempo Freude bereiten! Und so

machte sich Benny ans Werk.

Das erste Bike, die Mark 1 Sterling, war im

Vintage-Flat-Tank-Style gehalten und wurde

von einem taiwanesischen Nachbau eines

125er-Honda-Einzylinders angetrieben.

Sie war zwar schön zu fahren, aber die Proportionen

passten einfach nicht. Die zweite

Maschine war im Stil eines Trial-Motorrads

zu Beginn der 60er-Jahre gehalten. Sie wurde

ebenso wie die dritte, hier vorgestellte

Maschine von einem chinesischen 230-cm³-

Viertaktmotor angetrieben, ein lizenzierter

und von Zongshen produzierter Nachbau

eines Honda-Motors.

Cardoni brachte die Bikes nach Italien,

fuhr mit ihnen herum und hatte seinen

Spaß. Aber keine Ruhe, denn ständig wurde

er von begeisterten Motorradfahrern angesprochen,

wo man denn so etwas kaufen

könne. Und so reifte in Cardoni – ganz

Geschäftsmann – die Idee, den Möchtegern-Oldie

in einer Kleinserie zu fertigen.

Da Nummer drei das größte Interesse hervorrief,

fiel die Wahl auf sie.

Von echter Entwicklungsarbeit zu sprechen,

wäre übertrieben. Es gab vielmehr

fünf verschiedene Prototypen, die sich

hauptsächlich in der Rahmendimensionierung

unterschieden, um anhand der Fahreigenschaften

auf die richtigen Maße

schließen zu können. Eine Hinterradfederung

war nie vorgesehen. Ebenso wenig

wie irgendwelche Kunststoffteile. Plastik an

Auf den ersten Blick glaubt man, ein 90

Jahre altes Relikt aus der Motorrad-Steinzeit

vor sich zu haben. Aber die relativ

modernen Blinker und die digitale Anzeige

im Tacho sowie das Typenschild entlarven

den schön gemachten Schwindler

www.motorradonline.de

TEST+TECHNIK 59


Black Douglas Sterling Autocycle

MOTOR

Luftgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor, eine

obenliegende, kettengetriebene Nockenwelle,

Kipphebel, zwei Ventile, Nasssumpfschmierung,

Shengway CV-Vergaser, Ø 30 mm, ungeregelter

Katalysator, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung,

Fünfganggetriebe, E- und

Kickstarter, Kette, Euro 3.

Bohrung x Hub

67,0 x 65,0 mm

Hubraum

229 cm³

Verdichtungsverhältnis8,7:1

Nennleistung 10,5 kW (14,3 PS) bei 6000/min

Max. Drehmoment 18,3 Nm bei 4500/min

FAHRWERK

Stahlrohrrahmen, mittragender Motor, starre

Hinterradaufhängung, Trapezgabel mit Alotech-

Black Douglas Sterling

einem Vintage-Bike? How shocking! Aber

sie sollte zulassungsfähig werden, das war

von vornherein klar. Im März 2015 konnte

nach dreijähriger Reifezeit und den unvermeidlichen

Rückschlägen Vollzug gemeldet

werden. Die Homologation war geschafft!

Der deutsche TÜV hat seinen Segen gegeben.

Warum ausgerechnet Deutschland?

Cardoni sagt, sie hätten sich bewusst

für eine strenge Prüfstelle entschieden, um

Zweiflern den Wind aus den Segeln zu

Dämpfer, direkt angelenkt, verstellbare Zug- und

Druckstufendämpfung, Trommelbremse vorn,

Ø 180 mm, Trommelbremse hinten, Ø 170 mm.

Speichenräder 3.00 x 21; 3.00 x 21

Reifen Ensign Universal 3.00-21; 3.00-21

MAß E+GEWICHT

Radstand 1500 mm, Federweg vorn 75 mm, hinten

starr, Sitzhöhe 860 mm, Leergewicht mit Öl

ohne Benzin 98 kg, Tankinhalt 9 Liter.

Höchstgeschwindigkeit

Garantie

Farben

Preis ohne MwSt.

117 km/h

zwei Jahre

nach Wunsch

9200 Euro

nehmen. Schließlich sei die Black Douglas

nicht als Staubfänger fürs Wohnzimmer

gedacht, sondern als Motorrad für den täglichen

Gebrauch. Letztendlich soll die 250er

mit zweijähriger Garantie ohne Mehrwertsteuer

für 9200 Euro zu haben sein, eine

ebenfalls geplante 125er steht mit netto

8550 Euro in der Liste. Preise, die sich wohltuend

von denen sonst in der Customizer-

Szene aufgerufenen nach unten abheben.

Sollten sich die Preise halten lassen, dürfte

die Produktionskapazität von 100 Exemplaren

pro Jahr nicht übertrieben sein. Die

ersten 15 Bikes wurden schon an die Kunden

ausgeliefert. Es wird niemals zwei identische

Black Douglas geben, zu groß ist die

Auswahl an Farben, Lenkern, Tanks, Anbauteilen

etc. Trotz der erwarteten Stückzahl

werden es also Custom-Bikes bleiben.

Genug der Vorrede, wie fährt sich die

Schwarze Douglasie? Zunächst gilt es, den

in 860 mm Höhe thronenden, handgemachten

Ledersattel zu erklimmen, dann

lässig hinter das linke Bein greifen, um die

Zündung scharf zu machen. Ein Knopfdruck,

und der trotz Vergaser Euro-3-fähige

Single läuft. Traditionalisten dürfen aber

auch kicken. Die Springergabel erfüllt ihren

Job erstaunlich komfortabel, hinten ist

diesbezüglich nichts zu erwarten. Handlich

wie ein Fahrrad lassen sich mit dem

Pseudo- Oldie hervorragend Haken schlagen.

Eine Eigenschaft, die Ross und Reiter

vor schmerzhaftem Ungemach bewahren

kann, denn die beiden mickrigen Trommelbremsen

mögen der gemächlichen sonntäglichen

Landpartie angemessen sein.

Wenn einem aber im Großstadtdschungel

etwas vors 21-zöllige Vorderrad springt, ist

ganz schnell Schluss mit lustig.

Davon abgesehen ist die Black Douglas

ein wunderbares Entschleunigungsmittel

und ein Blender im besten Sinn. Und das

Schönste ist: Fabio Cardoni hat beim Motorradfahren

wieder Schmetterlinge im Bauch.

Ein schöneres Kompliment kann man einem

Bike nicht machen.

www.motorradonline.de/fahrberichte

Der chinesische Motor

ist konzeptionell auch

locker 30 Jahre alt,

erfüllt aber Euro 3 und

passt prima ins Umfeld

60 TEST+TECHNIK 25/2015


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finden Sie die aktuellsten Modellneuheiten und vieles mehr.

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DANKE

FÜRS FEEDBACK

Das Ratgeber-Ressort von MOTORRAD, PS und MOTORRAD Classic hat um Input gebeten, und

unsere treuesten Leser haben geantwortet. Wir sagen Danke! Eure Tipps werden wir bei unseren

Themenkonferenzen berücksichtigen – und wir zeigen uns mit ein paar Goodies erkenntlich.

Von Thorsten Dentges; Fotos: mps-Fotostudio

Wolf-Rüdiger Würtz aus Ladenburg

ist Clubmitglied und

wohl passionierter Vielfahrer.

Warum sonst würde er

sich Winterhandschuhe, regenresistente

Handschuhe und Ganzjahrestouren-Stiefel

in einem Produkttest wünschen? Stimmt,

Tourenzeugs geht immer – guter Tipp, dafür

gibt es als Dankeschön die Packtaschen.

Michael Kos aus Esslingen bekommt Tourenstiefel

für die Anregung, mehr Dauertests

von Bekleidung durchzuführen. Noch

spezifischer möchte es Rainer Bauhaus aus

Moers. Er würde gerne mal eine Prüfung

der Dauerhaltbarkeit von Reißverschlüssen

sehen. Warum nicht, Rainer? Du bekommst

für die Idee die coole Freizeitlederjacke von

Clubpartner Castrol. Andreas Schneider aus

Frankfurt wird demnächst hoffentlich den

X-Lite-Klapphelm aus unseren alten Testbeständen

nutzen, weil er eine eigene Rubrik

mit persönlichen Langzeiterfahrungen

unserer Tester vorschlägt. Sandra Barocci

interessiert sich für Headsets und wie

gut oder schlecht diese in Verbindung mit

verschiedenen Smartphones arbeiten.

Originelles Thema. Viel Spaß mit dem

Straßenendurohelm von Held, Sandra!

Reifentests können wir leider nicht für jedes

Motorrad durchführen, aber eine BMW

R 100 GS ist ja immer noch recht verbreitet

und rollt auf „einer schönen Old-School-

Reifengröße“, bemerkt Thomas Wiese aus

Hanau. Tja, könnte man tatsächlich mal

machen. Thomas, dein Input ist uns die

(kaum getragene) Lederjacke von M-Tech

wert. Jannick Lorenz aus Butzbach schreibt,

es würde Zeit, sein Moped winterfest zu

machen. Klar interessieren ihn da Kettenreiniger,

und er hofft, wenn wir auch für etwas

abstruse Themen offen seien, dass wir doch

mal einen Reinigertest mit Hausmittelchen

durchführen könnten. Bei Losglück würde

er, passend zu seinem Vorschlag, das Set

aus Pflege- und Kettenspray nehmen. Kein

Problem, Jannick, ist schon auf dem Weg

zu dir. So ein Set bekommt auch Christian

Horwarth aus Prem für seine Idee, Hightechartikel

gegen günstige Produkte antreten zu

lassen. Ebenfalls mit dem kleinen Pflegeset

versorgen wir folgende Leser: Bernd Geisler

aus Eichwalde (Thema: Stiefel-Passformtest

bei Problemfüßen), Andreas Rink aus Bad

Endbach (Vergleich Kettensätze) und Gerhard

Lichtenthäler aus Neuwied (Test von

Sprit- und Motoröl-Additiven). Und nun

noch mal an alle übrigen Einsender, die

leider leer ausgehen: Viele Vorschläge waren

grandios! Damit können wir arbeiten.

Rabattaktion für Clubmitglieder

Monatsclubpartner Telefunken bietet seine Action

Cam FHD 170/5 Ultimate (Kauftipp in MOTORRAD

19/2014) als Paket mit riesigem Zubehörumfang

allen MOTORRAD-Helden zum Sonderpreis für 169

statt 199 Euro an (solange der Vorrat reicht).

Den Aktionscode für den Rabatt gibt’s im Login-

Bereich unter www.motorrad-helden.de (Kaufabwicklung

über Clubpartner Motorrad-Ecke).

Foto: Hersteller

62 LEBEN

25/2015


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1. Preis: eines dieser aktuellen

Top-Motorräder zur Auswahl

BMW R nineT Scrambler

KTM 1290 Super Duke GT

WAHLZEIT

Die EICMA, einzige Motorradmesse dieses

Herbsts, ist gelaufen, der Jahrgang 2016

weitgehend bekannt. Nun bewerben sich 208

Modelle um den Titel „Motorrad des Jahres

2016“, und Sie, werte Leser, haben die Wahl.

MOTORRAD wünscht viel Erfolg.

Diversifikation – auf diesen Begriff scheinen sich die Hersteller

bei der Planung ihrer Neuheiten geeinigt zu haben.

Viele Varianten einer technischen Basis – auf Auto-Deutsch

„Plattform“ genannt – bereichern die Modelllandschaft.

Darüber hinaus bieten mehr und mehr Hersteller eigene Zubehörprogramme

an, deren Einzelteile frei kombiniert werden können. So lässt

sich das ohnehin vielfältige Angebot noch weiter individualisieren,

ohne dass man selbst zum Schweißgerät, zum Laminierpinsel und zur

Lackierpistole greifen muss. Andererseits kann eine Liste von Motorrad-Kandidaten

nicht jede Variation berücksichtigen; sie müsste

dann mindestens doppelt so lang sein wie die nachfolgend gezeigte.

MOTORRAD bittet um Verständnis für die

Motorrad

des Jahres 2016

64 LESERWAHL

Fotos: Hersteller

eine oder andere Zusammenfassung, die ja

auch zur Stimmenkonzentration und klaren

Ergebnissen führt.

Weil sich die EICMA in diesem Jahr verspätet

hat und in ihrer Folge auch diese Ausschreibung,

rückt auch der Einsendeschluss nach

hinten, auf den 26. Januar 2016. So bleibt

genügend Zeit für eine gute Wahl.

Modeka Jacke

Takoma im

Wert von

299,90 Euro

Ein Satz MIZU Bremsund

Kupplungshebel für

ein Fahrzeug nach Wahl

im Wert von 216 Euro

5 x Wunderlich

Lenkertasche Bar-

Bag Evo2 im Wert

von je 59,90 Euro

Suzuki GSX-R 1000

Ein Satz Bridgestone-Reifen

nach Wahl im Wert

von 350 Euro

3 x CTEK

MXS 5.0

im Wert von

je 96 Euro

8 x POLO Gutschein

im Wert von je 200 Euro

+ Geschenkbox

Nolan Helm

Stoner-Replika im

Wert von 599 Euro

Gilles Tooling Mü2

Fußrastenanlage

im Wert von 699 Euro


119 Preise im Gesamtwert

von rund 43 000 Euro!

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74,90 Euro

Büse – Open

Road EVO Herrenjacke

und

Hose im Wert

von 519,90 Euro

Ein Satz RST Bremsund

Kupplungshebel

für eine Harley-Davidson

nach Wahl

im Wert von je 236 Euro

Ein Kellermann Komplettumbau

„Bullett 1000 DF/Bullet 10000

PL“– wahlweise in schwarz oder

chrom im Wert von 399,80 Euro

Shark Helm Vision-R

Series 2 Cartney MAT

im Wert von 399,99 Euro

Ein HJC Helm RPHA11

Indy Lorenzo im Wert

von 549,90 Euro

Ein Satz Dunlop

Sportreifen nach

Wahl im Wert von

300 Euro

Ein ABUS Alarm-Bremsscheibenschloss

Granit

Detecto 8077 im Wert von

199,95 Euro

2 x Proxxon Komplettsatz

65-teilig für zöllige Schrauben

(NO 23 282) im Wert von 119 Euro

24 x Dr. Wack

S100 Set im Wert

von 32,97 Euro

Stadler

Jacke

Voyager

im Wert von

859 Euro

Eine Schwabenleder

Kombi

Hornet im

Wert von

1600 Euro

24 x Castrol Power 1

Racing 10W50 – 4 Liter

im Wert von je 69,95 Euro

iXS Jacke Montevideo

II + Hose

Caracas II im Wert

von 699,80 Euro

Scott Tourance

Leather DP-Jacket

+ Tourance Leather

DP Pant im Wert von

1248 Euro

Die weiteren Preise

Dainese D-air® racing Misano im Wert von

1999 Euro

RUKKA Flexius Anzug bzw. Flexina Anzug

im Wert von 1228 Euro

Eine Held Gore-Tex Sportjacke Imola Flash

+ Gore-Tex Hose Arese + Gore-Tex 2in1

Handschuh Solid Dry im Wert von 1169,85

Euro

Ein TRW Lucas Bremsen Performance Paket

im Wert von 800 Euro

Ein Schuberth Helm E1 Guardian Yellow P3

im Wert von 729 Euro

Touratech Aventuro MOD Companero im

Wert von 649 Euro

Ein Shoei Helm NXR Marquez3 TC-1 im Wert

von 559 Euro

3 x Louis Gutschein im Wert von je 500 Euro

Ein Satz Michelin-Motorradreifen nach Wahl

im Wert von 350 Euro

Original Rokker Jeans im Wert von 349 Euro

LS2 Helm FF323 R Arrow Comet im Wert

von je 329,90 Euro

Metzeler Roadtec01 im Wert von 300 Euro

Rizoma Spiegel „4D“ (je129 Euro plus Adapter

ab 10 Euro) im Wert von 298 Euro

Hepco & Becker LEGACY im Wert von 294 Euro

LSL 2x Clubman Bar End eMark sowie

1x Satz Lenkerendstücke im Wert von

239,80 Euro

3 x Kunzer MPB125 Ladegerät im Wert

von je 129 Euro

3 x X-JUMP Starter im Wert von je 99,90 Euro

3 x Proxxon 3/8“ Kompaktsatz 47-teilig

(NO 23 282) im Wert von je 82,90 Euro

Liqui Moly Motorbike-Additiv-Pakete

im Wert von je 69,15 Euro

Stadler Funktions-Polo im Wert von

66,90 Euro

5 x Wunderlich ToolBag „Werkzeugtasche“

im Wert von 9,90 Euro


LESERWAHL

A Tourer/

Sporttourer

Aprilia Mana 850 GT

A-001 A-002 A-003 A-004

BMW F 800 GT

BMW R 1200 RT

BMW R 1200 RS

839 cm³, 56 kW (76 PS), 238 kg,

11 990 Euro

798 cm³, 66 kW (90 PS), 213 kg,

10 650 Euro

1170 cm³, 92 kW (125 PS), 274 kg,

17 650 Euro

A-005 A-006 A-007 A-008

BMW K 1600 GT Sport/GTL

Ducati Hyperstrada 939

Harley-D. Road Glide Ultra

1170 cm³, 92 kW (125 PS), 236 kg,

ab 13 700 Euro

Honda VFR 800 F

1649 cm³, 118 kW (160 PS), 319/348 kg,

21 250/23 400 Euro

937 cm 3 , 83 kW (113 PS), 210 kg,

Preis k. A.

1690 cm³, 64 kW (87 PS), 424 kg,

ab 27 545 Euro

A-009 A-010 A-011 A-012

Honda CBF 1000 F

Honda VFR 1200 F

Honda GL 1800 Gold Wing

782 cm³, 78 kW (106 PS), 245 kg,

11 990 Euro

Indian Roadmaster

998 cm³, 79 kW (107 PS), 245 kg,

10 890 Euro

1237 cm³, 127 kW (173 PS), 267 kg,

15 090 Euro

1832 cm³, 87 kW (118 PS), 421 kg,

31 900 Euro

A-013 A-014 A-015 A-016

Kawasaki ZZR 1400

Kawasaki 1400 GTR

KTM 1290 Super Duke GT

1811 cm³, 62 kW (84 PS), 421 kg,

ab 27 990 Euro

Moto Guzzi MGX-21 F. F.

1441 cm³, 147 kW (200 PS), 267 kg,

15 795 Euro

1352 cm³, 114 kW (155 PS), 308 kg,

17 495 Euro

1301 cm³, 127 kW (173 PS), ca. 228 kg,

Preis k. A.

A-017 A-018 A-019 A-020

Moto Guzzi Norge 1200 GT

Suzuki GSX-S 1000 F

Suzuki Bandit 1250 S

1380 cm³, 71 kW (96 PS), Gewicht und

Preis k. A.

Suzuki GSX 1250 FA

1151 cm³, 75 kW (102 PS), 276 kg,

15 700 Euro inkl. Nk.

999 cm³, 107 kW (146 PS), 216 kg,

12 095 Euro

1255 cm³, 72 kW (98 PS), 254 kg,

9740 Euro

1255 cm³, 72 kW (95 PS), 258 kg,

10 190 Euro

66 LESERWAHL

25/2015


A-021 A-022 A-023 A-024

Suzuki Hayabusa 1300

Triumph Trophy SE

Victory Vision

Yamaha XJ6 Diversion F

1340 cm³, 145 kW (197 PS), 268 kg,

14 490 Euro

1215 cm³, 99 kW (135 PS), 317 kg,

18 670 Euro

A-025 Sportler B-026 B-027 B-028

Yamaha FJR 1300 AE

B


Aprilia RSV4 RR/RF

1731 cm³, 69,1 kW (94 PS), 386 kg

(trocken), 24 900 Euro

Bimota Tesi 3D Race Cafe

600 cm³, 57 kW (78 PS), 221 kg, 7995 Euro

BMW S 1000 RR

1298 cm³, 105,7 kW (146 PS), 289 kg,

18 995 Euro

999 cm³, 148 kW (201 PS), 207 kg,

18 490/21 490 Euro

803 cm³, 165 kg trocken, Leistung und

Preis k. A.

B-029 B-030 B-031 B-032

Ducati 959 Panigale

Ducati 1299 Panigale/S

Honda CBR 300 R

999 cm³, 146 kW (199 PS), 204 kg,

17 400 Euro

Honda CBR 500 R

955 cm³, 116 kW (157 PS), 200 kg,

Preis k. A.

B-033 B-034

Honda CBR 600 RR

599 cm³, 88 kW (120 PS), 196 kg,

12 290 Euro

B-035 B-036

Honda RC 213V-S

1285 cm³, 151 kW (205 PS), 191 kg,

Preis k. A.

Honda Fireblade/SP

999 cm³, 131 kW (178 PS), 210 kg,

15 190/18 290 Euro

Hyosung GT 650i R

286 cm 3 , 23 kW (31 PS), 164 kg, 4790 Euro

So wird gewählt

208 Kandidaten stellen sich

vor; sie verteilen sich auf neun

Kategorien mit den Kennbuchstaben

A bis J. Wählen Sie bitte für

jede Kategorie Ihren Favoriten –

nur einen pro Kategorie – unter

Angabe des Kennbuchstabens

und der folgenden Zahl. In allen

Kategorien wird der Titel „Motorrad

des Jahres 2016“ verliehen.

Teilnahmekarten finden Sie zwischen

den Seiten 66 und 67.

471 cm³, 35 kW (48 PS), 194 kg, 6090 Euro

Einsendungen teil. Einsendeschluss

ist der 26. Januar 2016;

entscheidend für die Teilnahme

an der Verlosung ist das Datum

des Poststempels.

Die Teilnahme setzt die Rücksendung

des persönlich ausgefüllten

Coupons vor aus. Ausgeschlossen

sind solche Zusendungen, die

beauftragte Unternehmen für ihre

Kunden vornehmen.

1000 cm³, 117 kW (159 PS), 170 kg

(trocken), 188 000 Euro

647 cm³, 55 kW (74 PS), 215 kg, 5970 Euro

Jeder Teilnehmer hat die Chance,

einen der Preise zu gewinnen.

An deren Verlosung nehmen alle

richtig frankierten, mit einem

vollständigen Absender versehenen

und rechtzeitig abgeschickten

Mitarbeiter der Motor Presse

Stuttgart sowie deren Angehörige

dürfen an dieser Wahl nicht teilnehmen.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen,

eine Barauszahlung der

Preise ebenfalls.

Veranstalter: Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG, Leuschnerstraße 1, 70174 Stuttgart

www.motorradonline.de LESERWAHL 67


LESERWAHL

B-037 B-038 B-039 B-040

Kawasaki Ninja 300

Kawasaki ZX-6R 636

Kawasaki ZX-10R

Kawasaki Ninja H2

296 cm³, 29 kW (39 PS), 174 kg, Preis k. A.

B-041 B-042 B-043 B-044

KTM RC 390

636 cm³, 96,4 kW (131 PS), 196 kg,

Preis k. A.

MV Agusta F3 675/800/RC

998 cm³, 147 kW (200 PS), 206 kg,

Preis k. A.

MV Agusta F4 RR/RC

998 cm³, 147 kW (200 PS), 239 kg,

25 000 Euro

Suzuki GSX-R 600/750

373 cm³, 32 kW (44 PS), 164 kg, 5795 Euro

B-045 B-046 B-047 B-048

Suzuki GSX-R 1000 Concept

675/798 cm³, 94/109 KW (128/148 PS),

185 kg, 15 490/17 090 Euro

Triumph Daytona 675/R

998 cm³, 148/151 kW (201/205 PS),

206 kg, 20 990/36 900 Euro

Yamaha YZF-R3

599/749 cm³, 92/110 kW (125/150 PS),

187/190 kg, 11 990/12 990 Euro

Yamaha YZF-R6

999 cm³, Leistung, Gewicht und Preis k. A.

B-049 Cruiser C-050 C-051 C-052

Yamaha YZF-R1

675 cm³, 94 kW (128 PS), 184 kg,

12 800/14 260 Euro

C Chopper/

Ducati Diavel/Carbon

321 cm³, 31 kW (42 PS), 169 kg, 5495 Euro

Ducati XDiavel

600 cm³, 91 kW (124 PS), 189 kg,

12 595 Euro

Harley-Davidson Street 750

998 cm³, 147 kW (200 PS), 199 kg,

18 495 Euro

C-053 C-054 C-055 C-056

Harley-D. Night Rod Special

1198 cm³, 119 kW (162 PS), 245/239 kg,

18 190/21 590 Euro

Harley-D. Fat Boy Special

1262 cm 3 , 115 kW (156 PS), 247 kg,

Preis k. A.

Harley-D. Street Bob Special

749 cm³, 42 kW (57 PS), 227 kg,

ab 8045 Euro

Honda CTX 700 N

1247 cm³, 89,7 kW (122 PS), 302 kg,

ab 17 785 Euro

1690 cm³, 58 kW (79 PS), 333 kg,

ab 21 945 Euro

1690 cm³, 57 kW (78 PS), 304 kg,

15 335 Euro

670 cm³, 35 kW (48 PS), 218 kg, 8090 Euro

68 LESERWAHL

25/2015


C-057 C-058 C-059 C-060

Honda VT 750 Shadow

Indian Scout/60

Kawasaki Vulcan S

Kawasaki Vulcan 900 Custom

745 cm³, 34 kW (46 PS), 262 kg, 8890 Euro

C-061 C-062 C-063 C-064

Kawasaki Vulcan 1700 Nomad

1130/999 cm³, 75/57 kW (102/78 PS),

255/246 kg trocken, 12 990/11 990 Euro

Moto Guzzi Audace

649 cm³, 45 kW (61 PS), 228 kg, 7495 Euro

Moto Guzzi California Custom

903 cm³, 35 kW (48 PS), 278 kg, 8495 Euro

Suzuki C 800 C

1700 cm³, 54 kW (73 PS), 382 kg,

16 695 Euro

C-065 C-066 C-067 C-068

Triumph Speedmaster

1380 cm³, 71 kW (97 PS), 317 kg,

18 500 Euro inkl. Nk.

Triumph T-Bird Commander/LT

1380 cm³, 71 kW (96 PS), 318 kg,

17 990 Euro inkl. Nk.

Triumph Rocket III Roadster

805 cm³, 39 kW (53 PS), 277 kg, 9440 Euro

Victory Judge

865 cm³, 45 kW (61 PS), 250 kg, ab 8970

Euro

C-069 C-070 C-071 D-072

Yamaha XV 950/R

1699 cm³, 72 kW (98 PS), 339 kg,

ab 17 190 Euro

Yamaha XVS 1300 Custom

2294 cm³, 109 kW (148 PS), 370 kg,

18 040 Euro

Yamaha XV 1900

1731 cm³, 66 kW (90 PS), 313 kg,

ab 16 200 Euro

Enduros/

D Supermotos

Aprilia Caponord 1200 Rally

942 cm³, 38 kW (52 PS), 251 kg, 9995 Euro

D-073 D-074 D-075 D-076

Beta Alp 4.0

1304 cm³, 54 kW (73 PS), 294 kg,

ab 10 995 Euro

BMW F 800 GS/Adventure

1854 cm³, 66,4 kW (90 PS), 346 kg,

15 995 Euro

BMW R 1200 GS/Adventure

1197 cm³, 92 kW (125 PS), 267 kg,

16 390 Euro

Ducati Multistrada 1200 Enduro

349 cm³, 20 kW (27 PS), ca. 143 kg,

5500 Euro

798 cm³, 63 kW (85 PS), 241 kg,

11 000/12 300 Euro

1170 cm³, 92 kW (125 PS), 238/272 kg,

14 950/16 500 Euro

1198 cm³, 118 kW (160 PS), 254 kg,

Preis k. A.

www.motorradonline.de LESERWAHL 69


LESERWAHL

D-077 D-078 D-079 D-080

Honda CRF 250 L/M

Honda CRF 1000 L Africa Twin

Honda VFR 1200 X Crosstourer

Husqvarna 701 Enduro/SM

249 cm³, 28 kW (38 PS), 106 kg, 6090 Euro

998 cm³, 70 kW (95 PS), 228–242 kg,

ab 11 805 Euro

D-081 D-082 D-083 D-084

Kawasaki KLX 250

KTM Freeride E/SM

1237 cm³, 95 kW (129 PS), 275 kg,

13 890 Euro

KTM Freeride 350

690 cm³, 49 kW (67 PS), 147 kg, 9295 Euro

KTM 690 SMC R

249 cm³, 16 kW (22 PS), 138 kg, 4595 Euro

E-Motor, 16 kW (22 PS), 108 kg,

11 295/11 595 Euro

349 cm³, 17 kW (23 PS), 105 kg, 7345 Euro

D-085 D-086 D-087 D-088

KTM 1050/1190 Adventure

KTM 1290 Super Adventure

Moto Guzzi Stelvio 1200 8V/NTX

690 cm³, 49,6 kW (67 PS), 154 kg,

8945 Euro

MV Agusta Rivale

1050/1195 cm³, 70/110 kW (95/150 PS),

212/235 kg, 12 795/14 895 Euro

1301 cm³, 118 kW (160 PS), ca. 253 kg,

17 895 Euro

1151 cm³, 77 kW (105 PS), 282/296 kg,

14 990/16 490 Euro inkl. Nk.

D-089 D-090 D-091 D-092

Suzuki V-Strom 650 XT

Suzuki V-Strom 1000

SWM RS/SM 650 R

798 cm³, 92 kW (125 PS), 194 kg,

13 390 Euro

Triumph Tiger 800 XR/XC

645 cm³, 51 kW (69 PS), 214 kg, 8990 Euro

1037 cm³, 74 kW (100 PS), 228 kg,

12 290 Euro

600 cm³, 40 kW (54 PS), 144 kg trocken,

6490 Euro

D-093 D-094 D-095 D-096

Triumph Tiger Explorer XR/XC

Yamaha WR 250 R

Yamaha XT 660 R/X

800 cm³, 70 kW (95 PS), 188/193 kg

trocken, 10 100/11 100 Euro

Yamaha XT 1200 Z

1215 cm³, Leistung, Preis und Gewicht k. A.

250 cm³, 23 kW (31 PS), 135 kg, 7295 Euro

660 cm³, 35 kW (48 PS), 129 kg,

6995/7395 Euro

1199 cm³, 81 kW (110 PS), 267 kg,

12 995 Euro

70 LESERWAHL

25/2015


E

Crossover

Aprilia Dorsoduro 1200

E-097 E-098 E-099 E-100

Benelli TreK 1130

BMW F 700 GS

BMW S 1000 XR

1197 cm³, 96 kW (131 PS), 223 kg,

12 990 Euro inkl. Nk.

1131 cm³, 92 kW (123 PS), 240 kg,

12 290 Euro

798 cm³, 55 kW (75 PS), 209 kg, 8950 Euro

E-101 E-102 E-103 E-104

Ducati Hypermotard/SP 939

Ducati Multistrada 1200/S

Honda NC 750 X

999 cm³, 118 kW (160 PS), 228 kg,

15 300 Euro

Honda Crossrunner

937 cm³, 83 kW (113 PS), 204/201 kg,

Preis k. A.

1198 cm³, 118 kW (160 PS), 232/235 kg,

Preis k. A.

745 cm³, 35 kW (48 PS), 219 kg, Preis k. A.

E-105 E-106 E-107 E-108

Kawasaki Versys 650

Kawasaki Versys 1000

MV Agusta Turismo Veloce 800

782 cm³, 78 kW (106 PS), 242 kg,

Preis k. A.

Triumph Tiger Sport

649 cm³, 51 kW (69 PS), 214 kg, 7895 Euro

1043 cm³, 88 kW (120 PS), 250 kg,

12 490 Euro

798 cm³, 81 kW (110 PS), 223 kg,

14 990 Euro

E-109 Naked Bikes F-110 F-111 F-112

Yamaha MT-09 Tracer

F

Aprilia Shiver 750

Aprilia Tuono V4 1100 RR/Factory

1050 cm³, 92 kW (125 PS), 235 kg,

12 500 Euro

Benelli TnT 899/R

847 cm³, 85 kW (115 PS), 210 kg,

ab 9595 Euro

750 cm³, 70 kW (95 PS), 210 kg,

8990 Euro inkl. Nk.

1077 cm³, 129 kW (175 PS), 214 kg,

16 490/17 990 Euro inkl. Nk.

F-113 F-114 F-115 F-116

Bimota Impeto

BMW G 310 R

BMW F 800 R

899/1131 cm³, 88/116 kW (120/157 PS),

220 kg, 10 990/14 690 Euro

BMW S 1000 R

1198 cm³, 119 kW (162 PS),

177 kg trocken, Preis k. A.

313 cm³, 25 kW (34 PS), 158 kg,

Preis k. A.

798 cm³, 66 kW (90 PS), 202 kg, 8900 Euro

999 cm³, 118 kW (161 PS), 207 kg,

13 350 Euro

www.motorradonline.de LESERWAHL 71


LESERWAHL

F-117 F-118 F-119 F-120

BMW R 1200 R

Ducati Monster 821/1200 R

Harley-Davidson Iron 883

Honda CB 500 F

1170 cm³, 92 kW (125 PS), 231 kg,

12 950 Euro

821/1198 cm³, 79/118 kW (107/160 PS),

209/215 kg, Preis k. A.

F-121 F-122 F-123 F-124

Honda CB 650 F

Honda NC 750 S

883 cm³, 39 kW (53 PS), 258 kg,

ab 10 151 Euro

Honda CB 1000 R

471 cm³, 35 kW (48 PS), 193 kg, Preis k. A.

Hyosung GT 250/650i Naked

649 cm³, 64 kW (87 PS), 208 kg, 7690 Euro

745 cm³, 35 kW (48 PS), 216 kg, Preis k. A.

998 cm³, 92 kW (125 PS), 222 kg,

11 490 Euro

F-125 F-126 F-127 F-128

Kawasaki Z 300

Kawasaki ER-6n

Kawasaki Z 800

249/647 cm³, 20/54 kW (27/74 PS),

188/208 kg, 3895/4995 Euro

Kawasaki Z 1000

296 cm³, 29 kW (39 PS), 170 kg, 5195 Euro

649 cm³, 53 kW (72 PS), 200 kg, 6395 Euro

806 cm³, 83 kW (113 PS), 234 kg,

8995 Euro

F-129 F-130 F-131 F-132

KTM 390 Duke

KTM 690 Duke/R

KTM 1290 Super Duke R

1043 cm³, 99 kW (135 PS), 222 kg,

12 195 Euro

Moto Guzzi Griso 1200 8V

373 cm³, 32 kW (44 PS), 152 kg, 4995 Euro

690 cm³, 54/55kW (73/75 PS), 149 kg

trocken, Preis k. A.

1301 cm³, 132 kW (180 PS), 213 kg,

15 895 Euro

F-133 F-134 F-135 F-136

MV Agusta Brutale 800/RR

MV Agusta Brutale 1090 R/RR

Suzuki SV 650

1151 cm³, 81 kW (110 PS), 247 kg,

14 590 Euro inkl. Nk.

Suzuki GSR 750

798 cm³, 87/103 kW (116/140 PS),

ca. 185 kg, Preis k. A./13 980 Euro

1078 cm³, 106/117 kW (144/158 PS),

218 kg, 15 620/18 640 Euro

645 cm³, 56 kW (76 PS), 195 kg, Preis k. A.

749 cm³, 78 kW (106 PS), 214 kg,

8590 Euro

72 LESERWAHL

25/2015


F-137 F-138 F-139 F-140

Suzuki GSX-S 1000

Triumph Street Triple/R

Triumph Speed Triple/R

Yamaha MT-03

999 cm³, 107 kW (146 PS), 212 kg,

12 195 Euro

675 cm³, 78 kW (106 PS), 190 kg,

8640/9690 Euro

1050 cm³, Leistung, Gewicht und Preis k. A.

F-141 F-142 F-143 F-144

Yamaha MT-07/Moto Cage

Yamaha MT-09/Street Rallye

Yamaha MT-10

321 cm³, 31 kW (42 PS), 169 kg, 4995 Euro

Yamaha Vmax

690 cm³, 55 kW (75 PS), 182 kg,

6395/7195 Euro

G Modern

Classics

BMW R nineT/Scrambler

847 cm³, 84,6 kW (115 PS), 191 kg,

8395/8995 Euro

998 cm³, Leistung, Gewicht und Preis k. A.

G-145 G-146 G-147 G-148

Ducati Scrambler Sixty2

Ducati Scrambler Icon/Classic

1680 cm³, 147 kW (200 PS), 315 kg,

19 495 Euro

Harley-D. Sportster Forty-Eight

1170 cm³, 81 kW (110 PS), 222/220 kg,

14 900 Euro/k. A.

399 cm³, 30 kW (41 PS), ca. 185 kg,

ab 7790 Euro

803 cm³, 55 kW (75 PS), 186 kg,

8390/9790 Euro

G-149 G-150 G-151 G-152

Honda CB 1100 EX

Horex VR 6 Silver Edition

Kawasaki W 800

1202 cm³, 50 kW (68 PS), 255 kg,

ab 11 695 Euro

Moto Guzzi V7 II Stone/Special

1140 cm³, 60 kW (90 PS), 262 kg,

11 990 Euro

1218 cm³, 125 kW (170 PS), ca. 240 kg,

64 500 Euro

773 cm³, 35 kW (48 PS), 206 kg, Preis k. A.

G-153 G-154 G-155 G-156

Moto Guzzi V9 Roamer

Royal Enfield Continental GT

SWM Silver Vase 440

744 cm³, 35 kW (48 PS), 207 kg,

8490/9190 Euro inkl. Nk.

Triumph Scrambler

853 cm 3 , 40 kW (55 PS), ca. 207 kg,

Preis k. A.

535 cm³, 20 kW (27 PS), 187 kg, 6299 Euro

445 cm³, Leistung k. A., 150 kg trocken,

4990 Euro

865 cm³, 43 kW (58 PS), 230 kg, 9840 Euro

www.motorradonline.de LESERWAHL 73


LESERWAHL

G-157 G-158 G-159 G-160

Triumph Bonneville T 120

Triumph Thruxton

Yamaha SR 400

Yamaha XSR 700

1200 cm³, Leistung, Gewicht und Preis k. A. 1200 cm³, Leistung, Gewicht und Preis k.A. 399 cm³, 17 kW (23 PS), 174 kg, 5795 Euro 690 cm³, 55 kW (75 PS), 186 kg, 7495 Euro

G-161 G-162 G-163 125er H-164

Yamaha XSR 900

Yamaha XV 950 Racer

Yamaha XJR 1300

H


Aprilia RS4 125 Replica SBK

850 cm³, 85 kW (115 PS), 195 kg,

9495 Euro

942 cm³, 38 kW (52 PS), 251 kg, 9395 Euro

1251 cm³, 72 kW (98 PS), 251 kg,

10 295 Euro

H-165 H-166 H-167 H-168

Beta Urban 125 Special

Daelim Roadwin 125 Fi

Honda CBF 125

124 cm³, 11 kW (15 PS), 145 kg,

4590 Euro inkl. Nk.

Honda CBR 125 R

124 cm³, 8 kW (10,9 PS), 107 kg, Preis k. A.

124 cm³, 11 kW (15 PS), 151 kg, 3199 Euro

125 cm³, 8,3 kW (11,3 PS), 128 kg,

2590 Euro

H-169 H-170 H-171 H-172

Honda MSX 125

Hyosung GT 125 Naked

Kawasaki KLX 125

125 cm³, 10 kW (14 PS), 137 kg, 3390 Euro

Keeway RKV 125

125 cm³, 7,2 kW (10 PS), 102 kg, 2990 Euro

124 cm³, 11 kW (15 PS), 167 kg, 2875 Euro

125 cm³, 7,6 kW (10,3 PS), 113 kg,

3195 Euro

H-173 H-174 H-175 H-176

Kreidler Dice CR 125

Kreidler Dice SM 125

KSR Moto GRS 125

125 cm³, 8,2 kW (11 PS), 123 kg, Preis k. A.

KTM 125 Duke

125 cm³, 8,4 kW (11,4 PS), 112 kg,

2599 Euro

125 cm³, 8,4 kW (11,4 PS), 133 kg,

2599 Euro

125 cm³, 8,2 kW (11 PS), 151 kg, Preis k. A.

125 cm³, 11,3 kW (15 PS), 137 kg,

4295 Euro

74 LESERWAHL

25/2015


H-177 H-178 H-179 H-180

KTM RC 125

Kymco CK1 125

Rieju RS3 125

SFM Mad Ass 125

125 cm³, 11,3 kW (15 PS), ca. 143 kg,

4695 Euro

H-181 H-182 H-183 H-184

SFM ZZ 125 Supermoto

125 cm³, 7,5 kW (10,2 PS), 136 kg,

2299 Euro

Suzuki Van Van 125

125 cm³, 11 kW (15 PS), 119 kg, 4299 Euro

Sym XS 125-K

125 cm³, 6,4 kW (8,7 PS), 95 kg, Preis k. A.

Yamaha WR 125 X/R

125 cm³, 8,3 kW (11,3 PS), 127 kg,

3490 Euro

H-185 H-186

Yamaha MT 125 ABS

J


125 cm³, 11 kW (15 PS), 141 kg, 4595 Euro

Roller

Aprilia SR MAX 125/300 i.e.

J-187 J-188

125 cm³, 8,5 kW (11,6 PS), 128 kg,

3490 Euro

Yamaha YZF-R 125

125 cm³, 11 kW (15 PS), 141 kg, 4995 Euro

Aprilia SRV 850 i.e.

124 cm³, 8 kW (10,9 PS), 119 kg trocken,

1799 Euro

125 cm³, 11 kW (15 PS), 133/137 kg,

4295 Euro

Wo sonst noch gewählt wird

Eigentlich ist „Motorrad des Jahres” nicht die

korrekte Bezeichnung für die anstehende Wahl;

verlagsintern heißt sie „Motorcycle of the Year”.

Der Grund dafür ist klar – sie ist längst eine internationale

Angelegenheit. Abgesehen von MOTOR-

RAD beteiligen sich Zeitschriften aus sieben

weiteren Ländern daran, sechs aus Europa, eine

gar aus Brasilien.

124/278 cm³, 11/16 kW (15/22 PS),

183/ca.186 kg, 3990/4590 Euro inkl. Nk.

J-189 J-190

BMW C 600 Sport/650 GT

839 cm³, 56 kW (76 PS), 276 kg,

11 490 Euro inkl. Nk.

BMW C evolution

MOTORRAD

Deutschland

MOTOCICLISMO

Spanien

MOTORREVÜ

Ungarn

MOTOCICLISMO

Brasilien

647 cm³, 44 kW (60 PS), 249/261 kg,

11 350/11 650 Euro

E-Motor, 11 kW (15 PS), 265 kg,

15 000 Euro

MOTO Journal

Frankreich

MOTOPLUS

Niederlande

MP

Finnland

TÖFF

Schweiz

www.motorradonline.de LESERWAHL 75


LESERWAHL

J-191 J-192 J-193 J-194

Honda Forza 125

Honda SH 125/150i

Honda Integra

Kawasaki J 125/J 300

125 cm³, 10,5 kW (14,3 PS), 162 kg,

4705 Euro

125/153 cm³, 8,7/11 kW (11,8/15 PS),

134/135 kg, 3540/3690 Euro

J-195 J-196 J-197 J-198

Kymco New Downtown 350i

Peugeot Django 125 Sport

745 cm³, 40,3 kW (55 PS), 237 kg,

Preis k. A.

Peugeot Satelis 2 125 RS Premium

125/299 cm³, 10,3/20,3 kW (14/28 PS),

182/191 kg, Preis k. A./5345 Euro

Piaggio MP3 Yourban Sport 300 LT

321 cm³, 22 kW (30 PS), 192 kg, 5599 Euro

125 cm³, 7,5 kW (10,2 PS), 135 kg,

3499 Euro

125 cm³, 10,3 kW (21,7 PS), 169 kg,

4499 Euro

J-199 J-200 J-201 J-202

Piaggio X10 125/500 I.E. Executive

Piaggio Beverly Sport Touring

350 I.E.

Suzuki Address 110

278 cm³, 16,5 kW (22,5 PS), 236 kg,

7790 Euro inkl. Nk.

Suzuki Burgman 650 Z

124/493 cm³, 11/30 kW (15/41 PS),

203/242 kg, 5990/8990 Euro inkl. Nk.

330 cm³, 24,5 kW (33,3 PS), 177 kg,

5990 Euro inkl. Nk.

113 cm³, 6,7 kW (9 PS), 97 kg, 1190 Euro

J-203 J-204 J-205 J-206

SYM Maxsym 600i

Vespa Primavera 125 3V

Vespa GTS Super 300 IE

638 cm³, 41 kW (56 PS), 277 kg,

10 490 Euro

Yamaha Tricity 125

565 cm³, 34 kW (46 PS), 238 kg, 7359 Euro

J-207 J-208

Yamaha X-Max 250/400

249/395 cm³, 15/23,2 kW (20/31,6 PS),

182/215 kg, 4895/6495 Euro

124 cm³, 7,9 kW (10,7 PS), 125 kg,

4090 Euro inkl. Nk.

Yamaha TMAX

530 cm³, 34 kW (46 PS), 221 kg,

11 195 Euro

278 cm³, 16 kW (22 PS), 148 kg,

5490 Euro inkl. Nk.

Zu viel Neues?

Keine Sorge, bis zum

26. Januar 2016 erscheinen

als Entscheidungshilfe

noch einige aktuelle

Fahrberichte.

125 cm³, 8 kW (11 PS), 152 kg, 3995 Euro

Motorrad

des Jahres 2016

76 LESERWAHL

25/2015


Meine Jugend.

Meine Motorräder.

Meine Zeitschrift.

Jetzt

10 Ausgaben

pro Jahr

Früher gab es sie noch. Maschinen

mit Charakter, Motorräder mit Charme.

In MOTORRAD Classic kann man diese

Klassiker neu erleben, in faszinierenden

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und Modelle.

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und Restaurierung.

Auch als E-Paper

fürs iPad erhältlich

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P

R O D U K T T E S T

Vergleichstest Sturmhauben

UNTER DER

HAUBE

Wer im Winter mit dem Motorrad unterwegs ist, wünscht

sich bei eisigen Temperaturen gern mal die Trockenhaube

vom Friseur herbei. Dass es gar nicht so weit kommen

muss, beweisen zwölf Sturmhauben für die kalte Jahreszeit.

Von Roman Kirschbauer und Jörg Lohse; Fotos: mps-Fotostudio, Javier Brosch – Fotolia (1)

Da staunt Ganzjahres-Kradlerin

Maria Musterhansel nicht

schlecht, als sie sich eine neue

Sturmhaube für den Winter

zulegen will. Die Baumwollüberzieher für

1,95 Euro vom Grabbeltisch sind gerade

ausverkauft, und das, was der freundliche

Kaufmann an Alternativen anschleppt, hat

weder preislich noch sonst irgendetwas

mit der verloren gegangenen Sturmhaube

gemein. Müssen die so teuer sein? Braucht

man diese Funktionsmaterialien überhaupt?

Tut es bei eisigen Temperaturen

nicht im Notfall der selbst gestrickte Schal?

Nun ja, liebe Maria Musterhansel, vielleicht

für die Fahrt im Auto. Aber auf dem

Motorrad sollte man sich in der kalten Jahreszeit

stets unter eine gut isolierte Haube

begeben. Diese gewährleistet, dass der Bereich

zwischen Rumpf und Kopf wind- und

wetterdicht vor kalter Zugluft und Niederschlag

geschützt wird. Zwar bieten zahlreiche

Hersteller mittlerweile Textilkombis

an, die mit einem extrabreiten Kragen dem

Fahrtwind den Garaus machen wollen.

Aber all jene, die schon mal bei Temperaturen

rund um den Gefrierpunkt länger als

zwanzig Minuten auf dem Motorrad saßen,

wissen, was passiert, wenn nur ein zartes

Lüftchen den Weg in den Helm findet. Dann

ist nicht nur rasch die Nase unterkühlt, sondern

mittelfristig der gesamte Oberkörper

am Frösteln. Mutti hatte in dieser Hinsicht

früher allerdings nur bedingt recht: Wenn

sie einen beim Schritt aus der Haustür am

Kragen packte, eine Mütze aufsetzte und

das Mantra des „Du weißt doch, dass der

Körper über den Kopf am meisten Wärme

verliert“ wiederholte, war sie einem bis heute

weit verbreiteten Irrglauben aufgesessen.

Warum der Kopf dennoch besonders

schutzbedürftig ist, hat mindestens zwei

Ursachen. Erstens versucht der menschliche

Organismus, die Kopfpartie auch bei eisigen

Temperaturen so lange wie möglich auf

konstant 37 Grad zu halten. Das Hirn muss

stets gut durchblutet sein, damit es den

vielfältigen Anforderungen gerecht werden

kann. Entsprechend hat es bei der Wärmeversorgung

absolute Priorität. Anders ausgedrückt:

Wenn ein paar Finger oder Fußzehen

abfrieren, kann das ärgerlich und

schmerzhaft sein, aber bei der Rübe auf

dem Hals geht es schlicht ums Überleben.

Es ist also sinnvoll, den Körper hier von Anfang

an zu unterstützen. Zweitens sind Kopf,

Gesicht und Rumpf besonders temperatursensibel.

Halten wir diese Bereiche in wohliger

Wärme, fühlen wir uns besser, sind konzentrierter

und haben zudem mehr Spaß.

Gründe genug also, um sogenannte

Kältebrücken gar nicht erst entstehen zu

lassen und Brust, Schultern, Nacken und

Hals mit einer großflächigen Isolierung zu

versehen. Genau diesen Job erfülllen heutzutage

moderne Sturmhauben. Sie haben

78 PRODUKTTEST

25/2015


ALPINESTARS

BALACLAVA

ANBIETER:

Alpinestars, Telefon

00 39/04 23/52 86,

www.alpinestars.

com;

PREIS: 39,95 Euro;

GRÖSSEN: uni;

HERSTELLUNGS-

LAND: Vietnam

VPLUS

Aufwendige Zwei-Lagen-Konstruktion im

Halsbereich, Kordelzug zum Fixieren; liegt

eng am Kopf an; kein Verrutschen beim

Helmaufsetzen; sehr guter Wetterschutz

WMINUS

Relativ enger Einstieg; Passform für kleine

Köpfe weniger geeignet; Atemöffnung

etwas zu klein; fummelige Handhabung

XFAZIT

Die aufwendige Konstruktion mit zwei

Lagen im Halsbereich ist Geschmacksache.

Ansonsten eine wirklich empfehlenswerte

Sturmhaube.

BERING

CAGOULE

ANBIETER:

Shark Helme

Deutschland, Telefon

0 41 08/45 80 00,

www.bering.fr;

PREIS: 28,00 Euro;

GRÖSSEN: uni;

HERSTELLUNGS-

LAND: China

VPLUS

Angenehm straffer Sitz am Oberkopf; sehr

effektiver Windstopp an Hals und Kragen;

zugfrei; ordentliche Verarbeitung; flache

Nähte

WMINUS

Futterstoff dürfte noch einen Tick flauschiger

sein; Gesichtsausschnitt knapp bemessen

und für Brillenträger ungeeignet

XFAZIT

Die Bering Cagoule hinterlässt auf

ganzer Linie einen sehr soliden

Eindruck. Nur das Futter dürfte etwas

weicher sein.

BÜSE

STURMHAUBE

ANBIETER:

Büse, Telefon

0 24 71/1 26 90,

www.buese.com;

PREIS: 18,95 Euro;

GRÖSSEN: S bis XL

HERSTELLUNGS-

LAND: k. A.

VPLUS

Wetterschutz durch breite Brust-, Nacken-,

und Schulterüberlappung gut; beim Aufsetzen

gleitet der Helm leicht über den Kopf

WMINUS

Unangenehme Materialien; dicke und raue

Nähte; Passform in Größe S/M bereits sehr

locker; Haube schiebt sich über die Augen;

Druckstellen stets präsent

XFAZIT

Trotz unterschiedlicher Größen kann

die Sturmhaube von Büse in Sachen

Tragekomfort und Passform nicht überzeugen.

Der Wetterschutz ist aber okay.

Urteil: gut

DANE

SAKSUN

ANBIETER:

Motoport, Telefon

0 44 51/91 52 00,

www.motoport.de;

www.dane.eu

PREIS: 37,95 Euro;

GRÖSSEN: S bis XL;

HERSTELLUNGS-

LAND: China

VPLUS

Großer Gesichtsausschnitt, prima für

Brillenträger; flache Nähte; der relativ kurze

Windstopp schützt effektiv vor Zugluft;

ordentliche Verarbeitung

WMINUS

Sitzt zu locker; wenig elastisch;

Futter etwas kratzig; störende Naht am Ohr;

Mundschutz verrutscht beim Aufziehen

XFAZIT

Nicht schlecht, aber auch keine Glanzleistung.

Die Dane Saksun ist gerade

für Brillenträger dank des großen Sichtfelds

eine Überlegung wert.

Urteil: gut

FORCEFIELD

TORNADO+

ANBIETER:

Germot, Telefon

0 61 03/45 91 00,

www.germot.de;

PREIS: 31,90 Euro;

GRÖSSEN: uni;

HERSTELLUNGS-

LAND: Portugal

VPLUS

Klasse Passform trotz Universalgröße;

weiches und geschmeidiges Tragegefühl;

sehr gute Thermoeigenschaften; flache

Nähte ohne Druckstellen; auch für Brillenträger

prima

WMINUS

Nacken- und Schulterüberlappung zu knapp

bemessen; die Nase besitzt keinen Schutz

XFAZIT

Die Forcefield überzeugt trotz Universalgröße.

Beste Passform und höchster

Tragekomfort im Test; darf in Sachen

Wetterschutz noch etwas zulegen.

Urteil: befriedigend

HELD

9050

ANBIETER:

Held, Telefon

0 83 21/6 64 60,

www.held.de;

PREIS: 29,95 Euro;

GRÖSSEN: S bis L;

HERSTELLUNGS-

LAND: Ungarn

VPLUS

Angenehmes Futter; trägt nur geringfügig

auf; kurzer Windstopp hält effektiv warm

und schützt vor Zugluft

WMINUS

Passform schlecht, da die untere Naht des

Gesichtsausschnitts in allen Größen von

unten über die Augen wandert; rustikale

Verarbeitung; störende Naht am Mund

XFAZIT

Die Held Sturmhaube 9050 kann trotz

unterschiedlicher Größen in Sachen

Passform nicht überzeugen.

Der Wetterschutz geht in Ordnung.

Urteil: befriedigend

Urteil: gut

Urteil: befriedigend

www.motorradonline.de PRODUKTTEST 79


PROBIKER

WINDBREAKER

ANBIETER:

Detlev Louis, Telefon

0 40/73 41 93 60,

www.louis.de;

PREIS: 16,99 Euro;

GRÖSSEN: S bis L;

HERSTELLUNGS-

LAND: Taiwan

REUSCH

PRO

ANBIETER:

Polo, Telefon 0 21 65/

8 44 04 00, www.

polo-motorrad.de;

PREIS: 24,99 Euro;

GRÖSSEN: uni;

HERSTELLUNGS-

LAND: China

REV’IT

MAXIMUS WSP

ANBIETER:

Rev’it, Telefon

00 31/41/2 69 67 40,

www.revit.eu;

PREIS: 49,99 Euro;

GRÖSSEN: S und L

HERSTELLUNGS-

LAND: Vietnam

VPLUS

Guter Wetterschutz dank effektivem Windstopp

und großer Überlappung

WMINUS

Breiter Kragen mühselig unter der Jacke zu

verstauen; stark auftragende, raue Nähte;

mittig untergebrachte, stark störende Naht

im Mund-/Kinnbereich; Sichtfeld zu knapp

XFAZIT

Der gute Wetterschutz kann leider

nicht über die schlechte Passform und

die rauen Materialien hinwegtäuschen.

Da ist noch Luft nach oben.

VPLUS

Verarbeitung in Ordnung; weiches, flauschiges

Gewebe; sehr guter Wetterschutz,

hält prima warm

WMINUS

Durch die Universalgröße mittelmäßige

Passform; Naht unterhalb der Nase drückt;

Helm gleitet schlecht über den Kopf; für

Brillenträger ggf. zu eng an der Augenpartie

XFAZIT

Die Reusch Pro bietet dank großflächiger

Isolation im Brust- und Nackenbereich

einen exzellenten Wetterschutz.

Die Passform ist akzeptabel.

VPLUS

Sitzt angenehm knackig; Nähte kaum

spürbar; insgesamt akkurat verarbeitet;

breites Sichtfenster; Material flutscht

prima in den Helm

WMINUS

Kratzig im Nackenbereich; Perforation

für Lufteinlass nicht optimal positioniert,

passt weder für Mund noch Nase

XFAZIT

Die Sturmhaube von Rev’it sitzt wie

eine zweite Haut auf dem Kopf, lässt

zudem den Helm ganz leicht drübergleiten.

Die Verarbeitung ist prima.

Urteil: befriedigend

RICHA

BALACLAVA

ANBIETER:

Hein Gericke, Telefon

02 11/9 89 89, www.

hein-gericke.de;

PREIS: 29,99 Euro;

GRÖSSEN: uni;

HERSTELLUNGS-

LAND: Vietnam

VPLUS

Sitzt angenehm straff; Gewebe am Oberkopf

sorgt für gute klimatische Bedingungen

WMINUS

Enger Einstieg; unangenehme Nähte im

Nasen-, Mund-, Augen- und Ohrenbereich;

nur mäßiger Wetterschutz wegen zu kurzer

Überhänge im Schulterbereich

XFAZIT

Auch wenn die Richa Balaclava eine

gute Passform hat, kann sie in Sachen

Komfort nicht voll punkten. Auch der

Wetterschutz ist nur mittelmäßig.

Urteil: gut

RUKKA

WINDSTOPPER

ANBIETER:

Rukka Deutschland,

Telefon 0 40/

5 5110 55,

www.rukka.com;

PREIS: 42,95 Euro;

GRÖSSEN: S bis L;

HERSTELLUNGS-

LAND: China

VPLUS

Straffe, angenehme Passform; sehr guter

Wetterschutz mit optimalen Überlappungen;

Verarbeitung in Ordnung

WMINUS

Futterstoff recht rau; stark störende

Naht direkt unter der Nase; Sichtfeld kann

sich während der Fahrt verschieben;

lädt sich statisch auf

XFAZIT

Der Windstopper von Rukka begeistert

mit einer tollen Passform und gutem

Schutz vor Wind und Wetter. Der Tragekomfort

dürfte etwas höher ausfallen.

Urteil: gut

SINISALO

ROB HOOD

ANBIETER:

Rukka Deutschland,

Telefon 0 40/

5 5110 55,

www.sinisalo.com

PREIS: 29,90 Euro;

GRÖSSEN: S bis XL;

HERSTELLUNGS-

LAND: China

VPLUS

Sehr kuscheliger Fleecestoff;

effektiver Windstopp; Nase gut isoliert;

ordentliche Passform

WMINUS

Nasenschutz erschwert ein komplikationsfreies

Aufsetzen des Helms; Gewebe etwas

sperrig; Nähte im Kopfbereich spürbar;

für Brillenträger ungeeignet

XFAZIT

Mit kuscheligem Fleecefutter sitzt die

Rob Hood sehr angenehm auf der Haut.

Der große Nasenschutz schützt prima,

macht das Aufsetzen aber schwierig.

Urteil: befriedigend

Urteil: gut

Urteil: gut

80 PRODUKTTEST

25/2015


Vergleichstest Sturmhauben

tatsächlich nichts mehr mit einer primitiven

Baumwollmaske gemein. Das Lastenheft

einer perfekten Hightech-Sturmhaube läse

sich in etwa wie folgt: Auf der einen Seite

muss sie auf verschiedenen Kopfformen

gleichermaßen eng anliegen und das

Gesicht sicher umhüllen. Dabei dürfen ihre

Nähte nicht die Haut eindrücken, und das

Futter sollte angenehm kuschelig sein.

Die gesamte Sturmhaube darf nicht zu dick

auftragen, damit der Helm noch passt und

den Kopf nicht einengt.

Auf der anderen Seite muss die Haube

im Oberkopfbereich den Luftaustausch

und Feuchtigkeitstransport ermöglichen

und im Bereich des Mundes und der Nase

Perforationen oder ein großes Loch aufweisen,

damit man ausreichend Luft zum

Atmen bekommt. Im darunterliegenden

Abschnitt muss die Maske effektiv vor

Wind und Nässe schützen. Außerdem sollte

der Gesichtsausschnitt so wenig Haut

wie möglich freilegen, aber auch nicht so

knapp be messen sein, dass das Sichtfeld –

auch bei Brillen trägern – zu irgendeinem

Zeitpunkt eingeschränkt wird. Zudem

bedarf es einer Materialwahl, die den Helm

leicht über die Haube rutschen lässt und

ENDWERTUNG

Maximale Punktzahl 40 10 20 30 100

so nervenaufreibendes Nachjustieren überflüssig

macht. Letztlich sollte die Schulter-,

Brust- und Nackenpartie großzügig von

der Maske bedeckt sein, dabei aber keine

Wülste unter Jacke oder Helm werfen.

Maria Musterhansel ist ganz schön verblüfft,

was der Hersteller bei der Produktion

von Sturmhauben so zu beachten hat. Dass

es den Herstellern gar nicht so leicht fällt,

auf diesem schmalen Grat zwischen Wetterschutz,

Passform und Tragekomfort zu wandern,

fördert das umfangreiche Testprozedere

zutage. Hinsichtlich des Wetterschutzes

können alle Produkte noch ein ordentliches

Ergebnis einfahren. Aber gerade bei

der Passform und dem Tragekomfort gibt

es auffällige Qualitätsunterschiede. Besonders

ärgerlich sind bei zahlreichen Masken

die zum Teil schlecht gemachten Nähte im

Nasen- und Mundbereich. Da nützt es wenig,

dass das Innenfleece flauschig die Haut

umschmeichelt, wenn auf der anderen Seite

die Nähte umso kräftiger an der Oberlippe

reiben. Insofern gibt es auch bei den Hightechprodukten

an der einen oder anderen

Stelle noch Optimierungsmöglichkeiten.

Maria Musterhansel ist nun übrigens

wieder unter der Haube. Sie freut sich auf

die erste Ausfahrt bei einstelligen Temperaturen

– ganz ohne den selbst gestrickten

Schal.

www.motorradonline.de/produkttest

Passform/Tragekomfort

Handhabung

Qualität/Verarbeitung

Wetterschutz

Summe

Forcefield Tornado+ 35 9 15 19 78 gut 31,90

Rev’it Maximus WSP 27 8 17 23 75 gut 49,99

Alpinestars Winter Balaclava 23 8 16 26 73 gut 39,95

Reusch Pro 24 6 15 25 70 gut 24,99

Rukka Windstopper 24 6 15 24 69 gut 42,95

Bering Cagoule Windstopper 27 6 14 21 68 gut 28,00

Sinisalo Rob Hood 25 4 14 22 65 gut 29,90

Dane Saksun 19 7 14 20 60 befriedigend 37,95

Richa Balaclava 20 6 10 19 55 befriedigend 29,99

Held 9050 15 6 10 21 52 befriedigend 29,95

Büse Sturmhaube 12 7 9 22 50 befriedigend 18,95

Probiker Windbreaker 12 5 9 22 48 befriedigend 16,99

*100 bis 81 Punkte = sehr gut; 80 bis 61 Punkte = gut; 60 bis 41 Punkte = befriedigend; 40 bis 21 Punkte = ausreichend;

20 bis 0 Punkte = mangelhaft

-Urteil*

So testet MOTORRAD

Theorie und

Praxis

Preis in Euro

Auch MOTORRAD-Redakteure müssen

manchmal unter die Haube: Alle

zwölf Testexemplare mussten zunächst

bei kühler Witterung beweisen, ob sie

den eisigen Fahrtwind mit Bravour von Kopf,

Schultern, Nacken, Hals und Brust fernhalten.

Dabei wurde zusätzlich getestet, ob die

Sturmhauben im Eifer des Gefechts anfangen

zu verrutschen und womöglich das Sichtfeld

gefährlich einschränken. Die Passform und

der Tragekomfort wurden später erneut

mit verschiedenen Kopfgrößen und -formen

ausprobiert und bewertet. Dabei mussten

sich die Hauben auch ausführlich in Sachen

Verarbeitungsqualität untersuchen lassen.

Erst ohne,

dann mit Helm:

Die Sturmhauben

wurden

insgesamt von

sechs Personen

getestet

Foto: Engwer

FAZIT

Wer auf der Suche

nach einer ordentlichen

Sturmhaube ist, die effektiv

vor Wind und Wetter

schützt, kann beruhigt sein. Alle

Probanden liefern hier eine mindestens

akzeptable Vorstellung ab.

Brust, Nacken, Hals und Gesicht werden

sicher vor dem Auskühlen bewahrt.

Hinsichtlich Passform und Tragekomfort

trennt sich aber die

Spreu vom Weizen. Ein ausführliches

An- und Ausprobieren vor dem Kauf

wird dringend geraten. Bei Preisen

zwischen 19 und 50 Euro wäre ein

Fehlkauf ziemlich ärgerlich. Dabei

sollte man besonders darauf achten,

dass keine rauen oder dick auftragenden

Nähte die Haut auf Dauer reizen.

Brillenträger sollten ein Exemplar

mit recht großem Sichtfeld wählen.

Obwohl alle Testkandidaten auf verschiedenen

Kopfformen und -größen

ausprobiert wurden, konnte am Ende

die Forcefield Tornado+ in Universalgröße

alle Tester überzeugen. Sie liegt

zudem preislich im Mittelfeld und ist

der MOTORRAD-Testsieger.

www.motorradonline.de PRODUKTTEST 81


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-

YAMAHA BT 1100 BULLDOG

Bei der Markteinführung

2002 war die Technik dieser Maschine bereits veraltet. Da scheint es vermessen,

zu behaupten, dass die Bulldog ihrer Zeit voraus war. War sie aber, und als

Gebrauchte ist sie heute ein Top-Tipp. Wenn man das Motorrad versteht.

Von Thorsten Dentges; Fotos: Yamaha, fact, Rossen Gargolov, Markus Jahn, jkuenstle.de

Das Konzept des Motors: aus den 80ern. Der V2 kam erstmalig

in der – heutzutage sehr kultigen – TR1 zum Einsatz,

später im Cruiser XV 1100. Dann: Vergaser. Braucht

eigentlich niemand mehr. Und hey, nicht mal ABS! Ja

geht’s noch? Na klar geht es. Auch mit wenig rekordverdächtigen

65 PS und einfach gestricktem Fahrwerk. Für Motorradfahrer, die

eine kraftvolle Maschine ohne Schnickschnack mit aufrechter

Sitzhaltung suchen, geht die Bulldog sogar sehr gut.

Yamaha selbst sagt: „Etliche dieser Leute fordern aber nicht

unbedingt ein Motorrad mit einer extremen Leistungsund

Handlingscharakteristik.“ Die Zielgruppe wolle

lieber ein traditionelles Motorrad mit ganz eigenständigem

Charakter. Diese Aussagen sind von

2001, und die Marketingstrategen von Yamaha

lagen damals bei ihrer sogenannten Zielgruppe

grandios daneben. Sportlich-dynamische Nakeds

bildeten nämlich die neue aufstrebenden Klasse.

Die eher komfortable 1100er fuhr im Verkauf nur hinterher.

Auch eine Modellpflege 2005 änderte daran nichts,

2006 war Schluss. Doch aktuell bringen die Hersteller wieder

Maschinen, die an Traditionen anknüpfen und die den

Fahrer entschleunigen sollen. Siehe Ducati Scrambler, siehe

Moto Guzzi V7, siehe BMW R nineT, siehe Triumph Bonneville.

Mit Erfolg. Und eigentlich liegt auch die Bulldog voll in

diesem Trend. An dieser Stelle noch mal zitiertes Yamaha-

Geschwurbel, anno 2001, aber diesmal treffend, warum sich

eine Probefahrt mit der Bulldog lohne: „Fahrspaß ist ja bekanntlich

die entscheidende Motivation zum Motorradfahren!“

IM DETAIL

Wirkt heutzutage wie

ein Artefakt aus Urzeiten:

der Choke. Hat aber

was, wenn für einen

erfolgreichen Startvorgang

noch Fingerspitzengefühl

gefragt ist

Tests in MOTORRAD

23/2001 (TT), 25/2001 (VT), 25/2002 (VT), 11/2003

(VT), 4/2004 (VT), 20/2004 (VT), 18/2005 (VT)

TT = Top-Test, VT = Vergleichstest;

Artikel-Download unter www.motorradonline.de/ekiosk

Der Rohrlenker ist vergleichsweise

hoch gelagert

und trägt seinen

Teil zur angenehm aufrechten

Sitzposition bei.

Die starke Lenkerkröpfung

stört aber etwas

Schön schlicht und immer

alles im Blick: Der

Rundtacho mit hübsch

integriertem Drehzahlmesser

passt gut zum

neoklassischen Stil des

Motorrads

Zeitlos populär: der

Kardan. Die meisten

Bulldog-Besitzer nehmen

ihn auch ohne

Momentabstützung als

großes Plus auf Touren

und im Alltag wahr

Die letzten beiden Bulldog-Baujahre

(2005

und 2006) erkennt man

leicht am neu gestalteten,

aber unübersicht

licheren Multifunktions-Cockpit

82 GEBRAUCHTBERATUNG

25/2015


BESICHTIGUNG

Eine typische Schwachstelle ist der Anlasserfreilauf.

Sind hässliche Geräusche beim Starten zu

hören, steht eine zirka 700 Euro teure Reparatur

an. Das kann teilweise schon bei Laufleistungen

um 20 000 Kilometer vorkommen. Alle 20 000 ist

übrigens auch eine große Inspektion fällig, die

schnell mal mit über 300 Euro zu Buche schlägt,

weil neben Ventilspiel auch Lenkkopflager,

Schwingenumlenkung und Federbein gecheckt

werden. Bei Wartungsstau und ohne regelmäßige

Fettung müssen die Lager mitunter schon bei

weniger als 30 000 Kilometern ersetzt werden,

und es fallen nervige Folgekosten an. Also:

Serviceheft prüfen! Beliebt sind wegen eines guten

Sounds straßenzugelassene Nachrüst-Endschalldämpfer

von BOS, Shark oder LeoVince

und lassen sich auch anrechnen. Reine

Schmuckmaßnahmen wie Miniblinker oder teilpolierte

Felgen sowie kleinere Verbesserungen

(z. B. progressive Gabelfedern) müssen bei Preisverhandlungen

nicht berücksichtigt werden.

MARKTSITUATION

Das Verhältnis von gewerblichen und privaten Anbietern ist ungefähr fiftyfifty.

Gebrauchthändler berichten, dass die Bulldog bei ihnen ein gern gesehenes

Modell sei, sofern gut gepflegt und kilometerarm. Dann ließe sich die

Yamaha zwischen 3000 und 4500 Euro binnen weniger Tage verkaufen. Es

gibt Liebhaber und einen treuen Fankreis – Schwarz geht immer, in Bronze

ist sie beliebt, Modelle ab 2005 sind bei Kennern gefragter. Über 5000 Euro

wird es aber schwer, schließlich wurden die letzten Baujahre kurz vor Einführung

der Euro-3-Norm als Billigbikes zu Schleuderpreisen um 7000

Euro rausgehauen, und das ist auch schon fast wieder zehn Jahre her. Seinerzeit entschieden sich für sie übrigens viele Wiedereinsteiger

als Neukäufer, denen ABS schnuppe war. Typische Wiedereinsteiger von heute wollen hingegen nicht auf den elektronischen

Bremshelfer und sonstige Assistenzsysteme verzichten und können mit angegrauter Vergasertechnik nicht viel anfangen. Sie fallen

als Interessenten aus. Außer vielleicht clevere 48-PS-Einsteiger, die in einer gedrosselten Bulldog eine gute Basis erkennen. Zu Recht.

Mit entsprechendem Zubehör aufgepimpt, gilt dies übrigens auch für Tourenfahrer. Stilistische Fehlgriffe, etwa aggressive Streetfighter-Umbauten,

sind peinlich und finden selbst für kleinstes Geld kaum einen Käufer.

Preisniveau in Euro Baujahre km-Stand

Niedrig2300–3000 2002–2005 25 000–70 000

Mittel3100–4200 2002–2006 10 000–40 000

Hoch4300–5500 2005–2006 5000–15 000

Typ im Programm Verkäufe

RP05 2002–2006 4626

▸ Verfügbarkeit am Markt: mittelhoch

Internet

Fansites: www.bulldogbt1100.de

(eine Interessengemeinschaft

von Bulldogfah

rern)

TECHNISCHE DATEN

MOTOR

Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-75-

Grad-V-Motor, zwei Ventile pro Zylinder,

Nasssumpfschmierung, Vergaser, keine

Abgasreinigung, mechanisch betätigte

Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Fünfganggetriebe,

Kardan.

Bohrung x Hub

95,0 x 75,0 mm

Hubraum 1063 cm³

Nennleistung

48 kW (65 PS) bei 5500/min

Max. Drehmoment88 Nm bei 4500/min

(Typ RP05, Modelljahr 2004)

FAHRWERK

Brückenrahmen aus Stahl, Telegabel, verstellbare

Federbasis, Zweiarmschwinge

aus Aluminium, Zentralfederbein mit Hebelsystem,

verstellbare Federbasis, Doppelscheibenbremse

vorn, Scheibenbremse

hinten.

Alu-Gussräder 3.50 x 17; 5.50 x 17

Reifen 120/70 ZR 17; 170/60 ZR 17

MAßE + GEWICHT

Radstand 1530 mm, Lenkkopfwinkel 65,0

Grad, Nachlauf 106 mm, Federweg v/h

130/113 mm, Sitzhöhe* 800 mm, Gewicht

vollgetankt* 251 kg, Tankinhalt/Reserve

20/5,8 Liter.

MESSUNGEN

(MOTORRAD 4/2004)

Höchstgeschwindigkeit** 180 km/h

Beschleunigung 0–100 km/h 5,0 sek

Durchzug 60–100 km/h

5,3 sek

Verbrauch 5,6 l/100 km (Landstraße)

*MOTORRAD-Messungen; **Herstellerangaben

MODELLPFLEGE

Eher Ausflugs- als

Reisemobil für

zwei: Mitnahme

möglich, aber auf

Dauer unbequem

2002 Erstes Modelljahr – die ersten Maschinen

(Typ RP05) sind bereits ab Oktober

2001 erhältlich. Farben: Blau, Schwarz,

Silber. Preis: 16 781 Mark (8580 Euro).

2003 Neu: Zweifarblackierung Bronze-

Silber. Preis: 8650 Euro.

2004 Neu: Dunkelblau-Silber, Bronze

einfarbig. Preis: 8845 Euro.

2005 Modellpflege: ungeregelter Katalysator,

modifizierte Auspuffanlage, Vergaser,

Luftfilter, Zündbox (Anpassung an

Euro-2-Norm), vordere Bremsen, Gabelbrücke,

Tank, Sitzbank. Neu: Cockpit,

Warnblinklicht, Wegfahrsperre. Farben:

Rot, Schwarz, Silber-Blau; Preis: 8800 Euro.

2006 Letztes Jahr. Preis unverändert.

www.motorradonline.de GEBRAUCHTBERATUNG 83


YAMAHA

BT 1100 BULLDOG

Simples Konzept: antrittstarker V2-Motor,

gefälliges Äußeres, Kardan, aufrechte

Sitzposition. Gut zum Relaxen

E

Weitere Testberichte

zu diesem

Motorrad

finden Sie hier:

motorradonline.de/bulldog

Angebote zu

diesen Motorrädern

finden

Sie hier:

motorradonline.de/201525082

DIE WETTBEWERBER

BMW R 850 R Der „kleine“ Kardan-Roadster

(71 PS, 1995 bis

2006) ist beinahe vergessen.

Dabei gibt’s anständige Gebrauchte

schon um 3000 Euro

in Ausgabe 26/2015

Die Geheimtipps der

MOTORRAD-Tester

?

Ducati Monster 620 Sportlich

und mit Soul. Die von 2004 bis

2006 neu angebotene Maschine

(63 PS) findet sich mit ca. 20 000

Kilometern für rund 2500 Euro

Moto Guzzi Breva 1100 Für gute

Gebrauchte (2005 bis 2008) ist

beim kleinen Angebot etwas

Geduld gefragt. 86 PS, viel Seele

und Fahrspaß. Ab 4000 Euro

Suzuki GSX 750 Antrittstarke

86 PS, solider Reihenvierer. Die

schlichte 750er (1998 bis 2001)

ist aus zweiter Hand tipptopp

ab 2000 Euro zu bekommen

Demnächst in der MOTORRAD-Gebrauchtberatung

Vorschau ohne Gewähr, die Redaktion behält sich Änderungen vor.

in Ausgabe 1/2016

Ducati Diavel

Ist Ihr Motorrad

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passenden Ausgabe und sprechen

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Seite 92

Foto: Jacek Bilski Fotos: jkuenstle.de, fact, Archiv

84 GEBRAUCHTBERATUNG

25/2015


25/2015

Foto: Joachim Welding

94

104

108

Traumziel Namibia

Michael Martin fährt durch dieses vielfältige

Land und bringt geniale Fotos mit. Doch

Namibia taugt für uns alle: gepflegte Pisten,

gute Infrastruktur, Sicherheit und Landschaften

wie auf einem anderen Planeten.

Italienische und britische Schätze

Ottmar Hirth zeigt uns seine einmalige

Sammlung italienischer und britischer

Triples und Twins. Dann lässt er die Triton

raus. Gänsehaut-Sound auf der Landstraße!

Tourentipp Oberpfalz

Vom Profi: zwei grandiose, kurvige Herbst-

Touren durch die Highlights der Region.

www.motorradonline.de LEBEN 93


SERIE

Michael Martins Motorrad-Abenteuer, Teil 5: Namibia

94 LEBEN

25/2015


WIND

SAND

STERNE

Von Michael Martin; Fotos: Michael Martin, Jörg Reuther

Diesmal scheucht

Michael Martin seine

GS durch Namibia und

die älteste Wüste der

Welt: die Namib. Nicht

nur ein riesiger Sandkasten,

sondern Lebensraum

voller Superlative

und ein Traum für neugierige

Motorradfahrer.

www.motorradonline.de LEBEN 95


Landung morgens um 6.00 Uhr in

Windhoek, Namibia. Endlich bin

ich zurück in Afrika, das mir nach

gut 70 Reisen durchaus vertraut ist.

Allein 18 Reisen führten mich bisher nach

Namibia. Sensationell: Bereits eine Stunde

nach der Landung ist mein Motorrad zur

Abholung bereit, es kam mit demselben

Flugzeug wie ich. Ein Carnet de Passage

des ADAC reduziert die Zollformalitäten

in Namibia auf wenige Minuten. Bald sitze

ich auf der BMW 1200 GS und gebe auf

der schnurgeraden Strecke Gas. Jörg begleitet

mich in einem angemieteten Toyota

Hilux, weil sein verletztes Knie noch nicht

beweglich genug zum Motorradfahren ist.

Wir besorgen in einem Supermarkt noch

Vorräte für ein paar Tage, tanken voll

und verlassen die namibische Hauptstadt

bereits am Vormittag. Unser erstes Ziel

sind die Dünen der Namib.

Auf der C 26 geht es nach Westen, der

Teerbelag endet bereits kurz hinter der

Stadtgrenze. Die Piste führt in 1600 Metern

Höhe über das einsame Hochland. Weidezäune

begrenzen riesige Farmen, auf denen

extensive Rinderhaltung betrieben wird.

Nach zwei Stunden zügiger Fahrt erreichen

wir den Gamsberg-Pass. In aufregend engen

Kurven schraubt sich die Piste hinunter und

stößt nach einer weiteren Fahrstunde auf

die C 14. Diese führt am Ostrand der Namib

entlang und gehört zu den landschaftlich

schönsten Strecken des ganzen Landes. Die

Sonne ist bereits gleißend hinter den weit

entfernten Dünen untergegangen, als wir

Solitaire erreichen. Der Ort besteht aus

einem einzigen Anwesen, eine Tankstelle

und ein Laden sichern die Versorgung in

einem Gebiet von der Größe Bayerns. Wir

schlafen auf dem kleinen Campingplatz

von Solitaire. Wie so oft verzichte ich auf

Als eines der letzten Länder der Erde

bietet Namibia freies Campen in unberührter

Natur. Die Pisten werden regelmäßig

gepflegt, viele können auch mit

Straßenmaschinen befahren werden.

Der Kontakt zur Landbevölkerung ist

geprägt von gegenseitigem Interesse

96 LEBEN

25/2015


www.motorradonline.de LEBEN 97


Namibia

mein Zelt und kann den überirdisch schönen

Sternenhimmel über mir aus dem Schlafsack

heraus genießen. Die Milchstraße

der südlichen Hemisphäre wirkt präsenter,

klarer und detailreicher als die von Europa

aus sichtbare. Das völlige Fehlen von Streulicht

und die klare Winterluft intensivieren

den Universums-Blick bis fast ins Unwirkliche.

Wir sind bereits wieder auf der Piste,

als die Sonne hinter den Naukluft-Bergen

aufgeht. Nach 80 Kilometern erreichen wir

den Sesriem-Canyon, das Eingangstor zum

berühmten Sossusvlei: eine Lehmsenke,

die von den höchsten Dünen der Welt umschlossen

ist. Wir ergattern einen der raren

Zeltplätze und machen uns auf nach Sossusvlei,

das von Sesriem gut 60 Kilometer

entfernt ist. Bis zum Parkplatz am Rande

des Naturwunders sind Motorräder erlaubt.

Die Lehmpfanne liegt am Ende des Flusses

Tsauchab, der aus den Naukluft-Bergen

kommt und manchmal so viel Wasser führt,

dass die Fluten das Sossusvlei erreichen.

Fand dieses Ereignis früher nur alle paar

Jahre oder gar Jahrzehnte statt, so konnte

man das grandiose Naturspektakel in den

letzten Jahren häufiger bestaunen. Wir finden

das Sossusvlei nach einstündiger Fahrt

trocken und stark versandet vor. Jörg und

ich wenden uns gleich dem Dead Vlei zu,

das südlich des Sossusvlei eine halbe Gehstunde

entfernt hinter einer Düne liegt. Das

Absenken des Grundwasserspiegels vor 600

Jahren führte dazu, dass die dort stehenden

Dornakazien seit Generationen von der

Wasserzufuhr abgeschnitten sind. Seitdem

wirken sie wie bizarre Wesen auf einem

anderen Planeten und sorgen für eines

der spektakulärsten Fotomotive der Namib.

Die Morgendämmerung lässt sich noch

nicht einmal erahnen, als wir Sesriem verlassen

und der Piste C 14 nach Norden in

Richtung Küste folgen. Im Westen steht die

Milchstraße wie eine leuchtende Nachtwolke

über den Dünen der Namib. Es erfordert

höchste Aufmerksamkeit, das schwere Motorrad

bei Dunkelheit in der Spur zu halten.

Nach einer Stunde ist die erste Pause fällig.

Ich schalte den Motor aus, es herrscht

völlige Stille. Dann ist nur der leise Morgengesang

der Vögel zu hören. Über dem

98 LEBEN

25/2015


Khomas-Hochland leuchtet der Wüstenhimmel

in den Farben des Regenbogens.

Eine Stimmung, die für mich auch nach

drei Jahrzehnten Reisen in der Wüste rein

gar nichts von ihrem Zauber verloren hat.

Die Piste folgt zunächst dem Lauf des

Kuiseb-Trockenflusses, an den die Dünen

der Namib heranreichen, und hält dann

später auf die Hafenstadt Walvis Bay zu.

Die Sonne steht nur noch knapp über

dem Horizont, als ich mit dem Motorrad

über den Strand zur Brandung rolle. Lag die

Temperatur am Mittag in Sossusvlei noch

bei 36 Grad, liegt sie hier mal eben ganze

20 Grad niedriger. Ursache ist der kalte, aus

der Antarktis kommende Benguela-Strom,

der für eine Meerwassertemperatur von nur

10 Grad sorgt. Dies hat eine stabile Inversionswetterlage

zur Folge, die Niederschlag

in Form von Regen unmöglich macht.

Es kommt allerdings an 300 Tagen des

Jahres zur Nebelbildung, der von angepassten

Pflanzen und Tieren als wichtige

Feuchtigkeitsquelle genutzt wird.

Auch der Mensch hat es geschafft,

sich in der Namib festzusetzen.1892 wurde

Swakopmund als wichtigster Hafen für

deutsche Ankömmlinge in der Kolonie

Deutsch-Südwestafrika gegründet und

erlangte mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie

Windhoek-Swakopmund im Jahre

1902 große Bedeutung für die Versorgung

der Kolonie. Die Hamburger Reederei

Woemann nahm bereits 1894 einen regelmäßigen

Frachtverkehr zwischen Deutschland

und dessen Kolonie auf. Das Stadtbild

Wie auf einem anderen Stern: Die Namib

als älteste Wüste der Welt überrascht

mit einer ungeheuren Vielfalt

an Landschaften, Tieren und Völkern.

Die Dornakazien im Dead Vlei stehen

im Schatten gigantischer Dünen und

sind seit dem Absinken des Grundwasserspiegels

ohne Wasser (rechts)

www.motorradonline.de LEBEN 99


Die Tankstelle von Solitaire ist beliebte

Raststelle auf dem Weg von der Namib

zur Atlantikküste. Hier gibt es Benzin,

Hamburger und den besten Apfelkuchen

des Landes. Die Menschen trotzen

der kargen Natur ein Leben ab – ohne

Tiere nicht zu schaffen. Himba-Frau (l.)

Namibia

von Swakopmund erzählt bis heute von

seiner deutschen Kolonialgeschichte und

passt so gar nicht zu den Townships, die

Swakopmund umgeben und in denen der

weitaus größte Teil der Bevölkerung lebt.

Nächstes Ziel ist die Skelettküste, die

sich nördlich von Swakopmund bis zur

angolanischen Grenze erstreckt. Jetzt

dominieren Geröllebenen und Kiesflächen,

die das Klischeebild von öder, langweiliger

Wüste perfekt bedienen. Dies ändert sich

auch nicht nach Passieren der Nationalpark-

Grenze. Am Cape Cross hatten wir vorher

noch die Robben besucht, die dort zu

Zehntausenden auf Felsen leben und vom

Fischreichtum des kalten Atlantiks profitie-

ren. Genau dieser Gegensatz von scheinbar

lebloser, öder Wüste und einem Ozean

voll quirligem Leben macht den rauhen

Reiz der Skelettküste aus.

Südlich von Torra Bay verlässt eine Piste

die Küste und führt nach Osten. 50 Kilometer

fahren wir durch Vollwüste. Passieren

kurz vor der abendlichen Schließung das

östliche Tor des Nationalparks in Springbokwater

und erklimmen einen kleinen Pass:

Vor uns liegt das Damaraland, der Norden

Namibias. Hier ist die Auswahl der Kaufläden

deutlich kleiner. Es kann auch vorkommen,

dass die Tankstellen kein Benzin

mehr haben. Dafür dringt Musik aus den

Dorfkneipen und die Orte sind nicht so

steril wie manches Mal im Süden Namibias.

100 LEBEN

25/2015


Unser Weg führt weiter direkt nach Norden.

Die Piste lässt, wie viele Pisten in Namibia,

eine Geschwindigkeit von über 100 km/h

zu. Einmal quert eine Giraffenherde die

Piste, mehrmals verschwinden Warzenschweine

im Gebüsch. Es ist deutlich

wärmer geworden, der Fahrtwind hat

meinen Mund völlig ausgetrocknet.

Nicht nur deshalb freue ich mich sehr

auf ein Bier vom Fass im Fort Sesfontein.

Das Fort wurde 1896 von der sogenannten

„Deutschen Schutztruppe“ erbaut und

dann hundert Jahre später von einem

deutschen Geschäftsmann vor dem Verfall

gerettet. Heute dient es als Hotel, doch die

Übernachtung dort ist uns schlicht zu teuer.

„Please fill up“, bitte ich die Tankfrau in

Sesfontein. Wir wollen ins Kaokoveld, das

keine Tankmöglichkeiten bietet. Ich kenne

die Strecke nach Purros und Orupembe von

mehreren vorangegangenen Reisen, und

so sind wir bereits nach zwei Stunden in

dem kleinen Dorf Purros. Wie hat sich der

Ort verändert! Im Jahr 2000 gab es nur drei

Hütten, beim letzten Besuch 2008 bereits

einen kleinen Laden. Jetzt wurde eine Lodge

gebaut, und Purros besteht schon aus

mehreren Dutzend Häusern. Verantwortlich

dafür ist die Prospektionstätigkeit koreanischer

und chinesischer Firmen, die nach

Rohstoffen im Kaokoveld suchen. Eine Rolle

spielt auch die große Zahl von Touristen, die

dem Mythos der Himba-Nomaden folgen,

die im Kaokoveld leben. Himba-Nomaden

sind in Purros aber kaum anzutreffen. Der

Ort wird von Herero bewohnt, welche die

gleiche Sprache wie die Himba sprechen,

ebenfalls Rinder züchten, aber sesshaft sind.

Die Piste ist nun winzig, aber gut zu

befahren und verläuft parallel zur Atlantikküste,

ohne diese jemals zu erreichen, weil

der Skelettküsten-Nationalpark in seinem

Nordteil für Reisende gesperrt ist. 40 Kilometer

vor Orupembe schlagen wir unser

Nachtlager auf. Die Wahl fällt angesichts des

flachen, leicht sandigen Untergrunds leicht.

Ich mache gerade die Gepäckrollen vom

Motorrad los, um Isomatte und Schlafsack

auszubreiten, als Jörg trocken meint: „Da

liegt eine Schlange.“ Es ist eine lebensgefährliche

Hornviper. Wir versuchen trotz der

hereinbrechenden Dunkelheit das Tier zu

fotografieren. „Ich schlafe hier nicht“, teile

ich Jörg mit. Wir fahren einen Kilometer

www.motorradonline.de LEBEN 101


Namibia

weiter und schlagen dort unser Lager auf.

Als ob es hier keine Schlangen gäbe! Zum

ersten Mal auf dieser Reise baue ich mein

feuerrotes Zelt auf und verzichte auf den

unvergleichlichen Blick in die Sterne.

Am nächsten Morgen erreichen wir

den Brunnen von Orupembe. In einem

winzigen Laden gibt es dank Gas-Kühlschranks

sogar kalte Coca-Cola. Die meisten

Kaokoveld-Reisenden fahren von hier aus

Richtung Osten nach Kaoko Otavi, denn die

Alternative nach Norden erfordert große

Benzinreserven und viel Wüstenerfahrung.

Wir steuern zunächst das berühmte Red

Drum an, ein altes Ölfass mitten im Nichts,

und nehmen dann die einsame, aber gar

nicht mal so schlechte Piste ins Hartmannstal.

Dieses verläuft zwischen Küste und dem

östlich gelegenen Hochland bis hinauf zum

Kunene-Fluss. Das Tal ist unbesiedelt, daher

sehen wir viele Oryxantilopen und Gazellen.

An eine Panne denke ich besser nicht, hier

gibt es keinerlei Verkehr, die Bergung eines

Fahrzeuges würde viel Geld kosten. Die Piste

bietet aber kaum Schwierigkeiten, warum

sollte die GS gerade hier den Dienst versagen?

Mittags haben wir den nördlichsten

Punkt unserer Reise erreicht – und der

könnte spektakulärer nicht sein. Der Blick

fällt weit runter auf den Kunene, der sich

als Grenzfluss zu Angola durch Schluchten

und Felsen bis zur Atlantikküste schlängelt.

Es wäre scheinbar leicht, über eine große,

an den Steilhang gewehte Düne hinunterzufahren

und ein Bad im Fluss zu nehmen.

Zum einen käme man aber kaum mehr die

steile Düne hoch. Zum anderen wimmelt

es im Kunene nur so von Krokodilen.

Angesichts solcher Perspektiven kehren

wir um und erreichen Windhoek, vollgepumpt

mit Erlebnissen, nach vier grandiosen Tagen

und sternreichen Nächten.

www.motorradonline.de/unterwegs

Eine Reise auf den Hauptpisten der

Namibwüste bietet kaum fahrtechnische

Herausforderungen. Einzig das nördlich

gelegene Kaokoveld erfordert Wüstenerfahrung

und besondere Vorbereitungen.

Unwetter und Sternenhimmel

werden in Namibia um ein Vielfaches

intensiver erlebt als in Europa

102 LEBEN

25/2015


infos

Namibia mit dem Motorrad? Das funktioniert

auch für weniger erfahrene

und abenteuerlustige Menschen. Zumal

hier auch qualitativ hochwertige

geführte Touren angeboten werden.

ALLGEMEINES: Der Name

des Landes leitet sich ab von der

Wüste Namib, die den Küstenraum

des Landes einnimmt. Er wurde bei

der Unabhängigkeit als neutrale

Bezeichnung gewählt, um keines der

einheimischen Völker zu benachteiligen.

Namibia wurde 1884 deutsches

Schutzgebiet und blieb bis zum Ende

des Ersten Weltkrieges deutsche

Kolonie. 1904 bis 1908 schlug die

Kolonialmacht den Aufstand der

Herero und der Nama gewaltsam

nieder. 1920 stellte der Völkerbund

Namibia unter südafrikanisches

Mandat, erst 1990 konnte sich

Namibia von Südafrika lossagen.

MOTORRADFAHREN:

Die Namib ist eine gute „Einsteiger-

Wüste“ und kann (mit Ausnahme

des Kaokovelds) dank guter Pisten

auch ohne große Geländeerfahrung

oder sogar mit Straßenmotorrädern

bewältigt werden. Das Tankstellenund

Werkstätten-Netz ist ausreichend

dicht, das Benzin mehrheitlich

sauber, die Infrastruktur wird

immer besser. Die beste Reisezeit ist

der Südwinter von Mai bis September:

Dann sind die Temperaturen angenehm,

der Himmel wolkenlos blau

und die Pisten schön trocken. Nur

nachts kann es kalt werden, daher

warmen Schlafsack einpacken. Wer

allerdings im europäischen Winter

nach Namibia reist, muss sich auf

feuchtschwüles Wetter, Gewitter und

mitunter schlammige Pisten einstellen.

Dank der stabilen parlamentarischen

Demokratie ist Namibia

zudem ein sicheres Reiseland.

WÄHRUNG: Der namibische

Dollar entspricht dem südafrikanischen

Rand und macht Namibia zu

einem für Europäer günstigen Land.

In größeren Städten gibt es genügend

Bankautomaten, an denen mit

den üblichen Kredit- und EC-Karten

mit Maestro-Funktion die Landeswährung

gezogen werden kann.

Reisedauer: zwei Wochen

Gefahrene Strecke: 2000 Kilometer

ÜBERNACHTEN: Im nördlichen

Landesteil kann entlang der

Route problemlos wild gezeltet

werden. Der Zeltplatz sollte aber

nicht von der Piste aus sichtbar sein.

Kommunale Campingplätze sind

eher unattraktiv, die privaten dafür

umso schöner. Für Nicht-Camper

findet sich vor allem im Süden ein

dichtes Netz an Gästefarmen und

Lodges, deren Standard von einfach

bis sehr luxuriös reichen kann.

GESUNDHEIT: Bei Einreise aus

Europa sind keine Impfungen vorgeschrieben.

Der übliche europäische

Impfschutz ist vor allem in den Wintermonaten

völlig ausreichend. Landesweit

existieren gut ausgestattete

Krankenhäuser. Malaria kommt nur

in den tropischen Gebieten Namibias

vor, beschränkt sich hier aber

auf den feuchtwarmen Südsommer.

DOKUMENTE: Als EU-Bürger

benötigt man bei der Einreise nach

Namibia kein Visum. Auch ein Impfpass

ist nicht obligatorisch. Allerdings

gelten strenge Quarantäne-

Vorschriften, was die Mitnahme

von Nahrungsmitteln oder Tieren

betrifft. Ein internationaler Führerschein

ist genauso zu empfehlen

wie eine private Auslands-Reiseversicherung

mit Rücktransport

im Notfall. Wer sein Motorrad mitbringt,

erleichtert die Einreiseformalitäten

mit einem Carnet de Passage,

das die Automobilclubs ausstellen.

TRANSPORT ÜBERSEE:

Der private Motorrad-Transport von

Deutschland nach Namibia lohnt

meist ab vier Wochen Aufenthalt.

Olaf Kleinknecht von der Spedition

InTime Hamburg hilft gerne weiter:

Telefon 0 40/50 75 10 13

Kunene

Hartmannberge

Rooidrom

Orupembe

O Z E

A T L A

A N

N T I S C

Skeleton Coast

H E R

Hoarusib

Torra Bay

m

a N

Ugabmund

White Hills

K a o k o v e l d

W

b i

ü s t e

ORGANISIERTE REISEN:

Das MOTORRAD action team bietet

2016/17 sechs Namibia-Touren an:

attraktive Preise und Leistungen,

Kooperation mit dem legendären

Gravel Travel-Team. Infos: www.

actionteam.de, Tel: 07 11/1 82 19 77

ANGOLA

Opuwo

Ovamboland

Purros

Etosha National Park

Sesfontein

Palmwag

Ugab

„PLANET WÜSTE“: Die Reise

war eine Etappe in Michael Martins

weltweit angelegtem Fotoprojekt

„Planet Wüste“, das aktuell im gesamten

deutschsprachigen Raum

als Live-Multivision, Buch und DVD-

Edition präsentiert wird. Buch und

DVD-Box sind erhältlich unter www.

michael-martin.de. Tickets/Termine

der 150 Auftritte umfassenden Live-

Tournee in den vorangegangenen

MOTORRAD-Ausgaben oder: www.

michael-martin.de/termine_tickets

WEITERE TERMINE:

29.11.2015: 81667 München

03.12.2015: 92224 Amberg

04.12.2015: 95615 Marktredwitz

05.12.2015: 85567 Grafing

06.12.2015: 81667 München

09.12.2015: 83714 Miesbach

10.12.2015: 82110 Germering

12.12.2015: 92637 Weiden

13.12.2015: 78050 Villingen-S.

Burnt Mountain

Brandberg

NAMIBIA

Erongoberg

Hereroland

Salt Road

Henties Bay

Spitzkoppe

Damaraland

Swakopmund

WINDHOEK

Kupferberg Pass

Walvis Bay

Pelican Point

Gamsberg

Isabis

Kuiseb Canyon

Gamsberg Pass

Namib

Naukluft Park

Solitaire

200 km

Meob Bay Canyon

Sossusvlei

Sesriem

Düne

Gehören zu Michael Martins

Projekt „Planet Wüste“: geniale

Multivision, DVD-Box und Bildband:

www.michael-martin.de

Khomas

Hochland

Atlantischer

Ozean

Waterberg

NAMIBIA

Windhoek

! Namibia

Waterberg

Plateau Park

DEM. REP.

KONGO

ANGOLA

BOTSWANA

SÜDAFRIKA

Kapstadt

Hauptstadt: Windhoek

Fläche: 824116 km 2

Unabhängig seit: 1990

Währung: Namibia-Dollar

Einwohnerzahl: ca. 2,3 Mio.

16.12.2015: 87719 Mindelheim

17.12.2015: 73491 Neuler

18.12.2015: 91781 Weißenburg

06.01.2016: 81667 München

07.01.2016: 87435 Kempten

08.01.2016: 21409 Embsen

09.01.2016: 66131 Saarbrücken

10.01.2016: 81667 München

13.01.2016: 97525 Schwebheim

14.01.2016: 76149 Karlsruhe

Karte: MAIRDUMONT/Claudia Werel

www.motorradonline.de LEBEN 103


Leben Einmalige Legenden-Sammlung

Zwei Welten unter einem

Dach: Italienische und

englische Kultbikes hat

Ottmar Hirth vereint. Am

Tresen gibt’s Benzin-Talk

und heißen Kaffee

104 LEBEN

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BELLA MACCHINA VS.

SOUND OF THUNDER

Ein bassiger, schmutziger Sound nähert

sich der Doppelkurve. Solches

Donnern kann unmöglich aus den

Endtöpfen eines Japan-Bikes stammen:

zu krass und viel zu laut. Klingt wie

Bergrennen in der guten, alten Zeit. Diese

vibrierende Soundkulisse urbritischer Rennmotoren

behalten Zeitgenossen unlöschbar

im Langzeitgedächtnis. Und jetzt taucht

sie hier auf, im Altweibersommer 2015 zwischen

Deich und Weideland in Nordfriesland:

Die Rennmaschine schießt in Schräglage

vorbei, metallisch blitzt der mächtige

Tank in der Sonne auf. Am Stummellenker

duckt sich Ottmar Hirth, Orthopädiemeister,

Sammler und Triton-Konstrukteur.

Dieses Einzelstück, das der 56-Jährige

gerade auf den Seitenständer kippen lässt,

kann man nicht kaufen. Und um eine

Motorradmarke handelt es sich schon gar

nicht. „Ein getunter Triumph-Dreizylinder

in einem Norton-Rahmen – daher die

Namenskombination Tri-Ton“, erklärt der

Mann hinter der Rennbrille das Rezept für

ein schnelles Britain-Bike mit High-Speed-

Fahrwerk. Hardware von der Insel gehörte

vor gut einem halben Jahrhundert zum

Besten, was gestandene Renntitanen um

die Rundkurse scheuchen konnten: „Dick

Mann, Gene Romero, Mike Hailwood –

das waren meine Helden damals, und ihre

Siege holten sie meist auf Norton Manx,

Triumph oder BSA.“ Der junge Ottmar Hirth

atmete dieses Virus an der Bergrennstrecke

Schauinsland in Freiburg ein: „Es war der

Wahnsinns-Klang der Zwei- und Dreizylindermotoren,

der mich faszinierte. Ich wollte

unbedingt selbst eine Maschine haben.“

Bei einem Exemplar mit dem Donner-

Sound sollte es nicht bleiben: Es begann

1977 mit einer betagten BSA Lightning

für 1500 Mark. Später kamen die anderen

Legenden hinzu: Norton Commando,

Triumph Thunderbird, Norton Dominator.

„Dann habe ich die Italiener für mich entdeckt.

Immerhin gewann Mike Hailwood

1978 auf einer Ducati 900 seine legendäre

Tourist Trophy auf der Isle of Man.“ Irgendwie

stimmt es: Die Engländer und Italiener

teilen eine Art motorisierte Seelenverwandt-

T

TWINS

R

&

E

I P L

S

Ausgerechnet an der

deutsch-dänischen Grenze

betören Schönheiten aus

Italia und Great Britain

die Besucher. In seinem

Motorradmuseum Twins &

Triples vereint Ottmar

Hirth die schnellsten

Bikes aus den Sechzigern

und Siebzigern. Mit dem

Triton-Eigenbau geht’s

auf die Rennstrecke.

Text und Fotos von Joachim Welding

schaft. Denn ihre Donnervögel betörten

Piloten mit Zwei- oder Dreizylindermotoren,

die den unwiderstehlichen Sound der

Urgewalt hervorbrachten. Sie waren cooler

und schneller als BMWs oder die veralteten

NSU oder DKW. Bella Macchina – schon ihre

Namen zergingen auf der Zunge und weckten

Vorfreude auf das rasante Lebensgefühl

à la Italia: Benelli Tornado, Moto Guzzi Le

Mans, Ducati 900 Supersport.

Klar, dass Hirth sie alle haben musste.

Selbst die hartnäckigsten Schwächen

konnten die Liebe seines Besitzers kaum

trüben: „Die Italiener und vor allem die

Engländer waren ja berühmt für ihre

Zicken: Sie blieben regelmäßig mit diversen

Defekten an Elektrik und Mechanik unterwegs

liegen. Auf meinen Reisen durch halb

Europa stand ich oft am Straßenrand, aber

viele Biker hielten an und halfen“, erzählt

Hirth, der das Positive in den britischen

Mängeln erkannte: „Ich habe den Maschinen

ihre Schwächen nach und nach mit

besserer Technik ausgetrieben.“

Das Ergebnis dieser hemmungslosen

britisch-italienischen Leidenschaft steht

auf Hirths Grundstück in Stedesand, einige

Kilometer vom Nordsee-Deich entfernt. In

einem dänischen Holzbungalow hat er ein

clubartiges Privatmuseum geschaffen, wo

beide Welten ihre eigenen Bereiche haben:

Links prangt der Unionjack an der Decke,

rechts die italienische Trikolore. Insgesamt

drei Dutzend Motorräder parken darunter,

es sind die schönsten und schnellsten

Twins und Triples beider Länder. „Na gut,

ich gebe es zu: Kürzlich kam eine Benelli

750 Sei dazu. Ich wollte den seidenweichen

Lauf ihres Sechszylinders spüren.

Eigentlich sind es ja zwei gekoppelte

Dreizylinder“, meint

Hirth schmunzelnd.

Schade, dass der Leser

den Rennsound der

Triton nicht hören

kann. Hier legt sich

der Konstrukteur

selbst in die Kurve

www.motorradonline.de

LEBEN 105


Bella Italia hat auf der rechten Seite im Museum

ihren Platz und die Benelli Sei ist ja eigentlich

ein Doppel-Triple (oben). Die Spiegelung im

blank polierten Tank verweist auf die britische

Abteilung der Sammlung (links). Fein

restauriert präsentieren sich auch Exoten wie

die Royal Enfield aus englischer Fertigung

(rechts). Dass es Sammler Ottmar Hirth um

schnelle Bikes geht, beweist die Zielflagge

(links unten). Alle Maschinen hat der Tüftler

umgebaut und perfektioniert, so auch eine

Norton Commando (unten). BSA-Augenweide

im Spiegelbild der Technik (rechts unten)

106 LEBEN

25/2015


Legenden-Sammlung

Oldtimerfreunde, die auf die reine Lehre

setzen, werden im blauen Bungalow allerdings

nicht glücklich. „Ich habe fast alle

Maschinen nach meinen Vorstellungen

umgebaut und verbessert. Kaum ein Bike

ist noch original“, sagt Hirth. Vor allem

die anfällige Elektrik und die Verkabelung

hat er ersetzt. „Während bei den Engländern

früher häufig die Batterien schlappmachten,

verwende ich heute ausschließlich

Hochleistungsteile aus Elektro-Rollstühlen,

die unverwüstlich sind“, berichtet der Orthopädiemeister,

der sich das Tuning weitgehend

selbst beigebracht hat.

Die Le Mans I aus dem Hause Guzzi etwa:

Den Zweizylinder-V-Motor auf 950 Kubik

aufgebohrt, dazu ein Alu-Renntank, eine

knackige Rennverkleidung sowie Imola-

Sitzbank, eine elektronische Zündung und

das Ganze italienisch grün-weiß-rot lackiert.

Oder die schwarze Norton Commando, die

mit hochgelegter Auspuffanlage, Stummellenker

und leistungsgesteigertem Twin ihren

Piloten zuverlässig über Norddeutschlands

Straßen trägt. Auch seltene Exemplare parken

hier, wie eine Royal Enfield aus britischer Fertigung

und eine rennmäßig aufgebaute Rickman

Métisse, die weltweit Kultstatus genießt.

Zu den schönsten Stücken der Sammlung

gehören zweifellos eine gelbe Ducati

750 Supersport und die legendäre 900er mit

Königswellen-V2 in seriennaher Ausführung.

Eine Rennflagge an der Sitzbank verrät den

Einsatzweck einer getunten Benelli 500 –

mit der ging Hirth regelmäßig bei Classic-

Rallyes an den Start. Wenn der Gastgeber

den Besuchern am Tresen neben dem gusseisernen

Bollerofen Kaffee und Schokoriegel

anbietet, werden sie alle wieder wach – die

großen und kleinen Legenden rund um

die donnernden Feuerstühle aus der Ära der

luftgekühlten Motoren und Duplex-Trommelbremsen.

Entspannter als in diesem

italienisch-britischen Ambiente sind Benzingespräche

kaum denkbar. Und mitunter

gibt Hirth Kostproben davon, wie so ein

Sound of Thunder klingen muss.

T

TWINS

R

&

I P L

S

E

Thunder-Sound: Ottmar Hirth (56) hat seine

Triton-Eigenbauten startklar gemacht

Die Elektrik der Oldies aus Britain und

Italia verlangt nach kundigen Händen

Das tiefe Bellen aus der schwarzen Dreiin-Eins-Auspuffanlage

stammt aus einem

Eigenbau, auf den der Tüftler besonders

stolz ist: Sein Triton-Triple sieht tatsächlich

aus wie ein waschechter Renner aus den

späten Sechzigern: In zweijähriger Arbeit

hat Hirth dem Triumph-Dreizylinder einer

T 150 Trident eine ordentliche Leistungssteigerung

verpasst: schärfere Nockenwellen,

größere Ventile, Kurbelwelle feingewuchtet,

Ölkühler montiert. „Das reicht für

echte 75 PS.“ Ein silberner Norton-Whiteline-

Federbettrahmen, durch den das Motoröl

fließt, schmiegt sich um das Rennaggregat.

Marzocchi-Gabel und Doppel-Duplex-Bremse

komplettieren den unverkleideten Racer.

Der langstreckentaugliche 24-Liter-

Alutank macht’s möglich, dass der Wahl-

Nordfriese sein Rennfahrerherz ausleben

kann: „Bei Classic-Rennen in Rijeka, Spa

oder auf dem Schleizer Dreieck fahre ich

mit der Triton meist im Mittelfeld, einmal

hat es zu Platz drei gereicht“, sagt Hirth

lächelnd. Die amtliche Tempo-Erfassung

gibt dem Hobbytuner recht: 2002 donnerte

sein Silberling mit 227 km/h über die Start-

Ziel-Gerade. Ein ganz ähnliches Frühwerk

rollt der Sammler an diesem Spätsommertag

aus der Halle: eine zweite bildschöne

Triton, diesmal mit einem Triumph-Zweizylinder

im unerschütterlichen Norton-

Rahmen. In Racing-Silber, versteht sich.

Das Feeling der frühen Jahre können

Interessierte ab Sommer 2016 auskosten:

Im südfranzösischen Cognac bei Bordeaux,

dem zweiten Wohnsitz der Familie, will Ottmar

Hirth Classic-Touren durchs Hügelland

anbieten. „Acht Maschinen habe ich schon

runtergebracht, darunter BSA, Benelli, Norton,

Moto Guzzi und Triumph.“ Wer einen

Eigenbau selbst einmal testen will, hat dort

die Gelegenheit: Auch eine Triton befindet

sich unter den Preziosen mit englischen

Genen. Gentlemen: Start your engines!

Info und Kontakt: www.twinsandtriples.de

Museumsbesuch nach Absprache

Seit 2002 im Alltags- und

Renneinsatz: Der brillante

Triton-Eigenbau mit

getuntem Triumph-Triple

im Norton-Fahrwerk

www.motorradonline.de LEBEN 107


TOURENTIPP

OBERKLASSE

Der Schwarzwald hat mehr Kurven, die Sächsische Schweiz mehr Felsen.

Aber wenn es um eine herbstliche Entdeckerfahrt in eine wenig bekannte

Region Ostbayerns mit Abstechern nach Tschechien geht, dann ist die

Oberpfalz Oberklasse. Text und Fotos von Gerhard Eisenschink

Hof

Bayreuth

Tour 1

Nürnberg

Weiden

i.d. Oberpfalz

Tour 2

Pleystein

TSCHECHIEN

Tour 1: Fichtelgebirge–Tschechien Nürnberg

Regensburg

DEUTSCHLAND

Regensburg

München

ÖSTERREICH

Tour 2: Oberpfalz–Regensburg

108 LEBEN

25/2015


TOURENTIPP

www.motorradonline.de

LEBEN 109


Tour 1: Fichtelgebirge–Tschechien

Fichtelgebirge, ein Stückchen Frankenwald

und ein Abstecher in den

noblen Kurort Marienbad in Tschechien

sind Teil dieser abwechslungsreichen

Tour, die streckenweise entlang

des ehemaligen Eisernen Vorhanges verläuft.

Vom Basisquartier in Weiden durch das

Stadttor und danach rechts über Schlörplatz/

Friedrich-Ebert-Straße nach Osten bis zur

Auffahrt auf die B 22. Der Richtung Bayreuth

22 km weit folgen und am Abzweig Erbendorf

abfahren. Durch den Ort der Ausweisung

Marktredwitz/Neusorg/Brand folgen.

Ein idyllisches Sträßchen schlängelt sich

durch das Tal der Fichtelnaab. Über Neusorg

und Ebnath erreicht man Brand.

Dort der Ausweisung nach Fichtelberg

folgen. In Fichtelberg links Richtung Warmensteinach,

aber schon nach 1 km rechts

nach Bischofsgrün. In flotter Fahrt geht

es durch den Wald zu Füßen des 1023 Meter

hohen Ochsenkopfs. An der B 303, der

Fichtelgebirgsstraße, links nach Bad Berneck

in eleganten Schlenkern entlang des

Weißen Mains. In Bad Berneck Richtung

Münchberg/Hof nach Gefrees (fahrtechnisch

aufregend). In Gefrees die B 2 Richtung

Hof bis Münchberg nehmen, hier den

Schildern nach Helmbrechts folgen. Von

Helmbrechts Richtung Naila, dann bis

Schauenstein und weiter nach Selbitz.

Vor Naila der Ausweisung Bad Steeben/

Marxgrün durch den Ort folgen, und in

Marxgrün rechts Richtung Frankenwaldhochstraße/Lichtenberg.

Nun hat man vom

Fichtelgebirge in den Frankenwald gewechselt.

In Lichtenberg rechts nach Blankenstein.

Man befindet sich jetzt im Saaletal

nahe der alten Zonengrenze und folgt der

Ausweisung nach Hof über Schnarchenreuth

und Joditz. In Hof Richtung Selb/

Rehau auf die B 15 bis zur Abfahrt Oberkotzau/Döhlau.

Durch Oberkotzau und über

Schwarzenbach nach Kirchenlamitz

und dort weiter Richtung Marktleuthen/Selb.

In der Porzellanstadt Selb zweimal der

Ausweisung Schirnding folgen. Es kommt

ein Sträßchen in eine abgelegene Welt am

ehemaligen Eisernen Vorhang. Durch das

landschaftlich schöne Egertal erreicht man

Schirnding und fährt gerade Richtung

Waldsassen über Münchenreuth.

In Waldsassen den Schildern Neualben-

Das gemütliche Weiden punktet mit Mittelalter-Zentrum

und ist idealer Touren-Ausgangspunkt

(rechts). Weite Landschaft im

Fichtelgebirge, die berühmten Oblaten in

Marienbad, Kloster Waldsassen (v. o. n. u.)

110 LEBEN

25/2015


euth/Sibyllenbad folgen. Teilweise ruppiges

Sträßchen nach Neualbenreuth. Dort

der Ausweisung Mähring folgen (ehemalige

kleine Grenzstraße). In Mähring ist schon

Marienbad/Mariánské Láznĕ angeschrieben

– es geht nach Tschechien.

Auf einsamer Waldstraße über Chodová

Planá erreicht man den berühmten Kurort.

Aus Mariánské Láznĕ heraus wird man kaum

den alten Weg zurückfinden, daher vereinfacht

Richtung Cheb bis zur Schnellstraße 21.

Hier Richtung Plana, zurück nach Chodová

Planá. Dort zum Grenzübergang Mähring

und über Zadni Chodov und Broumov.

Nach der Grenze erst 5 km in Richtung

Tirschenreuth, dann links über Griesbach

nach Bärnau. Dort über Plößberg nach

Neustadt finden. Von hier ist Weiden

nicht mehr weit.

TOURENTIPP

TOURENTIPP

WEIDEN

Erbendorf

Neusorg

Fichtelberg

Bischofsgrün

Bad Berneck

Gefrees

Münchberg

Helmbrechts

Naila

Lichtenberg

Blankenstein

Schnarchenreuth

Hof

Oberkotzau

Schwarzenbach

Kirchenlamitz

Selb

Schirnding

Münchenreuth

Waldsassen

Mähring

Bärnau

Plößberg

Neustadt

WEIDEN

Lichtenberg

Saalenstein

Frankenwald

HOF

Selbitz

Schwarzenbach

Helmbrechts

Münchberg

Marktleuthen

Gr. Kornberg

Selb

Gefrees

TSCHECHIEN

Schneeberg

Hohenberg a.d.E.

Bad

Berneck i.F.

F i c h

Waldsassen

Ochsenkopf Fichtelberg

Marienbad

Neualben-

Dyleň

Neusorg

BAYREUTH

reuth

Mähring

Tal der Fichtelnaab

Erbendorf

Plößberg

Chodová Planá

t e l g e b i r g e

F i c h t e l g e b i

r g e

Kirchendemenreuth

Parkstein

DEUTSCHLAND

20 km

Neustadt a.d.W.

Wald

Oberpfälzer

Weiden

i.d. Oberpfalz

Bärnau

Streckenlänge: 332 Kilometer; Tagestour

BASISQUARTIER Weiden liegt zentral in der Oberpfalz und

ist gut zu erreichen über die A 6 und A 93 von Nürnberg bzw. die

A 9 von Leipzig oder München. Der historische Ortskern punktet

mit hübschem Marktplatz und entspannter Atmosphäre.

ÜBERNACHTEN Idealer Ausgangspunkt: Klassik-Hotel am Tor.

Die Chefs fahren Motorrad. Es gibt Tourentipps und sicheren

Unterstand für zehn Bikes, Schrauberecke, Sauna- und Wohlfühlbereich

(Klassik-Hotel am Tor, Schlörplatz 1a, 92637 Weiden,

Telefon 09 61/4 74 70, www.klassikhotel.de).

LESESTOFF Reiseführer „Niederbayern/Oberpfalz“ von Christine

Rettenmeier, Polyglott on tour, nur gebraucht, ca. 20 Euro.

Das Tourgebiet auf einem Blatt bietet die exakte Falk Regiokarte

13 „Bayreuth, Regensburg, Bayer. Wald“, 1:150 000, 8,99 Euro.

PAUSENTIPP Parkplatz Fichtelsee: Zu Fuß zur Seeterasse am

Fichtelsee und einen herrlichen Blick auf See, Wälder und Berge

(www.am-fichtelsee.de) genießen. Automobilmuseum Fichtelberg:

interessante (auch zweirädrige) Exponate, außerdem

Restaurant Café Biergarten Museo, Telefon 0 92 72/60 66

(www.restaurant-museo.de und www.amf-museum.de).

BIKERTREFF Alte Tankstelle (Ludwig-Zapf-Str. 10, Telefon

0 92 51/14 95, www.alte-tankstelle.net) in Münchberg: kultiges

Steh-Café mit Biergarten und Mini-Shop. Race Cafe 111 (Hofer

Str. 111, Selb, Telefon 0 92 87/9 56 48 27, www.facebook.com/

RaceCafe111): kleine kultige Bude, die Motorradfahrer anlockt.

SEHENSWERT Parkstein bei Weiden: weithin sichtbarer

Basaltkegel (www.vfmg-weiden.de/parkst.html). Waldsassen:

Zisterzienser-Kloster mit weltberühmter Stiftsbibliothek (www.

abtei-waldsassen.de). Porzellanstadt Selb: verschiedene Porzellan-Museen

(Werner-Schürer-Platz 1, 95100 Selb, Telefon

0 92 87/91 80 00, www.porzellanikon.org) und größte Kaffeekanne

der Welt. Fichtelsee: www.fichtelberg.de. Besucherbergwerk

Gleissinger Fels in Fichtelberg: einziges öffentliches Silbereisenbergwerk

der Welt (www.besucherbergwerk-fichtelberg.de).

Motorradmuseum Draisendorf: ca. 150 Motorräder von 1906

bis 1960er-Jahre (Telefon 0 92 83/14 19). Freilichtmuseum

Mödlareuth: Einblicke in deutsch-deutsche Grenze (www.

moedlareuth.de). KZ-Gedenkstätte Flossenbürg: www.

gedenkstaette-flossenbuerg.de. Mariánské Láznĕ/Marienbad:

Kult-Bäderort mit Flair. Weitere Infos: www.tz-fichtelgebirge.de)

www.frankenwald-tourismus.de

Karte: MAIRDUMONT/Claudia Werel

www.motorradonline.de

LEBEN 111


Tour 2: Oberpfalz-Tour Regensburg

Wir fahren durch das Herz der

Oberpfalz mit einem Schlenker

über Tschechien nach

Regensburg. In Weiden vom

Hotel durch das Stadttor und danach rechts

über Schlörplatz/Friedrich-Ebert-Straße nach

Osten immer geradeaus in Richtung Vohenstrauß.

Vor Vohenstrauß im Kreisel links

Richtung Waidhaus/Vohenstrauß. Vohenstrauß

rechts liegen lassen und anschließend

immer wieder Richtung Pleystein halten.

In dem hoch gelegenen Ort biegt man vor

dem schönen Marktplatz rechts ab Richtung

Moosbach. Hier Richtung Eslarn und

tschechische Grenze, wo die Gegend immer

einsamer wird. In Eslarn gerade durch den

Ort und links nach Tillyschanz. Sofort nach

der Grenze wird die Straße kurviger und

führt nach Horšovský Týn (SS 197). Im

Ort auf Höhe des pittoresken Renaissance-

Schlosses rechts auf die 193 nach Domažlice,

einem Ort mit mittelalterlicher Altstadt. Hier

am Busbahnhof rechts Richtung Folmava.

Halbrechts durchs Zentrum Richtung

„Folmava/Plzen“ und am KV am Stadtrand

gerade auf der 22 Richtung „Plzen/Dračenov“.

In Dračenov auf der 189 Richtung Waldmünchen.

Die Straße schlängelt sich durch

die einsamen Wälder des Grenzgebirges

über Klenčí nach Deutschland. In Waldmünchen

am Kreisel rechts über Schönthal

nach Rötz. Durch Rötz hindurch und

erst der Ausweisung Neunburg folgen bis

zum Eixendorfer See. Auf Höhe des

fjordartigen Sees rechts Richtung Kröblitz.

Der kleine Umweg lohnt wegen der Kurverei

im romantischen Schwarzachtal. Durch

Kröblitz nach Neunburg und dort Richtung

Roding/Neukirchen-Balbini. Hier

Richtung „Bruck/Oberpf.“. In Serpentinen runter

in die Bodenwöhrer Bucht. Am T an der

B 85 rechts Richtung Bruck/Amberg, doch

nach 1 km schon links nach Walderbach.

Auf Höhe Edeka rechts ab nach Zell. Hier

weiter nach Roßbach/Wald. Dort links

nach Donaustauf, das über Süssenbach

und Altenthann durch das malerische

Otterbachtal erreicht wird. Dann Richtung

Regensburg. Hier Ausweisung Nürnberg/

Zentrum/A 93 folgen. Hinter Regensburg

vor Etterzhausen und der Naabbrücke

bei Tankstelle rechts ab Richtung Amberg.

112 LEBEN

25/2015


Abgelegene Straße nahe dem Trausnitz-Stausee

(großes Bild links). Kalmünz mit Naab-

Brücke, schiefem Kirchturm und dem Haus

im Fels (oben und unten). Der Regensburger

Dom St. Peter (Mitte) steht in toller Altstadt

Kallmünz ist lohnender Stopp. Weiter

Richtung Amberg kurvig durch das Vilstal

bis Schmidtmühlen. 700 Meter nach

Ortsende rechts Richtung Klardorf über

Bubach, Richtung Schwandorf. Im winzigen

Auhof vor der Brücke links über Naabeck

nach Naabsiegenhofen. Dort kurz nach

dem Ort rechts nach Schwarzenfeld und

weiter nach Nabburg. Hier gleich nach

der Brücke links nach Pfreimd und im Ort

nach der Brücke rechts nach Trausnitz.

Dort rechts über die Brücke und gleich links

mit Ausweisung Tännesberg. Am Stausee

Trausnitz entlang des Kraftwerks in den Ort

Reisach. Hier links in Richtung Tanzmühle

bis Weinrieth. Nach Kapelle links bis Tanzmühle,

am T rechts „B 22“. Auf dieser nach

Weiden.

TOURENTIPP

TOURENTIPP

WEIDEN

Vohenstrauß

Pleystein

Moosbach

Eslarn

Grenzübergang

Tilyschanz

Horšovský Týn

Domažlice

Klenčí

Waldmünchen

Schönthal

Rötz

Eixendorfer See

Schwarzachtal

Neunburg

Neukirchen-

Balbini

Walderbach

Zell

Roßbach/Wald

Donaustauf

Regensburg

Etterzhausen

Kallmünz

Schmidtmühlen

Schwarzenfeld

Nabburg

Pfreimd

Stausee

Trausnitz

WEIDEN

Parkstein

Pleystein

Weiden

TSCHECHIEN

i.d. Oberpfalz

Vohenstrauß

Eslarn

Svržno

Pfreimd

Trausnitz

Horšovský Týnn

Draženov

Nabburg

Rötz

Höll

Domažlice

Schwarzenfeld

Čerchov

Neuburg v.W.

Waldmünchen

Eixendorfer See

Schmidmühlen

Bruck i.d.O.

Neukirchen-

Balbini

Schwärzenberg

Rohrbach

Walderbach

Kallmünz

Roßbach DEUTSCHLAND

Zell

20 km

Pielenhofen

Etterzhausen

Walhalla

REGENSBURG

Donaustauf

Wald

Oberpfälzer

Streckenlänge: 335 Kilometer; Tagestour

REGION Während man bei Tour 1 die nördliche Oberpfalz und

das Fichtelgebirge in Oberfranken erkundet hat, führt Tour 2

durch das Herz der Oberpfalz zur Hauptstadt des Regierungsbezirks,

Regensburg. Das Fichtelgebirge ist über 1000 Meter

hoch und stark bewaldet, das Oberpfälzer Kernland ist niedriger

und besticht mit offenerer, sanfter Hügellandschaft.

Richtung Tschechien führt Tour 2 dann noch durch den wieder

höheren Oberpfälzer Wald und bietet damit viel Abwechslung.

PAUSENTIPP Felsen-Cafés von Kallmünz: Münter-Stuben

(www.muenter-stuben.de) und Blaue Lilie (www.blaue-lilie.de).

Gemütlicher Biergarten an der Strecke: Brauereigasthof Plank

(www.brauereigasthof-plank.de). Am Ende des Otterbachtales

gelegen und mit Biergarten am rauschenden Bach genau richtig

für eine Pause: Landgasthof Hammermühle in Donaustauf/Sulzbach

bei Regensburg (www.hammermuehle-donaustauf.de).

SEHENSWERT Horšovský Týn: sehenswerter Marktplatz mit

stattlichen Bürgerhäusern, der auf einer Seite vom imposanten

Renaissance-Schloss begrenzt ist. Schöner Schlosspark mit Statuen

und Pavillons. Domažlice: Mittelalter-Flair, prunkvoller

Marktplatz mit Arkadengängen, farbenfrohe Bürgerhäuser aus

verschiedenen Epochen. Hier im Herz des Chodenlandes gibt es

Mitte August ein großes Folklorefest als Spiegel dieses slawischen

Volksstammes. Akropolis reloaded? Tatsächlich ließ die

Walhalla bei Donaustauf der vom griechischen Altertum begeisterte

König Ludwig I nach dem großen Vorbild erbauen (www.

wikipedia.org). Regensburg: Welterbe-Stadt mit extrem vielen

Sehenswürdigkeiten. Wer wenig Zeit hat, lässt das Motorrad

nördlich der Donau an der Route stehen und begibt sich zu Fuß

über die Steinerne Brücke, um so einen Teil der mittelalterlichen

Gassen zu erkunden (www.regensburg.de).

LESESTOFF DuMont direkt Reiseführer „Regensburg“ von

Daniela Schetar für 9,99 Euro. Reiseführer „Die Oberpfalz: Reisen

und Wandern – Kunst und Kultur“ von Gernot Messarius, Pustet-

Verlag, 19,95 Euro. Marco Polo-Straßenkarte „Fränkische Alb –

Oberpfalz, Blatt 25, Maßstab 1:100 000, 7,99 Euro. Routenplaner:

www.viamichelin.de. Rother Wanderführer „Oberpfälzer Wald –

Böhmerwald“, 14,90 Euro.

ÜBERNACHTEN Klassik-Hotel am Tor. Die Chefs fahren Motorrad.

Es gibt Tourentipps und sicheren Unterstand für zehn Bikes,

Schrauberecke, Sauna- und Wohlfühlbereich (Klassik-Hotel

am Tor, Schlörplatz 1a, 92637 Weiden, Telefon 09 61/4 74 70,

www.klassikhotel.de). Infos: www.ostbayern-tourismus.de

Karte: MAIRDUMONT/Claudia Werel

www.motorradonline.de

LEBEN 113


R A T G E B E R

Kaufen, Recht, Wissen

Ausprobiert: Individuelles Felo-Werkzeugset

HAT ECHT WAS AUF

DEM KASTEN

Top-Werkzeug in einer ganz persönlichen

Box. Und das zum fairen Preis. Gibt’s nicht?

Gibt’s doch. Sogar „made in Germany“.

Der hessische Werkzeughersteller Felo, in erster Linie bekannt

durch seine Schraubendreher und damit Testsieger

in MOTORRAD 19/2015, bietet zum Einführungspreis von

59,95 statt 79,95 Euro ein Viertelzoll-Werkzeugset, dessen Kunststoffbox

sich ganz einfach individualisieren lässt: Einfach im Internet

auf www.deinetoolbox.de gehen, Wunschbild (gern auch das eigene Motorrad oder

das Porträt der Liebsten) hochladen, eine von sieben Box-Farben wählen – und schon

kommt nach kurzer Zeit das ganz persönliche Werkzeugset nach Hause. Über die

Qualität der Nüsse, Bits und der feinverzahnten Ratsche gibt’s keine zwei Meinungen:

hervorragend. Auch die Box ist grundsolide und der Fotodruck hochwertig.

Fotos: Felo

Urteil: sehr gut

KOMBI-ANGEBOT

Die Macher von Schwabenleder (www.

schwabenleder.de, Tel. 0 71 81/96 70 10)

feiern mal wieder eine Premiere: „Missouri“,

ein komplett neu entwickelter Damen-

Zweiteiler. Die Rindlederhaut bietet eher

sportlich orientierten Frauen neben der

bewährten Sitzt-aber-ganz-schön-knackig-

Passform – an der auch der komplett

neue Schnitt prinzipiell nichts ändert – und

einer kompletten sowie großflächigen

Protektoren-Bestückung (u. a. Rippen- und

Genickschutz) auch jede Menge bislang

unbekannter Ausstattungsdetails. So gibt’s

zum Beispiel an den Ellbogen und auch im

Knie-/Schienbeinbereich keine außen

liegenden Belastungsnähte mehr. Der

Bereich um die Protektoren bleibt also

im Sturz- und Scheuerfall immer geschlossen.

Farb- und designmäßig

ist wie immer fast alles machbar.

Ab 1629 Euro ist Frau dabei.

Foto: mps-Fotostudio

Crash! Boom!

Bang!

Das Vergleichsportal CHECK24 beglückt die Öffentlichkeit

in schöner Regelmäßigkeit mit netten Statistiken,

die aus den Angaben der vergleichswütigen Kundschaft

gewonnen werden. Jüngstes Werk: ein Best-of der deutschen

Unfallhochburgen, das feinsten Stoff für ausgedehnte

Stammtischdiskussionen liefert. Bitte schön: In Hamburg und

Berlin gibt es die meisten Unfallfahrer, mit Abstand zu den

beiden Stadtstaaten folgen Nordrhein-Westfalen, Schleswig-

Holstein und Hessen. Im Vergleich eher selten kracht es in Thüringen

und Sachsen-Anhalt, es folgt Mecklenburg-Vorpommern

als Schlusslicht (und damit eigentlicher Sieger) besagter

Statistik. Im direkten Ost-West-Vergleich liegen die alten Bundesländer

vorn – oder eben hinten, denn der Wessi verunfallt

rund vier Prozent häufiger. Statistik-Highlight: der Frauen/

Männer-Vergleich. Frauen melden rund neun Prozent häufiger

Kfz-Haftpflichtschäden. Wir haben es immer geahnt …

Foto: Archiv

114 RATGEBER

25/2015


Na los: Geben Sie

dem Druck nach!

In der Garage wird es langsam kalt. Also ab aufs Sofa, Punsch

und Spekulatius in Reichweite – es ist Lesezeit. Unsere Büchertipps

reichen auch mal über den Motorrad-Tellerrand.

Fotos: mps-Fotostudio

▲ CARTOONAGE

Gibt es ein Buch(-Geschenk), das garantiert

jeden Motorradfahrer begeistert? Jawoll,

dieser handliche 96-Seiter ist es, denn Biker!

von Holger Aue vereint die besten Cartoons

des norddeutschen Zeichengenies. Das

gab’ bisher noch nie, denn im Unterschied

zu Aues Bildergeschichten (vulgo „Comics“)

fand das Best-of der perfekt auf den Punkt

gebrachten Einseiter bislang noch nie in

Buchform zueinander. Da Holger Aue bereits

seit 1994 mit MOTOmania in MOTORRAD

vertreten ist und sich selbst der härteste

Aue-Fan nicht mehr an alles erinnern wird,

überrascht das exakt 17,7 x 19,6 cm messende

Büchlein immer wieder mit Den-kannteich-noch-gar-nicht-Cartoons.

Wetten, dass

das Werk unter so manchem Scanner (natürlich

nur für private Zwecke!) landen wird?!

Lappan Verlag, 9,95 Euro.

▼ GERMANY

Um es im Tankrucksack mitzuführen,

ist es zu sperrig.

Für die detaillierte Planung

einer Tour sind die Infos

etwas zu mager. Doch als

Appetitanreger für die

kommende Saison macht

der Touren-Bildband Die

schönsten Motorradtouren

in Deutschland einen hervorragenden

Job. Auf 168 Seiten stellen vier gestandene

Reiseprofis 40 Touren von den Alpen bis an

die Nord- und Ostsee vor. 97 und 1494 Kilometer

sind die beiden Strecken-Extreme;

das Gros der Touren bewegt sich zwischen

200 und 500 Kilometern. Neben Klassikern

(Alpen, Rhein) gibt’s viel Unbekanntes

(u. a. Nordfriesland, Lausitz) zu entdecken.

Bruckmann Verlag, 29,99 Euro.

▼ BIENENKORB

Wer auch nur etwas Sinn für motorisierte

Kuriositäten hat, braucht dieses 256 Seiten

starke und mit rund 440 Abbildungen üppig

illustrierte Buch. Wobei: Mit dem Begriff

Kuriosität tut man der „Biene“ (Ape), dreirädrige

Schwester der „Wespe“ (Vespa),

eigentlich unrecht. Das meistgebaute Dreirad

der Welt ist ein grundsolides und unglaublich

wandlungsfähiges Arbeitstier, was

Günther Uhlig in Piaggio Ape – Die fleißige

Schwester der Vespa eindrucksvoll beweist.

Mit seiner Fleißarbeit stellte der Vespa-/

Ape-Experte

nahezu alles zusammen,

was

sich von 1947

bis heute in

Sachen Ape getan

hat: lesensund

vor allem

absolut sehenswert!

Motorbuch

Verlag,

29,90 Euro.

▼ BESSERWISSER

Werke, die mehr oder weniger nutzloses

Wissen in mehr oder weniger unterhaltsamer

Textform präsentieren, gibt’s bereits.

Dass das Ganze auch grafisch reizvoll

gelöst werden kann, beweist erstmalig So

tickt die Welt – Große Zusammenhänge

genial einfach auf 256 sehr bunten Seiten.

Über Motorräder steht zugegebenermaßen

wenig drin, wer aber Spaß an Schrittfür-Schritt-Reparaturanleitungen

mit bunten

Stromlaufplänen hat, wird auch diese

Art der Wissensvermittlung genießen können.

Links

zu Online-

Datensätzen

erhöhen

den

Spaß. Frederking

& Thaler,

24,99

Euro.

▶ CUBA LIBRE

Uralte US-Straßenkreuzer

auf Kuba werden

gern gezeigt, die noch

älteren Harleys der

Insel sind aber eher ein

Randthema – und

dabei viel spannender.

Jens Fuge tourte

3000 Kilometer durch

Kuba, traf Rocker und

Rockstars, heraus kam

Harlistas in der Karibik,

ein wunderschönes Bilder- und Schmökerbuch.

Backroad Diaries Verlag, 25 Euro.

▶ OHNE ALLES

Auf Seite 250 gibt’s die legendäre

Velosolex zu sehen,

auf Seite 256 die Bianchi

Mosquito. Einige E-Bikes

ergänzen das motorisierte

Angebot. Ansonsten? Fahrräder,

Fahrräder und noch

mehr Fahrräder. Und zwar

die schönsten, berühmtesten,

wildesten. Und alles herrlich

großformatig und knackscharf. Scharf

trifft die Sache: Der 272 Seiten fette Wälzer

von Roberto Gurian ist praktisch ein einziger

Fahrrad-Porno. Delius Klasing, 29,90 Euro.

▼ BAYERNLAND

Noch ein BMW-Buch – muss das sein? Jein,

denn natürlich wurde die Boxer-und-wasdanach-kam-Geschichte

schon x-mal erzählt.

Wenn allerdings der Autor Frank Rönicke

heißt, kann man

BMW-Motorräder –

Die Jahrhundert-

Story ruhig etwas

genauer anschauen.

Und wird nicht

enttäuscht: kein

Schnellschuss, 240

sauber recherchierte,

top bebilderte

Seiten. Motorbuch

Verlag, 29,90 Euro.

www.motorradonline.de RATGEBER 115


R A T G E B E R

Kaufen, Recht, Wissen

Fotos: Indian

Wer hat an der

Uhr gedreht?

Eine ziemlich clevere Marktlücke haben ein paar

Briten aufgetan und vertreiben unter www.

beemergs.com Fanartikel für Fahrer deutscher

Boxer-Motorräder, ohne den Markennamen oder

gar das Firmenlogo auf besagten Produkten zu zeigen

– Stichwort Markenrechte? So zum Beispiel den

GS seit 1984 Super Plus Zeitmesser, nach eigenem

Bekunden „die größte Armbanduhr der Welt“. Das

Edelstahlgehäuse misst im Durchmesser üppige 65

Millimeter und beheimatet ein eher unspektakuläres

Schweizer Quarzwerk, was den Preis von moderaten

169 Euro (inkl. Versand) erklären dürfte.

INDIANER!

Was Harley-Davidson sehr erfolgreich praktiziert,

kann Amerikas zweite Traditionsmarke Indian ebenfalls – zumindest ein

bisschen. Nämlich Fan- und Geschenkartikel unters markenbegeisterte Volk

bringen, die nicht zwangsläufig etwas mit Motorradzubehör zu tun haben

müssen. Zum Beispiel Auto-Lufterfrischer im Dreierpack (6 Euro), Smartphone-

Hülle (35 Euro), vierteiliges Kaffeebecher-Set (35 Euro), Rollkoffer für den Einsatz

in der Flugzeugkabine (209 Euro), Damen-Umhängetasche (99 Euro), Kreditkartenmäppchen

sowie lederbezogener Money Clip (je 39 Euro). Blechschild

(15 Euro) und Aufnäher (7 Euro) sind im Vergleich dazu fast schon Standardware.

Wer seine Markenvorliebe besonders offensiv zeigen möchte, kauft das abgebildete

und besonders kuschelige Damen-Shirt (79 Euro). Etwas dezenter ist der

beidseitig tragbare Ledergürtel (69 Euro). Infos: www.indianmotorcycles.de

„GS seit 1984“ –

für die Fans welcher

Marke mag

das 65-Millimeter-

Monstrum wohl

nur gedacht sein?

Foto: Beemer

ECHT BÜSE

Foto: Liqui Moly

An die Wand mit dir!

Was der Pirelli-Kalender für den gut situierten Bildungsbürger,

ist der Liqui Moly-Kalender für den selbst

schraubenden Garagen- und Werkstattbesitzer:

ein Muss. Die 2016er-Auflage ist – Überraschung – recht monothematisch:

Frauen und Fahrzeuge, diesmal aus Südafrika. Für

17,99 Euro unter www.liqui-moly-teamshop.de. Oder eins von

fünf Exemplaren mit Losglück und einer Mail (Frage: Kalender-

Wunschthema für 2017?) an oelwechsel@motorradonline.de

Den inoffiziellen Wettbewerb „Frühester

Motorradbekleidungs- und Zubehörkatalog

2016“ gewinnt eindeutig die Firma Büse

(www.buese.com, Tel. 0 24 71/1 26 90). Auf

großformatigen 530 Seiten hat der in der

Nähe von Aachen ansässige Ausrüster neben

dem bewährten Bekleidungsprogramm mit

sehr hohem Textilanteil

und vielen

Helmen nun

auch deutlich

mehr Technik

zu bieten:

unter anderem

Motorradheber

von Bastef aus

Italien und Reinigungsmittel

von GS27 aus

Frankreich.

Foto: Büse

116 RATGEBER

25/2015


DAS POWER-ANGEBOT

13 Ausgaben MOTORRAD

+ Clubmitgliedschaft

+ 2 Modellbausätze im Set

= NUR 47,95 €

KTM 690 DUKE

BMW S 1000 RR

2 MODELLBAUSÄTZE IM SET

Diese Modellbausätze im Maßstab 1:12 lassen sich

einfach mit dem Schraubendreher zusammenbauen.

Detaillierte Spritzgussmodelle mit Kunststoffteilen.

Gummireifen, Federung und Lenker sind voll beweglich.

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DIE ABOVORTEILE:

13 x MOTORRAD

2 Geschenke als Dankeschön

1 zusätzliche Ausgabe

GRATIS bei Bankeinzug

Clubmitgliedschaft über 6 Monate mit vollem

Zugriff auf das Club-Portal motorrad-helden.de.

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Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG, 70162 Stuttgart.

Registergericht Stuttgart HRA 9302. Geschäftsführer: Dr.

Volker Breid, Norbert Lehmann. Vertrieb: Belieferung,

Betreuung und Inkasso erfolgen durch DPV Deutscher

Pressevertrieb GmbH, Nils Oberschelp (Vorsitz), Heino

Dührkop, Dr. Michael Rathje, Düsternstraße 1, 20355 Hamburg,

als leistender Unternehmer. AG Hamburg, HRB 95752.

GLEICH AUSFÜLLEN UND ABO BESTELLEN

JA, ICH MÖCHTE MOTORRAD LESEN:

Bitte senden Sie mir das Halbjahresabo von MOTORRAD (13 Ausgaben) zusammen mit den

zwei Modellbausätzen im Set: KTM 690 DUKE und BMW S 1000 RR für nur 47,95 € (A: 54,50 €,

CH: 96,– SFr., weitere Auslandspreise auf Anfrage) zu. Außerdem werde ich für den Zeitraum von

6 Monaten automatisch Clubmitglied bei den MOTORRAD-HELDEN. Bei Bezahlung per Bankeinzug

erhalte ich eine zusätzliche Ausgabe GRATIS. Falls ich danach keine weiteren Hefte wünsche,

kann ich spätestens zum Erhalt der 11. Ausgabe beim MOTORRAD Aboservice, 70138 Stuttgart

kündigen. Im Voraus gezahlte Beiträge erhalte ich zurück. Die Clubmitgliedschaft endet dann

automatisch. Ansonsten bekomme ich MOTORRAD weiterhin für zzt. jährlich nur 95,90 € (A: 109,– €;

CH: 192,– SFr., weitere Auslandspreise auf Anfrage) und bin weiterhin Mitglied im

MOTORRAD-HELDEN-Club. Dieser Folgebezug ist jederzeit kündbar.

Best.-Nr. 1413565

MEINE PERSÖNLICHEN ANGABEN: (bitte unbedingt ausfüllen)

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Ort

1 9

Telefon

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Ja, ich möchte auch von weiteren Inhalten, Vorabnachrichten, Themen und Vorteilen profi tieren. Deshalb

bin ich damit einverstanden, dass mich Motor Presse Stuttgart und ihre zur Verlagsgruppe gehörenden

Unternehmen Rodale-Motor-Presse GmbH & Co. KG und Verlagsgesellschaft Stuttgart mit ihren Titeln

künftig per Telefon und E-Mail über weitere interessante Medienangebote informiert. Dieses Einverständnis

kann ich jederzeit per eMail an widerruf@dpv.de widerrufen.

ICH BEZAHLE PER BANKEINZUG UND ERHALTE EINE GRATIS-AUSGABE:

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Ich zahle per

Rechnung.

SEPA-Lastschriftmandat: Ich ermächtige die DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH, Düsternstr. 1-3,

20355 Hamburg, Gläubiger-Identifi kationsnummer DE77ZZZ00000004985, wiederkehrende Zahlungen

von meinem Konto mittels Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein Kreditinstitut an, die

von der DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH auf mein Konto gezogenen Lastschriften einzulösen. Die

Mandatsreferenz wird mir separat mitgeteilt. Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend

mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten Betrages verlangen. Es gelten dabei die mit

meinem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen.

Verlagsgarantie: Sie können die Bestellung binnen 14 Tagen ohne Angabe von Gründen formlos widerrufen.

Die Frist beginnt an dem Tag, an dem Sie die erste bestellte Ausgabe erhalten, nicht jedoch vor

Erhalt einer Widerrufsbelehrung gemäß den Anforderungen von Art. 246a § 1 Abs. 2 Nr. 1 EGBGB. Zur

Wahrung der Frist genügt bereits das rechtzeitige Absenden Ihres eindeutig erklärten Entschlusses, die

Bestellung zu widerrufen. Sie können hierzu das Widerrufs-Muster aus Anlage 2 zu Art. 246a EGBGB

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S P O R T

MotoGP-Weltmeisterschaft 2015: Rückblick

FERNDUELL BIS ZU

Der Kampf der Yamaha-Teamkollegen Valentino

Rossi und Jorge Lorenzo um die WM-Krone

währte vom ersten bis zum letzten MotoGP-

Rennen der Saison 2015. Doch in den

Wettkämpfen trafen sie nur ganz

selten direkt aufeinander.

Von Friedemann Kirn

Fotos: 2snap, Andrew Northcott (1), Jaime Olivares (1),

Suzuki-racing.com, Yamaha (1)

12.04.2015, AUSTIN/USA Da war der später

unwürdige Streit zwischen Marc Márquez (links)

und Valentino Rossi noch nicht ausgebrochen

27.6.2015, ASSEN/NL Kompromissloser Kampf zwischen

Valentino Rossi (46) und Marc Márquez um den Sieg

118 SPORT


M FINALE

18.10.2015, PHILLIP ISLAND/AUS

Eines von zwei Rennen, bei denen

Valentino Rossi (46) und Jorge Lorenzo

im Ziel nur 0,8 Sekunden trennten

8.11.2015, VALENCIA/E Grenzenlose

Freude, als Jorge Lorenzo – mit etwas

landsmannschaftlicher Hilfe – endlich

MotoGP-Champion geworden war

8.11.2015, VALENCIA/E Fünfmal Jorge Lorenzo in den

Original-Kombis, in denen er fünf WM-Titel gewann


19.4.2015, TERMAS DE RÍO HONDO/ARG

Der Kolumbianer Yonny Hernández erlebt

einen der heißesten Momente der Saison

13 6.2015, BARCELONA/E Aleix Espargaró

(41) und Maverick Viñales stellten die

neuen Werks-Suzukis auf die besten Startplätze,

waren im Rennen jedoch verloren

120 SPORT

25/2015


9.8.2015, INDIANAPOLIS/USA

Nach Platz drei macht Rossi

US-Girls nass, in Misano ließ er

sich für Rang fünf vom Heimpublikum

feiern (oben)

12.7.2015, SACHSENRING/D Fröhliches Dreier-Selfie

mit Dani Pedrosa, Marc Márquez und Valentino

Rossi (v. l.) auf dem Podest – zum Saisonende wäre

eine solche Szene undenkbar gewesen

31.5.2015, MUGELLO/I Einer der zahlreichen

Rennstürze, mit denen sich Wunderkind Marc

Márquez selbst entzauberte

31.5.2015, MUGELLO/I Die Ducati-Werksfahrer Andrea Dovizioso (04) und

Andrea Iannone (29) ärgern die Honda-Piloten Marc Márquez (93) und Dani

Pedrosa. Dovizioso fuhr dieses Jahr fünfmal, Iannone dreimal aufs Siegerpodest

8.11.2015, VALENCIA/E Beim

WM-Finale (unten) zeigte Stefan

Bradl, wie wohl er sich auf der

Aprilia fühlt. Das Kapitel Forward-

Yamaha (links in Austin) war da

längst abgehakt

www.motorradonline.de

SPORT 121


16.8.2015, BRÜNN/CZ Salto rückwärts von

der Leitplanke: das Markenzeichen des späteren

Moto2-Weltmeisters Johann Zarco

8.11.2015, VALENCIA/E Der zweimalige Moto2-Sieger

Jonas Folger (94) einmal hinter Kumpel Marcel Schrötter

3.5.2015, JEREZ/E Sandro Cortese, der 2015 einen Podestplatz erreichte,

bekommt mit Jonas Folger 2016 einen neuen Teamkollegen

8.11.2015, VALENCIA/E Florian Alt (66) erreichte im ersten

Moto2-Jahr nur bei zwei Rennen ein Top-20-Resultat

19.4.2015, TERMAS DE RÍO HONDO/ARG Obwohl das Moto2-Feld oft

für spannende Rennen gut war – Johann Zarco (5) war unantastbar


27.9.2015, ARAGÓN/E Nach der

ersten Saisonhälfte sah Danny Kent

(52) schon wie der sichere Moto3-

Champion aus, musste aber wegen

Miguel Oliveira (44) lange zittern

19.4.2015, TERMAS DE RÍO HONDO/ARG Moto3-

Sieg Nummer zwei für Danny Kent – ein Erfolgserlebnis

auch für das deutsche Kiefer-Team

9.8.2015, INDIANAPOLIS/USA Der deutsche Moto3-Fahrer Philipp Öttl (links, 65) feierte den

ersten WM-Podestplatz seiner Karriere. Öfter gab es Aufholjagden durchs Hinterfeld (oben)

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Gut zwei Drittel aller Moto2-Fahrer

vertrauten 2015 auf Kalex-Fahrwerke

aus Bobingen – ein schöner Erfolg für

den deutschen Chassis-Hersteller

Rückblick: MotoGP-WM 2015

Vier Grand-Prix-Sieger auf zwei

Marken, zehn verschiedene Fahrer

auf dem Podest, dazu ein

Herzschlagfinale um den Titel:

So viel Dramatik, so viele Überraschungen,

so viel Diskussionsstoff wie dieses Jahr

bot die Königsklasse der Motorrad-Straßenweltmeisterschaft

noch nie.

Der Krimi begann damit, dass sich

die im Vorjahr überlegenen Seriensieger

von Honda mit der neuesten Version der

RC213V verrannten. Zu wenig Grip beim

Einbiegen, zu brachiale Leistung beim Herausbeschleunigen.

Weltmeister Marc Márquez

baute in den ersten sieben Rennen

drei Stürze und verpasste die Titelverteidigung.

Dagegen trumpfte Valentino Rossi

groß auf, gewann den Saisonauftakt in

Qatar und verteidigte die WM-Führung

bis zum Saisonfinale.

Ducati-Star Andrea Dovizioso, ein früher

Gegner mit drei zweiten Plätzen hintereinander,

blieb zu Saisonmitte auf der Strecke.

Die neue Desmosedici war bildschön und

bärenstark, aber noch nicht ausgereift. Ordinäre

Defekte – ein gebrochenes Kettenrad

in Mugello und eine gebrochene Sitzaufhängung

in Assen – raubten dem Italiener

den Nerv; in der zweiten Saisonhälfte

war Teamkollege Andrea Iannone stärker.

Auch Suzuki war beim Comeback nach

drei Jahren MotoGP-Pause noch kein Gegner

im Titelkampf. Der neuen GSX-RR mit

Reihenvierzylinder fehlten Höchstleistung

und ein Seamless-Getriebe ohne Zugkraftunterbrechung.

Dafür schwärmten die Fahrer

Aleix Espargaró und Maverick Viñales

von dem fantastischen Handling der Maschine

und stießen beim Barcelona-Grand-

Prix in die erste Startreihe vor – die Sensation

war perfekt. Bis sie beim Start des Rennens

mangels Leistung überholt wurden.

Auch Stefan Bradl blieb nur Außenseiter.

Zu den Nöten mit der neuen Einheitselektronik

kam nach dem Sachsenring-GP

die vorübergehende Verhaftung seines

Forward-Teamchefs Giovanni Cuzari wegen

Verdachts auf Steuerhinterziehung. Bradl

verließ das Team und fand eine neue Zukunft

bei Aprilia, wo sich der hypersensible

Marco Melandri nach einer deprimierenden

Niederlagenserie verabschiedet hatte.

Für Rossi blieb nur ein Gegner übrig: sein

Teamkollege Jorge Lorenzo. Der war der

schnellere Fahrer, Rossi der abgebrühtere

Kämpfer – ein Talent, das er gegen Marc

Márquez in Argentinien und Assen gezeigt

hatte. Zu einem Kampf Mann gegen Mann

kam es zwischen Rossi und Lorenzo freilich

nie – erst recht nicht bei den letzten drei

Rennen der Saison, in denen der nachtragende

Márquez mit Erfolg versuchte, seinen

Landsmann Lorenzo vor seinem einst

bewunderten Idol Rossi abzuschirmen.

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Live-Reportagen von allen 18

Grand-Prix-Schauplätzen rund um

den Globus: Das von den Experten

der MOTORRAD-Redaktion zusammengestellte

Jahrbuch „MOTOR-

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Szenen im Titelkampf aller

drei Klassen nochmals aufleben,

analysiert die technischen Hintergründe,

die zu Sieg oder Niederlage

geführt haben, und bietet einen

Überblick über sämtliche Ergebnisse

und Punktestände. Bei MotoGP-Fans

ein beliebter Klassiker, erreicht die

neue Ausgabe den Buchhandel

rechtzeitig vor Weihnachten und

darf zum Preis von 24,90 Euro auf

keinem Gabentisch fehlen.

Eindeutiger waren die Kräfteverhältnisse

in der Moto2-Klasse, wo Kalex 22 der

31 Maschinen im Feld stellte und damit

früh als Markenweltmeister feststand. Erster

Sieger des Jahres war Jonas Folger in Qatar,

ein deutsches Doppel mit dem schwäbischen

Hersteller schien sich anzubahnen.

Doch statt zum Durchmarsch entwickelte

sich die Saison Folgers zu einer Berg-und-

Talfahrt mit einem weiteren Sieg in Jerez,

aber auch mit vielen Rückschlägen. Fehlte

ihm die Konstanz und seinem Freund Marcel

Schrötter auf der französischen Tech 3

das Material, so fehlte Sandro Cortese, dem

dritten Deutschen im Bunde, der nötige

Speed für den Titelkampf. Der Franzose

Johann Zarco vereinte alle drei Erfolgskomponenten

und entthronte Tito Rabat aus

Spanien mit einer souveränen Erfolgsserie.

Stand Zarco schon vier Rennen vor

Saisonende als neuer Weltmeister fest, so

entwickelte sich die Moto3-Entscheidung

zu einer Zitterpartie. Mit fünf Siegen in den

ersten neun Rennen war der Brite Danny

Kent auf Honda zunächst klar überlegener

Mann der kleinsten Kategorie. Doch als

KTM mit einem neuen Rahmen nachrüstete,

kam der Portugiese Miguel Oliveira in

der zweiten Saisonhälfte immer stärker auf

und ließ den gewaltigen Vorsprung Kents

wieder in sich zusammenschrumpfen. Erst

nach dem Saisonfinale in Valencia durften

das Leopard-Team und dessen deutsche

Teammanager Stefan und Jochen Kiefer

endlich aufatmen und feiern.

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◼Superbike-WM: ◼

Althea mit Reiterberger und BMW

Der Italo-Bayer

Das Althea Racing Team gibt bekannt,

dass es 2016 die Superbike-Weltmeisterschaft

und den FIM Superstock 1000 Cup

als Partner von BMW Motorrad bestreiten

wird.“ Diese Meldung, mit der die italienische

Squadra aus Civita Castellana nördlich

von Rom vor einer Woche an die Öffentlichkeit

ging, war erwartet worden. Genesio

Bevilacqua, der Besitzer des bisherigen Ducati-Kundenteams,

war mit der zweitklassigen

Behandlung durch die Motorradbauer

aus Bologna nicht mehr zufrieden, hatte

einen neuen Motorradlieferanten gesucht –

und in BMW gefunden.

Für die deutschen Fans war jedoch der

zweite Satz der Mitteilung der viel interessantere:

„Der Spanier Jordi Torres wird

neben dem Deutschen Markus Reiterberger

auf der S 1000 RR des Teams antreten“, stand

da. Endlich die von Reiterberger (Foto) sehnlichst

erwartete öffentliche Bestätigung dafür,

dass sein großer Traum – der Aufstieg in

die höchste Kategorie des Straßensports mit

seriennahen Motorrädern – in Erfüllung ge-

Lausitzring wird Superbike-WM-Schauplatz

Wenige Tage vor der offiziellen Ankündigung,

dass 2016 mit Markus

Reiterberger wieder ein deutscher

Fahrer in der Superbike-WM starten

wird, kam auch die Bestätigung, dass

die WM der seriennahen Superbikes

nach Deutschland zurückkehrt. Reiterberger

und seine Kollegen werden

am 16. bis 18. September auf dem

Lausitzring nahe Dresden starten.

Neu: Der erste Superbike-WM-Lauf

des Wochenendes wird am Samstag

gefahren, der zweite am Sonntag.

hen wird. Mit sofortiger Wirkung übrigens.

Denn bereits am Montag nach Bekanntgabe

und nach Redaktionsschluss

dieser Ausgabe saß Reiterberger für einen

ersten Roll-out der 2016er-S 1000 RR im

südspanischen Jerez im Sattel.

Reiterberger wird zu allen WM-Läufen

der Saison 2016 von seinem bisherigen

IDM-Teamchef Werner Daemen – einer

wichtigen Vertrauensperson – und mindestens

einem seiner Mechaniker aus der IDM-

Mannschaft begleitet werden. abs

Foto: 2snap

◼MotoGP-Tests ◼

in Valencia/E

Arbeit für Michelin

Die MotoGP-Saison 2016 hat bereits begonnen – zumindest

nach der Zeitrechnung von Serienvermarkter Dorna. Schon

am Dienstag nach dem WM-Finale kreuzten 25 MotoGP-Piloten

wieder am Ort des Geschehens in Valencia auf, um die ab 2016

vorgeschriebenen Michelin-Einheitsreifen und die obligatorische

Magneti-Marelli-Einheitselektronik auszuprobieren. Die

erste Erkenntnis aller Fahrer: „Die neue Elektronik ist definitiv

ein Rückschritt“, erklärte Dani

Pedrosa vom Honda-Werksteam

stellvertretend. Während der

Grip des Michelin-Hinterreifens

gelobt wurde, erntete der Vorderreifen

Kritik, weil er plötzlich seine

Haftung verliert und viele Stürze

verursachte. Schnellster Mann

war Honda-Fahrer und Ex-Weltmeister

Marc Márquez (Foto). abs

Foto: 2snap

Supercross in München

König von Stuttgart und München

ist er dieses Jahr bereits –

der Franzose Gregory Aranda

(Foto) schickt sich an, die deutsche

Supercross-Saison 2015/16

erneut als Gesamtsieger zu beenden.

Es wäre das dritte Mal in

Folge. Das Saisonfinale steigt

Anfang Januar in Dortmund.

126 SPORT

Foto: Zintel/ADAC

Foto: Börner

Foto: Weisse

◼Moto2-Tests ◼

in Valencia/E

Macau-Grand Prix

Voller Erfolg für BMW beim

Rennen auf dem berüchtigten

Guia-Stadtkurs in Macau.

Nach einem spannenden Zwölf-

Runden-Rennen standen mit

Peter Hickman (60), Martin

Jessop (40) und Michael Rutter

(im deutschen Penz13-Team)

drei britische BMW S 1000 RR-

Piloten auf dem Podest.

Folgers neue Kleider

iel schneller kann

Vein Mannschaftswechsel

wohl kaum

vollzogen werden. Bereits

wenige Tage nach

dem letzten Lauf der

diesjährigen Moto2-

Weltmeisterschaft in

Valencia saß der Bayer

Jonas Folger auf einem komplett in den Farben seines neuen

Dynavolt Intact GP-Teams dekorierten Motorrads samt passender

Kombi bei Testfahrten in Valencia wieder im Sattel (Foto). Seine

erste Aufgabe war, sich mit einer 2015er-Kalex an die für ihn unbekannten

Öhlins-Federelemente zu gewöhnen. Dabei war er

als Drittschnellster nur 0,1 Sekunden langsamer als sein neuer

Teamkollege Sandro Cortese auf der 2016er-Kalex. abs

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R Ü C K S P I E G E L

Neues von damals aus dem MOTORRAD-Archiv

60

15/1955 Klingt irgendwie nach

Anarchie, wie Autor Simsa gegen die

Verkehrsüberwachung mit Verdacht auf Zuruf (Bild

oben links) und Stoppuhr wettert: Den wahren Problemen

des Lebens komme man niemals mit starren

Regeln bei. Wenn der kraftfahrende Staatsbürger

mehr seinem gesunden

Fahrgefühl als einem

am Ortseingang stehenden

Geschwindigkeitsbegrenzungsschild

folge, sei er dran – ihm

würden zwei sauer

verdiente D-Mark abgeknöpft

oder Anzeige erstattet.

„Es ist wahrhaft

traurig, daß die von der

Gemeinschaft bestellten

Ordnungshüter

so wenig Einfühlungsvermögen

für die

wirklichen Verkehrsprobleme

haben.“

30

5/1985 Die Yamaha FZ 750 ist eine

Sensation: „Sie bietet volle 100 PS,

231 km/h Endgeschwindigkeit und den durchzugsstärksten

750er-Vierzylinder aller Zeiten.“ Tester

Thomas Herwig ist beeindruckt: „Das FZ-Triebwerk

ist bei aller Höchstleistung elastischer als jeder

andere 750-cm³-Motor mit vier Zylindern.“ Es sei

unmöglich, es aus der Fassung zu bringen. „Auch

bei 1000 Umdrehungen im sechsten Gang – das

entspricht der Mofa-Geschwindkeit von 22 km/h –

kann der Motor beschleuningen.“ Dem kann man

auch nach 30 Jahren noch Hochachtung zollen.

Viele Originalartikel finden Sie unter www.motorradonline.de/rueckspiegel

http://www.motorradonline.de

Herausgeber: Paul Pietsch †, Ernst Troeltsch †

ISSN 0027-237 X

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Telefon Redaktion 0711/182-1146

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Die Allzweckwaffen von Caramba bis

WD-40 im Praxis- und Labortest

MotoGP im TV

Die Dorna liefert von der MotoGP

Fernsehbilder auf höchstem Niveau.

MOTORRAD zeigt, wie sie entstehen

Kultbike Honda VTR 1000 SP

V2-Alt-Star der Superbike-WM

Die Redaktion behält sich Änderungen vor

25/2015


In der ersten Ausgabe der MOTORRAD edition dreht sich alles um den Zweiventil-

BMW-Boxer. MOTORRAD begleitet dieses einzigartige Motorradkonzept seit seinen

Anfängen im Jahr 1923. So sammelten sich im Archiv wahre Schätze, aus denen

dieses exklusive Sonderheft zusammengestellt wurde. Testberichte, Technikhistorie,

Hintergründiges, Kurioses und Skurriles. Alles in einem Heft.

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Sie kön nen die Post kar te auch on li ne aus fül len un ter:

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Viel Spaß beim Mit ma chen wünscht

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Tourer/ Sportler Chopper/ Enduros/

Sporttourer Cruiser Supermotos

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ICH WÄHLE

Crossover Naked Modern 125er Roller

Bikes Classics

Kennziffern eintragen! E______ F______ G______ H______ J______

- Welche der Kategorien A bis J interessieren Sie ganz besonders?

...... ...... ......

- Auf welche Hersteller treffen folgende Aussagen zu?

Tragen Sie bitte die blauen Kennziffern der Hersteller ein.

Sie können jeweils mehrere Hersteller eintragen:

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis cccccccc

Hoher Wiederverkaufswertccccccccc

Gutes Aussehen cccccccccc

Baut sportl. Motorräder ccccccccc

Im Motorsport erfolgreich ccccccccc

Macht gute Werbung cccccccccc

Besonders effiziente Antriebe cccccccc

Ich mag die Marke cccccccccc

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- Welche dieser Mar ken kä men für Sie in Fra ge?

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1 : Aprilia

2 : Be nel li

3 : Bimota

4 : BMW

5 : Du ca ti

6 : Har ley-Dav.

7 : Hon da

8 : Ho rex

9 : Husqvar na

10 : Hyo sung

11 : In di an

12 : Ka wa sa ki

13 : KTM

14 : Moto Guz zi

15 : Moto Mo ri ni

16 : MV Agus ta

17 : Piaggio

18 : Royal Enfield

19 : Suzuki

20 : Triumph

21 : Vic to ry

22 : Ya ma ha

23 : Zero

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Name, Vor na me (Ab sen der bit te aus schrei ben)

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Zustimmung bitte durch Unterschrift bestätigen

- Ich lese

m re gel mä ßig m ziem lich m auch noch m ab m (ganz)

MOTORRAD alle Hef te re gel mä ßig ziem lich oft und zu sel ten

- Wel ches Mo tor rad fah ren Sie zur Zeit per sön lich? (meistgefahrenes) m kei nes

Her stel ler: __________________________ Die se Mar ke fah re ich zum _____ten Mal

Typ: ______________________________ PS_______ cm 3 ________

Ge kauft Jahr ________ : m neu m ge le ast

Telefon

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m männ lich

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- Wann war die Erstzulassung dieses Motorrads? Jahr_______ Mo nat ____________

- Welches Motorrad haben Sie beim Kauf außerdem in Erwägung gezogen?

Hersteller: __________________________Typ:____________________________

m neu m gebraucht m kein an de res 2

- Wie zu frie den sind Sie ins ge samt mit Ih rem Mo tor rad?

Bitte ankreu

zen Q V2 W1 X0 Y3 Z4

- Welches Motorrad werden Sie voraussichtlich als nächstes kaufen? m weiß nicht

m kau fe neu es m lea se neu es m ge brauch tes N ca. ___ Jah re alt

Hersteller:__________________________Typ:____________________________

- Wann wer den Sie Ihr nächs tes Mo tor rad kau fen? m weiß nicht

ge ra de noch die ses 2016 2016 2017 2017

spä ter

be stellt Jahr (2015) 1.Halb jahr 2.Halb jahr 1.Halb jahr 2.Halb jahr

m m m m m m 20___

Alter

MOTORRAD... m Abon nent m Käu fer m Mitleser

Ja, ich bin da mit ein ver stan den, dass mich

die Mo tor Pres se Stutt gart und die Ro da le-Mo tor-

Pres se auch m per Telefon und/oder m per E-Mail

über wei te re Vor ab nach rich ten und The men

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je der zeit per E-Mail an wi der ruf@dpv.de wi der ru fen.

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