Im Märzen der Börsianer die Bullen einspannt… - wieder ... - GECAM

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Im Märzen der Börsianer die Bullen einspannt… - wieder ... - GECAM

überraschend guten Unternehmensergebnisse unter dem Strich nahezu vollständig ignoriert.

Mit dem 9. März steht nun der Jahrestag des Börsentiefs während der Finanzkrise an. Zu dieser

Zeit ging man von einem Gezeitenwechsel aus, in dem nichts mehr so bliebe, wie es vorher

war. Banken und Banker wurden pauschal als Verbrecher abgestempelt, die meisten aller

Unternehmen sollten Pleite gehen, ein Millionenheer von Arbeitslosen würde die Gesellschaft

vor die Zerreisprobe stellen. Dies waren die gängigen Ansichten zu Beginn des

Vorjahresmonats. Es ist nicht auszuschließen, dass so ein Jahrestag durchaus eine Wirkung

hat, wissen wir doch nicht erst seit es den Begriff Behavioral Finance gibt, dass hauptsächlich

massenpsychologische Strömungen die Märkte bewegen und weniger die rationalen Fakten.

Ist es ein Zufall, dass gerade an diesem Tag der griechische Ministerpräsident bei seinem US-

Kollegen Obama weilt, um mögliche Lösungsansätze für sein Land zu erörtern? Wären die

Gespräche erfolgreich, würden sich all die belastenden Faktoren für die Aktienmärkte

entkräften. So wäre der massiven Spekulation gegen den Euro zumindest temporär die

Grundlage entzogen, was wiederum über die durchaus nach wie vor bestehende Korrelation

positiv auf Aktien, Rohstoffe und Kreditmärkte wirken würde. Die Dynamik des Euroverfalls hat

im Februar mit einem Minus von 2 Prozent bereits merklich nachgelassen.

Es gibt jedoch durchaus auch harte, reale Faktoren, die eine Erholung im März rechtfertigen. So

sind die Investitionsgrade in Aktien durch die Korrektur in den ersten beiden Monaten des

Jahres niedrig. Vor allem private Investoren bauten weiter Aktien ab, was in der Vergangenheit

oft als Kontra-Indikator diente. Doch auch die institutionellen Investoren kamen nach dem

Januar Schock im Februar nur recht zögerlich an die Märkte zurück. Die massive Belastung der

Risikobudgets bereits zu Beginn des Jahres führte zu einer ebenso starken Rückführung der

sogenannten Carry-Trades, die vor allem europäische Aktienmärkte und den Euro belasteten.

Diese dürften jedoch nun weitgehend ausgelaufen sein.

Von kaum jemandem bemerkt, nehmen vor allem in den USA zyklische Branchen und

Konsumwerte, die sich bereits seit Wochen besser als der Gesamtmarkt entwickeln, eine

weitere konjunkturelle Erholung vorweg. Die Aktienmärkte stehen charttechnisch durchaus noch

vor erheblichen Widerständen. Es sollte jedoch eine Frage der Zeit sein, bis sich die positiven

Strömungen der Konjunkturerholung über die Verwerfungen von unsolide finanzierten

Staatsfinanzen und damit einhergehender Spekulation hinwegsetzen.

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