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Tiere, die in Familienverbänden leben, pflegen nicht nur ein ausgeprägtes

Sozialverhalten, sie sind auch intelligenter als Tiere, die in Herden leben.

Breite von 30 bis 37 Grad Süd aufzuhalten.

Lange vor diesen Satellitenbeobachtungen

hatte man bereits spekuliert, dass antarktische

Orcas in warme Meeresgebiete wandern.

Denn Beobachter hatten an Orcas

immer wieder Wunden festgestellt, die eindeutig

nur vom subtropischen Zigarrenhai

stammen können.

Wellness in den Subtropen

Diese Wanderung ist nun wissenschaftlich

mittels 40 Gramm schweren Satellitensender

bewiesen: Normalerweise «streunen»

die Orcas in Gruppen in einem Tempo von

3 bis 5 Stundenkilometern kreuz und quer

durch die antarktischen Gewässer, immer

auf der Suche nach Beute. In den drei Untersuchungsjahren

aber zogen die Gruppen

unvermittelt zügig Richtung Norden – das

war jeweils zwischen Anfang Februar und

Mitte April.

Nebenbei: Einer der Wale kehrte zu Beginn

des Winters bis auf 40 Kilometer dorthin

zurück, wo er von den Forschern besendert

worden war. Dieser reisefreudigste unter

den besenderten Orcas legte in 42 Tagen

immerhin beinahe 9400 Kilometer zurück

– nonstop!

Was bringt diese eisliebenden antarktischen

Wale auf die Idee, in die Hitze vor

Brasilien zu schwimmen? Immerhin wechseln

sie von einer Wassertemperatur von

durchschnittlich minus 1,9 Grad in der Antarktis

zu 24,2 Grad warmem Wasser in den

Subtropen.

Die Satellitendaten zeigten eindeutig, dass

der Ausflug in den subtropischen Norden

weder mit der Fortpflanzung noch mit dem

Nahrungsverhalten zu tun haben kann.

Auch macht es den Anschein, dass es sich

hier nicht um eine saisonal fixierte Zugbewegung

handelt, denn die Abreisedaten in

der Untersuchungsperiode verteilten sich

auf die grosse Zeitspanne von 80 Tagen. Es

muss sich also um eine individuelle, aus

eigenem Antrieb heraus unternommene

Wanderung handeln.

Die neuste Antwort amerikanischer Forscher

lautet: Die Reise dient der Hautpflege.

Die äussere Hautschicht muss regelmässig

gepflegt, repariert und ersetzt werden.

Nur eine intakte Haut gewährleistet einen

funktionierenden Wärmehaushalt, und der

wiederum ermöglicht das Überleben in polaren

Gewässern. Das ständig kalte Wasser

des Südpolarmeeres aber setzt dem Aufbau

neuer Haut eine Grenze.

Besser geht das im lauwarmen Meer vor

Brasilien! Aus dem gleichen thermisch bedingten

Grund legen sich Robben zum Fellwechsel

auf Land und suchen Weisswale/

Belugas in der Arktis wärmeres Wasser in

Flussdeltas auf.

Die Forscher berufen sich auf ein weiteres

Indiz, das die These einer eingeschränkten

Hautregeneration stützt: Viele Orcas sind

gelblich anstatt weiss gefärbt, weil sich auf

ihrer Haut Kieselalgen festgesetzt haben.

Die haargenau gleichen Individuen tauchen

aber zu anderen Zeiten wieder blitzeblank

und weiss in der Antarktis auf.

Schon der Anblick der mächtigen Schwerter

ist ein Warnsignal. In der Bildmitte ein Blas.

Die Forscher folgern daraus, dass «weissgewaschene»

Orcas jeweils gerade von einer

Reise in die warmen Gewässer der Subtropen

zurückgekehrt sind. Sollte sich diese

Annahme dereinst bestätigen, dann könnte

hierin der Schlüssel liegen, mit dem sich

dann auch der jährliche Wegzug von Bartenwalen

in die Tropen erklären liesse.

Ausgefeilte Kommunikation

Orcas fressen beinahe alles, was das Meer

an Tierarten hervorbringt. Um schön satt zu

werden, braucht ein ausgewachsener Orca

jeden Tag durchschnittlich rund 70 Kilogramm

Nahrung. Für Abwechslung ist gesorgt:

Über 140 Wirbeltierarten hat man

auf der Menü-Liste dieses Wals zusammengezählt,

darunter mindestens 35 Meeressäugerarten.

Bleibt zu erwähnen, dass nicht

jeder Orca alles frisst, denn die Spezialisierung

auf eine eingeschränkte Beutegruppe

ist eines der auffälligsten Merkmale der

Orca-Ökologie.

Gewisse antarktische Orcas fressen mehr

als 98 Prozent Fisch mit einem Quäntchen

Meeressäuger und Tintenfische als Beilage.

Andere stehen zu 90 Prozent ganz klar auf

Meeressäuger, darunter grosse Brocken

wie See-Elefanten oder Zwergwale. Wieder

andere, hochspezialisierte Schwertwale sti-

Bilder: J.P. Sylvestre, Michael Wenger

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