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DEGEMED news 54 - Dezember 2015

Newsletter der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V.

DEGEMED news 54 - Dezember

1 Nr. 54 Dezember 2015 news Einiges wird anders Sind wir darauf vorbereitet? Deutschland nimmt in diesem Jahr etwa eine Million Zuwanderer auf. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen. Der ganze europäische Kontinent ist von Wanderungsbewegungen erfasst. Millionen Menschen sind auf der Flucht vor Krieg und Gewalt. Gleichzeitig erfasst eine Terrorwelle Europa. Das alles reißt uns aus unserem Alltag und unserer Routine. Kann man in diesen Zeiten über Reha sprechen? Augenblick mal! Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit. Dieser Satz wird Angela Merkel zugeschrieben. Zunächst ist es wichtig, diese Entwicklungen sachlich in den Blick zu nehmen. Und zu unterscheiden: Deutschland erlebt bereits seit einigen Jahren eine sehr starke Zuwanderung aus den Partnerländern der Europäischen Union. Gerade im Gesundheits- und Pflegebereich sind zahlreiche Fachkräfte etwa aus Spanien oder Polen neu in unser Land gekommen. Junge Europäer Und dieser Trend hält an. Spätestens seit der europäischen Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 machen sich gut ausgebildete junge Europäer auf den Weg, wenn sie in anderen Ländern der Europäischen Union bessere berufliche Perspektiven sehen. Sie erleben Europa als Kontinent der Freiheit und Freizügigkeit. Und machen als Unionsbürger von ihren europäischen Grundfreiheiten Gebrauch. Gerade Unternehmen der beschäftigungsintensiven Gesundheitsund Reha-Branche in Deutschland profitieren davon. Flüchtlinge Seit Jahresbeginn kommen außerdem zahlreiche Menschen vom Balkan und aus den Krisengebieten des Nahen Ostens zu uns. Auch wenn die Motive und der Aufenthaltsstatus der Menschen noch so unterschiedlich sind, so ist doch eines klar: Viele werden eine dauerhafte Perspektive bei uns finden und in Deutschland bleiben. Sie werden hier arbeiten und am Leben in der Gesellschaft teilhaben. Dies fordert von diesen Menschen Anstrengung und Integrationsbereitschaft. Aber auch wir als aufnehmende Gesellschaft sind gefordert. Die Eingliederung dieser Menschen und ihre Versorgung mit Gesundheitsdienstleistungen geht auch die Reha-Branche an. Auseinandersetzungen Die Gewalt in Paris macht uns sprachlos. Aber nicht wehrlos. Wir können die Provokation zurückweisen. Indem wir nach einem Moment des Innehaltens zu dem zurückkehren, was uns ausmacht. Für die Rehabilitation bedeutet dass, sich um Menschen zu kümmern, wenn sie aus der Bahn geworfen sind. Das ist nicht wenig. So zeigen wir aufrechte Haltung. Und geben ein Beispiel, warum es sich lohnt, für die Rehabilitation einzutreten. Ja, man darf in diesen Zeiten über Reha reden!