infocus 2009 - Fachhochschule Brandenburg

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infocus 2009 - Fachhochschule Brandenburg

FH BRANDENBURG

Fünf neue Forschungsprofessoren

Innovationspreis 2009

Forschungsschwerpunkte:

Unternehmenssicherheit,

Gesundheit und Telemedizin,

Nachhaltige Verkehrstechnologien �

ZEITSCHRIFT DER FH BRANDENBURG

Ausgabe 2009 | Jahrgang 16 | ISSN 0946-8285

2009


INHALT

Impressum

infocus Ausgabe 2009 | November 2009 | 16. Jahrgang

Herausgeber:

Der Präsident der Fachhochschule Brandenburg

Dr. rer. pol. Hans Georg Helmstädter

2

INHALT UND IMPRESSUM

HOCHSCHULE

Erste Forschungsprofessoren an der FH Brandenburg . . . . . . . . . . . . . . 3

Spitzenplatz der FHB-Informatik im CHE-Ranking . . . . . . . . . . . . . . . . . 3

Zwei Unternehmer als Ehrensenatoren ausgezeichnet . . . . . . . . . . . . . 4

Erfolgsmodell Nachwuchspool jetzt an vier Standorten . . . . . . . . . . . . 4

Sonderpreis „Diversity“ des Deutschen Arbeitgeberpreises Bildung . . 5

Stiftungsprofessur für die Medizininformatik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11

FORSCHUNG

FH Brandenburg an DB Eco Rail Center in Kirchmöser beteiligt . . . . . . 10

Kooperationsprojekt mit RapidEye . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14

Mikrotechnologielabor analysiert Oberflächenstrukturen . . . . . . . . . . . 16

Neue Großgeräte für das Werkstoffprüflabor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17

Innovativer Lasereinsatz für extrem glatte Oberflächen . . . . . . . . . . . . 18

Infrarotkamera-Anwendungen auf internationalem Niveau . . . . . . . . . . 20

VERANSTALTUNG

8. Innovationspreis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

3. Security-Forum - „Sicherheit im Wandel“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12

8. Berlin-Brandenburger SAP-Forum - „Software as a Service“ . . . . . . . 12

Firmenkontaktmessen an der FH Brandenburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13

PERSÖNLICH

FHB-Absolvent Schnitzer: Vom Werkzeugmacher zum Professor . . . . . 21

Forschungsprofessur Prof. Dr. Friedrich L. Holl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22

Forschungsprofessur Prof. Dr. Gerald Kell . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23

Forschungsprofessur Prof. Dr. Reiner Malessa . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24

Forschungsprofessur Prof. Dr. Klaus-Peter Möllmann . . . . . . . . . . . . . . 25

Forschungsprofessur Prof. Dr. Claus Vielhauer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

Prof. Dr. Friedrich L. Holl zum Vorsitzenden der ISECMA gewählt . . . . . 27

Prof. Dr. Joachim Tanski leitete Workshop bei Kongress in Finnland . . 27

Redaktion und Layout: Stefan Parsch (V.i.S.d.P.)

Mitarbeit: Alle genannten Autoren und Fotografen

Titelfotos: JensZ/pixelio.de (l.), Dieter Schütz/pixelio.de (M.),

Herman Van eester/pixelio.de (r.)

Grundlayout: Birte Morling

Druck: Druckerei Pietsch, Grebs

Auflage: 1 000 Exemplare

Anschrift:

Fachhochschule Brandenburg

Magdeburger Straße 50 . 14770 Brandenburg an der Havel

Postanschrift: Postfach 2132 . 14737 Brandenburg a. d. Havel

Telefon: (03381) 355-0 . Telefax: (03381) 355-199

E-Mail: presse@fh-brandenburg.de

infocus ist die Zeitschrift der FH Brandenburg. Namentlich gekennzeichnete Artikel

geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Alle Beiträge werden nach

bestem Wissen, aber ohne Gewähr veröffentlicht. Die Redaktion behält sich Kürzungen

von unaufgefordert eingereichten Beiträgen vor. Nachdruck einzelner Artikel

gegen Belegexemplar gestattet.

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

infocus 2009

EDITORIAL

zum Ende des großen Krisenjahres 2009 blickt die Fachhochschule Brandenburg

(FHB) - wie schon zum Jahresanfang - voller Optimismus in die Zukunft, denn die

FHB ist beständig auf Wachstums- und Erfolgskurs.

Wir freuen uns z. B. über eine ständig wachsende Zahl von Studienanfänger/inne/n:

Im Jahr 2007 konnten wir erstmals die 700er-Grenze, im Jahr 2008 die

800er-Grenze und im Jahr 2009 die 900er-Grenze überschreiten. Besonders bemerkenswert

ist dabei, dass die Zahl der Studienanfänger in den MINT-Fächern (Mathematik,

Informatik, Naturwissenschaft, Technik) zwischen 2007 und 2009 insgesamt

um 11,6 % angestiegen ist.

Ein Grund für das wachsende Interesse für ein Studium an der FHB ist sicherlich die

Qualität der Studienbedingungen, die uns im Laufe des Jahres 2009 wiederum von

einigen neutralen Beobachtern bescheinigt wurde: Im Ranking des Centrums für

Hochschulentwicklung (CHE) steht die Informatik der FHB im bundesweiten Vergleich

der Fachhochschulen (gemeinsam mit zwei weiteren Hochschulen) erstmals

auf Platz 1, die Wirtschaftsinformatik auf Platz 5. Auch bei den anderen gerankten

Studiengängen (Maschinenbau und Betriebswirtschaftlehre) ordnet sich die FHB

entweder in die Spitzengruppe oder ins Mittelfeld der deutschen Hochschulen ein,

in keinem einzigen Kriterium steht die FHB in der Schlussgruppe. Im Ranking von

studiVZ liegt die Informatik der FHB bundesweit auf Platz 3, die Wirtschaftinformatik

auf Platz 20 (siehe Seite 3).

Das Studienangebot der FHB ist Ausdruck einer bewussten Entscheidung zugunsten

von MINT-Fächern, denen dreizehn der insgesamt siebzehn Studiengänge der FHB

zuzuordnen sind. Das MINT-Konzept der FHB „Wir überschreiten Grenzen“ wurde im

November 2008 von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände

mit dem Deutschen Arbeitgeberpreis Bildung 2008 ausgezeichnet als „das beste

Konzept zur nachhaltigen Berücksichtigung von Diversity-Aspekten bei der Entwicklung

von MINT-Kompetenzen“, so der Urkundentext (S. 5-7).

Angesichts der begrenzten Möglichkeiten, die öffentlichen Finanzierungsmittel zu

steigern, ist das Wachstum der Studierendenzahl jedoch auch eine Herausforderung

an die Hochschule, wenn gleichzeitig die Qualität der Studienbedingungen

gehalten oder weiter verbessert werden soll. Vor diesem Hintergrund ist es besonders

erfreulich, dass es der FHB im Jahr 2009 gelungen ist, neben einer Stiftungsprofessur

(Seite 11) auch die ersten drei „Schirmherrschaften“ für Professuren

einzuwerben (eine davon S. 22).

Diese Schirmherrschaften sind - ebenso wie die ersten fünf Forschungsprofessuren

(S. 3, 22-26) - auch ein Instrument, die Profilbildung der FHB in der Forschung voranzutreiben.

Dabei werden wir uns in den nächsten Jahren vor allem auf drei

Themenfelder fokussieren: „Gesundheit und Telemedizin“ (S. 11), „Nachhaltige

Verkehrstechnologien“ (S. 10, 24) und „Unternehmenssicherheit“ (S. 12, 22).

Vor diesem Hintergrund lade ich Sie ein, sich durch die Lektüre des infocus 2009

ein wenig von unserem Optimismus anstecken zu lassen und hoffe, dass der eine

oder andere Bericht Ihnen Anlass gibt, die Kooperation mit der FHB im Jahre 2010

aufzunehmen oder zu intensivieren.

Über eine Kontaktaufnahme freut sich Ihr

Dr. rer. pol. Hans Georg Helmstädter

Präsident der Fachhochschule Brandenburg

Foto: H. Schulze


Forschungsprofessuren - CHE-Ranking

Diesmal war es der Spitzenplatz für die Informatik.

Nach dem bereits sehr guten Ergebnis

im Hochschulranking des Centrums

für Hochschulentwicklung (CHE) und der Wochenzeitung

„Die Zeit“ vor drei Jahren konnte

sich der Fachbereich Informatik und Medien

der FH Brandenburg noch einmal steigern

und führt gemeinsam mit der Fachhochschule

Bonn-Rhein-Sieg am Standort St.

Augustin und der Hochschule für Angewandte

Wissenschaften Hamburg die Rangliste

der deutschen und österreichischen

Fachhochschulen an.

Wie die anderen beiden Fachhochschulen

konnte sich die FHB-Informatik in vier von

fünf Kategorien in der Spitzengruppe platzieren.

Als sehr gut wurden die Studiensituation

insgesamt, die Betreuung der Studierenden,

die Infrastruktur der Informationstechnologie

infocus 2009

(IT) und der Praxisbezug bewertet. Lediglich

die Reputation bei den Professoren liegt im

Mittelfeld und hinkt damit den ergebnissen

in den anderen Kriterien hinterher. Bei den

anderen bewerteten Studiengängen (Maschinenbau

und Betriebswirtschaftslehre) ordnet

HOCHSCHULE

Die ersten Forschungsprofessoren an der FH Brandenburg

Neues Brandenburgisches Hochschulgesetz macht es möglich - Porträts der Professoren auf Seiten 22 - 26

Die FH Brandenburg hat die Bedingungen für

Forschung und Entwicklung (F&E) verbessert

und fünf Forschungsprofessuren eingerichtet.

Möglich wurde dies durch das neue

Brandenburgische Hochschulgesetz, das im

Dezember 2008 verabschiedet wurde. Damit

führte das Land Brandenburg nach Angaben

des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung

und Kultur (MWFK) als erstes deutsches

Bundesland Forschungsprofessuren

an Fachhochschulen ein.

Fachhochschulen sind traditionell eher praxis-

als forschungsorientiert. Doch gerade

diese Praxisnähe macht FHs für Unternehmen

als F&E-Partner interessant, da die Forschung

sich in der Regel an einer potenziellen Anwendung

orientiert. Dass die Fachhochschulen

im Land Brandenburg besonders forschungsstark

sind, zeigt sich daran, dass alle

zu den 30 besten Einwerbern von Drittmitteln

(externe Forschungsgelder) bei über 100

Fachhochschulen bundesweit gehören. Das

MWFK will diese Kompetenz mit der Einführung

von Forschungsprofessuren stärken.

Fachhochschul-Professoren lehren regulär

18 Semesterwochenstunden (SWS), von Sei-

Prof. Dr.

Friedrich L. Holl

Prof. Dr.

Gerald Kell

Prof. Dr.

Reiner Malessa

ten des Ministeriums war für Forschungsprofessoren

eine Reduzierung dieses Lehrdeputats

auf die Hälfte vorgesehen worden.

Der Senat der FH Brandenburg entschied jedoch,

dass mehr Professoren die neuen

Möglichkeiten zugute kommen sollten und

beschloss eine Reduzierung um ein Drittel

(6 SWS) pro Forschungsprofessur. Auf diese

Weise konnten an der FH Brandenburg fünf

Forschungsprofessuren eingeführt werden.

Im Einzelnen sind dies: im Fachbereich Technik

Prof. Dr. Reiner Malessa und Prof. Dr.

Klaus-Peter Möllmann; im Fachbereich

Informatik und Medien Prof. Dr. Gerald Kell

und Prof. Dr. Claus Vielhauer; im Fachbereich

Wirtschaft Prof. Dr. Friedrich Lothar Holl. Sie

haben nun zunächst für zwei Jahre die For-

Prof. Dr. Klaus-

Peter Möllmann

schungsprofessur inne, es besteht jedoch

die Möglichkeit zur Verlängerung.

Für die erste Auswahl der Professoren wurden

die in einem bestimmten Zeitraum eingeworbenen

Drittmittel zu Grunde gelegt. Es seien

aber auch andere Kriterien für die nächste

Runde denkbar, sagt Senator Prof. Kell. Mehr

Flexibilität wünscht sich Prof. Holl, so dass

die Forschungsprofessuren mit Deputatsreduktionen

zwischen 2 und 9 SWS möglich

sind. Prof. Vielhauer sieht die künftige Vollkostenrechnung

und das Raumproblem als

drängend an. Prof. Malessa erwartet sich eine

Stärkung der An-Institute und einen schnellen

Verwaltungsablauf.

Die fünf Forschungsprofessoren werden auf

den Seiten 22 bis 26 vorgestellt.

Spitzenplatz für die FHB-Informatik im CHE-Ranking

Erneute Steigerung des sehr guten Ergebnisses vor drei Jahren - gute Ergebnisse auch bei studiVZ

sich die FH Brandenburg entweder in die

Spitzengruppe oder ins Mittelfeld der deutschen

Hochschulen ein, in keinem einzigen

Kriterium steht die Hochschule in der

Schlussgruppe.

Im Ranking der Internet-Plattform „studiVZ“

landete der Studiengang Informatik mit der

Gesamtnote 1,8 bundesweit auf Rang 3. Besonders

gut bewerten die Studenten die

Ausstattung mit 1,7. Der Studiengang Wirtschaftsinformatik

wurde mit 2,0 bewertet und

landete auf Rang 20. Hier erhielt der Praxisbezug

im Durchschnitt die Schulnote 1,7.

Bewertet wurden Studiengänge an Fachhochschulen

und an Universitäten.

___________________________

Die Ergebnisse im Detail: www.zeit.de/hochschulranking

www.studivz.net/l/hochschulranking/

Prof. Dr.

Claus Vielhauer

3


HOCHSCHULE Unternehmer als Ehrensenatoren - Nachwuchspool

Für großes Engagement als Ehrensenatoren ausgezeichnet

Rolf Hauschildt und Heiner van de Loo wurden in einem Festakt die Ernennungsurkunden überreicht

Die Unternehmer Heiner van de Loo und Rolf

Hauschildt sind die ersten Ehrensenatoren

der FH Brandenburg. Ihre Ernennung war vom

Senat der FH Brandenburg in seiner Sitzung

am 9. Juli 2008 einstimmig beschlossen worden.

In einem Festakt am 10. Dezember 2008

mit dem Laudator und früheren FHB-Präsidenten

Prof. Dr. Rainer Janisch wurden ihnen

die Ernennungsurkunden feierlich überreicht.

Heiner van de Loo (Jahrgang 1942), Geschäftsführer

der Zahnradwerk Pritzwalk

GmbH in Pritzwalk, hat die Errichtung der Präsenzstelle

Prignitz mit angeregt und maßgeblich

unterstützt. Er hat die Unternehmen der

Region von diesem Vorhaben überzeugt und

mit deren Hilfe die finanzielle und organisatorische

Absicherung in der Startphase erreicht.

Durch seine Vermittlung konnten eine Reihe

von Forschungs- und Entwicklungsprojekten

mit Unternehmen der Region sowie eine Vielzahl

von Diplom- und Praktikumsarbeiten

und Exkursionen durchgeführt werden. Auch

unterstützt er die akademische Weiterbildung,

insbesondere den Fernstudiengang Betriebswirtschaftslehre.

Heiner van de Loo gehörte

zu den Gründungsmitgliedern der Studierendenstiftung

der FH Brandenburg.

Rolf Hauschildt (Jahrgang 1934), Geschäftsführer

der VM Value Management GmbH in

Seine mittlerweile vierte Auflage erlebte in

diesem Jahr der von der FH Brandenburg

organisierte „Prignitzer Nachwuchspool“. In

der Prignitz bewarben sich 16 Schüler im

Rahmen eines Ideenwettbewerbs für den

Nachwuchspool, der dazu beitragen soll, jungen

Leuten eine Perspektive in der Region zu

bieten und den in den Unternehmen steigenden

Fachkräftebedarf zu decken. Acht junge

Leute gelangten in die Endauswahl und

konnten auf der Prämierungsveranstaltung in

Pritzwalk in den Nachwuchspool aufgenommen

werden. Den drei besten Teilnehmern

überreichten Präsident Dr. Hans Georg Helmstädter

und Präsenzstellenleiter Andy Stolz

Geldpreise in Höhe bis zu 300 Euro. Die

Neumitglieder des Nachwuchspools erhalten

4

Die Ehrensenatoren Heiner van de Loo (links) und Rolf Hauschildt kurz nach ihrer Ernennung. Fotos (3): Parsch

Düsseldorf, unterstützt die FH Brandenburg

seit ihrer Gründungsphase. In den vergangenen

Jahren hat er vor allem die Hochschulbibliothek

finanziell unterstützt und seit 2004

35 Studierende gefördert, die sich an einem

internationalen Programm des Deutschen

Erfolgsmodell Nachwuchspool

Sicherung der Nachwuchskräfte an allen Präsenzstellen-Standorten

nun eine individuelle Betreuung, bei der sie

frühzeitig mit Unternehmen aus der Region,

aber auch mit der FH Brandenburg, in Kontakt

gebracht werden.

In der Präsenzstelle Prignitz laufen bereits

jetzt die Vorbereitungen für die fünfte Auflage

des Erfolgsmodells, das sich zum

Prignitzer Exportschlager entwickelt. Wurde

in den vergangenen Jahren auch schon in

Brandenburg an der Havel ein Nachwuchspool

aufgelegt, so folgen in diesem Jahr auch

die anderen Präsenzstellen der FH Brandenburg.

Im November startet die neue Runde

des Nachwuchspools, in dem sich die Fachhochschule

aktiv dem Thema Fachkräftesicherung

in der Region widmet.

Akademischen Austausch Dienstes zum Studierendenaustausch

beteiligten. Rolf Hauschildt

war der erste Stifter der Studierendenstiftung,

hat eine Vielzahl von Ideen eingebracht

und ist weiterhin aktiv an der Arbeit

der Stiftung beteiligt.

Reihe „Innovativ

in Brandenburg

Am 5. November fand an der FHB die erste

Veranstaltung einer neuen Reihe für Unternehmer

der Region statt. „Chancen für den

Mittelstand - Innovativ in Brandenburg“ heißt

die Dialog-Reihe, die mit einer dreistündigen

Veranstaltung zum Thema: „Online-Marketing

- Zum Nachmachen empfohlen oder mehr

Schein als Sein?“, gestartet wurde. Dabei

konnten sich die Teilnehmer über unternehmensnahe

Probleme informieren und anschließend

mit Experten, Wissenschaftlern

und Unternehmern der Region austauschen.

___________________________

www.fh-brandenburg.de/innovativinbrandenburg.html

Diana Deinert: Telefon 03381/355-517

E-Mail deinert@fh-brandenburg.de

infocus 2009


Deutscher Arbeitgeberpreis Bildung 2008

Leuchtturm in der deutschen Bildungslandschaft

Eine großartige Anerkennung

für die Arbeit der Fachhochschule

Brandenburg: Für das

Konzept „Wir überschreiten

Grenzen“ hat die FH Brandenburg

den mit 10000 Euro dotierten

Sonderpreis „Diversity“

des Deutschen Arbeitgeberpreises

Bildung 2008 erhalten.

Der Personalvorstand der

Deutschen Bahn AG, Margret

Suckale, und der Vizepräsident

der Bundesvereinigung

der Deutschen Arbeitgeberverbände

(BDA), Dr. Gerhard F.

Braun, überreichten den Preis

am 4. November 2008 im Rahmen

des Deutschen Arbeitgebertages

in Berlin an FHB-

Präsident Dr. Hans Georg

Helmstädter.

Margret Suckale bezeichnete

die FH Brandenburg und die

weiteren Preisträger als

„Leuchttürme in der deutschen

Bildungslandschaft“. In dem

ausgezeichneten Konzept wird

aufgezeigt, dass sich die FH

Brandenburg auf vielfältige

Weise engagiert, ganz unterschiedlichen

Zielgruppen - vom

Kindergartenkind bis hin zum

älteren Erwerbstätigen - die

„MINT-Fächer“ (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft,

Technik) näher zu bringen.

Der Sonderpreis Diversity wurde zum ersten

Mal vergeben. Laut Ausschreibung erhält den

Preis diejenige Bildungseinrichtung, die das

überzeugendste Konzept zur nachhaltigen

Berücksichtigung von Diversity-Aspekten bei

der Entwicklung von MINT-Kompetenzen vorlegen

kann. Mit dem Sonderpreis möchte die

BDA die besondere Bedeutung der Vielfältigkeit

von Lernkontexten und Rahmenbedingungen

sowie die Notwendigkeit individueller

Förderung innerhalb des Bildungssystems

hervorheben.

Mit dem Deutschen Arbeitgeberpreis Bildung

zeichnen die deutschen Arbeitgeber jedes

Jahr in den vier Kategorien Vorschulische

Einrichtung, Schule, Hochschule sowie der

infocus 2009

HOCHSCHULE

Sonderpreis „Diversity“ des Deutschen Arbeitgeberpreises Bildung für Konzept der FH Brandenburg

Margret Suckale, Personalvorstand der Deutschen Bahn AG, übergab den mit 10000 Euro dotierten Sonderpreis „Diversity“ des

Deutschen Arbeitgeberpreises an FHB-Präsident Dr. Hans Georg Helmstädter. Foto: Wilfried Steinert

übergreifenden Kategorie Betrieb/Berufsschule

herausragende Konzepte aus. In diesem

Jahr stehen Konzepte im Mittelpunkt, die

eine nachhaltige Herausbildung von MINT-

„Wir überschreiten Grenzen“

Kurzfassung des MINT-Konzepts der FH Brandenburg

1. Einleitung

Die Fachhochschule Brandenburg (FHB) konzentriert

sich auf ein ingenieur- und wirtschafts-wissenschaftliches

Studienangebot,

13 von 17 Studiengängen (SG) in den drei

Fachbereichen Informatik und Medien, Technik

und Wirtschaft sind dabei den MINT-Fächern

zuzuordnen. Bereits seit Mitte der neunziger

Jahre verfolgt die FHB vielfältige Initia-

Kompetenzen zum Ziel haben sowie das

Interesse an MINT-Fragestellungen bei Kindern,

Schülern, Auszubildenden und Studierenden

nachhaltig fördern.

tiven, um die Bereitschaft zu und die Nachfrage

nach einem Studium in den MINT-Fächern

zu steigern. Das Überschreiten von

Grenzen ist dabei die strategische Klammer

dieser Initiativen und bildet das Kernprofil der

Hochschule. Wir überschreiten Grenzen entlang

der Bildungskette (siehe Abschnitt 2),

fachliche, institutionelle und regionale Grenzen

(Abschnitt 3) sowie schließlich die Grenzen

klassischer Studienformate (Abschnitt 4).

5


HOCHSCHULE

Der nachhaltige Erfolg des MINT-

Konzepts der FHB wird belegt

durch die Absolventenzahlen, die

in allen MINT-Fächern zwischen

2003 und 2006 um 43 Prozent

zugenommen haben.

2.Initiativen entlang der Bildungskette

Vielfältige Initiativen der FHB zielen

auf verschiedene Zielgruppen

entlang der gesamten Bildungskette

ab, vom Kindergartenkind

über Schüler/innen und Studierende

bis hin zu (älteren) Erwerbspersonen.

Spiel- und Wissenschaftspark

Jedes der insgesamt 10 Spielgeräte

thematisiert eine physikalische

Gesetzmäßigkeit, die auf Tafeln erläutert

wird. Der Spiel- und Wissenschaftspark ist im

Sommer oft Ziel von Gruppen aus dem nahen

DRK-Kindergarten, mit dem die FHB ein Betreuungskontingent

für Kinder von Mitarbeiter/innen

und Studierenden vereinbart hat.

Haus der kleinen Forscher

Das „Haus der kleinen Forscher“ ist eine Initiative

von Helmholtz-Gemeinschaft, McKinsey,

Siemens AG und Dietmar Hopp Stiftung,

die darauf abzielt, Naturwissenschaft und

Technik schon für Kinder in Vorschul-Einrichtungen

erlebbar zu machen. Die FHB ist seit

Herbst 2008 Koordinationsstelle für die Kindergärten

in der Stadt Brandenburg an der

Havel sowie in den umliegenden Landkreisen.

Projekte für Schüler/innen: BrISaNT, MINT-

Colleges, Brandenburger Zukunftstag

Mit den MINT-Colleges im Verbundprojekt

BrISaNT (Brandenburger Initiative Schule und

Hochschule auf dem Weg zu Naturwissen-

6

Teilnehmerinnen am Herbst-MINT-College 2008 bauen eine Taschenlampe. Foto: Dana Voigt

schaft und Technik) wird Schüler/innen der

Klassenstufen 10 bis 13 ein Schnupperstudium

mit Workshops, Vorlesungen und Exkursionen

zu Forschungseinrichtungen und Unternehmen

angeboten. Auch beteiligt sich die

FHB kontinuierlich am Brandenburger Zukunftstag,

der jährlich im Rahmen des bundesweiten

GirlsDay für die Zielgruppe Schüler/innen

der Klassenstufen 6 bis 9 stattfindet.

Hier sollen Mädchen und Jungen die Möglichkeit

einer weniger geschlechtsspezifischen

und stärker fähigkeits- und interessengeleiteten

Berufswahl erhalten.

First Lego League

Seit 2002 engagiert sich die FHB (Fachbereich

Informatik und Medien, Lehrbereich Künstliche

Intelligenz) regelmäßig bei der Ausrichtung

des Regionalwettbewerbs First Lego

League mit Lego-Robotern für Schüler/innen

von 10 bis 16 Jahren (80 bis 120 Teilnehmer/

-innen jährlich). Die First Lego League ist ein

Programm, das Kinder und Jugendliche in

einer sportlichen Atmosphäre an Wissenschaft

und Technologie heranführt.

Nachwuchspools

In Brandenburg an der Havel und an den drei

Präsenzstellen-Standorten hat die FHB das

Projekt Nachwuchspool initiiert, das sich an

leistungsfähige Schüler/innen ab der 12. Klasse

richtet und ihnen sowohl die Studienangebote

der FHB als auch die Einstiegsmöglichkeiten

in den Unternehmen der Region näher

bringen soll. Rund 15 Unternehmen engagieren

sich hier, indem sie den Schüler/innen

Praktikumsplätze, Stipendien und Werksbesichtigungen

anbieten.

Online-Self-Assessments, Mathematikkurse

Im Rahmen des Projekts Übergang Schule -

Hochschule hat die FHB Online-Self-Assessments

entwickelt, mit denen Schüler/innen

die eigene Studierfähigkeit einschätzen können.

Da zu geringe Mathematikkenntnisse ein

Hauptgrund für einen Studienabbruch in den

Physiklehrer-Weiterbildung zum Thema Laser im September 2008 mit Prof. Dr. Michael Vollmer (Bild Links) und Prof. Dr. Klaus-Peter Möllmann. Fotos (2): Voigt

infocus 2009


Arbeitgeberpreis Diversity 2008

MINT-Fächern darstellen, bietet die FHB Mathematik-Kurse

für Schüler/innen in Brandenburg

an der Havel und in Pritzwalk an.

Lehrerfortbildungen Physik und Informatik

Schwerpunkt im Segment Lehrerfortbildung

des Fachbereichs Technik sind die seit 1997

regelmäßig stattfindenden Physiklehrer/innenfortbildungen

mit stabiler Teilnehmer/innenzahl

um die 100 Personen. Im Fachbereich

Informatik und Medien finden seit 1996 jährlich

zwei Fachtage für Informatiklehrer/innen

mit wechselnden Schwerpunkten statt.

Öffentliche Veranstaltungen der Erwachsenenbildung

Die „Hochschulreihe“ richtet sich an die interessierte

Öffentlichkeit richtet. Hier berichten

FHB-Professor/innen allgemein verständlich

aus ihrer Lehr- und Forschungspraxis. Alle

zwei Jahre findet eine Weihnachts-Physikvorlesung

statt, die eine enorme öffentliche Resonanz

erfährt.

Modellprojekt QIng 45+

Das von der FHB initiierte Modellprojekt QIng

45+ dient der Re-Qualifizierung von älteren,

arbeitssuchenden Ingenieuren für den Arbeitsmarkt.

Ausgangsüberlegung des Projektes

ist, zur Deckung des großen Ingenieurbedarfs

bei den Unternehmen im Raum

Berlin-Brandenburg die stille Reserve der

rund 4000 arbeitslosen Ingenieure (Quelle:

VDI 2006) zu mobilisieren.

3. Initiativen im Kernbereich des Studiums

Innerhalb ihres Kernbereichs überschreitet

die FHB fachliche Grenzen durch eine zunehmende

Bildung von interdisziplinären Studiengängen,

institutionelle Grenzen durch Kooperationsbeziehungen

mit externen Unternehmen

und Institutionen in diesen Studiengängen

sowie schließlich regionale Grenzen

durch den Aufbau von Präsenzstellen in peripheren

Regionen. Bei der Gestaltung des Erststudiums

zielen die Initiativen der FHB auf eine

verstärkte Strukturierung in der Studieneingangsphase,

eine Verringerung der Studienabbruchquote

sowie eine konsequente

Berufsorientierung in der Abschlussphase.

Strukturierte Studieneingangsphase, Projektorientiertes

Studium

Die frühzeitige Orientierung im Studium und

der Aufbau von Selbstlern- und sozialer Kompetenz

stehen im Mittelpunkt des Moduls Projektorientiertes

Studium/Wissenschaftliches

Arbeiten im Fachbereich Informatik und Me-

infocus 2009

dien. Nach einer Einführungsphase bearbeiten

die Studierenden in Gruppen betreut,

aber selbständig, überschaubare Projektaufgaben,

deren Ergebnisse sie am Ende präsentieren.

Die Projektveranstaltung Informania

führt diesen Ansatz im Hauptstudium weiter.

Interdisziplinäre Studiengänge, Kooperationen

mit Unternehmen

Mit ihren interdisziplinären Studiengängen

verfolgt die FHB einerseits das Ziel der Modernisierung

ihrer Studienangebote sowie der

Spezialisierung auf Angebote mit überregionaler

Ausstrahlung. Durch interdisziplinäre

Studiengänge können andererseits aber auch

neue Zielgruppen für ein Studium der MINT-

Fächer erschlossen und insbesondere Frauen

stärker zu einem MINT-Studium motiviert werden.

Eine Stärke der FHB liegt dabei in der

Frühförderung im MINT-Bereich beim „Haus der Kleinen

Forscher“. Foto: Voigt

intensiven Kooperation mit Unternehmen und

der Verflechtung mit anderen externen Partnern

bei der Gestaltung der Lehre. Die FHB

plant, die Zusammenarbeit mit den Unternehmen

in Zukunft durch die Gründung von studiengangspezifischen

Unternehmensbeiräten

zu institutionalisieren. Zur Verbesserung der

Berufsorientierung der Studierenden in der

Abschlussphase wurde seit Januar 2008 ein

zentrales Career-Service- und Coaching-Center

an der FHB eingerichtet, dessen Aufgabe es

ist, die Absolvent/innen über die Arbeitmarktchancen

systematisch zu informieren und für

den Berufseinstieg optimal zu qualifizieren.

HOCHSCHULE

Präsenzstellen in hochschulfernen Regionen

Eine räumliche Erweiterung erfährt das Studienangebot

der FHB durch die Präsenzstellen

in hochschulfernen Regionen, die jeweils mit

Unterstützung der regionalen Wirtschaft 2005

in Pritzwalk (Prignitz), 2008 gemeinsam mit

der FH Eberswalde in Schwedt/Oder (Uckermark)

und 2009 in Hennigsdorf (Oberhavel)

eingerichtet wurden.

4. Flexibilisierung der Studienformate

Die FHB überschreitet zunehmend die Studienformatgrenzen

von der klassischen Präsenzlehre

zu Online- und Fernstudien-Formaten.

Eine zeitliche Flexibilisierung ermöglicht

darüber hinaus auch in den Präsenzstudiengängen

ein berufsbegleitendes oder duales

Studium. Dies ist schon jetzt möglich:

� im SG Security Management durch konzentrierte

Präsenzphasen an Montagen, Freitagen

und Samstagen an 32 Wochen im Jahr

� im dualen SG Gebäudesystemtechnik durch

die Konzentration der Lehre in der Wochenmitte

sowie der beruflichen Ausbildungsphasen

in der vorlesungsfreien Zeit (bei

Entfall der Berufsschulphase)

� im Online-SG Medieninformatik durch Online-Lehre

in den Abendstunden.

Am Fachbereich Technik der FHB ist vorgesehen,

dass in Zukunft alle Studiengänge auch

im Teilzeitformat absolviert werden können.

Durch individuelle Beratung des Stundenplans

mit den Studierenden ist dann eine

Kombination aus Beruf und Studium praktisch

in allen Fächern des FB Technik möglich.

Die FHB ist seit Jahren aktiv und innovativ in

den Bereichen Fernstudium und Weiterbildung

und arbeitet auch hierbei eng mit Bildungseinrichtungen

und Unternehmen zusammen.

Die FHB betreibt u.a. die Service-Agentur

des Hochschulverbundes Distance Learning

(HDL), einem Netzwerk von 26 Mitgliedshochschulen

aus dem deutschsprachigen Raum.

Dies sichert der FHB den Zugriff auf 700 verschiedene

Studienmaterialien für grundständige

und Weiterbildungs-Fernstudienangebote.

Dieser Bestand kann in der Gestaltung unternehmensspezifischer

Fernstudienangebote

eingesetzt und für die inhaltliche und organisatorische

Vorbereitung, Entwicklung und

Durchführung von akademischen Weiterbildungsangeboten

für die Mitarbeiter/-innen

von Unternehmen aufbereitet werden.

___________________________

Vollständige Fassung des MINT-Konzeptes:

www.fh-brandenburg.de/arbeitgeberpreis.html

7


VERANSTALTUNG Innovationspreis 2009

Größere Barrierefreiheit in Gebäuden und im Internet

Innovationspreis 2009 zeichnet neue Hubtreppe, Online-Identifizierungssystem und Support-Software aus

Eine neuartige Hubtreppe für

Rollstuhlfahrer, ein weltweit einsetzbaresIdentifikationsmanagement-Systems

für Internetnutzer

und eine Software, die

den Support (Kundendienst) von

Softwareherstellern automatisiert

und effizienter gestaltet -

das sind die Siegerprojekte des

8. Innovationspreis-Wettbewerbs

„Innovative Lösung praxisnaher

Probleme in Brandenburg“. Im

Rahmen einer Preisverleihungsfeier

am 24. November 2009 im

Audimax der FH Brandenburg erhielten

die Gewinner ihre Urkunden

und ihre Geldpreise in Höhe

von 3.000 Euro (Platz 1), 2.000

Euro (Platz 2), 1.000 Euro (Platz

3) sowie 500 Euro (Sonderpreis

für Existenzgründer). Zugleich wurden ihre

Projekte der Öffentlichkeit vorgestellt.

Gesamtsieger des Innovationspreises 2009

ist ein Team von Studierenden der FH Brandenburg

und eines Projektentwicklers der

carestairs Hubtreppen GmbH, das eine neuartige

Hubtreppe für mobilitätseingeschränkte

Personen entwickelt. Die Studenten Maria

Rozinat, Toni Pieper, Tobias Gennat und Jahn

Raether haben in der Betreuung von Dr. Karin

Heinrich und in Zusammenarbeit mit Gunter

Reinhold von carestairs die normgerechte

Konstruktion und die Dimensionierung eines

Prototypen erarbeitet. Dabei wurden die Konstruktionselemente

modular nach Baukastenprinzip

aufgebaut.

Die entscheidenden Vorteile der neuen Hubtreppe

sind, dass sie sich zum einen in vorhandene

Treppenanlagen einfügt und damit

vor allem bei denkmalgeschützten Gebäuden

eine optimale Lösung darstellt. Zum anderen

8

Die neu entwickelte Hubtreppe lässt sich gut in das Gesamtbild von Gebäuden einpassen

und ist fluchtwegtauglich. Foto: carestairs

ist sie fluchtwegtauglich, weil sie in jeder Betriebsstellung

begehbar ist. Die neue Hubtreppe

arbeitet mit einem Scherenlift und

fährt über eine Mechanik die vorhandenen

Stufen zu einer befahrbaren Ebene zusammen.

Parallel dazu faltet sich eine neue Treppe

auf, so dass zu jedem Zeitpunkt eine bzw.

zwei Treppen mit jeweils durchgängigem

Steigmaß vorhanden sind (siehe Grafik). Darüber

hinaus bleibt das ursprüngliche Baubild

erhalten und wird nicht durch Rampen

oder Differenziallifte gestört.

Meistens gibt es eine Vorzugs- und eine Bedarfsstellung.

Im Beispiel (Grafik unten) befinden

sich drei Stufen unmittelbar vor dem

Eingang. Wenn ein Rollstuhlfahrer hinein

möchte, fährt er bis zur ersten Stufe vor und

bedient dann die Hubtreppe, die die Plattform

vor der ersten Stufe samt Rollstuhlfahrer

anhebt, bis diese Plattform einschließlich

des Treppenbereichs dasselbe Höhenniveau

erreicht habt und der Rollstuhlfahrer auf einer

Die neue Hubtreppe ermöglicht wie eine Schleuse das barrierefreie Betreten von Gebäuden. Grafik: carestairs

infocus 2009

Ebene zum Eingang fahren kann.

Die Stufen befinden sich dann

direkt an der Straße. Nach einer

Weile bewegt sich die Hubtreppe

zurück in die Vorzugsstellung.

Die Neuentwicklung ist für einen

maximalen Höhenunterschied

von 1,79 Meter konzipiert. Gedacht

ist hierbei vor allem an die

Überwindung vom Gehsteig- auf

Erdgeschoss- bzw. Hochparterreniveau,

aber auch an kurze Treppen

im Gebäudeinneren, etwa

dort, wo Aufzügen in Zwischenetagen

halten und zur Zieletage

noch einige Stufen führen.

Derzeit baut die carestairs Hubtreppen

GmbH eine Produktionsschiene

in Brandenburg auf und bereitet die

TÜV-Zertifizierung vor. Auch finden Verhandlungen

über ein Pilotprojekt mit der Stadt

Regensburg zur Schaffung eines barrierefreien

Zugangs zur Touristen-Information statt,

die sich in einem denkmalgeschützten Altbau

befindet.

Der 2. Preis wurde an das Projektteam IDEMA

mit Nico Hecklau, Oliver Kuhlmey, Jens Adelmeier

und Ingo Schäfer vergeben. Das Akronym

IDEMA steht für ein weltweit einsetzbares

Identitätsmanagement-System in Form

eines Internetportals, dass für eine Vielzahl

von Internetanwendungen eingesetzt werden

kann. IDEMA steht dabei für Einfache,

Schnelle, Transparente und Sichere Kommunikation

und Interaktion im World Wide Web.

Mit dem System werden personenbezogene

Daten permanent aktuell, ständig bereitgestellt

und zugleich sicher verwaltet. Den Serviceanbietern

ermöglicht IDEMA vor allem ein

kosteneffizienteres Datenmanagement.

Kennzeichnend dafür ist die mögliche Ausgliederung

der Benutzerverwaltung. Dadurch

entfallen Kosten für Supportanfragen sowie

für deren Bearbeitung. Der Einsatz verschiedener

Verifikationsmethoden schafft Vertrauen

zwischen Anbietern und Nachfragern und

führt zur Absenkung der Eintrittsbarrieren für

die Nutzer. In Folge dessen wird nicht zuletzt

auch die Kundengewinnungsrate der Anbieter

langfristig gesteigert.


Innovationspreis 2009

Um die Vielfalt des Internets

nutzen zu können,

bleiben dem Nutzer

komplexe An- und

Abmeldeprozesse sowie

lästige Registrierungen

meist nicht erspart.

Durch die Entwicklung

eines digitalen

zertifizierten Zugangsschlüssels

schafft IDEMA Vertrauen

und Transparenz

zwischen Anbietern

und Nachfragern.

Langfristiges Ziel ist

die barrierefreie, aber sichere Kommunikation

und Interaktion im Netz.

Neben dem hohen Sicherheitsgrad bietet

IDEMA dem Internetnutzer ein individuelles

SingleSignOn-Verfahren, das heißt, Nutzer

müssen sich zukünftig nicht mehr eine

Vielzahl von Benutzernamen, Passwörtern

und Internetadressen merken und auch eine

Änderung personenbezogener Daten nicht

jedem Service Provider einzeln mitteilen. Die

persönlichen Datensätze werden durch den

Benutzer über einen zentralen Zugriffspunkt

kontrolliert, aktualisiert und zur Abwicklung

einer Transaktion dem jeweiligen Betreiber

zur Verfügung gestellt. Der Nutzer hat jederzeit

Einblick in die gespeicherten Daten und

kann selbstständig entscheiden, welche

Informationen dem jeweiligen Anbieter übermittelt

werden.

IDEMA ist aus einem Forschungsprojekt der

FH Brandenburg hervorgegangen. Seit März

2009 wird das IDEMA-Team durch das EXIST-

Gründerstipendium gefördert. Ziel ist es bis

Ende der Förderungsphase (März 2010) einen

marktfähigen Prototypen des Systems zu ent-

Transparente und gesicherte Authentifizierung durch IDEMA

(oben rechts) mit Verifikationsmethoden (oben) und dem

Login der Profilverwaltung (rechts). Grafiken: IDEMA

wickeln. Derzeit befindet es sich in der

Entwicklung. Die erste Version konnte bereits

im August 2009 fertiggestellt werden. Die

Gründung des Unternehmens ist für das erste

Quartal 2010 geplant.

Der 3. Preis und zugleich der Sonderpreis für

Existenzgründer geht geht an Matthias

Meisdrock, Alexander Boers und Sven Engelmann,

die Gründer des Start-up-Unternehmens

OMQ. Ausgezeichnet werden sie für ihre

Software „OMQ Support System“, die den

Support von Softwareherstellern automatisieren

und effizienter gestalten. Die Idee dabei

ist einfach: Softwareprobleme die schon einmal

durch einen Support-Mitarbeiter gelöst

wurden, werden zentral gespeichert und stehen

später anderen Kunden mit den gleichen

Problemen zur Verfügung. Basis für die Produkte

ist eine intelligente Sensorik, die supportrelevante

Daten bewertet und automatisch

zuvor gespeicherte Lösungen vorschlägt.

Eine Marktstudie zur Informationstechnologie

(IT) des Beratungsdienstleisters IDC von

2007 ergab, dass wiederkehrende Support-

Schema des Software-Supports ohne (l.) und mit (r.) OMQ-Software. Grafik: OMQ

infocus 2009

VERANSTALTUNG

fälle etwa 80 Prozent der gesamten Support-

Anfragen ausmachen. Diese Anfragen werden

bisher durch kein bestehendes System abgefangen,

sondern gelangen ungefiltert und

ungeordnet an den Support. Durch den Einsatz

der OMQ-Software erwarten die Entwickler

eine Prozessoptimierung im Support von

mindestens 25 Prozent.

Das OMQ-System teilt sich in „OMQ diagnostic“

und „OMQ endoscopy“. Ersteres ist zu

verstehen als Brücke zwischen dem Endanwender

und dem Softwareunternehmen.

Das Programm unterstützt direkt die Supportabteilung.

Die daran anschließende Fehleranalyse

mit „OMQ endoscopy“ verbessert die

Fehlerbehebung durch umfangreiche Daten,

die durch „OMQ diagnostic“ gesammelt wurden.

Im 4. Quartal 2009 wird OMQ die erste

fertige Version des Produktes „OMQ diagnostic“

auf den Markt bringen. Ein halbes Jahr

später folgt das dazu ergänzende Produkt

„OMQ endoscopy“.

Der Innovationspreis wird organisiert von der

Technologie- und InnovationsBeratungsStelle

(TIBS) der FH Brandenburg und ermöglicht

durch die Unterstützung von zahlreichen

Unternehmen und Institutionen

der Region. Teilgenommen haben

junge Beschäftigte, junge Unternehmer

und Jugendliche (jeweils bis 30 Jahren),

die in innerbetrieblichen, schulischen

oder studentischen Projekten

und Abschlussarbeiten innovative

Problemlösungen entwickelt haben.

Die Wettbewerbsbeiträge stammen

aus dem Nordwesten Brandenburgs,

vom Landkreis Teltow-Fläming bis hin

zur Prignitz und zur Uckermark.

Stefan Parsch (unter Verwendung von

Textpassagen aus den Bewerbungsunterlagen)

9


FORSCHUNG

Als Projektpartner mit an Bord

FHB beteiligt sich an DB Eco Rail Center in Kirchmöser

Von Stefan Parsch

Viel politische und wirtschaftliche Prominenz

kam am 10. August in den Brandenburger

Stadtteil Kirchmöser, um ein großes Industrieprojekt

aus der Taufe zu heben: das „DB Eco

Rail Center“, in dem umweltfreundliche und

energieeffiziente Technologien für den Schienenverkehr

und dessen Infrastruktur entwicklet

werden sollen. Erklärtes Ziel ist der emissionsfreie

Bahnverkehr.

Zur Auftaktveranstaltung kamen u.a. die

Bundesminister Dr. Frank-Walter Steinmeier

(Äußeres) und Wolfgang Tiefensee (Verkehr

und Aufbau Ost) sowie der Vorstandsvorsitzende

der Deutschen Bahn AG, Dr. Rüdiger

Grube. Vertreten waren auch große Industrieunternehmen

wie die Bombardier Transportation

GmbH, die Siemens AG oder die Linde AG

(alle Projektpartner: s. Kasten). Und die FH

Brandenburg ist, neben dem Deutschen Zentrum

für Luft- und Raumfahrt e.V. die einzige

Forschungseinrichtung, die von Anfang an als

Projektpartner mit an Bord ist.

Für FHB-Präsident Dr. Hans Georg Helmstädter

ist dieses Projekt eine „große Chance“. Die

Hochschulleitung begreift die Schienenverkehrstechnik

als Querschnittstechnologie, zu

deren Entwicklung nahezu alle Fachgebiete an

der FH Brandenburg beitragen können, vom

naheliegenden Maschinenbau über die Informatik,

ohne die kaum eine moderne Technologie

auskommt, bis hin zur Betriebswirtschaftslehre,

etwa im Bereich Marketing. Entsprechend

sieht das Präsidium große Kooperations-

und Entwicklungspotenziale in der

Schienenverkehrstechnik und möchte das

Profil der Hochschule weitgehend darauf ausrichten.

Allerdings werde man genau beob-

10

achten, wie groß das Engagement der Industrieunternehmen

im DB Eco Rail Center tatsächlich

sein wird, sagt Dr. Helmstädter.

Die FH Brandenburg kann eine ganze Reihe

neuer Angebote zur Vertiefung der Zusammenarbeit

mit Unternehmen in diesem Bereich

bieten: So könnte eine weitere Professur

für Energie- und Umwelttechnik oder Werkstoffprüfung

und neue Materialien eingerichtet

werden, die „nachhaltige Bahn- und

Industriepartner des DB Eco Rail Centers

� Alstom Transport Deutschland GmbH,

Salzgitter

� Bombardier Transportation GmbH, Berlin

� Deutsche Bahn AG, Berlin

� Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

e.V. (DLR), Köln

� Enertrag AG, Gut Dauerthal

Fachhochschule Brandenburg, Branden-

Bild oben:Gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann (2.v.l.), Bundesverkehrsminister Wolfgang

Tiefensee (4.v.l.), Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier (5.v.l.), und Bahnchef Dr. Rüdiger Grube

(6.v.l.) und zahlreichen anderen Projektpartnern enthüllte FHB-Präsident Dr. Hans Georg Helmstädter (l.) eine

Projekttafel (Bild unten). Fotos: Voigt (o.), DB AG/Ralf Kranert (u.)

burg an der Havel

� Linde AG, München

� Siemens AG, Berlin und München

� Solon SE, Berlin

� Tognum AG, Friedrichshafen

� Verband der Bahnindustrie in Deutschland

e.V., Berlin

� Voith Turbo GmbH & Co. KG, Heidenheim

Energietechnik“ könnte zum Kernprofil des

Fachbereichs Technik ausgebaut und der Studienschwerpunkt

„Energie- und Umwelttechnik“

um einen Masterstudiengang „Nachhaltige

verkehrstechnologien“ erweitert werden.

Zudem könnten Praxisvertreter der Unternehmen

als Gastdozenten und Honorarprofessoren

in die Lehre eingebunden werden.

Pläne gibt es auch für die Gründung eines

„Instituts für alternative Antriebs- und Energietechnologien

für spurgeführte Verkehrssysteme“.

Einen Förderantrag an das Ministerium

für Wissenschaft, Forschung und Kultur

des Landes Brandenburg zur Erstausstattung

des Instituts aus Mitteln des Konjunkturpakets

II hat die FH Brandenburg bereits gestellt.

Als Forschungsfelder sind vorgesehen: Nachhaltige

Antriebstechnologien, Emissionsfreie

Energieerzeugung und -speicherung, Softwarelösungen

für Energie-Management-Systeme;

Mess-, Steuer- und Regelungstechnik;

Einsatz neuer Werkstoffe; Emissionsfreie

Bahnhöfe, Terminals und Werkstätten.

infocus 2009


Stiftungsprofessur für Medizininformatik

Stiftungsprofessur für die Medizininformatik

Die Städtisches Klinikum Brandenburg GmbH stellt ab 2010 jährlich 150 000 Euro zur Verfügung

Von Prof. Dr. Gabriele Schmidt

Am 27. Oktober 2009 haben die Geschäftsführerin

der Städtisches Klinikum Brandenburg

GmbH, Gabriele Wolter, und der Präsident

der FH Brandenburg, Dr. Hans Georg

Helmstädter, den Vertrag zur Einrichtung

einer Stiftungsprofessur für den Bachelor-

Studiengang Medizininformatik am Fachbereich

Informatik und Medien unterschrieben.

Alle Beteiligten freuen sich sehr über diesen

weiteren Ausbau der Zusammenarbeit. Bereits

seit Gründung des Studienganges Medizininformatik

im Herbst 2007 besteht eine

Kooperation mit dem Städtischen Klinikum,

in deren Rahmen der Studiengang unter anderem

durch zwei Honorarprofessoren unterstützt

wird.

Die Stiftungsprofessur kommt nun ab 1.

Januar 2010 hinzu und ist zeitlich unbegrenzt.

In den jährlichen Kosten von 150 000

Euro sind auch ein wissenschaftlicher Mitarbeiter

und Bürokosten berücksichtigt. „Nur

mit einer Stiftungsprofessur kann die FH

Brandenburg den Studiengang der Medizininformatik

mit der hohen Anzahl an Studierenden

ohne die Schaffung eines Numerus

clausus weiter aufrecht erhalten“, begründet

die Leitung des Städtischen Klinikums Brandenburg

ihren Schritt. Entsprechend den

Intentionen der Stifterin soll die Professur

weiterhin in enger Kooperation mit den medi-

infocus 2009

zinischenEinrichtungen und Vereinen

der Region die

Etablierung des

Gesundheitsstandorts

Brandenburg

an der Havel fördern

und ggf. auch

weiterer Studiengänge

zur Weiterbildung

ins Leben

rufen.

Neben dem Städtischen

Klinikum

Brandenburg erfährt

der StudiengangMedizininformatik

bereits jetzt Unterstützung durch zahlreiche

regionale und überregionale Unternehmen

sowie durch den Verein „Gesund in

Brandenburg e. V.“. Die Studierenden im

sehr gut nachgefragten Studiengang können

sich daher bereits jetzt über eine spannende,

vielfältige und praxisnahe Ausbildung

freuen.

Bereits im Frühjahr 2010 werden die ersten

Studierenden des Studienganges Medizininformatik

Firmen für ihre Praxisphase

suchen, im Idealfall kann diese im Anschluss

direkt in eine Bachelorarbeit münden, die

ebenfalls in der Praxis erstellt werden kann.

Prof. Dr. Gabriele Schmidt (rechts) und Studierende im neuen Labor zur Biosignalverarbeitung. Foto: FBI

HOCHSCHULE

Gabriele Wolter (l.), Geschäftsführerin des Städtischen Klinikums, und FHB-Präsident

Dr. Hans Georg Helmstädter, hier im Beisein von Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind

Tiemann (Mitte), unterzeichnen den Vertrag zur Einrichtung der Stiftungsprofessur im

Studiengang Medizininformatik. Foto: Parsch

Dies bietet interessierten Betrieben eine attraktive

Möglichkeit, bereits frühzeitig Kontakt

zu möglichen Nachwuchskräften aufzubauen.

Ab Mitte 2010 werden dann den Unternehmen

die ersten Absolventen zur Verfügung

stehen, die sowohl über hohes theoretisches

Wissen als auch praktische Erfahrungen

verfügen.

Langfristig fassen das Städtische Klinikum

Brandenburg und die Fachhochschule Brandenburg

eine bedarfsgerechte Entwicklung

neuer Weiterbildungsangebote für Region

und Land ins Auge, um so dem aktuellen

Mangel an Fachkräften im medizinnahen

Bereich zu begegnen.

In diesem Zusammenhang sind weitere

Kooperationspartner willkommen. So ist für

den Studiengang „Medizininformatik“ die

Gründung eines Unternehmensbeirats geplant,

um den Studiengang mit der Arbeit

und den Anforderungen in der betrieblichen

Praxis noch enger zu verzahnen. Neben der

gezielten Ausbildung von Fachkräften bietet

ein solcher Ansatz die Möglichkeit einer Intensivierung

der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten

sowie des Technologietransfers

auf dem Gebiet der Medizininformatik

und medizinnahen Bereich.

___________________________

Studiengang Medizininformatik:

Prof. Dr. Gabriele Schmidt, Telefon 03381/355-421

E-Mail gschmidt@fh-brandenburg.de

www.fh-brandenburg.de/informatik/medizininformatik.html

11


VERANSTALTUNG Security Forum - SAP-Forum

Hochkarätige Referenten und angeregte Diskussionen

3. Security Forum der FH Brandenburg am 29. Januar widmete sich dem Thema „Sicherheit im Wandel“

Mit dem 3. Security Forum am 29. Januar

2009 im Audimax konnte die FH Brandenburg

die Führungsrolle im Bereich der Sicherheit

weiter stärken. Die Veranstaltung etabliert

sich als Forum für den Austausch zwischen

Unternehmen, Sicherheitswirtschaft,

Bildungsträgern und öffentlicher Hand.

In seinem Hauptvortrag diskutierte Dr.

12

Christian Ehler, Mitglied des Europäischen

Parlaments die Entwicklungen in der europäischen

Sicherheitsarchitektur. In der ersten

Session berichteten Referenten über

ihre Erfahrungen zur notwendigen Neuorientierung

des unternehmerischen Sicherheitseinsatzes

sowie der öffentlich-privatwirtschaftlichen

Kooperation im Sicherheitsbereich.

FHB-Präsident Dr. Helmstädter (l.) unterschrieb beim Security Forum mehrere Verträge mit Kooperationspartnern.

Die achte Auflage des Berlin-Brandenburger

SAP-Forums an der FH Brandenburg befasste

sich mit dem Thema „Software as a Service -

ein Modell für die Zukunft?“. Ziel der Veranstaltung

am 18. Juni 2009 im Audimax war es,

Anwender, Beratungshäuser und Entwickler,

die mit Software der SAP AG arbeiten, zu

einem Erfahrungsaustausch innerhalb der Region

Berlin-Brandenburg zusammenzuführen.

Software as a Service (SaaS) bringt Unternehmen

viele Vorteile. Die IT-Abteilungen werden

Das Thema Qualifizierung bildete den

Schwerpunkt der zweiten Session, entsprechend

wurden Qualifizierungserfordernisse

und -konzepte, sowie Ergebnisse der ersten

deutschlandweiten Bedarfsermittlung zur

Sicherheitsqualifizierung vorgestellt. Die

dritte Session beschäftigte sich mit Entwicklungen

in der Sicherheitsforschung.

Im Rahmen des Security Forums wurden Kooperationsverträge

mit den Unternehmen

Commerzbank AG, Mikado AG, HiSolutions

AG, TimeKontor AG sowie BrainTrustIT unterzeichnet.

Ausgerichtet wurde das Forum vom Masterstudiengang

Security Management, dem

Kompetenzzentrum für Sicherheit an der FH

Brandenburg (KomSiB) und dem Institut für

Safety und Security (ISS).

Prof. Dr. Sachar Paulus

___________________________

3. Security Forum

Dokumentation der Vorträge unter:

www.security-management.de/de/forum/

„Software as a Service“ - ein Modell für die Zukunft?

Das 8. Berlin-Brandenburger SAP-Forum diskutierte den aktuellen Technologie-Trend

Das Berlin-Brandenburger SAP-Forum stieß erneut auf große Resonanz. Foto: Voigt

entlastet und durch das Mietprinzip entfallen

die zum Teil horrenden Lizenzgebühren -

bezahlt wird nur das, was tatsächlich genutzt

wird. Aber wie wird mit sicherheitsrelevanten

Daten umgegangen? Oder wie hoch ist der

Integrations- und Umstellungsaufwand? Softwareexperten

und Anwender beantworteten

diese Punkte ebenso wie die wichtigste aller

Fragen: Wann rechnet sich der Einsatz einer

SaaS-Lösung und welche Modelle stehen

letztlich dahinter? Präsentiert und diskutiert

wurden Lösungen mit Vor- und Nachteilen des

allgegenwärtigen Technologie-Trends.

Geleitet wurde das 8. Berlin-Brandenburger

SAP-Forum von Prof. Dr. Robert U. Franz, Prof.

Dr. Hartmut Heinrich und Prof. Dr. Andreas Johannsen

vom Studiengang Wirtschaftsinformatik

im Fachbereich Wirtschaft.

___________________________

Weitere Informationen: www.bb-sap-forum.de

infocus 2009


Erfolgreiche Firmenkontaktmessen

Hohe Qualität der Bewerber und der Gespräche

Von Erhardt Ewert, Coaching Center C 2

Der Career Service veranstaltete am 3. Februar

gemeinsam mit dem Fachbereich Wirtschaft

für die Studiengänge Wirtschaftsinformatik

und Informatik eine Firmenpräsentation

mit den Unternehmen

� Beta Systems Software AG,

� commsult AG,

� datango AG,

� Immobilien Scout GmbH,

� OPTIMAL SYSTEMS,

� Psipenta GmbH.

Mehr als 50 Studenten der Studiengänge

Wirtschaftsinformatik und Informatik nutzten

die Gelegenheit, sich direkt mit jeweiligen

Unternehmensvertretern der teilnehmenden

Firmen über Stellenangebote, Anforderungen,

Einsatzgebieten und Karrieremöglichkeiten

auszutauschen. In kurzen Präsentationen

konnten die Firmenvertreter ihr Unter-

VERANSTALTUNG

1. Firmenkontaktmesse am Tag der offenen Tür war erfolgreicher Auftakt für Veranstaltungsreihe

Von Dr. Daniela Stokar von Neuforn

Am Tag der offenen Tür fand unter Regie des Career

Service im Audimax der FH Brandenburg erstmals

eine Firmenkontaktmesse statt. Unternehmen aus

unterschiedlichen Branchen (FERCHAU Engineering,

Strato AG , RST Rail System Testing GmbH, BASF

Services Europe GmbH Netfox AG und ]init[) präsentierten

sich in kurzen Vorträgen und an Messeständen.

Die anwesenden Unternehmensvertreter waren

für die Studierenden aller Fachbereiche Ansprechpartner

für die Vergabe von Praktika, Bachelor- und

Masterarbeiten, Nebenjobs, Projektmitarbeit und

Festanstellungen nach dem Studium.

Die etwa 200 anwesenden Studierenden konnten

nach den Vorträgen und in persönlichen Gesprächen

ihre Fragen und individuellen Karrierepläne

diskutieren und dabei erste direkte Kontakte zu

potenziellen Arbeitgebern aufnehmen. Zudem war

es für die Studierenden möglich, sich vorab mit

einem kurzen Portfolio für persönliche Gesprächstermine

mit Unternehmensvertretern anzumelden.

Die Studierenden werteten den Besuch der Firmenkontaktmesse

als eine sehr effektive Möglichkeit

gleich mit mehreren Unternehmen direkt in Kontakt

zu treten. Sogar Alumni, übers Netzwerkportal XING

informiert, kamen zur Veranstaltung angereist, um

sich über mögliche Karrierechancen zu informieren.

Auch sämtliche Unternehmen lobten die hohe Qualität

der Bewerber und der Gespräche, so z.B. Karin

Stranz von der Netfox AG: „Die Messe fand ich einen

netten kleinen Auftakt für eine Reihe von künftigen

Firmenkontaktmessen. Die Stimmung war angenehm,

gerade weil nicht zu viele Firmen dort waren.

… Gerade Menschen, die im nächsten Jahr ein Praktikum

suchen, haben sich am Stand gemeldet. Vielleicht

wäre es eine Idee, eine Praktiumsmesse daraus

zu machen, so dass einige Monate vor den Praxissemestern

Kontakte geknüpft werden können. …

Also: Messe gelungen, bitte wiederholen!“ Diese

Anregung wollen wir gerne aufgreifen und auch in

der Zukunft kleine fachbereichsinterne und größere

fachbereichsübergreifende Firmen- oder Praktikumskontaktmessen

für die Studierenden, angehenden

Absolventen und Alumni organisieren.

___________________________

Career Service: Dr. Daniela Stokar von Neuforn

E-Mail: stokarvo@fh-brandenburg.de | Telefon: 355-226

Austausch über Stellenangebote und Anforderungen

Unternehmenspräsentation für Studierende der Wirtschaftsinformatik und der Informatik

Über 50 Studierende der Studiengänge Wirtschaftsinformatik und Informatik informierten sich bei der

Firmenpräsentation am 3. Februar. Foto: Reber

Eindrücke von der ersten Firmenkontaktmesse

am Tag der offenen Tür.

Fotos (2): Career Service

nehmen einschließlich der Geschäftsfelder

vorstellen. Detailliert wurden außerdem die

Rahmenbedingungen, wie z.B. der Einsatzort,

Arbeitsverträge, mögliche Anfangstermine,

Arbeitszeit und Vergütung, erläutert. Darüber

hinaus wurden Themenvorschläge für

Praktika bzw. Abschlussarbeiten dargestellt.

Neben den Vorträgen konnten auch persönliche

Gespräche mit den Firmenvertretern

geführt werden. Für das leibliche Wohl gab es

ein kleines Büffet. Der Career Service führt

solche Firmenpräsentationen regelmäßig

durch, um den Studierenden der FH Brandenburg

die Möglichkeit zu geben, sich rechtzeitig

über Arbeitgeber und notwendige berufsrelevante

Qualifikationen zu informieren.

Der Career Service und das Coaching

Center C 2 werden mit Mitteln

des Europäischen Sozialfonds des

Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit

und Familie (MASGF) gefördert.

infocus 2009

13


FORSCHUNG Kooperation mit RapidEye

Unterstützung bei der Aufbereitung von Satellitenbildern

Kooperation zwischen RapidEye und FHB bei der Entwicklung eines Hochverfügbaren Feldgrenzen-Services

Von Prof. Dr. Arno Fischer, Silke Reimer,

Dr.-Ing. René Griesbach

Die Zusammenarbeit der FH Brandenburg mit

der RapidEye AG, dem global tätiger Geo-

Informationsdienstleister für Kunden im landund

forstwirtschaftlichen sowie im kartographischen

Bereich, hat im vergangenen Herbst

begonnen. Das gemeinsame Projekt zum Aufbau

eines „Hochverfügbaren Feldgrenzen-

Services (HFS)“ wird von der Brandenburger

Investitions- und Landesbank ILB gefördert.

Die RapidEye AG mit Sitz in Brandenburg an

der Havel ist ein wichtiger Lieferant von hochaktuellen

multispektralen Satellitenbilddaten

und abgeleiteten raumbezogenen Daten

und Dienstleistungen. Dazu wurden im August

2008 erfolgreich fünf baugleiche Erderkundungssatelliten

ins All geschossen. Zusammen

mit dem Bodensegment, bestehend

aus Kontrollstation, Datenverarbeitungsstrecke

und Archiv, erlaubt dieses System, kosteneffiziente

Services und maßgenaue Lösungen

anzubieten.

Die Systemeigenschaften wurden vor allem

auf die Bedürfnisse der weltweiten Land- und

Forstwirtschaft abgestimmt. Feld- und

Schlaggrenzen als kleinste territoriale Einheit

der Bewirtschaftung bilden die Grundlage für

eine eindeutige Informationszuordnung.

Ziel des Projektes HFS ist die hochperformante

(hochverfügbare) Bereitstellung von Feld-

14

Start der Rakete mit den fünf RapidEye-Stelliten vom

Weltraumbahnhof Baikonur.

Foto: MacDonald, Dettwiler and Associates Ltd., Canada

grenzen in Form von Vektordaten und zugehörigen

Attributen. Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit

ist die Untersuchung, wie selbst

riesige Datenmengen (im Terrabyte-Bereich)

performant über web-basierte Dienste zur

interaktiven Feldgrenzenerfassung bereit gestellt

werden können. Aspekte, die bei der

Arbeit eine Rolle spielen, sind daher:

� Aufbau von performanten Datenbanksystemen

� Aufbau von performanten Web-Services

zur Auslieferung von Feldgrenzen und

RapidEye-Satellitendaten

Die fünf Satelliten vor der Verschiffung nach Russland (Bild links). Satellitenbild mit sichtbar gemachten Feldgrenzen

(Bild Mitte). Schematische Darstellung des Kooperationsprojektes als Flowchart (Bild rechts).

Foto links: SSTL, UK. Grafiken: RapidEye

� performante Absicherung der Web-Services,

um nur autorisierte Zugriffe zu ermöglichen.

Für die Umsetzung ist die Bereitstellung einer

leistungsfähigen IT 1 -Infrastruktur und eines

ausgefeilten Sicherheitssystems nötig. Zudem

soll der Dienst über benutzerfreundliche Anwendungen

den Kunden eine komfortable Nutzung

erlauben. Zur Erhöhung von Effizienz,

Flexibilität und Wartungssicherheit kommen

ausschließlich freie Software und freie Betriebssysteme

(Open Source) zum Einsatz.

Das System soll so ausgelegt werden, dass es

als Teil der RapidEye-Produktprozessierung

oder auch separat davon betrieben werden

kann. Ferner sollen von dem System die folgenden

Hauptanforderungen erfüllt werden:

1. Bereitstellung von graphischen Oberflächen,

die eine angepasste Benutzer geführte

Erstellung und Aktualisierung von

Feldgrenzen und deren Abspeicherung ermöglichen.

2. Gesicherte Anbindung eines Webbasierten

Frontends 2 an das Internet sowie eine

konfigurierbare Zugangskontrolle.

3. Bereitstellung von Benutzeroberflächen,

die es einem Kunden erlauben, von seinem

Computer aus konkrete Feldgrenzen

über das Internet auszuwählen, detailliert

anzusehen, falls gewünscht zu korrigieren

1 Informationstechnologie

2 Benutzeroberfläche

infocus 2009


Künstliche Insel „The Palm“ in Jumeirah (Dubai), aufgenommen

vom Satelliten Choma. Foto: RapidEye

und abzuspeichern

4. Bereitstellung eines Web-Services, der es

dem Kunden erlaubt, mit seinen Anwendungen

direkt auf die geographischen Daten

zuzugreifen.

5. In der ersten Ausbaustufe soll sich der Anwendungsbereich

auf die mehrere Millionen

umfassenden Feldgrenzen in Europa

beschränken.

6. Das System soll durch einen modularen

Aufbau eine einfache Erweiterung auf einen

globalen Anwendungsbereich zulassen

bzw. eine mehrjährige Verfolgung von

Feldgrenzen ermöglichen.

Die Arbeiten bei der RapidEye AG werden von

Silke Reimer (inhaltliche Projektleitung) und

Dr. René Griesbach (administrative Projektleitung)

koordiniert. Auf Seiten der Hochschule

sind Prof. Dr. Arno Fischer als Projektleiter

und in der ersten Phase des Projektes

die CCDM GmbH - Institut an der FH Brandenburg

- beteiligt. Unterstützt wird es auch

durch die Technologie- und Innovationsberatungsstelle

der FH Brandenburg.

Die Hauptaufgaben auf Seiten der FH Brandenburg

beinhalten die Konzeption und der

Entwurf der skalierbaren Datenbank-Architektur

und der Sicherheits- und Zugriffsfunktionalität.

Dieser Arbeiten erfolgen gemeinsam

mit der RapidEye AG.

___________________________

RapidEye: www.rapideye.de

Projektleiter René Griesbach: griesbach@rapideye.de

Projektleiterin Silke Reimer: reimer@rapideye.de

CCDM GmbH: www.ccdm.de

Prof. Dr. Arno Fischer, Telefon 03381/355-434

E-Mail: fischer@fh-brandenburg.de

infocus 2009

Zwei von fünf Satelliten, die RapidEye die Aufnahmen liefern, die dann für die Kunden aufbereitet werden. Die FH

Brandenburg ist am Aufbau des innovativen Systems beteiligt. Grafik: RapidEye

Das Projektteam (von links) im Unternehmenssitz am Molkenmarkt vor der Satellitenantenne: Dr.-Ing. René

Griesbach, Peter Freimuth, Karl Kümmel, Nico Hecklau (beide CCDM), Sebastian Paasche, Silke Reimer, Stephan

Zinke, Prof. Dr. Arno Fischer. Foto: RapidEye

15


FORSCHUNG Analyse von Oberflächenstrukturen

Erkenntnisse für die Entwicklung moderner Werkstoffe

Mikrotechnologielabor analysiert Oberflächenstrukturen für Xella Technologie- und Forschungszentrum

Von Norbert Lutz (TIBS)

Effektive und hochgenaue Analyseverfahren

sind in der Entwicklung moderner Werkstoffe

und Materialien unverzichtbar. Auf diesem

Gebiet kann die Technologie- und Innovationsberatungsstelle

TIBS an der FH Brandenburg

eine neue Kooperation zwischen der Mikrotechnologie

der FHB und dem Xella Technologie-

und Forschungszentrum Kloster Lehnin

vermelden. Die Xella Deutschland GmbH,

die sich u. a. mit Herstellung und Entwicklung

hochwertiger Wärmedämmsysteme (Wärmeleitfähigkeitsgruppe

0,045) beschäftigt, betreibt

in Brandenburg Forschung und Entwicklung

im Werkstoffbereich an zwei Standorten:

im Technologie- und Forschungszentrum

Brück sowie im Technologie- und Forschungszentrum

Emstal in Kloster Lehnin.

Umfassende Charakterisierungen neuartiger

Werkstoffe erfordern den Einsatz vielseitiger

Analytik. Wenn dazu Fragen über Oberflächenfeinstrukturen

von Materialien gehören,

dann sind Untersuchungen im Mikrometerund

Submikrometerbereich gefordert, die in

der Mikrotechnologie der FH Brandenburg

durchgeführt werden können.

Das hochauflösende Rasterelektronenmikroskop

(REM) der FH Brandenburg gibt Auskunft

über Oberflächentopographien bis in

den Nanometerbereich, ein System zur

energiedispersiven Röntgenspektroskopie

(EDX - energy dispersive X-ray spectroscopy)

ermöglicht ortsaufgelöste Materialanalysen.

Studierende des Fachbereichs Technik, überwiegend

aus dem siebten Semester des Studiengangs

Automatisierungstechnik, konnten

sich am 6. November davon überzeugen,

dass nicht nur Pharmazeuten interessante

Arbeitsmöglichkeiten in einem Pharmaunternehmen

vorfinden. Die Firma Nycomed,

Kooperationspartner der Präsenzstelle Oberhavel

der Fachhochschule Brandenburg hatte

zur Betriebsbesichtigung in ihre Betriebsstätte

Oranienburg geladen. An diesem traditionsreichen

Standort der Pharmaindustrie

16

Das Rasterelektronenmikroskop im Mikrotechnologielabor. Foto: FB Technik

Die vor kurzem erfolgte Inbetriebnahme

eines weiteren Zusatzgeräts zum REM wird

auch den Einsatz von EBSD (electron back

scattering defraction) erlauben. Damit sind

Untersuchungen zu Kristallparametern wie

z.B. der Kristallorientierung möglich.

Die mikrotechnologischen Analysen erfordern

spezielle Probenpräparationen (ebene

Analyseareale, Goldbedampfung, Aufbringung

auf Probenteller). Üblicherweise werden

zur Untersuchung anstehende Proben von

einem Xella-Mitarbeiter persönlich überbracht

und je nach Untersuchungsstrategie

gemeinsam in den Mikrotechnologielaboren

Einblicke in die Produktion von Medikamenten

konnten die Studierenden gemeinsam mit

Prof. Stephan und weiteren FHB-Mitarbeitern

erfahren, mit welchem technischen Aufwand

Tabletten und Kapseln produziert werden.

Dies beeindruckte selbst die sonst an Technik

gewöhnten angehenden Automatisierungstechniker.

Für die Gebäudesystemtechniker

waren eher die riesigen Anlagen zur Belüftung

und Wasserversorgung der Produktionsgebäude

imponierend. Zu erfahren war auch,

dass Nycomed motivierten Studierenden die

präpariert. Die eigentlichen Untersuchungen

im REM dauern pro Probe bis zu einer Stunde,

mit EDX-Mapping noch deutlich länger.

„Die Fachhochschule Brandenburg ist damit

Teil einer Analysekette und liefert wertvolle

Erkenntnisse für nachfolgende Untersuchungen

und die weitere Entwicklung moderner

Werkstoffe“, betont der Projektleiter Dr.

Frank Pinno.

___________________________

Technologie- und InnovationsBeratungsStelle der FHB:

Norbert Lutz, Telefon 03381/355-377,

E-Mail: lutz@fh-brandenburg.de

Studierende des Fachbereichs Technik besichtigten die Betriebsstätte Oranienburg von Nycomed

Gelegenheit gibt, das Unternehmen in Form

von Praktika und Studienabschlussarbeiten

genauer kennen zu lernen. Der Kontakt kann

auf Wunsch über die Präsenzstelle Oberhavel

hergestellt werden. Tobias Dressler

___________________________

Präsenzstelle Oberhavel

Neuendorfstraße 18a, 16761 Hennigsdorf

Leiter: Tobias Dressler, Telefon 03302/599-309

E-Mail oberhavel@fh-brandenburg.de

Internet www.fh-brandenburg.de/oberhavel.html

infocus 2009


Neue Geräte im Werkstoffprüflabor

Große Investitionen in das Werkstoffprüflabor

Mehr als 300000 Euro für eine Universalprüfmaschine und ein Hochleistungsfunkenspektrometer

Beim „Tag der offenen Labortür“ des Werkstoffprüflabors

im Fachbereich Technik am 20.

Januar wurden zwei neue Großgeräte, eine

Universalprüfmaschine sowie ein Funkenspektrometer,

offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Zahlreiche Vertreter von Unternehmen

der Region nutzten die Gelegenheit, sich über

das neue Leistungsspektrum des Werkstoffprüflabors

zu informieren. Die Veranstaltung

wurde in Kooperation mit dem M+E Netzwerk

der Metall- und Elektroindustrie, der Regionalen

Transferstelle Prignitz und der Technologie-

und InnovationsBeratungsStelle der FH

Brandenburg durchgeführt.

Dr. Christina Niehus und Laborleiterin Ina

Bohne waren 2008 sehr erfolgreich in der

Drittmitteleinwerbung und erhielten aus dem

Hochschulinvestionsprogramm des Bundes

und Länder im Rahmen des Programms

„Großgeräte der Länder“ eine Förderung von

329210 Euro. Neben der Ermöglichung qualitativ

hochwertiger Lehre für rund 150 Studierende

pro Semester soll sich das Werkstoffprüflabor

auch als kompetenter Partner für

Unternehmen etablieren. Bereits jetzt wird in

Forschungs- und Entwicklungsprojekten (FuE)

mit einem großen Kreis von Partnern aus

Schienenfahrzeug- und Automobilindustrie,

metallbe- und verarbeitender Industrie sowie

aus anderen Branchen zusammengearbeitet.

Die Elektromechanische Prüfmaschine „Inspekt“

mit zwei Prüfräumen für Zug-, Druck-,

Falt-, und Biegeversuche (150 kN) der Firma

Hegewald & Peschke ist für folgende Anwendungen

geeignet:

� Festigkeitsprüfung aller gängigen metalli-

Jeffrey Dames (l.) und Jens Brettschneider testen eine

Materialprobe mit dem neuen Funkenspektrometer.

infocus 2009

schen Materialien, Kunststoffe und Verbundwerkstoffe

� Bauteilprüfungen

� Zugversuch an Flach-, Rund-, Gewindekopfsowie

Schulterkopfproben

� Beurteilung mechanischer Eigenschaften

von Schweißnähten von verschweißten

Komponenten unter Berücksichtigung verschiedener

Nahtgeometrien, Werkstoffe,

Blechdicken und Belastungsarten

Mechanische Prüfverfahren dienen zur Untersuchung

des Festigkeits-, Verformungs- und

Bruchverhaltens von Werkstoffen. Basis jeder

Produktentwicklung ist die Kenntnis der Verbindung

zwischen Werkstoff, Beanspruchung

und Lebensdauer für die Grundlagenforschung

und anwendungsorientierten Begleitung

kundenspezifischer Innovationen.

Das Hochleistungsfunkenspektrometer Spectrolab

M 10 der Firma Spectro Analytical Instruments

GmbH Kleve ist das derzeit modernste

Gerät, welches es zur chemischen

Analyse mittels Funkenspektrometrie überhaupt

gibt. Als es im November 2008 geliefert

wurde, war es erst das derartige zweite Gerät

FORSCHUNG

Prof. Dr. Bernhard Hoier (l.), Dekan des Fachbereichs Technik, übergab die neuen Großgeräte ihrer Bestimmung.

in Ostdeutschland. Es verfügt über eine erstklassige

Ausstattung zur Analytik zahlreicher

Metalle, gekennzeichnet durch eine verbesserte

analytische Leistungsfähigkeit sowie

große analytische Flexibilität. Das Spektrometer

liefert präzise Analysen von Werkstoffen

auf der Basis von Eisen, Aluminium, Kupfer,

Nickel, Kobalt, Titan, Zink und Magnesium.

Anwendungbeispiele:

� Werkstofferkennung, Stahlbestimmung,

Recycling

� Quantitative Analyse von Legierungselementen

� Aussagen zur Materialgüte

� Werkstoffcharakterisierungen als Schadensanalyse

Derzeit läuft ein FuE-Projekt (83750 Euro) zum

Thema „Untersuchungen zur Reduzierung von

Abbrand und Schlackebildung sowie verbessertem

Recycling von Schlacke und Bohnen

bei der Verarbeitung von Zinkdruckgusslegierungen“.

Dr. Christina Niehus, Stefan Parsch

___________________________

Werkstoffprüflabor: Dr. Christina Niehus

Tel. 03381/355-381, E-Mail crniehus@fh-brandenburg.de

Vorher - nachher: In der Universalprüfmaschine wird ein Werkstück solange einer Zugbelastung ausgesetzt, bis

es sich zunächst verformt und dann bricht. Fotos (4): Parsch

17


FORSCHUNG Laserbearbeitung von Mikrobauteilen

Innovativer Lasereinsatz für extrem glatte Oberflächen

Forscherteam der FH Brandenburg entwickelt Polierverfahren für Mikrobauteile

Der Probentisch mit der kleinen Metallplatte

ist in grünes Licht getaucht. Gebannt schauen

Prof. Dr. Gerhard Kehrberg, Dr. Klaus

Sowoidnich und Nico Vogler auf ihre Anlage.

Durch die Schutzbrille sieht man einen kleinen,

sehr hellen Punkt, der auf der Platte hin

und her wandert. Am Ende hat der Laser die

Umrisse des Logos der FH Brandenburg in

den Stahl graviert. Eine kleine Demonstration

der Möglichkeiten, die die neuen Laser bieten.

Das eigentliche Ziel des Forschungsprojektes,

das die drei Wissenschaftler verfolgen,

ist jedoch nicht das Gravieren, sondern

das Polieren mit Hilfe des Lasers.

Winzige Bauteile stecken nicht nur in Modelleisenbahnen.

Parallel zur ständigen Verkleinerung

von Computerchips schrumpfen in

vielen Industriebereichen wie Automobil-,

Bio- oder Medizintechnik auch Bauteile auf

Millimetergröße. Viele Forscher und Unternehmen

beschäftigen sich mit dem Einsatz

von Mikrofunktionsbauteilen, doch nur wenige

mit deren Herstellung. Im Fachbereich

Technik wird derzeit in einem Forschungsprojekt

versucht, das Glätten von Formen für

den Mikrospritzguss mit einem Laser um das

Doppelte zu verbessern - mit Hilfe modernster

Lasertechnik. Denn je glatter die Negativform,

desto glatter und hochwertiger auch

das als Abdruck entstandene Bauteil.

Seit dem Jahr 2000 baut Prof. Dr. Gerhard

Kehrberg an der FH Brandenburg das Labor

für die Lasermaterialbearbeitung auf. Schneiden,

schweißen und bohren, hauptsächlich

18

Ein frequenzverdoppelter Festkörperlaser bei der Bearbeitung eines Werkstücks. Fotos (4): Parsch

von Metallen, waren bisher die Schwerpunkte

des Labors. Um die Möglichkeiten des

Labors zu erweitern, wandte sich Prof. Kehrberg

an Prof. Dr. Christian Stark, einen Kollegen

aus demselben Fachbereich und als Produktionstechniker

erfahren in der Bearbeitung

von Oberflächen. Gemeinsam mit dem

wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr. Sowoidnich

schrieben sie einen Förderantrag, der

von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

mit über 90 Prozent der Punktzahlen sehr gut

bewertet wurde. Der positive Bescheid kam

im August 2007, bis Mai 2010 läuft das Projekt.

Als wissenschaftlicher Mitarbeiter wurde

der FHB-Absolvent Nico Vogler eingestellt.

Ziel des Projektes ist es, das innovative Bearbeitungsverfahren

des Laserpolierens so

zu verbessern, dass es in der Industrie zum

Einsatz kommen kann. Die Grundlagen zur

Auf dem linken Bild ist der gravierende Laserstrahl als Lichtstreifen zu erkennen. Das Ergebnis ist eine sehr präzise Gravur auf einem Metallplättchen.

infocus 2009


Laserbearbeitung von Mikrobauteilen

Laserpolitur werden am Fraunhofer-Institut

für Produktionstechnologie IPT in Aachen

seit Jahren erforscht; auf deren Ergebnisse

greift das FHB-Forschungsteam auch immer

wieder zurück. In ihrem eigenen Projekt geht

es nun darum, einen Anlagenaufbau so zu

konzipieren und optimieren, dass er unter

Industriebedingungen verwendet werden

kann. Deshalb sind die itec Automation

Laser AG, ein Anlagenbauer für die Lasermaterialbearbeitung,

und die Laser-Mikrotechnologie

Dr. Kieburg GmbH, ein Dienstleister

für Lasermikrobearbeitung und Anlagenentwickler,

Kooperationspartner der FH Brandenburg

bei diesem Projekt.

Neu im Vergleich zu den Aachener Forschungen

ist die Verwendung anderer Laserquellen

mit anderen Lösungsansätzen. Mittels Scannertechnologie

wird es möglich, mit dem Laser

jede Position einer Materialprobe in einem

Quadrat von 50 mm zu erfassen und zu

bearbeiten. Nico Vogler entwickelt eine so

genannte In-situ-Messmethode, die die

Oberfläche unmittelbar nach deren Bearbeitung

vermisst und bei unzureichendem Ergebnis

eine Nachbearbeitung ermöglicht,

ohne die Anlage neu einzurichten.

Am Ende des Entwicklungsprozesses soll eine

Anlage stehen, die die Formen für den

Mikrospritzguss oder andere Mikrobauteile

zunächst mit dem Laser herstellt und formt

und anschließend in einem zweiten Verfahren

die Oberflächen poliert. Zunächst konzipierten

Dipl.-Ing (FH) für Maschinenbau Olaf

Schneuer und MA Dipl.-Ing. (FH) für Physikalische

Technik Alexander Glatz 2008 in ihren

Diplom- bzw. Masterarbeiten die Versuchsanordnung

und bauten sie auf. Dabei war

Olaf Schneuer für die konstruktiven Lösungen

verantwortlich, während Alexander Glatz

sich mit den optischen Komponenten der

Anlage beschäftigt hat.

In diesem Jahr haben drei FHB-Studenten im

Rahmen ihrer Diplomarbeit die Anlage verbessert,

sowie das Polier- und 3D-Strukturierungsverfahren

entwickelt. Michael Kamann,

Student der Automatisierungstechnik, hat die

Software, mit der die Anlage gesteuert wird,

vervollkommnet. Marcel Richter hat als zukünftiger

Physikingenieur den optischen

Aufbau optimiert. Oliver Ulrich, ein begeisterter

Maschinenbauer, entwickelte den Prozess

zum Erstellen von dreidimensionalen Strukturen

im Mikrometerbereich und stellte mit 94

Nanometer (nm) Rauigkeit den bisher besten

Wert einer Lasermikropolitur her.

infocus 2009

In der diesjährigen Summer School mit Studenten

der Universität Poznan und der FH

Brandenburg erzeugten fünf Studenten aus

beiden Hochschulen Pyramiden mit 0,4 mm

Kantenlängen in Werkzeugstahl. Die anschließende

Vermessung an einem Werkstoffmikroskop

bei Ina Bohne und am Rasterelektronenmikroskop

bei Dr. Frank Pinno löste

bei den Studenten Begeisterung über die

hervorragende Qualität der mikrostrukturierten

Pyramiden aus. Die Ergebnisse der Diplomingenieure

Kamann und Ulrich wurden

auf der 20. Internationalen Wissenschaftlichen

Konferenz zum Thema

Laser- und Fertigungstechnik,

Produkt- und Prozessentwicklung

an der Hochschule

Mittweida im Oktober

dieses Jahres präsentiert

und erhielten große Aufmerksamkeit

und Anerkennung.

In den nächsten Monaten

wird der Polierprozess weiter

entwickelt werden, um den

Rauigkeitswert auf 50 nm zu

verringern. Seit September

können die Studenten und

Mitarbeiter die 3D-Strukturen

und die Laserpolituren

mit einem Weisslichtinterferomer

mit einer Auflösung

von 0,1 nm bei einer Strukturhöhe

von bis zu 14 mm

genau vermessen. Dieses

Spitzenprodukt konnte aus

Fördermitteln und aus Mitteln

des Konjunkturprogrammes

des Bundes gekauft

werden.

Die Ausstattung des Labors

mit inzwischen fünf Lasern

zur Materialbearbeitung wird über das

Forschungsprojekt hinaus wirken: „Wir

haben unser Equipment so erweitert, dass

wir eine reale Chance auf weitere Aufträge

aus der Industrie haben“, sagt Prof. Kehrberg

selbstbewusst. Schon beim Aufbau der

Anlage seien ihm und seinem Team eine

Reihe neuer Ideen für die Nutzung der Anlage

gekommen. Eine ist die der hochqualitativen

Gravuren, die sich nicht nur auf das Logo der

FH Brandenburg beschränken sollen.

Ein Projekt dieser Größenordnung lässt sich

nur durch interdisziplinäre Zusammenarbeit

innerhalb der Hochschule realisieren. Am Er-

FORSCHUNG

folg des Projekts sind unter anderem folgende

Personen beteiligt: Die Zentralwerkstatt

mit Jürgen Stein und Ullrich Schulze hat die

von den Diplomanden konstruierten Bauteile

sehr gut in die Realität umgesetzt, da eine

extrem hohe Fertigungsgenauigkeit mit geringen

Toleranzen gefordert war.

Mit den messtechnischen Mitteln von Ina

Bohne und Klaus Gericke war es möglich,

erste erzeugte Strukturen genauer zu untersuchen.

Wulf Kelch hat die erforderlichen

elektronischen Komponenten wie Relais-

Das Kernteam (von links): Prof. Dr. Gerhard Kehrberg, Nico Vogler, Dr.

Klaus Sowoidnich.

schaltungen, elektronische Ventilsteuerungen,

Verschalten von diversen Netzgeräten

und vieles mehr beigesteuert. Robert Bräunlich

hat das Team bei allen Fragen der Softwareentwicklung

unterstützt und beraten. In

einem frühen Stadium des Projektes stellte

Prof. Dr. Klaus-Peter Möllmann sein Profilometer

für wichtige Messungen zur Verfügung.

Stefan Parsch

___________________________

Laserzentrum:

Prof. Dr. Gerhard Kehrberg

Telefon 03381/355-342

E-Mail kehrberg@fh-brandenburg.de

19


FORSCHUNG Internationale Konferenz zur Infrarotkamera

Infrarotkamera-Anwendungen auf internationalem Niveau

FHB-Arbeitsgruppe erneut bei weltweit größter Fachkonferenz mit drei Beiträgen vertreten

Von Prof. Dr. Michael Vollmer

Vom 3. bis 7. November 2008 fand im Convention

Center des Peppermill-Hotels in

Reno/USA die 9. INFRAMATION statt. Diese

weltweit größte Konferenz im Bereich Infrarotkamera-Anwendungen

führte dieses Jahr

mehr als 500 Spezialisten aus aller Welt zusammen.

Das wissenschaftliche Programm

bestand diesmal aus 37 Vorträgen und 23

Postern. Zusätzlich wurden 18 Workshops zu

speziellen Themen angeboten, unter anderem

zu „Building Science“, „Gas Detection with IR

Cameras“ oder „Research and Development“.

Wie schon in den vergangenen vier Jahren

wurden aus der Vielzahl eingereichter Abstracts*

drei Arbeiten der Brandenburger

Thermographie-Arbeitsgruppe zur Präsentation

ausgewählt. Prof. Dr. Klaus-Peter Möllmann

trug vor über den Einfluss von Strahlungskühlung

durch den Nachthimmel auf die

Interpretation von Infrarotaufnahmen und

Prof. Dr. Michael Vollmer erläuterte größenabhängige

Heiz- und Kühlprozesse durch

Kombination von Wärmeleitung, Konvektion

und Strahlung. Auf großes Interesse stieß

auch die für Gebäude-Isolation wichtige Untersuchung

von Dr. Frank Pinno über Unter-

* Inhaltswiedergabe einer wissenschaftlichen Arbeit

20

Prof. Dr. Klaus-Peter Möllmann (links) und Prof. Dr. Michael Vollmer, aufgenommen mit einer Infrarotkamera.

schiede zwischen Einfach-, Doppel- und Dreifachverglasung

bei Fenstern.

Die Brandenburger Thermographie-Arbeitsgruppe

bearbeitet und präsentiert seit vielen

Jahren international anerkannte Forschungsarbeiten.

Dies hat auch - gerade in jüngster Vergangenheit

- zu erfolgreichen Drittmittelanträgen

geführt, so z.B. letztes Jahr zur Anschaffung

einer hochmodernen Forschungskamera.

Die neue „FLIR Systems SC 6000“ hat eine

höhere Pixelzahl, sie gestattet höhere Bildraten

und sie ermöglicht mit einer neuen speziellen

IR-Mikroskopoptik auch eine bessere

Bildauflösung als konventionelle Systeme.

Dr. Frank Pinno (links) vor seinem Poster bei der Überreichung eines „certificate of technical excellence“ durch

den Leiter der Tagung Robert Madding. Fotos (3): FB Technik

Erste Forschungsprojekte behandeln z.B. den

zeitlichen Response von Mikrobolometern

und CO2-Gasdetektion durch Nutzung spezieller

IR-Schmalbandfilter. Die neue Kamera

wird zweifelsohne dazu führen, dass die IR-

Arbeitsgruppe der FHB auch in Zukunft wichtige

neue Forschungsbeiträge zu Grundlagen

und Anwendungen der IR Technik durchführen

kann und wird. Eine Einladung für Vorträge auf

der nächsten INFRAMATION 2009 ist bereits

wieder erfolgt.

___________________________

Prof. Vollmer: vollmer@fh-brandenburg.de

Prof. Möllmann: moellmann@fh-brandenburg.de

IR-Schmalbandfilter gestatten die Detektion von Gasen,

z.B. ausgeatmetes CO2 in sehr geringer Konzentration.

infocus 2009


FHB-Absolvent Prof. Dr. Thomas Schnitzer

Vom Werkzeugmacher zum Professor

FHB-Absolvent Thomas Schnitzer lehrt seit April an der Beuth-Hochschule für Technik

Von Prof. Dr.-Ing. habil. Karl-Otto Edel

Am 1. April 2009 trat Dr.-Ing. Thomas Schnitzer

sein neues Amt als Professor für Technische

Mechanik und Maschinenelemente

an der „Beuth-Hochschule für Technik Berlin“

(ehemalige Technischen Fachhochschule

Berlin) an. Er ist der erste FHB-Absolvent, der

die akademischen Hürden der Promotion

zum Doktor-Ingenieur und der Berufung in

ein Professorenamt genommen hat.

Die Gründung der FH Brandenburg lag gerade

zwei Jahre zurück, als in einer Gruppe von 14

Maschinenbaustudenten Thomas Schnitzer

hier sein Studium aufnahm. Zuvor hatte er in

Premnitz die Schulbildung mit der mittleren

Reife beendet, den Beruf eines Werkzeugmachers

erlernt und im Juli 1994 die Fachhochschulreife

in Abendkursen an der Staatlichen

Fachoberschule Nürnberg erworben.

In den Lehrveranstaltungen fiel Thomas

Schnitzer schnell durch seine intensive Mitarbeit

auf, was nicht nur für die Fächer der

Technischen Mechanik, sondern auch für die

anderen Studienfächer des Maschinenbaus

zutraf. In das Licht der Öffentlichkeit unserer

Hochschule trat Thomas Schnitzer zusammen

mit seinem Mitstreiter Rainer Kreschel,

als sie beim Brückenbauwettbewerb den

Sieg errangen und Thomas Schnitzer nahezu

trockenen Fußes das vier Meter breite, mit

Wasser gefüllte Becken überquerte. Nicht nur

im infocus wurde damals über dieses Ereignis

berichtet, sondern auch in den Brandenburger

Zeitungen.

Thomas Schnitzer während der Verteidigung seiner

Dissertation an der Technischen Universität Berlin am

6. Juli 2005. Foto: privat

infocus 2009

Im Rahmen seiner Diplomarbeit zeigte Schnitzer,

daß vorhandene wachstumsfähige Risse

in einem geschädigten LKW-Radlager auf der

Innenseite nicht zum Stillstand kommen, sondern

den Bruch des Bauteils verursachen werden.

Die Risse auf der Außenseite können dagegen

im Laufe ihrer Entwicklung zum Stillstand

kommen. Am 30. August 1998 beendete

er sein Studium „mit Auszeichnung“.

Als sich im Sommer 1998 auf Grund der Kontakte

zur Technischen Universität Berlin die

Gelegenheit bot, an der FH Brandenburg ein

durch die Klaproth-Stiftung finanziertes Forschungsprojekt

für die Deutsche Bahn AG

durchzuführen, nahm Thomas Schnitzer das

PERSÖNLICH

Am 11. April 1997 gehörte Thomas Schnitzer zum Siegerteam des aus Anlaß des fünfjährigen Bestehens der

Fachhochschule ausgetragenen Hochschulwettbewerbs. Foto: FHB-Archiv

Diese Probe aus kaltverformten Schienenstahl zeigt bei

zyklischer Schubbeanspruchung ein Ausbrechen des

Ermüdungsrisses aus der Richtung der Kaltverformung.

Prof. Dr. Thomas Schnitzer

Angebot zur Forschungsarbeit als wissenschaftlicher

Mitarbeiter an der FHB an.

Das bis 2001 bearbeitete Teilprojekt „Fahrflächenschäden

als Kostenfaktor“ im Rahmen

des ersten Drittmittelprojekts „Ermittlung der

gleisseitigen Lebenszykluskosten“ (in Zusammenarbeit

mit der TU Berlin und der BAM

Berlin) war für den Auftraggeber so erfolgversprechend,

daß die Klaproth-Stiftung die Untersuchungen

an der FH Brandenburg mit einem

Anschlußprojekt förderte.

„Bruchmechanische Analyse des Wachstums

von Rollkontaktermüdungsrissen in Eisenbahnschienen“

lautet der Titel von Schnitzers

Dissertation. Das Promotionsverfahren zum

Doktor-Ingenieur wurde am 6. Juli 2005 mit der

wissenschaftlichen Aussprache mit dem Gesamtergebnis

„mit Auszeichnung bestanden“

abgeschlossen. Anschließend war Dr. Schnitzer

zwei Semester an der FH Brandenburg als

Lehrkraft für besondere Aufgaben tätig.

Dr. Thomas Schnitzer arbeitete im Gasturbinenwerk

Berlin der Siemens Power Generation

als Berechnungsingenieur für Festigkeit

und Bruchmechanik, als ihn der Ruf auf die

Professur der Beuth-Hochschule erreichte.

___________________________

Der vollständige Artikel ist im Internet zu finden:

www.fh-brandenburg.de/1583.html

21


PERSÖNLICH Prof. Dr. Friedrich Lothar Holl

Sicherheit in modernen Verwaltungen und Unternehmen

Forschung von Prof. Dr. Friedrich Holl wird durch Schirmherrschaft unterstützt

Etwa fünf Projektanträge stellt Prof. Dr. Friedrich

Lothar Holl jedes Jahr - einige davon in

Zusammenarbeit mit anderen, und auch nicht

aus jedem Antrag wird ein Projekt. Doch

wenn ihm auf seinem Fachgebiet Forschungsdefizite

bekannt oder bewusst werden, versucht

er, diese mittels eines Forschungsund/oder

Entwicklungsprojekts zu beseitigen.

Prof. Holl ist Professor für Bürokommunikation

und Verwaltungsautomation und hat

maßgeblich zur Einrichtung des Master-Studiengangs

Security Management beigetragen.

Das Thema „(IT-) Sicherheit“ ist deshalb

in den letzten Jahren ein besonderer Schwerpunkt

seiner Forschungstätigkeit, die er dank

der Forschungsprofessur noch

intensivieren kann.

Ein aktuelles größeres Projekt

heißt „Energie- und Kraftstoffversorgung

von Tankstellen

und Notstromaggregaten bei

Stromausfall“, kurz „TankNot-

Strom“. Notstromaggregate

sind meist nur für eine begrenzte

Laufzeit ausgelegt.

Was aber geschieht, wenn

Strom und Kommunikationssysteme

über einen längeren

Zeitraum, z. B. mehrere Tage

ausfallen? Ziel von „TankNot-

Strom“ ist ein Demonstrationssystem,

das bei Stromausfall

in der Lage ist, die

Kraftstoffversorgung für Notstromaggregate

wie auch die

Stromversorgung von Tankstellen

für die Fahrzeuge der

Behörden und Organisationen

mit Sicherheitsaufgaben (BOS)

so lange wie erforderlich sicherzustellen,

um den Totalausfall dieser

Systeme zu verhindern.

Das Teilprojekt der FH Brandenburg, angesiedelt

beim „Institut für Safety und Security“

(ISS) des Fachbereichs Wirtschaft, sorgt vor

allem dafür, dass die Untersuchungen wissenschaftlich

abgesichert und die Prozessanalyse

kritischer Infrastrukturen mit dem

aktuellen Stand der Forschung abgeglichen

werden. Besonderes Augenmerk gilt den Besonderheiten

und Anforderungen eines Flächenlandes

wie Brandenburg, auf das Kon-

22

zepte aus dem Ballungsraum Berlin nicht

ohne Weiteres angewendet werden können.

Die Projektpartner des Referenzprojekts

„TankNotStrom“ gehen davon aus, dass ihre

wissenschaftlichen Erkenntnisse auch auf

anderen Gebieten, etwa in der medizinischen

Versorgung, als richtungsweisend angesehen

werden können.

Die Stadt Brandenburg an der Havel unterstützt

seit kurzem die Forschungsarbeit von

Prof. Holl durch eine Schirmherrschaft. Sie

stellt ihm Forschungsmittel und die Infrastruktur

ihrer Informationstechnik (IT) für

Forschungszwecke zur Verfügung. Gemeinsa-

me Forschungsprojekte mit der Stadt sollen

sich vor allem mit der Verbesserung der IT-

Sicherheit von Kommunen, der Erhöhung der

Zuverlässigkeit kommunaler Datenbestände

und dem Schutz der Kommunen vor ungesetzlichem

Zugriff auf Datenbestände befassen.

Die Ergebnisse sollen allen interessierten

Städten und Gemeinden zur Verfügung

gestellt werden. Denn bisher gebe es in diesen

Bereichen noch keine flächendeckenden

Konzepte, die den aktuellen wissenschaftlichen

und technologischen Standards entsprechen,

betont Prof. Holl. Die Forschungs-

aktivitäten könnten zu einem „Zentrum für öffentliche

und kommunale Sicherheit“ führen.

Doch Prof. Holl kümmert sich nicht nur um

Großprojekte, sondern auch um kleinere

Maßnahmen, die ihm wichtig sind. So überprüften

seine Mitarbeiter die Barrierefreiheit

von etwa 300 Internetseiten, die beim BIENE-

Wettbewerb eingereicht wurden. Der Wettbewerb

zeichnet barrierefreie Webseiten aus

und wurde 2009 zum 6. Mal durchgeführt.

Eine ganze Reihe weiterer Projekte sind geplant

oder angedacht. Gemeinsam mit regionalen

Unternehmen möchte Prof. Holl Ent-

Prof. Dr. Friedrich Holl (l.) während der Vertragsunterzeichnung mit der Stadt Brandenburg an der Havel durch Oberbürgermeisterin

Dr. Dietlind Tiemann (2. v. r.) und FHB-Präsident Dr. Hans Georg Helmstädter (2. v. l.). Mit im Bild sind der Dekan des Fachbereichs

Wirtschaft, Prof. Dr. Hartmut Heinrich (m.) und der Leiter des Amtes für automatisierte Datenverarbeitung, Gert Walter (r.).

Foto: Pressestelle Stadt Brandenburg an der Havel

wicklungen zu den Themen Public-Key-Infrastruktur

(der „öffentliche Schlüssel“ dient

der Verschlüsselung elektronischer Kommunikation)

und Georeferenzierung bei kritischen

Infrastrukturen vorantreiben. Mögliche

Kooperationspartner für weitere Projekte

sind u. a. die Geschäftsstelle Masterplan Sicherheitswirtschaft

(GEMAS) und die Gesellschaft

für Anlagen- und Reaktorsicherheit

(GRS) mbH. Es sind durchweg praxisnahe

Projekte, die vor allem den Studierenden des

Master-Studiengangs Security Management

zugute kommen. Stefan Parsch

infocus 2009


Prof. Dr. Gerald Kell

Als Prof. Dr. Gerald Kell im Jahr 2005 damit

begann, sich Gedanken über eine Nutzung

von sehr schnellen bipolaren Transistoren für

die Digitaltechnik zu machen, ahnte er allenfalls

die Tragweite dieses Projekts. In Simulationsrechnungen

entdeckte er die Möglichkeit

einer Geschwindigkeitserhöhung um den Faktor

20 im Vergleich zu den damals üblichen

Mikrochips durch Erhöhung der Taktfrequenz

weit in den Gigahertz-Bereich (1 GHz = 1 Milliarde

Schwingungen oder Vorgänge pro Sekunde)

hinein.

Die schnellen Silicium-Germanium-Transistoren

waren von der IHP GmbH - Leibniz-Institut

für innovative Mikroelektronik in Frankfurt

(Oder) entwickelt worden. In Kooperation mit

dem IHP erarbeiteten Prof. Kell und sein Team

eine Bibliothek digitaler Funktionszellen für

die praktische Nutzung. Er setzte dabei auf

die ECL-Technologie (Emittergekoppelte Logik),

die seit Mitte der 90er Jahre fast vollständig

durch die CMOS-Technologie (komplementärer

Metall-Oxid-Halbleiter) verdrängt

worden war. Während CMOS aktuell

jedoch nur Taktraten von bis zu etwa 4 Gigahertz

verarbeiten kann, sind mit seinen

ECL-Zellen bereits Schaltfrequenzen bis über

30 GHz praktisch nachgewiesen worden.

Prof. Kell geht davon aus, dass die nächsten

Generationen von Glasfaser-Übertragungsnetzen,

Handys und Blue-Tooth-Anwendungen

die neue Hochgeschwindigkeitstechnologie

nutzen werden. Einstweilen aber wird

die Technik in verschiedenen Forschungsprojekten

erprobt und weiterentwickelt. So wurde

Ende August 2009 die Etappe des Projekts

„100 GET“ erfolgreich abgeschlossen, bei der

es um die Entwicklung eines Chipsatzes ging,

infocus 2009

der die Datenübertragung

mit einer Frequenz von

100 GigaBit pro Sekunde

über Glasfasern ermöglicht.

Die Partner des

Projekts, CoreOptics, IHP

und Humboldt-Universität

zu Berlin, arbeiten weiter

an der Nutzung dieses

Chipsatzes, Folgeprojekte

sind angedacht.

Zurzeit steht ein anderes

Projekt im Mittelpunkt der

Forschungsarbeiten von

Prof. Kell: „PARAFLUO“

heißt das internationale

Projekt, das von der Europäischen

Union im 7. Rahmenprogramm

mit knapp anderthalb Millionen

Euro gefördert wird. Die insgesamt neun

Projektpartner sitzen in Deutschland, Großbritannien

und Italien, dort zum Beispiel am

Politecnico di Milano (Mailand), wo auch der

Projektkoordinator Prof. Sergio Cova arbeitet.

Ihn hatte Prof. Kell bei einem Workshop der

Firma PicoQuant kennen gelernt, die als wichtiger

Praxispartner mit im Boot ist.

Inhaltlich geht es bei PARAFLUO um „Werkzeuge

für parallele Fluoreszenz-Spektroskopie

zur mikro- und nano-analytischen Anwendung

bis hin zu einzelnen Bio-Molekülen“, so der

vollständige Projekttitel. Entwickelt werden

Geräte, die mit Hilfe von Sensoren die

Fluoreszenz von lebenden Zellen messen können,

damit Rückschlüsse auf Prozesse innerhalb

der Zellen gezogen werden können. Da

die Abklingzeit dieser Fluoreszenz-Erscheinungen

im Bereich von wenigen Nanosekun-

PERSÖNLICH

Ultraschnelle Mikrochips für Messung an lebenden Zellen

Prof. Dr. Gerald Kell entwickelt gemeinsam mit Partnern eine Hochgeschwindigkeitstechnologie

Prof. Dr. Gerald Kell (links) stellt sich zusammen mit seinem Forschungsteam den Herausforderungen bei der

Erarbeitung ultraschneller Mikrochip-Architekturen. Foto: Dana Voigt

Erster Testchip für einen Hochgeschwindigkeits-Datenspeicher. Foto: FBI

den (1 Nanosekunde = 1 milliardste (10 -9 ) Sekunde)

liegt, ist eine extrem schnelle Datenverarbeitung

vonnöten. An dieser Stelle kommen

die Hochgeschwindigkeitsmikrochips

von Prof. Kell ins Spiel. Die Erhöhung der zu

verarbeitenden Datenmenge wird dabei durch

den höheren Parallelitätsgrad erreicht.

Echtzeit-Messsysteme und andere Anwendungen

schneller Datenverarbeitung gibt es

zahlreiche, so dass Prof. Kell davon ausgeht,

noch viele weitere Projekte zur Hochgeschwindigkeitstechnologie

durchführen zu

können, beispielsweise für die Nachrichtentechnik

oder für die Kernforschung. Notwendig

sei auch die Entwicklung schneller Datenspeicher,

betont Prof. Kell. Die Forschungsprofessur

hilft ihm, sich solchen Projekten

verstärkt widmen zu können. Unterstützt

wird er dabei von Daniel Schulz, der nach seiner

Arbeit an „100 GET“ auf einer halben

Stelle weiterbeschäftigt wird, und neuerdings

von Martin Ahlborg, der seit September

im Projekt PARAFLUO tätig ist. Auch die

Einbeziehung studentischer Mitarbeit ist ihm

in diesem Zusammenhang wichtig. „Und

auch die technische Unterstützung durch

den Fachbereich Informatik und Medien, insbesondere

die im Laborbereich, ist mir hierfür

immer eine wertvolle Hilfe“, fügt Prof. Kell

abschließend noch hinzu. Stefan Parsch

_____________________________________

Prof. Dr. Gerald Kell: Telefon 03381/355-422

E-Mail kell@fh-brandenburg.de

23


PERSÖNLICH Prof. Dr. Reiner Malessa

Technologische Prozesse mit neuester Energietechnik

Prof. Dr. Reiner Malessa forscht zu verschiedenen regenerativen Energiegewinnungstechnologien

„Wir überarbeiten technologische Prozesse

und binden dabei regenerative Energiequellen

ein“ - so fasst Prof. Dr. Reiner Malessa die

Forschungs- und Entwicklungsarbeit zusammen,

die er und sein Team seit vielen Jahren

leisten. Dabei kommen sehr unterschiedliche

Verfahren zum Einsatz, von der Brennstoffzelle

bis zur Erzeugung von Kraftstoff mit

der „Biomass-to-Liquid“-Technologie.

Letztere funktioniert so, dass aus Holz zunächst

ein Synthesegas hergestellt wird, welches

dann mittels der Fischer-Tropsch-Synthese

in Kraftstoff umgewandelt wird („Bio-

Kraftstoff“). Das Fischer-Tropsch-Verfahren

wurde bereits 1925 zur Kohleverflüssigung

entwickelt. In einem Kooperationsprojekt mit

der IPSC GmbH in Schwedt/Oder untersuchten

Prof. Malessa und seine Mitarbeiter zunächst

in einem Screening, welche verfügbaren

Verfahren es weltweit gibt, und errechneten

wichtige Daten für eine Pilotanlage mit einer

Leistung von einem Megawatt (MW), beispielsweise

der Bedarf an Holz, die entstehende

Wärmemenge u.a.

In einer zweiten Stufe des Projektes wurden

mit einer verfahrenstechnischen Profi- Software

verschiedene Verfahrensvarianten simuliert,

um eine Betriebsoptimierung zu erreichen.

Das sei nicht einfach gewesen, da

Rohdaten von ähnlichen Anlagen oft wie

Geheimnisse gehütet würden. Doch dank der

Unterstützung befreundeter Forscher habe er

ausreichende Daten erhalten, berichtet Prof.

Malessa. Bei der Optimierung gilt es, das alte

Fischer-Tropsch-Verfahren zu modifizieren sowie

qualitativ und energetisch an den heutigen

technologischen Stand anzupassen, also

z.B. Prozesswärme und andere Nebenpro-

Eine Brennstoffzelle, wie sie derzeit in der Maschinenhalle des

Fachbereichs Technik steht. Foto: Carmen Kampf

24

Prof. Dr. Reiner Malessa bei einem Vortrag an der National Central University in Taiwan über die „Biomass-to-

Liquid“-Technologie. Foto: privat

dukte zu nutzen. Da jedoch eine Pilotanlage

eine Milliardeninvestition bedeutet, werden

die Forschungs- und Entwicklungsergebnisse

vermutlich vom Unternehmen Choren Industries

mit Sitz in Freiberg und unter Beteiligung

des Shell-Konzerns umgesetzt; derzeit

wird eine Machbarkeitsstudie erstellt.

Auch in Brandenburg an der Havel ist Prof.

Malessa an einem Projekt beteiligt. Gemeinsam

mit der Metalltec GmbH Maschinenbau

entwickelte er eine Sonnenkollektoranlage

mit Kraft-Wärme-Kopplung. Dabei wird durch

die Sonne ein so genanntes Thermoöl erhitzt,

das zum einen mit Hilfe eines Wärmetauschers

Wasser erhitzt und zum anderen

der Stromerzeugung dient. Dies

geschieht über die Erhitzung einer

Flüssigkeit mit besonders niedrigem

Siedepunkt, die also schnell verdampft

und so eine Turbine antreibt.

Diese Technik wird „Organic Rankine

Cycle“ (ORC) genannt und geht auf

den schottischen Physiker und Ingenieur

William John Macquorn

Rankine zurück. Während mit der

Photovoltaik derzeit ein Wirkungs-

grad von etwa 12 Prozent erzielt werden

kann, ist an optimalen Stand-

orten (z.B. Sahara) mit ORC ein Wirkungsgrad

von 30 Prozent (Verwertung der einstrahlenden

Sonnenenergie) möglich.

Auch die Brennstoffzelle (BZ) ist für Prof. Malessa

weiterhin ein wichtiges Forschungsobjekt.

Bei einem aktuellen Auftrag des fünftgrößten

deutschen Energieversorgers EWE AG

geht es um Fragen zum Verhalten des Reformers

der BZ bei wechselnder Zusammensetzung

des eingespeisten Erdgases. Der Reformer

wandelt das Erdgas aus dem Gasnetz

durch Wasserdampfzugabe bei hohen Temperaturen

katalytisch in Wasserstoff um, der

im Allgemeinen von einer BZ als Brennstoff

benötigt wird.

Zuvor schon hatte Prof. Malessa beispielsweise

eine Studie zum Einsatz von BZ in öffentlichen

Gebäuden erstellt sowie Einsatzmöglichkeiten

einer BZ untersucht, um Wärme und

Strom für das Hallenbad in Rathenow herzustellen.

Für die nähere Zukunft ist ein Kooperationsprojekt

mit der Verbundnetz Gas AG

(VNG, Netzgasversorger für Ostdeutschland)

und den Stadtwerken Brandenburg an der Havel

geplant. Dabei soll eine Pilotanlage, die in

der Maschinenhalle der FH Brandenburg aufgestellt

wird, getestet werden. Stefan Parsch

infocus 2009


Prof. Dr. Klaus-Peter Möllmann

Drei Schwerpunkte haben die derzeitige Forschungstätigkeiten

von Prof. Dr. Klaus-Peter

Möllmann: zum einen Entwicklungen auf dem

Gebiet der Dünnschicht- und Mikrotechnologie,

zum anderen begleitende Messtechnik

zur Technologieentwicklung; und schließlich

die angewandte Infrarot-Technologie mit den

Schwerpunkten Strahlungsthermometrie (z.B.

Thermographie) und Infrarotspektromtrie.

Gemeinsam mit seinen Kollegen Prof. Dr.

Michael Vollmer und Dr. Frank Pinno befasst

sich Prof. Möllmann seit längerem mit der

Infrarot-Technologie (IRT). Gerade haben sie

zum 6. Mal die weltgrößte Fachkonferenz für

Thermographie-Anwender, die „InfraMation“

in Las Vegas (USA), besucht und erneut

Fachvorträge gehalten. Ihre Kenntnisse und

Erkenntnisse in der Wärmebildtechnik legen

Prof. Vollmer und Prof. Möllmann derzeit in

einem über 400 Seiten starken, englischsprachigen

Buch mit dem Titel „Thermography -

Fundamentals, Research and Applications“

nieder. Es wird voraussichtlich im Sommer

2010 erscheinen.

Auf dem Gebiet der Technologieentwicklung

haben Prof. Möllmann und sein Team Ende

2008 ein größeres Projekt erfolgreich abgeschlossen:

die Entwicklung eines Einzelbolometers

in Kooperation mit der iris-GmbH

infrared & intelligent sensors in Berlin und

dem OUT-eV - Forschungsinstitut für optoelektronische

Hochtechnologien. Bolometer

sind thermische Strahlungsempfänger, die

für die z.B. in Wärmebildkameras als Infrarotdetektoren

eingesetzt werden. Sie messen

infocus 2009

die Infrarotstrahlung über

eine Änderung des elektrischen

Widerstands einer

speziellen Funktionsschicht

mit hohem Temperaturkoeffizienten

des

elektrischen Widerstands

infolge der durch Strahlungsabsorptiongeänderten

Bolometertemperatur.

Das erreichte Ziel des mit

114 000 Euro geförderten

FHB-Teilprojekts ist ein

hochempfindliches Single-

Mikrobolometer mit einer

kleinen empfindlicher Fläche

von 100 μm x 100 μm

und kleinen Zeitkonstanten

im Millisekunden-Bereich.

Im Rahmen eines

Nachfolgeprojekts mit der iris-GmbH infrared

& intelligent sensors in Berlin wird derzeit

u.a. an der Anwendung von Bolometer in Pyrometern

geforscht, die Oberflächentemperaturen

von Gegenständen berührungsfrei

messen können. Für 2010 ist ein weiteres gefördertes

Projekt zur Technologieentwicklung

geplant.

Für ein Projekt der PVflex Solar GmbH in Fürstenwalde

analysieren Prof. Möllmann und seine

Mitarbeiter mit Hilfe von Rasterelektronenmikroskop

(REM), Profilometer, Spektrometer

und anderen Messgeräten die Strukturen von

Dünnschicht-Solarzellen und liefern damit

wichtige Daten für die Technologieoptimierung.

Das Projekt wird im Rahmen des ZentralenInnovationsprogramms

Mittelstand (ZIM)

vom Bundesministerium für

Wirtschaft und Technologie

gefördert und läuft bis Ende

2009. Eine Fortsetzung wurde

vom Projektpartner bereits

signalisiert.

Solche Aufträge und Projekte

sind nur möglich, wenn die

verfügbare Technik immer

wieder auf den neuesten

Stand gebracht wird. So wurden

aus den Mitteln für

Hochschulinvestitionen des

Europäischen Fonds für regio-

PERSÖNLICH

Neue Messtechniken auf Grundlage der Infrarotstrahlung

Prof. Dr. Klaus-Peter Möllmanns Forschungsgebiete sind Mikrotechnologie, Mess- und Infrarottechnik

Prof. Möllmann mit Studenten im Reinraum der Mikrosystemtechnik.

Foto: FB Technik

Prof. Dr. Klaus-Peter Möllmann bei einem Fachvortrag auf der „InfraMation“

2009 in Las Vegas (USA). Foto: Pinno, Montage: Parsch

nale Entwicklung (EFRE) ein Zusatzgerät zum

Rasterelektronenmikroskop und ein neues

digitales optisches Mikroskop angeschafft sowie

mit Geld aus dem Konjunkturpaket II die

neueste Software für das Infrarotspektrometer

und andere Ergänzungen der Laborausstattung

besorgt. Die verbesserte Ausstattung

muss jedoch auch in Betrieb genommen werden,

die Wissenschaftler müssen Kompetenz

an den hochkomplexen Geräten entwickeln,

bevor sie sie in Projekten einsetzen können,

gibt Prof. Möllmann zu bedenken.

Für das 1. Halbjahr 2010 ist ein Projekt auf

dem Gebiet der Mikromechanik-Technologie

mit mehreren Unternehmen aus dem Raum

Berlin geplant. Die Fortsetzung der Zusammenarbeit

in der Technologieentwicklung und

begleitenden Messtechnik mit Firmen der

Region im Bereich Photovoltaik befindet sich

in der Planung.

Den Vorteil der Forschungsprofessur sieht

Prof. Möllmann unter anderem darin, dass er

nicht nur Forschungsprojekte managt, sondern

auch selbst wieder in stärkerem Maße

praktische Tätigkeiten ausüben kann: „Ich

bin gerne auch mal Praktiker“. Davon profitieren

sowohl seine Projektpartner als auch

seine Studenten. Stefan Parsch

_____________________________________

Prof. Dr. Klaus-Peter Möllmann: Telefon 03381/355-346

E-Mail moellmann@fh-brandenburg.de

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PERSÖNLICH Prof. Dr. Claus Vielhauer

Technische IT Sicherheit von Biometrie bis Forensik

Prof. Dr. Claus Vielhauer forscht u.a. zur Unterschrift auf Signaturpads und IT-gestützter Forensik

Als Prof. Dr. Claus Vielhauer 2007 auf die

Professur „Angewandte Informatik/Medieninformatik,

insbesondere Datensicherheit“ im

Fachbereich Informatik und Medien berufen

wurde, konnte er bereits an der Otto-von-Guericke-Universität

Magdeburg viel Erfahrung in

der Forschung sammeln. In der Arbeitsgruppe

von Prof. Dr. Jana Dittmann forschte er in leitender

Position in zahlreichen Projekten,

darunter internationale Projekte im 6.

Rahmenprogramm der Europäischen Union.

Die zahlreichen inhaltlichen Erfahrungen und

Kenntnisse, sowie Kontakte aus dieser Zeit

führten u.a. im Frühjahr 2008 zu einem industriell

geförderteren Gemeinschaftsprojekt mit

der Universität Magdeburg zum Thema videobasierte

Mensch-Maschine-Schnittstellen

(engl. Human Computer Interaction, HCI) in

Automobilen. In diesem Projekt ging es u.a.

darum, wie mit Hilfe von Videoaufnahmen mit

speziellen 360°-Kameras im Nah-Infrarotbereich

die Belegung von Sitzplätzen im Fahrzeuginneren

durch optische Mustererkennungsverfahren

möglich ist. Die veröffentlichten

Ergebnisse zeigen, dass es dabei zu

Falscherkennungen kommen kann und diese

u.a. erheblich von der Beleuchtungssituation

abhängen [1].

Ein neues dreijähriges Forschungsprojekt startete

am 1. Juni 2009 unter der Leitung der FH

Brandenburg. Projektleiter der Forschungsgruppe

ist Prof. Dr. Claus Vielhauer. Das Bundesministerium

für Bildung und Forschung

(BMBF) fördert das Projekt, welches sich mit

der biometrischen Datenverarbeitung beschäftigt.

Zuständiger Projektträger ist die Arbeitsgemeinschaft

industrieller Forschungsvereinigung

„Otto von Guericke“ (AiF), Projektträger

Forschung an Fachhochschulen (PT-FH).

Neben dem Fingerabdruck - dem wohl derzeit

bekanntesten biometrischen Merkmal - existiert

noch eine Vielzahl alternativer Verfahren

zur rechnergestützten Personenauthentifizierung.

Hierzu zählen beispielsweise Stimme,

Unterschrift, Iris (Auge) oder Gesicht, wobei

sich die eigenhändige Unterschrift aus dem

Aspekt der aktiven Willenserklärung hervorhebt,

weshalb sie noch in heutigen schriftlichen

Vertragswesen unabkömmlich ist.

Durch die Entwicklung von modernen so genannten

Signaturpads wird künftig zuneh-

26

mend die Grundidee der eigenhändigen Unterschrift

in die digitale Welt übertragen. Signaturpads

sind Geräte, die es ermöglichen,

Schriftzüge sowohl in bildlicher als auch dynamischer

Darstellung zu erfassen und zu digitalisieren.

Zum Beispiel werden Stiftposition,

Geschwindigkeit und Druck, mehrere hundert

Mal pro Sekunde erfasst und an einen Rechner

weitergeleitet. Die neueste Generation dieser

Signaturpads verfügt darüber hinaus über

integrierte Rechentechnik, die es zukünftig

ermöglichen könnte die Verarbeitung von bio-

Projekt OptBioHashEmbedded. Grafik: Vielhauer

metrischen Algorithmen direkt auf dem Signaturpad

auszuführen anstatt auf einem angeschlossenen

externen Rechnersystem. Der

Vorteil dieser Zusammenführung von biometrischen

Algorithmen auf Signaturpads liegt zum

einen in einem verbesserten Schutz der Referenzdaten,

welche im Fall der Unterschrift im

datenschutzrechtlichen Regelungen unterliegen.

Zum anderen können solche Systeme

kostengünstige integrierte Signaturlösungen

bieten, da keine zusätzlichen Softwarekomponenten

notwendig sind.

Allerdings gilt es dabei einige Probleme zu

überwinden, welche zugleich den wesentlichen

Forschungsbedarf dieses Projektes ausmachen.

Zu diesen Problemen zählen die

Nicht- bzw. Falscherkennung von Personen,

die Überwindbarkeit des Systems durch potenzielle

Angreifer und die begrenzte Rechenleistung

der auf dem Signaturpads integrierten

Prozessoren. Weitere Details zum dreijährigen

Forschungsprojekt sind unter [2] zu erfahren.

Im Rahmen des Kooperationsvertrages zwischen

FH Brandenburg und der Fakultät für Informatik

der Universität Magdeburg laufen

derzeit weitere Forschungsarbeiten.

Weiterhin wurde im Jahr 2009, in Kooperation

mit Prof. Dr. Reiner Creutzburg, am Fachbereich

Informatik und Medien ein neues Multimedia-

und IT-Forensik-Labor eingerichtet. Ziel

des Labors sind - neben der Nutzung im Lehrund

Ausbildungsbetrieb - Forschungs- und

Entwicklungsarbeiten im Bereich von sicherheitstechnischen

und forensischen Untersuchungen

von IT-Systemen und Multimedia-

Daten durchzuführen. Interessante Themen

auf diesem Gebiet sind u.a. technische Verfahren

zur Medienforensik. So können beispielsweise

anhand spezifischer Bildcharakteristiken

in digitalen Fotos geprüft werden, ob

ein bestimmtes Bild von einer bestimmten Kamera

aufgenommen wurde oder nicht bzw. bei

Vorliegen von entsprechenden Vergleichsmustern

sogar die Kamera identifiziert werden.

Weitere Details hierzu finden sich in einer aktuellen

Veröffentlichung auf der Jahrestagung

2009 der Gesellschaft für Informatik [3].

Referenzen:

[1] Makrushin, A. und Langnickel, M. und

Schott, M. und Vielhauer, C. und Dittmann, J.

und Seifert, K.: „Car-seat occupancy detection

using a monocular 360° NIR camera and

advanced template matching“, Proc. of IEEE

Digital Signal Processing, 2009

[2] Projekt OptiBioHash Embedded: http://

optibiohashembedded.fh-brandenburg.de

[3] GI-Forensik- Paper Rosenfeld, M. und

Creutzburg, R. und Vielhauer, C.: „Kamera-Sensorforensik

- Erkennungsraten im Kontext Bildkompression“,

Informatik 2009. - Bonn : Ges. f.

Informatik, ISBN 978-3-88579-248-2, S. 170;

GI-Edition Kongress: Jahrestagung der Gesellschaft

für Informatik e. V.; 39 (Lübeck), 2009

___________________________

Prof. Dr. Claus Vielhauer: Telefon 355-476

E-Mail vielhauer@fh-brandenburg.de

infocus 2009


International vernetzte Forscher

Internationale Vernetzung im Security Management

Prof. Dr. Friedrich Lothar Holl zum Vorsitzenden der neuen Vereinigung ISECMA gewählt

Die FH Brandenburg gestaltet aktiv die internationale

Vernetzung im Bereich „Security

Management“ mit. Der Leiter des Master-

Studiengangs „Security Management“, Prof.

Dr. Friedrich Lothar Holl, wurde im Dezember

in Erlangen zum Vorsitzenden des „International

IT Security Management Board“

(ISECMA e.V.) gewählt. Die neu gegründete

Vereinigung betreut den internationalen

Personalqualifizierungs- und -zertifizierungsstandard

„ISECMA International Certified

Professional for IT-Security Management“ für

Personen, die Systeme der Informationstechnologie

(IT) verwalten, entwickeln und einsetzen.

Angesichts wachsender Bedrohungen in der

vernetzten Welt verlässt sich das Management

eines Unternehmens heute darauf,

dass seine IT-Verantwortlichen über systematisches

Know-how in Sachen Sicherheit

verfügen und die IT-Infrastruktur mit geeigneten

Maßnahmen schützen. Neben technischen

Sicherheitslücken sind es aber vor

allem organisatorische und administrative

Mängel, die die IT-Infrastruktur von Unternehmen

gefährden. Die größte Gefahr für

Zunehmender Einfluss internationaler

Aspekte bei Rechnungslegung,

Corporate Governance und Interner

Revision machen auch vor diesen an

der FH Brandenburg von Prof. Dr.

Joachim Tanski vertretenen Fächern

nicht halt. Daher ist es für verantwortungsvolle

Fachvertreter unerlässlich,

sich am internationalen

Austausch von Gedanken, Forschungsergebnissen

und Innovationen

zu beteiligen. Als Basis dafür

eignen sich internationale Gesellschaften,

die diese Ziele verfolgen.

Die European Accounting Association

(EAA) bietet seit 1977 einmal

jährlich ein internationales Forum, auf dem

europa- und weltweit renommierte Wissenschaftler

und Praktiker die neuesten Erkenntnisse

und aktuellsten Forschungsergeb-

infocus 2009

die IT-Sicherheit eines Unternehmens

liegt oft gerade in

der unprofessionellen, unbedarften

oder laxen Handhabung

von Software durch unzureichend

geschultes Personal.

Das International Software

Quality Institute iSQI hat nun

in Zusammenarbeit mit Partnern

aus den Kompetenznetzwerken

SeSamBB (Security

and Safety made in Berlin and Brandenburg)

und ECQA (European Certification and

Qualification Association) einen EU-weiten

Standard entwickelt, nach dem sich

Fachleute, die IT-Systeme verwalten, entwickeln

und einsetzen, ab sofort prüfen und

zertifizieren lassen können.

Entsprechend zertifizierte IT-Spezialisten tragen

den Titel „International Certified Professional

for IT-Security Management“. Dieser

ISO-konforme und europaweit anerkannte

Standard garantiert eine vergleichbare hohe

Expertise auf dem Gebiet der IT-Sicherheit.

nisse der internationalen Rechnungslegung

diskutieren. Damit kann die EAA für sich

einen herausragenden Einfluss auf die europäische

Forschungstätigkeit im Bereich der

Prof. Dr. Friedrich Lothar Holl

PERSÖNLICH

Mit dem ISECMA wird erstmals

ein übergreifender

Standard für anbieterunabhängiges

Know-how gesetzt,

das ein fachübergreifendes

Verständnis von Sicherheitsaspekten

erfordert. Die

Entwicklung des Standards

wurde vom Branchencluster

SesamBB e.V. unterstützt.

Weitere Infos unter

„www.isqi.org/presse/“.

Prof. Dr. Friedrich Lothar Holl gehört auch zu

den Gründungsmitgliedern des internationalen

Cooperation Network for Risk Safety &

Security Studies (CONRIS), das bereits im

Mai 2008 in Wien von Vertretern von elf

Hochschulen aus Deutschland, Österreich

und den Niederlanden gegründet worden

war. Die Hochschulen wollen sich künftig

gemeinsam über Wege auf dem Gebiet der

Sicherheit austauschen und die Risiko- und

___________________________

Prof. Dr. Friedrich L. Holl, Telefon: 03381/355-229

E-Mail: holl@fh-brandenburg.de

Internationale Aspekte bei Rechnungslegung und Revision

Prof. Tanski leitete europäischen Workshop beim Kongress der European Accounting Association in Finnland

Prof. Dr. Joachim Tanski mit Yoshinori Shimada (l.), wissenschaftlicher Mitarbeiter

und PhD-Student von der Kobe University (Japan), in einer Diskussion

über Bewertungsfragen bei „Mergers And Acquisitions“. Foto: FB Wirtschaft

Rechnungslegung verbuchen und

bietet eine Basis für ein Netzwerk für

die Beteiligten mit europäischem

und internationalem Bezug.

Joachim Tanski, FHB-Professor für

Rechnungslegung, Steuern und Unternehmensüberwachung,

ist seit

über 20 Jahren aktives Mitglied der

EAA. Auch dieses Jahr wurde er wieder

gebeten, sich aktiv in den jährlichen

Kongress einzubringen, der dieses

Jahr an der Universität Tampere

(Finnland) stattfand. Prof. Tanski

führte diesmal den Vorsitz (chair) in

einem der Research Foren im Bereich

„Financial Analysis“.

___________________________

Prof. Dr. Joachim Tanski: Telefon 355-206

E-Mail tanski@fh-brandenburg.de

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