Erhebung zur Jugendverbandsarbeit

wulv.uni.greifswald.de

Erhebung zur Jugendverbandsarbeit

I

Jugendhilfeplanung für den Bereich Jugendarbeit

Teil II: Erhebung zur Jugendverbandsarbeit

Herausgeberin: Hansestadt Lübeck

Fachbereich Kultur

Januar 2003

Jugendhilfeplanung für den Bereich Jugendarbeit

Bearbeitung:

Gorch Bruns

Jugendarbeit

Tel.: 0451 –122-1214

e-mail: gorch.bruns@luebeck.de

Druck:

Zentrale Vervielfältigungsstelle der Hansestadt Lübeck

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I n h a l t Seite

1. Auftrag und Ziel der Bestandserhebung............................................................................. 3

2. Jugendverbandsarbeit ........................................................................................................ 4

2.1 Grundlagen...................................................................................................................... 4

2.2 Ehrenamtliche Tätigkeit................................................................................................... 6

2.3 Veränderung der Lebensverhältnisse............................................................................. 9

2.4 Grundsätze der Förderung durch die Hansestadt Lübeck........................................... 12

3. Demografische Grundlagen für die Jugendverbandsarbeit ............................................. 13

3.1 Demografische Daten ................................................................................................... 13

3.2 Sozialstatistische Merkmale.......................................................................................... 16

3.3 Bevölkerungsprognose................................................................................................. 21

4. Methode und Verlauf der Erhebung ................................................................................. 22

5. Ergebnisse und Auswertung der Erhebung........................................................................ 24

5.1 Anzahl, Klassifizierung und regionale Zuordnung ........................................................ 24

5.2 Ehrenamtliche Tätigkeit, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.......................................... 29

5.3 Räume und Freiflächen, Finanzquellen........................................................................ 33

5.4 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Angeboten .................................................. 34

5.5 Angebotsformen und Anzahl der Angebote.................................................................. 39

5.6 Kooperation, Unterstützung, Interessenvertretung....................................................... 43

5.7 Planungen und Probleme der Jugendverbände........................................................... 45

6. Zusammenfassung und Ausblick........................................................................................ 48

Anhang..................................................................................................................................... 50

Verzeichnis der befragten Vereine und Verbände............................................................... 50

Anschreiben.......................................................................................................................... 57

Fragebogen .......................................................................................................................... 59

Verzeichnis der Tabellen und Grafiken................................................................................ 68

Gesetzestexte....................................................................................................................... 70

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1. Auftrag und Ziel der Bestandserhebung

Nach § 80 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG / SGB VIII) sind die Träger der öffentlichen

Jugendhilfe verpflichtet, im Rahmen der Jugendhilfeplanung den Bestand an Einrichtungen

und Diensten festzustellen, den Bedarf zu ermitteln und die zur Befriedigung des

Bedarfs notwendigen Vorhaben zu planen. In der Hansestadt Lübeck besteht für den Bereich

Kindertagesbetreuung schon seit einigen Jahren und für den Bereich Jugendhilfe mit der

Teilfachplanung Hilfen zur Erziehung seit dem Jahr 2000 eine kontinuierliche Berichterstattung.

Im Januar 2001 ist erstmals ein Bericht der Jugendhilfeplanung vorgelegt worden,

der sich mit der Kinder- und Jugendarbeit in Lübeck befasst und eine Bestandserhebung der

offenen Angebote in Jugendfreizeiteinrichtungen unter städtischer und freier Trägerschaft

vornimmt.

Auch für die Kinder- und Jugendarbeit in der Hansestadt Lübeck besteht das Ziel, zukünftig

regelmäßige Berichte zur Jugendhilfeplanung zu veröffentlichen. Zunächst sollen jedoch Bestandserhebungen

für alle wesentlichen Formen der Jugendarbeit durchgeführt werden, um

ein umfassendes Bild der Einrichtungen und Angebote in Lübeck darzustellen. Der nun vorliegende

zweite Bericht soll insbesondere die Aktivitäten der Vereine und Jugendverbände,

der Kirchengemeinden, der Sportvereine, Feuerwehren und anderen Organisationen, die in

Lübeck vielfältige Angebote für Kinder und Jugendliche vorhalten, berücksichtigen. Nach

dieser Erhebung zur Jugendverbandsarbeit soll als weiteres wesentliches Element der Jugendhilfe

im Bereich Jugendarbeit dann die Jugendsozialarbeit gemäß § 13 KJHG mit der

Jugendberufshilfe und den Angeboten zur Berufsorientierung beschrieben werden.

Gegenstand dieses Berichts zur Teilfachplanung des Bereichs Jugendarbeit ist also die Jugendverbandsarbeit

gemäß § 12 KJHG in der Hansestadt Lübeck. Zur Bestandserhebung

der Vielzahl dieser überwiegend ehrenamtlich geleisteten Angebote der Kinder- und Jugendarbeit

wurde in der Zeit vom November 2001 bis August 2002 eine systematische Befragung

von Vereinen, Verbänden und Jugendorganisationen durchgeführt. Spezielle Gesichtspunkte

dieser Erhebung waren die Zielgruppen, die Angebotsschwerpunkte und die sozialräumliche

Verteilung der Verbandsaktivitäten, gefragt waren aber auch Angaben zu den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern sowie zu den Problemen und Planungen in der Jugendarbeit.

Die Ergebnisse der Erhebung sind nach kurzer Beschreibung des methodischen Vorgehens

ausführlich dargestellt und analysiert. Vorangestellt werden allgemeine Ausführungen zur

Jugendverbandsarbeit unter Berücksichtigung neuerer Erkenntnisse der Jugendverbandsforschung,

zum ehrenamtlichen Engagement in Jugendverbänden und zur Lebenssituation

junger Menschen. Es folgen die Grundsätze der Förderung durch die Hansestadt Lübeck

und die Darstellung der demografischen und sozialstatistischen Planungsgrundlagen. Auf

eine Wiedergabe der gesetzlichen Bestimmungen und der Standards der Jugendhilfeplanung

wird hier verzichtet, weil diese ausführlich im ersten Bericht zur Teilfachplanung des

Bereichs Jugendarbeit ausgeführt worden sind.

Die Erhebung wurde mit der Zielsetzung durchgeführt, einen Einblick in die individuellen wie

strukturellen Bedingungen der Jugendverbände und Jugendgruppen zu gewinnen und diese

Erkenntnisse in die Jugendhilfeplanung der Hansestadt Lübeck einfließen zu lassen. In der

abschließenden Bewertung soll deshalb auch versucht werden, die Aktivitäten der Vereine

und Verbände in den Kontext der Gesamtangebote auf dem Gebiet der Jugendarbeit einzuordnen.

Obwohl sie hier bisher weder in quantitativer und noch in qualitativer Hinsicht systematisch

untersucht worden ist, repräsentiert die Jugendarbeit der Verbände und Vereine

einen umfangreichen und besonders vielfältigen Bestandteil der Jugendhilfe in der Hansestadt

Lübeck. Der nun vorliegende Bericht soll einen Beitrag dazu leisten, die Bedeutung und

den Stellenwert dieses vor allem durch ehrenamtliches Engagement getragenen Elements

der sozialen Infrastruktur für junge Menschen zu unterstreichen.

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2. Jugendverbandsarbeit

2.1 Grundlagen

Jugendarbeit ist neben Familie und Schule vor allem in Großstädten eine der wesentlichen

Sozialisationsinstanzen für Kinder und Jugendliche. Auch die Jugendverbandsarbeit als umfangreicher

Teilbereich der Jugendarbeit stellt einen wichtigen Bestandteil der sozialen Infrastruktur

für junge Menschen dar. Neben den Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit

dient sie der Sicherung und Bereitstellung von Entwicklungs- und Sozialisationsräumen

für Kinder und Jugendliche. Im Unterschied zur überwiegend professionell

geleisteten offenen Kinder- und Jugendarbeit lebt die Jugendverbandsarbeit vor allem durch

ein ehrenamtlich getragenes bürgerschaftliches Engagement.

Ihr gesetzlicher Auftrag ergibt sich aus dem § 11 Jugendarbeit und insbesondere § 12 des

Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG; SGB VIII):

§ 12 Förderung der Jugendverbände

(1) Die eigenverantwortliche Tätigkeit der Jugendverbände und Jugendgruppen ist unter

Wahrung ihres satzungsgemäßen Eigenlebens nach Maßgabe des § 47 zu fördern.

(2) In Jugendverbänden und Jugendgruppen wird Jugendarbeit von jungen Menschen selbst

organisiert, gemeinschaftlich gestaltet und mitverantwortet. Ihre Arbeit ist auf Dauer angelegt

und in der Regel auf die eigenen Mitglieder ausgerichtet, sie kann sich aber auch

an junge Menschen wenden, die nicht Mitglieder sind. Durch Jugendverbände und ihre

Zusammenschlüsse werden Anliegen und Interessen junger Menschen zum Ausdruck

gebracht und vertreten.

Mit dieser Vorschrift trägt das KJHG den vielfältigen und unterschiedlichen Bedürfnissen und

Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen Rechnung. Die Arbeit der

Jugendverbände und Jugendgruppen soll zu Selbstbestimmung, gesellschaftlicher Mitverantwortung

und sozialem Engagement anregen. Dabei besteht das Prinzip der Freiwilligkeit

und der Offenheit für alle. Wie mit dieser Erhebung zu zeigen sein wird, zeichnet sich Jugendverbandsarbeit

dadurch aus, dass sie differenzierte Angebote für Mädchen und Jungen

unterschiedlicher sozialer Herkunft und Nationalität macht. Die Mitarbeit in Vereinen und Jugendverbänden

bietet darüber hinaus jungen Menschen vielfältige Gelegenheiten für soziale

Erfahrungen und die Möglichkeit, sich in adäquate Formen der Beteiligung an Entscheidungen

und Interessenvertretung einzuüben.

Damit wird deutlich, dass die Jugendverbandsarbeit als Auftrag des Kinder- und Jugendhilfegesetzes

auf einer anderen Ebene tätig ist als kommerzielle Anbieter von Freizeit-, Sport-

oder Kultureinrichtungen. Die kommerziellen Angebote sind zwar auch offen für alle, aber sie

sind z.B. für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien nur bedingt zugänglich.

Außerdem fehlt ihnen das Element der Partizipation und Mitbestimmung.

Die Grundsätze der Förderung durch das Land Schleswig-Holstein als dem überörtlichen

Träger der Jugendhilfe sind im Abschnitt II „Jugend- und Jugendsozialarbeit“ des Jugendförderungsgesetzes

(JuFöG) in den §§ 6,7 und 9 bis 20 festgelegt. In diesen Landesbestimmungen

zur Ausführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes heißt es zu den Zielsetzungen

in der Förderung der Jugendarbeit und speziell zur Jugendverbandsarbeit:

§ 8, Abs. (2) Jugendförderungsgesetz

Die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe haben die Jugendarbeit in ihren Bereichen

zu fördern. Sie tragen dafür Sorge, dass die nach § 17 Abs. 1 der Gemeindeordnung

...... für Schleswig-Holstein erforderlichen Einrichtungen geschaffen und Haushaltsmittel

in angemessener Höhe bereitgestellt werden. Die Verbände, Gruppen und Initiativen

der Jugend und deren Zusammenschlüsse sowie die anderen Träger der freien

Jugendhilfe sind nach pflichtgemäßem Ermessen zu unterstützen. Auf eine angemesse-

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ne personelle und sächliche Ausstattung mädchenspezifischer Angebote ist hinzuwirken.

Die Förderung soll die besonderen Interessen ausländischer Kinder und Jugendlicher berücksichtigen.

In der Bundesrepublik Deutschland wird ein erheblicher Teil der sozialen Dienste durch Kirchen

und Wohlfahrtsverbände erbracht. Zu dieser Gruppe der nicht-staatlichen freien und

gemeinnützigen Organisationen gehören auch die Jugendverbände. Jugendverbände werden

definiert als ”freiwillige Zusammenschlüsse junger Menschen mit dem Ziel, individuelle,

soziale und politische Orientierung durch Erziehung und Bildung zu vermitteln” (Wörterbuch

Soziale Arbeit, 1996) und auf diese Weise zur Herausbildung persönlicher Identität und

Wertorientierung Heranwachsender beizutragen.

Als Anbieter freiwilliger ehrenamtlicher sozialer Dienstleistungen müssen Jugendverbände

sich am Markt orientieren und sich gegen die Konkurrenz anderer Anbieter behaupten. In

gewissem Umfang ist ihre Tätigkeit damit auch von betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten

bestimmt. Da sie für ihre Arbeit auf öffentliche Mittel angewiesen sind, können sie in ihren

Programmen und Angeboten nicht nur ihren eigenen Interessen und denen ihrer jugendlichen

Mitglieder folgen, sondern müssen auf die vom Gesetzgeber und von den öffentlichen

Jugendhilfeträgern festgelegten Kriterien der Vergabe von Fördermitteln Rücksicht nehmen

(§ 74 SGB VIII, § 8 JuFöG). Gleichzeitig müssen sie die finanzrechtlichen Anforderungen

hinsichtlich Gemeinnützigkeit berücksichtigen.

Das Kinder- und Jugendhilfegesetz schreibt den Jugendverbänden keine bestimmte Rechtsform

vor. Nach ihrem rechtlichen Status sind Jugendverbände, obwohl sie als Träger der

freien Jugendhilfe in der Regel staatlich angeregt und gefördert werden, privatrechtlich, überwiegend

im Rahmen des Vereinsrechts, organisiert. Zumeist handelt es sich um rechtsfähige

und nicht-rechtsfähige Vereine.

Die meisten Jugendverbände sind auf Bundesebene im Deutschen Bundesjugendring

(DBJR) zusammengeschlossen. Allerdings ist der von der Anzahl seiner Mitglieder her größte

Jugendverband, die Deutsche Sportjugend (DSJ), nicht dem Deutschen Bundesjugendring

zugeordnet. Die DSJ ist aber in der Regel in Landes-, Kreis- und Stadtjugendringen vertreten.

Jugendorganisationen der politischen Parteien sind im Ring politischer Jugend (RPJ)

zusammengeschlossen und erhalten eine eigene staatliche Förderung für ihre Arbeit. Sie

sind parteipolitisch ausgerichtet und gelten nicht als klassische Jugendverbände.

Dachorganisation auf Landesebene ist der Landesjugendring Schleswig-Holstein. Nach dessen

Angaben werden durch die Arbeit der schleswig-holsteinischen Jugendverbände jährlich

mehr als 500.000 Kinder und Jugendliche erreicht. Die auf Landesebene anerkannten Jugendverbände

werden vom Land für diese Aufgaben auf der Grundlage des § 20 Jugendförderungsgesetz

(JuFöG) gefördert. Die Landesregierung beabsichtigt, die bestehenden Richtlinien

zur Förderung der Jugendverbandsarbeit neu zu strukturieren.

Die Jugendverbände in der Hansestadt Lübeck sind wie folgt organisiert: Der Lübecker Jugendring

ist die Dachorganisation aller in Lübeck existierenden, nach § 75 KJHG anerkannten

freien Träger der Jugendhilfe. Außerdem besteht parallel als Dachorganisation für die

Lübecker Sportvereine im Kinder- und Jugendbereich die Sportjugend als Teil des

Kreissportverbandes, dem Turn- und Sportbund der Hansestadt Lübeck. Diese beiden Dachorganisationen

sind selbst anerkannte Träger der Jugendhilfe und erfüllen sämtliche Voraussetzungen

nach § 75 KJHG.

Nach einer Schätzung des Deutschen Bundesjugendrings gab es in den 80er Jahren des

vergangenen Jahrhunderts in der damaligen Bundesrepublik etwa 5 Millionen verbandsorganisierte

Jugendliche, die in ehrenamtlich aufgebauten Organisationen tätig waren. Obwohl

die Jugendverbände seitdem einen Rückgang des ehrenamtlichen Engagements bei

Jugendlichen verzeichnen, kann man trotzdem bei den 14- bis 24jährigen von einer beson-

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ders aktiven Altersgruppe sprechen. In diesem Altersbereich waren früher deutlich weniger

junge Frauen als junge Männer engagiert, inzwischen lässt sich aber eine Zunahme der

weiblichen Ehrenamtlichen in fast allen Verbänden feststellen. Besonders in den Bereichen

Schule, Kirche, Tier- und Naturschutz sind junge Frauen engagiert, während junge Männer

häufiger in den Bereichen Sport, Rettungsdienst und bei der freiwilligen Feuerwehr ehrenamtlich

tätig sind.

Innerhalb des Gemeinwesens hat die verbandliche Jugendarbeit eine eigenständige Funktion

und Bedeutung. Vereine und Verbände gestalten das kulturelle und gesellschaftliche Leben

mit und bieten Raum für unterschiedlichste Interessen in den Bereichen Kultur, Freizeit,

Sport, Religion, Soziales, Politik, Umwelt und Naturschutz. Die Jugendarbeit der Verbände

spiegelt die Vielfalt der Gesellschaft wieder und gestaltet sie gleichzeitig mit. Mit ihrer differenzierten

Angebotsstruktur orientiert sie sich an den konkreten Lebensbedingungen der

Kinder und Jugendlichen vor Ort und trägt deren Bedürfnissen Rechnung. Es ist unbestritten,

dass die Jugendarbeit der Vereine und Verbände vor allem durch ihre präventive und sozialintegrative

Funktion erhebliche Leistungen für unsere Gesellschaft erbringt. In welchem Umfang

dies geschieht, soll durch unsere Erhebung für die Stadt Lübeck dargestellt werden.

Schwieriger zu beantworten – und im Rahmen dieser Erhebung auch nicht zu untersuchen -

ist jedoch die Frage nach der Qualität der Jugendverbandsarbeit, die häufig danach bewertet

wird, wie sich Besucher- oder Mitgliederzahlen entwickeln. Der Aspekt der Qualität ist in diesem

Kontext jedoch überaus vielschichtig. Er bezieht sich „auf die Kinder und Jugendlichen

als Empfänger der Angebote, auf der anderen Seite auf die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter als Planerinnen und Planer und Gestalter der Aktivitäten, die

Verbände als Träger, die Verwaltung als Geldgeber und die Politik mit ihren gesellschaftlichen

Erwartungen. Sie alle definieren ihren spezifischen Anspruch an Qualität von Maßnahmen.“

(Fortschreibung der Landesjugendhilfeplanung, Bericht der Landesregierung Schleswig-Holstein

2001)

Vorrangige Elemente der verbandlichen Arbeit sind ihre Selbstorganisation und das Prinzip

der Ehrenamtlichkeit. Dies gilt überwiegend auch für Jugendgruppen und Jugendverbände,

auch wenn diese eng mit den jeweiligen Erwachsenenverbänden verbunden sind und meist

von diesen finanziell unterstützt werden. Rechtlich ist die Selbstorganisation der Jugendverbände

hinsichtlich ihrer Förderungswürdigkeit bedeutsam. Da sie politisch die Interessen von

Jugendlichen in der Gesellschaft - z.B. im Jugendhilfeausschuss – vertreten, dürfen sie keine

Anhängsel der Erwachsenenverbände sein.

2.2 Ehrenamtliche Tätigkeit

Die gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Bedeutung des freiwilligen ehrenamtlichen Engagements

wurde durch das Internationale Jahr der Freiwilligen 2001 hervorgehoben. Angaben

der Landesregierung Schleswig-Holstein zufolge sind nach neueren Untersuchungen

über 30 % der Bevölkerung ehrenamtlich engagiert. Angesichts der Krise der öffentlichen

Haushalte muss es Regierungen, Kommunalparlamenten und Verwaltungen ein Anliegen

sein, Bürgerengagement weiter zu fördern und die Voraussetzungen für die Ausübung freiwilliger

Tätigkeit besonders im sozialen Bereich zu erleichtern.

„Ehrenamtliches Engagement ist ein konstitutives Merkmal der Jugendarbeit. Gemäß § 11

SGB VIII soll Jugendarbeit an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen

mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zu Selbstbestimmung befähigen, zu gesellschaftlichem

Engagement anregen und hinführen“ (Ministerium für Justiz, Frauen, Jugend und Familie

des Landes Schleswig-Holstein). Auch auf dem Gebiet der Jugendarbeit werden viele

Angebote für Kinder und Jugendliche erst durch das freiwillige Engagement von Erwachsenen

möglich. Gerade in diesem Handlungsfeld der Jugendhilfe ist es aber ein wesentliches

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Sozialisationsziel, junge Menschen selbst frühzeitig zu freiwilligem Engagement, also zu Mitgestaltung

und Mitverantwortung zu motivieren.

Das Kinder- und Jugendhilfegesetz verpflichtet die öffentlichen Träger der Jugendhilfe zur

Förderung des ehrenamtlichen Engagements:

§ 73 SGB VIII Ehrenamtliche Tätigkeit

In der Jugendhilfe ehrenamtlich tätige Personen sollen bei ihrer Tätigkeit angeleitet,

beraten und unterstützt werden.

Als wesentliche Voraussetzung für eine derartige Förderung gilt aber, dass die Personen ihr

Engagement mit einem Mindestmaß an Verbindlichkeit und Regelmäßigkeit im Rahmen organisatorischer

Einbindungen erbringen. Ein besonders im norddeutschen Raum verbreitetes

Instrument zur Qualifizierung und Legitimation für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter in der Jugendarbeit ist die Jugendleiter-/Jugendleiterinnen-Card (JULEICA), die

nach bundeseinheitlichen Richtlinien und Standards vergeben wird und sich auch in Lübeck

großer Beliebtheit erfreut.

Die Teilnahme an den Angeboten der Jugendverbände ist - im Gegensatz zur Schule - freiwillig.

Sofern es Alternativen der Freizeitgestaltung gibt, kann man wohl in der Regel davon

ausgehen, dass Kinder und Jugendliche an Angeboten der Jugendverbände teilnehmen, weil

sie sich dafür entschieden haben. Anzunehmen ist aber auch, dass die jüngeren Kinder oft

von ihren Eltern geschickt werden – auch weil es in Familien Traditionen von Vereins- / Verbandszugehörigkeit

gibt. Freiwilligkeit gilt als ein entscheidendes Merkmal ehrenamtlicher

Arbeit und auch die ehrenamtliche Arbeit im Jugendverband geschieht auf freiwilliger Basis.

Jugendverbände befinden sich diesbezüglich allerdings in einem doppelten Dilemma: Sie

müssen sich darum bemühen, sowohl genügend jugendliche Teilnehmer/innen für ihre Angebote

zu gewinnen, als auch aus der Schar der Teilnehmer/innen genügend ehrenamtliche

Mitarbeiter/innen zu rekrutieren. Folgt man den Aussagen der Fachliteratur und der Jugendverbände,

so wird beides zunehmend schwieriger. Vor allem scheint die für die Gewinnung

ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen besonders wichtige Altersgruppe der 16- bis 18jährigen sich

verstärkt aus den Jugendverbänden zurückzuziehen.

Neben der Ehrenamtlichkeit ist die Selbstorganisation Jugendlicher ein wesentliches Charakteristikum

der verbandlichen Jugendarbeit. Die in § 12 Abs.2 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes

geforderte Selbstorganisation, Mitgestaltung und Mitverantwortung durch Kinder und

Jugendliche entspricht auch dem Anspruch und Selbstverständnis der Jugendverbände und

ist - im Unterschied zu anderen gesellschaftlichen Sozialisationsinstanzen wie der Schule -

deren erklärtes Ziel.

Ehrenamtliche Mitarbeit hat funktionale Bedeutung für das Prinzip der Selbstorganisation im

Jugendverband, da sie Jugendlichen die Möglichkeit der Teilnahme an Planungs-, Gestaltungs-

und Entscheidungsprozessen bietet. Insofern gilt Ehrenamtlichkeit auch als grundlegende

Voraussetzung, um den Anspruch an Selbstorganisation in den Jugendverbänden zu

erfüllen. Allerdings werden die Chancen auf Mitbestimmung für die Heranwachsenden häufig

von eingefahrenen Verbandsstrukturen, internen Hierarchien und externen Abhängigkeiten

der Jugendverbände begrenzt.

In der Fachliteratur wird seit einigen Jahren von einem Strukturwandel in Bezug auf die Entwicklung

des Ehrenamtes gesprochen. Die Bereitschaft der Menschen zu ehrenamtlichem

Engagement hat sich durch gesellschaftliche Entwicklungen verändert: Nicht mehr Tradition,

Konvention und Milieuzugehörigkeit bestimmen über den Zugang der Menschen zu einer

ehrenamtlichen Tätigkeit, sondern die individuellen, unterschiedlichen Lebensbedingungen

und Bedürfnisse.

Die Motive für ehrenamtliches Engagement haben sich in den vergangenen Jahrzehnten

besonders in der Jugend deutlich gewandelt. Wurde es früher traditionell als Teil des Le-

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ensentwurfes und als dauerhafte Verpflichtung wahrgenommen, ist das Engagement junger

Menschen in jüngerer Zeit eher kurzfristig und von ganz persönlichen Interessen geleitet.

Selbstverwirklichung, soziale Kontakte und persönliche Zufriedenheit sind dabei die zentralen

Motive. Jugendliche entscheiden heute aus eigener Wahl, ob sie ehrenamtliche Aufgaben

übernehmen und wachsen nicht mehr wie früher automatisch in die Verbände hinein.

Die viel beredete „Krise des Ehrenamts“ ist sicherlich auch Ausdruck eines insgesamt abnehmenden

sozialen Engagements in der Gesellschaft. Allerdings äußert sich das soziale

Interesse junger Menschen im Rahmen der Jugendarbeit nicht mehr wie früher unbedingt in

ehrenamtlicher Form, sondern wird heute vermehrt als berufliche Tätigkeit realisiert. Professionalisierung

und Verfachlichung haben einerseits die Qualität der sozialen Arbeit erhöht;

sie haben andererseits auch deutliche Änderungen in der Angebots- und Personalstruktur

der Jugendverbände bewirkt. Dennoch bildet ehrenamtliche Tätigkeit auch heute noch die

entscheidende Grundlage der Jugendverbandsarbeit.

Gegenwärtig ist die Jugendverbandsarbeit sowohl durch hauptamtliche als auch durch ehrenamtliche

Mitarbeit bestimmt, während in früheren Zeiten überhaupt keine hauptamtlichen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Jugendverbänden beschäftigt waren. Erst durch die

Ausweitung staatlicher Förderung auf das Gebiet der Jugendarbeit und die stärkere Einbindung

der Jugendverbände in sozialstaatliche Aufgaben konnten hauptamtliche Personalstellen

eingerichtet werden. Infolge der zunehmenden Übernahme von Dienstleistungen im öffentlichen

Auftrag wurden allerdings häufig die Möglichkeiten der Selbstorganisation für Kinder

und Jugendliche in den Jugendverbänden zurückgedrängt. Gerade in Großstädten zeigte

sich auch, dass die mit der ansteigenden Größe der Verbände verbundene Institutionalisierung

und Professionalisierung gelegentlich zu Problemen zwischen den Ehrenamtlichen und

den Hauptamtlichen führten und rein ehrenamtlich geführte Jugendverbände sich in ihrer

Bedeutung zurückgesetzt fühlten.

Der weithin beklagte Attraktivitätsverlust des Ehrenamtes wird in der Fachliteratur inzwischen

zu einem großen Teil den Verbänden selbst angelastet, deren organisatorische Voraussetzungen

und Rahmenbedingungen oft nicht mehr mit der Engagementbereitschaft Jugendlicher

überein stimmen würden. Neben dem quantitativen Problem des Rückgangs der Anzahl

der Ehrenamtlichen und der Dauer ihres Engagements sei vor allem ein Modernisierungsrückstand

der Verbände für die Krise des Ehrenamtes verantwortlich zu machen. Außerdem

sei das Problem weniger auf der pädagogischen und fachspezifischen Ebene, als vielmehr

auf der politischen Ebene des Ehrenamts zu lokalisieren.

Für die Jugendverbände kommt es also darauf an, ihre organisatorischen Rahmenbedingungen

so zu gestalten, dass sie zu ehrenamtlichem Engagement motivieren. Sie müssen ihre

inhaltlichen Programme weiterentwickeln, um vor allem gegenüber der Konkurrenz kommerzieller

Freizeitangebote attraktiv zu bleiben. In vielen Verbänden und Organisationen bedarf

es einer konzeptionellen Neuorientierung, um vorhandene Traditionen und die gewandelten

Bedürfnisse der Jugendlichen miteinander zu verbinden. Innerhalb der Verbandsstrukturen

müssen Partizipationsformen entstehen, die das Interesse, die Orientierung und die Motivation

der Jugendlichen mit den organisatorischen Voraussetzungen in Übereinstimmung bringen.

Dadurch kann bei jungen Menschen eine neue Attraktivität für verbandliches Engagement

geschaffen werden.

Ehrenamtliches Engagement ist in der Regel nicht durch ein einzelnes Motiv, sondern meistens

durch ein ganzes Bündel komplexer Motive bestimmt. Die wichtigsten Beweggründe für

ehrenamtliches Engagement in der Jugendverbandsarbeit liegen im Erleben von Geselligkeit,

Freundschaft und Gemeinschaft, in sinnvoller Freizeitgestaltung, in der Möglichkeit zur

Erweiterung des eigenen Erfahrungshorizonts und in der Freude an der Arbeit mit jungen

Menschen. In erster Linie ist bei den Jugendlichen aber der Faktor ”Spaß” ausschlaggebend.

Das Eingebundensein in einen großen Freundes - und Bekanntenkreis, die Verwurzelung am

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Wohnort und Bindungen an die Kirche sind Bedingungen, die die Engagementbereitschaft

Jugendlicher positiv beeinflussen.

Im Vergleich zu älteren Engagierten gehen Jugendliche mit hohen Erwartungen an ein freiwilliges

Engagement heran, sind aber - im Gegensatz zu den meisten Erwachsenen - auch

der Auffassung, dass sich die ehrenamtliche Arbeit und der Motivationsfaktor ”Spaß” gut miteinander

verbinden lassen. Die These, dass die neue Spaßorientierung und Individualisierung

Jugendlicher für das Engagement hinderlich sei, wird von der sozialwissenschaftlichen

Forschung ebenso widerlegt wie durch die Tatsache, dass sich auch heute noch junge Menschen

in großem Maße freiwillig engagieren.

Veränderte Lebensbedingungen und Orientierungen der Menschen schaffen neue Formen

des freiwilligen Engagements. Die strukturellen Bedingungen in Vereinen, Verbänden und

Jugendorganisationen müssen sich diesen Veränderungen anpassen, um eine breit gefächerte

Jugendarbeit zu ermöglichen. Zu deren Voraussetzungen gehört aber auch, dass

Förderungsrichtlinien, Bereitstellung von Räumen und Sachmitteln und konzeptionelle Unterstützung

der Jugendverbandsarbeit dem geänderten Bedarf Rechnung tragen. Die Aus- und

Fortbildung ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bietet hervorragende Möglichkeiten,

die Qualität ihrer Arbeit zu sichern und gleichzeitig ihr Engagement anzuerkennen. Die

Schulungen zum JULEICA-Erwerb sind dafür ein gutes Beispiel. Neben dem Wunsch nach

weiteren Vergünstigungen, zum Beispiel bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, ist es

vor allem ein Anliegen der ehrenamtlich Engagierten, ihre Zugangsmöglichkeiten zu Information

und Beratung zu verbessern.

2.3 Veränderung der Lebensverhältnisse

Die genaue Kenntnis der Lebenssituation junger Menschen innerhalb unserer Gesellschaft

und der Rahmenbedingungen für die biographische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen

ist notwendig, um die Strukturen und den Bedarf an Angeboten der Jugendhilfe beurteilen

zu können. An dieser Stelle sollen einige grundsätzliche Entwicklungstrends beschrieben

werden, die u.a. in der Literatur zur Jugendforschung und in aktuellen Veröffentlichungen

beschrieben sind und für die Jugendverbandsarbeit Bedeutung haben.

Mit den veränderten Lebensbedingungen, unter denen Kinder und Jugendliche heute aufwachsen,

sind auch ihre Entwicklungs- und Sozialisationsprozesse differenzierter und komplexer

geworden. Individualisierung der Gesellschaft bedeutet heutzutage, dass auch Kindheit

und Jugend zunehmend individuell gestaltet und immer weniger über traditionelle Herkunftmilieus

bestimmt werden. Die Jugendforschung spricht von Pluralisierung als Folge der

Individualisierung und charakterisiert damit vielfältige biographische Entwicklungsmöglichkeiten

und Identitätsangebote, die Kindern und Jugendlichen in der modernen Gesellschaft zur

Verfügung stehen. Damit wird den jungen Menschen aber auch eine höhere Selbstverantwortung

für die eigene Entwicklung zugeschrieben, und mit den geänderten und neuen Anforderungen

steigen gleichzeitig die Risiken und Belastungen in der Lebensbewältigung.

Die Familie ist nach wie vor wichtigstes Bezugssystem für Kinder und Jugendliche. Die traditionelle

Familie, in der die miteinander verheirateten leiblichen Eltern in einem Haushalt mit

ihrem/n Kind/ern zusammen leben, ist in bundesdeutschen Großstädten inzwischen allerdings

längst nicht mehr die Regel. Die Familienformen werden vielfältiger, der Anteil der Einelternfamilien

und Alleinerziehenden wächst ständig. Ebenso steigt der Anteil von Kindern

und Jugendlichen, die ohne Geschwister aufwachsen. Eine zunehmende Anzahl von Eltern

fühlt sich von Erziehungsaufgaben überfordert; die Konsequenzen haben vor allem die Kinder

zu tragen. Diese Entwicklungstrends gelten besonders für großstädtische Räume und

sind auch in Lübeck zu beobachten.

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Da Alleinerziehende auf Erwerbstätigkeit angewiesen sind, aber auch in vollständigen Familien

immer häufiger beide Elternteile berufstätig und tagsüber nicht zu Hause sind, gewinnen

außerfamiliäre Sozialisationserfahrungen in der kindlichen Entwicklung zunehmend an Bedeutung.

Auch stehen Verwandtschaft und Nachbarschaft immer seltener für Betreuungs-

und Versorgungsaufgaben zur Verfügung. Neben Schule und Familie werden deshalb ergänzende

Bezugssysteme gebraucht, in denen Kinder und Jugendliche Bezugspersonen

ebenso vorfinden wie vielfältige und anregend strukturierte Erfahrungsräume. Außerhalb

ihrer Herkunftsfamilie können sie dort Grundbedürfnisse nach Bewegung, Spiel und emotionaler

Zuwendung befriedigen. Diese wichtige Funktion übernehmen Jugendgruppen, Vereine

und Verbände heute in sehr viel stärkerem Maße, während früher vor allem Traditionen und

idealistische Motive die Teilnahme an verbandlichen Aktivitäten bestimmten.

„Peergroups“, also die Gruppen Gleichaltriger und Gleichgesinnter, spielen in der Sozialentwicklung

von Kindern und Jugendlichen eine zunehmend größere Rolle. Dieser Trend findet

immer früher statt und führt nicht selten zur Bildung von radikalisierten Problemgruppen. Dabei

wird es immer schwieriger, zwischen „normalen“ und „auffälligen“ Jugendlichen zu unterscheiden.

Zweifellos wächst aber der Bedarf an öffentlicher Erziehung zur Unterstützung der

Erziehungsarbeit der Familien.

Die Jugendphase ist in ihrer zeitlichen Ausdehnung deutlich angewachsen und hat sich inhaltlich

von einem eindeutig strukturierten Übergang ins Erwachsenenalter zu einer eigenständigen

Lebensphase verändert. Neben der früher einsetzenden biologisch-körperlichen

Reife verlängert sich die Jugendphase heute vor allem durch die zunehmende Verweildauer

im Bildungssystem. Berufsanfänger sind heute im Durchschnitt älter als 18 Jahre, während

im Jahre 1950 das Berufseintrittsalter noch bei 14 Jahren lag. Damit hat die Arbeitswelt als

prägender Erfahrungsbereich in der Jugendphase an Bedeutung verloren und die Jugendlichen

sind im Vergleich zu früher erheblich länger auf die Gleichaltrigengruppe konzentriert.

Jugendliche sind heute früher sozial und kulturell eigenständig, aber ökonomisch länger von

ihren Eltern abhängig. Tatsache ist aber auch, dass ein zunehmender Anteil Jugendlicher

heute überhaupt nicht mehr ins traditionelle Arbeitsleben findet. Bei einer wachsenden Gruppe

junger Erwachsener gibt es innerhalb des dritten Lebensjahrzehnts vor dem Einstieg in

die hauptberufliche Erwerbsarbeit eine längere Phase des Ausprobierens von Bildungswegen

und des vorberuflichen Experimentierens. Auch dies ist ein Unterschied zu früheren Generationen,

in denen solche Möglichkeiten nur denen offenstanden, die finanziell unabhängig

waren.

Schule, Ausbildung und Beruf verlaufen nicht mehr zwangsläufig nacheinander, sondern

werden umkehrbar und wiederholbar. Damit verlängert sich die eigentliche Jugendzeit, die

gegenwärtig etwa zwischen 15 und 20 Jahre liegt, um eine weitere Altersstufe zwischen Jugend

und Erwachsensein. Diese Gruppe junger Menschen ist vor allem dadurch gekennzeichnet,

dass sie vielfältige Formen geringfügiger Beschäftigung praktiziert, in der Regel

aber nicht über die entsprechenden finanziellen und materiellen Ressourcen verfügt, um eine

eigenständige Lebensform aufzubauen, und dadurch länger auf Versorgung durch ihre Familien

und oft auf ergänzende öffentliche Unterstützung angewiesen ist.

Individualisierung bedeutet aus der Sicht der Jugendlichen, dass sie über mehr Möglichkeiten

der Entwicklung, der Bildung und der Lebensgestaltung verfügen. Die Zunahme der Möglichkeiten

bedeutet aber auch, immer früher selbstverantwortlich immer mehr Entscheidungen

über die eigene Lebensplanung treffen zu müssen. Mit dem zunehmenden

Zwang, sich entscheiden zu müssen, wächst die Gefahr der Überforderung, da die Folgen

der Entscheidungen immer weniger absehbar sind.

Das Verhältnis zwischen den Generationen hat sich verändert; die Älteren werden nicht

selbstverständlich als Autoritäten akzeptiert. Die Rolle der Eltern ist immer weniger die der

Entscheider, oft noch nicht einmal mehr die von Ratgebern. In wirtschaftlich schwierigen Zei-

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ten sind die Probleme junger Menschen häufig die gleichen, die Erwachsene auch haben. An

die Stelle gewachsener Beziehungen in der Verwandtschaft treten zunehmend selbst gewählte

soziale Beziehungen zu anderen Personen und Institutionen, häufig in anderen Stadtteilen

und nicht in der unmittelbaren Nachbarschaft.

Die Freizeit hat für die Jugend von heute einen ganz anderen Stellenwert als für frühere Generationen.

Die Ansprüche sind gestiegen und die zunehmende Mobilität ermöglicht Kindern

und Jugendlichen immer früher, ihren Aktions- und Erfahrungsraum in der Stadt auszudehnen.

Konsumorientierung und die zunehmende Individualisierung haben aber auch Auswirkungen

auf die Attraktivität von Jugendgruppen und Jugendverbänden. Junge Menschen

lassen sich nicht mehr so leicht in feste Strukturen einbinden und legen sich nicht gern auf

längere Zeiträume fest. Für spontane Aktionen engagieren sich viele Jugendliche eher als für

anhaltende Mitarbeit in festen Verbänden. Andererseits macht gerade die Vielfalt der Angebote

in der Jugendverbandsarbeit ihren Reiz für die nachwachsende Generation aus, da sie

die Differenziertheit ihrer Lebensverhältnisse und Interessen widerspiegelt.

Gravierende Veränderungen, deren Auswirkungen schon jetzt spürbar sind, werden durch

die demografische Entwicklung mit einem erheblichen Anstieg des Anteils alter Menschen in

der Gesellschaft erwartet. Der Anteil deutscher Kinder und Jugendlicher an der Gesamtbevölkerung

sinkt seit einigen Jahren ständig, der Anteil ausländischer Kinder und Jugendlicher

nimmt aufgrund höherer Geburtenraten zu. Nichtdeutsche Kinder und Jugendliche sind

durch die wirtschaftliche Situation ihrer Familien und aufgrund von Diskriminierungen häufig

zusätzlichen Belastungen ausgesetzt. Als Folge fehlender Integration ziehen sie sich verstärkt

in die eigene Gruppe zu Gleichaltrigen gleicher Nationalität zurück.

Der in der Regel sehr hohe Anteil von nichtdeutschen Jugendlichen in Einrichtungen der offenen

Jugendarbeit zeigt, dass für diese Bevölkerungsgruppe differenzierte Angebote in ausreichender

Menge erforderlich sind. Nichtdeutsche Jugendgruppen und Vereine können hier

Schutzräume zur Stärkung der eigenen Identität anbieten, müssen aber durch integrierende

und multikulturelle Angebote ergänzt werden.

Nach § 9 Abs.3 KJHG sind für alle Handlungsfelder der Jugendhilfe die unterschiedlichen

Lebenslagen von Mädchen und Jungen zu berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen

und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen zu fördern. Zwar sind strukturelle Benachteiligungen

von Mädchen und jungen Frauen in unserer Gesellschaft inzwischen kaum

noch feststellbar, aber das bloße Nebeneinander beider Geschlechter in Schule und Freizeit

führt nicht automatisch zu einer gleichwertigen gesellschaftlichen Teilhabe. Deshalb gibt es

gerade in der Jugendarbeit Bestrebungen, geschlechtsspezifische Angebote für Mädchen -

und inzwischen auch für Jungen - auszubauen.

Im Unterschied zur Generation ihrer Mütter und Großmütter steht in der Sozialentwicklung

von Mädchen die Berufsorientierung heute gleichberechtigt neben der Familienorientierung.

Dennoch ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Wesentlichen immer noch ein weibliches

Thema und die individuelle Mehrbelastung trifft auch heute noch überwiegend Frauen.

Sicherlich ist auch dies ein Grund dafür, dass der Anteil weiblicher Kräfte gerade unter den

ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen in der Jugendverbandsarbeit nach wie vor deutlich unterrepräsentiert

ist.

11


2.4 Grundsätze der Förderung durch die Hansestadt Lübeck

Auch in Lübeck sind die Jugendverbände auf die Anerkennung ihrer Förderungswürdigkeit

durch den öffentlichen Träger der Jugendhilfe und auf entsprechende finanzielle Zuwendungen

angewiesen. Die Förderung erfolgt grundsätzlich nach den in den §§ 74 und 75 SGB VIII

festgelegten gesetzlichen Bestimmungen zur Förderung der freien Jugendhilfe und über die

Anerkennung als Träger freien Jugendhilfe sowie nach den Vorschriften der Landesverordnung

gemäß § 54 JuFöG (Texte im Anhang).

In den Leitsätzen des Bereichs Jugendarbeit vom 01.01.2002 für die Gewährung von Zuwendungen

an Jugendorganisationen, die im Bereich der außerschulischen Jugendbildung

tätig sind, ist im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel festgelegt, welche

Maßnahmen gefördert werden. Nach diesen Leitsätzen gewährt das Jugendamt Zuwendungen

für

- Kinder- und Jugendfreizeiten (Fahrten und Lager),

- Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Mädchen,

- internationale Jugendbegegnungen,

- Grund- und Fortbildungslehrgänge für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter der außerschulischen Jugendbildung,

- allgemeine überfachliche Bildungsmaßnahmen,

- gemeinschaftsbildende Veranstaltungen (Sachkostenzuwendungen),

- Beschaffung von Sachwerten, Unterhaltung und Ausbau von

Jugendfreizeiteinrichtungen, Betriebs- und Personalkosten

(Sachkostenzuwendungen).

Der Gesamtbetrag, der von der Hansestadt Lübeck im Jahr 2001 für die Förderung der Jugendverbandsarbeit

aufgewendet wurde, belief sich auf umgerechnet rund 212.000 Euro.

Dieser Betrag gliederte sich auf die verschiedenen Förderungsbereiche in unterschiedlicher

Höhe auf.

Nicht unerwähnt bleiben darf in diesem Zusammenhang die städtische Förderung des Jugendsports.

Der Bereich Schule und Sport gewährt auf Antrag 7,70 EUR Förderung pro Jahr

für jedes minderjährige Vereinsmitglied. Im Jahr 2001 wurden insgesamt 107.400 EUR für

die Jugendsportförderung aufgewendet.

12


3. Demografische Grundlagen für die Jugendverbandsarbeit

in der Hansestadt Lübeck

3.1 Demografische Daten

Der für die Jugendverbandsarbeit relevante Altersbereich muss erheblich breiter gefasst

werden als der der Kinder- und Jugendarbeit in offenen Jugendfreizeiteinrichtungen, für die

im Wesentlichen Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis zu 17 Jahren die Zielgruppe darstellen

(siehe Jugendhilfeplanung für den Bereich Jugendarbeit, Januar 2001, Kapitel 3.1).

Die Angebote der Jugendarbeit der Vereine und Verbände richten sich auch schon an Kinder

im Vorschulalter und insbesondere auch an junge Erwachsene. Die Altersspanne reicht damit

grob gefasst von 3 bis zu 26 Jahren, wenn auch in den jüngsten und ältesten Jahrgängen

einer so gewählten Zielgruppe nur noch geringe Fallzahlen zu erwarten sein dürften.

Wie sich während unserer Interviews schnell herausgestellt hat, ist eine Differenzierung der

Nutzer/innen von Angeboten und der Akteure in der Jugendverbandsarbeit in kleine Altersgruppen

wegen fließender Übergänge kaum möglich. Als Grundlage für diese Erhebung

wurde deshalb die Altersklassifizierung nach den Begriffsbestimmungen des Kinder- und

Jugendhilfegesetzes (§ 7 Abs.1, SGB VIII) herangezogen. Danach läßt sich die Zielgruppe

in Kinder im Alter (von 3) bis zu 13 Jahren, Jugendliche von 14 bis zu 17 Jahren und junge

Volljährige bis unter 27 Jahren einteilen. Die so gewählten Altersgruppen umfassen jeweils

eine unterschiedliche Anzahl von Jahrgängen: für die Kinder von 3 bis 13 Jahren sind es 11,

für die Jugendlichen von 14 bis 17 Jahren nur 4 und für die jungen Erwachsenen von 18 bis

26 Jahren 9 Jahrgänge. Außerdem stehen nicht für alle zu beschreibenden Merkmale die

dieser Altersklassifizierung entsprechenden Bezugsdaten zur Verfügung. Die Nachteile eingeschränkter

Vergleichbarkeit sind jedoch aus praktischen Erwägungen in Kauf zu nehmen.

Als geografisches Bezugssystem für die quantitative Verteilung der Angebote der Jugendverbandsarbeit

wurden die 35 Stadtbezirke der Hansestadt Lübeck gewählt. Diese sind für

eine sozialräumliche Darstellung aber vor allem wegen ihrer inhomogenen Besiedlungsstruktur

und extrem variierender Einwohnerzahlen nur sehr bedingt geeignet (Die Bandbreite

reicht vom dicht besiedelten Stadtbezirk Hüxtertor mit 26.644 Einwohner/innen bis zur dörflichen

Siedlung Reecke, in der am 31.12.2001 ganze 106 Einwohner/innen registriert waren.).

Da eine flächendeckende Sozialraumanalyse für das Stadtgebiet bisher nicht zur Verfügung

steht und da bei zu kleinen Fallzahlen die Gefahr der Identifizierung einzelner Personen besteht,

müssen vor allem für die Darstellung von Sozialstatistiken die 10 Stadtteile der Hansestadt

Lübeck als Gebietsgliederung zugrunde gelegt werden.

Eine Gesamtübersicht über die zahlenmäßige Verteilung junger Menschen im Alter von 3 bis

26 Jahren in den Stadtbezirken und Stadtteilen differenziert nach Altersgruppen und Geschlecht

zum Stichtag 31.12.2001 bietet die nachfolgende Tabelle 1. Die gesamte Zielgruppe

der Jugendverbandsarbeit in der Hansestadt Lübeck macht mit einer Anzahl von rund 52.000

Personen knapp ein Viertel der insgesamt 215.330 Einwohnerinnen und Einwohner aus; dabei

ist der Anteil weiblicher Personen mit knapp 51 % unwesentlich höher als der der männlichen.

Die beiden größten Altersgruppen sind mit jeweils etwa 22.000 Personen die Kinder

von 3 bis 13 und die jungen Erwachsenen von 18 bis 26 Jahren. Da sie 2 Jahrgänge mehr

umfasst als die Altersgruppe der jungen Erwachsenen müsste die Gruppe der Kinder entsprechend

größer sein; hier zeigen sich jedoch die Folgen des Geburtenrückgangs seit

1993. Der „Kern“ der Nutzer/innen und Beteiligten in der Jugendarbeit der Vereine und Verbände,

nämlich die Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren, macht mit rund 7.700 Personen

nur etwa 15 % der gesamten Zielgruppe aus.

13


Tabelle 1: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene nach Stadtteilen

und Stadtbezirken am 31.12.2001

Kenn- Stadtbezirk / 3 - 13 14 - 17 18 - 26 männlich weiblich 3 - 26 J.

ziffer Stadtteil Jahre Jahre Jahre

gesamt

01.01 Innenstadt 893 327 2.154 1.587 1.787 3.374

02.02 Hüxtertor 2.179 725 2.722 2.646 2.980 5.626

02.09 Strecknitz 1.057 351 989 1.239 1.158 2.397

02.10 Blankensee 75 37 73 108 77 185

02.11 Wulfsdorf 53 21 37 56 55 111

02.12 Beidendorf 10 3 14 14 13 27

02.13 Krummesse 162 64 78 153 151 304

02.14 Kronsforde 58 15 36 54 55 109

02.15 Niederbüssau 77 24 65 89 77 166

02.16 Vorrade 13 4 20 14 23 37

02.17 Schiereichenkoppel 62 19 31 50 62 112

02.18 Oberbüssau 23 7 14 18 26 44

02 St.Jürgen 3.769 1.270 4.079 4.441 4.677 9.118

03.19 Niendorf 175 66 106 163 184 347

03.20 Reecke 6 8 13 13 14 27

03.21 Alt-Moisling 1.491 515 1.152 1.622 1.536 3.158

03 Moisling 1.672 589 1.271 1.798 1.734 3.532

04.22 Buntekuh 1.569 533 1.060 1.597 1.565 3.162

05.03 St.Lorenz Süd 1.539 508 2.102 1.963 2.186 4.149

06.04 Holstentor-Nord 1.616 560 2.462 2.230 2.408 4.638

06.05 Falkenfeld/Vorwerk 1.390 467 1.113 1.483 1.487 2.970

06.23 Groß Steinrade 278 120 204 279 323 602

06.24 Dornbreite 1.007 350 797 1.116 1.038 2.154

06 St. Lorenz Nord 4.291 1.497 4.576 5.108 5.256 10.364

07.06 Burgtor 567 270 617 739 715 1.454

07.07 Marli/Brandenbaum 2.054 660 2.153 2.367 2.500 4.867

07.08 Eichholz 955 385 722 1.033 1.029 2.062

07.25 Karlshof 649 266 501 728 688 1.416

07 St. Gertrud 4.225 1.581 3.993 4.867 4.932 9.799

08.26 Schlutup 663 257 482 729 673 1.402

09.27 Dänischburg 493 207 357 582 475 1.057

09.28 Herrenwyk 638 241 464 669 674 1.343

09.29 Alt-Kücknitz 1.155 370 972 1.217 1.280 2.497

09.30 Pöppendorf 14 3 14 13 18 31

09 Kücknitz 2.300 821 1.807 2.481 2.447 4.928

10.31 Ivendorf 33 12 20 29 36 65

10.32 Alt-Travemünde 916 278 650 923 921 1.844

10.33 Priwall 46 24 44 62 52 114

10.34 Teutendorf 5 5 11 11 10 21

10.35 Brodten 2 3 11 10 6 16

10 Travemünde 1.002 322 736 1.035 1.025 2.060

Lübeck insgesamt 21.923 7.705 22.260 25.606 26.282 51.888

Quelle: Hansestadt Lübeck, Bereich Statistik und Wahlen

14


Die nachfolgende Tabelle 2 und die Grafiken 1 und 2 zeigen die Anteilsverhältnisse der Altersgruppe

von 3 bis 26 Jahren zu der Gesamtpopulation in den Stadtteilen und in der Hansestadt

insgesamt.

Tabelle 2: Einwohnerzahlen und Anteile der Kinder, Jugendlichen und

Jungen Erwachsenen nach Stadtteilen

Stadtteil

Einwohner

/ innen

Anteil an

Einwohnerzahl

gesamt

Altersgruppe

3 -

26 Jahre

Anteil an

Altersgruppe

gesamt

Anteil der Altersgruppe

an Einwohner/innen

im

Stadtteil

Innenstadt 13.358 6,2% 3.374 6,5% 25,3%

St.Jürgen 39.145 18,2% 9.118 17,6% 23,3%

Moisling 12.401 5,8% 3.532 6,8% 28,5%

Buntekuh 11.590 5,4% 3.162 6,1% 27,3%

St.Lorenz Süd 15.644 7,3% 4.149 8,0% 26,5%

St. Lorenz Nord 42.039 19,5% 10.364 20,0% 24,7%

St. Gertrud 42.212 19,6% 9.799 18,9% 23,2%

Schlutup 5.886 2,7% 1402 2,7% 23,8%

Kücknitz 19.551 9,1% 4.928 9,5% 25,2%

Travemünde 13.504 6,3% 2.060 4,0% 15,3%

Lübeck insgesamt

215.330 100% 51.888 100% 24,1%

Grafik 1: Anteile der Altersgruppe von 3 bis 26 Jahren im Stadtgebiet

St. Gertrud

19%

Kücknitz

9%

Schlutup

3%

St. Lorenz Nord

20%

Travemünde

4%

Innenstadt

6%

St.Jürgen

18%

St.Lorenz Süd

8%

Moisling

7%

Buntekuh

6%

Entsprechend der Größe der Stadtteile ist auch die Zielgruppe der Jugendverbandsarbeit

über das Stadtgebiet verteilt. 57 % der jungen Menschen dieser Altersgruppe leben in den 3

großen Stadtteilen St.Gertrud, St.Lorenz-Nord und St.Jürgen; im kleinsten Stadtteil Schlutup

wohnen nur 3% der gesamten Bezugsgruppe. Der durchschnittliche Anteil dieser Alters-

15


gruppe an den Einwohner/innen insgesamt liegt im Stadtgebiet bei 24 %. Die Zahlen- und

Anteilsverhältnisse in den Stadtteilen veranschaulicht die folgende Grafik 2.

Grafik 2: Einwohner/innen in den Stadtteilen insgesamt und

Anteile der Altersgruppe von 3 bis 26 Jahren

45.000

40.000

35.000

30.000

25.000

20.000

15.000

10.000

5.000

0

Innenstadt

St.Jürgen

Moisling

Innerhalb der einzelnen Stadtteile ist die Altersgruppe 3 –26 in sehr unterschiedlichen Anteilen

repräsentiert: In Travemünde machen die 2.060 jungen Menschen dieser Altersgruppe

nur rund 15 % aller Bewohner/innen des Stadtteils aus, im „jüngsten“ Stadtteil Moisling sind

es immerhin fast 29 % aller Einwohner/innen und in Buntekuh gut 27 %. Die Stadtbezirke

(hier nicht tabellarisch dargestellt) mit der jüngsten Bewohnerstruktur sind Vorrade mit 32 %

Anteil junger Menschen im Alter von 3 bis 26 Jahren an allen Einwohner/innen, gefolgt von

Herrenwyk und Blankensee (31 %), Krummesse (30 %), Strecknitz und Alt-Moisling (29 %).

Am geringsten ist der Anteil mit 7,5 % auf dem Priwall, ebenfalls sehr niedrig in Brodten

(13 %), Teutendorf und Alt-Travemünde (16 %) und in Pöppendorf (18 %).

3.2 Sozialstatistische Merkmale

Buntekuh

St.Lorenz Süd

St. Lorenz Nord

St. Gertrud

In der Bestandsaufnahme über die offenen Angebote in Jugendfreizeiteinrichtungen vom

Januar 2001 ist festgestellt worden, dass die Nutzer/innen der Angebote in der Regel „nicht

dem Bevölkerungsdurchschnitt entsprechen, sondern vielfach durch soziale Benachteiligungen

geprägt sind“ und dass es in diesen Einrichtungen einen starken, mancherorts

sogar dominierenden Anteil ausländischer Besucher/innen gibt. Auch für die vorliegende

Erhebung zur Jugendverbandsarbeit soll der Frage nachgegangen werden, ob die Nutzer/innen

der Angebote hinsichtlich der Ausprägung bestimmter sozialer Merkmale signifikant

vom Durchschnitt der zugrunde gelegten Altersgruppe abweichen. Als aussagefähige

Sozialindikatoren wurden nichtdeutsche Staatsangehörigkeit, Bezug von Sozialhilfe, Anteil

der Gewährung von Hilfen zur Erziehung und Arbeitslosigkeit gewählt.

Die nachfolgende Tabelle 3 zeigt die Verteilung von Einwohner/innen mit (erster) nichtdeutscher

Staatsangehörigkeit in den Stadtteilen. Auffällig ist zunächst, dass der Anteil

nichtdeutscher Bewohner/innen in der Altersgruppe 3 – 26 durchweg in allen Stadtteilen höher

liegt als in der Gesamtbevölkerung. Im Durchschnitt beträgt der Unterschied 3,3 Prozentpunkte.

Am höchsten ist der Unterschied im kinderreichen Stadtteil Buntekuh mit 8,3 %,

Schlutup

Altersbereich 3 - 26 Jahre

Kücknitz

Travemünde

16


am niedrigsten mit 1,1 % in St.Jürgen, wo neben Travemünde und St.Gertrud ohnehin die

geringsten Ausländeranteile bestehen. Mit 22,6 %, also nahezu einem Viertel aller jungen

Menschen ausländischer Herkunft, ist Buntekuh absoluter „Spitzenreiter“ in dieser Hinsicht,

gefolgt von der Innenstadt und von Moisling. Nimmt man den Ausländeranteil unter Kindern

und Jugendlichen als Indikator für die soziale Belastung von Wohngebieten, so ergibt sich für

diese drei Stadtteile also hinsichtlich der sozialen Infrastruktur ein eindeutiger Handlungsbedarf.

Tabelle 3: Anteile von Ausländer/innen in den Stadtteilen am 31.12.2001

Stadtteil

Ausländer / innen 3 - 26 Jahre

männlich weiblich gesamt Anteil an der

Altersgruppe

Ausländeranteil

an der

Gesamtbevölkerung

Innenstadt 302 308 610 18,1% 15,0%

St.Jürgen 257 250 507 5,6% 4,5%

Moisling 283 286 569 16,1% 12,7%

Buntekuh 366 348 714 22,6% 14,3%

St.Lorenz Süd 294 313 607 14,6% 11,5%

St. Lorenz Nord 782 683 1.465 14,1% 10,5%

St. Gertrud 400 392 792 8,1% 5,9%

Schlutup 70 72 142 10,1% 6,9%

Kücknitz 345 308 653 13,3% 9,4%

Travemünde 56 73 129 6,3% 4,6%

Lübeck insgesamt

3.155 3.033 6.188 11,9% 8,6%

Quelle: Hansestadt Lübeck, Bereich Statistik und Wahlen

In diesen Daten sind die jugendlichen Spätaussiedler/innen nicht berücksichtigt. Diese besitzen

zwar die deutsche Staatsangehörigkeit, verfügen aber oft nur über unzureichende

Kenntnisse der deutschen Sprache und haben entsprechend unter Benachteiligungen als

Ausländer zu leiden. Gerade in der Bevölkerung sozial schwacher Wohngebiete sind hohe

Anteile von Spätaussiedler/innen vorzufinden.

Dieser Befund deckt sich im Wesentlichen mit den Daten zur Verteilung der Empfänger/ innen

von Hilfen zum Lebensunterhalt (HzL, Tabelle 4). Auch hier liegt der prozentuale Anteil

in der Altersgruppe 3 – 26 in allen Stadtteilen deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung.

Der Unterschied ist bezüglich dieses Merkmals allerdings mit durchnittlich 5,2 Prozentpunkten

noch erheblich signifikanter als bei den Ausländeranteilen. Der Spitzenwert, den

Buntekuh mit einem Anteil an Sozialhilfeempfängern von über 29 % in der für die Jugend-

verbandsarbeit relevanten Altersgruppe einnimmt, muss als besorgniserregend eingestuft

werden, zumal dieser Wert fast doppelt so hoch ist wie der Anteil der Empfänger/innen von

Hilfe zum Lebensunterhalt im Stadtteil überhaupt und mehr als viermal so hoch wie im gesamtstädtischen

Durchschnitt. Von einem hohen, wenn auch nicht derart schwerwiegenden

Anteil einkommensarmer junger Menschen läßt sich auch noch im Stadtteil Moisling sprechen.

Die Unterschiede zwischen den „armen“ Stadtteilen Buntekuh und Moisling und den

„gutsituierten“ Stadtteilen Travemünde und St.Jürgen sind hinsichtlich dieses Merkmals besonders

krass.

17


Tabelle 4: Anzahl und Anteilsverhältnisse der Empfänger/innen von Hilfe

zum Lebensunterhalt in den Stadtteilen am 30.06.2001

Stadtteil Anzahl in der Altersgruppe

3 - 26 Jahre

Empfänger / innen Hilfe zum Lebensunterhalt

Anteil an der

Altersgruppe

Anteil an der Gesamtbevölkerung

Innenstadt 383 11,4% 8,5%

St.Jürgen 431 4,7% 3,1%

Moisling 690 19,5% 13,5%

Buntekuh 923 29,2% 15,3%

St.Lorenz Süd 586 14,1% 8,9%

St. Lorenz Nord 1.335 12,9% 7,7%

St. Gertrud 883 9,0% 5,3%

Schlutup 158 11,3% 5,4%

Kücknitz 541 11,0% 6,4%

Travemünde 89 4,3% 2,2%

Lübeck

insgesamt

6.393 12,3% 7,1%

Quelle: Hansestadt Lübeck, Bereich Sozialhilfegewährung, Bereich Statistik und Wahlen

In einem engen statistischen und inhaltlichen Zusammenhang zur Sozialhilfe steht als weiterer

Indikator für die soziale Belastung von Wohngebieten der Bezug von Jugendhilfeleistungen,

speziell von Hilfen zur Erziehung (Heimerziehung, sozialpädagogische Familienhilfe,

Betreuung in Tagesgruppen u.a.). Über die Empfänger/innen von Jugendhilfe stehen

differenzierte Daten zur Verfügung, die in der folgenden Tabelle zusammengefasst dargestellt

werden.

Tabelle 5: Anzahl und Anteilsverhältnisse der Empfänger/innen von Hilfen

zur Erziehung in den Stadtteilen am 31.12.2001

Empfänger / innen von Hilfen zur Erziehung

Stadtteil Anzahl in der Altersgruppe

3 - 26 Jahre

Anteil an der

Altersgruppe

bezogen auf

10.000 *

Innenstadt 55 1,6% 157

St.Jürgen 91 1,0% 94

Moisling 99 2,8% 287

Buntekuh 70 2,2% 214

St.Lorenz Süd 78 1,9% 179

St. Lorenz Nord 153 1,5% 147

St. Gertrud 145 1,5% 138

Schlutup 34 2,4% 210

Kücknitz 126 2,6% 226

Travemünde 21 1,0% 93

Lübeck insgesamt 872 1,7% 163

Quelle: Bereich Jugendhilfe – Jugendamt, Jugendhilfe-Datenbank JuLE

Wegen der niedrigen Fallzahlen wird für diese Hilfearten üblicherweise als Vergleichswert

die Anzahl bezogen auf jeweils 10.000 der altersentsprechenden Bevölkerung berechnet

(*Für diesen Wert wird hier die gesamte Anzahl der Hilfen für alle Kinder, Jugendlichen und

18


jungen Erwachsenen von 0 bis unter 27 Jahren herangezogen. Da für die Altersgruppe von 0

bis unter 3 Jahren jedoch am 31.12.2001 nur 68 von insgesamt 940 Jugendhilfeleistungen

gewährt wurden, ist die Differenz in diesem Zusammenhang unerheblich.).

Am auffälligsten vom gesamtstädtischen Durchschnitt weicht bei der Gewährung von Hilfen

zur Erziehung der Stadtteil Moisling ab. 287 von 10.000 jungen Menschen nehmen hier Leistungen

der Jugendhilfe in Anspruch. Deutlich erhöhte Quoten zeigen ebenfalls Kücknitz,

Schlutup und Buntekuh. Als auch in dieser Hinsicht am geringsten belastet erweisen sich

wiederum Travemünde und St.Jürgen.

Als letzter, für die Jugendverbandsarbeit aber sicherlich nicht minder wichtiger Sozialindikator

soll hier die Jugendarbeitslosigkeit dargestellt werden. Da die Arbeitslosenstatistik

spezifizierte Daten für die Altersgruppe von 15 bis 25 Jahren ausweist, wird der Anteil Arbeitsloser

auf die altersentsprechende Bezugsgruppe in den Stadtteilen berechnet. Dieser

Wert ist nicht vergleichbar mit der „amtlichen“ Arbeitslosenquote, weil diese sich nur auf die

„abhängigen zivilen Erwerbspersonen“ bezieht und deshalb entsprechend höher ausfallen

muss (Trotzdem als Anhaltspunkt: Im Jahresdurchschnitt 2001 betrug die Arbeitslosenquote

in Lübeck 13,4 %.).

Tabelle 6: Jugendarbeitslosigkeit in den Stadtteilen am 31.12.2001

Stadtteil

Altersgruppe

15 - 25 J.

Anzahl Personen

Arbeitslose

15 - 25 J.

Anteil

Arbeitsloser

Innenstadt 2.076 112 5,4%

St.Jürgen 4.584 152 3,3%

Moisling 1.569 126 8,0%

Buntekuh 1.322 100 7,6%

St.Lorenz Süd 2.227 167 7,5%

St. Lorenz Nord 5.092 302 5,9%

St. Gertrud 4.712 267 5,7%

Schlutup 627 32 5,1%

Kücknitz 2.183 136 6,2%

Travemünde 884 35 4,0%

Lübeck insgesamt 25.276 1.429 5,7%

Quelle: Hansestadt Lübeck, Bereich Statistik und Wahlen

Hinsichtlich des Merkmals Jugendarbeitslosigkeit wiederum am geringsten belastet sind die

Stadtteile St.Jürgen und Travemünde. Deutlich überhöhte Werte lassen sich im Vergleich

zum gesamtstädtischen Durchschnitt für die Stadtteile Moisling, Buntekuh und St.Lorenz

Süd nachweisen. Dort ist mindestens jeder dreizehnte junge Mensch im Alter zwischen 15

und 25 Jahren arbeitslos gemeldet.

19


Die nachfolgende Grafik stellt zusammengefasst die sozialen Belastungsindizes für die relevante

Altersgruppe in den Stadtteilen dar.

Grafik 3: Prozentuale Anteile Ausländer/innen, Empfänger/innen von

Sozialhilfe, Jugendhilfe und Arbeitslosenunterstützung in den

Stadtteilen in der Altersgruppe von 3 bis 26 Jahren

35,0%

30,0%

25,0%

20,0%

15,0%

10,0%

5,0%

0,0%

Innenstadt

St.Jürgen

Moisling

Buntekuh

St.Lorenz Süd

St. Lorenz Nord

St. Gertrud

Schlutup

Kücknitz

Travemünde

Ausländeranteil Anteil Sozialhilfe-Empfänger/innen

Anteil Empfänger/innen von Jugendhilfe Anteil Arbeitsloser

Betrachtet man die ausgewählten Einwohnerdaten und Sozialindikatoren insgesamt, so zeigt

sich, dass die drei Stadtteile mit den relativ höchsten Bevölkerungsanteilen in den für die

Jugendverbandsarbeit relevanten Altersgruppen, nämlich Moisling, Buntekuh und St.Lorenz

Süd, auch die höchsten Indizes hinsichtlich des Bezugs von Sozialhilfeleistungen und Arbeitslosenunterstützung

aufweisen. Die „jüngsten“ Stadtteile sind also auch die „ärmsten“.

Da sich in diesen Stadtteilen, insbesondere in Moisling und Buntekuh, zusätzlich hohe Ausländeranteile

und überdurchnittliche Quoten von Jugendhilfeleistungen vorfinden, müssen

sie eindeutig als sozial belastet eingestuft werden.

Es wäre zu wünschen, dass in den überproportional belasteten Stadtteilen ein quantitativ

und qualitativ breit gefächertes Spektrum an Maßnahmen der Jugendarbeit zur Verfügung

steht. Ob die regionale Verteilung der Angebote von Vereinen und Verbänden für junge

Menschen mit dem Bedarf an präventiven Maßnahmen in den Stadtteilen korrespondiert, soll

u.a. durch diese Erhebung untersucht werden.

20


3.3 Bevölkerungsprognose

Die Bevölkerungsprognose des Bereichs Statistik und Wahlen sagt für den Zeitraum 2000

bis 2015 in der Gesamtbevölkerung der Hansestadt Lübeck eine Abnahme von 215.300 auf

etwa 206.000 Personen voraus, also um rund 5 %. Dabei wird in den jüngeren Altersgruppen

eine durchgehende Abnahme der Bestandszahlen erwartet und auch für die Schülerzahlen

eine rückläufige Entwicklung prognostiziert.

Der für diese Erhebung zur Jugendverbandsarbeit relevante Altersbereich reicht von frühestens

3 bis zu höchstens 27 Jahren und umfasste im Jahre 2000 insgesamt etwa 51.000 Personen.

Wie aus der nachfolgenden Grafik hervorgeht, werden nach der Prognose für die

Hansestadt Lübeck die Altersgruppen

der 3- bis 5jährigen Kinder von rd. 5.800 in 2000 auf rd. 5.000 in 2015 abnehmen,

der 6- bis 9jährigen Schulkinder von rd. 8.150 auf rd. 6.800 abnehmen,

der 10- bis 14jährigen Schüler/innen von rd. 9.800 auf rd. 8.800 abnehmen,

der 15- bis 17jährigen Jugendlichen mit rd. 5.650 stabil bleiben,

der 18- bis 20jährigen Volljährigen von rd. 6.550 auf rd. 6.300 leicht abnehmen und

der 21- bis unter 27jährigen Erwachsenen von rd. 15.200 auf rd. 15.500 leicht

anwachsen.

Der stärkste Rückgang von 17 % wird nach der Prognose in der Altersgruppe der Grundschüler/innen

eintreten. Dagegen wird die für die Jugendverbandsarbeit wichtige Gruppe der

Jugendlichen ab 15 Jahren zunächst bis 2007 um 10 % zunehmen, zum Ende des Prognosezeitraums

in 2015 aber in der Anzahl auf etwa dem gleichen Stand wie in 2000 liegen. Bei

den jungen Erwachsenen ab 21 Jahren erwartet man sogar noch einen geringen Zuwachs

um 2 %.

Grafik 4: Prognostizierte Entwicklung der für die Jugendverbandsarbeit

relevanten Altersgruppen in der Hansestadt Lübeck

18000

16000

14000

12000

10000

8000

6000

4000

2000

0

3 - 5 6 - 9 10 - 14 15 - 17 18 - 20 21 - 26

Quelle: Bereich Statistik und Wahlen, Bevölkerungsprognose 2000 – 2015

Für die Zielgruppe der Jugendverbandsarbeit insgesamt beträgt der prognostizierte Rückgang

bis zum Jahr 2015 mit 6 % rund 3.100 junge Menschen. Auf die dieser Erhebung

zugrunde gelegte Altersgruppierung bezogen wird dieser Rückgang ausschließlich durch die

Abnahme der Altersgruppe von 3 bis 13 Jahren um voraussichtlich 14,4 % verursacht. Daher

ist anzunehmen, dass der vor allem durch das hohe Geburtendefizit bedingte Bevölkerungsrückgang

in seinen Auswirkungen für die Jugendverbandsarbeit erst nach 2015 bedeutsam

wird.

2000

2015

21


4. Methode und Verlauf der Erhebung

Mit Beteiligung des Lübecker Jugendrings und der Sportjugend Lübeck wurde das methodische

Vorgehen für die Erfassung der Angebotsstruktur in der Jugendarbeit der Vereine und

Verbände festgelegt. Nachdem in mehreren Arbeitssitzungen Inhalte und mögliche Erhebungsverfahren

diskutiert worden waren, entschieden wir uns aus folgenden Gründen für die

Durchführung strukturierter Interviews: Die Zustellung von Fragebögen per Post und deren

freiwillige schriftliche Beantwortung hätte voraussichtlich nur zu einem geringen Rücklauf

und hoher Fehlerquote geführt. Außerdem sollten die überwiegend ehrenamtlich tätigen Jugendgruppenleiter/innen

und Verbandsfunktionäre durch die Befragung in ihrer Freizeit möglichst

wenig belastet werden.

Grundlage für den in dieser Erhebung benutzten Interview-Leitfaden stellte neben eigenen

Experteneinschätzungen ein vom Institut für soziale Arbeit (ISA, Münster) entwickelter „Fragebogen

zur Bestandsaufnahme der Kinder- und Jugendarbeit“ in verkürzter und modifizierter

Fassung dar. Das geplante Vorgehen wurde in einer Beteiligungsrunde mit Vereinen und

dem Lübecker Jugendring im Mai und in einer Sitzung der Arbeitsgemeinschaft nach § 78

„Kinder- und Jugendarbeit in der Hansestadt Lübeck“ im Juli 2001 vorgestellt. Der schließlich

verwendete Interviewbogen berücksichtigt die gegebenen Anregungen.

Die Befragung wurde nach den Formen und Regeln standardisierter Interviews strukturiert

und durchgeführt. Die Stammdaten der Verbände, Vereine bzw. sonstigen Anbieter sowie

die Inhalte und Ergebnisse der Interviewfragen sind in einer Datenbank des Bereichs Jugendarbeit

/ Jugendamt der Hansestadt Lübeck erfasst und gespeichert. In den Fragen des

Interviews geht es zunächst um die Klassifizierung der Anbieter und ihre Zuordnung zu verschiedenen

Verbandskategorien. Die folgenden Fragen beziehen sich auf die räumliche Lokalisierung

der Angebote im Stadtgebiet, auf die Organisation und Struktur der ehrenamtlichen

und hauptamtlichen Arbeit sowie auf die Finanzierungsquellen der Jugendarbeit.

Weitere Fragen befassen sich mit den Zielgruppen und der Aufteilung der Nutzer/innen und

Besucher/innen unter verschiedenen Gesichtspunkten.

Anzahl, Art und zeitlicher Umfang der verschiedenen Angebote sind Inhalt des nächsten

Fragenkomplexes. Schließlich geht es um die Kooperation mit anderen Institutionen, um

Formen der Unterstützung durch interne und externe Organisationen und um die Möglichkeit,

Problembereiche in der eigenen Jugendarbeit zu beschreiben und nicht angesprochene Informationen

mitzuteilen. Von den insgesamt 28 Fragen sind lediglich vier offene Einschätzungsfragen,

alle anderen Fragen sind gebundene Fragen mit vorgegebenen Antwortkategorien

(Fragebogen im Anhang).

Um für die große Anzahl der durchzuführenden Befragungen eine ausreichende Anzahl von

Interviewer/innen zu gewinnen, wurde mit der Dorothea-Schlözer-Schule, Fachschule für

Sozialpädagogik, Kontakt aufgenommen. Schulleitung und der zuständige Fachleiter zeigten

sich spontan bereit, das Vorhaben mit einer Mittelstufen-Klasse zu unterstützen. In mehreren

Unterrichtseinheiten wurden die Schüler/innen über die Organisationsstruktur der Jugendhilfe

und der Jugendarbeit in der Hansestadt Lübeck sowie über die Ziele dieser Erhebung

im Rahmen der Jugendhilfeplanung informiert. Daran schlossen sich mehrere Interviewerschulungen

an, um eine methodisch einwandfreie Durchführung der Befragung zu gewährleisten.

Neben einem Berufspraktikanten der Sozialpädagogik, der die Durchführung der Interviews

über mehrere Monate koordinierte, und den Schülerinnen und Schülern der Fachschule waren

zahlreiche weitere Helfer/innen beteiligt: Mitarbeiterinnen des Bereichs Jugendarbeit,

Teilnehmer/innen eines Grundlehrgangs des Jugendaufbauwerkes und einige Freiwillige,

darunter auch die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses. Die Interviews wurden meistens

22


vor Ort bei den Jugendgruppenleiter/innen, häufig aber auch direkt im Bereich Jugendarbeit

der Hansestadt Lübeck durchgeführt.

An Hand von recherchierten und zusammengetragenen Telefonlisten der Vereine und Verbände

wurde versucht, für jede/n zu Befragende/n einen ihr/ihm günstigen Termin abzusprechen.

Dies erwies sich allerdings in vielen Fällen als Problem, obwohl die Bereitschaft zur

Mitwirkung bei den meisten Funktionären und den für die Jugendarbeit der Vereine Verantwortlichen

durchaus vorhanden war und viele sogar ausdrücklich die Durchführung dieser

Erhebung begrüßten.

Die Befragung wurde durch ein an die Vereine und Dachverbände gerichtetes Schreiben

vom 14.11.2001 angekündigt (Anlage). Nach einem vorgeschalteten Probelauf begann die

eigentliche Interviewphase im Dezember 2001. Die Dauer eines Interviews schwankte, je

nach Routine der Interviewerinnen und Interviewer, zwischen 30 und 60 Minuten. Die Schülerinnen

und Schüler führten die Interviews jeweils zu zweit durch. Insgesamt konnte von

ihnen nur ein geringer Teil der Gesamtmenge abgearbeitet werden, sodass schließlich zusätzlich

zu den freiwilligen Helfer/innen noch weitere Interviewer/innen auf Honorarbasis angeworben

werden mussten.

Die nicht immer einwandfreie Qualität der durchgeführten Befragungen erforderte intensive

Nacharbeiten, die überwiegend von einer Studentin der Pädagogik während ihres Praktikums

durchgeführt wurden. Besonders wegen der zeitaufwendigen und nicht immer erfolgreichen

Recherchen nach Anschriften und Telefonnummern der für die Jugendarbeit zuständigen

Kontaktpersonen in den Vereinen und der oft mühsamen Versuche zur Terminvereinbarung

zog sich die eigentliche Interviewphase bis August 2002 hin.

23


5. Ergebnisse und Auswertung der Erhebung

5.1 Anzahl, Klassifizierung und regionale Zuordnung

Die durchgeführte Erhebung hat zum Ziel, möglichst alle Vereine und Organisationen, die in

der Hansestadt Lübeck im Rahmen der Jugendverbandsarbeit außerhalb von Jugendfreizeiteinrichtungen

tätig sind, zu ihrer Jugendarbeit zu befragen. Von den ursprünglich 233 Anschriften,

die aus der Datei des Bereichs Jugendarbeit sowie aus Verzeichnissen der Landesverbände

und anderen Quellen zusammengestellt worden waren, konnten 79 nicht in die

Erhebung aufgenommen werden,

• weil eine aktuelle Kontaktadresse nicht zu ermitteln war (23),

• weil zum Zeitpunkt der Erhebung keine Jugendarbeit durchgeführt wurde (29),

• weil der Verein inzwischen aufgelöst worden war (3),

• weil es sich um einen Dachverband oder Träger einer Einrichtung handelte, die in dieser

Erhebung nicht erfasst werden sollten (3),

• weil der/die benannte Ansprechpartner/in nicht erreichbar war oder auf Anfragen nicht

reagierte (15) oder

• weil der/die benannte Ansprechpartner/in an einer Zusammenarbeit nicht interessiert war

bzw. die Teilnahme an der Befragung ablehnte (insgesamt 6, davon 4 Sportvereine und 2

Pfadfinder-Gruppen; von diesen erhalten 4 Zuschüsse des Bereichs Jugendarbeit).

Auf die über die Lokalpresse veröffentlichten Hinweise zur laufenden Erhebung meldeten

sich noch 5 Vereine, die in die Befragung mit einbezogen wurden. Insgesamt haben sich

also 159 Vereine, Verbände und Jugendorganisationen an der Befragung beteiligt. Es ist

davon auszugehen, dass damit ein vielleicht nicht zu 100 Prozent vollständiges, sicherlich

aber repräsentatives Abbild der Jugendarbeit von Vereinen und Verbänden in der Hansestadt

Lübeck vorliegt. Die nachfolgende Tabelle zeigt, in welcher Anzahl die insgesamt 159

befragten Anbieter/innen von Jugendarbeit jeweils in den 10 gewählten Verbands- bzw. Organisationskategorien

vertreten sind.

Tabelle 7: Zuordnung und Anzahl der Vereine und Verbände in

Klassifizierungs-Kategorien

(Frage 1: Sie machen Kinder- und Jugendarbeit als ...)

Schlüssel-

Nummer Klassifizierungs-Kategorien Anzahl Anteil

1 Konfessionelle Organisation 8 5,0%

2 Kirchengemeinde 20 12,6%

3 Kulturelle Organisation 7 4,4%

4 Pfadfinder/innen-Jugendgruppe 3 1,9%

5 Natur- / Ökologische Organisation 5 3,1%

6 Politische / Gewerkschafts-Jugend 6 3,8%

7 Soziale Organisation 3 1,9%

8 Feuerwehr-Jugend 13 8,2%

9 Sportverein 93 58,5%

10 Sonstige Organisation / Initiative 1 0,6%

insgesamt 159 100%

24


(Zu Tabelle 7, S.23: Die vorangestellte Schlüssel-Nummer dient zur Orientierung in späteren

Tabellen, da es aus Platzgründen nicht immer möglich ist, die Bezeichnungen auszuschreiben).

Unter „Sonstige Organisation / Initiative“ fällt nur die Jugendgruppe einer Siedlergemeinschaft.

Eine Übersicht über alle interviewten Vereine und Verbände befindet sich im Anhang.

Die nachfolgende Grafik veranschaulicht die Anteilsverhältnisse, zu denen die befragten Anbieter/

innen von Jugendarbeit jeweils in den 10 gewählten Verbands- bzw. Organisationskategorien

vertreten sind.

Grafik 5: Anteile der Vereine und Verbände in Klassifizierungs-Kategorien

Sportverein

Sonstige

Organisation /

Initiative

Konfessionelle

Organisation

Feuerwehr-

Jugend

Kirchengemeinde

Soziale

Organisation

Kulturelle

Organisation

Pfadfinder/innen-

Jugendgruppe

Natur- /

Ökologische

Organisation

Politische /

Gewerkschafts-

Jugend

Deutlich mehr als die Hälfte aller Vereine, die zu ihrer Jugendarbeit befragt wurden, gehören

zur Sportjugend. Damit bestätigt sich auch in Lübeck die bundesweit geltende Feststellung,

dass die Sportvereine die weitaus größte Gruppe von Anbietern nicht kommerzieller und

nicht von Jugendeinrichtungen ausgehender Jugendarbeit darstellen. Die nächst größere

Gruppe der Anbieter sind die Kirchengemeinden, gefolgt von den Jugendgruppen der Freiwilligen

Feuerwehren und den konfessionellen Organisationen. Alle übrigen Klassifizierungskategorien

machen zusammen nur knapp 16 % der Anbieter/innen aus, wobei mit dieser

Aufzählung allerdings noch nichts über die Menge der Angebote gesagt ist.

Bei der folgenden Interpretation der Befragungsergebnisse ist zu bedenken, dass diese

grundsätzlich auf den Angaben der interviewten Jugendgruppenleiter/innen und Verbandsfunktionäre

beruhen. Sicherlich waren die Interviewpartner/innen nicht immer in allen Fragen

kompetent und räumten hin und wieder selbst ein, dass ihre Zahlenangaben zum Teil nur auf

Schätzungen beruhten. Wegen der großen Menge der durchgeführten Interviews kann aber

vermutet werden, dass gelegentliche Ungenauigkeiten und Fehler nur unbedeutende Auswirkungen

auf die Gesamtergebnisse haben.

25


Eine für die Jugendhilfeplanung sehr bedeutsame Frage betrifft die Lokalisierung der Angebote

im Stadtgebiet. Von Interesse ist dabei insbesondere, ob die regionale Verteilung der

Angebote dem anzunehmenden Bedarf der Zielgruppen in ihren Wohngebieten bzw. in gut

erreichbarer Entfernung entspricht. Deshalb wurde mit dieser Befragung nicht nur die Anzahl

der Vereine und Verbände ermittelt, die im gesamten Stadtgebiet Lübecks und über die

Stadtgrenzen hinaus Jugendarbeit machen, sondern auch versucht, die Anzahl der Anbieter

in den Stadtbezirken darzustellen.

Die folgende Tabelle gibt die Anzahl der Vereine und Verbände wieder, die in Lübeck und

über die Stadtgrenzen hinaus, im gesamten Stadtgebiet und/oder in bestimmten Stadtbezirken

Angebote der Jugendverbandsarbeit machen. Die Zahlen bezeichnen also nicht die

Anzahl der Angebote, sondern die Anzahl der Anbieter nach den Angaben der Interviewpartner/innen.

Da es Angebote von Vereinen gibt, die sowohl Wohngebiets bezogene als

auch stadtweite und/oder überregionale Teilnehmer/innen ansprechen, sind hier Mehrfachnennungen

möglich.

Tabelle 8: Lokalisierung der Kinder- und Jugendarbeit der Vereine und

Verbände (Frage 2: Sie machen Jugendarbeit in ...)

Anzahl

Jugendarbeit

in Lübeck und

Umgebung

Jugendarbeit

im gesamten

Stadtgebiet

Jugendarbeit

in

Stadtbezirken

Konfessionelle Organisation 8 4 3 4

Kirchengemeinde

20 4 3 18

Kulturelle Organisation 7 2 6 3

Pfadfinder/innen-Jugendgruppe 3 1 2 3

Natur- / Ökologische Organisation 5 3 1 3

Politische / Gewerkschafts-Jugend 6 4 3 0

Soziale Organisation 3 2 1 3

Feuerwehr-Jugend 13 0 0 13

Sportverein 93 50 27 67

Sonstige Organisation / Initiative 1 0 0 1

insgesamt 159 70 46 115

Insgesamt 115 Vereine und Verbände machen Angebote, die sich konkret in Stadtbezirken

lokalisieren lassen. Die folgende Übersicht veranschaulicht, wie sich diese Aktivitäten auf die

Stadtteile und Stadtbezirke verteilen.

Die nachfolgende Tabelle 9 ist im Zusammenhang mit Tabelle 8 wie folgt zu interpretieren:

Die Gesamtzahl der Aktivitäten der insgesamt 115 Vereine und Verbände, die sich Stadtbezirken

zuordnen lassen, beträgt 158. Darin kann eine noch größere Zahl von einzelnen Angeboten

enthalten sein. (Beispiel markierte Felder: Jugendfeuerwehr, Schlüssel-Nummer 8:

Von den Jugendfeuerwehren geben 2 an, in Krummesse aktiv zu sein; in Beidendorf dagegen

ist keine Jugendfeuerwehr tätig.)

26


Tabelle 9: Tätigkeit der Vereine und Verbände in Stadtbezirken

(Frage 2: Sie machen Jugendarbeit in ...)

Kenn- Stadtbezirk /

ziffer Stadtteil

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

01.01 Innenstadt 2 1 2 1 1 4 11

02.02 Hüxtertor 3 2 13 18

02.09 Strecknitz 1 2 3

02.10 Blankensee 1 1 1 3

02.11 Wulfsdorf 1 1 2

02.12 Beidendorf 1 1

02.13 Krummesse 2 2

02.14 Kronsforde 1 1

02.15 Niederbüssau 1 1

02.16 Vorrade 1 1

02.17 Schiereichenk. 0

02.18 Oberbüssau 1 1

02 St.Jürgen 1 3 1 3 8 17 33

03.19 Niendorf 1 1

03.20 Reecke 0

03.21 Alt-Moisling 1 2 1 3 7

03 Moisling 1 2 1 4 8

04.22 Buntekuh 1 8 9

05.03 St.Lorenz Süd 3 3 6

06.04 Holstentor-Nord 1 2 1 1 5 10

06.05 Falkenfeld/Vorw. 1 1 1 1 4 8

06.23 Groß Steinrade 1 1 1 3

06.24 Dornbreite 1 1 1 3

06 St.Lorenz Nord 2 4 1 1 4 1 11 24

07.06 Burgtor 2 2

07.07 Marli/Brandenb. 1 3 1 2 8 1 16

07.08 Eichholz 2 1 1 4 8

07.25 Karlshof 1 1 3 5

07 St.Gertrud 1 5 1 1 1 4 17 1 31

08.26 Schlutup 1 1 5 7

09.27 Dänischburg 2 2 4

09.28 Herrenwyk 1 1

09.29 Alt-Kücknitz 1 1 1 2 5 10

09.30 Pöppendorf 0

09 Kücknitz 1 2 1 5 12 22

10.31 Ivendorf 1 1

10.32 Alt-Travemünde 1 3 4

10.33 Priwall 2 2

10.34 Teutendorf 0

10.35 Brodten 0

10 Travemünde 1 6 7

Lübeck insgesamt 7 20 4 3 6 0 9 20 87 1 158

Aus den Übersichten wird deutlich, dass die Mehrzahl der Aktivitäten der interviewten Vereine

nicht streng auf bestimmte Wohngebiete oder Stadtbezirke lokalisierbar sind, sondern

stadtweit oder auch überregional Teilnehmer/ innen ansprechen. Ein großer Teil der Vereine,

dabei wiederum vor allem die Sportvereine, bietet in seiner Kinder- und Jugendarbeit sowohl

27


enger lokalisierte als auch weiter gefasste Teilnahmemöglichkeiten. Eine genaue Differenzierung

ist in dieser Hinsicht nicht möglich, da es nach unserer Kenntnis keine auf Einzugsgebiete

bezogenen Teilnahmebeschränkungen gibt.

Ein Schwerpunkt der Jugendarbeit der Vereine und Verbände liegt aber sicherlich auch auf

Angeboten, die sich an Teilnehmer/innen aus den umliegenden Wohngebieten bzw. den

Stadtbezirken richten. Für einige Jugendgruppen, zum Beispiel der Feuerwehrjugend oder

der Kirchengemeinden, trifft dies in besonderem Maße zu. Insgesamt 115 Vereine und Verbände

machen Angebote, die sich konkret in Stadtbezirken lokalisieren lassen. Von besonderem

Interesse für die Jugendhilfeplanung ist die Frage, wie sich diese Aktivitäten im Stadtgebiet

verteilen.

Der Tabelle 9 ist zu entnehmen, dass es in folgenden Stadtbezirken keine Angebote der Jugendverbandsarbeit

gibt: Schiereichenkoppel, Reecke, Pöppendorf, Teutendorf und Brodten.

Es handelt sich hierbei um dörfliche Wohngebiete mit nur geringer Einwohnerzahl, wo dieser

Mangel vermutlich nicht weiter ins Gewicht fällt. In Stadtbezirken wie z.B. Herrenwyk, wo

1.343 junge Menschen im Alter zwischen 3 und 26 Jahren leben (s. Tabelle 1, S.13) , muss

es jedoch als echtes Defizit gewertet werden, dass hier außer dem Angebot eines Sportvereins

keine Vereinsjugendarbeit durchgeführt wird.

In der folgenden Übersicht werden die in den Stadtteilen lokalisierbaren Aktivitäten der Vereine

und Jugendverbände gemäß Tabelle 9 den Bevölkerungsanteilen der Zielgruppe im

Alter von 3 bis zu 26 Jahren gemäß Tabelle 2, S.14, gegenüber gestellt.

Tabelle 10: Tätigkeit der Vereine und Verbände in Stadtteilen in Beziehung zu

Bevölkerungsanteilen der Zielgruppe

Stadtteil

Anteil an Aktivitäten

der Vereine

im Stadtteil

Anteil an Altersgruppe

3 - 26 Jahre

gesamt

Differenz

Innenstadt 7,0% 6,5% 0,5%

St.Jürgen 21,0% 17,6% 3,4%

Moisling 5,1% 6,8% -1,7%

Buntekuh 5,7% 6,1% -0,4%

St.Lorenz Süd 3,8% 8,0% -4,2%

St.Lorenz Nord 15,2% 20,0% -4,8%

St.Gertrud 19,6% 18,9% 0,7%

Schlutup 4,4% 2,7% 1,7%

Kücknitz 13,9% 9,5% 4,4%

Travemünde 4,5% 4,0% 0,5%

Hier zeigt sich – mit allem Vorbehalt gegenüber einer so weit gehenden Interpretation – eine

relativ gute quantitative Übereinstimmung: Da, wo viele Menschen ihrer Zielgruppe leben,

sind die Jugendverbände auch besonders aktiv. Die Stadtteile St.Lorenz Süd und besonders

St.Lorenz Nord könnten – auch im Hinblick auf ihre Sozialstruktur - eine Ausweitung der

Vereinsaktivitäten gebrauchen; in St.Jürgen und Kücknitz sind die Aktivitäten der Vereine

größer, als es deren Bevölkerungsanteilen in der relevanten Altersgruppe entspricht. Diese

Aussage bezieht sich allerdings nicht auf die Anzahl der Angebote, die durch diese Erhebung

nicht erfasst werden konnte.

28


5.2 Ehrenamtliche Tätigkeit, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Ein Schwerpunkt dieser Erhebung lag auf der Untersuchung des Anteils ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen

in der Jugendverbandsarbeit. In verschiedenen Veröffentlichungen der letzten

Jahre wurde beklagt, dass sich die für die Gewinnung ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen so

wichtige Altersgruppe der 16- bis 18jährigen zunehmend aus den Jugendverbänden zurückzieht.

Nach den Ergebnissen unserer Interviews stellt sich die Situation in Lübeck offenbar

nicht so dramatisch dar, obwohl hier keine Angaben darüber vorliegen, wie sich die Anteile

ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen in den einzelnen Altersgruppen im Laufe der Jahre entwickelt

haben. Da das nachlassende und unbeständige Engagement Jugendlicher und deren

oft fehlende Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung von zahlreichen Interviewpartner/innen

als zentrales Problem in ihrer Jugendarbeit beschrieben worden ist, muss aber

gefolgert werden, dass eine deutlich größere zahlenmäßige Beteiligung von Jugendlichen in

der Mitarbeit gewünscht wird.

Tabelle 11: Anzahl der kontinuierlich tätigen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter in der Jugendverbandsarbeit (Frage 3)

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

Mädchen unter 15

Jahren

7 26 10 2 7 7 21 80

Mädchen / Frauen von

15 bis 18 Jahren

23 65 21 8 1 2 8 1 75 204

Frauen über 18 Jahren 61 79 20 5 7 17 5 6 316 2 518

Summe

91 170

Mädchen / Frauen

51 15 8 19 20 14 412 2 802

Jungen unter 15

12

Jahren

11 6 5 26 17 77

Jungen / Männer von

15 bis 18 Jahren

34 62 25 5 7 6 11 120 270

Männer über 18

70 46

Jahren

24 4 9 44 8 29 565 1 800

Summe

Jungen / Männer 116 119 55 9 9 51 19 66 702 1 1.147

gesamt 207 289 106 24 17 70 39 80 1.114 3 1.949

(Die Ziffern 1 bis 10 in der obersten Zeile bezeichnen die Klassifizierungskategorien der Jugendorganisationen

gemäß Tabelle 7, S.23.)

In dem für die Untersuchung relevanten Zeitraum, dem letzten Quartal des Jahres 2001, betrug

der Anteil ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen im Alter bis zu 18 Jahren insgesamt knapp

ein Drittel (32 %) gegenüber zwei Dritteln (68 %) volljähriger Ehrenamtlicher. Diese Proportionen

stellen sich allerdings in den einzelnen Verbandskategorien sehr unterschiedlich dar:

Während in der Jugendarbeit der Kirchengemeinden, der kulturellen und sozialen Organisationen

sowie der Feuerwehren höhere Anteile minderjähriger Ehrenamtlicher tätig sind, überwiegt

in den Sportvereinen und den politischen Organisationen der Anteil volljähriger Ehrenamtlicher

deutlich. Diese unterschiedliche Gewichtung hat sicherlich nicht nur Gründe in

der veränderten Jugendkultur, sondern beruht zu einem wesentlichen Teil auch auf formalen

Voraussetzungen für die Gruppenarbeit mit Kindern- und Jugendlichen. Besonders im Bereich

des Jugendsports sind aufsichtsrechtliche und versicherungstechnische Vorgaben zu

beachten, die oft nur von Erwachsenen zu erfüllen sind.

29


In unserer Erhebung wurde auch der Frage nachgegangen, zu welchen Anteilen Frauen und

Männer unter den ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen repräsentiert sind. In der einschlägigen

Literatur wird von einem Zahlenverhältnis von zwei zu eins der männlichen zu den weiblichen

Ehrenamtlichen im Altersbereich von 14 bis 24 Jahren gesprochen, allerdings seit einigen

Jahren mit einer zunehmenden Tendenz der weiblichen Ehrenamtlichen in fast allen

Verbänden. In unserer Untersuchung ergab sich insgesamt ein Anteil von 41 % weiblichen

zu 59 % männlichen Ehrenamtlichen.

Die Verhältnisse sind aber auch in dieser Hinsicht in den einzelnen Verbandskategorien unterschiedlich

ausgeprägt: An der Jugendarbeit der Sportvereine sind nur zu 37 % weibliche

ehrenamtliche Mitarbeiterinnen beteiligt, an der Jugendarbeit der Kirchengemeinden dagegen

zu 59 %. In der Altersgruppe unter 15 Jahren sind die Anteile freiwillig engagierter Mädchen

und Jungen insgesamt in etwa gleich mit leichtem Übergewicht zugunsten der Mädchen

(51 %). Deren Anteil sinkt bei den Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren auf 43 %

und bei den über 18jährigen sind Frauen nur noch zu 39 % unter den ehrenamtlich Mitwirkenden

vertreten.

Unter den Motiven für ehrenamtliche Tätigkeit stehen das Engagement für Kinder und Jugendliche

und die pädagogische Arbeit an hervorragender Stelle. Der Fachliteratur zur Jugendverbandsarbeit

ist zu entnehmen, dass neben den persönlichen Kontakten vor allem die

fachspezifischen Inhalte der ehrenamtlichen Tätigkeit ausschlaggebend für die Teilnahme an

verbandlichen Aktivitäten sind. In unserer Erhebung wurde deshalb gezielt nach den Inhalten

ehrenamtlich geleisteter Jugendarbeit gefragt.

Tabelle 12: Tätigkeiten der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

(Frage 4) - Anzahl der Nennungen

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

Leitung von Kinder- / Jugendgruppen 8 19 5 3 3 3 3 12 31 1 88

Leitung von Trainings- / Übungsgruppen

in Musik- und Sportvereinen

4 2 4 4 87 1 102

Leitung / Durchführung von Ferien- /

Wochenend- / Kurzfreizeiten

Leitung / Durchführung von themenbezogenen

Aktivitäten

Leitung / Durchführung von größeren

Projekten

Leitung / Durchführung von

Veranstaltungen, Festen ...

6 18 6 3 3 4 2 12 62 1 117

8 18 4 1 6 3 5 9 54

8 10 5 3 3 2 3 26 1 61

8 18 7 1 4 4 2 11 82 1 138

Vereins- / Vorstandsarbeit 8 10 6 2 4 6 3 12 90 1 142

Jugendpolitische Interessenvertretung 5 11 3 2 4 2 10 15 52

Regelmäßiger Thekendienst 3 6 2 4 1 16

Sonstige Tätigkeiten 1 2 2 2 1 3 5 16

Unter „Sonstige Tätigkeiten“ gab es die folgenden Einzelangaben: überregionale Organisation,

Schulungen (Landes-, EU-Verband); Jugendausschuss, Partizipation an allen Vereinsfragen,

-prozessen, -aktivitäten; Öffentlichkeitsarbeit; Aus- u. Weiterbildung; internationale

Jugendarbeit; Ausbildung der Jugendlichen; präventive Arbeit / Integrationsarbeit; Durchführung

von Projekten; Einführung von Qualitätssicherung; kulturelle Kleinveranstaltungen; Konfirmandentreff;

Disco für kleinere Kinder; Leistungsspangen-Abnahme; Umweltschutz; Pflegearbeiten

an dem Gebäude; ökologische Dienste (Müll sammeln).

30


Die Ergebnisse zeigen, dass die Leitung und Durchführung von Gruppen, Freizeiten, Projekten

und Veranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen das weitaus größte Betätigungsfeld

der Ehrenamtlichen darstellt. Einen erheblichen Umfang nimmt daneben die Vereins- und

Vorstandsarbeit ein und, in allerdings deutlich geringerer Größenordnung, die Gremien- und

Öffentlichkeitsarbeit. Die Ergebnisse beruhen auf den Angaben der Interview-partner/innen

über die Art ihrer Tätigkeiten, sagen also nichts über deren Umfang aus.

Gemessen an dem enormen Spektrum ehrenamtlich geleisteter Jugendarbeit ist das, was

die Ehrenamtlichen an materieller Entschädigung erhalten, erwartungsgemäß nur gering.

Nur für einen kleinen Teil der Angebote werden den Jugendgruppenleiter/innen überhaupt

Fahrkostenerstattungen oder Aufwandsentschädigungen gewährt. Relativ große Bedeutung

scheinen Ehrungen und andere besondere Anlässe für die Anerkennung ihrer Tätigkeiten zu

haben.

Tabelle 13: Gratifikationen / Aufwandsentschädigungen für Ehrenamtliche

(Frage 5) - Anzahl der Nennungen

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

keine Anerkennung materieller Art 1 3 3 1 3 4 1 2 26 1 45

Fahrtkostenerstattung 6 4 4 2 4 2 1 32 55

allg. Aufwandsentschädigung

(Pauschale)

Aufwandsentschädigung bei

speziellen Angeboten

besondere Anerkennung durch

Ehrungen, ...

Aufwandsentschädigung des

Bereichs Jugendarbeit

2 2 1 1 1 36 43

2 3 2 1 1 13 22

6 17 4 1 2 2 6 49 87

3 5 3 2 2 11 15 41

sonstige Gratifikationen 3 3 6

Als „sonstige Gratifikationen“ gab es folgende Nennungen: Materialerstattung; Aufwendungsersatz;

Pizza-Essen, Kinobesuche, Theaterbesuche, kleine Geburtstagsgeschenke;

Entschädigungen und Zuschüsse für Trainer/innen.

Auch in Anbetracht ihrer Qualifikationen erscheint die materielle Entschädigung der ehrenamtlichen

Mitarbeiter/innen in der Jugendarbeit unbedeutend. Vielfältige Möglichkeiten der

eigenen Kompetenzerweiterung werden von den Ehrenamtlichen genutzt, um Kindern und

Jugendlichen qualifizierte Angebote zu machen. Dabei überwiegen Schulungen und Lehrgänge,

die die ehrenamtlich Engagierten auch wiederum in ihrer Freizeit absolvieren, insbesondere

die Jugendgruppenleiter/innenausbildung JULEICA. Ein großer Teil der Ehrenamtlichen

ist durch die eigene berufsfachliche Ausbildung auf die Beschäftigung mit jungen Menschen

vorbereitet. Oft wird diese Kompetenz auch durch langjährige Mitarbeit im Verein erworben.

31


Tabelle 14: Qualifikationen der Ehrenamtlichen

(Frage 6) - Anzahl der Nennungen

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

keine besondere Qualifikation 3 1 2 4 10

langjährige Mitgliedschaft 6 15 6 3 4 4 3 10 77 1 129

Jugendgruppenleiter / innen- 8 18

ausbildung

5 3 2 3 3 13 30 85

Ferienfreizeitschulungen 5 13 1 1 1 2 2 4 10 39

Mitarbeiter/innenschulungen 7 10 4 3 2 2 11 22 61

Übungsleiter/innenlehrgänge 3 3 1 1 1 1 7 59 1 77

Berufserfahrung 7 7 1 3 4 2 1 1 27 1 54

Persönliche Weiterbildung 4 3 2 1 3 3 1 10 24 1 52

Fachliche Ausbildung 4 6 3 2 2 2 1 45 1 66

Sonstige Qualifikationen 1 1 1 1 1 1 6 12

Unter „sonstige Qualifikationen“ gab es folgende Angaben: Seminar- und Bildungsangebote

übergeordneter Organisationen; Trainerlehrgänge und Trainerscheine; Segel- und Bootsführerscheine;

Meistergrade im Aikido; pädagogische oder sozialpädagogische Berufsausbildung;

kaufmännische Ausbildung.

Hauptamtlich beschäftigte Mitarbeiter/innen mit pädagogischen Aufgaben sind in der Relation

nur in geringer Anzahl in der Lübecker Jugendverbandsarbeit vertreten. Insgesamt kommt

in den von uns befragten Vereinen und Jugendorganisationen auf etwa 32 ehrenamtliche

ein/e Mitarbeiter/in mit festem Arbeitsvertrag. Im Verhältnis zu ihrer Gesamtzahl sind in den

Kirchengemeinden und konfessionellen Organisationen die meisten hauptamtlich beschäftigten

Mitarbeiter/innen tätig, darunter ein hoher Anteil weiblicher Teilzeit-Beschäftigter. Auch in

den Sportvereinen gibt es eine nennenswerte Zahl Hauptamtlicher, dabei insbesondere

männliche Vollzeitkräfte. Gemessen an der Gesamtheit ihrer Angebote ist der Anteil fest angestellter

Mitarbeiter/innen in den Sportvereinen allerdings nicht bedeutend. Einige Teilzeitkräfte,

die meisten davon weiblich, gibt es in der Jugendarbeit der ökologischen Organisationen.

Tabelle 15: Hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit pädagogischen

Aufgaben in der Jugendverbandsarbeit (Frage 7)

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

Vollzeit männlich 4 7 1 8 20

Teilzeit männlich 1 1 1 5 8

befristet angestellt m. 1 1

Summe männlich 5 8 1 1 14 29

Vollzeit weiblich 5 2 7

Teilzeit weiblich 5 8 5 5 23

befristet angestellt w. 1 1

Summe weiblich 5 14 5 7 31

gesamt 10 22 6 1 21 60

32


Ähnliche Proportionen zeigen die Anteile der Honorarkräfte, also von externen Mitarbeiter/innen

mit Vertrag, die für ihre Tätigkeit in der Jugendarbeit der Vereine und Verbände

bezahlt werden. Die größte Gruppe dieser Fachkräfte, dabei überwiegend männliche, sind

kontinuierlich für die Sportvereine tätig. Eine in Relation zu deren Gesamtzahl bedeutende

Anzahl von Honorarkräften, hier meistens weibliche, gibt es bei den konfessionellen Organisationen,

und in der Jugendarbeit der 7 kulturellen Organisationen werden sogar 7 Honorarkräfte

beschäftigt. Zieht man die Anzahl der lediglich für bestimmte Anlässe und Projekte

eingesetzten von der Gesamtzahl ab, dann kommt in der Jugendverbandsarbeit der Hansestadt

Lübeck auf 38 Ehrenamtliche eine kontinuierlich tätige Honorarkraft.

Tabelle 16: Honorarkräfte in der Jugendverbandsarbeit (Frage 8)

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

kontinuierlich tätig m. 4 1 4 25 34

projektbezogen tätig m. 2 1 1 5 9

Summe männlich 6 2 5 30 43

kontinuierlich tätig w. 5 1 11 17

projektbezogen tätig w. 3 1 5 9

Summe weiblich 8 2 16 26

5.3 Räume und Freiflächen, Finanzquellen

gesamt 14 2 7 46 69

Ein vielfältiges Bild, das der Variation der Angebote entspricht, ergibt sich bei der Frage nach

den Orten und Räumen, in denen die Jugendarbeit stattfindet. Nur ein kleiner Teil der Vereine,

dabei meistens Sportvereine, verfügt über eigene Vereinsheime oder Jugendhäuser.

Überwiegend werden die Angebote für Kinder und Jugendliche auf und in nicht dem Verein

gehörenden Flächen und Räumlichkeiten durchgeführt. Besonders für Sportvereine scheint

die unzureichende Raumsituation häufig ein Problem, für einige sogar das gravierendste

Problem in der Jugendarbeit darzustellen (siehe Tabellen 33, 34, S.45!).

Tabelle 17: Nutzung von Räumen und Freiflächen in der

Jugendverbandsarbeit (Frage 9)

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

Eigenständiges Jugendhaus 2 6 1 1 1 1 1 10 23

Räume im Gemeindehaus 5 19 1 1 2 1 29

Räume in einer Schule 2 3 1 1 1 22 30

Clubheim / Vereinsheim 2 2 1 3 3 1 52 64

Lokal / Gaststätte 1 1 2 24 28

Private Räume 4 8 3 1 1 2 1 9 1 30

Schulturnhalle 1 2 2 51 56

Sonstige Räume 4 1 1 1 2 4 10 31 54

Freifläche für Sport und Spiel 2 11 1 1 1 1 5 28 1 51

Sportplatz 2 1 4 34 41

Gewässer 2 4 1 2 3 8 26 46

Sonstige Freiflächen 1 2 1 1 1 8 20 34

Wie aus Tabelle 17 ersichtlich, gab es zu dieser Frage zahlreiche Angaben unter „sonstige

Räume“ bzw. unter „sonstige Freiflächen“: eigene Bildungsstätten, Vereinshäuser und Hei-

33


me; Räume in Jugendfreizeitheimen; Büroräume und Geschäftsstellen; anlaßbezogene Veranstaltungsräume;

Feuerwehrgerätehäuser; Schwimmhallen, Gymnastikhallen, Reitanlagen

und Reithallen, gewerbliche Sportstätten; Bootshallen, Bootshäuser und Häfen; eigene Außenflächen;

Gärten und Camps; Felder, Wiesen, Wälder; Scheunen und Höfe, Straßen;

Tierheim.

Als eine in allen Bereichen der Jugendverbandsarbeit beklagte Schwierigkeit erweist sich die

oft unzureichende Finanzausstattung. Mitgliedsbeiträge und Spenden sind nach den Angaben

der Jugendgruppenleiter/innen und Verbandsfunktionäre die hauptsächlichen Quellen

für die Finanzierung der Kinder- und Jugendarbeit der Vereine und Verbände. Daneben tragen

Zuschüsse der Stadt in vielen Fällen zur finanziellen Absicherung der Jugendarbeit bei.

In welchem Umfang und zu welchen Anteilen die einzelnen Quellen zur Finanzierung der

Angebote herangezogen werden, konnte durch diese Erhebung auch aus Datenschutz rechtlichen

Gründen nicht ermittelt werden.

Tabelle 18: Finanzierung der Kinder- und Jugendarbeit (Frage 10)

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

Mitgliedsbeiträge 4 1 7 3 4 3 3 12 92 1 130

Zuschüsse der Stadt 5 18 4 2 3 3 1 9 53 1 99

Projektfinanzierung aus 4

Landesmitteln

7 1 1 14 27

Eigenmittel des Trägers / 6 18

der Trägerin

2 2 1 1 4 17 51

Mittel der Europäischen Union 2 1 3

Bundesmittel 1 1 1 3

Teilnahmebeiträge 4 5

(z.B. für Nicht-Mitglieder)

1 1 1 1 30 43

Eigene Aktionen (z.B. Veranstaltungen

mit Eintrittsgeldern)

3 6 5 3 1 3 30 1 52

Sponsoring 2 4 4 1 1 2 33 47

Spenden 8 19 4 3 4 3 1 11 67 1 121

Sonstige Mittel 1 2 1 1 3 1 4 13

Tabelle 18 gibt die Anzahl der Nennungen durch die Interviewpartner/innen wieder. Auch in

dieser Frage waren Mehrfachnennungen möglich. Unter „sonstige Mittel“ gab es die folgenden

Angaben: Zuschüsse vom Land (dreimal genannt); Mittel von Förderverein oder Dachverband;

Förderung durch Kirchengemeinde (zweimal) oder aus Gemeindeetat (zweimal);

Unterstützung durch Krankenkassen; Eigenanteil der Jugendlichen oder der Ehrenamtlichen.

5.4 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Angeboten

Die Anzahl der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die an den regelmäßigen

wöchentlichen Angeboten der Vereine und Verbände teilnehmen, ist mit deutlich über 16.000

beträchtlich (Tabelle 19, S.34). Damit gehören 32 %, also fast ein Drittel aller jungen Menschen

im Alter von 3 bis zu 26 Jahren in der Hansestadt Lübeck zu den regelmäßigen Nutzer/innen

der Jugendverbandsarbeit. Das größte Nutzerpotential stellt mit 54 % die Altersgruppe

der 3- bis 13jährigen. Die weitaus größte Teilnehmerzahl verzeichnen verständlicherweise

die Sportvereine, bei denen die männlichen Nutzer mit insgesamt 57 % in allen

Altersgruppen überwiegen. Bei den Kirchengemeinden, der nach der Anzahl der Teilneh-

34


mer/innen nächstgroßen Anbietergruppe für Jugendarbeit, sind es dagegen die Mädchen,

die mit 57 % den größeren Anteil ausmachen.

Tabelle 19: Anzahl der regelmäßigen Nutzer/innen pro Woche (Frage 11)

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

Mädchen / Frauen

3 bis 13 Jahre 90 428 68 40 91 0 91 16 3205 13 4042

14 bis 17 Jahre 97 288 61 13 12 55 43 25 975 8 1577

18 bis 26 Jahre 76 80 54 12 12 132 19 0 1291 5 1681

Summe 263 796 183 65 115 187 153 41 5471 26 7300

Jungen / Männer

3 bis 13 Jahre 97 262 122 39 90 1 53 57 4047 7 4775

14 bis 17 Jahre 110 253 58 21 10 63 40 121 1661 2 2339

18 bis 26 Jahre 88 80 95 12 13 183 17 22 1522 5 2037

Summe 295 595 275 72 113 247 110 200 7230 14 9151

insgesamt

3 bis 13 Jahre 187 690 190 79 181 1 144 73 7252 20 8817

14 bis 17 Jahre 207 541 119 34 22 118 83 146 2636 10 3916

18 bis 26 Jahre 164 160 149 24 25 315 36 22 2813 10 3718

gesamt 558 1391 458 137 228 434 263 241 12701 40 16.451

Mit fast 34.000 ist die geschätzte Zahl der Teilnehmer/innen an Sonderveranstaltungen der

befragten Vereine und Verbände mehr als doppelt so groß wie die Zahl der Nutzer/innen

regelmäßiger Angebote. Es ist aber anzunehmen, dass die Nutzer/innen der Regelangebote

auch bei den Sonderveranstaltungen die größte Teilnehmergruppe darstellen. Neben den

Sportvereinen, die auch bei diesen unregelmäßigen Angeboten die größte Zahl von Besucher/innen

anziehen, sind es besonders die konfessionellen, aber auch die politischen und

die ökologischen Jugendorganisationen, die mit dieser Angebotsform Schwerpunkte in ihrer

Jugendarbeit setzen.

Tabelle 20: geschätzte Anzahl der Teilnehmer/innen an

Sonderveranstaltungen in 2001 (Frage 12)

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

7.009 2.281 1.230 553 2.695 3.105 660 836 14.940 500 33.809

Ein besonderes Augenmerk dieser Erhebung richtete sich auf die Frage, in welchem Umfang

die Angebote der Jugendverbandsarbeit von jungen Menschen aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen

genutzt werden. Dabei wurde nicht danach gefragt, ob spezifische Angebote

für diese Zielgruppen gemacht werden, sondern es war von Interesse, wie hoch der geschätzte

Anteil von Angehörigen dieser Zielgruppen an den Nutzer/innen der regelmäßigen

Angebote ist. Die Ergebnisse können selbstverständlich nur als sehr grobe Näherungswerte

aufgefasst werden.

35


Tabelle 21: geschätzter Anteil der Nutzer/innen aus einkommensschwachen

Familien (Frage 13) - Anzahl der Nennungen!

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

weiblich

mehr als 75 % 1 1

50 bis 75 % 3 3

schwankend / teils vie- 4 1 3 8

le - teils wenige

25 bis 50 % 3 6 3 1 1 1 4 19

weniger als 25 % 3 8 1 1 1 3 11 28

weniger als 10 % 2 3 1 1 1 1 1 2 26 38

keine 1 1 4 30 36

nicht bekannt 2 1 3 2 2 17 1 28

männlich

mehr als 75 % 1 1 2

50 bis 75 % 1 1 4 6

schwankend / teils vie- 4 1 3 8

le - teils wenige

25 bis 50 % 3 5 3 1 1 6 19

weniger als 25 % 3 8 1 1 1 4 8 26

weniger als 10 % 2 2 2 1 1 1 1 1 34 45

keine 1 1 2 17 21

nicht bekannt 2 1 3 2 3 18 1 30

Interpretationshilfe (markierte Felder): Von den interviewten Gruppenleitern der Jugendfeuerwehren

(Schlüssel-Nr. 8) hat einer angegeben, dass mehr als 75 % der weiblichen Nutzer/innen

der Angebote seiner Organisation aus einkommensschwachen Familien kommen.

17 Leiter/innen von Sport-Jugendgruppen (Schlüssel-Nr. 9) haben angegeben, dass an ihren

Angeboten keine männlichen Nutzer aus einkommensschwachen Familien teilnehmen.

Nur sehr wenige der befragten Jugendleiter/innen und Verbandsfunktionäre waren der Meinung,

dass die Angebote ihrer Vereine und Verbände von Kindern und Jugendlichen aus

einkommensschwachen Familien mit einem Anteil von mehr als 50 % unter den Nutzer/innen

in Anspruch genommen werden. Wenn er überhaupt als einschätzbar wahrgenommen wurde,

so taxierten unsere Interviewpartner/innen diesen Anteil überwiegend als unter 25 % liegend,

häufiger noch geringer als 10 %.

Damit ist natürlich keine Aussage darüber möglich, ob die Teilnahme von jungen Menschen

aus einkommensschwachen Familien oder von jungen Arbeitslosen an Angeboten der Jugendverbandsarbeit

ihren Anteilen in der Bevölkerung entspricht. Entsprechend den Anteilsverhältnisen

der Empfänger/innen von Hilfe zum Lebensunterhalt in der Bevölkerung (s. Tabelle

4, S.17) müssten insgesamt 12 % der Teilnehmer/innen von Sozialhilfe und/oder 6 %

von Arbeitslosenhilfe (s. Tabelle 6, S.18) abhängig sein, in einzelnen Stadtteilen wie Buntekuh

oder Moisling noch erheblich darüber. Dies zu untersuchen bedarf es jedoch einer gesonderten

Analyse.

Ähnliches gilt für die Einschätzung des Anteils behinderter Kinder, Jugendlicher und junger

Erwachsener an den Nutzer/innen der Angebote. Überwiegend wurde angegeben, dass keine

behinderten Teilnehmer/innen vertreten waren. Wenn behinderte junge Menschen überhaupt

Angebote der Jugendverbandsarbeit nutzten, lag ihr Anteil nach den Schätzungen der

Gruppenleiter/innen in der Regel bei weniger als 10 % der Teilnehmer/innen. Aus den Er-

36


gebnissen kann zumindest gefolgert werden, dass es unter den mit dieser Erhebung erfassten

Maßnahmen der Jugendarbeit keine spezifischen Angebote für behinderte Kinder und

Jugendliche gab.

Tabelle 22: Anteil der behinderten Nutzer/innen

(Frage 14) - Anzahl der Nennungen!

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

weiblich

weniger als 25 % 1 1

weniger als 10 % 7 11 4 1 1 11 35

keine 1 7 3 3 4 5 2 13 77 115

nicht bekannt 2 4 1 7

männlich

weniger als 25 % 1 2 3

weniger als 10 % 6 9 5 1 2 2 3 19 47

keine 2 9 2 3 3 4 1 10 68 102

nicht bekannt 2 4 1 7

Zu der Frage nach dem Anteil der behinderten Nutzer/innen von Angeboten der Jugendarbeit

der Vereine und Verbände gab es keine Angaben, die einen Anteil von mehr als 25 %

bezifferten.

In dem Bericht über die offenen Angebote der Jugendfreizeiteinrichtungen in städtischer oder

freier Trägerschaft vom März 2001 war festgestellt worden, dass in einigen Einrichtungen

nichtdeutsche bzw. nichtdeutschsprachige – insbesondere männliche - Besucher deutlich

überrepräsentiert sind. Für die Jugendarbeit der Vereine und Verbände ergibt sich in dieser

Hinsicht erwartungsgemäß ein anderes Bild (Tabellen 23 und 24, S.37): Der Anteil von Nutzer/innen

aus anderen Kulturkreisen wird nur von wenigen Jugendgruppenleiter/innen in ihren

Angeboten höher als 25 % eingeschätzt; meist wird er als unter 10 % liegend vermutet.

Die größten nichtdeutschen bzw. nichtdeutschsprachigen Besuchergruppen stellen dabei die

jungen Türken/innen, gefolgt von Russlanddeutschen / Spätaussiedler/innen und von Polen/innen.

Dies entspricht auch in etwa ihren Anteilen in der Bevölkerung der Hansestadt

Lübeck und ihrer Repräsentierung in den Jugendfreizeiteinrichtungen.

Ein nicht unbeträchtlicher Teil unserer Interviewpartner/innen war der Ansicht, dass ihre Angebote

gar nicht von jungen Menschen aus anderen Kulturkreisen besucht werden. Da der

Bevölkerungsanteil von Ausländer/innen in der Altersgruppe von 3 bis 26 Jahren in Lübeck

insgesamt rund 12 % beträgt (s. Tabelle 3, S.16), stellt sich auch hier wieder die Frage, ob

sich diese Bevölkerungsgruppe ihrem Anteil entsprechend in der Jugendverbandsarbeit wiederfindet.

Unter „sonstige Nationalitäten“ in Tabelle 24 sind alle Nennungen zusammengefasst, die

jeweils nur ein Land bzw. einen Kulturkreis betreffen. Interpretationshilfe (markiertes Feld):

Von den interviewten Leiter/innen politischer oder gewerkschaftlicher Jugendorganisationen

(Schlüssel-Nr. 6) haben drei angegeben, dass Besucher/innen polnischer Abstammung die

größten Nutzergruppen aus anderen Kulturkreisen in den Angeboten ihrer Organisationen

darstellen.

37


Tabelle 23: Anteil der Nutzer/innen aus anderen Kulturkreisen (nichtdeutsche

bzw. nichtdeutschsprachige Besucher/innen)

(Frage 15) - Anzahl der Nennungen!

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

weiblich

mehr als 75 % 2 2

50 bis 75 % 2 2

schwankend / teils

2 1 1 4

viele - teils wenige

25 bis 50 % 1 4 5

weniger als 25 % 1 6 1 1 1 10 20

weniger als 10 % 6 4 1 3 1 25 1 41

keine 7 4 2 3 2 2 13 48 81

nicht bekannt 1 2 3

männlich

mehr als 75 % 2 1 2 5

50 bis 75 % 2 2

schwankend / teils

2 1 2 5

viele - teils wenige

25 bis 50 % 1 1 12 14

weniger als 25 % 1 5 1 1 1 13 22

weniger als 10 % 6 9 1 1 3 2 2 26 1 51

keine 2 3 2 3 2 1 10 35 58

nicht bekannt 1 1 2

Tabelle 24: Die größten Nutzergruppen aus anderen Kulturkreisen

(nichtdeutsche bzw. nichtdeutschsprachige Besucher/innen)

(Frage 16) - Anzahl der Nennungen!

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

Türken 3 7 2 1 3 1 1 35 53

Russlanddeutsche /

Spätaussiedler / innen

3 6 2 2 13 26

Polen 1 5 3 1 12 22

Kosovo-Albaner 1 2 3

Kurden 1 1 1 3

Italiener 1 2 3

Iraner 1 2 3

Griechen 1 1 1 3

Libanesen 1 1 2

Franzosen 1 1 2

Vietnamesen 1 1 2

Iraker 2 2

Tunesier 2 2

sonstige Nationalitäten 2 1 14 17

38


5.5 Angebotsformen und Anzahl der Angebote

Tabelle 25: Angebotsformen in der Jugendverbandsarbeit - Anzahl

regelmäßiger Angebote pro Woche (Frage 17)

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

Altersgruppe 3 bis 13 Jahre

Gruppenstunden 19 58

(ohne Trainingszeiten)

6 5 9 1 2 9 34 1 144

regelmäßige Musik- / Sport- /

Trainingsangebote

1 12 10 3 3 362 391

Offene Angebote (Treff, Cafe,

Teestube, Disco,...

13 11 8 15 1 23 71

Regelmäßige Hausaufgabenbetreuung

6 4 2 12

Sonstige Angebote 5 1 10 1 6 23

Altersgruppe 14 bis 17 Jahre

Gruppenstunden 13 35

(ohne Trainingszeiten)

7 3 1 2 4 13 21 1 100

regelmäßige Musik- / Sport- /

Trainingsangebote

2 2 10 4 3 424 445

Offene Angebote (Treff, Cafe,

Teestube, Disco,...

18 17 10 15 1 17 78

regelmäßige

11

Hausaufgabenbetreuung

11

Sonstige Angebote 7 7 3 1 6 24

Altersgruppe 18 bis 26 Jahre

Gruppenstunden 12 8

(ohne Trainingszeiten)

7 3 1 2 4 3 25 1 66

regelmäßige Musik- / Sport- /

Trainingsangebote

1 4 10 3 2 331 351

Offene Angebote (Treff, Cafe,

Teestube, Disco,...

11 11 8 1 14 45

regelmäßige

5

Hausaufgabenbetreuung

5

Sonstige Angebote 7 8 4 4 23

insgesamt

Gruppenstunden 44 101 20 11 11

(ohne Trainingszeiten)

5 10 25 80 3 310

regelmäßige Musik- / Sport- /

Trainingsangebote

4 18 30 0 0 0 10 8 1117 0 1187

Offene Angebote (Treff, Cafe,

Teestube, Disco,...

42 39 26 0 30 3 0 0 54 0 194

regelmäßige

22

Hausaufgabenbetreuung

4 2 0 0 0 0 0 0 0 28

Sonstige Angebote 19 1 0 0 25 7 0 2 16 0 70

Zu den regelmäßigen Angeboten pro Woche zählen nach den Angaben der Interviewten

auch Kurse und Seminare, Spiele und Wettkämpfe, Gemeinschaftsdienste, Exkursionen,

Kindergottesdienste, Offene-Tür-Angebote u.a..

39


Mit den Mitteln einer Interview-Befragung die enorme Vielfalt der Angebote in der Jugendarbeit

der Vereine und Verbände zu erfassen, erwies sich als methodisches Problem. Die regelmäßig

in der Woche stattfindenden Angebote wurden deshalb in 5 groben Kategorien

zusammengefasst, für die jeweils die Anzahl der Teilnehmer/innen in den einzelnen Altersgruppen

nach den Angaben der Interviewten ermittelt wurde (Tabelle 25, S.38). Eine weitere

Aufschlüsselung der Teilnehmerzahlen für die einzelnen Angebotsarten konnte in dieser Erhebung

nicht vorgenommen werden.

Nach der Anzahl der regelmäßigen Angebote dominieren eindeutig die Übungs- und Trainingseinheiten

der Sportvereine. Daneben findet allgemeine und Themen spezifische Gruppenarbeit

in relativ großem Umfang statt, vor allem bei den Angeboten der Kirchengemeinden

für die unter 13-Jährigen. Groß ist auch die Zahl der offenen Angebote, während regelmäßige

Hausaufgabenbetreuung in der Jugendverbandsarbeit – im Gegensatz zur Arbeit der

Jugendfreizeiteinrichtungen – kaum eine Rolle spielt.

Spitzenreiter bei den unregelmäßig stattfindenden Veranstaltungen sind nach ihrer Anzahl

die Tagesausflüge und Wochenendfahrten, vor allem bei den Angeboten für Jugendliche.

Sehr häufige Angebotsformen sind daneben Projekte und Sonderveranstaltungen, wie unter

Tabelle 26, S.40, beschrieben. Ferienfreizeiten sind eine weitere, in allen Bereichen der Jugendverbandsarbeit

verbreitete Praxis, deren Anzahl unter den Angeboten für Volljährige

aber deutlich zurück geht. Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Internationalen Jugendaustausch

sind vor allem für die Altersgruppe von 14 bis 17 Jahren bedeutsam, spielen von

der Gesamtzahl her bei den Angebotsformen jedoch nur eine untergeordnete Rolle.

Unter Sonderveranstaltungen und Projekten wurde eine Vielzahl von Angeboten benannt,

die hier nur beispielhaft und auszugsweise wiedergegeben werden können: Bibelwochen

und Kinderbibeltage, Jugenddisco, Gemeinde- und Stadtteilfeste, Sonderdienste, Klausurtagungen

und Projektwochen, Ferienpassaktionen, Laufveranstaltungen, Punktspiele und

Turniere, Regatten, Meisterschaften, Vereinsfeiern und jahreszeitliche Feste, Spiellaufhilfe,

Tag der offenen Tür, Ausflüge, Lehrgänge und Schulungen, Feuerwehr-Wettbewerbe und

vieles andere.

Besonders hervorgehoben wurden einzelne Veranstaltungen mit spezifischer Zielsetzung

(siehe Frage 19!): Beteiligung an Wahlkämpfen, Integrationsmaßnahmen und Aktionen für

multikulturelle Jugendarbeit, Mitarbeit an übergreifenden Projekten wie „Sport gegen Gewalt“

oder an Kooperationsprojekten mit Schulen, Informationsveranstaltungen z.B. zum Tierschutz,

Themen bezogene Schulungen oder überregionale Treffen.

In Frage 19 wird nach weiteren Angeboten gefragt, die die Arbeit der Vereine und Verbände

auszeichnen. Dazu sind keine Antwortkategorien vorgegeben worden. Benannt wurden hier

vor allem besondere Schwerpunkte, Aktionen, herausragende Veranstaltungen und Projekte

des Jahres 2001. Wegen der zahlreichen Überschneidungen sind die Antworten in der Auswertung

der Frage 17 (Tabelle 26) zugeordnet worden.

40


Tabelle 26: Angebotsformen in der Jugendverbandsarbeit - Anzahl

der Veranstaltungen und Projekte im Jahr (Frage 17)

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

Altersgruppe 3 bis 13 Jahre

Ferienfreizeiten 12 26 8 14 2 1 1 10 100 1 175

Wochenendfahrten / 19 37 20 20

Tagesausflüge

3 13 5 103 1 221

Internationaler

1

Jugendaustausch

1 1 3

Projekte 11 13 40 1 6 12 150 233

Altersgruppe 14 bis 17 Jahre

Ferienfreizeiten 18 17 8 15 17 2 4 12 114 1 208

Wochenendfahrten / 38 44 27 10

Tagesausflüge

8 5 25 12 131 300

Internationaler

4 1

Jugendaustausch

1 1 2 2 4 15

Projekte 10 11 41 1 9 3 16 154 245

Altersgruppe 18 bis 26 Jahre

Ferienfreizeiten 13 4 8 13 9 2 2 3 97 1 152

Wochenendfahrten / 28 34 29 8

Tagesausflüge

8 17 11 2 98 235

Internationaler

Jugendaustausch

2 3 2 7

Projekte 10 5 40 1 10 4 12 136 218

insgesamt

Ferienfreizeiten 43 47 24 42 28 5 7 25 311 3 535

Wochenendfahrten / 85 115 76 38 19 22 49 19

Tagesausflüge

332 1 756

Internationaler

5 1 1 1

Jugendaustausch

4 6 7 25

Projekte 31 29 121 3 0 25 7 40 440 696

Insgesamt nur in sehr geringem Umfang finden geschlechtsspezifische Angebote in der Jugendarbeit

der Vereine und Verbände statt (Tabelle 27, S.41). Außer sporadischen Einzelmaßnahmen

besteht allenfalls bei den Kirchengemeinden eine erkennbare Tendenz, spezielle

Angebote und Gruppen für Mädchen durchzuführen. Daneben scheint es zwei ökologischen

Organisationen ein Anliegen zu sein, die Angebote ihrer Jugendarbeit geschlechtsspezifisch

zu differenzieren. (Die Angaben der Sportvereine zu dieser Frage sind mit Vorbehalt

zu interpretieren, weil es in den meisten Sportarten getrennte Mannschaften für Mädchen

und Jungen gibt, sodass hier der Anteil geschlechtsspezifischer Angebote traditionell

hoch ist.)

Interpretationsbeispiel (markierte Felder): Von den interviewten Jugendgruppenleiter/innen

aus Kirchengemeinden (Schlüssel-Nr. 2) haben 6 angegeben, dass sie spezielle Gruppen für

Mädchen durchführen. Insgesamt haben 127 Interviewpartner/innen mitgeteilt, dass es in

ihrer Jugendarbeit keine geschlechtsspezifischen Angebote gibt.

41


Tabelle 27: Angebote für Mädchen oder Jungen - geschlechtsspezifische

Angebote (Frage 18) - Anzahl der Nennungen!

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

Angebote ausschließlich 1 6

für Mädchen

2 2 1 2 13 27

Angebote ausschließlich 1 1

für Jungen

2 1 1 2 13 21

Mädchengruppe 6 1 2 1 1 10 21

Jungengruppe 1 2 1 1 9 14

Mädchenraum 1 1

Jungenraum 1 1

Mädchentreff (Öffnungszeiten

nur für Mädchen)

1 1 2

Jungentreff (Öffnungszeiten nur

für Jungen)

1 1

Projekte / Aktionen mit Mädchen 4 1 0 2 1 1 7 16

Projekte / Aktionen mit Jungen 0 1 0 2 1 1 5 10

keine geschlechtsspezifischen

Angebote

7 14 5 3 3 4 2 11 77 1 127

Die Auswertung der Angaben zu den Zeiten, zu denen regelmäßige Jugendarbeit stattfindet,

bringt erwartungsgemäß keine Überraschungen (Tabelle 28). Der Schwerpunkt der Durchführung

liegt in der Woche von Montag bis Freitag nachmittags bis 18.oo Uhr und - in deutlich

geringerem Umfang - abends nach 18.oo Uhr. Ein nennenswerter Teil der regelmäßigen

Angebote findet aber auch an den Wochenenden statt. Dagegen gibt es, außer den Maßnahmen

einiger Kirchengemeinden und ökologischer Organisationen für Vorschulkinder,

werktags an den Vormittagen praktisch keine Angebote der Jugendverbandsarbeit.

Tabelle 28: Anzahl der regelmäßig wöchentlich stattfindenden Angebote

(Frage 20)

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

Montag bis Freitag

vormittags bis 12.00 Uhr

0 8 2 0 9 0 0 0 2 0 21

Montag bis Freitag

nachmittags bis 18.00 Uhr

11 70 19 8 6 0 2 2 568 3 689

Montag bis Freitag

abends ab 18.00 Uhr

14 27 16 2 6 2 5 14 269 0 355

am Wochenende

(Samstag und / oder Sonntag)

11 16 3 1 3 2 2 4 128 0 170

gesamt 36 121 40 11 24 4 9 20 967 3 1235

42


5.6 Kooperation, Unterstützung, Interessenvertretung

Nach den Angaben unserer Interviewpartner/innen bestehen vielfältige Kooperationsbeziehungen

zu den unterschiedlichsten Institutionen und Organisationen (Tabelle 29). Verständlicherweise

wird die Zusammenarbeit der Vereine in den eigenen Dachverbänden am

häufigsten genannt, sehr häufig auch die Kooperation mit anderen Jugendverbänden und mit

dem Lübecker Jugendring, bei den Sportvereinen auch mit anderen Sportvereinen. Nach der

Anzahl der Nennungen scheinen Schulen sehr beliebte Kooperationspartner zu sein, aber

auch der Bereich Jugendarbeit als die für die Jugendverbandsarbeit zuständige städtische

Behörde wird oft als Partner für regelmäßige Zusammenarbeit benannt.

Tabelle 29: Regelmäßige Zusammenarbeit mit anderen Organisationen

(Frage 21) – Anzahl der Nennungen

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

Jugendhaus / Jugendtreff 2 3 1 1 1 8

Jugendverband (-verbände) 4 5 2 3 1 3 1 3 19 41

Bereich Jugendarbeit - 3 8

Jugendamt

4 3 1 2 5 17 1 44

Sozialberatungsstelle (Bereich

Jugendhilfe - Jugendamt)

3 1 1 1 2 8

Erziehungs- /

1 3

Familienberatungsstelle

1 1 6

Jugendschutz 2 1 3

Schule(n) 3 8 3 2 2 1 1 3 30 53

Kirchengemeinde(n) 7 16 3 1 1 2 4 34

Sportverein(e) 1 1 1 1 1 46 51

im eigenen Dachverband 5 15 3 2 3 5 2 6 59 100

Lübecker Jugendring 5 4 4 3 1 1 1 14 33

Sonstige 3 4 2 3 4 1 4 9 30

Unter „Sonstige“ wurden zu Frage 21 insgesamt 30 weitere Kooperationspartner benannt:

überregional tätige Vereine und Verbände, andere Ortsgruppen und Jugendfeuerwehren,

Polizei, Gesundheitsamt, Jugendaufbauwerk, Nachbarschaftsbüro, politische Organisationen

und Jugendgruppen, Kindergärten, Stadtteilkonferenzen u.a..

Nach den eigenen Kreis- und Landesverbänden ist es auch der Bereich Jugendarbeit, der

von den Vereinen am häufigsten als Organisation angegeben wird, die ihre Arbeit unterstützt

(Tabelle 30, S.43). Unterstützung erfahren viele Vereine auch durch den Lübecker Jugendring.

Unter den zahlreichen weiteren Quellen, die von den Interviewpartner/innen genannt

wurden, sind vor allem eigene Fördervereine als unterstützende Organisationen zu nennen.

In der Jugendarbeit der Kirchengemeinden sind es natürlich diese selbst, die die kirchlichen

Jugendgruppen am häufigsten unterstützen und zu denen die intensivsten Kooperationsbeziehungen

bestehen.

43


Tabelle 30: Unterstützende Organisationen

(Frage 22) – Anzahl der Nennungen

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

eigener Förderkreis /

2

Förderverein

3 1 1 1 1 16 25

Bereich Jugendarbeit - 3 12 5

Jugendamt

2 1 1 1 5 26 56

Kirchengemeinde 4 18 2 2 26

eigener Kreis- / Landesverband 5 10 3 2 3 6 2 10 65 1 107

Lübecker Jugendring 5 7 4 1 13 30

Sonstige 3 5 3 1 2 1 3 13 31

Die insgesamt 31 weiteren, zu Frage 22 unter „Sonstige“ angegebenen unterstützenden Organisationen

betrafen andere Landes- und Bundesverbände, spezielle konfessionelle Förderquellen,

kommunale Dienststellen, Sponsoren und Stiftungen und Elternbeiträge.

Neben finanziellen Zuwendungen sind es vor allem Schulungen, Fortbildungen und fachliche

Beratung, durch die die Jugendarbeit der Vereine und Verbände unterstützt wird. Eine geringere

Rolle spielen organisatorische Unterstützung und die Gestellung von Material (Tabelle

31). Vor allem einige Sportvereine haben in den Interviews ihre zu geringe Unterstützung

und Beratung beklagt. Als schwerwiegenderes und in allen Bereichen der Jugendverbandsarbeit

verbreitetes Problem erwies sich aber die oft unzureichende finanzielle Ausstattung.

Diese wurde von zahlreichen Interviewpartner/innen als der gravierendste Mangel in ihrer

Jugendarbeit bezeichnet (Tabellen 33 und 34, S.45).

Tabelle 31: Art der Unterstützung

(Frage 23) – Anzahl der Nennungen

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

finanzielle Unterstützung 8 19 5 3 2 3 2 5 49 1 97

organisatorische Unterstützung 4 4 1 4 1 1 7 19 1 42

fachliche Unterstützung 6 11 5 1 2 4 3 10 40 82

Gespräche / Beratung 5 9 3 1 3 3 2 9 28 63

Schulungen 7 13 3 2 3 5 2 10 54 99

Weiterbildung 8 14 1 1 3 1 3 12 51 94

Material 7 13 1 1 4 2 2 9 26 1 66

Sonstige 1 1 2

Die beiden Angaben unter „Sonstige“ zu Frage 23 beinhalteten Raumnutzung und personelle

Unterstützung.

Ein wesentliches Element der verbandlichen Jugendarbeit ist ihre Selbstorganisation und die

Mitbestimmung durch Kinder und Jugendliche. Für diese Erhebung von Interesse war weniger

die Frage nach der internen Organisation der Mitverantwortung, sondern die Interessenvertretung

der Mitglieder bzw. Besucher/innen nach außen (Tabelle 32, S.44). Instrumente

der Öffentlichkeitsarbeit werden verbreitet und vielfältig genutzt, und für eine große Zahl der

Jugendgruppen ist die Mitarbeit in ihren Kreis- und Landesverbänden selbstverständlich. In

geringerem Umfang wird von der Möglichkeit der Einflussnahme in Arbeitskreisen, Regionalkonferenzen

oder durch die Mitarbeit im Lübecker Jugendring Gebrauch gemacht.

44


Tabelle 32: Genutzte Formen der Interessenvertretung

(Frage 24) – Anzahl der Nennungen

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

Mitarbeit im

2

Jugendhilfeausschuss

2 2 6

Mitarbeit im

5 2

Lübecker Jugendring

2 2 1 1 1 1 8 23

Mitarbeit im Kreis- / 3

Landesverband

6 2 2 4 1 7 45 70

Mitarbeit in Arbeitskreisen 3 10 1 1 3 4 2 10 34

Mitarbeit in der Arbeitsgemeinschaft

nach § 78 KJHG

2 2

Mitarbeit in Stadtteilkonferenzen

/ Runden Tischen

3 12 1 3 3 3 9 34

Öffentlichkeitsarbeit 5 15 6 1 3 6 1 12 58 107

Sonstige 3 5 2 1 3 1 1 3 19

Unter „Sonstige“ in Frage 24 wurden die folgenden Angaben zur Interessenvertretung zusammengefasst:

Stadt- und Landesschülerparlament, Mitarbeit in verschiedenen kirchlichen

Gremien, Mitarbeit in Beiräten und Regionalkonferenzen, in politischen Gremien und Ausschüssen,

in überregionalen und Bundesverbänden.

Im Jugendhilfeausschuss sind die Verbände durch einige Repräsentanten vertreten, deren

Anzahl nach der Satzung für das Jugendamt festgelegt ist. Von unseren Interviewpartner/

innen haben nur zwei Vertreter/innen konfessioneller Organisationen angegeben, in der Arbeitsgemeinschaft

nach § 78 KJHG „Kinder- und Jugendarbeit in der Hansestadt Lübeck“

mitzuarbeiten. Tatsächlich gehören auch der Lübecker Jugendring und die Sportjugend Lübeck

zu den regelmäßigen Teilnehmer/innen. Ob damit das gesamte Spektrum der Lübecker

Jugendverbandsarbeit angemessen in der Arbeitsgemeinschaft repräsentiert ist, sollte möglichst

bald geprüft werden.

5.7 Planungen und Probleme der Jugendverbände

In Frage 25 ging es um die Planungen der Jugendverbände und Vereine für ihre weitere Jugendarbeit.

Die Interviewpartner/innen wurden – ohne vorgegebene Antwortmöglichkeiten –

aufgefordert, ihre besonderen Schwerpunkte und Projekte für die kommenden Jahre zu benennen.

Dabei wurde eine enorme Menge von Planungen und konkreten Einzelvorhaben

angegeben, die hier nur auszugsweise und stark zusammengefasst wiedergegeben werden

können: Aktionen zur Mitglieder- und Teilnehmeranwerbung, Angebotserweiterungen und

Verstärkungen, Aufbau weiterer Jugendgruppen und Schaffung von Angeboten für spezielle

Zielgruppen, Kooperationsprojekte, Mitarbeiterqualifizierung, besondere Schulungen und

Lehrgänge, Beteiligung an überregionalen Schwerpunktveranstaltungen, Ausbau der überfachlichen

Jugendarbeit, Ferien- und Freizeitaktionen, Bau- und Investitionsmaßnahmen und

Sponsorenwerbung.

Auf die Frage, welche Problembereiche in der Jugendarbeit vor Ort gesehen werden, erhielten

wir von den interviewten Vereinen und Verbänden eine Reihe von Hinweisen, die zum

großen Teil bereits in den vorangegangenen Ausführungen beschrieben worden sind.

45


Tabelle 33: Problembereiche in der Jugendarbeit

(Frage 26) – Anzahl der Nennungen

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

Besucher/innenmangel /

Mitgliedermangel

2 10 4 1 3 4 2 3 40 69

unzureichende finanzielle

Ausstattung

5 11 4 1 3 1 1 6 48 80

mangelhafte Raumsituation 4 6 2 2 1 3 33 51

zu wenig Mitarbeiter/innen 6 12 1 2 3 2 1 1 57 85

zu wenig Anerkennung 2 11

der Arbeit

4 2 1 1 2 3 32 58

zu wenig Unterstützung /

Beratung

1 4 2 1 1 20 29

keine Probleme 1 3 6 1 11

Sonstiges 2 2 1 2 3 1 20 31

Tabelle 34: Bezeichnung des gravierendsten Problems in der Jugendarbeit

(Frage 27) – Anzahl der Nennungen

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 gesamt

Besucher/innenmangel /

Mitgliedermangel

4 2 1 1 4 1 3 15 31

unzureichende finanzielle

Ausstattung

1 7 1 1 3 17 30

mangelhafte Raumsituation 2 18 20

zu wenig Mitarbeiter/innen 3 5 1 1 1 1 1 25 38

zu wenig Anerkennung

der Arbeit

1 1 1 2 1 6

zu wenig Unterstützung /

Beratung

0

Sonstiges 2 2 1 2 2 8 17

Die Tabellen 33 und 34 (zu den Fragen 26 und 27) sind im Zusammenhang miteinander

auszuwerten. Interpretationsbeispiel (markierte Felder): Von den interviewten Jugendgruppenleiter/innen

aus Natur- und ökologischen Organisationen (Schlüssel-Nr. 5) haben 3 eine

unzureichende finanzielle Ausstattung als Problembereich angegeben. Von diesen 3 hat

eine/r die unzureichende finanzielle Ausstattung als das gravierendste Problem in der Jugendarbeit

seiner/ihrer Organisation bezeichnet.

Insgesamt haben 11 Interviewpartner/innen mitgeteilt, dass sie in ihrer Jugendarbeit vor Ort

keine Problembereiche sehen.

Unter „Sonstiges“ wurden zu Frage 26 insgesamt 31 weitere Problembereiche benannt, die

in 17 Fällen auch gleichzeitig als die gravierendsten Probleme bezeichnet wurden. Neben

Ausstattungsmängeln und organisatorischen Unzulänglichkeiten betrafen die Angaben vor

allem das als zu gering eingeschätzte Engagement von Jugendlichen sowie deren fehlende

Eigenverantwortung bei gleichzeitig überzogenen Erwartungen. Weitere genannte Problemschwerpunkte

waren die häufig unzureichenden Qualifikationen von Mitarbeiter/innen und

die zu geringe Resonanz der Jugendarbeit in Vereinsvorständen und in der Öffentlichkeit.

46


Trotz dieser ernstzunehmenden Hindernisse und Unzulänglichkeiten gab es von Seiten unserer

Interviewpartner/innen keinerlei Hinweise darauf, dass ihre Jugendgruppenarbeit reduziert

oder ganz eingestellt werden soll. Im Gegenteil wurde eine Fülle von Planungen und

Projekten präsentiert, deren Realisierung eine erhebliche Angebotserweiterung zur Folge

hätte (siehe S.44!). Die folgenden Schwerpunkte in den Planungen wurden mit zahlreichen

konkret benannten Vorhaben belegt:

• Bestandssicherung und Ausbau von Jugendgruppen,

• Spezialisierung von fachlichen Angeboten für bestimmte Zielgruppen,

• Intensivierung der Mitgliederwerbung,

• Erweiterung der überfachlichen Arbeit, Freizeitangebote,

• Qualifizierung der Mitarbeiter/innen und Nachwuchsförderung,

• Investitionsmaßnahmen zur Verbesserung der Raumsituation,

• Verstärkung von Kooperationsprojekten,

• überregionale Präsenz und Beteiligung.

In der letzten Frage des Interviews waren die Interviewten gebeten worden, selbst Informationen

zu benennen, die in dem Fragenkatalog bisher nicht angesprochen waren. Hier wurden

häufig noch einmal sehr konkrete Schwierigkeiten in der Arbeit der Jugendgruppen beschrieben,

oft auch Probleme in der finanziellen Förderung und Einschränkungen durch behördliche

Auflagen. Neben solchen kritischen Betonungen einzelner Probleme in der Jugendarbeit

fielen hier auch sehr positive und zufriedene Äußerungen über die Arbeit mit Kindern

und Jugendlichen allgemein und über die Bedingungen in einzelnen Jugendorganisationen

im Besonderen, darunter auch die prägnante Aussage „Jugendarbeit macht Spaß!“.

Selbstverständlich waren diese Äußerungen vor allem Ausdruck der persönlichen Meinung

der Interviewpartner/innen zu dem, was ihnen in der Jugendverbandsarbeit aktuell wichtig

erschien. Es wurden dabei einzelne sehr konkrete Forderungen, z.B. nach der Reaktivierung

des Schülerparlaments, formuliert. Vor allem aber gab es eine Reihe bedenkenswerter Vorschläge

zu folgenden Themen:

• stärkere wechselseitige Information und Einbeziehung der Politik,

• Verbesserung des Informationstransfers, insbesondere zwischen städtischen Dienststellen

und Jugendgruppenleiter/innen,

• Reduzierung behördlicher Einschränkungen im Bereich des Jugendsports,

• größere Transparenz und vereinfachtes Abrechnungsverfahren in der Förderung durch

die Stadt,

• stärkere Förderung und Bezuschussung von Qualifizierungsmaßnahmen für Ehrenamtliche,

• verbesserte Möglichkeiten zur Nutzung von städtischen Räumen in Schulen, Sportstätten

und Jugendfreizeiteinrichtungen.

Einige dieser Vorschläge und Wünsche erscheinen durchaus realisierbar, ohne einen unverhältnismäßigen

finanziellen Mehraufwand zu verursachen. Die Raumprobleme im Jugendsport

sind allerdings angesichts der begrenzten Kapazität an städtischen Sporthallen nur

schwer zu beheben. Einschränkungen sind wegen der unterschiedlichen Rahmenbedingungen

bei den einzelnen Sportstätten und wegen gelegentlicher personeller Engpässe nicht

immer zu umgehen. Der Bereich Schule und Sport betont aber, dass die Eigenverantwortung

der Vereine bei der Nutzung von Sportstätten, wo immer möglich, umgesetzt werden soll und

dass eventuelle Schwierigkeiten direkt mit den zuständigen städtischen Mitarbeiter/innen

besprochen werden können.

47


6. Zusammenfassung und Ausblick

Der vorliegende Bericht zur Struktur und den Angeboten der Jugendverbandsarbeit ordnet

sich ein in die Berichterstattung zur Jugendhilfeplanung der Jugendamts-Bereiche im Fachbereich

Kultur der Hansestadt Lübeck. Nach dem ersten Teilbericht über die offenen Angebote

in Jugendfreizeiteinrichtungen zeigt diese Bestandserhebung auf, welch wesentlichen

Beitrag die Jugendarbeit der Vereine und Verbände zur sozialen Infrastruktur in unserem

Gemeinwesen leistet. Die Teilfachplanung des Bereichs Jugendarbeit soll anschließend mit

einer Bestandsermittlung über die Angebote der Jugendsozialarbeit vervollständigt werden.

Durch eine systematische Befragung von sicherlich mehr als 75 Prozent der in Lübeck tätigen

Vereine und Verbände ist es gelungen, ein repräsentatives Abbild über den Umfang und

die Vielfalt der Jugendarbeit zu erstellen, die vor allem durch freiwilliges ehrenamtliches Engagement

getragen wird. Wie in anderen Städten und Kreisen auch leisten in Lübeck die

Sportvereine hierzu nach dem Umfang den weitaus größten Anteil. Die Qualität der Angebote

konnte und sollte durch diese Erhebung nicht ermittelt werden.

In den 159 befragten Jugendorganisationen sind nahezu 2000 jugendliche und erwachsene

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ehrenamtlich tätig und bieten, unterstützt von etwa 130 professionellen

Fachkräften, eine ungeheure Fülle regelmäßiger Angebote und Sonderveranstaltungen,

die von etwa einem Drittel der jungen Menschen im Alter zwischen 3 und 26

Jahren genutzt werden. Angesichts dieser Zahlen kann die gesellschaftliche und jugendpolitische

Bedeutung der Jugendverbandsarbeit gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Die sozial-integrative und präventive Funktion der Jugendverbandsarbeit ist unbestreitbar

und wird durch das Spektrum ihrer Angebote dokumentiert, die die Vielfalt der Interessen

und Bedürfnisse junger Menschen in heutiger Zeit widerspiegeln. Obwohl davon auszugehen

ist, dass sozial benachteiligten oder behinderten Kindern und Jugendlichen in der Regel ein

niedrig schwelliger Zugang zu den Vereinen und Jugendorganisationen möglich ist, sind diese

Gruppen unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an den Angeboten der Jugendverbände

jedoch nicht ihren Anteilen in der Bevölkerung entsprechend repräsentiert. Eine ergänzende

Analyse könnte zu Vorschlägen führen, wie gerade jungen Menschen aus einkommensschwachen

Familien und aus fremden Kulturen eine stärkere Beteiligung ermöglicht

werden kann.

Eine unverhältnismäßige Unterrepräsentierung oder gar Benachteiligung des weiblichen Geschlechts

in den Lübecker Jugendverbänden lässt sich nicht belegen, es zeigen sich aber

gewisse Präferenzen in einzelnen Handlungsfeldern der Jugendarbeit. Die konfessionellen

Jugendgruppen sind sowohl hinsichtlich der Mitarbeiterinnen als auch der Teilnehmerinnen

stärker weiblich orientiert, im Bereich des Jugendsports und bei den Feuerwehren überwiegt

dagegen das männliche Element. Grundsätzlich nimmt das zahlenmäßige Engagement von

Mädchen mit zunehmendem Alter in den Vereinen ab. Es dürfte sich für die Verbände lohnen

zu analysieren, wie Zugang und Engagement für Mädchen und junge Frauen in ihren Jugendorganisationen

noch attraktiver gestaltet werden können.

Die Jugendarbeit der Vereine und Verbände ist in allen Stadtteilen Lübecks sichtbar und orientiert

sich nicht mehr vorrangig an den in unmittelbarer Nähe wohnenden Kindern und Jugendlichen.

Der Bezug zur räumlichen Verteilung der altersgemäßen Zielgruppe im Stadtgebiet

zeigt aber, dass in einzelnen Stadtteilen, dabei vor allem in St.Lorenz-Nord und –Süd,

eine stärkere Präsenz der Vereine und Verbände wünschenswert ist. Die Aktivitäten der

Vereine in den Stadtteilen entwickeln sich im Allgemeinen durch freiwilliges bürgerliches Engagement

aus der dort wohnenden Bevölkerung heraus. In Wohngebieten mit hohen Anteilen

sozial benachteiligter Gruppen bedarf es aber intensiver Anstöße von außen, um solche,

das Gemeinwesen fördernde Vereinstätigkeiten anzuregen.

48


Nach der Prognose für die demografische Entwicklung sind in der Zielgruppe der Jugendverbandsarbeit

erst nach 2015 spürbare Bevölkerungsrückgänge zu erwarten. Die Befürchtungen

vieler Verbandsfunktionäre und Jugendwarte, ihnen könnte bald der Nachwuchs für

freiwillige Mitarbeit in den Jugendgruppen ausgehen, sind in erster Linie durch Änderungen

in den Lebensbedingungen und in dem Verhalten Jugendlicher begründet. Junge Menschen

gehen heute weniger gern langfristige Verpflichtungen ein, sondern beteiligen sich eher

spontan an Aktionen und Projekten, die ihnen vor allem Spaß bringen sollen. Um diesen

Trends gerecht zu werden, sind nicht nur Änderungen in der Form der Angebote, sondern

häufig auch strukturelle Verbesserungen für die Mitwirkung und Mitbestimmung Jugendlicher

in den Vereinen notwendig.

Trotz der immer wieder betonten Attraktivität der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen stellt

der Mangel an ausreichend qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vielerorts das

zentrale Problem in der Jugendarbeit von Vereinen und Verbänden dar. Die vielfältigen eigenen

Bemühungen um die Weiterqualifizierung von Ehrenamtlichen sollten deshalb noch stärker

als bisher durch Angebote der Stadt, wie dem Ausbau der JULEICA-Schulungen, unterstützt

und durch Vergünstigungen ergänzt werden. Eine große Hilfe wäre auch die Einrichtung

eines zentralen Informationspools für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Jugendarbeit,

der vom Bereich Jugendarbeit mit Beteiligung der Verbände unter vertretbarem Aufwand

eingerichtet werden könnte.

Angesichts der desolaten Haushaltslage der Hansestadt Lübeck ist sicherlich nicht zu erwarten,

dass sie kurzfristig entscheidend zur Behebung der von zahlreichen Jugendorganisationen

beklagten finanziellen Engpässe beitragen kann. Die Verantwortlichen in Politik und

Verwaltung müssen es sich aber weiterhin zu ihrem Anliegen machen, die strukturellen und

organisatorischen Bedingungen für die Jugendarbeit der Vereine und Verbände zu verbessern,

Hindernisse soweit möglich zu beseitigen und die Realisierung sinnvoller Ausbauplanungen

zu erleichtern.

Die Förderung der Jugendarbeit ist eine Pflichtaufgabe des öffentlichen Jugendhilfeträgers

und die Unterstützung freiwilliger ehrenamtlicher Betätigung eine zentrale öffentliche Aufgabe.

Jugendverbandsarbeit stellt mit ihrem breiten und vielfältigen Angebot eine tragende

Säule der jugendpolitischen Infrastruktur in der Stadt dar und ist eine unverzichtbare Ergänzung

der öffentlichen Jugendhilfeleistungen. Dies unter Beweis zu stellen, war ein Ziel der

Bestandserhebung.

49


Anhang

Verzeichnis der befragten Vereine und Verbände

Kategorie Bezeichnung Straße,HausNr. PLZ Ort Telefon

Konfessionelle

Gruppen

Konfessionelle

Gruppen

Konfessionelle

Gruppen

Konfessionelle

Gruppen

Konfessionelle

Gruppen

Konfessionelle

Gruppen

Konfessionelle

Gruppen

Konfessionelle

Gruppen

Konfessionelle

Gruppen

Kirchengemeinde

(evangelisch)

Kirchengemeinden

(evangelisch)

Kirchengemeinden

(evangelisch)

Kirchengemeinden

(evangelisch)

Kirchengemeinden

(evangelisch)

Kirchengemeinden

(evangelisch)

Kirchengemeinden

(evangelisch)

Kirchengemeinden

(evangelisch)

Kirchengemeinden

(evangelisch)

Kirchengemeinden

(evangelisch)

Kirchengemeinden

(evangelisch)

Kirchengemeinden

(evangelisch)

Kirchengemeinden

(evangelisch)

Adventjugend Kronsforder Koppel 5 23560 Lübeck 04508/7344

0451/56609

Bund der Deutschen Katholischen

Jugend

Parade 6 23552 Lübeck 0451/76840

Christlicher Verein Junger

Menschen Lübeck e.V.

Gr. Petersgrube 11 23552 Lübeck 0451/71920

Evangelische Jugend Königstr. 23 23552 Lübeck 0451/7987 -

112 / - 114

Jugendbund für entschiedenes

Christentum (EC)

Jugendgruppe der Ev. -

Freikirchlichen Gemeinde

(Baptisten)

Jugendgruppe der Evangelisch-Methodistischen

Kirche

Hundestr. 49-51 23552 Lübeck 0451/4812984

Täuferstraße 2 23568 Lübeck 0451/899237

Dorfstraße 1-3 23562 Lübeck 0451/52200

de Tain Geleitweg 89 23569 Lübeck 0451/395834

Jugendgruppe der Freien

Christengemeinde e.V.

Artlenburger Str. 21 23556 Lübeck 0451/4791977

0451/46993

Auferstehung Arnimstr.56 23566 Lübeck 0451/67771

Bugenhagen Karavellenstr. 8 23556 Lübeck 0451/892551

0451/891915

Kücknitz Travelmannstr. 48-50 23564 Lübeck 0451/7072828

bzw.

0177/6278135

0451/301482

Kreuz Billrothstr. 2 23564 Lübeck 0451/5829155

Luther-Melanchthon Moislinger Allee 92b 23558 Lübeck 0451/863236

Paul-Gerhardt Paul-Gerhardt-Str.2 23554 Lübeck 0451/477455

St. Aegidien Aegidienstr. 77 Hüxtertorallee

1

St. Augustinus Falkenhusener Weg

2-8

23552 Lübeck 0451/796451

23562 Lübeck 0451/5059533

St. Christophorus Mercatorweg 1-3 23564 Lübeck 0451/605115

St. Jakobi 23552 Lübeck 0451/73828

St. Lorenz Travemünde Vogteistr. 20 23570 Lübeck 04502/844952

St. Markus Drögenvorwerk 1 23554 Lübeck 0451/405278

St. Matthäi Westhoffstr.80 23554 Lübeck 0451/8103961

0451/42456

50


Kategorie Bezeichnung Straße,HausNr. PLZ Ort Telefon

Kirchengemeinden

(evangelisch)

Kirchengemeinden

(evangelisch)

Kirchengemeinden

(evangelisch)

Kirchengemeinde

(katholisch)

Kirchengemeinde

(katholisch)

Kirchengemeinde

(katholisch)

Kirchengemeinde

(katholisch)

Kirchengemeinde

(katholisch)

Kulturelle Jugendgruppen

Kulturelle Jugendgruppen

Kulturelle Jugendgruppen

Kulturelle Jugendgruppen

Pfadfinder Jugendgruppen

Pfadfinder Jugendgruppen

Pfadfinder Jugendgruppen

Pfadfinder Jugendgruppen

Natur

Jugendgruppen

Natur

Jugendgruppen

Natur

Jugendgruppen

Natur

Jugendgruppen

Natur

Jugendgruppen

St. Philippus Schlutuper Str.52 23566 Lübeck 0451/404873

St. Thomas Marlistr.48/50 23566 Lübeck 0451/404873

J.H. Wichern Reußkamp 36 23560 Lübeck 0451/4868882

St. Birgitta Narzissenweg 12 23558 Lübeck 0451/84164

bzw.

0451/7994624

St. Bonifatius Wickedestr. 74-76 23554 Lübeck 0451/43377

katholische Probsteigemeinde

Herz Jesu

Parade 4 23552 Lübeck 0451/7098720

St. Vicelin Mönkhofer Weg 84 23562 Lübeck 0451/596062

Liebfrauen Benzstraße 2 23566 Lübeck 0451/68979

Deutscher Jugendblock

Lübeck e.V., Spielmanns-

und Fanfarenzug

Otto-Passarge-Str.

11

Lübecker Knabenkantorei Schwedenstr. 4 23570 Trave-

münde

Islamischer Jugendverein

Lübeck e.V. (Moslem-

Jugend der Fati-Moschee)

1. Lübecker Fanfarenzug

e.V.

Bund der Pfadfinderinnen

und Pfadfinder

Deutscher Pfadfinderbund

Mosaik -Pfadfinderstamm

Kliffkieker

Seepfadfinderstamm

Dwarslöper e. V.

Pfadfinderbund Weltenbummler

e. V.

Deutsche Waldjugend

Lübeck

23564 Lübeck 0451/623076

04502/76080

Matthäistr. 3 23554 Lübeck 0451/4792257

bzw.

0162/6070564

Siegfriedstraße 104 23562 Lübeck 0451/505359

Geniner Str. 15a 23560 Lübeck 0451/51232

Brandenbaumer Feld

29

23564 Lübeck 0451/604474

Am Mühlenhang 16 23689 Pansdorf 040/21098579

bzw.

04504/714595

Eckernförder Str.269

Verein Landwege e. V. Vorrader Straße 81 /

Dornestraße 4

BÖE Bildung Ökologie

Erleben e. V. - Jugend-

Umwelt-Projektwerkstatt

Naturfreunde Deutschlands

Tierschutzjugendgruppe

im Tierschutzverein Lübeck

und Umgebung e.V.

24119 Kronshagen

Grünewaldstraße 18 23564 Lübeck 0451/5853540

23558 Lübeck 0451/52212

bzw.

0451/83256

Willy-Brandt-Allee 9 23554 Lübeck 0451/7070646

Segeberger Str. 109 23617 Stockelsdorf

0451/496224

Resebergweg 23569 Lübeck 0451/306911

51


Kategorie Bezeichnung Straße,HausNr. PLZ Ort Telefon

Politik

Jugendgruppen

Politik

Jugendgruppen

Politik

Jugendgruppen

Politik

Jugendgruppen

Politik

Jugendgruppen

Politik

Jugendgruppen

Politik

Jugendgruppen

Politik Jugendgruppen

Politik

Jugendgruppen

Jugendgruppen der

Feuerwehr

Jugendgruppen der

Feuerwehr

Jugendgruppen der

Feuerwehr

Jugendgruppen der

Feuerwehr

Jugendgruppen der

Feuerwehr

Jugendgruppen der

Feuerwehr

Jugendgruppen der

Feuerwehr

Jugendgruppen der

Feuerwehr

Jugendgruppen der

Feuerwehr

Jugendgruppen der

Feuerwehr

Jugendgruppen der

Feuerwehr

Jugendgruppen der

Feuerwehr

Jugendgruppen der

Feuerwehr

Soziale Jugendgruppen

Soziale Jugendgruppen

Soziale Jugendgruppen

Deutsche Beamtenjugend Nibelungenstr. 105 23562 Lübeck 0170/5104855

SJD - Die Falken, Kreisverband

Lübeck

Hüxterdamm 22 23552 Lübeck 0451/794896

ver.di Jugendgruppe 23552 Lübeck 0451/7064533

DJO Deutsche Jugend in

Europa

Freundschaftsverein für

Solidarität und Völkerver-

ständigung e. V.

Binnenland 41 23556 Lübeck privat:

0451/624483

dienstlich:

0451/122-7048

Akzentehaus:

Fleischhauerstr. 32 /

Weberstraße 1d

23552 Lübeck 0451/3990510

Jusos Große Burgstraße 51 23552 Lübeck 0451/7027220

/ - 40

Junge Union

Kreisverband

Mengstr. 43 23552 Lübeck 0451/72535

Schüler Union Mengstr. 43 23552 Lübeck 0170/5579153

Junge Liberale F.D.P.

Kreisverband Lübeck

Jugendfeuerwehr

Dummersdorf

Jugendfeuerwehr

Schlutup

Dankwartsgrube 28 23552 Lübeck 0451/7074151

Ackerweg 5 23569 Lübeck 0451/305598

Mecklenburger Straße

143

23568 Lübeck 0451/6926267

Jugendfeuerwehr Moisling Geniner Dorfstr. 27 23560 Lübeck 0451/802259

Jugendfeuerwehr Dänischburg 0451/392865

Jugendfeuerwehr Priwall Pötenizer Weg 11 23570 Lübeck 04502/75263

Jugendfeuerwehr

Israelsdorf

Eichenweg 13 23568 Lübeck 0451/394830

Jugendfeuerwehr Vorwerk Lüderitzstr. 4 23554 Lübeck 0451/26650

Jugendfeuerwehr

Padelügge-Buntekuh

Jugendfeuerwehr Wulfsdorf-

Vorrade

Jugendfeuerwehr Büssau Kronsforder Landstr.

306

Märkische Str. 12 23558 Lübeck 0451/862159

Wulfsdorfer Weg 74 23560 Lübeck 0451/5808157

23560 Lübeck 0451/52766

Jugendfeuerwehr Ivendorf Nordlandring 20 23570 Travemünde

04502/75263

Jugendfeuerwehr

Kücknitz

Kirchplatz 8 23569 Lübeck 0451/308295

Jugendfeuerwehr

Krummesse

Jugendgruppe der DeutschenLebensrettungsgesellschaft

Lange Reihe 17 23628 Krummesse 04508/1259

Falkenstr. 49 23564 Lübeck 0451/38998 - 0

/- 22

Johanniter Jugend Lübeck Marliring 50 23566 Lübeck 0451/65531

Malteser Hilfsdienst e.V. Nettelbeckstr. 17 23566 Lübeck 0451/406517

52


Kategorie Bezeichnung Straße,HausNr. PLZ Ort Telefon

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Anglersportverein "Trave"

e.V.

Aero-Club von Lübeck

e.V.

Huberstr.4 23566 Lübeck 0451/623822

Weinbergstraße 35 23562 Lübeck 0451/598094

Aikido-Club Lübeck e.V. Claudiusring 4L 23566 Lübeck 0451/6112919

8

Alevitischer Kulturverein Bertha-von-Suttner- 23558 Lübeck 0451/861924

Mercezi (AKM) e.V. Platz 28 / Glocken- /

bzw.

gießerstraße 16 23552

0451/76063

American Sports Club

Lübeck e.V.

Unteres Staunsfeld

29

23923 Herrnburg 038821/66988

A.S.V. Petri Heil Lübeck Vorwerker Straße

64 d

23554 Lübeck 0451/21186

Boxring Lübeck von 1976 Triftstraße 112 23554 Lübeck

Budokan Lübeck e.V. Georgstraße 22 23558 Lübeck 0451/81172

0451/55051

Deutsche Jugendkraft

Lübeck

Deutscher Alpenverein

Sektion Lübeck e.V.

Eichholzer-

Wassersportverein e.V.

von 1964

Samlandstr. 39 23569 Lübeck 0451/303393

Richard-Wagner-Str.

4b

23556

23552

Lübeck 0451/477087

bzw.

0451/73297

Kaninchenbergweg 23564 Lübeck 0451/603069

Eichholzer SV Guerickestraße 5 23566 Lübeck 0451/601741

Eisenbahner Sportverein

(E.S.V.) "Hansa" Lübeck

e.V.

Fanfarenzug Jäger und

Schützen Lübeck von

1989 e.V.

Wendischestr. 42 23558 Lübeck 0451/863332

Arnimstr. 6 b 23566 Lübeck 0451/66478

0451/4946030

FSV Borussia Lübeck e.V Artlenburger Str. 19 23556 Lübeck

Fußball-Club (F.C) Dornbreite

von 1958 e.V.

Ges.z.Fördg.d.Jagdreiten

s Beaglemeute Lübeck

e.V.

Hanseatischer Fechtclub

Lübeck e.V.

Hochseesportfischerverband

e.V.

Hubertus-Gilde Kücknitz

von 1954 e.V.

Itosukai Karate-Do Lübeck

e.V.

Kampfsport Dojo Lübeck

e.V.

Steinrader Damm 41 23556 Lübeck 0451/898060

Dorfstraße 33 23629 Sarkwitz 04504/78780

bzw.

0172/4117483

Plönniesstr. 13a 23560 Lübeck 0451/52114

Wikingerweg 10 23556 Lübeck 0451/396741

Brückstraße 20 23730 Neustadt/H. 04561/50630

Schwartauer Landstraße

121

23554 Lübeck 0451/281886

bzw.

0451/475859

Moislinger Allee 17 b 23558 Lübeck 0451/863430

Karate-Dojo Lübeck e.V. Warnowweg 7 23554 Lübeck 0451/4792492

bzw.

0171/3448512

53


Kategorie Bezeichnung Straße,HausNr. PLZ Ort Telefon

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Kronsforder Sportverein

e.V. von 1931

Pelzerstraße 10 23564 Lübeck 04508/777351

04508/1020

Lübecker Bogenclub e.V. Rotdornweg 11 23617 Stockelsdorf

0451/4994697

Lübecker Motor-Yacht-

Club e.V

Tünkenhagen 8 23552 Lübeck 0451/705108

Lübecker Motorboot-Club

e.V.

Eggersstraße 15 23569 Lübeck 0451/392599

Lübecker Reitverein e.V. Geibelstr.7 a 23611

23566

Lübecker Schachverein v.

1873 e.V.

Lübecker Schüler Ruderverein

e.V.

Lübecker Schützenverein

v. 1839

Lübecker Sportclub von

1999 e.V.

Lübecker Sportschützen

e.V.

Lübecker Tennis- und

Hockey-Club e.V.

Lübecker Ballspielverein

"Phönix"

1. Fußballclub "Phönix"

von 1903 e.V.

Lübecker Frauen-Ruder-

Klub

Lübecker Frauen-Ruder-

Gesellschaft

Bad

Schwartau

Lübeck

0451/25875

bzw.

0451/65581

Sophienstraße 19 23560 Lübeck 0451/74437

0451/78003

Ruhleben 5 23564 Lübeck 0451/795152

Rademacherstr. 12 23556 Lübeck 0451/898184

Steindamm 28c 23847 Lasbek 04534/204978

0

Wesloer Landstraße

11

Lübeck 0451/623416

Ziegelstraße 23556 Lübeck 0451/43530

Roeckstr. 5 23568 Lübeck 0451/32628

Schönböckener

Straße 32

23556 Lübeck 0451/41817

Galeonenweg 6 23558 Lübeck 0451/891153

Jahnstr. 3b 23617 Stockelsdorf

0451/4998826

Lübecker Judoclub 23564 Lübeck 0451/33963

Lübecker Kanu- und Segelsportverein

e.V

Berliner Straße 12 23627 Groß Grönau

Lübecker Ruder-Klub Dr. Elisabeth-Selbert-

Ring 18

Lübecker Schwimm-

Verein von 1896 e. V

Lübecker Seglerverein

von 1885

04509/1235

23558 Lübeck 0451/85671

bzw.

0451/83398

Friedhofsallee 108a 23554 Lübeck 0451/496546

Danziger Straße 30 23564 Lübeck 0451/65857

Lübecker Sportverein Heiligen-Geist-Kamp 23568 Lübeck 0451/36936

"Gut Heil" von 1876 3

Lübecker Turnerschaft Geverdesstr.13 23554 Lübeck 0451/4809933

Lübecker Yachtclub Roeckstr. 54 23568 Lübeck 0451/33839

Lübeck-Travemünder

Golf-Club

Kowitzberg 41 23570 Trave-

münde

04502/74018

Männerturnverein (MTV) Sudetenstr. 3 23562 Lübeck 0451/8883213

17

Perstall e.v. Speckmoorstr. 10 23568 Lübeck 0451/6926107

54


Kategorie Bezeichnung Straße,HausNr. PLZ Ort Telefon

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Radsport-Team Lübeck

von 1990 e.V.

Reitsportverein Groß

Steinrade e.V.

Reitsportverein Lübeck-

Wulfsdorf e.V.

Reitverein Travemünde

von 1925 e.V.

Roll- und Eissportverein

Lübeck e.V.

Rollstuhl-Sportclub Hansa

Lübeck

Schützenverein Moisling

e.V. von 1971

Schwartauer Seglerverein

e.V.

Schwimm-Club "Delphin"

Lübeck von 1960 e.V.

Seglerclub Hansa von

1898

Wulfsdorfer Weg 35 23560 Lübeck 0451/57153

Wisbystraße 3 23558 Lübeck 0451/473800

Blasfeld 16 23560 Lübeck 0451/581331

Hornkamp 9 23570 Lübeck 04502/4499

bzw.

0451/5006

Neptunstr. 7 23562 Lübeck 0451/501525

0451/621417

Rosenstr.14/Haus 1 23552 Lübeck 0451/7063342

August-Bebel-Straße

57

23560 Lübeck 0451/806337

bzw.

0171/4034853

Wilhelmstraße 21 23611 Bad

Schwartau

0451/2909905

Buchenweg 11 23619 Hamberge 0451/8966112

0451/4792176

Schönböckener

Hauptstraße 2a

23556 Lübeck 0451/894101

Seglerverein Herrenwyk Kahlhorstr. 27 23562 Lübeck 0451/598691

Seglerverein Trave e.V. Schildfarneck 2g 23566 Lübeck 0451/602272

Skivereinigung Schleswig-

Holstein

Sport- und Freizeitverein

Wulfsdorf e.V.

Sport-Club Rapid Lübeck

e.V.

Moristeig 37 23556 Lübeck 0451/495688

bzw.

0451/4993646

Krog 18A 23560 Lübeck 0451/52535

Schönböckener

Straße 25

23556 Lübeck 0451/471925

Sportclub Buntekuh e.V. Klipperstr. 18 23558 Lübeck 0451/893991

Sportverein Weissenrode

e.V.

SV Fortuna St. Jürgen

Lübeck, e.V.

Seglerverein Wakenitz

e.V.

Sportanglerverein "Pliete"

e.V. Lübeck

Sportverein "Eintracht"

Groß Grönau e.V.

Kronsforder Sportverein

e.V. von 1931

Sportverein Viktoria 08

LÜbeck, e.V.

Brüder-Grimm-Ring

4a

23560 Lübeck 0451/804590

Dorfstraße 37a 23562 Lübeck 0451/51827

St. Annen Str. 8 23552 Lübeck 0451/705529

Am Diestelberg 34 23564 Lübeck priv.

0451/605938,

dienstl.

0451/603432

Strecknitzer Tannen

3b

23562 Lübeck 0451/501051

Kronsforder Landstr. 23560 Lübeck 04508/1020

Große Kosterkoppel

26

23562 Lübeck 0451/597792

Stettiner Yachtclub e.V. 23554 Lübeck 0451/25888

55


Kategorie Bezeichnung Straße,HausNr. PLZ Ort Telefon

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sport

Jugendgruppen

Sonstige

Jugendgruppen

Tanzclub Concordia

Lübeck e.V.

Tischtennisclub Lübeck

e.V.

Travemünder Segel-Club

e.V.

TSV Eintracht Groß Grönau

e.V.

Albert Schweizerstr.

120

23611 Bad

Schwartau

0451/25256

Dornierstraße 29 23568 Lübeck 0451/33689

An der Alten Schule

2d

Am Torfmoor 2 23627 Groß

Grönau

22885 Barsbüttel 040/6701390

04509/1656

Türkischer Sportverein Lübeck e.V. 23552 Lübeck 0162/9086965

0451/7076998

Travemünder Tennis- und

Hockeyclub

Turngemeinschaft

Rangenberg

Turn- und Sportbund der

Hansestadt Lübeck e.V.

TSV Dänischburg von

1919 e.V.

Brodtener Hauptstraße

9

23570 Lübeck 04502/74633

Schwartauer Str. 63 23611 Sereetz 0451/395780

Schwartauer Allee

44-44a

23554 Lübeck 0451/41234

Torgaustraße 5 23611 Sereetz 0451/392613

0451/393575

TSV Kücknitzn.1911 e.V. Kieselgrund 22 23569 Lübeck 0451/395447

TSV Schlutup 1907 e.V. Lauer Weg 88 23568 Lübeck 0451/691178

TSV Siems Krummer Weg 22a 23569 Lübeck 0451/301343

Turn- und Sportverein

Lübeck von 1893 e.V.

Verein für Kanusport

Lübeck e.V

Verein Lübecker Kegler

1891 e.V.

VFB Lübeck von 1919

e.V.

Wassersportverein

Wakenitz e.V. Lübeck

Windsurfing Club Lübeck

e.V.

Yachtclub Fischereihafen

Travemünde e.V.

Yachtclub Kattegat Lübeck

e.V.

Verein für Leibesübungen

Vorwerk

Pfeifengrasweg 2 23566 Lübeck 0451/624875

Kahlhorststr. 28 23562 Lübeck 0451/594778

0451/34009

Klappenstr. 38 23554 Lübeck 0451/4005812

Andersenring 20 a 23560 Lübeck 0451/803239

Berliner Straße 64 23627 Groß

Grönau

04509/71160

Zwinglistr. 18 23568 Lübeck 0451/32728

Kleiner Belt 23 23570 Lübeck 04502/72313

Frierichstr. 34a 23562 Lübeck 0451/597862

0451/394340

Am Behnckenhof 6a 23554 Lübeck 0451/404575

Deutscher Unterwasserclub

Lübeck e.V.

Wesenbergstraße 40 23560 Lübeck 0451/8070301

Reitsportverein Krumesse Attendornstraße 19 23564 Lübeck 0451/793182

04508/1490

Segler-Verein-Wakenitz

e.V.

Korvettenstr. 8a 23558 Lübeck 0451/8973860

Showroulett Flamingo Lindenstraße 70 23558 Lübeck 0451/83125

GKG Silbermöwe Lübeck 0451/471848

Jugendgruppe des Kleinsiedlerv.

Brandenbaum

Pensebusch 9 23566 Lübeck 0451/6072152

56


Anschreiben

Nachfolgend ist der Text des Anschreibens an die Vereine und Verbände vom November

2001 wiedergegeben.

Erhebung zur Jugendarbeit der Vereine und Verbände

in der Hansestadt Lübeck

Sehr geehrte Damen und Herren,

als der für die Jugendhilfeplanung des Bereichs Jugendarbeit-Jugendamt der Hansestadt

Lübeck zuständige Mitarbeiter möchte ich mich heute mit einem besonderen

Anliegen an Sie wenden. Vermutlich ist Ihnen bekannt, dass Jugendhilfeplanung

nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz zu den Pflichtaufgaben der Stadt

als öffentlicher Träger der Jugendhilfe gehört. Damit sollen die erforderlichen Angebote

für Kinder und Jugendliche dargestellt, der Bedarf ermittelt und durch eine

Maßnahmenplanung die Sicherung des Angebots und seine Weiterentwicklung

gewährleistet werden.

Um herauszufinden, ob die Kinder- und Jugendarbeit in Lübeck den Bedürfnissen

und Wünschen von Kindern und Jugendlichen entspricht und wie sie sich in Zukunft

weiter entwickeln soll, findet zunächst eine Bestandsaufnahme statt. Dazu

wurde ein erster Bericht über die offenen Angebote in Jugendfreizeiteinrichtungen

Anfang 2001 vorgelegt. Als zweiter Teil sollen nun alle Angebote der Jugendverbandsarbeit

erfasst werden, die in Kirchengemeinden, Sportvereinen, Feuerwehren

und vielen anderen Vereinen und Verbänden durchgeführt werden. Es handelt

sich um ein breites Spektrum vielfältiger Angebote, die überwiegend in ehrenamtlicher

Arbeit geleistet werden. Um diese möglichst vollständig zu erfassen, brauchen

wir Ihre Hilfe.

Wir möchten zu allen wesentlichen Feldern der in Vereinen und Verbänden geleisteten

Jugendarbeit Daten erheben: Welche Angebote werden gemacht, wo und wie

häufig finden sie statt, wie werden sie finanziert, von wem werden sie genutzt, wer

leistet die Arbeit, wie wird sie honoriert u.a.. Die Angaben beziehen sich auf das

Jahr 2001, speziell auf das letzte Quartal dieses Jahres. Dabei interessieren uns

nicht nur die reinen Fakten, sondern auch Ihre Einschätzungen, z.B. zu den

Schwerpunkten und möglichen Problemen in Ihrer Jugendarbeit.

Als Erhebungsinstrument haben wir einen Fragenkatalog entwickelt, der Ihnen

durch unsere Interviewerinnen und Interviewer vorgetragen werden soll. Wir bitten

Sie, sich die Zeit - etwa 30 Minuten - zu nehmen und alle Fragen zu beantworten.

57


Zur Terminabsprache werden Mitarbeiter/innen des Bereichs Jugendarbeit

oder von uns beauftragte Fachschüler /innen sich mit Ihnen in den nächsten

Wochen telefonisch in Verbindung setzen. Falls Sie selbst terminlich sehr stark

gebunden sind, teilen Sie uns bitte mit, wann Sie für das Interview zur Verfügung

stehen können. Wenn Sie meinen, nicht der/die richtige Ansprechpartner/in für dieses

Interview zu sein, benennen Sie uns bitte die entsprechenden Personen Ihres

Vereins oder Trägers, die Auskunft geben können.

Wir wollen versuchen, die Erhebung möglichst noch in diesem Jahr abzuschließen.

Die Ergebnisse sollen dann umgehend ausgewertet und zu einem Bericht zusammengestellt

werden. Die einzelnen Angaben werden darin nach Themenfeldern,

z.B. Angebotsformen oder Zielgruppen, zusammengefasst, wobei ein besonderer

Gesichtspunkt die räumliche Verteilung der Angebote im Stadtgebiet darstellen

wird. Der Bericht wird dem Jugendhilfeausschuss und der Lübecker Bürgerschaft

vorgelegt und kann auch Ihnen auf Anforderung zur Verfügung gestellt werden.

Uns soll er als eine Grundlage für den weiteren Prozess der Jugendhilfeplanung

dienen.

Wenn Sie Nachfragen haben, wenden Sie sich bitte an mich unter der o.a. Telefonnummer

oder an Herrn B....... unter Tel. 122 – 12.. oder an Frau R...... unter Tel.

122 – 12.. (vormittags).

Im Voraus herzlichen Dank für Ihre Mitarbeit!

Mit freundlichen Grüßen

im Auftrag

Gorch Bruns

(Das Schreiben wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig.)

58


Fragebogen

Erhebungsbogen zur Bestandsaufnahme der

Jugendverbandsarbeit in der Hansestadt Lübeck

Name des Jugendverbandes, des Vereins, bzw. sonstigen Anbieters:

Sparte / Abteilung:

Ansprechpartner/in:

Straße / Hausnummer:

PLZ / Ort:

Telefon / Fax:

Internet- / E-Mail-Adresse:

Name des Trägers / der Trägerin / des Vereins:

Straße / Hausnummer:

PLZ / Ort:

Telefon / Fax:

Internet- / E-Mail-Adresse:

Die in diesem Interview erfragten Angaben werden für die Jugendhilfeplanung des

Bereichs Jugendarbeit der Hansestadt Lübeck genutzt. Die Angaben beziehen sich auf

den Zeitraum Oktober bis einschließlich Dezember 2001.

Interviewer / Interviewerin:

Anmerkungen zum Interview:

Datum / Unterschrift

Kennziffer: Stadtbezirk:

(wird vom Bereich Jugendarbeit - Jugendamt eingesetzt)

59


1. Sie machen Kinder- und Jugendarbeit als

Konfessionelle Organisation Kirchengemeinde

Kulturelle Organisation Pfadfinder/innen-Jugendgruppe

Natur- / Ökologische Organisation Politische / Gewerkschafts- Jugend

Soziale Organisation Feuerwehr-Jugend

Sportverein Sonstige Organisation / Initiative

2. Sie machen Kinder- und Jugendarbeit in

(Ortsangabe so genau wie möglich; bei mehreren Angeboten für jedes einzeln angeben!)

Lübeck und Umgebung im gesamten Stadtgebiet Lübecks

im Wohngebiet

3. Ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Kinder- und Jugendarbeit:

(Bitte nur Mitarbeiter/innen angeben, die regelmäßig über einen längeren Zeitraum -

mindestens 6 Monate - tätig sind.)

Anzahl der

kontinuierlich

tätigen

Ehrenamt-lichen

Mädchen

unter 15 Jahren

Mädchen /

Frauen von

15 bis 18

Jahren

Frauen über

18 Jahren

Jungen unter

15 Jahren

Jungen /

Männer von

15 bis 18

Jahren

Männer über

18 Jahren

4. Welche Tätigkeiten werden von den ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen wahrgenommen

? (bitte ankreuzen; Mehrfachnennungen möglich)

Leitung von Kinder / Jugendgruppen

Leitung von Trainings-/Übungsgruppen in Musik- und Sportvereinen

Leitung / Durchführung von Ferienfreizeiten / Wochenendfreizeiten / Kurzfreizeiten

Leitung / Durchführung von themenbezogenen Aktivitäten

(z.B. religiöse / politische .Angebote)

Leitung / Durchführung von größeren Projekten:

Theaterstücke, Vereinszeitungen u.a.

Leitung / Durchführung von Veranstaltungen, Festen und Aktionen

Vereins- / Vorstandsarbeit

Jugendpolitische Interessenvertretung (Gremienarbeit / Öffentlichkeitsarbeit)

Regelmäßiger Thekendienst

Sonstige Tätigkeiten (Bitte benennen)

60


5. Gibt es Gratifikationen / Aufwandsentschädigungen für Ehrenamtliche?

(Mehrfachnennungen möglich)

Keine Anerkennungen materieller Art

Fahrtkostenerstattung

Allgemeine Aufwandsentschädigung (Pauschale)

Aufwandsentschädigung bei speziellen Angeboten

Besondere Anerkennung durch Ehrungen, Feierlichkeiten, Geschenke, Orden etc

Aufwandsentschädigung des Bereichs Jugendarbeit - Jugendamt

Sonstige Gratifikationen (Bitte benennen)

6. Welche Qualifikationen für die Kinder- und Jugendarbeit haben

die Ehrenamtlichen ? (Mehrfachnennungen möglich)

Keine besondere Qualifikation Langjährige Mitgliedschaft

Jugendgruppenleiter/innenausbildung

(JuLeiCa)

Ferienfreizeitschulungen

Mitarbeiter/innenschulungen Übungsleiter/innenlehrgänge

Berufserfahrung Persönliche Weiterbildung

Fachliche Ausbildung (z.B. für kreati- Sonstige Qualifikationen

ve, musikalische, sportliche Angebote)

(Bitte benennen)

7. Bitte geben sie die Anzahl der derzeit hauptamtlich Tätigen (fest angestelltes Personal

inclusive ABM) mit pädagogischen Aufgaben an.

männlich weiblich

Vollzeit Teilzeit befristet angestellt

Vollzeit Teilzeit befristet angestellt

8. Bitte geben Sie die Anzahl der Honorarkräfte (externe Mitarbeiter/innen mit Honorarvertrag

- keine ehrenamtlich tätigen Mitglieder!) an:

männlich weiblich

Kontinuierlich tätig Projektbezogen tätig Kontinuierlich tätig Projektbezogen tätig

61


9. Welche Räume und Freiflächen nutzen Sie? (Mehrfachnennungen möglich)

Eigenständiges Jugendhaus Räume im Gemeindehaus

Räume in einer Schule Clubheim / Vereinsheim

Lokal / Gaststätte Private Räume

Schulturnhalle

Sonstige Räume

(Bitte benennen)

Freifläche für Sport und Spiel

Sportplatz

Gewässer

Sonstige Freiflächen

(Bitte benennen)

10. Wodurch finanzieren Sie Ihre Kinder- und Jugendarbeit (Falls nicht bekannt: Wer

kann Auskunft geben)? (Mehrfachnennungen möglich)

Mitgliedsbeiträge Zuschüsse der Stadt

Projektfinanzierung aus Landesmitteln

Eigenmittel des Trägers / der Trägerin

Mittel der Europäischen Union Bundesmittel

Teilnahmebeiträge (z.B. für Nicht-

Mitglieder)

Sponsoring Spenden

Sonstige Mittel

(Bitte benennen)

Eigene Aktionen (z.B. Veranstaltungen

mit Eintrittsgeldern)

11. Wieviele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erreichen Sie in einer typischen

Woche (ohne Sonder-/ Großveranstaltungen) mit Ihren Angeboten?

(Kriterium für regelmäßigen Besuch: mindestens einmal pro Woche über 6 Monate)

Zielgruppen Alter insgesamt Mädchen / Frauen Jungen / Männer

3 bis 13 Jahre

14 bis 17 Jahre

18 bis 27 Jahre

12. Wieviele junge Menschen bis 27 Jahre nehmen an Ihren Sonderveranstaltungen

wie Ferienfreizeiten, Wochenendveranstaltungen teil? Bitte geben

Sie die geschätzte Anzahl für das Jahr 2001 an.

62


13. Werden Ihre Angebote von Kindern,Jugendlichen und jungen Erwachsenen

aus einkommensschwachen und sozial benachteiligten Familien angenommen?

Wie hoch ist deren Anteil an den Nutzer/innen Ihrer Angebote? (bitte ankreuzen!)

Anteil der Nutzer/innen aus einkommensschwachen

Familien

mehr als 75 %

weiblich männlich

50 bis 75 %

schwankend / teils viele - teils wenige

25 bis 50 %

weniger als 25 %

weniger als 10 %

keine

nicht bekannt

14. Werden Ihre Angebote von behinderten Kindern,Jugendlichen und jungen Erwachsenen

genutzt? Wie hoch ist deren Anteil an den Nutzer/innen Ihrer Angebote?

(bitte ankreuzen!)

Anteil der behinderten Nutzer/innen weiblich männlich

mehr als 75 %

50 bis 75 %

schwankend / teils viele - teils wenige

25 bis 50 %

weniger als 25 %

weniger als 10 %

keine

nicht bekannt

15. Erreichen Sie auch Kinder,Jugendliche und junge Erwachsene aus anderen Kulturkreisen

(nichtdeutsche bzw. nichtdeutschsprachige Besucher/innen)? Wie hoch ist

deren Anteil an den Nutzer/innen Ihrer Angebote? (bitte ankreuzen!)

Anteil von Nutzer/innen aus anderen Kulturkreisen weiblich männlich

mehr als 75 %

50 bis 75 %

schwankend / teils viele - teils wenige

25 bis 50 %

weniger als 25 %

weniger als 10 %

keine

nicht bekannt

63


16. Bitte geben Sie die größten Nutzergruppen aus anderen Kulturkreisen (nichtdeut-

sche bzw. nichtdeutschsprachige Besucher/innen) an:

Nationalität

geschätzter Anteil

davon weiblich

Spätaussiedler /

innen

17. Wir haben eine Liste unterschiedlicher Angebotsformen erstellt, die in der Jugendverbandsarbeit

für Besucher/innen oder Mitglieder durchgeführt werden. Bitte

geben Sie für die einzelnen Angebote an, wie häufig diese pro Woche - bzw. pro Jahr -

bei Ihnen für die einzelnen Altersgruppen stattfinden.

Anzahl pro Woche

Gruppenstunden (ohne Trainingszeiten)

regelmäßige Musik- / Sport- / Trainingsangebote

Offene Angebote (Treff, Café, Teestube,

Disco, ...)

Regelmäßige Hausaufgabenbetreuung

Sonstiges (bitte benennen)

1.

2.

3.

Ferienfreizeiten

Wochenend-Fahrten

Anzahl pro Jahr

Internationaler Jugendaustausch

Projekte (bitte benennen)

1.

2.

3.

3 bis 13 Jahre 14 bis 17 Jahre

18 bis 27 Jahre

64


18. Gibt es spezifische Angebote für Mädchen oder Jungen? Wenn ja, welche?

(bitte ankreuzen Mehrfachnennungen möglich)

Angebote ausschließlich für Mädchen Angebote ausschließlich für Jungen

Mädchengruppe Jungengruppe

Mädchenraum Jungenraum

Mädchentreff (Öffnungszeiten nur für

Mädchen)

Jungentreff (Öffnungszeiten nur für-

Jungen)

Projekte / Aktionen mit Mädchen Projekte / Aktionen mit Jungen

19. Gibt es weitere Angebote, die Ihre Arbeit auszeichnen? Wenn ja, welche und in

welchem Umfang finden sie statt? (bitte benennen!)

20. Angebote der Kinder- und Jugendarbeit (wöchentlich stattfindende Angebote):

Wenn Sie regelmäßige Angebote durchführen, zu welchen Zeiten finden diese statt?

(Bitte die jeweilige Anzahl der Angebote einsetzen!)

Montag bis Freitag vormittags bis 12.oo Uhr

Montag bis Freitag nachmittags bis 18.oo Uhr

Montag bis Freitag abends ab 18.oo Uhr

am Wochenende (Samstag und / oder Sonntag)

21. Arbeiten Sie mit anderen Gruppen / Verbänden / Einrichtungen (z.B. Schulen, Jugendzentrum,

Sportverein, soziale Dienste im Jugendamt, Erziehungs-beratungsstelle

usw.) regelmäßig zusammen? (Mehrfachnennungen möglich)

Jugendhaus(-häuser) / Jugendtreff Jugendverband (-verbände)

Bereich Jugendarbeit - Jugendamt Sozialberatungsstelle (Bereich Jugendhilfe

- Jugendamt)

Erziehungs- / Familienberatungsstelle Jugendschutz

Schule (n) Kirchengemeinde (n)

Sportverein (e) im eigenen Dachverband

Lübecker Jugendring Sonstige (bitte benennen!)

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22. Wer unterstützt Ihre Arbeit, z.B. durch Hilfe bei Aus- und Weiterbildung?

(Mehrfachnennungen möglich)

eigener Förderkreis / Förderverein Bereich Jugendarbeit - Jugendamt

Kirchengemeinde eigener Kreis-/Landesverband

Lübecker Jugendring Sonstige (bitte benennen!)

23. Wodurch wird Ihre Arbeit unterstützt? (Mehrfachnennungen möglich)

finanzielle Unterstützung organisatorische Unterstützung

fachliche Unterstützung Gespräche / Beratung

Schulungen Weiterbildung

Material Sonstiges (bitte benennen!)

24. Welche Möglichkeiten der Einflußnahme zur Vertretung der Interessen Ihrer Mitglieder

/ Besucher/innen nutzen Sie (z.B. Mitarbeit in Gremien, im Kirchenvorstand,

Öffentlichkeitsarbeit...)? (Mehrfachnennungen möglich)

Mitarbeit im Jugendhilfeausschuß Mitarbeit im Lübecker Jugendring

Mitarbeit im Kreis- / Landesverband Mitarbeit in Arbeitskreisen

Mitarbeit in der Arbeitsgemeinschaft

zur Jugendhilfeplanung nach §§ 78

und 80 KJHG

Mitarbeit in Stadtteilkonferenzen /

Runden Tischen

Öffentlichkeitsarbeit Sonstiges (bitte benennen!)

25. Welche Planungen haben Sie für Ihre weitere Jugendarbeit? Gibt es besondere

Schwerpunkte oder Projekte, die Sie in den kommenden Jahren realisieren möchten?

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26. Welche Problembereiche sehen Sie bei Ihrer Arbeit vor Ort?

(Mehrfachnennungen möglich)

Besucher/innenmangel / Mitgliedermangel

Unzureichende finanzielle Ausstattung

Mangelhafte Raumsituation Zu wenig Mitarbeiter/innen

Zu wenig Anerkennung der Arbeit Zu wenig Unterstützung / Beratung

keine Probleme Sonstiges (bitte benennen!)

27. Welches von den oben genannten halten Sie für das gravierendste Problem

28. Gibt es noch wichtige Informationen, die bisher in diesem Interview nicht angesprochen

wurden?

Wir danken Ihnen für Ihre Mitarbeit!

67


Verzeichnis der Tabellen und Grafiken

Tabelle 1: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene nach Stadtteilen und

Stadtbezirken

Tabelle 2: Einwohnerzahlen und Anteile der Kinder, Jugendlichen

und jungen Erwachsenen nach Stadtteilen

Grafik 1: Anteile der Altersgruppe von 3 bis 26 Jahren im Stadtgebiet

Grafik 2: Einwohner/innen in den Stadtteilen insgesamt und

Anteile der Altersgruppe von 3 bis 26 Jahren

Tabelle 3: Anteile von Ausländer/innen in den Stadtteilen

Tabelle 4: Anzahl und Anteilsverhältnisse der Empfänger/innen

von Hilfe zum Lebensunterhalt in den Stadtteilen

Tabelle 5: Anzahl und Anteilsverhältnisse der Empfänger/innen von Hilfen

zur Erziehung in den Stadtteilen

Tabelle 6: Jugendarbeitslosigkeit in den Stadtteilen

Grafik 3: Prozentuale Anteile Ausländer/innen, Empfänger/innen von

Sozialhilfe, Jugendhilfe und Arbeitslosenunterstützung in den

Stadtteilen in der Altersgruppe von 3 bis 26 Jahren

Grafik 4: Prognostizierte Entwicklung der für die Jugendverbandsarbeit

relevanten Altersgruppen in der Hansestadt Lübeck

Tabelle 7: Zuordnung und Anzahl der Vereine und Verbände in

Klassifizierungs-Kategorien

Grafik 5: Anteile der Vereine und Verbände in

Klassifizierungs-Kategorien

Tabelle 8: Lokalisierung der Kinder- und Jugendarbeit der Vereine und

Verbände

Tabelle 9: Tätigkeit der Vereine und Verbände in Stadtbezirken

Tabelle 10: Tätigkeit der Vereine und Verbände in Stadtteilen in Beziehung

zu Bevölkerungsanteilen der Zielgruppe

Tabelle 11: Anzahl der kontinuierlich tätigen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter in der Jugendverbandsarbeit

Tabelle 12: Tätigkeiten der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter

Tabelle 13: Gratifikationen / Aufwandsentschädigungen

für Ehrenamtliche

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Tabelle 14: Qualifikationen der Ehrenamtlichen

Tabelle 15: Hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit pädagogischen

Aufgaben in der Jugendverbandsarbeit

Tabelle 16: Honorarkräfte in der Jugendverbandsarbeit

Tabelle 17: Nutzung von Räumen und Freiflächen in der

Jugendverbandsarbeit

Tabelle 18: Finanzierung der Kinder- und Jugendarbeit

Tabelle 19: Anzahl der regelmäßigen Nutzer/innen pro Woche

Tabelle 20: geschätzte Anzahl der Teilnehmer/innen an

Sonderveranstaltungen in 2001

Tabelle 21: geschätzter Anteil der Nutzer/innen aus einkommensschwachen

Familien

Tabelle 22: Anteil der behinderten Nutzer/innen

Tabelle 23: Anteil der Nutzer/innen aus anderen Kulturkreisen (nichtdeutsche

bzw. nichtdeutschsprachige Besucher/innen)

Tabelle 24: Die größten Nutzergruppen aus anderen Kulturkreisen

(nichtdeutsche bzw. nichtdeutschsprachige Besucher/innen)

Tabelle 25: Angebotsformen in der Jugendverbandsarbeit -

Anzahl regelmäßiger Angebote pro Woche

Tabelle 26: Angebotsformen in der Jugendverbandsarbeit -

Anzahl der Veranstaltungen und Projekte im Jahr

Tabelle 27: Angebote für Mädchen oder Jungen - geschlechtsspezifische

Angebote

Tabelle 28: Anzahl der regelmäßig wöchentlich stattfindenden Angebote

Tabelle 29: Regelmäßige Zusammenarbeit mit anderen Organisationen

Tabelle 30: Unterstützende Organisationen

Tabelle 31: Art der Unterstützung

Tabelle 32: Genutzte Formen der Interessenvertretung

Tabelle 33: Problembereiche in der Jugendarbeit

Tabelle 34: Bezeichnung des gravierendsten Problems in der Jugendarbeit

Seite

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Gesetzestexte

Auszug aus SGB Achtes Buch (Kinder- und Jugendhilfegesetz)

§ 74 Förderung der freien Jugendhilfe

(1) Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe sollen die freiwillige Tätigkeit auf dem Gebiet der

Jugendhilfe anregen; sie sollen sie fördern, wenn der jeweilige Träger

1. die fachlichen Voraussetzungen für die geplante Maßnahme erfüllt,

2. die Gewähr für eine zweckentsprechende und wirtschaftliche Verwendung der Mittel

bietet,

3. gemeinnützige Ziele verfolgt,

4. eine angemessene Eigenleistung erbringt und

5. die Gewähr für eine den Zielen des Grundgesetzes förderliche Arbeit bietet.

Eine auf Dauer angelegte Förderung setzt in der Regel die Anerkennung als Träger der freien

Jugendhilfe nach § 75 voraus.

(2) Soweit von der freien Jugendhilfe Einrichtungen, Dienste und Veranstaltungen geschaffen

werden, um die Gewährung von Leistungen nach diesem Buch zu ermöglichen, kann die

Förderung von der Bereitschaft abhängig gemacht werden, diese Einrichtungen, Dienste und

Veranstaltungen nach Maßgabe der Jugendhilfeplanung und unter Beachtung der in § 9 genannten

Grundsätze anzubieten. § 4 Abs. 1 bleibt unberührt.

(3) Über die Art und Höhe der Förderung entscheidet der Träger der öffentlichen Jugendhilfe

im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel nach pflichtgemäßem Ermessen. Entsprechendes

gilt, wenn mehrere Antragsteller die Förderungsvoraussetzungen erfüllen und die von

ihnen vorgesehenen Maßnahmen gleich geeignet sind, zur Befriedigung des Bedarfs jedoch

nur eine Maßnahme notwendig ist. Bei der Bemessung der Eigenleistung sind die unterschiedliche

Finanzkraft und die sonstigen Verhältnisse zu berücksichtigen.

(4) Bei sonst gleich geeigneten Maßnahmen soll solchen der Vorzug gegeben werden, die

stärker an den Interessen der Betroffenen orientiert sind und ihre Einflussnahme auf die

Ausgestaltung der Maßnahme gewährleisten.

(5) Bei der Förderung gleichartiger Maßnahmen mehrerer Träger sind unter Berücksichtigung

ihrer Eigenleistungen gleiche Grundsätze und Maßstäbe anzulegen. Werden gleichartige

Maßnahmen von der freien und der öffentlichen Jugendhilfe durchgeführt, so sind bei

der Förderung die Grundsätze und Maßstäbe anzuwenden, die für die Finanzierung der

Maßnahmen der öffentlichen Jugendhilfe gelten.

(6) Die Förderung von anerkannten Trägern der Jugendhilfe soll auch Mittel für die Fortbildung

der haupt-, neben- und ehrenamtlichen Mitarbeiter sowie im Bereich der Jugendarbeit

Mittel für die Errichtung und Unterhaltung von Jugendfreizeit- und Jugendbildungsstätten

einschließen.

§ 75 Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe

(1) Als Träger der freien Jugendhilfe können juristische Personen und Personenvereinigungen

anerkannt werden, wenn sie

1. auf dem Gebiet der Jugendhilfe im Sinne des § 1 tätig sind,

2. gemeinnützige Ziele verfolgen,

70


3. aufgrund der fachlichen und personellen Voraussetzungen erwarten lassen, dass sie einen

nicht unwesentlichen Beitrag zur Erfüllung der Aufgaben der Jugendhilfe zu leisten

imstande sind, und

4. die Gewähr für eine den Zielen des Grundgesetzes förderliche Arbeit anbieten.

(2) Einen Anspruch auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe hat unter den Voraussetzungen

des Absatzes 1, wer auf dem Gebiet der Jugendhilfe mindestens drei Jahre

tätig gewesen ist.

(3) Die Kirchen und Religionsgemeinschaften des öffentlichen Rechts sowie die auf Bundesebene

zusammengeschlossenen Verbände der freien Wohlfahrtspflege sind anerkannte

Träger der freien Jugendhilfe.

Auszug aus

Erstes Gesetz zur Ausführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes

(Jugendförderungsgesetz Schleswig-Holstein - JuFöG -) vom 5. Februar 1992

§ 54 Anerkennung der Träger der freien Jugendhilfe

1. Als Träger der freien Jugendhilfe nach § 75 SGB VIII kann nur anerkannt werden, wer

seinen Sitz im Land Schleswig-Holstein hat.

2. Zuständig für die Anerkennung ist

das Jugendamt, in dessen Bereich der Träger der freien Jugendhilfe seinen Sitz hat und

in dem er ausschließlich oder vorwiegend tätig ist,

das Landesjugendamt, wenn der Träger der freien Jugendhilfe im Bereich mehrerer Jugendämter,

aber nicht über das Land Schleswig-Holstein hinaus tätig ist, es sei denn, daß

eine Tätigkeit nach Nummer 1 vorliegt,

das Ministerium für Justiz, Frauen, Jugend und Familie des Landes Schleswig-Holstein in

den übrigen Fällen.

3. Die Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände und die im Zeitpunkt des

Inkrafttretens dieses Gesetzes ihr angeschlossenen Träger der freien Jugendhilfe gelten

als anerkannte Träger der freien Jugendhilfe. Dies gilt entsprechend für die auf der Ebene

der Kreise und kreisfreien Städte gebildeten Arbeitsgemeinschaften der freien Wohlfahrtsverbände.

Dies gilt nicht für die Jugendverbände und Jugendgruppen der in den

Sätzen 1 und 2 genannten Träger der freien Jugendhilfe.

4. Die Anerkennung erstreckt sich auf die rechtlich unselbständigen Untergliederungen des

Trägers.

5. Das Ministerium für Justiz, Frauen, Jugend und Familie des Landes Schleswig-Holstein

wird ermächtigt, durch Verordnung nähere Bestimmungen über die Voraussetzungen für

die Anerkennung und ihren Nachweis zu treffen.

71


Verordnung des Landes Schleswig-Holstein

über die Voraussetzungen für die Anerkennung als Träger der

freien Jugendhilfe vom 4. Juni 1992

Aufgrund des § 55 Abs. 5 des Jugendförderungsgesetzes (JuFöG) wird verordnet:

§ 1

Geltungsbereich

Diese Verordnung bestimmt die Voraussetzungen für die Anerkennung als Träger der freien

Jugendhilfe nach § 55 des Jugendförderungsgesetzes sowie die hierfür zu erbringenden

Nachweise. § 75 Abs. 2 und 3 des Sozialgesetzbuches Achtes Buch (SGB VIII) bleibt unberührt.

§ 2

Träger der freien Jugendhilfe

(1) Als Träger der freien Jugendhilfe kann anerkannt werden, wer freiwillig und selbständig

Aufgaben der Jugendhilfe übernimmt und ausführt sowie dabei gemeinnützige Ziele verfolgt.

(2) Träger der freien Jugendhilfe können Verbände, Gruppen und Initiativen der Jugend sowie

juristische Personen sein. Dies gilt auch für die Zusammenschlüsse von Trägern nach

Satz 1.

§ 3

Voraussetzungen für die Anerkennung

(1) Neben den Voraussetzungen für die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe nach

§ 75 Abs. 1 SGB VIII müssen folgende weitere Voraussetzungen erfüllt werden:

Der Träger soll mindestens ein Jahr ununterbrochen eine Tätigkeit nach § 2 Abs. 1 ausgeübt

haben. Dies gilt nicht für Träger von Kindertageseinrichtungen.

Ein Träger nach § 2 soll mindestens 7 Mitglieder haben und muß für die Aufnahme weiterer

Mitglieder offen sein.

Die oder der Verantwortliche des Trägers muß mindestens 16 Jahre alt sein. Ist sie oder

er noch nicht volljährig, ist zur Wahrnehmung dieser Funktion die Einwilligung des

oder der Personensorgeberechtigten erforderlich.

Die Satzung oder die Ordnung des Trägers muß gewährleisten, daß Mitglieder, die über

14 Jahre alt sind, an der Willensbildung des Trägers in angemessener Weise mitwirken

können.

Richten sich Angebote des Trägers an Kinder, ist deren Mitwirkung an der Willensbildung

des Trägers in altersgemäßer und angemessener Weise zu gestalten.

(3) Gehört ein Jugendverband oder eine Jugendgruppe einem Erwachsenenverband an,

müssen die Gestaltung der Jugendarbeit nach einer eigenen Jugendordnung und eine

angemessene Mitwirkung in den Gremien des Erwachsenenverbandes, insbesondere im

Vorstand, und eine eigenständige Wirtschaftsführung gewährleistet sein.

§ 4

Anerkennungsverfahren

(1) Die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe ist schriftlich bei der nach § 55 Abs. 2

JuFöG zuständigen Behörde zu beantragen. Der Antrag muß folgende Angaben enthalten

den Namen und die Anschrift des Trägers,

den Namen, das Alter, die Anschrift sowie die Funktion der verantwortlichen Personen

und

das Ziel und den Zweck der Tätigkeit des Trägers.

(2) Dem Antrag ist die Satzung oder die Ordnung des Trägers im Fall des § 3 Abs. 2 auch

die Satzung oder die Ordnung des Erwachsenenverbandes beizufügen.

(3) Über den Antrag auf Anerkennung ist schriftlich zu entscheiden. Die Anerkennung kann

für einen bestimmten Zeitraum erteilt werden; sie ist jedoch mindestens für ein Jahr zu erteilen.

(4) Für die Rücknahme und den Widerruf der Anerkennung gelten die §§ 116, 117 und 118

des Landesverwaltungsgesetzes.

72


§ 5

Rechte der Anerkennungsbehörde

Die Anerkennungsbehörde kann vom Träger die erforderlichen Auskünfte und Nachweise

verlangen. Der Anerkennungsbehörde und deren Beauftragten ist Einblick in die Arbeit des

Trägers zu geben.

§ 6

Folge der Anerkennung

Durch die Anerkennung wird ein Rechtsanspruch auf Förderung nicht begründet.

§ 7

Verzeichnis der anerkannten Träger

Das Landesjugendamt Schleswig-Holstein führt das Verzeichnis über die anerkannten Träger

der freien Jugendhilfe im Lande Schleswig-Holstein. Die Anerkennungsbehörden haben

ihm alle nach § 4 Abs. 3 und 4 ergangenen Entscheidungen und die Veränderungen unverzüglich

mitzuteilen.

§ 8

Inkrafttreten

(1) Diese Verordnung tritt am 1. Juli 1992 in Kraft.

(2) Gleichzeitig treten die Richtlinien des Landesjugendamtes für die Anerkennung als Träger

der freien Jugendhilfe vom 23. April 1991 (NBl. MBWJK Schl.-H. S. 287) außer Kraft.

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