KRONE trailerforum 2-2015 (DE)

kronetrailer

Wir sind vernetzt

trailerforum

TRAILER, TRENDS & INFORMATIONEN VON KRONE

trailerforum 2

2015

www.krone-trailer.com

16

ORANGES NETZWERK

Gebrüder Weiss agiert weltweit

18 QUALITÄTSMANAGEMENT

Gutes noch besser machen

24

TELEMATIK IM EINSATZ

Zuverlässiger Pharmatransport

WIR

VERNETZT

SIND

GEMEINSAM MEHR ERREICHEN: WIE UNTERNEHMEN

06 DURCH PARTNERSCHAFTEN GEWINNEN.


EDI

TO

RIAL

Bernard

V

ernetzung – so lautet das Thema dieser Ausgabe unseres trailerforums.

Der Begriff Vernetzung umfasst nicht nur das soziale

Netzwerk, auf das jeder von uns zurückgreift, sondern gilt zunehmend

auch für die Vernetzung in der Produktion und natürlich auch für

die Vernetzung von Maschinen und Trailern. Den Heizkörper zu Hause

von unterwegs zu steuern ist inzwischen ebenso selbstverständlich wie

die Kommunikation zwischen Trailer und Zugmaschine oder die Kommunikation

zwischen Fahrzeug und Disponenten. Telematik, Cloud-

Computing und Industrie 4.0 sind die Stichwörter der Gegenwart. Zwar

gehört der „Kollege Roboter“ noch nicht zum Krone-Team, aber selbstverständlich

beobachten wir diese Trends, um auch hier gegebenenfalls

gerüstet zu sein. Das sehe ich als eine maßgebliche Aufgabenstellung für

Krone: Wir dürfen im wahrsten Sinne des Wortes nicht den Anschluss

verlieren. Denn wer sich in der heutigen Zeit isoliert, der wird langfristig

nicht am Markt bestehen können.

Ausschlaggebend für mich ist aber die Frage nach dem Warum.

Warum setzen wir verstärkt auf Vernetzung? Ganz einfach: Wir

wollen für Sie immer die beste Lösung und immer eine vorbildliche

Quali tät. Dieser Anspruch treibt uns an. Und Sie dürfen sicher sein,

dass wir auch aktuell an verschiedenen Netzwerkprojekten arbeiten,

von denen Sie letztendlich profitieren. Von Achse über Ladungssicherung

und Qualität bis Service – wir stellen uns nicht nur ständig selber

auf den Prüfstand, sondern suchen auch in diesem Kontext den

konstruktiven Dialog mit allen beteiligten Partnern. Denn besser geht

es immer. Wir bündeln Kompetenzen, weil wir für Sie nicht nur ein

besonders zuverlässiger, sondern auch ein innova tiver Partner sein

wollen. Jeden Tag aufs Neue.

Ihr

Willkommen im trailerforum!

Krone ist Vorsitzender der

Geschäftsführung des Fahrzeugwerks

Bernard Krone.

PORTRÄT 20

Titel: Radhoose/fotolia.com

Fotos: Krone, Khaled Frikha, Norman Posselt, Grafik: Volker Römer

IMPRESSUM

trailerforum ist das Kundenmagazin der Fahrzeugwerk Bernard Krone GmbH

und erscheint zweimal jährlich in einer Gesamtauflage von

40.000 Exemplaren in deutscher und englischer Sprache.

Herausgeber:

Fahrzeugwerk Bernard Krone GmbH

Bernard-Krone-Straße 1

49757 Werlte

www.krone-trailer.com


IN SZENE

14

06

GEMEINSAM ZUM ZIEL

Cloud, Share-Economy und Telematik: Das

moderne Logistikgeschäft wird digital. Macht

Vernetzung Unternehmen zukunftssicher?

12

FAKTEN

Die Stärke eines Spinnennetzes, soziale Netz ­

werke oder vernetzte Fahrzeuge: So vielfältig

können Verbindungen sein.

13

ABHOLER

Viele besondere Fahrzeuge wurden wieder bei

Krone in Werlte abgeholt – unter anderem ein

Auflieger, der groß für einen Fußballverein wirbt.

14

IN SZENE

Roof Lift oder variable Plane: Den neuen

Mega Liner Automotive hat Krone mit

durchdachten Details ausgestattet.

GUT GEKÜHLT

24

16

NAHTLOSE TRANSPORTLOGISTIK

Mit seinem „orangen Netzwerk“ erreicht das

traditionsreiche österreichische Logistikunternehmen

Gebrüder Weiss 27 Länder weltweit.

18

KRONE-QUALITÄTSMANAGEMENT

Geschäftsführer aus Produktion und

Service im Gespräch über konsequente

Optimierung.

20

ALLE SIGNALE AUF GRÜN

Das französische Familienunternehmen MGE

hat sich als universeller Transportdienstleister

mit Gespür für Nachhaltigkeit etabliert.

22

MITARBEITER IM PORTRÄT

Drei Krone-Mitarbeiter mit spannenden Hobbys:

Sie beweisen sich im Sportteam, engagieren sich

in der Jugendarbeit oder bei der Feuerwehr.

Verantwortlich für den Herausgeber:

Tobias Eichberg, Leiter Marketing

Tel. +49 5951 209-584

Fax +49 5951 209-420

E-Mail: tobias.eichberg@krone.de

Verlag:

DVV Kundenmagazine GmbH

Nordkanalstraße 36

20097 Hamburg

Tel. +49 40 23714-01

Redaktionelle Mitarbeit an dieser Ausgabe:

Martin Heying, Kai Jacobsen, Juliane Gringer, Ralf Klingsieck, Stephanie Lützen,

Wilfried Schneider, Martina Schulz, Jannah Wolken

Druck: www.muellerditzen.de, Bremerhaven

Stichpunkt:

Die Publikation, ihre Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede

Vervielfältigung oder Verbreitung muss vom Verlag oder Herausgeber genehmigt werden.

Dies gilt auch für die elektronische Verwertung wie die Übernahme in Datenbanken,

Onlinemedien (Internet), Intranets oder sonstige elektronische Speichermedien. Herausgeber

und Verlag schließen eine Haftung für unverlangt eingesandte Fotos, Manuskripte

und sonstige Datenträger aus.

24

27

GUT GEKÜHLT

Die Berliner Spedition Sünkler nutzt moderne

Telematikanwendungen für den sicheren

Transport hochwertiger Arzneimittel.

NACHGEFRAGT

… bei Michael Kuchenbecker von der

Logistics Alliance Germany.

trailerforum 3


FORUM

Neues aus der Krone-Welt

VON 0 AUF 10.000 IN NUR EINEM JAHR

Qualität setzt sich durch: Die Krone Trailer Achse ist ein Erfolgsprodukt.

k Auf der IAA 2014 war sie die große Innovation am

Stand des Fahrzeugwerks Bernard Krone. Nun sind in

nur einem Jahr schon 10.000 Stück verbaut worden:

Die Krone Trailer Achse ist ein echtes Erfolgsprodukt.

Geschäftsführer Bernard Krone freut sich über diese

positive Entwicklung: „Unsere Strategie, den ‚All-in-

Krone-Trailer‘ inklusive der eigenen Krone-Achse anzubieten,

hat sich bewährt. Die Kunden vertrauen auf die

Marke Krone, auch bei der Achse. Dafür sind wir sehr

dankbar, denn gerade die eigene Achse war und ist für

mich eine echte Herzensangelegenheit.“ Das Krone-

Achssystem mit Scheibenbremsen zeichnet sich unter

anderem durch eine innovative, wartungsfreie Lagereinheit

(Stufen-Hub-Unit) sowie einen besonders

leichten Luftfederlenker mit geschraubter Einbindung

aus. Der homogene Materialverlauf von Lagersitz zu

Lagersitz sorgt zudem für besondere Stabilität. Krone

gewährt seinen Kunden sechs Jahre Garantie ohne

Kilo meterbegrenzung auf die Achse. Darüber hinaus

bietet Krone das „One Check Per Year“-System an, sodass

nur eine Überprüfung pro Jahr im Rahmen der

Hauptuntersuchung nötig ist. Gefertigt wird die Krone-

Achse vom Kompetenzpartner gigant Trenkamp & Gehle

aus Dinklage; das Unternehmen gehört seit 2013 zur

Krone-Gruppe. Mit dem Start des All-in-Krone-Trailers

hat Krone in den vergangenen Jahren auch sein

Service portfolio nachhaltig ausgebaut. Zum Beispiel

tragen alle Fahrzeugteile eine Krone-Artikelnummer,

sodass die Kunden sämtliche Teile bequem und schnell

direkt bei Krone ordern können.

BIG DATA? VIELE UNTERNEHMEN ZÖGERN

k Gerade die Logistik- und Transportbranche

kann von Big Data und Business-Intelligence

enorm profitieren. Doch entsprechende Technologien

werden laut einer PwC-Studie in diesem Sektor

nur sehr zögerlich angenommen: Big Data ist

demnach lediglich bei 19 Prozent der Unternehmen

bereits Teil der Wertschöpfung und Grundlage

der Geschäftsprozesse. 35 Prozent der befragten

Unternehmen haben sich noch nicht mit dem

Thema auseinandergesetzt – und rund 70 Prozent

von ihnen planen das auch nicht für die Zukunft.

Auch die Investitionsbereitschaft in entsprechende

Technologien fällt verhalten aus.

DRY LINER FEIERT PREMIERE IN UK

k Der neue Dry Liner von Krone hat in Großbritannien

Premiere gefeiert: Der nach Code XL

zertifizierte Trockenfrachtkoffer überzeugt durch

herausragende Qualität und setzt gleichzeitig

neue Standards hinsichtlich der Ladungsflexibilität.

Hergestellt wird der Dry Liner in Herzlake

im Emsland; ausgelegt ist das Fahrzeug sowohl

für den britischen als auch den europäischen

Markt. Mit einer Aufsattelhöhe von 1.250 Millimeter

(wie in GB üblich) beträgt die Gesamthöhe

4.100 Millimeter; mit einer Aufsattelhöhe von

1.150 Millimetern (wie auf dem europäischen

Festland gebräuchlich) wird eine Gesamthöhe

von 4.000 Millimeter erreicht. So wird die eindrucksvolle,

in England jedoch standardmäßige

Innenhöhe von 2.700 Millimeter (acht Fuß und

zehn Inches) erlangt. Krone erreicht diese Vielseitigkeit

durch die Nutzung des eigenen, bewährten

Chassisdesigns der Huckepacktrailer-Baureihe

für Schienenverkehr.

Industrie 4.0, die „vierte

industrielle Revolution“, wird

Deutschland bis 2025

610.000

Jobs kosten. Gleichzeitig

können rund eine Million

neue entstehen.

Das Krone-Erfolgsteam aus Großbritannien (v. li.): Gebietsvertriebsleiter

John Wilcock und Fran Pickering, Geschäftsführer

Krone Trailers UK sowie Vertriebsleiter und Key

Account Manager Jason Chipchase.

Fotos: Krone, Mikko Lemola/fotolia

4 trailerforum | FORUM


KURZ NOTIERT

„ECO“ SPART CO 2

Fotos: Krone, picture allianz/dpa, Daimler

DER NEUE KRONE KEP SHUTTLE

Krone unterstreicht

mit seinem neuen

KEP-Shuttle einmal

mehr seine Kompetenz

als Hersteller für alle

Transportaufgaben: Der

Wagen mit einer Nutzlast

von mehr als einer

Tonne überzeugt in der

Praxis mit spannenden Details. An der gewölbten,

patentierten Dachform wird Regenwasser kontrolliert

abgeführt. Die seitliche Schiebetür wird innen über

einen Buzzer entriegelt und nach dem Schließen der

Tür von außen automatisch wieder verriegelt. Beim

Rangieren und Parken hilft eine Rückfahr kamera,

und die aerodynamische Dachhaube sowie die

Seitenverkleidung sparen Kraftstoff.

ZWEI ACHSEN SPAREN MAUT

Seit Oktober ist die Maut für Nutzfahrzeuge neu

geregelt: Mit einer vierachsigen Zugkombination

spart man nun 1,8 Cent pro Kilometer gegenüber

einer fünfachsigen – auf 100.000 Kilometer mautpflichtiger

Fahrleistung also beispielsweise ganze

1.800 Euro. Die verringerte Nutzlast, der vermeintliche

Nachteil der vierachsigen Zugkombination,

kann dabei durchaus kompensiert werden. Krone

bietet ein umfangreiches Programm an Trailern in

zweiachsiger Ausführung, unter anderem den Mega

Liner, den Profi Liner und den Cool Liner. Sie bieten

neben der Mautersparnis unter anderem Vorteile

beim Gewicht, sind günstiger in der Anschaffung

und sparen Treibstoff durch verringerten Rollwiderstand.

Rollende Werbung

Diese Trailer haben für den Auftritt der Maschinenfabrik

Krone auf der Agritechnica geworben. Die

weltweit größte Landtechnikmesse der Welt konnte

Mitte November wieder rund 2.700 Aussteller aus

50 Ländern versammeln. Sie präsentierten

dort ihre Technik und Neuheiten für die gesamte

Agrarbranche. Krone wurde einmal mehr für seine

innovativen Landmaschinen ausgezeichnet.

k Im Rahmen des „Efficiency Run 2015“ testeten Mercedes-Benz und Krone sowie weitere Hersteller

unter der Aufsicht der Dekra aerodynamisch optimierte Zugkombinationen auf existierenden

Relationen der Projektpartner DB Schenker, Spedition Große-Vehne und Spedition Elflein. Die beiden

für den Efficiency Run optimierten Sattelzüge von DB Schenker und der Spedition Große-Vehne

mit einem Krone Profi Liner Eco verbrauchten jeweils rund 12 bis 14 Prozent weniger Kraftstoff

als ein Standard-Sattelzug auf Basis des Fuhrparkbestands 2014. Der Efficiency Run untersuchte

ebenfalls das Potenzial des Lang-Lkws: Der Standard-Lang-Lkw der Spedition Elflein mit Krone-

Dolly erzielte im Test einen Verbrauchsvorteil von rund 17 Prozent gegenüber dem eingesetzten

Standard-Sattelzug im volumenbasierten Transport.

„HIGHWAY PILOT“ ÜBERNIMMT DAS STEUER

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann

(links) und Daimlerchef Bernhard waren auf der autonomen

Premierenfahrt mit an Bord.

k Im Oktober war zum ersten Mal auch in

Deutschland ein selbstfahrender Lkw auf öffentlicher

Straße unterwegs: Der Mercedes Future

Truck, ein Serien-Actros, der vom sogenannten

„Highway Pilot“ gesteuert wird, nutzte die A 8 für

seine Premierentour. Dieser ermöglicht teilautonomes

Fahren: Vorerst wird immer noch ein Fahrer

an Bord sein und auch die volle Kontrolle behalten

– wie der Pilot im Flugzeug. Der Fahrer

kann aber während der Touren auch andere Aufgaben

erledigen, zum Beispiel auf einem Tablet-PC

arbeiten. Die Technik fordert ihn dann zum Beispiel

dazu auf, wieder selbst zu lenken, wenn das

Wetter zu schlecht oder die Fahrbahnmarkierungen

undeutlich sind. Auf der Premierenfahrt mit

an Bord waren Daimler-Truckchef Wolfgang Bernhard,

der prognostizierte, dass die Technik in rund

zehn Jahren serienreif und alltagstauglich sein

wird, und Baden-Württembergs Ministerpräsident

Winfried Kretschmann, der die Technik politisch

unterstützen will – und zwar „auf der Überholspur“.

Schon jetzt soll autonomes Fahren umweltfreundlich

sein und auch sicherer: Das Risiko

menschlicher Fehler durch Unkonzentriertheit

und Müdigkeit fällt dabei so gut wie weg.

»Die Demokratie funktioniert meist im

Schneckentempo, manchmal brauchen

wir aber auch eine Überholspur.«

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, verspricht, mit Hochdruck an

der Zertifizierung und Zulassung autonom fahrender Lkw zu arbeiten.

FORUM |

trailerforum 5


GEMEINSAM

ZUM ZIEL

Foto: Radhoose/fotolia.com

6 trailerforum


TITELSTORY

Vernetzung

Manfred Krüger,

Unternehmensberatung

Move it

Logistikunternehmen benutzen Datenautobahnen inzwischen ebenso selbstverständlich wie die Bundesautobahnen.

Mit moderner Infrastruktur und intelligenter Nutzung der Daten gilt es, zukunftssicher und wertschöpfend

zu planen.

L

ängst ist aus dem Fuhrunternehmen,

das vor ein paar Jahrzehnten

mit robustem Transportgerät

per Handschlag beauftragte Fahrten

durchführte, ein Logistiker mit IT-Anbindung

geworden. Ohne organisierende

Software, Telematik, Track-and-Trace

und ohne intelligente Systeme, die Geld

sparen und höchstmögliche Flexibilität

ermöglichen, geht im modernen Logistikgeschäft

immer weniger. Angesichts

der desolaten Situation der deutschen

Infrastruktur bei gleichzeitig wachsenden

Transportströmen, prophezeien Experten

schon länger den Einsatz übergeordneter

Software zur effizienten

Verkehrsleitung. „Am Ende gewinnt der,

der dort ist, wo auch der Bedarf ist“, erklärt

Manfred Krüger von der Kölner

Unternehmensberatung Move it. Für

ihn führt auf Dauer kein Weg an einer

durch Cloud-Computing unterstützten

»Die Cloud muss

extrem gut, aber nur

einmal gesichert

werden.«

Manfred Krüger, Unternehmensberatung

Move it

Share-Economy vorbei. Sicherheitsprobleme

sieht Krüger in diesem Zusammenhang

eher bei den „alten“ Systemen:

„Wenn man sich die Software-, IT-,

Infra struktur- und Kommunikationsabsicherungen

der meisten Lager anschaut,

bekommt man das kalte Grausen.

Die Cloud dagegen muss zwar

extrem gut, aber eben nur einmal gesichert

werden, das ist überschaubarer

und effektiver“, konstatiert Krüger.

SHARING ALS ZUKUNFTSTREND. Carsharingmodelle

und Mitfahrzentralen demonstrieren

überzeugend, dass sogenannte

Sharingmodelle funktionieren

können. Könnte dies auch eine Lösung

für die Logistikbranche sein? „Die Idee

des Teilens und Nutzens ist ein Megatrend,

dem sich kein Unternehmen in

der Logistik auf Dauer mehr entziehen

kann“, meint Prof. Dr. Heike Simmet,

Leiterin Labor und Multimedia (MuM)

der Hochschule Bremerhaven. Für sie

hat das Zeitalter der Sharing-Economy

bereits begonnen. Frachtbörsen wie

Timocom mögen Vorreiter auf dem Weg

zum bestmöglich genutzten Frachtraum

sein; das Potenzial gemeinsam

Prof. Dr. Heike Simmet,

Leiterin Labor und Multimedia

(MuM) der Hochschule

Bremerhaven

VERNETZUNG |

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Jörn-Peter Struck,

Geschäftsführer von

Cargoline

Dr. Michael Bargl,

Geschäftsführer

IDS Logistik

genutzter Flotten- und Lagerkapazitäten

ist damit aber längst nicht ausgeschöpft.

Simmets Empfehlung: Unternehmen

sollten frühzeitig verlässliche

Partner finden, um so mit der schnellen,

technikgetriebenen Entwicklung Schritt

zu halten. Unternehmensverbünde wie

Cargoline und IDS Logistik, haben der

Entwicklung schon länger Rechnung getragen.

ZUSAMMENSCHLUSS DES MITTELSTANDS.

„Der Erfolg der Verlader hängt zunehmend

von der Qualität seines Logistikdienstleisters

ab“, sagt Jörn Peter Struck,

Geschäftsführer der Cargoline. Ein eingespieltes

Netzwerk sei essentiell, so

Struck. „Ein Transporteur allein kann

nicht überall dort ein Terminal vorhalten,

wo er es benötigen würde, um die

heute geforderte Flächendeckung zu

erreichen.“ Der Zusammenschluss großer

regionaler Speditionen schafft aber

nicht nur die benötigte Umschlags- und

auch Lagerkapaziät europaweit, sondern

ermöglicht auch eine Optimierung

des Transportsystems. Durch die

gemeinsame Vorhaltung eines Wechselbrückenpools

können die Akteure die

EDV-gesteuerten Ladeeinheiten maximal

einsetzen und ausnutzen. „Die

Wechselbrücken von Krone werden unseren

hohen Anforderungen gerecht:

gute Qualität und hohe Verfügbarkeit.

Dazu kommen niedrigere Verbrauchswerte

durch die bessere Aerodynamik

der Glattwand-Wechselbrücken, da gibt

Die Stückgutkooperation IDS setzt auf innovative Softwarelösungen.

es für uns kaum Alternativen“, erklärt

Struck. In der Zukunft werde es auch für

Cargoline verstärkt um eine intelligent

funktionierende Softwaresteuerung gehen,

um alle Bereiche ideal zu verknüpfen,

ist er überzeugt.

BESCHLEUNIGUNG DURCH DATENANALYSE.

Bei der Stückgutkooperation IDS hat

man neben den Vorteilen der gemeinsamen

Nutzung von Lagern und Transporteinheiten

auch die Softwareentwicklung

im Blick und entwickelt diese

weiter. Das reicht bis zur direkten Kundenansprache,

für die jene Daten genutzt

werden, die durch das System

gewonnen wurden und nun kundengerecht

gezielt eingesetzt werden: Holt

ein Versand spediteur eine Sendung ab

und scannt sie in seinem Lager, erhält

der Privatempfänger automatisch eine

E-Mail mit den genauen Sendungsdaten

und einem vierstündigen Zeitfenster für

die Zustellung. IDS sagt bei Entfernungen

bis 600 Kilometer einen 24-Stunden-

Service zu, bei weiteren Strecken sind es

48 Stunden. Bei telefonischer Avisierung

sind Sendungen für Privatkunden von

Haus zu Haus nach IDS-Angaben drei bis

vier Tage unterwegs. „Das liegt daran,

dass sie im Schnitt 2,2 Tage in der Halle

liegen, bis der Empfänger erreicht werden

konnte, um einen Zustellungstermin

zu vereinbaren“, erläutert IDS-Geschäftsführer

Dr. Michael Bargl. Eine Avisie rung

des Kunden per E-Mail hat nicht nur

den Vorteil der zeit- und ortsunabhängigen

Benachrichtigung, sondern erhöht

auch die Trefferquote und reduziert

Lagerfläche. Dem zunehmenden Kosten­

Foto: IDS

8 trailerforum | VERNETZUNG


Prof. Dr. Michael ten Hompel,

geschäftsführender Institutsleiter

am Fraunhofer-Institut für

Materialfluss und Logistik

Elmar Fünfer,

Department Head Technics/

Technical Purchase bei Dachser

Jens Müller,

Head of Network Management/

Organization bei Dachser

druck möchte Bargl mit Transparenz begegnen: Die Kostentreiber

müssen dem Kunden gegenüber benannt werden und

die Prozesse durch Zusammenschlüsse von Transporteuren

und gemeinschaftliche Digitalisierung optimiert werden, ist er

überzeugt.

DAS INTERNET DER DINGE. Die Erhöhung von Prozessgeschwindigkeiten

gelingt zunehmend durch neue Technologien. Mit

Techniken wie WLAN oder GPRS lassen sich Hard- und Software

vernetzen und Prozesse besser organisieren, analysieren

und optimieren. Eine steigende Automatisierung ist die Folge.

Eine hohe Flexibilität durch dezentrale und serviceorientierte

Organisations- und Steuerungsstrukturen wird für die Logistiker

immer wichtiger. Doch für die gemeinsame Nutzung von

Kapazitäten wird eine standardisierte Anbindungsmöglichkeit

an den Datenfluss nötig werden. Die

Schlagworte lauten Cloud und Industrie

4.0: „Der größte Vorteil der Cloud ist eine

einheitliche Softwareumgebung. Das Internet

ist der beste Beweis für diese Art

Konvergenz. Wir müssen vor allem das

Problem lösen, wie man in die Cloud hineinkommt

– dieser Weg ist entscheidend.

Alle konventionellen Softwaresysteme

müssen über universelle Schnittstellen

angebunden werden können, um Altsysteme

zu ersetzen“, gibt Prof. Dr. Michael

ten Hompel vom Fraunhofer-Institut in

Dortmund zu bedenken.

»Letzten Endes

muss immer

etwas transportiert

werden.«

Wolfgang Janda, Schenker AG

STANDARDISIERUNGEN ALS WEGBEREITER. Standardisierungen

und die Nutzung von Synergien spielen auch bei den Großen

der Branche eine Rolle. Allerdings haben Dachser, Schenker

AG und die Post/DHL jeder für sich so gewaltige Kapazitäten,

dass diese Maßnahmen konzernintern erfolgen. Jens Müller,

Head of Network Management/Organization bei Dachser,

weist auf die Notwendigkeit eines flächendeckenden Netzwerks

mit eigenen Standorten hin, das über ein standardisiertes

Equipment verfügt. Auch Dachser bedient sich in seinen

Europa verkehren mit Industriegütern aus einem Wechselbrückenpool.

Die Standardisierung der Brücken sowie der Auflieger

kostete den Großlogistiker im Europaaufbau zwar einige

Mühen, sie sorgt jetzt aber für geschmeidige Prozesse. Darüber

hinaus bringt Dachser in allen Niederlassungen dieselben

eigenentwickelten und tief integrierten Kernsysteme für das

Transport und Warehouse Management zum Einsatz. Selbstverständlich

sind auch die Daten zu Fahrzeugen, Trailern und

Brücken in die Erfassung eingebunden.

E-Commerce und veränderte Lebensbedingungen werden

den Markt vor allem im B2C-Bereich stark verändern, ist sich

Müller sicher. „Die Menschen arbeiten tagsüber und können

Sendungen nicht empfangen, deshalb werden sich in der Zukunft

die Lieferzeiten weiter flexibilisieren“,

so Müller. Hier kann er sich auch

eine Bündelung der Ladekapazitäten vorstellen.

Elmar Fünfer, Department Head

Technics/Technical Purchase bei Dachser,

verweist auf die Innovationfreude seines

Unternehmens – man teste alternative

Antriebe ebenso wie kraftstoffsparende

und dadurch CO₂-minimierend gezogene

Einheiten. Krone sei dabei ein wichtiger

Partner, das gelte für die Glattwand-

Wechselbrückenkoffer ebenso wie für die

Modulbauweise des Fahrzeugwerks.

TRANSPORT DER ZUKUNFT. So sieht man das auch bei DB

Schenker Logistics. „Das Fahrzeugwerk Bernard Krone ist bei

uns die Nummer eins für Wechselaufbauten“, sagt Wolfgang

Janda, Senior Vice President System Freight bei der Schenker

AG. Das Unternehmen schätzt vor allem die glattwandigen

Doppelstockbrücken von Krone. Noch in diesem Jahr

werde man weitere 2.000 Planenwechselbrücken gegen die

Glattwandkoffer tauschen. Durch die Standardisierung

Wolfgang Janda,

Senior Vice President System

Freight bei der Schenker AG

VERNETZUNG |

trailerforum 9


TRANSPORTNETZWERKE

Laut einer Studie der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services (SCS) ist und bleibt der Stückgutmarkt eine der wichtigsten

Säulen des deutschen Logistikmarkts. Hängt er einerseits am Erfolg der Gesamtwirtschaft, so sind andererseits Industrieund

Handelsunternehmen auf gut funktionierende, erfolgreiche Transportnetzstrukturen angewiesen. Der Standort Deutschland

profitiert dabei von der hohen Qualität seiner Logistiknetze.

Stabilität und Netzsicherheit hat man daher auch bei der Stückgutkooperation VTL als entscheidende Faktoren im Stückgutsegment

ausgemacht und eine enge Zusammenarbeit mit ILN und S.T.a.R vereinbart. Der Einfluss des E-Commerce ist nicht

nur im KEP-Bereich die treibende Kraft – mit der Folge: Auch im Stückgutbereich sinken die Sendungsgewichte bei steigenden

Sendungszahlen. Stückgutspezialist Hellmann setzt deshalb auch auf KEP, und UPS, einer der weltgrößten Paketdienstleister, ist

im Bereich Supply-Chain-Dienstleistungen unterwegs. Ein eigenes internationales Transportnetzwerk bildet die DPD Group für die

Firma Geopost, die wiederum eine 100-prozentige Tochter der französischen La Poste ist. Deutlich auf den KEP-Bereich spezialisiert,

befördert man hier im europäischen Raum täglich rund drei Millionen Pakete.

Der Mitbewerber GLS bringt es in Deutschland auf 436 Millionen Pakete im Jahr. Auch hier hat man der zunehmenden Verflechtung

von Stückgut und KEP Rechnung getragen: DB Schenker Logistics und die GLS-Gruppe haben eine strategische Partnerschaft

auf europäischer Ebene geschlossen. Der europaweit tätige Paketdienst GLS wird für die DB-Tochter DB Schenker Logistics Pakete

zustellen und Schenker für GLS Stückguttransporte (Paletten) abwickeln.

Die Otto-Group-Tochter Hermes konzentriert sich auf den Bereich E-Commerce: Stückguttransporte sind hier ebenso an der Tagesordnung

wie der Paketdienst. Mithilfe von IT-Lösungen möchte man alle Möglichkeiten nutzen, die die digitale Transformation

bietet, und einer der wichtigsten Logistikpartner für E-Commerce-Akteure jeder Größe werden.

Matthias Bohm,

Nutzfahrzeugeinkäufer bei

der Deutschen Post

der Aufbauten und Prozesse könnten

dann die Brücken frei im eigenen europäischen

Netz mit 36 Ländern eingesetzt

werden, so Janda. Die elektronische Erfassung

sei inzwischen ebenso Standard;

die Wechselbrücken können jederzeit

über GPS geortet werden. Janda macht

sich keine Sorgen über die Zukunft.

Selbst wenn die Teilelogistik umgestellt

und in Zukunft teilweise per 3-D-Drucker

abgewickelt würde, mache ihn das

nicht bange, denn: „Letzten Endes muss

immer etwas transportiert werden“, ist

er überzeugt – und seien es auch nur die

Rohstoffe, mit denen der Drucker arbeitet.

„Wir sind in 36 Ländern vertreten,

wir müssen die Kunden nur fragen, wohin

etwas in Europa gelangen soll, der

Rest ist kein Problem. Durch das eigene

geschlossene Netz in allen Ländern

Europas können wir unseren Kunden

für diese neue Entwicklung auch wieder

eine einheitliche Lösung beziehungsweise

Leistung aus einer Hand anbieten“.

VERBRAUCH ALS PREISMARKE. Bei der

Post sieht es ähnlich aus. Man setzt

auf die glattwandigen Wechselbrücken

von Krone, und dort, wo die Wechselbrücken

nicht eingesetzt werden können,

schätzt man die hohe Qualität der

Auflieger des Fahrzeugwerks. Bei den

Bonnern geht es bezüglich technischer

Innovationen fast immer um Kraftstoffsenkung

und CO₂-Einsparung. „60 bis

»60 bis 70 Prozent

der Transportkosten

entstehen

durch Kraftstoffverbräuche.«

Matthias Bohm, Deutsche Post

70 Prozent der Transportkosten entstehen

durch Kraftstoffverbräuche, darauf

muss unser Hauptaugenmerk liegen“,

erklärt Matthias Bohm, Nutzfahrzeugeinkäufer

bei der Deutschen Post. Die

Trailerindustrie wird diesen Weg mitgehen,

ist sich Bohm sicher. Es werde neben

allen Steuerungsoptimierungen per Software

auch immer wieder um die Hardware

gehen – Aerodynamik, Gewicht,

Rollwiderstände und Stapelfähigkeit.

Denn auch Platz sei ein kostbares Gut,

so Bohm. Die Post experimentiere ausgiebig

mit alternativen Antrieben, Bonn

wird CO₂-frei mit Elektrofahrzeugen beliefert.

„Die Post stellt sich hier schon einmal

richtig auf, denn die EU wird immer

engere Vorgaben machen.“ Eine stärkere

Globalisierung der Trailerschmieden

würde Nutzfahrzeugspezialist Bohm die

Arbeit leichter machen – dann hätte er

nur einen Ansprechpartner.

NEUE IDEEN GESUCHT. Immer häufiger

verkaufen Logistiker nicht mehr nur einen

günstigen Transport von A nach B,

vielmehr bieten sie integrierte Lösungen

an. Das gilt sowohl im Stückgut- als

auch im KEP-Bereich. Doch es zeigt sich,

dass gute Ideen allein nicht genügen. Vor

wenigen Jahren kam der Wunsch nach

Fotos: Cargoline, IDS, IML, Dachser, DB Schenker, Deutsche Post, Move it, privat

10 trailerforum | VERNETZUNG


One-Day-Delivery auf: Freie Kapazitäten

in der Citylogistik nutzen, um günstig

und schnell Sendungen an den Mann

zu bringen, schien eine vielversprechende

Geschäftsidee zu sein. Doch die Website

Bringbee.ch ist offline: Dem Lieferservice,

der Kurierkapazitäten in einem

urbanen Umfeld nutzt, um Sendungen

für seine Kunden als „Trittbrettfahrer“

mitzugeben, fehlten „vor allem strategische

Partner und Handelspartner,

die Bringbee für ihre Lieferungen nutzen

möchten“, so die Macher von Bringbee.

Es habe großartig funktioniert, nur

nicht oft genug und mit überschaubarem

Wachstum. Die gleiche Idee setzte

der Kurierdienstanbieter Tiramizoo

deutlich erfolgreicher am Markt durch.

Dieser Vorreiter in Sachen One-Day-Delivery

konnte Daimler mit seinem Konzept

überzeugen. Der Autokonzern stieg

nicht nur bei Tiramizoo ein, er nutzt den

Dienst auch für seine örtliche Ersatzteillogistik.

DPD stieg ebenfalls ein und integrierte

das Münchner Unternehmen

in seinen Expresslieferdienst DPD now.

Auch bei DPD informiert man übrigens

mit dem Zustellservice „Predict“ Kunden

per Mail über das voraussichtliche

Eintreffen ihrer Sendungen.

LENKUNG VON WAREN UND VERKEHR. Der

Einsatz von Kameras und Scannern ist

bei den KEP-Anbietern DPD, GLS, Hermes,

UPS, VTL und der Hellmann KG, die

KEP und Stückgut fährt, längst Alltag.

Alle streben die Echtzeitüberwachung

an: Es wird zunehmend wichtig, nicht

nur die Sendungen zu überwachen und

zu schützen, sondern auch deren Transport

zu optimieren. Frühe Informationen

sorgen dabei für eine rechtzeitige

Problembewältigung. Krone liefert dazu

telematikgebundene Sicherungssysteme

wie drahtdurchzogene Planen, um seinen

Kunden eine solche Überwachung

zu ermöglichen. Krone-Geschäftsführer

Ralf Faust gibt einen Ausblick, wohin die

Reise mit der Telematik noch führt: „Es

geht nicht allein um den Straßengüterverkehr,

sondern um den generellen Einsatz

telematischer Dienste. In absehbarer

Zeit werden die Verkehrsströme viel

besser gelenkt. Mit steigender Durchdringung

von telematischen Diensten

funktioniert das immer besser.“

Manfred Krüger von Move it bringt es

noch einmal auf den Punkt: „Der gesamte

Mittelstand müsste idealerweise seine

Informationsverarbeitung zentral in der

Cloud organisieren. Ich brauche die Einzelinformationen

ja theoretisch nur einmal.

Dann könnte ich eine Optimierung

starten, deren Ergebnis den passgenauen

Weg meiner Ware durch das Transportnetz

zeigt. Es kommt gar nicht so

sehr auf die Bereitstellung von neuen

Hubs an, sondern auf ein bestmöglich

funktionierendes Netzwerk mit gebündelten

Informationen.“ Halb volle oder

leere Fahrzeuge, welche die überlastete

Infrastruktur verstopfen, gehören so der

Vergangenheit an. Krüger betont, dass

nur gemeinsame Lösungswege zum Ziel

führen. „Die meisten versuchen, sich an

den falschen Stellen zu differenzieren,

denn eines ist ja klar: Gleiche Probleme

bedürfen gleicher Lösungen.“

Ralf Faust,

Geschäftsführer Kundendienst/Service/Telematik

bei Krone

Fotos: Tiramizoo, Krone

Als Vorreiter in puncto „One-Day-Delivery“ hat sich Tiramizoo am Markt etabliert. Satellitentechnik (re.) soll die Echtzeitüberwachung von Sendungen

möglich machen.

VERNETZUNG |

trailerforum 11


FAKTEN

Mit dem Internet

verbundene Fahrzeuge

6,5

Millionen

Westeuropa

Vernetzung in Zahlen

45

Millionen

Weltweit

48

Millionen

210

Millionen

Nutzer sozialer

Netzwerke nach Ländern

im Jahr 2013

Frankreich

23,7

Millionen

Deutschland

32,4

Millionen

China

366,2

Millionen

2011 2016

122,6

Nutzer sozialer

Netzwerke weltweit

26,9 %

der Weltbevölkerung

Zum Jahreswechsel 2014/2015

umfasste die Weltbevölkerung

rund 7,28 Milliarden Menschen.

Vernetzte Autos

Weltweites Marktvolumen

von Connected-Car-Technologien

in Milliarden Euro

40,3

2010

2015

2018

0,97 Milliarden

1,96 Milliarden

2,44 Milliarden

2016

2021

Geniale

Spinnerei

Zugfestigkeit der

Spinnenseide

einer Kreuzspinne:

10 Gigapascal

Durchmesser

eines Fadens im

Spinnennetz: etwa

1– 4 Mikrometer

12 trailerforum | FAKTEN

Spinnenseide

kann stärker

belastet werden

als Stahl – und

ist trotzdem um

ein Mehrfaches

seiner Länge

dehnbar.

Das menschliche Gehirn

setzt sich aus cirka

100 Milliarden Nervenzellen

zusammen. Diese Nervenzellen sind über

Tausende von Synapsen

miteinander vernetzt.

So nutzen deutsche

Unternehmen einzelne

Web-2.0-Anwendungen,

wenn sie die Technologien

grundsätzlich verwenden.

(im Jahr 2010, nach Anwendungstyp

und Unternehmensgröße)

alle Unternehmen

5–49 Beschäftigte

mehr als 50 Beschäftigte

50

54

33

soziale

Netzwerke

41

In Brüssel sind

30.000

Lobbyisten

aktiv.

36

59

Kooperationsplattformen

39

39

Wikis

40

25

27

16

Blogs oder

Microblogs

Illustration: Manuela Heins / Quellen: Statista, Der Spiegel, Südseiten Magazin, Euractiv.de


ABHOLER

Unsere Kunden

GUTE FAHRT

Diese Kunden freuen sich über ihre neuen Fahrzeuge. Sie legten beim Kauf unter anderem

Wert auf hohe Sicherheit oder wünschten sich eine außergewöhnliche Beschriftung.

Die Spedition K&K Herrmann ist seit Jahren aktiver Unterstützer des FC

Energie Cottbus. Sie erweiterte ihren Fuhrpark um einen zweiten Themenauflieger

mit FC-Energie-Beschriftung.

Die inhabergeführte Spedition Peiffer aus Kassel setzt aus Überzeugung

auf einen hauseigenen Fuhrpark: Seit kurzem wird er von

diesem Profi Liner von Krone verstärkt.

Das britische Frachtunternehmen Kersey Freight hat 15 Koffersattelauflieger aus

der Krone Dry Liner Baureihe in Empfang genommen. Sie bieten viel Ladekapazität

und bestmöglichen Schutz vor Einbrüchen – mit Ausstattungsmerkmalen wie

Hecktüren mit innenliegenden Drehstangenverschlüssen, bei denen die Scharnierbolzen

nicht von außen zugänglich sind.

Günter Duwensee von der

Duwensee Spedition & Lagerhaus

GmbH mit Sitz in Heusenstamm

(Hessen) nahm einen neuen

Profi Liner in Empfang. Duwensee

Spedition & Lagerhaus ist Partner

für Industrie und Handel in den

Bereichen Stückgut, europaweite

Teil- und Komplettladungen,

Gefahrguttransporte sowie Lagermanagement

– mit Schwerpunkt

auf Transporten nach England

und Irland.

Fotos: Krone

Einen Profi Liner Plateauauflieger

übergab Krone-Regionalvertriebsleiter

Ralf Untiedt an Jörg Fleischer,

Geschäftsführer der Schwerlast

Spedition W&F Franke aus Bremen.

Das Unternehmen führt sowohl

Großraum- und Schwertransporte als

auch konventionelle Ladungsverkehre

(national/international) durch.

Die Hauptauftraggeber kommen aus

den Branchen Onshore-Windkraft,

Luft- und Raumfahrt, Anlagen- und

Maschinenbau, Landmaschinen sowie

der Bauindustrie.

Die dänische Reederei DFDS hat für ihren Geschäftsbereich DFDS

Logistics 503 Krone-Auflieger bestellt. Einen davon nimmt hier

Kevin Whorlton, Fleet Manager bei DFDS, entgegen.

ABHOLER |

trailerforum 13


INFOGRAFIK SZENE

Mega Liner Automotive

INTELLIGENTE ANLIEFERUNG

Die vormontierten Vorderund

Hinterachsen werden

mit dem Rahmen verbunden.

Die vormontierte Motor- und

Getriebeeinheit wird mit

dem Rahmen verbunden.

Die beiden Rahmenlängsträger

werden für die

Montage vorbereitet.

Logistik

A1

B2

Logistik

A2

B1

B3

Logistik

B5

Rahmenlängsträger

Achsen

Motoren und Getriebe

Überarbeitete Zentralverriegelung

Hydraulische Fanghaken fassen die Planenhaken – so halten

und spannen sie die Plane in der Vertikalen.

Anpassung der Planenspannung

Horizontal wird die Plane über einen Ratschenhebel

gespannt. Die vertikale Spannung der EasyTarp-Plane kann

über eine verstellbare Spannöse nachjustiert werden.

Höhenverstellbares Dach

Das Verdeckgestell des Mega Liner Automotive lässt sich

beim Be- und Entladen um 450 Millimeter in der Höhe

verstellen. Die Fahrhöhe bietet zwei Stufen mit einer

Innenhöhe von 2,90 und 3,00 Metern. Für die effiziente Beund

Entladung lässt sich das Dach zu beiden Seiten variabel

liften.

Höhenvariable EasyTarp-Plane

Durch eine praktische Klettbefestigung lässt sich die

EasyTarp-Plane je nach Dachhöhe ein- oder ausfalten.

14 trailerforum | IN SZENE


MAN Produktionshalle F1 bis F3

D

ie Zulieferer der Automobilindustrie müssen täglich beweisen, dass sie den hohen Ansprüchen der Branche

gerecht werden. Deshalb brauchen sie besonders zuverlässige und intelligente Fahrzeuge. Mit dem

Mega Liner Automotive hat Krone dafür einen Trailer mit vielen gut durchdachten Details und spürbaren

Effizienzvorteilen im Programm. Er ist beispielsweise beim Lkw-Hersteller MAN in München im Einsatz. Der Mega

Liner liefert dort die Teile für die Endmontage der Zugmaschinen. Wir werfen hier einen Blick in die Produktionshalle

und zeigen, mit welchen Ausstattungsmerkmalen der Mega Liner Automotive in der Praxis überzeugt: Das

ausgereifte Konzept des Trailers mit dem praktischen Roof Lift wurde hier mit einer in der Höhe variablen Plane

und einer Weiterentwicklung des innovativen Planenschnellverschlusses EasyTarp kombiniert. Krone geht damit

auf die Wünsche von Automotive-Logistikspezialisten wie Seifert, Große-Vehne und Cotrans ein und hat tief in

die Innovationskiste gegriffen.

Die Tankvarianten werden je

nach gewünschter Ausstattung

montiert.

Das Anbringen der Räder ist der

letzte Schritt: Damit ist die

Montage des Trucks abgeschlossen.

Fläche: 38.000 m 2

Bandlänge: 800 m

Stationen: 79

Bandabschnitt A

A1 Rahmenbau, Komponenten, Achseinbau

A2 Chassislackierung

Bandabschnitt B

B1 Vormontagen

B2 Anbauteile, Leitungsverlegung, Antriebsstrang

B3 Vormontagen

B4 Module

B5 Fahrerhaus-Aufsetzen

Bandabschnitt C

C1 Räder, Befüllung

C2 Inbetriebnahme

C3 Prüflinie, Ablieferung ZP8

C4 Finish

B3

B4

Fahrerhaus

Ausstattung

B3

C1

C2

Audit

C3

Tanks

Räder

C4

Intuitives Prinzip

Über einen Hydraulikhebel und Feststellhebel an der

Eckrunge sowie durch Höheneinstellplatten an den Eck- und

Mittelrungen lässt sich die Dachhöhe einstellen.

Maximale Ladehöhe

Das Hubdach ermöglicht auch das einfache und zeiteffiziente

Beladen von hohem Ladegut, beispielsweise gestapelten

Autoreifen oder bis zu drei Gitterboxen übereinander. Die

schmalen Außenbäume bieten eine Gitterboxenbreite bis

unter die Querspiegel.

3x

Illustration: Volker Römer

IN SZENE |

trailerforum 15


PORTRÄT

Gebrüder Weiss

NAHTLOSE TRANSPORTLOGISTIK

RUND UM DEN ERDBALL

Das „orange Netzwerk“ des österreichischen Familienkonzerns Gebrüder Weiss ist weltweit in 27 Ländern präsent. Heidi Senger-Weiss,

Gesellschafterin und Aufsichtsrätin, wurde jüngst als erste Frau überhaupt in die „Logistics Hall of Fame“ aufgenommen.

M

it nur 27 Jahren muss Heidegunde „Heidi“ Senger-Weiss im Jahr

1968 Verantwortung für eine Firma mit knapp 1.000 Mitarbeitern

übernehmen: Nach dem überraschenden Tod ihres Vaters Ferdinand

steht sie gemeinsam mit ihrem Mann Paul von einem Tag auf den anderen

an der Spitze der Gebrüder Weiss. Sie nimmt die Herausforderung an

und setzt sich durch: Das Unternehmen ist heute ein international erfolgreicher

Mobilitätskonzern und zählt mit über 150 Standorten in 27 Ländern

und 6.000 Mitarbeitern zu den weltweit führenden Transport- und Logistikunternehmen.

Besonders von Mitteleuropa bis Vorderasien mit derzeit 1.179 Linienverkehren

verfügt Gebrüder Weiss über eines der leistungsstärksten Netzwerke

der Branche. Mit knapp 500 Jahren Geschichte gilt es zudem als das älteste

Speditionsunternehmen Österreichs. Neben den Hauptgeschäftsbereichen

Landtransporte, Luft- und Seefracht sowie Logistik sind unter dem Dach

der Gebrüder Weiss Holding AG mit Sitz im österreichischen Lauterach

auch eine Reihe von hoch spezialisierten Branchenlösungen und Tochterunternehmen

angesiedelt. Diese Bündelung ermöglicht es dem Konzern,

der sich auch als das „orange Netzwerk“ bezeichnet, schnell und flexibel auf

Kundenbedürfnisse zu reagieren. Dabei ist es nach wie vor ein Familienbetrieb

mit starken Wurzeln in der Alpen-Donau-Region.

Nachhaltiger Vorreiter

Mit einer Vielzahl an ökologischen, ökonomischen und sozialen Maßnahmen

gilt Gebrüder Weiss heute auch als Vorreiter in puncto nachhaltigen

Wirtschaftens. Das ist für Heidi Senger-Weiss, die nach wie vor als Gesellschafterin

und Aufsichtsrätin aktiv ist, immer ein besonders wichtiger

Punkt ihrer Arbeit gewesen. Sie gilt heute aber auch weit über die Grenzen

des eigenen Unternehmens hinaus als Botschafterin der Logistik, der die

gesamte europäische Branche Respekt zollt. Deshalb wurde sie jüngst in die

„Logistics Hall of Fame“ aufgenommen – als erste Frau überhaupt. Die Jury

erklärt, sie habe zahlreiche Impulse in der Unternehmensführung, Internationalisierung

und Mitarbeitermotivation gesetzt und damit zur Professionalisierung

der Branche maßgeblich beigetragen.

Das Unternehmen Gebrüder Weiss will eben immer mehr erreichen

als nur wirtschaftlichen Erfolg – auch wenn der selbstverständlich die

Fotos: Gebrüder Weiss

16 trailerforum | PORTRÄT


Basis bildet. „Finanzielle Stabilität und Unabhängigkeit sind

die Grundfeste unseres Handelns“, erklärt Wolfram Senger-

Weiss, Finanzvorstand von Gebrüder Weiss. Von Dun & Bradstreet,

einem renommierten amerikanischen Wirtschaftsinformationsdienstleister,

erhielt das Unternehmen wiederholt

die Bonitätsbestnote. Im Rahmen des Zukunftsprogramms

„Agenda 2020“ wurden allein im Jahr 2014 rund 56,4 Millionen

Euro in den Ausbau von Netzwerk, Standorten und Infrastruktur

investiert. Im gleichen Jahr konnte erstmals in der

Unter nehmensgeschichte die Nettoumsatzgrenze von 1,2 Milliarden

Euro übersprungen werden. Wolfgang Niessner, seit

2005 Vorstandsvorsitzender, sagt: „Auch Wertschöpfung und

Cashflow konnten bei hohem Investitionsvolumen und stabiler

Eigenkapitaldecke gesteigert werden.“

Vertrauen in die Krone-Qualität

Eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür ist ein zuverlässiger,

hochwertiger Fuhrpark – für Gebrüder Weiss ein guter

Grund, auf das Fahrzeugwerk Krone zu setzen. „Wir arbeiten

seit vielen Jahren sehr partnerschaftlich zusammen“, sagt Zentraleinkäufer

Marco Petru, „besonders zufrieden sind wir mit

dem individuellen und länderspezifischen Support, den Krone

flächendeckend für alle unsere Fuhrparks erbringt.“ Momentan

sind bei Gebrüder Weiss rund 680 Auflieger und Anhänger

von Krone im Einsatz.

Die Lastzüge fahren zum Beispiel die neue Logistikanlage

in Brünn an, die das Unternehmen im Sommer bezogen hat:

Die Anlage dient als Verteilzentrum für Tschechien, Ungarn,

Österreich und Polen. Der Standort Hall in Tirol wurde um ein

neues Logistikterminal von 1.000 Quadratmeter Fläche erweitert.

Auch im bulgarischen Sofia entstand ein neues, rund

57.000 Quadratmeter großes Logistikzentrum. Und schließlich

zog auch die Firmenzentrale selbst in das neue Gebäude

in Lauterach (Vorarlberg) ein. „Nur ein finanziell gesundes Unternehmen

kann nachhaltig agieren und seiner gesellschaftlichen

Verantwortung nachkommen“, erklärt Wolfram Senger-

Weiss. „Wir können es uns weiterhin leisten.“

Mit rund 35 Prozent der Konzernwertschöpfung beziehungsweise

10,6 Millionen Sendungen jährlich ist der Bereich „Nationaler

und Internationaler Landverkehr“ unangefochten der Umsatzbringer

des Konzerns. „Grundpfeiler des Erfolgs sind unser

Partnernetzwerk ‚System Alliance Europe‘ sowie die flächendeckende

Einführung unserer Hauszustellung ‚Gebrüder Weiss

pro.line home‘ in Österreich und in mehreren zentral- und osteuropäischen

Ländern“, erklärt Niessner. Im Bereich Air and

Sea wird das Sammelgutprodukt Gebrüder Weiss consolution

mit standardisierten Servicelevels und direkten Seefahrtlinien

kontinuierlich ausgebaut. Mit einem Vorjahresplus von 20 Prozent

legte dieser Bereich umsatzmäßig am stärksten zu. Auch

im Bahnbereich konnte Gebrüder Weiss sein Ergebnis trotz

widriger Umstände steigern: Fünfmal pro Woche verlässt der

„Bodenseeshuttle“ den vorarlbergischen Güterbahnhof Wolfurt

in Richtung deutsche Seehäfen (Hamburg, Bremerhaven). Mit

einer Jahreskapazität von 12.000 TEU bietet der von Rail Cargo

Austria und Gebrüder Weiss gemeinsam betriebene Containerzug

eine umweltschonende Alternative zum Lkw-Verkehr.

Vier Kernwerte

In allen Geschäfts bereichen wird immer wieder deutlich, dass

Gebrüder Weiss sich vier Kern werten verschrieben hat: Unabhängigkeit,

Nachhaltigkeit, Engagement und Service-Excellence.

Besonders Heidi Senger-Weiss persönlich hat sich bereits

früh für soziale Verantwortung in der Logistik eingesetzt.

Sie zieht auch in die „Logistics Hall of Fame“ ein, weil sie sich

immer für den Fortbestand von Familien unternehmen und ihrer

Werte verdient gemacht hat. Die Branche spricht respektvoll

als „Grande Dame der öster reichischen Transportlogistik“

von ihr. Eine Grande Dame mit orangem Herzen.

Zur Person

Wolfram Senger-Weiss,

Finanzvorstand von Gebrüder

Weiss, ist gemeinsam mit seinem

Bruder Heinz seit 2005

im Vorstand des Familienunternehmens

aktiv. Er hat

nach seinem Studium an der

Wirt schaftsuniversität Wien

in der Industrie gearbeitet:

als Vorstandsassistent der

Berndorf AG und im Management

eines Start-ups in den

USA. Nach einer postgradualen

Ausbildung ging er 2003

ins Unternehmen.

Seit 2012 ist er Präsident des

Zentralverbands Spedition &

Logistik.

Kontinuierliches Wachstum

Mit dem Markteintritt in Russland und den jüngsten Standorten

in der Türkei und Georgien wurde in den vergangenen

Jahren eine geografische Lücke im Netzwerk geschlossen. Mittlerweile

betreibt Gebrüder Weiss auch Sammelgutverbindungen

von Passau und Wien/Langenzersdorf nach Georgien und

Turkmenistan. Transportiert werden vorwiegend Agrarprodukte,

Maschinenteile und medizinische Ausrüstung. Die neue

Niederlassung in Sofia fungiert hierbei als Drehscheibe in Richtung

Zentralasien.

Das älteste Speditionsunternehmen Österreichs setzt auf einen modernen Fuhrpark.

PORTRÄT |

trailerforum 17


INTERVIEW

Krone-Qualitätsmanagement

POTENZIALE ZUR OPTIMIERUNG

GIBT ES IMMER

Zur Person

Gerold Wenisch ist als

Geschäftsführer für den

Bereich Produktion und

Materialwirtschaft im

Fahrzeugwerk Krone

verantwortlich.

D

Die Marke Krone steht für ein

Qualitätsversprechen an die

Kun den. Wie man Gutes noch

besser machen kann, erklären Gerold

Wenisch, Geschäftsführer für den Bereich

Produktion und Materialwirtschaft

bei Krone, und Ralf Faust, Geschäftsführer

für Kundendienst, Service und Telematik.

Der Trailermarkt ist hart umkämpft: Wie

schafft es Krone, sich auf diesem Markt

immer wieder zu beweisen?

Wenisch: Inhabergeführte Unternehmen

wie wir können sehr gut auf Kundenwünsche

eingehen – in puncto Qualität wie

auch im Bereich der Produktausführung.

Krone produziert ein Erzeugnis wie den

Trailer in hohen Stückzahlen und geht

dabei trotzdem auf individuelle Wünsche

des einzelnen Kunden in Bezug auf

Ausstattung und Gestaltung der Fahrzeuge

ein. Der standardisierte Trailer ist

für uns nicht zwingend die alleinige Basis

unseres Geschäftsmodells.

Faust: Und das gepaart mit Dienstleistungen,

die wir ebenfalls sehr individuell

auf den Kunden zuschneiden. Wir begleiten

ihn über den gesamten Lebensweg

des Trailers hinweg sehr intensiv – von

der Garantie- und Kulanzabwicklung

bis hin zur modernen Telematik. Das

sind Produkte, die sich in der Digitalisierung

und Telematik abspielen aus dem

Service bereich, aber beispielsweise auch

Finanzierungsmöglichkeiten, die das Eigenkapital

des Kunden schonen. Der

hohe Qualitätsanspruch, den die Kunden

an Krone haben, spiegelt sich dann auch

im Restwert wider. Trailer haben in Europa

inzwischen ein Durchschnittsalter

von etwa neun Jahren, die Investitionszyklen

haben sich nach der Finanzkrise

geändert. Insbesondere unsere neuen

Produkte sind nach wie vor auch auf dem

Gebrauchtmarkt hochbegehrt. Der Kunde

hat damit letztlich einen deutlichen

Vorteil, wenn er sich für unsere Fahrzeuge

entscheidet.

Krone hat schon immer einen hohen Anspruch

an Qualität bewiesen: Was kann

man da noch besser machen?

Faust: Wir schauen immer wieder bis

auf die kleinsten Bausteine in der Prozesskette

unserer Produktion und stellen

alles auf den Prüfstand. Wir hinterfragen

bei jedem Detail, ob wir damit dem Kunden

unseren Qualitätsanspruch beweisen

können oder ob wir eventuell etwas

optimieren müssen beziehungsweise

wollen. Diese Frage muss man sich immer

stellen, um nicht nachlässig zu werden.

Ein Unternehmen muss das leben.

Die Ansprüche, die wir bei Krone an die

Qualität haben, sind ein fester Bestandteil

der Prozesskette unserer Kunden.

Wie entwickeln Sie neue Ideen und Ansätze

zur Verbesserung?

Wenisch: Wir stehen einerseits in engem

Austausch mit den Kunden, die mit ihren

Anforderungen auf uns zukommen. Andererseits

informieren wir uns auf Messen

und per Wettbewerbsanalysen. Und

natürlich kommen auch viele Vorschläge

aus den eigenen Reihen, wenn zum Beispiel

Mitarbeiter in der Produktion eine

Idee haben und sagen: „Mensch, warum

probieren wir hier nicht mal das aus und

versuchen dort mal jenes?“

Faust: Auch neue technische Entwicklungen

geben Impulse, zum Beispiel in

der Motorentechnik im Lkw-Bereich:

Der Euro-6-Motor hat bei weniger CO 2

-

Ausstoß ein höheres Eigengewicht und

Fotos: Stefan Schöning

18 trailerforum | INTERVIEW


fordert damit, dass wir mit unserem Produkt

immer leichter werden müssen. Wir

sprechen hier von 600, 700 Kilogramm.

Das hat zur Folge, dass wir Produktionsverfahren

ändern und Materialien neu

auswählen müssen. Dass wir die Konstruktion

überdenken müssen, während

wir immer dem hohen Qualitätsanspruch

an einen Krone-Auflieger gerecht

werden. Wir machen uns dann gemeinsam

mit den Kunden auf den Weg, um

eine passende Lösung für sie und für den

Markt zu finden.

Wenisch: Wir befinden uns hier im Spannungsfeld

von hohen Stückzahlen in der

Produktion, hohem Qualitätsanspruch

und der schon erwähnten Individualisierung

des Fahrzeugs, die wir gemeinsam

mit dem Kunden verwirklichen. Das sind

teilweise ganz konkrete Fragestellungen,

zum Beispiel, mit welcher vollautomatischen

Verschraubungstechnik die Räder

angezogen und die Verschraubungsdaten

sowie Drehmomente in der EDV

weggeschrieben werden sollen – denn

es macht einen Unterschied, ob das in

der Produktion nur 50-, 100- oder 1.000-

mal am Tag gemacht werden muss. Unternehmen

wachsen mit den Umsätzen,

aber auch in den Strukturen, und müssen

dann über große Mengen die Qualität in

allen Belangen absichern.

Herr Faust, im Ersatzteilservice sind für

Sie Schnelligkeit und Zuverlässigkeit besonders

wichtige Themen. Wo sind hier

Optimierungen möglich?

Faust: Potenziale zur Optimierung gibt

es immer. Für uns besteht die wichtigste

Herausforderung im Service darin,

die Mobilität unserer Kunden so hoch

zu halten, dass sie quasi nicht mal einen

geplanten Werkstattaufenthalt des

Fahrzeugs wahrnehmen. Wir versuchen

natürlich mit unseren Serviceprodukten

und mit der Qualität, ungeplante Werkstattaufenthalte

so stark wie möglich

einzudämmen. Wir loten hier immer

aus, wo eventuell noch Potenziale liegen,

sei es in Bezug auf die Verfügbarkeit von

Strukturen oder auch auf die Menschen,

die in dieser Servicewelt agieren.

Herr Wenisch, Sie sind für die Produktion

verantwortlich – für den Krone-Trailer.

Welche Möglichkeiten erschließen Sie

sich da und auf welche Weise?

Wenisch: Produktion und Einkauf sind

bei uns sehr eng verwobene Aufgabenstellungen.

Denn produziert werden

kann nur dann, wenn die richtigen Teile

zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind.

Wir arbeiten bei Krone mit einer sehr

niedrigen Fertigungstiefe, die uns mit entsprechend

leistungsfähigen Lieferanten

sehr flexibel macht. Gleichzeitig bedeutet

es viel Verantwortung gegenüber dem

Kunden sowie den Lieferanten, die uns

die Komponenten anliefern, und zwar

idealerweise genau in der Reihen folge,

in der wir die Fahrzeuge und Aufträge

platzieren. Das sichern wir durch kontinuierliche

Verbesserungsprozesse ab –

analog zur Automobilindustrie. Wir wollen

das komplette Potenzial der Wertschöpfungskette

nutzen.

Wo gibt es zwischen Ihnen beiden Berührungspunkte,

wann setzen Sie sich zusammen

an einen Tisch und besprechen

die Themen Optimierung und Qualität?

Wenisch: Gerade im Bereich von Herrn

Faust ist in den letzten Jahren viel passiert;

er hat den Kundendienst so aufgestellt,

dass er quasi als Radarschirm

funktioniert. Dort werden Hinweise auf

Mängel gründlich dokumentiert, aufbereitet,

systematisiert und dann eben auch

manchmal als durchaus unangenehme

Aufgabe in der Produktion platziert. Wir

suchen dann die beste, nachhaltige Lösung

dafür. Ein Schiff ohne Radar zu fahren

hat sich bekanntlich schon bei der

Titanic als schlechte Idee herausgestellt.

Faust: Wir haben hier eine hochgradig

transparente Informationspolitik geschaffen,

in der wir Dinge, die wir aus unseren

Full-Service-Bereichen vom Markt

zurückgespielt bekommen, in die Struktur,

Konstruktion und Fertigung als

Aufgabe geben. Und zwar nicht als mahnender

Finger, sondern wirklich als Verbesserung

unserer Qualität. Eine gewisse

Reklamationsrate kann man nie

ausschließen. Aber wir stellen uns diesen

Dingen mit einer sehr hohen Qualität

und Kulanzbereitschaft. Wir schauen

nicht weg, sondern wir suchen Lösungen,

damit der Kunde auch morgen gern

wieder zu uns kommt.

Wieso können Ihre Kunden auch dann

noch zufrieden mit Krone, seinen Produkten

und Services sein?

Faust: Wir sind mehr und mehr echte

Partner für unsere Kunden geworden,

nicht zuletzt durch unsere verbesserte

Servicestruktur. Wir versuchen auch,

uns mit unseren Stärken und Alleinstellungsmerkmalen

ganz klar am Markt zu

positionieren. An der Auslastung unserer

Werke sieht man, dass das belohnt wird.

Die Kunden schenken uns nach wie vor

in sehr hohem Maße ihr Vertrauen. Kunde

und Qualität sind bei Krone einfach

untrennbar miteinander verbunden. Das

ist für alle Mitarbeiter Grundlage ihrer

Arbeit, sie leben es jeden Tag.

Wenisch: Dabei geht es auch um Vertrauen

und Motivation: Kunden und

Mitarbeiter sind für Krone das wichtigste

Gut. Das entspricht auch der Philosophie

der Familie Krone als Inhaber: Das

Fahrzeugwerk steht seit mehreren Generationen

konsequent für Qualität. Das

ist einer unserer wesentlichen Erfolgsfaktoren

im Markt, und das ist in der

gesamten Unternehmensgruppe ganz

klar spürbar.

Zur Person

Ralf Faust verantwortet als

Geschäftsführer Kundendienst/Service/Telematik

des

Fahrzeugwerks Bernard Krone

alle Wertschöpfungsketten im

Dienstleistungsbereich.

INTERVIEW |

trailerforum 19


INTERNATIONAL

Unterwegs in Frankreich

ALLE SIGNALE

AUF GRÜN

Das Familienunternehmen MGE hat sich vom Betrieb für Lagerwirtschaft zum universellen

Transportdienstleiter entwickelt, das sich dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben hat.

„Uns kennt man in ganz Lothringen als die

Firma mit den grünen Lastwagen“, erklärt

Philippe Virtel, der Chef des französischen Familienunternehmens

MGE, das seinen Sitz am Stadtrand

von Epinal hat. „Als mein Vater 1958 diese

Farbe wählte, konnte er nicht ahnen, wie zukunftsweisend

sie war. Heute macht sie für jedermann

unser Engagement für eine nachhal tige Entwicklung

unseres Unternehmens sichtbar.“ MGE

hat gerade die vor vier Jahren einge leitete Erneuerung

seinen Fuhrparks abgeschlossen und

zählt jetzt 350 Zugmaschinen, alle von Mercedes.

Zwei Drittel davon entsprechen der Euro-

5-Norm und ein Drittel der Euro-6-Norm. Dies

war ein gewichtiges Argument für das Branchenblatt

„L’Officiel des Transporteurs“, das die Gruppe

MGE 2013 zum „Transporteur des Jahres“

wählte.

Philippe Virtel leitet seit mehr als 20 Jahren das französische

Familienunternehmen MGE.

VON LAGERWIRTSCHAFT ZU TRANSPORT. Das Familienunternehmen

blickt auf mehr als 130 Jahre

Tradition zurück. Gegründet im Jahre 1882, war

der Betrieb früher vor allem auf Lagerwirtschaft

ausgerichtet. „Doch mein Vater Max Virtel, der

das Unternehmen 1958 kaufte und der technikbegeistert

war, wollte sich in Richtung Straßentransport

umorientieren“, so Philippe Virtel.

Anfangs wickelte er vor allem Transporte von Agrarprodukten

und Baumaterial innerhalb der Region

ab. „Doch die Kunden wollten immer öfter

Tür-zu-Tür-Lieferungen, um Unterbrechungen

der Transportkette zu vermeiden, und so holten

wir bald für Unternehmen unserer Region Kohle

aus den Gruben Lothringens oder skandinavische

Papiermasse aus den Beneluxhäfen“, erinnert sich

Philippe Virtel, der die Leitung des Unternehmens

1994 übernommen hat. „Bald machte der

internationale Verkehr mehr als die Hälfte des

Umsatzes aus. Unsere Lkws fuhren von Irland bis

Sizilien und von Dänemark bis zum Balkan.“

Billigkonkurrenz und Sozialdumping hinterließen

jedoch auch bei MGE ihre Spuren. „Durch

wirtschaftlichen Druck und soziale Verschiebungen

in Europa haben wir unsere Kapazität

verloren, auf dem internationalen Markt mitzumischen“,

sagt Virtel. Das Unternehmen verlor

Kunden und musste Märkte wie Süditalien, Dänemark

und Großbritannien aufgeben. Dafür konzentrierte

es sich verstärkt auf seinen Kernmarkt

zwischen Frankreich und dem Westen des alten

Europas, den Beneluxländern, über das deutsche

Rheinland und die Schweiz bis Norditalien. Die

internationalen Transporte machen heute nur

noch knapp 20 Prozent des Umsatzes aus. MGE

zählt gegenwärtig 480 Mitarbeiter und weist einen

Jahresumsatz von 52 Millionen Euro aus. Bei

dem in der Branche verbreiteten Klagen über den

wirtschaftlichen Rückgang stimmt Philippe Virtel

nicht mit ein. „Man kann durchaus existieren,

aber dazu muss man natürlich auf die Entwicklungen

am Markt reagieren und Ini tiativen entwickeln“,

ist er überzeugt. „Sicher wirft der Straßentransport

keine üppigen Gewinne ab, aber

wenn Unternehmen wie das unsere seit mehr als

100 Jahren existieren, beweist das doch, dass man

sich trotzdem behaupten kann.“

Als Zeichen für die Soliditiät von MGE verweist

Virtel darauf, dass alle Gelände, Gebäude,

Fotos: Khaled Frikha

20 trailerforum | PORTRÄT


Fahrzeuge und andere Technik aus eigenen Mitteln finanziert

wurden und Firmeneigentum sind. „So sind

wir von den Banken und den Herstellern unabhängig“,

betont er stolz. „Wir haben uns nicht nur auf unser

Kerngeschäft konzentriert, sondern auch Nischen gesucht

und erschlossen.“ Bei den Kunden handelt es

sich vorwiegend um Unternehmen der Schwerindustrie

oder der Chemie, in geringerem Maße auch aus

der Agrar- und Nahrungsgüterindustrie. „Wir können

alle Arten von Transportleistungen abdecken, von

der Beförderung von Rohstoffen über Energieträger

bis zu Halb- und Fertigprodukten, aber auch bis zur

Abfallentsorgung.“ Oftmals handelt es sich dabei um

Komplettladungen von Gütern, die auf Paletten gestapelt

sind; doch noch häufiger sind es Schüttgüter,

pulverförmige Produkte oder Flüssigkeiten. Das Unternehmen

verfügt über mehr als 600 Auflieger, von

denen ein Drittel herkömmliche Aufbauten hat und

zwei Drittel Kipper, Tank- und Silofahrzeuge sind. „In

Europa gibt es viele Gruppen, die auf das eine oder

andere davon spezialisiert sind, doch wir haben es geschafft,

alles nebeneinander anzubieten, und das hat

sich bewährt“, meint Philippe Virtel stolz. Als Ergänzung

zum Transport hat MGE in begrenztem Umfang

auch Kapazitäten für die kurzzeitige Lagerung von

Schüttgut in Silos und von Paletten in einem Lagerhaus

sowie für die Konditionierung, beispielsweise

das Abfüllen von losem Schüttgut in Säcke.

PARTNER FÜR SPEZIALANFERTIGUNG. Philippe Virtel

lernte das Unternehmen Krone im Jahr 2007 kennen,

testete damals ein Fahrzeug und war sehr zufrieden

damit. „Als wir eine Spezialanfertigung für den Transport

von Papier brauchten, war Krone unter den europäischen

Herstellern das einzige Unternehmen, das

positiv reagiert und einen Protoypen gebaut hat. Als

sich kürzlich für uns die Frage nach der Erneuerung

eines Teils unseres Fuhrparks gestellt hat, haben wir

uns ganz natürlich an Krone gewandt und einen Vertrag

über weitere 80 Fahrzeuge geschlossen, die in

den nächsten 18 Monaten geliefert werden. So wird

sich die Zahl der Krone-Fahrzeuge in unserem Fuhrpark

gleich verdreifachen.“

Seit 2007 betreibt MGE auch Kombiverkehr Straße/Schiene,

der zurzeit fünf Prozent des Umsatzes

ausmacht. „Angesichts von immer mehr Staus auf

den Straßen, der Treibstoffpreisentwicklung und den

immer strengeren Umweltauflagen erschien mir dies

einfach notwendig, um die Zukunft vorzubereiten“,

erläutert Philippe Virtel. „Das wird von immer mehr

Kunden, die auch etwas für die nachhaltige Entwicklung

tun wollen, dankbar angenommen.“ Für den Umschlag

von Containern und Wechselbehältern vom

Lkw auf den Zug hat MGE nahe Nancy ein eigenes Gelände

mit Gleisanschluss. Dort können auch komplette

Güterzüge mit Schüttgut be- und entladen werden.

ABWASSER GRÜNDLICH GEREINIGT. Die Firma hat eine

eigene Werkstatt für Durchsichten und kleinere Reparaturen

sowie zwei Waschstraßen für Lkws – eine für

die Lastzüge mit eckigen Aufliegern und eine für die

mit runden Tanks. Außerdem besitzt MGE eine Anlage,

in der die Tank- und Siloauflieger zwischen den

verschiedenen Transporteinsätzen innen gründlich

gereinigt werden. In dieser Anlage, die als Service

auch anderen Transportunternehmen offensteht,

wird Wasser, das mit speziellem Reinigungsmittel

vermischt wurde, unter Druck von 200 Bar eingesetzt.

Dann wird diese Spülflüssigkeit in einer firmeneigenen

Anlage so gründlich gereinigt, dass das Wasser

bedenkenlos in die nahe Mosel abfließen kann. So

wird MGE auch hier der Verpflichtung der grünen

Farbe seiner Lkws gerecht.

MGE lagert auch Schüttgut in eigenen Silos.

Bei Krone hat das Unternehmen jüngst 80 neue Fahrzeuge bestellt.

PORTRÄT |

trailerforum 21


AUSGLEICH

Krone-Mitarbeiter und ihre besonderen Hobbys

LEIDENSCHAFT FÜR DEN BERUF

Krone-Mitarbeiter brennen nicht nur für den Job, sie pflegen auch in ihrer Freizeit vielfältige Interessen und verfolgen dort ehrgeizige Ziele. Die drei

ALS EINZELKÄMPFER ERREICHT

MAN AUF DEM FELD GAR NICHTS

Vertriebsmitarbeiter Jan-Karl Oldiges spielt seit 19 Jahren Handball. Den Teamplayer faszinieren

Schnelligkeit und Technik des Sports.

Im Handball zählen Technik und Konzentration –

Jan-Karl Oldiges schätzt diese Kombination.

Was begeistert Sie an Ihrem Hobby?

Ich bin ein absoluter Teamplayer – und über

zwei Meter groß. Jahrelang habe ich Basketball

gespielt, aber das hat mir nicht gereicht, ich

wollte mich stärker auspowern. Am Handball

gefällt mir die Kombination aus Technik und

Konzentration und dass es ein schneller Sport

ist. Man muss sich auf seine Teampartner verlassen

können und fast blind mit ihnen verstehen:

Hier kann man nicht mit dem Kopf durch

die Wand, sondern man muss immer schauen,

wer rechts und links steht oder läuft. Es gehört

auch viel Respekt vor dem Gegner dazu, und

das alles hat mir immer sehr an diesem Sport

gefallen.

Was war Ihr bisher größter Erfolg?

Der Aufstieg meiner Mannschaft in die Regionsoberliga

in der vergangenen Saison. Ich spiele

seit 19 Jahren im gleichen Verein: Sparta Werlte.

Für mich zählen weniger Pokale, sondern der

Sport selbst treibt mich an. Und als Jugendtrainer

bin ich stolz darauf, dass wir es geschafft

haben, Jugendmannschaften aufzubauen.

Was haben Sie durch Ihr Hobby für den Beruf

gelernt?

Auf jeden Fall Durchsetzungsvermögen – das

ist im Handball ganz wichtig. Außerdem Teamfähigkeit:

Als Einzelkämpfer erreicht man auf

dem Feld gar nichts. Ich gelte als der „Opa“

im Team, viele Mitspieler sind sehr viel jünger.

Wann immer es eine Auseinandersetzung

geben sollte, vermittle ich zwischen den Beteiligten.

Im Beruf betreue ich den Vertrieb von

Fahrzeugen im südosteuropäischen Bereich –

da bin ich für mehrere Länder zuständig, und

man kann den Teamgedanken auch darauf

beziehen: Ich muss jedes Land individuell

betrachten und gleichzeitig die Fäden zusammenhalten.

Für mich ist es immer eine schöne

Erfahrung, wenn ich auf meinen Reisen zu

Kunden Sportskameraden kennenlerne: Handballer

trifft man überall auf der Welt, das verbindet

sofort.

Welches Ziel setzen Sie sich für die Zukunft?

Privat gründe ich gerade eine Familie, werde

noch dieses Jahr zum ersten Mal Vater. Darauf

freue ich mich natürlich sehr, auch wenn das

Training dann vielleicht etwas zurückstecken

müssen wird.

Zur Person

NAME: Jan-Karl Oldiges

ALTER: 34

HOBBY: Handball

AKTIV SEIT: 1996

Fotos: Krone, privat

DORT HABE ICH

GELERNT, IM TEAM

ZU ARBEITEN

Sarah Müller ist in der Disposition von Krone für

die Beschaffung der Planen und die Beschriftung

der Fahrzeuge zuständig. In ihrer Freizeit leitet sie

Kindergruppen des Jugendrotkreuzes.

Was begeistert Sie an Ihrem Hobby?

Ich kann beim Jugendrotkreuz als Gruppenleiterin

mit Kindern arbeiten und dazu beitragen,

dass sie ihre Freizeit sinnvoll und mit Spaß

gestalten. Derzeit betreuen ich und weitere

Gruppenleiter etwa 15 Kinder zwischen sechs

und elf Jahren. Wir bilden sie nicht nur in Erster

Hilfe aus, sondern treiben auch Sport und spielen

zusammen, oder wir fahren zu Wettbewerben.

Übung für den Ernstfall: Beim Jugendrotkreuz zeigt

Sarah Müller, wie man helfen kann.

22 trailerforum | AUSGLEICH


UND EIN SPANNENDES HOBBY

Mitarbeiter, die wir hier vorstellen, beweisen beim Handball Teamgeist, engagieren sich in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und löschen Feuer.

Außerdem habe ich durch dieses ehrenamtliche

Engagement viele Menschen kennengelernt,

die für mich zu guten Freunden geworden

sind.

Was war Ihr bisher größter Erfolg?

Im Jahr 2008 haben wir als Gruppe im Bundeswettbewerb

des Jugendrotkreuzes den dritten

Platz belegt. Dass man am Bundeswettbewerb

teilnehmen darf, setzt voraus, dass man vorher

den Kreis-, Bezirks- und Landeswettbewerb gewinnt.

Dass wir es so weit geschafft hatten, war

eine wirklich tolle Leistung.

Was haben Sie durch Ihr Hobby für den Beruf

gelernt?

Ich habe beim Jugendrotkreuz gelernt, gut mit

anderen Menschen im Team zusammenzuarbeiten.

Außerdem gibt es in der Arbeit dort

häufig auch mal stressige Situationen: Gerade

wenn man mit Kindern arbeitet, kann es mitunter

recht laut und herausfordernd werden.

So turbulent geht es an meinem Arbeitsplatz

bei Krone natürlich nicht zu, aber auch unter

Zeitdruck gehe ich dort recht gelassen an meine

Aufgaben heran.

Welches Ziel setzen Sie sich für die

Zukunft?

Ich möchte mich weiter für das Jugendrotkreuz

engagieren. Als Gruppenleiterin könnte

ich dort noch viele Jahre aktiv bleiben. Es ist

ein sehr schönes Gefühl, wenn man seine „eigenen“

Gruppenkinder weiter voranbringt. Wenn

einige von ihnen selbst mal die Gruppenleiterausbildung

machen werden, würde mich das

sehr stolz machen und auch sichern, dass die

Traditionen des Jugendrotkreuzes fortgeführt

werden.

Zur Person

NAME: Sarah Müller

ALTER: 23

HOBBY: Jugendrotkreuz

AKTIV SEIT: 2007

ICH WEISS NIE, WAS MICH BEIM

NÄCHSTEN EINSATZ ERWARTET

Als Schichtleiter in der Produktion muss Stefan Thesing genauso akkurat arbeiten wie bei

Einsätzen mit der Freiwilligen Feuerwehr in Lahn, für die er sich seit 25 Jahren engagiert.

Was begeistert Sie an Ihrem Hobby?

Man sieht direkt, wie man helfen kann. Im Vordergrund

steht natürlich, dass ich durch mein

Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr

Menschen aus bedrohlichen Situationen retten,

Gefahren abwehren und Sachwerte retten kann.

Stefan Thesing vor den Einsatzwagen der Freiwilligen

Feuerwehr: Gemeinsam mit seinen Kollegen bildet er ein

engagiertes Team.

Man lernt, kritische Situationen zu bewältigen

und sie ruhig und besonnen zu meistern. Der

Alltag bietet immer wieder spannende Herausforderungen.

Ich weiß nie, was mich beim

nächsten Einsatz erwartet. Außerdem wird der

Gemeinschaftssinn großgeschrieben: Wir sind

ein gutes Team.

Nehmen Sie auch an Wettbewerben teil?

Bis vor einigen Jahren wurden auf Kreisebene

in Aschendorf-Hümmling Wettkämpfe für

alle Feuerwehrleute veranstaltet. Dabei musste

man beweisen, dass man geschickt, schnell

und stark ist und zum Beispiel auf Zeit und

möglichst technisch korrekt Löschwasser aus

Bottichen abpumpen kann.

Was haben Sie durch Ihr Hobby für den Beruf

gelernt?

Bei der Feuerwehr ist es extrem wichtig, dass

man in den Autos alle Geräte an den richtigen

Platz legt. Damit jeder immer sichergehen kann,

dass er sofort am gewohnten Ort genau das

findet, was er sucht. Im Notfall kann das über

Leben und Tod entscheiden. Auch an meinem

Arbeitsplatz ist es im Sinne der Qualität der

Produkte von Krone unentbehrlich, wenn alle

korrekt und ordentlich arbeiten. Als Ortsbrandmeister

habe ich außerdem bei der Feuerwehr

Führungserfahrung sammeln können, auch das

hat mir sicher im Beruf geholfen.

Welches Ziel setzen Sie sich für die

Zukunft?

Wir müssen regelmäßig Lehrgänge auf der

Feuerwehrschule besuchen und unser Wissen

auffrischen und erweitern. Die Kurse sind

Pflicht, aber sie machen mir immer großen

Spaß. Es gefällt mir, dass man dort Neues lernen

kann. Ich möchte mich auch in Zukunft immer

weiterentwickeln. Und natürlich keine Fehler

machen. Durch ein gutes Team und ständige

Weiterbildung fühle

ich mich sehr gut

gerüstet.

Zur Person

NAME: Stefan Thesing

ALTER: 43

HOBBY: Freiwillige

Feuerwehr

AKTIV SEIT: 2000

AUSGLEICH |

trailerforum 23


GUT GEKÜHLT …

Medikamente zuverlässig liefern

DIREKTER DRAHT

IN DEN TRAILER

Die Pharmalogistiktradition in der Berliner Spedition Sünkler reicht bis in die 70er Jahre zurück.

Das Unternehmen verbindet erfolgreich Erfahrung mit modernster Technik.

Fotos: Norman Posselt

24 trailerforum | GUT GEKÜHLT


31.8.2015, 11 UHR, FRANKFURT AM MAIN:

Wenige Milliliter Kontrastmittel in der

Vene des Patienten Peter Müller * reichen

zur Vorbereitung auf die Untersuchung

seiner Nieren mittels MRT aus.

Etwa eine halbe Stunde muss die jodhaltige

Lösung wirken, damit Struktur

und Funktion der Niere für die Ärzte gut

sichtbar werden.

E twa zur gleichen Zeit in Berlin und

Velten (Brandenburg): 66 Paletten Kontrastmittel

stehen am Logistiklager des

Pharmaherstellers zum Versand bereit.

Einige Kilometer entfernt bereitet

Lkw-Fahrer Friedrich Becker * von der

Spedition Sünkler sein Fahrzeug auf

dem Betriebshof in Velten auf die sensible

Fracht vor. Etwa 30 Minuten dauert

es, bis der Lkw auf 20 Grad vortemperiert

ist.

Das Produkt ist das gleiche wie jenes,

das in der Arztpraxis verwendet wird,

aber die Dimensionen, die die Logistiker

für die Radiologen als Endabnehmer

bewegen, unterscheiden sich um ein

Vielfaches. Unabhängig von der Menge

steht das Wohl des Patienten schon

am Anfang der logischen Kette stets

im Mittelpunkt. „Pharmaprodukte sind

sehr empfindlich und erfordern deshalb

beim Transport eine besondere Sorgfalt

in Form von exakter Planung, Sicherung

und lückenloser Überwachung“, erklärt

Michael Sünkler. Der geschäftsführende

Gesellschafter der gleichnamigen Spedition

weiß, wovon er spricht. Seit fast

einem halben Jahrhundert fährt das Unternehmen,

das er in dritter Generation

führt, für die Pharmabranche. Am Beispiel

des aktuellen Auftrags verdeutlicht

er, was bei Temperaturabweichungen

passieren kann: „Hitze bekommt dem

Röntgenkontrastmittel schlecht. Die

Wirkstoffe könnten inaktiv werden.“

31.08.2015, 8.30 UHR, VELTEN: Während

der Laderaum auf 20 Grad heruntergekühlt

ist, zeigt das Außenthermometer

bereits 28 Grad. Im klimatisierten Lkw

checkt Becker vor seiner Abfahrt die per

SMS eingegangenen Transportdetails:

„Ladezeitfenster 9–10 Uhr in Berlin, Ziel:

Logistiklager Frankfurt am Main am 1.9.,

Entladezeitfenster 11–12 Uhr.

9.20 UHR, BERLIN-SPANDAU, Logistikzentrum

des Pharmakunden, Rampe

16: Der Gabelstapler hebt die 66. Palette

Kontrastmittel in die erste Ebene

des Sünkler-Trailers. Durch die Doppelstockbeladung

ist jede Ecke des Koffersattelaufliegers

perfekt genutzt. Den

zweiten Boden hat Becker zuvor innerhalb

weniger Minuten selbst eingezogen,

indem er mithilfe einer Bedienstange die

Doppelstockbalken von der Decke in die

richtige Position bewegt hat.

Nach Abschluss der Beladung wird

der Auflieger zum Safe. Becker verriegelt

die Tür über ein automatisiertes

Verschlusssystem. Dazu gibt er über

Lo

»In den vergangenen

fünf Jahren sind die

Anforderungen an die

Kühl- und Überwachungstechnik

rasant

gestiegen.«

Michael Sünkler, geschäftsführender

Gesellschafter der Spedition Sünkler

das Bedienpaneel im Führerhaus einen

Code ein. Danach hat der Fahrer keinen

Zugriff mehr auf die Ware. Nur der Disponent

in der Sünkler-Zentrale in Berlin

kann das Fahrzeug wieder aufschließen.

Was wie Zauberei klingt, gelingt durch

eine integrierte Telematikfunktion.

Michael Sünkler schätzt dieses Merkmal

besonders. Er hat in diesem Jahr

bereits in zwei Pharma Cool Liner des

Herstellers Krone investiert, ein dritter

Auflieger ist bestellt. Seine moderne

Flotte besteht aus insgesamt 20 Fahrzeugen,

davon 17 Kühlaufliegern. Letztere

erneuert er im Durchschnitt alle

fünf bis sechs Jahre. So wird er seinem

Anspruch gerecht, mit der rasanten

Entwicklung der Pharmalogistik in Bezug

auf Sicherheit und Technik Schritt

zu halten. „Gerade in den vergangenen

fünf Jahren sind die Anforderungen seitens

der Hersteller an die Kühl- und

Über wachungstechnik rasant gestiegen

– auch aufgrund immer komplexer werdender

Produkte“, beobachtet Sünkler.

AB 10.30 UHR, BERLINER RING, Richtung

A 9: Sofort nach der Abfahrt vom Hof

des Kunden wählt der Fahrer Friedrich

Becker routinemäßig die Nummer des

Disponenten. Dieser gibt ihm die Route

vor – heute A 9, A 4 und dann A 5 – sowie

die sicheren Parkplätze, die angefahren

werden dürfen. Durch die per GPS übermittelten

Daten hat der Disponent von

seinem Schreibtisch aus alle relevanten

Daten wie Temperatur, Türstatus und

Lkw-Position jederzeit im Blick – Disponent

und Fahrer bilden ein Team. Die

enge Verzahnung der Mitarbeiter liegt

Sünkler besonders am Herzen: „Schon in

unseren Schulungen wird das Personal

vom Fahrer bis zum Spediteur gemeinsam

unterwiesen.“

ETWA 15 UHR, KURZ VOR ERFURT: Nach

fast viereinhalb Stunden hinter dem

Steuer legt Becker die gesetzlich festgelegte

Pause von 45 Minuten ein. Er

nimmt eine Ausfahrt, kurz vor Erfurt,

von der A 4 zum vereinbarten Autohof,

der als sicherer und versicherungskonformer

Parkplatz eingestuft ist.

Auf einem riesigen Bildschirm ist der

Disponent in der Berliner Zentrale „digital“

stets dabei: Er übernimmt nun die

Wache, damit sich Becker entspannen

kann. Das Sünkler-Team in Berlin gibt

dem Fahrer Sicherheit – rund um die

Uhr. Egal, wann die Telematik eine Unregelmäßigkeit

feststellt: Drei Disponenten,

darunter der Chef persönlich, erhalten

dann sofort eine Meldung direkt

auf ihr Betriebssmartphone. „Das ist der

Grund, warum Alkohol für mich auch

auf Feiern und am Wochenende tabu

ist“, sagt Sünkler. Denn im Worst-Case-

Szenario steckt hinter einer SMS ein

kaputtes Kühlaggregat, ein Unfall oder

der Aufbruch eines Lkws. In einem solchen

Notfall will der gelernte Spediteur,

der selbst einen Lkw-Führerschein hat,

schnell zur Stelle sein.

Zehn Minuten später kommt tatsächlich

eine Warnmeldung rein:

Michael Sünkler leitet die

gleichnamige Spedition seit

2004 in dritter Generation.

*

Namen von der Redaktion geändert

GUT GEKÜHLT |

trailerforum 25


Wenn das Fahrzeug geparkt ist, schließt der Fahrer das Aggregat der Kühleinheit an ein Stromkabel an und kappt damit den kostenintensiveren Betrieb per Dieselkraftstoff.

In der Fahrerkabine zeigt ein Display (3. Bild von links) während der Fahrt kontinuierlich die aktuellen Werte an – die Daten werden von dieser Box am

Auflieger gesendet.

„Temperaturabweichung auf 23,3 Grad“. Die Toleranzgrenze

für das Röntgenmittel von +/– 3 Grad ist überschritten. Die

Krone-Telematik ermöglicht dem Disponenten, die Temperatur

manuell aus der Ferne herunterzuregeln, während der Fahrer

weiterruhen kann. Zum Glück ist die Ursache harmlos: Die

Außentemperatur ist inzwischen auf heiße 40 Grad geklettert.

Angesichts der schwierigen klimatischen Bedingungen hat

der Fahrer bei seiner Weiterfahrt ein besonderes Auge auf das

Temperaturdisplay im Fahrerhaus, das ihm die Daten aus dem

Auflieger via Bluetooth in Echtzeit übermittelt.

21 UHR, AUTOHOF BEI FRANKFURT AM MAIN: Das Kontrastmittel

ist fast am Ziel. Das Logistikzentrum, das auf die Sendung

wartet, ist nur noch wenige Kilometer entfernt. Bevor Becker

sich seine elf Stunden Ruhezeit nimmt, setzt er die Temperatur

im Trailer manuell wieder herauf, da sich das Wetter draußen

abgekühlt hat.

1.9., PUNKT 11 UHR, PHARMA-LOGISTIKZENTRUM FRANKFURT AM

MAIN, RAMPE 17: Vom Schreibtisch aus entriegelt der Disponent

die Tür mithilfe eines persönlichen Codes. Zusammen

mit den 66 Paletten übergibt Becker dem Empfänger eine Art

Kassenzettel, den er zuvor im Fahrzeug ausgedruckt hat. Darauf

ist der Temperaturverlauf im Zehnminutentakt über die

gesamte Transportzeit dokumentiert. Parallel übermittelt der

Disponent dieselben Daten per PDF an den Kunden.

Für Michael Sünkler bedeutet die Zweiwegekommuni kation

eine enorme Arbeitserleichterung: „Disponent und Fahrer

sind auf dem gleichen Wissensstand, Daten werden nur

einmal erfasst und können parallel an den Kunden übermittelt

werden. Damit sparen wir Zeit und vermeiden Fehler.“ Besonders

schätzt er, dass er sich mit der Telematiksoftware von

Krone alle in seinem Fuhrpark befindlichen Trailer auf den

Bildschirm holen kann. In der Übersicht erscheinen alle Auflieger,

unabhängig vom Hersteller.

Auf seiner Telematikwunschliste an den Hersteller steht

die Integration der Zugmaschinen in die Software. Denn während

die Trailerübersicht mit einem Klick auf dem Desktop zu

sehen ist, muss er sich die dazugehörigen Zugmaschinen einzeln

aufrufen.

Für die Spedition Sünkler endet der Auftrag über den Transport

der 66 Paletten Kontrastmittel an dieser Stelle. Für das

Kontrastmittel geht es in kleineren Chargen in die Feinverteilung:

Krankenhäuser, Tageskliniken und Fachärzte stehen auf

der Empfängerliste. Die EU-Leitlinien zur guten Vertriebspraxis

(Good Distribution Practice, GDP) sorgen dafür, dass die

Produkte auch auf dem nächsten Teilstück sicher reisen. Mit

der GDP hat die EU im Jahr 2013 einen Qualitätsrahmen definiert,

der für Transporte vom Arzneimittelhersteller bis zur

Abverkaufsstelle eingehalten werden muss. Damit soll vermieden

werden, dass die Wirksamkeit der pharmazeutischen

Produkte beeinträchtigt oder im schlimmsten Fall ganz aufgehoben

wird.

Auch Sünkler arbeitet schon lange nach diesen Spielregeln.

Um dies nach außen zu dokumentieren, durchläuft die Spedition

derzeit eine GDP-Zertifizierung, die bis Ende 2015 abgeschlossen

sein wird. Dann hat er schwarz auf weiß vorliegen,

was seine Pharmakunden ihm schon seit fast einem halben

Jahrhundert durch ihre Treue attestieren: dass er ein zuverlässiger

Partner in der Lieferkette des Gesundheitswesens ist.

Fotos: Norman Posselt

26 trailerforum | GUT GEKÜHLT


NACHGEFRAGT

… Michael Kuchenbecker – „Logistics Alliance Germany”

SICH KENNEN UND BEKANNT MACHEN:

»LOGISTIK IST EIN ‚PEOPLE’S BUSINESS‘.«

Welche Rolle spielt Vernetzung für den Logistikstandort Deutschland? trailerforum sprach darüber

mit Michael Kuchenbecker von der Logistics Alliance Germany, die ausländische Auftraggeber

mit dem Angebot der deutschen Logistikwirtschaft zusammenbringt.

Foto: LAG

W

elche

Bedeutung hat der Logistikstandort

Deutschland heute

international?

Kuchenbecker: Einen sehr großen,

auch wenn die hiesigen Akteure es selbst

leider oftmals nicht so wahrnehmen. Die

Weltbank hat Deutschland 2014 zum

Logistikweltmeister gekürt. Unter der

Voraussetzung, dass man die Logistik als

Branche sieht, ist sie nach dem Handel

und dem Bereich Automotive die drittgrößte

Branche im Land. Mit 2,9 Millionen

Beschäftigten leben wir im größten

Logistikmarkt Europas. Wir sind die

größte Volkswirtschaft in der EU und

bedeutend als Hub und Gateway. Ganz

zu schweigen von der Lage mit neun

Nachbarländern und einer sehr guten

Erreichbarkeit im Herzen Europas.

Deutschlands Bedeutung als Logistikstandort

ist außerordentlich groß.

Was bedeute das für die Kunden deutscher

Logistikunternehmen?

Deutschland bietet eine ganze Reihe

sehr wettbewerbsfähiger und teilweise

hoch spezialisierter Logistikdienstleister

– nicht nur die großen Player wie DHL

und DB Mobility Logistics, sondern die

Branche ist auch stark klein- und mittelständisch

geprägt. Ich habe als Kunde

also diverse Wahlmöglichkeiten. Deutsche

Unternehmen leben im besten Sinne

von den Klischees: der deutschen Pünktlichkeit

und Verlässlichkeit und der Gewohnheit,

Regeln strikt auszulegen. Die

Kunden können sichergehen: Wenn man

auf deutsche Logistikunternehmen setzt,

dann funktioniert das in aller Regel auch.

Wo liegen die Schwächen des Logistikstandorts

Deutschland?

Man kann die Stärken teilweise auch

als Schwächen deuten: Die exzellente

Ausstattung der Infrastruktur bedeutet

auch, dass wir die erheblichen Kosten

für ihren Ausbau und Erhalt tragen müssen.

Die gute Lage bedeutet, dass wir als

Haupttransitland in Europa eine enorme

Menge an Verkehr zu bewältigen haben.

Und die vielfältigen Angebote müssen

auch „transportiert“ werden, und es

darf für Interessenten nicht unübersichtlich

werden. Außerdem kämpft die Bevölkerung

mit Überalterung, und es gibt

Nachwuchssorgen in vielen Zweigen der

Logis tik.

»Deutschlands

Bedeutung als Logistikstandort

ist außerordentlich

groß.«

Mit welchen Mitteln kann der Standort

gestärkt werden?

Hier gilt der alte Marketingspruch „Tue

Gutes und rede darüber!“ Die besten Botschafter

für die Stärken Deutschlands in

diesem Bereich sind die Logistikdienstleister

selbst. Um die Wettbewerbsfähigkeit

weiter zu verbessern, müssen die

Vorteile für ausländische Verlader noch

bekannter gemacht werden. Es sollte

mehr Anreize für Exporteure und Verlader

geben, Deutschland als Tor nach

Europa zu nutzen. Aber es sind auch Investitionen

in Infrastruktur und Köpfe

nötig. Die große Vielfalt sowie die Attraktivität

der Berufe in der Logistik muss vor

allem zu den jungen Menschen transportiert

werden. Schließlich sind innovative

Konzepte gefragt, auch technischer Art,

die, kombiniert mit der deutschen Verlässlichkeit,

einen Mehrwert bieten.

Welche Rolle spielt Vernetzung dabei?

Unserer Auffassung nach lebt die Logistik

von der effizienten Vernetzung der

Partner, Leistungserbringer und Standorte.

Wir als Logistics Alliance Germany

möchten das unterstützen und tun es in

den Reihen der Logistikakteure und der

Logistikwirtschaft. Die Partner der

Logistics Alliance Germany – also das

Verkehrsministerium und die Mitglieder

des Fördervereins LAG e. V. – unterstützen

die Vermarktung des Logistikstandorts

nicht nur monetär, sondern

vor allem auch durch ihr persönliches

Engagement. Oftmals kennen sich die

Logistiker untereinander noch nicht gut

genug. Logistik ist aber ein „people’s

business“: Es ist wichtig, dass man voneinander

weiß und sich bekannt macht.

Wir unterstützen das gezielt, indem wir

die Akteure auf Veranstaltungen zusammenbringen

und auch einen deutschsprachigen

Newsletter herausgeben, in

dem sich unsere Mitglieder vorstellen

können. Unsere Kerndienstleistung ist

aber das Matchmaking, also die Vernetzung

ausländischer Gesuche mit dem

Angebot der deutschen Logistikwirtschaft,

um so zu helfen, Auftragszuwächse

zu generieren.

Zur Person

Michael Kuchenbecker,

Jahrgang 1971, ist seit 2008

als Prokurist und Senior

Consultant für die Logistic-

Network Consultants GmbH

tätig. Neben der Leitung der

Berliner Niederlassung zählt

seit 2011 die Leitung der

Geschäftsstelle der Logistics

Alliance Germany (LAG) zu

seinen Hauptaufgaben. Die

LAG vermarktet den Logistikstandort

Deutschland im

außereuropäischen Ausland.

Sie ist ein öffentlich-privates

Partnerschaftsprojekt des

Bundesministeriums für

Verkehr und digitale

Infrastruktur (BMVI) und der

deutschen Logistikwirtschaft.

NACHGEFRAGT |

trailerforum 27


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