PolarNEWS Magazin - 17 - CH

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News aus der Polarforschung

Zusammengestellt von Peter Balwin

Urahnen der Kamele waren Eiswüstenschiffe

Wer Kamel sagt, denkt an die heisse Wüste

Sahara. Doch halt – nach den Knochenfunden

kanadischer Wissenschaftler nahe des

Strathcona Fjords auf der hocharktischen

Ellesmere-Insel ist hier neuerdings eine Korrektur

nötig. Die in den fossilierten Fragmen-

ten eines Beinknochens enthaltenen Proteine

beweisen, dass diese beinernen Überreste

einem Ur-Kamel gehörten, dass vor 3,5 Millionen

Jahren über die damals von dichten

Wäldern bedeckte Arktisinsel streifte. Zu jener

Zeit war die Arktis über 15 Grad wärmer

als heute. Nach Ansicht der Forscher vom

Naturkundemuseum in Ottawa entstanden

die Kamele vor 45 Millionen Jahren in Nordamerika.

Quelle: Canadian Museum of Nature

Ellsworth-See: Bohrung abgebrochen

Britischen Glaziologen ist es nicht gelungen,

den über 3 Kilometer unter dem

Eispanzer der Westantarktis liegenden

Ellsworth-See anzubohren (siehe Polar-

NEWS Nummer 15). Ganze 16 Jahre lang

hatten die Forscher dieses millionenteure

Projekt vorbereitet – am Weihnachtstag

2012 musste der Eisforscher Martin Siegert

von der Universität Edinburg den

Abbruch verkünden. Technische Probleme

hatten die Arbeiten derart verzögert, dass

schliesslich zu wenig Brennstoff für den

Heisswasser-Bohrstrahl vorhanden war,

um noch bis zum See hinab zu bohren. Der

Ellsworth-See ist einer von 360 bekannten

Untereisseen in der Antarktis. Er soll etwa

150 Meter tief sein und eine Fläche von

29 Quadratkilometern bedecken. Seit über

einer halben Million Jahren ist der See

dank des mächtigen Eispanzers der Antarktis

vom Rest der Welt isoliert. Man erhoffte

sich, darin Leben zu finden. Jetzt sollen die

Bohrarbeiten in der kommenden Südsommersaison

2013/2014 fortgesetzt werden.

Quelle: British Antarctic Survey BAS

Darstellung: Der Durchstich

wurde nicht erreicht.

Bilder: Andreyshot, BAS, Heiner Kubny, antarctica.ac

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