Patientenzeitschrift Herbst/Winter 2014/2015

Visioness

Heft 2 / Herbst-Winter 2014/15

Gesund in Essen

Darmkrebs: Vorsorge schützt – gute

Heilungschancen bei früher Diagnose Seite 14

Mit TV-Programm

für unseren Klinik-Sender „KiK-TV“

Alle Termine der geburtshilflichen

Klinik des KK Essen 2015

Volksleiden Rückenschmerz –

Bildgesteuerte Schmerztherapie

hilft Seite 8

Depressionen – mit der richtigen

Therapie Lebensfreude zurückgewinnen

Seite 26

Gesund in Essen


Editorial

4

Liebe Patientinnen und Patienten,

liebe Leserinnen und Leser,

Anfang des Jahres prognostizierte die Weltgesundheitsorganisation WHO

einen weiteren Anstieg der Erkrankungszahlen an Krebs. Ein wichtiger

Grund für diesen Anstieg ist unsere stark steigende Lebenserwartung.

Durch unser längeres Leben wirken (vermeidbare) Risikofaktoren wie

Rauchen, erhöhtes Körpergewicht oder Bewegungsmangel entsprechend

stärker. Sie beeinflussen den Körper über viel längere Zeit und können

deshalb stärker schädigen.

Deshalb ist die Früherkennung von Tumorerkrankungen so wichtig.

Leider wird sie noch immer zu wenig genutzt. Dabei bieten zum Beispiel

regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen für Hautkrebs, Mamma-

Screenings, die Gebärmutterkrebsvorsorge und insbesondere Dickdarmspiegelungen

eine Chance, Krebs bereits in gut behandelbaren Stadien

zu erkennen und in vielen Fällen zu heilen. Lesen Sie hierzu auch unsere

Reportage ab Seite 14.

8

© Jacek Chabraszewski - Fotolia.com

Heilungs- und Überlebenschancen von Krebserkrankungen sind erwiesenermaßen

abhängig von der Qualität der medizinischen Versorgung.

Deshalb werden am Katholischen Klinikum Essen in jedem Stadium der

Erkrankung verschiedenste Fachkliniken in Diagnose und Therapie miteinbezogen.

Auch die speziell onkologisch geschulten Pflegefachkräfte sind

ein wichtiger Bestandteil unserer Teams, ebenso wie die Einbeziehung der

niedergelassenen Facharztpraxen, damit unsere Patienten auch nach ihrer

Entlassung gut betreut sind.

So steht den behandelnden Ärzten – und damit Ihnen, den Patientinnen und

Patienten – das kollektive Wissen hochspezialisierter Fachärzte aus unterschiedlichsten

Bereichen zur Verfügung.

Ihr

Impressum

Gesund in Essen Nr. 2 / Herbst-Winter 2014/15

Herausgeber: Katholisches Klinikum Essen

Postanschrift: Katholisches Klinikum Essen

Marketing und Kommunikation

Hospitalstraße 24, 45329 Essen

E-Mail: marketing@kk-essen.de

Telefon: 0201 6400 1020

Telefax: 0201 6400 1029

Internet: www.kk-essen.de

Redaktionsleitung: Oliver Gondolatsch

Leiter Marketing und Kommunikation

Inhaltliches und grafisches Konzept,

Redaktion und Realisation: Visioness GmbH

Druck: Löcke-Druck

Dr. Winfried Berger

Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Internistische Onkologie

am Marienhospital Altenessen des Katholischen Klinikums Essen

Quellen in dieser Ausgabe:

Caritasverband

Deutsche ILCO e. V.

Deutsche Kontinenz Gesellschaft e. V.

Felix Burda Stiftung

Deutsche Röntgengesellschaft e. V.

Integrationsmodell Ortsverband Essen e. V.


Gesund in Essen


Endoskop mit Schlinge

Darmpolyp

Inhalt

Parkinson –

im Zeitlupentempo durchs Leben 4

Seelsorge am Katholischen Klinikum Essen 7

Volksleiden Rückenschmerz –

Bildgesteuerte Schmerztherapie hilft 8

Darm

Neues Chirurgisches Zentrum etabliert 10

14

Reanimationskurse helfen Leben retten 13

Darmkrebs – Vorsorge schützt –

Gute Heilungschancen bei früher Diagnose 14

Kreißsaalführungen 19

Das Beste für Mutter und Kind 20

TV-Programm 22

Inkontinenz – vielfältige Heilungsmöglichkeiten

– Große Erfolgschancen 24

Depressionen – mit der richtigen Therapie

Lebensfreude zurückgewinnen 26

Ehrenamt am Katholischen Klinikum Essen 28

Veranstaltungskalender 30

13

Selbsthilfegruppen 30

Fachkliniken / Leitende Ärzte 31

20

26

Gesund in Essen


Parkinson

Im Zeitlupentempo durchs Leben

Die Hand zittert, die Mimik erstarrt,

die Bewegungen werden immer langsamer –

allein in Deutschland leiden etwa 300.000 Menschen

an dem sogenannten Parkinson-Syndrom.

Darunter auch Prominente wie Fußballtrainer

Udo Lattek oder der Kabarettist Ottfried Fischer,

der seine Krankheit 2008 öffentlich gemacht hat.


Gesund in Essen

och ist Parkinson nicht heilbar,

aber inzwischen gut zu behandeln.

„In den letzten 20 Jahren wurden

neue, vielversprechende Therapieansätze

entwickelt, die den Krankheitsverlauf

verlangsamen und die Lebensqualität der

Patienten deutlich verbessern“, erklärt

Priv.-Doz. Dr. Horst Gerhard, Chefarzt

der Klinik für Neurologie und klinische

Neurophysiologie am Philippusstift des

Katholischen Klinikums Essen.


Fragen an Priv.-Doz. Dr. Horst Gerhard, Facharzt für Neurologie,

Neurologie und Psychiatrie, Physikalische und Rehabilitative

Medizin, Neurologische Intensivmedizin, Geriatrie,

Rehabilitationswesen, Physikalische Therapie und Chefarzt

der Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie am

Philippusstift des Katholischen Klinikums Essen

© Alexander Raths - Fotolia.com

Herr Dr. Gerhard, die Neurologie ist ein

sehr komplexes Fachgebiet, das sich mit

den Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks,

der peripheren Nerven und

der Muskulatur befasst. Mit welchen Erkrankungen

sind Sie in Ihrer Klinik am

häufigsten konfrontiert?

Unsere Fachklinik ist insbesondere spezialisiert

auf die Behandlung von Schlaganfall-Patienten.

Für die Erstversorgung

steht eine Spezialstation, die sogenannte

„Stroke-Unit“, zur Verfügung. Außerdem

therapieren wir Patienten mit unterschiedlichen

Formen von Epilepsie, Schmerzsyndromen

und die für Parkinson-Patienten

typischen Bewegungsstörungen.

Die Frühdiagnose von Parkinson gehört

zu den Schwerpunkten unserer Klinik, da

gerade der frühe Einsatz von bestimmten

Medikamenten das Fortschreiten der Erkrankung

verzögern kann.

Warum wird die Parkinson-Krankheit

oft so spät erkannt? Und von welchem

Therapieansatz versprechen Sie sich am

meisten?

Die Krankheit entwickelt sich schleichend,

die Symptome sind eher diffus

und erst nach Jahren deutlich sichtbar.

Offensichtlich gelingt es dem Körper

über lange Zeit, den zunehmenden Dopaminmangel

zu kompensieren. Zudem

verläuft Parkinson bei jedem anders.

Deshalb verfolgen wir am Katholischen

Klinikum Essen einen fächerübergreifenden,

ganzheitlichen Therapieansatz,

wir behandeln also auch die zur Erkrankung

gehörenden Begleitsymptome.

Dazu arbeiten wir eng mit den internistischen

Abteilungen, der gastroenterologischen

Klinik und der psychiatrischen

Klinik zusammen.

Kontakt

Katholisches Klinikum Essen

Philippusstift

Priv.-Doz. Dr. med. Horst Gerhard,

Leitender Arzt

Hülsmannstraße 17

45355 Essen

Fon: 0201 6400 3351

Mail: neurologie@kk-essen.de

Was ist Parkinson?

Parkinson ist eine langsam fortschreitende

Erkrankung des Nervensystems,

bei der bestimmte Dopamin erzeugende

Nervenzellkerne des Gehirns absterben,

die für die Bewegungssteuerung zuständig

sind. Meist treten die ersten Symptome

im Alter zwischen 60 und 70 Jahren

auf. Nur etwa fünf bis zehn Prozent der

Betroffenen sind jünger als 40 Jahre.

Dopamin-Mangel und die Folgen

Fehlt der Botenstoff Dopamin, kommt es

zu Störungen der Grob- und Feinmotorik.

„Es gibt drei sogenannte Kardinalsymptome,

die besonders häufig vorkommen.

Das sind Akinese, also Bewegungsarmut,

Rigor, also Muskelsteifheit, und letztlich

der Tremor, das berühmte Zittern, das

viele Parkinsonpatienten aufweisen“,

erläutert Priv.-Doz. Dr. Gerhard. Bei Akinese

fallen den Patienten willkürliche

Bewegungen wie Aufstehen, Gehen oder

Umdrehen zunehmend schwer und die

Bewegungen werden insgesamt langsamer.

Ihre Mimik verändert sich, die

Schrift wird ungelenk. Die Sprache wird

leiser und ist wenig moduliert. Hat der

Patient eine ständig erhöhte Muskelspannung,

so dass der Körper immer unbeweglicher

wird und Nacken und Schultern

schmerzen, spricht man von Rigor.

Leidet der Patient unter dem Tremor, ist

das Zittern zunächst einer Hand im Ruhezustand

besonders auffällig. Es kann sich

bei Aufregung verstärken und später auf

andere Körperteile übergreifen.

Parkinson-Patienten geraten leicht aus

dem Gleichgewicht, da es ihnen nicht

mehr gelingt, Bewegungsänderungen

schnell genug auszugleichen. Man spricht

dann von einer Haltungsinstabilität.

Typische Begleitsymptome

Inzwischen weiß man, dass bei Parkinson

unter anderem auch das vegetative Nervensystem

betroffen ist. Dadurch kommt

es u. a. zu Störungen des Magen-Darm-

Trakts, des Herz-Kreislaufsystems und

der Blasentätigkeit. Deshalb haben Parkinson-Kranke

Symptome wie Verstopfung

oder Durchfall, Kreislaufregulationsprobleme

oder leiden an Inkontinenz.

Vor allem aber hinterlässt die Krankheit

Spuren auf der Seele: Die Betroffenen

leiden oft unter Antriebsschwäche, sie

ermüden rasch, jeder Vierte entwickelt

eine Depression. Darüber hinaus erkranken

etwa die Hälfte der über 75-jährigen

Parkinson-Patienten an einer Demenz

Gesund in Essen


– etwa sechsmal mehr als Gesunde in

dieser Altersgruppe.

Echte Detektivarbeit –

die richtige Diagnose

Parkinson entwickelt sich schleichend.

„Viele Patienten, die zu uns in die Sprechstunde

kommen, haben bereits eine längere

Odyssee durch Arztpraxen hinter

sich. Sie klagen oft über Verdauungsprobleme,

Rückenschmerzen oder depressive

Verstimmungen – lange bevor

die Hand zittert oder der Körper auf

Zeitlupe umschaltet“, sagt Priv.-Doz.

Dr. Gerhard und nennt auch den Grund

dafür: „Zwei Drittel der Nervenzellen

müssen bereits abgestorben sein, bevor

sich die ersten Bewegungsstörungen

überhaupt zeigen. Wertvolle Zeit,

die für die Therapie verloren geht.“ Zur

Diagnose werden neben der klinischen

Untersuchung insbesondere drei Verfahren

eingesetzt: Die cerebrale Parenchymultraschalluntersuchung

zeigt

Veränderungen des Nervensystems, die

medikamentöse Testung zeigt, ob die Dopamingabe

die Symptome deutlich verbessert,

und eine nuklearmedizinische

Untersuchung stellt Veränderungen des

Dopaminstoffwechsels in dem Hirnareal

dar, das bei der Parkinsonerkrankung

betroffen ist. Bei Betroffenen mit Bewegungsstörungen

wird eine Kernspinuntersuchung

des Kopfes durchgeführt, um

andere Erkrankungen auszuschließen.

Ganzheitliche Behandlung

für mehr Lebensqualität

Am Katholischen Klinikum Essen liegt

der Fokus darauf, so früh wie möglich mit

einer individuell angepassten Therapie zu

beginnen. Zunächst muss die optimale

Medikamenten-Kombination gefunden

werden, um den Mangel an Dopamin vorsichtig

und möglichst gleichmäßig auszugleichen.

Insbesondere auf die modernen

Präparate sprechen Patienten im frühen

Stadium der Krankheit meist gut an und

sind längere Zeit nahezu beschwerdefrei.

Im weiteren Krankheitsverlauf ist ein

fächerübergreifender Therapieansatz

erforderlich, um die typischen Begleitsymptome

wie Herz-Kreislaufprobleme,

Magen-, Darm- oder Blasenbeschwerden,

Schmerzsyndrome, Schluckbeschwerden

oder Depressionen zu lindern.

Dazu gehören neben Medikamenten,

Krankengymnastik, Logopädie, Schlucktherapie

und Ergotherapie auch psychologische

Betreuung sowie alternative

Schmerztherapien oder Musik- und Aromatherapien.

Welt-Parkinson-Tag am 11. April 2015

Das Leben trotz Parkinson genießen – so

lautet die Botschaft des Welt-Parkinson-

Tages, der jedes Jahr am 11. April stattfindet,

um die Öffentlichkeit mit Veranstaltungen

und Aktionen über die Krankheit

und die Arbeit der Selbsthilfegruppen zu

informieren. Priv.-Doz. Dr. Gerhard unterstützt

diesen Ansatz: „Sich zu verstecken,

das ist keine Lösung. Je mehr sich

die Patienten öffnen, umso eher können

wir die Symptome behandeln.“

Interview mit Angelika Steinfurth vom

INTEGRATIONSMODELL Ortsverband Essen e. V.

Der INTEGRATIONSMODELL Ortsverband Essen e. V. ist Träger des

Betreuten Wohnens und der Ambulanten Pflege für Menschen mit Handicap

Frau Steinfurth, der Verein entwickelt alternative

Wohn- und Unterstützungsmodelle

für Menschen mit Behinderungen.

Welche Unterstützung erfahren Menschen

im Rahmen dieser Projekte?

Das hängt ganz vom Projekt und den Bedürfnissen

der Wohnenden ab. Es bestehen

beispielsweise Projekte, in denen

rund um die Uhr ein Mitarbeitender anwesend

ist, weil die im Projekt lebenden

Menschen auf Unterstützungsleistungen

angewiesen sind, die ád hoc gewährt werden

müssen. Beispiele: nächtliche Toilettengänge;

Getränke anreichen; Veränderung

der Lage im Bett...

Im Projekt Einzel- und Paarwohnen erhalten

Menschen in ihren eigenen Wohnungen

ambulante Unterstützungsangebote.

Inwiefern unterscheiden sich diese Wohnprojekte

von betreuten Heimen?

Die Projekte ermöglichen es den Wohnenden,

ein selbstbestimmtes Leben zu

führen. Jeder erhält einen eigenen Mietvertrag

und ist dadurch frei in seinem

Handeln. Die Mieter haben der Normalität

entsprechend beispielsweise eigene

Schlüssel und können kommen und gehen,

wann sie möchten. Sie können Besuch

empfangen und alles tun, was wir

Menschen ohne Behinderung eben auch

tun. Es funktioniert wie in einer Familie.

Wenn man über Nacht weg bleibt, gibt

man einfach Bescheid, damit die anderen

sich keine Sorgen machen.

Weshalb ist diese Form der Integration in

die Gesellschaft für kranke und gesunde

Menschen besonders wichtig?

Bei unseren Projekten geht es immer um

Inklusion. Menschen ohne Behinderung

bauen Berührungsängste gegenüber Behinderten

ab und ermöglichen ihnen so,

ein Teil der „gesunden“ Gesellschaft zu

sein. Es geht darum, miteinander zu leben

und Dinge zu unternehmen. Irgendwann

steht dann nicht mehr die Behinderung im

Vordergrund, sondern die gemeinsamen

Gespräche und Unternehmungen. Menschen

sollen helfen, weil sie es gerne tun

und nicht, weil sie Mitleid haben. Durch

unsere Arbeit bekommen gesunde Menschen

einen anderen Blickwinkel auf die

Dinge. Um Ihnen ein Beispiel zu nennen:

Unter unseren früheren Zivildienstleistenden

waren einige, die heute Ärzte an Kliniken

sind. Wir bekommen immer wieder

mit, dass die Arbeit bei uns den Grundstein

für einen ganz natürlichen und ganzheitlichen

Ansatz im Umgang mit behinderten

Menschen gelegt hat. Das ist besonders

im Krankenhausalltag wichtig.

Lesen Sie das gesamte Interview auf

www.GesundInEssen.de

Kontakt

Integrationsmodell

Ortsverband Essen e. V.

Am Weberplatz 1

45127 Essen

Fon: 0201 810 53 0

www.im-essen.de


Gesund in Essen


Seelsorge am

Katholischen Klinikum Essen

Meine wichtigste

Aufgabe ist das

Zuhören.

Ein offenes Ohr, ein Lächeln, ein freundliches Wort.

Die Krankenhausseelsorger des Katholischen Klinikums Essen sind

für Patienten und Angehörige da, die ein Gespräch suchen oder einen

Zuhörer brauchen. Gesund in Essen sprach mit Diakon Joachim Vogt,

Seelsorger am St. Vincenz Krankenhaus.

Kontakt

Philippusstift

Hülsmannstraße 17

45355 Essen

Pastoralreferentin Doris Broszeit,

Katholische Klinikseelsorgerin

Fon: 0201 6400 1230

Mail: d.broszeit@kk-essen.de

Gemeindereferentin Monika Rasch,

Kath. Krankenhausseelsorgerin

Fon: 0201 6400 1230

Pfarrerin Erika Holthaus,

Ev. Krankenhausseelsorgerin

Fon: 0201 6400 1231

Marienhospital Altenessen

Hospitalstraße 24

45329 Essen

Pastor Ralph Eberhard Brachthäuser,

Kath. Krankenhausseelsorger

Fon: 0201 6400 1216

Pfarrerin Erika Holthaus

Ev. Krankenhausseelsorgerin

Fon: 0201 6400 1215

Wie kamen Sie zur Seelsorge?

Diakon Joachim Vogt: Schon während

meines Theologiestudiums in den 80er

Jahren entstand ein erster Kontakt zu

der Einrichtung der Telefonseelsorge und

ich begann zunächst ehrenamtlich den

Dienst dort und konnte Menschen in ganz

unterschiedlichen Lebens- und auch Krisensituationen

am Telefon begleiten.

Welche Aufgaben übernimmt die Seelsorge

am Katholischen Klinikum Essen?

Wie unterstützen Sie die Menschen?

Diakon Joachim Vogt: Auch hier ist „Begleitung“

das entscheidende Stichwort:

So wie meine Kollegen am Philippusstift

und Marienhospital stehe ich als katholischer

Krankenhausseelsorger für die

Nähe zu denen, die ihren Aufenthalt im

Krankenhaus als eine deutliche Veränderung

ihrer alltäglichen Lebensgewohnheiten

erfahren. Für viele Patientinnen

und Patienten sind mein Besuch und ein

Gespräch eine willkommene Gelegenheit,

die eigene Situation in den Blick zu

nehmen. Meine wichtigste Aufgabe dabei

ist das Zuhören. Daneben bemühe ich

mich, insbesondere für schwerstkranke

und sterbende Patienten und ihre Angehörigen

da zu sein. Selbstverständlich

steht die katholische Krankenhausseelsorge

im Katholischen Klinikum Essen

auch für die sonntägliche Feier der Heiligen

Messe in den Krankenhauskapellen

an den drei Standorten und die Möglichkeit,

die Krankenkommunion und die

Krankensalbung zu empfangen.

Welche Rolle spielt Seelsorge heute in

einem modernen Krankenhaus?

Diakon Joachim Vogt: Die Abläufe in

einem modernen Krankenhaus sind

heute weitgehend geprägt von den Erfordernissen

einer hochtechnisierten Medizin.

In diesem Zusammenhang kann die

Seelsorge eine wertvolle Ergänzung darstellen.

Ich versuche stets, den ganzen

Menschen mit Körper, Geist und Seele

in den Blick zu nehmen und bei meinen

Besuchen den Patienten auch angemessen

Zeit zu geben.

Was tun Sie für das körperliche und

seelische Wohl der Patienten?

Diakon Joachim Vogt: Es mag vielleicht

zunächst ein wenig überraschend klingen,

aber ich erlebe es immer wieder:

Es sind im Wesentlichen drei Faktoren,

die meine Arbeit mit den Menschen im

Krankenhaus bestimmen. In der Regel

bringe ich Zeit mit, wenn ich mit Patienten

spreche. In meiner Wahrnehmung

ist nicht die Anzahl der Gespräche

wichtig, die ich im Krankenhaus führe,

sondern ihre Intensität. Darüber hinaus

habe ich selten „Lösungen“ für die

St. Vincenz Krankenhaus

Von-Bergmann-Straße 2

45141 Essen

Diakon Joachim Vogt,

Kath. Krankenhausseelsorger

Fon: 0201 6400 1221

Pfarrerin Erika Holthaus,

Ev. Krankenhausseelsorgerin

Fon: 0201 6400 1222

Fragen und Probleme anderer, sondern

bemühe mich, aktiv zu hören, was meine

Gesprächspartner bewegt und beschäftigt.

Und als Letztes ist mir eine hohe

Wertschätzung für Menschen, unabhängig

von ihrer Herkunft und von ihrer

Glaubensgeschichte, wichtig.

Wie ist die Seelsorge in den normalen

Klinikalltag eingebunden?

Diakon Joachim Vogt: Die Krankenhausseelsorge

wird von vielen Mitarbeitern

der unterschiedlichen Berufsgruppen

als hilfreiche und wertvolle Unterstützung

ihrer Sorge um die kranken Menschen

im Katholischen Klinikum Essen

wahrgenommen. Immer wieder werde

ich von ihnen zur Hilfe gerufen und um

ein Gespräch mit einzelnen Patienten

oder mit Angehörigen gebeten. Für solche

Hinweise bin ich sehr dankbar.

Gesund in Essen


Volksleiden

Rückenschmerz

Bildgesteuerte Schmerztherapie hilft

Der zweithäufigste Grund für Arztbesuche in Deutschland sind

Rückenschmerzen. Wenn Rückentraining nicht hilft, können

kleinste operative Eingriffe Linderung bringen.

lona Hofstetter kann wieder lachen

– beziehungsweise gehen, stehen

und liegen. Nach einem Bandscheibenvorfall

im Februar 2013 hatte sie im

Juli 2014 einen Rückfall. „Die Schmerzen

waren so stark, dass ich nichts mehr

machen konnte. Morgens aus dem Bett

aufzustehen, war eine richtige Qual“,

sagt die Essenerin, die den Kiosk am

Marienhospital Altenessen betreibt.

Wenn der Rücken leidet

Rückenschmerzen können unterschiedliche

Ursachen haben. „Die häufigste

Ursache sind Nervenirritationen oder

Bandscheibenvorfälle, die durch Fehlhaltungen

oder falsche Belastung der

Wirbelsäule hervorgerufen werden“, so

Dr. Azhari, Chefarzt der Klinik für Diagnostische

und Interventionelle Radiologie

am Marienhospital Altenessen des

Katholischen Klinikums Essen. Doch

auch Tumorleiden oder Osteoporose,

also poröse und brüchige Knochen, können

für Rückenschmerzen verantwortlich

sein. Bisweilen strahlen die Schmerzen

in Arme und Beine aus, es kommt zu

Missempfindungen wie Kribbeln oder

sogar Lähmungserscheinungen. Auch

der Ehemann von Ilona Hofstetter, Friedrich

Hofstetter, war betroffen, er berichtet:

„Die Schmerzen strahlten vom Rücken

bis in mein linkes Bein aus. An ein

unbeschwertes Leben und Arbeiten war

nicht mehr zu denken.“

Rückenschmerzen effektiv behandeln

Aufgrund der guten Erfahrungen, die

Familie Hofstetter mit ihrer ersten Behandlung

bei Dr. Azhari gemacht hatte,

begaben sich die Eheleute im Sommer

2014 erneut zu ihm in Behandlung. Auch

die Ergebnisse der zweiten Behandlung

begeisterten beide. Frau Hofstetter:

„Nach vier Tagen im Klinikum wurde ich

entlassen, und zwei Tage später konnte

ich mich wieder fast schmerzfrei bewegen!“

Was den Hofstetters so schnell

half, ist die sogenannte bildgesteuerte

Schmerztherapie der Wirbelsäule. Bei

dieser speziellen Schmerztherapie wird

der Ausgangspunkt der Schmerzen

mit Hilfe von Magnetresonanztherapie

(MRT) oder Computertomographie (CT)

exakt bestimmt. Anschließend bringt der

Arzt Medikamente oder Behandlungsgeräte

unter ständiger Röntgen- oder

CT-Kontrolle zum Schmerzherd. „Mittels

Röntgen- oder CT-Kontrolle können

wir während der gesamten Behandlung

überprüfen, ob die Instrumente richtig

liegen. Das erlaubt uns ein sehr präzi-

Interview mit Prof. Dierk Vorwerk, Direktor des Instituts

für Radiologie und gewählter Präsident der Deutschen

Röntgengesellschaft e. V. (ab 2015)

Die Deutsche Röntgengesellschaft ist die wissenschaftliche Gesellschaft für Radiologen. Sie hat

das Hauptanliegen, Ärzte wissenschaftlich auf dem neusten Stand der Entwicklungen zu halten.

Herr Prof. Vorwerk, die bildgesteuerte

Schmerztherapie der Wirbelsäule arbeitet

mit CT- oder Röntgenaufnahmen.

Patienten haben oft die Sorge, dass sie

bei diesen Verfahren hoher Strahlung

ausgesetzt sind. Können Sie das bestätigen?

Bei jeder röntgengesteuerten Untersuchung

tritt eine gewisse Strahlenexposition

auf, die nicht wegzuleugnen ist. Allerdings

sind die Geräte heute so konzipiert,

dass sie gepulst arbeiten. Das bedeutet,

dass nicht dauernd ein Bild erzeugt wird,

sondern es werden zum Beispiel 7,5 Bilder

pro Sekunde gemacht, dadurch ist die

Strahlung erheblich geringer als noch

vor einigen Jahren. Bei der Computertomografie

werden immer nur einzelne

Bilder gemacht, die dann eine Momentaufnahme

zeigen. Die Strahlendosis ist

dadurch niedrig. Ein Erwachsener muss

keine Angst haben, dass dadurch ein

Tumor erzeugt wird. Dosen, die direkte

Schädigungen nach sich ziehen, wie zum

Beispiel eine Hautschädigung, treten bei

diesen Untersuchungen nicht auf.

Lesen Sie das gesamte Interview

auf www.GesundInEssen.de

Kontakt

Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Ernst-Reuter-Platz 10

10587 Berlin

Fon: 030 916 070 0

Mail: office@drg.de

www.drg.de


Gesund in Essen


Bandscheibe

Kanüle

Knochenzement

Wirbelkörper

Vertebroplastie

In einem minimalinvasiven

Eingriff wird der Wirbelkörper

mit Knochenzement stabilisiert.

Fragen an Dr. Tarek Azhari,

Facharzt für Diagnostische

Radiologie und Chefarzt der

Klinik für Diagnostische und

Interventionelle Radiologie

am St. Vincenz Krankenhaus

und Marienhospital Altenessen

des Katholischen

Klinikums Essen

ses, sicheres und absolut punktgenaues

Vorgehen“, erläutert Dr. Azhari.

Vielfältige Therapiemöglichkeiten

Zu den Therapiemöglichkeiten der bildgesteuerten

Schmerztherapie der Wirbelsäule

am Katholischen Klinikum Essen

zählen die Periradikuläre Schmerztherapie,

das Auflösen von Facetten- und Iliosakralgelenkblockaden

sowie die Vertebroplastie

– sperrige Begriffe, hinter denen

sich wirkungsvolle medizinische Verfahren

verbergen.

Die Periradikuläre Schmerztherapie, kurz

PRT, wird bei Schmerzen angewandt, die

durch Nervenirritationen - meist bedingt

in Folge von Bandscheibenvorwölbungen

- hervorgerufen werden. Dafür wird eine

spezielle Kanüle zum irritierten Nerv vorgebracht,

über die ein beruhigendes und

entzündungshemmendes Medikament

eingespritzt wird.

Facetten- und Iliosakralgelenkblockaden

entstehen durch Arthrose und Verschleiß

der Wirbelgelenke. Um diese

aufzulösen, wird, wie bei der PRT, ein

Medikament eingebracht, allerdings

wird es an den Wirbelgelenken platziert.

Die Vertebroplastie wird bei Wirbelkörpereinbrüchen,

beispielsweise aufgrund

von Osteoporose oder Tumormetastasen,

angewandt. „Wir stabilisieren die

gebrochenen Wirbelkörper, indem wir

Knochenzement einspritzen“, so Dr. Azhari.

Durch die Vertebroplastie können

große Operationen an der Wirbelsäule

und lange Bettlägerigkeit häufig verhindert

werden. „Bereits am Tag nach

der Behandlung können die Patienten

aufstehen“, sagt Dr. Azhari. Auch Friedrich

Hofstetter berichtet: „Schon nach

wenigen Tagen war ich vollkommen beschwerdefrei.

Ich kann jetzt zusammen

mit meiner Frau wieder Rad fahren und

wandern gehen.“

Herr Dr. Azhari, was ist das Besondere

an der bildgesteuerten Schmerztherapie

der Wirbelsäule im Gegensatz zu

anderen operativen Verfahren?

Die bildgesteuerte Behandlung von

Rückenschmerzen mittels Computertomographie

ist minimal-invasiv und

erfolgt weitgehend unter örtlicher Betäubung.

Das hat den Vorteil, dass nur

wenig gesundes Gewebe verletzt wird.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Operationsverfahren

ist eine Narkose hier

nicht erforderlich. Meist wird der Patient

schneller wieder fit. Außerdem

erlaubt diese Methode eine sehr exakte

und punktgenaue Behandlung.

Ist die Therapie eine langfristige

Lösung?

Hierbei kommt es ganz darauf an, wie

sich der Patient nach der Therapie verhält.

Sind die Schmerzen auf eine Fehlhaltung

zurückzuführen, ist es wichtig,

durch spezielle Rückengymnastik vorzubeugen.

Bei Osteoporose oder Tumorleiden

ist das schwieriger.

Kontakt

Katholisches Klinikum Essen

Marienhospital Altenessen

Dr. med. Tarek Azhari, Leitender Arzt

Hospitalstr. 24

45329 Essen

Fon: 0201 6400 1951

Mail: t.azhari@kk-essen.de

Links:

Die Hofstetters können wieder lachen.

Nach der Behandlung bei Dr. Azari

sind die Kioskbetreiber des Marienhospitals

Altenessen beschwerdefrei.

Gesund in Essen


Neues Chirurgisches

Zentrum etabliert

Um die Patientenzufriedenheit und –sicherheit zu erhöhen,

hat das Katholische Klinikum Essen eine neue organisatorische

Struktur eingeführt: Im Chirurgischen Zentrum für Viszeralund

Gefäßmedizin werden Patienten von sogenannten

Kompetenzteams interdisziplinär betreut.

ettina Martin, Patientin von Priv.-

Doz. Dr. Olaf Guckelberger, Chefarzt

des Chirurgischen Zentrums

für Viszeral- und Gefäßmedizin, wird mit

starken Unterleibsschmerzen ins Philippusstift

eingeliefert, wo ein Darmverschluss

festgestellt wird – ein Notfall,

der sofort operiert werden muss. Am

Philippusstift sind jedoch alle OP-Säle

belegt, und Warten ist keine Option.

Kurzerhand wird Bettina Martin für die

Operation ins Marienhospital Altenessen

verlegt, wo die Operation sofort beginnt.

Diese Flexibilität ermöglicht das Chirurgische

Zentrum für Viszeral- und Gefäßmedizin.

Zwei Standorte, ein Zentrum

Das Chirurgische Zentrum für Viszeralund

Gefäßmedizin am Katholischen Klinikum

Essen vereint unter einem Namen

die ehemaligen chirurgischen Standorte

des Klinikums: die Klinik für Allgemein-,

Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie

des Philippusstifts und die Allgemein-,

Viszeral- und Gefäßchirurgie des Marienhospitals

Altenessen. Die Ärzte an den

zwei Standorten des Zentrums sind auf

jeweils unterschiedliche Erkrankungen

spezialisiert. „Der Wunsch, ein Chirurgisches

Zentrum zu gründen, entstand

bei mir schon vor einigen Jahren, denn

interdisziplinäre, heilende Konzepte beinhalten

heute mehr als ´nur´ Operie-

10 Gesund in Essen


Kompetenzzentren:

Das Marienhospital Altenessen

und das Philippusstift

ren“, so Priv.-Doz. Dr. Guckelberger, der

im vergangenen Jahr die Berliner Charité

nach vielen Jahren verließ und Chefarzt

am Katholischen Klinikum Essen

wurde. „Ein Großteil der Behandlungen,

die wir Chirurgen durchführen, finden in

enger Zusammenarbeit mit Internisten

statt.“ Im Rahmen des Chirurgischen

Zentrums ist den Chirurgen und Internisten

eine außergewöhnlich enge interdisziplinäre

Zusammenarbeit möglich.

„Wir visitieren Patienten gemeinsam

und besprechen die Fälle gemeinsam.

So können wir dem Patienten die beste

Therapie vorschlagen“, sagt Priv.-Doz.

Dr. Guckelberger.

Betreuung durch Kompetenzteams

Diese enge Zusammenarbeit ist möglich,

weil die Mitarbeiter fest in den Kompetenzteams

des Chirurgischen Zentrums

für Viszeral- und Gefäßmedizin organisiert

sind. Ein Kompetenzteam ist eine

Arbeitsgemeinschaft, deren fester Teil

ein Chirurg ist, welcher wahlweise durch

einen Internisten, Pflegedienstmitarbeiter

und weitere Fachkräfte ergänzt

wird. „Das Kompetenzteam Darmkrebs

wird beispielsweise zusätzlich durch einen

Stomatherapeuten ergänzt“, erklärt

Priv.-Doz. Dr. Guckelberger. Die Teams

sind jeweils für eine Erkrankung zuständig

und kennen alle entsprechenden

Fälle im Klinikum. „Das ‘Kompetenzteam

Darmkrebs‘ weiß also über alle

Patienten Bescheid, die mit Darmkrebs

am Katholischen Klinikum Essen sind

– auch, wenn sie sich nur in der Ambulanz

vorgestellt haben“, so Priv.-Doz.

Dr. Guckelberger. „Das spart im Notfall

wichtige Zeit.“

Spezialisierung und standortübergreifende

Betreuung

Aufgrund der Spezialisierung innerhalb

des Zentrums kann es vorkommen, dass

ein Patient zur Operation an den anderen

Standort verlegt wird. Trotzdem wird

jeder Patient von Anfang an von einem

festen Mitarbeiter des zuständigen Kompetenzteams

betreut. Dieser bespricht

den Fall in seinem Team, das gemeinsam

einen Behandlungsplan erarbeitet. Dadurch

kennt jedes Mitglied dieses Kompetenzteams

die Krankengeschichte des

Patienten. Wird er nun für die Operation

innerhalb des Zentrums verlegt, bleibt er

trotzdem in demselben Kompetenzteam.

Außerdem lernt er seine Ansprechpartner

deutlich früher kennen. „Wir nehmen

die Patienten innerhalb des Zentrums an

die Hand und begleiten sie. Das bedeutet,

dass wir ihnen beispielsweise sagen, wer

genau die Ansprechpartner in unserem

Kompetenzteam sind. Das gibt ihnen Sicherheit,

weil die Patienten wissen, an

wen sie sich wenden können“, erläutert

der Chefarzt. Diese Erfahrung hat auch

Bettina Martin gemacht: „Nach der Operation

hat sich Dr. Guckelberger sogar

zweimal bei mir persönlich erkundigt,

wie es mir geht“, sagt sie zufrieden.

Regelmäßige Besprechungen

Die neue Struktur dient letztlich der Sicherheit

und Zufriedenheit der Patienten.

„Bei allen Erkrankungen zählt auch Erfahrung.

Im besten Falle vereint man die

gesamte Erfahrung in einem Zentrum“,

so Priv.-Doz. Dr. Guckelberger. Dabei liegt

dem Zentrumleiter die Fort- und Weiterbildung

seiner Mitarbeiter besonders am

Herzen, denn innerhalb der Kompetenzteams

können sich die Chirurgen sehr

viel stärker spezialisieren. Zudem werden

die Behandlungen nach einheitlichen

Standards durchgeführt. Das ermöglicht

eine gleichbleibend gute Qualität und erhöht

die Sicherheit und Zufriedenheit der

Patienten. Trotz der Spezialisierungen

bleiben die Teams untereinander vernetzt:

Regelmäßige Besprechungen der

Teamleiter geben einen Überblick über

aktuelle Fälle. Dabei zählt auch die Gemeinschaftsidee:

Mitarbeiter fühlen sich

anders eingebunden und verantwortlich,

da sie an beiden Standorten des Zentrums

gemeinsame Ziele und Standards

haben.

Gesund in Essen

11


Schwerpunkt Pankreaskrebs

Zu den Krankheiten, die am Chirurgischen

Zentrum für Viszeral- und Gefäßmedizin

behandelt werden, zählen beispielsweise

die Schaufensterkrankheit, Krebserkrankungen

der Speiseröhre und des Magens,

Darmkrebs und die daraus entstandenen

Lebermetastasen. „Ein Schwerpunkt des

Zentrums ist die Therapie von Pankreaskarzinomen,

also Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Diese Krebsart erfordert ein

hohes Maß an chirurgischer Präzision,

kombiniert mit einer interdisziplinären

Betrachtungsweise. Das können wir dank

der Zentrumsstruktur und den sehr gut

ausgebildeten Chirurgen hier bieten“, ergänzt

Priv.-Doz. Dr. Guckelberger.

Notfälle

Neben den regulären Fällen ist die Versorgung

von Notfällen über das Zentrum

deutlich besser abgedeckt. „Die Operation

von Frau Martin ist sozusagen ein

Paradebeispiel unseres Chirurgischen

Zentrums für Viszeral- und Gefäßmedizin

für die Behandlung eines Patienten

im Notfall. Frau Martin war unsere erste

‘Zentrumspatientin‘, noch bevor das

Zentrum vollständig etabliert war“, erläutert

Priv.-Doz. Dr. Guckelberger. Die

Nutzung von OP-Kapazitäten erfolgt

innerhalb des Zentrums sehr flexibel,

sodass Notfälle wesentlich schneller

operiert werden können. So war es auch

mit Bettina Martin: „Alle Operationssäle

am Philippusstift waren belegt. Deshalb

wurde ich ins Marienhospital verlegt und

ich bin dann erst wieder auf der Intensivstation

des Marienhospitals aufgewacht.

Dort verbrachte ich zwei Tage und

bin anschließend per Krankentransport

wieder zurück in das Philippusstift auf

die Normalstation gebracht worden.“

Die Verlegung an den ursprünglichen

Standort ist wichtig, weil sich Patienten

dort auskennen und sich deshalb wohler

fühlen: „Obwohl ich mich im Marienhospital

wohlgefühlt habe, war es mir doch

lieber, wieder zurück ins Philippusstift

zu kommen, da ich das Team dort kenne,

nett und freundlich finde“, sagt auch

Bettina Martin.

Einzigartig in Essen

Das Chirurgische Zentrum für Viszeralund

Gefäßmedizin ist mit seiner vernetzten

Struktur einzigartig in Essen“,

sagt Priv.-Doz. Dr. Guckelberger. „Es

gibt immer wieder Entwicklungen, bei

denen man von einer normalen Station

zu einem Zentrum übergeht, die Idee ist

ja nicht ganz neu. Aber in dieser Umfänglichkeit,

dass es für alle relevanten

Krankheitsbilder umgesetzt werden soll,

gibt es das hier noch nicht.“

Wo es an

Beratung fehlt,

da scheitern

die Pläne, wo

viele Ratgeber

sind, gibt es

Erfolg. Altes Testament

Sprechstunden

Am Chirurgischen Zentrum des Katholischen Klinikums Essen

bieten wir Ihnen folgende Spezialsprechstunden an.

Sprechstunde

Privatsprechstunde

Hernien

Leitende Ärzte

PD Dr. med.

Olaf Guckelberger

Dr. med.

Ulrich Teske

Weitere Ärzte

Allgemeine

und Verbandssprechstunde

Privatsprechstunde

Grivina/Bauholzer

Tag, Uhrzeit

täglich

8:15-9:00 Uhr

u. n. V.

täglich

10:00 -11:00 Uhr

Dienstag

u. Donnerstag

13:30 -14:30 Uhr

Leber/Galle/

Pankreas

PD Dr. med.

Olaf Guckelberger

Dimitrova/Krafft

Freitag

11:00 -12:00 Uhr

Ösophagus/

Magen/Darm

Oliver Theis

Krafft/Schrott

Mittwoch

14:30 -15:30 Uhr

Priv.-Doz. Dr. Olaf Guckelberger

Kontakt

Kontakt

Katholisches Klinikum Essen

Philippusstift

Priv.-Doz. Dr. med. Olaf Guckelberger,

Leitender Arzt

Hülsmannstraße 17

45355 Essen

Fon: 0201 6400 3151

Mail: o.guckelberger@kk-essen.de

12 Gesund in Essen

Gefäßchirurgie

Chron.-entzündl.

Darmerkrankungen/

Proktologie

Endokrine

Chirurgie

PD Dr. med.

Olaf Guckelberger

Dres. Teske/

Fugmann

PD Dr. med.

Matthias Heuer

Bauholzer/

Dimitrova

Anmeldung in der chirurgischen Ambulanz:

Fon: 0201 6400 5350

Anmeldung im Sekretariat (Privatsprechstunde):

Fon: 0201 6400 3151

Standort Philippusstift

Hülsmannstraße 17

45355 Essen

Samah/Grivina

Schrott/Samah

Standort Marienhospital Altenessen

Hospitalstraße 24

45329 Essen

Donnerstag

14:00 -15:00 Uhr

Dienstag

14:00 -15:00 Uhr

Montag

14:30 -15:30 Uhr


Termine 2015

• Mittwoch, 25. Februar, 18.00 Uhr

• Mittwoch, 20. Mai, 18.00 Uhr

• Mittwoch, 16. September, 18.00 Uhr

• Mittwoch, 18. November, 18.00 Uhr

und ggf. weitere nach Bedarf.

Sven Mühlan (Mitte)

mit Pflegefachkräften

beim Reanimationskurs

Reanimationskurse

helfen Leben retten

In vielen Krankenhäusern sind Schulungen

zu Reanimations-, also Wiederbelebungsmaßnahmen,

nur für Ärzte und Pflegepersonal geplant, da die

Teilnahme für diese beiden Berufsgruppen Vorschrift ist.

Am Katholischen Klinikum Essen ist das anders:

Auch Verwaltungsangestellte, Patienten und Angehörige

können diese Schulungen erhalten, damit im Notfall

jeder helfen kann.

ven Mühlan ist pflegerischer

Leiter der Intensivstation des

St. Vincenz Krankenhauses und

bietet Reanimationskurse für Mitarbeiter,

Patienten und Angehörige an: „Alle

Mitarbeiter, die direkt mit Patienten

zusammenarbeiten, also Ärzte und

Pflegefachkräfte, sind verpflichtet, einmal

jährlich an einer solchen Schulung

teilzunehmen“, erklärt er. Neu ist, dass

seit 2013 auch die Verwaltungsangestellten

die Möglichkeit haben, an einer

solchen Schulung teilzunehmen. Das ist

zwar nicht verpflichtend, der Andrang

ist allerdings so groß, dass bereits zwei

Schulungen jährlich angeboten werden

müssen, um der Nachfrage gerecht zu

werden. „Wir freuen uns sehr, dass unsere

Mitarbeiter dieses Thema so ernst

nehmen. Denn gerade in einem Krankenhaus

muss im Notfall jeder helfen

können. Schnelle Hilfe ist entscheidend,

wenn es darum geht, Leben zu retten“,

so Mühlan.

Etwas zu tun, ist immer besser,

als nichts zu tun

Auch außerhalb des Klinikums soll diese

schnelle Hilfe möglich sein. Deshalb

bietet das Katholische Klinikum Essen

als besondere Dienstleistung für seine

Patienten ab Februar 2015 viermal jährlich

auch für Angehörige der Patienten

des Katholischen Klinikums Essen diese

Kurse kostenfrei an. „Insbesondere

Angehörige verunglückter oder verunfallter

Personen kommen häufig auf

uns zu und fragen im Nachhinein, ob sie

hätten helfen können. Die Antwort ist

fast immer: Ja!“, sagt Mühlan. Er weiß,

dass viele, die nicht von Berufs wegen

regelmäßig Hilfe leisten, Angst haben,

etwas falsch zu machen. Diese Sorgen

möchte er nehmen: „Man kann bei Erster

Hilfe nichts falsch machen. Etwas zu

tun, ist immer besser, als nichts zu tun.

Wir nehmen uns deshalb den Ängsten

in unseren Kursen an und bieten auch

die Möglichkeit zum Austausch untereinander.“

Theorie und Praxis

In den Kursen lernen die Teilnehmer zunächst

die theoretischen Hintergründe

von Reanimationsmaßnahmen kennen.

Anschließend wird mit einer Puppe der

Notfall geübt: Herzmassage, Mund-zu-

Mund-Beatmung und stabile Seitenlage.

Außerdem wird den Teilnehmern der

Ablauf der Ersten Hilfe noch einmal mit

auf den Weg gegeben: Zuerst den Notarzt

rufen und anschließend Erste Hilfe

leisten.

Teilnahme für Patienten kostenfrei

Alle ehemaligen Patienten können kostenfrei

an den Reanimationskursen

teilnehmen. Anmeldungen nimmt Sven

Mühlan unter 0201 6400 4121 oder reanimation@kk-essen.de

entgegen.

Gesund in Essen

13


Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 60.000 Fälle

von Darmkrebs diagnostiziert, mehr als 20.000 Menschen

sterben daran. Darmkrebs ist eine besonders tückische Krebsart,

denn der Tumor entwickelt sich schleichend. Betroffene haben

meistens keine Beschwerden, sie merken nicht, dass sie erkrankt sind.

Die gute Nachricht: Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen

lässt sich Darmkrebs in den meisten Fällen vermeiden.

Darmkrebs

Vorsorge schützt – gute Heilungschancen

bei früher Diagnose

14 Gesund in Essen

ie Krankheitsgeschichte von

Manfred Ochlich beginnt im

Frühjahr 2013. Im Anschluss an

eine Herz-OP und der Entlassung aus

dem Krankenhaus schwellen Beine und

Bauch des damals 75-Jährigen aufgrund

von Wasseransammlungen stark an.

Sein Hausarzt überweist ihn sofort an

das Katholische Klinikum Essen. Dort entdeckt

das Team um Dr. Winfried Berger,

Chefarzt der Klinik für Hämatologie und

Internistische Onkologie am Marienhospital

Altenessen, einen Krebstumor in

Manfred Ochlichs Dickdarm. Der hatte

den Krebs zuvor nicht bemerkt. „Ich habe

mich bis dahin absolut gesund gefühlt“,

erzählt er.

Vorsorgeuntersuchungen

können Leben retten

„Wie Herrn Ochlich geht es vielen Patienten.

Sie verzichten auf Vorsorgeuntersuchungen,

weil sie sich gesund fühlen.

Leider hat das oft fatale Folgen“, so

Dr. Berger. „Zur Darmkrebsvorsorge sollten

Menschen deshalb unbedingt auch

ohne verdächtige Symptome wie Schmerzen

gehen.“ Es gibt verschiedene Tests,

um Darmkrebs festzustellen: Den Stuhl-

Blut-Test, die Tastuntersuchung und die

Darmspiegelung. Die Kosten für den Stuhl-

Blut-Test sowie für die Tastuntersuchung

werden ab dem 50. Lebensjahr von den gesetzlichen

Krankenkassen übernommen,

für die Darmspiegelung ab 55 Jahren.


Vom Darmpolypen

zum Krebs

Die Entwicklung vom gutartigen

Darmpolypen zum bösartigen Darmkrebs

verläuft unbemerkt.

Blutbahn

Lymphbahn

Darmpolyp

(Schleimhautaussackung)

Enddarm am häufigsten betroffen

Als Darmkrebs werden Krebserkrankungen

des Dickdarms (Kolon), des

Enddarms (Mastdarm, Rektum) und

des Darmausgangs (Anus) bezeichnet.

Der Enddarm ist am häufigsten betroffen.

Grundsätzlich kann in jedem Darmabschnitt

Krebs entstehen. In der Regel

bildet er sich jedoch im Dickdarm oder

im Enddarm, also in den letzten 16 Zentimetern

des Darms.

Vom Polypen zum Krebs

In mehr als 90 Prozent aller Fälle entwickelt

sich Darmkrebs aus einem sogenannten

Polypen, einer Vorwölbung

der Schleimhaut, die in das Darminnere

ragt. Polypen sind gutartige, pilzähnliche

Wucherungen, aus denen sich

Krebs entwickeln kann. Die Entwicklung

vom Polypen zum Karzinom, also

zum Krebstumor, dauert etwa sieben

bis zehn Jahre. Diese Zeitspanne nennt

man Adenom-Karzinom-Sequenz. „Wird

der Polyp während der Adenom-Karzinom-Sequenz

entfernt, kann Darmkrebs

in den meisten Fällen vorgebeugt

werden“, bestätigt Dr. Berger.

Risikofaktor Alter

Um das 50. Lebensjahr nimmt die

Wahrscheinlichkeit, an Darmkrebs zu

erkranken, sprunghaft zu. „Gerade weil

Darmkarzinome erst in einem sehr

späten Stadium Beschwerden hervorrufen,

nämlich dann, wenn eine Heilung

kaum oder nur schwer möglich ist, sollte

man die Möglichkeiten zur Vorsorge

unbedingt nutzen“, so Dr. Berger. Auch

der Darmkrebs von Manfred Ochlich

hätte durch eine Routine-Vorsorgeuntersuchung

in einem früheren Stadium

entdeckt werden können.

Hämoccult-Test und Tastuntersuchung

Mithilfe des Stuhl-Blut-Tests, auch Hämoccult-Test

genannt, wird festgestellt,

Entarteter Darmpolyp

(Krebszellen vermehren sich)

Krebszellen durchdringen

die Darmwand

Der Tumor erreicht die

Blut-und Lymphbahn.

Es kann zur Bildung von

Metastasen kommen

ob sich Blut im Stuhl befindet. Ein negativer

Test bedeutet allerdings nicht

zwangsläufig, dass keine Polypen oder

kein Karzinom im Darm vorhanden sind.

Es kann sein, dass diese zum Zeitpunkt

des Tests eben nicht bluten. Genauso

wenig bedeutet ein positiver Test, dass

man an Polypen oder Darmkrebs leidet,

da die Darmschleimhaut auch aus anderen

Gründen bluten kann. Bei einem

positiven Test wird deshalb eine Darmspiegelung

durchgeführt. Bei der Tastuntersuchung

tastet der Arzt den Bereich

des Enddarms ab. So kann er Karzinome

entdecken, die sich am Darmausgang

befinden. Beide Tests sollten jährlich

durchgeführt werden.

Koloskopie, die sichere Vorsorge

Die zuverlässigste Methode zur Darmkrebs-Früherkennung

ist die Darmspiegelung,

im Fachjargon Koloskopie genannt.

„Die Koloskopie ist in erster Linie

dazu gedacht, Polypen zu entdecken,

aus denen sich später Karzinome entwickeln

können“, erklärt Dr. Berger. Dazu

führt der Arzt ein Endoskop, also einen

Kunststoffschlauch mit einer Kamera,

in den Darm. Mit Hilfe dieser Kamera

kann er Polypen schon dann erkennen,

wenn sie gerade einmal die Größe einer

Stecknadel haben. „Das Besondere an

der Koloskopie ist, dass sie nicht nur eine

Vorsorgeuntersuchung darstellt, sondern

gleichzeitig auch die Behandlung“, erklärt

Dr. Berger. „Haben wir einen Polypen entdeckt,

führen wir über das Endoskop ein

kleines Instrument ein, mit dem wir den

Polypen von der Darmwand abzwicken.

Aus diesem Polypen kann sich dann kein

Darmkrebs mehr bilden.“ Die Patienten

bekommen vor der Untersuchung ein

leichtes Narkosemittel, so dass sie die

Behandlung nicht spüren. Auch die Gabe

eines Beruhigungsmittels ist möglich.

Risikopatienten:

Darmkrebsvorsorge unter 50

© Katholisches

Klinikum Essen

Gibt es in der Familiengeschichte Fälle

von Darmkrebs, sollte man bereits in

jüngeren Jahren die Vorsorgeangebote

wahrnehmen. „Zehn Jahre vor dem Erkrankungsalter

des Angehörigen sollte

man sich untersuchen lassen“, sagt

Dr. Berger. Auch wer an einer chronischentzündlichen

Darmerkrankung wie Colitis

Ulcerosa oder Morbus Crohn leidet,

gehört zu den Risikopatienten und sollte

bereits vor dem 50. Lebensjahr regelmäßig

zur Vorsorge gehen.

Gesund in Essen

15


Diagnose und Behandlung

von Darmkrebs

Liegt der Befund Darmkrebs vor, richtet

sich die Therapie nach dem Ausmaß der

Erkrankung. „Im Fall von Herrn Ochlich

konnten wir den gesamten Krebs im Rahmen

eines operativen Eingriffs entfernen“,

so Dr. Berger. „Der Krebs hatte zu diesem

Zeitpunkt aber bereits eine Metastase in

der Leber gebildet, die wir operativ nicht

entfernen konnten. Diese behandeln wir

mit einer Chemotherapie.“ Die Metastase

spricht auf die Therapie an und zeigt wenige

Nebenwirkungen: „Ich vertrage die

Chemo wirklich gut“, so Manfred Ochlich.

„Die einzigen Auswirkungen sind ein leichtes

Kribbeln in den Fingerspitzen und dass

ich schneller müde werde als sonst.“ In

vierzehntägigem Rhythmus bekommt er

die Chemotherapie. Zur Sicherheit bleibt

er dann für eine Nacht im Marienhospital

Altenessen. Durch seine häufigen Aufenthalte

kennt er das Pflegepersonal der Onkologie

schon gut. „Ich fühle mich dort gut

umsorgt“, sagt der Borbecker.

Chemotherapie und Bestrahlung

bei Darmkrebs

Chemo- und Strahlentherapie spielen

nicht nur bei der Behandlung von Metastasen

eine wichtige Rolle. Sie werden

auch angewandt, um einen Tumor zu verkleinern,

wenn er zu nah am Darmausgang

liegt. Das erhöht die Chancen, den

Schließmuskel bei einer Operation erhalten

zu können. Weiterhin findet die Chemo-

und Strahlentherapie im Anschluss

an eine Operation Anwendung. Hier trägt

sie zur Verbesserung des Behandlungserfolgs

bei, indem sie das Risiko eines

Rückfalls verringert. Außerdem kommt

sie zum Einsatz, wenn eine Operation

nicht möglich ist, um den Krankheitsverlauf

zu verlangsamen.

Vernetzung der Kliniken

verbessert Behandlung

„Eine Krebserkrankung stellt immer

auch ein Risiko für die umliegenden,

nicht betroffenen Organe dar“, erläutert

Prof. Hans-Georg Krengel, Chefarzt der

Klinik für Innere Medizin am St. Vincenz

Krankenhaus und Marienhospital Altenessen

des Katholischen Klinikums Essen.

„Deshalb werden am Katholischen

Klinikum Essen in jedem Stadium der

Erkrankung verschiedenste Fachkliniken

in Diagnose und Therapie miteinbezogen.“

So steht den behandelnden Ärzten

das kollektive Wissen hochspezialisierter

Fachärzte aus verschiedenen Fachkli-

Fortsetzung auf Seite 18

Dr. Winfried Berger und

Manfred Ochlich nach der OP

16 Gesund in Essen


Die Koloskopie

Bei der Koloskopie wird ein

optisches Endoskop in den Darm

eingeführt. Der Arzt kann so am

Monitor den Darm untersuchen.

Wird ein Darmpolyp entdeckt,

kann er sofort mit Hilfe einer

Schlinge entfernt werden.

Der Eingriff ist schmerzfrei.

Endoskop mit Schlinge

Darmpolyp

Darm

© Katholisches Klinikum Essen

Fragen an Prof. Hans-Georg Krengel,

Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie

und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am St. Vincenz

Krankenhaus und Marienhospital Altenessen sowie an Dr. Winfried Berger,

Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und Internistische Onkologie,

Palliativmedizin ESMO (Examination in Medical Oncology) und Chefarzt der

Klinik für Hämatologie und Internistische Onkologie am Marienhospital

Altenessen des Katholischen Klinikums Essen

Herr Prof. Krengel, die Ernährung spielt

bei der Darmkrebsvorbeugung eine wichtige

Rolle. Gibt es eine besondere Diät, um

sich vor Darmkrebs zu schützen?

Auch wenn sich mit einer gesunden, ausgewogenen

Ernährung das Darmkrebsrisiko

senken lässt, kann nicht von einer

Diät zur Darmkrebsvorbeugung gesprochen

werden. Vielmehr empfiehlt sich

eine vollwertige Kost. Zu einer ausgewogenen

Ernährung gehören insbesondere

ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie

Getreideprodukte und Hülsenfrüchte sowie

Obst und Gemüse. Rotes Fleisch, wie

vom Rind, Schwein oder Lamm, aber auch

Wurst sollte man eher selten verzehren.

Weitere bestätigte Risikofaktoren sind Alkoholkonsum,

Übergewicht, Bewegungsmangel

und Rauchen. Mit einer gesunden

Lebensweise kann man das Risiko, an

Darmkrebs und anderen Krebsarten zu

erkranken, erheblich senken. Doch auch

Menschen, die gesund und bewusst leben

und keine erblichen Risikofaktoren oder

Vorerkrankungen haben, können daran

erkranken. Deshalb ist die Darmkrebsvorsorge

so unglaublich wichtig. Sie ist die

wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von

Darmkrebs.

Herr Dr. Berger, es gibt Operationen bei

Darmkrebs, bei denen die Funktion des

Schließmuskels nicht aufrechterhalten

werden kann.

Ja, wenn das Karzinom im Enddarm sehr

nah am Darmausgang liegt und wir den

Schließmuskel bei der Entfernung des

Tumors nicht oder nur teilweise erhalten

können, ist ein künstlicher Darmausgang

– ein Stoma – erforderlich. Das Stoma wird

durch ein kleines Loch in der Bauchdecke

mit dem Darm verbunden. Ausscheidungen

werden dann nicht mehr über

den natürlichen Weg ausgeschieden, sondern

über die Hautoberfläche ausgeleitet

und dort in einem geruchsdichten Beutel

aufgefangen, der regelmäßig gewechselt

werden muss. Das bedeutet natürlich erst

einmal eine große Umstellung in vielen

Lebensbereichen. Stoma-Patienten können

aber genauso aktiv sein wie alle gesunden

Menschen auch.

Kontakt

Katholisches Klinikum Essen

Marienhospital Altenessen

Prof. Dr. med. Hans-Georg Krengel,

Leitender Arzt

Hospitalstraße 24

45329 Essen

Fon: 0201 6400 1900

Mail: h.krengel@kk-essen.de

St. Vincenz Krankenhaus

Von-Bergmann-Straße 2

45141 Essen

Fon: 0201 6400 1900

Mail: h.krengel@kk-essen.de

Katholisches Klinikum Essen

Marienhospital Altenessen

Dr. med. Winfried Berger,

Leitender Arzt

Hospitalstraße 24

45329 Essen

Fon: 0201 6400 4742

Mail: w.berger@kk-essen.de

Gesund in Essen

17


niken zur Verfügung. Auch die speziell

onkologisch geschulten Pflegefachkräfte

sind ein wichtiger Bestandteil des Teams.

„Neben der internen Vernetzung ist für

uns die Einbeziehung der Niedergelassenen

wichtig, damit die Patienten auch

nach ihrer Entlassung gut betreut sind“,

so Prof. Krengel. Eine vorbildliche Zusammenarbeit

besteht zum Beispiel mit

der Praxis von Dr. Schramm-Gross und

Dr. Rotter im Essener Norden. Durch diese

Kooperationen erfolgt eine individuelle

Behandlung aller Krebserkrankungen auf

höchstem medizinischen Niveau. Auch in

Sachen Aufklärung ist das Team des Katholischen

Klinikums Essen anderen voraus:

„Für das Projekt ´1000 Leben retten

Ruhr´ zur Darmkrebsprävention sind

wir im vergangenen Jahr mit dem Felix-

Burda-Award ausgezeichnet worden“,

berichtet Prof. Krengel. Er ist Mitinitiator

und Mitglied der Projektgruppe.

Dr. Winfried Berger (Links)

und Prof. Hans-Georg Krengel

Interview mit Dr. Christa Maar,

Vorstand der Felix Burda Stiftung

Die Felix Burda Stiftung widmet sich seit 2001 der Prävention von Darmkrebs und ist heute

eine der bekanntesten, gemeinnützigen Institutionen in diesem Bereich in Deutschland.

Frau Dr. Maar, die Felix Burda Stiftung

wurde gegründet, weil ihr Sohn, Felix

Burda, im Alter von 33 Jahren an Darmkrebs

starb. Was möchten Sie über die

Stiftung, die seinen Namen trägt, erreichen?

Wir haben die Stiftung nach dem Tod

meines Sohnes Felix gegründet, weil wir

gesehen haben, dass es für einen spät

entdeckten Darmkrebs keine Heilungsmöglichkeit

gibt. Auf der anderen Seite

ist dies der einzige Krebs, den man durch

Vorsorge verhindern kann. Das hat damit

zu tun, dass er aus Polypen entsteht, die

lange gutartig sind, bevor sie irgendwann

zu Krebs entarten. Sie werden bei der

Darmspiegelung abgetragen, eine echte

Vorsorge also. Unser Ziel ist es, möglichst

viele Menschen zur Teilnahme an

Darmkrebsvorsorge zu bewegen, um die

Zahl der Erkrankten und der an diesem

Krebs versterbenden Menschen deutlich

zu senken.

Sie haben die Webseite www.darmkrebs.

de gegründet, um Patienten und Angehörige

mit notwendigen Informationen

zu versorgen. Welche Infos finden Betroffene

dort?

Ich habe selber erlebt, wie mühsam es ist,

wenn man sich als Angehöriger eines Patienten

alle notwendigen Informationen

auf unterschiedlichen Plattformen zusammensuchen

muss. Es war mir wichtig,

eine Internetplattform zu schaffen,

auf der Patienten und ihre Angehörigen

in strukturierter Form und laienverständlicher

Sprache zu allen Themen, die für

ihre Erkrankung wichtig sind, möglichst

umfassend informiert werden: Welche

Stadien von Darmkrebs gibt es und was

bedeuten sie für die Behandlung, wo soll

ich mich operieren lassen, welche Therapien

kommen für mich in Frage, welche

Möglichkeiten zur Behandlung von Metastasen

gibt es, welche sozialen Hilfen

stehen zur Verfügung, etc. Es war ein

langer Prozess, weil es keine Vorbilder

für eine derart komplexe Patientenseite

gab. Es wird dort ja nicht nur über die

Therapieoptionen informiert, sondern

auch über die Themen rund um die Vorsorge,

die Ernährung und den erblichen

und familiären Darmkrebs.

Wir bemühen uns auch immer, relevante

neue Erkenntnisse mit aufzunehmen.

Zum Beispiel gibt es jetzt eine Reihe von

neuen Studien, die zeigen, dass Aspirin

Darmkrebs vorbeugt. Da Aspirin auch

Nebenwirkungen hat, wird man es nun

aber nicht der ganzen Bevölkerung zur

Vorbeugung empfehlen. Für Patienten

mit erblichem Risiko stellt Aspirin aber

sicher eine gute Option dar.

Lesen Sie das gesamte Interview auf

www.GesundInEssen.de

Kontakt

Felix Burda Stiftung

Arabellastraße 27

81925 München

Fon: 089 9250 2501

Mail: kontakt@felix-burda-stiftung.de

18 Gesund in Essen


Herr Grohmann, bei welchen Erkrankungen

werden Stomata angelegt?

Wenn man eine entzündliche Darmerkrankung

hat, wie Morbus Crohn oder

Colitis Ulcerosa, hat man meist schon

einen langen Leidensweg hinter sich,

mit Schmerzen und teilweise mehreren

Operationen. Für diese Patientengruppe

ist das Anlegen eines Stomas eine große

Erleichterung und eine Rückgewinnung

von Lebensqualität. Die zweite Möglichkeit,

weshalb Patienten ein Stoma angelegt

bekommen, ist eine Darmkrebserkrankung.

Die Diagnose ist an sich schon

schwierig zu verkraften. Wenn Patienten

dann erfahren, dass auch der Schließmuskel

nicht erhalten bleiben kann, oder

sie nach der Operation mit einem Stoma

aufwachen, ist das ein weiterer Schock.

Für diese Patienten ist es außerordentlich

wichtig, dass sie schnell Informationen

von anderen Stomaträgern erhalten, die

Interview mit Erich Grohmann,

Vorsitzender der Deutschen

ILCO e. V.

ihnen zeigen, dass das Leben mit einem

Stoma weiter geht und auch weiterhin lebenswert

ist.

Gibt es Vorurteile gegenüber einem Stoma,

die Sie entkräften können? Viele Patienten

meinen, dass man nicht mehr so

aktiv sein kann wie früher.

Man kann fast alles machen, was man

früher auch getan hat. Einschränkungen

hängen immer mit der Operation zusammen.

So dürfen Stomaträger aufgrund

der Operation nicht mehr schwer heben,

das hat aber nichts mit dem Stoma zu

tun. Dass Patienten bisweilen nicht mehr

so aktiv sein können, hängt oft mit Strahlen-

oder Chemotherapien zusammen,

die vor oder nach der OP stattfinden.

Abgesehen von diesen Einschränkungen

kann ein Stomaträger alles tun, was er

vorher auch tat: Reisen, Rad fahren, Tauchen,

Schwimmen oder Klettern....

Was können Sie neuen Stomaträgern mit

auf den Weg geben?

Das Stoma ist am Anfang ein großes Thema.

Das Leben wird umgekrempelt, man

muss sich neu organisieren. Aber mit der

Zeit treten die Erkrankung und das Stoma

in den Hintergrund. Es wird nicht mehr als

tiefgreifende emotionale Belastung empfunden,

sondern das Stoma gehört zum

Alltag. Das ist eine sehr wichtige Erkenntnis,

ein Lichtblick im Durcheinander der

Emotionen, wenn man ein Stoma unvorbereitet

angelegt bekommt. Die Emotionen

legen sich im ersten Jahr. Das schwierigste

ist, seinen Körper wieder zu akzeptieren.

Und dabei unterstützt die Deutsche ILCO.

Lesen Sie das gesamte Interview auf

www.GesundInEssen.de

Kontakt

Deutsche ILCO e.V.

Thomas-Mann-Str. 40

53111 Bonn

Fon: 0228 338894 50

Mail: info@ilco.de

www.ilco.de

Kreißsaalführungen

Jeweils um 18.30 Uhr zu den unten genannten Terminen. Voranmeldungen

sind nicht erforderlich. Die Vorträge und anschließenden Führungen sind

kostenfrei. Treffpunkt ist der Hörsaal des Kommunikations- und Gesundheitszentrums

im 6. OG des Marienhospitals Altenessen.

07.11.2014

05.12.2014

02.01.2015

06.02.2015

06.03.2015

03.04.2015

05.06.2015

03.07.2015

07.08.2015

04.09.2015

02.10.2015

06.11.2015

04.12.2015

Kreißsaalführungen in russischer Sprache

19.11.2014

21.01.2015

18.03.2015

20.05.2015

15.07.2015

06.09.2015

18.11.2015

Kontakt:

Katholisches Klinikum Essen

Marienhospital Altenessen

Dr. Martin Schütte, Leitender Arzt

Dr. Justine Speth,

stellvertretende Leitende Ärztin

Hospitalstraße 24, 45329 Essen

Fon: 0201 6400 1851

Mail: gyn@kk-essen.de

Gesund in Essen

19


Die Geburt eines Kindes ist immer

wieder ein kleines Wunder. Aber auch

Wunder wollen sorgfältig vorbereitet

sein. Im zweiten Teil unserer dreiteiligen

Serie zum Thema Geburtshilfe

am Marienhospital Altenessen

erläutern Dr. Martin Schütte, Chefarzt

der Klinik für Frauenheilkunde und

Geburtshilfe, und die stellvertretende

Chefärztin, Dr. Justine Speth, wie die

Entwicklung des Ungeborenen im

zweiten Drittel der Schwangerschaft

verläuft.

Das Beste

für Mutter und Kind

b dem vierten Monat beginnt für

die meisten Schwangeren eine

Zeit der Ruhe und Gelassenheit,

während sich der Fötus rasch weiterentwickelt.

Die anfängliche Übelkeit ist

verschwunden, die Stimmungsschwankungen

nehmen ab. Körper und Psyche

haben sich auf die veränderte Hormonsituation

eingestellt. Die Vorfreude wächst

– und mit ihr der Babybauch.

4. bis 6. Monat

20 Gesund in Essen

„Zu Beginn des zweiten Schwangerschaftsdrittels

sind alle Organe des Fötus

weitgehend ausgebildet, aber noch nicht

voll funktionstüchtig“, sagt Dr. Schütte.

„Sie müssen weiter reifen, um ihre Aufgaben

erfüllen zu können.“ Im 4. Monat

nimmt der Fötus erstmals Fruchtwasser

auf, die Verdauung beginnt zu arbeiten.

Im 5. Monat bildet sich die sogenannte

Käseschmiere, eine Art körpereigene

Schutzcreme, gleichzeitig wird der ganze

Körper von einem weichen Flaum bedeckt.

Die meisten Frauen können jetzt

spüren, wenn sich das Kind bewegt. Ab

der 23. Woche kommt es zu einer starken

Gewichtszunahme und vermehrten Fetteinlagerungen.

Das Ungeborene reagiert

bereits auf Geräusche und Licht. Bis zum

Ende des 6. Monats ist der Fötus äußerlich

praktisch voll entwickelt. Er erkennt

die Stimmen der Eltern und wiegt bei einer

Größe von etwa 31 Zentimetern stolze

700 Gramm.

Zeit, auf den eigenen Körper zu hören

Viele Frauen fühlen sich in dieser Phase

sehr wohl. Dennoch bringt die Schwangerschaft

mancherlei Beschwerden wie Sodbrennen,

Wadenkrämpfe, geschwollene

Beine oder Rückenschmerzen mit sich.

Dr. Speth empfiehlt werdenden Müttern:

„Hören Sie auf Ihren Körper, er weiß, was er

jetzt braucht – viel Schlaf, viel frische Luft,

eine ausgewogene, vitamin- und kalziumreiche

Ernährung und regelmäßige Bewegung.“

Schwimmen, Spazierengehen oder

Nordic Walking regen Kreislauf und Sauerstoffversorgung

an und kräftigen Muskeln

und Bindegewebe. Darüber hinaus

hilft eine gute Kondition, die körperlichen

Anstrengungen der Geburt besser zu

verkraften. Ein weiterer positiver Nebeneffekt:

Die erhöhte Sauerstoffaufnahme

unterstützt die Entwicklung des Kindes.

Dr. Martin Schütte

Dr. Justine Speth

Vorsorgeuntersuchungen

gehören dazu

„Auch wenn sich die werdende Mutter

topfit fühlt, sollte sie die Vorsorgetermine

alle vier Wochen unbedingt wahrnehmen,

damit mögliche Risiken frühzeitig

erkannt und entsprechend behandelt

werden können“, betont Dr. Schütte. Bei

den Untersuchungen werden Blutdruck

und Gewicht notiert, der Stand der Gebärmutter

ertastet und die Herztöne

des Kindes kontrolliert. Darüber hinaus

werden Urinproben und in größeren Abständen

auch Blutproben genommen sowie

die Sauerstoffversorgung des Kindes

überprüft. Zwischen der 19. und 22. Woche

steht die zweite von insgesamt drei

Ultraschalluntersuchungen an. Auf dem

Monitor ist jetzt bereits zu erkennen, ob

es ein Junge oder Mädchen wird.


Von Anfang an gut betreut

am Katholischen Klinikum Essen

Das Marienhospital Altenessen bietet

mit Überweisung vom Frauenarzt Untersuchungen

an, die im Einzelfall – zum

Beispiel bei Vorerkrankungen – sinnvoll

sein können. „Die werdenden Mütter

schätzen die medizinische Kompetenz

unseres Geburtshilfe-Teams, die Vielzahl

der Entbindungsmöglichkeiten und

die familiäre, herzliche Atmosphäre auf

der Station. Mit einer einfühlsamen Begleitung

während der gesamten Schwangerschaft

möchten wir ihnen ein Gefühl

der Sicherheit geben, Ängste abbauen

und so Vertrauen schaffen“, so Dr. Speth.

Zur Rundum-Betreuung gehört auch die

Hebammensprechstunde, bei der sich

ganz persönliche Fragen „von Frau zu

Frau“ besprechen lassen.

Die Geburt nach eigenen

Wünschen gestalten

Die umfassende Geburtsvorbereitung am

Katholischen Klinikum Essen wird durch

das Angebot der Elternschule ergänzt.

Dr. Speth empfiehlt das Angebot des Kli-

Eine Mutter erzählt

Cigdem Dirgen hat großes Glück. Die

Geburt ihrer „Kleinen“, wie sie ihre Elisa

Dua liebevoll nennt, hätte auch anders

verlaufen können. Schon zu Beginn ihrer

Schwangerschaft entschied sich Frau Dirgen

für eine Entbindung am Marienhospital

Altenessen. „Eine Freundin hatte dort

ihr Kind entbunden. Nachdem ich dann

„meine“ Beleghebamme, Annette Braam,

kennengelernt hatte, war für mich klar,

dass ich hier entbinden wollte“, erzählt

die junge Mutter. In der 38. Schwangerschaftswoche

musste dann aber alles

ganz schnell gehen. Frau Dirgen kam mit

starken Schmerzen ins Krankenhaus, wo

ein Nierenstau festgestellt wurde. „Plötzlich

war alles anders und ich bin froh, dass

Frau Braam das Ruder für mich übernommen

hat. Sie wusste, was für ein Typ ich

bin und welche Sorgen ich hatte. Sie hat

mich in allen Entscheidungen unterstützt

und mir Mut gemacht“, sagt Frau Dirgen.

Die Geburt musste wegen einer drohenden

Nierenentzündung eingeleitet werden,

was das Baby unter hohen Stress setzte.

Ein Kaiserschnitt war unumgänglich, ret-

Cigdem Dirgen mit ihrer Tochter Elisa Dua und Dr. Martin Schütte

nikums und der Elternschule zu nutzen:

„Werdende Eltern sollten sich frühzeitig

über Geburtsverlauf, Gebärmethoden,

Atem- und Entspannungstechniken informieren,

um sich selbst und dem Baby

einen möglichst stressfreien Start ins

gemeinsame Leben zu ermöglichen.“

Lesen Sie im nächsten Heft, welche Vorsorgeuntersuchungen

zwischen dem 7. und

9. Monat wichtig sind, wie sich das Ungeborene

entwickelt, und auf welche körperlichen

Veränderungen sich die Schwangere

einstellen sollte.

Kontakt:

Katholisches Klinikum Essen

Marienhospital Altenessen

Dr. Martin Schütte, Leitender Arzt

Dr. Justine Speth,

stellvertretende Leitende Ärztin

Hospitalstraße 24, 45329 Essen

Fon: 0201 6400 1851

Mail: gyn@kk-essen.de

tete ihrem Kind aber das Leben. „Trotz

der schwierigen Situation, habe ich mich

die ganze Zeit gut aufgehoben gefühlt.

Dr. Spoenlein und Dr. Wagner* waren

freundlich und sehr kompetent, und ich

bin dankbar, dass Frau Braam an meiner

Seite war. In der Geburtsklinik herrscht

eine schöne Atmosphäre, in der man gerne

sein Kind zur Welt bringt!“, sagt die

Essenerin.

* Dr. Jennifer Spoenlein, Assistenzärztin,

führte den Kaiserschnitt unter Aufsicht

von Dr. Norbert Wagner, Oberarzt, durch.

(Anm. der Redaktion)

Angebot für werdende

Mütter und Väter

Das Katholische Klinikum Essen bietet

ein umfassendes Angebot, um Sie auf die

Geburt Ihres Kindes und das Leben danach

vorzubereiten. Dazu gehören:

Hebammensprechstunde:

Einfühlsame Beratung, Betreuung,

Begleitung und Versorgung der Mütter

und ihrer Babys während Schwangerschaft,

Geburt, Wochenbett und Stillzeit

Schwimmgymnastik für Schwangere:

Wassergymnastik kann Kurse zur

Geburtsvorbereitung sinnvoll ergänzen

Geburtsvorbereitung für Paare:

Gezieltes Erleben von Schwangerschaft

und Geburt

Schwanger und fit:

Leichtes Training für Bauch- und Beckenbereich,

um die Muskulatur kräftig und

dehnfähig zu halten

Müttercafé:

Erfahrungsaustausch unter Frauen

Stillberatung:

Stillen kann man lernen: Beratung

durch eine Kinderkrankenschwester

Rückbildungsgymnastik:

Gezielte Dehn- und Entspannungsübungen

zur Rückbildung

Säuglingspflege Geschwisterkurs:

Das ältere Geschwisterchen wird

auf das neue Baby vorbereitet

Baby-Massage:

Emotionale Bindung zum Kind

Baby-Schwimmen:

Bewegungs- und Berührungsfreude

wecken

Bewegungs- und Spielanregungen

für Eltern mit Babys:

Bewegungs- und Sinneserfahrungen

Gesund in Essen

21


TV

Programm

Patientenfernsehen des Katholischen Klinikums Essen

Montag Dienstag Mittwoch

20.15 Terminal

20.15 Little Miss Sunshine 20.15 About a Boy

6.00

KK Essen: News & Infofilm

KK Essen: News & Infofilm

KK Essen: News & Infofilm

KiK-TV, das Patientenfernsehen

des Katholischen

Klinikums

Essen, finden Sie in

allen Patientenzimmern

auf Programmplatz 1.

Die Sendungen gehen

oft fließend ineinander

über. Die Uhrzeiten sind

Richtwerte. Programmänderungen

vorbehalten.

Finanziert wird das

Patientenfernsehen

durch regionale Unternehmen,

die sich zwischen

den Sendungen

mit kurzen Filmen

präsentieren.

7.00

8.00

9.00

10.00

11.00

12.00

13.00

14.00

15.00

16.00

Bambus Superfaser der Natur

Akupunktur Alte Heilkunst im

Vormarsch

Florida Die geheimnisvolle Welt

der Seekühe

KK Essen: News & Infofilm

Geo 360° Churubamba:

Frauen am Ball · Das Frauenfußballteam

von Churubamba

Afrika Kilimandscharo · Die

herrliche Tierwelt rund um

den höchsten Berg Afrikas

Hab und Gut in aller Welt

Botswana

Was ist was Das alte Rom/

Bäume

KK Essen: News & Infofilm

Silver Girls Wer traut sich?

Abnehmen in Essen Der

Schwur / Abschied vom

Schlaraffenland

Vernäht und zugestrickt Himmel,

Gesäß und Nähgarn

Hab und Gut in aller Welt

Madagaskar

Als wären sie nicht von

dieser Welt Dokumentation über

Schleimpilze

Das Büro der Zukunft

Reportage

Gesundheit aus der Natur

Gesundheitsreportage

Die Alpen

Im Paradies der Alpenseen

KK Essen: News & Infofilm

Geo 360° Dagestan: Land

über den Wolken · Im nordkaukasischen

Dagestan liegt das

höchste Dorf Europas

Aldabra Die Arche Noah

der Riesenschildkröten

Hab und Gut in aller Welt

Brasilien

Was ist was Mumien/Die Erde

KK Essen: News & Infofilm

Silver Girls Neues Wohnen!

Abnehmen in Essen Balsam für

die Seele / Hochzeit und kein

Ende

Vernäht und zugestrickt Stricken,

stricken...

Hab und Gut in aller Welt

Marokko

Geo 360° Vagabunden

der Wüste Gobi

Cinque Terre Bedrohtes

Ökosystem

Homöopathie Das Geheimnis

der weißen Kügelchen

Die Alpen Der Steinadler ·

Beeindruckende Wildaufnahmen

des größten Raubvogels der Alpen

KK Essen: News & Infofilm

Geo 360° Das Dschungel-

Orchester · Urubichá, ein staubiges

Dorf in Südamerika, hat ein

Barock-Orchester

Belize Im Reich des Jaguars ·

In dem kleinen Staat Belize gibt es

noch heute verborgene Schätze

Hab und Gut in aller Welt

Bulgarien

Was ist was Ritter und Burgen/

Mond und Kosmos

KK Essen: News & Infofilm

Silver Girls Besser wohnen!

Abnehmen in Essen Die zweite

Chance / Arabische Maße

Vernäht und zugestrickt

Linientreu

Hab und Gut in aller Welt Papua-

Neuguinea

Geo 360° Traumberuf Schäfer ·

Herden an den Gipfeln der

Pyrenäen

17.00

18.00

19.00

KK Essen: News & Infofilm

Olivenöl Kostbar, delikat, gesund

Slow Food

Ernährungsreportage

Leben mit Diabetes Die Diagnose

Die Spurensucher Soldaten

und die Kunst

KK Essen: News & Infofilm

Krebs Hoffnung durch Forschung

Mythos Fleisch

Ernährungsreportage

Leben mit Diabetes Ernährung

Die Spurensucher Das

vertauschte Kind

KK Essen: News & Infofilm

Die Brille Scharf und hautnah

Muntermacher Vitamin C & Co

Leben mit Diabetes Bewegung

Die Spurensucher Die geheimnisvolle

Geliebte

KK Essen: News & Infofilm

KK Essen: News & Infofilm

KK Essen: News & Infofilm

20.15

21.00

22.00

23.00

Terminal Bewegende Komödie

über einen osteuropäischen

Emigranten, der jahrelang ohne

Papiere an einem Flughafen-

Terminal in den USA festsitzt.

Wenn die Elefanten fliehen

Tierdokumentation

Die Spurensucher

Dichtung und Wahrheit

Little Miss Sunshine Der satirische

und gleichzeitig sehr

menschliche Film präsentiert mit

den Hoovers eine der liebenswert

zerrüttetsten Familien der jüngeren

Filmgeschichte.

Globale Erwärmung Menschen

kämpfen gegen die Erderwärmung

Die Spurensucher

Missionare und Agenten

About a Boy Überragende Verfilmung

des Nick Hornby-Romans,

in dem ein egoistischer Mittdreißiger

Freundschaft mit einem

Zwölfjährigen schließt.

Soweit die Flügel tragen

Tierdokumentation

Die Spurensucher

Der Traum von Afrika

22 Gesund in Essen


Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

20.15 Alles auf Zucker 20.15 Walk the Line 20.15 Mitten ins Herz –

Ein Song für Dich

20.15 About Schmidt

KK Essen: News & Infofilm

KK Essen: News & Infofilm

KK Essen: News & Infofilm

KK Essen: News & Infofilm

Baumwolle Die Herausforderung

des weißen Goldes

Kampf dem Krebs

Gesundheitsreportage

Belize Im Reich des Jaguars ·

In dem kleinen Staat Belize gibt es

noch heute verborgene Schätze

Kokos-Palme Der Baum des

Lebens

Die Kardiologen

Gesundheitsreportage

British Columbia Im Reich der

Riesenkraken

Burnout als Chance

Gesundheitsreportage

Tiere helfen heilen

Gesundheitsreportage

Aldabra Die Arche Noah

der Riesenschildkröten

Volkskrankheit Herzinfarkt

Gesundheitsreportage

Albinos

Gesundheitsreportage

Afrika Kilimandscharo · Die

herrliche Tierwelt rund um

den höchten Berg Afrikas

KK Essen: News & Infofilm

Geo 360° Die schwimmenden

Dörfer der Ha Long Bucht ·

Wassernomanden in der La Hong

Bucht in Vietnam

British Columbia Im Reich der

Riesenkraken

Hab und Gut in aller Welt

Chile

Was ist was Bäume/Vulkane

KK Essen: News & Infofilm

Geo 360° Die Teebahn von

Darjeeling · seit über 100 Jahren

kämpft sich eine Dampflok die

steilen Berge des Himalaya hinauf

Die Alpen Der Steinadler ·

Beeindruckende Wildaufnahmen

des größten Raubvogels der Alpen

Hab und Gut in aller Welt

Flüchtlinge in Uganda

Was ist was Die Erde/

Das alte Rom

KK Essen: News & Infofilm

Geo 360° Traumberuf Schäfer:

Herden an den Gipfeln der

Pyrenäen

Die Alpen Im Paradies der

Alpenseen

Hab und Gut in aller Welt

Guatemala

Was ist was Mond und Kosmos/

Mumien

KK Essen: News & Infofilm

Geo 360° Vagabunden der

Wüste Gobi · Sarangerel

und Badbold ziehen mit ihren

Herden durch die Wüste

Florida Die geheimnisvolle

Flusswelt der Seekühe

Hab und Gut in aller Welt

Haiti

Was ist was Vulkane/ Ritter

und Burgen

KK Essen: News & Infofilm

Silver Girls Dicke Luft!

Abnehmen in Essen Eine Kugel

zuviel / Zunehmen in Detroit

Vernäht und zugestrickt

Der Chef

Hab und Gut in aller Welt

Russland

Geo 360° Churubamba:

Frauen am Ball · Das Frauenfußballteam

von Churubamba

KK Essen: News & Infofilm

Silver Girls Gemeinsam o. einsam?

Abnehmen in Essen Milchschnitten-Alarm

/ Alles in Butter?

Vernäht und zugestrickt

Ein heißes Eisen

Hab und Gut in aller Welt USA

Geo 360° Dagestan: Land

über den Wolken · Im nordkaukasischen

Dagestan liegt das

höchste Dorf Europas

KK Essen: News & Infofilm

Hab und Gut in aller Welt

Portugal

Microfinance Kredite für die

Armen

Vernäht und zugestrickt

Abgeknöpft

Tobias Bartel - Mnemotechnik

Gedächtnistrainer Tobias Bartel in

einem unterhaltsamen Vortrag

über Mnemotechniken

KK Essen: News & Infofilm

Hab und Gut in aller Welt

Samoa

Bogenschießen Flug des Pfeils

Seepferdchen Kurzfilm

Als wären sie nicht von dieser

Welt Dokumentation über

Schleimpilze

Königin für einen Sommer

Dokumentation

KK Essen: News & Infofilm

Chronische Schmerzen Reportage

Wieviel Eiweiß braucht der

Mensch?

Leben mit Diabetes Blutzucker

Die Spurensucher Die Insel

der Ahnen

KK Essen: News & Infofilm

Die Herzchirurgen Reportage

Gute Fette, böse Fette

Ernährungsreportage

Leben mit Diabetes Insulin

Die Spurensucher Der Traum

von Afrika

KK Essen: News & Infofilm

Rot Lachen Krankenhausclowns

Augenprothetik Künstliche Augen

aus Glas

Leben mit Diabetes Die Folgen

Die Spurensucher Missionare

und Agenten

KK Essen: News & Infofilm

Milch ist gesund, oder doch nicht?

Klonen Die zweite Chance

Leben mit Diabetes im Alltag

Die Spurensucher Dichtung

und Wahrheit

KK Essen: News & Infofilm

KK Essen: News & Infofilm

KK Essen: News & Infofilm

KK Essen: News & Infofilm

Alles auf Zucker Jakob Zuckermann

ein Jude? „Mit dem Club

habe ich nchts zu tun“, verkündet

Jaecky Zucker voller inbrust.

Doch da irrt er sich.

90 Jahre Plus Eine Dokumentation

über vier Hochbetagte.

Die Spurensucher

Die geheimnisvolle Geliebte

Walk the Line Ein bewegender

Film über den jungen Johnny

Cash – den „Man in Black“, der

die Musikszene revolutionierte

und zur Ikone ganzer Generationen

wurde.

Die wunderbare Welt der Pilze

Überraschende Einblicke

Die Spurensucher

Die Insel der Ahnen

Mitten ins Herz Ein Song für dich ·

Charmante, mit Hugh Grant und

Drew Barrymore ideal besetzte

romantische Komödie über das

Comback eines Popidols.

Das Schaf Wolle, Fleisch und

Landschaftspflege

Kamele Phänomenale Nutztiere

Die Spurensucher

Das vertauschte Kind

About Schmidt Road-Movie

und geniale One-Man-Show

von Jack Nicholson, der sich

als pensionierter Versicherungsaktuar

auf eine missionarische

Reise begibt.

Ziegen Meckerer, die man liebt

Unser täglich Brot Reportage

Die Spurensucher

Soldaten und die Kunst

Gesund in Essen

23


Vielfältige Therapiemöglichkeiten


große Erfolgschancen

Wenn sie die Kontrolle über ihre

Blase verlieren, beginnt für viele

Menschen ein emotionaler Leidensweg:

Aus Angst, Urin zu verlieren,

ziehen sie sich aus dem Alltagsleben

und von Beschäftigungen zurück,

die einst Freude bereiteten.

Doch im Gegensatz zu früheren

Jahren sind die Behandlungsmöglichkeiten

besser denn je.

Beckenbodengymnastik

wirkt Inkontinenz entgegen

© drubig-photo - Fotolia.com

iagnostik entscheidend

24 Gesund in Essen

Mehr als fünf Millionen Deutsche

sind von Harninkontinenz betroffen,

mehr Frauen als Männer, mehr Alte als

Junge. Da es viele verschiedene Formen

der Harninkontinenz gibt, muss vor Beginn

der Behandlung eine genaue Diagnostik

durchgeführt werden. Durch die

Zusammenarbeit mit den Fachkliniken

des Katholischen Klinikums Essen bietet

das Westdeutsche Kontinenz- und

Beckenbodenzentrum des Katholischen

Klinikums Essen für eine solche Diagnostik

beste Voraussetzungen. Bei der

Dranginkontinenz verspüren die Betroffenen

einen plötzlichen und sehr starken

Harndrang, den sie kaum oder gar nicht

unterdrücken können. „Oft schaffen es

die Patienten nicht einmal mehr rechtzeitig

zur Toilette“, sagt Prof. Dr. Robert

Wammack, Chefarzt der Klinik für Urologie

und Neurourologie am Katholischen

Klinikum Essen. „Viele trauen sich nicht

einmal mehr, das Haus zu verlassen.“ Bei

anderen Menschen sorgen Belastungen

wie Husten, Lachen oder körperliche Betätigungen

dafür, dass die Blase den Harn

nicht hält. Mediziner sprechen dann von

einer Belastungsinkontinenz. Häufig leiden

Patienten auch unter einer sogenannten

Mischinkontinenz, bei der sowohl ein

Urinverlust durch Belastung als auch ein

unkontrolliert starker Harndrang ohne

Belastung zusammenkommen.

Vielfältige Ursachen

Die Ursachen von Harninkontinenz sind

vielfältig. Hinter einer Belastungsinkontinenz

steckt bei Männern wie Frauen oft

ein schwacher Beckenboden. Ursache

hierfür kann beispielsweise eine Verletzung

im Bereich des Beckens sein,

wie sie bei Operationen entsteht, oder

auch Übergewicht. „Für Frauen stellen

Schwangerschaften und die Geburt eines

Kindes eine extreme Belastung dar, welche

den Beckenboden schwächt“, erklärt

Dr. Martin Schütte, Chefarzt der

Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

am Marienhospital Altenessen des

Katholischen Klinikums Essen. Bei einer

Dranginkontinenz sind dagegen häufig

Erkrankungen wie Parkinson oder Multiple

Sklerose mitverantwortlich.

Schon kleine Dinge können helfen

Am Westdeutschen Kontinenz- und Beckenbodenzentrum

behandeln Ärzte die

Ursachen mit vielseitigen Methoden.

„Im ersten Schritt prüfen wir, ob einfache

Behandlungen wie gezieltes Beckenbodentraining

oder Entspannungsverfahren

Abhilfe schaffen“, so Prof. Wammack.

„Ist das nicht ausreichend, besteht

die Möglichkeit einer medikamentösen

Therapie.“

Erst wenn konservative Behandlungsmethoden

ausgeschöpft sind, sollte eine

Operation in Betracht gezogen werden.

In den häufigsten Fällen wird ein Kunststoffband

eingesetzt, welches die Harnröhre

stützt – die sogenannte Schlingen-

Operation. Es gibt auch die Möglichkeit,

einen künstlichen Schließmuskel einzusetzen,

was jedoch sehr selten vorkommt.

Bei dieser Methode wird zum

Wasserlassen der Druck um die Harnröhre

mittels eines Mechanismus manuell

verringert.

Zur Behandlung der Dranginkontinenz

wird nach Versagen einer medikamentösen

Behandlung Botox in den Blasenmuskel

gespritzt. Eine Operation im

üblichen Sinn gibt es bei der Dranginkontinenz

nicht. „Insgesamt operieren wir

nur etwa 30 – 40 Prozent unserer Harninkontinenzpatienten.

In den meisten Fällen

führen die konservativen Therapien

zu einer deutlichen Besserung oder Heilung

der Symptome“, so Dr. Schütte.


Fragen an Prof. Wammack, Facharzt für Urologie, Spezielle Urologische

Chirurgie, Medikamentöse Tumortherapie und Notfallmedizin

und Chefarzt der Klinik für Urologie und Neurourologie, und

Dr. Schütte, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, spezielle

Geburtshilfe, spezielle operative Gynäkologie, Perinatalmedizin

und Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am

Marienhospital Altenessen des Katholischen Klinikums Essen

Herr Prof. Wammack, wo sehen Sie die

Vorteile des Westdeutschen Kontinenzund

Beckenbodenzentrums bei der Behandlung

von Inkontinenz?

Unsere große Stärke ist die Zusammenarbeit

der relevanten Fachkliniken. Die

hohe Interdisziplinarität im Zentrum erlaubt

uns, das Wissen aller relevanten

Fachgebiete zu bündeln, was bei der

Behandlung in einer Fachklinik nicht

möglich ist. Auch durch die intensive

interdisziplinäre Zusammenarbeit mit

niedergelassenen Fachärzten, Krankengymnasten

und speziell geschultem Pflegepersonal

optimieren wir die Versorgung

inkontinenter Patienten. Außerdem profitieren

Patienten durch die Zusammenarbeit

mit dem Universitätsklinikum Essen,

die Ärzte des Zentrums sind immer auf

dem neuesten Stand der Forschung.

Herr Dr. Schütte, für viele Frauen ist eine

Harninkontinenz während oder nach der

Schwangerschaft eine schlimme Komplikation.

Können Sie beruhigen?

Eine Harninkontinenz, die während der

Schwangerschaft, Stillzeit oder im Wochenbett

auftritt, ist unangenehm. Allerdings

besteht kein Grund zur Sorge, denn

bei einer Harninkontinenz, die erstmals

während der Schwangerschaft auftritt,

bilden sich die Symptome in der Regel

mit der Zeit wieder zurück. Eine gute Vorsorge-

sowie Behandlungsmöglichkeit ist

das Beckenbodentraining. Mit entsprechenden

Übungen können Frauen bereits

früh in der Schwangerschaft starten, um

die Muskulatur vorbeugend zu stärken.

Kontakt

Katholisches Klinikum Essen

Marienhospital Altenessen

Dr. med. Martin Schütte, Leitender Arzt

Hospitalstraße 24

45329 Essen

Fon: 0201 6400 1850

Mail: gyn@kk-essen.de

Katholisches Klinikum Essen

Marienhospital Altenessen

Prof. Dr. med. Robert Wammack,

Leitender Arzt

Hospitalstraße 24

45329 Essen

Fon: 0201 6400 3000

Mail: r.wammack@kk-essen.de

Interview mit Prof. Klaus-Peter Jünemann,

Vorsitzender der Deutschen Kontinenz

Gesellschaft e. V. (DKG)

Herr Prof. Jünemann, was ist ein Kontinenzzentrum

und welchen Vorteil haben

Patienten bei einer Behandlung dort?

Kontinenzzentren sind spezialisiert auf

die Behandlung von Harn- oder Darminkontinenz.

Die Zentren sind von der DKG

geprüft und zertifiziert. Das bedeutet,

Patienten können sich darauf verlassen,

dass sie zum einen alle relevanten

Fachbereiche vorfinden, so dass die Ursprünge

ihrer Inkontinenz eingehend untersucht

werden können. Zum anderen

können sie sicher sein, dass wirklich alle

konservativen Methoden ausgeschöpft

werden, bevor eine OP in Betracht gezogen

wird. Die enge Zusammenarbeit

der verschiedenen Disziplinen erlaubt es

den Ärzten, ein individuelles Therapiekonzept

zusammenzustellen, wodurch

die Inkotinenz ganzheitlich behandelt

werden kann. In den Zentren können in

60 bis 70 Prozent der Fälle Operationen

vermieden werden. Das ist ein wichtiges

Qualitätsmerkmal, da wir festgestellt haben,

dass inkontinente Patienten viel zu

häufig ohne ausreichende Diagnostik und

ohne vorgeschaltete konservative Therapiemaßnahmen

operiert werden.

Viele Menschen, die unter Harninkontinenz

leiden, haben Angst, dass andere

es mitbekommen könnten. Gibt es Hilfsmittel,

welche die Kleidung trocken halten

und für andere unsichtbar sind?

Ja. Die Vorstellung, dass Kinder, Jugendliche

oder Erwachsene dicke Windeln tragen

müssen, ist vollkommen falsch! Es

gibt sehr ansprechende Unterwäsche und

sogar Bademode, die mit einem saugfähigen

Kern, dem sogenannten Pee Point,

ausgestattet sind und sicher vor einem

Austreten des Harns schützen. Außenstehende

können die saugende Hilfsmittelwäsche

kaum von „normaler“ Unterwäsche

unterscheiden. Der Pee Point kann

unterschiedliche Stärken annehmen, so

dass bei jeder Stärke von Inkontinenz

bestmöglicher Schutz geboten ist.

Wie hoch sind die Heilungschancen, wenn

Inkontinenz richtig behandelt wird?

Die Heilungschancen sind sehr gut. Man

kann sagen, dass jedem geholfen werden

kann. Es gibt vielfältige Behandlungsmöglichkeiten,

die mit Muskeltraining

oder geeigneter Medikation auskommen,

ohne dass eine OP notwendig wird.

Andere Patienten profitieren nur und

häufig vollständig von einer Operation.

Es kommt auf den Fall an. Dazu muss ich

sagen, dass eine Besserung schneller

und langfristiger erreicht werden kann,

wenn Betroffene früher zum Arzt gehen.

Lesen Sie das gesamte Interview auf

www.GesundInEssen.de

Kontakt

Deutsche Kontinenz Gesellschaft e. V.

Friedrichstraße 15

60323 Frankfurt

Fon: 069-795 88 393

Mail: info@kontinenz-gesellschaft.de

Gesund in Essen

25


Prof. Cornelius Wurthmann

im Gespräch mit Jennifer Stadler

Mit der richtigen Therapie

Lebensfreude zurückgewinnen

„Den Arbeitsalltag zu bewältigen, war

sehr schwierig für mich, ich war schnell

müde und erschöpft, auch kleinere Aufgaben

haben mich schnell gestresst“,

erklärt Jennifer Stadler, 33 Jahre. Erschöpfung,

Müdigkeit und Stress sind

alltägliche Zustände, die jeder kennt und

immer wieder durchlebt. Überwindet

man diese Zustände, besteht kein Grund

zur Sorge. Ist die Lebensqualität dauerhaft

negativ beeinflusst, können daraus

Depressionen werden – ein Schicksal,

das neben Jennifer Stadler vier Millionen

weitere Deutsche erleiden.

ach Angaben der Psychotherapeutenkammer

NRW liegt das

Risiko, unabhängig von Alter und

Geschlecht, einmal im Leben an einer Depression

zu erkranken, bei 16 bis 20 Prozent.

Eine der Ursachen von Depressionen

liegt im Gehirn. „Dabei handelt es sich

um Störungen im Stoffwechsel von sogenannten

Botenstoffen, wie zum Beispiel

Serotonin und Noradrenalin“, erklärt Prof.

Cornelius Wurthmann, Chefarzt der Klinik

für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische

Medizin am Philippusstift

des Katholischen Klinikums Essen. Die

26 Gesund in Essen

Botenstoffe dienen der Kommunikation

zwischen den Nervenzellen. Auch Stress

und körperliche Krankheiten können Depressionen

auslösen.

Verschiedenste Lebensumstände

als Auslöser

Eine Depression kann von den verschiedensten

Lebensumständen hervorgerufen

werden. Dies ist laut Prof. Wurthmann

die wichtigste Ursache von Depressionen.

So ergaben Studien, dass

viele Erkrankte vor dem Ausbruch mit

belastenden Ereignissen konfrontiert

waren. „Ich habe meinen Arbeitsplatz

verloren und gleichzeitig sind meine Eltern

weggezogen“, erinnert sich Jennifer

Stadler. „Auch in meinem Freundeskreis

gab es gravierende Veränderungen, weil

ein Pärchen sich nach fünf Jahren getrennt

hatte.“ Auch Todesfälle, Verlustsituationen

oder andauernde Kränkungen

können ein Auslöser sein. „All diese

Faktoren werden zu Auslösern, weil die

Lebensgeschichte davor den Weg zur

späteren Depression gebahnt hat“, erklärt

Prof. Wurthmann. Dies muss in einer

Therapie aufgearbeitet werden.

Weitreichende Folgen

Bei einer Depression können die Betroffenen

von den verschiedensten Symptomen

geplagt werden. Diese reichen

von seelischen bis hin zu körperlichen

Beschwerden. Neben Symptomen von

Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Verzweiflung

gibt es auch Patienten, die

unter Gefühllosigkeit und innerer Leere

leiden. „Diese seelischen Beschwerden

können auch konkrete körperliche Folgen

wie Schmerzen, Herzbeschwerden,

Magen-Darm-Beschwerden, Schlaf-,

Ernährungs- oder Sexualprobleme nach

sich ziehen“, beschreibt Prof. Wurthmann.

Individuell passende Therapie

Am Katholischen Klinikum Essen ruht

die Therapie der Depression auf mehreren

Säulen. Zum einen erhält jeder

Patient eine psychotherapeutische Behandlung

durch einen Psychiater oder

Psychologen. Zum zweiten werden

für jeden Patienten je nach den Erfordernissen

im Einzelfall weitere therapeutische

Maßnahmen angewandt.


Interview mit Barbara Storp von der Selbsthilfegruppe

Depressionen am Philippusstift

des Katholischen Klinikums Essen

Frau Storp, wie kamen Sie zu dieser

Selbsthilfegruppe? Seit wann sind Sie

dort?

Ich bin seit 2007 Mitglied dieser Gruppe.

Seit 2009 koordiniere ich sie. Zu der

Gruppe bin ich über Wiese e. V. gekommen.

Ich habe dort angefragt, welche

Selbsthilfegruppen für Depressive es in

Essen gibt und mir diese ausgesucht.

Wie läuft ein Selbsthilfetreffen bei Ihrer

Gruppe ab?

Anfangs machen wir eine kurze Runde,

in der jeder erzählt, wie es ihm geht oder

ob etwas passiert ist. Wenn jemand neu

dazu gekommen ist, stellt er sich vor.

Danach besprechen wir einzelne Themen

aus Büchern, Filmen oder was uns

auf dem Herzen liegt. Am Ende gibt es

eine Schlussrunde, in der wir das Treffen

zusammenfassen. Das Schöne an einer

Selbsthilfegruppe ist, dass man sich

nicht erklären muss. Die Symptome zu

erklären ist schwierig, weil man ja selbst

Dazu kann zum Beispiel das Achtsamkeitstraining

gehören, mit dem große

Erfolge erzielt werden können. „Das

Achtsamkeitstraining im Achtsamkeitsraum

der Klinik hat mir sehr geholfen,

bei mir zu bleiben“, so Jennifer Stadler.

„Inzwischen sind die Achtsamkeitsübungen

so eintrainiert, dass ich sie

im Problemfall abrufen und anwenden

kann.“ Auch Ergotherapie, Biofeedback,

Gestalttherapie, progressive Muskelrelaxation

und Bewegungstherapie gehören

zum Therapiespektrum. Dies wiederum

macht deutlich, dass nicht nur

Ärzte und Psychologen, sondern auch

andere Berufsgruppen an den Therapien

beteiligt sind. „Durch regelmäßige

Teamsitzungen ist eine fortlaufende gegenseitige

Abstimmung gewährleistet“,

sagt Prof. Wurthmann. „Bei einigen Patienten“,

so der Chefarzt, „ist auch eine

medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva

angezeigt.“

Stationäre oder teilstationäre

Unterbringung

nicht weiß, was genau eigentlich los ist.

Die anderen verstehen das genau.

Was lernen depressive Menschen in einer

Selbsthilfegruppe?

Wir diskutieren beispielsweise über Medikamente,

wie sie wirken und welche

Nebenwirkungen sie haben. Das kann

sehr hilfreich sein, wenn eine Umstellung

auf ein anderes Medikament bevorsteht.

Wir geben uns auch gegenseitig

Tipps, was man tun kann, wenn man

gerade in einem Tief ist. Im Vordergrund

steht aber einfach der Austausch, das

miteinander Reden.

Kontakt

Selbsthilfegruppe Depression

Treffpunkt: Dienstags 17.30 Uhr,

Philippusstift Haus F, Raucherpoint

Barbara Storp

Fon: 0176 23 9595 24

Mail: barbara@storp.de

Um die optimale Versorgung des Patienten

zu garantieren, verfügt das Katholische

Klinikum Essen mit seiner

Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie

und Psychosomatische Medizin neben

einer großen Bandbreite an Behandlungsmöglichkeiten

über unterschiedliche

klinische Strukturen. So gibt es

einerseits die Möglichkeit, den Patienten

bei einem stationären Aufenthalt

im Philippusstift zu behandeln.

Andererseits kann auch der teilstationäre

Aufenthalt in der Tagesklinik in

Betracht gezogen werden. Dort behandeln

die Therapeuten die Patientin über

einen bestimmten Zeitraum tagsüber.

Nachts und an den Wochenenden sind

die Patienten zu Hause in ihrem gewohnten

Umfeld. Schließlich besteht

am Philippusstift die Möglichkeit zu einer

ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen

Behandlung, zum

Beispiel im Rahmen der Institutsambulanz.

Dank dieser optimalen Betreuung

schaut auch Jennifer Stadler wieder

positiv in die Zukunft: „Was meine

Krankheit betrifft, bin ich optimistisch,

dass ich wieder im Beruf Fuß fassen

kann, alles wieder ‚gut‘ wird und ich mit

den schlechten Gefühlen abschließen

kann.“

Fragen an Prof. Cornelius

Wurthmann, Facharzt für

Nervenheilkunde, Psychiatrie

und Psychotherapie und

Chefarzt der Klinik für Psychiatrie,

Psychotherapie und

Psychosomatische Medizin am

Philippusstift des Katholischen

Klinikums Essen

Herr Prof. Wurthmann, im Text ist von

Achtsamkeit die Rede. Was ist Achtsamkeitstraining

genau?

Das Achtsamkeitstraining hat seine

Wurzeln im japanischen Zen-Buddhismus.

Es beinhaltet Übungen, mit

denen man mehr Bewusstsein bzw.

Achtsamkeit im Alltag erlangt. Man

lernt, sich und die Welt anzunehmen,

lernt Abstand zu gewinnen zu störenden

Gedanken und Gefühlen. Auch

bekommt man ein besseres Gefühl für

seine eigene Identität. Damit können

zum Beispiel Burnout, Angststörungen,

Depressionen und psychosomatische

Krankheiten, wie zum Beispiel

Schmerzerkrankungen, behandelt

und bewältigt werden.

Haben Sie ein Beispiel für eine Achtsamkeitsübung?

Ein gutes Beispiel für eine Achtsamkeitsübung

findet sich in der Kunst,

ein Ei auf den Kopf zu stellen. Hierbei

nimmt man ein rohes Ei und versucht,

es auf die stumpfe Seite zu stellen.

Konzentriert man sich hierbei nur auf

das Ei, wird man sich vollkommen im

Moment verlieren und seine Gedanken

nur auf diese eine Sache konzentrieren.

Genau das ist auch das Ziel

der Achtsamkeitsübungen.

Kontakt

Katholisches Klinikum Essen

Philippusstift

Prof. Dr. med. Cornelius Wurthmann,

Leitender Arzt

Hülsmannstraße 17

45355 Essen

Fon: 0201 6400 3401

Gesund in Essen

27


Gabriele von der Stein,

ehrenamtliche Mitarbeiterin

am Katholischen Klinikum

Essen

Ehrenamt am Katholischen

Klinikum Essen

Gutes tun ohne Gegenleistung: Ehrenamtliches

Engagement findet man auch

am Katholischen Klinikum Essen. Das

Personal und die Klinikleitung schätzen

die Helfer sehr. Denn durch sie können

Services angeboten werden, die das Klinikum

zu einem Ort der Zusammenkunft

machen.

Die Herausforderungen und Belastungen

für Mitarbeiter in Krankenhäusern

sind in den letzten Jahren stark gestiegen.

Nicht immer bleibt genug Zeit, um

auf die zwischenmenschlichen Bedürfnisse

der Patienten einzugehen. Ehrenamtliche

Mitarbeiter helfen, den Aufenthalt

im Krankenhaus angenehmer zu

machen. So auch in der Bibliothek des

Marienhospital Altenessen am Katholischen

Klinikum Essen. Dort können

sich Patienten zahlreiche Bücher, CDs

und Filme ausleihen – dank der ehrenamtlichen

Mitarbeiterin Gabriele von

der Stein, die die Bibliothek seit 2012

betreut. „Als ich hier vor zwei Jahren anfing,

war die Bibliothek geschlossen. Ich

habe dann zunächst den Medienbestand

gesäubert und aktualisiert. Seitdem bin

ich zweimal in der Woche hier“, berichtet

Gabriele von der Stein, dankbar für

die Unterstützung durch zwei weitere

ehrenamtliche Helferinnen, die einen

dritten Öffnungstag sowie den Stationsdienst

mit dem Bücherwagen möglich

machen.

Das Katholische Klinikum Essen hat bei

der Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen

eine große Stärke: die enge Vernetzung

der Standorte mit anderen Akteuren

der Kirche, wie der Caritas oder

den Pfarrgemeinden. Auch für Gabriele

von der Stein spielt der christliche Hintergrund

eine wichtige Rolle: „Ich habe

hier wunderbare Menschen kennengelernt.

So arbeite ich zum Beispiel mit der

Krankenhaushilfe zusammen. Auch mit

den Seelsorgern stehe ich im ständigen

Kontakt und Austausch.“

Nicht nur für Patienten, sondern auch für

Angestellte macht das Engagement von

Gabriele von der Stein den Krankenhausalltag

angenehmer: „Ich bekomme sehr

viel positives Feedback“, sagt sie. „Viele

Patienten sind überrascht von der Größe

unseres Angebots. Auch unter den Mitarbeitern

finden sich einige Stammleser.“

Unter den ehrenamtlichen Helfern des

Katholischen Klinikums herrscht ein reger

Austausch. „Neben den monatlichen

Treffen mit den anderen Ehrenamtlichen

hier im Krankenhaus, bei denen wir uns

über die Arbeit und eventuelle Probleme

austauschen, treffen wir uns in regelmäßigen

Abständen mit den Krankenhaushilfen

aus dem Philippusstift und

dem St. Vincenz Krankenhaus“, so Gabriele

von der Stein. Ihr Fazit: „Ehrenamt

macht Spaß. Und für das, was man gibt,

bekommt man wirklich viel zurück.“

Öffnungszeiten der Bibliotheken

Philippusstift:

Mittwoch bis Donnerstag, 10.00–12.00 Uhr

St. Vincenz Krankenhaus:

Mittwoch, 11.00-14.00 Uhr

Marienhospital Altenessen:

Dienstag, Mittwoch und Donnerstag,

10.00-14.00 Uhr

28 Gesund in Essen


Sie möchten gerne ein Ehrenamt am

Katholischen Klinikum Essen ausüben?

Die Ehrenamt Agentur Essen e.V. freut

sich, Sie unverbindlich zu beraten!

Kontakt:

Ehrenamt Agentur Essen e.V.

Bredeneyer Straße 6b

45133 Essen

Fon: 0201 839 1490

Mail: info@ehrenamtessen.de

www.ehrenamtessen.de

Zusammenkommen

ist ein Beginn,

Zusammenbleiben

ist ein Fortschritt,

Zusammenarbeiten

ist ein Erfolg.

Henry Ford

Fragen an Prof. Ulrike Kostka,

Diözesancaritasdirektorin des Caritasverbandes

für das Erzbistum Berlin

Frau Prof. Kostka, wird es nicht immer

schwieriger, ehrenamtliche Mitarbeiter

für die Arbeit an Krankenhäusern zu gewinnen?

Ja, genau. Deshalb glaube ich, dass jedes

Krankenhaus so etwas wie ein Ehrenamtskonzept

braucht. Es gibt zwar

viele Ehrenamtliche, aber oft hat man

das Problem der Überalterung. Ich fände

es außerdem sehr geschickt, wenn

Krankenhäuser mit der Caritas gemeinsam

schauen könnten, wie man neue

Ehrenamtliche gewinnen kann.

Der Caritasverband widmet sich sozialen und caritativen

Aufgaben. Diese Aufgaben verwirklichen ehrenamtliche und

berufliche Mitarbeiter durch ihren gemeinsamen Einsatz.

Denken Sie, dass kirchliche Krankenhäuser

einen Vorteil haben, wenn es darum

geht Ehrenamtliche zu gewinnen?

Ich denke, die Vernetzung der Krankenhäuser

mit anderen Akteuren der Kirche,

wie der Caritas oder einer Pfarrgemeinde,

ist ein sehr wichtiger Ansatzpunkt bei der

Gewinnung von ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Das ist eine große Stärke der kirchlichen

Krankenhäuser und ich sehe noch

viele Möglichkeiten, das auszubauen.

Inwieweit findet eine solche Zusammenarbeit

schon statt?

Gerade bei den Hospizdiensten findet

heute schon eine sehr gute Zusammenarbeit

statt. Auch Sozialistationen sind

heute schon in vielen Krankenhäusern

integriert, damit die Patienten einen Ansprechpartner

direkt vor Ort haben. Gerade

für ältere Patienten erleichtert das

die Organisation der weiteren Pflege zu

Hause enorm.

Gibt es Gebiete, auf denen sich Ehrenamtliche

einbringen können, ohne direkt

mit sehr schweren Themen des Krankenhausalltags

konfrontiert zu werden?

Da muss ich spontan an ein afrikanisches

Sprichwort denken: Es braucht ein ganzes

Dorf, um ein Kind groß zu ziehen. Ein

ähnliches Bild habe ich vom Krankenhaus.

Ein Krankenhaus ist ein Ort, an

dem Menschen oft in schwierigen Situationen

sind. Strickt man dann darum ein

Netz von Menschen, die sich engagieren,

ist das für Patienten und Mitarbeitende

sehr hilfreich. Die Unterstützung kann

dabei ganz unterschiedlich aussehen

– je nachdem, was der Einzelne leisten

kann und will. Das kann zum Beispiel

Unterstützung beim Krankenhausradio

sein. Hilfreich wäre es, wenn sich

Krankenhäuser nicht als Krankenhäuser,

sondern als Haus der Gesundheit

sähen. Die Schwelle, sich im Krankenhaus

zu engagieren, ist meiner Meinung

nach wesentlich geringer, wenn man das

Krankenhaus als lebendigen Ort der Gesundheit

erlebt.

Kontakt

Caritasverband für das

Erzbistum Berlin e.V.

Residenzstraße 90

13409 Berlin

Fon: 030 666 330

Mail: info@caritas-berlin.de

Gesund in Essen

29


Sie sind herzlich willkommen!

Vorträge 2014

Hämmorrhoiden – aussitzen oder behandeln?

Die., 04.11.2014 / 18:00 Uhr – Marienhospital Altenessen

Moderne Therapiemöglichkeiten der pAVK

Mitt., 12.11.2014 / 18:00 – St. Vincenz Krankenhaus

Blutverdünnung bei Herzerkrankungen –

Wie viele Medikamente sind tolerabel?

Don., 13.11.2014 / 18:00 Uhr – Philippusstift

Neue Behandlungsmethoden bei Schlaganfall

Don., 13.11.2014 / 19:00 Uhr –

Sportanlage Adler Frintrop Essen

Bandverletzungen beim Sport –

Erstversorgung, konservative oder operative Therapie

Don., 13.11.2014 / 19:00 Uhr – Sportanlage Vogelheimer SV

Aktuelle Therapie der Herzschwäche

Mon., 01.12.2014 / 18:00 Uhr – Philippusstift Haus F

Lebermetastasen – Wie kann die Chirurgie helfen?

Don., 04.12.2014 / 18:00 Uhr – Philippusstift Haus F

Herzrhythmusstörungen

Mitt., 10.12.2014 / 18:00 Uhr – St. Vincenz Krankenhaus

Regelmäßige Termine

Leben nach Krebs - Gesprächskreis für Frauen

Erster Mittwoch im Monat, 15:00 – 16:30 Uhr,

Station A 4.2 – Patientenlounge Marienhospital

Kreißsaalführung

Erster Freitag im Monat, 18:30 Uhr –

Treffpunkt Hörsaal Marienhospital Altenessen

Müttercafe

Zweiter Mittwoch im Monat, 15:00 – 16:30 Uhr,

Station A 4.2 – Patientenlounge Marienhospital

Kreißsaalführung in russischer Sprache

Dritter Mittwoch alle zwei Monate, 18:30 Uhr –

Treffpunkt Pforte oder Kreißsaal Marienhospital Altenessen

Selbsthilfegruppen

Marienhospital Altenessen:

Selbsthilfegruppe bei Depressionen für Frauen

14-tägig mittwochs, 18:00 Uhr

Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depressionen

mittwochs, 18:00 Uhr

Selbsthilfegruppe Lupus Erythematodes

Termine auf Anfrage

Philippusstift:

Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depressionen

dienstags17:30 Uhr, 14-tätig 19:00 Uhr und mittwochs 19:00 Uhr

Angehörigengruppe für psychisch Kranke in der Tagesklinik

Fon: 0201 6400 5363

Aphasiker-Zentrum NRW e.V., Fon: 0201 6099 422

Beratungsgruppe für Angehörige von neurologisch

erkrankten Patienten

Erster Mittwoch im Monat, 10:00 – 11:30 Uhr

im Aphasiker-Zentrum, Anmeldung unter 0201 6099 422

Selbsthilfegruppe Aphasiker und Angehörige

Jeden ersten und dritten Montag im Monat von 15:00 bis 16:30 Uhr

Selbsthilfegruppe für Aphasiker und Schlaganfallpatienten

jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat von 16:30 bis 18:00 Uhr

Anonyme Alkoholiker

montags, 19:30 Uhr

Aphasiker-Zentrum NRW e. V.:

Selbsthilfegruppe Aphasiker und Angehörige

Erster und dritterMontag im Monat, 15:00 Uhr

Selbsthilfegruppe für Aphasiker und Schlaganfallpatienten

Erster Mittwoch im Monat, 16:30 Uhr

Chor für Aphasiker und Angehörige

Zweiter und vierter Montag im Monat, 15:00 Uhr

Kontakt: Aphasiker-Zentrum, Fon: 0201 60 99 422

Informationen zu den Selbsthilfegruppen erhalten Sie

vom Katholischen Klinikum Essen.

Kontakt: Fon: 0201/6400-1022

Weitere Informationen zu den Terminen finden Sie online unter www.kk-essen.de,

auf unserem Gesundheitsportal sowie bei Facebook, Twitter und Google+ und YouTube.

www.youtube.com/KathKlinik

www.GesundInEssen.de

www.twitter.com/

KK_Essen

www.facebook.com/

katholischesklinikumessen

https://plus.google.com/

+Kk-essenDe/posts

30 Gesund in Essen


Fachkliniken / Leitende Ärzte

Katholisches Klinikum Essen

Philippusstift

Hülsmannstraße 17

45355 Essen

Fon: 0201 6400 1370

Fax: 0201 6400 1390

Mail: Info@kk-essen.de

Katholisches Klinikum Essen

Marienhospital Altenessen

Hospitalstraße 24

45329 Essen

Fon: 0201 6400 1310

Fax: 0201 6400 1330

Mail: Info@kk-essen.de

Katholisches Klinikum Essen

St. Vincenz Krankenhaus

Von-Bergmann-Straße 2

45141 Essen

Fon: 0201 6400 1340

Fax: 02016400 1452

Mail: Info@kk-essen.de

Fachkliniken/Leitende Ärzte

Priv.-Doz. Dr. Andreas Biedler

Klinik für Anästhesie

und Intensivmedizin

Prof. Dr. Birgit Hailer

Medizinische Klinik II

Priv.-Doz. Dr. Horst Gerhard

Klinik für Neurologie

und klinische Neurophysiologie

Dr. Christoph Eicker

Dr. Peter Feldmann

Dr. Peter Kaivers

Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie

und Spezielle Unfallchirurgie, Handund

Fußchirurgie

Prof. Dr. Cornelius Wurthmann

Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie

und Psychosomatische Medizin

Dr. Georg Bilitewski

Klinik für Radiologie

Priv.-Doz. Dr. Olaf Guckelberger

Klinik für Allgemein-, Viszeralund

Minimalinvasive Chirurgie

Fachkliniken/Leitende Ärzte

Priv.-Doz. Dr. Andreas Biedler

Klinik für Anästhesie

und Intensivmedizin

Prof. Dr. Hans-Georg Krengel

Klinik für Gastroenterologie,

Hepatologie und Ernährungsmedizin

Dr. Martin Schütte

Klinik für Gynäkologie

und Geburtshilfe

Prof. Dr. Hans-Georg Krengel

Klinik für Innere Medizin

Dr. Winfried Berger

Klinik für Hämatologie und Onkologie

Dr. Tarek Azhari

Klinik für Diagnostische

und Interventionelle Radiologie

Prof. Dr. Robert Wammack

Klinik für Urologie

und Neurourologie

Priv.-Doz. Dr. Olaf Guckelberger

Klinik für Allgemein-,

Viszeral- und Gefäßchirurgie

Fachkliniken/Leitende Ärzte

Priv.-Doz. Dr. Andreas Biedler

Klinik für Anästhesie

und Intensivmedizin

Prof. Dr. Hans-Georg Krengel

Klinik für Innere Medizin

Dr. Rainer Jacksch

Klinik für Kardiologie

Dr. Christoph Eicker

Dr. Peter Feldmann

Dr. Peter Kaivers

Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie

und Spezielle Unfallchirurgie, Handund

Fußchirurgie

Dr. Tarek Azhari

Klinik für Diagnostische und

Interventionelle Radiologie

Gesund in Essen

31


PHILIPPUSSTIFT | MARIENHOSPITAL ALTENESSEN | ST. VINCENZ KRANKENHAUS

Ein Haus mit drei Herzen.

Ihr Weg zu uns

Unsere drei Krankenhäuser befinden sich im

Essener Norden und sind sowohl mit dem Auto

als auch mit Bus und Bahn sehr gut zu erreichen.

Für eine problemlose Anfahrt stehen Ihnen auf

unserer Website www.kk-essen.de Anfahrtskizzen,

Lagepläne, Routenplaner und weitere

Beschreibungen zur Verfügung.

Zertifizierungen

• Zertifizierung der Kooperation für Transparenz

und Qualität im Gesundheitswesen (KTQ-Zertifizierung):

Marienhospital Altenessen, Philippusstift,

St. Vincenz Krankenhaus

• Angehörigenfreundliche Intensivstation Philippusstift

• Chest Pain Unit Philippusstift

• Chest Pain Unit St. Vincenz Krankenhaus

• Deutsche Herniengesellschaft Hernienchirurgie

• Endoprothetikzentrum Philippusstift

• Endoprothetikzentrum St. Vincenz Krankenhaus

• Europäische Gesellschaft für Onkologie ESMO Zertifikat

• Gefäßzentrum

• Hypertoniezentrum

• Onkologisches Zentrum (OCEN)

• Stroke Unit

• Traumazentrum Philippusstift

• Traumazentrum St. Vincenz Krankenhaus

• Uni Brustzentrum Essen

• Westdeutsches Magen-Darm-Zentrum

www.youtube.com/

KathKlinik

www.GesundInEssen.de

www.twitter.com/

KK_Essen

www.facebook.com/

katholischesklinikumessen

www.plus.google.com

Notfall

In medizinischen Notfällen wenden Sie sich bitte an die Integrierte

Leitstelle des Rettungsdienstes, die Sie telefonisch über 112 erreichen.

In weniger dringenden Fällen sowie bei Arbeits-, Sport- und Schulunfällen

stehen Ihnen rund um die Uhr die Notfall-Ambulanzen unserer Kliniken

zur Verfügung. Diese sind über unsere Standort-Zentralen zu erreichen

(siehe letzte Innenseite in diesem Heft).

Bei der Meldung eines Notfalls sollten

Sie unbedingt folgende fünf W beachten:

Wo ist der Notfall passiert?

Was ist passiert?

Wie viele Patienten oder Verletzte?

Welche Probleme oder Verletzungen?

Warten auf Rückfragen

32 Gesund in Essen

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