2016 CUMINAIVEL #9

cuminaivel

Nr. 9 | Freitag, 22. Januar 2016

///CUMINAIVEL

Informationsmagazin für alle eingesetzten Sicherheitskräfte am WEF 2016

/// www.cuminaivel.ch /// Hotline: 058 469 16 22 /// Mail: redaktion@cuminaivel.ch

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GUTES

BLATT,

MANN!

Bild: bw.


2 /// FREITAG, 22. JANUAR 2016 CUMINAIVEL

Dankesworte von

höchster Stelle

Am Mittwoch stattete Korpskommandant André Blattmann den Truppen am WEF

einen Besuch ab. Bei seinem Rundgang suchte der Chef der Armee das persönliche

Gespräch mit Soldaten und Kadern und dankte ihnen für ihren Einsatz. Gegenüber

«Cuminaivel» freute sich Blattmann über den hohen Leistungswillen.

«Darf ich bitte Ihren Ausweis sehen?»: Sdt Tobias Beeler kontrolliert KKdt André Blattmann.

Bild: bw.

ck. Wie fühlt es sich an, wenn der höchste

Vorgesetzte der Armee vor einem auftaucht

und Fragen zu Auftrag und Einsatzverhalten

im Alarmfall stellt? Am

Mittwochnachmittag hat Sdt Markus

Wyttenbach diese Erfahrung gemacht. Er

wird sie in positiver Erinnerung behalten.

Während seines Truppenbesuchs im Einsatzraum

des World Economic Forum

(WEF) kam Korpskommandant André

Blattmann auch bei Wyttenbachs Kontrollposten

vorbei. Der Durchdiener zeigte

keinerlei Anzeichen von Nervosität:

Mit klarer Stimme grüsste er den hohen

Gast, machte Gefechtsmeldung und gab

kompetent Auskunft über seinen Aufgabenbereich.

«Natürlich war die Begegnung

speziell. Ich verhielt mich einfach

so wie immer. Herzrasen hatte ich nicht»,

so Wyttenbach später zu «Cuminaivel».

Blattmann zeigte sich generell erfreut

über die Eindrücke, die er während seiner

mehrstündigen Visite rund um Davos gewann.

«Es wird gute Arbeit geleistet»,

hielt er gegenüber «Cuminaivel» fest. Er

achte jeweils darauf, ob die Kader Einfluss

nehmen und die Mannschaft den

Sinn des Auftrages verstanden habe.

Persönlich Dankesworte überbringen

In den direkten Gesprächen interessierte

sich der Chef der Armee (CdA) aber

nicht nur für militärische Belange, sondern

auch für die beruflichen und privaten

Hintergründe der Dienstleistenden.

Ihnen für ihr Engagement während des

WEF persönlich Dankesworte zu überbringen,

sei ihm ein grosses Anliegen.

Man müsse die Wichtigkeit betonen, die

hinter den vielseitigen Tätigkeiten der

Armee stünde, sagte Blattmann. «Wir

haben so viele Spezialisten hier auf Platz.

Man ist auf uns angewiesen. Man braucht

uns. Darum lohnt sich die Mühe, Leistung

zu erbringen. Jeder an seinem Platz

und in seiner Funktion». Abgeklärt wirkte

auch Soldat Tobias Beeler. Er leitete

die Zutrittskontrolle einer Flugabwehr-Station,

als sich der CdA bei ihm

anmeldete. «Dürfte ich bitte ihren Ausweis

sehen?», fragte Beeler und überprüfte,

ob es sich bei dem Offizier mit

den drei Sternen tatsächlich um den

Richtigen handelt. Anschliessend liess er

Blattmann eintreten. «Unsere Abklärungen

erfolgen unabhängig vom militärischen

Rang. Alles lief ganz normal ab»,

erklärte Beeler. Die Ernsthaftigkeit, welche

der junge Wehrmann an den Tag legte,

nahm der Armeechef zufrieden zur

Kenntnis. «Nach den Terroranschlägen

in Paris und andernorts in der Welt stelle

ich allgemein fest, dass Konzentration

und Bereitschaft bei den Armeeangehörigen

zugenommen haben», so Blattmann.


CUMINAIVEL FREITAG, 22. JANUAR 2016

/// 3

Der Schlaf der Ungerechten

Bild: bw.

Manche kochen Polenta, andere wiederum holzen ganze Wälder ab. Und daneben finden

die Kameraden keinen Schlaf. Was kann man gegen schnarchende Zimmergenossen tun?

«Cuminaivel» hat nachgefragt.

ks. Es scheint eine dieser richtig fiesen Ungerechtigkeiten zu

sein: Diejenigen, die sekundenschnell in Tiefschlaf verfallen

können, lassen alle anderen daran teilhaben. Es wird geröchelt,

geblubbert, geknattert, gesägt und gegrunzt, was das Zeug hält.

Und daneben starren die Kameraden ob der kakophonischen Belästigung

Löcher in die Decke. Wach bleiben nach Stunden auf

der Wache – das will keiner. Bevor es noch zu Handgreiflichkeiten

kommt, hat sich «Cuminaivel» diesem Thema angenommen.

Das sagt der Arzt

«Das Schnarchen tritt aufgrund einer Erschlaffung der Muskeln

im Schlund und durch das folgliche Flattern des Gaumensegels

auf», erklärt Prof. Dr. med. Malcolm Kohler, Direktor der

Klinik für Pneumologie des Universitätsspitals Zürich. «Hierbei

muss man unterscheiden zwischen dem einfach nur sozial

störenden, aber gesundheitlich harmlosen Schnarchen und der

weniger häufig auftretenden obstruktiven Schlaf-Apnoe. Diese

äussert sich durch Atempausen, was zu einer intermittierend

verringerten Sauerstoffversorgung des Körpers und zu Aufweckreaktionen

des Gehirns führt.» Als begünstigende Faktoren

für die nächtliche Atmungsstörung gelten Übergewicht,

Alkoholkonsum, Schlafmittel oder die Schlafrückenlage. Aber

was kann man gegen das Schnarchen tun? «Auf Alkohol verzichten

und/oder sich einen Tennisball hinten am Rücken ins

Pyjama stecken», so der Mediziner.

Das passiert in der Truppe

Fachof Hans Kaufmann kennt die Problematik nur zu gut: «Es

tönt in meinem Zimmer, als würde neben mir eine Flugabwehrkanone

Salven abfeuern. Dagegen hilft nur: Kopfhörer ins Ohr,

Musik an.» Sdt Massimo Solari hat die erste Nacht noch auf Ohrenstöpsel

verzichtet – und es bitter bereut: «Ich kann nur noch

mit Oropax schlafen, in meinem Zimmer schnarchen nämlich

gleich mehrere. Ich kann jedoch nicht ausschliessen, dass ich

nicht auch dazu gehöre.» Manchmal fliegen auch Kissen oder

schwerere Geschütze, um den Ruhestörer zu einer Änderung

seiner Schlaflage zu bringen. Aber bitte auch dann schön militärisch:

«Halt, oder ich schmeisse!»


4 /// FREITAG, 22. JANUAR 2016 CUMINAIVEL

In guardia tra elicotteri

e tempeste di neve

Veder partire e atterrare un elicottero è un’esperienza che non capita tutti i giorni.

Soprattutto se ciò avviene su prati o piste innevate. È vero, in questi casi si alzano

delle autentiche tempeste di neve, in mezzo alle quali svolgono un compito

cruciale i militari del battaglione di fanteria di montagna 30.

Occhi ancora più vigili

«La missione va assolta con serietà,

mantenendo un profilo neutro; occhio

agli scherzi dunque» conferma il sergente

Löhrer. Lo incontriamo insieme

ad altri sei militi del bat fant mont 30: è

il giorno inaugurale del WEF e ci informiamo

subito sulle raccomandazioni ricevute

per l’occasione. «È chiaro che

con l’inizio del forum abbiamo provveduto

ad alzare il livello di guardia» rileva

Löhrer. Ciò detto, lo incalza il soldato

Marvaj, «rispetto agli scorsi giorni qui

all’eliporto c’è meno movimento». Finito

il tempo delle esercitazioni, per i Superpuma

e gli Eurocopter impiegati è

infatti giunto il tempo del monitoraggio

aereo di Davos e del trasporto di personalità

civili e militari.

Atterraggio sicuro anche grazie alle guardie del battaglione di fanteria di montagna 30.

Foto: ms.

lm. È incredibile come a pochi metri di

distanza possano convivere contesti tanto

diversi. Prendete le due mamme e i

loro figlioletti che, tra risa e palle di

neve, attendono con serenità l’ascesa di

un Superpuma dall’eliporto di Coira. Oltre

a una fitta recinzione, a dividere i citati

civili e l’elicottero vi sono infatti i

militari ticinesi di guardia al perimetro

adibito all’atterraggio e al rifornimento.

Una squadra che 24 ore su 24 veglia acciocché

nell’area accedano solo persone

e veicoli autorizzati. Il compito del dispositivo

è triplice, ci spiega il primo

tenente Matthew Reali: «Si va dal checkpoint

all’entrata, al servizio di guardia

presso la centrale d’impiego dell’aviazione,

sino alla pattuglia interna ed

esterna del settore». Insomma, dall’altro

lato della strada a farla da padrona è la

concentrazione.

Questione di punti di vista

Resta che rispetto a un servizio di guardia

tradizionale – in caserma – quello

prestato durante l’attuale impiego effettivo

presenta un notevole incentivo: lo

spettacolo degli elicotteri, appunto.

Mezzi che in fase d’atterraggio sono in

grado di scatenare autentiche tempeste

di neve. «È vero – ammette il sergente

Löhrer – questo compito è più motivante:

il nostro apporto è davvero essenziale

ai fini della sicurezza dei mezzi e dei

piloti che transitano nel perimetro». Ma

non è tutto. «Il fattore elicotteri – aggiunge

l’appuntato capo Scacchi – incide

eccome. Non capita tutti i giorni di

vedere in azione un Superpuma». C’è

pero chi gradirebbe più fermento. «Credo

che in prossimità della zona calda, a

Davos, il compito di guardia alle opere

possa risulti anche più interessante» sottolinea

il soldato Bucciarelli. Questione

di punti di vista, quindi. Seppur in altura,

oltre a eventuali minacce esterne,

vanno altresì affrontate temperature più

rigide. E senza lo spettacolo degli elicotteri.


CUMINAIVEL FREITAG, 22. JANUAR 2016

/// 5

«Wir wollten

etwas verbessern»

Im letzten Jahr wurde in der Ter Reg 3 ein völlig neues Zutrittssystem

eingeführt Die AdA am WEF erhalten deshalb dieses Jahr erstmals einen

Plastikkartenausweis. Nötig waren dafür zig Stunden freiwilliger Arbeit,

viel technische Begeisterung und das nötige Know-how.

Ist stolz auf das neue Zutrittssystem: Fachof Andreas Wanner.

Bild: cb.

ac. Es macht Eindruck, wenn Fachof

Andreas Wanner vor einem Platz nimmt.

Grund dafür sind nicht etwa – wie sonst

üblich im Militär – dicke Balken am Kragen

oder Abzeichen auf der Uniform. Es

ist sein Aussehen, welches eher an einen

Rockstar erinnert, als an einen Offizier

der Schweizer Armee. Mit Tattoos bis

zum Hals und Piercings im ganzen Gesicht

zieht er die Blicke auf sich.

Über 100 Stunden freiwillige Arbeit

Wanner fällt in der Armee aber noch mit

mehr auf, als nur mit seiner äusseren Erscheinung.

Sein Engagement und sein

Enthusiasmus haben den 35-jährigen Informatiker

aus Regensdorf zu einer begehrten

Kraft werden lassen. Er investierte

freiwillig über 100 Stunden in die

Entwicklung eines neuen Badge-Zutrittssystem

für die Truppen. «Das frühere System

war veraltet und ungenügend», erklärt

Wanner. Das reichte, um beim IT-Security-Architekten

einer Bank den Pioniergeist

zu wecken. Im Büro oder nach Feierabend

brütete er an einer passenden

Lösung. Zusammen mit einer Sicherheitsfirma

und der armasuisse fand er sie. Als

Resultat wurden dieses Jahr am WEF

2000 Badges an die AdA des EVB verteilt.

«Damit wird nicht nur der Zugang zu

Grundstücken und Objekten geregelt. Wir

wissen auch immer, welcher AdA sich gerade

in welchem Gebäude befindet.»

Wanner ist stolz, wenn er über das neue

System spricht. «Wir wollten etwas verbessern.

Das ist gelungen.» Innerhalb von

nur vier Monaten sind unter seiner Regie

die Badges entwickelt worden. «Ich glaube

nicht, dass ich irgendwo sonst ein solches

Projekt in so kurzer Zeit hätte umsetzen

können.» Er habe davon profitiert,

dass er viel Know-how aus dem Beruf in

das Vorhaben einfliessen lassen konnte.

Bildschirme vom Nordpol

Noch leide das System an letzten Kinderkrankheiten,

sagt Wanner. Bildschirme,

auf denen beim Zutritt in ein Gebäude

ein Foto sowie wichtige persönliche

Angaben für die Wachen angezeigt werden,

geben beispielsweise bei zu kalten

Temperaturen den Geist auf. «Das ist im

Winter in den Bündner Bergen natürlich

ungünstig», lacht Wanner. Deshalb kommen

nun Bildschirme zum Einsatz, wie

sie sonst auf Frachtern am Nordpol verwendet

werden. Der bisherige Erfolg der

Badges ist die grösste Bestätigung für

Wanners Engagement. «Die Resonanz

ist super!» Bereits bestehe grosses Interesse,

das System auf die ganze Armee

auszuweiten und auszubauen. Andreas

Wanner würde dann wohl weitere Leute

mit mehr beeindrucken, als nur mit seinem

aussergewöhnlichen Rock-n-Roll-

Auftritt.


6 /// FREITAG, 22. JANUAR 2016 CUMINAIVEL

«Ich bitte Sie um einen

kräftigen Applaus!»

Am «Swiss Personalities Dinner» trafen sich auf Einladung von WEF-Gründer

Schwab 120 Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft. Der internationale

Charakter des WEF trat in den Hintergrund – Schweizerinnen und Schweizer waren

unter sich. Regierungspräsident Rathgeb dankte vor allem den Sicherheitskräften.

Regierungspräsident Dr. Christian Rathgeb verdankt vor Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik die Arbeit der Sicherheitskräfte.

Bild: rm.

dok. Auch als betont schweizerischer

Anlass, zu dem der WEF-CEO Alois

Zwinggi im Namen von WEF-Gründer

Klaus Schwab am Mittwochabend begrüsste,

gibt man sich nicht abge- oder

gar verschlossen. Den ersten Szenenapplaus

erntete der Bündner Regierungspräsident

Dr. Christian Rathgeb,

als er betonte, auch als eigentlicher

«Swissness-Abend» sei hier eben doch

zum «Swiss Personalities Dinner» und

nicht zum «Schweizer-Personal-Znacht»

geladen.

Zur Erfolgsgeschichte geworden

Um die lange Willkommensliste seines

Vorredners nicht zu wiederholen, begrüsste

Rathgeb alle – mit der besonderen

Erwähnung des Kapo-Kommandanten

und Gesamteinsatzleiters Walter

Schlegel und dem Chef der Armee,

Korpskommandant André Blattmann;

in diesem sicherheitsrelevanten Umfeld

seien diese Partner von besonderer

Wichtigkeit. Im Kanton seien es vor allem

Negativschlagzeilen gewesen, welche

medial die letzten Wochen und Monate

geprägt hätten. Ganz anders sieht es

aus beim WEF: Mit 50 Millionen Franken

Umsatz allein in Davos und einer

massiven Steigerung in den vergangenen

Jahren sei das WEF wirtschaftlich

eine Erfolgsgeschichte, so Rathgeb.

Nicht zuletzt dank dem WEF könne hier

in Davos erheblich investiert werden.

Jährlicher Ernstfalleinsatz

Neben dem wirtschaftlichen Wert sprach

Rathgeb auch von der Bedeutung des

WEF für die Arbeit der Sicherheitskräfte.

«Sie sind alle nach Davos gekommen,

Sie haben alle den Weg gefunden. Sie

haben Verkehrsstau und Sicherheitskontrollen

passiert». Es werde immer wieder

von der «Festung Davos» geschrieben.

Davos sei keine Festung. In Davos könne

man leben und Davos lebe auch während

dem WEF. Sicherheitsvorkehrungen

dürfen durchaus auch sichtbar sein.

«Verzeihen Sie mir die Ausführungen

über Sicherheit» – das sei eben so, wenn

der Regierungspräsident auch der Sicherheitsdirektor

sei: Polizeibeamte aus

der ganzen Schweiz und aus dem Fürstentum

Lichtenstein sowie die Armee

leisten zusammen jährlich einen Ernstfalleinsatz

zugunsten eines Grossanlasses.

Dafür und für die exzellente Zusammenarbeit

sei zu danken.

Bis zum letzten Satz war aus der Ansprache

des Regierungspräsidenten die

Wertschätzung für alle Menschen im

Einsatz zu vernehmen: «Ich bitte Sie um

Applaus für alle unsere Partner und Einsatzkräfte!»


CUMINAIVEL FREITAG, 22. JANUAR 2016

/// 7

Mit dem PC-7

das Auge in den Tälern

Von der Polizei im Unterland geht der Stafettenstab durch den Albulatunnel

auf den Flugplatz Samedan. Von hier aus startet Hauptmann Marius Krüsi

zu seinen Einsätzen im Rahmen des World Economic Forums WEF. Der

Luftwaffen-Pilot sorgt in einer PC-7 für Sicherheit in der Luft.

WEF – Stafette

sh. «Crus», wie ihn seine Pilotenkollegen

nennen, ist gerade zurück von

einem einstündigen Einsatz im Raum

Samedan-Scuol. «Es gab keine Zwischenfälle»,

berichtet er. Zusammen mit

seinem Bordoperateur Oberstleutnant

Andre Kohn hat er unter anderem eine

ausländische Gulfstream aus der Luft

bei der Landung auf der Piste des Flugplatzes

Samedan beobachtet. Hätte die

auf den Bermudas registrierte Maschine

von Maloja her kommend durchstarten

müssen, wäre sie allenfalls in den eingeschränkten

Luftraum geraten. Doch

das Flugzeug landet problemlos in der

verschneiten Engadiner Landschaft.

Das Auge in den Tälern

Hptm Marius Krüsi und seine sieben

Kollegen haben den Auftrag, den unteren

Luftraum südlich von Davos zu

überwachen und wenn nötig einzugreifen.

«Wir sind das Auge in den Tälern,

wo der Radar nicht hinsieht», erklärt er.

Wird ein Flugzeug oder Helikopter entdeckt,

werden diese abgefangen und darauf

hingewiesen, dass sie den Luftraum

wieder verlassen müssen. Dazu wird

über Funk und optisch der Kontakt gesucht.

Die eingesetzten PC-7-Flugzeuge

verfügen extra über einen grossen

Aufkleber mit der Funkfrequenz. Sollte

WEF-Stafette

Im «Cuminaivel»-Staffellauf werden

Akteure von Seiten der Polizei sowie

der Armee in einem Portrait wechselweise

vorgestellt. Wer den Stafettenstab

abgibt, kann seinem Nachfolger

eine Frage mitgeben, die dieser in der

nächsten Ausgabe beantworten muss.

Hptm Marius Krüsi: «Von Samedan aus zu fliegen ist ein Privileg.»

der Pilot trotz Kontaktversuche nicht

reagieren, kann das Air Operation Center

in Dübendorf die beiden F/A-18, die

in einem höheren Luftraum im Einsatz

sind, an den entsprechenden Ort beordern.

Diese sind – im Gegensatz zu

den PC-7 – bewaffnet und können bei

Bedarf im äussersten Notfall das Flugzeug

oder den Helikopter, das sich

feindlich verhält, abschiessen.

Die Aufgabe als Privileg

Berufspilot «Crus» hat schon rund 1000

Flugstunden und fliegt normalerweise

F/A-18. Für ihn ist es der vierte Einsatz

Bild: mw.

im Rahmen eines WEF und der zweite

von Samedan aus. Über den Einsatz im

Engadin gerät er schon fast ins Schwärmen:

«Von Samedan aus zu fliegen ist

ein Privileg.» Im Gegensatz zu den

Missionen mit einer F/A-18 fliege man

mit der PC-7 in der Topografie, und er

erzählt von schönen Abendstimmungen

zwischen den verschneiten Bergen.

Zum Abschluss der Stafette reicht Marius

Krüsi den Stafetten-Stab an das

Grenzwachtkorps (GWK) weiter. Von

einem GWK-Mitarbeiter möchte er gerne

wissen, ob das WEF dessen Arbeit

beeinflusst.


8 /// FREITAG, 22. JANUAR 2016 CUMINAIVEL

Feuerwehr: Mehr als

einfach einsatzbereit

Auch die Feuerwehr Davos ist am WEF dabei – nicht erst, wenn man sie ruft,

sondern schon zuvor. Die Dauerpräsenz im Kongresszentrum ist eine präventive

Massnahme, um im brenzligen Fall der Fälle sofort eingreifen zu können.

muss übrigens gar nicht der vermeintlich

so feuerwehrtypische Brand sein.

So hatte man während eines früheren

Weltwirtschaftsforums einmal eine verstopfte

Kanalisation im Kongressgebäude

auszupumpen – ein Feuerwehreinsatz,

von dem kaum einer der Besucher

etwas bemerkte. Ein Bundesrat, der das

Gebäude gerade betrat, war gar der Ansicht,

es handle sich um eine Übung…

Christof Alig und das beim Kongresszentrum stationierte Löschfahrzeug.

eh. «Rein theoretisch ist am WEF für

uns nichts anders: Wir sind eine Notfallorganisation

und rücken aus, wenn

etwas passiert.» So umschreibt Christof

Alig, Kommandant der Feuerwehr Davos,

den Job seiner Männer und Frauen.

Ein Job, der am WEF auch auf «bewährten

Konzepten» beruht, die zusammen

mit den Partnerorganisationen des Sicherheitsbereichs

ausgearbeitet wurden.

Bild: rm.

Im Kongresszentrum präsent

Und trotzdem: zwei nicht unbedeutende

Dinge sind eben anders. So wird die

Feuerwehr Davos während des WEF

permanent mit zwei Angehörigen und

einem Kleinlöschfahrzeug (auf dem unter

anderem die für jeden Löscheinsatz

wichtigen Atemschutzgeräte mitgeführt

werden) beim Kongresszentrum präsent

«Mit Einsatzfahrzeugen

noch immer

durchgekommen.»

Christof Alig

sein. Die Aufgabe des Duos vor Ort: bei

einem Zwischenfall die Erstmassnahmen

einleiten und dann die Einsatzleitung

übernehmen, sobald die ersten

Kräfte der aufgebotenen Feuerwehr eingetroffen

sind. Ein solcher Zwischenfall

Noch eine Art «stille Reserve»

Für die zweite WEF-bedingte Ausnahme

vom Alltagsbetrieb sorgt die Armee.

Sie hat beim temporären Helikopterlandeplatz

in der Stilli eigene Feuerwehrleute

und ein grosses Tanklöschfahrzeug

stationiert, damit bei einem

Ereignis sofort interveniert werden

kann. Christof Alig und das Militärs bildet

zudem so etwas wie eine sehr schnell

mobilisierbare «stille Reserve». Sie ist

nämlich im Ausrückdispositiv der Feuerwehr

Davos integriert und rückt, sofern

es der Flugbetrieb zulässt, bei einem

Alarm im Dorf ebenfalls aus und

unterstützt so das lokale Korps.

Keine längeren Hilfsfristen

Die Feuerwehr Davos, die wie fast alle

Schweizer Feuerwehren auf dem Milizprinzip

beruht, ist am WEF also mehr

als einfach einsatzbereit; sie steht im

doppelten Sinn des Wortes schon mit einem

Bein im Kongresshaus. Doch kann

sie während des Grossanlasses, der eben

auch ein Gross-Verkehrs-Anlass ist, die

üblichen Hilfsfristen «garantieren»?

Christof Alig hat keine Bedenken: «Unsere

Feuerwehrlokale sind sehr zentral

gelegen, und wir sind bis jetzt mit unseren

Einsatzfahrzeugen noch immer

durchgekommen.»


CUMINAIVEL FREITAG, 22. JANUAR 2016

/// 9

Avec la fatigue

vient le froid

Les deux routes d'accès à Davos sont sécurisées à l'aide de postes de contrôle.

Au Grüenbödeli en venant de Klosters et après le tunnel du Landwassertal des

policiers contrôlent chaque véhicule qui va à Davos avant et durant le WEF.

Quiconque voyage de Klosters à Davos doit passer par là: le poste de contrôle du Grüebödeli.

Photo: eh.

dok./nb. «Somewhere outside Davos...» –

«À quelque part dans les montagnes autour

de Davos, dans le froid»: L'introduction

de la vidéo de l'agence de presse

internationale, tournée tôt le matin au

poste de contrôle Grüenbödeli est impressionnante:

En arrière plan l'agent de police

avec la veste orange, debout sur une

palette de transport couverte avec un tapis

en caoutchouc. Chaque voiture qui parcourt

le trajet entre Klosters et Davos est

arrêtée ici à l'aide de la lampe-torche puis

l'intérieur du véhicule est brièvement

contrôlé. Des fois le véhicule peut continuer,

des fois il est redirigé sur la bande

d'arrêt où d'autres contrôles sont effectués.

«L'instinct de police

est nécessaire.»

Roberto Jörger

L'instinct de police est important

Le coup d’œil sur place confirme: La lumière

dans la vidéo est froide, il fait

froid, très froid. «Nous adaptons les services

de tel manière qu'ils soient réalisables

pour nos agents», explique Roberto

Jörger, chef du poste de contrôle, qui

travaille au poste de soutien à la circulation

de Davos au courant de l'année. Durant

les services de six heures un principe

de rotation est en place: après une

demi heure sur la route l'équipe s'échange

avec la place de contrôle, puis avec la

place de travail au bureau dans le container,

où des contrôles d'identité, des recherches

d'identité et d'autres choses

peuvent être effectuées à l'ordinateur.

Car au froid la fatigue augmente et celui

qui est fatigué gèle plus vite – mais l'entière

attention est requise constamment:

Des décisions clé doivent être prises sous

l'effet du froid dans la vallée à l'ombre et

sous le stress du service 24 heures. Le

premier triage a lieu en l'espace de secondes.

«L'instinct de police est nécessaire

et doit être actif», souligne Jörger.

D'autres services selon nécessité

Le corps des gardes-frontière est sur

place avec un appareil à radiographie

mobile et si nécessaire des chiens détecteurs

d'explosifs peuvent être demandés.

Si des personnes doivent être contrôlées

ou des bagages doivent être fouillés, un

autre container chauffé est à disposition.

«Nous ne voulons pas chicaner ni laisser

geler les personnes contrôlées», dit Jörger.

La population locale, les invités et les

chauffeurs de limousine: Tous comprennent

et apprécient l'importance de la

sûreté concrète. Ainsi le poste entre

Davos et Klosters est beaucoup plus

qu'une simple introduction à une vidéo

«somewhere outside Davos».


10 /// FREITAG, 22. JANUAR 2016 CUMINAIVEL

Quando le decisioni

ricadono sul CAD

Solamente poche persone hanno accesso alla centrale d’intervento della difesa

aerea (CIN dif aer) a Dübendorf. Qui, nel pieno centro delle forze aeree svizzere,

tra molti Skyguide (controllori di volo) e specialisti DTA (difesa terra-aria)

troviamo il Chief Air Defense (CAD).

ct./dr. 24 ore su 24 si danno il cambio

due CADs che monitorano sullo schermo

radar la densa immagine aerea, la

cosiddetta Recognized Air Picture

(RAP). Queste immagini vengono composte

da diverse fonti di sensori, da una

parte troviamo i radar tattici (TAFLIR),

dall’altra l’osservazione dei Combat Air

Patrols (CAP), come per esempio i PC-7

e gli F/A-18 Hornet delle forze aeree

svizzere in impiego.

Le emergenze richiedono esperienza

I CADs delle forze aeree svizzere sono

tutti addestratissimi piloti da combattimento

con esperienza pluriennale.

Nell’eventualità che un aeroplano violi

lo spazio aereo limitato dall’autorità, è

compito del CAD prendere la giusta decisione,

sulla base delle istruzioni impartite

dal consiglio federale, gli compete

la più opportuna decisione quanto al

sistema da ingaggiare contro l’intruso.

Due caccia identificano un aereo passeggieri.

Al CAD viene attentamente sorvegliata la situazione aerea

Una decisione di pochi secondi

Prima che la situazione sia estrema, il

CAD ha differenti mezzi con cui intervenire.

Nel caso l’aeroplano non reagisca

alle chiamate via radio, il CAD

chiama due jet da combattimento dalla

zona di attesa per intercettare l’intruso.

Quando gli F/A-18 si avvicinano a

quest’ultimo, uno si posiziona sul lato

sinistro, l’altro dietro a «coprire le

Foto: Fonte

Foto: ct.

spalle» al primo. Se il pilota risulti non

cooperativo, il CAD da ordine al pilota

di far ondeggiare le ali, in modo da segnargli

di seguirlo. Se anche questo

segnale viene ignorato, segue il primo

avvertimento, l’F/A-18 spara i «Flares»

(pezzi di magnesio incandescenti).

Se la situazione non dovesse cambiare,

il CAD prende contatto

l’ufficiale di stato maggiore addetto al

CDIP e con i capi del DDPS. A questo

punto, i movimenti dell’aeroplano vengono

monitorati secondo dopo secondo.

La decisione di effettivo ingaggio

contro un aeromobile spetta al consiglio

federale che ne delega l’esecuzione

al comandante delle forze aeree

svizzere. Se l’intruso viene classificato

come «Hostile» (nemico), il CAD ordina

ai piloti degli F/A-18 di combatterlo.


CUMINAIVEL FREITAG, 22. JANUAR 2016

/// 11

«Le moral est

important pour nous»

Maj «Kadi» Daniel Bracher demande sa troupe constamment, si tout allait

bien. Le commandant de la bttr EM DCA m 34 explique pourquoi cette culture

du feedback est si importante à l'engagemement au WEF.

mf./nb. La DCA surveille en collaboration

avec d'autres moyens des Forces aériennes

l'espace aérien au dessus de la

zone d'engagement et intègre des données

radar dans l'image de la situation

aérienne. La batterie d'État-major s'occupe

particulièrement de l'approvisionnement

en nourriture de la troupe active

24 heures par jour et du bon fonctionnement

des pièces d'artillerie à des températures

en dessous du zéro. La cuisine

alimente en repas chauds les emplacements

DCA éparpillés dans toute la

zone d'engagement. Pour cela plusieurs

véhicules DURO sont à l'engagement. Il

s'agit d'un défi d'un point de vue logistique,

mais pour le «Kadi» c'est important

que la troupe soit satisfaite: «Le ravitaillement

est incroyablement

important. Pour cela une bonne équipe

de cuisine est indispensable.»

De nombreuses tâches

Brancher n'a pas seulement des cuistots

à sa disposition, il commande également

des soldats transmission, des soldats

renseignement, des conducteurs, des secrétaires

et des soldats sanitaires. Une

grosse tâche est également confiée aux

«Je demande toujours:

Où sont les problèmes?»

Maj Daniel Bracher

membres de la section de maintenance.

Les techniciens s'occuppent du bon

fonctionnement des pièces d'artillerie et

des appareils de conduite de tir, mais

également des fourneaux qui réchauffent

les tentes, ce qui est particulièrement

important lorsque les températures

Le maj Daniel Bracher échange constamment des informations avec sa troupe.

chuttent à -10 ou -20 degrés. «La batterie

d'État-major s'occupe des autres batteries

d'une facon presque maternelle.

Nous sommes responsables du moral de

la troupe», maj Brancher résume le rôle

de son unité.

«La créativité est formidable»

Dans une unité tel que la batterie

d'État-major, qui est si grande et responsable

d'autant de tâches la conduite doit

être irréprochable. «Pour moi le feedback

est également très important, je demande

toujours: Où sont les problèmes,

si quelque chose n'est pas en ordre?», dit

Brancher. La troupe donne en règle générale

de bons retours à son commandant

et les problèmes sont résolus en

Photo: mw.

discutant. Il est persuadé que c'est la

seule option, surtout durant le service au

WEF où il ne s'agit pas d'un exercice et

qui dure presque trois semaines, pour

une batterie avec autant de charactères

différents.Le commandant âgé de 37

ans, qui travaille pour secteur pharmaceutique

à Bâle au civil, conduit depuis

six ans une batterie entièrement de milice,

qui a été engagée pour la première

fois en 2013 au WEF. Il est également

surpris par la créativité de ses subordonnés.

«À un emplacement la troupe a

construit une luge pour transporter la

nourriture – car l'emplacement n'était

pas entièrement accessible avec les véhicules.

Des choses pareils sont formidables!»,

dit Daniel Bracher.


12 /// FREITAG, 22. JANUAR 2016 CUMINAIVEL

I saga Tag

und Nacht!

Kopf des Tages:

Michi Imboden

Bild des Tages

Davos, 21.01.2016, 16:19

Bild: rm. Illustration: han.

Bild: bw.

ck. Sanft fallen einige Schneeflocken

vom Himmel, es herrscht diese besondere

Stille, wie es sie nur in den

Alpen gibt, da künden schwere Rotorengeräusche

den Anflug einer neuen

Maschine an. Flughelfer Michi

Imboden steht zu diesem Zeitpunkt

längst an seinem Platz, bereit für die

Einweisung. Während des WEF ist

die Hubschrauberbasis der Schweizer

Luftwaffe seine Welt. Eingekleidet

in eine gelbe Leuchtjacke,

ausgerüstet mit Helm, Schutzbrille

und Headset am Ohr, nimmt er den

über die Bergflanke herandröhnenden

Eurocopter in Empfang. Schnee

wirbelt auf und peitscht ihm ins Gesicht,

doch der Profi, der im Zivilen

als Helikoptermechaniker tätig ist,

bleibt standfest. Die Zeit drängt.

«Während des WEF erfolgen Starts

und Landungen oft im Minutentakt,

was Konzentration verlangt», erzählt

Imboden. Von seiner Arbeit hängen

Menschenleben ab: Der Bundesangestellte

bringt die Piloten nicht nur

sicher zu Boden, sondern führt auch

die Sicherheitschecks durch. «Ein

anspruchsvoller, aber auch vielseitiger

Job», sagt Imboden.

Impressum

Herausgeber: Gemeinschaftsproduktion der

Kantonspolizei Graubünden und der Schweizer Armee

Redaktion: Kapo GR, EVB, EVL, FUB, LBA Infoline

Cuminaivel: 058 469 16 22

E-Mail: redaktion@cuminaivel.ch

Verantwortliche:

Senti Anita, C Komm Kapo GR

Oberst La Bella Marco, C Komm EVB

Ausgaben: Erscheint vom 13.01. – 25.01.2016

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