Patientenzeitschrift Frühjahr/Sommer 2015

Visioness

Heft 3 Frühjahr/Sommer 2015

Gesund in Essen

Gesundheit braucht Pflege Seite 12

Mit TV-Programm

für unseren Klinik-Sender „KiK-TV“

Alle Termine der geburtshilflichen

Klinik des KK Essen 2015

Kardiologie –

wenn das Herz stolpert

Seite 4

Arthrose – dank zertifizierter

Behandlungsqualität Lebensfreude

zurückgewinnen Seite 16

Gesund in Essen


Editorial

Gesundheit braucht Pflege! Eine noch knappere Formel für die Bedeutung

der Pflege – als Selbstpflege zu Hause oder durch Pflegefachkräfte in ambulanten

oder stationären Settings geleistet – lässt sich kaum finden. „Gesundheit

braucht Pflege“ drückt genau den Wert pflegerischen Handelns aus, der

gesellschaftlich und in den Gesundheitsunternehmen deutlich höher geschätzt

werden müsste. Denn: Gute Pflege braucht Zeit, und Zeit bedeutet

auch hier Geld! Doch wie erleben Pflegefachkräfte selbst ihren Beruf? Und

was passiert, wenn ein Angehöriger nach dem Krankenhausaufenthalt zu

Hause weiter gepflegt werden muss? Die Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe

von „Gesund in Essen“ eröffnet beeindruckende und überraschende

Perspektiven und gibt Ihnen Einblicke, wie sich unsere Pflegekräfte trotz

schwieriger Rahmenbedingungen weiterhin in der Pflege engagieren. Außerdem

macht sie deutlich, welche beruflichen Chancen der Pflegeberuf

birgt (lesen Sie den vollständigen Beitrag ab Seite 12).

Damit Pflege über die Sektorengrenzen hinweg gelingen kann, müssen auch

Familie und Nachbarschaft von Pflegebedürftigen gestärkt werden. Seit Anfang

des Jahres erhalten Pflegebedürftige bereits mehr Zusatzleistungen

von ihrer Pflegeversicherung. Menschen auf die Herausforderungen vorzubereiten,

die ein Leben als Pflegebedürftiger mit sich bringt, gehört zu den

Aufgaben der Pflegekräfte eines christlichen Krankenhauses. Werteorientiert

wollen wir gemeinsam die Zukunft der Pflege gestalten: Mit Gesprächskreisen,

Pflegetrainings und einem umfangreichen Netzwerk zur Unterstützung

im Alltag.

Auch die spezialisierte Fachpflege im Krankenhaus ist ein Schritt in diese

Richtung. Benötigt ein Patient die Versorgung in einem Akutkrankenhaus,

stellen sich seine gesundheitlichen Einschränkungen oft als komplexe Problembündel

dar, auf die auch die Pflegefachkräfte spezifische Antworten geben

müssen. Um ein Höchstmaß an Selbstständigkeit und Autonomie eines

jeden Patienten zu erhalten, ist eine hohe Fach- und Sachkompetenz ebenso

erforderlich wie soziale Kompetenzen und Methodenwissen. Unsere Pflegefachkräfte

am Katholischen Klinikum Essen leisten jeden Tag sehr viel. Sie

tragen mit ihrer Fachlichkeit, ihrem Einfühlungsvermögen und durch ihre

umfangreiche Kooperation mit anderen internen und externen Dienstleistern

erheblich dazu bei, dass Sie, liebe Patientinnen und Patienten, gesund

in den Alltag zurückfinden können.

Ihr

Jürgen Lehmann

Pflegedienstdirektor, Katholisches Klinikum Essen

Liebe Patientinnen und Patienten,

liebe Leserinnen und Leser,

4

Impressum

12

Gesund in Essen Nr. 3 Frühjahr-Sommer 2015

Herausgeber: Katholisches Klinikum Essen

Postanschrift: Katholisches Klinikum Essen

Marketing und Kommunikation

Hospitalstraße 24, 45329 Essen

Fon: 0201 6400 1020

Fax: 0201 6400 1029

Mail: marketing@kk-essen.de

www.kk-essen.de

Redaktionsleitung: Oliver Gondolatsch

Leiter Marketing und Kommunikation

Inhaltliches und grafisches Konzept,

Redaktion und Realisation: Visioness GmbH

Druck: Löcke-Druck

Quellen in dieser Ausgabe:

Bundesverband Pflegemanagement e. V.

Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e. V.

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und

Orthopädische Chirurgie e. V.

Deutsche Herzstiftung e. V.

Internationale Gesellschaft für Schmerz- und

Triggerpunktmedizin e. V.

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe


Gesund in Essen


16

Inhalt

Herzrhythmusstörungen –

wenn das Herz stolpert 4

Die Prostata, das unbekannte Organ –

Prostataleiden erkennen und behandeln 8

Wenn der Darm rebelliert –

Therapie entzündlicher Darmerkrankungen 10

Gesundheit braucht Pflege 12

Arthrose – dank zertifizierter Behandlungsqualität

Lebensfreude zurückgewinnen 16

News 19

20

Wenn die Angst den Alltag beherrscht –

Hilfe bei Angststörungen 20

Wie Krankenhäuser

selbsthilfefreundlich werden 23

In freudiger Erwartung – letzte

Vorbereitungen auf den Start ins Leben 24

Kreißsaalführungen 25

TV-Programm 26

Förderpflege nach einem Schlaganfall:

Die neurologische Reha 28

Seelsorge am Katholischen Klinikum Essen –

Wir haben Zeit 30

Start der Patientenhochschule:

Medizinische Wissenslücken schließen 31

Medizinisches Versorgungszentrum

Essen-Nord-West:

Gesundheit unter einem Dach 32

Veranstaltungskalender 34

Selbsthilfegruppen 34

Fachkliniken/Leitende Ärzte 35

24

Gesund in Essen


Prof. Birgit Hailer (li.):

Behandlung am

Linksherzkathetermessplatz

Herzrhythmusstörungen:

Wenn das Herz

stolpert

Die meisten Menschen machen sich

wenig Gedanken darüber, wie oft und

schnell ihr Herz schlägt. „Und das ist

auch völlig in Ordnung“, sagt Prof. Dr.

Birgit Hailer, Chefärztin der Medizinischen

Klinik II des Katholischen Klinikums

Essen. Denn schließlich ist bei

jedem Menschen – auch einem gesunden

– der Herzschlag manchmal unregelmäßig.

„Die meisten Störungen des

Herzschlags sind harmlos. Jeder ist zum

Beispiel einmal aufgeregt. Wenn dann

das Herz aus dem Rhythmus gerät und

sprichwörtlich ‚höher‘ schlägt, ist das

völlig normal.“ Treten Symptome wie

Herzrasen allerdings ohne erkennbaren

Grund auf, beispielsweise in der Nacht,

zeigen sich Schwindel, Übelkeit oder sogar

Bewusstlosigkeit, sollten Betroffene

unbedingt einen Arzt aufsuchen.


Gesund in Essen

rößte Kardiologische Klinik

der Region

„Derlei Symptome können auf

eine unerkannte Herzkrankheit hindeuten“,

sagt Prof. Hailer. Seit am 1. Januar

2015 die Kardiologischen Kliniken des St.

Vincenz Krankenhauses und des Philippusstifts

des Katholischen Klinikums

Essen zusammengelegt wurden, leitet

die erfahrene Kardiologin mit der Medizinischen

Klinik II mit den Standorten

Philippusstift und St. Vincenz Krankenhaus

die größte Klinik der Region zur Behandlung

von Herz- und Kreislauferkrankungen.

Täglich werden hier Patienten

umfangreich und interdisziplinär diagnostiziert

und behandelt. „Ängste sind

bei Herzrhythmusstörungen in den meisten

Fällen unbegründet“, sagt Prof. Hai-

ler. „Auch wenn der Übergang zwischen

normalen und krankhaften Störungen

fließend ist: Selbst eine krankhafte Störung

muss nicht gleich gefährlich sein.“

Elektrische Herzströme messen

Die vorliegenden Symptome sind bei einer

Herzrhythmusstörung nicht immer wegweisend.

So gibt es lebensbedrohliche

Herzrhythmusstörungen, die von den

Patienten kaum wahrgenommen werden.

Umgekehrt kann es sein, dass im Grunde

harmlose Extraschläge des Herzens

den Betroffenen stark beeinträchtigen

und beunruhigen. Um festzustellen, ob

eine Herzrhythmusstörung vorliegt, eignet

sich zunächst die Elektrokardiografie,

was so viel wie „Herzstromkurve“ bedeutet.

Unter der Abkürzung EKG hat


Fragen an Prof. Dr. Birgit Hailer, Fachärztin für Innere Medizin

und Chefärztin der Medizinischen Klinik II für Innere Medizin,

Kardiologie, Angiologie, Rhythmologie und Gastroenterologie

am Philippusstift und am St. Vincenz Krankenhaus

des Katholischen Klinikums Essen

Frau Prof. Hailer, können Herzrhythmusstörungen

Symptom einer ernsten

Erkrankung sein?

Jeder Mensch hat Unregelmäßigkeiten

des Herzschlages - häufig, ohne es zu

merken. Die Grenze zwischen harmlosen

und lebensbedrohlichen Störungen ist

jedoch fließend. Dies frühzeitig erkennen

und exakt diagnostizieren kann nur

ein Internist oder Kardiologe. Schwindel,

Atemnot, Herzrasen, innere Unruhe oder

gar Bewusstlosigkeit – wer wiederholt

diese Symptome aufweist, sollte schnell

zum Herz-Check beim Kardiologen.

Welche Herzfrequenz gilt als normal?

Werte zwischen 60 und 90 Schlägen pro

Minute, und bei sportlich Aktiven zwischen

40 und 50, gelten als normal. Seelische

und körperliche Anspannungen

lassen den Puls auch mal auf 160 ansteigen.

Die häufigste Herzrhythmusstörung

und zugleich eine ernstzunehmende

Krankheit ist das sogenannte Vorhofflimmern.

Wann wird es denn gefährlich?

Beim Vorhofflimmern fällt der eigentliche

Taktgeber des Herzens, der sog.

Sinusknoten aus, in den Vorkammern

entsteht ein elektrisches Chaos, das

sogenannte Vorhofflimmern. Dadurch

wird der Herzschlag unregelmäßig und

meist schnell mit mehr als 100 Schlägen

in der Minute. Die Flussgeschwindigkeit

des Blutes verlangsamt sich durch

dieses Flimmern in den Vorhöfen. Dadurch

kann das Blut leichter gerinnen,

Blutgerinnsel können in den Blutkreislauf

gelangen. Patienten mit Vorhofflimmern

haben deshalb ein bis zu fünffach

erhöhtes Schlaganfallrisiko.

Und was sind die Ursachen dieser gefährlichen

Herzrhythmusstörung?

Oft ist das Vorhofflimmern die Folge von

Bluthochdruck, einer koronaren Herzkrankheit

oder Herzklappenfehlern. Auch

eine Überfunktion der Schilddrüse kann

sich negativ auf den Herzschlag auswirken.

Es ist aber auch eine altersabhängige

Erkrankung, ohne dass eine strukturelle

Erkrankung des Herzens vorliegen

muss. So sind vor allem ältere Menschen

davon betroffen. Es ist sehr wichtig, die

Herzrhythmusstörung vor dem Auftreten

des ersten Schlaganfalls zu erkennen, um

frühzeitig und präventiv mit einer wirksamen

Therapie beginnen zu können.

Prävention, Diagnostik und Verlaufskontrolle

von Herz-Kreislauferkrankungen

stehen auch im Mittelpunkt der

Arbeit des Grönemeyer Instituts, mit

dem die Medizinische Klinik II eng kooperiert.

Wie sieht diese Zusammenarbeit

in der Praxis aus?

Das Grönemeyer Institut bietet an Herz-

Kreislauf-Erkrankungen leidenden Patienten

eine umfangreiche, interdisziplinäre

Diagnostik sowie Verlaufskontrolle.

Sind invasive, also operative Behandlungen

erforderlich, schickt das Institut

die Herzpatienten zu uns ans Philippusstift,

um eine bestmögliche Versorgung

zu gewährleisten. Diese Zusammenarbeit

hat sich in den vergangenen Jahren

aufs Beste bewährt, wie uns zufriedene

Patienten immer wieder bestätigen.

Kontakt

Katholisches Klinikum Essen

Philippusstift

Prof. Dr. Birgit Hailer

Leitende Ärztin

Medizinische Klinik II

Hülsmannstraße 17

45355 Essen

Fon: 0201 6400 3300 / 3301 / 3050

Mail: mk2@kk-essen.de

St. Vincenz Krankenhaus

Prof. Dr. med. Birgit Hailer

Leitende Ärztin

Medizinsche Klinik II

Von-Bergmann-Straße 2

45141 Essen

Fon: 0201 6400 3300 / 3301 / 3050

Mail: mk2-vk@kk-essen.de

fast jeder schon einmal davon gehört.

Wenn das Herz schlägt, entsteht ein

elektrischer Strom mit einer schwachen

Spannung von etwa einem Tausendstel

Volt. Mit Hilfe von Messelektroden auf

der Haut werden diese elektrischen Impulse

als Kurven aufgezeichnet. So erkennt

der Arzt Auffälligkeiten der elektrischen

Aktivität des Herzens wie auch

vorzeitig einfallende Extraschläge, die

dann als Herzstolpern bemerkt werden.

Eine Aufzeichnung in Ruhe über wenige

Sekunden lässt meistens keine solchen

Extraschläge erkennen, deshalb erfolgt

eine sogenannte langzeitelektrokardiographische

Untersuchung, wobei der Patient

ein EKG bis zu sieben Tagen trägt.

Vorhofflimmern

Zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen

zählt das Vorhofflimmern, bei

dem sich die Herzvorhöfe nicht mehr

regelmäßig zusammenziehen. Folge:

Der Blutstrom verlangsamt sich, im

schlimmsten Falle bilden sich Blutgerinnsel,

die ein Gefäß im Gehirn

verstopfen und einen Schlaganfall verursachen.

Nach Schätzungen der Deutschen

Herzstiftung sind hierzulande

rund eine Million Menschen vom Vorhofflimmern

betroffen, häufig Ältere.

Jedes Jahr verursacht die Erkrankung

etwa 30.000 Schlaganfälle. Ein Vorhofflimmern

lässt sich mit Hilfe eines EKG

schnell und sicher diagnostizieren, tritt

allerdings gerade in der Anfangsphase

bisweilen nur vorübergehend auf – es

kommt deshalb vor, dass eine Untersuchung

ein normales EKG zeigt. Dann

führt der Arzt mit dem Patienten das

erwähnte Langzeit-EKG durch. Dafür

nimmt der Patient ein kleines tragbares

Gerät mit nach Hause, das seine

Herztätigkeit aufzeichnet. Die Daten

werden anschließend in der Klinik oder

Praxis ausgewertet (s. Info-Kasten

auf Seite 10). Um das Vorhofflimmern

zu behandeln und insbesondere das

Schlaganfallrisiko zu senken, nehmen

Patienten gerinnungshemmende Medikamente

ein. Durch eine sogenannte

Gesund in Essen


Katheterablation kann das Vorhofflimmern

beseitigt werden: Dabei werden

im Herzinneren die Ursprungsorte der

Rhythmusstörung verödet.

Herzrhythmusstörungen behandeln

Seit einiger Zeit hat bei der Behandlung

ein Umdenken stattgefunden. Noch vor

einigen Jahren glaubte man, dass die

meisten Herzrhythmusstörungen bedrohlich

seien. „Inzwischen bleiben viele

Herzrhythmusstörungen – nach entsprechender

sorgfältiger Abklärung durch

einen Kardiologen – unbehandelt, wenn

sie keine Gefahr für die Gesundheit bedeuteten“,

sagt Prof Hailer.

Modernste Technologie:

Die Anlagen verfügen über besonders große

Detektoren und sehr große Monitore, die eine

exakte Bildgebung ermöglichen

Welches EKG kommt

wann zum Einsatz?

24 h

Mehrere

Wochen

Ruhe-EKG Langzeit-EKG Belastungs-EKG Eventrekorder

Das Ruhe-EKG wird meist im Liegen

durchgeführt und dauert nur einige Sekunden.

Bei einem Langzeit-EKG werden

die elektrischen Impulse des Herzschlags

mit einem kleinen, tragbaren Gerät über

einen Zeitraum von meistens 24 Stunden

aufgezeichnet. Das Belastungs-EKG

zeichnet die Tätigkeit des Herzens unter

körperlicher Anstrengung des Patienten

auf (Fahrradergometer, Laufband). Gerade

Patienten, die einen Herzinfarkt hinter

sich haben, sind bei neu auftretenden

Herzrhythmusstörungen verunsichert. Mit

einem Eventrekorder können auch selten

auftretende Herzrhythmusstörungen aufgezeichnet

werden: Der Patient trägt das

leicht zu bedienende, kaum scheckkartengroße

Gerät mehrere Wochen bei sich.

Grönemeyer Institut für Mikrotherapie:

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

diagnostizieren und ambulant behandeln

Das Grönemeyer Institut für Mikrotherapie

erweitert und ergänzt mit seinem

Angebot das diagnostische Spektrum der

niedergelassenen Kardiologen, Internisten

und Hausärzte. Dank umfangreicher,

interdisziplinärer Diagnostik kann in der

Abteilung für Herz- und Kreislaufmedizin

ein fundierter, ambulanter Check auf kardiologische

Erkrankungen erfolgen. Die

Abteilung für Herz- und Kreislaufmedizin

setzt zur Diagnose alle modernen nichtinvasiven

Verfahren ein – vom EKG bis

zur Kardio-Kernspintomographie (MRT)

und Kardio-Computertomographie (CT).

Ist eine stationäre Aufnahme oder eine

ambulante Untersuchung in einer Spezialklinik

erforderlich, wird dank der engen

Zusammenarbeit mit der Medizinischen

Klinik II im Katholischen Klinikum Essen

eine exzellente Versorgung auch im stationären

Bereich garantiert.

Kontakt

Grönemeyer Institut

für Mikrotherapie

Universitätsstraße 142

44799 Bochum

Fon: 0234 9780-0

Mail: info@groenemeyer.com


Gesund in Essen


Patienten mit schwachem Herz

brauchen besondere Pflege

Die Therapie kardiologischer Erkrankungen hat am Katholischen Klinikum Essen eine

lange Tradition, es besteht eine enge Verbindung zwischen der Anwendung bewährter

Behandlungsmethoden und der Entwicklung neuer Therapieansätze. Beispielhaft ist

hier die immer weiterentwickelte Behandlung von Herzrhythmusstörungen oder die

Erforschung völlig neuer Diagnostikverfahren wie aktuell die Watchman-Methode.

Die Pflege und Versorgung von Herzpatienten ist in vielerlei Hinsicht sehr anspruchsvoll

und erfordert besondere Kompetenzen. Unsere engagierten Pflegefachkräfte

sind in der Medizinischen Klinik II verantwortlich für:

• Die Überwachung und Versorgung nach Untersuchungen

wie Herzkatheter, Aortenklappenersatz und Schrittmacher

• Die Pflege von internistischen Erkrankungen auf der kardiologischen Intensivstation

• Die Pflege von Brustschmerzen jeglicher Art und Schmerzen im Brustkorb

• Die Reanimationen im Notfallteam bei akuten Herzinfarkten

• Die Versorgung nach kardiologisch chirurgischen Eingriffen

• Die Versorgung von Patienten in Kooperation mit den anderen

Fachabteilungen des Katholischen Klinikums Essen

© W. Heiber Fotostudio– Fotolia.com

Interview mit Prof. Dr. Thomas Meinertz,

Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung,

Kardiologe am Klinikum Stephansplatz Hamburg

Herr Professor Meinertz, für welche Ziele

setzt sich die Deutsche Herzstiftung ein?

Die Deutsche Herzstiftung engagiert

sich auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-

Erkrankungen für eine Aufklärung der

Bevölkerung über Möglichkeiten der Vorbeugung

durch einen gesunden Lebensstil,

über aktuelle Diagnose- und Therapieverfahren

und über die Nachsorge

von Herzpatienten. Ebenso zählen wir die

Förderung der Herz-Kreislauf-Forschung

zu unseren Hauptaufgaben. Unser Ziel ist

es, mit Hilfe der Bevölkerungsaufklärung

und durch Forschungsförderung effektiv

zur Verringerung der Sterblichkeit an

koronarer Herzkrankheit, Herzinfarkt,

Herzklappenerkrankungen, Herzrhythmusstörungen,

Herzinsuffizienz und den

angeborenen Herzfehlern beizutragen.

Ein weiteres Gebiet, auf dem wir aktiv auf

Veränderungen hinwirken, ist die Versorgungsgerechtigkeit.

Deutschlands Herzpatienten

sind bestens versorgt. Dennoch

gibt es Regionen mit einer Unterversorgung,

die ausgeglichen werden muss,

und Regionen mit einer Überversorgung,

die abzubauen ist. Hier ist für Entscheider

im Gesundheitswesen der alljährlich

erscheinende Deutsche Herzbericht, der

von der Herzstiftung gemeinsam mit den

ärztlichen Fachgesellschaften herausgegeben

wird, ein sehr hilfreiches Instrument

und als Versorgungsanalyse in der

Herzmedizin einzigartig.

Mit welchen Fragen können sich Herzpatienten

an die Deutsche Herzstiftung

wenden? Wie können Patienten von Ihrer

Tätigkeit profitieren?

Herzpatienten und ihre Angehörigen

ebenso wie Eltern herzkranker Kinder

und Interessierte können sich an die

Herzstiftung mit allen möglichen Fragen

zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen wenden:

Wie lassen sich etwa Herzrhythmusstörungen,

Herzschwäche, KHK und

Bluthochdruck frühzeitig erkennen und

behandeln? Wie kann man sein Herzinfarkt-Risiko

senken? Welche Rolle spielen

Bluthochdruck, erhöhtes Cholesterin,

Übergewicht und Rauchen bei der Entstehung

von Herzerkrankungen? Zur Beantwortung

dieser und weiterer Fragen

bieten wir eine Bandbreite an Ratgebern

und Aktivitäten an: Unseren kostenfreien

Newsletter, bundesweite Aufklärungsaktionen,

die Mitglieder-Zeitschrift

„HERZ HEUTE“ oder unser Bewegungsprogramm

für Grundschulen „Skipping

Hearts“.

Lesen Sie das vollständige Interview auf

www.gesundinessen.de

Kontakt

Deutsche Herzstiftung e. V.

Vogtstr. 50

60322 Frankfurt am Main

Fon: 069 955128-0

Mail: info@herzstiftung.de

www.herzstiftung.de

www.kinderherzstiftung.de

Gesund in Essen


Die Prostata

Das unbekannte Organ – Prostataleiden

erkennen und behandeln

„Die meisten Männer wissen mehr über ihr Auto als über ihre Prostata“, sagt Prof. Robert

Wammack, Chefarzt der Klinik für Urologie und Neurourologie des Katholischen

Klinikums Essen. Dabei kann kaum ein Organ so viele gesundheitliche Probleme verursachen

und die Lebensqualität so stark beeinträchtigen. „Verschlimmernd kommt

hinzu, dass auch Männer, die ein Problem erkannt haben, eine Behandlung oft unnötig

vor sich her schieben“, ergänzt der Mediziner, der als Chefarzt der größten urologischen

Klinik im Raum Essen und Mülheim/Ruhr täglich mit Betroffenen spricht.

Doch Prof. Wammack weiß auch: „Die Befürchtungen, die viele Männer mit einer Erkrankung

der Prostata verbinden, sind in der Regel unbegründet.“

Herr Feick, was sind die Aufgaben und

Ziele des BPS?

Unser Leitgedanke „Informieren, Helfen,

Einfluss nehmen“ steht für unsere

tägliche Arbeit mit Betroffenen und ihren

Angehörigen. Jedes Jahr erkranken

68.000 Männer an Prostatakrebs, an deren

Folgen 12.000 Männer jährlich sterben.

Die Erkrankung ist immer wieder

eine Herausforderung, der wir mit positiver

Kraft begegnen. Der BPS vermittelt

in dieser Grenzsituation Mut und Stärke.

Wir sprechen offen über alle krankheitsbedingten

und psychosozialen Probleme

und dies ohne Tabuisierungen.

Wir informieren in der Öffentlichkeit

über die Notwendigkeit und Problematik

der Früherkennung und sind auch im

gesundheitspolitischen Bereich aktiv.

Inwiefern hilft Betroffenen die Teilnahme

an Selbsthilfegruppentreffen Ihrer

Meinung nach?

Ich bin überzeugt, dass der gemeinsame

Austausch Mut macht, die Betroffenen

informiert und sie während der

schweren Zeit unterstützt und begleitet.

Die Patienten und Angehörigen erhalten

in der Gruppe kompetente Beratung zu


Gesund in Essen

Fragen an Günter Feick,

Vorsitzender des Bundesverbandes

Prostatakrebs Selbsthilfe e. V. (BPS)

Therapiemöglichkeiten und sprechen

miteinander. Das Wir-Gefühl unterstützt

die Männer im Kampf gegen den

Prostatakrebs.

Was muss man bei der Gründung einer

Selbsthilfegruppe beachten?

Voraussetzung für die Gründung einer

Selbsthilfegruppe ist die Freude und

Empathie an ehrenamtlicher Tätigkeit.

Gemeinschaftssinn und die Fähigkeit

im Team zu arbeiten gehören ebenfalls

dazu. Alles andere kann in Seminaren,

die der BPS seinen Selbsthilfegruppenleitern

anbietet, gelernt werden.

Einfach helfen wollen – das sollte der

Kerngedanke sein.

Lesen Sie das vollständige Interview

auf www.gesundinessen.de

Kontakt

Bundesverband

Prostatakrebs Selbsthilfe e. V.

Thomas-Mann-Straße 40

53111 Bonn

www.prostatakrebs-bps.de

tändiger Harndrang

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse

genannt, liegt unterhalb der Harnblase

des Mannes und umschließt die Harnröhre

wie ein Ring. Im Laufe des Lebens

kann sich das Prostatagewebe vergrößern.

Folge: Die Harnröhre wird allmählich

zusammengedrückt, es kommt zu

Störungen des Harnflusses. Betroffene

verspüren auch nachts ständigen Harndrang

und haben das unangenehme Gefühl,

dass ihre Blase nie ganz leer ist.

Manch einen befällt dann die Angst vor

Prostatakrebs. „Die meisten Männer haben

es jedoch mit einer gutartigen Vergrößerung

der Prostata zu tun“, gibt Prof.

Wammack Entwarnung. Früher oder später

ist von einer solchen Gewebevergrößerung

fast jeder Mann betroffen: „Schon

bei den über 50-Jährigen trifft es jeden

Zweiten. Häufiger Harndrang, tröpfelnder

Urin oder auch Potenzprobleme sind die

typischen Beschwerden.“

Nierenschäden

Verharmlosen sollten Betroffene die Erkrankung

allerdings nicht, denn auch eine

gutartige Veränderung kann gefährlich

werden. „Verbleibender Urin in der Blase

ist Nährboden für Bakterien, die sich dort

ungehindert vermehren“, erläutert Prof.

Wammack. „Zudem begünstigt Restharn

die Entstehung von Blasensteinen.“ Ist

die Prostata stark vergrößert, drohen sogar

Nierenschäden.

Diagnose

Männer mit typischen Symptomen sollten

also frühzeitig einen Urologen aufsuchen.

„Es gibt zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten“,

sagt Prof. Wammack,

der mit seinen Mitarbeitern jährlich viele

Patienten mit Prostataleiden erfolgreich

behandelt. Dank des einzigartigen Spektrums

an Erfahrung und innovativen Therapieformen

sind Patienten mit Prostata-


Erkrankungen und anderen urologischen

Leiden in der Urologischen Klinik des Marienhospitals

bestens aufgehoben. Dafür

sorgt ein erfahrenes Team aus hochqualifizierten

Ärzten, Schwestern und Pflegern

im Ambulanz-, Stations- und Operationsbereich

sowie Physiotherapeuten.

„Neben einer Therapie mit Medikamenten

ermöglichen moderne Operationsmethoden

heutzutage sehr schonende

Eingriffe“, ergänzt Prof. Wammack.

Behandlung

Zur Diagnose wird der Patient sorgfältig

nach seinen Symptomen befragt. Um herauszufinden,

wie groß die Prostata ist, wird

mit Hilfe einer speziellen Ultraschalluntersuchung

deren Struktur und Größe am

Enddarm bestimmt. Im Anfangsstadium

einer Prostatavergrößerung erfolgt meist

eine konservative Therapie mit Medikamenten.

Auch pflanzliche Präparate kommen

zum Einsatz, die zwar die Vorsteherdrüse

nicht wieder verkleinern, dafür aber

die Symptome lindern. „Auch das persönliche

Empfinden des Patienten spielt natürlich

eine Rolle“, sagt Prof. Wammack.

„Stören die Symptome nicht übermäßig,

kann man – bei regelmäßiger, meist jährlicher

Kontrolle – die Behandlung abwarten.“

Erst wenn sich die Beschwerden

einer Prostatavergrößerung auch medikamentös

nicht bessern, zieht der Arzt eine

Operation in Betracht. Dabei wird das vergrößerte

Drüsengewebe so weit wie möglich

entfernt. „Betroffene Männer sollten

wissen, dass bei der operativen Behandlung

gutartiger Prostatavergrößerungen

nicht die gesamte Prostata entfernt wird“,

ergänzt Prof. Wammack.

Greenlight Laser: Operieren

mit dem „Licht-Skalpell“

Bei der OP gutartiger Vergrößerungen

der Prostata kommt häufig der Greenlight

Laser zum Einsatz. „Das ist eine

Art Licht-Skalpell“, erläutert Prof. Wammack.

„Bei dieser schonenden, minimalinvasiven

Methode führen wir eine dünne

Laserfaser in die Harnröhre ein, mit deren

Laserstrahl der Operateur das vergrößerte

Prostatagewebe rasch erhitzt

und verdampft. Dieser Prozess ist nahezu

unblutig und für den Patienten absolut

schmerzfrei.“ Im Ergebnis wird der natürliche

Harnfluss schnell wieder hergestellt,

die Beschwerden gehen rasch

zurück. Schon nach ein- bis zweitägigem,

stationären Aufenthalt können Patienten

die Klinik wieder verlassen.

Enddarm

Harnblase

Vergrößerte

Prostata

Harnröhre

Penis

Hodensack

Herr Prof. Wammack, die Klinik für

Urologie und Neurourologie ist die

größte urologische Klinik im Raum Essen

und Mülheim an der Ruhr…

Wir behandeln sämtliche urologische

Erkrankungen von Männern, Frauen

und natürlich Kindern. Unsere kleinsten

Patienten können bei Bedarf auch

zusammen mit einem Elternteil in

Mutter-Kind-Einheiten aufgenommen

werden. Außerdem sind wir Akademisches

Lehrkrankenhaus der Universität

Duisburg-Essen. Das bedeutet:

Neben bewährten Untersuchungsund

Behandlungsmethoden stehen

unseren Patienten auch die neuesten

Therapieverfahren zur Verfügung. Und

natürlich trägt auch die herausragende

Qualifikation unserer Ärzte, Pfleger

und Physiotherapeuten zur überregionalen

Bedeutung unserer Klinik bei.

Prostatakrebs ist in Deutschland mit

jährlich 60.000 Neuerkrankungen die

häufigste Krebserkrankung bei Männern.

Bei weitem nicht jede Erkrankung der

Prostata ist gleich ein bösartiger Tumor.

Deshalb rate ich Männern, frühzeitig

mit ihrem Urologen zu sprechen

– auch um Sicherheit zu gewinnen. Bei

uns im Hause gewährleisten wir durch

modernste Medizintechnik eine bestmögliche

Diagnostik und die am wenigsten

belastende Behandlung. Auch

wenn die Diagnose „Prostatakrebs“

Fragen an Prof. Robert Wammack,

Facharzt für Urologie, Spezielle Urologische

Chirurgie, Medikamentöse Tumortherapie,

Notfallmedizin und Chefarzt der Klinik für

Urologie und Neurourologie am Marienhospital

Altenessen des Katholischen Klinikums Essen

lautet, gibt es heutzutage zahlreiche

Therapiemöglichkeiten mit guten Erfolgsaussichten.

Insbesondere, wenn

der Tumor frühzeitig entdeckt und entfernt

wird, überleben fast alle Männer

die Erkrankung.

Erkrankungen der Harnwege, Probleme

beim Urinieren – für viele Menschen

sind dies leider immer noch

Tabuthemen.

Deshalb stehen unsere Mitarbeiter

gerne für individuelle Beratungen

und Gespräche zur Verfügung, beispielsweise

um Behandlungen näher

zu erläutern und Ängste vor kleinen

und großen Eingriffen zu nehmen. Mit

Menschlichkeit, medizinischer Kompetenz

und Erfahrung unternehmen

wir gemeinsam alle Anstrengungen,

damit sich unsere Patienten in unserer

Klinik wohl fühlen und baldmöglichst

gesund werden.

Kontakt

Katholisches Klinikum Essen

Marienhospital Altenessen

Prof. Dr. Robert Wammack

Leitender Arzt der Klinik für Urologie

und Neurourologie

Hospitalstraße 24

45329 Essen

Fon: 0201 6400 3001

Mail: urologie@kk-essen.de

Gesund in Essen


© apops – Fotolia.com

Wenn der Darm

rebelliert

Therapie entzündlicher

Darmerkrankungen

Von einer Darmerkrankung ist fast jeder Mensch im Laufe seines Lebens mindestens einmal betroffen.

Meist sind es Bakterien, Viren oder auch Essensunverträglichkeiten, die Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen

und Durchfall hervorrufen. Üblicherweise klingen diese Symptome nach ein, längstens zwei Wochen wieder ab

und hinterlassen keine Folgeerscheinungen. Anders bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED):

Diese treten ohne äußeren Anlass und in wiederkehrenden Schüben auf. „Gerade in westlichen Industrienationen

nehmen Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa seit einigen Jahren in teils erheblichem Umfang zu“,

sagt Priv.-Doz. Dr. Olaf Guckelberger, Chefarzt der Chirurgischen Klinik I – Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie

des Katholischen Klinikums Essen.

ntzündungsprozess im Darm

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

sind mit mehr als 300.000 betroffenen

Patienten die beiden häufigsten

chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

in Deutschland. Morbus Crohn,

eine nach dem amerikanischen Arzt

Burrill Bernhard Crohn benannte Krankheit,

kann prinzipiell jeden Abschnitt des

Verdauungstrakts betreffen, tritt jedoch

meist am Ende des Dünndarms oder

10 Gesund in Essen

am After auf. Colitis ulcerosa dagegen

betrifft ausschließlich den Dickdarm.

Beide Erkrankungen eint, dass ein Entzündungsprozess

die Darmfunktion

einschränkt. Folge sind häufige Durchfälle,

Schmerzen im Unterbauch sowie

Gewichtsverlust und Abgeschlagenheit.

„Die Krankheitszeichen variieren jedoch

und hängen auch davon ab, welcher

Abschnitt des Verdauungstrakts betroffen

ist“, sagt Dr. Guckelberger. „Bei der

Colitis ulcerosa können als erste Symptome

auch Entzündungen außerhalb des

Darms auftreten, beispielsweise Gelenkschmerzen.“

Da beispielsweise bei einer

lang andauernden Colitis ulcerosa die

Gefahr, an Dickdarmkrebs zu erkranken,

stark erhöht ist, sollte Betroffene eher

früher mit einem Arzt sprechen.

Modernes Bauchzentrum

Wie werden Morbus Crohn und Colitis

ulcerosa diagnostiziert? „Um andere


Herr Dr. Guckelberger, welches Ziel

verfolgt das Katholische Klinikum Essen

mit dem Bauchzentrum?

Wir bündeln hier zwei wichtige medizinische

Bereiche: die Gastroenterologie,

die sich mit Erkrankungen des Magen-

Darm-Trakts sowie den verbundenen

Organen befasst, sowie die Viszeralchirurgie,

die die operative Behandlung

der Bauchorgane umfasst. Im Bauchzentrum

sind diese Bereiche bestmöglich

miteinander verbunden, was für

die Patienten bessere und schnellere

Diagnosen und Therapien bedeutet.

Die Symptome chronisch-entzündlicher

Darmerkrankungen sind recht

unspezifisch. Wann sollte man zum

Arzt gehen?

Als Erwachsener: Wenn der Durchfall

mehr als drei Tage lang anhält und

keine Tendenz zur Besserung erkennbar

ist. Wenn die Durchfälle blutig

sind, mit starken Bauchschmerzen

und/oder Fieber verbunden sind, direkt

noch am gleichen Tag.

Was raten Sie Betroffenen?

Auch wenn eine chronisch-entzündlichen

Darmerkrankung diagnostiziert

Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen

auszuschließen, ist eine sichere

Diagnose nicht immer leicht und nimmt

eine gewisse Zeit in Anspruch“, sagt

Dr. Guckelberger, der auch Leiter des

Bauchzentrums der Chirurgischen Klinik

I im Philippusstift des Katholischen

Klinikums Essen ist. „Um sicher zu diagnostizieren,

bündeln wir im Bauchzentrum

das Wissen von Internisten

und Chirurgen.“ Hier werden Patienten

aufgenommen, deren Beschwerden sich

nicht sofort eindeutig zuordnen lassen,

etwa bei einem Verdacht auf Engstellen

im Darm oder eben bei entzündlichen

Darmerkrankungen. Die Patienten werden

durch verschiedene Spezialisten

behandelt, bis sich eine klare Zuordnung

zu einer Fachabteilung ergibt.

Fragen an Dr. Olaf Guckelberger, Facharzt für

Chirurgie, Gefäßchirurgie und Viszeralchirurgie

und Chefarzt der Chirurgischen Klinik I –

Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie

des Katholischen Klinikums Essen

wurde, sollten Patienten nicht den Mut

verlieren. Es gibt heute sehr gute, auch

nicht-operative Behandlungsmöglichkeiten.

Bei optimaler Therapie liegt die

durchschnittliche Lebenserwartung

von Betroffenen nicht unter derjenigen

von Gesunden.

Kontakt

Katholisches Klinikum Essen

Philippusstift

Priv.-Doz. Dr. Olaf Guckelberger

Leitender Arzt

Chirurgische Klinik I – Allgemein-,

Viszeral- und Gefäßchirurgie

Hülsmannstraße 17

45355 Essen

Fon: 0201 6400 3150

Mail: o.guckelberger@kk-essen.de

Marienhospital Altenessen

Priv.-Doz. Dr. Olaf Guckelberger

Leitender Arzt

Chirurgische Klinik I – Allgemein-,

Viszeral- und Gefäßchirurgie

Hospitalstraße 24

45329 Essen

Fon: 0201 6400 1310

Mail: o.guckelberger@kk-essen.de

Krankengeschichte

Die Diagnose beginnt üblicherweise mit

der Krankengeschichte (Anamnese) sowie

einer körperlichen Untersuchung,

bei der der Arzt auch die Afterregion abtastet.

Auch Blutwerte liefern Hinweise

auf Entzündungsaktivitäten im Körper.

„Die wichtigste Untersuchungsmethode

ist jedoch die Darmspiegelung“, sagt Dr.

Guckelberger. Dabei untersucht der Arzt

den Darm mit Hilfe eines schlauchartigen

Instruments, dem Endoskop. „Nur

mit einer endoskopischen Untersuchung

haben wir einen direkten Blick in den

Dickdarm und Teile des Dünndarms, um

festzustellen, ob Gewebe erkrankt ist.“

Bei Bedarf können direkt Gewebeproben

entnommen werden. „Für den Patienten

ist dies weitgehend schmerzlos“, betont

Dr. Guckelberger. Auch Ultraschall

und weitere bildgebende Verfahren, wie

Computertomographie oder Magnetresonanztomographie,

werden durchgeführt.

„Ziel ist es stets, die Krankheitsherde

abzubilden und zu erkennen“,

sagt Dr. Guckelberger.

Ursachen

Die Ursachen chronisch-entzündlicher

Darmerkrankungen sind bis heute nicht

restlos geklärt. „Sicher spielt eine genetische

Veranlagung eine Rolle“, sagt Dr.

Guckelberger, „denn insbesondere Morbus

Crohn kommt in Familien gehäuft vor.

Als widerlegt gilt jedoch die These, dass

psychische Belastungen die Erkrankung

auslösen.“ Stress kann das Leiden zwar

verstärken, nicht aber verursachen. Auch

eine sogenannte „falsche“ Ernährung ist

weder für das Entstehen der Darmkrankheit

noch für die Schübe verantwortlich.

„Es sind verschiedene, teilweise noch

unbekannte Faktoren, die das Immunsystem

dazu bringen, sich gegen den

eigenen Körper zu richten und im Darm

eine dauerhafte Entzündung hervorzurufen.“

Sicher ist jedoch, dass Rauchen

die Schwere eines Morbus Crohn negativ

beeinflusst.

Therapie

Steht die Diagnose Morbus Crohn oder Colitis

ulcerosa fest, muss dies nicht gleich

ein aussichtsloser Schicksalsschlag sein,

betont Dr. Guckelberger. Beide Erkrankungen

sind in der Regel gut therapierbar.

„Die Krankheiten verlaufen schubweise.

Zwischen Zeiten höherer Krankheitsaktivität

liegen regelmäßig auch längere Phasen

von Beschwerdefreiheit. Bei Morbus

Crohn führen bis zu 70 Prozent der Patienten

durch die richtige Therapie wieder

ein weitgehend normales Alltagsleben.“

Zum Einsatz kommen Medikamente wie

Kortison oder spezielle Entzündungshemmer.

Gerade bei Darmerkrankungen spielt

auch die Ernährung eine wichtige Rolle,

besonders bei Kindern oder Patienten mit

Untergewicht. Allerdings: „Eine pauschale

Empfehlung oder gar Diät gibt es nicht“,

so Dr. Guckelberger. „Für jeden Patienten

muss ein individueller Ernährungsplan

erstellt werden.“ Bei der Colitis ulcerosa

muss auch die komplette operative Entfernung

des Dickdarms diskutiert werden,

die sich auch ohne die dauerhafte Anlage

eines künstlichen Darmausganges erreichen

lässt.

Gesund in Essen

11


Gesundheit

braucht

„Pflegenotstand“, „viel Arbeit,

wenig Zeit für die Patienten“

– nicht selten sind es negative

Schlagzeilen, die im Zusammenhang

mit der Krankenpflege in

den Medien auftauchen. „Fordernd

ist unser Beruf ganz sicher,

aber auch sehr erfüllend, in fachlicher

wie emotionaler Hinsicht“,

sagt dagegen jemand, der es wissen

muss: Kerstin Kellermanns,

examinierte Krankenschwester

und Gesamtleitung einer UC/KA/

IM WL-Station und einer IM/UC

Belegstation im Katholischen

Klinikum Essen. „Bei uns steht

der Mensch im Mittelpunkt“,

sagt sie. Und ergänzt, dass diese

menschliche Zuwendung gerade

an einem Krankenhaus wie dem

Katholischen Klinikum Essen mit

seinem christlichen Menschenbild

mehr gilt als anderswo.

12 Gesund in Essen

estens ausgebildet

Rund 740 Mitarbeiter im Pflegeund

Funktionsdienst sowie ca. 100 Auszubildende

sind an den drei Standorten

Philippusstift, Marienhospital und St.

Vincenz Krankenhaus in unterschiedlichen

Funktionen und Diensten im Einsatz,

von den Ambulanzbereichen bis hin

zu Operationssälen und Intensivstationen,

Tag und Nacht, sieben Tage die Woche.

Sie alle sind bestens ausgebildet,

viele von ihnen zusätzlich spezialisiert

und mit besonderen Qualifikationen.

Gemeinsam mit den Ärzten sorgen sie

dafür, dass die Patienten, die hier täglich

ambulant und stationär behandelt werden,

die Häuser gesund und geheilt wieder

verlassen und dabei ihren Aufenthalt

in guter Erinnerung behalten. Gesund

in Essen hat Kerstin Kellermanns einen

Arbeitstag lang bei Ihrer Arbeit als Gesamtleitung

begleitet.

Montagmorgen, 6:00 Uhr:

Schichtbeginn auf der Station Elisabeth.

Seit 29 Jahren arbeitet die 49-jährige

Kerstin Kellermanns bereits am Katholischen

Klinikum Essen als examinierte

Krankenschwester, wo sie auch ihre

Ausbildung gemacht hat. Neben den

pflegerischen Aufgaben in der stationären

Versorgung der Patienten gehört

auch die Leitung der Stationen Elisabeth

und Theresia sowie deren Mitarbeiter

zu ihren täglichen Aufgaben. Das Wochenende

war naß und kalt und hat die

Betten auf den Stationen mit Patienten

gefüllt. Kerstin Kellermanns weiß aus

Erfahrung, dass der erste Tag im Krankenhaus

für die Patienten und deren Angehörigen

immer eine ganz besondere

Situation darstellt, an die häufig viele

Ängste geknüpft sind. „Meine Aufgabe

ist es vor allem bei den neuen Patienten,

sie nicht nur pflegerisch zu versorgen,


Fragen an Jürgen Lehmann, Pflegedienstdirektor

am Katholischen Klinikum Essen

Herr Lehmann, wenn ein junger Mensch

vor der Frage nach der Berufswahl steht,

würden Sie ihm raten, Gesundheits- und

Krankenpfleger zu werden?

Vor jeder Berufswahl sollte die Frage

nach dem inneren Antrieb stehen. Wer

gerne mit Menschen zusammenarbeitet,

eine abwechslungsreiche und anspruchsvolle

Tätigkeit sucht und Verantwortungsbewusstsein

mitbringt: der- oder diejenige

ist in diesem Beruf bestimmt richtig.

Man muss auch immer wieder betonen,

dass unser Beruf mit höchst positiven

Zukunftsperspektiven verbunden ist. Gerade

am Katholischen Klinikum Essen

bieten wir zudem viele Aufstiegs- und

Spezialisierungsmöglichkeiten.

Der Beruf des Pflegers ist heute komplexer

denn je…

Ja, Krankenhäuser sind hoch komplexe,

spezialisierte Einrichtungen. Unsere

Pflegerinnen und Pfleger benötigen deshalb

fundiertes medizinisches wie pflegerisches

Wissen, das sie gegebenenfalls

auch unter Zeitdruck umsetzen können.

Was sind die schönsten Seiten im Arbeitsalltag

eines Gesundheits- und Krankenpflegers?

Die Momente, wenn sich wieder einmal

zeigt, wie gut unsere Teams funktionieren.

Alle ziehen an einem Strang, unterstützen

sich gegenseitig und meistern

eine kritische Situation.

Kontakt

Katholisches Klinikum Essen

Philippusstift

Jürgen Lehmann

Pflegedienstdirektor

Hülsmannstraße 17

45355 Essen

Fon: 0201 6400 3500

Mail: j.lehmann@kk-essen.de

45329 Essen

sondern auch Ängste zu nehmen, sie zu

beruhigen, zu ermutigen und auch ihre

Angehörigen mit in diesen Prozeß einzubeziehen.

Die Verantwortung ist groß,

ich muss die Konzentration immer hoch

halten“, sagt sie.

6:30 Uhr:

Die Übergabe der Nachtschicht an den

Tagdienst ist beendet, es ist Zeit für die

all morgendliche Pflegerunde. Kerstin

Kellermanns hat auf ihrem Pflegewagen

alle nötigen medizinischen Geräte und

Dokumente bei sich. Leise klopft sie an

die erste Tür. „Guten Morgen“, lächelt sie

und fragt einen Patienten aus einem Pflegeheim,

der in der vergangenen Nacht

mit einem hoch fieberhaften Infekt eingeliefert

wurde, nach seinem Befinden.

Auf Grund einer bekannten Demenz und

des reduzierten Allgemeinzustandes des

Patienten reagiert dieser ängstlich und

nicht orientiert. Die langjährig erfahrene

Krankenschwester weiß, daß sie diesem

Patienten mit viel Ruhe und Geduld begegnen

muß. Eine gute Krankenbeobachtung

und überlegte einfühlsame Kommunikation

sind bei solchen Patienten

besonders wichtig. Nach der Ermittlung

der Vitalparameter trägt Kerstin Kellermanns

alle Daten in ihr Krankenblatt

ein und beginnt mit der Grundpflege des

Patienten unter Einbeziehung seiner

verbliebenen Ressourcen. Während dieser

Tätigkeiten hört sie dem Patienten

aufmerksam zu, um ihm Sicherheit und

Ruhe zu vermitteln. „Das Einbeziehen des

Patienten in den Pflegeprozess und das

aktive Mobilisieren der Patienten ist eine

Aufgabe, die nicht nur die körperlichen

Bereiche umfasst“, erzählt die engagierte

Krankenschwester. „Deshalb werden

wir auch im Umgang mit dementen

Patienten und anderen Disziplinen wie

Gerhard Kellermanns (Gesamtstationsleitung

A3.1 und A3.3, Marienhospital

Altenessen)

Teambesprechung: Yolanda Villazala

Arroyo, Nikolaos Iliadis, Kerstin Kellermanns

(Gesamtstationsleitung Station

Theresia und Elisabeth, St. Vincenz

Krankenhaus), Adam Rozwora (v.l.n.r.)

Gesund in Essen

13


Kommunikation und Gesprächsführung

geschult.“ Medizinisches Fachwissen allein

reicht nicht aus. Empathie ist am Katholischen

Klinikum Essen ein sehr wichtiger

Teil der pflegerischen Arbeit. Ein

weiterer wichtiger Aspekt in der Pflege,

der stark in den Fokus gerückt ist, ist die

hoch komplexe Dokumentation. Zeitweise

erweckt es aber den Eindruck, daß die

Dokumentation so umfassend geworden

Pflegeschülerinnen Melina Mattauch

und Danuta Pawelczyk

ist, dass der Pflege zunehmend die Zeit

am Patienten fehlt. Dieser Umstand birgt

Gefahren in sich.

7.30 Uhr:

Die chirurgischen Ärzte kommen zur Visite.

Als verantwortliche Pflegekraft begleitet

Kerstin Kellermanns die Visite, um die

Belange der Patienten zu klären und den

Prozess der Entlassung frühzeitig zu planen.

Verantwortlich sind Kerstin Kellermanns

und ihr Team auf der Station Elisabeth

für die Versorgung 28 internistischer

und 9 unfallchirurgisch-orthopädicher

Patienten. Sie alle setzen ihre Kraft zum

Wohle dieser Patienten ein. Es ist häufig

eine Gradwanderung zwischen machbarem

Engagement der Pflegenden und

drohender Überforderung der Mitglieder

im Team, da der in den Jahren immer

weiter fortschreitende Stellenabbau in der

Pflege seine Spuren merklich hinterlässt.

„Die Patienten werden immer multimorbider,

die Liegezeiten immer kürzer, es

besteht die Gefahr des Drehtürpatienten“,

sagt Kerstin Kellermanns.

9:00 Uhr:

Das Frühstück für die Patienten ist da.

Die Pflegenden verteilen die Mahlzeit und

reichen den Patienten das Essen an, die

es aus den unterschiedlichsten Gründen

nicht alleine können. „Ich genieße diese

Zeit des Tages, da ich als Pflegekraft

endlich einmal dem Patienten die Zeit zukommen

lassen kann, die ihm gebührt.“

Zeitmanagement ist der Teufel, der uns

immer anspornt.

Pflege hilft: Familiale Pflege –

Unterstützung bei der

Angehörigen-Pflege

Breites Spektrum an Spezialisierungen:

Fort- und Weiterbildungen sowie Studienabschlüsse

in der Pflege

Im Pflege- und Funktionsdienst des Katholischen Klinikums Essen arbeiten rund

740 MitarbeiterInnen. Hinzu kommen etwa 100 Pflegekräfte in Ausbildung. An

den drei Standorten des Klinikums kommen folgende Pflege-Experten in den

unterschiedlichen Fachbereichen zum Einsatz: Wundexperten, Kontinenzberater,

Familiale Pflege, FachGKP Onkologie (Gesundheits- und KrankenpflegerIn im

Fachbereich Onkologie), Breast-Care-Nurse (Pflegefachkräfte für Brustkrebspatientinnen),

Pain Nurse (Pflegefachkräfte für die professionelle Messung und

Behandlung von Schmerzen), MFA Onkologie (Medizinische Fachangestellte im

Fachbereich Onkologie), FachGKP Endoskopie (Gesundheits- und KrankenpflegerIn

im Bereich Endoskopie), Palliativversorgung, Praxisanleitung (Weiterbildung

zur Anleitung der Auszubildenden in der Praxis), Studiengänge (auch duale

Studiengänge: Hochschulstudium mit fest integrierten Praxisblöcken im Klinikum)

in verschiedenen Bereichen wie zum Beispiel Pflegemanagement und Pflegewissenschaft.

Krankenpflege endet nicht im Krankenhaus.

Viele Menschen sind zunächst

besorgt, wenn sie erfahren, dass ein

Angehöriger nach einem Krankenhausaufenthalt

zu Hause weitergepflegt werden

muss. Dann müssen oft schnell und

unvorbereitet Entscheidungen getroffen

werden. Das Katholische Klinikum Essen

lässt seine Patienten auch in solchen Fällen

nicht alleine und begleitet pflegende

Familien beim Übergang von der Klinik

zur häuslichen Pflege. Schon im Krankenhaus

bieten ausgebildete Pflegetrainer/innen

den Angehörigen praxisnahe

Pflegetrainings und Gespräche an, entwickeln

gemeinsam mit den Betroffenen

ein sogenanntes Pflegenetzwerk. Auch in

den eigenen vier Wänden geben die Pflegetrainer/innen

der pflegenden Familie

durch Besuche Sicherheit. Ein monatlicher

Gesprächskreis dient der Vertiefung

der Pflegekompetenz und bietet durch

gemeinsame Reflexion mit anderen Betroffenen

die Möglichkeit, den Alltag besser

zu bewältigen.

14 Gesund in Essen


10:00 Uhr:

Pause. Ein guter Moment, sich den

Mitarbeitern zu widmen, ihren Sorgen,

Ängsten und Wünschen. Das bringt die

Position der Gesamtstationsleitung in

der Pflege mit sich“, sagt sie. „Ich als

Leitung bin Anlaufstelle für jeden – Patienten,

Angehörige, Pflegende, Ärzte und

so weiter. Ich versuche stets ein offenes

Ohr für jeden zu haben, …mein Telefon

klingelt! Oh Gott! Eine Krankmeldung für

den heutigen Nachtdienst“, sagt Kerstin

Kellermanns. In diesem Augenblick ist

es gut, einen klaren Kopf zu bewahren.

Das heißt aber auch, sich als Gesamtleitung

in diesem Moment aus der Pflege

zurückzuziehen und eine Lösung für

das Problem zu finden. Prioritäten müssen

gesetzt werden. „Es gab Momente“,

sagt Kerstin Kellermanns, „wo ich ein

schlechtes Gewissen gegenüber dem

Team hatte, wenn ich mich zu Leitungsaufgaben

zurückgezogen habe. Ich hatte

Pflegeschuülerinnen

Melina immer Sorge, Mattauch dass ein Anderer für mich

u. mitarbeiten Danuta Pawelczyk muss. Aber mit den Jahren

wächst man an seinen Aufgaben“, sagt

sie. „Ich weiß, dass alles, was ich tue,

aus Überzeugung und zum Wohle des

Patienten, des Teams und des Klinikums

geschieht. Wichtig ist dabei, sich nicht

selbst zu vergessen. Selbstpflege ist ein

wichtiger Aspekt . `Burn out´ spielt auch

in unserem Job eine große Rolle.“

11:45 Uhr:

Der Nachdienst für die kommende

Nacht steht. Kerstin Kellermanns kann

sich endlich wieder um ihre Patienten

kümmern. Denn das ist es, was sie ausmacht.

Vor mehr als 29 Jahren hat sie

ein Praktikum im Marienhospital angefangen.

Dort ist dann die Liebe zum Beruf

entstanden und trotz manch widriger

Umstände ist sie immer noch geblieben.

„Mit manchen Kollegen führt man schon

fast eine zwanzigjährige Ehe“, sagt sie.

Diese Verbundenheit untereinander und

das dadurch entstandene Wir-Gefühl im

Team sind ein guter Motivator gegen den

täglichen Stress und dienen damit auch

dem Wohle des Klinikums. Eine positive

Haltung im Team wirkt sich auch auf die

Genesung der Patienten und auf ihre

Zufriedenheit aus. „Für uns ist der Patient

nicht nur Kunde oder eine Ziffer im

System, er ist ein Mensch, der bei uns im

Fokus steht.“

13:00 Uhr:

Die Frühschicht von Kerstin Kellermanns

geht zu Ende. Sie übergibt ihren Bereich

an die Spätschicht. Ein bisschen müde ist

sie – von der körperlichen Anstrengung,

der Doppelbelastung, die ihre Position

mit sich bringt und auch von der hohen

Konzentration, die stets notwendig ist.

„Aber ich liebe meine Arbeit. Menschen

dabei zu unterstützen, wieder gesund

und selbständig zu werden, das erfüllt

mich“, sagt sie. Und ergänzt, dass die

Perspektiven der Krankenpflegerinnen

und -pfleger am Katholischen Klinikum

Essen sehr gut sind: Hier setzt man auf

eine fundierte Personalentwicklung. Das

heißt: Jede examinierte Pflegekraft kann

sich gemäß ihrer beruflichen Vorlieben

für einen bestimmten Schwerpunkt entscheiden

und fortbilden.

Interview mit Ludger Risse (Diplom-Pflegewirt),

stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbands

Pflegemanagement und Vorsitzender des Pflegerates NRW

Herr Risse, was sind die Aufgaben des

Bundesverbands Pflegemanagement

und welche Themen liegen Ihnen besonders

am Herzen?

Die aktive Interessenvertretung der Profession

Pflege und des Pflegemanagements

in Politik und Öffentlichkeit gehört

zu unserem Hauptziel und -zweck. Wenn

es zum Beispiel um die Einführung neuer

Gesetze in der Pflege geht, ist es wichtig,

dass wir uns als Experten politisch Gehör

verschaffen, Akzente setzen und Einfluss

nehmen. Insbesondere setzen wir

uns dafür ein, die Öffentlichkeit für das

Thema Pflege zu sensibilisieren. Es ist

wichtig für jeden Einzelnen, sich mit der

Notwendigkeit einer funktionierenden

Pflege auseinanderzusetzen, auch wenn

er selbst noch nicht pflegebedürftig ist.

Viele Kliniken beteiligen sich mittlerweile

an dem Pilotprojekt „Familiale Pflege“,

so auch das Katholische Klinikum Essen.

Was hat es mit dem Projekt auf sich und

welche Vorteile hat es für die Pflegebedürftigen

und ihre Angehörigen?

Das Modellprojekt wurde auf Basis von

Forschungsergebnissen an der Universität

Bielefeld entwickelt und hat das Ziel,

pflegende Familienmitglieder zu beraten

und in ihrer Verantwortung zu unterstützen.

Die häusliche Pflege ist eine große

Herausforderung für Ehepartner oder

andere Angehörige. In individuellen Pflegetrainings

am Krankenbett in der Klinik

und zu Hause – bis zu 6 Termine – vermitteln

die speziellen Pflegefachkräfte

vor Ort notwendige Pflegetechniken; in

Pflegekursen und speziellen Gesprächskreisen

für pflegende Angehörige wird

das Wissen vertieft. Die Teilnahme ist

unabhängig von der Kassenzugehörigkeit

kostenlos. Voraussetzung ist die Angabe

der erwarteten Pflegestufe. Die Vorteile

dieses Angebots liegen auf der Hand:

Die Pflegenden bekommen Wissen und

Kompetenzen vermittelt, die sie bei der

Pflege ihres Familienmitglieds benötigen.

Dadurch passieren weniger Fehler

oder Unfälle und Verletzungen. In den

eigenen vier Wänden von jemandem, den

man sehr gut kennt und vertraut gepflegt

zu werden, ist natürlich erstrebenswert,

wenn man in dieser Situation ist. Pflegende

Angehörige fühlen sich dann aber

oft überfordert und erfahren keine Unterstützung.

Das Projekt zur familialen Pflege

wirkt diesen Ängsten und Unsicherheiten

entgegen und hilft ganz konkret

und im Einzelfall.

Lesen Sie das vollständige Interview auf

www.gesundinessen.de

Kontakt

Bundesverband

Pflegemanagement e. V.

Alt-Moabit 9110559 Berlin

Fon: 030 44 03 76 93

info@bv-pflegemanagement.de

Gesund in Essen

15


Dank zertifizierter Behandlungsqualität Lebensfreude zurückgewinnen

Heinrich Peters steht auf dem Hang, kurz vor der Abfahrt atmet der geübte Skifahrer noch einmal zufrieden durch.

Dann geht es mit Schwung bergab. Der 75jährige läuft wieder Ski – noch vor einigen Jahren schien das unvorstellbar.

Kniegelenks-Arthrose, so lautete die niederschmetternde Diagnose, die der ehemalige Lehrer des Gymnasiums Borbeck

vor 15 Jahren von seinem Orthopäden erhielt. Der Arzt riet ihm schon bei einer der ersten Untersuchungen zu

einem künstlichen Gelenk. Doch Peters zögerte: „Ich hatte Angst, das Skifahren aufgeben zu müssen“, so der passionierte

Wintersportler.

techende Schmerzen

Unter Arthrose versteht man den

vorzeitigen Abbau von Knorpel in den

Gelenken. „Wenn die schützende Knorpelschicht

dünner wird, reiben die Knochen

an den Gelenken aufeinander und

verursachen Schmerzen“, sagt Dr. Peter

Feldmann, Chefarzt der Chirurgischen

Klinik II – Orthopädie und Unfallchirurgie,

Hand- und Fußchirurgie am Philippusstift

und St. Vincenz-Krankenhaus des

16 Gesund in Essen

Katholischen Klinikums Essen. Arthrose

kann an allen Gelenken des Körpers

auftreten. Meist sind jedoch Hüften und

Knie betroffen – die gewichtsbelasteten

Gelenke. Häufig beginnt eine Arthrose

mit den typisch stechenden Schmerzen,

etwa nach längerer Belastung. Auch das

Einknicken der betroffenen Seite beim

Gehen ist für eine Hüftarthrose typisch.

Im fortgeschrittenen Stadium machen

sich die Schmerzen dann auch während

Ruhepausen oder nachts bemerkbar.

Zuverlässige Diagnose

Alleine anhand dieser Symptome ist eine

Diagnose jedoch nicht zuverlässig möglich.

„Tatsächlich kann eine Arthrose besonders

im Anfangsstadium auch nahezu

ohne Beschwerden verlaufen“, sagt Dr.

Feldmann. Deshalb sind die sogenannten

bildgebenden Verfahren so wichtig. „In

einem ersten Schritt fertigen wir meist

eine Röntgenaufnahme des Gelenks an“,

erläutert der Orthopäde. „Der Abstand


Dr. Feldmann

Dr. Eicker

Fragen an Dr. Peter Feldmann, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

und Chefarzt der Chirurgischen Klinik II – Orthopädie

und Unfallchirurgie, Hand- und Fußchirurgie am Philippusstift und

St. Vincenz-Krankenhaus sowie an Dr. Christoph Eicker, Facharzt

für Orthopädie und Unfallchirurgie und Chefarzt der Chirurgischen

Klinik II – Orthopädie und Unfallchirurgie, Hand- und Fußchirurgie

am Philippusstift und St. Vincenz-Krankenhaus des Katholischen

Klinikums Essen

Herr Dr. Feldmann, die Zertifizierung

als EndoProthetikZentrum verleiht Patienten

Sicherheit bei der Auswahl einer

geeigneten Klinik für Gelenkersatz

von Knie und Hüfte.

Wir sind sehr stolz auf diese erfolgreich

abgeschlossene Zertifizierung. Sie bestätigt

offiziell unsere hohen Qualitätsstandards.

Knie- und Hüft-OPs sind

meist gut planbare Eingriffe. Mit der

Zertifizierung haben Patienten ein objektives

Qualitätssiegel an der Hand.

Sie profitieren von der Verbesserung

klinikinterner Behandlungsprozesse

sowie von einer höheren Patientensicherheit.

Im Rahmen der Zertifizierung

haben wir auch die Wartezeiten auf einen

Sprechstundentermin und die Zeit

bis zum Arztkontakt in der Sprechstunde

verkürzt.

Herr Dr. Eicker, viele Arthrose-Patienten

plagt die Angst, nach dem Eingriff

keinen Sport mehr treiben zu können

oder gar zu dürfen.

Wie in vielen anderen medizinischen

Bereichen, so gilt auch hier: Der richtige

Sport in einem sinnvollen Maß

ausgeübt, schadet keinesfalls, sondern

wirkt sich im Gegenteil sogar positiv

aus. Bewegung spielt bei der Vorbeugung

und Therapie von Arthrose eine

wichtige Rolle, gut trainierte Muskeln

entlasten die Gelenke und helfen, die

beschwerdefreien Phasen zu verlängern.

Vereinfacht ausgedrückt: Unser

Körper, unsere Gelenke, das ist kein

Auto, wo man denken könnte, wenn

ich wenig fahre, hält der Motor länger.

Sondern es ist umgekehrt: Je mehr ich

mich bewege, desto länger halten auch

meine künstlichen Gelenke und meine

Knochen.

Kontakt

Katholisches Klinikum Essen

Philippusstift

Dr. Christoph Eicker, Fon: 0201 6400 3203

Dr. Peter Feldmann, Fon: 0201 6400 3201

Leitende Ärzte

Chirurgische Klinik II – Orthopädie und

Unfallchirurgie, Hand- und Fußchirurgie

Hülsmannstraße 17

45355 Essen

Mail: ortho-unfall-ph@kk-essen.de

St. Vincenz Krankenhaus

Dr. Christoph Eicker, Fon: 0201 6400 3100

Dr. Peter Feldmann, Fon: 0201 6400 3101

Dr. Peter Kaivers, Fon: 0201 6400 3100

Leitende Ärzte

Chirurgische Klinik II – Orthopädie und

Unfallchirurgie, Hand- und Fußchirurgie

Von-Bergmann-Straße 2

45141 Essen

Mail: ortho-unfall-vk@kk-essen.de

zwischen den gelenkbildenden Knochen

– beim Hüftgelenk: Gelenkpfanne und

Oberschenkelknochen; beim Knie: Oberund

Unterschenkel - sowie der Zustand

der Knochen gibt Aufschluss darüber,

ob eine Arthrose vorliegt.“ Zuverlässig

ist auch die Magnetresonanztomografie

(MRT), mit der sich Bänder, Muskeln und

Knorpel bildlich darstellen lassen.

Konservative Maßnahmen

Hat der Arzt eine Arthrose diagnostiziert,

sollten zunächst die sogenannten konservativen

Maßnahmen ausgeschöpft

werden: Übungen zur Stärkung der

Muskulatur, Akupunktur, Schmerzmittel,

Wärme- oder auch Kältepackungen verschaffen

im Anfangsstadium Linderung.

Auch Heinrich Peters bekam seine Beschwerden

zunächst mit konservativen

Maßnahmen in den Griff. Dank Spritzen,

Schmerzmitteln, Punktionen zur Entfernung

des eingelagerten Wassers und

Krankengymnastik konnte er weiter Ski

fahren. Doch die Schmerzen wurden

immer stärker. „Eine Operation ist dann

sinnvoll, wenn konservative Maßnahmen

nicht weiterhelfen“, so Dr. Feldmann.

Meist ist dies der Zeitpunkt, an dem die

Patienten dauerhaft unter Schmerzen

und einer erkennbaren Bewegungseinschränkung

leiden. Dann kann durch den

Einsatz eines künstlichen Gelenks eine

echte Steigerung der Lebensqualität erreicht

werden.

Wahl der Klinik:

Zertifikat gibt Orientierung

Der Einsatz einer Gelenkprothese will

wohlüberlegt sein – „es ist ein Schritt, der

nicht rückgängig zu machen ist“, sagt Dr.

Feldmann. Gleiches gilt für die Auswahl

der Klinik: „Die Klinik sollte den Eingriff

sehr häufig durchführen und über große

Erfahrung verfügen.“ Eine wichtige Orientierung

gibt die Zertifizierung als EndoProthetikZentrum

(EPZ; siehe Info

auf Seite 18). Zertifizierten Kliniken wird

eine hohe Beratungs-, Behandlungs- und

Nachsorgequalität bestätigt. Das EndoProthetikZentrum

des Katholischen

Klinikums Essen hat sich seinen hohen

Qualitätsstandard beim Gelenkersatz

von Knie und Hüften im November 2014

erneut bestätigen lassen. „Das Zertifizierungsverfahren

ist eines der bundesweit

aufwändigsten“, sagt Dr. Feldmann, der

auch Zentrumsleiter dieser hoch spezialisierten

Einrichtung zur Behandlung von

Gelenkerkrankungen ist.

Wieder auf der Piste

Auch Heinrich Peters ist von der hervorragenden

Behandlungsqualität im Katholischen

Klinikum Essen überzeugt:

Im März 2013 erhielt er von Dr. Feldmann

und dessen Team eine Knieprothese für

das linke Knie, im Februar 2014 für das

rechte Knie. Seit Dezember 2014 steht er

wieder auf der Piste – glücklicher denn

je: „Dr. Feldmann hat beste Arbeit geleistet“,

sagt Peters.

Gesund in Essen

17


Zertifizierung als EndoProthetikZentrum

Das EndoProthetikZentrum im Katholischen

Klinikum Essen unter der Leitung

von Dr. Peter Feldmann hat sich den hohen

Qualitätsstandard beim Gelenkersatz von

Knie und Hüfte von einer externen Zertifizierungsgesellschaft

bestätigen lassen.

Grundlage dieser Zertifizierung ist die Initiative

EndoCert ® der Deutschen Gesellschaft

für Orthopädie und Orthopädische

Chirurgie (DGOOC). Dazu Prof. Dr. Rüdiger

Krauspe, Präsident der DGOOC: „Bei der

Wahl seines Operateurs und Krankenhauses

kann der Patient am Zertifikat ´zertifiziertes

Endoprothetikzentrum, EPZ´

erkennen, dass sich eine Fachklinik sowohl

mit dem Thema des künstlichen

Gelenkersatzes bei Coxarthrose und Gonarthrose

intensiv auseinandergesetzt hat

als auch die durch die medizinische Fachgesellschaft

aufgestellten Qualitätsanforderungen

erfüllt. Jede zertifizierte Klinik

hat sich verpflichtet, die Behandlungsergebnisse

ihrer Endoprothesen-Operationen

konsequent zu überprüfen, Komplikationen

zu erfassen und die Ergebnisse

dem Endoprothesenregister zu übermitteln

(www.eprd.de).“

Verspannungen und Rückenschmerzen?

Triggerpunkt-Therapie kann helfen

Fragen an Christel Flügge, Physiotherapeutin und 2. Vorsitzende der

Internationalen Gesellschaft für Triggerpunktmedizin e. V. (IGTM)

Frau Flügge, worauf konzentriert sich die

Triggerpunkt-Therapie?

Die Triggerpunkt-Therapie ist davon überzeugt,

dass der Ort der Schmerzursache

oft nicht mit dem Ort der Schmerzwahrnehmung

übereinstimmt. Hat man also

Rücken- oder Gliederschmerzen, lohnt

ein Blick auf die darunterliegenden Muskelschichten.

In der Triggerpunkt-Therapie

beschäftigen wir uns mit myofaszial

verursachten Schmerzen und Funktionsstörungen,

also erkrankten Muskelstellen

und Faszien. Faszien sind bindegewebige

Häute, die die Muskeln und Organe umgeben.

Man bezeichnet Faszien aus gutem

Grund als das sechste Sinnesorgan: Hier

lassen sich sogenannte Triggerpunkte

ertasten, die häufig die Ursache für chronische

Glieder- oder Rückenschmerzen

sind. Triggerpunkte können durch alltägliche

Über- oder Fehlbelastung, durch

Überdehnung oder auch durch Traumatisierung

der Muskulatur entstehen und

weisen Stoffwechselveränderungen auf.

Sie können nicht nur Schmerzen, Parästesien

und Muskelschwäche sondern auch

Bewegungseinschränkungen, autonome

vegetative Reaktionen und vieles mehr

auslösen. Der gesamte Symptomkomplex

dieser Triggerpunkte wird nach Roland

Gautschi – von der Interessengemeinschaft

für Myofasziale Triggerpunkt-Therapie

in der Schweiz – als „myofasziales

Syndrom“ bezeichnet.

Wie werden diese kranken Muskelund

Faszienbereiche behandelt?

In der Triggerpunkt-Therapie ertasten

erfahrene Ärzte und Therapeuten die dekonstruktionsunfähigen

Zonen im Muskel

und die Verklebungen und Verkürzungen

in den Faszien. Oft können diese Funktionsstörungen

manuell und begleitet durch

eine Stoßwellentherapie in nur wenigen

Sitzungen beseitigt werden.

Am 6. Juni 2015 findet in der

LANXESS Arena Köln das 3. Symposium

„Myofasziale Schmerzen“ statt.

Weitere Informationen unter

www.igtm.org

Welche Ziele verfolgt die IGTM mit der

Aufklärung über diese Behandlungsmethode?

Die IGTM möchte Menschen mit chronischen

Schmerzen Alternativen zur

Schulmedizin bieten. Als kleine wissenschaftliche

Gesellschaft beschäftigen wir

uns mit dem „myofaszialen Schmerz“ und

den sich daraus ergebenden Funktionsstörungen.

Um Ärzte und Physiotherapeuten

in der Schmerz- und Triggerpunkt-Therapie

weiterzubilden, bieten wir qualifizierte

Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten

an. In einer 10-tägigen Zusatzausbildung

erlernen Orthopäden, Ärzte und

Physiotherapeuten beispielsweise das Ertasten

der Triggerpunkte und die Möglichkeiten

zur effektiven Behandlung.

Wird die Triggerpunkt-Therapie

auch ergänzend zur Schmerztherapie

am Katholischen Klinikum Essen

eingesetzt?

Das Katholische Klinikum Essen übernimmt

im Raum Nordrhein-Westfalen

eine Vorreiterrolle im Hinblick auf das

Angebot einer erweiterten Schmerztherapie.

Schmerztherapeuten werden in

Kürze nicht nur medikamentös behandeln,

sondern wenden die Triggerpunkt-

Therapie als Alternative zu den Behandlungsmethoden

der Schulmedizin an.

Kontakt

Internationale Gesellschaft für

Schmerz- und Triggerpunktmedizin e. V.

(IGTM)

Christel Flügge

Siebengebirgsallee 49

51147 Köln-Porz-Wahn

Fon: 02203 66156

Mail: cfluegge@ch-fluegge.de

www.igtm.org

18 Gesund in Essen


News · News · News · News · News · News · News · News · News

11. Gefäßtag am Marienhospital Altenessen

Das Marienhospital Altenessen beteiligt sich am Samstag, 26. September 2015, am

11. bundesweiten Gefäßtag. An diesem Tag können sich Patienten und Interessenten

über Themen wie Arterienverkalkung, Durchblutungsstörungen, Krampfadern, die

periphere Verschlusskrankheit oder Schlaganfall informieren. Die Prävention steht

dabei im Mittelpunkt. Information, Aufklärung und Beratung sind besonders wichtig,

da in vielen Fällen große Operationen vermieden werden können, wenn Gefäßerkrankungen

frühzeitig behandelt werden.

Neues Vortragsprogramm 2/2015 ab Juli erhältlich

Das neue Vortragsprogramm des Katholischen Klinikums Essen sowie die Kursbroschüre

für das 2. Halbjahr 2015 sind ab Juli verfügbar. Interessierte können die Unterlagen

unter marketing@kk-essen.de (Betreff: Vortragsprogramm 2/2015) oder Tel.

0201 6400 1021 anfordern.

Neue Privatzimmer im

St. Vincenz Krankenhaus

Ende 2014 wurden die Umbaumaßnahmen

auf der interdisziplinären Wahlleistungsstation

Theresia im St. Vincenz Krankenhaus

abgeschlossen. Für jeden Patienten

stehen auf der komfortablen Privatstation

nun ein Touchscreen-Computer und ein

eigener Kühlschrank zur Verfügung. Die

Bäder wurden erneuert und mit neuen

Glasduschkabinen ausgestattet. Eine neu

eingerichtete Lounge bietet die Möglichkeit,

auch außerhalb des Zimmers einen

Kaffee oder Snack zu genießen.

Müttercafé am Marienhospital Altenessen

Die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Marienhospital Altenessen bietet jungen

Müttern Gesprächskreise für den gegenseitigen Erfahrungsaustausch an. Beim gemeinsamen

Kaffeetrinken finden sich Mütter an jedem zweiten Mittwoch im Monat zwischen

15.00 und 16.30 Uhr in der Patientenlounge auf der Station A 4.2 zusammen und sprechen

über alles, was sie bewegt. Für Fragen rund um das Baby stehen eine Hebamme

und eine Kinderkrankenschwester mit Rat und Tat zur Seite. Eine Anmeldung ist nicht

erforderlich. Auch Väter und Geschwisterkinder sind herzlich eingeladen.

Neugründung: Bundesverband Beschwerdemanagement

Wo liegen Schwächen und Stärken eines Krankenhauses? Lob und Beschwerden geben

wichtige Impulse, um die Arbeitsabläufe in Gesundheitseinrichtungen patientenorientierter

zu gestalten. Um den Anforderungen an das Lob- und Beschwerdemanagement

von Gesundheitseinrichtungen noch besser gerecht werden zu können,

wurde am 1. Januar 2015 der Verein „Bundesverband Beschwerdemanagement für

Gesundheitseinrichtungen“ (kurz BBfG) gegründet. „Zweck des Vereins ist die Förderung

des öffentlichen Gesundheitswesens durch den regelmäßigen Austausch im

Bereich Lob- und Beschwerdemanagement, die Professionalisierung des Lob- und

Beschwerdemanagements sowie die Aufstellung von Empfehlungen für Mindeststandards“,

so Oliver Gondolatsch, 1. Vorsitzender des BBfG und Leiter Kommunikation

und Marketing am Katholischen Klinikum Essen.

2. Familienfest am 9. Mai 2015

Am 9. Mai (10.30 - 15.00 Uhr) veranstaltet die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

das 2. Familienfest am Marienhospital Altenessen. Bei gutem Wetter findet das Fest

mit vielen verschiedenen Aktionen und Ständen im Gesundheitsgarten des Marienhospitals

Altenessen statt. Bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung in das 6. Obergeschoss

des Marienhospitals verlegt. Mit dabei sind unter anderem ein Flohmarkt für

Kinderkleidung, eine Hüpfburg, ein Teddybärkrankenhaus, die Kreißsaalführung und

vieles mehr. Selbstverständlich ist für Speisen und Getränke gesorgt. Das Team der

Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe lädt herzlich ein!

„Gesund in Essen“

kostenlos im Abonnement

Möchten Sie Ihr persönliches Exemplar

unseres Patientenmagazins „Gesund in

Essen“ ab der kommenden Ausgabe kostenlos

und unabhängig von einem Klinikbesuch

nach Hause gesendet bekommen?

Dann schicken Sie ganz einfach eine E-Mail

(Betreff: „Gesund in Essen im Abo“) mit Ihrem

Namen und Ihrer vollständigen Adresse

an marketing@kk-essen.de. Alternativ

können Sie uns auch eine Postkarte mit

Ihrer Adresse schicken: Katholisches Klinikum

Essen / Abt. Marketing - „Gesund in

Essen im Abo“ / Hospitalstraße 24 / 45329

Essen. Weitere Informationen erhalten Sie

unter der Tel. 0201 6400 1021.

..................................................................

Vorname, Name

..................................................................

Straße, Nr.

..................................................................

PLZ, Ort

Gesund in Essen

19


Wenn die

Ebenso wie Freude, Glück, Trauer,

Zorn und Wut ist Angst ein Bestandteil

des normalen menschlichen Lebens.

Die Angst weist – wie zum Beispiel

auch der Schmerz – auf Gefahren und

Schädigungen hin, vor denen es sich

zu schützen gilt. Es ist also wichtig,

Angst empfinden zu können.

den Alltag

beherrscht

Hilfe bei Angststörungen

ngst wird erst dann zu einer

Krankheit beziehungsweise zu

einer sogenannten Angststörung,

wenn das Auftreten der Angst, die Stärke

der Angst sowie das Andauern der Angst

nicht mehr kontrolliert werden kann,

wenn die Angst den Umständen und dem

Entwicklungsstand nach nicht angemessen

ist und wenn die Angst das Verhalten

dauerhaft negativ beeinflusst, wie zum

Beispiel durch Vermeidung oder Flucht“,

sagt Prof. Cornelius Wurthmann, Chefarzt

der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie

und Psychosomatische Medizin am

Katholischen Klinikum Essen.

Verschiedene Erscheinungsbilder

© lightpoet – Fotolia.com

Bei der sogenannten Panikstörung

kommt es zu heftigen Angstanfällen, die

mit Herzklopfen, Schweißausbrüchen,

Zittern, Mundtrockenheit, Beklemmungsgefühlen,

Brustschmerzen, Schwindel

oder etwa Hitzewellen verbunden sind.

Die Betroffenen fürchten „auszuflippen“

oder zu sterben. Die körperlichen Begleitsymptome

der Panikstörung werden

in der Regel zunächst fälschlicherweise

auf körperliche Krankheiten zurückgeführt.

Bei der sogenannten generalisierten

Angststörung besteht eine anhaltende

beziehungsweise chronische quälende

Ängstlichkeit. Die Betroffenen machen

sich in übertriebener Weise Sorge beispielsweise

um die Gesundheit von Familie

und Freunden, es bestehen Befürchtungen,

bei der Arbeit etwas zu vergessen

oder nicht gut genug im Job zu sein, die

Sorgen kreisen möglicherweise darum,

obdachlos zu werden, obwohl die tatsächliche

eigene Finanzlage ausreichend

ist und die Befürchtungen kreisen häufig

um sogenannten täglichen Kleinkram.

„Ich komme bestimmt zu spät“ oder „Ich

könnte etwas Wichtiges vergessen“ sind

Beispiele dafür. Bei Patienten mit generalisierten

Angststörungen ist die Angst

ebenfalls mit körperlichen Beschwerden

verbunden, diese sind aber bei Weitem

nicht so stark wie bei der Panikstörung.

20 Gesund in Essen


Bei den sogenannten Phobien besteht

eine deutliche Furcht vor einem bestimmten

Objekt oder einer bestimmten

Situation. In ausgeprägteren Fällen werden

die Situationen gemieden, vielleicht

sogar lebenslang, was zu einer erheblichen

Einengung der Bewegungsfreiheit

führen kann.

Typische Angstauslöser für die sogenannte

Agoraphobie sind Menschenmengen,

Kaufhäuser, Supermärkte, Spaziergänge,

die Benutzung von Bus und Bahn,

Flugzeugen, Seilbahnen, das Autofahren,

Wartesituationen, Kino-, Theater- und

Restaurantbesuche. Auch das Alleinsein

zu Hause ist häufig, wenn auch nicht

immer, Angst auslösend. Die Patienten

fühlen sich in den erwähnten Situationen

hilflos und haben das Gefühl, in der Falle

zu sitzen. Bei den sozialen Phobien bezieht

sich die Angst darauf, im Zentrum

der Aufmerksamkeit anderer zu stehen

oder sich peinlich oder erniedrigend zu

verhalten. Die Ängste treten also in sozialen

Situationen auf, wie zum Beispiel Essen

oder Sprechen in der Öffentlichkeit,

Begegnung von Bekannten in der Öffentlichkeit

oder Betreten kleiner Gruppen,

zum Beispiel bei Partys, Konferenzen

oder Klassenräumen. In Verbindung mit

der Angst kommt es zu Erröten oder Zittern,

Angst vor Erbrechen, Harn- oder

Stuhldrang. Schließlich sind sogenannte

spezifische Phobien zu erwähnen. Häufige

Auslöser sind Vögel, Spinnen, andere

Tiere, Höhe, Donner, Anblick von Blut

oder Verletzungen, Injektionen, Zahnarztund

Krankenhausbesuche.

Angststörungen sind häufig

Angststörungen gehören zu den häufigsten

psychischen Störungen überhaupt.

Gegenwärtig leiden etwa 7 Prozent der

deutschen Bevölkerung an Angststörungen.

15 Prozent der Bevölkerung erkranken

irgendwann einmal in ihrem Leben

an einer sogenannten Angststörung.

Frauen sind doppelt so häufig betroffen

wie Männer. Werden Angsterkrankungen

nicht rechtzeitig und konsequent behandelt,

kann dies zu schwerwiegenden

Beeinträchtigungen führen. Es können

zusätzliche Depressionen auftreten und

auch Alkoholismus kann entstehen. Mittlerweile

gehören Angsterkrankungen zu

den häufigsten Gründen für die Gewährung

einer Rente wegen Minderung der

Erwerbsfähigkeit. Dies ist sehr zu bedauern,

da Angsterkrankungen eigentlich

sehr gut behandelt werden können.

Diagnostik und Möglichkeiten

der Behandlung

„Am Anfang der Diagnostik stehen eingehende

Gespräche zu den Beschwerden,

deren Entwicklung, zur Lebensgeschichte

und zu körperlichen Vorerkrankungen“,

sagt Prof. Wurthmann. „Selbstverständlich

müssen wir durch unsere Untersuchungen

auch körperliche Krankheiten

als Ursache der Angst ausschließen, was

wir sehr sorgfältig machen. Zu erwähnen

sind beispielsweise Herzkrankheiten oder

Schilddrüsenkrankheiten.“ Des Weiteren

müssen andere begleitende psychische

Störungen erkannt beziehungsweise

ausgeschlossen werden. Am Ende der

Diagnosephase muss eine körperliche

Krankheit ausgeschlossen worden sein

und gleichzeitig müssen Beweise vorliegen

für eine psychische Störung.

Lesen Sie auch die Interviews mit den Selbsthilfegruppen auf Seite 22

Fragen an Prof. Dr. Cornelius Wurthmann, Facharzt für Nervenheilkunde,

Psychiatrie und Psychotherapie und Chefarzt der Klinik für Psychiatrie,

Psychotherapie und Psychosomatische Medizin am Philippusstift

des Katholischen Klinikums Essen

Herr Prof. Wurthmann, was sind die

Ursachen für krankhafte Angst?

Die Ursachen von krankhaften Ängsten

sind ausgesprochen vielfältig. Fast immer

aber befinden sich die Betroffenen

in schwierigen Lebensphasen. Ängste

können ausgelöst werden durch Trennungen,

durch Todesfälle, berufliche

Konflikte, private Konflikte, durch unangemessenen

Lebensstil und durch

persönliche Überforderung. Bei genauer

Betrachtung der Lebensgeschichte stellt

man in der Regel fest, dass auch schon

die Lebensbedingungen in früheren Jahren

ausgesprochen schwierig waren,

was das spätere Auftreten von Angststörungen

begünstigte. Um mit ihrer

Erkrankung besser umgehen zu können,

ist es erforderlich, dass die Patientinnen

und Patienten diese Zusammenhänge

erkennen. Störungen des Hirnstoffwechsels,

der Hirnstruktur und erbliche Faktoren

sind ebenfalls zu berücksichtigen.

Welche Möglichkeiten der Behandlung

von Angststörungen gibt es?

Zunächst muss gemeinsam mit den Patienten

herausgearbeitet werden, was

die Ursachen der Angst sind und welche

Einstellungen oder Verhaltensweisen

überwunden werden müssen, um sich

von der krankhaften Angst zu befreien.

Viele Patienten müssen lernen, sich den

Schwierigkeiten ihrer Lebensgeschichte

sowie ihren Konflikten zu stellen und

nach angemessenen Bewältigungsstrategien

zu suchen. Ferner lernen Patienten

speziell mit Phobien sich angstauslösenden

Situationen zu stellen. Zur

Vorbereitung darauf werden Angstseminare

durchgeführt. Im Vordergrund der

Behandlung der Angststörungen stehen

psychotherapeutische Maßnahmen.

Unsere Patienten lernen in Einzelgesprächen

und Gruppengesprächen ihre

Situation zu analysieren und zu verändern.

Sodann kommen vielfältige verhaltenstherapeutische

Maßnahmen zur

Anwendung. Unterstützend setzen wir

in Einzelfällen vorübergehend Psychopharmaka

ein. Sehr erfolgreich ist ferner

das sogenannte Achtsamkeitstraining,

welches seine Wurzeln im japanischen

Zen-Buddhismus hat. Krankhafte Ängste

sind behandelbar. Niemand sollte sich

beirren und entmutigen lassen.

Kontakt

Katholisches Klinikum Essen

Philippusstift

Prof. Dr. Cornelius Wurthmann,

Leitender Arzt

Hülsmannstraße 17

45355 Essen

Fon: 0201 6400 3401

Mail: c.wurthmann@kk-essen.de

Gesund in Essen

21


Frau Kröger, unter welchen Angststörungen

leiden die Menschen genau, die

an den Gruppentreffen teilnehmen?

Die Gruppe ist grundsätzlich offen für alle

Menschen, die Angst haben – krankhafte

Angst. Das können also ganz verschiedene

Ängste und Angststörungen sein,

mit denen die Betroffenen in die Gruppe

kommen und über welche wir sprechen.

Wann und wo finden die Treffen statt?

Wer kann an den Treffen teilnehmen?

Wir treffen uns immer montags in den

Räumlichkeiten des Marienhospitals

des Katholischen Klinikums Essen in Altenessen.

Im Moment sind wir acht bis

neun Leute in der Gruppe. Interessierte

Betroffene können sich telefonisch oder

per Mail bei mir melden. Eine weitere

Interview mit Selina Kröger,

Leiterin der Angst-Selbsthilfegruppe

Altenessen

Einschränkung gibt es nicht. Teilnehmen

können grundsätzlich alle Menschen,

Männer und Frauen jeden Alters, wenn

Sie unter einer Angststörung leiden und

in einer Selbsthilfegruppe an sich und

mit anderen zusammen daran arbeiten

möchten. Die Jüngsten sind Ende 20, die

älteste Teilnehmerin ist 74 Jahre alt. Wir

sind also eine sehr gemischte Gruppe.

Eine Beschränkung gibt es allerdings bei

der Teilnehmerzahl. Die Gruppe sollte

nicht zu groß sein. Immer wenn ein Platz

frei wird, kann ein neues Gruppenmitglied

aufgenommen werden.

Wie läuft das Selbsthilfe-Treffen

konkret ab?

Zu Beginn jedes Treffens tauschen wir

uns reihum aus: Wie war die Woche?

Wie geht es uns? Gibt es etwas Akutes,

über das jemand reden möchte? In unserer

Gruppe sprechen wir offen und

vertrauensvoll miteinander, anders ginge

es gar nicht. Wichtig ist auch, dass

wir selbst bestimmen, worüber wir reden.

Nach diesen ersten fünf bis 10 Minuten

wissen wir manchmal auch schon,

über welches Thema wir weiter sprechen,

wo wir ansetzen können. Thema

eines Treffens könnten beispielsweise

unsere Symptome sein. Wir tauschen

dann unsere unterschiedlichen Erfahrungen

hinsichtlich unserer Symptome

und Möglichkeiten damit umzugehen

aus. Von den Erfahrungen der anderen

kann man selbst profitieren, aber auch

das Gefühl, verstanden zu werden, kann

schon sehr helfen.

Kontakt

Selina Kröger

Fon: 0201 31970253

Mail: Kroeger.selbsthilfegruppe@gmx.de

Herr Tonder, zu welchem Zweck wurde

die Gruppe 2010 gegründet?

Die Mitglieder haben in den Treffen die

Gelegenheit, unbefangen und vertrauensvoll

über ihre Probleme zu sprechen.

Ein Schwerpunkt unserer Aktivitäten

ist die Öffentlichkeitsarbeit. Zu diesem

Zweck werden bei uns öffentliche und

kostenlose Vorträge gehalten. Das machen

zum Beispiel Leiter oder Oberärzte

von psychiatrischen Kliniken, oder auch

niedergelassene Psychotherapeuten und

Psychiater sowie Referenten aus Organisationen

wie zum Beispiel Wiese e. V.,

Kontakt-und Beratungsstelle aller Essener

Selbsthilfegruppen, das Bündnis

gegen Depression oder die sogenannten

Essener Kontakte. Auch Institutionen

wie zum Beispiel das für die Psychiatriekoordination

zuständige Gesundheitsamt

unserer Stadt stellen sich bei uns

vor. Darüber hinaus arbeiten wir mit der

Ortspresse zusammen und machen eine

Radiosendung im Bürgerfunk bei Radio

Interview mit Uli Tonder, Organisator

der Selbsthilfegruppe Angst und

Depression Essen-Werden

Essen. An einem Infostand bei der jährlichen

Essener Gesundheitsmesse, welche

in die Messe „Mode, Heim und Handwerk“

integriert ist, informieren wir alle

Interessierten über die Erkrankungen,

Unterstützungsmöglichkeiten und unsere

Arbeit. Am 30. Mai werden wir auch

von 09.00-14.00 Uhr einen Infostand vor

dem Werdener Rathaus aufbauen.

Für wen ist die Selbsthilfegruppe gedacht

und wann kann man an den Treffen

teilnehmen?

Die Gruppentreffen sind sowohl für akut

Betroffene als auch für Menschen gedacht,

die leidvolle Erfahrungen mit der

Krankheit hatten und präventiv mitarbeiten

wollen. Vor dem Beitritt zur Gruppe

sollte eine vorhergehende Behandlung

durch den Arzt oder Therapeuten stattgefunden

haben oder eine gleichzeitige

Therapie stattfinden. Die Selbsthilfearbeit

in unserer Gruppe sollte immer nur

als ergänzende Maßnahme stattfinden.

Wie ist die Gruppe organisiert?

Wie häufig finden die Treffen statt?

Die Gruppe besteht aktuell aus zwölf

Mitgliedern. Die in den Leitlinien empfohlene

Zahl von zwölf Teilnehmern

möchten wir nicht überschreiten. Da

aber nicht alle Mitglieder regelmäßig

teilnehmen können, würden wir noch

zwei bis drei Interessierte in die Gruppe

aufnehmen. Die Gruppentreffen sind

außer an den Vortragstagen jede Woche

und dauern maximal zwei Stunden. Die

Betroffenen raten, möglichst regelmäßig

zu den Abenden zu kommen, da wir

von Zeit zu Zeit ein Thema über mehrere

Abende hinweg besprechen und diskutieren.

Interessenten können sich bei

Wiese e. V. melden.

Kontakt

WIESE e. V.

Beratungsstelle für Selbsthilfegruppen

und Interessierte

Pferdemarkt 5

45127 Essen

Fon: 0201 20 76 76

Mail: selbsthilfe@wiesenetz.de

22 Gesund in Essen


Wie Krankenhäuser

selbsthilfefreundlich werden

„Expertenwissen aus Betroffenheit“, so beschreibt Antje Liesener, Leiterin der

Bundeskoordinationsstelle des Netzwerks Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung

im Gesundheitswesen, das besondere Wissen von Selbsthilfegruppen.

Denn in Selbsthilfegruppen kommen Menschen zusammen, die sich mit ähnlichen

Themen beschäftigen und die gemeinsame Interessen verfolgen. Für Kliniken wird

die Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen immer wichtiger.

Das Katholische Klinikum Essen hat bereits

erfolgreich zahlreiche Kooperationsbeziehungen

mit lokalen Selbsthilfegruppen

geknüpft, um den gemeinsamen

Erfahrungsaustausch über das Gesundwerden

und –bleiben in der Region zu

verbessern. Diese Bestrebungen wissen

die Patienten am Katholischen Klinikum

Essen zu schätzen: Sie erhalten für die

psychologische und soziale Seite ihrer Erkrankung

eine weiterführende Hilfestellung

und bekommen von den ärztlichen

und pflegerischen Mitarbeitern wertvolle

Empfehlungen für die Nachsorge und

Therapie außerhalb der Klinik.

Ein „selbsthilfefreundliches“ Krankenhaus

zeichnet sich dadurch aus, dass es den

Kontakt zwischen Patienten und Selbsthilfegruppen

fördert, Selbsthilfegruppen

aktiv in ihrer Arbeit unterstützt und die

eigenen Behandlungsmethoden um die

Erkenntnisse und das Erfahrungswissen

aus der Selbsthilfe ergänzt. Inwieweit ein

Krankenhaus als „selbsthilfefreundlich“

einzustufen ist, überprüft das Berliner

Netzwerk „Selbsthilfefreundlichkeit und

Patientenorientierung im Gesundheitswesen“.

GesundinEssen sprach mit Antje

Liesener, Koordinatorin des Netzwerks,

darüber, was Krankenhäuser heute in der

Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen

leisten können und wie „Selbsthilfefreundlichkeit“

machbar ist.

Frau Liesener, was sind die Ziele und

Aufgaben Ihres Netzwerks? Und wie profitieren

Patienten davon?

Das Netzwerk wurde 2009 von Einrichtungen

und Organisationen gegründet,

die Forschungsarbeiten und Projekte

rund um das Thema Selbsthilfefreundlichkeit

durchgeführt hatten, und ihre

Ergebnisse und Erfahrungen in einem

gemeinsamen Verbund weiterführen

wollten. Gemeinsam wurde das Konzept

„Selbsthilfefreundlichkeit als Qualitätsmerkmal“

entwickelt, dass die

Netzwerkmitglieder in ihren jeweiligen

Arbeitszusammenhängen - Selbsthilfeorganisation,

Gesundheitseinrichtung oder

Selbsthilfekontaktstelle - als Partner

umsetzen. Seit 2013 führen wir diese Tätigkeiten

unter dem Dach des Deutschen

Paritätischen Gesamtverbands in Berlin

fort. Hier konnte das Netzwerk dank der

Förderung durch AOK, BARMER GEK,

BKK und Knappschaft eine Bundeskoordinationsstelle

einrichten, die bundesweit

interessierte Gesundheitseinrichtungen

und die Selbsthilfe zum Netzwerkkonzept

informiert und berät.

Wie ist das Netzwerk entstanden?

Mit dem Handlungsansatz „Selbsthilfefreundlichkeit“

können Krankenhäuser

und andere Gesundheitseinrichtungen

ihre Patientenorientierung zielgerichtet

fördern und ausbauen. Schritt für Schritt

leiten wir sie an, selbsthilfefreundliche

Strukturen in der Einrichtung zu schaffen,

damit die Zusammenarbeit mit den

ehrenamtlich Aktiven der Selbsthilfe

verbessert und erfolgreich gestaltet

werden kann. Oftmals entscheiden ja

bereits die knappen Ressourcen, ob eine

Zusammenarbeit zustande kommt und

gelingt – umso wichtiger sind dann klare

Zuständigkeiten und Absprachen. Ein

Beispiel: Die Zusammenarbeit zwischen

Kliniken und Selbsthilfegruppen kann

bereits vereinfacht werden, wenn es in

der Gesundheitseinrichtung einen eigenen

Ansprechpartner gibt, einen Selbsthilfebeauftragten,

der Türöffner für die

Selbsthilfegruppen im Haus ist, ihre Belange

und Präsenz im Haus unterstützt

und gemeinsam mit den Gruppen Ideen

für weitere Aktivitäten entwickelt.

Wie wichtig ist Selbsthilfe heute für Patienten

und Kliniken?

Heute ist allen Beteiligten klar, dass die

Selbsthilfe eine wichtige Rolle in der

Versorgung von Patienten spielt: Hier

finden Menschen nach der Diagnosestellung

Unterstützung und Information.

Gleichbetroffene kennen die immer

wieder auftauchenden Fragen, Ängste

und Schwierigkeiten, die im Zuge eines

Lebens mit Krankheit auftreten und haben

Verständnis auch für immer wieder

gleiche Fragen und Zweifel. Sie können

Mut und Hoffnung geben und gleichzeitig

praktische Tipps für den Alltag. Gleichzeitig

hat die Selbsthilfe aber mehr zu

bieten, als „nur“ die gegenseitige Unterstützung.

Viele Selbsthilfeaktive sind

bereit, ihr „Erfahrungswissen aus Betroffenheit“

auch mit den Fachkräften in der

Gesundheitsversorgung zu teilen um z. B.

Behandlungen zu verbessern und Anstöße

für eine bessere Versorgung von Patienten

zu geben. Selbsthilfefreundliche

Gesundheitseinrichtungen haben Interesse,

von eben diesem Erfahrungswissen

der Selbsthilfeaktiven für ihre eigene Arbeit

zu profitieren: Wie sollten Prozesse

im Behandlungsalltag laufen, damit Patienten

sich darin gut versorgt fühlen?

Welche Aspekte des Alltagslebens mit

der Erkrankung sollten auch in Therapien

Berücksichtigung finden? Wann und wie

sind Angehörige sinnvoll einzubinden?

Selbsthilfeaktive verfügen darüber hinaus

über viele Kontakte zu Mitpatienten

und können Kliniken und Ärzten daher

wertvolles Feedback über die Zufriedenheit

mit Behandlungen und Versorgung

geben und Anregungen, wo Verbesserungen

möglich wären. Dafür sind aber

Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung

notwendig. Mit der Einführung der

Selbsthilfefreundlichkeit signalisiert ein

Haus, dass es die Zusammenarbeit mit

der Selbsthilfe sucht und diese transparent,

vertrauensvoll und auf Augenhöhe

gestalten möchte – wir liefern das Handwerkszeug,

damit dies gelingt.

Lesen Sie das vollständige Interview auf

www.GesundInEssen.de/imGespraech

Kontakt

Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband

- Gesamtverband e. V. -

Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit

und Patientenorientierung

im Gesundheitswesen

Antje Liesener

Oranienburger Str. 13 - 14

10178 Berlin

Fon: 030 24636 339

Mail: selbsthilfefreundlichkeit@paritaet.org

www.selbsthilfefreundlichkeit.de

Gesund in Essen

23


© Valentina R. – Fotolia.com

Etwa 40 Wochen

dauert es, bis sich

aus einer winzigen

Eizelle ein fertiger

kleiner Mensch entwickelt

hat. Wertvolle Zeit für Mutter

und Kind, sich miteinander vertraut

zu machen und auf den großen Tag

vorzubereiten. Im dritten Teil unserer

Serie über die Geburtshilfe am Marienhospital

Altenessen beschreiben

Chefarzt Dr. Martin Schütte und die

Stellvertretende Leitende Ärztin Dr.

Justine Speth, wie die Entwicklung

des Ungeborenen ab dem 7. Monat

bis zur Geburt verläuft.

In freudiger Erwartung

Letzte Vorbereitungen

auf den Start ins Leben

öchste Zeit für

Geburtsvorbereitung

Nach den aufregenden ersten zwölf Wochen

und dem vergleichsweise entspannten

zweiten Schwangerschaftsabschnitt

vom 4.– 6. Monat beginnt mit der 28.

Woche das letzte Drittel der Schwangerschaft.

Ab jetzt geht es buchstäblich

rund: Höchste Zeit für die werdenden Eltern,

einen Geburtsvorbereitungskurs zu

besuchen und zu entscheiden, wo und auf

welche Weise die Geburt stattfinden soll.

„Nicht einmal fünf Prozent der Babys

halten sich an den exakten Terminplan“,

sagt Dr. Schütte, Chefarzt der Klinik für

Gynäkologie und Geburtshilfe. „Die Mehrzahl

der Kinder kommt im Zeitraum zwei

Wochen vor oder nach dem errechneten

Geburtstermin zur Welt.“

Geburtsposition

Zwischen der 28. und 32. Woche ist der

grundlegende Aufbau des Gehirns abgeschlossen.

Der Fötus kann jetzt die Augen

öffnen und sammelt Fettreserven an, die

ihm nach der Geburt helfen, seine Körpertemperatur

zu regulieren. Spätestens

in der 35. Woche drehen sich die meisten

Föten mit dem Kopf nach unten in ihre

Geburtsposition. Kinder, die jetzt auf die

Welt kommen, zählen noch zu den späten

Frühchen und brauchen eventuell eine

Atemhilfe. „Auf unserer Entbindungsstation

hält sich rund um die Uhr ein qualifiziertes

Team aus Ärzten/Ärztinnen,

Hebammen und Pflegekräften bereit, das

auf alle Fälle bestens vorbereitet ist“, erklärt

Dr. Schütte. „Darüber hinaus steht

ein Kinderintensivmediziner der Universitätsklinik

Essen unter Rufbereitschaft

zur Verfügung, um im Ernstfall eingreifen

zu können.“

Und wie geht’s der Mama?

Die Mutter hat etwa zehn bis zwölf Kilogramm

zusätzliches Gewicht mit sich

herumzutragen und kämpft des Öfteren

mit Kurzatmigkeit, Rückenschmerzen

oder Schlaflosigkeit. Der Druck auf die

Blase führt zu häufigerem Harndrang.

Unterdessen „trainiert“ die Gebärmutter

für die Geburt, indem sie sich immer

mal wieder zusammenzieht. Die kurzen,

meist schmerzlosen Kontraktionen – sogenannte

„Übungswehen“ – halten die

Muskulatur elastisch. „Hochschwangere

sollten sich ohne schlechtes Gewissen

auszuruhen, wann immer es notwendig

und möglich ist“, rät Dr. Justine Speth,

Stellvertretende Leitende Ärztin der Klinik

für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Gespräche mit der Hebamme, der Ärztin

oder dem Arzt und der Austausch mit

anderen Schwangeren helfen, aufkommende

Ängste abzubauen und das Vertrauen

zu sich selbst zu stärken.

Vorsorgeuntersuchungen

schaffen Sicherheit

Ab der 32. Schwangerschaftswoche finden

die Vorsorgetermine vierzehntägig,

kurz vor der Geburt dann wöchentlich

statt. Zwischen der 29. und 32. Woche

steht die letzte der insgesamt drei Ultraschalluntersuchungen

an. „Falls sich

24 Gesund in Essen


Kreißsaalführungen

Jeweils um 18.30 Uhr zu den unten genannten

Terminen. Voranmeldungen sind

nicht erforderlich. Die Vorträge und anschließenden

Führungen sind kostenfrei.

Treffpunkt ist der Hörsaal des Kommunikations-

und Gesundheitszentrums im 6.

OG des Marienhospitals Altenessen.

05.06.2015

03.07.2015

07.08.2015

04.09.2015

02.10.2015

06.11.2015

04.12.2015

Auffälligkeiten zeigen, können zusätzliche

Screenings sinnvoll sein, um entsprechende

Vorsorgemaßnahmen treffen zu

können“, so Dr. Speth. Zum Vorsorgeprogramm

gehört außerdem ein Hepatitis-

B-Test in der 32. bis 36. Woche, um das

Baby bei Infektionsgefahr gegebenenfalls

direkt nach der Geburt zu impfen.

37. Woche:

Jetzt kann es jederzeit losgehen

© drubig-photo – Fotolia.com

Zum Ende des 9. Schwangerschaftsmonats

sind die sogenannte Lanugobehaarung

und Käseschmiere fast komplett

verschwunden, die Lungen ausgereift und

auch alle anderen Organe voll entwickelt.

Der Fötus misst durchschnittlich etwa 48

Zentimeter, wiegt ungefähr 2.950 Gramm

und ist mit allem Fähigkeiten ausgestattet,

die er für das Leben außerhalb des

Mutterleibes braucht. Die Geburt kann

jetzt jederzeit beginnen, aber auch noch

drei bis vier Wochen dauern. „Die letzte

Zeit der Schwangerschaft stellt die werdenden

Mütter – und natürlich Väter – oft

auf eine harte Geduldsprobe“, räumt Dr.

Schütte ein und beruhigt: „Manchmal

lassen sich die Kleinen reichlich Zeit,

Kreißsaalführungen

in russischer Sprache

20.05.2015

15.07.2015

06.09.2015

18.11.2015

„Checkliste Geburtstasche –

was nehme ich mit in die Klinik?“

Eine ausführliche Checkliste finden

werdende Mütter auf

www.gesundinessen.de

manchmal brauchen sie Unterstützung,

aber in den meisten Fällen kommen die

Kinder gesund und ohne Komplikationen

zur Welt.“

Dr. Martin Schütte

Kontakt:

Dr. Justine Speth

Katholisches Klinikum Essen

Marienhospital Altenessen

Dr. Martin Schütte, Leitender Arzt

Dr. Justine Speth,

Stellvertretende Leitende Ärztin

Hospitalstraße 24, 45329 Essen

Fon: 0201 6400 1851

Mail: gyn@kk-essen.de

Angebot für werdende

Mütter und Väter

Das Katholische Klinikum Essen bietet

ein umfassendes Angebot, um Sie auf die

Geburt Ihres Kindes und das Leben danach

vorzubereiten. Dazu gehören:

Hebammensprechstunde:

Einfühlsame Beratung, Betreuung,

Begleitung und Versorgung der Mütter

und ihrer Babys während Schwangerschaft,

Geburt, Wochenbett und Stillzeit

Geburtsvorbereitung für Paare:

Gezieltes Erleben von Schwangerschaft

und Geburt

Schwanger und fit:

Leichtes Training für Bauch- und Beckenbereich,

um die Muskulatur kräftig und

dehnfähig zu halten

Müttercafé:

Erfahrungsaustausch unter Frauen

Stillberatung:

Stillen kann man lernen: Beratung

durch eine Kinderkrankenschwester

Rückbildungsgymnastik:

Gezielte Dehn- und Entspannungsübungen

zur Rückbildung

Säuglingspflege Geschwisterkurs:

Das ältere Geschwisterchen wird

auf das neue Baby vorbereitet

Baby-Massage:

Emotionale Bindung zum Kind

Bewegungs- und Spielanregungen

für Eltern mit Babys:

Bewegungs- und Sinneserfahrungen

Gesund in Essen

25


TV

Programm

Patientenfernsehen des Katholischen Klinikums Essen

Montag Dienstag Mittwoch

20.15 Terminal

20.15 Little Miss Sunshine 20.15 About a Boy

6.00

KK Essen: News & Infofilm

KK Essen: News & Infofilm

KK Essen: News & Infofilm

KiK-TV, das Patientenfernsehen

des Katholischen

Klinikums

Essen, finden Sie in

allen Patientenzimmern

auf Programmplatz 1.

Die Sendungen gehen

oft fließend ineinander

über. Die Uhrzeiten sind

Richtwerte. Programmänderungen

vorbehalten.

Finanziert wird das

Patientenfernsehen

durch regionale Unternehmen,

die sich zwischen

den Sendungen

mit kurzen Filmen

präsentieren.

7.00

8.00

9.00

10.00

11.00

12.00

13.00

14.00

15.00

16.00

Bambus Superfaser der Natur

Akupunktur Alte Heilkunst im

Vormarsch

Florida Die geheimnisvolle Welt

der Seekühe

KK Essen: News & Infofilm

Geo 360° Churubamba:

Frauen am Ball · Das Frauenfußballteam

von Churubamba

Afrika Kilimandscharo · Die

herrliche Tierwelt rund um

den höchsten Berg Afrikas

Hab und Gut in aller Welt

Botswana

Was ist was Das alte Rom/

Bäume

KK Essen: News & Infofilm

Silver Girls Wer traut sich?

Abnehmen in Essen Der

Schwur / Abschied vom

Schlaraffenland

Vernäht und zugestrickt Himmel,

Gesäß und Nähgarn

Hab und Gut in aller Welt

Madagaskar

Als wären sie nicht von

dieser Welt Dokumentation über

Schleimpilze

Das Büro der Zukunft

Reportage

Gesundheit aus der Natur

Gesundheitsreportage

Die Alpen

Im Paradies der Alpenseen

KK Essen: News & Infofilm

Geo 360° Dagestan: Land

über den Wolken · Im nordkaukasischen

Dagestan liegt das

höchste Dorf Europas

Aldabra Die Arche Noah

der Riesenschildkröten

Hab und Gut in aller Welt

Brasilien

Was ist was Mumien/Die Erde

KK Essen: News & Infofilm

Silver Girls Neues Wohnen!

Abnehmen in Essen Balsam für

die Seele / Hochzeit und kein

Ende

Vernäht und zugestrickt Stricken,

stricken...

Hab und Gut in aller Welt

Marokko

Geo 360° Vagabunden

der Wüste Gobi

Cinque Terre Bedrohtes

Ökosystem

Homöopathie Das Geheimnis

der weißen Kügelchen

Die Alpen Der Steinadler ·

Beeindruckende Wildaufnahmen

des größten Raubvogels der Alpen

KK Essen: News & Infofilm

Geo 360° Das Dschungel-

Orchester · Urubichá, ein staubiges

Dorf in Südamerika, hat ein

Barock-Orchester

Belize Im Reich des Jaguars ·

In dem kleinen Staat Belize gibt es

noch heute verborgene Schätze

Hab und Gut in aller Welt

Bulgarien

Was ist was Ritter und Burgen/

Mond und Kosmos

KK Essen: News & Infofilm

Silver Girls Besser wohnen!

Abnehmen in Essen Die zweite

Chance / Arabische Maße

Vernäht und zugestrickt

Linientreu

Hab und Gut in aller Welt Papua-

Neuguinea

Geo 360° Traumberuf Schäfer ·

Herden an den Gipfeln der

Pyrenäen

17.00

18.00

19.00

KK Essen: News & Infofilm

Olivenöl Kostbar, delikat, gesund

Slow Food

Ernährungsreportage

Leben mit Diabetes Die Diagnose

Die Spurensucher Soldaten

und die Kunst

KK Essen: News & Infofilm

Krebs Hoffnung durch Forschung

Mythos Fleisch

Ernährungsreportage

Leben mit Diabetes Ernährung

Die Spurensucher Das

vertauschte Kind

KK Essen: News & Infofilm

Die Brille Scharf und hautnah

Muntermacher Vitamin C & Co

Leben mit Diabetes Bewegung

Die Spurensucher Die geheimnisvolle

Geliebte

KK Essen: News & Infofilm

KK Essen: News & Infofilm

KK Essen: News & Infofilm

20.15

21.00

22.00

23.00

Terminal Bewegende Komödie

über einen osteuropäischen

Emigranten, der jahrelang ohne

Papiere an einem Flughafen-

Terminal in den USA festsitzt.

Wenn die Elefanten fliehen

Tierdokumentation

Die Spurensucher

Dichtung und Wahrheit

Little Miss Sunshine Der satirische

und gleichzeitig sehr

menschliche Film präsentiert mit

den Hoovers eine der liebenswert

zerrüttetsten Familien der jüngeren

Filmgeschichte.

Globale Erwärmung Menschen

kämpfen gegen die Erderwärmung

Die Spurensucher

Missionare und Agenten

About a Boy Überragende Verfilmung

des Nick Hornby-Romans,

in dem ein egoistischer Mittdreißiger

Freundschaft mit einem

Zwölfjährigen schließt.

Soweit die Flügel tragen

Tierdokumentation

Die Spurensucher

Der Traum von Afrika

26 Gesund in Essen


Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

20.15 Alles auf Zucker 20.15 Walk the Line 20.15 Mitten ins Herz –

Ein Song für Dich

20.15 About Schmidt

KK Essen: News & Infofilm

KK Essen: News & Infofilm

KK Essen: News & Infofilm

KK Essen: News & Infofilm

Baumwolle Die Herausforderung

des weißen Goldes

Kampf dem Krebs

Gesundheitsreportage

Belize Im Reich des Jaguars ·

In dem kleinen Staat Belize gibt es

noch heute verborgene Schätze

Kokos-Palme Der Baum des

Lebens

Die Kardiologen

Gesundheitsreportage

British Columbia Im Reich der

Riesenkraken

Burnout als Chance

Gesundheitsreportage

Tiere helfen heilen

Gesundheitsreportage

Aldabra Die Arche Noah

der Riesenschildkröten

Volkskrankheit Herzinfarkt

Gesundheitsreportage

Albinos

Gesundheitsreportage

Afrika Kilimandscharo · Die

herrliche Tierwelt rund um

den höchten Berg Afrikas

KK Essen: News & Infofilm

Geo 360° Die schwimmenden

Dörfer der Ha Long Bucht ·

Wassernomanden in der La Hong

Bucht in Vietnam

British Columbia Im Reich der

Riesenkraken

Hab und Gut in aller Welt

Chile

Was ist was Bäume/Vulkane

KK Essen: News & Infofilm

Geo 360° Die Teebahn von

Darjeeling · seit über 100 Jahren

kämpft sich eine Dampflok die

steilen Berge des Himalaya hinauf

Die Alpen Der Steinadler ·

Beeindruckende Wildaufnahmen

des größten Raubvogels der Alpen

Hab und Gut in aller Welt

Flüchtlinge in Uganda

Was ist was Die Erde/

Das alte Rom

KK Essen: News & Infofilm

Geo 360° Traumberuf Schäfer:

Herden an den Gipfeln der

Pyrenäen

Die Alpen Im Paradies der

Alpenseen

Hab und Gut in aller Welt

Guatemala

Was ist was Mond und Kosmos/

Mumien

KK Essen: News & Infofilm

Geo 360° Vagabunden der

Wüste Gobi · Sarangerel

und Badbold ziehen mit ihren

Herden durch die Wüste

Florida Die geheimnisvolle

Flusswelt der Seekühe

Hab und Gut in aller Welt

Haiti

Was ist was Vulkane/ Ritter

und Burgen

KK Essen: News & Infofilm

Silver Girls Dicke Luft!

Abnehmen in Essen Eine Kugel

zuviel / Zunehmen in Detroit

Vernäht und zugestrickt

Der Chef

Hab und Gut in aller Welt

Russland

Geo 360° Churubamba:

Frauen am Ball · Das Frauenfußballteam

von Churubamba

KK Essen: News & Infofilm

Silver Girls Gemeinsam o. einsam?

Abnehmen in Essen Milchschnitten-Alarm

/ Alles in Butter?

Vernäht und zugestrickt

Ein heißes Eisen

Hab und Gut in aller Welt USA

Geo 360° Dagestan: Land

über den Wolken · Im nordkaukasischen

Dagestan liegt das

höchste Dorf Europas

KK Essen: News & Infofilm

Hab und Gut in aller Welt

Portugal

Microfinance Kredite für die

Armen

Vernäht und zugestrickt

Abgeknöpft

Tobias Bartel - Mnemotechnik

Gedächtnistrainer Tobias Bartel in

einem unterhaltsamen Vortrag

über Mnemotechniken

KK Essen: News & Infofilm

Hab und Gut in aller Welt

Samoa

Bogenschießen Flug des Pfeils

Seepferdchen Kurzfilm

Als wären sie nicht von dieser

Welt Dokumentation über

Schleimpilze

Königin für einen Sommer

Dokumentation

KK Essen: News & Infofilm

Chronische Schmerzen Reportage

Wieviel Eiweiß braucht der

Mensch?

Leben mit Diabetes Blutzucker

Die Spurensucher Die Insel

der Ahnen

KK Essen: News & Infofilm

Die Herzchirurgen Reportage

Gute Fette, böse Fette

Ernährungsreportage

Leben mit Diabetes Insulin

Die Spurensucher Der Traum

von Afrika

KK Essen: News & Infofilm

Rot Lachen Krankenhausclowns

Augenprothetik Künstliche Augen

aus Glas

Leben mit Diabetes Die Folgen

Die Spurensucher Missionare

und Agenten

KK Essen: News & Infofilm

Milch ist gesund, oder doch nicht?

Klonen Die zweite Chance

Leben mit Diabetes im Alltag

Die Spurensucher Dichtung

und Wahrheit

KK Essen: News & Infofilm

KK Essen: News & Infofilm

KK Essen: News & Infofilm

KK Essen: News & Infofilm

Alles auf Zucker Jakob Zuckermann

ein Jude? „Mit dem Club

habe ich nchts zu tun“, verkündet

Jaecky Zucker voller inbrust.

Doch da irrt er sich.

90 Jahre Plus Eine Dokumentation

über vier Hochbetagte.

Die Spurensucher

Die geheimnisvolle Geliebte

Walk the Line Ein bewegender

Film über den jungen Johnny

Cash – den „Man in Black“, der

die Musikszene revolutionierte

und zur Ikone ganzer Generationen

wurde.

Die wunderbare Welt der Pilze

Überraschende Einblicke

Die Spurensucher

Die Insel der Ahnen

Mitten ins Herz Ein Song für dich ·

Charmante, mit Hugh Grant und

Drew Barrymore ideal besetzte

romantische Komödie über das

Comback eines Popidols.

Das Schaf Wolle, Fleisch und

Landschaftspflege

Kamele Phänomenale Nutztiere

Die Spurensucher

Das vertauschte Kind

About Schmidt Road-Movie

und geniale One-Man-Show

von Jack Nicholson, der sich

als pensionierter Versicherungsaktuar

auf eine missionarische

Reise begibt.

Ziegen Meckerer, die man liebt

Unser täglich Brot Reportage

Die Spurensucher

Soldaten und die Kunst

Gesund in Essen

27


Ein Schlaganfall – und mit einem

Mal ändert sich alles. Schlagartig

setzen bestimmte Hirnfunktionen

aus, Lähmungen, Sprachstörungen

und Kopfschmerzen machen sich

bemerkbar. Obwohl einige Schlaganfall-Patienten

bereits nach wenigen

Tagen wieder genesen sind, verläuft

die Erkrankung in anderen Fällen

schwerer: Das Sprachvermögen ist

gestört, und Patienten haben dauerhaft

mit Lähmungen zu kämpfen, die

einer intensiven Therapie bedürfen.

Die neurologische Reha am Katholischen

Klinikum Essen unterstützt

Betroffene bei ihrem Weg zurück in

den Alltag.

Förderpflege nach einem Schlaganfall:

Die neurologische Reha

chlaganfall-Spezialstation

Pflege hilft: Zurück ins Leben

mit neurologischer Rehabilitation

Die erste, akute Behandlung von

Patienten mit Symptomen eines Schlaganfalls

erfolgt auf der Schlaganfall-

Spezialstation, der Stroke Unit (engl.

Stroke = Schlag) in der Klinik für Neurologie

und Klinische Neurophysiologie am

Philippusstift. Die Stroke Unit des Katholischen

Klinikums Essen wurde von der

Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft

zertifiziert: Für Patienten die Garantie,

dass höchste medizinische Standards

erfüllt werden. Ärzte und Pflegepersonal

überwachen die Schlaganfallpatienten

hier rund um die Uhr. „Wir untersuchen

unsere Patienten mehrfach täglich auf

Funktionsstörungen, machen Bilder

Schon in der Akutstation des Katholischen Klinikums Essen wird mit ersten

krankengymnastischen, logopädischen und ergotherapeutischen Übungen begonnen.

Diese Übungen werden später in Einrichtungen wie der Essener Reha-

Theaterpassage ambulant fortgesetzt. Dort sorgen spezialisierte Pflegekräfte

des Neurologischen Therapiezentrums „NETZ“ dafür, dass Schlaganfall-Patienten

auch nach ihrem Klinikaufenthalt ganztägig optimal betreut sind. NETZ

umfasst sechs Abteilungen:

• Logopädie (Sprachtherapie)

• Neuropsychologie (Auswirkungen der Psyche auf den Körper)

• Ergotherapie (Handlungen zur Selbstversorgung)

• Physiotherapie (Krankengymnastik)

• unterschiedliche Komplementärmethoden (ergänzende Methoden)

• und die ambulante orthopädische Rehabilitation.

Spezialisten aus allen diesen Bereichen arbeiten gemeinsam daran, dass

Schlaganfall-Patienten schnell wieder in den Alltag zurückfinden. So wird zum

Beispiel die Beweglichkeit gelähmter Gliedmaßen wiederhergestellt und das

Sprechen wie auch Verstehen von Sprache geübt.

vom Gehirn und den Blutgefäßen“, sagt

Priv.-Doz. Dr. Horst Gerhard, Chefarzt

der Klinik für Neurologie und Klinische

Neurophysiologie. „Die Stroke Unit und

unsere neurologische Reha liegen schon

räumlich nah beieinander. Das bedeutet,

dass die sogenannte Frührehabilitation

bereits an dem Tag beginnt, an dem die

Patienten eingeliefert werden.“ Eine frühe

Therapie erhöht die Regenerationschancen

deutlich (s. dazu auch unser

Interview mit Dr. Gerhard).

Frühzeitige Rehabilitation

Viele spätere Komplikationen lassen

sich durch frühzeitige Krankengymnastik,

Sprach- und Ergotherapie vermeiden.

Dr. Gerhard spricht deshalb von einer

erweiterten Stroke Unit: „Bei schwer

betroffenen Schlaganfallpatienten mit

ausgedehnter Halbseitenlähmung oder

Schluckstörungen hat sich die frühzeitige

Rehabilitation besonders bewährt“,

sagt der Facharzt für Neurologie. Generell

gilt: Je schneller und gezielter mit

der sogenannten Förderpflege in Form

der Neurorehabilitation begonnen wird,

desto größer ist die Wahrscheinlichkeit,

dass keine oder wenige Schäden zurückbleiben.

Weniger Folgeschäden heißt

auch: Weniger Pflegebedürftigkeit und

im Idealfall die vollständige Rückkehr in

einen normalen Alltag.

28 Gesund in Essen


Fragen an Priv.-Doz. Dr. Horst Gerhard, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie,

Physikalische und Rehabilitative Medizin, Neurologische Intensivmedizin,

Geriatrie, Rehabilitationswesen, Physikalische Therapie; Chefarzt der Klinik

für Neurologie und Klinische Neurophysiologie am Philippusstift des

Katholischen Klinikums Essen

Herr Dr. Gerhard, wie gestaltet sich für

Schlaganfallpatienten der Weg zurück

ins Leben?

Sobald die Ursache des Schlaganfalls

feststeht, beginnen wir mit der Therapie,

die von einem erfahrenen Team aus

Physiotherapeuten, Ergotherapeuten,

Sprachtherapeuten, Neuropsychologen

und Pflegekräften durchgeführt wird.

Sie alle erarbeiten mit dem Patienten

einen persönlichen Rehabilitationsplan.

Vereinfacht gesagt geht es dann darum,

jedem Patienten kurzfristig erreichbare

Ziele zu setzen. Das kann eine Armbewegung

sein, die wieder eigenständig

ausgeführt wird, oder eine bestimmte

Anzahl von Schritten, die der Patient auf

dem Klinikflur absolviert. Gemeinsam

mit dem Patienten sammeln wir Erfolgserlebnisse.

Wie kann der Patient an der Therapie

mitwirken?

Neurologische Rehabilitation ist intensive

Arbeit, ganz besonders für den Patienten

selbst. Bei Sprachstörungen zum Beispiel

muss intensiv mindestens acht Stunden

pro Woche geübt werden. Wenn wir alle

– der Patient, das Team aus Ärzten und

Therapeuten und die Angehörigen – ge-

meinsam an einem Strang ziehen, gibt es

meist schnell greifbare Erfolge.

Kontakt

Katholisches Klinikum Essen

Philippusstift

Priv.-Doz. Dr. Horst Gerhard

Leitender Arzt

Klinik für Neurologie und

Klinische Neurophysiologie

Hülsmannstraße 17

45355 Essen

Fon: 0201 6400 3350

Mail: neurologie@kk-essen.de

Interview mit Dr. Michael Brinkmeier,

Vorstandsvorsitzender der Stiftung

Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Der FAST-Test

Mit dem FAST-Test lässt sich innerhalb

einer Minute feststellen, ob Betroffene

ins Krankenhaus müssen.

Herr Dr. Brinkmeier, worin besteht die

Arbeit der Stiftung?

Unser Ziel ist es, so viele Schlaganfälle

wie möglich zu verhindern und den Betroffenen

und ihren Angehörigen eine

bestmögliche Versorgung zu ermöglichen.

Wir klären auf in Kampagnen, bei Veranstaltungen

und Messen oder in Betrieben.

Gemeinsam mit der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft

haben wir deutschlandweit

über 260 Stroke Units zertifiziert,

das sind Schlaganfall-Spezialstationen.

Aktuell etablieren wir Schlaganfall-Lotsen.

Sie sollen Patienten insbesondere in

der Nachsorge beraten und ihre Behandlung

koordinieren, weil hier doch viele

Patienten überfordert sind. Ergänzend

dazu haben wir begonnen, ehrenamtliche

Schlaganfall-Helfer auszubilden.

Wie können Sie Betroffenen helfen?

Wir informieren und beraten - durch Broschüren,

in unserem Internetportal und

telefonisch in unserem Service- und Beratungszentrum.

Gerne vermitteln wir Betroffenen

und Angehörigen auch eine der

rund 470 Selbsthilfegruppen aus unserem

Netzwerk. Darüber hinaus bieten wir verschiedene

Veranstaltungen mit Seminarcharakter.

Ein Beispiel ist der Erfahrungsaustausch

für jüngere Betroffene.

Was raten Sie Angehörigen von Schlaganfall-Patienten?

Der Schlaganfall trifft nie einen Menschen

allein. Patienten brauchen einen stärkenden,

motivierenden Rückhalt. Oft wird

aber die Beziehung durch die Folgen des

Schlaganfalls belastet, weil die Kommunikation

schwieriger wird oder Patienten sich

psychisch verändern. Vielen Angehörigen

hilft der Austausch mit Gleichgesinnten.

Lesen Sie das vollständige Interview auf

www.gesundinessen.de

Kontakt

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Carl-Miele-Str. 210

33311 Gütersloh

Fon: 05241 97700

Mail: info@schlaganfall-hilfe.de

www.schlaganfall-hilfe.de

Ich brauche...

Face (Gesicht):

Ist das Lächeln

einseitig verzogen?

Arms (Arme):

Ist die Person unfähig,

beide Arme zu heben?

Speech (Sprache):

Klingt die Sprache

verwaschen?

Time (Zeit):

Zeit ist Hirn! Trifft nur einer

dieser Punkte zu, wählen

Sie sofort den Notruf!

Teilen Sie dem Rettungsdienst

mit, dass Sie einen

Schlaganfall vermuten –

dieser prüft, in welche

Stroke Unit der Patient

eingeliefert werden kann.

Gesund in Essen

29


Seelsorge am Katholischen Klinikum Essen

Wir haben Zeit!

Krankheitszeiten sind oft Krisenzeiten für die Seele. Wir werden uns unserer Grenzen bewusst und stellen fest, dass es Wunden

gibt, die nicht einfach mit einem Medikament oder einem Verband zu heilen sind. Einige Krankheiten und Verletzungen brauchen

einen langen Genesungsprozess. Wenn die körperlichen Leiden unerträglich werden, führt uns so mancher seelische Schmerz

an den Rand der Belastbarkeit. Dann sehnen wir uns mehr denn je nach Hilfe und einer liebevollen Geste, einer helfenden Hand,

einem guten Wort und einem zugewandten Blick.

„In solchen Zeiten tut es gut, ein Gegenüber

zu haben. Jemanden, der vertrauensvoll

zuhört“, sagt Ralph Eberhard

Brachthäuser, Klinikpfarrer (DGfP) und

Krankenhausseelsorger am Marienhospital

Altenessen des Katholischen Klinikums

Essen. „Wenn Sie einen solchen

Menschen brauchen, sind wir als Seelsorgerinnen

und Seelsorger für Sie da,

unabhängig von Ihrer Konfession oder

Weltanschauung.“

Genesung und Geduld

Nach über 20 Jahren in der Pfarrseelsorge

und eigener Krankheitserfahrung

kam er vor drei Jahren zur Klinikseelsorge

und vor knapp zwei Jahren an das

Marienhospital Altenessen. Jeder Krankenhausseelsorger

entwickelt eigene

Schwerpunkte; für Pfarrer Brachthäuser

sind es vor allem die Onkologie und die

Intensivmedizin. Täglich geht er gezielt

auf Patienten zu, „um bei ihnen zu sein,

gemeinsam mit ihnen Ängste zu mindern

und Halt zu geben“, wie er sagt. „Ich bin

mir bewusst, nicht alle Menschen erreichen

zu können. Aber wir als Klinikseelsorger

bringen Zeit mit, haben kein

System im Nacken. Wenn Menschen in

Zeiten der Krankheit erleben: Da ist jemand

auch nur eine halbe Stunde bei mir

am Bett, ist in dieser Zeit nur für mich da,

dann ist diese Begegnung von großer Bedeutung“,

sagt er.

Selbstverständlich ist Ralph Eberhard

Brachthäuser wie alle Klinikseelsorger

an die Schweigepflicht gebunden. Ihm ist

es wichtig, dass der Patient das Gespräch

bestimmt. „Ich will nicht zuvorderst über

fromme Dinge reden. Oft erzählen mir

Patienten von ihren Gedanken und Gefühlen,

die sich aus der Krankheit ergeben,

von Lebenserfahrungen und Sorgen.

Das geht deutlich tiefer.“ Wenn Patienten

im Gespräch mit ihm oder auf Umwegen

zu Gott finden, reflektiert er gemeinsam

mit ihnen ihre und seine Beziehung zum

Glauben. Daraus entsteht oft eine besondere

Verbindung.

Eine besondere Verbindung

„Man muss sich selbst öffnen, um jemand

anderem helfen zu können“, sagt

Ralph Eberhard Brachthäuser. „Wenn das

Gegenüber Öffnung zulässt, ist das oft

eine Chance zu Wachstum und Veränderung.“

Dem engagierten Pfarrer zufolge

kann eine solch wertvolle Situation einzig

und allein in der persönlichen Begegnung

stattfinden. „Die Begrüßung mit der Hand

und das Gespräch von Angesicht zu Angesicht

sind unersetzlich“, sagt er.

Erfahrung und Glaube

Als „Kind des Ruhrgebiets mit tiefwestfälischen

Wurzeln“ hat ihn die freundlichkommunikative

Mentalität der Menschen

sichtbar geprägt. Spricht er über seine

Arbeit, ist er ehrlich, loyal und verbindlich.

Selbsterkenntnis ist für ihn Grundvoraussetzung

jeder seelsorglichen

Tätigkeit. Eine Zusatzqualifikation zum

Klinikseelsorger half ihm dabei, seine

eigenen Stärken und Schwächen noch

besser einschätzen zu können und in persönlichen

Gesprächen ein verlässlicher,

beruhigender Gesprächspartner zu sein.

Doch vor allem ist es sein Glaube, der es

ihm möglich macht, auch in schwierigen

Gesprächen und Krisen Mut und Hoffnung

zu schöpfen und zu spenden. „Und das ist

ein zutiefst christliches Anliegen“, sagt

er. Denn das Religiöse beginnt für Ralph

Eberhard Brachthäuser nicht erst da, wo

man über den Glauben spricht, sondern

in den Momenten, in denen man für den

Anderen da ist.

Pastor Ralph Eberhard Brachthäuser

in der Krankenhauskapelle des

Marienhospitals Altenessen

Kontakt

Katholisches Klinikum Essen

Marienhospital Altenessen

Pastor Ralph Eberhard Brachthäuser

Kath. Klinikseelsorger

Fon: 0201 6400 1216

30 Gesund in Essen


Start der Patientenhochschule:

„Medizinische Wissenslücken schließen“

„Sie können beruhigt sein: Die Echokardiografie

zeigt eine normale systolische

linksventrikuläre Funktion.“ Dass ein

solcher Befund kein Grund zur Sorge ist,

wird die meisten Patienten freuen – bei

nicht wenigen allerdings auch Fragen

aufwerfen. Nicht selten herrscht Ratlosigkeit,

wenn es um ärztliche Diagnosen

und Therapien, aber auch um Arbeitsabläufe

in Kliniken und Krankenhäusern

geht. Diese Ratlosigkeit wollte man am

Katholischen Klinikum Essen nicht länger

hinnehmen und gründete deshalb

Anfang 2015 die Patientenhochschule.

Wissensdurst

„Wir möchten direkt auf die Bevölkerung

zugehen und den Wissensdurst der

Menschen bei medizinischen Fragestellungen

stillen“, sagt Oliver Gondolatsch,

Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des Katholischen

Klinikums Essen und Initiator

der in dieser Form deutschlandweit vermutlich

einzigartigen Bildungsinitiative.

Denn die Patientenhochschule ist mehr

als nur ein Vortragsprogramm: Der Zertifikatskurs,

der in Zusammenarbeit mit

der Steinbeis Universität Kupferdreh entwickelt

wurde, endet mit einer regulären

Prüfung und dem Abschluss „Der mündige

Patient“.

Kostenlos und offen für alle

Besondere Zugangsvoraussetzungen gibt

es nicht – anmelden kann sich jeder interessierte

Bürger, auch Patientenvertreter

oder Mitarbeiter im Gesundheits- und

Sozialwesen. „Studiengebühren erheben

wir nicht“, schmunzelt Oliver Gondolatsch:

Die Teilnahme und die anschließende

Prüfung sind kostenlos. Nach der

Immatrikulation unter www.gesundinessen.de/patientenhochschule

gibt es einen

„Studenten-Ausweis“ und eine Stempelkarte,

die nach jedem absolviertem

Vortrag gestempelt und vom Referenten

unterschrieben wird. Die Vorträge und

Vorlesungen werden von medizinischen

Experten des Katholischen Klinikums Essen

und anderer gesundheitlicher Organisation

abgehalten und finden größtenteils

an den drei Standorten des Katholischen

Klinikums Essen und an der Steinbeishochschule

in Kupferdreh statt.

Breitgefächerte Themen

Die Themen sind überaus breit gefächert

und umfassen praktisch alle Bereiche,

die für Patienten wichtig sind. Von „Neue

Techniken im Herzkatheterlabor“ über

Reanimationskurse bis hin zum Vortrag

„Selbsthilfegruppen – ein Weg zum mündigen

Patienten“. Das erworbene Wissen

soll den Teilnehmern helfen, besser mit

Ärzten, medizinischen Mitarbeitern sowie

auch Organisationen wie zum Beispiel

Krankenkassen zu kommunizieren. Die

referierenden Ärzte und medizinischen

Experten sehen die Aufklärungspflicht

natürlich weiterhin bei Ärzten, Pflegekräften

und Krankenkassen, sind von

dem ausgewogenen, inhaltlichen Konzept

trotzdem überzeugt: „Die Patientenhochschule

ist bestens geeignet, um

Wissenslücken bei Patienten zu schließen

und das allgemeine Verständnis des

Gesundheitswesens in Deutschland zu

verbessern“, sagt Priv.-Doz. Dr. Horst

Gerhard, Chefarzt der Klinik für Neurologie

und Klinische Neurophysiologie des

Katholischen Klinikums Essen und einer

der Referenten.

Zertifikat der Steinbeis Universität

Insgesamt müssen die Studenten 15

Pflicht-Vorlesungen besuchen (s. Schaubild),

bevor sie sich zur Prüfung anmelden

können. Die Prüfung besteht aus

einem schriftlichen Test; wer diesen erfolgreich

absolviert, erhält von der Steinbeis

Universität das Zertifikat „Mündiger

Patient“.

Erfolgreicher Start

Der erfolgreiche Start der Patientenhochschule

hat die Organisatoren überwältigt:

Schon vor dem Start im Januar gab es

weit über 200 Anmeldungen. „Das Interesse

ist riesig, was uns natürlich sehr

freut. Zurzeit führen wir eine Warteliste“,

sagt Oliver Gondolatsch und ermutigt

dennoch alle Interessierten, sich zu informieren

und anzumelden.

Und was hat es nun mit dem Befund

auf sich? Echokardiografie nennt man

die Untersuchung des Herzens mittels

Ultraschall: Die linke Herzkammer

(linksventrikulär) zeigt in der Anspannungsphase

(systolisch) eine normale

Arbeitsleistung.

Weitere Informationen und Anmeldung

unter: www.gesundinessen.de/

patientenhochschule

Prüfungstermin:

Dienstag, 8. September 2015,

18:00 Uhr in der Steinbeis-Hochschule

in Essen-Kupferdreh,

Prinz-Friedrich-Straße. 3, 45257 Essen

Zertifikatsübergabe:

Dienstag, 6. Oktober 2015

(Uhrzeit und Ortsangabe werden auf

www.gesundinessen.de bekannt gegeben).

Kontakt

Katholisches Klinikum Essen

Patientenhochschule

Oliver Gondolatsch

Leiter Marketing und Kommunikation,

Kfm. Leiter MVZ Essen-Nord-West

Hospitalstraße 24

45329 Essen

Fon: 0201 6400 1020

Mail: o.gondolatsch@kk-essen.de

Gesund in Essen

31


© contrastwerkstatt – Fotolia.com

Medizinisches

Versorgungszentrum

Essen-Nord-West:

Gesundheit

unter einem Dach

Facharzttermine vereinbaren: Für Maria Hardt (Name geändert) war dies jahrelang ein Graus.

Die Mutter von zwei Heranwachsenden musste regelmäßig für Untersuchungen ihrer

Darmbeschwerden, sportmedizinische Untersuchungen ihres Sohnes und für Allergietests

ihrer Tochter drei verschiedene Ärzte in unterschiedlichen Regionen Essens aufsuchen.

Das war mit einem hohen zeitlichen Aufwand verbunden. Seit die 48-Jährige von dem

Medizinischen Versorgungszentrum Essen-Nord-West erfahren hat, nimmt die Familie

eine Vielzahl ihrer Arzttermine dort war – und ist rundum versorgt an einem Nachmittag.

Vernetzung mit dem Klinikum

Es ist die Verbindung unterschiedlicher

medizinischer Bereiche unter einem

Dach, die ein Medizinisches Versorgungszentrum

(MVZ) ausmacht. Ein

MVZ ist ähnlich aufgebaut wie eine

Gemeinschaftspraxis. Patienten finden

dort verschiedene Fachärzte unter

einem Dach. Das macht nicht nur die

Absprache unterschiedlicher Termine

leichter. „Auch von der engen Anbindung

und der fachlichen Vernetzung mit

32 Gesund in Essen

dem Katholischen Klinikum Essen profitieren

unsere Patienten ganz stark“,

sagt Dr. Jörg Schmeck, Ärztlicher Leiter

des MVZ Essen-Nord-West, das sich in

der Hülsmannstraße 17, direkt auf dem

Gelände des Philippusstifts, im Haus F,

befindet.

Doppeluntersuchungen vermeiden

Kurze Wege, schneller Informationsfluss

von Arzt zu Arzt: Im MVZ Essen-

Nord-West wird eng mit ärztlichen

Experten für Magen- und Darmerkrankungen,

Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen,

Diabetes (jugendliche

Diabetes und Altersdiabetes) und

Schilddrüsenerkrankungen zusammengearbeitet.

Auch werden Atemregulationsstörungen

wie das Schlaf-Apnoe-Syndrom

diagnostiziert, Allergien

getestet und sportmedizinische Untersuchungen

ebenso wie Reiseimpfungen

durchgeführt. „Durch die Vernetzung

der einzelnen Disziplinen vermeiden


Fragen an Dr. Jörg Schmeck,

Facharzt für Innere Medizin, Sportmedizin,

Diabetologe DDG und Ärztlicher Leiter

des Medizinischen Versorgungszentrums

Essen-Nord-West

Herr Dr. Schmeck, das MVZ Essen-

Nord-West ist aus Ihrer Fachpraxis für

Innere Medizin hervorgegangen. Gehört

Diabetes seit jeher zu Ihren Behandlungsschwerpunkten?

Schon in meiner Praxis habe ich Diabetes

diagnostiziert und behandelt. Diabetes

gehört zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen.

Am häufigsten

sind Diabetes Typ 1 und 2. Daher nimmt

die Behandlung und Betreuung von Diabetespatienten

in der Inneren Medizin

breiten Raum ein. Dass die Diabetologie

zu den Schwerpunkten im MVZ gehört,

ist für die vielen Diabetes-Patienten

im Raum Essen eine große Erleichterung.

Wir bieten sämtliche Insulinbehandlungen

und -beratungen an. Diese

werden entsprechend der Leitlinien der

Deutschen Diabetes Gesellschaft, kurz:

DDG, umgesetzt.

Zu dem Leistungsspektrum des MVZ gehört

auch die Humangenetik. Was verbirgt

sich dahinter?

In der Humangenetik geht es um das

Erbgut des Menschen. Das heißt, wir

beraten Patienten im Hinblick auf ihre

eigene, genetisch bedingte Gesundheit

sowie auch hinsichtlich der Risiken, die

gegebenenfalls bei zukünftigen Kindern

bestehen. Wir können die Neigung

zu bestimmten Erkrankungen bereits

vor dem Ausbruch erkennen und somit

frühzeitig vorbeugende oder mildernde

Maßnahmen ergreifen.

Kontakt

Medizinisches Versorgungszentrum

Essen-Nord-West

Dr. Dipl.-Ing. Jörg Schmeck

Leitender Arzt

Hülsmannstraße 17

45355 Essen-Borbeck

Fon: 0201 6400 5000 / 5001

Mail: info@mvz-enw.de

wir Doppeluntersuchungen, können

schneller diagnostizieren und erreichen

einen rascheren Therapiebeginn“, sagt

Dr. Schmeck. Konkret bedeutet dies,

dass umständliche Überweisungsvorgänge

verkürzt oder häufig ganz vermieden

werden.

Überweisung in die Klinik

Medizinische Versorgungszentren arbeiten

ambulant, das heißt, Patienten

sind nur für die Dauer der Behandlung

beim Arzt und nicht für einen längeren

Zeitraum. Stellt sich nach einer Untersuchung

heraus, dass ein Klinik-Aufenthalt

notwendig ist, sind die Patienten

dank der hervorragenden Zusammenarbeit

mit dem Katholischen Klinikum

Essen auch im stationären Bereich bestens

aufgehoben.

Einfach loslaufen…

Besser nicht ohne ärztlichen Rat!

Menschen, die nach einer langjährigen

Pause den Neu- oder Wiedereinstieg in

den Sport planen, können sich – ebenso

wie sportlich Aktive – im MVZ Essen-

Nord-West sportmedizinisch untersuchen

und beraten lassen. Dabei werden

Herz, Kreislauf und Bewegungsapparat

einem eingehenden Check unterzogen.

Anschließend gibt es eine persönliche

Empfehlung für sportliche Aktivitäten.

Ziel ist es, gesundheitliche Risiken zu

vermeiden.

Beim Impfen ist ‚last minute‘

nicht möglich

Auch vor einer längeren Reise ist ein

Besuch im MVZ Essen-Nord-West empfehlenswert.

Damit Reisefieber die einzige

„Erkrankung“ im Urlaub bleibt,

erhalten Reiselustige im MVZ entsprechende

Schutzimpfungen. Je nach Reiseland

werden bestimmte Impfungen

empfohlen oder sogar vorgeschrieben.

Vor allem in tropischen und subtropischen

Gebieten gibt es eine Reihe von

Infektionskrankheiten wie Hepatitis A,

Medizinische Schwerpunkte

des MVZ Essen-Nord-West

Typhus, Cholera und Magen-Darm-Infekte,

deren Erreger durch Nahrung

und Trinkwasser übertragen werden

können. Wichtig: Direkt vor einer Reise

schützt eine Impfung in der Regel nicht

mehr. Eine Ausnahme ist die Impfung

gegen Hepatitis A, die auch für Kurzentschlossene

in Betracht kommt. Aus diesem

Grund gehören Schutzimpfungen

grundsätzlich zu einer frühzeitigen

Reiseplanung, die mindestens fünf bis

sechs Wochen vor Reisebeginn starten

sollte.

• Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes,

der Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse

• Diagnostik und Therapie von Diabetes und der Begleit- und

Folgeerkrankungen

• Diagnostik und Therapie von Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen

• Diagnostik und Therapie von Schilddrüsen-Erkrankungen

• Diagnostik der Schlafapnoe

• Röntgen

• Sportmedizin

• Allergietestung und Hyposensibilisierung

• Reisemedizin und reisemedizinische Beratung

• Herzschrittmacherkontrollen

• Gelbfieberimpfstelle

Gesund in Essen

33


Sie sind herzlich willkommen!

Veranstaltungen

2. Familienfest

Samstag, 9. Mai 2015, 10:30 - 15:00 Uhr,

Marienhospital Altenessen

11. Gefäßtag

Samstag, 26. September 2015,

Marienhospital Altenessen

10-jähriges Jubiläum der Tagesklinik

Mittwoch, 13. Mai 2015,

Tagesklinik, Flurstraße 191, 45355 Essen

Brunnenfest in Stoppenberg

Samstag, 30. Mai und Sonntag, 31. Mai 2015,

Brunnenplatz; das KKE ist dort mit einem Stand vertreten

Weitere Veranstaltungshinweise finden Sie

auf Seite 19 in diesem Heft.

Regelmäßige Termine

Müttercafé am Marienhospital Altenessen

Jeder zweite Mittwoch im Monat, 15:00 und 16:30 Uhr,

Station A 4.2 – Patientenlounge Marienhospital

Kreißsaalführung

Erster Freitag im Monat, 18:30 Uhr,

Treffpunkt Hörsaal Marienhospital Altenessen

Kreißsaalführung in russischer Sprache

Mittwoch, 20. Mai und 15. Juli 2015,

Treffpunkt Pforte oder Kreißsaal

Marienhospital Altenessen

Selbsthilfegruppen

Marienhospital Altenessen:

Selbsthilfegruppe bei Depressionen für Frauen

14-tägig mittwochs, 18:00 Uhr

Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depressionen

mittwochs, 18:00 Uhr

Selbsthilfegruppe Lupus Erythematodes

Termine auf Anfrage

Philippusstift:

Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depressionen

dienstags 17:30 Uhr, 14-tätig 19:00 Uhr und mittwochs 19:00 Uhr

Angehörigengruppe für psychisch Kranke in der Tagesklinik

Fon: 0201 6400 5363

Aphasiker-Zentrum NRW e. V., Fon: 0201 6099 422

Beratungsgruppe für Angehörige von neurologisch

erkrankten Patienten

Erster Mittwoch im Monat, 10:00 – 11:30 Uhr

im Aphasiker-Zentrum, Anmeldung unter 0201 6099 422

Selbsthilfegruppe Aphasiker und Angehörige

Jeden ersten und dritten Montag im Monat von 15:00 bis 16:30 Uhr

Selbsthilfegruppe für Aphasiker und Schlaganfallpatienten

jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat von 16:30 bis 18:00 Uhr

Anonyme Alkoholiker

montags, 19:30 Uhr

Aphasiker-Zentrum NRW e. V.:

Selbsthilfegruppe Aphasiker und Angehörige

Erster und dritter Montag im Monat, 15:00 Uhr

Selbsthilfegruppe für Aphasiker und Schlaganfallpatienten

Erster Mittwoch im Monat, 16:30 Uhr

Chor für Aphasiker und Angehörige

Zweiter und vierter Montag im Monat, 15:00 Uhr

Kontakt: Aphasiker-Zentrum, Fon: 0201 60 99 422

Informationen zu den Selbsthilfegruppen erhalten Sie

vom Katholischen Klinikum Essen.

Fon: 0201 6400-1022

Weitere Informationen zu den Terminen finden Sie online unter www.kk-essen.de,

auf unserem Gesundheitsportal sowie bei Facebook, Twitter und Google+ und YouTube.

www.youtube.com/KathKlinik

www.GesundInEssen.de

www.twitter.com/

KK_Essen

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katholischesklinikumessen

https://plus.google.com/

+Kk-essenDe/posts

34 Gesund in Essen


Fachkliniken / Leitende Ärzte

Katholisches Klinikum Essen

Philippusstift

Hülsmannstraße 17

45355 Essen

Fon: 0201 6400 1370

Fax: 0201 6400 1390

Mail: Info@kk-essen.de

Katholisches Klinikum Essen

Marienhospital Altenessen

Hospitalstraße 24

45329 Essen

Fon: 0201 6400 1310

Fax: 0201 6400 1330

Mail: Info@kk-essen.de

Katholisches Klinikum Essen

St. Vincenz Krankenhaus

Von-Bergmann-Straße 2

45141 Essen

Fon: 0201 6400 1340

Fax: 02016400 1452

Mail: Info@kk-essen.de

Fachkliniken/Leitende Ärzte

Priv.-Doz. Dr. Andreas Biedler

Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin

und Notfallmedizin

Prof. Dr. Birgit Hailer

Medizinische Klinik II

Innere Medizin, Kardiologie,

Angiologie, Rhythmologie

und Gastroenterologie

Priv.-Doz. Dr. Horst Gerhard

Klinik für Neurologie und

Klinische Neurophysiologie

Dr. Christoph Eicker

Dr. Peter Feldmann

Dr. Peter Kaivers

Chirurgische Klinik II

Orthopädie und Unfallchirurgie,

Hand- und Fußchirurgie

Prof. Dr. Cornelius Wurthmann

Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie

und Psychosomatische Medizin

Dr. Georg Bilitewski

Radiologische Klinik II

Klinik für Radiologie

Priv.-Doz. Dr. Olaf Guckelberger

Chirurgische Klinik I

Allgemein-, Viszeral- und

Gefäßchirurgie

Fachkliniken/Leitende Ärzte

Priv.-Doz. Dr. Andreas Biedler

Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin

und Notfallmedizin

Prof. Dr. Hans-Georg Krengel

Medizinische Klinik I

Gastroenterologie, Hepatologie

und Ernährungsmedizin

Dr. Martin Schütte

Klinik für Gynäkologie

und Geburtshilfe

Prof. Dr. Hans-Georg Krengel

Medizinische Klinik IV

Innere Medizin, Geriatrie

und Pulmonologie

Dr. Winfried Berger

Medizinische Klinik III

Hämatologie und Internistische

Onkologie

Dr. Tarek Azhari

Radiologische Klinik I

Klinik für Diagnostische und

Interventionelle Radiologie

Prof. Dr. Robert Wammack

Klinik für Urologie und

Neurourologie

Priv.-Doz. Dr. Olaf Guckelberger

Chirurgische Klinik I

Allgemein-, Viszeral- und

Gefäßchirurgie

Fachkliniken/Leitende Ärzte

Priv.-Doz. Dr. Andreas Biedler

Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin

und Notfallmedizin

Prof. Dr. Hans-Georg Krengel

Medizinische Klinik IV

Innere Medizin, Geriatrie

und Pulmonologie

Prof. Dr. Birgit Hailer

Medizinische Klinik II

Innere Medizin, Kardiologie,

Angiologie, Rhythmologie

und Gastroenterologie

Dr. Christoph Eicker

Dr. Peter Feldmann

Dr. Peter Kaivers

Chirurgische Klinik II

Orthopädie und Unfallchirurgie,

Hand- und Fußchirurgie

Dr. Tarek Azhari

Radiologische Klinik I

Klinik für Diagnostische und

Interventionelle Radiologie

Gesund in Essen

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PHILIPPUSSTIFT | MARIENHOSPITAL ALTENESSEN | ST. VINCENZ KRANKENHAUS

Ein Haus mit drei Herzen.

Ihr Weg zu uns

Unsere drei Krankenhäuser befinden sich im

Essener Norden und sind sowohl mit dem Auto

als auch mit Bus und Bahn sehr gut zu erreichen.

Für eine problemlose Anfahrt stehen Ihnen auf

unserer Website www.kk-essen.de Anfahrtskizzen,

Lagepläne, Routenplaner und weitere

Beschreibungen zur Verfügung.

Zertifizierungen

• Angehörigenfreundliche Intensivstation Philippusstift

• Chest Pain Unit Philippusstift

• Chest Pain Unit St. Vincenz Krankenhaus

• Deutsche Herniengesellschaft Hernienchirurgie

• Endoprothetikzentrum Philippusstift

• Endoprothetikzentrum St. Vincenz Krankenhaus

• Europäische Gesellschaft für Onkologie ESMO Zertifikat

• Gefäßzentrum

• Hypertoniezentrum

• Stroke Unit

• Traumazentrum Philippusstift

• Traumazentrum St. Vincenz Krankenhaus

• Uni Brustzentrum Essen

• Westdeutsches Magen-Darm-Zentrum

www.GesundInEssen.de

www.facebook.com/

katholischesklinikumessen

www.youtube.com/

KathKlinik

www.twitter.com/

KK_Essen

https://plus.google.com/

+Kk-essenDe/posts

Notfall

In medizinischen Notfällen wenden Sie sich bitte an die Integrierte

Leitstelle des Rettungsdienstes, die Sie telefonisch über 112 erreichen.

In weniger dringenden Fällen sowie bei Arbeits-, Sport- und Schulunfällen

stehen Ihnen rund um die Uhr die Notfall-Ambulanzen unserer Kliniken

zur Verfügung. Diese sind über unsere Standort-Zentralen zu erreichen

(siehe letzte Innenseite in diesem Heft).

Bei der Meldung eines Notfalls sollten

Sie unbedingt folgende fünf W beachten:

Wo ist der Notfall passiert?

Was ist passiert?

Wie viele Patienten oder Verletzte?

Welche Probleme oder Verletzungen?

Warten auf Rückfragen

36 Gesund in Essen

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