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KulturFenster Nr. 03|2014 - Juni 2014

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Poste Italiane SpA – Sped. in a.p.<br />

-70% – NE BOLZANO – 65. Jahrgang<br />

<strong>Nr</strong>. 3 | JUNI | <strong>2014</strong><br />

<strong>KulturFenster</strong><br />

Blasmusik, Chorwesen und Heimatplege in Südtirol<br />

Förderstopp der Landschaftspflege<br />

Singende Menschenkette für Europaregion Tirol<br />

Jugendarbeit in den Musikkapellen


• Geleitwort •<br />

Unser Grundkapital<br />

• Inhalt •<br />

• Heimatpflege<br />

Von Sparkursen und Sparfl ammen 3<br />

Vom Holzzaun bis zum Wegkreuz 4<br />

64. Jahreshauptversammlung des<br />

Heimatpfl egeverbandes 5<br />

Elektrifi zierung der Vinschger Bahn 6<br />

Erhalt historischer bäuerlicher Bausubstanz 7<br />

Brennerbasistunnel – Schluss mit<br />

Geheimniskrämerei 8<br />

Gefährdetes Glurns 9<br />

Vinschgau – ein Bezirk der Sonnenseite 10<br />

Katharinaberg: Wiederbelebung der<br />

„kurzbäurischen“ Tracht 12<br />

Gesamttiroler Maitanz in Steinegg 14<br />

Büchertisch 16<br />

• Chorwesen<br />

Südtiroler Jugendchortreff auf Schloss<br />

Maretsch 19<br />

Jugend singt <strong>2014</strong> in Algund 20<br />

Salzburger Passionssingen in Schlanders 21<br />

AGACH erinnert an Franz R. Miller 22<br />

Treffen der Männerchöre im<br />

Burggrafenamt-Vinschgau 23<br />

Musikprojekt ,,klaNg“ begeistert 24<br />

Konzertreihe ,,Choriosum X“ mit<br />

Erfolg abgeschlossen 25<br />

„Friedenskonzert“ des<br />

Völser Kirchenchores 26<br />

Große Chorkonzerte in Naturns<br />

und Schenna 27<br />

Anna Maria Staffl er seit 30 Jahren<br />

Chorleiterin 27<br />

Stimmgabel 28<br />

Spare in der Zeit, so hast du in der Not<br />

– ein Sprichwort, das vielen aus Kinderzeiten<br />

her vertraut ist. In Südtirol ist zwar<br />

nicht die große Not ausgebrochen, aber<br />

der Wind hat sich gedreht, die fetten Jahre<br />

sind vorbei, die mageren haben sich bereits<br />

angekündigt.<br />

Sparen heißt also das Losungswort – in<br />

vielen privaten Haushalten und auch in<br />

der öffentlichen Verwaltung. Aber es soll<br />

nicht dort die Sparaxt angesetzt werden,<br />

wo bereits ohnedies nur karge Kost verabreicht<br />

wurde. Wie beispielsweise beim<br />

Heimatpfl egeverband Südtirol. Landesrat<br />

Richard Theiner hat in einem Schreiben<br />

an die Geschäftsstelle mitgeteilt, dass die<br />

Beiträge im Bereich Landschaftspfl ege<br />

und Raumentwicklung vorderhand eingefroren<br />

werden. Betroffen sind Zuschüsse<br />

für traditionelle Holzzäune und Schindeldächer,<br />

Trockenmauern und bäuerliche<br />

Kleindenkmäler. Dem Förderstopp unterliegen<br />

weiters Projekte zur Erhaltung, Wiederherstellung<br />

oder Entwicklung der Vielfalt<br />

von Natur und Landschaft, zur Förderung<br />

von Arten- und Lebensraumschutz sowie<br />

für den Schutz von Ensembles. Der Obmann<br />

des Heimatpfl egeverbandes Peter<br />

Ortner ist irritiert und fragt sich, ob Heimatschutz<br />

nur ein Lippenbekenntnis sei<br />

oder ein fundamentales Anliegen der öffentlichen<br />

Hand. „Im Vergleich zu den<br />

Förderungen von Großprojekten sind die<br />

Beiträge für ehrenamtlich tätige Vereine<br />

gering“, so der Obmann. Mit Recht verweist<br />

er auf die beispielsweise Tausende<br />

von bäuerlichen Kleindenkmälern, die von<br />

Sachbearbeitern im Heimatpfl egeverband<br />

instand gehalten und saniert werden. Was<br />

werden die vom Förderstopp des Landes<br />

halten? Peter Ortner appelliert an die Landesregierung<br />

mit dem Hinweis, dass es<br />

sich lohne, in die vielen Natur- und Kulturgüter<br />

des Landes zu investieren, „denn<br />

sie sind unser Grundkapital“.<br />

Alfons Gruber<br />

• Blasmusik<br />

Den Musikkapellen hinter die Fassaden<br />

geschaut 33<br />

Grundlegende Aspekte der<br />

Jugendarbeit in MK erforscht 34<br />

Neue Homepage des VSM aktiv 36<br />

„Auftakt“ für JugendBlasOrchester Wipptal 36<br />

Nicht alltägliches Seminar im<br />

Bezirk Bozen 37<br />

Musik in Bewegung –<br />

Kurse in Meran und Bozen 38<br />

Stammtisch der Pusterer Kapellmeister 39<br />

„Pfeffersberger“ unter neuer Stabführung 40<br />

Frühjahrskonzert der Bürgerkapelle Brixen 41<br />

Osterkonzert der Musikkapelle Villnöß 42<br />

Josefi konzert der Bürgerkapelle<br />

St. Michael Eppan 43<br />

Frühjahrskonzeert der MK Naturns 43<br />

Anton „Toni“ Erlacher im Porträt 44<br />

Im Gedenken an Toni Kiem 45<br />

Mit Blasmusik durch die EU<br />

(Bulgarien, Ungarn) 46<br />

Musikpanorama 49<br />

Titelbild: Das Weiße Bild in Steinegg. Der Name ist dem weißen Stein geschuldet, aus dem das Denkmal gehauen ist.<br />

2<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Vorweg<br />

Heimatpflege<br />

Von Sparkursen und<br />

Sparflammen<br />

Die europäischen Nachbarn tun es, Renzi<br />

befiehlt es in Italien, Landeshauptmann Kompatscher<br />

erarbeitet Pläne für Südtirol, nun<br />

ereilt dieses Schicksal notgedrungen auch<br />

die Heimatpflege: Sparen lautet das Diktat.<br />

Der Notstand äußert sich in einem hoffentlich<br />

temporär begrenzten Beitragsstopp.<br />

Das Debakel um die Goldenen Renten<br />

ist bei weitem noch nicht vom Tisch, die<br />

Politikergehälter scheinen auch noch resistent<br />

gegenüber Kürzungen, allein bei<br />

der Frage um die Verteilung der öffentlichen<br />

Gelder scheinen die Sparmaßnahmen<br />

zu greifen, trotzdem der Bürger auf<br />

allen Ebenen verstärkt zur Kasse gebeten<br />

wird. Prompt ereilt den Heimatpflegeverband<br />

Ende April die Mitteilung, Beiträge<br />

würden für das kommende halbe Jahr eingefroren.<br />

In der Zwischenzeit wolle man<br />

neue Förderkriterien erarbeiten, so Landesrat<br />

Theiner. Eine Tür auf der einen Seite<br />

zuschlagen und ein Fensterchen Richtung<br />

Hoffnung einen Spalt breit öffnen ist ja seit<br />

jeher die praktizierte Strategie der Politik.<br />

Inwieweit man hierbei von Drückerbergerei<br />

vor etwaigen Stellungnahmen sprechen<br />

will, darf willkürlich interpretiert werden.<br />

Neuwahlen in der Verbandsspitze<br />

Im Laufe des Dreijahreszyklus standen<br />

bei der heurigen Jahreshauptversammlung<br />

die Neuwahlen der Verbandsorgane<br />

an. Mit überwältigender Mehrheit wurde<br />

Landesobmann Peter Ortner in seinem<br />

Amt bestätigt. Ebenso die Rechnungsprüfer<br />

und die Schiedsrichter. Dem entgegen<br />

wurden die Karten in den Reihen<br />

der Vorstandsmitglieder neu gemischt:<br />

Bestätigt wurden die Vize-Landesobfrau<br />

Claudia Plaikner sowie die Vorstandsmitglieder<br />

Oscar Dibiasi, Franz Fliri und Toni<br />

Puner. Edeltraud Kaserer Kiebacher verzichtete<br />

aus persönlichen Gründen, aber<br />

dennoch mit Wehmut auf eine weitere Kandidatur.<br />

Ihren Platz überließ sie zwei nicht<br />

weniger engagierten Heimatpflegern: Bernhard<br />

Lösch aus dem Bezirk Pustertal und<br />

Beirat für Architektur sowie Josef Vieider<br />

aus dem Bezirk Meran-Burggrafenamt.<br />

Jahreshauptversammlung am 5. April <strong>2014</strong> im Pastoralzentrum von Bozen<br />

Mit vereinten Kräften<br />

Die Jahreshauptversammlung bot des<br />

Weiteren einen geeigneten Rahmen, die<br />

derzeit aktuellen Resolutionen einem aus<br />

allen Landesteilen angereisten Publikum zu<br />

präsentieren. Der Bezirk Pustertal tritt massiv<br />

ein für die Erhaltung der letzten verbliebenen<br />

bäuerlichen Bausubstanz und damit<br />

für die Wahrung der ursprünglichen Identität.<br />

Im Bezirk Vinschgau gilt es, die geplanten<br />

innovativen Schritte hinsichtlich der<br />

Vinschgerbahn mit viel Fingerspitzengefühl<br />

in eine verträgliche Richtung zu lenken.<br />

(Mehr darüber erfahren Sie unter der<br />

Rubrik „Ins Bild gerückt“.) Der Kampf gegen<br />

den BBT erhitzt im Unterland – und<br />

nicht nur dort – weiterhin die Gemüter. Eine<br />

Resolution mit dem Titel „Schluss mit Geheimniskrämerei“<br />

sollte die bereits von rechtlichen<br />

Schritten flankierte Forderung nach<br />

vollständiger Offenlegung der bereits vor Jahren<br />

erstellten Verträglichkeitsstudie erwirken.<br />

Schöne Sommermonate wünscht<br />

Ihnen Sylvia Rottensteiner<br />

Ihre Beiträge senden Sie bitte an: rottensteiner.sylvia@gmail.com<br />

Für etwaige Vorschläge und Fragen<br />

erreichen Sie mich unter folgender Nummer: 347 0325027 (Sylvia Rottensteiner)<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 3


Das Thema<br />

Förderstopp bei Landschaftspflege<br />

Vom Holzzaun bis zum Wegkreuz<br />

Peter Ortner<br />

Die Pflege unserer Natur- und Kulturlandschaft,<br />

die Erhaltung der typischen<br />

Orts- und Landschaftsbilder sowie der Ensembleschutz<br />

gehören zu den prioritären<br />

Zielen der Heimatpflege. Für die Lebensqualität<br />

der Einheimischen und den Tourismus<br />

sind ökologische Stabilität und<br />

landschaftliche Schönheit unverzichtbare<br />

Voraussetzungen. Von dieser Überlegung<br />

ausgehend vergibt das Land Südtirol schon<br />

seit den 1970er Jahren Beiträge für die Erhaltung<br />

traditioneller Landschaftselemente<br />

wie Holzzäune, Waale, Mühlen und Schindeldächer.<br />

Seit Jahrzehnten arbeitet die<br />

zuständige Landesabteilung mit dem Heimatpflegeverband<br />

zusammen. Die Förderprogramme<br />

werden nach wie vor mit viel<br />

Liebe und Sachkenntnis betreut.<br />

Trockenmauern und bäuerliche Kleindenkmäler.<br />

Dem Förderstopp unterliegen außerdem<br />

Projekte zur Erhaltung, Wiederherstellung<br />

oder Entwicklung der Vielfalt von<br />

Natur und Landschaft, zur Förderung von<br />

Arten- und Lebensraumschutz sowie für<br />

den Schutz von Ensembles. Für die künftigen<br />

Fördermaßnahmen sollen innerhalb<br />

von sechs Monaten neue Richtlinien ausgearbeitet<br />

werden.<br />

Ist der Landschaftsschutz nur ein<br />

Lippenbekenntnis?<br />

Die Heimatpfleger sind ob des Förderstopps<br />

irgendwie irritiert. Ist der Heimatschutz<br />

nur ein Lippenbekenntnis oder ein<br />

fundamentales Anliegen der öffentlichen<br />

Hand? Im Vergleich zu den Förderungen<br />

von Großprojekten sind die Beiträge für<br />

ehrenamtlich tätige Vereine gering. Es ist<br />

auch zu befürchten, dass der Förderstopp<br />

sich nachteilig auf die Zusammenarbeit zwischen<br />

einer öffentlichen Verwaltung und<br />

einer privaten Organisation auswirkt. Was<br />

die Landschaftspflege anbelangt, haben<br />

die Sachbearbeiter im Heimatpflegeverband<br />

Tausende von bäuerlichen Kleindenkmälern<br />

im ganzen Lande instand gehalten<br />

und saniert. Was werden sie vom Förderstopp<br />

halten? Es lohnt sich, in die vielen<br />

Natur- und Kulturgüter des Landes zu investieren,<br />

denn sie sind unser Grundkapital.<br />

Peter Ortner<br />

Förderungen vorübergehend<br />

ausgesetzt<br />

Im Rahmen der wenigen verfügbaren öffentlichen<br />

Mittel hat die Landesregierung<br />

die Förderungen im Bereich Landschaftspflege<br />

und Raumentwicklung vorübergehend<br />

ausgesetzt. „Wenn wir Heimatpfleger<br />

weiter Gesuche annehmen, würden<br />

wir nur die Wartezeiten unverantwortlich<br />

verlängern“, sagte Landesrat Richard<br />

Theiner. Betroffen sind Zuschüsse für traditionelle<br />

Holzzäune und Schindeldächer,<br />

Wegkreuz in Steinegg<br />

Kapelle zum Weißen Bild in Steinegg<br />

4<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Heimatpflege<br />

Ein Jahr auf Papier<br />

Resümee der 64. Jahreshauptversammlung des<br />

Am Samstag, dem 5. April <strong>2014</strong>, fand<br />

nach einer besinnlichen Messfeier im Dom<br />

zu Bozen die 64. Jahreshauptversammlung<br />

des Heimatpflegeverbandes Südtirol statt.<br />

Zahlreiche Ehrengäste und Vertreter aus<br />

Bezirken und Vereinen fanden den Weg in<br />

die Landeshauptstadt. Die Tagesordnung<br />

sah unter anderem die Neuwahlen der Verbandsorgane<br />

vor.<br />

Wenngleich sich auch eine nicht unbeachtliche<br />

Zahl von Geladenen entschuldigen<br />

ließ, konnte Landesobmann Peter Ortner<br />

dennoch die Ehrengäste Landesrätin<br />

Waltraud Deeg, die Landtagsabgeordneten<br />

Sigmar Stocker, Bernhard Zimmerhofer,<br />

Hans Heiss, Florian Müller, Geschäftsführer<br />

des Verbandes Südtiroler Musikkapellen,<br />

Vera Bedin, Kulturreferentin<br />

im AVS in Vertretung von Georg Simeoni,<br />

Erich Deltedesco, Obmann des Südtiroler<br />

Chorverbandes, sowie Armin Thurner in<br />

Vertretung des Kulturwerks für Südtirol in<br />

München bei der Versammlung begrüßen.<br />

Zu einem späteren Zeitpunkt traf auch der<br />

Landesrat für Schule und Kultur, Philipp<br />

Achammer, ein, welcher neben Grußworten<br />

vor allem seine Gesprächs- und Verhandlungsbereitschaft<br />

in Bezug auf die<br />

Belange des Verbandes anbot.<br />

Heimatpflegeverbandes Südtirol<br />

Peter Ortner berührte in seiner Eingangsrede<br />

zahlreiche Themen von aktueller<br />

Brisanz, unter anderem den in den<br />

Medien diskutierten Weltklimabericht mit<br />

durchwegs pessimistischen Prognosen<br />

und Auswirkungen. Auch in diesem Zusammenhang<br />

mache die Heimatpflege<br />

unentwegt auf Lösungsvorschläge aufmerksam<br />

und versuche, über zahlreiche<br />

Institutionen wie beispielsweise Schulen<br />

nachhaltig Einfluss zu nehmen. Allerdings<br />

stünden starke Lobbys den wohlgemeinten<br />

Vorhaben oftmals im Wege. Weiters<br />

wies Ortner auf die regelmäßigen, zu bestimmten<br />

Themen abgehaltenen Naturschutzwochen<br />

hin sowie auf Resolutionen<br />

mit dem Ziel, unverantwortlichem<br />

Handeln Einhalt zu gebieten, dem Profitstreben<br />

entgegen zu wirken und das Wertebewusstsein<br />

zu fördern.<br />

Der Heimatpflegeverband schwimme<br />

oftmals gegen die Stromrichtung. Ortner<br />

erhoffe sich aber Transparenz, Offenheit<br />

und Gesprächsbereitschaft von Seiten der<br />

Politik, um auch die Einbindung der Bevölkerung<br />

zu ermöglichen. Ortner schloss<br />

seine Rede mit dem Grundsatz der Heimatpflege:<br />

Bewahren – Gestalten – Erneuern.<br />

Forderungen mit Nachdruck<br />

Die Jahreshauptversammlung bot auch<br />

den Rahmen für die Verlesung dreier<br />

Resolutionen, welche in ihrem Wortlaut<br />

ebenso in diesem Heft wiedergegeben sind:<br />

Erhalt der historischen bäuerlichen Bausubstanz,<br />

Elektrifizierung der Vinschger<br />

Bahn und Brenner Basistunnel.<br />

Personelle Änderungen<br />

Nachdem sich Edeltraud Kaserer<br />

Kiebacher aus den Reihen des Vorstandes<br />

verabschiedet hatte, schritt die Versammlung<br />

zu den Wahlhandlungen. Die Verlesung<br />

der Wahlergebnisse erbrachte folgendes<br />

Ergebnis: Landesobmann Peter<br />

Ortner sowie Vize-Landesobfrau Claudia<br />

Plaikner wurden in ihrem Amte bestätigt,<br />

ebenso die Vorstandsmitglied Franz Fliri,<br />

Oscar Dibiasi und Toni Puner. Neu im Vorstand<br />

wurden Bernhard Lösch, Beirat für<br />

Architektur, sowie Josef Vieider, Obmann<br />

des Heimatschutzvereins Meran, begrüßt.<br />

Die Rechnungsprüfer Günther Überbacher<br />

und Egon Fischnaller und die Schiedsrichter<br />

Harald Kleewein, Peter von Hellberg<br />

und Oswald Brunelli werden sich weiterhin<br />

in die Verbandsgeschäfte einbringen.<br />

Nach der Wahl schritt die Versammlung<br />

zu einem gemütlichen Umtrunk und zu<br />

weiterem Austausch im Hinblick auf die<br />

Pflege der Heimat.<br />

Sylvia Rottensteiner<br />

Der Marlinger Kirchenchor<br />

gestaltete die Messe<br />

im Bozner Dom. Die<br />

Mundartmesse von Maridl<br />

Innerhofer entlockte<br />

den Gästen so manch<br />

lobendes Wort.<br />

Heimatpflege aktueller denn je<br />

Der neu gewählte<br />

Vorstand des<br />

Heimatpflegeverbandes<br />

Im Zuge der<br />

Jahreshauptversammlung<br />

wurde den Teilnehmern<br />

die Tracht des Jahres<br />

vorgestellt.<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 5


Das Thema<br />

Kulturlandschaft wahrnehmen<br />

und gestalten<br />

Heimatpflege hat mit Kultur zu tun<br />

Ein malerisches Ensemble: Kloster Marienberg und die Fürstenburg im Anschluss an die Malser Haide<br />

Zweimal auf fast tausend Kilometer sinkt<br />

der Alpenhauptkamm unter 1800 Meter:<br />

am Reschenpass (1508 m) und am Brenner<br />

(1370 m). In Südtirol dringt das Talsystem<br />

der Etsch von der Poebene im Süden<br />

her weit in die Alpen ein. Mit den Reben<br />

und Edelkastanien erreichen hier mehrere<br />

im Mittelmeerraum beheimatete Pflanzenund<br />

Tierarten die Nordgrenze ihres Verbreitungsareals.<br />

Da Südtirol zugleich den rauen<br />

Norden und den sonnigen Süden einschließt,<br />

bietet es eine Mannigfaltigkeit an Naturer-<br />

scheinungen und ein Mosaik gegensätzlicher<br />

Naturräume.<br />

Südtirol ist ein Gebirgsland mit einem<br />

komplexen Gesteinsaufbau. Während im<br />

zentralalpinen Anteil kristalline Schiefer<br />

vorherrschen, treten in den Südalpen vor<br />

allem Kalke und Dolomite auf. Entsprechend<br />

vielfältig, aber auch gegensätzlich<br />

zugleich ist die Natur und Landschaft Südtirols.<br />

Die Vielfalt im Landschaftsbild hängt<br />

weitgehend mit dem Wechsel der aufbauenden<br />

Gesteinsmassen zusammen.<br />

Bunt ist das Bild der<br />

Kulturlandschaft<br />

Die Beziehung von Mensch und Natur<br />

beruht einerseits auf den naturgegebenen<br />

Voraussetzungen wie Klima, Boden,<br />

Hangneigung, Vegetation und Höhenlage,<br />

andererseits auf Eingriffen geschichtlichkultureller<br />

und wirtschaftlicher Art. Bei einer<br />

ganzheitlichen Sichtweise ist auch der<br />

Mensch als Gestalter einer kleinflächig strukturierten<br />

Kulturlandschaft miteinzubeziehen.<br />

6<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Heimatpflege<br />

Erhaltung durch eine<br />

umweltverträgliche<br />

Berglandwirtschaft<br />

Die Flurzusammenlegung und damit verbunden<br />

die sogenannte „Bonifizierung“ lassen<br />

aus dem bunten Bild der traditionellen<br />

Kulturlandschaft ein monotones werden. Die<br />

Monokultur hat sich in weiten Teilen des<br />

Landes durchgesetzt. Der zunehmenden<br />

Intensivierung mussten viele Blumen und<br />

Kleintiere weichen. Dazu kommt das überdüngte<br />

Dauergrünland.<br />

Peter Ortner<br />

St. Barbara in Wangen<br />

Wir müssen uns heute fragen, was uns<br />

dieses Natur- und Kulturerbe wert ist und<br />

welchen Beitrag wir leisten, um es zu erhalten.<br />

Es ist eine „gültige Formel“ für entscheidende<br />

Dinge im heutigen und künftigen<br />

Lebens- und Erholungsraum Südtirols:<br />

➩ Die bäuerliche Kulturlandschaft zeichnet<br />

sich durch ökologische Stabilität<br />

und nachhaltige Produktivität aus. In<br />

landschaftlich extensiv bewirtschafteten<br />

alpinen Gebieten treten kaum<br />

Landschaftsschäden auf. Hier halten<br />

sich die Schäden aus der überlagernden<br />

touristischen Winter- und<br />

Sommernutzung in Grenzen. Bei einer<br />

Verdrängung der traditionellen<br />

Nutzungsformen steht die Nachhaltigkeit<br />

dieser Böden und ihr Vermögen,<br />

das Grundwasser wirksam zu schützen<br />

auf dem Spiel.<br />

➩ Die traditionelle Kulturlandschaft ist<br />

eine fundamentale Größe touristischer<br />

Wertschöpfung. Für den Fremdenverkehr<br />

sind zumindest ökologische Stabilität<br />

und landschaftliche Schönheit<br />

unverzichtbare Voraussetzungen.<br />

➩ Die kulturelle Gestaltung der Landschaft<br />

orientiert sich kleinräumig an<br />

den jeweils vorhandenen, naturräumlichen<br />

Strukturen mit einer entsprechend<br />

differenzierten Bodennutzung<br />

und –pflege. Die traditionelle Kulturlandschaft<br />

bietet daher ein abwechslungsreiches<br />

und lebendiges Bild.<br />

➩ Die traditionelle Kulturlandschaft ist ein<br />

Element „kultureller Identität“ der einheimischen<br />

Bevölkerung. In ihr ist sozusagen<br />

die bäuerliche Lebensraumerfahrung<br />

als Wert und Verhalten, als soziale<br />

und räumliche Identität, gespeichert.<br />

Das mittelalterliche Klausen wurde<br />

unterhalb des erhabenen Klosterfelsens<br />

von Säben gegründet.<br />

Der Mensch braucht ein Plätzchen<br />

Und wär's noch so klein<br />

Von dem er kann sagen<br />

Sieh! Dieses ist mein<br />

Hier leb' ich, hier lieb' ich,<br />

hier ruh' ich mich aus<br />

Hier ist meine Heimat<br />

Hier bin ich zuhaus.<br />

(Unbekannter Autor: Spruch auf einem Brotteller)<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 7


Informiert & Reflektiert<br />

Elektrifizierung der<br />

Vinschger Bahn<br />

Resolution, eingebracht von den Heimatpflegebezirken Vinschgau<br />

und Meran-Burggrafenamt<br />

Die Bahnlinie Meran-Mals durchschneidet bislang recht unauffällig die Natur- und Kulturlandschaft des Vinschgau. Bald schon<br />

sollen Masten und Oberleitungen im Zuge der Elektrifizierung errichtet werden. Die betroffenen Heimatpflegebezirke kämpfen um<br />

eine möglichst dezente Verwirklichung.<br />

Die Vinschger Bahn ist seit 2005 wieder<br />

in Betrieb. Für die Inbetriebnahme<br />

haben sich damals auch die Heimatpfleger<br />

sehr stark eingesetzt, namentlich sei<br />

hier der frühere Bezirksobmann vom Vinschgau,<br />

Adolf Bernhart, erwähnt. Dieser<br />

Schritt war richtig gesetzt; die große Auslastung<br />

und die Benützung der Vinschger<br />

Bahn als öffentliches Verkehrsmittel bestätigen<br />

dies tagtäglich. Dafür danken wir<br />

der Landesregierung für die rasche Inbetriebnahme.<br />

Ein weiterer Schritt zur Optimierung der<br />

Vinschger Bahn steht jetzt an. Die Südtiroler<br />

Transportstrukturen AG STA als Betreiberin<br />

der Bahnlinie Meran-Mals, untersucht<br />

zurzeit Möglichkeiten, die Bahnlinie<br />

zu elektrifizieren mit besonderem Augenmerk<br />

auf Oberleitungsanlage, Anschlüsse<br />

an das Stromnetz usw. Wir Heimatpfleger<br />

unterstützen diese Maßnahme.<br />

Ja zu Verbesserung<br />

Durch die Elektrifizierung erreicht die<br />

Vinschger Bahn nämlich:<br />

• einehöhereEnergieefizienz,<br />

• einehöhereUmweltverträglichkeit,da<br />

Abgase und Lärmbelastung reduziert<br />

werden,<br />

• geringereEnergiekostenimBetriebund<br />

niedrige Wartungskosten,<br />

• Zuggarnituren,dieaufjedesvorhandene<br />

Bahnsystem anwendbar sind.<br />

Nein zu Verschandelung<br />

Wir haben in Erfahrung gebracht, dass<br />

Oberleitungsanlagen mit verschiedenen Modellen/Ausstattungen<br />

installiert werden. Im<br />

benachbarten Ausland beispielsweise sind<br />

vielfach überdimensionierte Betonmasten<br />

montiert worden; es kommen aber auch filigrane<br />

Metallmasten mit einer der Umgebung<br />

angepassten Farbgebung zum Einsatz. Der<br />

Heimatpflegeverband Südtirol ersucht die<br />

Betreiberin, die Südtiroler Transportstrukturen<br />

AG STA, folgende Überlegungen schon<br />

bei der Planungsphase zu berücksichtigen:<br />

• fürdieOberleitungsanlagenLösungen<br />

einzubauen, die auf das Landschaftsund<br />

Ortsbild Rücksicht nehmen,<br />

• eineharmonischeEinbindungderOberleitungsanlagen<br />

in die Land- und Kulturlandschaft<br />

anzustreben,<br />

• dieDimensionierungenderMastenmit<br />

Ausleger und Kabel auf das Notwendigste<br />

zu beschränken,<br />

• dieFarbgebungderMastenmitderUmgebung<br />

abzustimmen,<br />

• diePositionierungderMastenlinksoder<br />

rechts der Bahnlinie je nach Umgebung<br />

festzulegen.<br />

Franz Fliri und Georg Hörwarter<br />

8<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Heimatpflege<br />

Erhalt der historischen<br />

bäuerlichen Bausubstanz<br />

Resolution, eingebracht vom Heimatpflegebezirk Pustertal<br />

Das Pustertal<br />

und so manches<br />

seiner Seitentäler<br />

offenbaren noch<br />

wahre Juwele<br />

bäuerlicher<br />

Baukultur. Mit<br />

der nötigen<br />

Sensibilisierung und<br />

mit finanzkräftiger<br />

Unterstützung kann<br />

dieses Erbe auch<br />

weiterhin bestehen<br />

bleiben.<br />

Die Südtiroler Kulturlandschaft ist geprägt<br />

von beeindruckenden alten Gebäuden<br />

und Bauernhöfen. Die historische Bausubstanz<br />

stellt somit ein unverzichtbares<br />

Kulturgut dar, das leider allzu häufig preisgegeben<br />

wird. Vieles ist bereits verloren<br />

gegangen und musste gesichtslosen Neubauten<br />

weichen. Schuld daran sind neben<br />

der Geringschätzung auch die gesetzlichen<br />

Bestimmungen wie die Aussiedlungen mit<br />

Umwidmungen und die Kubaturmaximierung<br />

aufgrund von Spekulation.<br />

Das darf aber so nicht weitergehen! Es<br />

braucht ein verstärktes Bewusstsein für<br />

den Wert dieser Gebäude wie auch eine<br />

neue Qualität bei der Planung. Hierzu<br />

gibt es bereits gute Beispiele von gelungenen<br />

Sanierungen, aber meist nur dort,<br />

wo ein Denkmalschutz besteht.<br />

Ausdruck regionaler<br />

Identität<br />

nen und deren Sanierung als vorrangiges<br />

Ziel darzustellen und entsprechend<br />

finanziell zu fördern.<br />

Gesetzliche Verankerung<br />

notwendig<br />

Vor einem Jahr hat der Heimatpflegeverband<br />

gemeinsam mit dem Kuratorium<br />

für technische Kulturgüter einen<br />

Aufruf zum Erhalt der historischen bäuerlichen<br />

Bausubstanz gestartet, den über<br />

100 namhafte Persönlichkeiten im Lande<br />

mitgetragen haben. Leider hat die Politik<br />

den verlangten Schutz nicht im Raumordnungsgesetz<br />

verankert. Deshalb rufen<br />

wir sie nochmals auf, dringend Maßnahmen<br />

in Gesetzgebung und Förderung<br />

zu setzen, damit dem weiteren Abbruch<br />

historischer Bausubstanz Einhalt geboten<br />

wird.<br />

Geben wir unserer gebauten Vergangenheit<br />

endlich eine Zukunft!<br />

Albert Willeit<br />

Heimatpflegeverband Südtirol<br />

Bezirk Pustertal<br />

Die Politik ist deshalb aufgerufen, die<br />

historische Bausubstanz als großen Wert<br />

für die kulturelle Identität, aber auch<br />

für die Tourismuswirtschaft zu erken-<br />

Noch zwei Beispiele historischer, bäuerlicher Bausuzbstanz im Pustertal<br />

<strong>Nr</strong>. 02 | April <strong>2014</strong> 9


Informiert & Reflektiert<br />

Brennerbasistunnel BBT –<br />

Schluss mit Geheimniskrämerei<br />

Zusammenfassung der Resolution, eingebracht vom<br />

Heimatpflegebezirk Überetsch-Unterland<br />

Wörtlich heißt es im Regierungsprogramm<br />

dieser Legislaturperiode: „Bei größeren Vorhaben<br />

müssen die Bürger vorab eingehend<br />

in den Entscheidungsprozess eingebunden<br />

werden. Denn es gilt, das Vertrauen in Politiker<br />

und Politik [...] wieder zu festigen!“<br />

Wir meinen, dass diese programmatischen<br />

Aussagen ganz besonders für die<br />

weitaus größte und dauerhafteste Großbaustelle<br />

in unserem Land, den Brennerbasistunnel,<br />

Gültigkeit haben müssen.<br />

Aber bisher ist dem leider noch nicht so.<br />

Geheimnisvolle Studie<br />

Im Zuge des Verfahrens zur Umweltverträglichkeitsprüfung<br />

hat die Betreibergesellschaft<br />

Brenner Basisitunnel BBT SE<br />

in den Jahren 2004 und 2005 eine umfangreiche<br />

Gesundheitsstudie bei Professor<br />

Peter Lercher der Medizinischen Universität<br />

Innsbruck in Zusammenarbeit mit<br />

der Eurac Bozen und den Universitäten<br />

Graz, Berlin, Turin und anderen in Auftrag<br />

gegeben. Auf 9.000 Seiten wurde laut<br />

ehemaligem Landesrat Laimer eine detaillierte<br />

Situationsanalyse gemacht und es<br />

wurden angeblich auch die eventuellen<br />

Folgen für die menschliche Gesundheit<br />

minutiös erhoben. Diese Studien wurden<br />

spätestens 2008 abgeschlossen. Trotzdem<br />

werden die Ergebnisse seit Jahren hartnäckig<br />

unter Verschluss gehalten. Trotz zahlreicher<br />

Anträge auf Offenlegung bleibt die<br />

Gesundheitsstudie nach wie vor geheim.<br />

Unklarer Zweck der<br />

Geheimniskrämerei<br />

Wir fragen uns, welche katastrophalen<br />

Ergebnisse müssen wohl in dieser „Gesundheits-Studie“<br />

enthalten sein, dass<br />

sie unter keinen Umständen unter das<br />

Volk kommen darf? Muss eine derartige<br />

Verweigerungshaltung und Geheimnis-<br />

Sofern der Bau nach Plan läuft, sollen das Südtiroler Unterland und weitere<br />

Talabschnitte entlang des BBT mit Zulaufstrecken geziert werden. Im Bild: Auer,<br />

Castelfeder und Neumarkt<br />

krämerei nicht unweigerlich genau jenes<br />

Misstrauen schüren, von dem wir zurzeit<br />

reichlichen Überfluss haben? Warum hält<br />

sich das Baukonsortium nicht an elementare<br />

Transparenzvorgaben, wenn sogar<br />

Landeshauptmann Arno Kompatscher in<br />

seiner Anfragebeantwortung am 26. Februar<br />

<strong>2014</strong> wörtlich schreibt: „Die Landesregierung<br />

befürwortet eine Aushändigung<br />

der Studie.“?<br />

Recht auf Klarheit<br />

Die Südtiroler Bevölkerung hat ein absolutes<br />

Recht darauf, die Inhalte der Gesundheitsstudie<br />

von Prof. Lercher vollinhaltlich<br />

zu erfahren. Es ist nämlich auch<br />

die Pflicht der Baugesellschaft, die Akzeptanz<br />

dieses Megabauwerkes zu ermöglichen<br />

und diese nicht durch die Verweigerung<br />

vertrauensbildender Maßnahmen<br />

zu torpedieren.<br />

Forderungen der<br />

Landesversammlung<br />

Allen Forderungen voran steht die vollständige<br />

Veröffentlichung der Studie, bevor<br />

weitere Schritte gesetzt werden. Zudem<br />

bedarf es klarer Informationen hinsichtlich<br />

der Bauleitplan-Eintragung der Zulaufstrecken.<br />

Schließlich ist auch Klarheit<br />

in den Aussagen der Volksvertreter<br />

vonnöten, wenn es um derlei Mammutprojekte<br />

geht.<br />

Franz Simeoni,<br />

Heimatpflege-Ortsbeauftragter<br />

von Neumarkt<br />

10<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Aus Verband und Bezirken<br />

Heimatpflege<br />

Gefährdetes Glurns<br />

100 m-Schutzzone um die Stadtmauern von Glurns nicht realisierbar?<br />

Glurns ist nicht nur die kleinste Stadt Südtirols, sondern aufgrund seiner intakten mittelalterlichen Stadtmauern auch über die<br />

Landesgrenzen hinaus eine Rarität. Schon für mehrere Filme diente das Juwel im Vinschgau als Kulisse. Im Bild: Blick auf Glurns<br />

von St. Martin aus sowie im kleinen Bild die geforderte 100 m-Schutzzone<br />

Die Einzigartigkeit von Glurns ist wohl<br />

über jeden Zweifel erhaben. Seit dem 16.<br />

Jahrhundert bleibt das Erscheinungsbild des<br />

Städtchens nämlich unverändert. Um diesem<br />

Umstand weiterhin Rechnung zu tragen,<br />

hat die Gemeinde Glurns eine 100-m-<br />

Schutzzone im Sinne des Ensembleschutzes<br />

beschlossen und um die Eintragung in den<br />

Landschaftsplan ersucht. Mitte März wurde<br />

dies von der Landesregierung prompt abgelehnt<br />

und an den Denkmalschutz weitergeleitet.<br />

Übergangene Ämter einerseits und<br />

ignorierte Gutachten andererseits sorgen<br />

für Unmut in Gemeinde, Bezirk und Heimatpflege.<br />

Ein Kräftemessen wurde losgetreten;<br />

nun wartete Ende April das von der<br />

Landesregierung beauftragte Denkmalamt<br />

mit einem Gegenvorschlag auf – die Ähnlichkeit<br />

zum Gemeindeentwurf ist frappant.<br />

Der Bannstreifen sei deshalb notwendig,<br />

so Bürgermeister Wallnöfer, um zu<br />

verhindern, dass Betongerüste für Hagelnetze<br />

oder mit PVC-Folien eingedeckte<br />

Kirschkulturen bis an die Mauern heranreichen.<br />

Sogar der Glurnser Obstbauernrat<br />

habe sich für den Erhalt der bestehenden<br />

hochstämmigen Bäume im Sinne des Ensembleschutzes<br />

ausgesprochen.<br />

Optische Bedrohung<br />

Derweil das Säbelrasseln um die Kunstbauten-Bannzone<br />

weitergeht, ziehen sich<br />

die Kreise der Obstbau-Monokulturen immer<br />

enger um die Stadt. Das optische Erscheinungsbild<br />

des „Juwels der Alpen“<br />

sieht laut Stadtverwaltung einer massiven<br />

Bedrohung entgegen. Nicht nur das, auch<br />

das Vertrauen in die neue Landesregierung<br />

hat nach anfänglich aufkeimender<br />

Hoffnung bereits einen heftigen Dämpfer<br />

erfahren. Sofern die Landesregierung<br />

nicht einlenkt und den im März gefassten<br />

Beschluss abändert, wolle man in Glurns<br />

über den Rekursweg die Entscheidung der<br />

Stadt nachdrücklich wiederholen. Der Hei-<br />

matpflegeverband unterstützt dieses Ansinnen<br />

auf ganzer Linie.<br />

Das Denkmalamt befindet…<br />

Nachdem das Denkmalamt bereits vor<br />

etlichen Jahren auf dasselbe Anliegen<br />

hin angesprochen wurde und zum damaligen<br />

Zeitpunkt zu keiner Lösung beitragen<br />

konnte, liegt nun aber ein Entwurf<br />

für die Eintragung in den Landesplan vor.<br />

Nachdem die Bürger die Möglichkeit in<br />

Anspruch nehmen konnten, Einsicht in<br />

die Unterlagen zu nehmen, runzelt nun<br />

so mancher verwundert die Stirn. Die Unterschiede<br />

zum Vorschlag der Gemeinde<br />

Glurns sind minimal. Will man diese Tatsache<br />

nun unter den Tisch kehren und sich<br />

damit begnügen, letzten Endes das Ziel erreicht<br />

zu haben? Oder reizt der Blick hinter<br />

die Kulissen, um die Drahtzieher derart<br />

absurder Verwirrung zu lokalisieren?<br />

Sylvia Rottensteiner<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 11


Ins Bild gerückt<br />

Vinschgau –<br />

ein Bezirk der Sonnenseite<br />

Bezirksobmann Franz Fliri über Inhalte und Schwerpunkte<br />

vereinsübergreifender Heimatpflege<br />

Prägendes Merkmal des Vinschgau ist<br />

dessen Nebeneinander von scheinbar unüberwindbaren<br />

Gegensätzen. Einerseits dominiert<br />

die raue alpine Bergkulisse mit König<br />

Ortler als deren markantestem Vertreter,<br />

andererseits ist die liebliche breite Talsohle<br />

als ehemalige Kornkammer Südtirols heute<br />

mehr denn je eine fruchtbare Kulturlandschaft.<br />

Die Etsch führt außerdem entlang<br />

imposanter, aber auch unscheinbarer historischer<br />

Zeugen, allesamt mit einer beeindruckenden<br />

Geschichte, welche bis zu<br />

den Römern und Kelten in die Antike zurück<br />

reicht. Diese Einmaligkeit bestmöglich zu<br />

erhalten ist oberstes Ziel der Heimatpflege<br />

im Bezirk, so Bezirksobmann Franz Fliri.<br />

Seit 2011 leitet Franz Fliri die Geschicke<br />

des Bezirkes vom oberen Etschverlauf bis<br />

einschließlich der Gemeinde Kastelbell-<br />

Tschars. Eine verantwortungsvolle und vielseitige<br />

Aufgabe, meint der Heimatpfleger,<br />

denn der Vinschgau birgt zwar eine bemerkenswerte<br />

Anzahl an Natur- und Kulturschätzen,<br />

gebunden daran aber auch<br />

eine große Verantwortung. Derzeit kämpfen<br />

Bezirk und Vereine an mehreren Fronten,<br />

eine Reihe von Tätigkeitsfeldern harrt jedoch<br />

noch ihrer Bearbeitung. Im Folgenden<br />

spricht Franz Fliri über die aktuellen Bemühungen<br />

des Bezirks, Stolpersteine und<br />

zukunftweisende Absichten.<br />

Wert historischer Dorfkerne<br />

Franz Fliri zitiert an dieser Stelle Glurns als<br />

leuchtendes Beispiel. Die Gemeinde hat<br />

dort diesem Umstand entgegengewirkt,<br />

indem sie zwei Stadthäuser erworben, saniert<br />

und erneut den Bewohnern zur Verfügung<br />

gestellt hat. Diese Vorgangsweise<br />

bewahrt nicht nur den historischen Wert<br />

und die Wohnzone innerorts, sondern unterbindet<br />

sinnvollerweise auch die zunehmende<br />

Zersiedelung und fördert die Erhaltung<br />

wertvollen Kulturgrundes.<br />

Freilich sei die Instandsetzung denkmalgeschützter<br />

Bausubstanz – wie sie<br />

sich in Glurns findet – leichter zu realisieren.<br />

Dörfern wie Burgeis oder Schluderns<br />

Natur und<br />

Kultur bilden<br />

im Vinschgau<br />

einen<br />

harmonischen<br />

Reigen. Vor<br />

allem der obere<br />

Abschnitt hat<br />

sich seine<br />

Ursprünglichkeit<br />

noch zu<br />

einem guten<br />

Anteil erhalten<br />

können.<br />

seien diesbezüglich durchaus Steine in<br />

den Weg gelegt, so Fliri. Allerdings gelte es<br />

von Seiten des Heimatschutzes unbedingt<br />

dafür zu sorgen, dass geschichtsträchtige<br />

Bauten in den Ortskernen nach Maßstäben<br />

der Ensembleregelung erhalten bleiben<br />

und nicht form- und identitätslosen<br />

Neubauten weichen müssen.<br />

Ortsvereine dringend notwendig<br />

Derzeit koordiniert der Bezirk Vinschgau<br />

vier Ortsvereine: Glurns, Latsch, Prad<br />

und den Kulturverein Schnals. Seit dem<br />

15. Mai <strong>2014</strong> liegt auch der Gründungs-<br />

Wer den Vinschgau bisher nur auf seiner<br />

Hauptverkehrsader durchfahren hat,<br />

ist gut beraten, sich auch die malerischen<br />

historischen Dorfkerne etwas abseits gelegener<br />

Ortschaften anzusehen. Laas beispielsweise,<br />

Burgeis oder Schluderns sind<br />

vorbildhaft in ihrer Beschaffenheit. Noch<br />

besteht in den Dörfern ein massiver Sanierungsbedarf,<br />

zahlreiche ehrwürdige Bauten<br />

sehen ihrem Verfall entgegen und sind<br />

aufgrund dessen nicht mehr bewohnbar.<br />

Seit 2005 ist die Vinschgerbahn wieder in Betrieb. Zu deren Optimierung steht nun<br />

ein weiterer Schritt an. Die Südtiroler Transportstrukturen sind gebeten, bei der<br />

Umsetzung das Landschaftsbild nicht zu stören.<br />

12<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Heimatpflege<br />

akt für den Heimatpflegeverein Mals vor.<br />

Mit der Einbindung von Mals sei bereits ein<br />

großer Schritt unternommen, da mit Mals<br />

sämtliche Fraktionen wie Planeil, Burgeis,<br />

Schlinig, Matsch, Tartsch, Laatsch, Plavenn,<br />

Ulten, Alsack und Schleis miteinbezogen<br />

würden. In einigen von ihnen existiert noch<br />

wertvolle historische Bausubstanz, welche<br />

mit der fachkundigen Beratung und Hilfestellung<br />

von Heimatpflegern womöglich<br />

vor der Abrissbirne bewahrt und einer Bestimmung<br />

im Sinne der Traditionsverbundenheit<br />

zugeführt werden können. Fliri<br />

scheut jedoch davor zurück, die Vereinsgründung<br />

in anderen Gemeinden zu forcieren;<br />

nachhaltige Arbeit könne nur auf<br />

freiwilliger Basis seitens der Bevölkerung<br />

vor Ort entstehen. Nichts desto trotz ruft<br />

er aber dazu auf, dem Beispiel Mals im Interesse<br />

der eigenen Lebensqualität zu folgen<br />

und Akzente in Richtung Heimatpflege<br />

und Heimatschutz zu setzen.<br />

Gefahr Monokultur<br />

Was einst als die Kornkammer Südtirols<br />

bezeichnet wurde, ist heute landwirtschaftlich<br />

vorwiegend dem Apfelanbau gewichen.<br />

Wie eine Phalanx, eine geschlossene<br />

lineare Kampfformation, präsentieren<br />

sich die Anlagen, gestutzt und geschnitten,<br />

dem natürlichen Wuchs zum Trotz.<br />

Hagelschutznetze und weiße Folien geben<br />

den Obstkulturen noch einen zusätzlichen<br />

unnatürlichen Anstrich. Bis an die<br />

Malser Haide reichen die Monokulturen<br />

bereits, allein der obere Vinschgau blieb<br />

noch davor verschont.<br />

Die Anlagen sind in vielerlei Hinsicht<br />

Stein des Anstoßes. Zum einen sorgen sie<br />

für einen permanenten Konflikt mit den<br />

Bezirksobmann Franz Fliri<br />

Tierhaltern, welche das Weideland und die<br />

Gesundheit der Tiere aufgrund der Pestizide<br />

bedroht sehen. Hecken und Stauden<br />

an den Grundstückgrenzen sorgen zwar<br />

zum Teil dafür, dass die Partikel durch den<br />

Vinschger Oberwind abdriften, lösen das<br />

Problem aber nicht grundsätzlich. Derzeit<br />

sind nur wenige Bauern bereit, sich auf einen<br />

alternativen Anbau einzulassen, der<br />

Biodiversität und Artenvielfalt respektiert.<br />

Franz Fliri zweifelt, ob Überzeugungsarbeit<br />

und Aufklärung diesbezüglich ausreichen,<br />

um dem Vormarsch der Monokulturen<br />

Einhalt zu gebieten.<br />

Ein weiteres Hindernis stellt der Mangel<br />

an geschlossenen Höfen im Obervinschgau<br />

dar. Aufgrund der Realteilung<br />

werden Grund und Boden derart zerstückelt,<br />

dass ein Auskommen nicht mehr gewährleistet<br />

werden kann. Diesen Umstand<br />

machen sich Großbauern zunutze, kaufen<br />

die Nutzflächen auf und errichten dort ein<br />

weiteres Stück einer monotonen Anlage.<br />

Dem kann die Heimatpflege schwerlich<br />

entgegenwirken. Franz Fliri hofft darauf,<br />

dass die Landesregierung mit verbesserten<br />

rechtlichen Rahmenbedingungen ein Umdenken<br />

erwirken kann.<br />

Unlängst waren es die Windräder, welche das Landschaftsbild empfindlich gestört<br />

haben. Nach deren Abbau drohen nun die Monokulturen der Schönheit dieses<br />

Landstriches Abbruch zu tun.<br />

Der Dorfkern von Burgeis zählt zu den<br />

schönsten erhaltenswerten Ensembles<br />

im Vinschgau.<br />

Almerschließung<br />

Vielerorts in Südtirol, so auch im Vinschgau,<br />

wird die Erschließung von Almen zunehmend<br />

zum Zankapfel: Was des einen Gewinn,<br />

ist des anderen Verlust. Der Gewinn<br />

beschränkt sich bedauerlicherweise auf einen<br />

monetären Wert und auf einige wenige<br />

Nutznießer, während ein ganzes Gebiet den<br />

Verlust einer einmaligen Naturlandschaft<br />

verbuchen muss. Gott sei Dank, merkt Fliri<br />

an, gibt es noch einige Almbetreiber, denen<br />

an reiner Gewinnmaximierung nichts gelegen<br />

ist, so beispielsweise die Bergl-Alm im<br />

Schnalstal oder die Obisell-Alm in Riffian. Zu<br />

welchen Gunsten der harte Kampf gegen die<br />

zunehmende Erschließung ausgehen wird, ist<br />

noch unklar. Allzu viel Hoffnung dürfe man<br />

vorsichtigerweise auch in die neue Landesregierung<br />

nicht setzen, bedauert Fliri.<br />

Strom für die Vinschgerbahn<br />

Bezüglich der Elektrifizierung der Vinschgerbahn<br />

haben die Heimatpflegebezirke<br />

Vinschgau und Meran-Burggrafenamt bereits<br />

eine Resolution hinterlegt. Es gehe nicht<br />

um die Unterbindung dieser Maßnahme,<br />

betont Franz Fliri, sondern um die Erhaltung<br />

des Landschaftsbildes. Um diesem gerecht<br />

zu werden, fordert die Heimatpflege<br />

bei der Anbringung der Oberleitungsanlagen<br />

filigrane Masten und Ausleger, welche<br />

sich möglichst harmonisch in die Umgebung<br />

einreihen. (Den genauen Wortlaut können<br />

Sie in dieser Nummer unter der Rubrik informiert<br />

& reflektiert nachlesen.<br />

Noch stünden eine Reihe von Aufgaben<br />

und Anliegen an, so Franz Fliri, und vermutlich<br />

werde die Arbeit der Heimatpfleger<br />

auch nicht weniger. Der größte Antrieb für<br />

ein solches Engagement sei aber die Gewissheit,<br />

dass die Mühen letzten Endes jedem<br />

Einzelnen zugute kommen.<br />

Sylvia Rottensteiner<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 13


Arge Lebendige Tracht<br />

Vorbildliches Schnalstal<br />

Wiederbelebung der „kurzbäurischen“ Tracht in Katharinaberg<br />

Vertreter der MK<br />

Katharinaberg/<br />

Schnals stellten bei der<br />

Jahreshauptversammlung<br />

des Heimatpflegeverbandes<br />

die wiederbelebte<br />

kurzbäurische Tracht vor,<br />

die als “Tracht des Jahres<br />

<strong>2014</strong>” besonders in den<br />

Blickpunkt gestellt wurde.<br />

Während die Tracht in vielen Tiroler Gemeinden<br />

ausschließlich von Vereinen getragen<br />

wird, ist in Schnals noch eine gewisse<br />

Lebendigkeit in der bäuerlichen Festtagstracht<br />

vorhanden. Das heißt, sie wird auch<br />

von Privatpersonen zu kirchlichen und weltlichen<br />

Festtagen getragen und teilweise<br />

in den Familien weitervererbt. Die Musikkapelle<br />

Katharinaberg, welche seit ihrer<br />

Gründung das ortstypische und gewachsene<br />

„Langbäurische“ trägt, hat den kulturellen<br />

Wert ihrer Ortstracht erkannt und<br />

nun auch die „kurzbäurische“ Form ihrer<br />

Tracht wiederbelebt.<br />

Nachdem vor wenigen Jahren die Musikkapelle<br />

im Schnalser Hauptort Unsere<br />

Frau mit gutem Beispiel vorangegangen ist,<br />

hat sich die kleine, aber tatkräftige Musikkapelle<br />

Katharinaberg daran gemacht, mit<br />

großem persönlichen Einsatz und finanziellen<br />

Aufwand die so genannten „Kurzen“<br />

wieder zu beleben. Besonders Franziska<br />

Gurschler und Petra Kneissl zeichnen für<br />

das Gelingen dieses Projekts verantwortlich<br />

und haben eine äußerst wertvolle Dokumentation<br />

über die Tracht in Katharinaberg<br />

zusammengetragen.<br />

Zahlreiche Belege und Originalstücke<br />

und nicht zuletzt die Fotografien aus den<br />

1950-er und 1960-er Jahren – als die<br />

„Kurzen“ in Katharinaberg noch bei kirchlichen<br />

Ehrendiensten getragen wurden –<br />

konnten deshalb als verlässliche Vorlagen<br />

verwendet werden. Trotz der vielen<br />

Gemeinsamkeiten unterscheidet sich die<br />

Tracht der Katharinaberger in einzelnen<br />

Elementen von jener in Unsere Frau. Nicht<br />

weil sie anders aussieht und sich dadurch<br />

abheben will, wie es leider allzu oft zwischen<br />

den Vereinen in unseren Gemeinden<br />

der Fall ist, sondern deshalb, weil die<br />

Schnalser Tracht eine vielfältige und gut dokumentierte<br />

Entwicklung hinter sich hat.<br />

Vielfältige Trachtenlandschaft<br />

Das Schnalstal nimmt nämlich als Trachtenlandschaft<br />

eine ganz besondere Rolle<br />

ein, denn drei große Trachtengebiete – der<br />

untere Vinschgau, das Burggrafenamt und<br />

das Ötztal – treffen hier aufeinander. Besonders<br />

erkennbar wird dies an der Männertracht,<br />

die neben charakteristischen und<br />

eigenständigen Elementen, wie der kurzen<br />

Schnalser Lederhose, auch Elemente dieser<br />

benachbarten Gebiete erkennen lässt.<br />

In den Fachkreisen der Volkskunde und<br />

des Trachtenwesens werden historische<br />

Trachtengebiete meist gemäß den Grenzen<br />

und Verwaltungseinheiten der ehemaligen<br />

Landgerichte und Pfarreien eingeteilt und<br />

bestenfalls belegt. Doch gerade wo sich<br />

Stadt und Land begegnen und dort, wo<br />

solch starke Trachtengebiete aufeinander<br />

treffen, wie es im Schnalstal der Fall ist,<br />

waren die Übergänge oft fließend. Denn es<br />

spielen sehr viele Faktoren mit, warum einzelne<br />

Trachtenelemente aus einem benachbarten<br />

Gebiet übernommen, verändert oder<br />

auch wieder ausgetauscht werden. Neben<br />

durchaus praktischen Gründen waren es<br />

vor allem der Zeitgeschmack und der Gefallen<br />

an der jeweiligen Fasson und Mode.<br />

Anpassung an umliegende<br />

Trachtenmoden<br />

Während in der zweiten Hälfte des<br />

19. Jahrhunderts die Männertrachten im<br />

Ötztal und etwas später auch im unteren<br />

Vinschgau abgelegt wurden, konnte sich<br />

14<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Heimatpflege<br />

zu finden sind. Diese einfachen, aber aufwendig<br />

gearbeiteten Stickereien finden sich<br />

auch am Halsausschnitt des Leibls und –<br />

in etwas einfacherer Form – auch bei der<br />

Lederhose wieder.<br />

Bei der Neueinkleidung der Musikanten<br />

war es den Verantwortlichen wichtig, diese<br />

wertvollen und typischen Stickereien beizubehalten.<br />

Wertvolle Heimarbeit<br />

Ärmelstulpe des Hemats mit traditioneller Kettenstich-Stickerei<br />

Zierstickerei am Halsausschnitt des Leibls<br />

das Schnalstal seine Tracht erhalten. Nicht<br />

zuletzt deshalb, weil sich die Schnalser an<br />

die Mode, bzw. an das „stärkere“ Trachtengebiet<br />

des Burggrafenamtes angepasst<br />

hatten. Denn in dieser Zeit flossen<br />

jene Elemente aus dem Burggrafenamt<br />

in die Schnalser Männertracht mit ein,<br />

welche wir bis heute festmachen können:<br />

die breiten, roten Aufschläge am<br />

„Lodenhemat“ und der kleine Gupfhut.<br />

Katharinaberg am Eingang des Schnalstals<br />

– und somit in direkter Nachbarschaft<br />

zur Burggräfler Tracht rund um Naturns<br />

– hat diese Anpassung früher vollzogen,<br />

weshalb in Katharinaberg bereits für die<br />

kurzen Lederhosen diese Kombination<br />

dokumentiert ist, während sich in Unsere<br />

Frau die Burggräfler Elemente erst<br />

beim „Langbäurischen“ endgültig durchsetzen<br />

konnten.<br />

Aufwendige Details<br />

Die “Juppe“, wie sie in Katharinaberg<br />

genannt und getragen wird, ist also eine<br />

eigenständige und historisch gewachsene<br />

Mischform. Sie ist in Form und Schnitt ein<br />

Vinschger „Hemat“ mit Burggräfler Aufschlägen<br />

und bunten Stickereien am Ärmel,<br />

wie sie in ähnlicher Form im Ötztal<br />

Da diese ausschließlich in Handarbeit<br />

gemacht werden können und als Auftragsarbeit<br />

nahezu unbezahlbar gewesen<br />

wären, haben Musikantinnen sowie zahlreiche<br />

Frauen und Mütter der Musikanten<br />

die aufwendigen Stickereien selbst ausgeführt<br />

und die unzähligen Knopflöcher<br />

genäht. Auch die Strümpfe wurden in<br />

Heimarbeit und in überlieferten Mustern<br />

gestrickt. Den Katharinabergern ist somit<br />

etwas Großartiges gelungen, denn sie haben<br />

die zahlreichen historischen Muster<br />

und Farbkombinationen ihrer Stickereien<br />

gesammelt und das handwerkliche Wissen<br />

und die entsprechenden Fähigkeiten<br />

gesichert. Mit der Wiederbelebung des<br />

„Kurzbäurischen“ durch die Musikkapelle<br />

Katharinaberg ist die Trachtenlandschaft<br />

Schnalstal nun runder und vollständiger<br />

geworden. Die „lang- und kurzbäurische“<br />

Tracht der Männer gibt gemeinsam mit<br />

der „bäurischen“ Tüchltracht und der erneuerten<br />

Burggräfler- und Schnalser Miedertracht<br />

der Frauen ein umfassendes<br />

und lebendiges Zeugnis über die örtliche<br />

Trachtenentwicklung ab. In ihrer einzigartigen<br />

Machart und Ausdruckskraft sind<br />

die verschiedenen Formen der Schnalser<br />

Tracht ein weiterer Ausdruck dafür, dass<br />

die Jöcher und Täler unserer Heimat weniger<br />

Grenzen, sondern vielmehr Übergänge<br />

sind.<br />

Andreas Leiter Reber<br />

<strong>KulturFenster</strong><br />

Redaktion <strong>KulturFenster</strong><br />

Aus finanziellen und organisatorischen Gründen stehen der Heimatpflege seit den letzten Ausgaben nur mehr 14 Seiten im<br />

<strong>KulturFenster</strong> zur Verfügung. Deshalb wird es nicht immer möglich sein, alle Artikel in ihrer vollständigen Länge zu veröffentlichen.<br />

Die Redaktion behält sich das Recht vor, notwendige Kürzungen vorzunehmen.<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 15


Arge Volkstanz<br />

Am Samstag, 17. Mai <strong>2014</strong>, fand in Steinegg<br />

der Gesamttiroler Maitanz statt. Die<br />

Volkstanzgruppe Steinegg hatte sich anlässlich<br />

ihres 30-jährigen Bestehens bereit<br />

erklärt, dieses große Tanzfest zu organisieren.<br />

Nach einer intensiven Vorbereitungszeit<br />

durch die VTG Steinegg war es am<br />

Samstag Abend soweit: Mit dem Auftanz<br />

wurde der bereits traditionelle Gesamttiroler<br />

Maitanz eröffnet. Der Obmann der<br />

Volkstanzgruppe Steinegg, Bernhard<br />

Vieider, begrüßte die Erste Vorsitzende<br />

der Arbeitsgemeinschaft Volkstanz in Südtirol,<br />

Monika Rottensteiner, den Zweiten<br />

Vorsitzenden Klaus Tappeiner, den Bürgermeister<br />

der Gemeinde Karneid Albin<br />

Kofler, den Vizebürgermeister Franz Tauferer,<br />

den Fraktionsvorsitzenden Rudolf<br />

Lantschner, die Gemeindereferentin Barbara<br />

Wild und ganz besonders den Obmann<br />

der Arbeitsgemeinschaft Volkstanz<br />

Tirol, Kaspar Schreder.<br />

Auch die Erste Vorsitzende Monika Rottensteiner<br />

richtete einen herzlichen Willkommensgruß<br />

an alle Festbesucher und<br />

beglückwünschte die VTG Steinegg zu<br />

ihrem 30-jährigen Bestehen. „Die zahlreiche<br />

Anwesenheit der Nordtiroler Tänzer<br />

und Tänzerinnen ist ein Zeichen der Verbundenheit<br />

zwischen Nord- und Südtirol.<br />

Auf diesem Fest wird Verbundenheit gelebt<br />

und erlebt“, so Monika Rottensteiner.<br />

Die Burgstaller Tanzlmusig sorgte mit<br />

schwungvollen Polkas, Walzern, Boarischen<br />

und abwechslungsreichen Volkstänzen<br />

für eine stets gefüllte Tanzfläche.<br />

Kaspar Schreder kündigte den Tanzkreis<br />

Gesamttiroler Maitanz in Steinegg<br />

Die Festbesucher beim traditionellen Auftanz<br />

Kaspar Schreder und Monika<br />

Rottensteiner<br />

Innsbruck an, welcher drei besondere<br />

Tänze zur Pausengestaltung präsentierte.<br />

Es waren dies der „Tiroler“, der „Wenner<br />

Achter“ und der „Kupferstecher“. Musikalisch<br />

begleitet wurden die Innsbrucker<br />

Tänzer und Tänzerinnen von Alois Gadener.<br />

Für das leibliche Wohl der Festbe-<br />

30 Jahre Volkstanzgruppe Steinegg<br />

Mit einem gemeinsamen Lied endete<br />

der Maitanz.<br />

sucher sorgte die Volkstanzgruppe Steinegg.<br />

Für die hervorragende Organisation<br />

sei ihr auf diesem Wege herzlich gedankt.<br />

Der nächste Gesamttiroler Maitanz wird<br />

2015 wieder in Nordtirol stattfinden – voraussichtlich<br />

in Hall in Tirol.<br />

Monika Burger-Wenter<br />

Hereinspaziert<br />

•<br />

•<br />

•<br />

AlmtanzamSonntag,6.Juli<strong>2014</strong>,aufderKreuzwiesenalminLüsen<br />

Bergmesse um 11.00 Uhr, anschließend Auftanz. Weitere Informationen zur Veranstaltung erteilt das<br />

Büro der Arbeitsgemeinschaft Volkstanz (0471/970555 oder info@arge-volkstanz.org).<br />

Gemeinsamstatteinsam…Musizieren,Singen,Tanzen,Naturgenießen…..<br />

im Bildungshaus Lichtenburg in Nals vom Sonntag, 27. Juli bis Samstag, 2. August <strong>2014</strong>. Besonders<br />

eingeladen sind Familien mit großen, kleinen und ganz kleinen Kindern, aber auch Einzelpersonen,<br />

die gerne singen, musizieren, tanzen und Gemeinschaft erleben. Nähere Auskünfte bei der Lichtenburg:<br />

bildungshaus@lichtenburg.it – Tel. 0471 057100.<br />

BergmesseamPitscherJochamSonntag,7.September<strong>2014</strong><br />

Nord- und Südtiroler Volkstänzer treffen sich zu einer gemeinsamen Messe. Anschließend wird getanzt,<br />

musiziert und die herrliche Bergwelt genossen. Weitere Informationen zur Veranstaltung erteilt<br />

das Büro der Arbeitsgemeinschaft Volkstanz (0471/970555 oder info@arge-volkstanz.org).<br />

16<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Heimatpflege<br />

Der Festablauf am 1. Mai hat sich bewährt<br />

und wurde auch in diesem Jahr beibehalten:<br />

Einzug der Maibaumsetzer mit dem<br />

26 Meter hohen Baum am Vormittag und<br />

Aufstellen des Baumes; Begleitung durch<br />

die Aurer Tanzlmusig und die JuKAuer (Jugendkapelle<br />

Auer); am frühen Nachmittag<br />

Aufführung des Bandltanzes durch die Jugendvolkstanzgruppe<br />

Pfalzen, anschließend<br />

spielten die Haderkrainer zum Tanz<br />

auf. Dies alles schuf einen guten Rahmen<br />

für unterhaltsame Stunden in geselliger<br />

Runde am Heinrich-Lona-Platz.<br />

Ein gelungenes Maibaumfest <strong>2014</strong><br />

Maibaumfest als Fixpunkt unter den Festen in Auer hat<br />

Festlichkeiten und Schutz der<br />

Umwelt gehen Hand in Hand<br />

Für das leibliche Wohl hatten Bernd<br />

Schwienbacher und sein Team von Emotion<br />

Event gesorgt. Die Speisekarte war<br />

wieder durch traditionelle, regionale und<br />

saisonale Gerichte gekennzeichnet. Dies<br />

alles im Hinblick auf einen respektvollen<br />

Umgang mit der Natur: Es wurde weitgehend<br />

auf Kunststoffbesteck und -teller<br />

verzichtet und langlebiges Porzellan und<br />

Edelstahlbesteck verwendet. Durchgängig<br />

Positives war darüber aus den Reihen der<br />

Festbesucher zu hören.<br />

Mit viel Muskelkraft erfolgte das<br />

Aufstellen des Baumes.<br />

Brauch mit europäischer<br />

Ausdehnung<br />

Der Brauch des Maibaumsetzens war<br />

in vielen Teilen Mitteleuropas – auch in Tirol<br />

– weit verbreitet und ist mit Fruchtbarkeitssymbolen<br />

behaftet. 1999 setzte sich<br />

die Volkstanzgruppe zum Ziel, diesen in<br />

Vergessenheit geratenen Brauch auch in<br />

Auer wieder neu zu beleben. Für die Organisation<br />

des diesjährigen Festes verantwortlich<br />

zeichnete der seit einem Jahr<br />

Der Bandltanz der<br />

Jugendvolkstanzgruppe Pfalzen<br />

neu gewählte Ausschuss der Volkstanzgruppe:<br />

Obmann Kurt Unterholzner, Vizeobfrau<br />

Evelyn Pfeifer, Tanzleiterin Barbara<br />

Villotti, Kassierin Christiane Pircher,<br />

Schrift- und Trachtenleiterin Gitte Kalser<br />

und Fotoreferent Rainer Cuel.<br />

Gedankt sei an dieser Stelle allen Festbesuchern<br />

für die Teilnahme sowie allen<br />

Unterstützern, Freunden, Gönnern und<br />

freiwilligen Helfern, die zum guten Gelingen<br />

des Maibaumfestes beigetragen haben.<br />

Evelyn Pfeifer<br />

Das traditionelle Terlaner Maibaumfest der<br />

Volkstanzgruppe Terlan fand auch in diesem<br />

Jahr mit über 1.200 Besuchern großen<br />

Anklang. Mit Spannung und Begeisterung<br />

verfolgten die Gäste am 1. Ma das Aufstellen<br />

des Baumes und den Bandltanz.<br />

Tradition rund um den Mai<br />

Großes Interesse am Maibaumfest der<br />

Volkstanzgruppe Terlan<br />

Fest mit Tradition<br />

Seit 1995 lädt die Volkstanzgruppe Terlan,<br />

die in diesem Jahr ihr 45-jähriges Jubiläum<br />

feiert, zum Maibaumfest ein. So stellten<br />

auch heuer am Tag der Arbeit über 30<br />

kräftige Männer mit Muskelkraft den Maibaum<br />

auf dem Terlaner Dorfplatz auf. Dabei<br />

kam in diesem Jahr ein neues System<br />

zur Anwendung. Besonders wichtig ist den<br />

Veranstaltern immer die Sicherheit der Aufsteller<br />

und der Festbesucher. Nachdem das<br />

Aufstellen des Baumes geglückt war, wurde<br />

am frühen Nachmittag der „Bandltanz“ mit<br />

16 Volkstänzerinnen und Volkstänzern aufgeführt.<br />

Dafür wurde vorab unter der Leitung<br />

von Hans-Peter Höller fleißig geprobt.Musikalisch<br />

umrahmt wurde das Fest von der Terlaner<br />

Böhmischen und dem Maultasch Trio.<br />

Mit Stangen wird der Baum aufgestellt.<br />

Reges Interesse der Bevölkerung<br />

„Das Maibaumfest war in diesem Jahr<br />

so gut besucht wie vermutlich noch nie zuvor.<br />

Der Aufwand für das Fest ist beachtlich<br />

und deshalb freut es uns, dass das Interesse<br />

so groß war“, sagt Thomas Haberer,<br />

Obmann der Volkstanzgruppe Terlan. „Ein<br />

Der Bandltanz der Volkstanzgruppe Terlan<br />

solches Fest ist ohne den fleißigen Einsatz<br />

der Mitglieder und der freiwilligen Helfer<br />

nicht möglich, deshalb gebührt ihnen ein<br />

großer Dank“, so der Obmann.<br />

Der fast 32 Meter hohe und 78 Jahre<br />

alte Maibaum wird nun für einen Monat<br />

auf dem Terlaner Dorfplatz stehen bleiben.<br />

Volkstanzgruppe Terlan<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 17


• Büchertisch •<br />

Südtiroler Bäuerinnenorganisation<br />

„Inser beschtes<br />

G’wond“<br />

Frauentrachten aus dem<br />

südlichen Tirol<br />

Die Südtiroler Bäuerinnenorganisation<br />

stellt Dokumentation der Frauentrachten<br />

im südlichen Tirol vor.<br />

Als ein „Jahrhundertwerk“ wird die von<br />

der Südtiroler Bäuerinnenorganisation<br />

unter der Leitung von Hiltraud Erschbamer<br />

herausgegebene Publikation über<br />

Frauentrachten aus dem südlichen Tirol<br />

bezeichnet. An der im Neumarkter Verlag<br />

„Effekt!“ erschienenen Tirolensie haben<br />

jahrelang Fachleute, Historiker und<br />

Trachtenschneider, aber auch alle Bezirksbäuerinnen<br />

sowie Dutzende Helfer<br />

und Helferinnen vor Ort mitgearbeitet.<br />

Das Buch geht auf eine Idee von Monika<br />

Rechenmacher und Maria Anna Plunger<br />

zurück: „Es war uns ein großes Anliegen,<br />

dass das Wissen über die Tracht<br />

nicht nur wie bisher größtenteils mündlich<br />

weitergegeben wird, sondern dass<br />

es ein fachlich fundiertes Nachschlagewerk<br />

gibt, das auch über die kleinsten<br />

Details Aufschluss gibt“, so die beiden<br />

Bezirksbäuerinnen. Herausgekommen<br />

ist ein einzigartiges Werk mit aussagekräftigen,<br />

bestechenden Bildern des<br />

Fotografen Florian Andergassen sowie<br />

mit informativen und zugleich leicht verständlichen<br />

Beschreibungen der einzelnen<br />

Frauentrachten.<br />

Die Tracht als das typische Alltags- bzw.<br />

Festtagsgewand der bäuerlichen Bevölkerung<br />

hat sich erst im 18. Jh. herausgebildet.<br />

In diese Zeit fällt aber auch eine<br />

weitere Charakteristik der Tracht, nämlich<br />

ihr regionaler Charakter, das heißt,<br />

dass sie einem bestimmten Gebiet zugeordnet<br />

werden kann. Im Gegensatz<br />

zur Mode ist die Tracht also stets Ausdruck<br />

und Kulturgut der Gemeinschaft<br />

eines bestimmten Gebietes. Dabei hat<br />

sie sich bis in das 20. Jh. auch selbst<br />

verändert.<br />

Während sich früher die Trachtengebiete<br />

mit den damaligen Gerichts- und<br />

damit Verwaltungsgrenzen deckten, ist<br />

dieses Kriterium heute nicht mehr ohne<br />

BUCH<br />

Das Wissen über die Tracht ist größtenteils mündlich überliefert.<br />

Viele Trachtenbegeisterte wissen deshalb heute nicht mehr genau,<br />

wie die Tracht ihres Gebietes aussieht und wie sie richtig getragen<br />

wird.<br />

Diese Dokumentation soll dazu dienen, dass die Trachten, die<br />

im Laufe der Jahrhunderte auch den modischen Einflüssen<br />

der jeweiligen Zeit unterlagen, in ihrer traditionellen Form der<br />

Nachwelt erhalten bleiben und damit auch in Zukunft originalgetreu<br />

nachgeschneidert werden können.<br />

Aussagekräftige Fotos und einfache Beschreibungen − ergänzt<br />

durch eine geschichtliche Einführung und die Erklärung<br />

von Fachbegriffen − machen dieses Buch zum einzigartigen<br />

Nachschlagewerk für diesen besonderen Kulturschatz.<br />

weiteres anwendbar, denn Trachtenlandschaften<br />

haben sich auch in ihren Grenzen<br />

verändert. So werden in manchen<br />

Gebieten parallel verschiedene Trachten<br />

getragen, oder aber auch dieselben, die<br />

sich nur in kleinen Details unterscheiden.<br />

Wo kann, wo darf, wo muss eine ganz bestimmte<br />

Tracht getragen werden? Gerade<br />

auch in dieser Frage bietet „Inser beschtes<br />

G’wond“ verlässliche Informationen:<br />

Prinzipiell gilt aber, dass eine Tracht nie<br />

nur von einem bestimmten Verein − beispielsweise<br />

von einer Musikkapelle − getragen<br />

werden darf, sondern dass sie immer<br />

zumindest für ein ganzes Dorf, oft sogar<br />

für die ganze Talschaft Gültigkeit hat. Wer<br />

sich auskennt, sieht an einer Tracht also,<br />

woher die Trägerin kommt und ob ein hoher<br />

Festtag, ein niederer Feiertag oder ein<br />

Trauertag ist.<br />

Es war den Autoren dieses Buches ein<br />

großes Anliegen, auf die vielen noch so kleinen<br />

Details hinzuweisen, damit die heute<br />

im südlichen Tirol getragenen Trachten<br />

in ihrer traditionellen Form der Nachwelt<br />

erhalten bleiben und so auch in Zukunft<br />

originalgetreu nachgeschneidert werden<br />

können. Interessant ist gerade in diesem<br />

Zusammenhang auch der Überblick über<br />

die Erforschung des Trachtenwesens, auf<br />

die im Buch eingegangen wird und die<br />

zum Teil im nicht immer ganz unproblematischen<br />

Umfeld erfolgte.<br />

Von großem Wert ist die Fülle von Hinweisen,<br />

wie die Tracht richtig angezogen wird:<br />

wie der Flor gebunden wird, wie ein Tüchl<br />

richtig in Falten gelegt und fi xiert wird, wie<br />

Inser beschtes G̛wond<br />

Inser beschtes<br />

G̛wond<br />

Frauentrachten aus dem südlichen Tirol<br />

beispielsweise eine Gollerkette angelegt<br />

wird, welche Schuhe zur Tracht gehören<br />

und vieles mehr. In nicht wenigen heute<br />

noch vielfältigen und lebendigen Trachtengebieten<br />

– gerade in jenen mit Tüchltrachten<br />

wie im Sarntal und in Villanders<br />

− bedarf es außerdem genauer Informationen,<br />

zu welchen kirchlichen und weltlichen<br />

Anlässen welches Tuch, welche Schürze<br />

oder welche Überbekleidung getragen wird.<br />

Auch dazu dient dieses Nachschlagewerk.<br />

Da die Tracht ein wertvolles Gewand ist, das<br />

über Jahrzehnte, oft sogar über Generationen<br />

getragen wird, gilt es, sie besonders<br />

sorgfältig zu pfl egen. Im Buch fi nden sich<br />

nicht nur grundlegende Pfl egehinweise,<br />

sondern auch eine ganze Reihe von Tipps,<br />

wie einzelne Trachtenteile schonend gereinigt<br />

werden.<br />

Alles in allem ist „Inser beschtes G’wond“<br />

nicht nur eine außergewöhnliche Dokumentation,<br />

die neben den derzeit in Südtirol<br />

getragenen Frauentrachten auch noch<br />

Beispiele aus Welschtirol aufzeigt, sondern<br />

es ist zugleich auch das erste zeitgemäße<br />

Nachschlagewerk überhaupt für diesen<br />

besonderen Kulturschatz.<br />

Margareth Lun<br />

Inser beschtes G’wond · Frauentrachten aus<br />

dem südlichen Tirol. Herausgeber: Südtiroler<br />

Bäuerinnenorganisation, 308 Seiten, fest<br />

gebunden, Preis: 38 Euro.<br />

Erhältlich in allen Buchhandlungen und<br />

im Büro der Südtiroler Bäuerinnenorganisation,<br />

Tel. 0039 0471 999460,<br />

info@baeuerinnen.it, www.baeuerinnen.it<br />

18<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Heimatpflege<br />

Heimatpfl egeverband Südtirol, zusammengestellt von Franz Wolkinger und Josef Oberhofer<br />

Dokumentation über die 20. Naturschutzwochen<br />

Ziel und Aufgabe der Naturschutzwochen<br />

ist eine vertiefte Wahrnehmung der eigenen<br />

Heimat. Das faszinierende Natur- und<br />

Kulturerbe Südtirols wird dabei bei interessanten<br />

Exkursionen hautnah erlebt und in<br />

Vorträgen zu unterschiedlichen Themen<br />

auch von der theoretischen Warte aus erschlossen.<br />

Einer ganzheitlichen Sichtweise<br />

entsprechend informieren Fachleute und<br />

Ortskundige über Geologie und Klima, Mineralien<br />

und Fossilien, Pfl anzen und Tiere. Mit<br />

einbezogen wird immer auch der Mensch<br />

als Gestalter einer kleinfl ächig strukturierten<br />

Kulturlandschaft, aber auch als Gefahr für<br />

das ökologische Gleichgewicht.<br />

Als Veranstaltungsorte werden jeweils Typenlandschaften<br />

Südtirols im Bereich des<br />

Alpenhauptkammes und der Südalpen gewählt,<br />

von denen mehrere als Naturparke<br />

ausgewiesen sind.<br />

Seit dem Europäischen Naturschutzjahr<br />

1970 organisiert der Heimatpfl egeverband<br />

Südtirol in einem zweijährigen Rhythmus<br />

diese so genannten Naturschutzwochen.<br />

Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit dem<br />

Katholischen Südtiroler Lehrerbund und<br />

der Landesabteilung für Natur und Landschaft.<br />

Die Naturschutzwochen wollen<br />

weite Kreise ziehen, so wirken die teilnehmenden<br />

Lehrpersonen bereits landesweit<br />

als Multiplikatoren bei Kindern und<br />

Jugendlichen.<br />

Die Dokumentation umfasst neben einer<br />

resümierenden Beschreibung aller 20<br />

Naturschutzwochen im Anhang auch allgemeine<br />

Informationen aus dem europäischen<br />

Kontext.<br />

96 Seiten. Das Heft ist kostenlos im Büro des<br />

Heimatpfl egeverbandes erhältlich.<br />

Dokumentation<br />

über die 20 Naturschutzwochen<br />

veranstaltet vom Heimatpflegeverband Südtirol<br />

in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Südtiroler Lehrerbund<br />

Zusammengestellt von<br />

Franz WOLKINGER, Graz und Josef OBERHOFER, Bozen<br />

Mit einem Vorwort von Peter ORTNER<br />

und Sonia KLOTZ SPORNBERGER<br />

sowie mit einer Karte und zahlreichen Abbildungen<br />

Bozen <strong>2014</strong><br />

Simone Frignani<br />

Der Benediktweg<br />

Von Nursia über Subiaco nach Montecassino<br />

auf den Spuren des hl. Benedikt. Für<br />

Fuß- und Radpilger. Mit detailreichen Karten.<br />

Der neue Benediktweg – die spirituelle<br />

Alternative zum Jakobsweg. Naturparks,<br />

Römerwege und Klöster – auf alten Pfaden<br />

durch die Region Latium.<br />

Seit kurzem sorgt ein neuer Pilgerweg in Italien<br />

für Furore, der „Benediktweg“, der die<br />

wichtigsten Lebensstationen des hl. Benedikt<br />

(ca. 480–547) miteinander verbindet:<br />

Nursia in Umbrien, wo er geboren wurde,<br />

Subiaco, wo er 30 Jahre lang gewirkt und<br />

zum Gründervater des westlichen Mönchstums<br />

geworden ist, und Montecassino im<br />

südlichen Latium, wo er die letzten Jahre<br />

seines Lebens zugebracht hatte.<br />

Der 300 Kilometer lange Pilgerweg (16 Etappen)<br />

führt durch jahrtausendealte Kulturlandschaft<br />

und abwechslungsreiche Natur<br />

am Fuße der Apenninen: von Nursia,<br />

im Nationalpark Sibillinische Berge gelegen,<br />

geht es über das franziskanische<br />

Poggio Bustone in das Rieti-Tal, auf alten<br />

Schmugglerpfaden weiter ins Aniene-<br />

Tal und vorbei an mittelalterlichen Burgen<br />

und Abteien nach Subiaco, das unweit der<br />

Grenze zu den Abruzzen am Rande des<br />

Naturparks Monti Simbruini liegt. Am Südhang<br />

der Monti Ernici führt der Pilgerweg<br />

weiter ins Liri-Tal und durch Arpino (die<br />

Heimatstadt des Cicero) sowie Roccasecca<br />

(die Heimat des Thomas von Aquin) nach<br />

Montecassino, der berühmten Abtei, die<br />

vier Mal zerstört und vier Mal wieder aufgebaut<br />

wurde.<br />

Dieser Führer ist die erste deutsche Übersetzung<br />

zum Benediktweg. Er bietet genaue<br />

Wegbeschreibungen, zahlreiche<br />

Fotos und gut lesbare Karten, sowie eine<br />

eigene Routenempfehlung für Radfahrer.<br />

Informationen zu den Sehenswürdigkeiten<br />

am Weg, zum Leben des hl. Benedikt und<br />

zur Geschichte und Spiritualität seines Ordens<br />

machen das Buch zudem zum umfassenden<br />

Begleiter für alle Benediktpilger.<br />

Der Autor:<br />

SIMONE FRIGNANI, geb. 1971, studierte<br />

Biologie in Modena und lebt heute als Religionslehrer<br />

in Maranello (Emilia Romagna);<br />

von klein auf bei den Pfadfi ndern,<br />

lernte er in Spanien den Jakobsweg kennen,<br />

war am Berg Athos und beschäftigte<br />

sich mit benediktinischer Spiritualität. Zwischen<br />

2009 und 2012 entwickelte er den<br />

Benediktweg und betreibt die viel besuchte<br />

Website zum Weg, siehe www.camminodisanbenedetto.it<br />

192 Seiten, 73 farb. u. 2 sw.Abb.,32 farb.<br />

Karten 22 Höhendiagramme, 11,5 x 21<br />

cm, Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien <strong>2014</strong><br />

22,95 Euro<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 19


Vorweg<br />

Singende Menschenkette für<br />

die Europaregion Tirol<br />

Erich Deltedesco<br />

Nach einem arbeitsintensiven Frühjahr<br />

mit vielen verschiedensten Chorkonzerten<br />

und beeindruckenden Mitgestaltungen von<br />

kirchlichen Feiern und Festen genießen<br />

die allermeisten Chöre bald die ruhige<br />

Sommerzeit.<br />

Umso lobenswerter ist es, dass viele<br />

Sängerinnen und Sänger ihre Ferien zum<br />

Besuch einer Schulungswoche nützen.<br />

Nicht nur um die eigene künstlerische<br />

Ader ausleben oder sich selbst verwirklichen<br />

zu können, sondern – und dies erscheint<br />

mir besonders wichtig und wünschenswert<br />

– um das Erlebte und Erlernte,<br />

sowie neu gewonnene Ideen in ihren Chören<br />

weiter zu vermitteln. Es ist überaus<br />

erfreulich, dass auch heuer wieder die<br />

Seminare des Chorverbandes auf reges<br />

Interesse stoßen. Das Fortbildungsprogramm<br />

beinhaltet Angebote für alle Altersbereiche<br />

und für unterschiedlichste<br />

Zielgruppen. Die bereits eingelaufenen<br />

Anmeldungen lassen erwarten, dass alle<br />

Schulungswochen – besonders auch die<br />

Seminare für Kinder und Jugendliche -<br />

sehr gut besucht sein werden. Ich wünsche<br />

allen viele frohe und erfüllte Stunden<br />

bei den Seminaren des Südtiroler Chorverbandes<br />

und lade Kurzentschlossene<br />

ein sich noch schnellstens anzumelden.<br />

Musikalische Fackel durch die<br />

gesamte Region weiterreichen<br />

Auf eine besondere Veranstaltung, auf<br />

einen Sängerrekord der etwas anderen<br />

Art, möchte ich aufmerksam machen<br />

und zur Teilnahme noch einmal herzlichst<br />

einladen. Der amerikanische Künstler<br />

Zefrey Throwell hat den vierten Satz<br />

seiner ENTRROPY SYMPHONY für die<br />

Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino geschrieben.<br />

Auf Einladung von Transart Festival und<br />

dem Generalsekretariat der Europaregion<br />

Tirol bringen der Tiroler Sängerbund, der<br />

Südtiroler Chorverband, die Federazione<br />

Cori dell’Alto Adige und die Federazione<br />

Cori del Trentino am Sonntag, 14. September<br />

<strong>2014</strong>, diesen vierten Satz unter<br />

kompositorischer Anleitung des Osttirolers<br />

Wolfgang Mitterer zur Aufführung. Die<br />

Strecke von Ala bis Kufstein wird mittels<br />

zweier „Klang-Pipelines“ vermessen, die<br />

Sänger/innen aus dem Trentino, aus dem<br />

Bundesland Tirol und aus Südtirol fungieren<br />

sozusagen als musikalische Fackelträger,<br />

die gemeinsam Ton für Ton durch<br />

die gesamte Region weiterreichen, diese<br />

mit ihrem harmonischen Gesang verbinden,<br />

um sich dann von Norden und Süden<br />

kommend in der Festung Franzensfeste<br />

zum großen Finale zu treffen. Bis<br />

zu 6.800 Sänger/innen werden benötigt,<br />

um die Maximalstrecke von Kufstein bis<br />

Ala zum Klingen zu bringen.<br />

Haus Europaregion<br />

Ganz sicher ist eine solche Art von Veranstaltung<br />

für unsere Chöre etwas nicht<br />

ganz Alltägliches, hat mit gewohnter, traditioneller<br />

Chortätigkeit nichts zu tun. Ich<br />

weiß aber, dass unsere Chorgemeinschaften<br />

gerne auch einmal Ausschau halten<br />

nach anderen Ufern, bereit sind, sich dem<br />

Neuen, dem Ungewöhnlichen zu öffnen.<br />

Ich denke, diese Veranstaltung ist eine<br />

interessante Chance einmal etwas ganz<br />

Ungewohntes, etwas Fremdes, etwas<br />

Spannendes zu erleben. Nach dem Willen<br />

der drei Landesregierungen soll die<br />

Europa-Region Tirol-Südtirol-Trentino zu<br />

einem einzigen Kulturraum zusammenwachsen.<br />

Die Chorverbände in der Europaregion<br />

haben diesbezüglich schon<br />

viel Vorarbeit geleistet, arbeiten bereits<br />

gut und erfolgreich zusammen. Und so<br />

werden am 14. September <strong>2014</strong> Sängerinnen<br />

und Sänger aus dem Bundesland<br />

Tirol, aus Südtirol und aus dem Trentino<br />

ganz im Sinne des Euregio-Kulturplanes<br />

gemeinsam am „Haus Europaregion“<br />

weiterbauen. Eine singende Menschenkette<br />

wird dieses zu einem bisher noch<br />

nie dagewesenen Schau- und Klangplatz<br />

werden lassen.<br />

Erich Deltedesco<br />

Obmann des Südtiroler<br />

Chorverbandes<br />

20<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Das Thema<br />

Chorwesen<br />

„Singen ist Leben!“<br />

Südtiroler Chorverband: Südtiroler Jugendchortreff auf Schloss Maretsch<br />

Überrascht vom großen Interesse am Jugendchortreff und von der musikalischen Energie der<br />

Teilnehmer war auch der Leiter des Workshops, der bekannte Referent Markus Detterbeck.<br />

„Einen solchen Chor zu leiten, ist schon<br />

fantastisch!“ freute sich der Leiter des 1.<br />

Südtiroler Jugendchortreffs in Schloss Maretsch,<br />

der Schulmusiker und gefragte Referent<br />

Markus Detterbeck (Bensheim), bei<br />

der Abschlussveranstaltung am vergangenen<br />

Samstag.<br />

Zwei Dinge hätten ihn besonders gefreut:<br />

das Rieseninteresse am Workshop, der unter<br />

dem Motto „Groove im Chor“ stand, und<br />

die Energie, die die jungen Sänger/innen<br />

nach einem langen Tag noch hätten. 125<br />

Sänger und Sängerinnen zwischen 16 und<br />

28 hatten von 9.30 Uhr bis 19.30 Uhr an<br />

ihren vorbereiteten Liedern gearbeitet und<br />

improvisiert, Tipps für die Stimme erhalten<br />

und vor allem viel Spaß an der Gemeinschaft<br />

erlebt. Der Obmann des Südtiroler Chorverbandes<br />

Erich Deltedesco verfolgte den Workshop<br />

aufmerksam mit und freute sich über<br />

das große Engagement der Jugendlichen:<br />

„Danke für euer Kommen, für euren Einsatz<br />

für den Chorgesang“. Der Südtiroler Chorverband<br />

sehe die Förderung des Chorsingens<br />

bei Kindern und Jugendlichen als einen<br />

wichtigen Schwerpunkt an. Das heurige<br />

Arbeitsjahr steht dabei mit verschiedenen<br />

Veranstaltungen in Besonderem Maße im<br />

Zeichen der Jugend.<br />

Dass die Jugend sich für den Chorgesang<br />

begeistern kann, bewies das Abschlusskonzert<br />

zum Workshop, das trotz der anspruchsvollen<br />

Werke zu einem fulminanten Feuerwerk<br />

der Lebensfreude wurde. Die Pop- und<br />

Rocklieder, darunter Werke von Sting, den<br />

Wise Guys, ein Lied aus Kenia, aber auch<br />

Eigenkompositionen von Detterbeck, hatten<br />

die Jugendlichen zum Teil schon mit<br />

ihren Chorleitern vorbereitet, doch Markus<br />

Detterbeck ging weit über den Vortrag des<br />

Einstudierten hinaus und improvisierte mit<br />

dem großen Chor, riss die Jugendlichen<br />

und schließlich auch das Publikum zum<br />

gemeinsamen Gesang mit: „Das größte Geschenk<br />

für mich ist, wenn Musik zu leben<br />

beginnt!“ Auch inhaltlich passten die Lieder<br />

gut zum jugendlichen Chor: So ging es im<br />

Lied der Wise Guys darum, dass es „nicht<br />

immer leicht ist, ich zu sein“: „Ich wäre gern<br />

viel größer, hätte gern mehr Geld, ich wäre<br />

gern viel schöner...“ heißt es im Text. Detterbeck<br />

erklärte in seiner Einführung, dass<br />

der Song uns sagen will, zufrieden mit uns<br />

selbst zu sein. Im von Detterbeck komponierten<br />

Stück heißt es: „Hisse deine Segel!“,<br />

ein Aufruf, sich auf den Weg zu machen,<br />

Ideen, die man hat, zu verwirklichen.<br />

Das Lied von Detterbecks Lieblingspopsänger<br />

Sting erzählt von der Ermordung eines<br />

Freundes in einer „zerbrechlichen Welt“.<br />

Sting schaffe es, die Gefühle in Bilder zu<br />

packen, erklärte Detterbeck, und auch hier<br />

schaffte er es, seine Begeisterung auf die<br />

jungen Sänger und Sängerinnen zu übertragen,<br />

unter denen auch viele des Landesjugendchors<br />

Südtirol waren. Unterstützt<br />

wurde der Chor von Andreas Kuch aus Weimar,<br />

der mit seiner Stimme ein ganzes Orchester,<br />

vor allem das Schlagzeug, ersetzte.<br />

So war die Vocal-Percussion ein wesentlicher<br />

Bestandteil des Workshops, der auch viele<br />

Sänger und Sängerinnen zu eigenem Improvisieren<br />

inspirierte.<br />

„Ich hoffe, dass die Energie des Jugendchortreffs<br />

weitergetragen wird und dass es<br />

wieder einmal eine ähnliche Veranstaltung<br />

gibt!“, sagte Detterbeck zum Abschied. Die<br />

Bedeutung solcher Veranstaltungen für die<br />

Weiterentwicklung der Chorkultur im Lande<br />

betonte auch Verbandschorleiterstellvertreterin<br />

Ulrike Malsiner, die sich vorstellen kann,<br />

dass der Südtiroler Jugendchortreff etwa<br />

alle drei Jahre veranstaltet werden könnte.<br />

Seiner Freude über den großen Anklang der<br />

Veranstaltung gab auch Verbandschorleiter<br />

Armin Mitterer Ausdruck, der ebenfalls zum<br />

Abschlusskonzert gekommen war.<br />

So endete der Abend mit dem Lied „Wer<br />

hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon<br />

so spät?“ und der Chor verabschiedete sich<br />

mit den Worten: „Es war phänomenal, bis<br />

zum nächsten Mal!“<br />

Markus Detterbeck schaffte es, mit<br />

Begeisterung und Fachkompetenz die<br />

Jugendlichen zu einem großen Chor<br />

zusammenzuführen, der Spaß am<br />

Singen hatte und dabei auch viel lernte.<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 21


Das Thema<br />

Unter dem Motto „Musik liegt in der Luft“<br />

trafen sich am Freitag, 23. Mai, im Vereinshaus<br />

„Peter Thalguter“ in Algund 230 Kinder<br />

von sieben Kinder- und Jugendchöre aus<br />

verschiedenen Landesteilen zur fünfzehnten<br />

Ausgabe von „Jugend singt <strong>2014</strong>“ und stellten<br />

sich dabei der Bewertung durch eine<br />

Jury: der Musikschulchor der Musikschule<br />

Meran/Passeier, der Burggräfler Kinderchor<br />

„Vox Jubilans“, der Nalser Kinderchor „Die<br />

Goldkehlchen“, die Klasse Vokalausbildung<br />

Jugend an der Musikschule Salurn, der Vinzentiner<br />

Mädchenchor aus Brixen, der Schulchor<br />

der Mittelschule „Ursulinen“ aus Bruneck<br />

und der Kinderchor Völs am Schlern.<br />

Viele Eltern, Freunde und Bekannte waren<br />

gekommen, um den Liedern zu lauschen.<br />

Der Geschäftsführer des Südtiroler Chorverbandes<br />

Josef Mair, der durch die Veranstaltung<br />

führte, betonte, dass es der Sinn<br />

dieser Veranstaltung sei, in Kindern und Jugendlichen<br />

die Freude am Singen zu wecken<br />

und das Chorsingen an den Schulen<br />

gezielt zu fördern. Nicht der „zwar friedliche<br />

Wettstreit“ stehe im Vordergrund, sondern<br />

das Gemeinschaftserlebnis, das Sich-Treffen,<br />

Sich-Kennenlernen und die Freude<br />

am gemeinsamen Singen und Musizieren.<br />

Die Literaturauswahl war grundsätzlich<br />

jeder Gruppe freigestellt, darauf zu achten<br />

war, dass sie dem Alter der Teilnehmer angepasst<br />

ist. Für jeden Chor waren drei bis<br />

fünf Lieder pro Singgruppe vorgesehen.<br />

Juror und Fachinspektor für Musikerziehung<br />

Siegfried Singer betonte, dass er positiv<br />

überrascht sei von der vielfältigen Art<br />

der Darbietungen, die vom Kleinchor einer<br />

Stimmbildungsklasse bis zum Großchor einer<br />

ganzen Mittelschule reichen. Auch die<br />

Programmauswahl sei sehr vielfältig gewesen.<br />

Vom alpenländischen Volkslied, neuer<br />

Kinderlied-Literatur bis zu Kunstgesängen<br />

war alles vertreten: „Ein großes Kompliment<br />

für die Arbeit der Leiterinnen und Leiter!“<br />

Verbandsobmann Erich Deltedesco betonte<br />

in seinen Grußworten die Wichtigkeit<br />

des Singens im Erziehungs- und Bildungsprozess<br />

der Kinder: „Kinder, die regelmäßig<br />

singen und musizieren, entwickeln sich<br />

nicht nur gesünder und klüger, sondern<br />

sind auch friedfertiger und haben größere<br />

soziale Fähigkeiten.“ Sein Dank galt dem<br />

Deutschen Schulamt als Mitträger der Veranstaltung<br />

und den Sponsoren der Stiftung<br />

Sparkasse und dem Kulturamt der Südtiroler<br />

Landesregierung. Vor allem galt sein Dank<br />

aber den Chorleitern und Chorleiterinnen<br />

und den Kindern: „Ihr alle seid heute hier<br />

Gewinner, denn ihr gewinnt Freude und<br />

„Ihr alle seid Sieger!“<br />

Der Burggräfler Kinderchor „Vox<br />

Jubilans“ unter der Leitung von Hans<br />

Schmidhammer<br />

Die Klasse Vokalausbildung Jugend<br />

an der Musikschule Salurn unter der<br />

Leitung von Ursula Torggler<br />

Der Schulchor der Mittelschule<br />

„Ursulinen“ aus Bruneck unter der<br />

Leitung von Gudrun Mayrl<br />

Freunde!“ Zum Schluss hatten alle Chorleiter/innen<br />

die Möglichkeit zu einem Gespräch<br />

mit der Jury. Alle Chöre erhalten<br />

außerdem einen Wertungsbericht der Jury,<br />

die auch den Chor bestimmt, der den Südtiroler<br />

Chorverband beim Kinderchorfestival<br />

2015 in Wien vertreten wird. Abschließend<br />

erhielten die Leiterinnen und Leiter<br />

„Jugend singt <strong>2014</strong>“ in Algund<br />

Der Musikschulchor der<br />

Musikschule Meran/Passeier unter<br />

der Leitung von Susanne Obkircher<br />

Der Nalser Kinderchor „Die<br />

Goldkehlchen“ unter der Leitung von<br />

Eva Paone Geie<br />

Der Vinzentiner Mädchenchor aus<br />

Brixen unter der Leitung von Klara<br />

Sattler<br />

Der Kinderchor Völs am Schlern<br />

unter der Leitung von Agnes Plunger<br />

der Singgruppen stellvertretend für alle jungen<br />

Sängerinnen und Sänger das Singbuch<br />

„Kommt zum Singen“ und einen Pizzagutschein.<br />

Mit einer gemeinsamen Stärkung<br />

endete die Kinder- und Schulchorveranstaltung,<br />

die auch heuer wieder Ausdruck<br />

der lebendigen und jungen Chorlandschaft<br />

in Südtirol war.<br />

22<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Aus Verband und Bezirken<br />

Chorwesen<br />

Tiefer Blick in die Seele<br />

Bezirkskonzert - Salzburger Passionssingen in Schlanders<br />

Ein zum Nachdenken anregendes Erlebnis war das Passionssingen in Schlanders und Meran, bei dem der Bezirkschor des<br />

Südtiroler Chorverbandes mitwirkte.<br />

Über ein besonderes Bezirkskonzert des<br />

Bezirks Burggrafenamt-Vinschgau im Südtiroler<br />

Chorverband freuten sich heuer Sänger<br />

und Sängerinnen: Unter der Leitung von<br />

Bezirkschorleiterin Julia Perkmann und der<br />

Gesamtleitung von Josef Radauer aus Salzburg<br />

wirkten sie beim „Salzburger Passionssingen“<br />

mit. „Wir Salzburger freuen<br />

uns sehr, dass wir uns gemeinsam auf die<br />

Passionszeit einstimmen können!“<br />

Mit diesen Worten begrüßte Josef Radauer<br />

die Besucher am Samstag, den 5.<br />

April, in der Pfarrkirche von Schlanders<br />

und am 6. April in der Evangelischen Christuskirche<br />

in Meran.<br />

Unter der künstlerischen Leitung von<br />

Radauer zeigten Sänger, Musiker und<br />

Schauspieler aus Salzburg und aus dem<br />

Bezirk Burggrafenamt-Vinschgau im Süd-<br />

tiroler Chorverband die Passion Jesu aus<br />

der Sicht des Nikodemus. Nikodemus war<br />

ein heimlicher Jünger Jesu, innerlich für<br />

Jesus begeistert, aber feige, und er zögerte,<br />

sich öffentlich gegen das Unrecht<br />

zu äußern. So erfuhr die Aufführung der<br />

Passionsgeschichte immer wieder überraschende<br />

und zugleich tragische Wendungen<br />

mit anschaulichen Szenen im<br />

Salzburger Dialekt und geistlichen Liedern<br />

aus den verschiedensten Epochen.<br />

Die Aufführung bewirkte nicht nur<br />

eine besinnliche Stimmung, sondern ermöglichte,<br />

wie es der künstlerische Leiter<br />

Josef Radauer formulierte, „tief in die eigene<br />

Seele zu blicken“, ging es doch für<br />

Nikodemus wie für den modernen Menschen<br />

darum, sich zwischen Glauben und<br />

Vernunft, Mehrheit und eigener Weltan-<br />

schauung zu entscheiden. Josef Radauer<br />

betonte, die Aufführung wolle deutlich machen,<br />

„wie es uns erginge in der Passion,<br />

wie wir mit einem Revolutionär des Guten<br />

umgehen würden.“ Wie Nikodemus würden<br />

auch wir uns Fragen stellen, wenn<br />

Neues kommt, müssten uns entscheiden,<br />

ob wir es ablehnen, ob wir mitgehen oder<br />

nur am Rand stehen. Radauer dankte für<br />

die „wunderbare Zusammenarbeit“ mit<br />

dem 60-köpfigen Bezirkschor des Südtiroler<br />

Chorverbandes unter der Leitung<br />

von Julia Perkmann und Präsident Hermann<br />

Schönthaler von „Musica Viva Vinschgau“.<br />

Neben den Südtiroler Sängern<br />

und Sängerinnen und den Schauspielern<br />

aus Salzburg wirkten die Pongauer Bläser,<br />

das Ensemble Tobi Reiser und ein Salzburger<br />

Dreigesang beim Passionssingen mit.<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 23


Aus Verband und Bezirken<br />

AGACH erinnert an Franz R. Miller<br />

Gedenkkonzert für einen „Visionär mit Bodenhaftung“<br />

Das Mendelssohn Vocalensemble unter<br />

der Gesamtleitung von Karl Zepnik<br />

Die Pfl ege des alpenländischen Liedgutes<br />

und die kulturelle Zusammenarbeit der Chorverbände<br />

des Alpenraums sind zwei Ziele<br />

der AGACH, der Arbeitsgemeinschaft Alpenländischer<br />

Chorverbände, zu der auch<br />

der Südtiroler Chorverband gehört.<br />

Verbandsobmann Erich Deltedesco ist<br />

der Präsident der AGACH. Langjähriger<br />

künstlerischer Leiter der AGACH war Franz<br />

R. Miller, der am 12. <strong>Juni</strong> 2012 verstorben<br />

ist. Am 3. Mai <strong>2014</strong> gedachten der Chorverband<br />

Bayerisch-Schwaben und die Arbeitsgemeinschaft<br />

Alpenländischer Chorverbände<br />

AGACH mit einem Konzert zum<br />

Thema „Psalmenvertonungen“ des Chorleiters,<br />

Kapellmeisters, Komponisten und<br />

Redakteurs Franz R. Miller in der Kirche St.<br />

Mang in Füssen. Der Präsident des Chorverbands<br />

Bayerisch-Schwaben würdigte<br />

bei der Begrüßung zu Beginn des Konzerts<br />

Franz R. Miller als „Visionär mit Bodenhaftung“.<br />

Er habe in seinem 40-jährigen Wirken<br />

in Schwaben und in ganz Deutschland<br />

das Chorsingen wieder in den gesellschaftlichen<br />

Mittelpunkt gerückt.<br />

Das Mendelssohn Vocalensemble und<br />

das Bläserensemble der Landesmusikschule<br />

Reutte unter der Gesamtleitung von<br />

Karl Zepnik boten dem zahlreich erschienenen<br />

Publikum, darunter viele Chorleiter<br />

und Präsidenten der AGACH-Chorverbände,<br />

eine beeindruckende Interpretation<br />

von geistlichen Werken von der Romantik<br />

bis zur Moderne, Werke von Felix Mendelssohn<br />

Bartholdy, aber auch von Komponisten<br />

des 20. Jahrhunderts: Franz Philipp, Francis<br />

Poulenc und Heinrich Kaminski. Höhepunkt<br />

des Abends war die Aufführung der<br />

Hymni in honorem Sti. Benedicti von Franz<br />

R. Miller. Die Benediktus-Hymnen zählen zu<br />

seinen herausragenden Werken.<br />

Miller komponierte den 4-sätzigen Hymnus<br />

1980 anlässlich des Jubiläumsfestes<br />

zum Gedenken an den Ordensgründer Benedikt<br />

von Nursia. Das Werk wurde nun extra<br />

für diesen Anlass und auf Initiative des<br />

Chorverbands Bayerisch-Schwaben im Verlag<br />

Anton Böhm & Sohn, Augsburg, vom<br />

handschriftlichen Original in einen Notensatz<br />

übertragen und ist damit nun auch für<br />

die Nachwelt zugänglich. Karl Zepnik studierte<br />

mit seinem Ensemble während der<br />

vergangenen Monate die abwechslungsreichen,<br />

zum Teil mehrchörigen Stimmsätze<br />

der Hymni ein. Begleitet wurden die Sänger<br />

von einer interessanten Besetzung aus Holzund<br />

Blechbläsern und Orgel. Zur Einführung<br />

in die Texte der benediktinischen Ordensregel<br />

sprach Weihbischof Anton Losinger,<br />

Ehrenpräsident des Chorverband Bayerisch-<br />

Schwaben. Statt eines Eintritts konnten die<br />

Zuhörer zugunsten der Stiftung für Straßenkinder<br />

in der Ukraine spenden.<br />

Franz R. Miller<br />

24<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Chorwesen<br />

Nächste Chorweihnacht ist in Trient<br />

Frühjahrstagung der AGACH<br />

Die Delegierten der AGACH-Verbände mit Präsident Erich Deltedesco<br />

Bei der Frühjahrstagung der AGACH am<br />

1. April in Innsbruck konnte Präsident Erich<br />

Deltedesco gemeinsam mit dem künstlerischen<br />

Leiter, P. Urban Stillhard, und den<br />

Vertretern der Mitgliedsverbände auf eine<br />

gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr<br />

zurückblicken.<br />

Ein Höhepunkt war die Chorweihnacht<br />

am 14. Dezember in Hittisau gewesen,<br />

„eine würdige, sehr schöne und rundum<br />

gelungene Veranstaltung“, wie Präsident<br />

Deltedesco betonte. Die Qualität der Chöre<br />

sei hervorragend und das Publikumsinteresse<br />

groß gewesen. Er bedankte sich beim<br />

Vorarlberger Chorverband und bei Roland<br />

Repnik für die perfekte Durchführung der<br />

Veranstaltung. Der Präsident konnte außerdem<br />

berichten, dass 2013 zwei Verbände<br />

neu zur AGACH dazu gekommen sind, und<br />

zwar der Bündner Kantonalgesangverband<br />

und der Verband Walliser Gesangvereine. Somit<br />

ist die Mitgliederzahl der AGACH auf nunmehr<br />

15 angestiegen. 2013 wurde weiters<br />

die Homepage www.agach.eu eingerichtet.<br />

Auch für das laufende Jahr plant die<br />

AGACH Veranstaltungen, die den Chorgesang<br />

im Alpenraum fördern sollen, so das<br />

Jugendchorfestival vom 29. Mai bis 1. <strong>Juni</strong><br />

in Innsbruck, bei dem sich rund 180 Sänger/innen<br />

aus acht Chören treffen und gemeinsam<br />

singen werden. Manfred Duringer,<br />

Obmann des Tiroler Sängerbunds,<br />

der das Festival organisiert, bedankte sich<br />

bei jenen Verbänden, die einen Jugendchor<br />

nach Innsbruck schicken. Die traditionelle<br />

Alpenländische Chorweihnacht fin-<br />

det am 6. Dezember in Trient in der Kirche<br />

San Francesco Saverio mit Beginn um 18<br />

Uhr statt. Bei der Wahl der Werke solle auf<br />

eine Ausgeglichenheit der Gattungen geachtet<br />

werden und auf die Qualität, betonte<br />

P. Urban Stillhard: „Lieder mit regionalem<br />

Charakter aus einem bestimmten<br />

zeitlichen Rahmen, die von vielen Leuten<br />

gut akzeptiert werden, sind sehr wichtig!“<br />

Die Öffnung hin zu einem breiteren Repertoire<br />

sei sehr positiv zu sehen.<br />

Die Delegierten der Verbände warfen aber<br />

auch schon einen Blick auf das nächste<br />

Jahr: So wird 2015 der Bayerische Sängerbund<br />

die Chorweihnacht in Rosenheim organisieren,<br />

im September 2015 wird es den<br />

„Tag der Chöre in den Gärten von Schloss<br />

Trauttmansdorff“ geben.<br />

„So bunt wie der Frühling sind unsere Lieder"<br />

Männerchöre des Bezirks Burggrafenamt-Vinschgau treffen sich<br />

Acht Männerchöre aus dem Bezirk Burggrafenamt-Vinschgau<br />

und ein Gastchor aus<br />

dem Pustertal trafen sich am 18. Mai im<br />

Vereinshaus St. Leonhard-Passeier und<br />

gestalteten für ein zahlreich erschienenes<br />

Publikum ein Konzert mit Werken von der<br />

Klassik bis zum Volkslied: der Männerchor<br />

Mals, der Männergesangsverein Schlanders,<br />

der Ultner Männerchor, der Jägerchor<br />

St. Leonhard-Passeier, der Männergesangsverein<br />

Dorf Tirol, der Männerchor<br />

Untermais, der Männergesangsverein Meran,<br />

der Männerchor St. Leonhard-Passeier<br />

und als Gastchor der Männerchor<br />

Sand in Taufers.<br />

Der Obmann des Bezirks Burggrafenamt-Vinschgau,<br />

Robert Wiest, freute sich,<br />

dass so viele Zuhörer zum Konzert gekommen<br />

waren. Erfreulich sei auch die gute<br />

Zusammenarbeit mit dem Tourismusverein<br />

und den Chören vor Ort, dem Jäger- und<br />

Männerchor St. Leonhard-Passeier, die zusammen<br />

mit dem Bezirk Burggrafenamt-<br />

Vinschgau im Südtiroler Chorverband das<br />

Treffen organisiert hatten. Zum Männerchorkonzert<br />

waren auch Hans Schmidhammer<br />

vom Musikrat, Geschäftsführer Josef<br />

Mair und Verbandsobmann Erich Deltedesco<br />

gekommen, der in seinen Grußworten<br />

die gut organisierte und gut besuchte<br />

Veranstaltung lobte. Nach dem Konzert<br />

gab es eine kleine Stärkung für alle Mitwirkenden,<br />

und das Treffen endete bei einem<br />

fröhlichen und gemütlichen Beisammensein<br />

aller teilnehmenden Chören.<br />

St. Leonhard-Passeier<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 25


Aus Verband und Bezirken<br />

Musikprojekt „klaNg“ begeistert<br />

Aufführung in Brixen<br />

Zum zwölften Mal bot im heurigen Schuljahr<br />

der Südtiroler Chorverband in Zusammenarbeit<br />

mit dem Deutschen Schulamt<br />

und mit Unterstützung des Bereichs Deutsche<br />

und Ladinische Musikschulen das<br />

Projekt „klaNg“ an: 43 Schulklassen der<br />

Grund- und Mittelschule bekamen auch<br />

heuer wieder die Möglichkeit mit Experten<br />

musikalische Projekte zu erarbeiten,<br />

wobei die Projektangebote vom Schulchor<br />

über die Erstellung eines Musikvideoclips,<br />

die Musical-Werkstatt bis hin zur Erarbeitung<br />

von Liedern unter Einbeziehung von Instrumentalmusik<br />

und Tanz reichen. Die Leitung<br />

des Projekts klaNg hatte auch heuer,<br />

wie in den vergangenen neun Jahren, Hans<br />

Schmidhammer vom Musikrat des Südtiroler<br />

Chorverbandes inne.<br />

So fand auch in der 5. Klasse der Grundschule<br />

Msgr. J. Tschurtschenthaler in Brixen<br />

zur besonderen Förderung des Singens, das<br />

Projekt „klaNg“ statt. Die Leitung hatte der<br />

Experte Josef Elzenbaumer, ein bekannter<br />

Musikpädagoge mit viel Erfahrung in<br />

Instrumental – und Gesangspädagogik<br />

inne. Seine Begeisterung und die Liebe<br />

zur Musik sprangen auf die Schüler/innen<br />

über. Das musikalische Lernangebot, das<br />

Musizieren, das Singen, Tanzen und die<br />

Bühnenerfahrung machte allen Schülern<br />

großen Spaß. „Die aktive Auseinandersetzung<br />

mit Musik und die Ausbildung musikpraktischer<br />

Fähigkeiten im Singen und<br />

im Instrumentalspiel unterstützen die Entwicklung<br />

des sinnlichen und sprachlichen<br />

Ausdrucks und damit die Persönlichkeitsentwicklung“,<br />

erklärten die die Lehrer und<br />

verwiesen so auf die Bedeutung des Musikunterrichts<br />

im Grundschulalter. Dabei<br />

sei es wichtig, dass ästhetische Bildung<br />

bewusst Experimentierphasen zulasse.<br />

Ende Januar wurden Eltern, Freunde<br />

und Bekannte zu einem musikalischen<br />

Winterfest geladen. Viele Lieder wurden<br />

gesungen und szenisch dargestellt, Tänze<br />

wurden aufgeführt. Vor allem der Mozarttanz,<br />

der in originalen Kostümen getanzt<br />

wurde, erntete viel Applaus.<br />

Ein besonderes Glanzlicht war die Uraufführung<br />

des Schattenspiel - Musicals<br />

„Hänsel und Gretel“ mit Instrumentalbegleitung.<br />

Bei der künstlerisch-praktischen<br />

Umsetzung machten die Schüler auch Erfahrungen<br />

im Figuren – und Kulissenbau.<br />

Das Projekt klaNg ist weiterhin<br />

erfolgreich: Das Winterfest in Brixen zum<br />

Beispiel wird allen in schöner Erinnerung<br />

bleiben.<br />

Geistliche Musik vom<br />

Erzherzöglichen Hof zu Innsbruck<br />

Herbst-Seminar „cantare et sonare“<br />

Vom 26. bis 28. September <strong>2014</strong> findet<br />

in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler<br />

Chorverband das Herbst-Seminar von „cantare<br />

et sonare“ in Virgen in Osttirol statt.<br />

Die Einladung richtet sich an Sänger/<br />

innen, Chor- und Ensemble-Leiter/innen,<br />

Organist/innen (Continuo), Instrumentalisten<br />

auf Posaune, Zink, Trompete und<br />

Streichinstrumenten. Im Rahmen des<br />

Seminars erarbeiten die Teilnehmer vierstimmige<br />

bis mehrchörige Werke des 17.<br />

Jahrhunderts von Johann Stadlmayer und<br />

Zeitgenossen. Cantionalsätze und Instrumentalwerke<br />

von Stadlmayer und Zeitgenossen<br />

für Zinken, Streicher, Trompeten<br />

und Posaunen ergänzen das Angebot.<br />

Dozenten sind Arno Paduch, Hannover,<br />

für Zink; Henning Wiegräbe aus Stuttgart<br />

für Posaune, Ursula Sandbichler aus Hall<br />

für Violine, Dominik Bernhard aus Innsbruck<br />

für Continuo, Andreas Lackner aus<br />

Innsbruck für Trompete. Gesamtleiter ist<br />

Oliver Felipe Armas, Innsbruck/Telfs. Der<br />

Kurs beginnt am Freitag, 26. September<br />

um 18 Uhr, das Abschlusskonzert findet<br />

am Sonntag um 16 Uhr in der Pfarrkirche<br />

St. Alban in Matrei i.O. statt. Kursort ist das<br />

Schulzentrum Virgen. Musiklehrer/innen im<br />

Bereich „Deutsche und ladinische Musikschulen“<br />

als auch im Tiroler Musikschulwerk<br />

können dieses Seminar als externe<br />

Bildungsveranstaltung besuchen und als<br />

solche verrechnen.<br />

Das Abschlusskonzert des Herbstseminars<br />

von cantare et sonare findet in der<br />

Pfarrkirche von Matrei i.O. statt.<br />

Alle weiteren Informationen bezüglich Unterkunft, Kurskosten etc. sind ersichtlich auf<br />

der homepage des Vereines www.cantareeetsonare.at. Anmeldung online oder bei Barbara<br />

Marberger, E-Mail: barbara.marberger@aon.at (Tel. +43 (0)664 1401145). Anmeldeschluss<br />

ist der 30. <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong>.<br />

26<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Chorwesen<br />

Mikrophone für alle<br />

Konzertreihe „Choriosum X“ mit Erfolg abgeschlossen<br />

Choriosum setzt innovative Akzente in Südtirols Chorlandschaft, wie auch die heurige Konzertreihe bewiesen hat.<br />

Choriosum hat anlässlich des 10-jährigen<br />

Jubiläums des Chores eine sehr erfolgreiche<br />

Konzertreihe durchgeführt. In<br />

einer zweistündigen Vorführung hat der<br />

Südtiroler Chor die besten Rock- und Popsongs,<br />

sowie Jazz und Klassik aus 10 Jahren<br />

Chorgeschichte dargeboten. Insgesamt<br />

haben heuer an die 1.600 Zuhörer die drei<br />

ausverkauften Konzerte in Eppan, Bruneck<br />

und Bozen besucht.<br />

Choriosum setzte heuer auf ein völlig<br />

neuartiges klangliches Experiment,<br />

welches bisher nur sehr wenige Chöre<br />

in Europa gewagt haben: Alle 34 Sänger<br />

wurden mit einem individuellen Mikrophon<br />

ausgestattet, wodurch eine klangliche<br />

Verstärkung der einzelnen Stimmen<br />

ohne instrumentale Begleitung möglich<br />

wurde. Dies bedeutete für den Chor eine<br />

große Herausforderung. Unterstützt wurde<br />

der Chor von den Soundtechnik-Profis<br />

des europaweit bekannten Chores Perpetuum<br />

Jazzile, Dare Novak und seinem<br />

Team aus Ljubljana. Denn für die Verstärkung<br />

von a Capella-Chören benötigen die<br />

Tontechniker eine besondere Erfahrung,<br />

um die große Zahl an Chorstimmen sauber<br />

zu mischen und Rückkoppelungen zu<br />

vermeiden. Der große Vorteil dieser Technik:<br />

Durch die Mikrophonierung der einzelnen<br />

Chorsänger wird jede noch so leise<br />

und feine Stimmnuance hörbar, der Chor<br />

konnte das Spiel mit dem Mikrophon voll<br />

auskosten und dank Verstärkung in größeren<br />

Sälen auftreten. Das in Pop und Jazz<br />

unverzichtbare Schlagzeug wurde in der<br />

sogenannten Vocal Percussion durch die<br />

menschliche Stimme ersetzt, ebenso die<br />

Bassgitarre, wodurch die Stimme zum Instrument<br />

wird.<br />

Alles, was man braucht, hat man<br />

immer dabei<br />

„Dass es möglich ist tolle Musik zu machen,<br />

ohne dass man dafür irgendein Instrument<br />

benötigt, das begeistert mich immer<br />

wieder an der Chormusik. Alles, was<br />

man braucht, hat man immer dabei: die<br />

eigene Stimme. Das ist doch etwas Wunderbares“,<br />

sagt Chorleiter Hannes Knollseisen.<br />

Die Sängerinnen und Sänger von<br />

Choriosum - im Alter von 25 bis 50 Jahren<br />

- stammen aus ganz Südtirol, unter ihnen<br />

finden sich etliche Spezialtalente, die sowohl<br />

das Arrangieren als auch die herausfordernde<br />

Vocal Percussion beherrschen.<br />

Infos zum Chor und Hörproben gibt’s<br />

im Internet unter www.choriosum.it und<br />

auf www.youtube.com.<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 27


Aus Verband und Bezirken<br />

300 Jahre im Dienste Gottes<br />

und zur Freude der Menschen<br />

„Friedenskonzert“ des Völser Kirchenchors<br />

Der Kirchenchor von Völs am Schlern feiert<br />

heuer sein 300-jähriges Bestehen. Aus<br />

einer im Pfarrarchiv erhaltenen Aufzeichnung<br />

über die einem „Schulhalter und Organisten“<br />

zustehenden Taxen aus dem Jahr<br />

1714 geht hervor, dass damals musizierte<br />

(mit Instrumenten begleitete) Requiems und<br />

Lobämter gehalten wurden, die einen höheren<br />

Tarif hatten, als die nur „coraliter“<br />

gesungenen Messen. Beide Arten von musikalisch<br />

umrahmten Gottesdiensten setzen<br />

einen Chor voraus.<br />

Das Jubiläumsjahr wurde am Sonntag,<br />

dem 23. März <strong>2014</strong>, mit einem Kirchenkonzert<br />

eröffnet, an dem neben dem Kirchenchor<br />

auch der Völser Männerchor und der<br />

Kinderchor mitwirkten. Wie sehr die Bevölkerung<br />

von Völs mit ihren Chören verbunden<br />

ist, zeigte sich daran, dass die Besucher<br />

sich durch Schnee und Regen nicht<br />

hatten abhalten lassen und die Kirche so<br />

ziemlich bis auf den letzten Platz füllten.<br />

Chorleiter Toni Federer hatte das abwechslungsreiche<br />

Programm unter das Thema<br />

„Frieden“ gestellt und Kompositionen aus<br />

verschiedenen Jahrhunderten und Nationen<br />

herangezogen, deren Texte Gebete<br />

an Gott um Frieden, aber auch Aufforderungen<br />

an die Menschen, Unfrieden zu<br />

meiden, beinhalteten.<br />

Die Bitte um Frieden ist so alt wie die<br />

Menschheit und heute aktueller denn je.<br />

Dies hob Ortspfarrer Stephan Astner in seiner<br />

einleitenden Ansprache hervor. Das Jubiläum<br />

sei ein Anlass zum Dank für den seit<br />

Hunderten von Jahren bewiesenen Einsatz<br />

und Zusammenhalt. Musik und Gesang<br />

wirkten gemeinschaftsbildend und tragen<br />

zum Frieden bei. Die Sänger brächten heute<br />

Freude in eine Zeit, wo der Frieden bedroht<br />

sei. Der Pfarrer schloss mit einem Gebet<br />

des Hl. Franziskus: „Herr mach mich zum<br />

Werkzeug Deines Friedens.“<br />

Der Männerchor eröffnete die Meditationen<br />

zum Thema mit einer getragenen<br />

Passionsmotette „O bone Jesu“ des Renaissancekomponisten<br />

Giovanni Pierluigi<br />

Unter dem Motto Frieden stand das Jubiläumskonzert des Völser Kirchenchores, das<br />

er mit weiteren Völser Chören gestaltete.<br />

da Palestrina, für Männerchor bearbeitet<br />

und mit einer deutschen Übersetzung versehen<br />

von M. Scheunemann. Das kraftvolle<br />

„Gebet“ des kroatischen Komponisten Jakov<br />

Gotovac gipfelt in einem wuchtigen Friedensruf.<br />

Die vier Lieder des von Agnes Plunger<br />

locker geführten Kinderchores zeigten<br />

dessen Freude am gemeinsamen Singen.<br />

Die ein- bis zweistimmigen Gesänge wurden<br />

von Instrumentalisten aus dem Chor<br />

selbst wirkungsvoll begleitet. Eine besondere<br />

Leistung war das Zusammenwirken<br />

des Kinderchores mit den Frauen des Kirchenchores<br />

bei der nach einem Volkslied<br />

aus Singapur gestalteten Komposition des<br />

fast zeitgenössischen Komponisten Robert<br />

Pappert „Schaffet Frieden auf der Welt “.<br />

Sehr eindringlich wirkte dieser von den Kindern<br />

wiederholte einstimmige Ruf, der mit<br />

einem Satz des Frauenchores abwechselte.<br />

Dieser erreichte seine künstlerisch-musikalische<br />

Höchstleistung mit dem ausdrucksvollen,<br />

durch seine polyphone Struktur und<br />

harmonische Kühnheit packenden Chorsatz<br />

„Herr mach mich zum Werkzeug deines<br />

Friedens“ des 1927 geborenen deutschen<br />

Tonsetzers Peter Paul Förster. Seine<br />

Fähigkeit zu feiner dynamischer Gestaltung<br />

vom Forte bis zum verklingenden Pianissimo<br />

zeigte der Männerchor im Russischen<br />

Kirchengesang „Gib uns Herr den Frieden“<br />

und im Wechsel mit dem Soloquartett beim<br />

Vortrag des „Domine pacem da nobis“ von<br />

Jakob Christ. Fehlen durfte auch nicht das<br />

Lied „Frieden“ des bekannten deutschen<br />

Chorleiters Gotthilf Fischer. Dann war wieder<br />

der Kirchenchor an der Reihe, der mit<br />

guter Intonation und elastischer Lockerheit<br />

einige Spirituals und diesen ähnliche<br />

neuere geistliche Lieder vortrug, wobei bei<br />

der hübschen Komposition „Gib mir die<br />

richtigen Worte“ von Klaus Heizmann eine<br />

Flötistin aus dem Kinderchor sauber und<br />

sicher mitwirkte. Mit zwei gewichtigen Chören<br />

des großen romantischen Komponisten<br />

Felix Mendelssohn-Bartholdy schloss das<br />

Friedenskonzert, wobei sich wieder einmal<br />

zeigte, wie schwer gerade die einstimmigen<br />

Stellen sind. Den leistungsstarken Völser<br />

Chören dankte das ergriffen lauschende<br />

Publikum mit anhaltendem Applaus.<br />

(et/rs)<br />

28<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Chorwesen<br />

Chöre aus berühmten Opern, dargeboten von<br />

siebzig Sängerinnen, Sängern und Solisten,<br />

konnten die Musikfreunde kürzlich miterleben.<br />

Die Kirchenchöre Maria Himmelfahrt<br />

aus Schenna und St. Zeno-Naturns nahmen<br />

die Zuhörer mit in die Welt der großen Gefühle<br />

von Liebe und Leid, tauchten ein in die<br />

Wogen der Leidenschaften, wie sie unübertrefflich<br />

von den Schöpfern der Opernmusik<br />

in Töne verwandelt wurden.<br />

Werke von Verdi, Wagner, Puccini, Mozart,<br />

Offenbach, Smetana und anderen waren<br />

die inspirierenden Quellen dieses Opernabends.<br />

Es war eine gute Idee der beiden<br />

Chorleiter Dietrich Oberdörfer und Josef<br />

Pircher, die Chöre zusammen auftreten zu<br />

lassen, weil sich nur so die große Klangfülle<br />

und Ausdruckskraft erzeugen ließ, welche<br />

erforderlich ist, um die in den Opernwerken<br />

enthaltene reiche Scala von Emotionen wiederzugeben.<br />

Man denke nur an so unterschiedliche<br />

Gefühlswelten wie die von Verdis<br />

„Nabucco“ und Mozarts „Don Giovanni“.<br />

Nimmt man dazu noch Lehars „Lustige<br />

Witwe“ und Richard Wagners „Brautchor“<br />

aus Lohengrin, dann lässt sich erkennen,<br />

welche künstlerischen Leistungen die Tonkunst<br />

mit diesen Opern hervorgebracht hat.<br />

Den Meistern dieser hohen Kunst wurde<br />

auch mit diesem Konzert gehuldigt. Die ausgezeichneten<br />

Solisten Olga Tselinskaia, Sopran,<br />

und Florian Colz, Bariton, boten dann<br />

Mit Meistern der hohen Kunst<br />

Große Chorkonzerte in Naturns und Schenna<br />

Der Herausforderung „Oper“ stellten sich die Chöre von Naturns und Schenna.<br />

den stimmlichen Kontrast zum Stimmenmeer<br />

der Chöre. Sie konnten solistisch oder<br />

im Duett ganz persönliche Gefühle ausdrücken.<br />

Diese Gegenüberstellung von individuellem<br />

Ausdruck und der großen Zahl an<br />

Sängerinnen/Sängern wirkte auch als Höhepunkt<br />

des Abends. Als dritte „Solistin“ begleitete<br />

souverän am Flügel Iryna Kyrylovska<br />

Chor und Solisten. Die Gesangsolisten verbanden<br />

Schönheit der Stimmen mit kraftvollem<br />

raumfüllenden Klang.<br />

Man hatte sich mit diesem anspruchsvollen<br />

Konzert eine große Aufgabe gestellt.<br />

Die erprobten Chöre von Naturns und<br />

Schenna mit Solisten waren zweifellos die<br />

Voraussetzung für das Gelingen eines so viele<br />

Opernwerke umfassenden Programms. So<br />

wurde das Konzert zu einem großen Erfolg<br />

beim Publikum!<br />

Die Moderation durch Josef Pircher mit<br />

kurzen Erläuterungen zu den einzelnen Werken<br />

war für dieses breit angelegte Programm<br />

sowohl bereichernd als auch notwendig.<br />

Die Gesamtleitung des Abends hatte Dietrich<br />

Oberdörfer.<br />

Horst Ringel<br />

Die Wipptaler Chorlandschaft wäre ohne<br />

sie nicht dieselbe: Anna Maria Staffler hat<br />

durch ihre quirlige, fröhliche und doch sehr<br />

disziplinierte Art diesem Bezirk ihren musikalischen<br />

Stempel aufgedrückt.<br />

Den Körper lockern, mit Atem und<br />

Stimme spielen: Als eine der ersten im Bezirk<br />

hält sie ihre Sänger und Sängerinnen<br />

bei jeder Probe und vor jedem Auftritt erst<br />

einmal „zum Aufwärmen“ an und baut in<br />

die Proben regelmäßig Stimmbildung mit<br />

ein. Der Erfolg ihrer Chöre bei Auftritten im<br />

In- und Ausland gibt ihr Recht.<br />

Ihren musikalischen Werdegang begann<br />

die damals zehnjährige Ultnerin 1974 mit<br />

ihrem Eintritt in die Ultner Singgruppe, die<br />

von der landauf, landab bekannten Sängerin<br />

Elsa Schwienbacher geleitet wurde. Elsa<br />

Schwienbacher erkannte Anna Marias Talent<br />

und übergab ihr zehn Jahre später die<br />

Leitung der Singgruppe. Zwanzig Jahre lang<br />

führte Anna Maria diesen Chor mit großem<br />

Erfolg. Inzwischen war sie der Liebe wegen<br />

nach Sterzing gezogen. Dort stand sie für<br />

Chorleiterin seit 30 Jahren<br />

Porträt: Anna Maria Staffler<br />

kurze Zeit dem Sterzinger Singkreis vor.<br />

1999 übernahm sie die Leitung des Kirchen-<br />

und des Männerchores von Mareit.<br />

Ein Jahr darauf war sie entscheidend beteiligt<br />

an der Gründung der Singgemeinschaft<br />

Pflersch, die sie seither als Leiterin<br />

führt. Mit der Gründung des Männerensembles<br />

WIPPMENVOX im Jahr 2007 erfüllte<br />

sie sich selbst einen großen Wunsch<br />

und brachte zudem frischen Wind in die<br />

Männerchorwelt des Wipptals.<br />

Neben ihrer Arbeit als Labortechnikerin<br />

in Bozen singt Anna Maria selbst beim Südtiroler<br />

Vokalensemble und kann als Solistin<br />

auf eine Reihe von Rollen in verschiedenen<br />

Produktionen zurückschauen, etwa in „Die<br />

Zauberflöte“, „Carmen“, „Der Freischütz“,<br />

„Der Barbier von Sevilla“, „Anatevka“, u.a.<br />

Nach dem Besuch des Konservatoriums<br />

in Bozen und Trient absolviert sie derzeit<br />

ein Gesangsstudium in München.<br />

Sie möge den Wipptaler Chören noch<br />

lange erhalten bleiben!<br />

Bmk<br />

Anna Maria Staffler<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 29


Der MGV Schlanders<br />

•Stimmgabel<br />

„Musik kennt keine Grenzen“<br />

MGV-Frühjahrskonzert<br />

Unter dem Motto „Musik kennt keine Grenzen“<br />

überreichte der MGV Schlanders am<br />

10. Mai im Kulturhaus Schlanders dem<br />

zahlreich erschienenen Publikum einen<br />

bunten musikalischen Liederstrauß. Das<br />

von Chorleiterin Sibylle Pichler ausgewählte<br />

und mit viel Einsatz einstudierte Programm<br />

reichte von klassischer Chormusik bis zu<br />

modernen Schlagern. Musikalisch begleitet<br />

wurden die Sänger von der Konzertpianistin<br />

Andrijana Radivojevic Wilhalm. Einer<br />

der Höhepunkte des Abends war die<br />

Uraufführung des „MGV“-Liedes, einer<br />

Eigenkomposition der Chorleiterin (Notensatz)<br />

und des Sängers Robert Grüner<br />

(Text), das den Zuhörern einen humor-<br />

vollen Einblick in die Proben des MGV gewährt.<br />

Einen besonderen Applaus ernteten<br />

die Sänger nach dem gelungenen Vortrag<br />

des Liedes „Meines Großvaters Uhr“ sowie<br />

des Nordtiroler Volksliedes vom „Tatzelwurm“,<br />

bei dem sich die Zuhörer köstlich<br />

amüsierten.<br />

Beim Publikum auf sehr positive Resonanz<br />

stießen die Einlagen des Klarinetten-Quartetts<br />

„Die Holzigen“ aus Tschars unter der<br />

Leitung von Benjamin Blaas. Die vier Virtuosen<br />

spannten einen „grenzenlosen“ Bogen<br />

von Brahms über Ragtime bis zum<br />

Jazzklassiker „Take Five“. Das Publikum<br />

honorierte die abwechslungsreichen und<br />

stimmungsvollen Auftritte des Männer-<br />

chors und des Instrumental-Ensembles<br />

mit viel Applaus.Durch den Abend führte<br />

Konzertsprecher Albert Moser vom MGV<br />

Schlanders. Gemeinsam mit Obmann Johann<br />

Stadler präsentierte er bei dieser Gelegenheit<br />

auch den ersten Tonträger des<br />

MGV Schlanders mit dem Mitschnitt des<br />

Frühjahrskonzerts 2013. Dieses Projekt,<br />

ein Herzenwunsch der MGV-Mitglieder,<br />

konnte mit großzügiger fi nanzieller Unterstützung<br />

der Eigenverwaltung Göfl an<br />

realisiert werden. Zum Dank wurde während<br />

der Konzertpause dem Präsidenten<br />

Erhard Alber das erste Exemplar der CD<br />

überreicht. Ein erfrischender, musikalischer<br />

Abend im Schlanderser Frühling!<br />

30<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Chorwesen<br />

Mariensingen<br />

Kirchenchor „St. Cäcilia“ - Vilpian<br />

Die Sänger und Sängerinnen des Mariensingens mit Chorleiter Gottfried Veit, der<br />

die Gesamtleitung innehatte.<br />

Zum ersten Mal in seiner mehr als dreißigjährigen<br />

Geschichte veranstaltete vor<br />

kurzem der Kirchenchor „St. Cäcilia“ von Vilpian<br />

in der dortigen Pfarrkirche ein „Mariensingen“.<br />

An diesem äußerst gut besuchten<br />

Kirchenkonzert wirkten neben dem Vilpianer<br />

Kirchenchor (Leitung: Gottfried Veit)<br />

auch der Frauenchor „St. Anna“ aus Mölten<br />

(Leitung: Peter Burger), der „Burggräfler<br />

Viergesang“ (Leitung Albert Seppi), die<br />

Sopranistin Maria Theresia Burger, der Organist<br />

Maurizio Bertoncello sowie die Sprecherin<br />

Lidia Pellegrini Hilpold mit.<br />

Festlich eröffnet wurde diese musikalische<br />

Marienandacht mit der Orgelkomposition<br />

„Praeludium und Fuge in e-Moll“ von Nicolaus<br />

Bruhns. Im weiteren Verlauf spielte<br />

der Organist Maurizio Bertoncello auch<br />

mehrere Variationen über das „Magnifi -<br />

cat im V. Ton“ von Heinrich Scheidemann.<br />

Das Kopfthema dieser Komposition wurde<br />

vorerst vom Kirchenchor Vilpian als gregorianische<br />

Choralmelodie angesungen. Der<br />

Kirchenchor überzeugte im weiteren Verlauf<br />

des Konzertes mit den Motetten „Ave<br />

Maria“ von Jacob Arcadelt, „Gegrüßet seist<br />

du Königin“ von Gottfried Veit, „Edle Jungfrau<br />

so entsprossen“ im Satz von Karl Haus<br />

und ganz besonders mit dem allseits beliebten<br />

„Ave Maria“ von Bach/Gounod in<br />

einem vierstimmigen Chorsatz mit Orgelbegleitung.<br />

Von den vier Liedern des Frauenchores<br />

„St. Anna“ gefi elen ganz besonders<br />

„Sie tragt an goldnen Mantel“ aus dem Alpenland<br />

und „Maria, schönste vom Himmelsthron“<br />

im Satz von Cesar Bresgen.<br />

Eine willkommene klangliche Abwechslung<br />

boten die Männer des „Burggräfl er<br />

Viergesangs“ mit ihren sonoren Stimmen.<br />

Sie beeindruckten mit „Ganz schön bist du<br />

Maria“, „Maria voll der Gnaden“ und „Du<br />

schönste Morgenröt“ gleichermaßen. Eine<br />

Besonderheit im Programm stellte der Auftritt<br />

der Sopranistin Maria Theresia Burger<br />

dar: Ihre glänzende Stimme kam sowohl im<br />

„Ave Maria“ von Luigi Cherubini als auch<br />

in jenem von Camille Saint-Saëns sowie im<br />

„Mariä Wiegenlied“ von Max Reger voll zum<br />

Tragen. Ihren großen Auftritt hatte sie aber<br />

beim gemeinsamen Schlusschor „Felix es,<br />

sacra Virgo Maria“ von Carl Czerny, der von<br />

allen Ausführenden gemeinsam dargeboten<br />

wurde und bei dem ihr eine äußert berührende<br />

Überstimme zugedacht war. Abgerundet<br />

wurden all diese musikalischen Vorträge<br />

durch drei Meditationen marianischer<br />

Texte, gekonnt vorgetragen durch die Sprecherin<br />

Lidia Pellegrini Hilpold.<br />

Der lang anhaltende Applaus am Ende dieses<br />

gelungenen „Mariensingens“ galt natürlich<br />

sämtlichen Ausführenden. Ein aufrichtiger<br />

Dank gebührt aber vor allem auch dem<br />

veranstaltenden Kirchenchor „St. Cäcilia“<br />

von Vilpian und hier in besonderer Weise<br />

der Obfrau Waltraud Höller Baur für die<br />

Organisation und dem Chorleiter Gottfried<br />

Veit für die musikalische Gesamtleitung.<br />

Musik erfüllt die Welt<br />

Konzert des Kirchenchores von St. Leonhard in Passeier<br />

Bereits seit zehn Jahren leitet Albrecht Lanthaler den Kirchenchor St. Leonhard<br />

sowie das Orchester, seit 2009 obliegt ihm auch die Leitung des Männerchores.<br />

Nach vielen Jahren lud kürzlich der Kirchenchor<br />

von St. Leonhard in Passeier<br />

Musikinteressierte wieder zu einem Frühlingskonzert<br />

ein, gemäß dem Motto: Musik<br />

erfüllt die Welt. 200 Chormusikbegeisterte<br />

aus nah und fern folgten der Einladung<br />

und ließen sich durch die frühlingshaften<br />

Klänge von Kirchenchor, Frauenchor und<br />

Männerchor sowie Instrumentaleinlagen<br />

von Violine, Horn und Klavier unterhalten.<br />

Unter der Leitung von Chorleiter Albrecht<br />

Lanthaler wurde eineinhalb Stunden lang<br />

ein abwechslungsreiches Programm von<br />

Klassik über Moderne bis Volkslied dargeboten.<br />

Die Obfrau Ulrike Moosmair freute<br />

sich besonders, den ehemaligen Chorleiter<br />

Albin Hofer, der die Geschicke des Kirchenchores<br />

von 1950 bis 2000 leitete, unter<br />

den Anwesenden begrüßen zu dürfen.<br />

Dem Kirchenchor von St. Leonhard gehören<br />

40 aktive Chormitglieder an und<br />

er verfügt über ein eigenes Orchester,<br />

welches bei hohen Feierlichkeiten zum<br />

Einsatz kommt. Im Jahr 2013 war der Kirchenchor<br />

bei 40 Proben und 38 Auftritten<br />

im Einsatz.<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 31


Stimmgabel<br />

Wiener Operette und Wiener Lied<br />

Kirchenchor Tabland-Staben<br />

Mit der einmaligen Wiener Klangfarbe<br />

gesungen wurden beim Muttertagskonzert<br />

des Kirchenchors Tabland-Staben<br />

dem Publikum im Schulhaus von Staben<br />

u.a. Stücke von Johann Strauß und<br />

Franz Lehar geboten. Mit dem Ensemble<br />

„Wiener Melange“ ergab sich eine inspirierende<br />

Zusammenarbeit, durch die der<br />

Chor unter der Leitung von Josef Pircher<br />

zu einer beachtlichen Leistung gelangte.<br />

Karl T. Kogler und Elfriede Hallama (1.<br />

Und 2. Geige), Ingrid Ocker (Akkordeon)<br />

und Hans Ocker (Gitarre) spielten so vertraute,<br />

muntere und herzerwärmende Melodien<br />

wie „Wien bleibt Wien“ von Johann<br />

Schrammel, den „Ballsirenen“-Walzer von<br />

Franz Lehar, den „Großmütterchen-Ländler“<br />

von Gustav Langer und den „Wiener<br />

Blut“-Walzer von Johann Strauß. Wie der<br />

Chor sich nun in einen Wiener Operettenchor<br />

verwandelte, fand viel Anklang bei<br />

den Zuhörern, so dass sie gut gelaunt mitsangen,<br />

als das „Schenkt man sich Rosen<br />

in Tirol“ oder als Zugabe „Dem Land Tirol<br />

die Treue“ ertönten. Das reichhaltige Pro-<br />

Gute Laune mit Wiener Blut: Chorleiter Josef Pircher mit dem Kirchenchor von Tabland-Staben<br />

gramm des Chores bot so unvergessliche<br />

Melodien wie „Wie mein Ahnl 20 Jahr“ von<br />

Carl Zeller, das „Trinklied“ aus „Der Bettelstudent“<br />

von Carl Millöcker, die „Barkarole“<br />

aus „Hoffmanns Erzählungen“ von<br />

Jacques Offenbach, oder „Mei Muatterl<br />

war a Wienerin“ von Ludwig Gruber und<br />

viele andere mehr. Gern ließen sich die Zuhörer<br />

an diesem Abend in einen bunten<br />

Reigen des „echt Wienerischen“ entführen<br />

und dankten den Ausführenden mit<br />

begeistertem Applaus.<br />

Frühjahrskonzert „Männer mag man eben...“<br />

MGV Lana<br />

Unter das Motto „Männer mag man<br />

eben...“ stellte der Männergesangverein<br />

Lana unter der bewährten Leitung von<br />

Julia Perkmann sein Frühjahrskonzert.<br />

Im vollbesetzten Saal des katholischen<br />

Arbeitervereins bot der MGV Lana ein abwechslungsreiches<br />

Programm, welches<br />

von traditionellen Heimatliedern über romantische<br />

Klassiker bis hin zu modernen<br />

Kompositionen reichte.<br />

Zusammen mit einem talentierten Klarinettenquartett<br />

und dem „Prima la musica“-<br />

Siegertrio „ad libitum“ der Musikschule<br />

Lana/Ulten/Nonsberg, der hervorragenden<br />

Pianistin Andrijana Radivojevic Wilhalm<br />

und dem allseits bekannten Solisten Alexander<br />

Egger konnte dem Publikum ein<br />

unterhaltsames und spannendes Konzert<br />

präsentiert werden. Der Sprecher Hans<br />

Lanz führte das Publikum locker durch<br />

Traditionell und modern: der MGV Lana beim Frühjahrskonzert<br />

den Abend. Der MGV Lana bedankt sich<br />

von Herzen bei allen Konzertbesuchern<br />

für ihren Applaus und ihre Spenden, beim<br />

Katholischen Arbeiterverein in der Person<br />

seines Präsidenten Heinz Decristan für die<br />

Bereitstellung des Konzertsaales und bei<br />

der Bäckerei Schmidt für ihre besondere<br />

Unterstützung.<br />

32<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Vorweg<br />

Blasmusik<br />

„Das Miteinander zählt“<br />

Den Musikkapellen hinter die Fassaden geschaut<br />

Meinhard Windisch ist<br />

Verbandsjugendleiter im VSM<br />

Ob beim konzentrierten Musizieren oder wenn Spaß angesagt ist, die Gemeinschaft<br />

muss stimmen. Das Bild stammt vom 5. Südtiroler Jugendkapellentreffen 2013 in Nals.<br />

Johanna Abram hat sich in ihrer Abschlussarbeit<br />

an der Hochschule Fresenius<br />

in München mit der Jugendarbeit in unseren<br />

Musikkapellen beschäftigt. Aus ihrer Studie<br />

geht hervor, dass die befragten Jugendlichen<br />

mit der jeweiligen Situation in unseren<br />

Musikkapellen sehr zufrieden sind.<br />

Dies ist natürlich ein sehr erfreuliches Ergebnis,<br />

von dem man ablesen kann, unsere<br />

Kapellen sind um die Jugend bemüht. Das<br />

System Musikkapelle funktioniert nicht nur<br />

in musikalischer Hinsicht, sondern auch als<br />

soziales System sehr gut.<br />

Wie alle Menschen verschieden sind, so<br />

sind es unsere Musikkapellen im Grunde<br />

auch, wenn sie auch nach außen hin dieselben<br />

Merkmale aufweisen. Das heißt im<br />

Grunde, dass jeder seine Problemzonen<br />

hat und natürlich auch Bereiche, die super<br />

funktionieren.<br />

Anhand der Fragestellungen in der Studie<br />

von Johanna Abram hat jede Musikkapelle<br />

die Möglichkeit für sich zu evaluieren:<br />

Wo haben wir Handlungsbedarf und<br />

wo liegen wir richtig? Ich sehe diese Arbeit<br />

nicht nur als Abschluss einer Diplomarbeit,<br />

sondern vielmehr als Anstoß, die verschieden<br />

Facetten unserer eigenen Kapelle zu<br />

durchleuchten, und zwar nicht nur in Bezug<br />

auf die Jugend. Wie wir im Frühjahr<br />

unsere Gärten neu bestellen, Unkraut entfernen<br />

und neue Pflanzen setzen, so können<br />

wir auch im Verein uns neue Vorsätze<br />

vornehmen und umsetzen.<br />

Manchmal suchen wir Lösungen für Probleme<br />

am falschen Ende. Wenn wir unsere<br />

Bedürfnisse und Ziele genau kennen,<br />

lösen sich Probleme oft fast von selbst.<br />

Wenn man die Reihung der Themen<br />

in der Vorstudie anschaut, wird deutlich,<br />

dass das Thema Gemeinschaft ganz<br />

vorne mit dabei ist. An dieser Stelle fällt<br />

mir eine Überschrift zu den Fachbeiträgen<br />

der Generalversammlung 2011 ein,<br />

sie lautete „ DAS MITEINANDER ZÄHLT“.<br />

Schlussendlich zählen die Gemeinschaft<br />

und das Miteinander, ob beim Musizieren<br />

oder Feiern, gemeinsam macht es<br />

doppelt Spaß.<br />

Meinhard Windisch<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 33


Das Thema<br />

Der Jugend ist die Gemeinschaft<br />

in der Kapelle wichtig<br />

Grundlegende Aspekte bezüglich der Jugendarbeit in den Musikkapellen hat<br />

Johanna Abram erforscht<br />

Mit dieser Fragestellung habe ich mich<br />

in meiner Abschlussarbeit an der Hochschule<br />

Fresenius in München beschäftigt.<br />

Dabei war es mir besonders wichtig, verschiedene<br />

Perspektiven miteinzubeziehen<br />

und so einen guten Einblick in die Einstellung<br />

der Jungmusikanten gegenüber den<br />

Musikkapellen zu erhalten. Um mich dem<br />

Thema zu nähern, habe ich deshalb 16 Interviews<br />

mit Jungmusikanten, Jugendleitern<br />

und Musikanten geführt. Dank ihrer<br />

Unterstützung konnten viele Themen aufgedeckt<br />

werden, die die Jungmusikanten<br />

bewegen, sie antreiben oder auch bremsen.<br />

Die Gemeinschaft in den Kapellen wurde<br />

angesprochen, ebenso wie Anforderungen,<br />

die an die bzw. von den Jungmusikanten<br />

gestellt werden. Zahlreiche Rahmenbedingungen<br />

wurden beschrieben,<br />

aber auch die ganz persönliche Motivation<br />

dargestellt.<br />

„In erster Linie bedeutet Musikkapelle:<br />

Musik machen mit vielen anderen<br />

Menschen zusammen.“ (Zitat aus<br />

den qualitativen Interviews, ID 1142)<br />

Das gemeinsame Hinarbeiten auf ein Ziel stärkt den Zusammenhalt .<br />

Johanna Abram von der Musikkapelle Auer hat sich in ihrer Abschlussarbeit an der<br />

Hochschule Fresenius in München mit der Jugendarbeit in unseren Musikkapellen beschäftigt.<br />

Im Folgenden hat sie die wichtigsten Aussagen und Erkenntnisse daraus zusammengefasst<br />

und den Fokus dabei auf die Ergebnisse der Vorstudie gelegt. Zu den<br />

Handlungsempfehlungen und den Ergebnissen der Online-Umfrage sind auf der VSM-<br />

Homepage noch zwei Informationsblätter abrufbar.<br />

Ein Drittel junge Musikantinnen<br />

und Musikanten<br />

Schaut man sich die Altersverteilung<br />

in den Südtiroler Musikkapellen an, dann<br />

sieht man, welche Bedeutung die Jugend<br />

für die Vereine hat. Die Unter-21-Jährigen<br />

machen heute rund ein Drittel aller Musikanten<br />

aus. Darüber hinaus werden sie<br />

diejenigen sein, die in einigen Jahren die<br />

Musik und Traditionen weitertragen werden.<br />

Deshalb ist es besonders wichtig, die<br />

jungen Musiker für die Kapellen zu gewinnen<br />

und sie dort zu halten. Doch wie kann<br />

das gelingen? Was ist den Jungmusikanten<br />

in den Südtiroler Musikkapellen wichtig?<br />

In den Interviews hat sich gezeigt, dass<br />

die Musikkapelle bereits bei den Jüngsten<br />

einen hohen Stellenwert hat. So ist sie beispielsweise<br />

ein Ausgleich für den stressigen<br />

Schulalltag und die Pflege der Musik<br />

und Tradition ist den Musikanten ein<br />

wichtiges Anliegen. Die Motivation, bei der<br />

Kapelle zu sein und aktiv mitzuwirken, hat<br />

dabei sehr individuelle Gründe. Bei manchen<br />

ist es die Freude am Musizieren und<br />

sich selbst weiterzuentwickeln, bei anderen<br />

ist es der Sinn, den sie im freiwilligen<br />

Engagement sehen. Auch die Möglichkeit,<br />

mit anderen zusammenzuspielen und zusammenzuarbeiten,<br />

wirkt sehr motivierend.<br />

Rahmenbedingungen und<br />

Anforderungen<br />

Es wurden jedoch auch Rahmenbedingungen<br />

genannt, die möglicherweise<br />

negativ auf die Motivation der Jungmusikanten<br />

einwirken. So spielt die Meinung<br />

und das Verhalten der Eltern und des<br />

Freundeskreises eine große Rolle. Auch<br />

die zahlreichen Freizeitangebote, wie z.B.<br />

Sportvereine oder andere musikalische<br />

Gruppen stehen in Konkurrenz zu den<br />

Musikkapellen.<br />

Eine weitere, sehr interessante Thematik<br />

sind die Anforderungen, die von den<br />

Jungmusikanten an die Musikkapelle gestellt<br />

werden. Der Wunsch nach einem<br />

abwechslungsreichen Programm und ei-<br />

34<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Blasmusik<br />

ner musikalischen Förderung und Forderung<br />

wurden laut. Auch der Wunsch nach<br />

gutem Zusammenhalt wurde geäußert.<br />

Von Seiten der Musikkapelle werden jedoch<br />

ebenfalls Anforderungen an die Musikanten<br />

wahrgenommen: Ein bestimmtes<br />

musikalisches Niveau, wie auch diszipliniertes<br />

Proben und Üben sind notwendig.<br />

Der letzte Themenkomplex, der von den<br />

Interviewten am häufi gsten angesprochen<br />

wurde, befasst sich mit der Gemeinschaft<br />

in den Südtiroler Musikkapellen. Die Jungmusikanten<br />

haben die Bedeutung von<br />

Freundschaften, Kollegialität und Bezugspersonen<br />

in der Kapelle betont. Ein guter<br />

Zusammenhalt ist dabei essentiell und<br />

wird durch gemeinsame Ziele gestärkt.<br />

Gegenseitige Unterstützung und Zusammenarbeit<br />

gehen damit einher, so dass<br />

die Jungmusikanten mit ihren Fragen gut<br />

aufgehoben sind. Ein weiterer wichtiger<br />

Punkt ist die gegenseitige Wertschätzung<br />

und der Respekt, mit dem man sich in der<br />

Kapelle begegnet.<br />

Es hat sich dabei gezeigt, dass die Gemeinschaft<br />

ein sehr wichtiger Motivationsgrund<br />

für die Jungmusikanten ist. Gerade<br />

zu Beginn, wenn sich vielleicht musikalische<br />

Erfolge noch in Grenzen halten,<br />

sind es die Kollegen in der Kapelle, die der<br />

Grund sind dranzubleiben. Eine gute Einbindung<br />

in die Gemeinschaft kann darüber<br />

hinaus auch den äußeren Rahmenbedingungen<br />

entgegenwirken. So kann sich z.B.<br />

der Freundeskreis innerhalb der Kapelle<br />

erweitern und die Jungmusikanten können<br />

so am Ende der Probe zu einer Party<br />

nachkommen, anstatt deshalb schwänzen<br />

zu müssen.<br />

Die Gemeinschaft spielt für die<br />

Jungmusikanten eine große Rolle<br />

Was ich aus diesem ersten Einblick in<br />

die Thematik mitgenommen habe, ist ein<br />

Bewusstsein für die hohe Bedeutung der<br />

Gemeinschaft für die (jungen) Musikanten.<br />

Die nächste Phase der Studie könnte einigen<br />

Lesern bereits bekannt sein. Damit<br />

meine ich die Online-Befragung, die vom<br />

31. Mai bis zum 16. <strong>Juni</strong> 2013 durchgeführt<br />

wurde. Beschäftigt hat sie sich mit<br />

dem Organisationsklima in den Südtiroler<br />

Musikkapellen. Genau genommen wurden<br />

in zwei Frageblöcken fünf Aspekte der Gemeinschaft<br />

abgefragt, die sich in der Vorstudie<br />

ergeben haben: die Kontakte innerhalb<br />

der Kapelle, der Zusammenhalt,<br />

Auch beim Marschieren ist die Unterstützung der Jungmusikanten besonders wichtig.<br />

Zur Autorin:<br />

die musikalische und außermusikalische<br />

Zusammenarbeit, die Unterstützung der<br />

Jungmusikanten und gegenseitige/r Wertschätzung/Respekt.<br />

Im ersten Fragenblock konnten die 257<br />

teilnehmenden Jungmusikanten beschreiben,<br />

wie sie das Klima in all seinen Facetten<br />

wahrnehmen und im zweiten Teil ihre<br />

Bewertung dazu abgeben - also zeigen,<br />

wie sie dazu stehen.<br />

Die Ergebnisse fielen dabei durchwegs<br />

positiv aus. Die Zufriedenheit mit<br />

allen fünf Bereichen war bemerkenswert<br />

hoch. Nichtsdestotrotz wurde auch Verbesserungspotential<br />

aufgezeigt, wie z.B.<br />

die Chance, die durch das Zusammenwirken<br />

von Alt und Jung entsteht. Auch<br />

die Wertschätzung lässt sich als Potential<br />

in der Gemeinschaft der Südtiroler Musikkapellen<br />

nennen. Gerade sie spielt für<br />

die jungen Musiker eine große Rolle, damit<br />

sie sich erwünscht und gebraucht fühlen<br />

- eine wichtige Voraussetzung für Motivation<br />

und Freude im Verein.<br />

Abschließend lässt sich sagen, dass<br />

die Jungmusikanten mit dem Klima in ihren<br />

Kapellen zufrieden sind. Es gibt keine<br />

eindeutigen Defi zite, doch schon das Bewusstsein<br />

darüber, dass in der Gemeinschaft<br />

eine bedeutende Stärke der Kapellen<br />

liegt, kann neue Wege aufzeigen.<br />

Johanna Abram<br />

Die junge Aurerin kommt aus einer musikalischen<br />

Familie und ist seit ungefähr zehn Jahren Mitglied<br />

der Musikkapelle Auer. Nach ihrem Besuch der<br />

Oberschule für Werbegrafi k in Brixen hat sie einige<br />

Monate in London gelebt. Studiert hat Johanna Abram<br />

Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Fresenius<br />

in München, wo ihre Begeisterung für<br />

Talentmanagement und Personalentwicklung<br />

geweckt wurde. Die Abschlussarbeit ihres<br />

Studiums beschäftigte sich mit den Jungmusikanten<br />

in Südtiroler Musikkapellen. Nach<br />

ihrem Praktikum in einer Münchner Personalberatung<br />

mit IT-Schwerpunkt absolviert<br />

sie derzeit ein weiteres Praktikum<br />

im Bereich Personalentwicklung<br />

in einem großen Medienunternehmen.<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 35


Aus Verband und Bezirken<br />

Die neue Homepage des VSM ist aktiv<br />

Neues Layout – vereinheitlichte Verwaltung<br />

Wie bereits bei der Jahreshauptversammlung<br />

des VSM angekündigt, ist es nun soweit:<br />

Mit 1. <strong>Juni</strong> ist die alte Homepage des<br />

Verbandes auf das neue Layout umgestellt<br />

worden. Doch nicht nur grafisch wurde unser<br />

Internettauftritt modernisiert und heutigen<br />

Standards angepasst, sondern auch<br />

die Verwaltung wird vereinheitlicht und Doppelgleisigkeiten<br />

werden abgebaut.<br />

Es gibt nun eine strikte Trennung der<br />

Inhalte: Alle Informationen, die für unsere<br />

Funktionäre und Mitgliedskapellen interessant,<br />

aber nicht für Außenstehende bestimmt<br />

sind, werden zukünftig nur mehr im<br />

Mitgliederportal VSM-Office abrufbar sein.<br />

Die Internetseite selber hingegen enthält<br />

keinen geschützten Bereich mehr<br />

und dient nur mehr der Vermittlung von<br />

Informationen an die breite Öffentlichkeit.<br />

Für die Mitgliedskapellen bringt dies den<br />

Vorteil, dass sie nicht mehr zwei Zugänge<br />

benötigen, sondern alle relevanten Daten<br />

über einen Zugang verwaltet und abgerufen<br />

werden können.<br />

Einfacher und<br />

klarer soll es<br />

werden mit<br />

der neuen<br />

Homepage<br />

des VSM.<br />

Detaillierte Informationen haben die Mitgliedskapellen<br />

mit einem eigenen Rundschreiben<br />

erhalten.<br />

„Auftakt“ für das JugendBlasOrchester Wipptal<br />

Ein gelungenes Projekt wird fortgesetzt<br />

Um die Zusammenarbeit zwischen der<br />

Musikschule Sterzing und den Musikkapellen<br />

des Bezirks zu fördern, trafen sich<br />

vergangenes Jahr die Funktionäre des VSM<br />

Bezirk Sterzing mit dem Direktor der Musikschule<br />

Sterzing Heinrich Pramsohler.<br />

Dabei entstand die Idee, ein Jugendblasorchester<br />

aus Musikschülern und Jugendlichen<br />

zusammenzustellen.<br />

Die Idee wurde gleich in die Tat umgesetzt.<br />

In acht Gesamtproben unter der<br />

Leitung von Bezirkskapellmeister Joachim<br />

Bacher und einigen Teilproben, abgehalten<br />

von verschiedenen Lehrern der Musikschule,<br />

konnte das Jugendblasorchester<br />

Wipptal am 6. Dezember 2013 sein erstes<br />

Konzert „AUFTAKT“ geben. Im vollbesetzten<br />

„Haus der Dorfgemeinschaft“ in Wiesen<br />

erklang unter anderem das Eröffnungsstück<br />

„Trumpet Voluntary“. Mit dem Werk<br />

„The Great Lokomotive Case“ schickte<br />

das Orchester die Zuhörer auf eine imaginäre<br />

Zugreise, und das Saxophonregister<br />

Das JugendBlasOrchester Wipptal bei seinem Konzert – „Auftakt“ 2013 in Wiesen.<br />

glänzte mit dem Solostück „Yakety Sax“.<br />

Locker und witzig führten die Musikanten<br />

Natalie Ploner und Laurent Egger durch<br />

das Programm.<br />

Beim gemütlichen Zusammensein<br />

nach dem Konzert war man sich schnell<br />

einig, dieses Projekt fortzuführen. Im<br />

Herbst <strong>2014</strong> startet die 2. Auflage von<br />

jbo Wipptal. Genaue Informationen erteilt<br />

die Musikschule Sterzing. Das Gemeinschaftsprojekt<br />

der Musikschule und<br />

des VSM Bezirk Sterzing wird im Herbst<br />

<strong>2014</strong> fortgesetzt.<br />

Sandro Santinato<br />

36<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Blasmusik<br />

Ein Fenster öffnen…<br />

Ein nicht alltägliches Seminar im Bezirk Bozen<br />

Dies war das erklärte Ziel der Kapellmeisterfortbildung<br />

des Bezirks Bozen im<br />

Verband Südtiroler Musikkapellen in Zusammenarbeit<br />

mit der Deutschen Dirigenten-<br />

Akademie. Dozent war der Gründer und Leiter<br />

der Akademie, Peter Vierneisel, der in<br />

Südtiroler Blasmusikkreisen vor allem bekannt<br />

ist als Leiter des Südtiroler Jugendblasorchesters.<br />

Bereits im vergangenen Herbst war der<br />

Professor für Orchesterdirigieren an der<br />

Universität Potsdam in Südtirol als Seminarleiter<br />

zu Gast. Diesmal war er der Einladung<br />

von Bezirkskapellmeister Arnold<br />

Leimgruber gefolgt, um ein Wochenendseminar<br />

über Werkerarbeitung und Interpretation<br />

zu halten.<br />

An zwei Tagen sollten dabei alle Teilnehmer<br />

lernen, wie Komponisten denken,<br />

Diese Gedankengänge nachzuvollziehen<br />

hilft dann bei der Interpretation<br />

eines Werkes.<br />

Im wunderschönen Probelokal der<br />

Musikkapelle Kastelruth lernten die Kursteilnehmer<br />

„die Fenster zu einer Komposition<br />

zu öffnen“ und somit Einblicke<br />

in die Werke zu bekommen. Schnell war<br />

erkannt, dass das Ausgangsmaterial wie<br />

Noten, Dynamik und alle anderen Angaben<br />

in einer Partitur für alle Kapellmeister<br />

gleich sind. Doch jeder fühlt z.B. ein Andante,<br />

ein Allegro oder die Angabe eines<br />

Gemütszustandes anders, je nachdem<br />

welche Erfahrungen er in seinem Lebensrucksack<br />

mit sich trägt.<br />

Es ist wichtig, das Fenster zu einer Komposition<br />

weit zu öffnen und möglichst viel<br />

darüber zu erfahren. Erst dann kann der<br />

Dirigent nachvollziehen, was der Autor<br />

sich beim Komponieren gedacht haben<br />

könnte. Und erst dann kann ein musikalischer<br />

Leiter „an den richtigen Knöpfen<br />

drehen“, wie es Peter Vierneisel auszudrücken<br />

pflegt und dabei an Parameter<br />

wie Klangfarben, Artikulation, Dynamik,<br />

Tempo, usw. denkt.<br />

Ziel einer Werkerarbeitung ist es also<br />

nicht, dass jeder ein Werk gleich interpretiert.<br />

Wichtig ist lediglich, die Sinnhaftigkeit,<br />

die hinter einer Interpretation<br />

Sie haben ein Fenster geöffnet, die Teilnehmer des Wochenendseminars über<br />

Werkerarbeitung/Interpretation mit Peter Vierneisel (hintere Reihe, 2.v.r.) – ganz links<br />

im Bild Arnold Leimgruber, Bezirkskapellmeister des VSM-Bezirks Bozen.<br />

steckt – sprich: Der musikalische Leiter<br />

muss immer wissen, warum er „an einem<br />

Knopf dreht“. Deshalb gibt es auch nicht<br />

die eine richtige Interpretation.<br />

Am Samstag erarbeiteten die Seminarteilnehmer<br />

vier verschiedene Werke, drei<br />

davon für Jugendkapelle. Was ein Kapellmeister<br />

daraus machen kann, sollte sich<br />

am Sonntag bei der Probe mit den Musikantinnen<br />

und Musikanten der Musikkapelle<br />

Kastelruth erweisen. Diese Lehrprobe<br />

war dann für alle Beteiligten höchst<br />

interessant. Und Bedenken angesichts<br />

der „leichten“ Jugendkapellennoten waren<br />

alsbald ausgeräumt. Peter Vierneisel<br />

und die Seminarteilnehmer arbeiteten –<br />

oder besser – interpretierten derart, dass<br />

auch die Kastelruther Musikanten begeistert<br />

waren. Und sie bewiesen, dass es nicht<br />

auf die Komplexität oder den Schwierigkeitsgrad<br />

eines Werkes ankommt, sondern<br />

darauf, ob und welchen Sinn ein Kapellmeister<br />

hinter einer Komposition findet.<br />

Davon hängt nämlich eine gekonnte Interpretation<br />

ab.<br />

Peter Vierneisel leitete den Kurs in<br />

ebenso fachkompetenter wie menschlich<br />

angenehmer Weise. So gelang es ihm, an<br />

diesem Wochenende nicht nur den Kursteilnehmern,<br />

sondern auch den Kastelruther<br />

Musikantinnen und Musikanten<br />

ein Fenster zu öffnen.<br />

Christof Reiterer<br />

Peter Vierneisel<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 37


Aus Verband und Bezirken<br />

Musik in Bewegung<br />

Kurse und Ausbildungen im VSM-Bezirk Meran<br />

Im Frühjahr <strong>2014</strong> organisierte die Fachgruppe<br />

Stabführer im VSM - Bezirk Meran<br />

unter Bezirksstabführer Andreas Lanthaler<br />

verschiedene Schulungen zum Thema „Musik<br />

in Bewegung“.<br />

Marschprobe für Jungmusikanten<br />

Für Jungmusikanten aus dem Bezirk<br />

Meran wurde am Samstag, 22.März, in Untermais<br />

eine Marschprobe abgehalten. Ziel<br />

war es, den 55 Musikanten, welche erst seit<br />

einem Jahr oder zwei Jahren in den Musikkapellen<br />

tätig sind, Grundkenntnisse<br />

des Marschierens beizubringen. Genauso<br />

galt es, das Interesse und die Begeisterung<br />

am gemeinsamen Marschieren zu wecken.<br />

Auf dem Programm standen daher vor<br />

allem die richtige Haltung, das Marschieren<br />

selbst, sowie das Abfallen und Aufmarschieren.<br />

Am Ende der Probe wurde sogar ein<br />

kleines Show-Element eingelernt, von dem<br />

sich die Jungmusikanten begeistert zeigten.<br />

Workshop für Stabführer mit<br />

Franz Ziegl<br />

Am Samstag, 29.März, fand im Probelokal<br />

der Bürgerkapelle Lana eine Fortbildung<br />

zum Thema „Wie motiviere ich als<br />

Stabführer meine Kapelle?“ mit dem Referenten<br />

Franz Ziegl aus Oberösterreich statt.<br />

Ziegl war über viele Jahrzehnte selbst Stabführer<br />

und erhielt in Anerkennung seines<br />

Engagements für die Musik in Bewegung<br />

zusammen mit dem MV Ungenach zahlreiche<br />

Ehrungen und Auszeichnungen.<br />

Der erste Teil des Workshops vermittelte<br />

den 17 Teilnehmern zahlreiche Ideen und<br />

Anregungen. Mit der praktischen Umsetzung<br />

beschäftigte sich später der zweite<br />

Teil, für den sich die BK Lana als Übungskapelle<br />

zur Verfügung stellte.<br />

Kurs für Assistenten bei<br />

Marschproben<br />

Am Mittwoch, 7.Mai, schließlich fand<br />

in Lana erstmals eine Ausbildung für Assistenten<br />

von Stabführern statt, mit dem<br />

Ziel, die Marschproben mit der eigenen<br />

Kapelle zu erleichtern und effizient zu gestalten.<br />

Assistenten haben die Aufgabe,<br />

den Stabführer bei seiner Probenarbeit zu<br />

unterstützen, indem Abstände, Ausrichtung,<br />

Formation oder korrektes Marschieren<br />

überprüft werden. Als Übungskapelle<br />

für die 14 Teilnehmer stellte sich dabei der<br />

Musikverein Lana zur Verfügung.<br />

Stefan Erb<br />

Musik in Bewegung vermag zu<br />

begeistern – dies zeigte sich bei der<br />

Marschprobe für Jungmusikanten.<br />

Schaut zwar recht theoretisch aus,<br />

war aber durchaus praxisorientiert,<br />

was Franz Ziegl (ganz rechts) über das<br />

Marschieren zu sagen hatte.<br />

Assistenten können die Abhaltung von<br />

Marschproben erleichtern, wie sich bei der<br />

Fortbildungsveranstaltung in Lana zeigte.<br />

In Fünfer-Reihe antreten!<br />

Kurs für Stabführer des VSM-Bezirks Bozen<br />

Für alle „Musik in Bewegung“ - Begeisterten<br />

hat die Fachgruppe Stabführer des<br />

VSM-Bezirks Bozen auch heuer wieder einen<br />

Grundkurs abgehalten.<br />

Den sechs Teilnehmern wurden in einem<br />

insgesamt zwölfstündigen Kurs die Grundbegriffe<br />

und Stabzeichen beigebracht. Der<br />

Kurs gliederte sich in einen theoretischen<br />

und einen praktischen Teil. Der nächste<br />

Schritt der Stabführerausbildung ist der<br />

Aufbaukurs, bei dem die Stabführeranwärter<br />

auch die Möglichkeit bekommen, mit<br />

Übungskapellen zu marschieren.<br />

Die Kurse finden jährlich im Frühjahr<br />

statt und werden frühzeitig vom Stabführer-Team<br />

bekanntgegeben.<br />

Das Stabführer-Team des<br />

VSM-Bezirkes Bozen,<br />

Valentin Domanegg und Christian Mayr<br />

(1. Reihe v.l.) Manfred Tammerle,<br />

Silke Pernstich, Günther Fink; (2. Reihe<br />

v.l.) Valentin Domanegg, Stefan Pircher,<br />

Simon Stampfer, Matthias Wiedenhofer,<br />

Christian Mayr<br />

38<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Blasmusik<br />

Stammtisch der Pusterer Kapellmeister<br />

Informatives Fachsimpeln beim alljährlichen Treffen in Stegen<br />

Fachsimpeln in gemütlicher Runde, Erfahrungen<br />

austauschen und Themen diskutieren,<br />

die oft bei offiziellen Versammlungen<br />

aus zeitlichen Gründen untergehen, das ist<br />

die Idee des jährlichen Kapellmeisterstammtisches.<br />

So trafen sich Bezirkskapellmeister<br />

Andreas Pramstraller und sein Stellvertreter<br />

Georg Kirchler kürzlich im Probelokal<br />

der Musikkapelle Stegen mit 16 Pusterer<br />

Kapellmeisterkolleginnen und -kollegen.<br />

Dabei warf Kirchler die Frage auf, welche<br />

Fachbücher über das Dirigieren gelesen<br />

werden, und er stellte eine Liste wichtiger<br />

und hilfreicher Fachliteratur vor. Pramstraller<br />

präsentierte den im November im Pustertal<br />

geplanten Workshop mit dem holländischen<br />

Dirigenten Maurice Hamers. Weil<br />

im Jahr 2016 im Bezirk Bruneck wiederum<br />

Konzertwertungsspiele organisiert werden,<br />

war auch das Wertungsspiel eines der viel<br />

diskutierten Themen an diesem rund zweistündigen<br />

Treffen. „Durch die Teilnahme<br />

an Wertungsspielen und besonders durch<br />

Kapellmeister diskutieren beim Stammtisch mit Bezirkskapellmeister Andreas<br />

Pramstraller und seinem Stellvertreter Georg Kirchler (Bildmitte v.r.).<br />

die aufwändige Vorbereitungsarbeit bis dahin<br />

entwickeln sich die Kapellen musikalisch<br />

weiter“, hob Pramstraller die Wichtigkeit<br />

eines Wertungsspiels hervor und lud<br />

die Kapellmeister schon jetzt ein, sich diesen<br />

Termin vorzumerken. Abschließend erläuterte<br />

er noch kurz die neue Kapellmeisterausbildung<br />

des Verbandes Südtiroler<br />

Musikkapellen (VSM), die ab kommendem<br />

Herbst in den Musikschulen angeboten<br />

wird. Auch Wünsche bezüglich Fortbildungen<br />

für aktive Kapellmeister wurden<br />

beim Treffen deponiert.<br />

Stephan Niederegger<br />

verband<br />

südtiroler<br />

musikkapellen<br />

Programmvorschau<br />

Dreimonatskalender<br />

Datum Veranstalter Veranstaltung Ort Haus Beginn<br />

Sa-Sa, 05.-12. Juli <strong>2014</strong> VSM Jungbläserwoche B (Bronze Fortgeschrittene) Brixen Vinzentinum 09.00<br />

Do-So, 10.-20. Juli <strong>2014</strong> VSM Orchesterwoche des SJBO Schlanders Gamperheim 09.00<br />

JULI<br />

Sa-Sa, 12.-19. Juli <strong>2014</strong> VSM Jungbläserwoche C (Silber) Dietenheim Landwirtschaftsschule 09.00<br />

Sa-Sa, 19.-26. Juli <strong>2014</strong> VSM Jungbläserwoche A (Bronzeprüfung) Brixen Vinzentinum 09.00<br />

Sa-Sa, 19.-26. Juli <strong>2014</strong> VSM Jungbläserwoche A (Bronzeprüfung) Nals Lichtenburg 09.00<br />

Mo-Sa, 21.-26. Juli <strong>2014</strong> Bezirk Bruneck Bezirks-Jungbläsertage Bruneck Mittelschule Karl Meusburger 09.00<br />

So, 03. August <strong>2014</strong> Bezirk Schlanders Bezirksmusikfest Latsch Sport- und Festplatz 09.00<br />

AUGUST<br />

Di-Sa, 05.-09. August <strong>2014</strong> Bezirk Meran Bezirks-Jungbläsertage Nals Lichtenburg 09.00<br />

Mo-Sa, 18.-23. August <strong>2014</strong> Bezirk Schlanders Bezirks-Jungbläsertage Burgeis Fürstenburg 09.00<br />

Mo-Sa, 25.-30. August <strong>2014</strong> Bezirk Sterzing Bezirks-Jungbläsertage Telfes Kulturhaus 09.00<br />

Di-Sa, 26.-30. August <strong>2014</strong> Bezirk Brixen Bezirks-Jungbläsertage Natz Fürstenhof 09.00<br />

SEP.<br />

Mo, 8. September <strong>2014</strong> VSM Stabführer – Abschlusskurs 1.Teil Stegen Mehrzwecksaal 19.30<br />

So, 14. September <strong>2014</strong> Bezirk Bruneck Jugendkapellentreffen St.Lorenzen Musikpavillon 10.00<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 39


Kritisch Hingehört<br />

Die „Pfeffersberger“ unter<br />

neuer Stabführung<br />

Frühjahrskonzert der Musikkapelle Peter Mayr Pfeffersberg<br />

Der 16-jährige Euphonium-Solist Tobias Reifer begeistert beim Frühjahrskonzert der Musikkapelle Peter Mayr Pfeffersberg – nicht<br />

umsonst wird er „der Südtiroler Steven Mead“ genannt.<br />

Nach der jahrzehntelangen Stabführung<br />

von Andreas Reifer und der sechsjährigen<br />

Zusammenarbeit mit Josef Feichter hat die<br />

Musikkapelle Peter Mayr Pfeffersberg mit Edi<br />

Gamper am Dirigentenpult heuer ein neues<br />

musikalisches Kapitel aufgeschlagen. Das<br />

Publikum beim traditionellen Frühjahrskonzert<br />

im vollbesetzten Forum in Brixen war<br />

dementsprechend neugierig und voller Erwartungen.<br />

Das Wagnersche Vorspiel zu den „Meistersingern<br />

von Nürnberg“ als Konzertauftakt<br />

ist allemal ein Wagnis. Selbstbewusst<br />

und mit dem nötigen Respekt gestaltet<br />

Gamper diese großartige Musik mit einem<br />

wuchtigen Klangteppich, strahlenden Blechbläsern<br />

und einem homogenen Holzregister.<br />

Die langen Phrasierungsbögen verlieren<br />

streckenweise an Spannung, im Finale<br />

findet die Kapelle aber wieder zum nötigen<br />

Wagner-Klang. Dass die „Pfeffersberger“<br />

zu den besten Kapellen des Landes zählen<br />

und eines der blasmusikalischen Aushängeschilder<br />

Südtirols sind, beweisen sie<br />

einmal mehr in der viersätzigen Symphonie<br />

„Save the Sea“. Darin beschreibt Frigyes<br />

Hidas in herrlichen Klangbildern und mit<br />

faszinierenden Klangeffekten den Weg des<br />

Wassers vom romantischen Gebirgsbächlein<br />

bis zum gigantischen Ozean.<br />

Seit der Öffnung des Eisernen Vorhangs<br />

ist Hidas in Blasmusikkreisen längst kein<br />

Unbekannter mehr und wird verdienter<br />

Weise in einem Atemzug mit Alfred Reed<br />

oder Philip Sparke genannt. Nach so viel<br />

geballter und gewaltiger Blasmusik scheint<br />

der Höhepunkt des Abends bereits erreicht.<br />

Aber weit gefehlt, denn der erst 16-jährige<br />

Euphonium-Solist Tobias Reifer begeistert<br />

in James Curnows „Symphonic Variants“<br />

mit getragenen Kantilenen, technischer<br />

Raffinesse, großem Tonumfang und rhythmischer<br />

Sicherheit. Er übernimmt wie selbstverständlich<br />

die tänzerischen Themen der<br />

teils kammermusikalisch besetzten Kapelle,<br />

kokettiert im Zwiegespräch mit der Oboe<br />

und der Piccoloflöte und beeindruckt in<br />

den Solokadenzen.<br />

Die schwungvolle Ouvertüre „Resplendent<br />

Glory“ von Rossano Galante leitet<br />

den zweiten Konzertteil ein. Stephen Bullas<br />

Rhapsodie „Firestorm“ bietet der Kapelle<br />

die Plattform, auf der sich die Register<br />

einzeln und als gemeinsamer Klangkörper<br />

präsentieren können. Nach dem fesselnden<br />

Wettbewerbs-Marsch „Centaur“ von Derek<br />

Broadbent schwelgt die Kapelle zum Abschluss<br />

mit guter Laune und großer Spielfreude<br />

in Swing-, Samba- und Rockrhythmen<br />

und serviert dem Zuhörer „Gelato con<br />

Caffè“ (Toshio Mashima). Der bekannte<br />

Konzertmarsch „Sons of the Brave“ (Thomas<br />

Bidgood), der Mambo aus Bernsteins<br />

„West Side Story“ und die tänzerisch-verspielte<br />

„Serenade“ von Derek Bourgeois<br />

sind die drei Zugaben, mit denen sich die<br />

Musikkapelle vor dem begeisterten Publikum<br />

verneigt. Damit ist das erste Kapitel<br />

in der neuen musikalischen Ära der „Pfeffersberger“<br />

geschrieben und man darf sich<br />

auf viele weitere freuen!<br />

Stephan Niederegger<br />

40<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Blasmusik<br />

Große Bandbreite<br />

symphonischer Blasmusik<br />

Frühjahrskonzert der Bürgerkapelle Brixen<br />

Beim Frühjahrskonzert der BK Brixen - (v.l.) Vizeobmann Konrad Gasser, Obmann Martin Rastner, Brigitte Eichbichler, Georg<br />

Eichbichler, Hermann Prosch, VSM-Bezirksobmann Pepi Ploner, Kapellmeister Hans Pircher<br />

Schon das Eröffnungsstück der Bürgerkapelle<br />

Brixen „Transcendent Journey“ von<br />

Rossano Gallante mit seinen stark rhythmisierten<br />

Motiven, den zahlreichen Klangfarbenwechseln<br />

und impressionistisch anmutenden<br />

Einwürfen ließ die Zuhörer ein<br />

Wechselbad der Stimmungen erleben.<br />

Es zeigte sich, dass hier ein überaus<br />

homogener, stilsicherer und musikalisch<br />

sensibler Klangkörper die ganze Bandbreite<br />

von symphonischer Blasmusik bis<br />

hin zu traditioneller Marschmusik auszuloten<br />

imstande ist. Dies galt ganz besonders<br />

auch für das dreisätzige Werk „Concerto<br />

for Percussion“ von Derek Bourgeois. Für<br />

das Schlagzeugregister ist das Trio Matthias<br />

Unterhofer, Fabian Huber und Tobias<br />

Gasser ein besonderer Glücksfall und Garantie<br />

für überaus virtuose Darbietungen.<br />

In Bourgeois' Werk agieren Marimba, Xylophon<br />

und kleine Trommeln als ebenbürtige<br />

Partner des Orchesters und erzählen<br />

mit ihren suggestiven Klängen in freier<br />

Tonalität Geschichten, die bald leichtfüßig<br />

daherkommen wie Figuren von Walt<br />

Disney, bald an Monumentalfilme aus Hollywood<br />

erinnern.<br />

Wie der folgende Marsch der Textilarbeiter<br />

zu seinem Namen kam, lässt sich<br />

aufgrund seiner traditionellen Kompositionsweise<br />

kaum erahnen. Jedenfalls enthält<br />

der „Textilaku“ Marsch des tschechischen<br />

Komponisten Karol Pádivý alles, was<br />

einen gelungenen Konzertmarsch ausmacht.<br />

In der Interpretation der Bürgerkapelle<br />

wirken die rhythmisch markanten<br />

Stellen ebenso authentisch wie die kantablen<br />

Zwischenspiele. Dafür ist wohl Hans<br />

Pirchers Dirigat verantwortlich, das wenig<br />

auf oberflächliche Effekte, aber umso mehr<br />

auf Intensität und Konzentration setzt. Das<br />

Stück „Orient und Occident“ des spätromantischen<br />

französischen Komponisten<br />

Saint Saens gehört zu Recht zum Repertoire<br />

der Kapelle, hält es doch für alle Register<br />

interessante Gestaltungsmöglichkeiten<br />

bereit, wobei Klarinetten und Schlagzeug,<br />

zwischen Dur- und Moll changierend, orientalische<br />

Klänge imitieren und den Blechbläsern<br />

ein imposantes Finale mit fugiertem<br />

Einsatz und hochkomplexer harmonischer<br />

Steigerung vorbehalten bleibt.<br />

Mit der „Colas Breugnon Ouvertüre“<br />

von Dimitri Kabalevsky wagt die Bürgerkapelle<br />

einen Abstecher in das Musiktheater.<br />

Die Wahl fiel auf die einzige Oper<br />

des russischen Komponisten Kabalevsky,<br />

in welcher ein trinkfester, vor Lebenslust<br />

strotzender Schreinermeister aus dem Burgund<br />

zu Beginn des 17. Jahrhunderts zum<br />

Leben erweckt wird. Seine Abenteuerlust<br />

spiegelt sich in prägnanten aufsteigenden<br />

Motiven wider, welche in zahlreichen Variationen<br />

durch alle Register wandern.<br />

Stefan Marinoff („Das Abzeichen“) und<br />

Christoph Glantschnig („Lapis Albus“) haben<br />

Originalkompositionen im Stil traditioneller<br />

Marschmusik geschaffen, während<br />

Alfred R. Stevenson in seinem 2012 entstandenen<br />

Auftragswerk für den Kärntner<br />

Blasmusikverband Fragments bekannte<br />

Marschthemen in ihre Einzelteile zerlegt,<br />

die anschließend fantasiereich zusammengefügt<br />

werden.<br />

Diese beiden Kompositionen wird die<br />

Bürgerkapelle Brixen im September als Vertreter<br />

des Verbandes Südtiroler Musikkapellen<br />

beim Österreichischen Blasmusikwettbewerb<br />

als Pflichtstücke zu Gehör bringen.<br />

Nachwuchssorgen kennt die Bürgerkapelle<br />

Brixen nicht, in diesem Jahr wurden sechs<br />

junge Musiker neu aufgenommen in den<br />

Registern Klarinette, Horn, Tuba, Flöte und<br />

Schlagzeug. Zugleich wurde dem Klarinettisten<br />

Hermann Prosch durch Bezirksobmann<br />

Pepi Ploner die Urkunde für 60-jährige<br />

Vereinstreue verliehen, während Georg<br />

Eichbichler für seine über 40-jährige Mitgliedschaft<br />

als Hornist, vor allem aber für<br />

seine verdienstvolle Tätigkeit im Ausschuss,<br />

die Ehrenmitgliedschaft mit goldenem Ehrenring<br />

verliehen wurde.<br />

Barbara Fuchs<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 41


Kritisch hingehört<br />

Technische Viruosität<br />

und klangliche Farbmuster<br />

Osterkonzert der Musikkapelle Villnöß<br />

Mit Hans Pircher am Dirigentenpult hat die Musikkapelle Villnöß am Ostersonntag ein neues Kapitel in ihrer erfolgreichen<br />

Vereinsgeschichte aufgeschlagen (im Bild oben rechts: Der ehemalige Kapellmeister Toni Profanter an der Kontrabassklarinette).<br />

Dass Toni Profanter nach 30 Jahren den<br />

Taktstock der Musikkapelle Villnöß niedergelegt<br />

hat, ist hinreichend bekannt<br />

- dass Hans Pircher, seines Zeichens<br />

seit drei Jahren Kapellmeister der Bürgerkapelle<br />

Brixen, auch die Leitung der<br />

Villnösser übernommen hat, ebenso.<br />

Dementsprechend neugierig und erwartungsvoll<br />

war das „Premierenpublikum“<br />

beim heurigen Osterkonzert, dem<br />

ersten Auftritt der Kapelle unter der neuen<br />

Führung. Es ist sicherlich kein Leichtes,<br />

in Profanters Fußstapfen zu treten.<br />

Pircher ist es hörbar gelungen, die Kapelle<br />

darin zu begleiten und in dieser kurzen<br />

Zeit auch eigene Spuren zu hinterlassen.<br />

Musik auf hohem Niveau<br />

Die festlichen Bläserklänge der „Prozession<br />

der Adeligen“ von Nicolai Rimsky<br />

Korsakov haben den sinfonischen Blasmusikabend<br />

eröffnet und gleich zu Beginn<br />

die musikalische Handschrift des neuen<br />

Mannes am Dirigentenpult erkennen las-<br />

sen: Auf einem breiten Harmonieteppich<br />

lässt er den Melodien und Themen breiten<br />

Raum, um sich entfalten zu können.<br />

Eine ausgewogene Klangbalance, hervorragende<br />

Solisten, die sich ohne Starallüren<br />

ihrer orchestralen Aufgabe unterordnen,<br />

und Musik auf höchstem Niveau<br />

wurden dem Zuhörer präsentiert. Für das<br />

dreisätzige „Fagottkonzert“ von Frigyes<br />

Hidas wird die Kapelle auf ein kleines Kammermusikensemble<br />

dezimiert, damit die<br />

Solistin Birgit Profanter alle klanglichen<br />

und technischen Möglichkeiten ihres Fagotts<br />

– das sie liebevoll „Albert“ nennt –<br />

ausloten und mit ihrem anmutigen Spiel<br />

begeistern kann. Das Werk ist sehr farbig<br />

instrumentiert und eröffnet mit der<br />

Hinzunahme von Harfe, Celesta (Keyboard)<br />

und mehrerer Percussionsintrumente<br />

neue Klangwelten. Der typische<br />

Sousa-Marsch „Hands Across the Sea“<br />

in rasantem Tempo leitet zu einem weiteren<br />

Höhepunkt des Abends hin. In der<br />

„Danza Sinfonica op. 117“ variiert James<br />

Barnes spanische Tanzmusik und fordert<br />

alle Register der Kapelle. Mit technischer<br />

Virtuosität und klanglichen Farbmustern<br />

beschreiten die Villnösser damit auch<br />

neue Wege und fordern den Zuhörer einmal<br />

mehr. Der Schweizer Armeemarsch<br />

„Bellinzona“ von Gian Battista Mantegazzi,<br />

ein Juwel der Europäischen Marschmusik,<br />

dient daher der wohltuenden Entspannung,<br />

bevor Gustav Holst's „Jupiter“ aus seiner<br />

Planeten-Suite nochmals mit seinen monumentalen<br />

Klangeffekten und Klangfarben<br />

beeindruckt. Die einfache, würdevolle<br />

und elegante Melodie der „Pavane pur une<br />

infante défunte“ von Maurice Ravel in einer<br />

hervorragenden Blasorchesterbearbeitung<br />

von Johan de Meij und die mystischquirlige<br />

„Arabesque“ von Samuel R. Hazo<br />

setzen den Schlusspunkt auf einen grandiosen<br />

Blasmusikabend. Derek Bourgeois<br />

virtuoses „Cossack Capers op. 327“ und<br />

der Traditionsmarsch „In Treue fest“ von<br />

Carl Teike sind die Draufgabe. Das Konzert<br />

wurde von RAI Südtirol aufgezeichnet<br />

und am 9. und 16. Mai ausgestrahlt.<br />

Stephan Niederegger<br />

42<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Blasmusik<br />

Mit „Fanfare and Flourishes“ eröffnet<br />

die Bürgerkapelle unter der neuen musikalischen<br />

Leitung von Patrick Gruber das heurige<br />

Josefikonzert.<br />

Trotz leichter Intonationstrübungen im<br />

engmensurierten Blech überzeugt die Kapelle<br />

mit sehr schönem Blechklang, ohne<br />

das Holz zu überdecken. In der „Folk Song<br />

Suite“ werden englische Volkslieder gekonnt<br />

zu Unterhaltungsmusik auf höchstem Niveau<br />

verarbeitet. Der Vortrag ist sehr sauber und<br />

intoniert. Positiv hervorzuheben sind die Soloeinlagen<br />

der Oboe und Trompete im zweiten<br />

und dritten Satz. Den Ausführenden gelingt<br />

es nicht ganz, die Lockerheit und Spielfreude<br />

dieser englischen Musik dem Publikum zu<br />

vermitteln. In der Komposition „Of Castles<br />

and Legends“ führt Gruber die Kapelle mit<br />

sicherem Dirigat durch das Werk. Im „Lento“<br />

überzeugt das Holz mit wunderschönem<br />

Klang und Fülle. Obwohl der Schlussteil etwas<br />

an Spannung verliert, ist es insgesamt<br />

eine sehr gut gelungene, effektvolle Darbietung.<br />

Im Werk „Embuscade“ wird das tiefe<br />

Mysterium einer Musik, die ein spannendes<br />

Abenteuer beschreibt, durch verschiedene<br />

Kontraste und Klangfarben wiedergegeben.<br />

Nach dem sehr klangvoll und stilgerecht dargebotenen<br />

Konzertmarsch „Artemis“ interpretieren<br />

die „Michealer“ die sehr effekt-<br />

Josefikonzert der Bürgerkapelle<br />

St. Michael Eppan<br />

Gelungener Einstand des neuen Kapellmeisters Patrick Gruber<br />

Das diesjährige Josefikonzert der Bürgerkapelle St. Michael Eppan stand erstmals<br />

unter der musikalischen Leitung von Kapellmeister Patrick Gruber<br />

volle Ouverture „Images of a City“. Dabei<br />

fällt wiederum die souveräne Leitung des<br />

Dirigenten auf, der die Bürgerkapelle mit<br />

präzisen Gesten durch die zahlreichen Taktwechsel<br />

führt. Die Ausgeglichenheit und das<br />

feinfühlige Musizieren in allen Registern, die<br />

Solos in Oboe und Altsaxophon und die Einsätze<br />

des Hornregisters verdienen besonderes<br />

Lob. Sehr gut gelungen sind auch die<br />

Klangbilder der Komposition „October“, die<br />

von Beginn an spannend und mit sehr vielen<br />

Farben und Phrasierungen vorgetragen<br />

werden. Mit „Birdland“ endet das offizielle<br />

Programm des Josefikonzertes mit gebührendem<br />

Applaus des Publikums.<br />

Ein gelungenes Josefikonzert <strong>2014</strong>, das<br />

eine gute Zukunft der Bürgerkapelle St. Michael<br />

Eppan mit ihrem neuen musikalischen<br />

Leiter voraussehen lässt.<br />

Arnold Leimgruber<br />

Ein Frühjahrskonzert, das betroffen machte.<br />

Die Musikkapelle Naturns hatte tief beeindruckt<br />

und Fragen aufgeworfen: War das Programm<br />

nun Zufall oder bewusste Aktualität?<br />

Hatte der Dirigent in der Stückwahl nur sein<br />

Orchester – Musikkapelle klingt schon banal<br />

– im Kopf oder sind Kriege und Katastrophen,<br />

aber auch Sieg und Rhythmus Bezüge<br />

zu jüngsten Ereignissen?<br />

Der Kenner ließ bewundernd die Klänge<br />

nachhallen, der Laie hatte noch die schwungvolle<br />

"Nachspielzeit" im Ohr. Beide Zuhörerkategorien<br />

mussten sich fragen: Wie viel<br />

Können und Zeit sind aufzuwenden, oder<br />

wie viel Freude an der Musik müssen 66<br />

Mitwirkende aufbringen, um eine derartige<br />

Leistung zu vollbringen? Über jeder Frage<br />

stand die runde und geschlossene Aufführung.<br />

Das waren nicht mehr Musikanten<br />

unter einem Taktstock, das waren 66 Individualisten,<br />

die ein Blasorchester bildeten,<br />

die sich eingelassen hatten, Heroisches und<br />

in Worten Unsägliches in Klang und Melodie<br />

wiederzugeben. Kapellmeister Dietmar<br />

Rainer hat seinem "Klangkörper“ mit<br />

Beethovens „Egmont“ Heroisches zugetraut,<br />

Über sich hinausgewachsen<br />

42. Frühjahrskonzert der Musikkapelle Naturns<br />

mit Alexander Comitas' „Elegy for Tohoku“<br />

Endzeitstimmung erzeugt und in Jan de<br />

Haans „Banja Luka“ Unvorstellbares aufgegriffen.<br />

Jan van der Roost's „Balkanya“<br />

war Überwindung durch Tanz und Rhythmuswechsel.<br />

Beschwörende Trauer klang<br />

aus Frank Tichelis „An American Elegy“, um<br />

kontrastreich-keck in Frigyes Hidas' „Symphonic<br />

Movement“ auszuklingen.<br />

Günther Schöpf<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 43


Zur Person<br />

„Geradlinig mit klaren Vorstellungen“<br />

Anton „Toni“ Erlacher, Obmann der Musikkapelle St. Lorenzen<br />

Toni Erlacher, Obmann der MK St.<br />

Lorenzen, möchte Tradition und<br />

Bewährtes erhalten wissen, aber auch<br />

Neuem gegenüber aufgeschlossen sein.<br />

<strong>KulturFenster</strong>: Haben Sie in Ihrer Familie<br />

musikalische Wurzeln?<br />

Anton Erlacher: Keine<br />

KF: Wer ist Ihr Vorbild?<br />

A. Erlacher: Dr. Silvius Magnago<br />

KF: Welche Charakterzüge schätzen Sie bei<br />

Ihren Mitmenschen am meisten?<br />

A. Erlacher: Verlässlichkeit und da sein,<br />

wenn sie gebraucht werden.<br />

KF: Ihr Lieblingsschriftsteller?<br />

A. Erlacher: Bischof Reinhold Stecher<br />

KF: Ihr Lieblingsmaler?<br />

A. Erlacher: Rembrandt<br />

KF: Ihr/e Lieblingskomponist/en?<br />

A. Erlacher: Johann Strauß (Sohn) und<br />

Gioacchino Rossini<br />

Zur Person:<br />

Anton Erlacher wurde 1952 in St. Lorenzen<br />

geboren. Nach dem Abschluss der<br />

Pflichtschule hat er den Beruf des technischen<br />

Zeichners erlernt. Seit dem Jahr<br />

2008 ist er in Pension. Im Jahr 1968 ist<br />

Anton Erlacher als Klarinettist in die Musikkapelle<br />

St. Lorenzen eingetreten und<br />

hat im Vorstand als Schriftführer und Obmann-Stellvertreter<br />

mitgearbeitet. Er hat<br />

den Verein auch zehn Jahre (1985-1994)<br />

lang als Obmann geführt und dieses Amt<br />

bei der letzten Wahl des Ausschusses<br />

im Februar 2013 erneut übernommen.<br />

Im VSM-Bezirk Bruneck war er zudem<br />

neun Jahre lang als Gebietsvertreter tätig.<br />

KF: Sollte ein Obmann einer Kapelle immer<br />

auch ein aktiver Musiker sein oder<br />

könnten Sie sich vorstellen, dass auch<br />

ein (musikalisch) inaktives Mitglied einen<br />

Verein führt?<br />

A. Erlacher: Ein Obmann muss immer zur<br />

Stelle sein und deshalb sollte er auch ein<br />

aktiver Musikant sein, damit er die Probleme<br />

im Verein sofort erkennen kann und<br />

immer ansprechbar ist.<br />

KF: Über welche Eigenschaften sollte ein<br />

Vereinsobmann verfügen?<br />

A. Erlacher: Er sollte über Organisationstalent<br />

verfügen, ausgleichend wirken, kameradschaftlich<br />

sein. Außerdem sollte er<br />

ein guter Redner sein.<br />

KF: Wie würden Sie als Obmann Ihren Führungsstil<br />

bezeichnen?<br />

A. Erlacher: Geradlinig mit klaren Vorstellungen<br />

KF: Was war als Vereinsvorstand Ihr positivstes<br />

Erlebnis?<br />

A. Erlacher: Die Anschaffung der neuen<br />

historischen Tracht und die damit verbundene<br />

Segnung im Jahr 1996.<br />

KF: Aus welchem Fehler haben Sie am meisten<br />

gelernt?<br />

A. Erlacher: Man kann es nicht jedem recht<br />

machen und deshalb muss man manchmal<br />

Entscheidungen auch alleine treffen. Zudem<br />

sollte man hinterher nicht alles hinterfragen.<br />

KF: Was war Ihr größter Erfolg als Obmann<br />

bzw. als Vorstandsmitglied?<br />

A. Erlacher: Der bescheidene Dank von Mitmenschen<br />

für die gute Führung der Kapelle<br />

als Obmann<br />

KF: An welche internationale Aktivität erinnern<br />

Sie sich gerne zurück?<br />

A. Erlacher: An die Blasmusiktage in Wien<br />

KF: Was war Ihr bislang einschneidendstes<br />

Blasmusikerlebnis?<br />

A. Erlacher: Gelungene Wertungsspiele nach<br />

harter Probenarbeit und die musikalische<br />

Gestaltung beim Begräbnis unseres Stabführers<br />

Fabian Frenner und seines Onkels<br />

Alex Frenner im Jahr 2010.<br />

KF: Ihre Hoffnungen und Wünsche für die<br />

Zukunft der Blasmusikszene?<br />

A. Erlacher: Tradition und Bewährtes unbedingt<br />

erhalten, aber auch neuen Ideen<br />

und neuen Kompositionen gegenüber aufgeschlossen<br />

sein.<br />

Interview: Joachim Buch<br />

<strong>KulturFenster</strong><br />

Blasmusik, Chorwesen und Heimatpflege in Südtirol<br />

Redaktion <strong>KulturFenster</strong><br />

Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe des <strong>KulturFenster</strong>s ist<br />

Dienstag, 15. Juli <strong>2014</strong>. Bitte Termin genau beachten!<br />

44<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Nachruf<br />

Blasmusik<br />

Im Gedenken an Toni Kiem<br />

Eine große Trauergemeinde hat Toni Kiem, Leiter in Gratsch, am 20. Mai<br />

in seinem Heimatdorf auf seinem letzten Gang begleitet.<br />

Toni Kiem 1930-<strong>2014</strong><br />

Mit ihm hat uns ein Mensch verlassen,<br />

der sich Zeit seines Lebens auch für öffentliche<br />

Belange und das Gemeinwohl verwendet<br />

und dabei stets auf den Ausgleich zwischen<br />

verschiedenen Positionen gesetzt<br />

hat, der seiner Meinung mit Überzeugung,<br />

jedoch mit feinen Formulierungen, die die<br />

leisen Zwischentöne bevorzugten, zum Ausdruck<br />

brachte.<br />

1946 trat Toni Kiem der Musikkapelle<br />

Gratsch als Posaunist/Tenorhornbläser<br />

bei. Sein bald aufkommendes Interesse<br />

für das politische Geschehen im Lande<br />

drängte seine musikalische Tätigkeit etwas<br />

in den Hintergrund. Später brachte<br />

er sich als Stabführer ein.<br />

1980 wurde er auf Vorschlag vom VSM-<br />

Bezirk Meran zum Obmann-Stellvertreter<br />

des Verbandes Südtiroler Musikkapellen<br />

gewählt, ein Amt, das er zwölf Jahre lang<br />

bis 1992 mit Begeisterung und großem<br />

persönlichen Einsatz ausübte.<br />

In seine Amtszeit als Bezirksobmann<br />

der Südtiroler Volkspartei fiel die historische<br />

Entscheidung über die Annahme<br />

des Südtirol-Paketes und als überzeugter<br />

Paket-Befürworter an der Seite von<br />

Silvius Magnago war er einer dessen engagiertesten<br />

Weggefährten.<br />

Von 1973 bis 1978 und dann noch<br />

einmal einige Monate im Jahre 1988 (an<br />

Stelle der verstorbenen Waltraud Gebert<br />

Deeg) war er Landtagsabgeordneter für<br />

die Südtiroler Volkspartei.<br />

Im Genossenschaftswesen stellte er<br />

seine Kenntnisse und Fähigkeiten der<br />

Raiffeisenkasse Algund, dem Raiffeisenverband<br />

und der Raiffeisen-Landesbank<br />

zur Verfügung. Seinen besonderen<br />

Einsatz widmete er dem Beratungsring<br />

für Obst- und Weinbau, als dessen Obmann<br />

von 1976 bis 1996 er entscheidende<br />

Impulse für den Aufbau einer<br />

effi zienten und fachlich kompetenten<br />

Anlaufstelle für Südtirols Obst- und<br />

Weinbauern setzte. Zudem war er Mitbegründer<br />

und erster Obmann der Arbeitsgruppe<br />

für den Integrierten Obstanbau<br />

in Südtirol – AGRIOS.<br />

Toni Kiem ist im 84. Lebensjahr an einer<br />

schweren, erst vor wenigen Monaten<br />

aufgetretenen Krankheit gestorben.<br />

Was bleibt, ist die Erinnerung an ein erfülltes<br />

Leben eines aufrechten, der Heimat<br />

und der Gesellschaft verpfl ichteten<br />

Menschen. Seiner Frau und seinen Kindern<br />

gilt die aufrichtige Anteilnahme.<br />

Klaus Bragagna<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 45


Komponisten im Porträt<br />

Mit Blasmusik durch die EU<br />

Komponisten aus den EU-Ländern – 9. Teil<br />

In die ehemaligen Ostblockländer Ungarn und Bulgarien begleitet uns Joachim Buch diesmal auf der 9. Etappe<br />

seiner blasmusikalischen Europareise, bei der er namhafte Komponisten aus allen EU- Ländern vorstellt.<br />

(17) Bulgarien – Diko Iliev<br />

Land<br />

Fläche<br />

Bulgarien<br />

110.994 km²<br />

Einwohner 7.364.000<br />

Hauptstadt<br />

Sofia<br />

Vor allem Tänze spielen in den Kompositionen<br />

von Diko Iliev eine Hauptrolle.<br />

Diko Iliev, dessen Kompositionen vor allem<br />

auf bulgarischer Volksmusik beruhen, gilt<br />

als einzigartige Erscheinung in der bulgarischen<br />

Musikkultur. Der 1898 in Karlukovo<br />

nahe der Hauptstadt Sofia geborene Komponist<br />

schrieb mit 19 Jahren seine erste,<br />

und bis heute eine seiner berühmtesten<br />

Kompositionen: den „Iskarsko Horo“. Dieses<br />

Werk, benannt nach dem durch Karlukovo<br />

fließenden Iskur, war der erste traditionelle<br />

Tanz für Blasorchester.<br />

Schon 1911 trat Iliev dem Musikkorps<br />

des 16. Lovech Infanterie-Regiments in<br />

Botevgrad bei. Nach dem Ersten Weltkrieg<br />

war er als 1. Posaunist Mitglied des Orchesters<br />

der Militärschule Sofia, zumeist<br />

bestehend aus den Bläsern des Sofioter<br />

Opernorchesters. Bis in die dreißiger<br />

Jahre trat er als freiberuflicher Musiker<br />

bei Hochzeiten und anderen Veranstaltungen<br />

auf, bevor er sich 1931 mit dem<br />

Eintritt in das Musikkorps des 36. Kozloduy<br />

Infanterie-Regiments wieder der Militärmusik<br />

zuwandte. In Zusammenarbeit mit<br />

dem ungarischen Komponisten Leo Weiner<br />

entstanden in dieser Zeit viele seiner<br />

Tänze und seine etwa 20 Märsche. Von<br />

1948 bis zu seiner Pensionierung stand<br />

er diesem Orchester als Dirigent vor. Daneben<br />

gründete und leitete er verschiedene<br />

zivile Blasorchester, u.a. das Orchester<br />

des Hauses der Kultur in Oriahovo.<br />

Die Zeit dort kann als die kreativste Epoche<br />

seines Schaffens angesehen werden.<br />

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete<br />

Iliev in Oriahovo den Verband der bulgarischen<br />

Berufsmusiker und war lange Zeit<br />

Vorsitzender der Regionalgruppe Nord-<br />

West. Der in den frühen fünfziger Jahren<br />

entstandene „Donau-Horo“ ist eines seiner<br />

berühmtesten Werke und gilt als Perle<br />

des nationalen musikalischen Erbes Bulgariens.<br />

Nach seiner Pensionierung siedelte<br />

er in die Stadt Montana über, wo er 1985<br />

starb. Bis heute erinnert ein regelmäßig ausgetragenes<br />

Blasmusik-Festival an Iliev und<br />

Bulgarien und der Horo<br />

sein Schaffen, ähnlich wie man es im slowakischen<br />

Trencin mit der Musik von Karol<br />

Pádivy praktiziert.<br />

Ilievs Musik erklingt bis heute an jedem<br />

Jahreswechsel. Nach der Ansprache des<br />

Staatspräsidenten und der Nationalhymne<br />

der Republik Bulgarien wird auf dem Zentralplatz<br />

der Hauptstadt Sofia regelmäßig auch<br />

der „Donau-Horo“ gespielt. Das Werk hat<br />

somit den inoffiziellen Charakter einer zweiten<br />

Nationalhymne, so wie Sousas Marsch<br />

„Stars and Stripes Forever“ in den USA.<br />

Als Horo, beziehungsweise Hora werden<br />

verschiedene Reigen oder Kreistänze bezeichnet,<br />

die vorwiegend aus den Balkanstaaten<br />

stammen. Der Name stammt in allen<br />

Fällen von der chorea, dem altgriechischen<br />

Reigentanz, der ursprünglich vom Gesang<br />

der Tänzer (vgl. Chor) begleitet wurde. Die<br />

traditionellen bulgarischen Volkstänze werden<br />

nach zwei Gruppen unterschieden: den<br />

Horos und den Râcenicas. Die letzteren waren<br />

ursprünglich Solotänze, werden heute<br />

aber auch wie die Horos im Kreis oder in<br />

der Reihe getanzt. Die unzähligen bulgarischen<br />

Horos werden im offenen Kreis oder<br />

in gerader kurzer Reihe in Hand-, Gürteloder<br />

Kreuzfassung getanzt. Die allgemeine<br />

Tanzrichtung ist fast immer nach rechts.<br />

Am rechten Ende tanzt der "Tanzführer",<br />

der den Weg der Tänzerkette vorgibt und<br />

ggf. die Figuren ansagt. Die Schrittkombinationen,<br />

Tanzfiguren, Tempi und Rhythmen<br />

der bulgarischen Horos sind äußerst<br />

vielfältig und unterscheiden sich im Stil von<br />

Region zu Region.<br />

Während der über 500-jährigen osmanischen<br />

Herrschaft hatte der Horo für die<br />

Bulgaren eine eminente gemeinschaftsbildende<br />

und identitätsstiftende Funktion. Mit<br />

der Teilnahme am Horo auf dem Dorfplatz gehörte<br />

man zur Gemeinschaft der christlichen<br />

Bulgaren, in Abgrenzung zu den Türken.<br />

Wenn sehr viele Menschen an einem<br />

bulgarischen Horo teilnehmen, fassen sie<br />

sich an den Händen und bilden eine gewundene<br />

Reihe, die die gesamte Tanzfläche ausfüllt.<br />

Gemäß der überlieferten Tanztradition<br />

führt der Tanzführer am rechten Ende die<br />

Reihe zu einer Spirale, die sich allmählich<br />

immer enger zuzieht, wendet sich dann in<br />

der Mitte um und „wickelt den Horo“ wieder<br />

ab. Auch Schlangenlinien oder andere<br />

Raumwege sind möglich, ganz nach dem<br />

Belieben des Tanzführers.<br />

(Quelle: Wikipedia)<br />

46<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Blasmusik<br />

(18) Ungarn – László Dubrovay<br />

Land<br />

Fläche<br />

Ungarn<br />

93.036 km²<br />

Einwohner ca. 10.000.000<br />

Hauptstadt<br />

Budapest<br />

László Dubrovay - seine Kompositionen<br />

für Blasmusik sind keine Massenware.<br />

László Dubrovay wurde am 23. März 1943<br />

als Sohn eines Lehrers und Kantors in Budapest<br />

geboren. Mit fünf Jahren erhielt er<br />

seinen ersten Klavierunterricht von seinem<br />

Vater und schon ein Jahr später stellte sich<br />

heraus, dass der Junge über ein absolutes<br />

Gehör verfügte. Auch kompositorisch war<br />

er früh aktiv: Unmittelbar nach seinem ersten<br />

Opernbesuch im Alter von zwölf Jahren<br />

versuchte er sich gleich in dieser Gattung.<br />

Kurz danach nahm er als Pianist an<br />

einem internationalen Liszt-Wettbewerb teil<br />

und erarbeitete sich durch sechs bis acht<br />

Stunden langes tägliches Üben die schwierigsten<br />

Liszt-Werke. Trotz großer künstlerischer<br />

Fortschritte strebte er keine Karriere<br />

als Konzertpianist an. „Nachdem ich<br />

mir ein Stück erarbeitet hatte, war es für<br />

mich nicht mehr interessant. Die Freude<br />

an der Wiederholung, unabdingbar für<br />

einen regelmäßig auftretenden Künstler,<br />

wollte sich bei mir nicht einstellen.“<br />

Für Dubrovays weitere musikalische<br />

Bildung sorgte der Dirigent Viktor Vaszy,<br />

an den ihn seine Klavierlehrerin vermittelte.<br />

Er brachte Dubrovay mit der Volksmusik<br />

und verschiedenen Methoden der<br />

Stilanalyse in Berührung und ließ den jungen<br />

Studenten auch an seinen Orchesterproben<br />

teilnehmen, damals u.a. für<br />

die ungarische Erstaufführung von Igor<br />

Strawinskys Ballett „Petruschka“.<br />

1961 erhielt er einen Studienplatz in<br />

Komposition an der Budapester Musikakademie<br />

und arbeitete parallel dazu<br />

als Korrepetitor an verschiedenen Theatern<br />

und Schulen. 1972 erhielt er ein Stipendium<br />

des Deutschen Akademischen<br />

Austauschdienstes DAAD und konnte für<br />

zwei Jahre elektronische Musik in Köln<br />

bei Karlheinz Stockhausen und Hans Ulrich<br />

Humpert studieren. Seine dort erworbenen<br />

Deutsch-Kenntnisse sind bis<br />

heute vorhanden und wenn man ihm genau<br />

zuhört, scheint sogar ein wenig vom<br />

rheinischen Akzent aus der Region Köln<br />

in seiner Sprache durch.<br />

Bis in die neunziger Jahre hinein galt<br />

er als Spezialist für elektronische Musik<br />

und hielt Vorträge und Kurse in aller Welt.<br />

In Ungarn gründete er die Electracoustic<br />

Music Association und fungierte auch für<br />

einige Jahre als deren Präsident. Mit der<br />

sinkenden Nachfrage nach elektronischer<br />

Musik wandte er sich wieder traditionelleren<br />

Formen und Besetzungen zu, ließ aber<br />

immer wieder seine Experimentierfreude<br />

an neuen Spieltechniken durchblicken.<br />

Für den Flötisten István Matúz schrieb er<br />

den Zyklus „Matúziaden“, in dem er u.a.<br />

Zirkularatmung vorsah, oder mit Obertönen<br />

experimentierte.<br />

In den neunziger Jahren entdeckte<br />

Dubrovay auch das sinfonische Blasorchester<br />

und die noch unerforschten<br />

klanglichen Möglichkeiten dieser Besetzung.<br />

Für diese Ensembles, die zumeist<br />

„Dreiklangsmusik“ spielten, waren seine<br />

Instrumentationen und die verlangten<br />

Spieltechniken zunächst sehr schwierig zu<br />

bewältigen. Trotz allem hörte man immer<br />

wieder exzellente Aufführungen, was nach<br />

Dubrovays Ansicht vor allem den Dirigenten<br />

zu verdanken war. „Der Tod des<br />

Faust“, gespielt vom Eisenbahner-Blasorchester<br />

Pécs während der WASBE-Konferenz<br />

1997 in Schladming, ist heute noch<br />

vielen in Erinnerung.<br />

Obwohl Dubrovays Bläserwerke aufgrund<br />

ihrer oft komplexen Struktur allesamt<br />

keine „Massenware“ sind, gehören<br />

sie doch zu den am meisten aufgeführten<br />

Stücken aus seinem Werkkatalog. Besondere<br />

Popularität erlangte die bei Stormworks<br />

Europe verlegte „Buzzing Polka“, in<br />

der die Blechbläser nur selten mit konventioneller<br />

Tongebung spielen müssen. Wer<br />

näheren Kontakt mit dem Komponisten<br />

aufnehmen will, fi ndet entsprechende Angaben<br />

auf der Website dieses Verlages:<br />

www.stormworkseurope.nl/2013/#./dubrovay<br />

Werke Für Blasorchester:<br />

- Kihalt tájak (Wüsten; 1988)<br />

- March (1990)<br />

- The Ransom<br />

(Das Lösegeld – Suite in 5 Sätzen;<br />

1992; Musikverlag Kliment)<br />

- Buzzing Polka<br />

(1993; Stormworks Europe)<br />

- Triple Concerto<br />

(für Trompete, Posaune, Tuba;<br />

1994)<br />

- Ballet Suite<br />

(1996; Stormworks Europe)<br />

- Faust halála<br />

(Der Tod des Faust; 1996)<br />

- Festive Music (2000)<br />

- Trompetenkonzert No. 2<br />

(2002; Auftragswerk der Stadtkapelle<br />

Wangen / Deutschland)<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 47


Neues<br />

Neue DVD für Stabführerausbildung<br />

Eine sinnvolle Ergänzung zum Buch „Musik in Bewegung“<br />

Nun ist sie endlich da! Die seit geraumer<br />

Zeit angekündigte DVD für die Stabführerausbildung<br />

ist nun verfügbar. Seit drei Jahren<br />

bemühten sich die Landesstabführer des<br />

Österreichischen Blasmusikverbandes und des<br />

VSM, eine ergänzende Schulungsunterlage<br />

zum Buch „Musik in Bewegung“ zu erstellen.<br />

Der Aufbau der DVD basiert auf einer<br />

PowerPoint Präsentation, die in 10 Kapiteln<br />

unterteilt ist. Dabei wurde auf einige<br />

Graphiken des neuen Buches zurückgegriffen,<br />

von denen zum Teil auch Animationen<br />

der verschiedenen Bewegungsabläufe<br />

abgeleitet werden konnten. Der wesentliche<br />

Vorteil dieser Präsentation liegt in der Integration<br />

kleiner Filmsequenzen, die zum<br />

jeweiligen Thema nach Wunsch angeklickt<br />

bzw. abgespielt werden können. Viele Filmausschnitte<br />

konnten vom Videofi lm „Musik<br />

in Bewegung im VSM“ aus dem Jahr 2004<br />

verwendet werden. Neu defi nierte Bewegungsformationen,<br />

wie z.B. Abfallen und<br />

Breite Formation, wurden mit einer Kapelle<br />

aus Oberösterreich neu aufgenommen. Somit<br />

ersetzt diese neue Schulungsunterlage<br />

auch den bisher verwendeten Film.<br />

Wenn auch die DVD vorrangig für alle<br />

Stabführerkurse vom Grund- bis zum Abschlusskurs<br />

konzipiert ist, so ist es sehr<br />

empfehlenswert, dass sich jeder Stabführer<br />

bzw. jede Kapelle dieses innovativ gestaltete<br />

Hilfsmittel zulegt. Sollte ein Stabführer<br />

das neue Buch „Musik in Bewegung“ noch<br />

nicht haben, sei ihm das kostengünstige<br />

Kombiangebot von DVD und Buch empfohlen.<br />

Die DVD wie auch das Buch kann bei<br />

Musik Walter in Bozen erworben werden.<br />

Toni Profanter, VSM-Verbandsstabführer<br />

MUSIK IN<br />

BEWEGUNG<br />

DVD zum Buch „Musik in Bewegung“<br />

18.03.14 14:47<br />

Als wichtiges Hilfsmittel wird die neue<br />

DVD zur „Musik in Bewegung“ allen<br />

Stabführern empfohlen.<br />

Das Tao des Dirigierens<br />

Ein anderer Blick auf (musikalische) Führung von Jan Stulen<br />

Es gibt mittlerweile so viele Fachbücher<br />

und theoretische Abhandlungen zum Dirigieren,<br />

dass der Suchende die Qual der Wahl<br />

hat und selten das fi ndet, was er eigentlich<br />

braucht. Und seien wir ehrlich, ein Dirigerbuch<br />

kann niemals einen persönlichen Lehrer,<br />

einen aktiven Lehrgang oder praktische<br />

Übungen ersetzen, wohl aber begleiten und<br />

vertiefen. Das 2012 im Molenaar-Verlag erschienene<br />

Buch von Jan Stulen möchte dazu<br />

einen neuen Blickwinkel öffnen. Nun ist auch<br />

die deutsche Ausgabe in der Übersetzung<br />

von Joachim Buch im Handel.<br />

Der 1942 in Amsterdam geborene Dirigent,<br />

Pianist und Violinist ist heute Chefdirigent<br />

und künstlerischer Berater des „Orchestra<br />

Particolare“ von Maastricht. Im<br />

Buch zeichnet er seine gesammelten Erfahrungen<br />

aus „50 Jahren Dirigierpraxis,<br />

25 Jahren Unterricht an Konservatorien<br />

und vor allem aus 50 Jahren Nachdenken<br />

über diese Aktivitäten“ auf und zeigt seine<br />

Vision des Phänomens Dirigieren. Dabei<br />

bezieht der Autor entscheidende geistige<br />

Anregungen aus der chinesischen Weisheitslehre<br />

des Taoismus, der „Lehre vom<br />

richtigen Weg“ im Denken und Handeln der<br />

Menschen: „Es gibt einen richtigen Moment<br />

für jedes Wort und jede Geste.“<br />

Die meisten behandelten Themen beziehen<br />

sich sowohl auf die Arbeit eines Orchesterdirigenten<br />

als auch auf die eines Chorleiters<br />

oder Blasmusikdirigenten. Technische<br />

Fragen, weil „rational erlernbar durch Training“,<br />

lässt der Autor zumeist außen vor.<br />

Umso ausführlicher kommen Themen wie<br />

innerliches Vorstellungsvermögen, Partiturstudium,<br />

Interpretation, Unterrichtsmethodik,<br />

Probenpsychologie, verbale und visuelle<br />

Kommunikation, Begleitung, Ausbildung<br />

und Motivation zur Sprache: „Jedes Kunstwerk,<br />

also auch jedes Musikstück, ist ein<br />

in sich geschlossenes Ganzes, ein Universum,<br />

in dem jede Note, jedes Vortragszeichen,<br />

Teil des Ganzen ist.“ Auch die Oper,<br />

die Operette, das Begleiten von Solisten und<br />

„Die leichte Muse“ werden in den einzelnen<br />

Kapiteln behandelt. Dem Walzer widmet<br />

der Autor gar ein eigenes Kapitel, das<br />

mit dem Klavierauszug des bekannten Kon-<br />

zertwalzers „Wein, Weib und Gesang“ ergänzt<br />

ist. „10 goldene Regeln“ und Gastkommentare<br />

von Marc Brookhuis und Andrè<br />

Presser sowie Literatur-Empfehlungen vervollständigen<br />

dieses Nachschlagewerk, das<br />

den berechtigten Anspruch erhebt, einen<br />

anderen Blick auf die musikalische Führung<br />

zu werfen, das aber nicht behauptet,<br />

dass dies die einzige Möglichkeit ist, das<br />

gesteckte Ziel zu erreichen.<br />

Leider hat mein Buchexemplar den Praxistest<br />

nicht bestanden, denn nach mehrmaligem<br />

Durchblättern lösten sich bereits<br />

die Seiten und anstelle einer interessanten<br />

Lektüre ist man mit dem Sortieren loser Seiten<br />

abgelenkt.<br />

Stephan Niederegger<br />

Titelseite<br />

„Das<br />

Tao des<br />

Dirigierens“<br />

48<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Blasmusik<br />

Auch im 30. Jahr ihres Bestehens befi ndet sich die MK Schabs – im Bild bei ihrem<br />

Jubiläumskonzert – im Aufwärtstrend.<br />

•Musikpanorama<br />

30 Jahre Musikkapelle Schabs<br />

Jubiläumskonzert und Begegnung mit Jazzmusiker Matthias Schriefl<br />

Waren es im fernen Jahr 1984 etwa 30<br />

musikbegeisterte Menschen, die die Gründung<br />

der Musikkapelle Schabs vorantrieben,<br />

so zählt der Klangkörper heuer, im<br />

Jahr seines 30-jährigen Bestehens, immerhin<br />

rund 60 aktive Mitglieder. Bereits<br />

am 29. Februar präsentierten sich diese<br />

im Haus der Dorfgemeinschaft mit einem<br />

hörenswerten Jubiläumskonzert. Kapellmeister<br />

Stephan Gasser hatte mit seinen<br />

Musikantinnen und Musikanten u.a. Werke<br />

von Ennio Morricone, Frank Ticheli und<br />

Vaughan Williams vorbereitet und damit<br />

das Publikum begeistert.Aber nicht nur die<br />

Konzertbesucher kamen auf ihre Kosten,<br />

sondern auch die Grundschüler der Gemeinde<br />

Natz-Schabs. Für die Kinder der<br />

4. und 5. Klassen stand nämlich ein Treffen<br />

mit Matthias Schriefl , einem der bekanntesten<br />

Jazz-Musiker Deutschlands,<br />

an. Mit viel Witz und Charme führte dieser<br />

die Buben und Mädchen in die faszinierende<br />

Welt der Instrumente und der<br />

Blasmusik ein, wobei er die verschiedenen<br />

Instrumente mit tollen Soloeinlagen selbst<br />

vorstellte. Das Ergebnis dieser besonderen<br />

Musikstunde war schließlich ein selbst erfundenes<br />

Lied, bei dem alle mitmachen<br />

konnten. Mit einem Musikfest am 19. und<br />

20. Juli wird das 30-jährige Jubiläum der<br />

MK gebührend gefeiert und mit einem Kirchenkonzert<br />

im November abgerundet.<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 49


Musikpamorama<br />

Frühjahrsk✖ ✁✂✄t mit zwei Uraufführungen<br />

der Musikkapelle Deutschnofen<br />

Am 5. April <strong>2014</strong> fand in der Aula Magna<br />

der Mittelschule Deutschnofen das<br />

traditionelle Frühjahrskonzert der örtlichen<br />

Musikkapelle statt, dessen erster<br />

Teil ganz im Zeichen des Gedenkens an<br />

die vier im Vorjahr tödlich verunglückten<br />

Freunde Hari, Stefan, Peter und Deborah<br />

stand. Als musikalische Besonderheit<br />

dieses Konzertes dürfen zwei Uraufführungen<br />

gelten, zumal die Komponisten aus<br />

den eigenen Reihen der MK Deutschnofen<br />

kommen. Von Thomas Mahlknecht<br />

stammt das Stück „Rainbow`s end“;<br />

Veronika Pircher aus Lana hatte dabei den<br />

Gesangsteil übernommen. Kapellmeister<br />

Lorenz Mahlknecht empfahl sich mit seinem<br />

„Deutschnofer Musikantenmarsch“<br />

ebenfalls als Komponist. Die Schüler der<br />

3. Klasse Grundschule hatten dazu ihre<br />

musikalischen Vorstellungen in selbstgemalten<br />

Bildern dargestellt. Die heitere Note<br />

überwog im zweiten Konzertteil, einmal<br />

durch die charmant-witzige Morderation<br />

Die Musikkapelle Deutschnofen wartete bei ihrem diesjährigen Frühjahrskonzert<br />

gleich mit zwei Uraufführungen auf.<br />

von Hansjörg Ebnicher, zum andern durch<br />

die Verlosung eines „Wunschstückes“;<br />

die Wahl fiel heuer auf das bekannte Lied<br />

„Over the Rainbow“. Nach dem Motto „Sie<br />

wünschen, wir spielen“ darf Ehrenmitglied<br />

Toni Pichler die Kapelle für einen Anlass<br />

seiner Wahl buchen. Das bestens gelungene<br />

Frühjahrskonzert diente schließlich<br />

auch als Einstand für einige neue<br />

Mitglieder; Sarah Obkircher (Querflöte),<br />

Felix Steinwandter (Klarinette), Stefania<br />

Pircher (Horn), Johanna Zöschg (Tenorhorn),<br />

Philipp Schwarz (Trompete), Marc<br />

Obkircher (Schlagzeug) sowie die Marketenderinnen<br />

Sabine Köhl und Melanie<br />

Köhl werden die Musikkapelle Deutschnofen<br />

optisch und akustisch verstärken.<br />

MK Deutschnofen<br />

Musikstücke mit Geschichte<br />

Frühjahrskonzert der Musikkapelle Partschins im Thalguter-Haus Algund<br />

Die Musikkapelle Partschins präsentierte<br />

bei ihrem traditionellen Frühjahrskonzert<br />

am Palmsonntag im Peter Thalguter Haus<br />

in Algund Musikstücke mit Geschichte.<br />

Kapellmeister Michael Pircher hat mit den<br />

gut 60 Musikantinnen und Musikanten<br />

ein sehr anspruchsvolles, aber gleichzeitig<br />

sehr gefälliges Programm vorbereitet,<br />

das sowohl Orts- und Landesgeschichte<br />

als auch die Welt der Blasmusik zum Inhalt<br />

hatte: Die „Jubelouvertüre“ des ehemaligen<br />

Partschinsers Kapellmeisters<br />

Franz Schöpf war dabei ebenso zu hören<br />

wie der „Piano Forte Marsch“ des Partschinser,<br />

Robert Schweitzer, Jahrgang 1924.<br />

„The 7 night of july“, „The lion king“ und<br />

„A tribute to Michael Jackson“ rundeten<br />

das Konzertprogramm ab. Das Publikum<br />

bedankte sich mit begeistertem Applaus<br />

für die musikalische Farbenvielfalt, die<br />

die Musikkapelle Partschins mit höchster<br />

Konzentration und großem Können darbot.<br />

Die Neuzugänge der Musikkapelle<br />

Partschins, Lea Müller (Alt-Saxophon),<br />

Ardit Krrusa (Horn), Jonas Kaserer (Posaune),<br />

Johannes Kuen (Bass), Andreas<br />

Gerstgrasser (Bariton), Simon Paulmichl<br />

(Klarinette) sowie Kathrin Illmer und Isa-<br />

bella Österreicher (Querflöte), die ihr erstes<br />

Frühjahrskonzert bestritten, werden<br />

künftig die Geschichte der Musikkapelle<br />

Partschins mitschreiben.<br />

MK Partschins<br />

Ardit Krrusa, Simon Paulmichl, Isabella Österreicher, Kathrin Illmer, Lea Müller,<br />

Jonas Kaserer, Andreas Gerstgrasser und Johannes Kuen (1. Reihe v. l.) im Bild mit<br />

Obmann Andreas Österreicher, Jugendleiter Albert Zerzer und Kapellmeister Michael<br />

Pircher (2. Reihe v. l.)feierten ihr Debüt beim Frühjahrskonzert der MK Partschins.<br />

50<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Blasmusik<br />

Mit Musik in den Frühling<br />

Frühjahrskonzert der MK Stegen - Ehrungen<br />

Am Samstag, 15. März <strong>2014</strong>, fand das alljährliche<br />

Frühjahrskonzert der Musikkapelle<br />

Stegen statt, zu dem Obmann Hans<br />

Hilber neben den rund 400 Zuhörern auch<br />

zahlreiche Ehrengäste begrüßen konnte.<br />

Kapellmeister Markus Erlacher, der die musikalische<br />

Leitung der Kapelle im Herbst<br />

2013 übernommen hat, hatte mit den 58<br />

Musikantinnen und Musikanten ein vielseitiges<br />

Konzertprogramm vorbereitet, das<br />

Für den neuen Kapellmeister Markus Erlacher besiegelte das Frühjahrskonzert <strong>2014</strong><br />

den erfolgreichen Einstand bei der MK Stegen. (Bildquelle: MK Stegen)<br />

eine bunte Mischung aus traditioneller Blasmusik,<br />

Filmmusik und Ouvertüren bot. Zur<br />

besonderen Freude des jungen Publikums<br />

präsentierte die Kapelle die Filmmusik zum<br />

Walt Disney Zeichentrickfilm „Lilo & Stitch“.<br />

Mit der „New York Ouvertüre“ (Kees Vlak)<br />

und dem „Chicago Festival“ (Markus Götz)<br />

unternahmen die Stegener im zweiten Konzertteil<br />

einen musikalischen Ausflug nach<br />

Amerika. Die Musikantinnen Vera Gamper,<br />

Kathrin Silginer und Elisa Mair wurden von<br />

VSM-Obmannstellvertreter Stefan Sinn für<br />

ihre 15-jährige Tätigkeit in der MK Stegen<br />

mit dem Ehrenzeichen in Bronze ausgezeichnet.<br />

Zudem wurden Simone Federspieler<br />

als Marketenderin, Julia Mair und<br />

Nicoletta Müller (Querflöte) sowie Sophia<br />

Willeit (Klarinette) neu in die Kapelle aufgenommen.<br />

Mei liabste Weis – ein unvergessliches Erlebnis<br />

Die Naturnser Böhmische bei der beliebten ORF-Volksmusiksendung<br />

Die Beteiligung an der bekannten ORF-<br />

Volksmusik-Wunschsendung „ Mei liabste<br />

Weis“ war für uns 17 Musikanten der<br />

Naturnser Böhmischen ein unvergessliches<br />

Erlebnis. Schon der Blick hinter<br />

die Kulissen dieser beliebten „Live-Sendung“<br />

und das Arbeiten mit dem ganzen<br />

tollen Team des ORF Tirol, war für alle<br />

spannend und interessant. Und natürlich<br />

war er wieder mit dabei: Moderator<br />

Franz Posch, ein Vollblutmusiker, wie<br />

er im Buche steht, der immer wieder<br />

selbst zu den Instrumenten greift, auch<br />

dann noch, wenn die Kameras und die<br />

Scheinwerfer längst ausgeschaltet sind.<br />

Die beteiligten Musikgruppen, die Geschwister<br />

Pichler, die „Obervinschger<br />

Raffelemusi“, die „Storchnmusi“, die<br />

„Obervinschger Gstanzlsänger“ und unsere<br />

Böhmische harmonisierten und ergänzten<br />

sich hervorragend, so dass die<br />

Liveübertragung aus dem Naturnser Bürger-<br />

und Rathaus am 15. März in guter<br />

Stimmung und mit großem Erfolg über<br />

die Bühne ging.<br />

Rudi Mair<br />

Ein Fest für die Volksmusik – die<br />

Liveübertragung der ORF-Sendung „Mei<br />

liabste Weis“ am 15. März aus Naturns<br />

mit Moderator Franz Posch (l. stehend)<br />

und der Naturnser Böhmischen dahinter.<br />

Silbernes Verdienstzeichen für<br />

Obmann Christof Petriffer<br />

MK Villnöß: Ehrung – Dank an Toni Profanter – Neuzugänge<br />

grüßte Obmann Petriffer auch den Schlagzeuger<br />

Stephan Mader, den die Liebe von<br />

Nordtirol ins Villnößtal geführt hat.<br />

(sn)<br />

Das „Premierenkonzert“ von Hans Pircher<br />

als neuer Kapellmeister der Musikkapelle<br />

Villnöß am Ostersonntag war gleichzeitig<br />

der passende Rahmen für eine besondere<br />

Ehrung: Obmann Christof Petriffer<br />

wurde mit dem silbernen Verdienstzeichen<br />

des Verbandes Südtiroler Musikkapellen<br />

(VSM) ausgezeichnet. Sepp Mitterrutzner,<br />

Ehrenobmann des VSM-Bezirks<br />

Brixen, nahm die Ehrung vor und dankte<br />

Christof Petriffer für seine Verdienste um<br />

die Musikkapelle Villnöß in seiner bisher<br />

10-jährigen Obmannschaft, aber auch für<br />

seinen Einsatz zum Wohle der Blasmusik<br />

im Allgemeinen. Mit anhaltendem Applaus<br />

dankte das Publikum auch dem ehemaligen<br />

Kapellmeister Toni Profanter. Für Hannah<br />

Pernthaler (Fagott), Thomas Obeser<br />

(Trompete) wie auch für die Marketenderinnen<br />

Mirjam Fischnaller und Daniela<br />

Schatzer war das Konzert gleichzeitig der<br />

erste Auftritt mit der Kapelle. Zudem be-<br />

Obmann Christof Petriffer (links)<br />

überreichte Toni Profanter ein Porträt<br />

als Dank und Anerkennung für dessen<br />

30-jährige Kapellmeistertätigkeit in Villnöß.<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 51


Musikpamorama<br />

Musikalisches Festmenü und Glückwünsche<br />

Osterkonzert der Bürgerkapelle Sterzing<br />

Die Bürgerkapelle Sterzing reihte sich<br />

auch dieses Jahr in die Sterzinger Osterspiele<br />

ein und schloss diese mit dem traditionellen<br />

Osterkonzert ab. Kapellmeister<br />

Roland Fidler hatte mit der Kapelle wieder<br />

ein anspruchsvolles und breit gefächertes<br />

Programm einstudiert, das am Ostersonntag<br />

dem Publikum und den zahlreichen Ehrengästen<br />

im vollbesetzten Sterzinger Stadttheater<br />

aufgeführt wurde. Vom Bigbandstil<br />

(“New Generation” von Manfred Schneider)<br />

über symphonische Blasmusik (“English<br />

Folk Song Suite” von Ralph Vaughan<br />

Williams) bis hin zum Solo für Saxophon<br />

(“Air Nostalgique” von Ted Huggins), das<br />

von Stefan Sparber gekonnt dargeboten<br />

wurde, war der erste Konzertteil geprägt.<br />

Vor der Pause gratulierte VSM Bezirksjugendleiter<br />

Klaus Keim den jungen Musikantinnen<br />

Barbara Fontes (Oboe) und Elisabeth<br />

Sparber (Querflöte) zu ihren erfolgreich<br />

bestandenen „Silber-Prüfungen“. Ebenso<br />

wurden die Querflötistin Anna Plank und<br />

die Klarinettistin Annelies Gschließer zu<br />

ihrer großartigen Leistung beim Jugendmusikwettbewerb<br />

“Prima la Musica” beglückwünscht.<br />

Überpünktlich und stets mit<br />

guter Laune zur Stelle ist der Hornist Potauner,<br />

und zwar seit 60 Jahren. Verbandsobmann<br />

Pepi Fauster verlieh ihm für seinen<br />

vorbildlichen Einsatz und die besonderen<br />

Verdienste das große VSM-Ehrenzeichen<br />

in Gold am Bande. Mit zeitgenössischer<br />

amerikanischer Musik und Soundtracks<br />

zu berühmten Filmen wie “The Wizard of<br />

Oz” und einer Hommage an den Komponisten<br />

Ennio Morricone (“Moment for Morricone”)<br />

punktete die Bürgerkapelle Sterzing<br />

im zweiten Teil des Konzertes, das sie<br />

mit der energischen Ouvertüre “Dynamica”<br />

von Jan van der Roost und dem “Premium<br />

Marsch” des Tiroler Komponisten Mathias<br />

Rauch abschloss. Großen Applaus gab es<br />

für die 44 Musikantinnen und Musikanten<br />

der Bürgerkapelle Sterzing sowie auch für<br />

die beiden charmanten Konzertsprecherinnen<br />

Alina Oberhauser und Theresa Velicogna.<br />

Mit zwei Zugaben klang ein gelungener<br />

Konzertabend aus.<br />

Hubert Patauner (Mitte, mit Urkunde) wurde für seine 60 Jahre aktiver Mitgliedschaft in<br />

der BK Sterzing von Bürgermeister Fritz Karl Messner, Obmann Christian Burger, VSM-<br />

Obmann Pepi Fauster und Kapellmeister Roland Fidler geehrt. (Foto: Martin Schaller)<br />

Das Jubiläumsjahr ist eröffnet<br />

200 Jahre MK Lüsen – Festmusik „Lusina“ von Robert Neumair<br />

Mit ihrem traditionellen Konzert hat die<br />

Musikkapelle Lüsen unter der Leitung<br />

von Kapellmeister Christoph Zöschg am<br />

Ostersonntag ihr Jubiläumsjahr musikalisch<br />

eröffnet.<br />

Dazu konnte Musikobmann Pepi Ploner<br />

zahlreiche Ehrengäste aus Kirche, Politik,<br />

Kultur und Wirtschaft begrüßen. Das heurige<br />

Osterkonzert stand unter dem Motto<br />

„Geschichte, Tradition und Zukunft“. Kapellmeister<br />

Christoph Zöschg präsentierte<br />

mit seiner über 50-köpfigen Kapelle dem<br />

begeisterten Publikum im vollbesetzten<br />

Saal ein bunt gemischtes Programm für<br />

Jung und Alt. Neben schwungvollen Melodien,<br />

mitreißenden Rhythmen, originaler<br />

Blasmusik und pulsierenden Märschen war<br />

die Festmusik „Lusina“ des jungen Pusterer<br />

Komponisten Robert Neumair der<br />

Höhepunkt des Konzertes. Obmann Pepi<br />

Ploner führte charmant durch das Kon-<br />

zert und lud zu den weiteren Höhepunkten<br />

im Jubiläumsjahr ein: Am 8. <strong>Juni</strong> wird<br />

die neue historische Männertracht vorgestellt,<br />

Mitte Juli wird das eigentliche Jubi-<br />

läumsfest zum 200-jährigen Bestehen der<br />

Kapelle gefeiert. Das Kirchenkonzert am<br />

15. November wird den Abschluss bilden.<br />

(sn)<br />

Mit einem unterhaltsamen Konzert und der Uraufführung der Festmusik „Lusina“ hat<br />

die Musikkapelle Lüsen am Ostersonntag ihr Jubiläumsjahr musikalisch eröffnet.<br />

52<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Blasmusik<br />

250 Jahre Lorenzner Musikgeschichte<br />

Ehrungen beim Frühjahrskonzert der MK St. Lorenzen<br />

Am Palmsamstag hat die örtliche Musikkapelle<br />

zum traditionellen Frühjahrskonzert<br />

eingeladen und ein abwechslungsreiches<br />

und bunt gemischtes Programm<br />

präsentiert. Den Höhepunkt des Konzertabends<br />

bildete zudem eine ganze Reihe<br />

von Ehrungen. Sieben Musikantinnen<br />

und Musikanten zählen gemeinsam 250<br />

Jahre Lorenzner Musikgeschichte; sie erhielten<br />

das Ehrenzeichen des Verbandes<br />

Südtiroler Musikkapellen (VSM): Anna<br />

Baumgartner (Klarinette) und die Jugendleiterin<br />

Viktoria Erlacher (Flöte) erhielten<br />

das Ehrenzeichen in Bronze für 15<br />

Jahre, Obmann Toni Erlacher (Klarinette),<br />

Manfred Gatterer (Bass) und Walter Gatterer<br />

(Bariton) jenes in Gold für 40 Jahre sowie<br />

Richard Niedermair (Horn) und Hans<br />

Steger (Bass) das große Ehrenzeichen in<br />

Gold für 50 Jahre. Zudem wurden Anton<br />

Steger, Stefan Weissteiner und der ehemalige<br />

Obmann Walter Gatterer für ihre über<br />

15-jährige Mitarbeit im Vereinsvorstand<br />

1. Reihe v.l.: Kapellmeister<br />

Alberto Promberger, Walter<br />

Gatterer, Stefan Weissteiner,<br />

Anton Steger, Richard<br />

Niedermair, Toni Erlacher,<br />

Stefan Sinn und Hannes<br />

Zingerle<br />

2. Reihe v.l.: Obmann-<br />

Stellvertreter Philipp Kofler,<br />

Manfred Gatterer, Viktoria<br />

Erlacher, Anna Baumgartner<br />

und Hans Steger<br />

mit dem silbernen Verbandsverdienstzeichen<br />

geehrt. VSM-Obmannstellvertreter Stefan<br />

Sinn und Bezirksjugendleiter Hannes<br />

Zingerle haben die Ehrungen vorgenommen.<br />

(sn)<br />

Frühjahrskonzert der Musikkapelle Innerpfitsch<br />

Mit traditioneller und neuer Blasmusik erfolgreich<br />

Die Musikkapelle Innerpfitsch<br />

Am 26. April begrüßte Obfrau Melanie<br />

Hofer das Publikum im vollbesetzten Saal<br />

und die Ehrengäste zum diesjährigen Frühjahrskonzert<br />

der Musikkapelle Innerpfitsch.<br />

Eröffnet wurde das Konzert mit der Fanfare<br />

„A Little Opening“ von Thiemo Kraas.<br />

Unter der musikalischen Leitung von Kapellmeister<br />

Martin Rainer hatten die Musikanten<br />

in zahlreichen Proben ein abwechslungsreiches<br />

und anspruchsvolles<br />

Programm einstudiert, das von den Mu-<br />

sikinteressierten begeistert aufgenommen<br />

wurde. Neben dem Traditionsmarsch „Mars<br />

der Medici“ vom Johan Wichers fanden besonders<br />

„At the Break of Gondwana“ von<br />

Benjamin Yeo sowie „Lord of the Dance“<br />

großen Anklang. Zwischendurch amüsierte<br />

Moderatorin Christine Wieser das Publikum<br />

auch immer wieder mit Anekdoten über<br />

die Probenarbeit der Musikkapelle und<br />

das Engagement des Kapellmeisters. Mit<br />

„Castles of Spain“ von Beck/Mabaar unter-<br />

nahm die Musikkapelle eine musikalische<br />

Reise durch Spanien. Mit der „English Folk<br />

Song Suite“ von Ralph Vaughan Williams<br />

lebte, wenn auch in moderner Form, die<br />

Stimmung des alten England wieder auf.<br />

Traditionell klang der Konzertabend mit<br />

dem Marsch „Alte Kameraden“ von Carl<br />

Teike aus. Mit entsprechend langem Applaus<br />

erbat sich das Publikum noch weitere<br />

Polka- und Marschmusik als Zugabe.<br />

Martin Rainer<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 53


Musikpamorama<br />

70 Jahre für die Musik<br />

„Friedl“ Pomella für 70 Jahre aktive Mitgliedschaft in der MK Kurtatsch geehrt<br />

Im Rahmen des heurigen Frühjahrskonzertes<br />

der Musikkapelle Kurtatsch ließen<br />

die Musikanten Friedrich Pomella, das älteste<br />

Mitglied der Kapelle, hochleben. Seit<br />

nunmehr 70 Jahren ist „Friedl“ als aktiver<br />

Musikant dabei und er war zudem 24 Jahre<br />

als Kapellmeister tätig. VSM- Obmann-Stellvertreter<br />

Stefan Sinn überreichte dem Jubilar<br />

die Urkunde, welche extra für diesen Anlass<br />

entworfen wurde. Obmann Hannes Mayr<br />

dankte Friedl für seinen jahrzehntelangen<br />

unermüdlichen Einsatz im Dienst der Musikkapelle<br />

und für das Dorfleben.<br />

Bereits mit 12 Jahren trat Friedl in die Kapelle<br />

ein und bildete bald darauf die gesamten<br />

Blechbläser aus. Im Jahr 1965 übernahm<br />

er nach dem überraschenden Tod<br />

des Kapellmeisters die musikalische Leitung<br />

der Kapelle. Bis heute hält er die Treue zur<br />

Musikkapelle und zu seinem Tenorhorn. Die<br />

Musikkapelle überraschte ihn mit dem heimlich<br />

einstudierten Marsch „Alte Freunde“, welchen<br />

Friedl in seiner Zeit als Kapellmeister<br />

gerne dirigierte. Besondere Glückwünsche<br />

überbrachte Obmann Hannes Mayr auch<br />

dem Musikant Philipp Sanoll, der das Studium<br />

am Konservatorium Bozen mit Höchstpunktezahl<br />

abgeschlossen hat.<br />

(v.l.) Obmann Hannes Mayr, Anna<br />

Pomella, Friedl Pomella, Kapellmeister<br />

Manfred Sanin, VSM-Obmann-<br />

Stellvertreter Stefan Sinn<br />

Erfolg für die Schützenkapelle Pichl<br />

Frühjahrskonzert unter neuer musikalischer Leitung<br />

Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Vereinssaal<br />

von Pichl am 3. Mai, als die Schützenkapelle<br />

Pichl zum Frühjahrskonzert <strong>2014</strong><br />

einlud.Kapellmeister Robert Schwärzer hatte<br />

das Konzert unter das Motto „Die gleiche<br />

Zeit, zwei verschiedene Kontinente – Eine<br />

musikalische Gegenüberstellung“ gestellt.<br />

Das Programm des ersten Teiles war geprägt<br />

von Musikstücken aus der Donau-Monarchie.<br />

Neben dem Hauptwerk, dem Walzer<br />

„Wiener Bürger“ von Carl Michael Ziehrer,<br />

spielte die Schützenkapelle Märsche und<br />

Polkas aus dieser Zeit. Im Gegensatz dazu<br />

gelangten im zweiten Teil des Konzertes Musikstücke,<br />

die im 19. Jahrhundert in Amerika<br />

komponiert wurden, zur Aufführung. Nach<br />

der Amerikanischen Hymne und dem Marsch<br />

„The Liberty Bell“ von John Philip Sousa unterhielt<br />

die Kapelle mit jazzartiger Unterhaltungsmusik<br />

die Konzertbesucher. SK Pichl<br />

Traditionell<br />

und „jazzig“,<br />

so präsentierte<br />

sich die<br />

Schützenkapelle<br />

Pichl bei ihrem<br />

Frühjahrskonzert<br />

<strong>2014</strong>.<br />

Musikalische Weltreise mit der MK Reischach<br />

Frühjahrskonzert mit Ehrungen<br />

„Auf unserer Erde gibt es so viele schöne<br />

Orte und einige davon werden wir erkunden.“<br />

Unter diesem Motto stand das heurige<br />

Frühjahrskonzert der Musikkapelle Reischach<br />

mit Kapellmeister Pepi Fauster, bei<br />

welchem das Publikum im vollbesetzten<br />

„Haus am Anger“ auf eine musikalische<br />

Weltreise geführt wurde. Dazu konnte Obmann<br />

Josef Mauerlechner zahlreiche Ehrengäste<br />

aus Politik, Wirtschaft und Kultur<br />

begrüßen. Einen besonderen Willkommensgruß<br />

richtete er an Verbandskapellmeister<br />

Sigisbert Mutschlechner und Bezirksobmann<br />

Johann Hilber. Die beiden Funktionäre<br />

bedankten sich ihrerseits bei den<br />

Musikantinnen und Musikanten für ihren<br />

ehrenamtlichen Einsatz und gratulierten<br />

zu den musikalischen Leistungen. Für ihre<br />

15-jährige Mitgliedschaft in der Kapelle erhielten<br />

der Klarinettist Michael Oberschmied<br />

und der Tenorhornist Florian Oberschmied<br />

das Ehrenzeichen des Verbandes Südtiroler<br />

Musikkapellen (VSM) in Bronze.<br />

Florian Lahner<br />

Michael Oberschmied und Florian<br />

Oberschmied (v. l.) wurden beim<br />

Frühjahrskonzert der MK Reischach für<br />

15 Jahre als aktive Musikanten geehrt.<br />

54<br />

<strong>KulturFenster</strong>


Blasmusik<br />

Bläserklasse Toblach<br />

MK Toblach beschreitet neue Wege in der<br />

Nachwuchswerbung.<br />

Unter dem Motto „Jedem Kind ein Instrument“<br />

hatten die Kinder der vierten Grundschulklasse<br />

die Möglichkeit, als Wahlpflichtfach<br />

ein Instrument zu erlernen. Das<br />

Abschlusskonzert war die Krönung dieses<br />

südtirolweit bislang einzigartigen Projektes.<br />

Kapellmeister Sigisbert Mutschlechner und<br />

sein Stellvertreter Thomas Kiniger haben<br />

das Projekt „Bläserklasse Toblach“ geleitet.<br />

In Anlehnung an ähnliche Projekte in<br />

Österreich und Deutschland, die zum Teil<br />

dort auch bereits fester Bestandteil im Lehrplan<br />

der Schulen sind, wurden den Kindern<br />

die verschiedenen Instrumente vorgestellt,<br />

aus denen sie wählen konnten. Ob<br />

Klarinette, Saxofon, Flügelhorn, Trompete,<br />

Horn, Posaune, Tenorhorn oder Tuba – mit<br />

Hilfe von ausgebildeten Musikpädagogen<br />

konnten die 27 Kinder in rund vier Monaten<br />

Grundbegriffe am Instrument im einfachen<br />

Fünf-Ton-Raum erlernen der klingenden<br />

B-Dur-Tonleiter und die erste Orchester-<br />

erfahrung sammeln. Mutschlechner und<br />

Kiniger bedankten sich bei der Schule und<br />

den Eltern sowie den privaten Sponsoren,<br />

ohne deren Unterstützung ein derart kostenintensives<br />

Projekt nicht möglich wäre.<br />

Aufgrund positiver Rückmeldungen soll die<br />

Bläserklasse fortgeführt werden.<br />

Hannes Wisthaler<br />

Die<br />

Bläserklasse<br />

Toblach<br />

mit den<br />

Lehrpersonen<br />

(hinten links)<br />

sowie Thomas<br />

Kiniger und<br />

Sigisbert<br />

Mutschlechner<br />

(hinten v.r.)<br />

Festkonzert der Musikkapelle Kortsch<br />

Drei neue Musikanten und eine neue Bassklarinette zum Geschenk<br />

Ein abwechslungsreiches Programm bot die<br />

Musikkapelle Kortsch ihrem treuen Publikum<br />

beim diesjährigen Festkonzert Ende<br />

März im Kulturhaus „Karl Schönherr“ in<br />

Schlanders. Der 68 Mitglieder starke Klangkörper<br />

spielte unter der musikalischen Leitung<br />

von Stefan Rechenmacher im ersten<br />

Teil „Cutting Winds“ von Armin Kofler,<br />

„Pique Dame“ von Franz von Suppé, „To<br />

my Country“ von Bernard Zweers und „Alpina<br />

Saga“ von Thomas Doss. Der zweite Teil<br />

wurde mit den Marsch „Mit vollen Segeln“<br />

von Klaus Strobl begonnen. Es folgten „Eaglecrest“<br />

von James Barnes, „Balkanya“ von<br />

Jan van der Roost und als Abschluss „Eye<br />

of the Tiger“ von Frankie Sullivan und Jim<br />

Peterik. Anlässlich dieses Konzertes überreichte<br />

die Raiffeisenkasse Schlanders der<br />

Musikkapelle Kortsch eine neue Bassklarinette,<br />

die von ihr mitfinanziert wurde. Obmann<br />

Christian Gemassmer bedankte sich<br />

bei allen, die die Musikkapelle durch das<br />

Jahr hindurch finanziell unterstützen, und<br />

stellte noch die drei neuen Musikanten vor:<br />

Lena Thoman (Flöte), Caroline Gruber (Saxophon)<br />

und Daniel Karnutsch (Klarinette).<br />

Elisabeth Pilser<br />

Lena Thoman, Daniel Karnutsch und<br />

Caroline Gruber (v. l.) sind die drei<br />

Neuzugänge bei der MK Kortsch.<br />

<strong>KulturFenster</strong><br />

Blasmusik, Chorwesen und Heimatpflege in Südtirol<br />

Redaktion <strong>KulturFenster</strong><br />

EinHinweisundeineBitte…damitallewasvom„Musikpanorama“haben<br />

Für die Redaktion des <strong>KulturFenster</strong>s ist es sehr erfreulich, wenn viele Musikkapellen ihre Berichte zur Veröffentlichung<br />

im „Musikpanorama“ schicken und wir bedanken uns sehr herzlich für alle Beiträge. Gleichzeitig erlauben wir uns, darauf<br />

hinzuweisen, dass einerseits das Platzangebot begrenzt ist und andererseits möglichst vielen Musikkapellen „Raum“<br />

für ihre Berichterstattung gegeben werden soll. Deshalb wurde die Textlänge mit 1000 Zeichen als Richtwert festgelegt.<br />

Besonders wenn viele Beiträge von Musikkapellen zu bestimmten Anlässen – z.B. über Cäcilienfeiern und Frühjahrskonzerte<br />

– zu veröffentlichen sind, ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Vorgaben möglichst genau eingehalten<br />

werden. Daher unsere nochmalige Bitte an alle Berichterstatter der Musikkapellen, dies berücksichtigen zu wollen.<br />

<strong>Nr</strong>. 03 | <strong>Juni</strong> <strong>2014</strong> 55


Impressum<br />

Mitteilungsblatt des Verbandes Südtiroler<br />

Musikkapellen, des Südtiroler Sängerbundes<br />

und des Heimapflegeverbandes Südtirol<br />

Eigentümer und Herausgeber:<br />

Verband Südtiroler Musikkapellen, Bozen<br />

Ermächtigung Landesgericht Bozen<br />

<strong>Nr</strong>. 27/1948<br />

Schriftleiter und im Sinne des Pressegesetzes<br />

verantwortlich:<br />

Dr. Alfons Gruber<br />

Als Pressereferenten für die Darstellung der<br />

entsprechenden Verbandsarbeit zuständig:<br />

VSM: Stephan Niederegger,<br />

E-Mail: kulturfenster@vsm.bz.it<br />

SCV: Paul Bertagnolli,<br />

E-Mail: bertagnolli.paul@rolmail.net<br />

HPV: Sylvia Rottensteiner,<br />

E-Mail: rottensteiner.sylvia@gmail.com<br />

Unverlangt eingesandte Bilder und Texte<br />

werden nicht zurückerstattet.<br />

Redaktion und Verwaltung:<br />

Verband Südtiroler Musikkapellen,<br />

I-39100 Bozen, Schlernstraße 1, Waltherhaus<br />

Tel. 0471 976387 - Fax 0471 976347<br />

E-Mail: info@vsm.bz.it<br />

Einzahlungen sind zu richten an:<br />

Verband Südtiroler Musikkapellen, Bozen,<br />

Waltherhaus<br />

Raiffeisen-Landesbank, BZ<br />

IBAN: IT 60S03493 11600 0003000 11771<br />

SWIFT-BIC: RZSBIT2B<br />

Jahresbezugspreis: Euro 20<br />

Gefördert von der Kulturabteilung<br />

der Südtiroler Landesregierung.<br />

Druck: Ferrari-Auer, Bozen<br />

Das Blatt erscheint als Zweimonatszeitschrift,<br />

und zwar jeweils am 15. Februar, April, <strong>Juni</strong>,<br />

August, Oktober und Dezember.<br />

Redaktionsschluss ist der 15. des jeweiligen<br />

Vormonats.

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