16.12.2015 Aufrufe

Stress, Burnout und andere psychische Belastungen in Beruf und Privatleben mit dem 180 Grad Modell vermeiden.....

Tags die Karriere, abends die Familie und irgendwann noch Zeit für sich selbst haben: Sechs von zehn Menschen in Deutschland leiden nach Studien zufolge unter Stress im Alltag, nicht wenige sogar dauerhaft. Besonders sind Frauen, Angestellte und Stadtbewohner betroffen. Die wichtigste Erkenntniss, Stress im Alltag ist mittlerweile in Deutschland ein Massenphänomen. Fast sechs von zehn Deutschen empfinden nach einer Forsa Studie ihr Leben als stressig. Das vorliegende Buch zeigt, Hintergründe, Ursachen, Folgen und Handlungsmöglichkeiten.

Tags die Karriere, abends die Familie und irgendwann noch Zeit für sich selbst haben: Sechs von zehn Menschen in Deutschland leiden nach Studien zufolge unter Stress im Alltag, nicht wenige sogar dauerhaft. Besonders sind Frauen, Angestellte und Stadtbewohner betroffen. Die wichtigste Erkenntniss,
Stress im Alltag ist mittlerweile in Deutschland ein Massenphänomen. Fast sechs von zehn Deutschen empfinden nach einer Forsa Studie ihr Leben als stressig. Das vorliegende Buch zeigt, Hintergründe, Ursachen, Folgen und Handlungsmöglichkeiten.

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Die Anforderungen im <strong>Beruf</strong>sleben s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> vielen Bereichen gestiegen. Daher ist es<br />

dr<strong>in</strong>gend an der Zeit, zu fragen, welche Faktoren den Menschen im <strong>Beruf</strong>sleben zu<br />

Beg<strong>in</strong>n des 21. Jahrh<strong>und</strong>erts besonders belasten.<br />

Die Antwort f<strong>in</strong>det sich <strong>in</strong> der Betrachtung der gesamtgesellschaftlichen Lage.<br />

Jahrelang galt der Dienstleistungssektor als Fortschritt: nicht produktive Arbeit erhielt<br />

e<strong>in</strong>e gesellschaftliche höhere Anerkennung als körperliche Arbeit. Die Soziologie<br />

def<strong>in</strong>ierte diese Tätigkeiten als „White Collar Work<strong>in</strong>g“. Praktische Arbeit verlor -<br />

auch ausgelöst durch amerikanische Massenmedien <strong>und</strong> satirische Hollywood-Filme<br />

zunehmend an Wertschätzung. Dafür erhielten <strong>andere</strong> Tätigkeiten E<strong>in</strong>zug <strong>in</strong> die<br />

Gesellschaft, verme<strong>in</strong>tlich kluges <strong>und</strong> geschicktes Handeln, etwa durch Verkauf oder<br />

Beratung, <strong>mit</strong> <strong>dem</strong> sich zu<strong>dem</strong> viel mehr Geld verdienen ließ.<br />

Der Wirtschaftsboom <strong>in</strong> der westlichen Welt <strong>in</strong> dieser Zeit beflügelte die <strong>Beruf</strong>swelt,<br />

es entstanden unzählige neue Möglichkeiten <strong>und</strong> <strong>Modell</strong>e, Verkaufsprodukte kamen<br />

auf, etwa Versicherungen <strong>und</strong> komplexe Bankprodukte. In e<strong>in</strong>em solchermaßen<br />

strukturierten Wirtschaftsumfeld war es nur noch e<strong>in</strong> kle<strong>in</strong>er Schritt zur E<strong>in</strong>führung<br />

von Leistungslöhnen, Leistungsvergütung <strong>und</strong> Vergütung auf Provisionsbasis. Diese<br />

Vergütungssysteme hatten <strong>in</strong> der Anfangszeit nichts Beängstigendes, <strong>in</strong> Zeiten<br />

wirtschaftlicher Prosperität, verkauften sich Produkte quasi fast von selbst. So konnte<br />

sich die Gesellschaft im S<strong>in</strong>ne der nivellierten Mittelstandsgesellschaft nach Schelsky<br />

auch e<strong>in</strong> Universitätswesen leisten, das frei nach <strong>dem</strong> Humboldtschen Bildungsideal<br />

primär ke<strong>in</strong>en formellen Bildungsabschluss anstrebte, sondern e<strong>in</strong>em Teil der jungen<br />

wilden Gesellschaft quasi e<strong>in</strong>e Probebühne lieferte, auf der sie sich für den späteren<br />

E<strong>in</strong>tritt <strong>in</strong> das <strong>Beruf</strong>sleben ausprobieren konnte <strong>und</strong> universitäre Selbstverwaltung<br />

genauso spielerisch üben konnte wie studentische Selbstverwaltung.<br />

E<strong>in</strong>e Veränderung zum Thema Leistung, Lohn- <strong>und</strong> Arbeitstempo ließ sich <strong>mit</strong> den<br />

tiefen politischen Umbrüchen ab Anfang der 1990er-Jahre erkennen. Nach <strong>dem</strong> Fall<br />

der Mauer, der deutschen E<strong>in</strong>heit <strong>und</strong> <strong>dem</strong> Wegfall vieler Grenzen, <strong>in</strong> Komb<strong>in</strong>ation<br />

<strong>mit</strong> e<strong>in</strong>er zunehmend besseren <strong>und</strong> schnelleren Informationstechnologie, freuten sich<br />

weite Teile der Gesellschaft über die anfangs viel gepriesene Globalisierung. Doch die<br />

Euphorie schlug schnell <strong>in</strong> Angst um. Globalisierungs-Gegner mobilisierten sich <strong>und</strong><br />

<strong>dem</strong>ontieren die zuvor freudig begrüßten neuen Freiheiten <strong>und</strong> technischen<br />

Errungenschaften zur Geißel der Arbeitswelt. Diese Reaktion war historisch betrachtet<br />

nichts neues, Anfang des 20. Jahrh<strong>und</strong>erts protestierten die Schreiber an der New<br />

Yorker Börse gegen die E<strong>in</strong>führung der Schreibmasch<strong>in</strong>e – aber stoppten trotz<br />

Demonstrationen <strong>und</strong> Entlassung natürlich nicht die Entwicklung.<br />

Aufsehen erregte zu<strong>dem</strong> e<strong>in</strong> Buch, das der an der National University of S<strong>in</strong>gapur<br />

ansässige Management Professor Kishore Mahabubani <strong>mit</strong> <strong>dem</strong> provokanten Titel<br />

„The End oft the western Hemisphäre“ auf den Markt brachte. Er erntete zu Beg<strong>in</strong>n<br />

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