PolarNEWS Magazin - 17 - CH

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Brauchte es dafür eine besondere

Ausrüstung?

Nein, eigentlich nicht. Ich hatte eine Ausrüstung

von Nikon, eine D700 und eine D7000,

ab Sommer 2012 auch eine D800. Nur zweimal

stieg die D700 aus, weil bei minus 42

Grad die Schmierung in der Spiegelreflex-

Mechanik so zäh geworden war, dass nichts

mehr ging. Aber sobald die Kamera wieder

aufgewärmt war, funktionierte sie wieder tadellos.

Natürlich hatte ich immer massig

Akkus in der warmen Hosentasche.

Was machen Sie nun mit so vielen

Bildern?

Einige hängen nun vergrössert in meiner

Wohnung. Ich habe schon den einen und anderen

Diavortrag gehalten. Ultimativ möchte

ich ein Buch schreiben über meine Zeit in

der Antarktis und die Kaiserpinguine.

Mitte Februar sind Sie wieder nach

Hause zurückgekehrt. Wie war das

Heimkommen?

Sehr schön, weil meine Freundin und ich das

Trennungsjahr heil überstanden haben. Sie

war allerdings etwas irritiert darüber, dass

ich anfangs im tiefsten deutschen Winter mit

dünnen Jacken nach draussen ging. Aber

nach zwei Wochen wurde mir dann wieder

ganz normal kalt. Ich war erstaunt, wie

schnell man sich wieder an das Leben zu

Hause gewöhnt. Das hatte vielleicht auch

damit zu tun, dass wir auf der Station zwar

abgeschottet lebten, aber via Internet trotzdem

immer wussten, was auf der Welt läuft.

Sogar ans Autofahren habe ich mich schnell

wieder gewöhnt.

Haben die 14 Monate in der Antarktis

Sie verändert?

Auf alle Fälle. Ich bin gelassener geworden

und gerate weniger schnell in Stress. Auch

meine Fähigkeit, im Team zu arbeiten, konnte

ich verfeinern. Vor allen Dingen aber habe

ich all diese unglaublichen Eindrücke dieses

fremden Lebensraums mit nach Hause genommen

und mir einen Lebenstraum erfüllt.

Würden Sie sich ein zweites Mal

verpflichten?

Ja, bestimmt. Allerdings möchte ich das

meiner Freundin nicht noch einmal antun.

Ich freue mich nun vielmehr auf das Einrichten

unseres gemeinsamen Zuhauses.

Was machen Sie jetzt?

Ich habe soeben meine Nachbereitungszeit

in Bremerhaven abgeleistet. Jetzt bin ich

ganz normal auf Arbeitssuche im Bereich

Programmierung und Elektronik oder im

Bereich der Fotografie.

Märchenhafte Lichtstimmung mit dem Vollmond im Vordergrund und der Abendsonne im Rücken (oben).

Wer bei den Kaiserpinguinen den Überblick bewahren will, muss schon den Hals recken (rechts oben).

Karger Lebensraum: Zwei Kaiserpinguine unterwegs im fahlen Licht des Mondes (rechts unten)

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