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Patientenmagazin "Medizin mit Durchblick", Ausgabe 6, Dezember 2015

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<strong>Ausgabe</strong> 6 / <strong>Dezember</strong> <strong>2015</strong><br />

Herausgegeben von der<br />

Deutschen Röntgengesellschaft<br />

<strong>Medizin</strong> <strong>mit</strong> Durchblick<br />

Das Radiologie-Magazin für Patienten<br />

PATIENTENSCHUTZ<br />

Fünf Strategien,<br />

die vor zu viel<br />

Strahlen schützen<br />

SCHLAGANFALL<br />

Durchbruch bei der<br />

Akut-Therapie<br />

UMFRAGE<br />

Auf diese<br />

Haus<strong>mit</strong>tel<br />

schwören<br />

Prominente<br />

Die Lunge<br />

ÄRZTE-SERIEN<br />

IM CHECK<br />

Was machen<br />

Dr. House<br />

& Co. falsch?<br />

Schauspieler<br />

Thorsten Nindel, 51<br />

„So besiegte ich<br />

den Lungenkrebs”<br />

Motor des Lebens<br />

Von Asthma bis Tuberkulose: Mit Hilfe moderner Methoden<br />

erkennen Radiologen Erkrankungen frühzeitig


Sichere Radiologie <strong>mit</strong> Bayer – alles aus einer Hand<br />

Sicherheit ist keine Kleinigkeit<br />

QKontrast<strong>mit</strong>tel <strong>mit</strong> allen Zulassungen von Neugeborenen<br />

bis zu Senioren<br />

QInjektoren für hygienische Applikation von Kontrast<strong>mit</strong>teln<br />

RADIOLOGIE<br />

Powered by Bayer<br />

QSoftware zum Management von Strahlendosis und<br />

Kontrast<strong>mit</strong>telmengen


EDITORIAL<br />

Prof. Dierk Vorwerk,<br />

Präsident der Deutschen<br />

Röntgengesellschaft e. V.<br />

Liebe Leser, sehr geehrte Patienten,<br />

wieder einmal hat sich die Redaktion des Röntgenmagazins ins Zeug gelegt, um<br />

Sie zu informieren – aber auch, um durch überraschende Einsichten in die Röntgenkunde<br />

zu unterhalten.<br />

Das aktuelle Heft beleuchtet neben ungewöhnlichen Dingen auch ernste Themen,<br />

nimmt noch einmal das Thema der Gerinnselentfernung aus den hirnversorgenden<br />

Gefäßen auf, die nach etwa zehn Jahren der intensiven klinischen Erforschung<br />

nun endlich auch ihre Anerkennung durch gut fundierte wissenschaftliche Studien<br />

gefunden hat und da<strong>mit</strong> als ein wichtiger – wenn auch nur kleiner – Baustein<br />

in der Schlaganfallbehandlung allgemein anerkannt wird. Das Geheimnis einer<br />

guten Schlaganfalleinheit liegt aber immer noch im nahtlosen Zusammenspiel von<br />

Rettungskräften, Notärzten, Neurologen in der Klinik und Radiologen sowie<br />

Neuroradiologen. Hierbei wird die Telemedizin bei der Versorgung kleinerer Kliniken<br />

immer wichtiger. In der schnellen Kooperation liegt das Geheimnis des Erfolges.<br />

Wir beschäftigen uns auch <strong>mit</strong> der Röntgenheilkunde in der Tiermedizin. Dies ist<br />

zwar hochaktuell, aber dennoch schon seit Jahrzehnten bekannt: Denn bereits in der<br />

Pionierzeit des Röntgens haben sich Tierärzte sehr für die neue Technik interessiert:<br />

Tatsächlich war der erste Präsident der Röntgengesellschaft ein Veterinärmediziner.<br />

Ganz aktuell ist auch die Untersuchung von Asylsuchenden durch Lungenröntgen,<br />

wie es das Gesetz verlangt. Der eine oder andere von Ihnen wird sich vielleicht<br />

noch an die Schirmbilduntersuchungen erinnern, bei denen Röntgenbusse vorfuh ren,<br />

um Tuberkulosereihenuntersuchungen vorzunehmen. Für lange Zeit verschwunden,<br />

werden diese Untersuchungen jetzt wieder relevant.<br />

Dies sind nur einige der zahlreichen Themen – ernsten wie heiteren –, denen sich<br />

dieses Heft widmet. Wie immer wünschen wir Ihnen viel Vergnügen beim Lesen und<br />

hoffen, dass auch dieses Heft wieder Ihr Gefallen finden wird.<br />

Ihr<br />

Prof. Dierk Vorwerk<br />

Präsident der DRG<br />

INHALT<br />

TITELFOTO: BERNHARD KÜHMSTEDT<br />

Impressum<br />

Herausgeber:<br />

Deutsche Röntgengesellschaft e. V.<br />

Ernst-Reuter-Platz 10, 10587 Berlin<br />

Präsident: Prof. Dr. Dierk Vorwerk<br />

(Klinikum Ingolstadt)<br />

Geschäftsführung:<br />

Dr. med. Stefan Lohwasser<br />

Redaktionsleitung:<br />

Dr. Margit Pratschko (Text)<br />

Christine Ast (Art Direction)<br />

Bildbearbeitung: JournalMedia<br />

Nachdruck ist nur <strong>mit</strong> schriftlicher<br />

Genehmigung der Deutschen<br />

Röntgengesellschaft gestattet.<br />

Dies gilt auch für die Aufnahme in<br />

elektronische Datenbanken und<br />

Vervielfältigungen auf CD-ROM.<br />

Druck: Laserline Druckzentrum<br />

Scheringstr. 1, 13355 Berlin<br />

2 4 Themen & Trends Aus Wissenschaft und Forschung<br />

2 6 Schicksal TV-Star Thorsten Nindel berichtet offen, wie er den Kampf<br />

gegen den Krebs gewann<br />

2 9 Die Lunge Mit welchen Methoden Ärzte Krankheiten wie Asthma oder<br />

Krebs auf die Spur kommen<br />

14 Röntgenbus Hilfe für Flüchtlinge in Berlin<br />

16 Kinderradiologie Warum kleine Patienten eine besondere Behandlung<br />

brauchen<br />

18 Schlaganfall Eine neue Therapie verbessert die Chancen in Notfällen<br />

20 Tiere in der Röhre Wie Experten vom Leibniz-Institut für Zoo- und<br />

Wildtierforschung Bären, Löwen und Wölfen helfen<br />

23 Strahlenschutz Worauf Patienten achten sollten<br />

24 Wilhelm Conrad Röntgen Glückliche Studienjahre des<br />

Nobelpreisträgers in Zürich<br />

26 Galerie Faszinierende Collagen des schwedischen Radiologen<br />

Bertil Leidner<br />

28 Ärzteserien im Check Wo Dr. House und seine TV-Kollegen gründlich<br />

danebenliegen<br />

30 Promi-Umfrage Auf welches Haus<strong>mit</strong>tel Schauspieler und Moderatoren<br />

schwören<br />

3


THEMEN & TRENDS<br />

Paläobiologie<br />

Saurier-Schädel<br />

in der Röhre<br />

Mehr als 66 Millionen Jahre alt<br />

sind die Reste des weiblichen<br />

T-Rex-Dinos, den niederländische<br />

Forscher in Montana/<br />

USA 2013 entdeckt haben. Die<br />

versteinerten Knochen zählen<br />

zu den besterhaltenen Saurier-<br />

Stücken. Das Größte ist der<br />

eineinhalb Meter lange Schädel.<br />

Er wurde <strong>mit</strong> seinem Gesteinsbett<br />

ausgegraben und in einer<br />

Spezial-Holzbox gesichert.<br />

Gesamtgewicht: 500 Kilogramm.<br />

Dank des weltweit einzigen<br />

XXL-Computertomographen im<br />

Fraunhofer-Entwicklungszentrum<br />

Röntgentechnik in Fürth<br />

konnte das Fossil gefährdungsfrei,<br />

ohne die Kiste zu verlassen,<br />

genau vermessen und seine<br />

Struktur untersucht werden. Die<br />

Analyse dauerte mehr als 43<br />

Stunden, es entstanden mehr als<br />

1500 Schichtbilder. Diese Daten<br />

rechnete ein Hochleistungs-PC<br />

so um, dass eine 3-D-Ansicht des<br />

Dino-Kopfes sichtbar gemacht<br />

werden konnte. Ein 3-D-Drucker<br />

erstellte originalgetreue Kopien –<br />

sozusagen Ur-Zeit zum Anfassen<br />

im dritten Jahrtausend.<br />

Wissenschaft<br />

HUNDE HÖREN<br />

WIE WIR<br />

Frauchen und Herrchen wussten es schon immer:<br />

Dackel, Collie & Co. verstehen ziemlich gut, was<br />

man ihnen sagt. Ungarische Neurowissenschaftler<br />

konnten jetzt beweisen: Ebenso wie in unserem<br />

Gehirn gibt es bei Hunden – sogar an fast gleichen<br />

Arealen – spezielle Bereiche für die Erkennung von Stimmen.<br />

Für die erste Studie dieser Art wurden elf Hunden<br />

und 22 Menschen per Kopfhörer verschiedene Geräusche von<br />

Vier- und Zweibeinern vorgespielt – und im MRT die Reaktionen im Gehirn ver glichen.<br />

Dabei zeigten die haarigen Lieblinge sogar ähnliche Hirnaktivitäten beim Erkennen des<br />

emotionalen Gehalts von Lauten.<br />

Kurz erklärt:<br />

Biopsie<br />

Der medizinische Fachausdruck hat<br />

seine Wurzeln im Griechischen –<br />

„bios“ heißt Leben, „opsis“ Sehen.<br />

Tatsächlich geht es um die minimalinvasive<br />

Entnahme einer Gewebeprobe<br />

<strong>mit</strong>tels einer dünnen Hohlnadel.<br />

Die Probe wird anschließend von<br />

einem Pathologen unter dem Mikroskop<br />

untersucht. Nur er kann letztendlich<br />

klären, ob das punktierte<br />

Organ erkrankt ist, die Probe gutartige<br />

oder bösartige Zellen enthält.<br />

Dieser Eingriff ist daher ein wichtiges<br />

Diagnoseverfahren bei jedem Krebsverdacht,<br />

insbesondere in Brust, Leber,<br />

Prostata oder Magen und Darm. Der<br />

meist kleine Eingriff wird oft unter<br />

lokaler Betäubung, seltener unter Narkose<br />

durchgeführt.<br />

4


50. Jahreskongress<br />

Neuroradiologen<br />

auf Erfolgskurs<br />

Eine Revolution bei der Akut-Therapie des Schlaganfalls<br />

stand im Mittelpunkt der Jubiläumstagung<br />

der Deutschen Gesellschaft der Neuroradiologie<br />

(DGNR) in Köln. „Mit dieser minimalinvasiven<br />

Katheter-Behandlung können wir Schlaganfall-<br />

Patienten erheblich effizienter behandeln“, erklärt<br />

Kongresspräsident Prof. Heinrich Lanfermann,<br />

Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle<br />

Neuroradiologie an der <strong>Medizin</strong>ischen<br />

Hochschule Hannover.<br />

Neuroradiologen sind die Spezialisten bei der<br />

Diagnose und Behandlung von Erkrankungen<br />

im Gehirn und Rückenmark – und zwar <strong>mit</strong>hilfe<br />

moderner Methoden wie Computertomographie<br />

(CT) und Magnetresonanztomographie (MRT).<br />

Der Fachkongress NeuroRAD ist der größte<br />

seiner Art in Europa. Während der Veranstaltung<br />

im Oktober <strong>2015</strong> <strong>mit</strong> rund 1200 Teilnehmern<br />

wurden in mehr als 40 wissenschaftlichen<br />

Vor trägen Studienergebnisse sowie Innovationen<br />

in der Diagnostik und Therapie präsentiert.<br />

Prof. Lanfermann: „Dank hochentwickelter<br />

MRT-Techniken gelingt es uns heute, krankhafte<br />

Veränderungen des Gehirns wie beim Morbus<br />

Parkinson oder der Multiplen Sklerose immer<br />

früher zu identifizieren. So kann die Therapie<br />

eher einsetzen, Leistungseinschränkungen des<br />

Patienten können reduziert werden.“<br />

Trotz des 50-jährigen Kongress-Jubiläums: Die<br />

Geschichte des Faches ist bereits mehr als<br />

doppelt so alt. Sie begann 1896, ein Jahr nach<br />

der Entdeckung der Röntgenstrahlen, <strong>mit</strong><br />

der ersten seitlichen Aufnahme eines Schädels.<br />

1905 erschien die erste neuroradiologische<br />

Publikation des Wiener Neurologen und<br />

Psychiaters Arthur Schüller, er gilt als Vater der<br />

Neuroradiologie. Die zunehmende Bedeutung<br />

des Fachgebiets ist vor allem <strong>mit</strong> zwei Entwicklungen<br />

verbunden: der Erfindung von CT<br />

und MRT in den 70er-Jahren sowie der Entwicklung<br />

medizinischer Miniatur-Instrumente,<br />

<strong>mit</strong> denen Neuroradiologen im Gehirn Untersuchungen<br />

und Eingriffe vornehmen können.<br />

Spezialist Lanfermann: „Die Forschung geht<br />

sehr rasch weiter – besonders spannend wird die<br />

Kombination von modernster Bilddiagnostik und<br />

minimalinvasiver Behandlungstechnik in einem<br />

Gerät sein. So können wir während eines Eingriffs<br />

gleichzeitig alle relevanten Bilddaten kontrollieren<br />

und da<strong>mit</strong> das Ergebnis verbessern.“<br />

Aus welchen Gründen<br />

würden Sie einen Arzttermin<br />

online buchen?<br />

Um jederzeit einen Termin buchen zu können,<br />

auch an Wochenenden und abends.<br />

Um die Warteschleife am Telefon<br />

zu umgehen.<br />

Ich kann sehen, welcher Arzt als<br />

Nächstes einen Termin anbietet und mich<br />

anhand dessen entscheiden.<br />

Um komfortabel von unterwegs per Smartphone<br />

oder Tablet-PC buchen zu können.<br />

Ich informiere mich online über<br />

den Arzt, also möchte ich im Anschluss<br />

direkt online buchen.<br />

Um nicht <strong>mit</strong> jemanden am Telefon<br />

sprechen zu müssen.<br />

VORDENKER<br />

Neuroradiologe Prof.<br />

Heinrich Lanfermann<br />

organisierte den<br />

Jubiläumskongress<br />

NeuroRAD<br />

60 %<br />

46 %<br />

44 %<br />

23 %<br />

18 %<br />

15 %<br />

Quelle: Jameda Umfrage<br />

Online-Terminbuchung<br />

Im Trend<br />

Arzttermine online buchen<br />

Fast jeder dritte Patient, der manches<br />

per Internet erledigt, hat bereits auch<br />

Arzttermine per PC oder Smartphone<br />

gebucht. Und 84 Prozent der Patienten<br />

<strong>mit</strong> Online-Anschluss, die das bisher<br />

noch nicht gemacht haben, würden dies<br />

aber gern tun. Das sind die zentralen<br />

Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage<br />

unter 1000 Internetnutzern. Das<br />

Marktforschungsinstitut Research Now<br />

(im Auftrag des Arzt-Bewertungsportals<br />

Jameda) fragte auch nach den Gründen –<br />

am häufigsten wurde genannt: Unabhängigkeit<br />

von Tag und Uhrzeit, Zeitersparnis<br />

und die Möglichkeit, einen Arzt nach<br />

Terminverfügbarkeit zu wählen. Heute<br />

bieten immer mehr Praxen ein solches<br />

Online-Angebot.<br />

FOTOS: DEUTSCHE RÖNTGENGESELLSCHAFT, FRAUNHOFER-ENTWICKLUNGSZENTRUM RÖNTGENTECHNIK (2), ISTOCKPHOTO (3)<br />

5


DIE LUNGE<br />

THORSTEN NINDEL,<br />

51: Der Schauspieler<br />

(„Lindenstraße”,<br />

„Rote Rosen”)<br />

überstand seine<br />

Krebserkrankung<br />

„Ich hatte<br />

wunderbare Ärzte,<br />

die mich bes tens<br />

betreut und <strong>mit</strong><br />

den modernsten<br />

Methoden<br />

behandelt haben.<br />

Dafür bin ich<br />

sehr dankbar”<br />

6


„Mein Kampf<br />

gegen den<br />

KREBS”<br />

Radiologie als Rettung. Husten, Luftnot, Rückenschmerzen.<br />

Solche Körpersignale können vieles bedeuten.<br />

Bei TV-Star Thorsten Nindel steckte ein Lungenkrebs dahinter.<br />

Dank Röntgen- und Kernspinuntersuchung erfuhr<br />

der 51-Jährige rechtzeitig von der lebensgefährlichen<br />

Erkrankung – und konnte geheilt werden<br />

FOTO: BERNHARD KÜHMSTEDT<br />

Die blauen Augen leuchten, der<br />

Teint ist gesund und rosig. Lediglich<br />

die fehlende Haarpracht weist<br />

noch auf die Erkrankung hin. „Steht<br />

mir doch gut, oder?“, grinst Thorsten<br />

Nindel, 51, und fährt sich durch seine feinen,<br />

kurzen Haare. Das Lachen ist zurück: Nach einem<br />

monatelangen Kampf gegen den Lungenkrebs<br />

blickt der Schauspieler voll Zuversicht in die<br />

Zukunft. Im Gespräch <strong>mit</strong> „<strong>Medizin</strong> <strong>mit</strong> Durchblick“<br />

erinnert er sich an seine ganz persönliche<br />

Zeit des Schreckens. Dass diese lebensbedrohliche<br />

Phase ein Happy End nahm, verdankte er nicht<br />

zuletzt seinen Radiologen.<br />

Wie haben Sie erfahren, dass in Ihrer Lunge<br />

ein Krebs heranwächst?<br />

Ich litt im Frühjahr 2014 einige Wochen lang unter<br />

Luftnot und Schmerzen zwischen den Rippen. Als<br />

kräftiger Raucher tippte ich auf Herzprobleme.<br />

(lacht) Doch dann sagte meine Lebensgefährtin<br />

Saskia (Anmerkung: Schauspielerin Saskia Valencia)<br />

zu mir: „Du hustest so stark, du musst zum<br />

Lungenfacharzt.“ Nach verschiedenen Lungenfunktionstests<br />

meinte der Pneumologe, so richtig<br />

gut sei meine Lunge ja nicht. Er schimpfte, weil<br />

ich Raucher war, und entschied, er brauche mehr<br />

Klarheit – ich solle mich röntgen lassen.<br />

Und das haben Sie getan?<br />

Ja. Am nächsten Vor<strong>mit</strong>tag bin ich <strong>mit</strong> der Überweisung<br />

des Lungenarztes in eine radiologische<br />

Praxis nach Bad Schwalbach gefahren. Tatsächlich<br />

meinte der Radiologe: „Ja, da ist etwas …“<br />

Ich fahre also zurück, gebe die Nachricht an meinen<br />

Lungenarzt weiter – und der schickt mich auf<br />

der Stelle wieder zum Radiologen: „Wir brauchen<br />

ein MRT! Wir müssen wissen, was da los ist!“ Also<br />

komme ich in das Kernspintomographiegerät.<br />

Nach der Untersuchung sitze ich beim Arzt, er<br />

schaut in seinen Computer. Ich kann ihm geradewegs<br />

über die Schulter und auf meinen Befund<br />

schauen. Da stand: „Hochgradiger Verdacht auf<br />

ein Bronchialkarzinom“.<br />

➞<br />

7


VOLLER LEBENSLUST<br />

und Optimismus<br />

blickt Thorsten Nindel<br />

in die Zukunft<br />

deshalb, einer der beiden Lungenflügel müsse herausoperiert<br />

werden. Doch die Biopsie ergab dann,<br />

dass dieser spezielle Krebs besser zu therapieren<br />

war als gedacht. Ich hätte die Welt umarmen<br />

können, weil meine Lunge erhalten bleibt. Zumal<br />

ein hochmodernes PET-CT vorher schon ergeben<br />

hatte, dass mein Körper frei von Metastasen war.<br />

Krebsabsiedlungen weisen einen anderen Energiestoffwechsel<br />

auf als gesundes Gewebe. Und weil<br />

die PET, sprich: Positronen-Emissions-Tomographie,<br />

den Stoffwechsel im Körper sichtbar macht,<br />

kann der Radiologe den Unterschied gut erkennen.<br />

Sie bekamen Chemotherapie und teilweise<br />

zeitgleich Bestrahlung. Wie haben Sie diese<br />

Zeit erlebt?<br />

Ich hing bei der Chemo zehn, zwölf Stunden am<br />

Tropf. Literweise wurde die Flüssigkeit durch meine<br />

Venen gejagt. Das Gefühl ist kalt und schaurig.<br />

Danach ist man unglaublich schlapp und zittrig,<br />

irgendwie fremd. Ich stand morgens um fünf auf,<br />

hatte Fressattacken. Ich habe da auch gegen die<br />

Übelkeit angegessen. Und 18 Kilo zugenommen<br />

wie in einer Schwangerschaft.<br />

FOTOS: BERNHARD KÜHMSTEDT<br />

➞<br />

Was war Ihr erster Gedanke?<br />

Ich habe ausgerechnet, wie weit ich <strong>mit</strong> der Finanzierung<br />

meiner Wohnung bin. Ob meine Tochter<br />

es schafft, diese Wohnung weiter abzubezahlen.<br />

Oder ob man die Wohnung verkaufen muss,<br />

da<strong>mit</strong> meine Tochter ihre Ausbildung zu Ende<br />

bringen kann. Danach dachte ich mir: „Okay,<br />

Thorsten, du kannst sterben, das Kind kommt<br />

durch. Aber es wird nicht gestorben. Zumindest<br />

nicht jetzt.“<br />

Wie hat Ihre Partnerin reagiert?<br />

Sie ist eine starke Frau. Natürlich war sie total<br />

geschockt. Aber das Schlimme ist ja, dass Angehörige<br />

bei solchen Dingen viel stärker sein müssen<br />

als die Kranken. Sie müssen trösten, sich zuwenden.<br />

Wir haben beide nicht geheult. Aber Saskia<br />

war in den folgenden Monaten immer bei mir,<br />

immer an meiner Seite.<br />

Wie ging es dann weiter?<br />

Tests ergaben, dass der Tumor 4,4 Zentimeter groß<br />

war. Das ist alles andere als klein. Zunächst hieß es<br />

HUMOR half, die<br />

Zeit zu überstehen„Mein erster Gedanke<br />

nach der<br />

Diagnose? – Ob<br />

das Geld reicht,<br />

da<strong>mit</strong> meine<br />

Tochter ihre Ausbildung<br />

zu Ende<br />

bringen kann”<br />

Waren Sie überzeugt davon, wieder gesund<br />

zu werden?<br />

Ganz tief in mir drin war ich skeptisch, ob ich die<br />

Erkrankung überstehe. Wenn mir die Ärzte mal<br />

wieder gut zuredeten und Optimismus einflößten,<br />

dachte ich mir nicht selten: Mensch, vielleicht will<br />

der Typ nur nett zu mir sein. Diesen Gedanken<br />

bin ich nie ganz losgeworden. Bis mir irgendwann<br />

einer dieser Ärzte gesagt hat: „Wir würden dieses<br />

ganze Theater, das enorm Geld kostet und Sie<br />

anstrengt, nicht machen, wenn wir Sie nicht wieder<br />

zu 100 Prozent gesund bekommen könnten.“<br />

Wie wichtig war es, dass Ihre Partnerin Saskia<br />

Sie unterstützt hat?<br />

Sie war alles für mich. Sie hat mir alles abgenommen,<br />

all diese administrativen Dinge, die<br />

Telefonate <strong>mit</strong> der Krankenkasse, hat für mich<br />

gekocht, war immer da … Wir haben auch viele<br />

Krebs-Witze gemacht. Dieser Humor hat mir sehr<br />

geholfen. Ich hätte das nicht allein durchstehen<br />

können.<br />

Wie sind Sie von den Ärzten entlassen worden?<br />

Als gesund. Ich muss nur die ersten beiden Jahre<br />

vierteljährlich zu Kontrolluntersuchungen in den<br />

Kernspintomographen oder in den Computertomographen.<br />

Erst gestern hatte ich den Kontrolltermin<br />

beim Radiologen: Alles ist gut.<br />

Bernhard Hobelsberger<br />

8


DIE LUNGE<br />

Radiologie bei Lungenerkrankungen<br />

Bilder gegen die<br />

LUFTNOT<br />

Diagnose. Wie ein unermüdlicher Blasebalg saugt der Brustkorb Luft in die<br />

Lunge. Mehr als 10000 Liter am Tag. Ohne den Sauerstoff geht jede menschliche<br />

Zelle innerhalb von Minuten zugrunde. Entsprechend groß ist die Beklemmung,<br />

sobald wir um die Puste kämpfen müssen. Radiologen können in solchen Fällen<br />

eine entscheidende Rolle spielen: Ihre Bilder verraten, woran die Atemwege kranken<br />

ILLUSTRATION: GETTY IMAGES<br />

Starker Husten, zäher Schleim, Atemnot<br />

oder gar ein verfärbter Auswurf – wer<br />

<strong>mit</strong> solchen Krankheitszeichen kämpft,<br />

der sucht am besten einen Lungenfacharzt<br />

auf. In vielen Fällen wird der Pneumologe<br />

(von griech. pneumon, die Lunge) <strong>mit</strong> eigenen<br />

Mitteln herausfinden, ob sich hinter den lästigen<br />

Symptomen eine ernste Erkrankung verbirgt.<br />

Nicht selten jedoch wird er zusätzlich einen Radiologen<br />

bitten, einen Blick auf die Atemwege seines<br />

Patienten zu werfen. Denn bestimmte Auffälligkeiten<br />

in den Bronchien lassen sich erst durch Röntgen,<br />

Computertomographie (CT) oder Kernspin wirklich<br />

verlässlich diagnostizieren. „Ein Lungenarzt<br />

ist nur dann ein guter Lungenarzt, wenn er einen<br />

guten Radiologen an seiner Seite hat“, weiß Prof.<br />

Klaus Rabe, Ärztlicher Direktor der Lungenklinik<br />

Großhansdorf.<br />

Hier erfahren Sie, <strong>mit</strong> welchen Methoden Radiologen<br />

Ihre Lunge untersuchen und welche Erkenntnisse<br />

der Arzt erhält.<br />

Röntgen:<br />

DER BASIS-CHECK<br />

Die Welt stand kopf, als Wilhelm Conrad Röntgen<br />

im Jahr 1896 ein Bild seiner Frau verschickte. In<br />

Weiß vor schwarzem Hintergrund waren auf dem<br />

Fotopapier die Handknochen seiner Angetrauten zu<br />

erkennen – als habe der Physiker ein Skelett fotografiert.<br />

Röntgen hatte entdeckt, dass kurzwellige Strahlen<br />

alle festen Stoffe je nach Dichte durchdringen<br />

und dadurch deren innere Struktur sichtbar machen.<br />

WAS PASSIERT, WENN WIR ATMEN?<br />

3<br />

Die Luft strömt durch die ➊ Luftröhre in die Bronchien des rechten und linken<br />

Lungenflügels. Diese verzweigen sich in immer filigranere ➋ Bronchiolen.<br />

Am Ende sitzen die ➌ Lungenbläschen (Alveolen), umhüllt von einem Netz aus<br />

Blutgefäßen. Diese nehmen den Sauerstoff auf und geben Kohlendioxid ab,<br />

das dann ausgeatmet wird.<br />

Schnell lernte die <strong>Medizin</strong>, dass die neue Technik<br />

hilft, auch Erkrankungen der Lunge zu erkennen.<br />

Dazu wählen Radiologen die Aufnahme des Brustkorbs:<br />

den „Röntgen-Thorax“.<br />

So funktioniert Röntgen: Die elektromagnetischen<br />

Strahlen aus einer Röntgenröhre durchdringen<br />

den Körper und treffen dahinter auf einen<br />

unbelichteten Film bzw. Detektor. Je dichter das<br />

Gewebe, desto weniger Strahlung gelangt hin<br />

➞<br />

1<br />

2<br />

9


DIE LUNGE<br />

FOTOS: GETTY IMAGES (3), ISTOCKPHOTO (2)<br />

AUFFÄLLIGE Stellen<br />

im Röntgenbild<br />

➞<br />

durch, sodass der Detektor an diesen Stellen<br />

kaum belichtet wird und hell bleibt. Das Ergebnis<br />

sieht ähnlich aus wie ein Foto-Negativ. „Knochen<br />

etwa, die kaum Röntgenstrahlen durchlassen, erscheinen<br />

als weißes Objekt vor dunklem Hintergrund“,<br />

erläutert Radiologe Prof. Stefan Diederich,<br />

Chefarzt am Marien-Hospital Düsseldorf.<br />

Das verrät das Röntgenbild: Die Luft in<br />

den Lungenflügeln bildet einen guten Kontrast zur<br />

Umgebung. Deshalb kann der Spezialist auf dem<br />

Röntgenbild Auffälligkeiten erkennen. „Bei einer<br />

Lungenentzündung etwa enthält das betroffene<br />

Gewebe mehr Zellen oder Flüssigkeit. Es ist also<br />

dichter als das gesunde Nachbargewebe und zeigt<br />

sich deshalb als Verschattung“, verrät die Radiologin<br />

Dr. Karina Hofmann-Preiß aus Erlangen. Bei<br />

Krebs und COPD verhilft der Röntgenthorax zur<br />

orientierenden Erstdiagnostik. Auch Tuberkulose<br />

oder Verletzungen der Lunge lassen sich erkennen.<br />

Um Thorax-Röntgenbilder zu beurteilen, braucht<br />

es ein geschultes Auge.<br />

So läuft die Untersuchung ab: Die Röntgenassistentin<br />

wird den Patienten bitten, sich vor das<br />

Gerät zu stellen, sich nicht zu bewegen, tief einzuatmen<br />

und die Atmung kurz anzuhalten. So kann<br />

die Aufnahme nicht verwackeln. Radiologe Stefan<br />

Diederich: „Meist werden die Röntgenaufnahmen<br />

in zwei Ebenen gemacht: von hinten nach vorn –<br />

also <strong>mit</strong> der Strahlenquelle im Rücken – und von<br />

der Seite.“ Der Unterleib wird währenddessen von<br />

einer Bleischürze abgedeckt und so vor unnötiger<br />

Bestrahlung geschützt.<br />

Ist Röntgen gefährlich? Die Strahlendosis (sie<br />

wird in Millisievert bzw. mSv gemessen) ist dank<br />

moderner Geräte sehr niedrig. „Die Dosis einer<br />

Röntgenaufnahme des Brustkorbs <strong>mit</strong> einem modernen<br />

digitalen System liegt bei 0,02 bis 0,05 mSv“,<br />

erläutert Hofmann-Preiß. Zum Vergleich: Die gesamte<br />

natürliche Strahlenbelastung in Deutschland<br />

beträgt durchschnittlich 2,1 mSv im Jahr. Dennoch:<br />

Es existiert kein Schwellenwert, ab dem Röntgen<br />

völlig risikolos wäre – jede Untersuchung kann<br />

Zellen schädigen. Ärzte wägen deshalb das Risiko<br />

der Strahlenbelastung gegen den Nutzen einer möglichen<br />

Diagnose ab.<br />

Computertomographie (CT):<br />

RÖNTGEN DE LUXE<br />

Die Erfindung der Computertomographie ist nicht<br />

zuletzt den Beatles zu verdanken. Genauer gesagt,<br />

SENTA BERGER, 74,<br />

hatte Anfang vergangenen<br />

Jahres<br />

<strong>mit</strong> einer schweren<br />

Lungenentzündung<br />

zu kämpfen. Die<br />

Schauspielerin musste<br />

mehrere Wochen<br />

in der Klinik bleiben<br />

und war anschließend<br />

zur Reha.<br />

„Ich habe alles gut<br />

überstanden. Die<br />

Lungenentzündung<br />

ist vollkommen<br />

ausgeheilt“, sagt sie<br />

heute erleichtert.<br />

den Gewinnen, die die Pilzköpfe in den Sechzigerjahren<br />

ihrer Plattenfirma EMI bescherten. Dank<br />

dieses Geldsegens bot das Unternehmen, das sich<br />

auch <strong>mit</strong> elektronischen Bauteilen beschäftigte, seinem<br />

Angestellten Godfrey Hounsfield die Chance,<br />

sein Forschungsfeld frei zu wählen. Der EMI-Ingenieur<br />

entwickelte daraufhin den Prototyp für ein<br />

CT-Gerät, <strong>mit</strong> dem 1971 im Londoner Atkinson<br />

Morley’s Hospital erstmals das Gehirn einer Patientin<br />

dargestellt wurde.<br />

So funktioniert die Computertomographie:<br />

Das CT ist eine Weiterentwicklung des Röntgens,<br />

die die Organe ohne Überlagerung darstellt. Dazu<br />

rotiert die Röntgenröhre um den Patienten. Messköpfe<br />

er<strong>mit</strong>teln, wie sehr die Strahlung durch das<br />

Körpergewebe abgeschwächt wird, und schicken die<br />

Datensätze an einen Computer, der daraus Schnittbilder<br />

(griechisch tomos = Schnitt und graphein =<br />

schreiben) in allen erdenklichen Raumrichtungen<br />

SAUERSTOFF-LIEFERANT<br />

JESSICA SCHWARZ, 38,<br />

hat vor drei Jahren <strong>mit</strong> dem<br />

Rauchen aufgehört, auch weil<br />

einige ihrer Verwandten an<br />

Lungenkrebs gestorben sind.<br />

Eine etwa 100 Jahre<br />

alte Eiche nimmt<br />

am Tag 260 Liter<br />

Kohlendioxid auf –<br />

das entspricht etwa<br />

dem Kohlendioxidabfall<br />

von zweieinhalb<br />

Einfamilienhäusern.<br />

Gleichzeitig filtert sie<br />

viele Schadstoffe aus<br />

der Luft und produziert<br />

200 Liter Sauerstoff,<br />

die tagtäglich den<br />

Bedarf von etwa zehn<br />

Menschen decken.<br />

10


JESSICA ALBA, 34:<br />

„Ich verbrachte<br />

als Kind viel Zeit im<br />

Krankenhaus, hatte<br />

häufig Lungenentzündung<br />

und sogar<br />

einen Lungenkollaps.<br />

Später habe<br />

ich festgestellt, dass<br />

sich meine Asthmasymptome<br />

bessern,<br />

wenn ich auf Duftstoffe<br />

und spezielle<br />

Produkte verzichte.“<br />

Zur Sicherheit hat die<br />

Schauspielerin aber<br />

immer einen Inhalator<br />

dabei.<br />

Nichts schadet dem zarten<br />

Lungengewebe mehr<br />

als Rauchen. Mit jedem<br />

Zug werden eine Vielzahl<br />

giftiger Substanzen<br />

inhaliert. Die Inhaltsstoffe<br />

des Tabakrauchs lösen<br />

chronische Entzündungen<br />

der Atemwege aus, eine<br />

vermehrte Schleimbildung<br />

und können die Lungenbläschen<br />

unwiderruflich<br />

zerstören. Lungenkrebs<br />

und chronische Lungenerkrankungen<br />

sind<br />

häufige Langzeitfolgen.<br />

Geräte kommen bei einer Thoraxuntersuchung <strong>mit</strong><br />

Niedrigdosistechniken auf 0,5 mSv – das entspricht<br />

der Belastung, denen Passagiere bei einem Flug nach<br />

Australien ausgesetzt sind.<br />

rekonstruiert. „Geht es um kleinste Details, ist das<br />

CT heute Goldstandard“, versichert Radiologe Diederich.<br />

Der Computer kann diese Schichten gegebenenfalls<br />

sogar zu 3-D-Bildern zusammensetzen:<br />

Das erlaubt einen räumlichen Eindruck des Organs.<br />

Das verrät ein Thorax-CT: Wenn es darum geht,<br />

Tumoren oder Metastasen in der Lunge festzustellen,<br />

ist das CT unabdingbar. Krebsherde werden<br />

bereits ab einer Größe von ein bis zwei Millimetern<br />

sichtbar. Mithilfe der Aufnahmen schätzt der<br />

Radio loge Größe und Lage der Herde ein und<br />

kontrolliert ihre Entwicklung während der Therapie.<br />

Im Rahmen einer speziellen CT-Angiographie<br />

erkennt der Arzt sogar, wie der Tumor <strong>mit</strong> Blutgefäßen<br />

versorgt ist. Auch bei akuter Lungenembolie,<br />

Lungenhochdruck, Lungenfibrose, fortgeschrittener<br />

COPD und Lungenentzündung bei Risikopatienten<br />

setzen Ärzte häufig auf ein Thorax-CT.<br />

So läuft die CT-Untersuchung ab: Der Patient<br />

ruht bequem auf einer Liege. Der Untersuchungstisch<br />

fährt ihn durch die ringförmige Öffnung des<br />

Geräts, während die rotierenden Röntgenstrahler<br />

den Brustkorb scannen. Die gesamte Untersuchung<br />

dauert weniger als zehn Minuten; die eigentlichen<br />

CT-Aufnahmen werden innerhalb von Sekunden<br />

erzeugt. Radiologin Karina Hofmann-Preiß: „In<br />

dieser Zeit sollte man möglichst die Luft anhalten,<br />

da die Aufnahmen sonst unscharf werden könnten.“<br />

Patienten <strong>mit</strong> Klaustrophobie brauchen übrigens<br />

keine Sorge vor CT-Untersuchungen zu haben. Die<br />

kurzen ringförmigen Tunnel erlauben freie Sicht<br />

nach außen.<br />

Ist ein CT gefährlich? Die Strahlenbelastung<br />

liegt tatsächlich höher als beim normalen Röntgen.<br />

Doch Ärzte und Gerätehersteller unternehmen viel,<br />

die notwendige Dosis zu minimieren. Die ersten CT-<br />

Aufnahmen hatten 30 Millisievert (mSv), heute fällt<br />

bei einer Thorax-CT-Untersuchung im Normfall<br />

eine Dosis von drei bis sechs mSv an. Neueste CT-<br />

Magnetresonanztomographie<br />

(MRT):<br />

Keine Angst in der Röhre<br />

Manche Erfindungen beruhen auf der Leistung eines<br />

genialen Gehirns. Doch die meisten Schöpfungen<br />

kommen nur zustande, wenn schlaue Köpfe zusammenwirken.<br />

Der erste Schritt für die Magnetresonanztomographie<br />

beispielsweise wurde bereits um<br />

1800 herum getan: Zu dieser Zeit entwickelte der<br />

französische Mathematiker Jean-Baptiste Fourier<br />

ein Verfahren, das es heutzutage ermöglicht, MRT-<br />

Bilder zu errechnen. Knapp 150 Jahre später entdeckten<br />

die beiden US-Wissenschaftler Felix Bloch<br />

und Edward Purcell unabhängig voneinander das<br />

physikalische Prinzip des MRT, die Kernspinresonanz.<br />

Die Weiterentwicklung zu einer medizinischen<br />

Technik trieben in den 1970er-Jahren wieder andere<br />

Forscher voran – bis das MRT in den 1980er-Jahren<br />

in den klinischen Alltag einzog.<br />

So funktioniert die Magnetresonanztomographie:<br />

Sie arbeitet nicht <strong>mit</strong> Röntgenstrahlen,<br />

sondern <strong>mit</strong> Magnet- und Radiowellen. Der Patient<br />

liegt in einer Röhre, die um ihn herum ein Magnetfeld<br />

erzeugt – viele Tausend Mal stärker als das der<br />

Erde. Dieses Magnetfeld richtet die Wasserstoffatome<br />

im Körper wie Kompassnadeln aus. Kurze<br />

Impulse von Radiowellen stören diese Ordnung, die<br />

Atome tanzen sozusagen aus der Reihe. Sobald der<br />

Impuls vorbei ist, kehren die Wasserstoffatome in<br />

die ursprüngliche Lage zurück. Dabei geben sie die<br />

aufgenommene Energie in Form von Radiowellen<br />

ab. Diese Signale werden vom MRT-Gerät registriert.<br />

Anhand der Messdaten errechnet ein Spezialcomputer<br />

Schnittbilder des menschlichen Körpers.<br />

Das verrät das MRT: Eine Domäne ist die Diagnostik<br />

von Weichteilen. Mithilfe des Thorax-MRT<br />

kann der Arzt z. B. Veränderungen der Thoraxwand<br />

wie das Einwachsen eines Tumors beurteilen. Die<br />

Bilder werden auch zur Verlaufskontrolle herangezogen<br />

oder zur Suche nach Tumormetastasen. Die<br />

Aufnahmen sind derart scharf, dass geschulte Ärzte<br />

selbst Details von wenigen Millimetern Größe erkennen.<br />

„Als strahlenfreie Methode wird das MRT<br />

bei Kindern bevorzugt“, sagt Karina Hofmann-<br />

Preiß. Ähnlich wie das moderne CT erlaubt das<br />

MRT Bilder in jeder gewünschten Körperebene.<br />

So läuft die Untersuchung ab: Die klassischen<br />

MRT-Apparate sind wie die Computertomo -<br />

➞<br />

11


DIE LUNGE<br />

FOTO: ISTOCKPHOTO, UNIVERSITÄTSKLINIK ESSEN<br />

MODERNE<br />

Methoden<br />

➞<br />

graphen als Röhre gebaut, allerdings<br />

fünfmal so lang. Für die Untersuchung<br />

fährt eine Liege den Patienten<br />

so weit in den Magnettunnel,<br />

bis sich die Lungenregion in der<br />

Röhren<strong>mit</strong>te befindet. Die Untersuchungszeit<br />

liegt meist zwischen<br />

20 und 30 Minuten, in denen man<br />

möglichst ruhig liegen sollte. Über<br />

eine Sprechanlage stehen die Patienten<br />

– genau wie beim CT – in Verbindung<br />

<strong>mit</strong> der medizinisch-technischen<br />

Radiologieassistentin (MTRA) auf ihrem<br />

Bedienplatz. Ohrstöpsel dämpfen die Klopfgeräusche,<br />

die der Kernspin erzeugt. Patienten, die<br />

sich in der Röhre beengt fühlen, können sich ein<br />

Beruhigungs<strong>mit</strong>tel geben lassen.<br />

Ist ein MRT gefährlich? Im Gegensatz zum<br />

Röntgen oder zur Computertomographie setzt die<br />

Untersuchung den Patienten keinerlei Strahlenbelastung<br />

aus. Allerdings zieht das Magnetfeld im Inneren<br />

des Tomographen magnetisierbare Metallteile an; für<br />

Patienten <strong>mit</strong> Herzschrittmacher, Insulinpumpe oder<br />

Cochleaimplantat ist die Untersuchung in der Regel<br />

tabu. Allerdings gibt es heute schon Herzschrittmacher,<br />

die MRT-tauglich sind.<br />

Ultraschall:<br />

DER SANFTE WEG<br />

ZUR DIAGNOSE<br />

Wie gelingt es Fledermäusen, in schwärzester Dunkelheit<br />

Insekten zu fangen? Dieses Rätsel beschäftigte<br />

Biologen über Jahrhunderte, heute kennt jedes<br />

Kind die Antwort. Die Tiere senden Laute im Ultraschallbereich<br />

aus – jenseits der menschlichen Hörschwelle.<br />

Anhand der reflektierten Echos orten sie<br />

die Beute. Ein Prinzip, das sich die <strong>Medizin</strong> zunutze<br />

macht, um Rippen- oder Lungenfell sowie Anteile<br />

der Lunge abzubilden. Inspiriert wurde die technische<br />

Nutzung des Echolots übrigens vom Eisberg-<br />

Crash der „Titanic“ 1912. Die Schiffskatastrophe<br />

veranlasste den englischen Mathematiker Lewis<br />

Richardson und den deutschen Physiker Alexan der<br />

Behm, ein sicheres System zur Abstandsmessung<br />

im Wasser zu entwickeln – der Grundstein für die<br />

ersten Ultraschallaufnahmen menschlicher Organe,<br />

die 1952 gelang.<br />

12<br />

IM TUNNEL<br />

Die Magnetresonanztomographie<br />

liefert gestochen<br />

scharfe Bilder von<br />

Weichteilen im Inneren<br />

des Körpers.<br />

WEISSER HERD<br />

Diese Frau leidet<br />

unter einem Lungenkarzinom,<br />

etwa so<br />

groß wie ein Tischtennisball.<br />

LUFT IN DER LUNGE<br />

Eine sogenannte<br />

Kaverne (Höhle) im<br />

rechten Lungenflügel<br />

ist ein klares Indiz für<br />

Tuberkulose.<br />

So funktioniert Ultraschall: Bei der medizinischen<br />

Ultraschalldiagnostik (Sonographie) werden<br />

Schallwellen in den Körper gesendet. Um die<br />

hohen Frequenzen von 2,5 bis 20 MHz zu<br />

erreichen, benutzt der Arzt einen Schallkopf,<br />

in dem Kristalle zum Schwingen<br />

angeregt werden. Muskeln, Organe<br />

oder Knochen reflektieren diese<br />

kurzen Impulse unterschiedlich. Ein<br />

Computer errechnet dann aus den<br />

Laufzeiten der reflektierten Signale<br />

ein Bild vom Inneren des Körpers.<br />

Der Arzt betrachtet die Bilder quasi<br />

live auf dem Monitor. „Die Sonographie<br />

liefert besonders gute Aufnahmen<br />

bei flüssigkeitsgefüllten und<br />

gut durchbluteten Organen“, erläutert<br />

Prof. Klaus Rabe von der Lungenklinik<br />

Großhansdorf.<br />

Das verrät das Ultraschallbild: Seit je<br />

dienen Ultraschallbilder dazu, Bauchraum, Schilddrüse<br />

oder Herz zu untersuchen. Der Check der<br />

Lunge dagegen galt lange als wenig sinnvoll – luftgefüllte<br />

Hohlräume „schlucken“ den Schall, sodass<br />

der Arzt kaum etwas dahinter erkennt. Lediglich<br />

der Nachweis eines Pleuraergusses – Flüssigkeit im<br />

Raum zwischen Brustkorbwand und Lunge – ist<br />

schon lange etabliert. „Es hat sich jedoch gezeigt,<br />

dass die Sonographie auch bei anderen Erkrankungen<br />

der Lunge ausgesprochen hilfreich sein<br />

kann“, so die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall<br />

in der <strong>Medizin</strong> e. V. „Dies setzt voraus, dass die Lungenerkrankung<br />

bis an die Brustkorbwand reicht und<br />

keine Luft dazwischen liegt, was jedoch für viele<br />

Erkrankungen zutrifft.“<br />

So läuft die Untersuchung ab: Zunächst reibt<br />

der Arzt die Haut über dem zu untersuchenden Gewebe<br />

<strong>mit</strong> Gel ein. Das ist nötig, da<strong>mit</strong> sich bei der<br />

Untersuchung keine Luft zwischen dem Schallkopf<br />

des Sonographie-Gerätes und der Haut befindet.<br />

Dann bewegt der Arzt den Schallkopf – er dient<br />

zugleich als Sender und Empfänger der Ultraschallwellen<br />

– unter leichtem Druck fächerförmig über<br />

die Haut. „So kann er das darunterliegende Gewebe<br />

aus verschiedenen Blickwinkeln auf dem Monitor<br />

studieren“, erklärt Rabe. Die Untersuchung dauert<br />

zehn bis 20 Minuten, bringt für die Patienten keine<br />

Strahlenbelastung <strong>mit</strong> sich. Die genauesten Ergebnisse<br />

liefern hochmoderne 3-D-Geräte.<br />

Ist die Ultraschalluntersuchung gefährlich?<br />

Die dabei eingesetzten Schallwellen sind völlig<br />

harmlos. Auch Schwangere und Kleinkinder können<br />

beliebig oft per Ultraschall untersucht werden.<br />

Ein weiteres Plus der Methode: Patienten müssen<br />

während der Untersuchung nicht stillhalten. Darüber<br />

hinaus arbeiten Ultraschallgeräte schnell und<br />

kostengünstig. Bernhard Hobelsberger


DIE INNOVATIVE MODERNE<br />

PATIENTENAUFKLÄRUNG<br />

Frage 8 von 28<br />

Hallo Susi,<br />

war heute zur Untersuchung.<br />

Die haben mir vorher einen tollen<br />

Informationsfilm gezeigt. Habe alles<br />

super verstanden.<br />

Mein Arzt hats nochmal erklärt<br />

und meine Fragen beantwortet.<br />

leicht verständliche Aufklärungstexte<br />

99<br />

99<br />

99<br />

leicht zu bedienende Oberfläche<br />

99<br />

keine wiederholten Fragen<br />

99<br />

alle eingriffsspezifischen Risiken und Komplikationen<br />

mehr Zeit für das persönliche Gespräch <strong>mit</strong> dem Arzt<br />

99<br />

Hier fühlt man sich als<br />

Patient gut informiert!<br />

anschauliche medizinische Animationsfilme für Ihre Untersuchung<br />

Jeder Patient sollte und muss wissen, was <strong>mit</strong> ihm geschieht!<br />

Weitere Infos für Ihren Arzt auf www.medeport.de<br />

J<br />

e.Bavarian Health GmbH<br />

in Kooperation <strong>mit</strong> der DRG -<br />

Deutsche Röntgengesellschaft e.V, Berlin<br />

Nürnberger Straße 71<br />

91052 Erlangen Germany<br />

www.bavarian-health.com<br />

tel +49 (0)9131 - 814 72 - 0<br />

fax +49 (0)9131 - 814 72 - 99<br />

mail kontakt@bavarian-health.com


MOBILE DIAGNOSE<br />

TEST-WAGEN<br />

Im Berliner Röntgenbus können Flüchtlinge<br />

auf Tuberkulose getestet werden<br />

HOFFNUNG<br />

per Attest<br />

Tuberkulose ist ansteckend und verläuft nicht selten<br />

tödlich. Flüchtlinge werden deshalb auf die Krankheit<br />

untersucht. Berlin setzt dafür zusätzlich einen Röntgenbus<br />

ein, um Neuankömmlinge zeitnah untersuchen zu können<br />

FOTOS: ISTOCKPHOTO, DPA (2)<br />

Fünf Leute stehen noch vor Alim. In etwa<br />

20 Minuten ist er dran, wird im Röntgenbus<br />

auf Tuberkulose untersucht. Endlich.<br />

Seit zwei Wochen wartet der junge Syrer<br />

auf den Termin. Erst wenn er schwarz<br />

auf weiß hat, dass er gesund ist, kann er in eine<br />

Gemeinschaftsunterkunft einziehen. So will es das<br />

Infektionsschutzgesetz. Stünde der Bus nicht seit<br />

einigen Monaten auf dem Gelände des Berliner Landesamtes<br />

für Gesundheit und Soziales (LAGeSo),<br />

hätte Alim wohl noch länger warten müssen.<br />

Bisher wurde die Untersuchung am Tuberkulose-<br />

Zentrum in Lichtenberg durchgeführt. Doch die steigenden<br />

Flüchtlingszahlen brachten die Einrichtung<br />

schnell an ihre Kapazitätsgrenzen. „Durch den Bus<br />

auf dem Gelände des LAGeSo kann das Zentrum<br />

entlastet werden. Dort sollen dann künftig nur noch<br />

Familien <strong>mit</strong> Kindern untersucht werden, weil Sozialarbeiter<br />

sie vor Ort betreuen können“, sagt Dr.<br />

Sandra Obermeyer, Gesundheitsstadträtin des Bezirks<br />

Lichtenberg.<br />

Der Bus soll auch helfen, den Rückstau der vergangenen<br />

Monate abzubauen. Bis zu 120 Menschen<br />

können in dem Mobil pro Tag untersucht werden.<br />

Den Bus hat das Bezirksamt von einer externen Firma<br />

für <strong>2015</strong> und 2016 gemietet – inklusive der darin<br />

arbeitenden <strong>Medizin</strong>er.<br />

Vom Arbeitsalltag im Bus berichten will und kann<br />

niemand. Eine Röntgenuntersuchung reiht sich an<br />

die nächste. Es ist keine Zeit zum Durchatmen, keine<br />

Zeit für Emotionen. Und erst recht keine Zeit, um<br />

Interviews zu geben. Denn die Lage ist brisant. Jeden<br />

DER LANGE WEG<br />

Jeden Tag kommen<br />

viele Tausend<br />

Flüchtlinge nach<br />

Deutschland<br />

14


Tag kommen Tausende Flüchtlinge nach Deutschland.<br />

Viele stammen aus Ländern, in denen Tuberkulose<br />

weit verbreitet ist.<br />

TBC – früher häufig als Schwindsucht bezeichnet<br />

– ist eine durch Mykobakterien verursachte Infektionskrankheit.<br />

Bei der offenen Variante können<br />

Patienten die Bakterien durch Husten und Niesen<br />

auf andere Menschen übertragen. Experten gehen<br />

davon aus, dass jeder unerkannte Patient <strong>mit</strong> offener<br />

Tuberkulose pro Jahr zehn Gesunde ansteckt. Die<br />

Erreger verursachen schwere Lungenentzündungen,<br />

die auch zum Tod führen können.<br />

Die Maßnahme, das Infektionsschutzgesetz, dient<br />

dabei weniger dem Schutz der Bevölkerung. Denn das<br />

Risiko, sich bei einem Flüchtling anzustecken, schätzt<br />

das Robert Koch-Institut (RKI) als sehr gering ein.<br />

Aber: „In Anbetracht der räumlich oft beengten Unterbringung<br />

führt jede unerkannte offene Tuberkulose<br />

zu einer hohen Gefährdung einer großen Anzahl von<br />

Kontaktpersonen und zu möglichen Folgeinfektionen<br />

und -erkrankungen“, heißt es beim RKI. Besonders<br />

Kleinkinder, Schwangere, Unterernährte und Immungeschwächte<br />

sind gefährdet. Vor dem Einzug<br />

Bis zu<br />

120<br />

Menschen<br />

können in<br />

dem Mobil<br />

pro Tag<br />

untersucht<br />

werden<br />

in eine Gemeinschaftsunterkunft muss deshalb auf<br />

Basis einer Röntgenaufnahme der Lunge ein ärztliches<br />

Attest erstellt werden, das besagt, dass keine infektiöse<br />

Lungentuberkulose vorliegt. Nicht gescreent<br />

werden Schwangere und Kinder unter 15 Jahren.<br />

Obwohl Kinder dem Gesetz nach nicht untersucht<br />

werden müssen, diagnostizieren Kinderradiologen<br />

auch bei Flüchtlingskindern vermehrt Tuberkulose.<br />

„TBC kann sich ganz besonders dann gut ausbreiten,<br />

wenn Kinder lange Zeit <strong>mit</strong> anderen Menschen auf<br />

engem Raum verbracht und sich dort infiziert haben<br />

können, wie etwa auf einem Flüchtlingsboot“, sagt<br />

PD Dr. Christoph Heyer vom St. Josef-Hospital Bochum.<br />

Hier sei es wichtig, dass Kinderradiologen und<br />

Kinderärzte Hand in Hand arbeiten, um die jungen<br />

Patienten erfolgreich behandeln zu können. Keine<br />

leichte Aufgabe angesichts der hohen Zahl ankommender<br />

Menschen. Aber eine wichtige und nötige.<br />

Alim hat das Screening inzwischen hinter sich gebracht.<br />

In der Hand hält er das ärztliche Attest. Alles<br />

okay. Er lächelt. Wieder ein kleiner Schritt geschafft.<br />

Wieder ein Papier mehr, das ihm Hoffnung auf Sicherheit<br />

gibt.<br />

Sabine Pusch<br />

15


GUT GEBETTET Bei<br />

Kinderradiologen<br />

sind die kleinen<br />

Pa tienten und ihre<br />

Eltern in den<br />

besten Händen<br />

Diagnose der Jüngste<br />

keine KLEINIGK<br />

Kinderradiologen sind nicht einfach Radiologen für kleine Erwachsene.<br />

Ihr Alltag unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von dem ihrer Kollegen<br />

16


JUNGE PATIENTEN<br />

n –<br />

EIT<br />

Knochenbrüche und Lungenerkrankungen,<br />

Krebsdiagnosen und Durchblutungsstörungen,<br />

Ultraschall und<br />

Kernspintomographie – auf den ersten<br />

Blick sieht der Alltag eines Kinderradiologen<br />

so aus wie der jedes anderen Radiologen.<br />

Doch der Eindruck täuscht. Immer wieder wird<br />

PD Dr. Christoph Heyer, Facharzt für Kinderheilkunde<br />

und Diagnostische Radiologie am Institut<br />

für Kinderradiologie am St. Josef-Hospital der<br />

Ruhr-Universität Bochum, <strong>mit</strong> neuen Herausforderungen<br />

konfrontiert. Auch weil radiologische<br />

Untersuchungen nicht nur dann gefragt sind, wenn<br />

es um Krankheiten geht.<br />

Grausame Entdeckungen<br />

Jedes Jahr werden in Deutschland rund 10.000 Kinder<br />

misshandelt. „Leider hat man als Kinderradiologe<br />

regelmäßig <strong>mit</strong> dem Thema Kindesmisshandlung<br />

zu tun. Oft sind wir es, die anhand charakteristischer<br />

Bildbefunde eine Verdachtsdiagnose äußern und<br />

den weiteren diagnostischen Ablauf entscheidend<br />

<strong>mit</strong>bestimmen. Vor Kurzem erst wurde ein wenige<br />

Monate alter Säugling wegen eines Krampfanfalls<br />

und Bewusstlosigkeit in die Universitätskinderklinik<br />

gebracht“, erzählt Heyer. Bereits bei der Ultraschalluntersuchung<br />

konnte man im Schädel des Jungen<br />

eine große Blutung erkennen. Die Magnetresonanztomographie<br />

(MRT) bestätigte den grausamen Befund.<br />

Das Kind war kräftig geschüttelt worden.<br />

Experten können anhand von Röntgen- und Ultraschallbildern<br />

oder Computertomographie- und<br />

MRT-Aufnahmen meist klar sagen, ob etwa der<br />

gebrochene Knochen eines Kindes von einem Unfall<br />

oder einer Misshandlung herrührt. Doch es gibt ein<br />

Problem. 2009 fand die Universität Heidelberg in<br />

einer Studie heraus, dass jede fünfte Röntgenaufnahme<br />

von Kindern unbrauchbar ist und ein Drittel gar<br />

nicht von Radiologen gemacht wurde. Die Forscher<br />

stellten fest, dass in 60 Prozent der Fälle die falsche<br />

Bildeinstellung gewählt wurde und das Strahlenfeld<br />

bei sieben von zehn Aufnahmen zu groß war.<br />

„Kinder sind eben keine kleinen Erwachsenen“,<br />

sagt Heyer. „Ihr Skelett ist größtenteils noch knorpelig<br />

angelegt und nicht verkalkt, sodass es auf Röntgenbildern<br />

nur teilweise sichtbar ist. Der Kreislauf ist außerdem<br />

erheblich dynamischer als bei Erwachsenen.<br />

Kinder haben eine höhere Herzfrequenz, was sich<br />

auf die Kontrast<strong>mit</strong>teldynamik auswirken kann.“<br />

Experten fordern mehr<br />

Kinderradiologen<br />

Viele sind sich einig, dass man mehr Kindesmisshandlungen<br />

aufdecken könnte, wenn es mehr<br />

ausgebildete Kinderradiologen geben würde. Laut<br />

einer Hochrechnung der Gesellschaft für Pädiatrische<br />

Radiologie kommen auf einen Radiologen<br />

11.000 Erwachsene, auf einen Kinderradiologen jedoch<br />

150.000 Kinder. Ein möglicher Grund für den<br />

Mangel: Kinderradiologen müssen eine dreijährige<br />

Zusatzausbildung absolvieren. „Während dieser Zeit<br />

werden spezielle Kenntnisse über die Anwendung<br />

bildgebender Verfahren bei Kindern und über deren<br />

spezielle Erkrankungen ver<strong>mit</strong>telt“, erzählt Heyer.<br />

Strahlenschutz in der<br />

Kinderradiologie<br />

Die kleinen Patienten müssen besonders gut geschützt<br />

werden. Ihr schnell wachsendes Gewebe<br />

reagiert deutlich empfindlicher auf Strahlung als<br />

das Gewebe Erwachsener. Mädchen sind aufgrund<br />

der Lage ihrer Geschlechtsorgane und Brustdrüsen<br />

strahlenempfindlicher als Jungen. Wird geröntgt,<br />

werden deshalb eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen<br />

getroffen. „Grundsätzlich müssen wir immer<br />

versuchen, die notwendigen Bildqualitäten <strong>mit</strong><br />

möglichst wenig Strahlung zu erreichen. Für viele<br />

moderne Geräte sind heute Untersuchungsprotokolle<br />

etabliert, die die Strahlendosis deutlich reduzieren“,<br />

sagt Dr. Christoph Heyer. Man arbeite nach<br />

dem ALARA-Prinzip (= „as low as reasonably achievable“):<br />

So wenig Strahlung wie möglich, so viel wie<br />

nötig. „Darüber hinaus müssen alle Patienten zum<br />

Beispiel <strong>mit</strong> Bleiwesten geschützt werden.“<br />

Die kleinen Unterschiede<br />

Der Alltag eines Kinderradiologen unterscheidet sich<br />

in vielerlei Hinsicht vom Alltag eines Radiologen<br />

für Erwachsene. „Kleine Kinder, die den Sinn einer<br />

solchen Untersuchung nicht verstehen, haben oft<br />

Schwierigkeiten, ruhig zu liegen. Auch bestimmte<br />

Krankheiten, die zum Beispiel Schmerzen oder<br />

andere Unruhezustände verursachen, können die<br />

Untersuchung eines Kindes erschweren“, berichtet<br />

der Facharzt für Kinderradiologie.<br />

Häufig kommt es vor, dass die Kinder Angst vor<br />

den Geräten haben. Und auch vielen Eltern wird<br />

beim Anblick von MRT und CT mulmig. Doch<br />

die meisten Stationen, die auf Kinderradiologie<br />

spezialisiert sind, haben sich an die Patienten angepasst.<br />

Das Institut für Kinderradiologie am St.<br />

Josef-Hospital hat nicht nur das Wartezimmer,<br />

sondern auch die Geräte kindgerecht ausgestattet.<br />

„Unser MRT-Scanner ermöglicht schnelle und geräuscharme<br />

Untersuchungen. Außerdem haben wir<br />

die Möglichkeit, Vater oder Mutter zusammen <strong>mit</strong><br />

ihrem Kind im Gerät zu lagern“, erzählt Heyer. Auch<br />

die umfassende Aufklärung im Internet sorge dafür,<br />

dass Furcht und Bedenken schwinden.<br />

<br />

Sabine Pusch<br />

FOTO: ISTOCKPHOTO<br />

17


AKUTHILFE<br />

Die neue Wunderwaffe beim<br />

SCHLAGANFALL<br />

Es ist ein Meilenstein in der Therapie des akuten Schlaganfalls:<br />

Patienten haben bessere Chancen, wenn Ärzte eine Durchblutungsstörung<br />

im Gehirn <strong>mit</strong>hilfe hauchfeiner Katheter beheben<br />

FOTOS: COVIDIEN, DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR NEURORADIOLOGIE<br />

FEST IM GRIFF:<br />

Bei der Thrombektomie<br />

können Ärzte <strong>mit</strong>hilfe<br />

eines Stent-Retrievers<br />

das Blutgerinnsel<br />

mechanisch aus der<br />

Gehirnarterie entfernen<br />

Noch auf dem OP-Tisch erlebe ich<br />

gelähmte Patienten, die ihre Arme<br />

und Beine plötzlich normal bewegen<br />

können oder wieder ganz verständlich<br />

sprechen, obwohl sie vorher kein<br />

Wort mehr herausgebracht haben.“ Wenn Prof.<br />

Jens Fiehler, Leiter der Neuroradiologie am Universitätsklinikum<br />

Hamburg-Eppendorf, von den<br />

Sofortwirkungen einer Behandlung nach schwerem<br />

Schlaganfall berichtet, hört sich das an wie<br />

ein Wunder nahezu biblischen Ausmaßes. Denn<br />

bei diesen Patienten ist es gelungen, den für den<br />

Schlaganfall verantwortlichen Thrombus, das Blutgerinnsel<br />

also, zu entfernen und das Gefäß wieder<br />

durchgängig zu machen. Möglich wird das <strong>mit</strong><br />

einem noch relativ jungen Verfahren, das in der<br />

letzten Zeit <strong>mit</strong> furiosen Erfolgsstudien aufwarten<br />

konnte: der Thrombektomie.<br />

„Patienten, die<br />

vor dem Eingriff<br />

gelähmt waren,<br />

können plötzlich<br />

ihre Arme und<br />

Beine wieder<br />

ganz normal<br />

bewegen”<br />

Einen Thrombus herausziehen – hinter dem,<br />

was sich wortwörtlich eher unkompliziert anhört,<br />

steckt ein Verfahren auf höchstem neuroradiologischem<br />

Niveau. Seit 2008 ist diese Methode<br />

erst üblich, seitdem konnte sie Tausenden von<br />

Schlaganfall-Patienten zu einem normalen Leben<br />

verhelfen. Prof. Fiehler erklärt, was dabei passiert:<br />

„Man führt einen sehr kleinen Katheter <strong>mit</strong> nicht<br />

mehr als 1,5 Millimeter Durchmesser bis in die<br />

<strong>mit</strong>tlere Hirnschlagader hinein. Durch diesen wird<br />

ein sogenannter Stent-Retriever geschoben, den<br />

man sich wie ein Drahtgeflecht vorstellen kann.<br />

Er fängt das Blutgerinnsel ein, zieht das Ganze<br />

zurück in einen dickeren Katheter und entfernt es<br />

so komplett.“ Eine Prozedur, die normalerweise<br />

nicht länger als 20 Minuten dauert. Und häufig<br />

sofortige Wirkung zeigt, wenn da<strong>mit</strong> die typischen<br />

Schlaganfall-Behinderungen behoben sind. Voraussetzung<br />

dafür ist, dass der Patient bei Bewusstsein<br />

ist. Wie Prof. Fiehler betont, sei es inzwischen<br />

durchaus üblich und wünschenswert, auf örtliche<br />

oder gar Vollnarkose zu verzichten. „Früher wurde<br />

das Verfahren unter Vollnarkose durchgeführt, oft<br />

<strong>mit</strong> Intubation, also <strong>mit</strong>hilfe einer Sonde. Heute<br />

gehen wir davon aus, dass dadurch das klinische<br />

Ergebnis verzögert wird, da es kompliziert werden<br />

kann, die Patienten wieder aufzuwecken.“<br />

Der Eingriff ist für Patienten<br />

so gut wie schmerzfrei<br />

Häufig wird vor dem Eingriff höchstens ein leichtes<br />

Beruhigungs<strong>mit</strong>tel gegeben. Angst vor großen<br />

Schmerzen müsse man aber nicht haben, erklärt<br />

der Experte. Lediglich das un<strong>mit</strong>telbare Herausziehen<br />

des Katheters könne ein paar Sekunden<br />

lang wehtun.<br />

Wie geht es danach weiter? Die Erfahrung hat<br />

gezeigt, dass sich die ersten Erfolge in der Nachbehandlung<br />

weiter festigen und die Patienten keine<br />

nennenswerten Behinderungen davontragen.<br />

18


Nach einem schweren Schlaganfall glimpflich<br />

davonkommen – davon konnten Betroffene und<br />

Experten jahrelang nur träumen. Das bisherige<br />

Mittel der Wahl war die Thrombolyse, bei der der<br />

Arzt ein Medikament in die Vene spritzt, das das<br />

Gerinnsel auflöst. Das funktioniert aber nur bis<br />

zu einer bestimmten Thrombusgröße – und auch<br />

nur bis zu etwa viereinhalb Stunden nach dem<br />

Hirninfarkt. Danach steigt das Risiko, dass das<br />

Medikament eine Blutung auslöst. Ein weiterer<br />

Vorteil der Thrombektomie (die immer zusätzlich<br />

zur Thrombolyse durchgeführt wird): Auch große<br />

Blutgerinnsel können so behandelt werden, und<br />

das <strong>mit</strong> einem wesentlich größeren Zeitfenster.<br />

„Sechs Stunden sind nach bisherigen Erfahrungen<br />

problemlos möglich“, erklärt Prof. Fiehler. „Eine<br />

spanische und eine kanadische Studie berichten<br />

sogar von erfolgreichen Eingriffen nach acht bis<br />

zwölf Stunden.“<br />

Die Krankenkassen übernehmen<br />

meist die Kosten<br />

Inzwischen werden bereits etwa 5000 Thrombektomien<br />

pro Jahr in Deutschland durchgeführt,<br />

Tendenz steigend. Denn auch die Krankenkassen<br />

sind aufgrund der internationalen Studien von der<br />

Methode überzeugt und übernehmen in aller Regel<br />

die Kosten. Diese liegen natürlich höher als bei<br />

den bisherigen Verfahren. Dafür entfallen meist die<br />

Kosten einer womöglich lebenslangen Betreuung.<br />

Bleibt die Frage, wie Kliniken ausgerüstet sein<br />

müssen, um die Thrombektomie anbieten zu können.<br />

„Bisher sind weit über 100 Zentren in Deutschland<br />

registriert“, berichtet Prof. Fiehler. Er sieht das<br />

Problem weniger in den Gerätschaften als im perfekt<br />

dafür spezialisierten Behandler. Natürlich sei das für<br />

kleinere Krankenhäuser oft eine Kosten-Nutzen-Frage.<br />

In Zukunft werde es also noch stärker als bisher<br />

darauf ankommen, kleine und größere Kliniken zu<br />

vernetzen. Fiehler: „Das wird die größte Herausforderung<br />

in den nächsten Jahren sein. Die Methode<br />

selbst ist nahezu ausgereift.“ Cornelia Menner<br />

PROF. JENS<br />

FIEHLER<br />

Der Schlaganfall-<br />

Spezialist leitet<br />

die Klinik für Neuroradiologie<br />

am<br />

Hamburger UKE


TIERE IM FOKUS<br />

EINE BÄRENDAME<br />

in Nöten: Das Tier wurde<br />

<strong>mit</strong> schweren Magen-<br />

Darm- Problemen ins IZW<br />

eingeliefert<br />

TIERISCH<br />

spannend<br />

DES BÄREN KERN:<br />

Das CT offenbart,<br />

dass ein Pfirsichkern<br />

den Darm<br />

verstopft hatte (s.<br />

oben). Dank eines<br />

schnellen Eingriffs<br />

konnte das Tier<br />

gerettet werden<br />

20


Routine gibt es im<br />

Leibniz-Institut für Zoo- und<br />

Wildtierforschung nicht.<br />

Mal landet ein Bär im<br />

Computertomographen,<br />

mal ein Wolf – oder<br />

der Fuß eines Elefanten<br />

FOTOS: LEIBNIZ-INSTITUT FÜR ZOO- UND WILDTIERFORSCHUNG (IZW)<br />

Wenn sich Guido Fritsch morgens in<br />

die Arbeit aufmacht, kann er nie<br />

ganz sicher sagen, was ihn dort<br />

erwartet. Das liegt an seinen Patienten.<br />

Den großen und kleinen,<br />

den wilden und ruhigen, toten und lebendigen. Fritsch<br />

ist Tierarzt und Wissenschaftler am Leibniz-Institut<br />

für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin. „Einen<br />

typischen Tag gibt es hier nicht“, konstatiert er.<br />

Etwa 40 Prozent der Patienten sind Haustiere, die<br />

von den umliegenden Tierärzten überwiesen werden<br />

– mal längerfristig geplant, mal als Notfall. Hunde,<br />

Katzen oder auch mal ein Meerschweinchen. Aufgrund<br />

der Nähe zum Berliner Tierpark untersucht<br />

er aber in erster Linie Zoo- und Wildtiere. Eisbären,<br />

Löwen, Schlangen – alles ist möglich.<br />

Genau diese Vielfalt ist es, die Fritschs Job so<br />

spannend macht. Sein Institut verfügt seit einigen<br />

Monaten über den weltweit modernsten Computertomographen<br />

(CT) der veterinärmedizinischen Forschung.<br />

Das Gerät ermöglicht spannende virtuelle<br />

Touren ins Innere der Tiere und die Darstellung bewegter<br />

Organe, etwa eines schlagenden Herzens. In<br />

der Zeit eines Wimpernschlags kann ein Bereich von<br />

16 Zentimetern erfasst, können <strong>mit</strong> einer Rotation<br />

640 Schichtbilder erstellt werden. Der CT wurde<br />

am Forschungszentrum Computertomographie des<br />

IZW aufgestellt. Prof. Dr. Thomas B. Hildebrandt,<br />

Leiter des Zentrums, und seine Kollegen Guido<br />

Fritsch und Gabriela Galateanu greifen auf einen<br />

Erfahrungsschatz von mehr als 6000 Einzelscans<br />

von Wildtieren zurück.<br />

Auch wegen der guten Ausstattung des Instituts<br />

schicken Kollegen oder Mitarbeiter von Tierparks<br />

Patienten aus ganz Europa. Vor einiger Zeit untersuchte<br />

der Wissenschaftler eine Riesenschildkröte<br />

aus dem Tiergarten Schönbrunn in Wien. Sie wurde<br />

für das Screening weder fixiert noch narkotisiert.<br />

„Gerade bei wechselwarmen Tieren kann man durch<br />

Temperaturregulation viel erreichen. Wir haben deshalb<br />

den Raum heruntergekühlt. Allerdings sollte<br />

man Schildkröten nicht unterschätzen. Sie sind<br />

DIAGNOSE AM PC<br />

Tierarzt Guido Fritsch<br />

kann dank modernster<br />

Technik ins Innere<br />

seiner tierischen<br />

Patienten blicken<br />

„Manchmal sind<br />

die Tiere so<br />

schwer oder so<br />

groß, dass sie<br />

kaum in die Röhre<br />

passen. Bei<br />

einem 300 Kilo<br />

schweren Eisbären<br />

gelangen<br />

wir schon an die<br />

Grenze<br />

zwar langsam, aber sehr kräftig“, erzählt Fritsch.<br />

Das sei wohl einer der größten Unterschiede zur<br />

Humanmedizin: Tiere sind weder geduldig noch<br />

kooperativ. „Der Zootierarzt macht die Tiere untersuchungstolerant,<br />

narkotisiert sie also, und transportiert<br />

sie zu uns ins Institut“, sagt Fritsch. „Wenn<br />

wir wenig temperamentvolle Patienten haben wie<br />

eben Schildkröten, reicht oft ein wenig Klebeband<br />

oder eine Anpassung der Temperatur. Kleinere Tiere<br />

kann man in Boxen packen und <strong>mit</strong> Handtüchern<br />

oder Füllmaterial fixieren. Dadurch, dass wir einen<br />

derart schnellen CT-Scanner haben und die Tiere<br />

nicht ewig stillhalten müssen, klappt das auch mal<br />

ohne Narkose.“ Aber in der Regel sei eine Betäubung<br />

erforderlich. Und im Fall von Löwen und Tigern<br />

im eigenen Interesse mehr als sinnvoll.<br />

Gemeinsam anpacken:<br />

Löwen ins CT hieven<br />

Eine weitere Herausforderung: In der Veterinärmedizin<br />

kann man nicht wie beim Menschen auf<br />

Erfahrungswerte in Sachen Gewicht und Größe setzen.<br />

Um hier richtig zu handeln, ist viel Erfahrung<br />

nötig. Schließlich landen im Leibniz-Institut die unterschiedlichsten<br />

Tiere – von der Zwerg fledermaus<br />

<strong>mit</strong> weniger als zehn Gramm Gewicht bis zum Eisbären<br />

<strong>mit</strong> 300 Kilogramm. „Das ist aber auch die<br />

Kapazitätsgrenze des Schwerlasttisches. Manchmal<br />

haben wir noch das Problem, dass die Tiere kaum in<br />

die Röhre passen. Da müssen dann ein paar Menschen<br />

mehr <strong>mit</strong> anpacken“, erzählt der Tierarzt, der<br />

bereits seit 1998 am IZW ist.<br />

Alles, was zu groß oder zu schwer ist, kann nur<br />

in einzelnen Stücken gescannt werden. „Wir untersuchen<br />

oft Teile von toten Elefanten, meistens ➞<br />

21


TIERE IM FOKUS<br />

ohnehin im Institut waren, haben dazu geführt, dass<br />

wir schnell reagieren und ein Notfall-CT machen<br />

konnten. Dabei haben wir festgestellt, dass ein Pfirsichkern<br />

im Darm steckte und zu einer Verstopfung<br />

geführt hatte“, erinnert sich Fritsch. „Die fürs Scannen<br />

erforderliche Narkose haben wir direkt genutzt,<br />

um den Bären zu operieren und den Kern zu entfernen.“<br />

Dank Dr. Günter Strauß, dem Tierarzt des<br />

Tierparks Berlin und Prof. Thomas Hildebrand, Leiter<br />

der Abteilung Reproduktionsmanagement und<br />

Fritschs’ Chef, gelang die lebensrettende Operation.<br />

Ein schöner Zufall, dass alle zur richtigen Zeit am<br />

richtigen Ort waren. So überlebt die Bärin. „Ihr geht<br />

es auch heute noch richtig gut“, berichtet Fritsch.<br />

FOTOS: LEIBNIZ-INSTITUT FÜR ZOO- UND WILDTIERFORSCHUNG (IZW)<br />

➞<br />

die Füße. Fußprobleme sind bei in Gefangenschaft<br />

gehaltenen Tieren sehr häufig“, weiß Fritsch.<br />

Grund: In der Natur legen vor allem afrikanische<br />

Elefanten riesige Entfernungen zurück und sind bis<br />

zu 20 Stunden pro Tag aktiv. Im Zoo sind diese<br />

Strecken natürlich nicht möglich. Je nach Bodenart<br />

können sich Fußsohlen und Zehennägel nicht so gut<br />

abnutzen, wie die Natur es eigentlich vorgesehen<br />

hat. Deshalb müssen die Tiere regelmäßig zur Fußpflege.<br />

Bei umgänglichen Elefanten kein Problem.<br />

Wunden können behandelt, die Sohle und Nägel<br />

zurückgeschnitten werden. „Bei gefährlichen Tieren,<br />

die den Menschen nicht akzeptieren und nicht<br />

heranlassen, können sich Fußprobleme entwickeln“,<br />

sagt der Veterinärmediziner.<br />

Fragt man ihn nach seinem spannendsten Fall,<br />

muss Fritsch lange überlegen. Dann erzählt er. Es<br />

war an einem Wochenende, als die Kollegen vom<br />

Tierpark nebenan anriefen: Ein weiblicher Malaienbär<br />

hatte sich schon mehrmals übergeben und<br />

machte einen sehr schlechten Eindruck. Die Vermutung:<br />

Probleme <strong>mit</strong> dem Magen-Darm-Trakt.<br />

„Die räumliche Nähe und die Tatsache, dass wir<br />

GEJAGT<br />

Häufig untersuchen die<br />

Wildtier-Experten Wölfe per<br />

Com putertomographie. So kann die<br />

Todesursache identifiziert werden<br />

Wichtig:<br />

Pediküre<br />

bei<br />

Elefanten<br />

Ein Mammut in der Röhre?<br />

Hier ist alles möglich<br />

Zurzeit landen auch viele tote Wölfe auf Fritschs<br />

Untersuchungstisch. Manchmal sogar jede Woche.<br />

Wird in Deutschland eines der Tiere aufgefunden,<br />

wird es im IZW untersucht. „Wir nutzen bildgebende<br />

Verfahren, um den Status quo zu sichern und<br />

die nachfolgende pathologische Aufarbeitung zu<br />

dokumentieren. Im Grunde genau wie bei den Menschen<br />

in der Gerichtsmedizin“, sagt Fritsch. Das Ziel<br />

ist das gleiche: die Todesursache herausfinden. Die<br />

meisten Tiere kommen durch Straßen- und Bahnverkehr<br />

um. Bereits an zweiter Stelle steht jedoch<br />

die illegale Tötung durch den Menschen. „Wölfe<br />

sind eine Konflikttierart. Manche Leute haben Angst<br />

oder finanzielle Nachteile durch Wölfe, Schäfer etwa.<br />

Andere freuen sich, dass der Wolf in den alten<br />

angestammten Lebensraum zurückgekommen ist.<br />

Das Tier ist ja nicht neu in unseren Breitengraden.<br />

Wölfe wurden gejagt und hierzulande ausgerottet.“<br />

Längst ausgestorben ist ein anderer, ganz besonderer<br />

Besucher des Wissenschaftlers: der Archäopteryx,<br />

die Mona Lisa des Naturkundemuseums. „Er wurde<br />

<strong>mit</strong> einer bewaffneten Sicherheitsfirma zur Untersuchung<br />

transportiert und an dem Tag für 35 Millionen<br />

Euro versichert“, berichtet Fritsch. Der eine Teil des<br />

Tiers ist präpariert und liegt frei. Der andere steckt<br />

im Sediment. „Die Frage war: Wie sieht die versteckte<br />

Seite aus? Wie sehen die Knochen dreidimensional<br />

aus?“ Letztens hätten auch Mammutforscher Kontakt<br />

zu ihm aufgenommen, erzählt er lachend. Nein,<br />

einen klinischen Routinealltag gebe es wahrhaftig nie.<br />

Dann muss er wieder an die Arbeit. Heute ist<br />

Haustiertag. Erst ein Mops <strong>mit</strong> Kieferfraktur, dann<br />

ein Dackel <strong>mit</strong> Lähmungserscheinungen. Schließlich<br />

noch ein anderer Hund, der taub zu sein scheint.<br />

Vielleicht eine Entzündung der Felsenbeine? In jedem<br />

Fall sei ein Kopf-CT nötig. „Aber wer weiß,<br />

was noch kommt?“<br />

Sabine Pusch<br />

22


STRAHLENSCHUTZ<br />

5 STRATEGIEN,<br />

die vor zu viel Strahlen schützen<br />

Die moderne <strong>Medizin</strong><br />

ist ohne Röntgenuntersuchungen<br />

nicht vorstellbar.<br />

Auch wenn<br />

die Strahlenbelastung<br />

dabei heute<br />

gering ist, sollten<br />

Sie folgende<br />

Punkte beachten:<br />

1. Röntgen? Nur wenn<br />

es sinnvoll ist!<br />

Lassen Sie sich nicht wegen jeder<br />

Kleinigkeit durchleuchten. Eine Studie<br />

der Techniker Krankenkasse zeigte,<br />

dass Ärzte in Deutschland Patienten <strong>mit</strong><br />

unkomplizierten Rückenschmerzen vorschnell<br />

zum Röntgen schicken. Fast 50 000 Aufnahmen<br />

ließen sich jährlich einsparen! Denn die Beschwerden<br />

verschwinden in der Regel innerhalb von sechs<br />

Wochen von allein. Selbstverständlich gibt es aber<br />

Situationen, in denen Röntgen unerlässlich ist. „Zum<br />

Beispiel, wenn ein hinreichend begründeter Krankheitsverdacht<br />

besteht – etwa auf eine schwere Lungenerkrankung“,<br />

sagt der Radiologe Prof. Reinhard<br />

Loose, Chefarzt am Klinikum Nürnberg-Nord. Abgesehen<br />

vom bundesweiten Mammographie-Screening,<br />

rät er jedoch von Check-ups <strong>mit</strong> Röntgentests<br />

zur Vorsorge ab. „Auch wenn oft die Autofahrt zur<br />

Untersuchung ein größeres Gefahrenpotenzial in sich<br />

birgt als die Untersuchung selbst, sollte man beim<br />

Röntgen immer fragen: Ist es wirklich notwendig?“<br />

Denn niemand kann sagen, ab welcher Dosis einzelne<br />

Zellen entarten. Eine Orientierungshilfe, wann<br />

welche bildgebende Untersuchung empfehlenswert<br />

ist, finden Sie auf der Website der Strahlenschutzkommission<br />

unter www.ssk.de.<br />

2. Dorthin gehen, wo die Technik<br />

auf dem neuesten Stand ist<br />

Digitale Röntgengeräte kommen <strong>mit</strong> einer Dosis aus,<br />

die bis zu dreimal niedriger liegt als die herkömmlicher<br />

Geräte. Abgesehen davon, haben diese Bilder<br />

eine bessere Qualität und können nachbearbeitet<br />

BITTE NICHT<br />

RÖNTGEN!<br />

Das Bundesamt für<br />

Strahlenschutz rät<br />

davon ab, wenn …<br />

•<br />

… es als Routine-Untersuchung<br />

gemacht wird.<br />

•<br />

… nicht alle anderen<br />

bisher erhobenen Befunde<br />

kritisch bewertet<br />

worden sind und nicht<br />

feststeht, dass nur die<br />

Röntgendiagnostik<br />

die noch fehlende Information<br />

liefern kann.<br />

•<br />

… die Aufnahme<br />

ausschließlich als<br />

Beweis<strong>mit</strong>tel aus haftungsrechtlichen<br />

oder<br />

versicherungsrechtlichen<br />

Gründen dient.<br />

werden, wenn eine Aufnahme nicht optimal gelingt.<br />

Dadurch wird dem Patienten eine weitere Röntgenaufnahme<br />

erspart. Doch woher soll ein<br />

Laie wissen, ob sein Arzt ein modernes<br />

Gerät hat? Prof. Loose: „Mittlerweile<br />

arbeiten fast alle Kliniken und großen<br />

Praxen <strong>mit</strong> digitalen Geräten.“<br />

3. Während der Untersuchung<br />

einen Schutz tragen<br />

Wahrscheinlich wird kaum eine<br />

MTRA vergessen, Ihnen vor<br />

der Aufnahme eine Bleischürze<br />

umzulegen. Falls es doch mal<br />

passiert, unbedingt Einspruch<br />

einlegen! Denn sie hält 95 Prozent<br />

der Strahlung ab.<br />

4. Wiederholungen vermeiden<br />

Will ein Arzt röntgen, sollten Sie ihn darüber<br />

aufklären, ob in letzter Zeit eine ähnliche<br />

Untersuchung gemacht wurde. Am besten bringen<br />

Sie die Bilder gleich <strong>mit</strong>. Das Problem ist allerdings:<br />

Liegt die Aufnahme ein paar Monate zurück, erinnert<br />

man sich meist nicht mehr so genau daran.<br />

„Deshalb ist der Röntgenpass sehr hilfreich“, sagt<br />

Prof. Loose. „In diesem wird notiert, wann welcher<br />

Körperteil auf welche Weise geröntgt wurde.<br />

So kann Ihr Arzt sofort erkennen, ob wirklich eine<br />

neue Aufnahme nötig ist.“ Den Röntgenpass gibt es<br />

beim Bundesamt für Strahlenschutz (www.bfs.de)<br />

und in jeder radiologischen Praxis. Wichtig: Während<br />

des Röntgens nicht bewegen. Manchmal ist es<br />

sogar notwendig, die Luft anzuhalten. Denn falls die<br />

Bilder verwackeln, muss noch mal geröntgt werden.<br />

5. Die Belastung im Alltag reduzieren<br />

Hätten Sie gedacht, dass ein Langstreckenflug von<br />

Frankfurt nach New York <strong>mit</strong> 0,02 bis 0,05 mSv so<br />

viel Strahlung <strong>mit</strong> sich bringt wie eine Mammographie?<br />

„Aber wer nicht permanent durch die Gegend<br />

fliegt, verkraftet diese Belastung in der Regel gut“,<br />

sagt Radiologe Loose. Ganz anders sieht das <strong>mit</strong><br />

Zigarettenkonsum aus. Der Experte warnt: „Wer<br />

20 bis 40 Zigaretten pro Tag raucht, verpasst seinen<br />

Bronchien in einem Jahr das gleiche Krebsrisiko wie<br />

etwa 10000 Lungen-Röntgenaufnahmen.“ <br />

<br />

Ellen Warstat<br />

FOTO: ISTOCKPHOTO<br />

23


GESCHICHTE<br />

Wo Röntgen zu<br />

GESCHAFFT! Nach<br />

Abschluss seines<br />

Diploms am Züricher<br />

Polytechnikum ließ<br />

sich Röntgen (3.v.re.)<br />

<strong>mit</strong> Studienfreunden<br />

fotografieren<br />

STRAHLEN begann<br />

Über die Stränge schlagen, die große Liebe finden und dem eigenen<br />

Leben eine Richtung geben: Kaum eine Zeit prägt den Menschen so wie<br />

seine Studienjahre – das galt auch für Wilhelm Conrad Röntgen. Als Student<br />

in Zürich startete er jenen Weg, der ihn zum Nobelpreis führen sollte<br />

Potzblitz! Was ist das denn für ein Stenz,<br />

der sich da im weißen Anzug und <strong>mit</strong> weißem<br />

Hut in einer offenen Kutsche übers<br />

Kopfsteinpflaster chauffieren lässt? Mitte<br />

der 1860er-Jahre staunten die Züricher<br />

nicht schlecht, als sie sahen, wie Wilhelm Conrad<br />

Röntgen, gerade Anfang 20, durch ihre Straßen fuhr.<br />

Und was sie schon gar nicht ahnten: dass dieser Kerl<br />

weniger als 40 Jahre später den Nobelpreis für Physik<br />

in den Händen halten sollte. Aber nicht nur für<br />

die Schweizer war schon allein der Anblick dieses<br />

Schnösels in der Kutsche etwas Außergewöhnliches.<br />

Auch für Röntgen selbst sollten die Jahre in Zürich<br />

die wohl prägendsten seines Lebens werden.<br />

24<br />

DICKE FREUNDE<br />

Der Niederländer<br />

Carl Thormann (l.)<br />

zählte zu Röntgens<br />

engstem Kreis in<br />

Zürich<br />

Kein Wunder, denn es war seine Studienzeit. Zum<br />

ersten Mal lebte Wilhelm Conrad Röntgen fernab<br />

seines Elternhauses im niederländischen Apeldoorn.<br />

Knapp fünf Jahre studierte und forschte Röntgen<br />

in Zürich, genau genommen von November 1865<br />

bis April 1870. Als halber Jugendlicher kam er an,<br />

als eigenständiger Mann und aufstrebender Forscher<br />

verließ er die Schweiz. Dort entdeckte er seine<br />

Leidenschaft für die Physik, machte seine Erfahrungen<br />

<strong>mit</strong> den Frauen und fand die große Liebe.<br />

Erst lebte er in Saus und Braus, dann beinahe in<br />

Armut. Er lernte, was es bedeutet, wirklich freie<br />

Entscheidungen zu treffen – und <strong>mit</strong> den Konsequenzen<br />

zu leben.


Dass es Röntgen überhaupt nach Zürich verschlagen<br />

hatte, lag an seinem Schulabschluss. In den Niederlanden<br />

hatte er eine technische Schule besucht, die<br />

kein Abitur verlieh. Ohne das aber wollte ihn keine<br />

Hochschule akzeptieren. Außer in der Schweiz. Dort<br />

verlangte das renommierte Züricher Polytechnikum<br />

(die heutige ETH) nur eine Aufnahmeprüfung. Und<br />

weil Röntgen unbedingt studieren wollte, reiste er<br />

eben bis nach Zürich. Und dann das: Ausgerechnet<br />

am Tag der Prüfung suchte ihn eine Augenkrankheit<br />

heim, Röntgen musste absagen. Zum Glück ließ das<br />

Ko<strong>mit</strong>ee fünf gerade sein und gewährte Röntgen den<br />

Studienplatz trotzdem. „Die Prüfer überzeugte, dass<br />

er als Gasthörer bereits Vorlesungen an der Universität<br />

Utrecht besucht hatte. Außerdem unterstellten<br />

sie ihm eine gewisse Reife, weil er etwas älter war<br />

als die anderen Bewerber“, sagt Dr. Uwe Busch, Direktor<br />

des Deutschen Röntgen-Museums. Röntgen<br />

entschied sich für ein Maschinenbaustudium, weil<br />

ihm dieses Fach nützen sollte, wenn er später ins<br />

Tuchhandelsunternehmen seines Vaters einsteigen<br />

würde – so wie der es sich vorstellte.<br />

Die schöne Schauspielerin<br />

gab Röntgen einen Korb<br />

In dieser Hoffnung unterstützte Vater Röntgen seinen<br />

Sohn großzügig, half ihm bei der Wohnungssuche<br />

und stattete ihn <strong>mit</strong> einem üppigen Taschengeld aus.<br />

Aber wäre es nicht eine Schande, das ganze Geld<br />

nur für Lehrbücher auszugeben? Röntgen hätte diese<br />

Frage wohl bejaht. Jedenfalls lief er <strong>mit</strong> einem<br />

Freund zum Schneider, wo sich die beiden besagte<br />

blütenweiße Hüte und Anzüge anfertigen ließen, in<br />

denen sie fortan wie zwei Dandys durch die Stadt<br />

stolzierten. Bald folgten die Ausflüge <strong>mit</strong> der Postkutsche<br />

– ebenfalls ein teures Vergnügen. „Die heutige<br />

Entsprechung wäre wohl ein Erstsemester, der<br />

ein Porsche Cabrio mietet und durch seinen Studienort<br />

fährt“, sagt Dr. Uwe Busch. Mit anderen Worten:<br />

Wilhelm Conrad Röntgen ließ seiner Lebenslust freien<br />

Lauf. Jetzt fehlte eigentlich nur noch ein Fräulein<br />

an seiner Seite. Als er sich, wie sein Freund Ludwig,<br />

in die Schauspielerin Louise Emerentiana Sitterding<br />

verguckte, beschlossen die beiden, die Angebetete<br />

<strong>mit</strong> einem riesigen Strauß Rosen zu überraschen.<br />

Doch als diese die Haustür öffnete, verwandelten<br />

sich die Dandys dann doch wieder in Schuljungen.<br />

Stammelnd überreichten sie die Blumen und suchten<br />

schnell das Weite. Trotz des Fauxpas himmelte Röntgen<br />

Louise weiter an – jedoch sicherheitshalber nur<br />

noch auf Fotos in seinem Poesiealbum.<br />

Und dann kam Anna Bertha. Sie war eine von<br />

vier Töchtern des Besitzers des „Grünen Glas“, einer<br />

Studentenkneipe, die praktischerweise auf halbem<br />

HEIMLICHE LIEBE<br />

In Röntgens Fotoalbum<br />

fanden<br />

sich viele Bilder<br />

der Schauspielerin<br />

Louise Sitterding<br />

Neue<br />

Perspektiven<br />

Durch einen Zufall stieß<br />

Wilhelm Conrad Röntgen<br />

1895 auf jene Strahlen, die<br />

die <strong>Medizin</strong> revolutionieren<br />

sollten. Bei Versuchen <strong>mit</strong><br />

sogenannten Kathodenstrahlröhren<br />

bemerkte er, dass<br />

plötzlich Kristalle im Raum<br />

zu leuchten begannen. Wie<br />

ein Besessener untersuchte<br />

Röntgen das Phänomen, bis<br />

er die Ursache entdeckte:<br />

X-Strahlen. Mit ihnen fertigte<br />

er wenig später ein Bild von<br />

Anna Berthas Handskelett an<br />

– die erste Röntgenaufnahme.<br />

Dank dieser Technik konnten<br />

Ärzte auch ins Innere<br />

ihrer Patienten sehen. Bis<br />

heute wenden sie das stetig<br />

perfektionierte Verfahren an.<br />

Während die Aufnahmen<br />

früher auf Filmfolien entstanden,<br />

werden die Bilder heute<br />

digital erstellt – innerhalb<br />

von Sekunden und <strong>mit</strong> einer<br />

Strahlendosis, die um ein<br />

Vielfaches geringer ist.<br />

Weg zwischen Polytechnikum und Röntgens Wohnung<br />

lag. Kein Wunder also, dass er bald Stammgast<br />

war. Schon funkte es zwischen ihm und Anna Bertha.<br />

Dieses Mal war sich Röntgen seiner Sache sicher.<br />

Sogar so sicher, dass er Anna Bertha bald einen Antrag<br />

machte. Als er seinen Eltern begeistert von den<br />

Hochzeitsplänen erzählte, reagierten die irritiert. Eine<br />

Wirtstochter? „Das war vor allem in den Augen von<br />

Mutter Röntgen unter Stand“, sagt Dr. Uwe Busch.<br />

Um sicherzugehen, dass Anna Bertha ihrem Mann<br />

wenigstens eine anständige Hausfrau sein würde, lud<br />

Mutter Röntgen sie zu einem Hauswirtschaftspraktikum<br />

nach Apeldoorn ein. Erst als sie dieses bestand,<br />

genehmigten Röntgens Eltern die Hochzeit. Es sollte<br />

eine glückliche Ehe werden, die bis zu Anna Berthas<br />

Tod 1919 hielt. Erst mal aber bedeutete sie auch ein<br />

Problem: Röntgens Eltern drehten den Geldhahn zu.<br />

Beste Erinnerungen an<br />

die fünf Jahre in Zürich<br />

Da<strong>mit</strong> reagierte Röntgens Vater auch auf die Entscheidung<br />

seines Sohnes gegen den Einstieg ins Familienunternehmen<br />

und für eine Karriere als Forscher.<br />

Nun brauchte Wilhelm Conrad Röntgen also schnell<br />

einen Broterwerb. Da bot ihm der Physiker August<br />

Kundt eine Assistenzstelle an, Röntgen willigte ein.<br />

Auf großem Fuß leben konnte er von seinem Lohn<br />

trotzdem nicht mehr. Um den Haushalt über Wasser<br />

zu halten, stieg Anna Bertha auf die umliegenden<br />

Berge und pflückte Blumen, die sie auf dem Markt<br />

verkaufte. Von ihrem Gatten bekam sie nur noch<br />

wenig <strong>mit</strong>. Röntgen arbeitete von frühmorgens bis<br />

spätabends an seiner Forschungsarbeit über Gase.<br />

Aber die Geldnot war nur ein Grund für seinen Eifer.<br />

Tatsächlich begeisterte sich Röntgen immer mehr für<br />

die Physik. Schnell sprach sich die hohe Präzision<br />

seiner Arbeit herum. Nach seiner Dissertation folgte<br />

er August Kundt an die Universität Würzburg. Es<br />

war der nächste Schritt einer großen Karriere, die<br />

Röntgen 1901 den Nobelpreis für die Entdeckung<br />

der später nach ihm benannten Röntgenstrahlen bescheren<br />

sollte. Der Abschied von Zürich bedeutete<br />

aber eben auch das Ende fünf ganz besonderer Jahre.<br />

Und vor allem die Erinnerungen an diese Zeit waren<br />

es wohl, die Röntgen für den Rest seines Lebens<br />

immer wieder in die Schweiz zurückkehren ließen.<br />

So reiste er bald jeden Sommer <strong>mit</strong> Anna Bertha und<br />

befreundeten Familien in den Urlaub nach Pontresina<br />

in Graubünden, wo er die Natur erkundete, am<br />

liebsten <strong>mit</strong> den Kindern der Gruppe im Schlepptau.<br />

Und wenn sie die Zeit fanden, besuchten Anna<br />

Bertha und er natürlich auch ihre Eltern in Zürich.<br />

Nur den weißen Anzug trug Röntgen da schon lange<br />

nicht mehr. <br />

David Mayer<br />

FOTOS: DEUTSCHES RÖNTGEN-MUSEUM, REMSCHEID, ISTOCKPHOTO<br />

25


GALERIE<br />

MAN RISING<br />

Leidners Sinnbild für<br />

die Evolution unserer<br />

Welt: „Wir kommen<br />

ursprünglich aus<br />

dem Wasser, und<br />

Wasser ist für uns<br />

lebenswichtig”<br />

Kunst <strong>mit</strong> demCT<br />

Von Beruf ist Dr. Bertil Leidner Radiologe. Aber auch<br />

in seiner Freizeit beschäftigt sich der Schwede<br />

<strong>mit</strong> Bildern aus dem Computertomographen – und<br />

erschafft aus ihnen faszinierende Collagen<br />

Endangered Life<br />

Beeindruckend<br />

bunt: Mithilfe<br />

von Photoshop<br />

hat Leidner die<br />

CT-Beckenaufnahme<br />

in Pop-Art<br />

verwandelt<br />

Blooming Fast wie gemalt wirkt die Lilie im CT-<br />

Bild – für einen schönen Farbton hat Leidner sie<br />

über Tage in Jod eingeweicht<br />

FOTOS: LEIDNERIMAGING.SE<br />

Natur, Tiere, der Mensch – oft auch dessen<br />

Innenleben – zählen zu seinen Hauptmotiven,<br />

die er am Computer bearbeitet,<br />

verfremdet, collagiert. Manche der Aufnahmen<br />

stammen von seiner Digitalkamera, andere<br />

aus dem Computertomographen (CT). Denn Dr.<br />

Bertil Leidner war bis 2014 Oberarzt in der Radiologie<br />

an der Karolinska-Universität in Stockholm.<br />

Seit seiner Pensionierung arbeitet der 64-Jährige<br />

noch zeitweise als Vertretung in verschiedenen<br />

schwedischen Kliniken. Meist aber widmet er sich<br />

seiner Kunst. Seine Bildkompositionen werden seit<br />

2006 in vielen Ausstellungen gezeigt. Die nächste<br />

heißt „Vanishing/Heads“ (Verschwinden/Köpfe)<br />

und ist vom 16. bis 27. Januar 2016 in der Greger<br />

Gallery, Hornsgatan 46, Stockholm, zu besichtigen.<br />

Wie beschreiben Sie Ihren Stil, Ihre Philosophie?<br />

Meine Ausstellungen haben Titel wie „Reflektion“,<br />

„Imagination“ und „Natürlichkeit“. Sie spiegeln<br />

den surrealen Touch meiner Fotos wider. Ich möchte<br />

die Zerbrechlichkeit unseres Lebens und der<br />

Natur zeigen. Und darstellen, was sich unter der<br />

Oberfläche verbirgt. In der Klinik erlebe ich immer<br />

den Kampf um Leben und Tod – und die nur sehr<br />

feine Linie, die oft dazwischenliegt. Ich versuche,<br />

diese Stimmung einzufangen und in meine Kunst<br />

zu integrieren.<br />

Surreal wirkt das CT-Bild:<br />

Zwei Hände umgreifen<br />

eine schillernde Säule.<br />

Diese ist in Wahrheit ein<br />

Strom aus geschmolzenem<br />

fließendem Glas –<br />

Symbol dafür, dass wir<br />

die unberechenbare<br />

Zukunft in Händen halten<br />

Wie kamen Sie auf die Idee, CT-Bilder für Ihre<br />

Kunst zu verwenden?<br />

Ich fotografiere seit meiner Jugend, früher meist in<br />

Schwarz-Weiß. Die Initialzündung war die Digitalfotografie<br />

<strong>mit</strong> ihren vielen Möglichkeiten, insbesondere<br />

in der Montage von Motiven. Da war es nur<br />

noch ein kleiner Schritt, auch radiologische Bilder<br />

<strong>mit</strong> meinen Fotos zu verschmelzen.<br />

Sind die CT-Bilder von echten Patienten aus dem<br />

klinischen Alltag?<br />

Einige sind in der Tat Aufnahmen aus dem Archiv des<br />

Instituts, natürlich anonymisiert. Andere sind von mir<br />

speziell produzierte CT-Bilder <strong>mit</strong> besonders niedriger<br />

Strahlendosis – <strong>mit</strong> mir oder <strong>mit</strong> Kollegen als Objekt.<br />

Woher nehmen Sie die Inspiration für Ihre Kunst?<br />

Ich reise viel. In Australien habe ich die Kultur der<br />

Aborigines zu verstehen versucht. Andere Kulturen<br />

bedeuten auch andere Ansichten über das Leben.<br />

Das ist herausfordernd, weil sich die Welt seit jeher<br />

durch Völkerwanderungen und Austausch verschiedenster<br />

Art verändert hat. Solche Eindrücke,<br />

Erfahrungen und Gedanken versuche ich in meinen<br />

Collagen zu verarbeiten. Heidrun Bobeth<br />

Weitere Arbeiten finden Sie unter:<br />

www.leidnerimaging.se<br />

26


Schmerz lass nach!<br />

Punktgenaue Therapie im offenen MRT von Hitachi<br />

Mit Schmerzen sinkt die Lebensqualität. Dabei kann die Lösung so schnell und einfach sein.<br />

Offener Blick für die Schmerzursache:<br />

Rundum-Ausblick und Komfort!<br />

Wer Schmerzen hat, will in erster Linie eines: schnelle Linderung.<br />

Der erste Schritt hierbei ist eine sichere Diagnose,<br />

nur dann kann die passende Therapie gefunden und die<br />

Ursache gezielt behandelt werden. Die offenen MRT-Geräte<br />

von Hitachi sind gerade bei Schmerzpatienten die<br />

optimale Lösung. Im Gegensatz zur „Röhre“ oder dem CT<br />

bieten sie entscheidende Vorteile:<br />

Mehr Freiraum:<br />

offene Bauweise <strong>mit</strong> Rundum-Ausblick<br />

Mehr Wohlbehagen:<br />

modernste Technik für schnelle Untersuchungen<br />

Mehr Komfort:<br />

extra breite Patientenliege <strong>mit</strong> tiefem Einstieg<br />

Mehr Sicherheit:<br />

frei von Röntgenstrahlung<br />

Schmerzen ade: Schmerztherapie<br />

im offenen MRT von Hitachi<br />

Wenn herkömmliche Therapien den Schmerz<br />

nicht lindern können, hilft oft eine minimalinvasive<br />

Therapie. Bei dem ambulant durchgeführten<br />

Eingriff werden entzündungshemmende<br />

Medikamente millimetergenau<br />

an die schmerzende Stelle gespritzt. Die<br />

Nadelposition wird hierbei <strong>mit</strong> Hilfe des<br />

MRT kontrolliert. So kann der Schmerz<br />

punktgenau dort behandelt werden,<br />

wo er entsteht und das ganz ohne<br />

Operation.<br />

Patienten hergehört:<br />

Hitachis Patienten-Website klärt auf!<br />

Mit unserer Website möchten wir Patienten helfen. Sie<br />

fi nden hier viele hilfreiche Informationen rund um das<br />

Thema offene MRTs, z. B. zum Untersuchungsablauf.<br />

Oder erleben Sie ein offenes MRT einmal anders –<br />

virtuell.<br />

Schmerz geht alle an!<br />

Daher haben wir unsere Website aktuell um das Thema<br />

Schmerz erweitert. Schmerzpatienten fi nden hier wertvolle<br />

Informationen über die Vorteile und Möglichkeiten<br />

eines offenen MRTs. Neben informativen Erfahrungsberichten,<br />

einem Schmerzfragebogen, aufschlussreichen<br />

Fragen bzw. Antworten werden zum Beispiel auch<br />

medizinische Fachbegriffe im Glossar erklärt.<br />

So kann sich jeder leicht verständlich selbst von den Vorteilen<br />

der offenen MRT-Geräte von Hitachi überzeugen.<br />

Offen für neue Wege:<br />

Offenes MRT von Hitachi in Ihrer Nähe<br />

Mit Hilfe unserer PLZ-Suche haben Sie<br />

die Möglichkeit, eine Praxis <strong>mit</strong> offenem<br />

MRT von Hitachi ganz in Ihrer Nähe zu<br />

fi nden:<br />

www.hitachi-medical-systems.de/offener-mrt


ÄRZTESERIEN IM CHECK<br />

Herr Doktor,<br />

wir haben ein<br />

PROBLEM ...<br />

Ärzteserien haben meist<br />

gute Quoten – die Realität<br />

im Klinikalltag bilden sie aber<br />

in den wenigsten Fällen ab<br />

… Wir haben keinen Radiologen!“ So in etwa<br />

könnte ein Ausspruch in der Krankenhausserie „In<br />

aller Freundschaft“ lauten, wenn die Drehbuchautoren<br />

es <strong>mit</strong> der Wahrheit etwas genauer nehmen<br />

würden. Denn ähnlich wie in den meisten Ärzteserien<br />

wie „Dr. House“, „Grey’s Anatomy“ & Co. gibt<br />

es in der Sachsenklinik zwar haufenweise Chirurgen,<br />

Frauenärzte und Internisten, aber keinen einzigen<br />

Radiologen. Und auch sonst entspricht das Bild, das<br />

im TV vom Fach Radiologie entworfen wird, nicht<br />

immer der Realität. Prof. Michael Forsting, Direktor<br />

des Instituts für Diagnostische und Interventionelle<br />

Radiologie und Neuroradiologie des Universitätsklinikums<br />

Essen, über den Wirklichkeitsgehalt von<br />

medizinischen Serienformaten:<br />

7 Radiologie-Mythen, die in<br />

jeder Ärzteserie vorkommen:<br />

1. Einen Radiologen? Brauchen wir hier nicht …<br />

Dr. House, Dr. Shepherd, Dr. Stein & Co. kommen<br />

wunderbar ohne Radiologen im Team aus, denn sie<br />

sind in der Regel Alleskönner und stellen jede Diagnose<br />

höchstpersönlich. Im realen Krankenhausalltag<br />

ist der Radiologe dagegen unverzichtbar. „Natürlich<br />

kann jeder Neurochirurg auf einer CT-Aufnahme<br />

einen Bandscheibenvorfall diagnostizieren“, sagt<br />

Michael Forsting. „Das Problem ist, dass er den<br />

Nierentumor, der drei Zentimeter weiter links sitzt,<br />

möglicherweise übersieht, weil das nicht sein Fachgebiet<br />

betrifft. Ein Radiologe ist dafür ausgebildet, jede<br />

noch so kleine Auffälligkeit auf Bildern zu erkennen<br />

– egal, ob es um die Wirbelsäule, das Becken oder das<br />

Gehirn geht. Er ist sozusagen ein Bindeglied zwischen<br />

allen medizinischen Disziplinen.“<br />

„Radiologen<br />

werden schon in<br />

der Ausbildung<br />

extrem dafür<br />

sensibilisiert,<br />

die Strahlenbelas<br />

tung für<br />

den Patienten<br />

so gering<br />

wie möglich<br />

zu halten”<br />

2. Wir haben schon drei CTs und fünf Röntgenbilder<br />

bei diesem Patienten gemacht! Dann machen wir<br />

sicherheitshalber noch ein CT!<br />

Strahlenschutz? Fehlanzeige. In Krankenhausserien<br />

wird ein Patient auf der Suche nach der richtigen<br />

Diagnose schon mal mehrfach am Tag durch Röntgen<br />

und CT gejagt. „So etwas wäre in Wirklichkeit<br />

undenkbar. Radiologen werden schon in der Ausbildung<br />

extrem dafür sensibilisiert, die Strahlenbelastung<br />

für den Patienten so gering wie möglich zu<br />

halten“, erklärt Forsting. „Wir versuchen, entweder<br />

Untersuchungen <strong>mit</strong> einer extrem niedrigen Dosis<br />

durchzuführen oder Strahlung ganz zu vermeiden,<br />

indem man zum Beispiel statt eines CTs eine MRT<br />

macht. Die Einhaltung dieser Dosisvorgaben wird<br />

regelmäßig durch externe Behörden überprüft.“<br />

3. Sie bekommen ein MRT? Da kommen wir alle<br />

<strong>mit</strong>, wir haben gerade eh nichts zu tun!<br />

Im TV-Krankenhaus ist es keine Seltenheit, dass während<br />

einer bildgebenden Untersuchung drei Ärzte<br />

hinter einer Glaswand stehen und dem Patienten Anweisungen<br />

geben, wann er ein- und ausatmen soll.<br />

Im realen Klinikalltag ist der Ablauf etwas anders:<br />

„Der Radiologe plant die Untersuchung zwar im<br />

Vorfeld, denn je nach klinischer Fragestellung müs-<br />

28


GUT GEMACHT!<br />

Ärzte der deutschen<br />

Serie „In aller<br />

Freundschaft”<br />

befunden am PC<br />

5. Der Leuchtkasten ist ein unentbehrliches Instrument,<br />

um Röntgenbilder zu beurteilen.<br />

Sie sehen aus wie leuchtende, übergroße Fotorahmen<br />

und hängen in jeder TV-Klinik, in US-<br />

Serien sind manchmal ganze Wände <strong>mit</strong> ihnen<br />

tapeziert. Im Klinikalltag sind sie nur noch ausnahmsweise<br />

anzutreffen. „Wir haben in unserer<br />

Abteilung keinen einzigen Leuchtkasten mehr“,<br />

sagt Prof. Forsting. „Seit den Nullerjahren sind<br />

die radiologischen Abteilungen nach und nach<br />

digitalisiert worden. Das heißt, dass Bilder heute<br />

am Computer befundet werden. Der Vorteil<br />

für Patienten ist, dass die Diagnose viel schneller<br />

steht, weil man nicht mehr warten muss, bis die<br />

Bilder entwickelt sind.“<br />

WO IST DER FEHLER?<br />

Die Ex-TV-Ärztin<br />

Dr. Yang in „Grey’s<br />

Anatomy” guckt auf<br />

längst nicht mehr<br />

übliche echte<br />

Röntgenbilder<br />

RÖNTGEN-TAPETE<br />

Schauspieler Hugh<br />

Laurie als Dr. House arbeitet<br />

noch <strong>mit</strong> Leuchtkästen.<br />

In Wirklichkeit<br />

befunden Radiologen<br />

heute am Computer<br />

sen bestimmte Sequenzen ausgewählt werden, um<br />

das gewünschte Ergebnis zu erzielen“, erklärt Prof.<br />

Forsting. „Die eigentliche Untersuchung wird dann<br />

aber in der Regel von medizinisch-technischen Radiologieassistenten<br />

durchgeführt, sogenannten MTRAs<br />

– ebenso bei CT- oder Röntgenuntersuchungen.<br />

Währenddessen kann der Radiologe an seinem Computer<br />

<strong>mit</strong>verfolgen, wie die ersten Bilder entstehen.<br />

Heute können wir die Ergebnisse theoretisch sogar<br />

vollkommen ortsunabhängig auf dem Smartphone<br />

empfangen. Das bedeutet, dass man als Radiologe in<br />

San Francisco sitzen und die Bilder eines Patienten<br />

befunden kann, der gerade in Essen untersucht wird.“<br />

4. Oh! Der Chirurg hat einen Ganzkörperscan angeordnet.<br />

Da mach ich mich sofort an die Arbeit!<br />

Sagt der Chirurg im TV: „Wir machen ein CT“,<br />

bekommt er das auch. In Wirklichkeit ist das nicht<br />

so einfach: „Richtig ist, dass der behandelnde Arzt<br />

eine Untersuchung in der Radiologie anfordern<br />

kann“, erklärt Prof. Forsting. „Letztendlich muss<br />

aber immer der diensthabende Radiologe entscheiden,<br />

ob die angeforderte Untersuchung die<br />

schonendste für den Patienten darstellt und ob<br />

nicht eventuell eine andere Bildgebung bessere<br />

Ergebnisse erzielen könnte.“<br />

6. Einmal kurz gegen das Tageslicht gehalten, lässt<br />

sich ein Röntgenbild wunderbar befunden.<br />

„Ach gut, dass ich Sie hier auf dem Gang treffe,<br />

Doktor, könnten Sie kurz einen Blick auf das Röntgenbild<br />

werfen?“ So oder ähnlich werden in Serien<br />

oft Diagnosen im Schnelldurchlauf gestellt. In<br />

Wirklichkeit gibt es für die Befundung von Röntgenbildern<br />

genaue Vorschriften, an die sich jeder<br />

Radiologe halten muss. Prof. Forsting nennt ein<br />

Beispiel: „Die Darstellung der Bilder am PC muss<br />

so kontrastreich wie möglich sein. Deshalb darf die<br />

Lichtstärke am Arbeitsplatz zehn Lux nicht überschreiten.<br />

Das entspricht etwa der Helligkeit von<br />

nächtlicher Straßenbeleuchtung.“<br />

7. Patienten <strong>mit</strong> Metall im Körper dürfen unter gar<br />

keinen Umständen ein MRT bekommen.<br />

Denn dem Patienten würde sein Knochenimplantat<br />

durch den magnetischen Effekt förmlich aus<br />

dem Körper gezogen – so weit die effekthascherische<br />

Theorie in der Fernsehserie. Die Realität<br />

ist dagegen weniger dramatisch: „Implantate,<br />

die heute als künstliche Gelenke, Knochennägel<br />

und so weiter eingesetzt werden, bestehen ausschließlich<br />

aus nicht magnetischen Legierungen“,<br />

erklärt Forsting. „Vorsichtig sein muss man aber<br />

zum Beispiel bei Herzschrittmachern, denn diese<br />

könnten deaktiviert werden. Früher war das<br />

ein ganz klares Ausschlusskriterium. Mittlerweile<br />

gibt es aber Schrittmacher, die als MRT-tauglich<br />

eingestuft werden. Richtig gefährlich kann es werden,<br />

wenn ein Patient aufgrund einer Kriegsverletzung<br />

Granatsplitter im Körper hat, denn die sind<br />

in der Tat oft magnetisch und so klein, dass sie<br />

durch das Magnetfeld aus dem Körper gezogen<br />

werden könnten. Aus diesem Grund gibt es im<br />

Vorfeld einer solchen Untersuchung ausführliche<br />

Fragebögen, die vom Patienten ausgefüllt werden<br />

müssen.“<br />

Vanessa Schmidt<br />

FOTOS: ABC, MDR/RUDOLF K. WERNICKE, NIGEL PARRY/FOX<br />

29


INTERVIEWS: CELIA TREMPER, FOTOS: TERENCE TREMPER<br />

PROMI-UMFRAGE<br />

Auf welches Haus<strong>mit</strong>tel<br />

vertrauen Sie?<br />

Für jede Krankheit gibt es unzählige Salben, Tabletten und Tropfen<br />

aus der Apotheke. Manche greifen lieber erst einmal zu Haus<strong>mit</strong>teln. Wir<br />

haben Prominente gefragt, auf welches sie schwören ...<br />

30<br />

„<br />

„<br />

„<br />

„<br />

Karin Thaler, 50, Schauspielerin<br />

„Auf die gute alte Wärmflasche. Immer schön die Luft<br />

rauslassen, da<strong>mit</strong> die Flasche flach ist. Die lege ich dann<br />

auf die Stelle, die verspannt ist, wie meistens mein Nacken.<br />

Nicht nur so, sondern eingewickelt in ein Tuch.<br />

Das wiederhole ich, und die Verspannung, der Schmerz<br />

löst sich garantiert. Wenn ich Schnupfen habe, ist Emser<br />

Salz mein Heil<strong>mit</strong>tel. Und ohne Kamillosan in meiner<br />

Handtasche verlasse ich mein Haus nie.“<br />

Tom Buhrow, 57, Intendant des<br />

Westdeutschen Rundfunks<br />

„Auf Knoblauch – tötet alle Bakterien, reinigt das Blut,<br />

und man soll ja 100 Jahre alt werden. Letzteres war<br />

ein Scherz. Aber Knoblauch, ganz dünn geschnitten auf<br />

einem frischen Butterbrot, ist eine Delikatesse,<br />

und wenn ich es gegessen habe, habe ich das Gefühl,<br />

meine Gehirnzellen sind wie neu.“<br />

Simone Rethel, 66, Schauspielerin<br />

„Egal, wo es mal zwickt: Ein doppelter heißer<br />

Whisky, zwei Löffel Bienenhonig und der Saft einer<br />

halben gepressten Zitrone – schön langsam trinken,<br />

und das Wunder des Sich-Wohlfühlens kann man<br />

förmlich spüren.“<br />

Bernhard Bettermann, 50,<br />

Schauspieler<br />

„Auf Vitamin C in allen Formen. Auf meinem Balkon<br />

wächst ein wunderbarer Zitronenbaum, den ich dünge,<br />

pflege und hege, da<strong>mit</strong> er reichlich Früchte trägt. So bald<br />

ich nur das leichteste Kratzen im Hals spüre: eine Zitrone<br />

auspressen, unverdünnt trinken. Oder<br />

aber <strong>mit</strong> heißem Wasser, niemals kochendes!<br />

Und die Wirkung ist phänomenal.“<br />

Natalie O’Hara, 38,<br />

Schauspielerin<br />

„Auf Arnika-Kügelchen und Quarkwickel,<br />

weil ich die Königin im Anstoßen bin und<br />

sofort blaue Flecken bekomme. Selbst in<br />

meiner Abendhandtasche habe ich immer<br />

ein Fläschchen <strong>mit</strong> den Kugeln dabei.“<br />

„Heino Ferch, 52,<br />

Schauspieler<br />

„Vorausschicken möchte ich, dass<br />

ich wirklich höchst selten krank<br />

bin. Wenn doch, schwöre ich<br />

auf die gute alte Hühnerbrühe:<br />

Suppenhuhn Petersilienwurzel,<br />

Lauch, Sellerie, Karotten, Ingwer<br />

und Rinderknochen köcheln lassen,<br />

durch ein Sieb gießen, dann<br />

stehen garantiert Tote auf!“


Bestens aufgeklärt im Wartezimmer<br />

Das <strong>Patientenmagazin</strong> der DRG<br />

<strong>Ausgabe</strong> 3 / Mai 2014<br />

<strong>Ausgabe</strong> 1 / Mai 2013<br />

Herausgegeben von der<br />

Deutschen Röntgengesellschaft<br />

<strong>Ausgabe</strong> 2 / November 2013<br />

Herausgegeben von der<br />

Deutschen Röntgengesellschaft<br />

Herausgegeben von der<br />

Deutschen Röntgengesellschaft e.V.<br />

<strong>Medizin</strong> <strong>mit</strong> Durchblick<br />

<strong>Medizin</strong> <strong>mit</strong> Durchblick<br />

Das Radiologie-Magazin für Patienten<br />

Das Radiologie-Magazin für Patienten<br />

Promi-Umfrage<br />

PIONIERE<br />

DER MEDIZIN<br />

Nofretete<br />

Wie war Ihr erster<br />

Arztbesuch?<br />

Röntgenstrahlen<br />

enthüllen ihr<br />

Geheimnis<br />

Wilhelm Conrad<br />

Röntgen begründet<br />

ein neues Zeitalter<br />

Demenz<br />

Forschung<br />

Was im Gehirn<br />

passiert, wenn<br />

wir träumen<br />

ANEURYSMA<br />

Wie Ärzte das<br />

Leben einer<br />

jungen Frau<br />

retten<br />

Früherkennung<br />

Wo Vorsorge<br />

möglich ist<br />

Ist Röntgen<br />

gefährlich?<br />

<strong>Ausgabe</strong> 3 / Mai 2014<br />

<strong>Ausgabe</strong> 4 / <strong>Dezember</strong> 2014<br />

Herausgegeben von der<br />

Deutschen Röntgengesellschaft<br />

Herausgegeben von der<br />

Deutschen Röntgengesellschaft<br />

<strong>Medizin</strong> <strong>mit</strong> Durchblick<br />

Das Radiologie-Magazin für Patienten<br />

Nofretete<br />

Röntgenstrahlen<br />

enthüllen ihr<br />

Geheimnis<br />

Demenz<br />

Wann die<br />

„Krankheit des<br />

Vergessens”<br />

heilbar ist<br />

Das<br />

<strong>Ausgabe</strong> 4 / <strong>Dezember</strong> 2014<br />

Herausgegeben von der<br />

Deutschen Röntgengesellschaft<br />

Tote verraten<br />

ihre letzten<br />

Geheimnisse<br />

MYOME<br />

Experten<br />

erklären die<br />

wichtigsten<br />

Therapien<br />

Wolfgang Niedecken<br />

Leben<br />

<strong>Medizin</strong> <strong>mit</strong> Durchblick<br />

<strong>Medizin</strong> <strong>mit</strong> Durchblick<br />

Das Radiologie-Magazin für Patienten<br />

Das Radiologie-Magazin für Patienten<br />

Tote verraten<br />

ihre letzten<br />

Geheimnisse<br />

MYOME<br />

Experten<br />

erklären die<br />

wichtigsten<br />

Therapien<br />

Wann die<br />

„Krankheit des<br />

Vergessens”<br />

heilbar ist<br />

Das<br />

<strong>Ausgabe</strong> 5 / Mai <strong>2015</strong><br />

Herausgegeben von der<br />

Deutschen Röntgengesellschaft e.V.<br />

<strong>Medizin</strong> <strong>mit</strong> Durchblick<br />

<strong>Medizin</strong> <strong>mit</strong> Durchblick<br />

Das Radiologie-Magazin für Patienten<br />

Das Radiologie-Magazin für Patienten<br />

KUNST<br />

Mit Röntgenbildern<br />

Geheimnisse lüften<br />

MARIE CURIE<br />

Ein Leben für<br />

die Forschung<br />

Promi-<br />

Umfrage<br />

RECHTS-<br />

MEDIZIN<br />

Schädel-<br />

Hirn-Trauma<br />

<strong>Ausgabe</strong> 6 / <strong>Dezember</strong> <strong>2015</strong><br />

Herausgegeben von der<br />

Deutschen Röntgengesellschaft<br />

PROMI-UMFRAGE<br />

Welche gute Nachricht hat<br />

Ihnen Ihr Arzt<br />

kürzlich überbracht?<br />

RADIOTHERAPIE<br />

Heilen <strong>mit</strong> Strahlen<br />

Rückenprobleme<br />

PROMI-UMFRAGE<br />

ANDREA SIXT<br />

Wie bleiben<br />

Sie in der Röhre<br />

entspannt?<br />

BRUSTKREBS<br />

Wissen gegen<br />

die Angst<br />

Diagnose<br />

Brustkrebs<br />

Knie der Nation<br />

Gehirn in Gefahr<br />

Knie der Nation<br />

Wie die Drehbuchautorin ihre<br />

Erkrankung überstand und<br />

warum dieser Einschnitt ihr Leben<br />

positiv veränderte<br />

nach der Zugabe<br />

Nicht nur bei Profis wie Sami Khedira<br />

macht das Knie oft Probleme.<br />

Wie moderne <strong>Medizin</strong> helfen kann<br />

Was der Sänger bei seinem Schlaganfall<br />

empfand und wie Kölner Ärzte ihn retteten<br />

Schlaganfall<br />

Warum<br />

schnelles<br />

Handeln<br />

so wichtig ist<br />

Wer ist Ihr<br />

Lieblingsarzt?<br />

Interview<br />

Ist Radiologie<br />

zu teuer?<br />

Jedes Jahr erleiden 250 000 Deutsche einen Unfall, der eine<br />

Hirnverletzung zur Folge hat. Wie Ärzte helfen können<br />

Nicht nur bei Profis wie Sami Khedira<br />

macht das Knie oft Probleme.<br />

Wie moderne <strong>Medizin</strong> helfen kann<br />

<strong>Medizin</strong> <strong>mit</strong> Durchblick<br />

Das Radiologie-Magazin für Patienten<br />

UMFRAGE<br />

Auf diese<br />

Haus<strong>mit</strong>tel<br />

schwören<br />

Prominente<br />

Norwegens<br />

Kronprinzessin<br />

Mette-Marit<br />

musste sich einer<br />

OP an der<br />

Halswirbelsäule<br />

unterziehen<br />

NACH-<br />

GEFRAGT<br />

Gelenk-<br />

Verletzungen<br />

Promi-<br />

Umfrage<br />

RECHTS-<br />

MEDIZIN<br />

Schädel-<br />

Hirn-Trauma<br />

Gelenk-<br />

Verletzungen<br />

Wer ist Ihr<br />

Lieblingsarzt?<br />

Interview<br />

Ist Radiologie<br />

zu teuer?<br />

Gehirn in Gefahr<br />

Jedes Jahr erleiden 250000 Deutsche einen Unfall, der eine<br />

Hirnverletzung zur Folge hat. Wie Ärzte helfen können<br />

WILHELM<br />

CONRAD<br />

RÖNTGEN<br />

Faszinierende<br />

Einblicke in<br />

sein Leben<br />

Endlich<br />

schmerzfrei!<br />

Die Lunge<br />

Mehr als 80 Prozent der Deutschen leiden unter dem<br />

Kreuz <strong>mit</strong> dem Kreuz: Welche Therapien wirklich helfen<br />

WILHELM<br />

CONRAD<br />

RÖNTGEN<br />

PATIENTENSCHUTZ<br />

Fünf Strategien,<br />

die vor zu viel<br />

Strahlen schützen<br />

Faszinierende<br />

Einblicke in<br />

sein Leben<br />

SCHLAGANFALL<br />

Durchbruch bei der<br />

Akut-Therapie<br />

ÄRZTE-SERIEN<br />

IM CHECK<br />

Schauspieler<br />

Thorsten Nindel, 51<br />

„So besiegte ich<br />

den Lungenkrebs”<br />

Was machen<br />

Dr. House<br />

& Co. falsch?<br />

Motor des Lebens<br />

Von Asthma bis Tuberkulose: Mit Hilfe moderner Methoden<br />

erkennen Radiologen Erkrankungen frühzeitig<br />

Das Magazin „<strong>Medizin</strong> <strong>mit</strong> Durchblick”,<br />

herausgegeben von der Deutschen<br />

Röntgengesellschaft, ist eine Zeitschrift für<br />

Ihre Praxis oder Klinik: Es bringt Patienten<br />

die Welt der Radiologie näher und verkürzt<br />

gleichzeitig die Zeit im Wartezimmer!<br />

„<strong>Medizin</strong> <strong>mit</strong> Durchblick” ist eine<br />

Weiterentwicklung der gleichnamigen<br />

Informationsinitiative aus dem<br />

Jahr 2011, wird von professionellen<br />

Journalisten erstellt und erscheint<br />

zwei Mal jährlich (Frühling/Herbst).<br />

Bestellen Sie das Heft für Ihr Wartezimmer bequem online unter www.drg.de


Blicken sie durch?<br />

Blicken sie weiter!<br />

Entdecken Sie die faszinierende Welt der Radiologie <strong>mit</strong> dem<br />

Patientenportal der Deutschen Röntgengesellschaft:<br />

www.medizin-<strong>mit</strong>-durchblick.de<br />

<strong>Medizin</strong> <strong>mit</strong> Durchblick<br />

DIE RADIOLOGEN<br />

UND STRAHLENMEDIZINER

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