Schöne und wertvolle Werke der Wissenschaftsgeschichte - Katalog 206

gruberantiquariat

Schöne und wertvolle Werke der Wissenschaftsgeschichte. Katalog 206 des Antiquariat Gerhard Gruber, Heilbronn

Schöne und

wertvolle Werke der

Wi≤en¿cha˝sge¿chichte

katalog 206

Antiquariat Gerhard Gruber 1

Heilbronn


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100 Nazari, Giovanni Battista.

Della tramutatione metallica

sogni tre.


Schöne

und wertvolle Werke der

Wi≤en¿cha˝sge¿chichte

Katalog 206

Anquariat Gerhard Gruber

Königsberger Straße 4 D-74078 Heilbronn

fon (071 31) 452 45 fax (071 31) 91 04 74

mail info@antiquariat-gruber.de

netz www.antiquariat-gruber.de


»The first handbook of modern

systematic mineralogy« (Horblit)

1 Agricola, Georg. De ortu & causis subterraneorum. De natura

eorum quae effluunt ex terra. De natura fossilium. De veteribus &

novis metallis. Bermannus, sive De re metallica dialogus. Interpretatio

Germanica vocum rei metallicae, additio indice foecundissimo. Basel.

Froben und Episcopius. 1546. (30 × 20 cm). 487 (53) S. Mit 1 ganzseitigen

Textholzschnitt, zahlreichen figürlichen Holzschnitt-Initialen

und 2 Holzschnitt-Druckermarken. Dekorativer Lederband des

18. Jahrhunderts mit reicher Rückenvergoldung. € 12.500,–

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Erste Sammelausgabe seiner grundlegenden Schriften zur Geologie, Mineralogie

und Bergbaugeschichte, bereits 10 Jahre vor seinem Bergwerksbuch

erschienen. Sie enthält bis auf den bereits 1530 erschienenen Bermannus

ausschließlich Erstdrucke, darunter auch De natura fossilium, die erste systematische

Mineralogie sowie eines der ersten lateinisch-deutschen Wörterbücher

mit bereits 500 bergmännisch-mineralogischen Begriffen. Es stellt

die Grundlage für alle folgenden Werke zur internationalen Nomenklatur

der Mineralogie und des Bergbaus dar. Abgeschlossen wird der Band mit

einem ca. 4000 Stichworte umfassenden Sachregister. – »Agricola’s most

important work … . after De Re Metallica itself, was De Natura Fossilium

which was the first systematic mineralogy and which was contained in this

folio along with four other works of the German physician. The De Orto et

Causis Subterraneorum is considered the first work of physical geology, the

De Natura Eorum Quae Effluunt Ex Terra deals with subterranean waters

and gases, the De Veteribis et Novis Metallis recounts various references to

metals and mines in classical history, and there is a new edition of Bermannus«

(Hoover). – Autor auf dem Titel und fünf weiteren Blättern übermalt,

davon Titel und zwei Blätter mit kleinem, sorgfältig restaurierten Loch

durch Tintenfraß (mit geringem Buchstabenverlust). Vorsätze leimschattig.

Sehr vereinzelt etwas stockfleckig. Insgesamt schönes und gut erhaltenes

Exemplar. – VD16 A928; Ferguson I, 9; Horblit 2a; Sparrow 3; Hoover 14;

Norman 19; Darmstaedter, Agricola S. 85; Koch, Bergmännisches Schrifttum

S. 31; PMM 79 (Anm.).


2 Aikin, Arthur & Charles Rochemont. A Dictionary

of Chemistry and Mineralogy, with an Account of the Processes employed

in many of the most important Chemical Manufactures. To which are

added a Description of Chemical Apparatus, and various useful Tables of

Weights and Measures, Chemical Instruments, etc. – Und: An Account

of the most important recent Discoveries and Improvements in Chemistry

and Mineralogy, to the present time; being an Appendix to their Dictionary

of Chemistry and Mineralogy. 3 Teile in 2 Bänden. London.

Arch & Phillips. 1807–14. (27 × 21 cm). VII, 628 S./ (4) 580 S.; 119 S.,

2 Bll., SS. (119)–176. Mit 16 Kupfertafeln. Moderne Pappbände im

Stil der Zeit. € 1.100,–

Erste Ausgabe. – »It was published at an interesting period, and gives a very

full account of the state of chemistry at the beginning of the 19th century«

(Duveen). – »The aim of the Dictionary was to cover the parts of chemistry

of interest to the manufacturer and the practical chemist. Much of the history

of chemistry is omitted as are materials relating to medicine, galvanism,

etc. Theoretical matters are treated only sketchily except to give the general

principles upon which manufacturing processes depend. Some hitherto unpublished

material communicated by friends is included, e. g. in the articles

on smelting of copper and iron, in the making of common salt, sal ammoniac,

etc.« (Cole). – Titel mit Besitzvermerk von alter Hand. Stellenweise

leicht gebräunt bzw. braunfleckig, der Appendix etwas stärker. Titelblatt

des Appendix verbunden. Insgesamt gut erhalten. – Cole 16; Duveen 8.

3 Alberti, Friedrich von. Halurgische Geologie. 2 Bände.

Stuttgart. Cotta. 1852. (22,5 × 14 cm). XVI, 570 S./ XII, 413 (3) S.

Mit 130 Abbildungen und 1 gefalteten Tabelle. Moderne Halblederbände.

€ 1.300,–

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Erste Ausgabe seines umfangreichsten Werkes. – Alberti (1795–1878), u. a.

Verwalter der Saline in Friedrichshall und Berater des Königs von Württemberg,

gehört neben Quenstedt zu den Begründern der schwäbischen

Geologie. »Die Alberti’sche Gliederung des Trias ist für Deutschland maßgebend

geblieben und hat sich auch im Auslande eingebürgert« (Darmstaedter).

»After Quenstedt, Alberti must be reckoned one of the founders of the

geology of southwest Germany. His investigations of the Triassic period

and its fossils were of fundamental significance« (DSB). – Schwacher Namensstempel

auf Titel. Stellenweise leicht stockfleckig bzw. gebräunt, sonst

wohlerhalten. – DSB 1, 95; Poggendorff I, 24.

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4 Andreae, Johann Valentin. Seleniana Augustalia … Una

cum opusculum aliis. Ulm. Kühne. 1649. (12,5 × 7,5 cm). (24) 585 (15) S.

Mit gestochenem Titel, 5 (4 gefalteten) gestochenen Portraits (darunter

auch das des Verfassers) und 1 ganzseitigen Holzschnitt. Pergamentband

der Zeit mit goldgeprägtem Wappensupralibros. € 2.400,–

Erste Ausgabe seines Briefwechsels mit Herzog August von Braunschweig-

Lüneburg-Wolfenbüttel und anderen Mitgliedern des Herzoglichen Hauses.

Der Herzog interessierte sich sehr für Geheimlehren, Kryptographie

und Alchemie. Er stand viele Jahre mit Andreae in Briefkontakt und unterstützte

ihn auch finanziell. Das Porträt Andreaes ist wahrscheinlich das

einzige zeitgenössische Porträt von ihm. – Stellenweise leicht gebräunt.

Frontispiz und Kupfertitel am äußeren Rand leicht angeschnitten. Einband

vereinzelt mit kleinen Wurmlöchern. Längskante des hinteren Einbanddeckels

auf 3 cm Länge aufgeplatzt. Ohne die Bindebänder. Insgesamt

gut erhalten. – Eine eigenständige Fortsetzung erschien 1654. – VD17

23:620680M; Wolfstieg 13736 (»sehr selten«); Dünnhaupt 99; Gardner 43

(mit Fehler im Titel). – Vorgebunden: Alsted, J. H. Orator, sex libris informatus.

3. Auflage. Herborn. 1616. 309 S. – Ein weiteres (inkomplettes)

Werk von M. Bernegger zwischengebunden.

5 Artzney Buech. Von dennen Artzneyen, so ich in meiner Apodeckhen

zu Meyreß (?) gemacht habe. Deutsche Handschrift auf Papier.

(Ca. 1616–40). (20,5 × 16,5 cm). 267 (201 beschriebenen) nn.

Bll. Pergamentband der Zeit mit intakten Bindebändern. € 1.400,–

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Umfangreiche, von mehreren Händen verfasste Handschrift, wohl im Laufe

von mehreren Jahren entstanden. Sie enthält einige hundert Rezepturen

nicht nur medizinisch-pharmazeutischer, sondern auch alkoholisch-kulinarischer

oder eher dubioser Art, darunter rotes Schlag-Wasser; Fünfferley

Kraut-Wasser; Kerschen Geist; Muscatblüt Geist; Pulver vor die Ungarische

Kranckheit; Pest Pulver; Ruhr Pulver; Rodts Wund Öl; Rote Salben;

Rauchs Kerzen; Lavendelzucker; Güldene Milch; Wann einem Kindt die

Ohren wehe thuen; Wann ein Kindt Würmb hat; eine gute Rauch Kerzen

zu machen und dergleichen mehr. Zweimal findet sich am oberen Rand die

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Jahreszahl 1616. – Vereinzelt gering gebräunt bzw. braunfleckig. Titel mit

angesetztem unteren Randabschnitt. Einband etwas bestoßen und fleckig,

Rücken restauriert. Insgesamt sauberes und gut erhaltenes Exemplar.

6 Auto, Das. (ab Jahrgang 4 zusätzlich: Auto+Motorrad+Sport).

Jgg. 1–4 in 45 Heften. Freiburg. Motorsport GmbH. 1946–49.

(30,5 × 23 cm). Mit zahlreichen Abbildungen. Illustrierte Original-

Broschuren. € 1.100,–

Hier die ersten 4 Jahrgänge der ersten deutschen Autozeitschrift nach dem

Krieg, die unter dem Titel auto motor und sport bis heute besteht. Es ist

das erste Verlagsprodukt der von den drei ehemaligen Rennfahrern Paul

Pietsch, Ernst Troeltsch und Josef Hummel 1946 in Freiburg gegründeten

»Motorsport GmbH«, die 1949 in »Motor-Presse Verlag« umbenannt wurde.

– Bis auf die ersten 4 Hefte ungeheftetes Exemplar in losen Lagen. Mit

schwachen senkrechten Knicken (vmtl. durch den Postversand). Insgesamt

sehr gut erhalten.

Die ersten Jahrgänge der

»auto motor und sport«

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7 Ayscough, James. A short account of the eye and nature of vision.

Chiefly designed to illustrate the use and advantage of spectacles. 2nd

edition. London. Say for Strahan u. a. 1752. (20 × 12,5 cm). (4) 26 (2)

S. Mit 1 gefalteten Kupfertafel. Moderner Halblederband im Stil

der Zeit. € 1.250,–

Seltenes Hauptwerk des englischen Augenoptikers und Herstellers wissenschaftlicher

Instrumente James Ayscough (1720–1759). Er führt Brillen mit

doppelt aufklappbaren Brillenbügeln und dadurch deutlich verbessertem

Tragekomfort ein; daneben wirbt er für blau oder grün gefärbte Linsen,

die als Vorläufer der heutigen Sonnenbrillen gelten. Auf dem letzten Blatt

wirbt er für sein Ladengeschäft in London, in dem er 30 verschiedene Arten

von Brillen und diverse optische Instrumente anbietet. »Eighteenth century

essay describing cursorily the laws of optics and the ways in which defects

of the eye are remedied by the use of spectacles« (BOALC). – Vereinzelt

minimal gebräunt, sonst sauber und wohlerhalten. – Vgl. British Optical

Ass. Library Catalogue 2406 (Ausg. 1755).

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Magnificent atlas

8 Bateman, Thomas. Abbildungen von Hautkrankheiten, wodurch

die characteristischen Erscheinungen der Gattungen und Arten

nach der Willan’schen Classification dargestellt werden. Weimar. Landes-Industrie-Comptoir.

1830. (27,5 × 22,5 cm). VI S., 49 Bll. Mit 40

farbigen und beikolorierten Kupfertafeln in Punktiermanier. Moderner

Halblederband im Stil der Zeit. € 1.900,–

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Seltene erste deutsche Ausgabe des ersten dermatologischen Atlasbandes. –

»Bateman and Willan worked so closely together that it is difficult, if not

impossible, to identify correctly their individual scientific accomplishments.

Bateman became, after Willan’s death, the most noted dermatologist in

London, and his practice and writings became largely dermatological. In

addition to completing Willan’s On cutaneous diseases, Bateman produced

this magnificent atlas, which includes Willan’s previously unpublished engravings.

This … is the first dermatological atlas« (Heirs). – Exlibris. Stellenweise

leicht stockfleckig bzw. gebräunt, sonst wohlerhalten. – Hirsch/H.

I, 374; Waller 771; vgl. Garrison-Morton 3988; Heirs of Hippocrates 800

(engl. EA).

9 Baudry de Saunier, L(ouis). Das Automobil in Theorie

und Praxis. Elementarbegriffe der Fortbewegung mittelst mechanischer

Motoren. Autorisirte Uebersetzung von R. von Stern. 2 Bände. Wien.

Hartleben. 1900–01. (22,5 × 15,5 cm). XVI, 478 S./ XIV (2) 528 S.

Mit 450 teils ganzseitigen Abbildungen und 49 Initialen. Original-

Leinwandbände. € 1.200,–

Erste deutsche Ausgabe eines der frühesten und umfassendsten Werke

über Automobile, Band 2 im neuen Abdruck von 1901. – Band 1 behandelt

das Motocycle und die Voiturette mit Benzin-Motor; mit Kapitel über die

Theorie des Benzinmotors und der Kraftübertragung, das Dreirad von de

Dion & Bouton, die Voiturette von Léon Bollée und über den Benz-Wagen.

Band 2, der den Automobilwagen mit Benzin-Motoren beschreibt, enthält

Kapitel über die Wagen von de Dion-Bouton, Panhard und Levassor, Mors,

Rochet, Darracq, Rochet, Schneider, Peugeot, Georges Richard, Delahaye

und Dietrich. – Die hübschen Abbildungen zeigen die ganzen Fahrzeuge

sowie deren Details. – Vereinzelt etwas stockfleckig. Rechte obere Ecke

des ersten Bandes stellenweise mit schmalem Fleckenrand. Einbände teils

etwas berieben und bestoßen, sonst gut erhalten.

10 Becher, Johann Joachim. Chymischer Glücks-Hafen,

oder grosse chymische Concordantz und Collection, von funffzehen hundert

chymischen Processen. Frankfurt. Schiele. 1682. (21 × 17 cm). (8)

810 (36) S. Pergamentband der Zeit. € 2.200,–

10


Erste Ausgabe. – Becher (1635–1682), einer der einflussreichsten Chemiker

seiner Zeit (besonders auf G. E. Stahl), gilt als Vorläufer und Wegbereiter

der Phlogistontheorie. Er unternahm Versuche, die Verbrennung als allgemeine

chemische Reaktion zu erklären und erkannte die Zunahme der

Masse bei der Verkalkung (Oxidation) von Blei. Zwar glaubte er noch an

die Transmutation der Metalle, doch verlor er sich nicht auf alchemistischen

Irrwegen und trat für die nutzbringende Anwendung der Chemie in

Handwerk und Gewerbe ein. Seine hier vorliegende umfangreiche Sammlung

chemischer Rezepte macht dies deutlich. – Einband altersbedingt

leicht fleckig. Insgesamt sauberes und gut erhaltenes Exemplar. – VD17

23:238915Z; Bolton 289; Duveen 57; Dünnhaupt I, 448, 32.1; Thorndike

VII, 582; Brüning 2504.

11 Bellersheim, P(hilipp) F(riedrich) von. Neue Methode,

irreguläre Vestungen zu vertheidigen, zu verstärken, und auf allen

Seiten gleich stark zu befestigen. Frankfurt. Brönner. 1767. (25 × 19 cm).

(8) 224 S. Mit gestochener Titelvignette und 8 gefalteten Kupfertafeln.

Halblederband der Zeit. € 1.100,–

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Erste deutsche Ausgabe. – Der Verfasser, ein niederländischer Mineurkapitän,

war »ein einsichtsvoller Vertreter des Angularsystems, dessen allgemeine

Anwendbarkeit auf den verschiedensten Geländen ihm der namhafteste

Vorzug zu sein scheint, den es vor dem Bastionärsysteme habe. Von hervorstechender

Erfindungsgabe zeugt die Fülle eigenartiger und wohl ausgesonnener

Klein-Verteidigungsmittel, unter denen besonders Bellersheims

Palissadeneinrichtungen hervorzuheben sind« (Jähns). – Einband gering

fleckig und bestoßen, sonst sehr sauberes und breitrandiges Exemplar in

guter Erhaltung. – Jähns 2770; Jordan 248.

12 Bernhardus Trevisanus. Chymische Schrifften, von dem

gebenedeiten Stein der Weisen. Aus dem Lateinischen ins Teutsche übersetzet

… durch Caspar Horn. Nürnberg. Tauber. 1717. (17,5 × 10,5 cm).

(100) 375 (recte 391) (19) S. Mit gestochenem Frontispiz. Moderner

Pappband im Stil der Zeit. € 1.450,–

Zweite deutsche, von Kaspar Horn übersetzte und herausgegebene Ausgabe,

teilweise auf der älteren Übersetzung von J. Tancke beruhend. Erstmals

1565 in Französisch und 1574 in Deutsch erschienen. – »Care must be taken

not to confuse Bernhard of Trevisan, one of the lights of alchemical literature

and history, with another Bernardo Trevisano, who flourished two

centuries later« (Ferguson II, 466). – Der Band enthält daneben mit eigenen

Titelblättern, aber fortlaufender Paginierung: Kurtze Auslegung des Fontinleins,

oder vierdten Theils Bernhardi, von Alberto Beyer; Dicta Alani … von

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Alano de Insulis und Metallurgia. Das ist: Von der Generation und Geburt der

Metallen … publiciret, durch J. Tanckium. – Stempel auf Titel. Stellenweise

leicht gebräunt, mit schwachem Fleckenrand und Anmerkungen von alter

Hand (meist mit rotem Farbstift). Frontispiz und die ersten sieben Blätter

mit ergänzter unterer Ecke (ohne Text- bzw. Bildverlust). Insgesamt, trotz

der beschriebenen Mängel, noch gut erhalten. – DSB 2, 22; Ferguson I, 101

(Anm.); Schmieder 235; Brüning 3665.

13 Bernoulli, Jakob. Dissertatio de gravitate aetheris. Amsterdam.

Wetstein. 1683. (16 × 9,5 cm). (14) 269 (3) S. Mit gestochenem

Titel und 4 gefalteten Kupfertafeln. Pergamentband der

Zeit. € 2.500,–

Einzige Ausgabe. – »One of the earliest works of the great Basle mathematician

and physicist. It contains an explanation and enlargement of Descartes’

theory of vortices and attempts to explain the cause of gravitation and

capillarity. The accuracy of the Boyle-Mariotte law is doubted and some of

Newton’s great conceptions on aether are anticipated. Prof. W. W. R. Ball

says: ›I believe that Bernoulli was the first to denote the accelerating effect

of gravity by an algebraic sign g, and thus arrived at the formula V² equals

2 gh.‹ « (Babson). – Titel mit Besitzvermerk von alter Hand. Stellenweise

leicht gebräunt. Überzug des vorderen Deckels mit kleinen Wurmlöchern.

Insgesamt wohlerhalten. – DSB 2, 46; Babson: Works of Isaac Newton,

Suppl. S. 6; Poggendorff I, 156.

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14 Bohnenberger, J(ohann) G(ottfried) F(riedrich

von). Anleitung zur geographischen Ortsbestimmung vorzüglich vermittelst

des Spiegelsextanten. Göttingen. Vandenhoek und Ruprecht.

1795. (19,5 × 11,5 cm). VIII (10) 514 S. Mit 7 Kupfertafeln. Dekorativer

Halblederband der Zeit. € 1100,–

Erste Ausgabe seiner ersten Veröffentlichung. – Bohnenberger (1765–1831),

Professor für Mathematik und Astronomie in Tübingen, gilt als einer der

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Vorkämpfer der deutschen Geodäsie. Das hier vorliegende Werk trug wesentlich

zu seinem großen Ruhme bei. Er beschreibt darin ausführlich Quadranten,

Hadleys Spiegeloktant, Sextanten und astronomische Uhren sowie

deren Anwendung. Mit einem Kapitel über den künstlichen Horizont. Die

Tafeln zeigen neben schematischen Figuren ganze Instrumente und ihre Details,

darunter auch den von ihm selbst gebauten hölzernen Quadranten. –

Stellenweise etwas stockfleckig. Einband leicht berieben und bestoßen. Insgesamt

dekoratives Exemplar in guter Erhaltung. – Poggendorff I, 226.

15 Börsch, Otto. Theodolite, Astronomische Instrumente und

Bussolen-Apparate des mathematisch-mechanischen Institutes von F. W.

Breithaupt & Sohn in Cassel, ihre Beschreibung, Prüfung, Berichtigung

und Anwendung, mit einer Einleitung über Theodolite im Allgemeinen.

Kassel. Selbstverlag. 1876. (30 × 23,5 cm). XII, 95 S. Mit 13 lithographierten

Tafeln. Halblederband der Zeit. € 900,–

Einzige Ausgabe. – Börsch (1817–1890), Trigonometer bei der kurhessischen

Landesaufnahme und später Chef am kgl. preußischen geodätischen

Institut in Berlin, beschreibt hier einfache Winkelmesser, Theodolite

zum geodätischen und astronomischen Gebrauch, Universal-Instrumente,

Gruben-Theodolite, Tachymeter, Passagen-Instrumente und Bussolen mit

Fernrohren. – »Die sinnreichen Constructionen der von ihm (F. W. Breithaupt)

gelieferten Instrumente, verbunden mit solidem und gefälligem Bau

derselben, verbreiteten seinen Ruf, führten ihm zahlreiche Aufträge zu und

erhoben seine Werkstätte zu einer der geachtetsten ihres Faches und ihrer

Zeit, welchen Rang sie unter seinem Sohne und Nachfolger fortwährend

behauptet« (ADB III, 291). – Stempel der Werkstätte »Fennel« in Kassel

auf dem Vortitel. Einband etwas bestoßen, sonst sauber und gut erhalten. –

Poggendorff IV, 146.

16 (Bouguer, Pierre). De la mâture des vaisseaux. Paris. Jombert.

1727. (25 × 18,5 cm). (4) 164 S. Mit Holzschnitt-Titelvignette

und 5 gefalteten Kupfertafeln. Moderner Pappband im Stil der

Zeit. € 900,–

Erste Ausgabe dieser seltenen, von der Pariser Akademie preisgekrönten

Schrift über die optimale Bemastung von Schiffen. – Der französische

Astro nom, Geodät und Physiker Bouguer (1698–1758) »quickly became

the leading French theoretical authority on all things nautical, and by the

time he was twenty-nine had won three prizes for essays on subjects set by

the Académie Royal des Sciences: on the masts of ships (1727) …« (DSB). –

Papierbedingt gering gebräunt. Einige wenige Seiten mit leicht ausgelaufenem

Schnitt. Insgesamt gut erhalten. – DSB 2, 343.

ኵ15 ኵ

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17 Brand – Saint-Julien, (Antoine) de (d. i.: Augustin

Brand). Gründlicher Unterricht von der Theoria und Praxi der heutigen

Büchsen-Meisterey als auch des Ernst-Feuer-Wercks. Nach der Methode

des … Mr. de Vauban … Ins Teutsche übersetzt … von A. Branden.

Frankfurt und Leipzig. Adelbulner für Rüdiger. 1713. (16,5 × 10 cm).

(22) 768 S. Mit doppelblattgroßem Titel in Rot und Schwarz, doppelblattgroßem

gestochenen Frontispiz, 29 (5 mehrfach gefalteten)

Kupfertafeln und 2 gefalteten Tabellen. Moderner Halbpergamentband

im Stil der Zeit. € 1.850,–

Seltene erste deutsche Ausgabe. – »Wenn man bedenkt, wie entschieden

die deutsche Artilleriewissenschaft bis gegen Ende des 17. Jhdts. die französische

überragt hat, so muß man sich schämen, daß schon anfangs des

18. ein deutsches Werk, u. zw. ein gutes, unter französischer Flagge segelt.

Denn der »Chev. de Saint Julien« ist weiter nichts als eine Brands Buch

aufgeklebte modische Etikette. Dies Buch handelt 1. ganz ausführlich vom

Gußwesen … 2. Von den Sorten und der Einteilung des heute gebräuchlichen

Geschützes … 3. Von allerhand Lavetten … 4. Vom Artilleriemaßstab …

5. Vom Schießpulver und Kugeln …« (Jähns). – Vereinzelt gering gebräunt,

sonst sauber und wohlerhalten. – Jähns 1611.

18 Breithaupt & Sohn, F(riedrich) W(ilhelm) (Hrsg.)

Preis-Verzeichniss der mathematischen, optischen und physikalischen

Instrumente, welche in dem Institute des Kurfürstlich Hessischen Hof-

Mechanikus Münzmeister F. W. Breithaupt & Sohn in Cassel verfertigt

werden. (Kassel. Ca. 1836). (28 × 21,5 cm). (2) 21 S. Rückenbroschur

in moderner Leinwand-Kassette. € 1.450,–

Sehr früher, umfangreicher und seltener Verkaufskatalog für wissenschaftliche

Instrumente. Unter Nummer 71 enthält er beispielsweise das von Gauß

konstruierte Magnetometer und unter Nr. 16 seinen Heliotrop. – Breithaupt

(1780–1855) wird 1814 zum kurfürstlich hessischen Hofmechanikus

14


und Münzmeister ernannt. Für die Konstruktion einer Kreisteilmaschine

erhält er 1824 die goldene Medaille des Kurfürsten von Hessen. »Die sinnreichen

Constructionen der von ihm gelieferten Instrumente, verbunden

mit solidem und gefälligem Bau derselben, verbreiteten seinen Ruf, führten

ihm zahlreiche Aufträge zu und erhoben seine Werkstätte zu einer der geachtetsten

ihres Faches und ihrer Zeit, welchen Rang sie unter seinem Sohne

und Nachfolger fortwährend behauptet« (ADB III, 291). – Georg August

Breithaupt (1806–1888) tritt 1831 als Teilhaber in die Firma ein und arbeitet

ab etwa 1834 eng mit Gauß zusammen. Er konstruiert zahlreiche Neuerungen,

darunter verschiedene Nivellierinstrumente, eine Kippregel mit Messtisch

für den Generalstab und zwei Grubentheodolite. 1850 baut er eine

Längenteilmaschine, die ihm die serienmäßige Herstellung des Normalmeters

für den Norddeutschen Bund ermöglicht. – Leicht stockfleckig, sonst

ungewöhlich gut erhalten, besonders für einen derartigen Gebrauchsartikel.

19 Brilloff, Rudolph (Hrsg.) Circus von Rudolph Brilloff.

Heute Sonntag den 5. April 1840. Unwiderruflich zum Letztenmale:

Grosse Vorstellung. (Breslau). 1840. (47,5 × 40 cm). € 950,–

Sehr seltenes typographisches Plakat für die letzte Vorstellung des Zirkus

von Rudolph Brilloff am 5. April 1840 »in dem dazu neu erbauten Circus im

Kreuzhofe am Schweidnitzer Thore« in Breslau. Die Vorstellung besteht aus

zwei Abteilungen mit insgesamt 15 Programmpunkten. Den Schluss bildet

»Das römische Spiel« auf 3 ungesattelten Pferden von Ernst Renz. – Brilloff

(1788–1842), Pferdeartist und Stammvater des deutschen Zirkus, engagierte

den berühmten – 1815 in Böckingen bei Heilbronn geborenen – Kunstreiter

Ernst Renz, der 1842 nach dem Tod von Brilloff Teile des Zirkus übernahm

und unter dem Namen »Circus Olympic« weiterführte. Dies war der Beginn

des später als Circus Renz berühmt gewordenen Zirkusunternehmens. –

Unbeschnitten. Ehemals doppelt gefaltet. Mit einem Hauch von Stockflecken

und wenigen geringen Randläsuren. Insgesamt sehr gut erhalten.

ኵ19 ኵ

20 Bugatti (Hrsg.) 3 Lit. 300 Type 57 Vainqueur en 1936.

(Molsheim. 1936). (21 × 27 cm). 6 Bll. Mit zahlreichen (1 doppelblattgroßen

und 4 ganzseitigen) Abbildungen. Schwarzer Original-Kartonband

mit Kordelbindung und ausgestanztem Oval. € 1.250,–

Überaus seltener und prächtiger französischsprachiger Katalog des legendären

Automobilherstellers aus Molsheim für den normalen Type 57 und

den tiefergelegten Type 57 S. Die Abbildungen zeigen die verschiedenen

Karosserievarianten Atalante, Atlantic, Roadster Sport, Ventoux und Galibier.

– Erstes und letztes Blatt mit einem Hauch von Stockflecken, sonst

sehr gut erhalten.

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21 (Burgues) de Missiessy, (Edouard J.). Arrimage des

vaisseaux. Paris. Imprimerie Royale. 1789. (26 × 20 cm). (4) 152 S.

Mit 6 gefalteten Kupfertafeln. Lederband der Zeit. € 1.750,–

ኵ21 ኵ

Einzige Ausgabe dieses seltenen und umfangreichen Werkes über die Sicherung

der Ladung auf Schiffen, herausgegeben im Auftrag Ludwigs XVI.,

König von Frankreich. – Die Tafeln zeigen Pläne der verschiedenen Ladeebenen

und einen Querschnitt durch das gesamte Schiff. – Burgues de Missiessy

(1756–1837), Schiffsleutnant und später Konteradmiral, war während

der Revolution Chef des Generalstabs. 1802 nahm er an der Expedition von

Napoleon nach Haiti teil. – Vorsätze etwas leimschattig. Oberes Kapital

sorgsam restauriert. Insgesamt sauber und gut erhalten.

22 Bury et Hoyau. Modèles de serrurerie choisis parmi ce que Paris

offre de plus remarquable sous le rapport de la forme, de la décoration

et de la sureté; accompagnés des détails qui doivent en faciliter l’exécution;

et suivis d’un abrégé de l’art du serrurier. 2 Teile in 1 Band. Paris. Bance.

1826. (40,5 × 27,5 cm). (2) II, 36 S.; (2) II, 14 S. Mit gestochenem

Titel und 73 Kupfertafeln. Dekorativer grüner Halblederband der

Zeit. € 1.400,–

Umfangreiches Vorlagenwerk für Schlosser und Schmiede. Die Tafeln mit

Abbildungen von Werkzeugen und zahlreichen Beispielen entsprechender

Arbeiten wie Treppengeländer, Zäune, Portale, verzierte Gitter, Fenstereinfassungen,

Pavillons, Straßenlaternen, Dachkonstruktionen, Blitzableiter,

Windfahnen, Schlösser, Türgriffe und Türklopfer. – Stellenweise minimal

stockfleckig. Insgesamt dekoratives Exemplar in guter Erhaltung.

»One of the best and most splendid

works known to us« (Goldschmid)

23 Cazenave, P(ierre) L(ouis) Alphée. Leçons sur les

maladies de la peau. Paris. Labe. 1845–(56). (57 × 37,5 cm). (4) 233 (3)

S. Mit 60 kolorierten Kupfertafeln. Lose in moderner Leinwand-

Kassette. € 4.200,–

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Erste Ausgabe in einem vollständigen Exemplar. – »After introducing the

various systems of classification proposed by Alibert, Plenck, Willan, Biett

and Cazenave himself, this third book of Cazenave’s goes on to present 60

(sic) illustrations showing the skin diseases as well as syphilis. One of these

is a splendid protrayal of ›lupus érythémateux‹, a condition first described

by Cazenave in his ›abregé‹ of 1838 and named in his ›Annales‹ in 1851 … .

The illustrations were drawn by Bocourt (43) and Jadin (2) and engraved

in stipple manner on copper by Visto (24), Choubart (6), Coupé (5), Annedouche

(3), Bocourt (3), Viscot (1) und Oudet (1) under the supervision of

Henriquel Dupont. 15 pictures are unsigned. They were then printed in a

shade of brown and subsequently coloured in by hand. Goldschmid refers

to the colourer as someone by the name of Gerard. The illustrations are

consistently true to life and are artistically very effective both as regards

the way they are drawn and their colours. Goldschmid considers ›the larger

Cazenave‹ to be ›one of the best and most splendid works known to us‹ «

(Ehring). – »Die ungewöhnlich schönen Großfoliotafeln sind laut Angabe

des Autors unter seiner Aufsicht von Bocourt gezeichnet, unter Leitung

von Henriquel-Dupont gestochen … Alles in allem ist ›der große Cazenave‹

eines der besten und gleichzeitig schönsten der uns bekannten Werke«

(Goldschmid). – Vereinzelt gering stockfleckig. Letztes Blatt leicht angerändert,

sonst breitrandig und wohlerhalten. – Ehring, Hautkrankheiten

S. 154; Goldschmid, Pathologisch-anatomische Abbildungen S. 176; Pantheon

der Dermatologie S. 142.

ኵ23 ኵ

24 (Chappe, Claude). Abbildung und Beschreibung des Telegraphen

oder der neu erfundenen Fernschreibemaschine in Paris und ihres

innern Mechanismus. 2. ganz umgearbeitete Auflage. Leipzig. Baumgärtner.

1795. (21,5 × 13,5 cm). 16 S. Mit 4 Kupfertafeln. Ungeheftetes

und unbeschnittenes Exemplar. € 1.100,–

ኵ24 ኵ

Zweite deutsche Ausgabe, gegenüber der im gleichen Jahr erschienenen

ersten Ausgabe um ein Kupfer und einen Anhang vermehrt. – »In das Jahr

1793 fällt die Herstellung der ersten öffentlichen optischen Telegraphenlinie

zwischen Paris und Lille. Die Einrichtung, nach den Vorschlägen

der Ingenieure … Claude und Ignace Urbain Chappe ausgeführt, besteht

aus weit sichtbaren, mit beweglichen Balkenflügeln versehenen Gerüsten,

deren Stellung mit dem Fernrohr von der nächsten Station beobachtet

wird« (Darmstaedter). Die Tafeln zeigen die Sendestation auf dem Pariser

Louvre, den Telegraphen mit verschiedenen Flügelstellungen sowie das

Alphabet und den Text einer telegraphischen Nachricht von Lille an den

Konvent in »Telegraph Schreibart«. – Stellenweise minimal stockfleckig,

sonst sauber und gut erhalten. – Darmstaedter S. 261; vgl. Wheeler-Gift

626 (Ausgabe 1801).

17


25 Charcot, J(ean)-M(artin). Oeuvres complètes. 9 Bände.

Paris. Bureaux du Progrès médical u. a. 1886–90. (21 × 13,5 cm). Zus.

ca. 4800 S. Mit 49 teils farbigen Tafeln in unterschiedlichen Techniken

sowie 389 Textabbildungen. Moderne Halbleinwandbände im

Stil der Zeit. € 2.200,–

ኵ25 ኵ

Erste Ausgabe. – »Charcot, famous teacher at La Salpetrière, created there

the greatest neurological clinic of modern times. He was a pioneer of psychotherapy

and left many memorable descriptions of nervous disorder

(G/M). »Charcot must be considered one of the first to demonstrate the

clear and fruitful relationship between psychology and physiology (his

work on hysteria stimulated Freud’s investigations) as well as, with Duchenne,

one of the fathers of modern neurology« (DSB). – Besitzvermerke

von alter Hand auf den Vortiteln. Vereinzelt gering fleckig. Zwei Bände

etwas wasserrandig. Vollständig und insgesamt gut erhalten. – DSB 3, 205;

Garrison-Morton 84; Norman 450.

26 Clüver, Dethlev. Nova crisis temporum oder curiöser philosophischer

Zeit-Vertreiber, worinn die merckwürdigste und schwereste

Sachen, so in der Welt-Weißheit zu ergründen stehen, auf eine leichte Art

erklärt, zu finden sind. 3 Teile in 1 Band (alles Erschienene). Hamburg.

Liebernickel bzw. Greflinger. 1701–03. (21 × 17 cm). (6) 448 (20) S.;

(8) 208 (24) S.; (8) 212 (24) S. Mit 1 ganzseitigen Textkupfer und

einigen Textholzschnitten. Halbpergamentband der Zeit. € 1.150,–

ኵ26 ኵ

Hier die einzigen beiden Jahrgänge der von 1700–1701 wöchentlich erschienenen

Zeitschrift mit einer Fülle von Beiträgen zur Theologie, Philosophie,

Mathematik, Physik, Biologie, Astronomie, Astrologie, Mineralogie,

Chemie, Alchemie, Magie und zum Okkultismus. U. a. mit Kapiteln

über »Geistern und Engeln«, »Prophezeyungen«, »von der Seele«,

»Welt-Weißheit und natürliche Magie«, »Rechen-Kunst«, »Meß-Kunst«,

»Bewegungs-Kunst«, »Waag-Kunst«, »Optic«, »Astrologia«, »Meteorologia«,

»Wunderwercken«, »Chymie, oder Feuer-Kunst die Metallen zu verändern«.

– Da die Titelblätter erst 3 Jahre später nachgeliefert wurden, trägt

der erste Jahrgang (in 56 Heften) von 1700 die Jahreszahl 1703 und der in

zwei Halbjahresbänden erschienene zweite Jahrgang den abweichenden Titel

Curiöser philosophischer Welt-Mercurius statt Curiöser philosophischer Zeit-

Vertreiber. – Erstes Titelblatt mit Stempel und handschriftlichem Besitzvermerk.

Stellenweise etwas stockfleckig und unterschiedlich stark gebräunt.

Zwei Blätter mit Einriss im rechten weißen Rand. Innengelenke teilweise

mit Wurmspuren. Einband bestoßen, sonst gut erhalten. – Rosenthal BMP

2897; Kirchner I, 10 und 12; Brüning 2999 (nur Jg. 2).

18


27 Cushing, Harvey. Tumors of the Nervus Acusticus and the

Syndrome of the Cerebellopontile Angle. Philadelphia und London.

Saunders. 1917. (24,5 × 16 cm). VIII, 296 S. Mit 262 Abbildungen.

Original-Leinwandband. € 950,–

Mit handschriftlicher Widmung

des Verfassers

Erste Ausgabe mit handschriftlicher Widmung des Verfassers. – »This

book consists primarily of detailed and well illustrated case histories of patients

with surgically challenging lesions of the brain stem. It reveals the

carefully documented case histories Cushing kept and the self-discipline

with which he worked« (Heirs). – Einband etwas berieben und bestoßen,

sonst gut erhalten. – Garrison-Morton 4601; Heirs of Hippocrates 2270.

28 Delambre, (Jean Baptiste Joseph). Astronomie théorique

et pratique. 3 Bände. Paris. Courcier. 1814. (26,5 × 20,5 cm).

LXII (statt LXIV) 586 S./ (2) 622 (1) S./ (2) 719 S. Mit 29 gefalteten

Kupfertafeln. Moderne Halblederbände im Stil der Zeit. € 1.100,–

Erste Ausgabe eines seiner Hauptwerke, basierend auf seinen Vorlesungen.

– »As scientist, Delambre is remembered primarily for this improvements

in astronomical tables and his contributions to the measurement of

the earth (and establishment of the base of the metric system)« (DSB). – Gestempelt.

Vereinzelt leicht fleckig. Ohne Reihentitel, sonst wohlerhalten. –

DSB 4, 14; Houzeau-Lancaster 9274.

29 Dirac, P(aul) A(drien) M(aurice). The Fundamental

Equations of Quantum Mechanics. SS. 642–653. In: Proceedings of

the Royal Society of London. Series A, Vol. 109. London. Harrison.

1925. (25,5 × 17,5 cm). VI, 653 (3) XXXIV S. Mit zahlreichen Abbildungen

und Tafeln. Leinwandband der Zeit. € 1.400,–

Erste Ausgabe. Diracs erstes Werk zur Quantenmechanik ist zugleich

sein Hauptwerk. – »It was for him a big step to see that the commutators

were the analogue in quantum theory of the Poisson brackets of classical

mechanics … Dirac’s best-known and most important work consists

of his contribution to be foundations of quantum mechanics. We have

already mentioned the genesis of his first quantum mechanics paper and

his discovery of the relation between commutators and Poisson brackets …

The paper established Dirac’s own personal style. He also discussed the

consistency of the new theory …« (Dalitz-Peierls). – Exlibris. Stempel auf

Titel. Einband leicht berieben und bestoßen, sonst gut erhalten. – DSB 17,

224; Dalitz-Peierls 8.

ኵ28 ኵ

Dirac’s best-known and most

important work

19


30 Dossie, Robert. Geöfnetes Laboratorium; oder entdeckte

Geheimnisse der heutigen Chymisten und Apotheker … Aus dem Englischen

übersetzt (von Georg Heinrich Königsdörffer). Zweyte mit Zusätzen

vermehrte Auflage von Johann Christian Wiegleb. Altenburg.

Richter. 1783. (19 × 11,5 cm). (28) 452 (8) S. Lederband der Zeit mit

reicher Rückenvergoldung. € 1.100,–

Erste, mit Zusätzen von Wiegleb versehene, deutsche Ausgabe. »It deals

with furnaces and distillation apparatus, alembics, making oil of vitriol

from sulphur, various chemical operations, alkalis, various preparation …«

(Partington). – »Of Robert Dossie little or nothing seems to be recorded.

He was an apothecary in London, and the date of his death is given as 20

Feb. 1777. He helped to found the Society for the encouragement of art,

manufactures and commerce, which first met in 1754« (Ferguson). – Königsdörfer

war Hofarzt, Stadtphysikus und Apothekenbesitzer in Altenburg.

– Vereinzelt gering gebräunt bzw. braunfleckig. Einband leicht bestoßen.

Insgesamt dekoratives Exemplar in guter Erhaltung. – Ferchl 280

(Königsdörffer); Partington 2, 761; Ferguson I, 222; Hein-Schwarz II, 743

(Wiegleb). – Selten.

31 Dryander, Johannes (d. i. J. Eichmann). Spherae

materialis sive globi coelestis. (Das ist) Des hymels lauff gruendtliche außlegung,

so vil zur anleytung der Astronomie dienet, mit vilen nuetzlichen

regeln verfast … von newem verdeütscht unnd ann tag bracht. (Marburg.

Egenolff. 1539). (21 × 16 cm). 32 nn. Bll. Mit halbseitigem Titelholzschnitt

und 4 Textholzschnitten. Moderner flexibler Pergamentband

im Stil der Zeit. € 5.200,–

ኵ31 ኵ

Erste Ausgabe dieses sehr seltenen Werkes über den Bau und die Benutzung

einer Armillarsphäre. – Dryander (1500–1560), kurfürstlicher Leibmedicus

in Koblenz, wurde 1536 zum Professor der Medizin und Mathematik

in Marburg ernannt. In der Astronomie tat er sich als Verfasser verschiedener

Schriften über astronomische Instrumente hervor und behandelt in

vorliegendem Werk überwiegend die Konstruktion und Handhabung einer

Armillarsphäre, auch Sphaera materialis genannt; daneben beschreibt er das

Erstellen von Horoskopen, die Konstruktion von Sonnenuhren und berechnet

Sonnentafeln für Marburg, was einer Polhöhe von 51° entspricht. Der

hübsche Titelholzschnitt zeigt das beschriebene Instrument, die Sphaera

materialis. – Stellenweise leicht fleckig. Neu aufgebunden, sonst gut erhalten.

– VD16 E679; Zinner, Bibliographie 1715 (gibt fälschlich 40 Bll. an);

Houzeau-Lancaster 2460, Zinner, Instrumente 298.

20


32 (Eilenburg, Christian Heinrich). Kurzer Entwurf

der königlichen Naturalienkammer zu Dresden. Description du Cabinet

Roial de Dresde touchant l’Histoire Naturelle. Dresden und Leipzig.

Walther. 1755. (28,5 × 21,5 cm). 2 nn., 102 num. Bll. (Seiten jeweils

doppelt gezählt). Mit 2 gestochenen Titel- und 2 gestochenen Kopfvignetten

sowie 2 gefalteten gestochenen Plänen. Dekorativer Halblederband

der Zeit mit reicher Rückenvergoldung. € 1.800,–

Einzige Ausgabe der Beschreibung dieser berühmten, im Zwinger untergebrachten

Sammlung mit deutsch-französischem Paralleltext. – Eilenburg

(gest. 1771), kursächsischer Bergrat und Inspektor der Naturalienkammer,

beschreibt hier das nach der Reorganisation durch August den Starken von

der Kunstkammer und dem mathematisch-physikalischen Salon getrennte

Naturalienkabinett mit seiner Mineralien- und seiner Petrefaktengalerie,

dem Vegetabiliensaal, dem anatomischen Kabinett, den verschiedenen Animaliengalerien,

dem Muschel-, Korallen- und Bernsteinkabinett sowie dem

berühmten Modell des Tempels des Salomon. Die beiden Pläne mit Grundrissen

und die beiden Kopfvignetten mit hübschen Ansichten des Zwingers. –

Papierbedingt gering gebräunt und stellenweise leicht stockfleckig. Rücken

hervorragend erneuert. Insgesamt breitrandig und wohlerhalten. – Grinke 50.

Only edition with text in French and German. – »The first separate catalogue

of the Dresden natural history collections housed in the magnificent baroque Zwinger,

which also accommodated the Dresden print cabinet. This catalogue is one of the

fruits of Augustus the Strong’s reorganisation of the old Dresden ›Wunderkammer‹

into a number of specialised collections« (Grinke). – Mild browning throughout.

Somewhat foxed in places. Spine expertly renewed. A very good near fine copy.

ኵ32 ኵ

33 Einstein, Albert. Physikalische Grundlagen einer Gravi tations

theorie. – Und: Marcel Grossmann. Mathematische Begriffsbildung

der Gravitationstheorie. Zürich. Zürcher & Furrer. 1913.

(26 × 17 cm). SS. (284)–297. Original-Broschur. (Sonderdruck aus:

Vierteljahrsschrift der Naturforsch. Ges. in Zürich). € 1.200,–

Erste Ausgabe im sehr seltenen Sonderdruck. – Einstein hat zusammen mit

Grossmann (der ihn bei der Ausarbeitung mathematisch unterstützt hat)

seine neue »Entwurf«-Theorie der Gravitation vor der Naturforschenden

Gesellschaft in Frauenfeld dargestellt. Der Vortrag dient als eine Art »Probelauf«

für seinen großen Vortrag vor der Gesellschaft deutscher Naturforscher

und Ärzte in Wien. Seine mathematisch aufwendigen Gleichungen

führen zur spektakulären Vorhersage der Lichtabweichung im Schwerefeld.

– Einband leicht knittrig und mit Lichtrand, sonst gut erhalten. – Weil

57; Alicke, Einstein 52a.

First edition, offprint issue. – Original wrappers. Very good.

21


Wendepunkt in der Entwicklung

der theoretischen Physik

34 Einstein, A(lbert). Über die Entwicklung unserer Anschauungen

über das Wesen und die Konstitution der Strahlung. SS.

817–826. – Und: Derselbe. Zum gegenwärtigen Stand des Strahlungsproblems.

SS. (185)–193. In: Physikalische Zeitschrift, Jg. 10.

Leipzig. Hirzel. 1909. (27,5 × 20 cm). XXII, 1040 S. Mit zahlreichen

Abbildungen und 29 teils gefalteten Tafeln. Halbleinwandband der

Zeit. € 950,–

Zu I: Erste Ausgabe seines berühmten, in Salzburg vor der Gesellschaft

Deutscher Naturforscher gehaltenen Vortrags mit einem Diskussionsbeitrag

von M. Planck am Schluss. Einstein vertritt hier die Auffassung, dass

dem Licht neben einem Wellencharakter auch eine körnige Struktur zugeschrieben

werden muss. Pauli bezeichnet zurückliegend Einsteins Vortrag

als einen »Wendepunkt in der Entwicklung der theoretischen Physik«. Die

Arbeit erschien im gleichen Jahr auch in den Verhandlungen der Deutschen

Physikalischen Gesellschaft. – Weil 30. – Zu II: Erste Ausgabe seiner ersten

Arbeit zu diesem Thema, noch aus seiner Berner Zeit. Einstein will hier

einen Überblick über den gegenwärtigen Stand der Strahlungstheorie geben.

– Weil 28. – Exlibris. Stempel auf Titel. Einband etwas berieben, sonst

sauber und gut erhalten. – Der Band enthält auch eine halbseitige gemeinsame

Erklärung von Einstein und Ritz zum Strahlungsproblem. – Weil 29.

Ad I: First edition of this extensive paper given as lecture before the assembly

of the »Gesellschaft Deutscher Naturforscher« in Salzburg. – Ad II: First edition.

The »Present state of the radiation problem«. – Contemporary half-cloth, somewhat

rubbed. Stamp to title. Very good near fine.

35 Eisenbahn – Thüringen. Bahn Sonneberg-Lauscha. Sonneberg-

Lauscha. (Sonneberg. 1888–89). (24 × 32 cm). 16 Tafeln mit 17 auf

Karton montierten Original-Fotografien in Albumin (8 × 15,5 und

16 × 21 cm). Lose in roter Original-Leinwand-Mappe mit Deckelvergoldung.

€ 1.800,–

ኵ35 ኵ

Seltene Dokumentation der 1886 eröffneten und 19 km langen Steinachtalbahn.

– Die von der »Photographischen Anstalt N. Horn & Sohn« hergestellten

Fotos zeigen Gesamtansichten von Sonneberg, Steinach, Lauschenstein

(mit Haltepunkt) und Lauscha, die Bahnhöfe von Sonneberg, Köppelsdorf,

Lauscha, Blechhammer und Hüttensteinach, die Märbelmühle

(mit fahrendem Zug), den Hüttengrund, die Schneidemühle im Hüttengrund,

Steinach (mit Glashütte und Hochofen), Oberblechhammer (mit

Siegels Wirthshaus), Steinach (mit Griffelbruch und fahrendem Zug), die

Bernhardshütte und die Göritzmühle. – Mit zeitgenössischer Widmung.

Die Mappe gering bestoßen. Eine Klappe etwas eingerissen, die anderen

beiden innen verstärkt. Ein Bindeband abgerissen, sonst gut erhalten.

22


36 Eisenstein, G(otthold). Mathematische Abhandlungen,

besonders aus dem Gebiete der Höhern Arithmetik und der Elliptischen

Functionen. Mit einer Vorrede von (Carl Friedrich) Gauss. Berlin. Reimer.

1847. (27 × 21,5 cm). IV (4) 336 S. Mit 1 lithographierten Tafel.

Moderner Pappband im Stil der Zeit. € 950,–

Erste Ausgabe dieser Sammlung von Arbeiten, die ursprünglich in verschiedenen

Bänden von Crelles Journal für Mathematik erschienen sind. –

»Containing the author’s most important memoirs, including his ›Neue

Theoreme der höheren Arithmetik‹, which defined the ordinal and generic

characters of ternary quadratic forms of an uneven determinant; and in the

case of definite forms, assigned the weight of any order or genus« (Sotheran).

– Eisenstein (1823–1852), Schüler von Ohm und Dirichlet, wurde besonders

von Humboldt und Gauß gefördert, durch deren Bemühungen er

auch in die Göttinger und in die Berliner Akademie aufgenommen wurde.

Seine Beweise der kubischen und biquadratischen Reziprozitätsgesetze (deren

Begründung Gauß als ein »mysterium maxime reconditum« bezeichnete)

und seine Arbeiten über die quadratische Zerfällung von Primzahlen

machten ihn mit einem Schlag bekannt. – Papierbedingt stellenweise leicht

gebräunt bzw. stärker braunfleckig. Vereinzelt mit schwachen Wasserrändern.

Insgesamt gut erhalten. – DSB 4, 340; Sotheran 7479.

ኵ37 ኵ

37 Field, George. Chromatographie. Eine Abhandlung über

Farben und Pigmente, so wie deren Anwendung in der Malerkunst, etc.

Weimar. Landes-Industrie-Comptoir. 1836. (22 × 13,5 cm). XVI,

290 S. Mit 4 (1 kolorierten) gestochenen Tafeln. Pappband der

Zeit. € 1.300,–

Erste deutsche Ausgabe seines Hauptwerkes, gegenüber dem englischen

Original von 1835 um einige poetische Stellen gekürzt, dafür um die Beschreibung

der Firnisherstellung erweitert. U. a. mit Kapitel über die Rei-

23


nigung und Wiederherstellung von Gemälden, die Beschreibungen einiger

optischer Instrumente sowie Versuchen über das Licht und die Farben. –

Der englische Chemiker und Farbenfabrikant Field (1777–1854) beschäftigt

sich ein Leben lang nicht nur praktisch mit Farben und Färben, sondern

auch theoretisch mit ihren harmonischen Beziehungen. In vorliegendem

Werk knüpft er an die Arbeiten von Le Blon an, indem er mit den drei

subtraktiven Primärfarben Rot, Gelb und Blau operiert und sich bemüht,

eine Farbharmonie in ästhetischer Analogie zur musikalischen Harmonielehre

aufzustellen. Seine Theorien waren besonders für die Farbenlehre in

der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bedeutend, wurden jedoch nach den

Theorien von Maxwell und Helmholtz obsolet, so schön sein Kompass der

Farben auch ist. – Vereinzelt minimal stockfleckig. Zwei Tafeln mit schwachen

kleinen Fleckenrändern. Einband leicht berieben und bestoßen. Insgesamt

wohlerhalten. – Engelmann, Bibl. mech.-techn. 98.

»Franckfurter Apotecker-Tax«

38 Frankfurt – Reformation, oder erneuerte Ordnung des H. Reichs

Stadt Franckfurt am Mayn, die Pflege der Gesundheit betreffende;

Welche denen Medicis, Apotheckern, Materialisten, und andern Angehörigen

… zur Nachricht gegeben worden; Neben dem Tax und Werth

der Artzneyen, welche in den Apothecken allda zu finden. Frankfurt.

Jung. (1668). (20,5 × 16 cm). 184 S. Mit mitpaginiertem gestochenen

Frontispiz und gestochener Titelvignette. Moderner Halbpergamentband

im Stil der Zeit. € 1.750,–

ኵ38 ኵ

Gegenüber den früheren Ausgaben um über 70 Seiten vermehrt. – Die ersten

24 Seiten enthalten die Medizinal- und Apothekerordnung, die restlichen

160 Seiten Tax und Werth, aller deren Artzneyen …, mit separatem

Titelblatt. Das hübsche Frontispiz zeigt den Verkaufsraum einer Apotheke

mit figürlicher Staffage. – Stellenweise leicht fingerfleckig, sonst gut erhalten.

– Wellcome III, 62; Waller 7804; VD17 1:060692H (gibt 1750 als

Erscheinungsjahr an). – Selten.

24


39 Fraunhofer, Jos(eph von). Theorie der Höfe, Nebensonnen

und verwandter Phänomene mit Versuchen zur Bestätigung derselben.

(Altona. Hammerich. 1825). (26,5 × 20,5 cm). SS. (31)–92. Mit

3 Kupfertafeln. Moderner Pappband im Stil der Zeit. (Aus: Astronomische

Abhandlungen. Hrsg. von H. C. Schumacher). € 2.700,–

Seltene erste Ausgabe. – Zu Beginn beschreibt Fraunhofer die Beobachtungen

einer Reihe von Vorgängern (z. B. Hevelius, Huygens, Newton und

Descartes), danach kommt er zur Schilderung seiner eigenen Versuche und

Überlegungen. Dabei stellt er fest, dass es sich bei den diffusen Lichtkreisen

um Sonne und Mond, auch »Höfe« genannt, um Beugungserscheinungen

handelt, hervorgerufen nicht durch beugende Öffnungen, sondern durch

Hindernisse wie »Dunstkügelchen« oder Eiskristalle. Fraunhofer erkennt

weiter, dass die Bildung der Nebensonnen durch die »Einwirkung gebeugter

Strahlen aufeinander« (Interferenzen) zustande kommt. Damit hat er

diese beiden Phänomene, bis auf wenige Details, vollkommen richtig beschrieben

und seine (teilweise angezweifelten) wissenschaftlichen Fähigkeiten

unter Beweis gestellt. – Letzte Tafel gering stockfleckig. Insgesamt

sehr sauberes und breitrandiges Exemplar auf kräftigem Büttenpapier. –

DSB 5, 142; Darmstaedter 359.

40 Freitag, Adam. Architectura militaris nova et aucta, oder

Newe vermehrte Fortification, von Regular Vestungen, von Irregular

Vestungen und Aussen wercken, von praxi Offensiva und Defensiva: auff

die neweste Niederländische Praxin gerichtet und beschrieben. Letzte

Edition verbessert. Leiden. Elzevier. 1642. (31,5 × 20 cm). (6) 194

(richtig 186) (2) S. Mit gestochenem Titel, 35 doppelblattgroßen

Kupfertafeln und 8 doppelblattgroßen Tabellen. Pergamentband

der Zeit mit schwarzgeprägten Initialen »H. V. G.« und Jahreszahl

»1656« auf dem Vorderdeckel. € 2.900,–

ኵ39 ኵ

ኵ40 ኵ

Dritte Elzevier-Ausgabe. – »Dieses reich illustrierte Werk … gehört zu den

wichtigsten Traktaten zum Festungsbauwesen des 17. Jahrhunderts. Zwar

wurde viel über die altniederländische Manier geschrieben und gestritten,

doch nur hier liegt eine ausführliche Interpretation vor. Durch Freitags

Werk wurde die neue Art zu befestigen auch in Deutschland bekannt und

von zahlreichen Ingenieuren aufgenommen … In seinem Traktat stellt er

auch Instrumente vor, ingenieurtechnische Bauten wie Brückenanlagen

und Militärbauten innerhalb fester Plätze wie Arsenale, Pulvermagazine,

Baracken u. a … In diesem Traktat wird u. a. die Anwendung des Proportionalzirkels

bei der Konstruktion von Festungsgrundrissen exerziert« (HAB

Architekt und Ingenieur 316). – Die ersten 100 Seiten stellenweise mit feinen

Unterstreichungen sowie zwei Tafeln mit sauberen Annotationen von

25


alter Hand in roter Tinte. Kupfertitel gering gebräunt. Insgesamt ausgesprochen

schönes und nahezu fleckenfreies Exemplar in guter Erhaltung,

mit Kupfern in kräftigen, klaren Abzügen und schönem zeitgenössischen

Einband. – VD17 23:321879G; Jähns 1111; Jordan 1304; Cockle 836; Willems

537; vgl. Libri rari 106 (Ausg.1665); Ornamentstichsammlung 3525

(Ausg. 1631).

Die theoretischen Grundlagen

für die Hypothese des Urknalls

41 Friedman(n), A(lexander). Über die Krümmung des

Raumes. SS. 377–386 (Band 10). – Und: Derselbe. Über die Möglichkeit

einer Welt mit konstanter negativer Krümmung des Raumes.

SS. 326–332 (Band 21). – Und: Albert Einstein. Bemerkungen

zu der Arbeit von A. Friedmann »Über die Krümmung des Raumes«.

S. 326 (Band 11). – Und: Derselbe. Notizen zu der Arbeit von

A. Friedmann »Über die Krümmung des Raumes«. S. 228 (Band 16). In:

Zeitschrift für Physik. Bände 10, 11, 16 und 21. 4 Bände. Braunschweig.

Vieweg und Berlin. Springer. 1922–24. (22,5 × 15 cm). IV, 413 S./ IV,

398 S./ IV, 409 S./ IV, 382 S. Mit zahlreichen Abbildungen und

2 Tafeln. Halbleinwandbände der Zeit. € 1.600,–

ኵ41 ኵ

Erste Ausgabe dieser bedeutenden Arbeiten, in denen Friedmann erstmals

die zeitliche Veränderung der Raumkrümmung annimmt. Seine Modelle

über die Expansion des Weltalls bilden die theoretischen Grundlagen für

die Hypothese des Urknalls. – Zu I: Friedmann findet eine nichtstationäre

Lösung für Einsteins Gravitationsgleichung, schließt daraus auf die Expansion

des Weltalls und erarbeitet das hier vorgestellte sphärisch geschlossene

kosmologische Modell. – Zu IV: Friedmann beschreibt hier ein relativistisches,

hyperbolisch offenes Universum. – Zu II: In seinen Bemerkungen

lehnt Einstein zunächst die Resultate Friedmanns ab, da sie ihm »verdächtig«

erscheinen und mit den Feldgleichungen »nicht verträglich«. – Zu III:

In seinen Notizen korrigiert Einstein seine ablehnende Haltung, räumt einen

Rechenfehler ein und erklärt: »Ich halte Herrn Friedmanns Resultate

für richtig und aufklärend«. – Exlibris. Titel gestempelt. Vorderer Vorsatz

von Band 10 gebrochen. Insgesamt sauber und gut erhalten. – DSB 5, 187.

42 Gaertner, Joseph. De fructibus et seminibus plantarum.

2 Bände und Supplement-Band in 3 Bänden. Tübingen. Schramm

bzw. Stuttgart. 1788–1807. (24,5 × 20 cm). (12) CLXXXII (2) 384 (7)

S./ 520 (1) S./ (12) 256 S. Mit 225 Kupfertafeln. Halbpergamentbände

der Zeit. € 8.500,–

»Important for its

analysis of plant-parts and ...

plant-classification« (Hunt)

Erste Ausgabe, mit den zwischen 1805 und 1807 von Gaertners Sohn

herausgegebenen Supplementen. Es »ist heute trotz seines Alters noch

das begehrte Fundamentalwerk für die Kenntnis der Früchte u. Samen.

26


Besonders geschätzt sind die Tafeln, die … von einem berühmten Künstler,

dem Nürnberger Jakob Sturm … gestochen sind … Von dem Buche sind die

ersten zwei Bände, auf Kosten des älteren G. hergestellt, nicht im Buchhandel

erschienen … das Supplement scheint nun aber in weit geringerer

Auflage gedruckt worden (zu) sein …« (Junk). – »In the course of this study

of some 1050 genera, about fifty of them new, Gaertner called attention to

an enormous range of hitherto neglected or unknown characters of fruits

and seeds available for generic distinction. His classification was intended

solely for carpological purposes but nevertheless approached as near to a

natural classification as any then proposed« (Hunt II/1, S. CIII). – Gaertner

(1732–1791), Professor der Anatomie in Tübingen und später für Botanik

und Naturgeschichte in Petersburg sowie Direktor des dortigen botanischen

Gartens und des naturhistorischen Kabinetts, begann bereits in Petersburg

mit seiner berühmten Arbeit über die Anatomie der Früchte und

Samen. Dazu reiste er 1778 u. a. nach England, um die Sammlung von Sir J.

Banks und K. P. Thunberg zu studieren. Die Ergebnisse veröffentlichte er

in vorliegendem Werk, dessen Bedeutung in der Anwendung exakter vergleichend-anatomischer

Methoden auf die entsprechenden Pflanzenorgane

beruht. »G. s karpologisches Werk klärte strittige Fragen in der Deutung

der Samenteile und der Nomenklatur der Befruchtungsorgane und eröffnete

neue Gesichtspunkte für ein natürliches System« (NDB). – Titel mit

kleinem alten Stempel. Vorsätze mit Besitzvermerk von alter Hand. Vereinzelt

leicht fleckig. Einbände leicht fleckig, berieben und bestoßen. Insgesamt

gut erhaltenes Exemplar auf kräftigem Papier und in zeitgenössischen

Einbänden. – Stafleu-Cowan 1925 und 1921; Nissen BBI 682; Junk, Rara

S. 151; Hunt 697 (ohne Suppl.).

ኵ42 ኵ

27


43 Garzoni, Thomas. Piazza universale: Das ist: Allgemeiner

Schawplatz, Marckt und Zusammenkunfft aller Professionen, Künsten,

Geschäfften, Händeln unnd Handt-Wercken. Frankfurt. Hoffmann

für Merian. 1641. (21 × 16,5 cm). (28) 1084 (14) S. Mit gestochenem

Titel, 1 doppelblattgroßen gestochenen Karte, 145 Textholzschnitten

von Jost Ammann, 3 Textkupfern von M. Merian und

großer Druckermarke auf dem letzten Blatt. Pergamentband der

Zeit. € 2.800,–

ኵ43 ኵ

Erste bei Merian erschienene Ausgabe des 1619 erstmals in Deutsch veröffentlichten

Werkes. Es bietet einen hervorragenden Überblick über die

Künste, Handwerke und Stände der Zeit. Durch die separate Beschreibung

u. a. von Wundärzten, Astronomen, Wahrsagern, Zauberern, Goldschmieden,

Seidenstickern, Hirten, Bauern, Jägern, Färbern, Glasmachern,

Müllern, Bergmännern, Bettlern, Huren, Uhrmachern, Soldaten, Henkern,

Apothekern, Zechbrüdern, Dieben, Banditen, Würfelmachern, Buchhändlern,

Schuhmachern, Schornsteinfegern, Schiffbauern, Gärtnern etc. wird es

zu einer kulturhistorischen Fundgrube ersten Ranges. – Die Illustrationen

von Jost Amman zeigen nahezu alle beschriebenen Berufe mit entsprechenden

Werkzeugen. Sie stammen aus Hans Sachs’ Eigentliche Beschreybung

aller Ständ auff Erden von 1568 und wurden von den Originalstöcken gedruckt

(3 verlorene wurden durch Kupfer ersetzt). – Mit der oft fehlenden

Weltkarte in 2 Hemisphären. – Stellenweise gering gebräunt bzw. braunfleckig.

Kupfertitel beschnitten und alt aufgezogen. Titel gestempelt und

mit handschriftlichem Besitzvermerk. Wenige kleine Randausbesserungen.

Das Textkupfer von Seite 559 ausgeschnitten und alt wieder einmontiert

(verso mit geringem Textverlust). Einband leicht fleckig. Insgesamt wohlerhalten.

– VD17 3:308065A; Becker, Amman 65e; Lipperheide Pa 6; Hayn-

Gotendorf II, 503; Wüthrich II, 23.

44 Gassendi, Pierre. Animadversiones in decimum librum

Diogenis Laertii, qui est de vita, moribus, placitisque Epicuri. 2 Teile in

1 Band. Lyon. Barbier. 1675. (37,5 × 24 cm). (28) 611 S.; (2) 458 (richtig

460) (23) S. Mit gestochener Titelvignette. Dekorativer Lederband

der Zeit mit reicher Rückenvergoldung. € 1.400,–

Zweite vollständige Ausgabe des erstmals 1649 erschienenen Werkes, stellenweise

mit griechischem Text. Die Ausgabe von 1658 enthält nur einen

Teil des Werkes. »His Animadversiones of 1649 contains a portion of his

works on Epicurus together with the Greek text and translation of book

10 of Diogenes Laertius … The Animadversiones was not reprinted in its

original form until 1675« (DSB). – Der französische Philosoph, Mathe-

28


matiker und Astronom Gassendi beschäftigt sich seit 1625 intensiv mit

der Rekonstruktion der epikureischen Philosophie aus antiken Quellen

und gibt 1649 in seinen Animadversiones eine kommentierte Übersetzung

des 10. Buches von Epikur heraus, das die Hauptquelle seiner Philosophie

darstellt. Mit seinem auf der epikurschen Atomistik aufgebauten System

gilt Gassendi als Wegbereiter des modernen physikalisch-mechanischen

Weltbildes. – Die Titelvignette zeigt ein Portrait Epikurs. – Gestochenes

Exlibris. Vereinzelt gering stockfleckig. Einband leicht berieben und mit

kleinen Restaurierungen, sonst schönes und gut erhaltenes Exemplar. –

DSB 5, 284; Ziegenfuß I, 375.

45 Gauss, Carl Friedrich. Theorie der Bewegung der Himmelskörper

welche in Kegelschnitten die Sonne umlaufen. Ins Deutsche

übertragen von Carl Haase. Hannover. Meyer. 1865. (27,5 × 22,5 cm).

XVI, 279 (6) 72 (1) S. Mit 2 montierten Original-Fotografien als

Frontispiz und 3 Tafeln. Moderner Halblederband im Stil der

Zeit. € 1.400,–

Die Bibel der rechnenden

Astronomen

ኵ45 ኵ

Erste deutsche Ausgabe von Gauss’ epochalem Werk. Es ist seit Keplers

Astronomia nova wohl das wichtigste Werk über die Bestimmung der Planetenbahnen

und wurde später auch die »Bibel der rechnenden Astronomen«

genannt. Das ursprünglich in deutscher Sprache verfasste Werk wurde erst

auf ausdrücklichen Wunsch des Verlegers ins Lateinische übertragen und

1865 von Haase zurückübersetzt. »Im späteren Leben wandte sich Gauß

der Astronomie und dem Magnetismus zu. Seine Theoria Motus Corporum

Coelestium, 1809, enthält eine Untersuchung der Probleme, die bei der Bestimmung

von Planeten- und Kometenbewegungen aus einer begrenzten

Anzahl von Beobachtungsdaten entstehen« (PMM S. 475). Die Fotografien

zeigen Vorder- und Rückseite der Gauss-Medaille. – Vereinzelt leicht

stockfleckig. Insgesamt nahezu fleckenfreies und breitrandiges Exemplar in

sehr guter Erhaltung. – Houzeau-Lancaster 11897; Borst 2932; vgl. Sparrow

81 (lateinische EA).

46 Gehler, Johann Samuel Traugott. Physikalisches

Wörterbuch oder Versuch einer Erklärung der vornehmsten Begriffe und

Kunstwörter der Naturlehre mit kurzen Nachrichten von der Geschichte

der Erfindungen und Beschreibungen der Werkzeuge. 4 Bände mit Supplementband

und Registerband in 6 Bänden. Leipzig. Schwickert.

1787–96. (20,5 × 12,5 cm). X, 858 S./ (2) 918 S./ (2) 958 S./ VI, 946

S./ (8) 1056 S./ (2) 302 S. Mit 31 gefalteten Kupfertafeln. Halblederbände

der Zeit. € 1.400,–

29


ኵ46 ኵ

Erste Ausgabe seines berühmten Wörterbuchs. – Der Leipziger Physiker

Gehler (1751–1795) erwarb sich entscheidende Verdienste um die Physik

»durch die Herausgabe des ersten systematischen physikalischen Handwörterbuches

in deutscher Sprache, das das gesamte damalige physikalische

Wissen kritisch und verläßlich in alphabetischer Folge vorlegte und an Qualität

fremdsprachige Werke in ähnlicher Art weit übertraf« (NDB 6, 134). –

Papierbedingt leicht gebräunt bzw. stockfleckig. Einbände etwas berieben

und bestoßen. Unteres Kapital von Band 2 restauriert. Die letzten Blätter

von Band 6 mit kleinem Tintenfleck in der rechten oberen Ecke. Die letzten

beiden Tafeln von Band 3 mit kleiner Wurmspur. Insgesamt gut erhalten.

47 Geißler J(ohann). G(ottlieb). Technische Geschichte des

reflektirenden oder Spiegel-Teleskops, nebst vollständiger Beschreibung

desselben sowohl als aller derjenigen Instrumente, welche sich auf Reflexion

gründen und der Art ihrer Aufstellung. Dresden. Walther. 1807.

(20,5 × 12,5 cm). (8) 218 (2) S. Mit 8 gefalteten Kupfertafeln. Pappband

der Zeit. € 1.350,–

Einzige Ausgabe der seltenen Abhandlung zur Geschichte des Teleskops,

mit einer ausführlichen Darstellung der verschiedenen Teleskopkonstruktionen.

– Über Geisler (1753–1816), Mitglied der Naturforschenden Gesellschaft

in Halle und Jena, ist wenig bekannt. Er hat sich jedoch als Übersetzer

zahlreicher wissenschaftlicher und technischer Werke ins Deutsche

hervorgetan, die er vielfach auch durch eigene Erfahrungen und Ideen erweitert

und ergänzt hat. – Die Tafeln mit Darstellungen der Teleskope von

Brown, Herschel, Schrader (Sternwarte in Kiel) und Schröter (Sternwarte

in Lilienthal). – Mit Exlibris eines Wiener Optikers sowie dessen Stempel

auf Titel und letztem Blatt. Etwas gebräunt. Einband etwas berieben und

bestoßen. Insgesamt gut erhalten. – Poggendorff I, 869; Engelmann, Bibl.

mech.-techn. 115.

30


48 Geöf(f)nete Ritter-Platz, Der, worinnen die vornehmste(n)

ritterliche(n) Wissenschaften und U(e)bungen … zu beobachten. 7 Teile

in 1 Band. Hamburg. Schiller. 1702. (16 × 9 cm). Mit doppelblattgroßem

Titel, 9 Bll., 132 S.; 185 (7) S.; 176 S.; (4) 176 S.; (8) 120

S., 2 Bll., SS. 121–312; 100 S.; 82 S. Mit gestochenem Frontispiz, 2

gestochenen Titelvignetten, 35 Textkupfern und 47 teils gefalteten

Kupfertafeln. Pergamentband der Zeit. € 1.200,–

Einer von drei Teilen des berühmten Handbuchs zur Belehrung für Kavaliere

und Adelige in allen Gebieten der Wissenschaften und Künste. – Die

einzelnen, in sich abgeschlossenen und mit eigenem Titelblatt versehenen

Abhandlungen wurden von den bedeutendsten Gelehrten der Zeit verfasst.

Der vorliegende Band enthält: Die geöf(f)nete Festung. 132 S. Mit 21 Tafeln.

– Die … geöf(f)nete Baumeister-Academie. 185 (7) S. Mit 6 Tafeln. – Der

geöf(f)nete See-Hafen. 176 S. Mit 19, meist gefalteten Tafeln. – Das geöf(f)­

nete Müntz-Cabinet. (4) 176 S. Mit gestochener Titelvignette und 14 Textkupfern.

– Historia numismatum critica. Das ist: Die Neu-eröf(f)nete Historie

der Modern(!) Medailien. Von J. Gröning. (8) 120 S., 2 Bll., SS. 121–312.

Mit gestochener Titelvignette und 21 Textkupfern. – Der geöffnete Reit-

Stall. 100 S. Mit 1 gefalteten Tafel. – Das geöffnete Jäger-Hauss. 82 S. – Eine

Tafel leicht angeschnitten und zwei Tafeln etwas angerändert. Stellenweise

etwas stockfleckig. Einband leicht berieben, insgesamt gut erhalten.

ኵ48 ኵ

31


49 Gilbreth, Frank B. und L. M. Gilbreth. Process

Charts. First Steps in Finding the one best way to do work. New York.

1921. (22,5 × 15,5 cm). 17 S. Mit 8 Abbildungen. Original-Broschur.

(The American Society of Mechanical Engineers). € 1.600,–

Father of the Flowchart

Erste Ausgabe einer seiner Hauptentwicklungen; mit gestempelter Verfasserwidmung.

– »The first structured method for documenting process

flow, e. g. in flow shop scheduling, the flow process chart, was introduced

by Frank Gilbreth to members of ASME in 1921 as the presentation Process

Charts, First Steps in Finding the One Best Way to Do Work. Gilbreth’s

tools quickly found their way into industrial engineering curricula« (Wikipedia).

– Frank B. Gilbreth (1868–1924), »Father of the Flowchart«, gilt

zusammen mit F. W. Taylor als Mitbegründer des Taylorismus, der auch

als »Scientific Management« bezeichnet wird. – Umschlag gebräunt und

stellenweise mit Lichtrand. Mit senkrechtem Knick. – Selten.

ኵ50 ኵ

»The first observation

of a pollen tube« (DSB)

50 Gleichen-Russworm, Wilhelm Friedrich von. Auserlesene

mikroskopische Entdeckungen bey den Pflanzen, Blumen und

Blüthen, Insekten und andern Merkwürdigkeiten. Nürnberg. Winterschmidt.

1777. (24,5 × 21 cm). 159 S. Mit gestochenem Frontispiz

und 83 (81 kolorierten) Kupfertafeln. Marmorierter Pappband der

Zeit. € 4.800,–

Erste Ausgabe. – Angeregt durch M. F. Ledermüller beschäftigte sich von

Gleichen mit dem Bau einfacher Mikroskope und der mikroskopischen

Untersuchung der Fortpflanzungsorgane von Pflanzen und Kleinstlebewesen.

Trotz einiger Irrtümer »vermochte (er) doch den Bau und die Entwicklung

der Blüten recht gut zu beobachten und abzubilden … Seine vielfältigen

Beobachtungen legte er in Wort und Bild in mehreren Werken nieder, die

32


durch ihre trefflichen, gut kolorierten Kupfer bestechen …« (ADB). – »His

account of the pollen of Asclepias syriaca L. in ›Auserlesene mikroskopische

Entdeckungen‹ contains what appears to be the first observation of a

pollen tube, although he remained unaware of its significance« (DSB). – Die

letzten 6 Tafeln zeigen Mikroskope und deren Details. – Text stellenweise

gering stockfleckig bzw. gebräunt. Insgesamt sauberes, sehr gut erhaltenes

und vollständiges Exemplar; die Tafeln in prächtigem Kolorit. – DSB 5,

424; Nissen ZBI 1591 und BBI 720; Pritzel 3368; Horn-Schenkling 7962.

51 Gotthard, Johann Christian. Das Ganze der Federviehzucht

oder vollständiger Unterricht in der Wartung, Pflege und Behandlung

… des Feder-Viehes. 2. verbesserte und stark vermehrte Auflage.

Erfurt. Beyer & Maring. 1806. (17,5 × 10,5 cm). XXIV (richtig

XXVI) 446 S. Moderner Pappband im Stil der Zeit. € 1.100,–

Gegenüber der ersten Ausgabe von 1798 um über 140 Seiten vermehrt. –

Das in ökonomische Land- und Wasservögel unterteilte Werk beschreibt

neben den verschiedenen Hühnerrassen auch Fasane und Tauben sowie

Taubenhäuser. – Gotthard (gestorben 1813) war Professor für Ökonomie

und Kameralistik in Erfurt. – Titel verso mit radiertem Stempel, sonst sauber

und wohlerhalten. – Sehr selten.

52 Hahnemann, Samuel. Reine Arzneimittellehre. 2.–3. vermehrte

Auflage. 6 Bände. Dresden und Leipzig. Arnold. 1825–33.

(20,5 × 12,5 cm). Dekorative Pappbände der Zeit. € 2.500,–

Endgültige Fassung eines seiner Hauptwerke. Bände 1–2 in 3. vermehrter

Auflage, Bände 3–6 in 2. vermehrter Auflage. – »Dieses Werk – es ist

bedauerlicher Weise von Hahnemann’s Zeitgenossen vielfach unterschätzt

worden und noch mehr hat es die jüngere Generation der Aerzte verwerfen

zu müssen geglaubt, – bekundet einen Riesenfleiß; und jeder einzelne Band

ist außerdem mit einer werthvollen, oft sogar classischen Vorrede versehen,

in welcher der Verfasser theils die Irrthümer seiner medicinischen Zeitgenossen

geiselt, theils Dunkelheiten seiner eigenen Doctrin aufzuhellen sich

bemüht« (ADB). – Band 2 enthält den berühmten programmatischen Aufsatz

über den »Geist der homöopathischen Heil-Lehre«. Ein Kernstück innerhalb

der Lehre vom Dynamismus bildet das Einleitungskapitel zu Band

6: »Wie können kleine Gaben so sehr verdünnter Arznei, wie die Homöopathie

sie vorschreibt, noch Kraft, noch große Kraft haben?« – Stellenweise

etwas gebräunt bzw. stockfleckig. Rückenschilder hervorragend erneuert.

Insgesamt dekoratives Exemplar in guter Erhaltung. – Schmidt 11 bzw. 12;

Waller 3974; Wellcome III, 192.

ኵ52 ኵ

33


»Similia similibus«, die

Geburtsstunde der Homöopathie

53 Hahnemann, Samuel. Versuch über ein neues Prinzip zur

Auffindung der Heilkräfte der Arzneisubstanzen, nebst einigen Blicken

auf die bisherigen. 2 Teile. SS. 391–439 und 465–561. In: Journal

der practischen Arzneykunde und Wundarzneykunst. Hrsg. C. W.

Hufeland. Band 2 in 4 Teilen. Jena. Academische Buchhandlung.

1796. (17,5 × 10,5 cm). (2) 637 S. Mit 1 kolorierten gefalteten Kupfertafel.

Moderner Pappband im Stil der Zeit. € 2.200,–

Erste Ausgabe dieses sehr seltenen Meilensteins in der Geschichte der homöopathischen

Theorie. – Hahnemann stellt hier erstmals die Entwicklung

und die erste Formulierung seines Heilgrundsatzes »Similia similibus« öffentlich

vor. »Schwer und heiß hat Hahnemann mit sich selbst und mit den

überkommenen Anschauungen zu ringen gehabt, bis er zu der Erkenntnis

gelangte, wie sie uns in dieser Abhandlung entgegentritt … festgehalten muß

werden: Das Jahr 1796 ist das Geburtsjahr der Homöopathie« ( Haehl). –

Titel verso mit durchschlagender Bibliothekssignatur. Stellenweise leicht

fleckig, sonst gut erhalten. – Schmidt 133; Haehl I, 72.

54 Halfort, A. C. L. Entstehung, Verlauf und Behandlung

der Krankheiten der Künstler und Gewerbetreibenden. Berlin. Amelang.

1845. (21 × 13 cm). XVI, 624 S. Geprägter Leinwandband der

Zeit. € 1.300,–

ኵ54 ኵ

The first great work published

on crystallography

Einzige Ausgabe des ersten umfassenden Werkes über Berufskrankheiten

und Gewerbehygiene in Deutschland. – Der erste Teil behandelt sehr

ausführlich die toxikologischen Schädigungen, daneben Schäden durch die

Einwirkungen von Stäuben, Hitze, körperlichen Fehlhaltungen etc. sowie

Schädigungen der einzelnen Körperorgane. Im zweiten Teil werden die

Krankheiten der einzelnen Berufe, nach Berufen sortiert, beschrieben. –

Titel mit Besitzeintrag von alter Hand. Stempel auf Vorsatz. Vereinzelt

gering gebräunt. Einband leicht berieben. Rücken etwas ausgebleicht. Insgesamt

wohlerhalten. – Lesky 274.

55 Haüy, (René-Just). Traité de cristallographie, suivi d’une

application des principes de cette science a la détermination des espèces

minérales, et d’une nouvelle méthode pour mettre les formes cristallines en

projection. 2 Textbände und Atlasband in 3 Bänden. Paris. Bachelier

& Huzard. 1822. (20 × 12,5 und 21 × 26 cm). (4) LXXII, 607 S./ (4)

650 (1) S., 4 S. Verlagskatalog. Mit Titelblatt und 84 Kupfertafeln.

Halblederbände der Zeit mit je zwei Rückenschildern in Rot und

Grün. € 2.900,–

34


Erste Ausgabe. – »This was the first great work published on crystallography,

and the last published by the author. It greatly enlarges the theory

first published in his Essai d’une Théorie (1784), and first recognises hemitropical

crystals … Haüy was the first to observe that all crystals of the same

sub stance possess the same cleavage, and was led by this observation to a

theory of crystal structure which explained all the known facts and first

raised the study of crystals to the dignity of a science« (Sotheran). – Haüy

(1743–1822) gilt als Begründer der Strukturtheorie der Kristalle und als

Begründer der wissenschaftlichen Mineralogie. – Jeder Band mit Exlibris

und zwei alten Stempeln auf dem Titel. Vorsätze leicht leimschattig. Atlas

stellenweise etwas stockfleckig, der Titel stärker. Die Tafeln verso gestempelt,

meist durchschlagend. Einbände gering bestoßen. Kapitale geringfügig

restauriert. Insgesamt dekorativ und gut erhalten. – DSB 6, 178; Sotheran,

1. Suppl. 4767; Darmstaedter S. 346.

ኵ55 ኵ

56 Helcher, Hans Heinrich. Aurum potabile, oder Gold-

Tinctur, dessen Praeparation … Zum andern mahl vermehrter auffgelegt.

Breslau und Leipzig. Kloß. 1718. (16 × 10 cm). (32) 309 (10) S. Halblederband

der Zeit. € 1.500,–

Zweite Ausgabe dieses erstmals 1712 erschienenen und noch in der Tradition

des 17. Jahrhunderts verhafteten Werkes über die Herstellung von flüssigem

Gold. – Helcher (1672–1729) »studied at Breslau and Frankfurt a. d. O.

and graduated M. D. at Leipzig … He practised at Oels and Schweidnitz

»with more reputation than merit, for he was a man of ›secrets‹ who – in

a enlightened age like ours … nourished himself on the old chimaeras, long

ago condemned.« He was a believer in potable gold as the present writing

testifies and clung to his beliefs till the close of his life. He was elected a

member of the Academia Naturae Curiosum … under the name of Hierotheus«

(Ferguson). – Titel mit Besitzvermerk von alter Hand. Durchgehend

leicht gebräunt. Vorsatz und einige vorgebundene weiße Blätter mit Notizen

zum Inhalt von alter Hand. Hinterer Vorsatz und Erratablatt eben-

ኵ56 ኵ

35


falls mit Notizen von alter Hand, diese teils mit alten Zeitungsausschnitten

überklebt. Einband mit starken Gebrauchsspuren. Nicht zuletzt durch

die Spuren intensiven Gebrauchs attraktiver Band mit ehedem hübschem

Buntpapierbezug. – Ferchl 222; Ferguson I, 373; Duveen 283; Neu 1878;

Brüning 3685; nicht bei Schmieder und Kopp. – Selten.

57 Henschel (Hrsg.) Denkschrift aus Anlass des hundertjährigen

Bestehens der Maschinen- und Lokomotivfabrik … und der Vollendung

der Lokomotive Fabriknummer 10000. Kassel. Selbstverlag.

1910. (40 × 30 cm). (2) 147 S. Mit zahlreichen Abbildungen und 9

doppelblattgroßen Tafeln in Heliogravüre. Original-Leinwandband.

€ 900,–

ኵ57 ኵ

Überaus großzügig ausgestattete und seltene Festschrift. – Die Tafeln

zeigen die Firmengebäude oder Bilder aus der Produktion. Im Text viele

Lokomotivdarstellungen. – Unterer Rand mit unterschiedlich großem

Wasserfleck. Einband leicht berieben, sonst gut erhalten.

58 Hensel’sches Projekt. Vorarbeiten für eine Denkschrift über den

Ausbau der Main-Donau-Wasserstraße für Großschiffe mit Anschluss

der Städte München und Augsburg. Sammelmappe mit handschriftlichen

Dokumenten und Berechnungen zum Projekt in 15 Faszikeln. (München.

Ca. 1910–17). (37,5 × 23 cm). Ca. 500 nn. Bll. Fadengeheftete

Broschuren, lose in Original-Halbleinwand-Mappe. € 1.100,–

ኵ58 ኵ

Umfangreiche und einzigartige Sammlung zu einem der Großprojekte

der damaligen Zeit. – Die Faszikel enthalten ausschließlich detaillierte

tabellarische Aufstellungen zu den Themen: Kosten des Grunderwerbs;

Grundstückspreise; Massenberechnungen und Massenausgleich der verlegten

Bahnlinien; Straßen und Wege; Kostenanschläge; Transportkosten

der Massen; Kosten des Grunderwerbs der Straßenverlegungen; Planieren

und Begrünen; Kosten der Brücken, Durchlässe, Einlässe und Auslässe;

Tabellen zur Wasserversorgung; Statische Untersuchungen; Berechnungen

zum Kanaltunnel Würzburg-Bettingen; Kosten der Straßen- und Bahnbrücken

und Unterführungen. Beiliegend ein Dankschreiben der Königlichen

Obersten Baubehörde in München an den Bayerischen Kanal-Verein in

Nürnberg anlässlich der Rücksendung der Unterlagen, datiert München,

23.2.1917. – Hensel war Bauamtmann in Degendorf. – Der 1892 von 29

Städten und Gemeinden gegründete »Verein zur Hebung der Fluß- und Kanalschiffahrt

in Bayern« hatte das Ziel, für eine leistungsfähige Großschifffahrtsstraße

vom Rhein über den Main zur Donau einzutreten. – Vom Verein

mehrfach gestempelt. Vereinzelt leicht angestaubt und bestoßen. Die

Mappe leicht berieben und fleckig. Insgesamt wohlerhalten.

36


59 Hermann, Jean-Fréderic. Mémoire aptérologique. Straß -

burg. Levrault. an XII (1804 ). (45,5 × 30,5 cm). (8) 144 S. Mit 9 kolorierten

Kupfertafeln. Moderner Pappband im Stil der Zeit. € 1.400,–

ኵ59 ኵ

Einzige Ausgabe, posthum veröffentlicht von F.-L. Hammer. – Die hübschen,

von J. Hans gestochenen, sehr detaillierten Abbildungen zeigen Flöhe,

Wanzen, Zecken und dergleichen. – Der französische Arzt und Naturwissenschaftler

Hermann (1768–1793) beschäftigte sich besonders mit vergleichenden

anatomischen Studien von Insekten und Milben. – Name auf Titel.

Nahezu fleckenfreies und breitrandiges Exemplar auf festem Bütten in guter

Erhaltung. – Nissen ZBI 1907; Hagen I, 360; Horn-Schenkling 10171.

60 Hill, J(ohn). Fossils arranged according to their obvious characters;

with their history and description. London. Baldwin and Elmsly. 1771.

(21 × 12,5 cm). 51,56–132,133*–140*,133–420 (16) S. (so komplett).

Mit 1 mehrfach gefalteten Tabelle. Lederband der Zeit. € 1.600,–

Einzige Ausgabe dieses seltenen mineralogischen Werkes des berühmten

Botanikers und Pharmazeuten. Er beschreibt hier die Minerale nach Form,

Härte, Gewicht, Oberfläche, Farbe, Fundort und Anwendungsbereichen

mit englisch-lateinischer Nomenklatur. – Hill (1714–1775) »was an avid

collector of plants and minerals, and trated mineral specimens to Emanuel

Mendes da Costa. Hill described his own mineral collection, assembled for

study purposes, as ›rather (more) numerous than elegant.‹ « (History of Mineral

Collecting S. 175). – Exlibris. Titel mit radierten Eintragungen. Vorsätze

und Rücken erneuert. Ecken etwas bestoßen. – DSB 6, 400.

61 Humboldt, Alexander von. Geognostischer Versuch über

die Lagerung der Gebirgsarten in beiden Erdhälften. Deutsch bearbeitet

von Karl Cäsar von Leonhard. Straßburg. Levrault. 1823. (21 × 13 cm).

VIII, 383 S. Roter Halblederband der Zeit mit reicher Rückenvergoldung.

€ 1.650,–

Erste deutsche Ausgabe von Humboldts Hauptarbeit über Geologie. Es

spiegelt die auf der Reise durch Amerika gewonnenen Einsichten wider und

würde dem Inhalt nach sehr wohl in den Rahmen des Reisewerks passen.

»Humboldt kehrte hier wieder zu pasigraphischen Möglichkeiten in der

Darstellung geologischer Erscheinungen zurück und zog einen zögernden

Schlußstrich unter seine ehemalige Überzeugung von einem gesetzmäßigen

Fallen und Streichen. Der englische Geologe Charles Lyell, der damals

den Sieg der aktualistischen Geologie einleitete, suchte ihn in Paris auf und

erläuterte ihm die Kritik englischer Geologen an diesem Werk, das nach seiner

Meinung genügt hätte, Alexander einen Rang in der Wissenschaft zu

37


sichern, auch wenn er nichts weiter geschrieben hätte« (H. Beck). – Kleiner

Namensstempel auf Vorsatz. Vereinzelt gering stockfleckig. Einband etwas

bestoßen. Oberes Kapital leicht eingerissen. Insgesamt dekoratives Exemplar

in guter Erhaltung. – Löwenberg 147; Fiedler/Leitner 5.1.2.

62 Humboldt, Alexander von. Researches, Concerning the

Institutions and Monuments of the Ancient Inhabitants of America, with

Descriptions & Views of Some of the Most Striking Scenes in the Cordilleras.

2 Bände. London. Longman u. a. 1814. (23 × 15 cm). IV, 411 S./

(2) 324 S. Mit 2 mitpaginierten gestochenen Titelblättern und 20 auf

19 (5 kolorierten) gestochenen Tafeln. Moderne Pappbände im Stil

der Zeit, unbeschnitten. € 1.150,–

ኵ62 ኵ

Erste englische Ausgabe. »This translation of the text of the celebrated

Vues de Cordillères, is a valuable adjunct to the great folio of plates …« (Sabin).

Humboldt selbst beaufsichtigte die Übersetzung von H. M. Williams,

berichtigte sie und korrigierte die Stiche. Am Ende bezeichnete er sie als

»votre belle traduction«. – »Natur und Kunst sind in meinem Werk eng verschwistert.

Möchten Sie mit der Bearbeitung nicht ganz unzufrieden sein,

möchten Sie in einzelnen Ansichten sich selbst, Einfluß Ihrer Schriften auf

mich, Einfluß Ihrer herrschenden Nähe erkennen« (Humboldts Widmung

an Goethe auf der 1. Lieferung der Vues de Cordillères). – Ein Titel mit handschriftlichem

Besitzvermerk und einer mit Verzierungen am Rand. Vereinzelt

leicht gebräunt bzw. stockfleckig. Insgesamt sauber und wohlerhalten. –

Sabin 33751; Loewenberg 126; Fiedler/Leitner 4.3.4.

63 Jacobi, C(arl) G(ustav) J(acob). Canon arithmeticus sive

tabulae quibus exhibentur pro singulis numeris primis vel primorum potestatibus

infra 1000 numeri ad datos indices et indices ad datos nume ros

pertinentes. Berlin. Typis Academicis. 1839. (26 × 22 cm). XL, 248 S.

Dekorativer Halblederband der Zeit. € 1.150,–

Exemplar aus der Bibliothek von

R. Dedekind

Erste Ausgabe in einem Exemplar aus der Bibliothek von R. Dedekind, mit

dessen handschriftlichem Namenszug auf dem Vorsatz und zahlreichen

handschriftlichen Korrekturen von ihm. – Jacobi (1804–1851), Professor

für Mathematik in Königsberg, erlangt besondere Bedeutung durch seine

Arbeiten auf dem Gebiete der Differentialgleichungen und der Variationsrechnung.

Sie bilden noch heute die maßgebenden mathematischen Grundlagen

der modernen Physik. Hier eine seiner wenigen großen Monographien.

– Vorsatz teils etwas leimschattig und im Falz gebrochen, sonst

sauber und wohlerhalten. – DSB 7, 50; Poggendorff I, 1178.

38


64 Jansen, M. (Hrsg.) Le guide du fabricant de meubles. No. 2.

Album sur l’ébénisterie dédié aux fabricans. Contenant une grande

collect ion de modèles variés de meubles anciens et modernes qui se fabriquent

à Paris, dessinés avec échelle de proportion, plans, elévations,

coupes et tous les détails nécessaires à l’exécution. Paris. (Selbstverlag.

Ca. 1850). (27 × 34,5 cm). 2 Bll. Mit 30 lithographierten Tafeln von

Quetin nach Jansen. Roter Halblederband der Zeit mit montiertem

Deckelschild. € 900,–

Interessanter und seltener Katalog des Pariser Möbelfabrikanten. Die Tafeln

mit hübschen Ansichten der Möbel und detaillierten Schnitten. Das

Titelblatt auf stärkerem Papier und in etwas kleinerem Format listet weitere

Kataloge der Firma auf. – Einband gering bestossen. Rücken restauriert.

Insgesamt sauberes und gut erhaltenes Exemplar.

ኵ55 ኵ

65 John of Gaddesden (Johannes Anglicus). Rosa

anglica practica medicine a capite ad pedes noviter impressa & perquam

diligentissime emendata. (Venedig. Locatelli für Scotus Erben. 1502).

(30,5 × 21,5 cm). 135 num. Bll., zweispaltiger Druck. Lederband um

1800. € 23.000,–

Die vorliegende Post-Inkunabel bildet eine große Seltenheit der frühen

Medizinliteratur. Sie wurde von Niccolò Scillacio erstmals 1492 herausgegeben,

liegt hier in zweiter Ausgabe vor und ist für die Geschichte der

Dermatologie von besonderer Bedeutung. – Das Werk enthält Richter

zufolge, dem ebenfalls die Ausgabe Venedig 1502 vorlag, den wohl ersten

Systematisierungsversuch der Hautkrankheiten, den er in seiner Geschichte

der Dermatologie auch abdruckt. Pusey weist in seiner »History of dermatology«

darauf hin, dass John of Gaddesden wie auch seine Zeitgenossen

Jean Yperman und Bernard de Gordon über bekannte Hautkrankheiten

berichten und »made some interestings observations … It is very curious

that all three of them refer to the use of redlight in the treatment of smallpox,

which was revived on scientific grounds by Finsen sixhundred years

later« (S. 38). – Auch Hirsch weist auf die Rotlicht-Behandlung der Pocken

hin und zitiert wie folgt »Vetulae provinciales dant purpuram combustam

in potu, habet enim occultam naturam curandi variolas … Deinde capiatur

scarletum rubeum et involvatur variolosus totaliter, vel in alio panno rubeo,

sic ego feci de filio nobilissimi regis Angliae quando patiebatur istos morbos

et feci omnia circa lectum esse rubea, et est bona cura.« – Goodman hebt

in seinem Buch »Notable contributors to the knowlegde of dermatology«

ein weiteres Verdienst des Verfassers hervor und notiert: »When the son

39


of the King had smallpox he ›took care of that everything about his couch

was red, and his cure was perfectly effected, for he was restored to health

without a trace of the disease‹ « (S. 58). – Das Werk ist nach Krankheiten

geordnet, beginnend mit den Fiebern, den Krankheiten des Kopfes, Augen,

Ohren, Mund (mit Kapiteln zur Zahnbehandlung). Ȇbrigens stand

die Rosa anglica zu jener Zeit in so hohem Ansehen, daß Chaucer ihren

Verfasser unter den ausgezeichnetsten medizinischen Gelehrten gepriesen

hat« (Hirsch). – John of Gaddesden, englischer Arzt, Leibarzt und Theologe

(um 1280–1349), wurde berühmt als erster Akademikerarzt, der seine

Ausbildung ausschließlich in England genossen hat. Seit 1305 hielt er Vorlesungen

in Oxford, wo er dem Merton-College angehörte. 1313 beendete

er seine Rosa anglica, wurde zum Leibarzt des Kronprinzen berufen, übernahm

ein Kanonikat an der St. Pauls-Kathedrale in London. Von Chaucer

als einer der berühmtesten Ärzte aller Zeiten gefeiert, von Tanner als

herausragender Philosoph, geschickter Arzt und glänzender Repräsentant

seiner Zeit vorgestellt, verdankt der Verfasser seinen Ruhm vor allem seinen

Schriften. Bedeutung erlangte die Rosa anglica auch durch das aus mittelenglischen

Quellen entnommene Textgut wie Zaubersprüche, Rezepte

und Wunderheilungen. – Titel minimal angeschmutzt. Die ersten beiden

und die letzten vier Blätter mit schmalem Feuchtigkeitsrand. Vereinzelt mit

Marginalen von alter Hand und diese teils gering angeschnitten. Einband

minimal berieben. Insgesamt schönes Exemplar in sehr guter Erhaltung. –

Hirsch/H. II, 651; Heirs of Hippocrates 105; Adams J 281; Durling 2607;

Wellcome I, 2486; vgl. Garrison-Morton 2191 (EA).

66 Johnson, William. Lexicon chymicum. Cum obscuriorum

verborum, et rerum hermeticarum, tum phrasium Paracelsicorum,

in scriptis ejus & aliorum chymicorum, passim occurentium, planam

explicationem continens. 2 Teile in 1 Band. Frankfurt und Leipzig.

Ellinger. 1678. (16,5 × 9,5 cm). (14) 272 S.; (14) 72 (2w) S. Mit Holzschnitt-Titelvignette.

Moderner Halbpergamentband im Stil der

Zeit. € 2.300,–

ኵ65 ኵ

Fünfte und letzte Auflage, gleichzeitig erste von Johann Christoph Vogelsang

revidierte und korrigierte Ausgabe des erstmals 1652–53 erschienenen

Werkes, mit einer Kurzbiographie von Paracelsus. »At least five printings

attest to the usefulness of such a dictionary, in which the dark phrases of

chemists were ordered and classified« (DSB). »Das ›Lexikon‹ selbst ist zum

sehr überwiegenden Theile ein Auszug aus Martin Ruland’s Lexikon Alchemiae

… Aber Johnson hat Einiges aus eigener Lectüre des Paracelsus …

hinzugethan …« (Sudhoff 371). – Johnson lebte in der Mitte des 17. Jahrhunderts

als Chemiker in London. Er war ein Anhänger von Paracelsus und

mit alchemistischen Begriffen wohl vertraut, wie sein obiges Werk belegt.

40


»Johnson was placed among the early followers of Helmont but later was

considered a traitor by the dogmatic iatrochemists« (DSB). – Papierbedingt

gering gebräunt, sonst sauber und wohlerhalten. – DSB 7, 150; Ferguson I,

439 (Anm.); Sudhoff 409.

67 (Jugel, Johann Gottfried). Sehr geheim gehaltene und

nunmehro frey entdeckte experimentirte Kunst-Stücke, die schönsten und

raresten Farben zu verfertigen; ingleichen die Vergoldung und Versilberung

… zu machen … Neueste und durchgängig verbesserte und vermehrte

Auflage. 2 Teile in 1 Band. Zittau und Leipzig. Schöps. 1789.

(19,5 × 12 cm). (10) 288 S.; 306 (17) S. Dekorativer Halblederband

der Zeit mit reicher Rückenvergoldung. € 1.400,–

Letzte und beste Auflage dieses 1753 erstmals erschienenen Werkes. – Im

ersten Teil beschreibt Jugel u. a. die Herstellung verschiedener Farben und

Lacke, die Bearbeitung von Edelsteinen und Glas sowie die Herstellung

künstlicher Edelsteine mit einem Anhang Von der Japanischen Lackirkunst.

Der 2. Teil enthält neben zahlreichen zusätzlichen Rezepten die Abhandlungen

»von dem wahren Subjecto der Alchemie« und »von den geheimen

Naturarbeiten und Wirkungen im mineralischen Reiche« sowie den Anhang

»von den Goldbergwerken in unsern deutschen Erzgebirgen und von

deren Nutzen«. – Jugel (1707–1786), 1742 zum Bergdirektor ernannt, ging

1771 nach Berlin, wo er aufgrund seiner alchemistischen Kenntnisse Mitglied

der Rosenkreuzer wurde. Berühmt wurde er vor allem durch seine

metallurgischen und montanistischen Schriften. Seine Werke zeigen deutlich

einen Hang zur Mystik und zur Alchemie. – Vereinzelt leicht gebräunt.

Durchgehend stockfleckig. Einband leicht berieben. Ecken etwas bestoßen.

Insgesamt dekoratives Exemplar in guter Erhaltung. – Ferchl 262; Ferguson

I, 441; Brüning 5459.

ኵ67 ኵ

68 Keeler, James Edward. Photographs of Nebulae and

Clusters, made with the Crossley Reflector. Sacramento. Shannon. 1908.

(30 × 24 cm). 46 S. Mit 4 Abbildungen und 70 Tafeln in Heliogravüre.

Original-Leinwandband. (Publications of the Lick Observatory,

Vol. VIII). € 1.250,–

Erste Ausgabe seiner posthum von Ch. D. Perrine herausgegebenen berühmten

Fotografien von Spiralnebeln; hier in einem Exemplar aus der Bibliothek

von Martin Brendel, Professor für Astronomie und Direktor der

Sternwarte des Physikalischen Vereins in Frankfurt. – Der US-amerikanische

Astrophysiker und Direktor der Lick-Sternwarte James Edward Keeler

(1857–1900) zeichnete sich besonders durch seine Beobachtungskunst

und die Verbesserung astronomischer Instrumente aus. Er fotografiert eine

41


ኵ69 ኵ

Vielzahl von Nebeln und stellt dabei fest, dass der Großteil der Galaxien eine

Spiralform aufweist. »When he died at the age of forty-two, Keeler was the

leading astrophysicist in the United States. He is best remembered today …

for his discovery of the abundance of spirals among the nebulae … Keeler

was able to put into use the thirty-six-inch Crossley reflecting telescope,

which had defied earlier astronomers (it was difficult to operate because

of an unusual mounting, designed, furthermore, for its original location

in England). With the Crossley, Keeler took a series of photographs that

revealed how greatly spiral nebulae – later identified as exterior galaxies –

outnumbered all the other hazy objects detectable in the sky« (DSB). Der

Band enthält auch den Wiederabdruck seiner Arbeit The Crossley reflector of

the Lick Observatory. – Vorsatz und Titel mit handschriftlichem Besitzvermerk.

Einband etwas bestoßen, sonst sauber und gut erhalten. – DSB 7, 270.

69 Kerner, Johann Simon. Giftige und essbare Schwämme,

welche so wohl im Herzogthum Wirtemberg, als auch im übrigen Teutschland

wild wachsen. Stuttgart. Bey dem Verfasser. 1786. (22 × 13,5 cm).

(8) VIII, 68 S. Mit 16 kolorierten Kupfertafeln. Dekorativer Halblederband

der Zeit. € 4.500,–

Das erste Pilzbuch aus

Deutschland für ein breiteres

Publikum

Einzige Ausgabe dieses für die Mykologie des ausgehenden 18. Jahrhunderts

bedeutenden Werkes. – »Sehr selten, das erste Pilzbuch aus Deutschland

für ein breiteres Publikum« (Volbracht). – Der aus Kirchheim unter

Teck stammende Arzt und Botaniker Johann Simon Kerner (1755–1830),

seit 1780 Lehrer für Botanik und Pflanzenzeichnung an der Hohen Karlsschule

in Stuttgart, ist in der Nach-Linnéschen Ära bestrebt, die stark

wachsenden botanischen Erkenntnisse systematisch zu ordnen und einer

breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. – Gelöschter Stempel auf

Titel. Einband gering bestoßen. Hinteres Gelenk teilweise restauriert.

Insgesamt sauber und wohlerhalten. – Volbracht 1029; Nissen BBI 1040;

Stafleu-Cowan 3602.

70 Kerner – Blätter aus Prevorst. Originalien und Lesefrüchte für

Freunde des innern Lebens. Herausgeber (Justinus Kerner). 12 Teile

in 6 Bänden. Karlsruhe. Braun (ab Tl. 8: Stuttgart. Brodhag; TI. 12:

Stuttgart. Ebner & Seubert). 1831–39. (16,5 × 10 cm). Etwas spätere

Pappbände. € 2.200,–

Sehr seltene komplette Folge dieser einzigartigen Sammlung von Beiträgen

über Geistererscheinungen, Magnetismus, Traumdeutung, Somnambulismus,

Vampirismus, tierischen Magnetismus, Hellsehen, Hexenprozesse

etc. – U. a. mit zahlreichen Beiträge von Justinus Kerner, sowie von F. von

Baader, K. A. von Eschenmayer, N. Lenau, G. H. von Schubert, J. F. Mayer

42


und einer Arbeit von Bettina von Arnim über das innere Schauen in Goethes

Familie. – Stellenweise etwas gebräunt bzw. stockfleckig, vereinzelt

auch stärker. Einbände leicht berieben. Insgesamt gut erhalten. – Hirsch/H.

III, 509; Ackermann II, 218; Crabtree 348.

71 Knorr von Rosenroth – Helmont, Jean Baptiste

van. Aufgang der Artzney-Kunst. Das ist: Noch nie erhörte Grund-Lehren

von der Natur, zu einer neuen Beförderung der Artzney-Sachen, sowol

die Kranckheiten zu vertreiben, als ein langes Leben zu erlangen. Sulzbach.

Holst für Endter. 1683. (34 × 21,5 cm). (32) 1270 (62 (2w)) S. Mit gestochenem

Frontispiz, gezeichnet von J. J. Sandrart und einem von

J. A. Börner gestochenen Porträt. Blindgeprägter Schweinslederband

über Holzdeckel mit zwei intakten Schließen. € 4.800,–

Erste deutsche Ausgabe von Helmonts Hauptwerk Ortus medicinae, »dessen

lat. Urfassung erst 1648 posthum von dessen Sohn Franciscus Mercurius

van Helmont herausgegeben worden war. Zum Teil noch im Banne

alchemistischen Gedankenguts stehend, bahnt das Werk mit neuen wissenschaftlichen

Methoden den Weg zur modernen Chemie« (Dünnhaupt). –

Die besondere Bedeutung der vorliegenden Ausgabe besteht darin, dass

die Übersetzung und Bearbeitung durch den Kabbalisten Christian Knorr

von Rosenroth erfolgte, der mit Franciscus Mercurius van Helmont eng

befreundet war. »In dieser erweiterten Auflage wird die Verschmelzung

paracelsischer und helmontischer Lehren mit einer christlich-theosophisch

ausgelegten Kabbala noch deutlicher als in den früheren Auflagen der

›Artzney-Kunst‹ … . In (ihr) wird der Versuch unternommen, das Naturalphabet

einer ›Naturgrammatik‹ anzunähern … In zahlreichen Anmerkungen

zum Originaltext bezeichnet Knorr sich selbst als einen ›alten

Laboranten‹, der ›in dieser Materie nichts unversucht gelassen‹. Der ältere

Helmont und mit ihm sein Sohn und Knorr haben die paracelsisch geprägte

Naturauffassung modifiziert und verfeinert. Daher sind auch nicht, wie bei

Paracelsus, Schwefel, Quecksilber und Salz die drei Grundbestandteile der

Natur, sondern nur die zwei ›Elementa primogenia‹, nämlich das Wasser

und die Luft. Beide sind die zwei absoluten und unwandelbaren ›Urfermente‹

« (Frick, Die Erleuchteten S. 333). – Der erheblich größere Umfang der

vorliegenden Bearbeitung gegenüber der lateinischen Originalausgabe von

1648 (800 S. im Quart-Format) resultiert nicht nur aus zahlreichen Kommentaren,

sondern auch aus Beschreibungen von Knorrs eigenen chemischalchemistischen

Experimenten. – Zur Bedeutung des Grundwerks schreiben

Carter/Muir »Viele von Helmonts allgemeinen Grundsätzen waren

von denen seines Lehrmeisters Paracelsus hergeleitet. Gleich Paracelsus

beschränkt er seine Studien nicht auf spezifische, abgegrenzte Gebiete, sondern

betrachtet alles von einem universalen Standpunkt aus. Er strebte nach

ኵ71 ኵ

43


einem kosmologischen System und einer einheitlichen Auffassung der Naturwissenschaft,

die sämtliche Erscheinungen umfassen würde. Seine metaphysischen

und religiösen Anschauungen führten ihn zur Aufgabe der scholastischen

Denkformen, und damit gelangte er, indem er der theoretischen

Spekulation abschwor, dazu, im Experiment und in der Empirie die Hauptpfade

zur Erkenntnis zu erblicken. Obwohl er zur Mystik neigte, wurde er

nichtsdestoweniger ein erstaunlicher wissenschaftlicher Forscher und trug

Bedeutendes zum Fortschritt von Medizin und Chemie bei … Helmonts

Bedeutung für die Entwicklung der Chemie ist womöglich noch größer. Er

verwendete als erster die Bezeichung ›Gas‹ … Er erkannte, daß ›Gas‹ etwas

anderes war als Luft und Wasserdampf, und unterschied die verschiedenen

Quellen entstammenden Gase, darunter jenes, welches wir heute Kohlendioxyd

nennen. Er verwendete die Waagschale in der Chemie, wies in vielen

Fällen die Unzerstörbarkeit der Materie bei chemischen Veränderungen

nach und war der Überzeugung, daß das Wasser der Urstoff der Materie

sei«. – Stellenweise etwas gebräunt bzw. stockfleckig. Einige Blätter nach

S. 1259 mit kleinem Loch im weißen Außenrand. Einband leicht fleckig und

bestoßen. Insgesamt dekoratives Exemplar in guter Erhaltung. – Ferchl

224; Ferguson I, 380; Wellcome III, 242; VD17 12:169658U; Dünnhaupt

2381, 17; Brüning 2544; vgl. PMM 135 (lat. EA).

72 Koch, Robert. Zur Untersuchung von pathogenen Organismen.

SS. 1–48 in: Mittheilungen aus dem kaiserlichen Gesundheitsamte,

Band 1. Berlin. Gerschel. 1881. (31 × 22,5 cm). (6) 399 S. Mit 14

Tafeln in Lichtdruck. Original-Halbleinwandband. € 1.600,–

ኵ72 ኵ

These methods are the bases on

which bacteriology largely rests

Erste Ausgabe der bahnbrechenden Arbeit. – »Koch’s description of his

methods of growing bacterial cultures in gelatine solutions, making films

of bacteria on cover slips and fixing them by gentle heat, and staining slides

differentially by aniline. These methods are the bases on which bacteriology

largely rests« (G/M). – Einige Seiten mit kleinen Einrissen und zwei Tafeln

am Rand mit Japanpapier verstärkt. Vorsätze erneuert. Einband etwas berieben

und bestoßen sowie leicht angeschmutzt. Innen sehr sauber. – Garrison-Morton

2495.1; Horblit 60. – Der vorliegende Band enthält weitere bedeutende

Arbeiten von Koch zur Bakteriologie, darunter: Zur Aethologie des

Milzbrandes. SS. 49–79. Vgl. Garrison-Morton 5167. – Ueber Desinfection.

S. 234–282. Garrison-Morton 5636.1 (»Koch showed that mercuric chloride

was superior to carbolic acid, and that live steam surpassed hot air in

sterilizing power«). – Zusammen mit Gaffky und Löffler Versuche über die

Verwerthbarkeit heisser Wasserdämpfe zu Desinfectionszwecken. SS. 322–340.

44


73 (König, Franz Niklaus). Astrognosie oder Anleitung zur

Kenntniss der Sterne. Bern. Walthard. 1826). (31 × 22,5 cm). 3 S. Text.

Mit lithographiertem Widmungsblatt und 28 schwarzgrundig lithographierten

Karten (18,5 × 23,5 cm). Lose in moderner Leinwand-

Kassette. € 13.500,–

ኵ73 ኵ

Einzige Ausgabe. – Dem in Transparentmanier herstellten Werk liegt

der Atlas céleste von J. Flamsteed zugrunde, und es handelt sich hier um

den seltensten Sternatlas des 19. Jahrhunderts. – Die reizvollen Tafeln

spiegeln durch ihre schwarzgrundige Darstellung den Nachthimmel besonders

realistisch wider. Die wichtigsten Sterne sind ausgestanzt und

scheinen damit besonders hell. Die mit bedruckten Papierrahmen eingefassten

Tafeln tragen auf der Vorderseite die Namen der wichtigsten

Sternbilder und auf der Rückseite kurze Erläuterungen. Das Vorwort

stammt von Friedrich Trechsel, einem Berner Professor für Mathematik

und Physik. – Der Schweizer Genre- und Porträtmaler Franz Niklaus

König (1765–1832) hatte besonders mit seinen Transparentbildern großen

Erfolg. – Die Tafeln teils gering bestoßen. Die rechte obere Ecke einer

Tafel mit kleiner Fehlstelle weit außerhalb der Darstellung. Das Widmungsblatt

am Rand etwas gebräunt. Offenbar ohne Titelblatt erschienen.

Ein bei einigen Vergleichsexemplaren nachweisbares gedrucktes Deckelschild

fehlt hier. Insgesamt wohlerhalten.

74 Körner, Friedrich. Anleitung zur Verfertigung übereinstimmender

Thermometer und Barometer, für Künstler und Liebhaber

dieser Instrumente. Nebst einem Anhange, die Beschreibung einer vortheilhaft

beurtheilten, vom Verfasser gefertigten Luftpumpe und zweier

Wagen enthaltend. Jena. Schmid. 1824. (19 × 12 cm). XII, 236 S. Mit

8 Kupfern auf 7 gefalteten Tafeln. Broschur der Zeit, unbeschnitten.

€ 1.100,–

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Einzige Ausgabe. – Körner (1778–1847), Hofmechanikus in Jena und

Weimar, war der Lehrmeister von Carl Zeiss. Angeregt durch Goethe beschäftigte

er sich mit der Herstellung von Glas und gilt als Begründer der

modernen Glastechnologie in Deutschland. Er stellte wissenschaftliche

Instrumente her und war bekannt für die gute Qualität seines Flintglases.

Besonders interessant ist das 4 Seiten umfassende Verzeichnis der

von ihm hergestellten Instrumente. Die Tafeln zeigen Barometer, Thermometer

und Waagen. – Stellenweise etwas stockfleckig. Einband leicht

bestoßen, sonst gut erhalten. – Poggendorff I, 1297; Engelmann, Bibl.

mech.-techn. 200.

75 Kornmann, Heinrich. Templum naturae historicum, in

quo, de natura et miraculis quatuor elementorum. Darmstadt. Porssius.

1611. (16,5 × 10 cm). 334 S. Pergamentband der Zeit. € 1.500,–

The miracles of the four elements

ኵ75 ኵ

Erste Ausgabe. – »The work of the miracles of the four elements has the

alternative title, Historical Temple of Nature, and is largely drawn from

antiquated authors. Not only are the elements still four, but comets are still

exhalations in the supreme region of air. Tides, however, are attributed to

the moon. According to the tradition of the Magi, there are three kinds of

spiritual beings: supercelestial who are very close to God, celestial intelligences

for the spheres and stars, and demons for each of the four elements.

There are also fiery men and aerial men, and four animals who feed on a

single element: the mole on earth, the ›alec‹ on water, the chameleon on

air, and the salamander nourished on fire … Besides miracles of each element,

there are alphabetical treatments of birds, quadrupeds, mountains,

bodies of water, forests, gardens, trees, herbs, flowers, fruits, cities, temples,

towers, bridges, and so on passing from the realm of nature to that of

art« (Thorndike). – Der aus Kirchhain in Hessen stammende Kornmann

(1579–1627), ein Jurist und Polyhistoriker, verhalf durch sein Werk Mons

Veneris dem Brocken als Hexenberg zu großer Popularität. – Der Benzing

unbekannte Drucker J. J. Porssius in Darmstadt müsste nach Benzings

Datierung der zweite Drucker der Stadt sein. – Exlibris. Stellenweise etwas

gebräunt. Insgesamt schönes und wohlerhaltenes Exemplar. – VD

17 23:254716L; Thorndike VII, 280 (ausführlich); Caillet 5831; Jöcher II,

2148; Rosenthal BMP 8704.

76 Kunckel (von Löwenstern), Johann. Nützliche Observationes

oder Anmerckungen, von den fixen und flüchtigen Saltzen,

Auro und Argento potabili, Spiritu Mundi und dergleichen, wie auch von

den Farben und Geruch der Metallen, Mineralien und andern Erdgewächsen.

Hamburg. Schultze. 1676. (16,5 × 9,5 cm). 51 Bll. Moderner

Pappband. € 1.200,–

46


Einzige Ausgabe seines Erstlingswerkes. – Kunckel ließ das Werk zum Antritt

seiner Professur im Collegium Chymicum Experimentale zu Wittenberg

erscheinen. »Kind seiner Zeit, war Kunckel zwar noch der alchemistischen

Tradition verbunden, muß aber zugleich … als einer der Wegbereiter

der modernen Chemie gelten« (Dünnhaupt). – Titel mit Besitzvermerk

von alter Hand. Papierbedingt gering gebräunt, sonst sauber und wohlerhalten.

– DSB VII, 524; Partington II, 361; VD17 3:003086T; Ferguson

I, 484; Dünnhaupt 2472, 2.I; Brüning I, 2342.

77 Kunckel von Löwenstern, Johann. V. curiose chymische

Tractätlein … wobey zugleich angehänget wird: Christoph Brummets

Tractätlein vom Blut der Natur. Nebst einer Vorrede … (von) J. Ph. Burggrave.

Frankfurt und Leipzig. 1721. (17 × 10 cm). (8) 512 (48) S. Mit

doppelblattgroßem Titel und 1 Textkupfer. Moderner Halbpergamentband

im Stil der Zeit. € 1.250,–

ኵ77 ኵ

Einzige Ausgabe dieser seltenen, vom Frankfurter Arzt Burggrave herausgegebenen,

Schriftensammlung Kunckels. – Enthalten sind: I. Chymische

Anmerckungen … von denen Principiis Chymicis, Salibus Acidis & Alcalibus … –

II. Nützliche Observationes von den fixen und flüchtigen Saltzen. – III. Epistola,

contra spiritum vini sine acido. – IV. De Phosphoro mirabili … sampt einem Discurs

vom Nitro. – V. Probier-Stein, de acido & urinoso, sale calido & frigido; contra

D. Voigts Spir. vini vindicatum. – Kunckel (1630–1703), einer der kenntnisreichsten

und eifrigsten Alchemisten seiner Zeit, war u. a. Direktor der

kurfürstlichen Laboratorien in Dresden und in Berlin. Er hielt Vorlesungen

über Experimentalchemie in Wittenberg. »Seine mehr als dreißigjährige alchemistische

Praxis führte ihn auf die Entdeckung des Harnphosphors, des

Rubinglases und anderer chemischer Entdeckungen, die sein Andenken ehren«

(Schmieder). – Die ersten 6 Blätter gereinigt. Die Blätter des Registers

überwiegend mit Wasserrand. Titelblatt angefasert und durch Fehlstellen

im Falz mit geringem Buchstabenverlust. 11 Blätter mit kleinen Wurmspuren.

2 Blätter mit kleinem Eckabriss, (ohne Textverlust). Insgesamt, trotz

der beschriebenen Mängel, gut erhalten. – Partington II, 365; Ferguson I,

483; Duveen 329; Neu 2187; Brüning 3786.

78 Künstlich, Jonas. Der bewundernswürdige Taschenspieler

wel cher lehret dreyhundert belustigende Kunststücke. Zweyte völlig

umgearbeitete Auflage. Wien. Gerold. 1791. (18 × 11 cm). (4), 250 S.

Mit gestochenem Frontispiz. Moderner Pappband im Stil der

Zeit. € 1.700,–

ኵ78 ኵ

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Seltenes Zauberbuch mit 310 ausführlich beschriebenen und vom Verfasser

überprüften Taschenspieler- und Zaubertricks. – Das Frontispiz zeigt

einen barocken Salon mit einem Zauberer vor 3 Zuschauern. Im Rücken

ein Tisch mit verschiedenen Zauberutensilien. – Vereinzelt gering stockfleckig.

Zwei Blätter mit schwachem Fleck im Falz, sonst gut erhalten. –

VD18 10115897.

Aus der Bibliothek von Herzog

Maximilian von Leuchtenberg

79 Kutorga, S(tepan). Naturgeschichte der Infusionsthiere.

Text- und Tafelband in 2 Bänden. Karlsruhe. Groos. 1841. (22,5 × 14,5

und 28,5 × 22,5 cm). VIII, 143 S./ 18 S. Mit 7 (5 kolorierten) lithographierten

Tafeln. Grüne Halblederbände mit reicher Rücken- und

Deckelvergoldung. € 1.200,–

Erste deutsche Ausgabe in einem außergewöhnlichen Exemplar aus der Bibliothek

von Herzog Maximilian von Leuchtenberg. Die russische Originalausgabe

erschien 1839 in St. Petersburg. – Kutorga (1806–1861), Professor

für Zoologie und Paläontologie in St. Petersburg, war der erste Direktor

des dortigen zoologischen Museums und gilt als brillanter Anatom. Er war

einer der Ersten, der die paläozoischen Ablagerungen in den russischen

Ostseeprovinzen wissenschaftlich untersucht hat. Zu seinen Schülern gehörte

u. a. auch D. I. Mendelejeff. – Mit zwei gestochenen Exlibris. Text

stellenweise leicht stockfleckig. Insgesamt dekoratives Exemplar in sehr

guter Erhaltung.

80 Langsdorf, Karl Christian (von). Mechanische

und hydrodinamische Untersuchungen nebst vollständiger Anwendung

auf das Maschinenwesen bei Salzwerken. Altenburg. Richter.

1782. (23,5 × 19 cm). 408 (16) S. Mit gestochener Titelvignette, 5

gefalteten Kupfertafeln und 1 gefalteten Tabelle. Pappband der

Zeit. € 1.100,–

ኵ79 ኵ

Einzige Ausgabe dieses seltenen Werkes aus der Frühzeit seines Schaffens.

Es geht auf seine vierjährigen Erfahrungen im hessischen Salzwerk in Nidda

zurück und ist in die Bereiche Mechanik, Hydrodynamik und Bewegungskräfte

auf Salzwerken unterteilt. – Langsdorf (1757–1834), Professor

für Mathematik und Technologie in Erlangen und Heidelberg sowie Salinendirektor

in Gerabronn, war an der Entdeckung der badischen Salzquellen

bei Jagstfeld und Dürrheim maßgeblich beteiligt. Er veröffentlichte eine

ganze Reihe beachtenswerter mechanisch-technischer Werke mit meist

praktischer Ausrichtung. »Seine zahlreichen Schriften über Salinenwesen

(sind) … sehr verdienstlich zu nennen« (ADB). – Stellenweise etwas stockfleckig.

Stempel auf Einband und Titel. Einband etwas fleckig, berieben

und bestoßen. – Poggendorff I, 1372.

48


81 Laudoyer, Désirée. Reconstruction du pont de Tilsitt.

( Lyon. 1863–64). (44,5 × 59 cm). 1 Textblatt. Mit 10 montierten

Originalfotografien in Albuminabzügen auf je einer Tafel. Halblederband

der Zeit mit blindgeprägten Deckeln. € 7.500,–

Monumentale und seltene Fotodokumentation zur französischen Brückenbaukunst.

Sie zeigt den Abriss und Wiederaufbau der »Pont de Tilsitt« in

Lyon über die Saône in den Jahren 1863 bis 1864. – Die Fotografien im

Format 23 × 40 bis 33 × 44 cm sind bis auf die erste (diese mit handschriftlicher

Signatur) alle stempelsigniert. Sie zeigen die alte Brücke, ihren Abriss

und verschiedene Stadien des Aufbaus der neuen Brücke, einschließlich

der aufwendigen Holzgerüste sowie den fertigen Neubau. – Die zwischen

1634 und 1642 von J. Ch. Marie erbaute Brücke wurde immer wieder durch

Überschwemmungen zerstört und mehrfach wieder aufgebaut. Da die 1807

erbaute Brücke zu niedrig war und die Überschwemmungen – besonders

die von 1856 – noch verstärkte, fasste der Rat der Stadt den Entschluss,

sie abzureisen und durch eine höhere Brücke zu ersetzten. Diese Arbeiten

werden in vorliegendem Werk dokumentiert. Die Brücke wurde 1944

von deutschen Truppen gesprengt und zwischen 1946 und 1950 als Stahlbetonbrücke

wieder aufgebaut. 1964 wurde sie in »Pont Bonaparte« umbenannt.

– Das Textblatt gibt eine Einführung in die Geschichte der Brücke. –

Die Fotos teils gering stockfleckig, sonst gut erhalten. Die Trägerkartons

stellenweise leicht stockfleckig und mit Oberflächenbeschädigung durch

Insektenfraß (ohne Beeinträchtigung der Fotos). Einband etwas berieben.

Rücken mit kleiner Fehlstelle im Überzug. Insgesamt wohlerhalten. – Kein

Exemplar in einer öffentlichen Bibliothek nachweisbar.

ኵ81 ኵ

82 Lavoisier, (Antoine Laurent), G. de Morveau, C.

Berthol(l)et & A. de Fourcroy. Méthode de nomenclature

chimique. Paris. Cuchet. 1787. (20 × 12 cm). (4) 314 S. Mit 6 gefalteten

Kupfertafeln und 1 mehrfach gefalteten Tabelle. Lederband der

Zeit mit reicher Rückenvergoldung. € 1.900,–

Erster Druck der ersten Ausgabe eines Meilensteins der modernen Chemie,

mit allen bei Duveen/K. angegebenen Merkmalen. – »Zusammen mit Morveau

und Berthollet führte er eine völlig neue chemische Nomenklatur in der

Méthode de nomenclature chimique ein. So wurde das große Durcheinander

etwa bei der gültigen Anzahl der Elemente und der äußerst wunderlichen

Nomenklatur, die noch viele Begriffe der Alchimie enthielt, endlich vom

Tisch gefegt« (PMM). – Stellenweise etwas gebräunt bzw. stockfleckig. Tabellen

verso und Titel recto mehrfach gestempelt. Einband gering bestoßen.

Kapitale sauber restauriert. Insgesamt gut erhalten. – DSB 8, 80; Duveen/

Klickstein 126; Duveen 340; Norman 1291; PMM 238 (Anm.).

»A revolution in chemistry« (DSB)

49


First edition, first issue. With 1 printed and 6 engraved folding tables. Extremely

influential work, the basis of modern chemical nomenclature. »The first salvo

in Lavoisier’s campaign to convert the scientific world to his antiphlogistic

›new chemistry‹ … The new chemical nomenclature, originally developed by de

Morveau before he had converted to antiphlogisticism, was adopted by Lavoisier

as a means for communicating his new chemistry; its publication in the present

work marked a complete break with the past« (Norman). – Some browning and

spotting, stamps to title and tables verso. Contemporary calf, slightly bumped.

Head and tail of spine expertly restored. A very good copy.

83 Lefèvre d’Étaples, Jacques und Christiernus

Morsianus. Arithmetica speculativa Boetij per Jacobum Fabrum

Stapulensem in compendium redacta. Arithmetica practica Christierni

Morssiani in quinq(ue) partes digesta. Basel. Petri. (1536). (15,5 × 10 cm).

75 S. Moderner Pappband mit altem Material. € 2.400,–

ኵ83 ኵ

Hier die berühmte und weit verbreitete Einleitung von Faber Stapulensis

in die Arithmetik des Boethius; in vorliegender Ausgabe sehr selten. – Lefèvre,

latinisiert Faber Stapulensis, (1455–1536) war Lehrer für Philosophie

am Collège Lemoine in Paris und Erzieher von Prinz Karl, dem Sohn von

König Franz I. von Frankreich. Er gab die mathematischen Werke mehrerer

antiker Autoren heraus und gehörte nach Cantor »zu den berühmtesten

Franzosen« seiner Zeit. Besondere Bedeutung erlangte er jedoch durch vorliegende

Einleitung. – Stellenweise mit schwachem Wasserrand. Das letzte

Blatt mit Spuren eines entfernten Aufklebers. Insgesamt gut erhalten. –

VD16 L953; Smith, Rara arithmetica S. 27 (Anm.); vgl. Poggendorff I, 1405.

84 Lepaute, Jean-André. Traité d’horlogerie, contenant tout

ce qui est nécessaire pour bien connoître et pour régler les pendules et les

montres. Paris. Samson. 1767. (26,5 × 19,5 cm). (4) XXVIII, 308,

XXXXV, 12, 4 S. Mit 17 gefalteten Kupfertafeln. Dekorativer Halblederband

der Zeit mit hübscher Rückenvergoldung. € 2.900,–

ኵ84 ኵ

Zweite Ausgabe seines erstmals 1755 erschienenen Hauptwerkes, hier vermehrt

um den Anhang Description d’une nouvelle pendule policamératique. –

Der berühmte Pariser Hofuhrmacher Lepaute (1709–1789) verbesserte

wesentlich die von Ament erfundene Stiftenhemmung und sorgte damit für

ihre ausgedehnte Verbreitung. Er baute eine Großuhr für das Palais du Luxembourg,

verfertigte einige Pendeluhren mit nur einem Rad, verbesserte

die Scherenhemmung und fertigte atmosphärische Uhren an, die sich durch

Luftzug selbstständig aufzogen. Bekannt waren auch Lepautes Pendulen

mit Digitalanzeige. – Vereinzelt leicht stockfleckig bzw. angestaubt. Insgesamt

schönes breitrandiges Exemplar in guter Erhaltung.

50


85 Liebig, Justus (von). Anleitung zur Analyse organischer

Körper. Braunschweig. Vieweg. 1837. (22 × 14 cm). 4 S. Anzeigen, (4)

72 (2) S. Mit 1 mehrfach gefalteten Tabelle und 3 (2 lithographierten)

Tafeln. Original-Broschur, unbeschnitten. € 1.600,–

Seltene erste Ausgabe des um eine Tabelle erweiterten Sonderdrucks aus

dem 1842 erscheinenden Handwörterbuch der Chemie. Es ist damit eine

der ersten separat erschienenen Abhandlungen Liebigs. – Der Band enthält

alle Einzelheiten des berühmten Liebig’schen Verfahrens zur organischen

Analyse mit einer Beschreibung des von ihm vervollkommneten »Kaliapparates«.

»His insistence that chemistry could be applied to agriculture marks

the beginning of the practical applications of chemistry which dominated

his life« (Dibner). »Man darf … Liebig allein wegen seines Verfahrens der

Elementaranalyse als den Begründer der organischen Chemie bezeichnen«

(Volhard). – Die Anzeigen enthalten einen Prospectus für das von Liebig

und Poggendorff herausgegebene Handwörterbuch der reinen und angewandten

Chemie. – Stellenweise etwas stockfleckig. Der empfindliche

Einband angestaubt und leicht bestoßen. Rücken mit kleiner Fehlstelle. –

Paoloni 237; Horblit 67; Dibner 46.

Die Elementaranalyse

86 Linné, Carl von. Vollständiges Natursystem des Mineralreichs

nach der zwölften lateinischen Ausgabe in einer freyen und vermehrten

Uebersetzung von Johann Friedrich Gmelin. 4 Bände. Nürnberg.

Raspe. 1777–79. (20 × 12 cm). (4) 652 S./ (16) 496 (8) S./ (14)

486 S./ LXIV, 528 (richtig 548) (12 (2 w)) S. Mit 57 gefalteten Kupfertafeln.

Halblederbände der Zeit. € 2.800,–

Erste deutsche Ausgabe seines mineralogisch-paläontologischen Hauptwerkes.

– »Linné attached great importance to crystal structure for classification

and thus was one of the pioneers in crystallography … More important

were his contributions to paleontology and historical geology: he described

many fossils, including trilobites (entomolithus), which he correctly

placed among the arthopods« (DSB). – Vorsätze etwas leimschattig und mit

Prägestempel. Stellenweise leicht gebräunt bzw. etwas stockfleckig. Vereinzelt

mit kleinen Wurmspuren, überwiegend im weißen Rand. Drei Tafeln

etwas angerändert. Einband leicht bestoßen. Insgesamt gut erhalten. – DSB

8, 374; Soulsby 100; Hoover 542; Freilich 360.

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51


ኵ87 ኵ

87 Linné, Carl von. Vollständiges Pflanzensystem nach der

dreyzehnten lateinischen Ausgabe und nach Anleitung des holländischen

Houttuynischen Werks übersetzt und mit einer ausführlichen Erklärung

ausgefertigt. 14 Teile in 15 Bänden. Nürnberg. Raspe. 1777–88.

(21 × 13 cm). Mit 1 gestochenem Porträt und 121 gefalteten Kupfertafeln.

Pappbände der Zeit mit handschriftlichen Rückenschildern.

€ 4.500,–

Erste deutsche Ausgabe seines botanischen Meisterwerkes in einem vollständigen

Exemplar. – Linné (1707–1778), schwedischer Naturforscher

und Professor in Uppsala, reformierte die Systematik der Botanik grundlegend.

Er zog die Geschlechtsorgane zur Bestimmung der Arten heran und

führte die binäre Nomenklatur bei deren Bezeichnung ein. Sein Werk gilt

als Ausgangspunkt der modernen systematischen Botanik. – Kleiner alter

Stempel auf Vorsatz. Vereinzelt minimal stockfleckig. Register mit Anmerkungen

von alter Hand. Mit altem Bibliotheksrückenschild. Insgesamt

sauberes und gut erhaltenes Exemplar in uniform gebundenen zeitgenössischen

Einbänden. – Pritzel 5431; Soulsby 577; Sandberg 21; Hulth S. 12.

»The most important of the period«

(M. W. Adamson)

88 Lobera de Avila, Luis. Ein nutzlich Regiment der gesundtheit,

Genant das Vanquete, oder Gastmal der Edlen diener von der Complexion,

Eigenschafft, Schad, und nutz allerley Speyß, Trancks, und von

allem, darmit sich der mensch in gesundtheit enthelt, Mit sampt einem

kurtzen Regiment, Wie man sich in der Pestilentz, Pestilentzischen fieber

und Schweyß halten sol … ehemals in Lateinischer und Hyspanischer

sprach beschriben, Und durch … Michaelem Krautwadel … verteütscht.

Augsburg. Steyner. 11. Mai 1531. (19 × 14 cm). 5 nn., XC num., 3 (1w)

nn. Bll. Mit großem Titelholzschnitt, 5 Textholzschnitten sowie

zahlreichen Holzschnitt-Initialen. Blindgeprägter Schweinslederband

der Zeit über Holzdeckel. € 7.500,–

Sehr seltener zweiter Druck der ersten deutschen Ausgabe des bereits 1530

in spanischer Sprache erschienenen Vanquete de los nobles cavalleros. Die

deutsche Ausgabe wurde erstmals am 20. Februar 1531 ebenfalls bei Steiner

gedruckt. Mit Druckprivileg Kaiser Karls V. und Druckgenehmigung des

52


Verfassers für Steiner. – Loberas Werk umfasst 67 Kapitel und enthält im

ersten Teil eine 52 Kapitel umfassende Diätetik, in der er die verschiedenen

Nahrungsmittel und Getränke, ihre Eigenschaften und Zubereitung eingehend

beschreibt. U. a. mit Kapitel über den Gebrauch des Bades bzw. des

Wassers, Nutzen und Schaden von Wein und Bier, Brot, Honig, Granatäpfel,

Zucker und Pfifferlinge sowie das Verhalten bei Reisen zu Land und

zu Wasser. Die letzten 15 Kapitel enthalten ein Pestbuch, das später auch

separat veröffentlicht wurde. Lobera zitiert in seinem Werk häufig Autoritäten

wie Avicenna, Galen, Rasis (Abu Bakr Muhammad ibn Zakariya

ar-Razi) und Isaac Israeli. »Renaissance works on dietetics are a rich source

for the study of medieval and early modern food history in Spain … The

best example of this type of literature is found in the works of Luis Lobera

de Ávila, which are considered the most important of the period« (M. W.

Adamson, Regional Cuisines of Medieval Europe). – Über den Verfasser

ist lediglich bekannt, dass er gegen Ende des 15. Jahrhunderts in Avila geboren

wurde, in Salamanca und Paris studierte und kurze Zeit in Ariza als

Arzt praktizierte. Als Leibarzt von Karl V. von Spanien bereiste er ganz

Europa und Teile von Afrika. – Auch über den Übersetzer ist biographisch

wenig zu ermitteln. Er nennt sich »der Freyen Künst und Artzney Doctor

zu Landsperg« (Landsberg am Lech), ist Verfasser eines astrologischen

Traktats und widmet die vorliegende Übersetzung dem Abt des Klosters

Wessobrunn. – Die schönen, Hans Burgkmaier, Hans Weiditz und Jörg

Breu zugeschriebenen Holzschnitte zeigen u. a. den Verfasser als Ratgeber

bei einem Bankett (Titelholzschnitt) bzw. in seinem Arbeitszimmer sitzend,

einen Arzt im Krankenzimmer beim Aderlass, ein Segelschiff mit sitzenden

Passagieren sowie einen Aderlassmann zu Beginn des Pestregiments. –

Gereinigtes und neu aufgebundenes Exemplar. Vorsätze erneuert. Oberer

Rand knapp beschnitten, Kolumnentitel und Blattnummerierung teils etwas

angeschnitten. Vereinzelt gering fleckig. Einband alterbedingt etwas

fleckig. Die beiden Schließen fehlen. Insgesamt wohlerhalten. – Jöcher II,

2481; VD16 L 2170; British Museum STC 522; Weiss, Gastronomia 2335;

Schraemli 288; Durling 2835; vgl. Vicaire 533 (Ausg. 20. Februar).

89 Maindron, Ernest. Les Affiches Illustrées (1886–1895).

Paris. Boudet & Tallandier. 1896. (32 × 23 cm). (6) II, 251 (2) S., 1 Bl.

Anzeigen. Mit 64 farbig lithographierten Tafeln und zahlreichen

(31 ganzseitigen, davon 8 farbig lithographierten) Textabbildungen.

Dunkelblauer Halblederband der Zeit mit beigebundenem illustriertem

Original-Umschlag. € 6.500,–

Erste Ausgabe dieser wunderschönen Monographie zur französischen Plakatkunst

des »Fin des siècle« in einem von 1000 nummerierten Exemplaren

»sur papier vélin« (Gesamtauflage: 1025). – Der Band enthält neben

ኵ89 ኵ

53


den prachtvollen und dekorativen Lithographien von Chéret (37 Plakate),

Toulouse-Lautrec (3 Plakate), Steinlen (2 Plakate), Mucha (1 Plakat) und

Grasset (6 Plakate) etc. auch ein ca. 900 Nummern umfassendes Werksverzeichnis

der Plakate von Jules Chéret. – Schönes und wohlerhaltenes

Exemplar.

90 Matthiolus, Pietro Andrea. Commentaires sur les six

livres de Ped. Dioscoride Anazarbeen de la matière médecinale … Mis en

François sur la dernière édition Latine de l’autheur, par Jean des Moulins.

Paris. Rouillé. 1572. (39,5 × 25 cm). (104) 819 (24 (2w)) (32) S. Mit

Holzschnitt-Titelporträt und über 1000 Textholzschnitten. Moderner

Pergamentband im Stil der Zeit. € 4.500,–

ኵ90 ኵ

Dritte französische Ausgabe des berühmten Kräuterbuches, hier erstmals

in der Übersetzung von Des Moulins. – »Das Ziel, das der italienische Arzt

Pier Andrea Mattioli mit seinem Werk verfolgte, ist, ähnlich wie es Brunsfeld

vorschwebte, eine philologische Renaissance der Alten, allerdings mit

weit stärkerem medizinischen Akzent. Dies sowie der gewichtige gelehrte

Apparat … . waren wohl die Gründe für die weite Verbreitung seines

Werkes …« (Nissen). – Illustriert »mit Kopien teils nach den kleinen, teils

nach den großen Figuren bereichert um Abbildungen von Reptilien und

Insekten« (Nissen). Die Holzschnitte zeigen überwiegend Pflanzen (teils

mit kleinen Insekten am Rand) sowie einige Tiere, darunter Fische, Krebse,

Vögel und Insekten. Das letzte Kapitel über Destillation mit 6 hübschen

Holzschnitten von Destillierapparaten. – Durchgehend regliert. Die 16

Blatt »Advertissement« an den Schluss gebunden. – Titel sauber restauriert

und mit Besitzeinträgen von alter Hand (teilweise gelöscht). Die ersten und

letzten Blätter mit geringen Randläsuren. Ein Blatt Index mit Eckabriss

(ohne Textverlust). Kopfschnitt mit kleinem Tintenfleck. Insgesamt schönes

Exemplar nur stellenweise minimal gebräunt bzw. vereinzelt gering fleckig.

– Nissen BBI 1313; Durling 3017; Plesch 513.

French edition of this classic herbal, bound in recent vellum in old style. With

more than 1000 woodcuts in text. – Some leaves with small marginal creases, one

corner of index torn off (no loss of text); some mild browning or brownstaining in

places. Title expertly restored and with several old ownership inscriptions (partly

deleted), but overall a fine and well preserved copy.

91 May, Jakob. Beschreibung und Geschichte der königlichen

Schlösser und Lustgärten von Würzburg, Aschaffenburg, Veitshöchheim,

Werneck und Bad Brückenau. Würzburg. Bauer. 1830. (21 × 13,5 cm).

VIII, 124 (1) S. Mit lithographiertem Frontispiz und 3 lithographierten

Tafeln von S. Hesselbach. Pappband der Zeit mit Deckelvergoldung

und dreiseitigem Goldschnitt. € 980,–

54


Einzige Ausgabe in einem Exemplar aus der Bibliothek der Herzöge von

Bayern. – Der Band beschreibt den Bau und die Anlagen der Residenz in

Würzburg, des Schlosses von Veitshöchheim, des Lustschlosses in Wernek,

des Schlosses in Aschaffenburg, des Lustschlosses in Bad Brückenau, des

Hofgartens in Würzburg und der Lustgärten in Veitshöchheim, Wernek,

Aschaffenburg, Schönthal, Schönbusch und Bad Brückenau. Daneben sind

biographische Notizen von Fürst Johann Philipp von Schönborn, Friedrich

Karl von Schönborn, Balthasar Neumann und Kurfürst Johann Suicard von

Kronenberg enthalten. – Die hübschen Ansichten zeigen die Residenz zu

Würzburg, das Schloss zu Aschaffenburg, das Schlösschen im Schönbusch

und von Bad Brückenau. – Vereinzelt etwas stockfleckig. Einband stellenweise

mit kleinen braunen Flecken, sonst sauberes und wohlerhaltenes Exemplar.

92 Meuder, E(rnst) P(eter). Analysis Antimonii physicochymico-rationalis,

Darinn der Grund aller gewöhnlichen und bekandten

Processe dieses Mineralis deutlich gezeiget wird. Deme … noch beygefüget

ist … Dresden und Leipzig. Hilscher. 1738. (17,5 × 10,5 cm).

239 S. Moderner Pappband im Stil der Zeit. € 1.300,–

Einzige Ausgabe mit dem überarbeiteten Traktat Von den Antimonialischen

Tincturen im Anhang. – Der Dresdner Chemiker Meuder (1675–1743),

Schüler von Stahl, zeigt hier, dass das von Basilius Valentinus hergestellte

amorphe Schwefelantimon und das von de La Ligerie unter der Bezeichnung

Karthäuserpulver vertriebene Mittel identisch sind und in den Arzneischatz

als Mineralkermes Eingang fanden. – Durchgehend etwas gebräunt bzw.

braunfleckig. Titel mit Besitzeintrag von alter Hand, sonst wohlerhalten. –

Kopp IV, 103; Duveen 401; Ferchl 354; Blake 303; Brüning 4315.

93 (Meyer, W.). (Beschreibungen wissenschaftlicher Instrumente). –

Und: Praktische Geometrie. Deutsche Handschrift auf Papier. 2 Teile

in 1 Band. (Giessen. Ca. 1856–58). (34 × 22 cm). (8 (2w)) 418 S.; 65

(8w) S. Mit einigen kleinen Textabbildungen und 9 Tafeln mit 86

(1 kolorierten) Federzeichnungen jeweils auf beiden Seiten. Leinwandband

der Zeit mit Deckelschild. € 1.500,–

Umfangreiche Handschrift mit Beschreibungen von 215 Instrumenten,

teilweise basierend auf zeitgenössischen Literaturvorlagen bzw. Studienunterlagen.

Zum Verfasser W. Meyer konnte nichts in Erfahrung gebracht

werden, außer dass er sich auf der ersten Seite des zweiten Teils selbst als

Kopist bezeichnet. – Zu den detailliert beschriebenen Instrumenten gehören

u. a.: Theodolite, Nivellier-Instrumente, Planimeter, Boussolen, Induktions-Apparate,

Zeiger-Telegraphen, Schleifmaschinen für optische Gläser,

Ampères Apparat, Induktions-Schlittenapparate, Goldblatt-Elektroskope,

ኵ93 ኵ

55


Gyroskope, Elektrisiermaschinen etc., teils mit Angabe der Erfinder bzw.

Hersteller. Die 86 detaillierten Federzeichnungen am Ende des Bandes

sind blattweise datiert mit Giessen, Juni bis September 1856 und zeigen

die beschriebenen Geräte. Nur ein kurzer eingefügter Textnachtrag ist auf

Innsbruck, Dezember 1858 datiert. – Im zweiten Teil beschreibt Meyer das

Distanzmessen, die Messkette, den Winkelspiegel, das Messen mit dem

Messtisch und der Boussole, den Theodolit, die barometrische Höhenmessung,

das Nivellieren, den Spiegelsextant sowie in einem 14 Seiten umfassenden

Anhang verschiedene Waagen. – Stellenweise etwas stock- bzw.

fingerfleckig. Vorsätze im Falz gebrochen. Einband berieben. Ecken und

Kapitale abgestoßen. Insgesamt, trotz der Gebrauchspuren, gut erhalten. –

Beiliegend: Drei wohl nicht ursprünglich zugehörige Federzeichnungen zu

einer Orgel.

94 Micheli du Crest, (Jacques Barthélemy). Kleine

Schriften von den Thermometern und Barometern. Augsburg. Klett.

1770. (17,5 × 10,5 cm). (16) 227 S. Mit 1 gefalteten Kupfertafel und 1

mehrfach gefalteten Tabelle. – Beigebunden: Georg Friedrich

Brander. Kurze Beschreibung zweyer besonderer und neuer Barometer

… Ebendort. 1772. 24 S. Mit 1 gefalteten Kupfertafel. Moderner

Halblederband im Stil der Zeit. € 1.700,–

ኵ94 ኵ

Zu I: Dritte, wesentlich erweiterte deutsche Ausgabe des erstmals 1757 bzw.

1765 erschienenen Werkes. Von besonderem Interesse sind bei dieser Auflage

nicht nur eine weitere von Micheli angefügte Schrift, sondern der von

Brander selbst verfasste Beitrag Nachricht von dem Universal-Thermometer,

in dem er ausdrücklich darauf hinweist, dass er Michelis Thermometer

herstellt und verkauft. – Der schweizer Physiker, Kartograf und Geodät

Micheli du Crest (1690–1766) war nicht nur mit seinem Konzept für eine

Landesvermessung der Schweiz seiner Zeit um etwa hundert Jahre voraus,

sondern trug auch wesentlich zur Entwicklung des Thermometers im 18.

Jahrhundert bei. Er entwickelt eine Methode zur Eichung der Thermometer-Röhren

mit Hilfe eines verschiebbaren Quecksilberfadens und der

Quecksilbertropfenmethode. Er ersetzt das übliche Weingeist-Wasser-

Gemisch durch reinen Weingeist, um das Einfrieren der Thermometer

zu verhindern. Den Siedepunkt schiebt er durch die Luftfüllung über der

Flüssigkeitssäule hinaus. Als unteren Fixpunkt wählt er ab 1742, im Gegensatz

zu der vielfach verwendeten Kellertemperatur des Pariser Observatoriums,

die Temperatur des Wassers im Eis und als oberen Fixpunkt

den Siedepunkt des Wassers. Michelis Thermometerskala gilt als eine der

ersten Skalen mit einer Einteilung in Hundert-Grad-Schritten. Die von ihm

entwickelten Thermometer waren zu ihrer Zeit sehr beliebt. Anfänglich

fertigt er sie selbst an, bis er 1755 G. F. Brander kennenlernt, der an der Her-

56


stellung großes Interesse zeigt. – Zu II: Einzige Ausgabe dieser eigenständig

erschienenen Beschreibung zweier Michelis-Thermometer. Sie dient

als Zusatz zu den von Micheli du Crest verfassten Kleine(n) Schriften von

den Thermometern und Barometern. – Brander (1713–1783), Schüler von J. G.

Doppelmayr, war einer der berühmtesten und bedeutendsten Instrumentenbauer

seiner Zeit. Seine Geräte zeichnen sich durch Schönheit und Sorgfalt

der Herstellung aus. Besonders seine Thermometer sind von großer

Seltenheit. – Druckschriften von G. F. Brander Nr. 12. – Vereinzelt gering

stockfleckig, sonst sauber und wohlerhalten.

95 Mode und Kostüm. Privat zusammengestelltes Textilmusterbuch

für oder von einem Schneider. Verschiedene Orte. 1857–77.

(19 × 11,5 cm). Ca. 70 nn. Bll. Mit ca. 120 montierten Original-Stoffproben

sowie ca. 70 kleinen Original-Bleistiftzeichnungen. Leinwandband

der Zeit (Deckeltitel »Lina«). € 1.250,–

Reizvolles Musterbuch mit Stoffen für die Damenmode der Zeit, vermutlich

zur Präsentation von Entwürfen oder auch als Arbeitsnachweis angelegt.

Die Doppelseite meist mit ein bis zwei montierten Stoffproben (ca.

7 × 10 cm bis 16 × 19 cm), die auf der gegenüberliegenden Seite bezeichnet

werden, mit Angaben von Ort und Jahr. Darunter vielfach eine etwa halbseitige

feine Bleistiftzeichnung mit Kleiderbeispielen bzw. Kostümskizzen.

Der Nachweis umfasst den Zeitraum von 1857–1877 und u. a. die Orte

Hermannstadt, Ulm, Brünn, Prag und Graz. Das erste Blatt enthält einen

auf 1867 datierten und mit Rudolf Rohn unterzeichneten handschriftlichen

Widmungsspruch. – Seiten teilweise etwas bestoßen und gering fleckig sowie

vereinzelt leicht eingerissen. Die Stoffproben frisch, zum Teil etwas

ausgefranst. Einband auf Grund der Fülle des Inhalts mit gewölbten Deckeln,

gering berieben und bestoßen. Insgesamt gut erhalten.

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96 Möllinger, O(tto). Bewegliche Himmels-Karte mit Horizont

nebst Erklärung ihrer Construction. 2. durchaus verbesserte und

mit einem Sternatlas vermehrte Auflage. (Schaffhausen. Brodtmann.

Ca. 1850). (59 × 59 cm). Achteckiger Karton mit 2 runden lithographierten

Sternkarten, davon eine mit Drehmechanismus. € 2.200,–

Seltene, erstmals 1847 erschienene Planisphäre mit ausgestanzten und im

Gegenlicht leuchtenden Sternen. – Der in Speyer geborene und später nach

Solothurn gezogene Naturwissenschaftler Möllinger (1814–1886) verfasste

mehrere Werke zur Astronomie und betätigte sich dort auch als Erfinder

und Unternehmer. – Leicht angestaubt. Kanten etwas bestoßen, sonst gut

erhalten. Ohne das separate Textheft. – Poggendorff II, 167.

97 Morley, Christopher Love (Hrsg.) Collectanea chymica

Leydensia, id est, Maetsiana, Margraviana, Le Mortiana. Leiden.

Drummond. 1684. (21 × 16 cm). (32) 506 (21) S. Pergamentband der

Zeit. € 1.450,–

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Erste Ausgabe. – Das Hauptwerk des englischen Alchimisten und Mediziners

ist eine Sammlung von 552 chemisch-alchemistischen und pharmazeutischen

Abhandlungen und Rezepten nach Vorlesungen der Leidener

Professoren de Maets, Margravius und Le Mort. – »The Collectanea

contains recipes arranged topically in alphabetical order, the name of the

author (de Maets, Margravius, and Le Mort) responsible for each being given

in the margin« (Partington). – Exlibris. Innendeckel mit Wurmspuren.

Vereinzelt leicht stockfleckig bzw. gebräunt. Stellenweise mit Marginalien

von alter Hand. Pergament an der vorderen Kante des Vorderdeckels leicht

beschädigt. Insgesamt wohlerhalten. – Partington II, 736; Thorndike VIII,

152; Ferchl 369; Ferguson II, 110; Krivatsy 8107; Wellcome IV, 182; Bolton

373 (Anm.).

58


98 Münster, Sebastian. Rudimenta mathematica. Haec

in duos digeruntur libros, quorum prior geometriae tradit principia seu

prima elementa … Posterior vero omnigenum horologiorum docet delineationes.

Basel. (Petri. 1551). (31,5 × 21 cm). (12 (2w)) 242 (2) S. Mit

großem Titelholzschnitt, 1 gefalteten Holzschnitttafel, 178 teils

figürlichen Textholzschnitten, teilweise von H. Holbein d. J. und

Druckermarke am Schluss. – Beigebunden: Andreas Schöner.

Gnomonice … hoc est: De descriptionibus horologiorum sciotericorum

omnis generis … libri tres. His addita sunt eiusdem autoris: Gnomonices

mechanices … De inventione lineae meridianae … De compositione astrolabii.

Nürnberg. Montan und Neuber. 1562. 6 nn., CVIII num. Bll.

Mit 4 (2 doppelblattgroßen) Holzschnitttafeln, 148 teils blattgroßen

Textholzschnitten, figürlicher Holzschnitt-Kopfleiste auf dem Titel

und Druckermarke am Schluss. – Beigebunden: Gio(vanni)

Battista Benedetti. De gnomonum umbrarumque solarium usu

liber. Turin. Bevilaquas Erben. 1574. 6 nn., 123 num., 1 w. Bll. Mit

Wappenholzschnitt auf dem Titel und zahlreichen schematischen

Textholzschnitten. Flexibler Pergamentband der Zeit auf 3 durchgezogenen

Bünden. € 19.000,–

Schöner Sammelband mit drei frühen, bedeutenden und seltenen Werken

über die Konstruktion von Sonnenuhren – jeweils in erster Ausgabe. –

Zu I: Die Rudimenta erschien ein Jahr vor Münsters Tod, hier mit der oft

fehlenden großen Holzschnitttafel von H. Holbein. »The most sumptuously

illustrated work of Münster, the second part represents his final word

on sun-dials and enlarges on the 1531 and 1533 quarto editions. Wall-dials

especially, are described, and a number illustrated, so are the Kratzer type

of polyhedral dial, Koebel’s, Finé’s, etc., dials, the scapha, nocturnals, etc.«

(Weil). Der erste Teil enthält eine Einführung in die Geometrie und die

Vermessungskunde, der zweite Teil besteht aus der dritten lateinischen

Ausgabe der Horologiographia von 1533 mit Beschreibungen zur Konstruktion

von Sonnenuhren. Neben geometrischen Holzschnitten enthält der

Band eine schöne Folge von halbseitigen Tierkreiszeichen (Holbein d. J.

zugeschrieben), 7 allegorischen Planetenzeichen, zahlreiche Sonnenuhren

und Beispiele für die Feldmessung. Die Holzschnitttafel mit der dekorativen

Darstellung einer Wandsonnenuhr. – VD16 M6675; Adams M 1939;

Burmeister 54; Zinner 2022; Houzeau-Lancaster 11364; Libri rari 198;

Weil, Catalogue 32/236. –

Zu II: Seltene, reich illustrierte und von Zinner als »bedeutsam« bezeichnete

Monographie zur Gnomonik. Es ist das Hauptwerk des aus Nürnberg

stammenden und in Diensten des Landgraften Wilhelm IV., des Weisen,

von Hessen-Kassel stehenden Astronomen Andreas Schöner (1528–1590).

Er beschreibt im ersten Teil den Entwurf von Sonnenuhren auf ebenen Flä-

ኵ98 ኵ

59


chen und im zweiten Teil auf gekrümmten Flächen mit Hilfe von Kegelschnitten.

Im dritten Teil behandelt er Zeitmesser wie Sonnenquadranten,

Uhrentäfelchen und Säulensonnenuhren. Den Schluss bildet die Beschreibung

der Herstellung eines Astrolabs und einer Scheibe zur Sterndeutung.

Zusätzlich stellt Schöner ein neues Verfahren zur Bestimmung der Mittagslinie

mit Hilfe eines oben gekrümmten und mit einem Loch versehenen

Schattenstabes vor. »Schöner war ein scharfsinniger Theoretiker, scheint

sich aber mit der Herstellung von Sonnenuhren nicht abgegeben zu haben,

wenn er auch die Mängel mancher Sonnenringe wohl erkannt hat« (Zinner,

Instrumente S. 68). – VD16 S3458; Adams S 677; Houzeau-Lancaster 11370;

Zinner 2291; Honeyman 2800; Astronomie im frühen Buchdruck 56. –

Zu III: Von Riccardi als »raro ed assai apprezzato« bezeichnetes Werk zur

Gnomonik. – »Benedetti is of special significance in the history of science as

the most important immediate forerunner of Galileo … Benedetti’s first publication

after his move to Turin was a book on the theory and construction

of sundials, De gnomonum, the most comprehensive treatise on the subject

to that time. It dealt with the construction of dials at various inclinations and

also with dials on cylindrical and conical surfaces« (DSB). »Den Gedanken,

das Sonnenlicht durch einen Spiegel aufzufangen und dadurch auf Zifferblätter

an Häusern zu lenken, scheint J. B. Benedictus zuerst in seinem Buch

De gnomonum … geäußert zu haben. Es gibt jedoch Umstände, welche annehmen

lassen, daß Nik. Coppernicus sich mit diesem Gegenstand beschäftigt

hatte. Coppernicus hat über Sonnenuhren und besonders solche mit

Spiegeln nichts veröffentlicht. Daher ist das Buch des Benedictus das erste

auf diesem Gebiete« (Zinner, Instrumente S. 76). – DSB 1, 604; EDIT16

CNCE 5165; Adams B 653; Houzeau-Lancaster. 11377; Riccardi I/1, 111. –

Stellenweise papierbedingt leicht gebräunt. Sehr vereinzelt gering fingerfleckig

bzw. am unteren Rand etwas braunfleckig. Titel mit Besitzvermerk

von alter Hand und im oberen Rand jeweils mit nahezu unmerklicher Restaurierung.

Die Tafel des ersten Werkes am oberen Rand etwas knapp beschnitten.

Einband altersbedingt etwas gewellt, leicht fleckig und mit Resten

der Bindebänder. Insgesamt schöner und gut erhaltener Sammelband in

zeitgenössischem Einband.

A fine horological sammelband with three rare works in first editions. – Minor

browning in places, slight spotting or thumbing, small restoration to upper

margin of titles. Bound in contemporary limb vellum, some spotting to rear cover.

A fine copy.

99 N(axagoras), E(hrd) v(on). Der im guten Ruff und Auffnehmen

stehenden auch zu vielen mahlen schon frisch wieder aufgelegten

Alchymiae denudatae … oder Wunders der Natur anderer Theil … Leipzig.

Strauß. 1727. (17,5 × 10,5 cm). (20) 348 S. Moderner Pappband

im Stil der Zeit. € 950,–

60


61

ኵ98 ኵ


Erster Ausgabe des separat erschienenen zweiten Teils. – »Nach der Zahl

seiner Bücher und der Auflagen, in welchen die meisten derselben wiederholt

veröffentlicht wurden, stand E. v. N. in den ersten Decennien des vorigen

(18.) Jahrhunderts bei den Deutschen Alchemisten als Schriftsteller und

vermeintlicher Kenner Hermetischer Geheimnisse in Ansehen. Von ihm

angegebene Processe wurden zu seiner Zeit und selbst noch später beachtet

… (der) zweite Theil ist von dem ersten darin merklich verschieden, dass

in ihm bei Weitem weniger auf angeblichen Versuchen Beruhendes und

sie Betreffendes vorgebracht, dagegen viel mehr auf von anderen alchemistischen

Schriftstellern Gesagtes Bezug genommen ist« (Kopp). – Stellenweise

leicht gebräunt bzw. fleckig. Mit Farbstiftanmerkungen und Notizen

auf zwei beigebundenen Blättern von alter Hand, sonst gut erhalten. – Ferguson

II, 127; Duveen 425 (Anm.); Kopp II, 211–13; Rosenthal BMP 627;

Brüning 3984.

100 Nazari, Giovanni Battista. Della tramutatione metallica

sogni tre. Brescia. Marchetti. 1599. (21,5 × 15 cm). (16) 231 S. Mit

16 teils blattgroßen Holzschnitten, darunter mehrere Wiederholungen

und 2 Druckermarken (Aldus-Anker). Moderner Halblederband

im Stil der Zeit. € 4.400,–

ኵ100 ኵ

Dritte Ausgabe von Nazaris Träumen über die metallische Transmutation,

erstmals 1564 erschienen und gleichzeitig erste Ausgabe mit der Concordanza

de filosofi. – Es ist das Ergebnis seiner 40-jährigen Nachforschungen und

enthält u. a. eine der ersten Bibliographien alchemistischer Werke (SS. 135–

144), die ihrer exemplarischen Bedeutung wegen von Thorndike komplett

abgedruckt wurde. Bemerkenswert sind auch die ungewöhnlichen Holzschnitte.

– »Nazari had read an infinity of authors, even those little known,

and had worked at the subject for forty years« (Ferguson). – Stellenweise

etwas fleckig und mit Notizen von alter Hand. Titel gestempelt und mit alt

hinterlegten Fehlstellen sowie Textergänzungen. – Ferguson II, 131; Duveen

426; Rosenthal 630; Schmieder 294; Mellon 55; Brüning 734; Kopp

II, 353.

101 Neue und wohl-approbirte Haus- und Kunst-Übung, aus welcher

nicht nur allein grosse und vornehme Künstler, als Mahler, Bildhauer,

Kupferstecher, Goldschmiede, Wachspossierer, Illuministen, etc … eine

gute Wissenschaft heben und erlangen können. Nürnberg. Trautner.

1715. (16,5 × 10 cm). (4) 800 (64) S. Mit doppelblattgroßem Titel

in Rot und Schwarz sowie einem doppelblattgroßen gestochenen

Frontispiz. Blindgeprägter Schweinslederband der Zeit über Holzdeckel

mit 2 intakten Schließen. € 1.900,–

62


Einzige Ausgabe dieses seltenen Nürnberger Kunst- und Werkbuches mit

einer umfangreichen Sammlung von Rezepten und Anleitungen für Juweliere,

Glockengießer, Glas- und Stein-Schneider, Maler, Lackierer, Firnissieder,

Drechsler, Schreiner, Kattundrucker, Färber, Buchbinder, Futteralmacher,

Weinhändler, Wirte etc. Das Frontispiz zeigt die thronende Minerva

als Patronin der Künste und des Handwerks inmitten eines Kunstkabinetts.

– Ränder etwas stockfleckig. Stellenweise mit kleinen Ausrissen

im weißen Rand. Titel und Frontispiz mit angefaserten Fehlstellen und

leichtem Textverlust. Hinterer Vorsatz erneuert. Einband alterbedingt etwas

gebräunt. Insgesamt schönes und gut erhaltenes Exemplar in einem

zeitgenössischen Einband. – Schießl 39.

102 Nottnagel, Christoph. Synopsis mathematica continens

mathesin generalem. Arithmeticam. Geometriam. Astronomiam. Geographiam.

Wittenberg. Röhner. 1648. (13,5 × 7,5 cm). (18) 422 (recte

362) S. Pergamentband der Zeit. € 1.400,–

Seltene erste Ausgabe. – »Das beliebteste von Nottnagel’s Lehrbüchern

war offenbar die … Synopsis mathematica …, aus dem in seiner Art trefflich

disponirten Werkchen erhellt so recht deutlich, wie bescheiden die Anforderungen

eines akademischen Mathematikers jener Zeit gewesen sind.

Enthält das winzige Buch doch auch die physische und politische Erdkunde

und u. a. eine verhältnißmäßig ziemlich ausführliche Hydrographie« (ADB

24, 45). – Nottnagel (1607–1666), Professor für Mathematik und Physik

in Wittenberg, wurde besonders durch obiges Werk bekannt. – Stempel

auf Vorsatz. Papierbedingt gering gebräunt. – Vgl. Poggendorff II, 302 und

Houzeau-Lancaster 9325 (beide die Ausgabe 1665); nicht VD17.

103 Ohm, G(eorg) S(imon). Versuch einer Theorie der durch galvanische

Kräfte hervorgebrachten elektroskopischen Erscheinungen. Band 6:

SS. 459–469 und Band 7: SS. 45–54. – (Und:) Ein Nachtrag zu dem

vorstehenden Aufsatz des Hrn. Dr. Ohm. SS. 117–118. In: Annalen der

Physik und Chemie. 2 Bände. Leipzig. Barth. 1826. (21 × 12,5 cm).

(12) 514 (2) S./ (12) 536 S. Mit 11 (9 gefalteten) Kupfertafeln, davon 2

mit beweglichen Teilen. Pappbände der Zeit. € 1.400,–

ኵ103 ኵ

Erste Ausgabe von Ohms zweiter großen Arbeit zur Theorie der galvanischen

Elektrizität, in der er eine vereinfachte Form seines Gesetzes entwickelt und

mit dessen Hilfe er erfolgreich die bei offenen und geschlossenen Stromkreisen

auftretenden Phänomene erklären kann. – »Ohm’s second major paper

of 1826 announced the beginnings of a comprehensive theory of galvanic

electricity based, he said, on the fact that the contact of heterogenous bodies

produced and maintained a constant electric tension (Spannung). He deferred

Das Ohmsche Gesetz

63


the systematic exposition of this theory to a later work, however, and limited

himself to stating without derivation the two equations that constituted its

heart: X=kw(a/l) and u-c = +/- (x/l)a, where X is the strenght of the electric

current in a conductor of lenght l, cross section w, and conductibility (Leitungsvermögen)

k produced by a difference in electric tension a at its end points …

By means of the first equation one can … reduce the actual lenght of a wire of

whatever cross section and conductibility to the equivalent lenght of one of the

wire chosen arbitrarily as a standard. Letting l now be this equivalent lenght –

called the reduced lenght ( reducirte Länge) of the conductor – Ohm wrote his

first law in the simpler form X=a/l, the expression which has become known

as Ohm’s law« (DSB). – Gestempelt. Stellenweise leicht angestaubt und etwas

stockfleckig. Rechte untere Ecke der ersten Blätter von Band 7 mit kleinem

schwachem Wasserfleck, sonst gut erhalten. – DSB 10, 186; Poggendorff II, 317.

ኵ104 ኵ

104 Padovani (oder Paduani), Giovanni. De horis quibuscunque

et horarum tabulis ad universas mundi regiones supputandis. Opus

pro varijs astronomicis operationibus tam interdiu per altitudinem solis,

quàm noctu per stellas exequendis utilissimum, paecipue pro corporum

coelestium locis inuestigandis. Verona. Dalle Donne & Stringari. 1583.

(20,5 × 14,5 cm). (4) 75 S. Moderner Pergamentband. € 1.900,–

Einzige Ausgabe dieses seltenen Werkes. – Der 1512 geborene Padovani,

Schüler von Pietro Pitati, lebte in Verona als Mathematiker und Astronom.

Er veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Werke, darunter auch

mehrere über die Berechnung und Konstruktion von Sonnenuhren. – Vereinzelt

gering gebräunt, sonst sauber und wohlerhalten. – Honeyman VI,

2386; Riccardi VII, 65; nicht bei Zinner und Houzeau-Lancaster.

105 (Passemant, Claude Siméon). Richtige Anweisung, reflectirende

Telescopia … nach Gregorianischer und Newtonischer Art von

mancherley Größe und Einrichtung, samt zugehörigen Spiegeln und Gläsern,

desgleichen Perspective, Tubos und Microscopia zu verfertigen. Halle.

Renger. 1747. (18 × 10 cm). (8) XXIV (2) 200 (6) S. Mit 2 gefalteten

Kupfertafeln. Moderner Pappband im Stil der Zeit. € 1.450,–

ኵ105 ኵ

Sehr seltene erste deutsche Ausgabe. – Passemant (1702–1769), erfahrener

Optiker am Hofe König Ludwig XV., hat selbst Schmelzversuche mit Glas

unternommen, um bessere Linsen für seine achromatischen Fernrohre zu

erhalten. Er war einer der ersten Hersteller holländischer Fernrohre, d. h.

achromatischer Fernrohre mit relativ geringer Vergrößerung, dafür aber

mit um so größerem Gesichtsfeld. – Titel verso und Vorsatz gestempelt.

Stellenweise leicht stockfleckig bzw. gebräunt. Buchblock leicht bestoßen,

sonst gut erhalten. – Holzmann/B. 6, 1218.

64


106 Paullini, Christian Franz. Anmuhtige Lange Weile,

Oder Allerhand feine, außerlesene, seltene und curieuse Discursen, Fragen

und Begebenheiten, samt derer Erörterung. Frankfurt. Knoch.

1703. (18 × 10,5 cm). (16) 544 S. Pergamentband der Zeit mit Supralibros.

€ 1.350,–

Einzige Ausgabe dieser seltenen Sammlung mit 131 kuriosen und okkulten

Beiträgen und Fragen u. a. über Kometen, Klistiere, das Schreiben und Nähen

mit den Füßen, die Kommunikation Taubstummer, über Schwarzpulver,

den Berliner Goldmacher, ob über dem gestirnten Himmel sich Wasser

befindet, über Nasen-Ringe, von verborgenen Würmern hervorgerufene

Krankheiten, verborgenes Krötengift, ob das Ei oder der Vogel zuerst

existierte, über Feuerlöschen, Neues vom Stein der Weisen, das Zungen-

Zipperlein, die Erfindung der Glocken, von den Magnet-Klippen im indischen

Ozean, über ein Gespenst in der Grafschaft Mansfeld etc. – Paullini

(1643–1712), viel gereister Arzt und späterer Stadtphysicus in Eisenach, »ist

besonders bekannt in Folge seiner berüchtigten Schrift Heilsame Dreckapotheke

worin er menschliche und thierische Auswurfstoffe als Heilmittel

empfiehlt« (Hirsch). – Unterschiedlich stark gebräunt, sonst schönes

und gut erhaltenes Exemplar. – Hirsch/H. IV, 532; nicht bei Ackermann,

Rosenthal, Du Prel etc.

ኵ106 ኵ

107 Peirce, Benjamin. Linear associative algebra. New edition,

with addenda and notes, by C. S. Peirce, Son of the Author.

New York. Van Nostrand. 1882. (29,5 × 24 cm). (6) 133 S. Geprägter

Original-Leinwandband. (Sonderdruck aus: The American Journal

of Mathematics). € 1.200,–

Erste im Buchhandel eigenständig erschienene Ausgabe seiner bedeutendsten

mathematischen Arbeit. 1870 wurden von der Handschrift des Verfassers

100 Exemplare in Lithographie für Freunde hergestellt. – Angeregt

durch Hamiltons Quaternionen und dessen philosophische Anschauungen

führt Peirce algebraische Forschungen durch, die zu Untersuchungen der

Algebren als abstrakte algebraische Struktur führen. Dies »war der erste

bedeutende Versuch, die Vielfalt der Algebren zu klassifizieren« (Lexikon

bedeutender Mathematiker). – Exlibris und Barcode auf Vorsatz. Einband

gering bestoßen, sonst sauber und wohlerhalten. – DSB 10, 478.

First printed edition – »In 1870 his ›Linear Associative Algebra‹ appeared

as a memoir for the National Academy and was lithographed in one hundred

copies for private circulation … . Smith and Ginsburg in their ›History of Mathematics

Before 1900‹, speak of Peirce’s memoir as ›one of the few noteworthy

achievements in the field of mathematics in America before the last quarter of the

65


century.‹ It was published posthumously in 1881 under the editorship of his son

Charles Sanders Peirce« (DSB). – Original publisher’s decorated cloth lightly

rubbed. Library bookplate and barcode on front pastedown. A clean and fine copy.

108 Petzold, (Eduard). Der Park von Muskau. Für Freunde

der Landschaftsgärtnerei und den Fremden zum Wegweiser. Hoyerswerda.

Erbe. (1856). (18 × 12 cm). (8) 54 S., 1 Bl. Anzeigen. Mit 1

mehrfach gefalteten farbig lithographierten Plan (54 × 47 cm).

Blauer, bedruckter Original-Pappband. € 1.700,–

Einzige Ausgabe dieser sehr seltenen Schrift »worin ein Bild dieser ganzen

genialen Anlage von ihrem Ursprunge an und eine Uebersicht Dessen, was

zur Gründung und Unterhaltung derselben erforderlich war« beschrieben

wird (Vorwort). – Petzold (1815–1891), Höfgärtner unter Fürst Pückler

und später Garteninspektor unter Prinz Friedrich der Niederlande für den

Schlossgarten in Muskau, gehört zu den bedeutendsten und bekanntesten

Gartenkünstlern des späteren 19. Jahrhunderts. – Stellenweise leicht stockfleckig.

Vorderer Einband gering fleckig. Insgesamt wohlerhalten.

ኵ108 ኵ

109 Picard, (Jean). Abhandlung vom Wasserwägen, nebst einer

Nachricht von etlichen Wasserwägungen … wie auch einem kurtzen Begriff

von dessen Ausmessung der Erd-Kugel ans Licht gestellt durch de La

Hire … übersetzt durch Daniel Passavant. Berlin. 1749. (18,5 × 11,5 cm).

(22) 215 (richtig 214) S. Mit 8 gefalteten Kupfertafeln. Dekorativer

Lederband der Zeit mit Rücken- und Deckelvergoldung. € 1.450,–

Erste deutsche Ausgabe von Picards 1684 erstmals erschienenem »Traité

du nivellement«. – Der französische Astronom und Geodät Picard (1620–

1682) führte 1669 die erste exakte Gradmessung in Frankreich mit Hilfe

eines Fernrohrs durch und verwendete als Erster Fadenkreuz und Faden-

66


mikrometer bei astronomischen Messungen. Seine Ergebnisse wie auch die

Beschreibung seiner Erfindungen veröffentlichte 1684 posthum de La Hire

in obigem Werk. Sie wurden von Newton zur Bestätigung seiner Gravitationstheorie

verwendet. »Meanwhile … Picard played a very active role in the

important surveying operations untertaken by the Academy … He perfected

the existing methods, notably through use of telescope level … Picard was

also responsible for many improvements in procedures and instruments

and for observations that stimulated later discoveries« (DSB). – Einband

leicht berieben. Innen sehr sauber. Insgesamt dekoratives Exemplar in guter

Erhaltung. – DSB 10, 595. – Selten.

ኵ109 ኵ

110 Pixii, (Nicolas-Constant). Notice de différens instrumens

de physique, d’optique, de mathématiques et autres, à l’usage des

sciences. Paris. Rougeron. 1821. (20 × 12 cm). (2) 43 S. Broschur der

Zeit. € 2.200,–

Überaus früher und seltener Katalog des berühmten Instrumentenbauers,

in dem er 610 wissenschaftliche Instrumente und Apparate anbietet, zwar

ohne Abbildungen, aber mit Preisangaben. Er ist unterteilt in die Kapitel

Mechanik, Hydrostatik, Pneumatik, Hydraulik, Meteorologie (Barometer,

Thermometer), Hygrometer, Kalorik, Elektrizität, Optik, Apparate

zur Phantasmagorie, Instrumente für die Mineralogie, mathematische und

geodätische Instrumente, Waagen, Desinfektion der Luft etc. und enthält

u. a. mehrere ausführlich beschriebene, von J.-A. C. Charles konstruierte

Instrumente, darunter eine hydrostatische Waage, ein Barometer und eine

Lampe von Gay-Lussac, zwei Hygrometer von Saussure, eine Lampe von

Davy, ein Thermometer von Wedgewood, wissenschaftliche Apparate von

Laplace, Papin, Franklin, Rumford, Coulomb und mehrere von Volta. –

Der berühmte Pariser Instrumentenbauer Nicolas Constant Pixii (1776–

1861) war einer der besten und produktivsten Hersteller von physikalischen

Apparaten seiner Zeit. Besondere Berühmtheit erlangte er durch seine

Zusammenarbeit mit Ampère. »Ampère also interacted intensely with the

Paris instrumentmaker Nicolas Constant Pixii (1776–1861), without whose

experience and ideas he hardly would have acquired his new apparatus and

technologies« (Oxford Handbook of the History of Physics). – Von vereinzelten

Stockflecken abgesehen, sauber und sehr gut erhalten.

111 Pluvinel, Antoine de. L’instruction du Roy, en l’exercice

de monter a cheval. Neu-auffgerichte Reut-Kunst, Von der rechten und

aller-gewissesten Art und Weise, Pferde abzurichten. Frankfurt. Görlin

für Merians Erben. 1670. (33 × 19,5 cm). (10) 201 (2) S. Mit gestochenem

Titel, halbseitigem Wappenkupfer und 57 doppelblattgroßen

Kupfertafeln. Lederband der Zeit. € 5.800,–

67


ኵ111 ኵ

Dritte und letzte Frankfurter Ausgabe der berühmten Reitschule, mit

deutsch-französischem Paralleltext. Gegenüber der ersten deutschen Ausgabe

von 1628 um den 55-seitigen Anhang Kurtzer Unterricht … wie ein Reuter

zierlich und geschickt zu Pferde sitzen soll von Du Breüil Pompee erweitert. –

Die prachtvollen Kupfer mit Reitschul-, Turnier-, Mundstück- und Gebissdarstellungen

sind Nachstiche Merians nach der französischen Original-

Ausgabe. Bei ihnen wurden zwar die gestochenen Bordüren weggelassen,

dafür aber die Hintergründe durch Pariser Stadtansichten ergänzt. – Die

Tafeln 30 und 31 sind Wiederholungen der Tafel 9. – Stellenweise etwas

stockfleckig bzw. gebräunt. Die Tafeln teils mit alt hinterlegten Ein- und

Ausrissen (außerhalb der Darstellung). Oberes Kapital sorgsam restauriert,

sonst gut erhalten. – VD17 3:315724V; Nissen ZBI 3201.

112 Pomet, Peter. Der aufrichtige Materialist und Specerey-

Händler oder Haupt- und allgemeine Beschreibung derer Specereyen und

Materialien. Leipzig. Gleditsch und Weidmann. 1717. (35 × 21 cm). 8

Bll., 902 (richtig 904) Sp., 16 Bll. Mit 67 Kupfertafeln. – (Vorgebunden:)

Nicolas Lemery. Vollständiges Materialien-Lexicon,

darinnen alle und jede Simplicia, vorgestellet sind, welche aus denen so

genannten drey Reichen, der Thiere, der Kräuter und der Mineralien,

hauptsächlich zu Dienste der Medicin und Apothecker-Kunst genommen

und gebrauchet werden … nach der dritten … Edition … übersetzt von C. F.

Richter. Leipzig. Braun. 1721. 8 Bll., 1224 Sp., 19 Bll. Mit gestochener

Titelvignette und zahlreichen Textholzschnitten. Pergamentband

der Zeit. € 4.700,–

Sammelband mit zwei gesuchten Standardwerken zur chemisch-pharmazeutischen

Warenkunde, jeweils in erster deutscher Ausgabe. – Zu I: Pomet

(1658–1699), ein weitgereister Händler pharmazeutischer Produkte

68


aus dem Fernen Osten und dem Wilden Westen, war auch Lehrer am berühmten

»Jardin des Plantes« und zugleich Leibapotheker König Ludwig

XIV. Sein vorliegendes Werk, das als das umfassendste seiner Zeit gilt, ist

ein Kaleidoskop des Welthandels zum Ende des siebzehnten Jahrhunderts

mit Kupfern u. a. von Kräutern, Samen, Früchten, Stauden, Bäumen und

Tieren (z. B. Vögeln, Fischen, Nashörnern, Elefanten, Einhörnern, Hirschen

und Kamelen). Daneben auch mit dekorativen Darstellungen einer

ägyptischen Mumie, eines Imkers, des Walfangs, der Seiden- und Tabakspinnerei

sowie der Indigo- und Zuckerherstellung. – Ferchl 419; Graesse

V, 398 (Anm.); Pritzel 7258 (Anm.). – Zu II: Vom Ende des 17. bis zum

Anfang des 19. Jahrhunderts mehrfach aufgelegtes und übersetztes Arzneimittel-

und Kräuterlexikon mit Beschreibungen der einzelnen Pflanzen und

Rezepturen in alphabetischer Anordnung mit Angabe ihrer Herkunft, Wirkung

und Dosierung. – »Lemery’s chief contributions to pharmacy were

his two complementary works, the Pharmacopée universelle and the Traité

des drogues simples. These are alphabetically arranged lists of composites

and simples respectively, giving the source, virtues, doses, and therapeutic

action of the various medicaments. They represent a comprehensive dictionary

of pharmaceuticals« (DSB). – Lemery (1645–1715) gilt als der Begründer

der neueren Phytochemie. – Die Holzschnitte überwiegend mit Pflanzendarstellungen.

– DSB 8, 172; Ferchl 307; Blake 264; Pritzel 5211 (Anm.);

Brüning 3787. – Stellenweise etwas stockfleckig bzw. gebräunt. Vereinzelt

mit schwachem Wasserrand. Titel des Lemery am unteren Rand knapp

beschnitten und mit kleiner Fehlstelle, dadurch geringer Buchstabenverlust.

Einband etwas fleckig und berieben. Insgesamt gut erhalten.

113 Pontano, Giovanni Giovano. Liber de meteoris.

Cum interpretatione Viti Amerbachij. Straßburg. Mylius. 1539.

(16,5 × 10,5 cm). 235 (5) S. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem

Titel und der letzten Seite. Moderner Pergamentband im Stil der

Zeit. € 1.400,–

Erste, von Veit Amerbach kommentierte, Ausgabe dieses astronomischen

Lehrgedichts. – Pontano, latinisiert Johannes Jovianus Pontanus,

(1429–1503) war einer der führenden italienischen Humanisten seiner

Zeit. – Der Humanist Amerbach, auch Vitus Amerpach, (um 1503–1557),

Professor für Physik in Wittenberg und später für Philosophie und Rhetorik

in Ingolstadt, wurde besonders durch seine Horaz- und Cicero-

Kommentare berühmt. – Minimal gebräunt. Titel mit kleinen Flecken

und im Falz sehr sauber angefasert. Insgesamt wohlerhalten. – VD16

P4220; Brüning 146. – Selten.

ኵ112 ኵ

69


ኵ114 ኵ

114 Poppe, Johann Heinrich Moritz von. Neuer Wunder-Schauplatz

der Künste und interessantesten Erscheinungen im Gebiete

der Magie, Alchymie, Chemie, Physik, Geheimnisse und Kräfte

der Natur, Magnetismus, Sympathie und verwandte Wissenschaften.

6 Bände. Stuttgart. Scheible. 1839. (16,5 × 10,5 cm). 376 S./ 342 S./

324 S./ 340 S./ 338 S./ 342 S. Mit lithographiertem Frontispiz und

46 gefalteten lithographierten Tafeln. Pappbände der Zeit. € 1.400,–

Erste Ausgabe dieses umfassenden Zauberbuches, hier in einem vollständigen

Exemplar. – Enthalten sind Beschreibungen von über 700 mechanischen,

optischen, chemischen, mathematischen, ökonomischen, elektrischen,

magnetischen und artistischen Kunststücken und Kartentricks. –

Die Tafeln mit Abbildungen entsprechender Geräte und Hilfsmittel für die

Zaubertricks und Kunststücke. – Poppe (1776–1854), anfänglich Mathematiker

und Mechaniker in Göttingen und Frankfurt, war später Professor für

Technologie in Tübingen. – Stellenweise etwas braunfleckig. Einbände etwas

berieben und bestoßen. Insgesamt gut erhalten und uniform gebunden.

115 Ramón y Cajal, S(antiago). Histologie du système nerveux

de l’homme et des vertébrés. Édition Française revue & mise a jour par

l’auteur. Traduite de l’Espagnol par L. Azoulay. 2 Bände. Paris. Maloine.

1909–11. (27,5 × 17,5 cm). XIV, 986 S./ (4) 993 (4) S. Mit 1025

teils farbigen Abbildungen. Halblederbände der Zeit. € 2.500,–

Erste französische Ausgabe, gegenüber der spanischen Originalausgabe

überarbeitet und erweitert. Titelblatt mit Namenszug und Datum vermutlich

aus der Hand des Verfassers. – »This monumental work sets out the

cytological and histological foundations of modern neurology. Ramón y

Cajal’s research confirmed the neuron doctrine; his classification of neurons

provided a historical basis for cerebral localization. His descriptions of the

cerebral cortex are still the most authoritative. Illustrated from Cajal’s own

drawings« (G/M). – Ramón y Cajal legte mit seinen bahnbrechenden neuroanatomischen

Forschungen das Fundament für unsere heutige Kenntnis

70


des Nervensystems und seiner Feinstruktur. Er erhält dafür – zusammen

mit Camillo Golgi – 1906 den Nobelpreis für Medizin. – Einbände gering

berieben. Rücken ausgebleicht, sonst sauber und gut erhalten. – DSB 11,

273; Garrison-Morton 1293.1; vgl. Grolier, One Hundred Books Famous In

Medicine 86 (span. EA).

116 Ramón y Cajal, S(antiago). Studien über die Hirnrinde

des Menschen. Aus dem Spanischen übersetzt von J. Bresler. 5 Teile in 1

Band (alles Erschienene). Leipzig. Barth. 1900–06. (25,5 × 17,5 cm).

(6) 77 S.; (6) 113 S.; (4) 67 S.; (4) 195 S.; IV, 149 S. Mit Portrait und

207 Textabbildungen. Moderner Leinwandband mit aufgezogenem

Original-Umschlag (Heft 1) und beigebundenen Original-Umschlägen

(Hefte 2–5). € 1.500,–

Erste deutsche Ausgabe in einem vollständigen Exemplar mit Sach- und

Namensregister; selten. – Die Hefte behandeln I: Die Sehrinde; II: Die

Bewegungsrinde; III: Die Hörrinde; IV: Die Riechrinde beim Menschen und

Säugetier; V: Vergleichende Strukturbeschreibung und Histogenesis der Hirnrinde.

Anatomisch-physiologische Betrachtungen über das Gehirn. Struktur der

Nervenzellen des Gehirns. – Stempel auf Vorsatz. Rücken mit schwachem

Fleck, sonst sauber und gut erhalten. – DSB 11, 273.

117 Richter, Samuel (pseud.: Sincerus Renatus).

Sämtliche philosophisch- und chymische Schrifften. Leipzig und Breslau.

Hubert. 1741. (17 × 14,5 cm). (14) 752 S. Mit doppelblattgroßem Titelblatt

in Rot und Schwarz sowie einigen Textholzschnitten. Halbpergamentband

der Zeit. € 2.200,–

Erste Gesamtausgabe seiner alchemistischen Schriften. Enthalten sind:

1: Die wahrhaffte und vollkommene Bereitung des Philosophischen Steins …

2: Theo-Philosophia Theoretica-Practica, oder der wahre Grund Göttlicher und

Natürlicher Erkänntniss … und 3: Goldene Quelle der Natur und Kunst, bestehend

in lauter Experimentis und Chymischen Handgriffen … – Richter lebte

am Ende des 17. Jahrhunderts als Theologe, Chemiker und Mediziner

in Schlesien. Er stand den Rosenkreuzern nahe und war beeinflusst von

Paracelsus und J. Böhme. Wegen des Verdachtes der Häresie wurde der

Verkauf einiger seiner Werke in Breslau gestoppt. Seine Goldenen Quellen …

enthalten eine Sammlung von chemischen Experimenten mit Erklärungen

über die Behandlung der verschiedensten Materialien. – Die Abbildungen

zeigen chemische Gerätschaften, Mörser und Öfen. – Stellenweise etwas

stockfleckig bzw. gebräunt. Rücken alt überklebt. Einband mit kleinen restaurierten

Stellen. Insgesamt wohlerhalten. – Ferguson II, 274; Kopp II,

336; Rosenthal BMP 732; Brüning 4398.

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118 Richter, Samuel (pseud.: Sincerus Renatus).

Theo-philosophia theoretico-practica, oder der wahre Grund göttlicher

und natürlicher Erkänntniß, dadurch beyde Tincturen, die himmlische

und irrdische, können erhalten werden. Breslau. Fellgiebel. 1711.

(16 × 10 cm). (20) 374 S. Pappband der Zeit. € 1.450,–

Zweite Ausgabe des 1710 erstmals erschienenen alchemistischen Werkes.

»The sale of his book Theo-philosophia was stopped in Breslau, and it was

practically condemned in the Unschuldige Nachrichten« (Ferguson). – Wie

meist, etwas gebräunt bzw. braunfleckig. Vorderer Vorsatz mit kleiner

Wurmspur, sonst wohlerhalten. – Ferguson II, 275; Duveen 509; Brüning

3420.

119 Riemann, B(ernhard). Theorie der Abel’schen Functionen.

SS. 115–155. In: Journal für die reine und angewandte Mathematik.

Gegründet von A. L. Crelle. Band 054. Berlin. Reimer.

1857. (24,5 × 21 cm). IV, 388 S. Mit Abbildungen. Pappband der

Zeit. € 1.950,–

»One of the most notable

masterworks of mathematics«

(DSB)

Erste Ausgabe seines Meisterwerkes, in dem er das »Jacobische Umkehrproblem

für Abelsche Integrale löst und eine Abschätzung für die Anzahl

von Funktionen mit vorgegebenen Eigenschaften auf einer (kompakten)

Riemannschen Fläche« gibt (NDB). Die Arbeit entstand aus seinen 1855/56

vor drei Hörern (Dedekind, Schering und Bjerknes) gehaltenen Vorlesungen

und »erregte die rückhaltlose Bewunderung aller Fachgenossen« (Klein). –

Der Band enthält drei weitere Arbeiten von Riemann, die er seiner großen

Abhandlung voranstellt: Allgemeine Voraussetzungen und Hülfsmittel für

die Untersuchung von Functionen unbeschränkt veränderlicher Größen

(SS. 101–104); Lehrsätze aus der Analysis situs für die Theorie der Integrale

von zweigliedrigen vollständigen Differentialen (SS. 105–110) und:

Bestimmung einer Function einer veränderlichen complexen Größe durch

Grenz- und Unstetigkeitsbedingungen (SS. 111–114). – Stempel auf Titel.

Einband gering berieben, sonst sauber und wohlerhalten. – DSB 11, 447;

Poggendorff II, 641; NDB 21, 591; Klein, Vorlesungen über die Entwicklung

der Mathematik I, 252.

120 Romme, (Charles). L’art de la voilure. (Paris). Moutard.

1781. (45 × 30 cm). (2) 68 S. Mit 9 Kupfertafeln. Halblederband der

Zeit. (Descriptions des arts et métiers). € 1.450,–

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Einzige Ausgabe dieser ausführlichen Segelschule. Sechs Tafeln mit dekorativen

Schiffsdarstellungen, davon zwei blattgroß. Die anderen drei Tafeln

mit Details der Takelage. – Der französische Marineoffizier und könig-

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liche Astronom Romme (1744–1805) war Lehrer an der Marineschule in

Rochefort. – Titel mit handschriftlicher Widmung. Eine Tafel mit hinterlegtem

Einriss. Rücken im Stil der Zeit erneuert. Insgesamt nahezu fleckenfreies

Exemplar in guter Erhaltung. – Poggendorff II, 684.

121 Rösel von Rosenhof, August Johann. Der monatlich

herausgegebenen Insecten-Belustigung. 4 Bände. Nürnberg.

Fleischmann für Rösel. 1746–61. (22 × 17 cm). Mit 1 gestochenem

Portrait, 3 kolorierten gestochenen Frontispizen und 356 kolorierten

Kupfern auf 286 Tafeln. Dekorative moderne Halblederbände

im Stil der Zeit mit hübschen Rückenvergoldungen. € 9.400,–

Erste Ausgabe des schönsten deutschen Insekten-Werkes. Vollständig mit

allen prächtig kolorierten Tafeln, jedoch – wie meist – ohne die zwischen

1792–1810 erschienenen Nachträge von Kleemann und Schwarz. – »Die

wissenschaftliche Schätzung der Insectenbelustigung ist eine sehr hohe. Sie

beruht auf den von R. und seinen Nachfolgern selbst gezeichneten und

gestochenen mustergültigen Tafeln, die unter R’s eigener Aufsicht auf das

herrlichste coloriert wurden, sowie auf den meisterhaften biologischen Mitteilungen,

die das Buch enthält und die Roesel als einen Fabre des XVIII.

Jahrhunderts erscheinen lassen« (Junk). »Es hat wohl noch nie ein Entomologe

einen der Bände ohne Entzücken und Belehrung aus den Händen gelegt.

Die Lebensbeschreibung der meisten Tiere formt sich unter seiner Hand

zu einem wahren Kunstwerk. Die Tafeln gehören zu dem Besten, was wir

auf diesem Gebiet kennen« (Bodenheimer). – Vereinzelt leicht stockfleckig

bzw. gebräunt. Neu aufgebunden. Vier Textblätter und 1 Tafel in Band 1 aus

einem anderen Exemplar. Insgesamt dekoratives Exemplar in guter Erhaltung.

– Nissen ZBI 3466–3466c; Horn/Schenkling 18267; Hagen II, 83–84;

Junk Rara 159 (mit sehr ausführlicher Beschreibung und Kollation).

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122 Rospini, Carl Josef. Brille und Fernrohr in ihren Wirkungen

auf gesunde und geschwächte Augen. Ein unentbehrlicher

Rathgeber für die Erhaltung des Sehvermögens. Wien. Selbstverlag.

1855. (18 × 11,5 cm). XII, 147 S. Mit 3 gefalteten lithographierten

Tafeln. Moderner Pappband mit aufgezogenem Original-Umschlag.

€ 1.450,–

Einzige Ausgabe; mit einem Vorwort von Eduard Jäger. – Der Verfasser,

k. k. Hof-Drechsler und Optiker sowie kaiserlich russischer Hofmechaniker

und Optiker aus Graz bzw. Wien, beschreibt in der ersten Hälfte

die Grundbegriffe der Optik und das menschliche Auge mit seinen Krankheiten

und Fehlern. In der zweiten Hälfte behandelt er die verschiedenen

Arten von Brillen und Fernrohren. Zwei Tafeln mit hübschen Darstellungen

unterschiedlicher Brillen. – Vereinzelt leicht stockfleckig. Tafeln etwas

knapp beschnitten, sonst gut erhalten. – Selten.

123 Rutherford, E(rnest). Nuclear Constitution of Atoms.

(Bakerian Lecture). (London. 1920). (25,5 × 17,5 cm). SS. (374)–400.

Original-Broschur. (Sonderdruck aus: Proceedings of the Royal

Society). € 1.500,–

This was the first great step in the

transformation of matter

Erste Ausgabe im seltenen Sonderdruck, mit handschriftlicher Widmung

des Verfassers. – »In this second lecture he laid the foundations of the transmutation

of matter. He had once said that ›unless it was possible to transmute

matter by the action of swift alpha particles we are not likely to see it

in our day‹. Now he had done it! He expounded step by step, with details

and measurements, how he had used alpha particles to bombard the hydrogen

nucleus out of the nitrogen nucleus so that what remained could no

longer be nitrogen. He gave conclusive proof that the long range particles

from nitrogen were indeed hydrogen nuclei, by measuring their deflection

in a magnetic field. This was the first great step in the transformation of

matter« (Eve: Rutherford). – Einband gering berieben, sonst gut erhalten.

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124 Savérien, (Alexandre). L’art de mesurer sur mer le sillage

du vaisseau. Avec une idée de l’etat d’armement des vaisseaux de France.

Paris. Jombert. 1750. (19,5 × 12,5 cm). XXXVIII (3) 262 (1) S. Mit 4

gefalteten Kupfertafeln. Dekorativer Lederband der Zeit mit reicher

Rückenvergoldung. € 1.100,–

Einzige Ausgabe der seltenen Abhandlung des bekannten Marineingenieurs.

– Savérien (1720 -1805) beschreibt darin zwei von ihm entwickelte

Instrumente zur Geschwindigkeitsmessung von Schiffen auf See. – Gestochenes

Exlibris. Einband leicht bestoßen. Vorderes Gelenk restauriert,

sonst gut erhalten. – Poggendorff II, 761.

125 Schäffer, Jacob Christian. Erleichterte Arzneykräuterwissenschaft.

Regensburg. Weiß. 1759. (23 × 19 cm). (8) 176 (12) S.

Mit gestochener Titelvignette und 4 kolorierten Kupfertafeln. Moderner

Pappband im Stil der Zeit. € 900,–

Erste Ausgabe dieses hübsch illustrierten Kräuterbuches mit tabellarischer

Beschreibung der Pflanzen, ihres Aussehens, ihrer Eigenschaften, Arzneikraft

und medizinischen Anwendung. – Der Regensburger Theologe und

Naturforscher Schäffer (1718–1790) hat zahlreiche botanische und zoologische

Untersuchungen durchgeführt und veröffentlicht sowie ein umfangreiches,

öffentlich zugängliches Naturalienkabinett eingerichtet, das auch

von Goethe besucht wurde. – Die Kupfertafeln zeigen überwiegend Blüten

und deren Teile. – Text vereinzelt gering stockfleckig bzw. gebräunt, sonst

wohlerhalten. – Pritzel 8111; Stafleu-Cowan 10472.

126 Schäffer, Jacob Christian. Versuche und Muster ohne

alle Lumpen oder doch mit einem geringen Zusatze derselben Papier zu

machen. 2 Teile in 1 Band. Regensburg. 1765. (19 × 14 cm). (10) 54

(1) S.; (12) 28 (1) S. Mit gestochenem Frontispiz (in Rötel), 5 kolorierten

Kupfertafeln und 34 blattgroßen separaten Papiermustern.

Dekorativer moderner Halblederband im Stil der Zeit mit reicher

Rückenvergoldung. € 7.500,–

Erste Ausgabe der seltenen Dokumentation seiner papierhistorischen Versuche

mit Papiermustern aus Pappelwolle, Wespennestern, Sägespänen,

Korallenmoosen, Hopfenranken, Weinreben, Hanf, Aloeblättern, Brennesseln,

Stroh etc. Die kolorierten Tafeln zeigen verschiedene Pflanzen und

Wespennester, die als Ersatzstoffe Verwendung fanden. Das dekorative

Frontispiz zeigt zahlreiche Putten beim Schöpfen von Papier. – Besondere

Bedeutung erlangte Schäffer gerade durch seine hier dokumentierten Versuche,

Ersatzstoffe für die Papierherstellung zu finden, durch die er »der

75

ኵ126 ኵ


erste Anreger der Verwendung von Rohpflanzen zur Papierherstellung«

wurde (LGB). – Bis 1771 erschienen noch Neue Versuche … und Wiederholte

Versuche … . – Erstes Titelblatt mit kleinem alten Stempel. Vereinzelt gering

braunfleckig bzw. gebräunt. Einige Papiermuster mit Restaurierungen. Insgesamt

schönes und wohlerhaltenes Exemplar. – Lexikon des ges. Buchwesens

III, 204; Darmstaedter 210.

127 Schopper, Hartmann. De omnibus illiberalibus sive mechanicis

artibus, humani ingenii fagacitate atque industria iam inde ab

exordio nascentis mundi usque ad nostram aetatem adinuentis, luculentus

atque succinctus liber … Frankfurt. Georg Corvinum (Rab) für

Sigmund Feyerabend. 1574. (16,5 × 10 cm). 148 nn. Bll. Mit Holzschnitt-Titelvignette

(Druckermarke), 132 zum Teil kolorierten bzw.

teilkolorierten Holzschnitten von Jost Amman und 2 Holzschnitt-

Druckermarken. Moderner flexibler Pergamentband im Stil der

Zeit mit durchgezogenen Bünden. € 10.500,–

ኵ127 ኵ

Zweite lateinische Ausgabe des berühmten, erstmals 1568 erschienenen,

Ammanschen Ständebuches. Die schönen Holzschnitte zeigen neben den

Ständen und Künstlern in erster Linie Handwerker bei der Arbeit, darunter

auch Sternbeseher, Apotheker, Goldschmied, Schriftgießer, Buchdrucker,

Buchbinder, Glaser, Steinschneider, Kaufmann, Bäcker, Jäger, Koch, Brauer,

Weber, Schneider, Schuhmacher, Glockengießer, Schlosser, Uhrmacher,

Sattler, Brillenmacher, Laternenmacher, Zimmermann, Steinmetz, Zahnbrecher,

Gerber etc. – Vereinzelt gering gebräunt bzw. fleckig. Neu aufgebunden.

Stellenweise mit Notizen von alter Hand. Insgesamt schönes und

gut erhaltenes Exemplar. – Adams S 703; VD16 S3898; Lipperheide Pa5;

Becker, Jobst Amman 65 (13d).

Second Latin edition of Amman’s Ständebuch. – Minor browning in places.

Some old annotations and some illustrations partly coloured. Recent limp vellum.

A fine copy.

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128 Schrödinger, Erwin. Quantisierung als Eigenwertproblem.

(Erste Mitteilung). Leipzig. Barth. 1926–27. (22,5 × 14,5 cm). SS.

(361)–376. Original-Broschur. (Sonderdruck aus: Annalen der Physik).

€ 950,–

Erste Ausgabe der ersten (von vier) Arbeiten zu seinem Hauptwerk, hier

im seltenen Sonderdruck. Sie enthält eine vollständige Theorie der »Schrödinger-Gleichung«

für Wasserstoffatome. Schrödingers Hauptwerk, die

Entwicklung der Wellenmechanik, ist zugleich eine der bedeutendsten wissenschaftlichen

Errungenschaften der modernen Physik, für die er 1933 den

Nobelpreis für Physik erhält. – Vereinzelt gering fleckig, sonst gut erhalten.

– DSB 12, 217.

Scarce first edition, offprint issue, of the important first part of Schrödingers

major work, a landmark in modern physics. – A very good copy.

Entwicklung der Wellenmechanik

129 Schütte, Jo(hann) Heinr(ich). Oryktographia Jenensis,

sive fossilium et mineralium in agro Jenensi brevissima descriptio.

Leipzig und Soest. Wolschendorf. 1720. (16 × 10 cm). (14) 110 (2) S.

Mit gestochenem Porträt und 2 Kupfern auf 1 mehrfach gefalteten

Tafel. Halbpergamentband der Zeit. € 1.450,–

Erste Ausgabe dieses sehr seltenen Werkes. – »Rare. Oryktographia Jenensis

describes the minerals and fossils found around the city of Jena in

eastern Germany. The text is divided into chapters with each describing

various mineral and fossil groupings found around the area. Included are

fossils and stones shaped like plants and animals, Lustae Naturae (›sports

of nature‹), various metallic ores including gold and silver, medicinal waters

and earths, figured stones, petrifications, and salts. Appended at the

end is a letter from Schütte to Georg Wolffgang Wendel (richtig Wedel)

on the subject of the wine of Jena« (Schuh’s Biobibliography of Mineralogy).

– Schütte (1694–1774) hat u. a. in Jena studiert und war Stadtphysikus

in Kleve und Brunnenarzt in Schwelm. – Exlibris. Stellenweise

leicht gebräunt bzw. stockfleckig. Rechte Seite des Portraits gering angeschnitten.

Mit altem Bibliotheksrückenschild. Insgesamt schönes und gut

erhaltenes Exemplar. – Hirsch-H. V, 152; VD18 10379657–004; Gatterer

I, 114; Hoover 733.

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130 Semmelweis, I(gnaz) Ph(ilipp). Zwei offene Briefe an

Dr. J. Spaeth, Professor der Geburtshilfe an der k. k. Josefs-Akademie in

Wien und an Hofrath Dr. F. W. Scanzoni, Professor der Geburtshilfe zu

Würzburg. Pest. Emich. 1861. (18,5 × 13 cm). 21 S. Grüne Original-

Broschur. € 1.400,–

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Erste Ausgabe der ersten von drei Verteidigungsschriften, in denen sich

Semmelweis gegen die Angriffe aus den Reihen der deutschen Gynäkologen

zur Wehr setzt; kurz nach dem Erscheinen seines »unsterblichen Werke

(Hirsch) »Die Aetiologie, der Begriff und die Prophylaxe des Kindbettfiebers«

verfasst. – Semmelweis sah die Ursache für das Kindbettfieber in mangelnder

Hygiene, was damals sehr revolutionär war. »Although the book’s

information and conclusions were of the first importance, its publication

failed to bring about a widespread acceptance of Semmelweis’s methods«

(vgl. Norman 1926). – Stempel auf Einband. Mit waagrechtem Knick, sonst

gut erhalten. – Hirsch/H. V, 222; Murphy, Semmelweis S. 666; Waller 8834.

131 (Sendivogius (Sedziwoj), Michael). Novum lumen

chemicum, e naturae fonte et manuali experientia depromptum. Cui

accessit tractatus de Sulphure. Auctoris anagramma, divi leschi genus

amo. Genf. de Tournes. 1653. (17 × 10 cm). 11 (5 (3w)) 175 S. Mit

Holzschnitt-Druckermarke auf Titel. Moderner Pappband im Stil

der Zeit. € 1.400,–

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Sehr seltene Ausgabe seines 1604 erstmals in Prag erschienenen Hauptwerkes

über den Samen der Metalle. – Sendivogius (1566–1636), Diplomat

und Naturforscher im Dienste Kaiser Rudolph II., ist ein geschätzter und

einflussreicher Autor, der zudem den Ruf eines obskuren Alchemisten hat.

Mit seinen umfangreichen praktischen Erfahrungen trägt er dazu bei, dass

sich die alchemistischen Untersuchungen von der Metalltransmutation hin

zur Erforschung von Verbrennung und Atmung verlagern. Mit seinem

Konzept der nitrösen, salpeterartigen Luftteilchen wird er zum Vorläufer

der Phlogistontheorie. – Vereinzelt gering gebräunt, sonst sauber und gut

erhalten. – Duveen 544; Neu 3771; Brüning 1850; vgl. Partington II, 427;

Kopp II, 388; nicht bei Ferguson.

»Not mentioned by Ferguson and probably the last separate edition« (Duveen).

– »Sendivogius was supposed to have achieved transmutation at the Polish

court, at Prague in 1604 before the emperor Rudolf, who himself made the projection,

and at Stuttgart in 1605 before the duke of Wurtemberg« (Thorndike). –

Very mild browning in places, else a fine copy in recent marbled boards to style.

Die erste deutsche

Obstbauzeitschrift

132 Sickler, J(ohann) V(olckmar) (Hrsg.) Der teutsche

Obstgärtner oder gemeinnütziges Magazin des Obstbaues in Teutschlands

sämmtlichen Kreisen; verfasset von einigen practischen Freunden

der Obstkultur. 22 Bände (alles Erschienene). Weimar. Industrie-

Comptoir. 1794–1804. (19,5 × 12 cm). Mit 22 gestochenen Frontispizen

und 432 (388 kolorierte und vereinzelt gefaltete) Kupfertafeln.

Halblederbände der Zeit (20) und moderne Halblederbände im Stil

der Reihe (2). € 17.500,–

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Komplette Folge der ersten deutschen Obstbauzeitschrift. Sie gilt als die

schönste deutsche pomologische Zeitschrift und liegt hier in einem hübschen,

uniform gebundenen und vollständigen Exemplar vor. – Die sorgfältig

nach der Natur ausgeführten Abbildungen in prachtvollem Kolorit zeigen

u. a. 119 Äpfel, 122 Birnen, 55 Kirschen, 35 Pflaumen und Zwetschgen,

15 Pfirsiche, 7 Aprikosen, 10 Weintrauben sowie 10 Nuss- und Mandelsorten.

Die schwarz-weißen Tafeln mit Anlagen von Obstgärten, Garteneinrichtungen,

Gerätschaften etc. – Text stellenweise etwas gebräunt bzw.

stockfleckig, die Tafeln meist sauber. Fünf Tafeln am rechten Rand knapp

beschnitten bzw. Text und Abbildungen gering angeschnitten. Drei Tafeln

jeweils mit restaurierter Ecke. Einbände vereinzelt minimal berieben und

bestoßen. Die letzen beiden Bände hervorragend nachgebunden. Insgesamt

schönes, uniform gebundenes Exemplar in guter Erhaltung. – Nissen BBI

2358; Kirchner 2999.

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133 Siegmann, Friedrich. »Augsburg. Mit hoher obrigkeitlicher

Bewilligung wird Donnerstag den 2. Oktober der physikalische Künstler

Friedrich Siegmann, einen außerordentlich großen Montgolfier’schen

Luftballon … mit einer großen männlichen Figur als Kaspar aus dem

Freischützen, aufsteigen zu lassen die Ehre haben …«. (Augsburg. Ca.

1815). (45,5 × 37,5 cm). Mit einer 33 × 18 cm großen Holzschnittabbildung.

€ 1.350,–

Schöner breitrandiger und unbeschnittener Einblattdruck. – Der aus Fürfeld

bei Heilbronn stammende und sich selbst als »Mechanikus« bezeichnende

Siegmann gehörte zu den Schaustellern, die in der Anfangszeit der

Ballonfahrt mit ihren Aufstiegen Aufsehen erregen wollten, um zahlendes

Publikum anzulocken. Den ersten nachweisbaren Aufstieg dieser Art führte

er 1810 in Stuttgart durch. Die Abbildung zeigt einen Heißluftballon, in

dessen Gondel eine männliche Figur mit einer Posaune und einer Pistole

sitzt. – Abgesehen von einem leichten waagrechten Knick, sehr gut erhaltenes

und sehr seltenes Plakat.

79


134 Simpson, Thomas. Essays on several curious and useful subjects,

in speculative and mix’d mathematicks. Illustrated by a variety of

examples. London. Woodward für Nourse. 1740. (24,5 × 19 cm). (2)

VIII (richtig VI) 142 (2) S. Mit zahlreichen Textholzschnitten. Moderner

Pappband im Stil der Zeit. € 950,–

Einzige Ausgabe. »The first application of the Newton-Raphson process

to the solution of transcendental equations was made by Thomas Simpson

in his Essays’ on Mathematicks, London, 1740« (Cajori, History of Mathematics,

S. 227). »This thirteen essays discuss astronomy, mechanics, and

mathematics, including topics such as the apparent places of fixed stars

(Simpson claiming to have arrived at Clairaut’s conclusion independently),

true place of planets in orbits, the motion of projectiles in resisting

media, pendulums, algebraic equations, method of increments, sum of

recurring series, quadrature of hyperbolic curve, and other mathematical

topics« (R&T). – Simpson (1710–1761), »a strange mathematical genius«

(Smith), war ab 1743 Professor an der Royal Military Academy und ab

1745 Mitglied der Royal Society. Bekannt machte ihn die »Simpson’sche

Formel«, ein Verfahren der numerischen Integration. – Vereinzelt leicht

stockfleckig. Titel mit hinterlegtem Randausschnitt. Einband gering berieben,

sonst gut erhalten. – DSB 12, 444; Poggendorff II, 937; Roberts &

Trent S. 297, Wallis 150.3.

135 Steinbock, Ernst Friederich von. Die noch nie

genug gepriesene Kunst der edlen und hochschätzbaren Fischerey, samt

allen deren Nothwendigkeiten. Nürnberg. Buggel und Seitz. 1730.

(16,5 × 10,5 cm). (14) 374 (26) S. Mit gestochenem Frontispiz und 4

Kupfertafeln. Moderner Halblederband im Stil der Zeit. € 2.200,–

ኵ135 ኵ

Erstmals 1724 erschienene, sehr seltene Anleitung zu Fischfang, Fischzucht

und Teichwirtschaft. – Der Band enthält u. a Kapitel über Fischteiche,

Brut, Setzlinge, Hecht- bzw. Forellenteiche, Fischkästen, Krankheit

und Vermehrung der Fische, Angelfischerei, die Fischerei in Seen und im

Meer, Betrügereien der Fischer und Fischhändler, strafbare Arten Fische

zu fangen, Aussehen und Eigenschaften der verschiedenen Fischarten in

alphabetischer Reihenfolge und am Schluss einige Anweisungen zur Zubereitung

von Fischen, Krebsen und Muscheln. – Stempel auf Titel. Vereinzelt

gering fleckig. Zwei Blätter und eine Tafel mit kleinem Eckabriss bzw.

kleinem Randausriss (ohne Text- bzw. Bildverlust). Frontispiz beschnitten

und aufgezogen. Insgesamt wohlerhalten. – Westwood-S. 201; Dean III,

319; Huber, Fischereibücher 248.

80


136 Stövesandt, J. C. Deutliche Anweisung zur Feuerwerkerey,

worinnen alle gebräuchliche Arten der Lust- und Ernstfeuer nebst derselben

Verfertigung und denen dazu nötigen Werkzeugen … erläutert werden.

Halle. Gebauer. 1748. (25 × 20 cm). (12) 95 S. Mit doppelblattgroßem

gestochenem Frontispiz, gestochenem Titelkupfer und 12

gefalteten Kupfertafeln. Pergamentband der Zeit. € 1.600,–

Seltene erste Ausgabe. – »Sotheran says: ›Gives a full account of how to

make fireworks, with a description of all the necessary tools.‹ Hodgkin

also considers it to be a ›useful and practical little work containing the

most explicit instructions for the manufacture of a great variety of pieces.

The composition of a variety of powders for various effects is given in

great detail, and, all the dimensions of every portion of the various pieces

being furnished, nothing is left to the invention or caprice of the amateur

or manufacturer. Firework making has become an exact science. The illustrations

give as lively a presentiment of rocket-making in the middle of

the eighteenth century as that of Van Etten in the beginning of the seventeenth

…« (Philip). – Die Tafeln zeigen die Herstellung von Feuerwerkskörpern

und die dazu nötigen Werkzeuge. – Stempel auf Vorsatz. Einband

etwas fleckig. Insgesamt breitrandiges und nahezu fleckenfreies Exemplar

in guter Erhaltung. – Philip S260.1; Ornamentstichkatalog 3303; VD18

12031496–003.

ኵ136 ኵ

137 Sullivan, R(ichard Joseph). Uebersicht der Natur in

Briefen an einen Reisenden nebst einigen Bemerkungen über den Atheismus

in Beziehung auf dessen Verbreitung im neueren Frankreich.

Aus dem Englischen übersetzt. 4 Bände. Leipzig. Dyck. 1795–1800.

(20,5 × 12 cm). (4) 504 S., 1 Bl. Anzeigen/ VIII, 494 S., 1 Bl. Anzeigen/

(6) 489 S./ VIII, 379 S. Dekorative Halblederbände der Zeit

mit reicher Rückenvergoldung. € 1.100,–

Seltene erste deutsche Ausgabe seines 1794 in London erschienenen

A View of Nature, in Letters to a Traveller among the Alps in der Übersetzung

von E. B. G. Hebenstreit. – Der Verfasser, Sir Richard Joseph

Sullivan (1752–1806), Schriftsteller und Mitglied des britischen Parlaments,

versucht durch seine in Briefform erschienenen physikalischen, naturhistorischen

und anthropologischen Beschreibungen die Existenz Gottes zu

beweisen. – Titel mit hübschem alten Monogrammstempel. Vereinzelt

leicht stockfleckig. Einbände gering bestoßen. Insgesamt schönes und gut

erhaltenes Exemplar.

81


138 Taschenbuch der Luftflotten. Herausgegeben von F. Rasch und

W. Hormel bzw. von Werner von Langsdorff. Jgg. 1–9 in 11 Bänden

(alles Erschienene). München. Lehmann. 1914–34. (17,5 × 11,5 cm).

Je ca. 280–620 S. Mit zahlreichen Abbildungen. Original-Leinwandbände.

€ 1.500,–

Selten vollständige Reihe dieses umfangreichen Taschenbuches, das einen

Überblick über die Luftfahrzeuge aller Staaten geben will. Jeder Band mit

Fotos, technischen Zeichnungen und genauen technischen Daten der jeweiligen

Flugzeuge und Luftschiffe. – Ab dem 7. Jg. erscheint die Reihe mit

dreisprachigem Text (deutsch, englisch und französisch). Jg. 8 von 1931 besteht

aus drei Bänden (Militär-Luftfahrt; Handel und Verkehr sowie Sport-

Luftfahrt). Ab 1936 wird die Reihe als Handbuch der Luftfahrt fortgeführt.

– Teilweise gestempelt bzw. mit handschriftlichen Besitzvermerken.

Die ersten beiden Einbände etwas stockfleckig. Insgesamt saubere und gut

erhaltene Reihe.

ኵ139 ኵ

139 Teuber, Johann Martin. Vollständiger Unterricht von

der gemeinen und höhern Dreh-Kunst … Nebst einem Anhang Von der

Laquier-Kunst, und darzu dienlichen 5. trefflichen Fürneisen (Firnisse).

2 Teile in 1 Band. Regensburg und Wien. Bader. 1756. (21 × 16 cm).

(20) 82 S.; SS. 83–211. Mit gestochenem Frontispiz und 30 (1 mehrfach

gefalteten) Kupfertafeln. Lachsrot eingefärbter Pergamentband

der Zeit. € 2.500,–

Zweite Ausgabe dieses seltenen Werkes, das alle Arbeiten an der Drehbank

detailliert beschreibt. Es erschien 20 Jahre vor der deutschen Übersetzung

von Plumiers berühmter L’art de tourner. – Das Drechseln mit der Drehbank

gehörte zu den aufwendigen Handwerkstechniken, die große Kunstfertigkeit

voraussetzten und war im Laufe des 17. Jahrhunderts besonders in

vornehmen Kreisen sehr beliebt. Selbst Fürsten und Adelige hatten ihre eigenen

Drehbänke. – Der Silber- und Elfenbeindrechsler Teuber entstammt

einer Regensburger Kunstdrechslerfamilie und gilt als hervorragender

Vertreter seines Faches. Er erfindet eine Maschine, um Reliefs (z. B. Landschaften

und Portraits) erhaben und vertieft zu drehen. Nicht ohne Stolz

listet er in einem eigenen Kapitel seine vornehmsten Schüler und Kunden

auf. – Die detaillierten Kupfertafeln zeigen verschiedene Drehbänke, das

dazugehörige Werkzeug und die hergestellten Artikel. – Vereinzelt leicht

gebräunt und stellenweise etwas angestaubt bzw. stock- und fingerfleckig.

Eine Tafel und ein Textblatt mit kleinem Ausriss im weißen Rand. Einband

etwas bestoßen. Deckel leicht aufgebogen, sonst gut erhalten. – Ornamentstichkatalog

1200.

82


140 Theatrum chemicum, praecipuos selectorum auctorum tractatus

de chemiae et lapidis philosophici antiquitate, veritate, jure, praestantia

& operationibus, continens … 6 Bände. Strassburg. Zetzner. 1659–61.

(19 × 11,5 cm). 794 (30) S./ 549 (7) S./ 859 (13) S./ (8) 1014 (33) S./ (8)

912 (29) S./ (18) 772 (25) S. Mit einigen Textholzschnitten, 3 gefalteten

Holzschnitt-Tafeln und 3 gefalteten Tabellen. Pergamentbände

der Zeit. € 18.000,–

ኵ140 ኵ

Letzte und umfangreichste Ausgabe dieser umfassenden Sammlung alchemistischer

Texte, in dieser Vollständigkeit sehr selten. – Papierbedingt teils

unterschiedlich gebräunt bzw. braunfleckig. Stellenweise mit Anmerkungen

von alter Hand. Ein Blatt in Band 6 verbunden. Drei Bände mit erneuerten

Vorsätzen. Einbände ohne Bindebänder. Insgesamt gut erhalten. –

Thorndike VII, 154; Duveen 574; Caillet 10598; Gardner 642; Ferguson II,

436 und Bolton 1050 (die letzten beiden mit ausführlicher Inhaltsangabe).

Six volumes, complete. »The last and most complete edition of the largest

storehouse of alchemical works ever published« (Duveen). »Many of these treatises

were from hitherto unpublished medieval manuscripts … From 1659 to 1661, also

at Strasburg, appeared the final edition in six volumes which is today usually cited,

each containing a score or more of treatises« (Thorndike). – Some browning and

foxing. With some old annotations. New endpapers to three volumes. Ties lacking.

A very good set in contemporary vellum.

83


141 Thomin, M(arc). Traité d’optique mechanique … Avec une

instruction sur le choix & l’usage des lunettes. Paris. Coignard und Boudet.

1749. (21 × 13 cm). XII, 372 (3) S. Mit gestochener Titelvignette

und 4 gefalteten Kupfertafeln. Lederband der Zeit mit Rückenvergoldung.

€ 1.300,–

Einzige Ausgabe dieses für die Geschichte der Brille wichtigen Werkes mit

Anweisungen zu deren Herstellung. Daneben wird auch die Anfertigung

von Mikroskopen, Fernrohren, optischen Instrumenten, Linsen etc. beschrieben.

– Thomin (1707–1752), Opticus, Mechanicus und Brillenhändler

in Paris, beschreibt hier die bei der massenhaften Anfertigung von Brillengläsern

auftretenden Fehler, empfiehlt die Anwendung von Doppelbrillen

für Kurzsichtige, tritt für die Verwendung von bikonvexen Brillengläsern

ein und beschreibt das Monokel. – Vereinzelt leicht fleckig. Einband berieben

und bestoßen. Oberes Kapital etwas eingerissen, sonst gut erhalten. –

Poggendorff II, 1097; Duncan 13470; British Optical Association 210.

First edition. – »An 18th century treatise on mechanical optics, containing

rules and proportions for making all kinds of spectacles, microscopes, etc., and instruction

for the use of glasses for the different kinds of defects« (BOA). – Slightly

spotted in places. Contemporary calf, somewhat rubbed and bumped. A near very

good copy.

142 Valentini, Michael Bernhard. Museum museorum,

oder vollständige Schau-Bühne aller Materialien und Specereyen, nebst

deren natürlichen Beschreibung … aus andern Material- Kunst- und

Naturalien-Kammern, Oost- und West-Indischen Reiß-Beschreibungen.

Zweyte Edition. 3 Teile und Anhänge in 2 Bänden. Frankfurt. Zunner

Erben und Jung. 1714. (38 × 23,5 cm). (26) 520 (4) 76 (11) (4) 119

S./ (22) 196, 116 S.; (8) 228 (richtig 236) (12) S. Mit 2 gestochenen

Titeln, 95 (35 gefalteten bzw. doppelblattgroßen) Kupfertafeln, 290

Textkupfern und 1 blattgroßen Textholzschnitt. Halblederbände

um 1900 im Stil der Zeit. € 13.500,–

Zweite Ausgabe dieses umfangreichen Sammelwerkes mit Band 1 in zweiter

Auflage und den Bänden 2 und 3 in erster Ausgabe. – Das mit allen Anhängen

und Tafeln vollständiges Exemplar enthält Beschreibungen einheimischer

und überseeischer Pflanzen, Tiere, Mineralien, Versteinerungen und

Kuriositäten sowie ihre Herkunft, Verwendung und Tips für den Einkauf

und Handel. Unter den Kolonialwaren findet man auch Kaffee, Tee, Kakao,

Vanille, Zucker, Tabak, Seide, Baumwolle, Gewürze etc. Der dritte Band

unter dem Titel Neu auffgerichtetes Rüst- und Zeughaus der Natur enthält die

Beschreibung physikalischer und technischer Geräte wie Luftpumpen (sehr

84


85

ኵ142 ኵ


ኵ142 ኵ

ausführlich), Magnete, Barometer, Hygrometer, Thermometer, Brennspiegel,

Sprach- und Hörrohre, Fernrohre und Vergrößerungsgläser, Laterna magica,

Springbrunnen, Luftschiffe, Taucherglocken etc. Besondere Be achtung

verdient der über 100 Seiten umfassende Anhang über die Wünschelrute, ein

6-seitiger Katalog der von Leupold in Leipzig angefertigten wissenschaftlichen

Instrumente und Maschinen sowie die Kataloge der damals existierenden

Kunst- und Wunderkammern auf über 100 Seiten. Die Kupfer u. a.

mit Abbildungen von Pflanzen, Fischen, Muscheln, Reptilien, Insekten,

Raubtieren, Versteinerungen, Mineralien, zahlreichen Luftpumpen und

wissenschaftlichen Instrumenten, zwei Laternae magicae, Luft schiffe sowie

ganzseitigen Ansichten des Bärenhofs in Dresden und der kaiser lichen

Biblio thek und Raritätenkammer in Wien. – Titel und Widmungsblätter

mit Besitzerstempel. Stellenweise etwas stockfleckig bzw. gebräunt. Einbände

minimal berieben. Insgesamt schönes und gut erhaltenes Exemplar.

– Nissen ZBI 2035 und BBI 4217; Pritzel 9663; Horn/Schenkling 22518;

Ferguson II, 493; Sabin 98357; Mueller S. 210; Brockett 12227; Grinke 46.

Second edition, being the second issue of the first volume with the first appearance

of the second and third volumes. – »His Museum Museorum is the single

most valuable contribution to ›Wunderkammer‹ studies as it reprints many early

collection catalogues and gives a list of all the museums known to exist at the time

(some 159). Valentini also includes a catalogue of his own cabinet at Giessen, illustrates

the interior of the Royal Library and Raritäten-Kammer at Vienna, and

gives an unusual view of the bear pit (with an elaborate fountain, ›tree-houses‹

and spectators leaning over the enclose) at the Dresden Zoo. The first volume deals

with plants, animals, minerals and metals, their properties and commercial and

medical use. The second volume covers stones, fossils, coins, tropical plants, shells,

unicorns and monstrosities. Several plates give an early attempt at the reconstruction

of fossil skeletons. A separate appendix, ›Ost. Indianish Send-Schreiben‹,

is a compilation from Rumph, Kaempfer, Ten Rhyn and others, on the rarities,

mostly botanical, of the East Indies. The third volume is devoted to experiments in

physics and natural philosophy with fine illustrations of the apparatus, and concluding

with a dissertation on the divining rod« (Grinke). – Titles and dedication

leaf with owner’s stamp. Some foxing and browning in places. Bound in late 19th

centrury half calf, very slightly rubbed, else a fine and well-preserved copy.

143 Verdam, G(ideon) J(an). Die Grundsätze nach welchen

alle Arten von Dampfmaschinen zu beurtheilen und zu erbauen sind …

Aus dem Holländischen übersetzt von Chr. H. Schmidt. 4 Teile in 3 Bänden.

Weimar und Ilmenau. Voigt. 1835–37. (18 × 11 cm). XX, 167 S;

SS. (169)–586 S./ VIII, 372 S./ VI S., SS. (374)–634. Mit 23 gefalteten

lithographierten Tafeln. Moderne Pappbände im Stil der Zeit.

(Grundsätze der angew. Werkzeugswissenschaft …). € 1.100,–

86


ኵ143 ኵ

Erste deutsche Ausgabe dieses frühen und sehr umfangreichen Werkes

über Dampfmaschinen; in der Reihe »Neuer Schauplatz der Künste und

Handwerke« erschienen. – Beschrieben werden die Wirkung der Wärme

und des Dampfes, Einrichtung und Regeln zur Bestimmung der Kräfte der

Dampfmaschinen (u. a. für Hoch- und Niederdruck), Dampfmaschinen zur

Fortbewegung von Fuhrwerken (Dampfwagen), Dimensionen und Formen

der Bestandteile und Zusatzteile von Dampfmaschinen sowie über Kondensatoren,

Luft- und Wasserpumpen. – Der niederländischer Mathematiker

und Physiker Gideon Jan Verdam (1802–1866) war Lektor für angewandte

Mechanik an der Universität Groningen. – Stempel auf den Titeln. Papierbedingt

leicht gebräunt. Vereinzelt leicht stockfleckig, sonst gut erhalten.

144 (Vogtherr, Georg). Ein Wolgegrindtes Kunnstreichs

Sumari Büchlin Aller Sonnen Vür uff acht oder vier eckette Stecklen Jnn

buchsen Zylinder, und uff Guldine ring, auch uff glaß … auch wie man

alle schrege … an yedem hauß oder fenster … finden solle. Straßburg.

Heinrich Vogtherr. 1539. (21 × 16 cm). 32 nn. Bll. Mit 1 gefalteten

Holzschnitt-Tafel, zahlreichen (6 ganzseitigen) Textholzschnitten

und Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. Moderner flexibler

Pergamentband im Stil der Zeit. € 4.500,–

ኵ144 ኵ

Erste Ausgabe dieses seltenen und sehr ausführlichen Werkes über die

Konstruktion von Sonnenuhren. Mit einer 11 Seiten umfassenden Tabelle,

die die Polhöhen für zahlreiche europäische Städte auflistet sowie einem

Kapitel über Sonnenquadranten, mit einer hübschen ganzseitigen Abbildung.

– »Georg Vogtherr sandte diese Schrift seinem Bruder H. V. zum

Druck und dürfte der Verfasser sein« (Zinner). – Titel mit Besitzvermerk

von alter Hand und datiert 1555. Die Blätter in der rechten unteren Ecke von

alter Hand paginiert. Stellenweise etwas fingerfleckig. Zwei Blätter und die

Tafel hervorragend restauriert sowie neu aufgebunden. Insgesamt gut erhalten.

– VD16 V2161; Zinner, Bibliographie 1729 (mit leicht abweichendem

Titel und fälschlich mit 30 Bll.); Zinner, Instrumente 573.

87


145 Wehrs, Georg Friedrich (von). Vom Papier, den vor

der Erfindung desselben üblich gewesenen Schreibmassen, und sonstigen

Schreibmaterialien. Halle. Gebauer. 1789. (20,5 × 12 cm). (16) 728 (27)

S. Dekorativer moderner Halblederband im Stil der Zeit mit hübscher

Rückenvergoldung. € 2.800,–

Zweite (relevante) Ausgabe seines Hauptwerkes, gegenüber der als Privatdruck

erschienenen Ausgabe von 1788 um über 200 Seiten Text und 26

Seiten Register erweitert. Das Werk geht auf ein 50-seitiges Sendschreiben

von 1779 zurück. – Wehrs (1753–1818), der mehrere ökonomische Schriften

verfasste, beschreibt hier die historische Entwicklung der Papierherstellung.

Unterteilt in die Kapitel: Die vor der Erfindung des Papiers gebräuchlichen

Schreibmassen, vom ägyptischen Baumbastpapier, vom Pergament,

vom baumwollenen Papier, vom Linnenpapier, vom chinesischen Papier,

vom japanischen, persischen, tibetanischen und hindostanischen Papier,

vom Verfall der Papiermanufakturen und Mitteln dem vorzubeugen, vom

Meisel, Griffel, Schreibrohr, Pinsel und von der Erfindung der Schreibfeder,

vom Tintenfass und den übrigen Schreibgeräten, von den Tinten, vom

Siegellack, von den Abschreibern und Illuminatoren, von den Büchersammlungen

der Alten sowie von den schädlichen Insekten und Mitteln zu ihrer

Vertilgung. – Durchgehend leicht stockfleckig bzw. gebräunt. Neu aufgebunden,

sonst gut erhalten. – Engelmann, Bibl. mech.-techn. 425.

ኵ146 ኵ

146 Weiss, John (Hrsg.) A catalogue of surgical instruments,

apparatus, appliances, etc. London. Rickerby. 1863. (22,5 × 14,5 cm).

VIII (76) 72 S. Mit 55 teils gefalteten lithographierten Tafeln. Geprägter

Original-Leinwandband. € 950,–

88


Früher und umfangreicher Katalog für Instrumente aus allen Bereichen der

Medizin. – Die durch ihre zahlreichen Innovationen berühmt gewordene

Firma wurde 1787 gegründet und besteht heute noch. – Kleiner Namensstempel

auf Titel. Stellenweise etwas stockfleckig. Einband leicht bestoßen,

Kapitale abgestoßen und Rücken etwas ausgbleicht. Insgesamt wohlerhalten.

– Von großer Seltenheit.

ኵ147 ኵ

147 (Welper, Eberhard). Neu-vermehrte Welperische Gnomonica

Oder Gründlicher Unterricht und Beschreibung, wie man alle

regulare Sonnen-Uhren auf ebenen Orten leichtlich aufreissen … beschreiben

und … kunstmässig verfertigen soll. Zum Drittenmahl aufgeleget

und mit dem vierten Theil vermehret. Nebst einem Anhang, der

Kunstreiche Uhrmacher genannt. Nürnberg. Spörlin seel. Witwe

für Weigel. 1708. (37,5 × 23,5 cm). (8) 200, 38 S. Mit gestochenem

Frontispiz, 34 Kupfertafeln und 1 gefalteten Kupferstichkarte. Pergamentband

der Zeit. € 2.600,–

Letzte und beste Auflage, erstmals von J. G. Doppelmayr herausgegeben

und um den vierten Teil sowie den Anhang vermehrt. – Der Anhang enthält

die Beschreibung und Berechnung mechanischer Uhren, zahlreiche

Getriebeberechnungen, einen Abschnitt über Pendel und eine Anleitung

zum Gebrauch der Äquationstabellen. Es ist das »erste Werk über Räderuhrmacherei

in deutscher Sprache« (Graf). – Die Kupfertafeln zeigen eine

Weltkarte, geometrische Konstruktionen, diversen Sonnenuhren sowie ein

Uhr- und ein Spielwerk. – Titel mit Besitzvermerk von alter Hand. Frontispiz

und die letzten Tafeln mit kleinem Fleckenrand. Die letzte Tafel mit

hinterlegtem Einriss. Einband altersbedingt etwas fleckig und berieben.

Vorderkante des hinteren Deckels ca. 2 cm beschädigt. Insgesamt gut erhaltenes

Exemplar. – Houzeau/Lancaster 1143; Zinner, Instrumente 583; Graf,

Der kunstreiche Uhrmacher S. 71.

»Das erste Werk über Räderuhrmacherei

in deutscher Sprache«

(Graf)

148 Werner, Abraham Gottlob. Letztes Mineral-System.

Aus dessen Nachlasse auf oberbergamtliche Anordnung herausgegeben

und mit Erläuterungen versehen. Freiberg und Wien. Craz, Gerlach

und Gerold. 1817. (20 × 12 cm). XIV, 58 S. Leinwandband der

Zeit. € 1.100,–

Erste relevante Ausgabe. – »Third, expanded publication of Werner’s

mineral system … It describes 317 mineral types as opposed to the 183 of the

first version« (Freilich). »A landmark in mineralogy, despite its slim size«

(Wilson). Werners Mineralsystem erschien erstmals 1789 und verbessert

1816 im »Bergmännischen Journal«. Die letzte und relevante Ausgabe wurde

1817 posthum von seinen Studenten J. C. Freiesleben, A. Breithaupt und

»A landmark in mineralogy«

(Wilson)

89


A. W. Köhler herausgegeben. – »Although Werner is best known for his

contribution to the founding of geology as a science, he first achieved recognition

as a mineralogist. He considered mineralogy to be the basis for all the

study of the earth, dividing it into five branches, of which geognosy (historical

geology) was one and oryctognosy (descriptive mineralogy) another.

And during all the years in which his theories on geognosy were arousing so

much interest and controversy, he continued to work on his mineralogical

system, the final version of which appeared after his death in 1817« (DSB). –

Titel mehrfach gestempelt. Vorsatz, Titel und ein Textblatt jeweils mit sehr

gut restauriertem Ausschnitt (Textblatt mit geringem Buchstabenverlust),

sonst sehr sauber und wohlerhalten. – DSB 14, 256; Wilson, Mineral Books

S. 62; Norman 2207; Hoover 877; Freilich 554.

149 Wetter Spiegel – Der Baurn und Land-Leut new-verbesserter

Wetter Spiegel, In welchem man die Witterung eines jeden Jahrs, Monat,

Wochen und Tag auch andere Begebungen nahe vorher sehen … Nun

aber mit fleiß durchsehen, und mit neuen Reguln vermehrt, und mit vier

Theil eingeteilt. Zuvor niemahls also Gedruckt. Ohne Ort. (Ca. 1600).

(16,5 × 9.5 cm). 136 S. Mit halbseitigem Titelholzschnitt und 37

Textholzschnitten. Moderner flexibler Pergamentband im Stil der

Zeit mit durchgezogenen Bünden. € 2.200,–

ኵ149 ኵ

Hübsch illustriertes und überaus seltenes meteorologisches Volksbuch in

der Art der Bauernkalender. – Die Holzschnitte zeigen die für die jeweiligen

Monate typischen Feldarbeiten, die Tierkreiszeichen, einen Aderlassmann,

Allegorien für die Planeten sowie ein Diagramm zur Bestimmung

des Mondstandes und eine Windrose. – Titel mit kleinem Eckabriss (ohne

Textverlust) und Nummerierung von alter Hand. Durchgehend gering gebräunt.

Insgesamt gut erhalten. – Vgl. VD17 23:295719A (mit leicht verändertem

Titel).

150 Zwinger, Theodor. Theatrum Botanicum. Das ist: Neu

Vollkommenes Kräuter-Buch, worinnen Allerhand Erdgewächse der

Bäumen, Stauden und Kräutern, welche in allen vier Theilen der Welt,

sonderlich aber in Europa herfür kommen … Basel. Bertsche. 1696.

(36 × 22 cm). (10) 995 (53) S. Mit gestochenem Frontispiz, doppelblattgroßem

Kupferstich-Portrait des Autors und über 1200 Textholzschnitten.

Dekorativer moderner Halblederband im Stil der

Zeit mit reicher Rückenvergoldung. € 3.400,–

90


Erste Ausgabe von Zwingers Neubearbeitung des Mattiolischen Kräuterbuchs.

– Zwinger, der besonderen Wert auf die Pflanzen legte, die der

Wundbehandlung dienen, verbesserte und erweiterte das von B. Verzascha

herausgegebene Neu vollkommene Kräuterbuch, das seinerzeit auf die deutsche

Bearbeitung des Kräuterbuchs von Matthiolus durch J. Camerarius

zurückgeht. Er verwendet dabei zum Teil Holzschnitte aus dem Nachlass v.

C. Gessner. Es enthält wie die meisten Kräuterbücher wertvolle kulturhistorische

Angaben u. a. über Genussmittel wie Tee, Kaffee und Schokolade.

Am Schluss noch mit einer mehrseitigen Beschreibung der Tabakpflanze.

– Titel mit Besitzvermerk von alter Hand. Stellenweise etwas gebräunt

und an den Rändern stockfleckig. Mit zahlreichen Annotationen von alter

Hand. Registerblätter stellenweise leicht angerändert und mit kleinen Fehlstellen

im Rand (ohne Textverlust). Insgesamt noch gut erhalten, besonders

für ein derartiges Gebrauchsbuch. – VD17 3:000174P; Nissen BBI 1311;

Pritzel 10532. – Beigebunden: 4 restaurierte Blätter, meist eng beschrieben

von alter Hand.

ኵ150 ኵ

91


Personenregister

Agricola, Georg. 1

Aikin, Arthur. 2

Alberti, Friedrich von. 3

Amerbach, Vitus. 113

Amman, Jost. 43, 127

Andreae, Johann Valentin. 4

Arnim, Bettina von. 70

Ayscough, James. 7

Azoulay, L. 115

Baader, F. von. 70

Bateman, Thomas. 8

Baudry de Saunier, Louis. 9

Becher, Johann Joachim. 10

Bellersheim,

Philipp Friedrich von. 11

Benedetti, Giovanni Battista. 98

Bernhardus Trevisanus. 12

Bernoulli, Jakob. 13

Berthollet, Claude Louis. 82

Blätter aus Prevorst. 70

Bohnenberger, Johann Gottfried

Friedrich von. 14

Börsch, Otto. 15

Bouguer, Pierre. 16

Brand, Augustin. 17

Brander, Georg Friedrich. 94

Breithaupt & Sohn. 15, 18

Breithaupt, Friedrich Wilhelm. 18

Bresler, J. 116

Brilloff, Rudolph. 19

Bugatti. 20

Burggrave, J. Ph. 77

Burgues de Missiessy,

Edouard J. 21

Bury et Hoyau. 22

Cazenave, Pierre Louis

Alphee. 23

Chappe, Claude. 24

Charcot, Jean-Martin. 25

Chéret. 89

Clüver, Dethlev. 26

Cushing, Harvey. 27

Dedekind, R. 63

Delambre, Jean Baptiste

Joseph. 28

Des Moulins. 90

Dioscorides, Ped. 90

Dirac, Paul Adrien Maurice. 29

Doppelmayr, J. G. 147

Dossie, Robert. 30

Dryander, Johannes. 31

Eichmann, J. 31

Eilenburg, Christian Heinrich. 32

Einstein, Albert. 33, 34, 41

Eisenstein, Gotthold. 36

Eschenmayer, K. A. von. 70

Faber Stapulensis, Jacobus. 83

Field, George. 37

Flamsteed, J. 73

Fourcroy, Antoine Francois de. 82

Fraunhofer, Joseph von. 39

Freitag, Adam. 40

Friedmann, Alexander. 41

Gaertner, Joseph. 42

Gaffky. 72

Garzoni, Thomas. 43

Gassendi, Pierre. 44

Gauss, Carl Friedrich. 36, 45

Gehler, Johann Samuel

Traugott. 46

Geißler, Johann Gottlieb. 47

Gilbreth, Frank B. 49

Gilbreth, L. M. 49

Gleichen-Russworm, Wilhelm

Friedrich von. 50

Gmelin, Johann Friedrich. 86

Gotthard, Johann Christian. 51

Grasset. 89

Grossmann, Marcel. 33

Haase, Carl. 45

Hahnemann, Samuel. 52, 53

Halfort, A. C. L. 54

Hammer, F.-L. 59

Hans, J. 59

Haüy, René-Just. 55

Hebenstreit, E. B. G. 137

Helcher, Hans Heinrich. 56

Helmont, Jean Baptiste van. 71

Henschel & Sohn. 57

Hensel. 58

Hermann, Jean-Fréderic. 59

Hill, John. 60

Holbein, H. 98

Hormel, W. 138

Hufeland, C. W. 53

Humboldt, Alexander von. 61, 62

Hummel, Josef. 6

Jacobi, Carl Gustav Jacob. 63

Jansen, M. 64

Johannes Anglicus. 65

John of Gaddesden. 65

Johnson, William. 66

Jugel, Johann Gottfried. 67

Keeler, James Edward. 68

Kerner, Johann Simon. 69

Kerner, Justinus. 70

Knorr von Rosenroth,

Christian. 71

Koch, Robert. 72

König, Franz Niklaus. 73

Königsdörffer, Georg

Heinrich. 30

Körner, Friedrich. 74

Kornmann, Heinrich. 75

Kunckel von Löwenstern,

Johann. 76, 77

Künstlich, Jonas. 78

Kutorga, Stepan. 79

La Hire, Philippe de. 109

Langsdorf, Karl Christian von. 80


Langsdorff, Werner von. 138

Laudoyer, Désirée. 81

Lavoisier, Antoine Laurent. 82

Lefèvre d’Étaples, Jacques. 83

Lémery, Nicolas. 112

Lenau, N. 70

Leonhard, Karl Cäsar von. 61

Lepaute, Jean-André. 84

Liebig, Justus von. 85

Linné, Carl von. 86, 87

Lobera de Avila, Luis. 88

Löffler. 72

Maindron, Ernest. 89

Matthiolus, Pietro Andrea. 90

Maximilian von Leuchtenberg. 79

May, Jakob. 91

Mayer, J. F. 70

Meuder, Ernst Peter. 92

Meyer, W. 93

Micheli du Crest, Jacques

Barthélemy. 94

Möllinger, Otto. 96

Morley, Christopher Love. 97

Morsianus, Christiernus. 83

Morveau, G. de. 82

Mucha. 89

Münster, Sebastian. 98

Naxagoras, Ehrd von. 99

Nazari, Giovanni Battista. 100

Nottnagel, Christoph. 102

Ohm, Georg Simon. 103

Padovani (oder Paduani),

Giovanni. 104

Passavant, Daniel. 109

Passemant, Claude Siméon. 105

Paullini, Christian Franz. 106

Peirce, Benjamin. 107

Peirce, C. S. 107

Perrine, Ch. D. 68

Petzold, Eduard. 108

Picard, Jean. 109

Pietsch, Paul. 6

Pixii, Nicolas-Constant. 110

Pluvinel, Antoine de. 111

Pomet, Peter. 112

Pontano, Giovanni Giovano. 113

Poppe, Johann Heinrich

Moritz von. 114

Ramón y Cajal,

Santiago. 115, 116

Rasch, F. 138

Renz, Ernst. 19

Richter, C. F. 112

Richter, Samuel. 117, 118

Riemann, Bernhard. 119

Rochemont, Charles. 2

Romme, Charles. 120

Rösel von Rosenhof, August

Johann. 121

Rospini, Carl Josef. 122

Rutherford, Ernest. 123

Savérien, Alexandre. 124

Schäffer, Jacob

Christian. 125, 126

Schmidt, Chr. H. 143

Schöner, Andreas. 98

Schopper, Hartmann. 127

Schrödinger, Erwin. 128

Schubert, G. H. von. 70

Schütte, Johann Heinrich. 129

Scillacio, Niccolò. 65

Semmelweis, Ignaz Philipp. 130

Sendivogius (Sedziwoj),

Michael. 131

Sickler, Johann Volkmar. 132

Siegmann, Friedrich. 133

Simpson, Thomas. 134

Sincerus Renatus. 117, 118

Spaeth, J. 130

Steinbock, Ernst Friederich

von. 135

Steinlen. 89

Stern, R. von. 9

Stövesandt, J. C. 136

Sullivan, Richard Joseph. 137

Teuber, Johann Martin. 139

Thomin, Marc. 141

Toulouse-Lautrec. 89

Troeltsch, Ernst. 6

Valentini, Michael Bernhard. 142

Verdam, Gideon Jan. 143

Vogelsang, Johann Christoph. 66

Vogtherr, Georg. 144

Wehrs, Georg Friedrich von. 145

Weiss, John. 146

Welper, Eberhard. 147

Werner, Abraham Gottlob. 148

Wiegleb, Johann Christian. 30

Williams, H. M. 62

Zeiss, Carl. 74

Zwinger, Theodor. 150


Schlagwort

Alchemie 4, 10, 12, 26, 56, 66–67,

71, 76–77, 92, 97, 99–100, 106,

114, 117–118, 131, 140

Amerika 107

Anästhesie 146

Anatomie, Pathologie 32, 115

Aschaffenburg 91

Astronomie 15, 26, 28, 31, 39, 41,

45, 47, 68, 73, 96, 98, 102, 104,

113, 134, 144, 147, 149

Auto 6, 9, 20

Autographen 5, 27, 93, 95, 123

Bäcker 127

Bakteriologie 72

Balneologie 88

Barometer 74, 94, 110

Bauernkalender 149

Bautechnik 11, 22, 40, 48, 58, 91

Beleuchtungswesen 22

Bergbau 1, 67, 80

Bernstein 32

Berufskrankheiten 54

Bienen 88, 112

Bier 88, 97, 127

Biologie 32, 42, 51, 59, 69, 79, 87,

90, 106, 108, 111, 121,125, 132,

135, 150

Blitzableiter 22

Botanik 32, 42, 50, 69, 87, 90, 112,

125, 142, 150

Brillen 7, 122, 127, 141

Brückenbau 81

Buchbinden 127

Büroorganisation 49

Chemie 2, 5, 10, 12, 26,30, 37, 56,

66–67, 71, 76–77, 82, 85, 92, 97,

99–101, 112, 114, 117–118, 131,

136, 140, 142

Chirurgie 146

Computer 49

Dampfmaschinen 143

Dermatologie 8, 23, 65

Destillation 90

Drechseln 139

Edelmetalle, -steine 56, 67, 101

Eisenbahn 35, 57

Elektrotechnik 103, 110, 114

Entomologie 50, 59, 121

Farben 37, 67, 101, 139, 145

Festschriften 57

Feuerwehr 106

Feuerwerkerei 17, 106, 136

Fischfang 112, 135

Fortifikation 11, 40, 48

Fotografie 68, 81

Gartenarchitektur 91, 108

Geflügel 51

Geheimlehren 4

Geographie 61, 62, 102, 142

Geologie 1, 3, 55, 60–61, 86, 129,

148

Gerberei 127

Glas 67, 141

Glocken 106, 127

Gynäkologie 130, 146

Handschriften 5, 93, 95

Handwerk 43, 101, 126–127

Hippologie 48, 111

HNO 146

Homöopathie 52–53

Hydraulik 124

Hygiene 54, 130

Industrie, Wirtschaft, Gewerbe

2, 10, 19, 21–22, 43, 49, 51,

54, 57, 67, 74, 78, 84, 89, 95, 101,

112, 122, 126–127, 139, 141, 145

Jagd 48, 127

Kartographie 96

Kräuterbücher 90, 112, 150

Kristallographie 55

Kryptographie 4

Kunst 89, 101

Landwirtschaft 51, 127, 149

Lebensmittel 88

Luftfahrt 133, 138, 142

Mathematik 18, 26, 33, 36, 45,

63, 83, 98, 102, 104, 107, 110,

119, 134

Mechanik 110, 134

Medizin 8, 23, 25, 27, 38, 52–54,

65, 72, 88, 106, 112, 115–116,

130, 146

Medizinische Instrumente 146

Mesmerismus 70

Meteorologie 26, 110, 149

Mikroskopie 50, 105, 141

Militär 11, 17, 40, 43

Mineralogie 1–2, 26, 32, 60, 67,

86, 129, 142, 148

Möbel 64

Mode 95

Münzen 48

Muscheln, Schnecken 32, 142

Neurologie 25, 27, 115–116

Obstbau 88, 132

Okkultismus 4, 26, 70, 75, 106

Ophthalmologie 7, 122, 146

Optik 7, 18, 26, 39, 47, 105, 110,

114, 122, 141–142

Originalfotografien 35, 81

Orthopädie 146

Pädiatrie 146

Paläontologie 1, 32, 86, 129, 142

Papier 126, 145


Pharmazie 5, 30, 38, 52–53, 71,

90, 97, 106, 112, 125, 127, 142

Philosophie 26, 44, 137

Physik 13, 18, 26, 29, 33–34, 39,

41, 44, 46, 93, 103, 110, 114,

123–124, 128, 134, 137, 142

Pilze 69, 88

Plakate 19, 89

Psychiatrie 25

Psychologie 70

Pumpen 74, 142

Ritter 111

Rosenkreuzer 4, 67, 117–118

Salz 80

Schifffahrt 16, 21, 48, 58, 120, 124

Schlosser 22, 127

Schneiderhandwerk 95, 127

Schuhe 127

Sonnenuhren 31, 98, 104, 144, 147

Spektroskopie 39

Spiele 114

Waagen 74, 93

Waffen 17, 136

Wasserbau 48, 58

Wein 88

Werbung 89

Wissenschaftliche Instrumente

14–15, 18, 31, 46–47, 74, 93–94,

98, 105, 109–110, 122, 124,

141–142, 144

Wunderkammer 32, 142

Zahnheilkunde 127, 146

Zauberei, Magie 43, 78, 114

Zeppelin 138

Ziegel 127

Zimmermann 127

Zirkus 19

Zoologie 32, 50, 59, 79, 90, 112,

121, 142

Zucker 88

Tabak 112

Technik 9, 14–15, 17–18, 22, 24,

74, 80, 84, 93–94, 8, 109, 124,

136, 139, 143–145, 147

Telegraphie 24

Textil 95

Thermometer 74, 94, 110

Tischler 64

Toxikologie 54

Uhren 43, 84, 98, 104, 127, 144,

147

Verkaufskataloge 15, 18, 20, 64,

110, 146

Verkehrswesen 6, 9, 16, 20–21, 35,

48, 57–58, 120, 133, 138

Vermessungswesen 14, 15, 93, 98,

109–110


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Das Angebot ist freibleibend. Preise in Euro incl. 7%

MwSt. Versand erfolgt auf Kosten des Empfängers.

Die Versandkosten betragen 7 € (versichertes Paket,

DHL) beziehungsweise 2,50 € (Büchersendung) innerhalb

Deutschlands.

Die Versandkosten ins Ausland lassen sich nur individuell

je nach Land festlegen; wir erbitten diese entsprechend

zu erfragen. Wir verschicken alle Sendungen

entsprechend versichert. Soweit es sich um keinen

Verbrauchsgüterkauf im Sinne des § 474 BGB handelt,

erfolgt der Versand gem. § 447 BGB auf Gefahr des

Emfängers. Eigentumsvorbehalt gem. § 449 BGB.

Die Bücher sind, wenn nicht anders vermerkt, dem

Alter entsprechend gut erhalten. Unwesentliche Mängel

sind nicht immer angegeben, aber stets im Preis

berücksichtigt.

Unsere Rechnungen sind sofort nach Erhalt ohne Abzug

zahlbar. Bei uns unbekannten Bestellern behalten

wir uns eine Lieferung gegen Vorkasse und den Versand

der Bestellung als Paket vor. Bei größeren Aufträgen

und Bibliotheksbestellungen sind wir gerne bereit,

individuelle Zahlungsmodalitäten zu vereinbaren.

Soweit es sich nicht um einen Verbrauchsgüterkauf im

Sinne des § 474 BGB handelt, ist Erfüllungsort und Gerichtsstand

Heilbronn.

Widerufsbelehrung

widerrufsrecht

Sie haben das Recht, binnen vierzehn Tagen ohne Angabe

von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen.

Die Widerrufsfrist beträgt vierzehn Tage ab dem Tag,

an dem Sie oder ein von Ihnen benannter Dritter, der

nicht der Beförderer ist, die Waren in Besitz genommen

haben bzw. hat.

Um Ihr Widerrufsrecht auszuüben, müssen Sie uns

mittels einer eindeutigen Erklärung in Textform (z. B.

Brief, Telefax oder E-Mail) über Ihren Entschluss, diesen

Vertrag zu widerrufen, informieren. Der Widerruf

ist zu richten an: Antiquariat Gerhard Gruber, Königsberger

Str. 4, 74078 Heilbronn, Telefax: 07131/910474,

E-Mail: info@antiquariat-gruber.de.

Zur Wahrung der Widerrufsfrist reicht es aus, dass Sie

die Mitteilung über die Ausübung des Widerrufsrechts

vor Ablauf der Widerrufsfrist absenden.

widerrufsfolgen

Wenn Sie diesen Vertrag widerrufen, haben wir Ihnen

alle Zahlungen, die wir von Ihnen erhalten haben, einschließlich

der Lieferkosten (mit Ausnahme der zusätzlichen

Kosten, die sich daraus ergeben, dass Sie eine

andere Art der Lieferung als die von uns angebotene,

günstigste Standardlieferung gewählt haben), unverzüglich

und spätestens binnen vierzehn Tagen ab dem

Tag zurückzuzahlen, an dem die Mitteilung über Ihren

Widerruf dieses Vertrags bei uns eingegangen ist. Für

diese Rückzahlung verwenden wir dasselbe Zahlungsmittel,

das Sie bei der ursprünglichen Transaktion eingesetzt

haben, es sei denn, mit Ihnen wurde ausdrücklich

etwas anderes vereinbart. In keinem Fall werden

Ihnen wegen dieser Rückzahlung Entgelte berechnet.

Sie haben die Waren unverzüglich und in jedem Falle

spätestens binnen vierzehn Tagen ab dem Tag, an dem

Sie uns über den Widerruf dieses Vertrags unterrichtet

haben, an uns zurückzusenden oder zu übergeben. Die

Frist ist gewahrt, wenn Sie die Waren vor Ablauf der

Frist von vierzehn Tagen absenden. Sie tragen die unmittelbaren

Kosten der Rücksendung der Waren. Für

einen etwaigen Wertverlust der Waren müssen Sie nur

aufkommen, wenn dieser Wertverlust auf einen zur

Prüfung der Beschaffenheit, Eigenschaften und Funktionsweise

der Waren nicht notwendigen Umgang mit

Ihnen zurückzuführen ist.

ende der widerrufsbelehrung

Zahlungsweise

Alle Zahlungen haben ohne Abzug und spesenfrei auf

eines unserer Konten zu er fol gen. Bei Überweisungen

aus dem Ausland kommen zum Rechnungsbetrag noch

Bankspesen in Höhe von 10 € hinzu. Diese entfallen

jedoch bei spesenfreier Über weisung.

Impressum

Gestaltung buchstabe Helmut Stabe, Torsten Illner,

Halle an der Saale

Druck Verlagsdruckerei Schmidt GmbH,

Neustadt an der Aisch

Dezember 2015

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