Magazin WERTE 2014 - 1. Ausgabe

werte2012

Magazin zu Restaurierung und Denkmalpflege

Schutzgebühr 6,00 €

Mai 2014 . 1. Ausgabe

Restaurierung | Denkmalpflege | Tradition

WERTE 2014

Vorher – Nachher

BLICK IN DIE WERKSTATT

Wurm

Wenn der

UNTER DER LUPE

DRIN IST ...


EDIToRIAL

6Blick in die

Werkstatt

ALTES HANDWERK –

NEUER GENUSS

14

VORHER – NACHHER

A uf den Einladungen unserer WERTE-Ausstellungen

finden Sie das Zitat von Harold Wilson:

„Antiquitäten sind das einzige Feld,

auf dem das Gestern noch Zukunft hat“.

26

UNTER DER LUPE

Inhalt

22

24

Moderne Klassiker

Es ist uns Leitspruch und Verpflichtung zugleich

geworden, denn der Schutz von erhaltenswertem Kulturgut stellt

eine ganz wunderbare Herausforderung dar. Besonders Restauratoren

und spezialisierte Handwerksbetriebe haben sich ihr auf vielfältige

Weise verschrieben. Mit viel Liebe zum Detail, fundiertem Fachwissen

und vor allem einer gehörigen Portion Idealismus halten sie

ein Stück Vergangenheit lebendig. Nicht rückwärtsgewandt, sondern

ganz zukunftsorientiert, haben alle eines gemeinsam: Sie fördern die

Wertschätzung gegenüber historischen Unikaten. Ein Besucher unserer

WERTE-Ausstellung formulierte dies einmal so: „Man geht hier mit

einem unglaublichen Erkenntnisgewinn nach Hause!“

3 EDITORIAL

5 NEWS & TERMINE

Publikationen, Presse, Persönliches

6 BLICK IN DIE WERKSTATT

Buchbindermeister Stefan Schubert widmet sich dem Schutz

von Büchern und der Konservierung von Buchschließen.

10 WERTGUTACHTEN

Wertgutachten, Wiederbeschaffungswert und Gutachter spielen

bei der Ermittlung des Objektwerts eine wichtige Rolle.

13 MESSE-IMPRESSIONEN

WERTE – Ein Ausstellungskonzept, das begeistert

14 VORHER – NACHHER

Bei der Kienle Automobiltechnik GmbH werden aus

ramponierten Gefährten fahrbereite Schmuckstücke.

22 ALTES HANDWERK – NEUER GENUSS

Damit aus der Traube am Rebstock später ein edler

Tropfen wird, bedarf es handwerklicher Kunst.

Der Kellermeister ist maßgeblich am Erfolg beteiligt.

24 MODERNE KLASSIKER

Designklassiker aus der Bauhauszeit oder echte Raritäten

aus der Anfangszeit der Möbelindustrie: Stühle der Marke

„Thonet“ sind beliebt wie eh und je.

26 UNTER DER LUPE

Hat sich der Holzwurm in Möbeln, Teppichen, Textilien oder

Büchern eingenistet, rückt ihm der Experte mit der thermischen

Holzwurmbehandlung zu Leibe.

28 Gelehrte Vergangenheit

Die „Akademie Schloss Raesfeld e. V.“ im südwestlichen

Münsterland gilt als eine der namhaftesten Adressen für die

Restauratoren fortbildung in Deutschland.

In der ersten Ausgabe des Magazins WERTE 2014 wollen

wir Ihnen genau dieses Bewusstsein weitergeben. Wir haben darin

Themen zusammengestellt, die einerseits den respektvollen Umgang

mit Zeitgeschichte dokumentieren, andererseits aber auch spannende,

bisweilen unerwartete Begebenheiten zu den Exponaten und deren

Herstellung erzählen. So wollen wir Sie kurzweilig und interessant in

die Welt des Gestern entführen, ohne das Morgen aus dem Blick zu

verlieren.

Wir wünschen Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre und

freuen uns über Ihre Anregungen!

Impressum

Ursula Hoffmann

Thomas Büscher

18 INTERVIEW

Karsten R. Wolf, Vorstand, und Stefan Cordts, Leiter

Vermögensbetreuung, vom Bankhaus Bauer im Gespräch

20 BESONDERE ZEITGENOSSEN

Dieter Ehret zeigt seine Sammlung von Modellen historischer

Fachwerkhäuser in der Propstei Johannesberg bei Fulda.

30 Expertenwissen

Nachschlag(en) gefällig? Fachbegriffe dieser Ausgabe

zusammengestellt und erklärt

32 AUSSTELLERverzeichnis

Von „B“ wie Baukeramik bis „Z“ wie Zimmerer –

diese Experten helfen mit Rat und Tat.

HERAUSGEBER

Thomas Büscher,

buescher@werte2014.de,

Ursula Hoffmann,

hoffmann@werte2014.de

Redaktion

Thomas Büscher, Paul Göttl,

Ursula Hoffmann, Frank Jörger

Mitarbeiter der Ausgabe

Ivar A. Aune, Matthias Gaul,

Thomas Meyer-Lüttge,

Jonny W. Stadler,

Gerwin Stein

Grafik und Produktion

Ursula Hoffmann, Frank Jörger,

Stephanie Tarateta, Marcus Zimmer

Druck

W. Kohlhammer Druckerei

GmbH & Co. KG, Stuttgart

Anzeigenverkauf

Thomas Büscher,

buescher@werte2014.de,

Oliver Trost,

oliver.trost@etmservices.de

Verlag

EuroTransportMedia (ETM)

Verlags- und Veranstaltungs GmbH

Handwerkstraße 15

70565 Stuttgart

Telefon: (07 11) 7 84 98-80

Telefax: (07 11) 7 84 98-75

Internet: www.etm-verlag.de

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NEWS & TERMINE

Veranstaltungsreihe

WERTE 2014

Werkstätten

traditioneller

Handwerkskunst

Für die Hufeisensiedlung in Neu-Kölln entwickelte der Berliner Architekt

Bruno Taut bereits in den 1930er Jahren ein kräftiges Farbkonzept.

Tag des offenen

Denkmals

14. | 15. Juni 2014,

Gohliser Schlösschen,

Leipzig

Die altehrwürdige Stadt Leipzig ist

mit ihrer wunderbar restaurierten Bausubstanz

geradezu prädestiniert für das Anliegen der Ausstellungsmacher,

den Erhalt wertvoller Kulturgüter zu fördern. Die heitere

atmosphäre des Rokoko-Schlösschens im Stadtteil Gohlis

verspricht eine ganz besondere Stimmung für die zweitägige

WERTE-Veranstaltung. Der lohnenswerte Besuch ist eine

hervorragende Ergänzung zum Bachfest, das zeitgleich in Leipzig

stattfinden wird.

Bachfest Leipzig

13. – 22. Juni 2014

Rund 100 Konzerte, Vorträge, Gottesdienste,

Fahrten und Open-Air-Veranstaltungen

würdigen in Leipzig vom 13. bis 22. Juni 2014

das Leben und Wirken von Johann Sebastian

Bach. Das Bachfest steht in diesem Jahr unter

dem Motto „Die wahre Art“. Namhafte Interpreten

sind zu Gast an historisch bedeutenden

Orten. Zudem bietet der 300. Geburtstag

von Carl Philipp Emanuel Bach, dem

zweitältesten Sohn Johann Sebastian Bachs,

eine besondere Gelegenheit, dessen Werk in

den Mittelpunkt des diesjährigen Bachfests

zu stellen. www.bachfestleipzig.de

Neues Bach-Denkmal vor der Thomaskirche

Buchtipp

Denkmalsanierung 2013 | 2014

Jährlich erscheinendes Magazin zur Sanierung

von Denkmalimmobilien. Sowohl

Fachpublikum, Kapitalanleger als auch Eigennutzer

finden vielfältige Informationen zum

aktuellen Marktgeschehen, zu technischen

Verfahren und Steuersparmodellen,

inkl. Adressverzeichnis.

Laible, Johannes (Autor, Hrsg.),

Laible Verlagsprojekte (Verlag),

ISBN 978-3944549002, EUR 7,90

ANZEIGE

Jedes Jahr, am zweiten Sonntag im

September öffnen in ganz Deutschland

historische Bauten und Stätten ihre Tore.

Für Liebhaber von Architektur und Geschichte eine schöne

Gelegenheit, Orte und Räume zu erkunden, die normalerweise

für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. „Geschichte zum

Anfassen“ – wie es die Deutsche Stiftung Denkmalschutz formuliert.

Fachkundige Denkmalpfleger bieten Führungen an und informieren

über vergangene Arbeitsweisen und Techniken. Der Tag des offenen

Denkmals steht 2014 unter dem Motto „Farbe“. Sie ist seit Urzeiten

ein zentrales Thema und prägt unsere Sinneseindrücke nachhaltig.

Wie groß die Bedeutung innerhalb unseres kulturellen Erbes ist und

welche überraschenden Erkenntnisse die farbliche Gestaltung eines

Denkmals bietet, zeigen am 14. September 2014 viele interessante

Veranstaltungen. www.tag-des-offenen-denkmals.de

13. | 14. September 2014,

Schloss Oberwerries, Hamm

Der Tag des offenen Denkmals bietet einen willkommenen

Anlass, Restaurierung, Denkmalpflege und Tradition im

Rahmen einer WERTE 2014-Ausstellung zu präsentieren. Die

Veranstaltungsreihe ist daher an diesem Wochenende im

Schloss Oberwerries in Hamm bei Dortmund zu Gast. Die

Ausstellung verspricht eine Symbiose aus alter Bausubstanz,

modernen Konservierungstechniken und spannenden

Anekdoten rund um die gezeigten Exponate.

11. | 12. Oktober 2014

WERTE 2014 im Veranstaltungsforum Fürstenfeld

(ehem. Kloster Fürstenfeld) bei München.

15. | 16. November 2014

WERTE 2014 im Rittergut Großgoltern in Barsinghausen

bei Hannover.

Mischfarbkiste für Leimfarben

aus den 1950er Jahren

Öffnungszeiten: jeweils Samstag 13-18 Uhr

und Sonntag 11-18 Uhr

www.werte2014.de

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BLICK IN DIE WERKSTATT

Schutz

Wertvolle

FUNKTION

F ast ehrfürchtig streicht der Buchbindermeister Stefan Schubert

über die Bibel aus dem Jahr 1730, die aus Privatbesitz stammt und von

ihm fachgerecht restauriert wird. „Es geht eine besondere Faszination

von diesen alten Werken aus, sie sind spannende Zeitzeugen unserer

bewegten Geschichte“, erläutert Schubert seine Leidenschaft zu historischen

Exponaten. Seine Werkstatt ist voll solcher Schätze, denn er hat

sich auf die Restaurierung von Büchern, insbesondere auf das Erhalten

der Buchschließen spezialisiert. Nach seiner Ausbildung zum Buchbindermeister

kam er erstmals mit antikem Schriftgut in Kontakt. Sein

damaliger Arbeitgeber stand in engem Kontakt zur Universitätsbibliothek

Düsseldorf und ermunterte Schubert, vom dort verantwortlichen

Restaurator, Ulrich Schlüter, alles über den Erhalt sowie die Neuanfertigung

von Buchschließen zu lernen. „Letztendlich war es eine Notwendigkeit“,

erinnert sich Stefan Schubert, die ihn dazu bewog, sich mit

diesem Spezialwissen selbstständig zu machen. „Es gibt bundesweit nur

eine Handvoll Kollegen, die Buchschließen herstellen.“ Daher kommen

inzwischen Bücher aus ganz Deutschland in seine Buchklinik nach Steyerberg,

um fachgerecht konserviert zu werden.

VON DER ROLLE ZUM BUCH

Das geschriebene Wort geht bis in die Antike zurück. Erste schriftliche

Aufzeichnungen datieren aus dem 3. Jahrhundert vor Christus.

Griechen und Römer verwendeten zunächst Rollen aus Papyrus oder

Pergament. Der Codex löste die Rollen ab. Dabei handelte es sich um

mehrere Lagen Pergament, die zweiseitig fortlaufend beschrieben, in

der Mitte gefaltet und mit einem Faden aneinander befestigt waren.

Später wurden die Seiten gebunden und mit einem festen Umschlag

versehen. „Der Begriff Buch leitet sich von der Baumart Buche ab, denn

der Einband bestand meist aus Buchenholz“, erläutert Schubert. Zum

Beschreiben der Pergamentbögen dienten verschiedene Tinten wie

beispielsweise die Eisengallustinte.

Buchschließen schützten mittelalterliche Bücher vor äußeren

schädlichen Einflüssen. Nur ein kleiner Kreis von Restauratoren

widmet sich heute noch der Konservierung dieser Schließen –

einer davon ist der Buchbindermeister Stefan Schubert.

WICHTIGE SCHUTZFUNKTION

Wesentliche Bestandteile eines mittelalterlichen Buches waren seine

Schließen. Sie hielten die handschriftlichen Aufzeichnungen auf dem

empfindlichen Pergament unter Spannung. Zwei Buchschließen

sicherten dem Innenleben einerseits die Formstabilität, schützten

das Geschriebene andererseits aber auch vor äußeren schädlichen

Ein flüssen. „Beim Brand der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar im

Jahr 2004 zeigte sich, dass die Bücher, die mit Buchschließen versehen

waren, sehr viel besser gegen das Löschwasser geschützt waren, als die

Exemplare, die keine hatten. Seitdem hat die Erhaltung der Buchschließen

wieder einen höheren Stellenwert“, führt Schubert aus. „Es

bedarf aber keines verheerenden Feuers um den Sinn der Schließen zu

erkennen. Ebenso reicht ein umgestoßenes Glas Wasser, dessen Feuchtigkeit

das Papier sofort wellen und damit zerstören würde.“ In diesem

Zusammenhang erklärt der Buchbindermeister noch ein anderes

wichtiges Detail, das an vielen mittelalterlichen Büchern zu finden ist:

Eckbeschläge mit integrierten Erhebungen. Die eingearbeiteten Buckel

oder Knöpfe sollten den Bucheinband vor Abrieb, aber auch vor

Flüssigkeit wie einem umgeschütteten Bier oder anderen schädlichen

Einflüssen schützen. „Diesem Umstand verdankt der Knopf seinen

Namen Biernagel“, erzählt der Restaurator.


Erst ab dem 14. Jahrhundert ersetzte das neu gewonnene Papier den

empfindlichen Werkstoff Pergament. Mit der Erfindung des Buchdrucks

um 1450 durch Johannes Gutenberg wurde das Buch langsam

massentauglich. Im Mittelalter war Lesen und Schreiben allerdings

noch einer kleinen Minderheit wie Geistlichen und wissenschaftlichen

Gelehrten vorbehalten. Dementsprechend wertvoll war diese Fähigkeit.

Wer lesen konnte, zeigte dies gerne, indem er sein Buch außen

sichtbar trug. Mit den am Einband befestigten Kugeln oder Knoten

konnte dieses als Beutelbuch unter den Gürtel geklemmt werden. Bibel aus dem Jahr 1730

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Im Mittelalter war Lesen und Schreiben noch einer kleinen Minderheit

wie Geistlichen und wissenschaftlichen Gelehrten vorbehalten.

Dementsprechend wertvoll war diese Fähigkeit.

Der Restaurierungsgrundsatz, so viel wie möglich zu erhalten, kann

hier häufig leider nicht angewandt werden“, bedauert Schubert, „denn

beim Ablösen einzelner Schichten zerfällt das Leder sofort in Einzelteile.“

Wasserhaltiger Kleister würde in Verbindung mit der Gerbsäure

das Leder verbrennen und schwarz färben. Daher fertigt der Restaurator

in diesem Fall einen neuen Lederrücken an.

Schließenband mit

Pergamentverstärkung

ANGESEHENE

KLAUSURMACHER

Meist bestanden die Beschläge

aus Messing oder Eisen. Nur bei

besonders prunkvollen Handschriften

wurde Kupfer, Silber

oder Gold verwendet. Hergestellt

haben die Zubehörteile in

der Regel metallverarbeitende

Betriebe, damals als Gürtler

bekannt. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts

entwickelte sich dann

ein eigener Berufszweig: der

Klausurmacher. Er war auf die

Fertigung von Beschlägen und

Schließen spezialisiert und konfektionierte

diese in größerer

Stückzahl. Funde aus England

belegen, dass es einige Standardformen

gab, die die Klausurmacher dem Buch nur noch entsprechend

anpassten. „Klausurmacher waren höher angesehen, als normale

Gürtler“, weiß Schubert, „denn ein gewöhnlicher Gürtler durfte nicht

einfach Buchschließen herstellen.“

Im Schrank standen die Bücher mit den Schließen nach vorne. So

konnte man sie leicht daran herausziehen. Die einwirkende Zugkraft

war nicht nur für die Schließe selbst, sondern vor allem für die

Befestigung am Buchdeckel eine dauerhafte Belastung. „Am Zustand

der Schließen kann man oft Rückschlüsse auf den Aufbewahrungsort

ziehen: Standen die Bücher weit oben im Schrank, wurde die untere

Schließe mehr beansprucht und riss irgendwann aus.“

Eckbeschlag mit Buckel

Da der Einband ständig unter Spannung steht, bestehen Buchschließen

aus drei Einzelteilen: dem haltenden und greifenden Teil auf

der Vorderseite sowie dem Schließbandplättchen auf dem rückseitigen

Einband. Das haltende Element ist meist eine Hafte oder Öse.

Daran wird die umgreifende Krampe oder der Haken zum Verschluss

des Buches befestigt. Um diese wiederum zu halten, ist auf der Rückseite

ein Plättchen angebracht, „damit das Schließenband nicht ausreißt“,

wie Stefan Schubert erklärt.

Allgemein gliedert sich die Befestigungsart in verschiedene Ausführungen:

Das Schließenband mit Pergamentverstärkung bestand

üblicherweise aus zwei Lagen Leder und einer Pergamentschicht. Bei

der Gelenkschließe ist an der Unterseite ein Scharnier befestigt, an

dem das Band beweglich gelagert ist. Eine weitere Variante ist die

Lochschließe, die nur durch einen Nagel am Deckel gehalten wird.

Nachbildungen von Beutelbüchern

Stefan Schubert mit einem Buchdeckel aus Buchenholz, der wegen

Wurmbefalls erneuert werden muss.

Was jeweils bevorzugt Verwendung fand, war von mehreren Faktoren

abhängig und auch von Region zu Region unterschiedlich. In seiner

Werkstatt repariert Stefan Schubert nicht nur alle Arten, sondern

fertigt fehlende Schließen auch originalgetreu an.

BEHERZTES ÖFFNEN

Wenn wir heute vom Buchaufschlagen sprechen, ist normalerweise

das Aufklappen des Buchdeckels oder der Seiten gemeint. Im Mittelalter

mussten jedoch zunächst die Buchschließen geöffnet werden.

Dies geschah nicht etwa durch vorsichtiges Öffnen derselben, sondern

durch einen beherzten Faustschlag auf das liegende Buch. Die unter

Spannung stehenden Buchschließen sprangen durch die Erschütterung

auf. Erst danach konnte der Leser den Folianten aufklappen.

ZERSTÖRERISCHE GERBSÄURE

Wenn Stefan Schubert ein historisches Exemplar auf dem Tisch hat,

befasst er sich nicht nur mit der Schließmechanik, sondern natürlich

auch mit dem Buch selbst. Als Buchbindermeister hat er den Umgang

mit Papier, Bindetechniken und Herstellungsarten von der Pike

auf gelernt. Ganze Bündel alter Buchrücken, die nicht mehr zu retten

sind, liegen in der Werkstatt verteilt. „Der rote Zerfall von Leder, durch

Gerbsäure ausgelöst, macht diese Buchrücken oftmals irreparabel.

GRATWANDERUNG RESTAURIERUNG

Treffen Exemplare zur Restaurierung in Schuberts Werkstatt ein,

muss er immer abwägen, ob sich eine aufwändige teure Erhaltung

tat sächlich lohnt. In vielen Fällen ist lediglich der Buchinhalt von

Bedeutung — beispielsweise bei fachlich wichtigen Aufzeichnungen.

Die Neuanfertigung des Einbands kann die Kosten erheblich

minimieren. Vor allem bei staatlichen Institutionen wie Universitätsbibliotheken

steht die Dokumentation der inhaltlichen Historie

im Vordergrund, da der Umfang der Sammlungen im Allgemeinen

beträchtlich ist. Unabhängig vom Exponat, steht bei Stefan Schubert

die fachgerechte Beratung grundsätzlich im Vordergrund. Mit seinem

Wissen und seiner konservatorischen Erfahrung beurteilt er zuverlässig

Aufwand und Kosten des Kundenauftrags. „Nichtsdestotrotz ist

es manchmal eine heikle Gratwanderung zwischen Wirtschaftlichkeit

und dem Erhalt des ideellen Wertes“ gibt Schubert zu. Nach dem

ältesten Werk gefragt, nennt er eine wissenschaftliche Handschrift von

1470. „Das war schon aufregend, ein über 500 Jahre altes Buch in Händen

zu halten“, erzählt er. Dass er diesen Auftrag mit ganz besonderer

Sorgfalt ausführte, versteht sich von selbst.

ursula Hoffmann

Roter Zerfall durch Gerbsäure

Neu angefertigte Buchschließen

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WERTGUTACHTEN

Von entscheidendem

Wert

Für Liebhaber und Sammler von

Kunstwerken und Antiquitäten ist die

Authentizität eines Objektes in allen

seinen Teilen und die Qualität des

Erhaltungszustandes wichtig.

So entpuppte sich ein untersuchtes

Schrankmöbel nicht gänzlich als echt.

O bjektwerte spielen im Zusammenhang mit Erwerbs-

oder Veräußerungsabsichten, Erbschaftsangelegenheiten

sowie Sach- oder Schadensversicherungsfragen eine wichtige

Rolle. Wer sich mit dem Thema genauer befasst, kommt um

Begriffe wie Wertgutachten, Wiederbeschaffungswert und Gutachter

nicht umhin.

Das Wertgutachten

Das Wertgutachten unterscheidet den gemeinen oder

Veräußerungs- bzw. Verkehrswert und den Wiederbeschaffungswert.

Beim Verkehrswert handelt es sich um einen objektiven

Wertbegriff. Entscheidend ist nicht der individuelle oder Liebhaberwert,

den der Eigentümer einem Objekt beimisst, sondern der Wert,

den ein Kunstwerk oder eine Antiquität nach seiner Beschaffenheit

für jedermann hat und für den es im „gewöhnlichen Geschäftsverkehr“

am freien Markt gehandelt wird, bei dem Angebot und Nachfrage

die Preise bestimmen.

10

Zerstörte Holzsubstanz des Kruzifixes in

Form von Holzkohle mit typischem Würfelbruchschadensbild

vor der Restaurierung

Der Autor vor der in seinem

Atelier restaurierten Christusfigur

nach Fertigstellung

Die im Art Déco entstandene,

bei einem Brandanschlag

beschädigte Holzskulptur

des Bildhauers Carl Trummer

(1906-1957)

Der Wiederbeschaffungswert

Beim Wiederbeschaffungswert handelt es sich um den Betrag, den

der Eigentümer aufbringen müsste, um einen gleichwertigen Ersatz

für ein Objekt zu erlangen. Der Wiederbeschaffungswert beinhaltet

neben dem Kaufpreis Beschaffungsnebenkosten wie Transport- und

Verpackungskosten, Umsatzsteuer, Zölle. Für eine Taxierung des

durchschnittlichen Wiederbeschaffungswertes muss ein Markt für

vergleichbare Sachen existieren. Das persönliche Affektions- bzw.

Liebhaberinteresse muss daher zumindest ein kleiner Kreis anderer

Marktteilnehmer teilen.

Der Gutachter

Für die Begutachtung von Kunstobjekten und Antiquitäten kommen

in Deutschland freie sowie öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige

in Frage. Dabei sind letztere im bundesweiten Sachverständigenverzeichnis

des Deutschen Industrie- und Handelskammertages

(DIHK) e.V. zu finden. Für eine öffentliche Bestellung und Vereidigung

muss sich ein Sachverständiger hinsichtlich seiner persönlichen

Eignung und seiner besonderen Sachkunde einem anspruchsvollen

Überprüfungsverfahren unterziehen. Er hat einen Eid zu leisten, dass er

seine Sachverständigentätigkeit unabhängig, weisungsfrei, persönlich

und unparteiisch ausführt und seine Gutachten nach bestem Wissen

und Gewissen erstellt.

Die Begutachtung

Der Sachverständige erstellt zunächst einen Befund über ein Kunstobjekt.

Dazu gehört eine systematische Beobachtung, die zur schriftlichen

sowie auch fotografischen Dokumentation des Gegenstandes

führt. Gegebenenfalls wendet er naturwissenschaftliche Methoden

wie Materialanalysen oder Altersbestimmungen an. Sofern erforderlich,

bindet er bei der Überschneidung von Fachgebieten weitere

Spezialisten ein. Für die Untersuchung zieht der Sachverständige

weiterhin Quellen aus der vergleichenden wissenschaftlichen Literatur,

den Inventaren von Sammlungen mit ähnlichen Kunstgegenständen

und aus nachvollziehbaren Ergebnissen des Kunsthandels- bzw. des

Kunstauktionsgeschehens der Vergangenheit zu Rate. Auf die so gewonnenen

Erkenntnisse stützt sich als fachliches Urteil ein Gutachten,

das die Tatsachen aus dem Befund berücksichtigt.

11


WERTGUTACHTEN

Der Nachweis war das Ergebnis einer genauen Untersuchung. Dafür

wurden Sockel- und Gesimsgeschoss innen und rückseitig im Streiflicht

angeschaut. Dadurch werden Unebenheiten auf den Holzoberflächen,

die Schatten werfen, deutlich sichtbar. Es fanden sich Hobelschläge,

also Bearbeitungsspuren einer modernen Hobelmaschine, als

feine Wellen in der Holzoberfläche, quer zur Holzfaserrichtung und

parallel zueinander verlaufend. Weiterhin verliefen längs zur Holzfaserrichtung

Spuren von feinsten Scharten im Hobelmesser, wie sie

ebenfalls ausschließlich elektrisch betriebene, gleichmäßig drehende

Hobelmesserwellen erzeugen. An den Gesimsprofilen sind außerdem

Bearbeitungsspuren einer modernen Kreissägemaschine erkennbar.

WERTE 2012: Barockes Ambiente im Schloss Biebrich in Wiesbaden

Die Sichtflächen von Sockel- und Gesimsgeschoss sind in Kirschbaum

furniert mit einer durchschnittlichen Materialstärke von ca.

0,5-0,6 mm. Derart dünnes Furnier wurde erst ab dem Ende des

19., Anfang des 20. Jahrhunderts im Möbelbau verwendet. Für die

Ergänzungen von Konstruktionsholz wurde zum Teil altes patiniertes

Holz verwendet, teilweise farblich mit Holzbeizen angeglichen. Die

Seitenzuordnung der Verbindungskeile war stilgerecht in Sütterlinschrift,

allerdings mit Kugelschreiber, bezeichnet.

Schloss, Schwetzingen, 2013:

Aufwändige Stuhlpolsterung

Messe-Impressionen

Ein einzigartiges

Ausstellungskonzept

Rittergut Großgoltern, bei Hannover,

2012: Gemälderestaurierung

Der Schrank stammt auf den ersten Blick

aus dem zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts.

Die Rückansicht des Objekts zeigt im Detailbild erkennbar parallel

zueinander verlaufende Hobel schläge der modernen Holzbearbeitungsmaschine.

Das Beispiel

Beispielhaft für eine auf den ersten Blick nicht wahrnehmbare,

umfassende Veränderung an einem historischen Möbel soll ein zweitüriger,

in Sockel- und Gesimsgeschoss, Seiten und Türen zerlegbarer

Schrank sein. Dieser ist an den Sichtseiten aus Kirschbaumholz, massiv

und als Furnier verwendet, und im unsichtbaren Bereich aus massiver

Fichte gearbeitet. Er erscheint auf den ersten Blick wie ein Möbel aus

dem zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts. Bei der genaueren Untersuchung

stellte sich heraus, dass Seiten und Türen auch tatsächlich

von ca. 1850-60 sind. Sockel- und Gesimsgeschoss des Objektes sowie

die vorn auf die Seiten geleimten Lisenen sind jedoch Ergänzungen

aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Auch Rückwände, Oberboden,

Verbindungskeile und -leisten im Sockel- und Gesimsgeschoss,

Schlüsselschilder, Schloss und Schlüssel stammen aus dem 20. Jahrhundert.

Der Schrank ist damit eindeutig als Ergebnis aus originalen Teilen und

Hinzufügungen identifiziert, wobei diese Erkenntnis dem Laien keinesfalls

ohne Weiteres möglich ist. Grundsätzlich ist für den Liebhaber

historischer Möbel ein nur halboriginäres Stück immer ein seiner

authentizität beraubtes „Objekt der Begierde“. Abgesehen davon

führen umfangreiche Substanzergänzungen zu einer Wertminderung,

die je nach Objekt sehr bedeutsam ausfallen können. JOnny W. STADLER

Die gelben Linien markieren die

parallel zueinander verlaufenden

Hobelschläge, die hellblauen Pfeile

die längs zur Holzfaserrichtung

verlaufenden Spuren von feinsten

Scharten im Hobelmesser.

Auch das Gesimsprofil lässt den Einsatz neuzeitlicher Bearbeitungsgeräte

erkennen. So finden sich Hobelschläge durch eine Holzbearbeitungsmaschine

(gelbe Linien), scharfe Kanten von einer elektrischen

Kreissäge oder Fräse (lila Pfeil) sowie Bearbeitungsspuren der elektrischen

Kreissäge (hellblaue Pfeile).

Kurfürstliches Schloss, Koblenz,

2013: Möbelrestaurierung

Schloss Solitude, Stuttgart, 2012:

Abendveranstaltung

Eine Werkstatt als Ausstellungsort, ein engagierter Möbelrestaurator

und der Wunsch, interessierte Kunden für das eigene Handwerk

zu begeistern. Mehr benötigte der Stuttgarter Ralf Futterknecht

zunächst nicht, um 1998 seine erste Leistungsschau auszurichten.

Zunächst im Kleinen gestartet, sprach sich die Idee in Restauratorenkreisen

schnell herum und wurde bald zur Erfolgsgeschichte,

was Vielfalt und Qualität der Teilnehmer anbelangte. Um einen

adäquaten Rahmen für die Präsentation zu schaffen, bot Schloss

Solitude optimale Möglichkeiten. Hoch über Gerlingen gelegen, ist

es seit 2012 Heimat der WERTE- Messen, die zwischenzeitlich nicht

nur dort, sondern im gesamten Bundes gebiet stattfinden. Hier

einige Impressionen von den vergangenen acht Veranstaltungen.

WERTE 2013: Einzigartige Atmosphäre in der

Alten Brüderkirche in Kassel

Alte Brüderkirche, Kassel, 2013:

WDR-Berichterstattung

Neues Schloss, Meersburg, 2014:

Präsentation von Farbpigmenten

12


Vorher – Nachher

Vorher – Nachher

Liebe

Alte

ROSTET NICHT

Erfahrene Restauratoren veredeln Oldtimer und machen aus

automobilen Legenden gefragte Schmuckstücke.

D a stand er, der Mercedes-Benz 540 K Spezial-Roadster –

genauer gesagt das, was von ihm noch übrig war. Denn was der Lastwagen

aus Kiew vor Jahren bei der Kienle Automobiltechnik GmbH in

Heimerdingen bei Stuttgart ablud, war eigentlich nur noch ein Haufen

Schrott. Die Karosserie des 1939 an König Karl II. von Rumänien gelieferten

Kompressor-Mercedes fehlte fast vollständig, die Mechanik befand

sich in einem erbärmlichen Zustand, und statt des Original-Motors

schlummerte im Bug eine Maschine des russischen Herstellers ZIL.

Über 12.000 Arbeitsstunden später strahlte dieser automobile Traum

wie einst bei seiner Auslieferung. Weltweit gibt es heute nur noch drei

Exemplare dieses Autoklassikers. Aktuell ist in Heimerdingen ein weiteres,

in den letzten Jahren in den USA befindliches Modell in Arbeit.

Allein etwas mehr als zwei Millionen Euro wird die Restaurierung

verschlingen. Dieses Beispiel zeigt, dass Besitzer solch edler Gefährte

vor allem zwei Dinge brauchen: eine Menge Geld und Zeit. Denn in

der Regel ist die Wartezeit bei gefragten Filigrantechnikern wie Kienle

mindestens ein bis zwei Jahre, bevor diese Hand an das jeweilige Stück

anlegen. Für die Restaurierung selbst ist dann je nach Aufwand nochmals

ein Jahr oder mehr einzukalkulieren.

Originalgetreue Instandsetzung

Die Zeit in der Werkstatt hat es in sich. Denn im Falle von Kienle, zu

dessen Kunden Königshäuser und Staatsmänner ebenso wie Geschäftsleute

aus aller Welt zählen, wird der Oldtimer zunächst einmal komplett

bis hin zur kleinsten Schraube in seine Einzelteile zerlegt, anschließend

die Karosserie abgebeizt, entrostet, sandgestrahlt, spritzverzinkt und

hohlraum konserviert. Dazu kommen dann noch Unterbodenschutz

und Einwachsung. Der Rahmen erfährt ebenfalls solch eine aufwändige

Behandlung. Darüber hinaus werden Motor, Getriebe sowie Vorder- und

Hinterachse generalüberholt, anschließend Tank, Auspuffanlage, Kühler

sowie alle elektrischen Teile ausgetauscht, Bremsanlage und Kardanwelle

instandgesetzt und alle Gummi- beziehungsweise Verschleißteile erneuert.

Das wie neu erstrahlende Cockpit des Mercedes-Benz 540 K

Spezial-Roadsters von 1939

14

15


Vorher – Nachher

„Veränderungen aus der normalen Gebrauchszeit eines historischen Fahrzeuges

gegenüber dem Auslieferungszustand sind Zeugnisse der Fahrzeuggeschichte.

Diese sollten daher erhalten bleiben.“ Charta von Turin (2012)

dert hat“, rät Anton Märli, Geschäftsführer der unter anderem auf die

Beratung rund um die Aufbereitung, Instand setzung und Veredelung

von Old- und Youngtimern spezialisierten M-Consulting GmbH mit

Sitz in Stuttgart.

MATTHIAS GAUL

Porsche 356 Speedster "vor A" von 1955

Grundsätzlich gilt: Wenn etwas zu ersetzen ist, kommen möglichst

Originalteile zum Einsatz. Was es die nicht mehr gibt, werden nach

den Originalplänen neue angefertigt. In der Sattlerei geht es dann der

Inneneinrichtung ans Leder – in allen originalen Farben und Mustern.

Die Mitarbeiter montieren danach das Auto unlackiert und passen

die Chromteile an, bevor das Gefährt eine siebenschichtige Acryl-

Lackierung in den Originalfarben erhält. Bei Unternehmen wie dem

von Klaus Kienle geht es also nicht nur um den schönen Schein und

die perfekte Hülle, sondern vielmehr um Perfektion von Grund auf.

Mit seiner Philosophie geht der Autopionier zugleich ganz bewusst

auf Distanz zur „Charta von Turin“ der Oldtimer-Weltorganisation

FIVA, in der es heißt: „Veränderungen aus der normalen Gebrauchszeit

eines historischen Fahrzeuges gegenüber dem Auslieferungszustand

sind Zeugnisse der Fahrzeuggeschichte. Diese sollten daher erhalten

bleiben. Die Restaurierung eines historischen Objektes erfordert

darum nicht, sein Aussehen und seine technischen Merkmale ins

Erscheinungsbild des ursprünglichen Baujahres zurückzuversetzen.“

Doch damit macht es sich die FIVA nach Ansicht von Kienle zu leicht.

Für ihn ergibt es keinen Sinn, bei einer Restaurierung eines Serienautomobils

die Spuren mangelnder Pflege, von Unfallschäden, von

Materialermüdung oder von technischem Verschleiß zu konservieren.

„Damit erhält man nur den Zustand, den das Auto zu einem x-beliebigen

Zeitpunkt – zum Beispiel beim Auffinden in einer Scheune

– hatte“, so Kienle. Doch das Ziel einer guten Restaurierung solle nicht

nur der Erhalt der Substanz, sondern vielmehr die Wiederherstellung

des Originalzustandes sein. Und den habe jedes Auto nur einmal: bei

seiner Auslieferung.

Rasante Wertentwicklung

„Im Grunde kann man jedes Auto restaurieren, so dass es aussieht wie

neu“, sagt Thorsten Ruthmann, Koordinator des Dekra Classic Service.

Einen Zustand wiederherzustellen, in welchem dem Fahrzeug seine

Historie anzusehen ist, sei dagegen ungleich schwieriger. Als Beleg für

den Markttrend weg von der Komplettrestaurierung führt der Experte

die im Januar in den USA durchgeführte Gooding-Auktion an, bei

der zwei baugleiche Mercedes 300 SL Flügeltürer versteigert wurden.

Der eine, komplett restauriert und im absoluten Hochglanz-Zustand,

brachte 1,4 Millionen Dollar ein. Der andere, unrestauriert und abgenutzt,

mit Rissen in den Ledersitzen und Rostspuren an der Karosserie,

kam auf 1,9 Millionen Dollar. Gerade Fahrzeuge im Originalzustand

seien zurzeit am Markt zunehmend gefragt, weiß Ruthmann.

Auf der diesjährigen Techno-Classica fand diese Geschichte eine

Fortsetzung, wenn auch unter etwas anderen Vorzeichen. In Essen

ging es in einem ganz speziellen Fall nicht um Sportwagen der Marke

Mercedes-Benz, sondern um zwei Porsche 356 Speedster. Ein Porsche-

Restaurierer bot den einen hochglänzend restauriert, laut Beschilderung

mit einem „Marktwert Zustand 1“, zum Preis von 280.000 Euro

an. Für das offenbar überaus gut erhaltene, unrestaurierte Pendant mit

einem „Marktwert nach AA“ wollte er 840.000 Euro. Vor drei Jahren

war exakt dieser Porsche noch mit 300.000 Euro ausgezeichnet. Neben

dem Fahrvergnügen, die ein Oldtimer bereitet, ist somit auch die

Wertentwicklung solcher Gefährte nicht außer Acht zu lassen. „Besitzer

solch automobiler Schätze sollten deshalb regelmäßig in Form

eines Gutachtens überprüfen lassen, ob sich der Wert spürbar verän-

Ein spektakulärer „Scheunenfund“, ein Citroën Typ C aus den

1920er Jahren, stand im Mittelpunkt des Messeauftritts von Dekra

auf der diesjährigen Techno Classica in Essen.

Die zehn teuersten Oldtimer aller Zeiten

Platz Zuschlagpreis Marke/Modell Baujahr Auktionshaus Ort Auktionsjahr

1 $ 29.650.000 Mercedes-Benz W196 1954 Bonhams Goodwood 2013

2 $ 16.400.000 Ferrari 250 Testa Rossa 1957 Gooding & Co. Monterey 2011

3 $ 12.800.000 Ferrari 340/375MM Competizione 1953 RM Auctions Cernobbio 2013

4 $ 12.200.000 Ferrari 250 Testa Rossa 1957 RM Auctions Maranello 2009

5 $ 11.770.000 Mercedes-Benz 540K Spezial Roadster 1936 Gooding & Co. Monterey 2012

6 $ 11.275.000 Ferrari 250GT California Spider LWB 1960 Gooding & Co. Monterey 2012

7 $ 11.000.000 Ford GT40 Gulf / Mirage 1968 RM Auctions Monterey 2012

8 $ 10.900.000 Ferrari 250GT California Spider SWB 1961 RM Auctions Maranello 2008

9 $ 10.300.000 Duesenberg Model J Coupé 1931 Gooding & Co. Monterey 2011

10 $ 9.700.000 Bugatti Royale Kellner Coupé 1931 Christies London 1987

Quelle: classic-tax, Bochum

In vielen Einzelschritten entstehen bei erfahrenen Restauratoren wie zum Beispiel Kienle

am Markt überaus begehrte Oldtimer im Originalzustand.

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17


INTERVIEW

Die Leidenschaft

muss spürbar sein

D as Bankhaus Bauer hat sich auf

die individuelle Vermögensverwaltung von

Privatkunden spezialisiert. Welchen Stellenwert

hat bei Ihrer Beratung der „Sachwert“?

Wolf: Unsere Kernkompetenz ist die ganzheitliche Beratung. Wir

wollen für unsere Kunden einen Mehrwert generieren – auch zu

Kultur, Kunst und Handwerk. Da wir in regelmäßigem Austausch

mit ihnen sind, wissen wir um ihre Bedürfnisse und Wünsche. So

unterstützen wir unsere Kunden beispielsweise durch die Vermittlung

eines Sachverständigen für die Wertermittlung. Oder, wenn jemand

mit einem geerbten Gemälde zu uns kommt, das nicht in die eigenen

Räume passt, helfen wir auch beim Verkauf.

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Karsten R. Wolf, Vorstand, und Stefan Cordts, Leiter Vermögensbetreuung,

vom Bankhaus Bauer im Gespräch mit unserem Autorenteam zu

Sachwerten, Zielen und Vertrauen.

Bankhaus Bauer Privatbank AG

• Gründung: 1931 von Privatbankier Richard Bauer

• Sitz: Stuttgart

• Rechtsform: seit Okt. 2010 Aktiengesellschaft

• Vorstand: Stefan Brugger und Karsten R. Wolf

• Kerngeschäft: Vermögensberatung | Private Banking, Verwaltung

von Anlagevermögen, Betreuung institutioneller Kunden

Ist es nicht eher ungewöhnlich,

hier zum Bankberater zu gehen?

Cordts: Diese Hilfestellung gehört zu einer guten Kundenbeziehung.

Wir sprechen mit unseren Kunden nicht nur über Wertpapiere

und Anlageformen, sondern oft auch über sehr persönliche Dinge.

In welcher Lebensphase empfehlen Sie den

Erwerb von Sachwerten?

Wolf: Wir haben beobachtet, dass der Vermögensaufbau in

jüngeren Jahren eher von Vernunft geprägt ist. Erst im Lauf des Lebens

entwickelt sich die Leidenschaft für bestimmte Kulturgüter. Das heißt,

neben einem gut strukturierten Wertpapier-Portfolio besteht irgendwann

der Wunsch, Sachwerte in Form von historischen Fahrzeugen

oder ähnlichem als Geldanlage zu erwerben. Wir untersuchen dann

mit dem Kunden Risiken wie zusätzliche Kosten, Wertentwicklung

etc., damit er seine Entscheidung unter Abwägung aller Rahmenbedingungen

treffen kann. Dann spricht nichts gegen den Erwerb

eines Sachwerts, egal ob Oldtimer, Kunst oder Porzellan. Unabhängig

stellen wir die Wünsche und Ziele des Kunden in den Vordergrund.

Geht es ihm vorrangig um Rendite oder hat er andere Beweggründe

bei der Anlage seines Vermögens.

Gibt es einen Richtwert, wie hoch der Anteil an

Sachwerten im Gesamtportfolio sein sollte?

Cordts: Wichtig ist die Zusammensetzung. Ich brauche auch

sachwerte, die ich bei Bedarf zügig veräußern kann. Wenn ich einseitig

investiert habe, verliere ich vielleicht durch den Verkauf einer Immobilie

mein Zuhause. Deshalb sind klassische Kapitalanlagen sinnvoll, die

ich kurzfristig auflösen kann, ohne dass ich existenziell betroffen bin.

Eine gute Diversifizierung ist unter diesem Aspekt unbedingt wichtig.

Allgemein wird immer wieder von der „Flucht

in Sachwerte“ gesprochen. Was ist darunter zu

verstehen?

„Wir raten unseren Kunden, Objekte zu

kaufen, die ihnen persönlich gefallen und

für die sie eine Leidenschaft haben.“


Karsten R. Wolf, Vorstand, Bankhaus Bauer AG

Wolf: Geld ist nicht nur ein Tauschmittel. Es hat zusätzlich eine

Wertaufbewahrungsfunktion. Wenn Sie also Angst vor Geldentwertung

haben, ist der Besitz von Gold im Gesamtportfolio sicher

sinnvoll. Wenn Sie Gold als Tauschmittel sehen, dann brauchen Sie

es eigentlich nur für den Notfall. Denkt man dieses Szenario zu Ende,

wären kleine Einheiten physischen Goldes als Krisenwährung eine

gute Entscheidung. Auch ist dann die Konzentration auf Sachwerte

sicherlich sinnvoll und richtig. Aber egal ob Goldankauf oder Kunstsammlung:

Sachwerte bzw. ihr Substanzwert unterliegen heftigen

Schwankungen und auch Trends. Es ist wichtig, sich auszukennen.

Empfehlen Sie Ihren Kunden die Investition in

Immobilien, Kunst, Antiquitäten oder Oldtimer?

Wolf: Wir raten unseren Kunden, dass sie in Dinge investieren, die

ihnen persönlich gefallen, für die sie eine Leidenschaft haben. Dann

können Sie leichter akzeptieren, dass der Wert der Objekte schwankt.

So ist Kunst als Kapitalanlage extrem abhängig von Trends. Die Nachfrage

regelt den Preis. Je weniger es davon gibt, desto größer ist die

Wertsteigerung. Bei Oldtimern stellt sich zudem nicht nur die Frage

wie selten, sondern auch wie besonders der Wagen in Bezug auf

technische Innovationen oder Karosserie ist. Cabrios oder Sport wagen

haben ein höheres Wertsteigerungspotenzial als Limousinen. Bei

antiquitäten zählt der ideelle Wert. Dieser rückt eventuell rein wirtschaftliche

Aspekte in den Hintergrund. Sachwerte sind weniger Ratio

als viel mehr Emotio behaftet. Und ganz wichtig: Solche Investitionen

sind immer langfristig zu sehen. Eine absolute Sicherheit zur Wertsteigerung

gibt es nicht. Darüber muss man sich unbedingt im Klaren

sein. Der sichere Zins bei Geldanlagen ist derzeit extrem niedrig, die

Neigung des Kunden in Richtung Sachwert entsprechend größer.

Wie sieht die zukünftige Entwicklung Ihrer

Ansicht nach aus?

Cordts: Unseres Erachtens werden wir in Europa unter starker

anstrengung eine Konsolidierung des Euro erreichen. Wie viele

Krisen – und damit Rückschläge – zwischendurch kommen werden,

kann niemand vorhersagen. Übertragen auf das eigene Vermögen ist

das ähnlich zu sehen: Egal in welche Vermögenswerte ich investiert

habe, bei Krisen wird sich das auf deren Preise auswirken – und zwar

gegenläufig.

Was bedeutet das für Ihre Beratungsstrategie?

Wolf: Ich muss zweigleisig fahren und mit meinem Vermögen

flexibel bleiben. Ich muss schnell liquide in verschiedenen Märkten

unterwegs sein. Bei Sachwert-Anlagen sind dagegen oft Emotionen im

Spiel. Ein Verkauf ist dann kein Thema und behindert die Anlagestrategie.

Unsere Aufgabe ist es, diese verschiedenen Motive in Einklang

zu bringen – vor allem wenn die Kapitalanlage im Vordergrund steht.

Was die Beratung an sich betrifft, benötige ich einerseits den Finanzspezialisten,

andererseits aber den Sachverständigen, der sich auskennt

und nachhaltig auf das Thema Werte setzt.

Aus unserer Erfahrung heraus eint Banker und

Restauratoren ein gemeinsames Ziel: Vertrauen

schaffen!

Wolf: Sie und uns eint sicher das Bestreben, das man neudeutsch

„customer education“ nennt, also den Menschen Wissen rund um

historische Gegenstände und deren Werterhalt zu vermitteln. Zusätzlich

zu der von Ihnen angesprochenen Vertrauensbildung kommt

noch die Kompetenzprüfung. Bei einer Empfehlung habe ich einen

objektiven Dritten, der den Wert für mich bezeugt. Erst kommt die

technische Kompetenz und dann, ganz emotional, das Vertrauen.

Unsere Aufgabe ist es, alle Aspekte einer Investition mit dem Kunden

abzuwägen, ihn zu beraten und ihn bei seiner Entscheidungsfindung

optimal zu unterstützen.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

Thomas Büscher, Stefan Cordts, Karsten R. Wolf und

Ursula Hoffmann (von links nach rechts)

URSULA HoFFMANN

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BESONDERE ZEITGENOSSEN

Qualitäten

Model(l)-

Eine der größten Sammlungen an Modellen historischer

Fachwerkhäuser aus verschiedenen Regionen Deutschlands

befindet sich in der Propstei Johannesberg bei Fulda,

gebaut von Dieter Ehret.

M it großer Geduld, enormem Zeitaufwand und

handwerklichem Können widmete sich Dieter Ehret aus Hemsbach

an der Bergstraße im Zeitraum von 1987 bis 2008 dem Bau historischer

Fachwerk-Modelle. In dieser Zeit hat sich der Autodidakt vom

Hobby-Bastler zu einem Experten auf dem Gebiet des historischen

Fachwerkbaus entwickelt.

Wissensvermittlung

Nachdem die aufwendig hergestellten Fachwerk-Modelle über

viele Jahre im elterlichen Wohnhaus lagerten, wurden sie 2012 als

Dauerausstellung in die Johannesberger Handwerkssammlung im

ehemaligen Schafstall der Propstei dauerhaft integriert. Hier dienen

sie zukünftig bei Seminaren, die in der Propstei Johannesberg für

Architekten, Denkmalpfleger, Handwerker und Tragwerksplaner

stattfinden, der Wissensvermittlung. An ihnen sind nicht nur die

konstruktiven Gefüge historischer Fachwerkbauten dreidimensional

ablesbar, sie dokumentieren darüber hinaus auch zahlreiche interessante

Details und originale Befundsituationen.

Frühe Leidenschaft

Seine Leidenschaft für den Modellbau und für das Arbeiten mit dem

Werkstoff Holz entdeckte Ehret bereits als Kind. Mit 14 Jahren begann er

mit Streichhölzern die ersten Modellhäuser zu bauen. Mit Begeisterung

widmete sich der 1959 geborene Ehret in den folgenden Jahren mehr

und mehr seiner Leidenschaft. Gemeinsam mit seinen Eltern suchte er

in Frage kommende Objekte auf, besorgte sich Zeichnungen, Fotos und

Bücher und sprach mit Personen, die Auskünfte geben konnten.

Dieter Ehret, Experte auf dem Gebiet des historischen Fachwerkbaus

Auftraggeber Vereine und Kommunen

Die Modellsammlung umfasst insgesamt 46 Objekte im Maßstab

von 1:10 bis 1:25. Etwa die Hälfte davon wird auf der Galerie der

Handwerkssammlung präsentiert, die übrigen Modelle befinden

sich im Magazin. Bei den Objekten handelt es sich teilweise auch

um aus mehreren Einzelgebäuden bestehende Hofanlagen. Hierzu

zählt beispielsweise der „Schäferhof“ in Osterwieck, der zusammen

mit Brunnen und Taubenhaus aus zehn Einzelbauwerken besteht.

Im Auftrag von Vereinen und Kommunen hat Dieter Ehret etwa 30

weitere Modelle angefertigt.

Hessischer Denkmalschutzpreis

So manches von ihm gefertigte Modell existiert im Original leider

nicht mehr. Der Zerstörung von weiterer historischer Bausubstanz

Einhalt zu gebieten, ist ein vorrangiges Anliegen des Fachwerk­

Liebhabers. Für sein großes Engagement und seine außergewöhnlichen

Leistungen wurde er im Jahr 1990 mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis

ausgezeichnet.

Fünf Bundesländer – fünf Jahrhunderte

Die Originale der Modellbauten verteilen sich auf fünf Bundesländer,

wobei die Länder Baden-Württemberg und Hessen einen Schwerpunkt

bilden. Baugeschichtlich erstreckt sich die Sammlung über fünf

Jahrhunderte. Die überwiegende Zahl der Gebäude ist allerdings dem

15. – 17. Jahrhundert zuzuordnen. Zu den bauhistorisch besonders

interessanten Gebäuden gehören zwei Firstsäulenhäuser aus dem

15. Jahrhundert. Diese Bauweise, bei der die in der Hausmitte angeordneten

Firstständer über die gesamte Gebäudehöhe verlaufen,

war insbesondere in Süddeutschland verbreitet.

Alle Modelle zeichnen sich durch besondere Detailtreue aus.

Eine der größten Sammlungen

an Modellen historischer Fachwerkhäuser

ist in der Propstei

Johannesberg in Fulda zu sehen.

Das größte Modell der Sammlung: die Friedenskirche Swidnica

GröSSte Fachwerkkirche Europas

Das Original des größten Ausstellungsobjekts steht in Polen. Es handelt

sich hierbei um die Friedenskirche in Swidnica (Schweidnitz), der vermutlich

größten Fachwerkkirche Europas. Seit 1991 befindet sie sich

gemeinsam mit der Friedenskirche in Jauer auf der Welterbeliste der

UNESCO. Das Modell hat eine Grundfläche von etwa 2,50 m x 3,60 m,

und eine Höhe von 1,85 m. An diesem Modell arbeitete Dieter Ehret

über einen Zeitraum von drei Jahren.

Gerwin Stein

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21


ALTES HANDWERK – NEUER GENUSS

Wein

IM

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LIEGT Wissen

Naturverbundenheit, Liebe zum Terroir, Herzblut, Traditionsbewusstsein

und Innovation: Das sind bei den Fellbacher Weingärtnern seit über 150 Jahren

die Grundlagen für charaktervolle, authentische Tropfen.

B este Genossenschaft Deutschlands 2013, mehrere erste

Plätze beim Deutschen Lemberger-Preis, zahlreiche Goldmedaillen

beim AWC Vienna, eine DLG-Prämierung nach der anderen, 2013

und 2014 außerdem „Offizieller Supplier“ der Internationalen Filmfestspiele

in Berlin und viele Auszeichnungen mehr: Mit ihren edlen

Tropfen sorgen die Fellbacher Weingärtner seit Jahren für Furore in

der Szene. Die Erfolge kommen nicht von ungefähr. Vielmehr sind sie

das Ergebnis von strikter Selektion, zielgerichtet ertragsreduzierten

Traubenerträgen und handwerklicher Kunst im Weinberg wie im

Weinkeller.

Ein qualitätsorientierter

Rebschnitt ist eine wichtige

Voraussetzung für edle Tropfen.

Mensch und

Natur im Einklang

Bis die vollmundigen Spätburgunder,

kräftigen Lemberger,

edlen Rieslinge oder phantasievollen

Cuvées vom Fellbacher

Kappelberg im Glas ihr Aroma

entfalten, vergeht viel Zeit. Zeit,

in der jede einzelne Phase der

Herstellung vollste Aufmerksamkeit

erfährt. Ein Mann

ist dabei stets mit dabei und

hat alle Vorgänge im Blick:

Kellermeister und Weingärtner

Werner Seibold. Auf diese

Kombination – Kellermeister

und Weingärtner – legt er viel

Wert. Denn seine Tätigkeit

beginnt nicht erst, wenn die

Trauben in die Presse kommen.

Schon im Frühjahr und Sommer ist er nahezu jeden Tag im Weinberg

und verfolgt bis in den Herbst hinein das Wachstum „seiner“ Trauben

ganz genau, um den optimalen Zeitpunkt für die Lese zu bestimmen.

„Gerade die Arbeit im Weinberg ist ungemein wichtig, wenn man den

Kunden ausdrucksstarke, aromareiche Weine mit Lagerungspotenzial

bieten und in der Liga vorne mitspielen möchte“, sagt Seibold, der

seit 1996 als Kellermeister bei den Fellbacher Weingärtnern tätig ist

und sein Handwerk von der Pike auf gelernt hat. Arbeit im Weinberg,

das heißt unter anderem, überzählige Triebe auszubrechen, die

Reben gegen Schädlinge zu schützen, für genügend Licht und Sonne

das Blattwerk des Rebstocks auszuschneiden, mit der „Grünlese“

die Anzahl der Trauben zur Qualitätssteigerung zu reduzieren und

schließlich dann im Spätsommer schadhafte Trauben zu entfernen. Bei

den Spitzen qualitäten des Hauses liegt der Ertrag unter 50 Liter pro Ar.

An den sonnenverwöhnten

Hängen des Kappelbergs

wachsen die Trauben der

Fellbacher Weingärtner.

Persönlichkeit und Charakter

Beim Ausbau wird von Anfang an auf eine schonende Behandlung

der Trauben und Maische geachtet. „Wir sehen jeden Wein als eigene

Persönlichkeit mit individuellem Charakter, naturgegebenen Stärken

und Besonderheiten“, betont Seibold. Je nach Sorte, Typizität und

Stilistik wird den Tropfen daher die notwendige Zeit zur Reifung

und Entwicklung gegeben. Für die Lagerung stehen dann wahlweise

Barrique-Fässer aus französischer, ungarischer oder schwäbischer

Eiche beziehungsweise Edelstahltanks zur Verfügung. Dass sich die

Fellbacher Weingärtner mit ihrer Philosophie längst auf Augenhöhe

mit Betrieben des Verbandes der Prädikatsweingüter (VDP) bewegen,

unterstreicht nachhaltig der 2009 Lämmler Lemberger aus der

Premium-Edition. In der über 150-jährigen Geschichte des Hauses war

dieser Tropfen das erste „Große Gewächs“. Beim VDP dürfen diese

Bezeichnung nur beste trockene Weine aus „Großen Lagen“ in

Deutschland tragen. Die starke Nachfrage gibt den Fellbachern Recht.

Und das nächste „Große Gewächs“ dürfte nur eine Frage der Zeit sein.


MATTHIAS GAUL

23


MODERNE KLASSIKER

Glückliche

Besitzer

Bei Stühlen mit dem Markennamen

„Thonet“ handelt es sich entweder um

Design klassiker oder aber um echte Raritäten

aus der Anfangszeit der Möbelindustrie.

Harald Sättler verhilft ihnen zu neuem Glanz.

A

usgebrochene Stuhlbeine, von Spax-Schrauben

zersplittertes Holz, Holzwurmbefall, dicke Schichten von Ölfarbe,

verschlissene Sitze, zerstörte Schellackpolituren, moderne Maschinenschrauben,

ausgeleierte Holzverbindungen: Die Kunden von Harald

Sättler setzen alle Hoffnungen in den gelernten Holzbildhauer, wenn

es um ihren Thonet-Stuhl geht. Da gibt es Sammler, die ein seltenes

Exemplar ergattert haben und alles daran setzen, ihm wieder zu einem

würdigen Zustand zu verhelfen. Museen, die kostbare Einzelstücke

behutsam und mit bewusst sichtbaren Neuteilen restaurieren lassen,

ohne dass der Originalzustand oder die Patina zerstört werden darf.

Und schließlich die Kunden, die mit einem Erbstück aus der Familie

ankommen und den Stuhl als Gebrauchsstück für den Alltag nutzen

möchten. Sie alle verbindet die Faszination, die von dem Namen

Thonet ausgeht. Als „Original“ gilt alles, was aus einer der Thonet-

Fabriken stammt und einen der vielen verschiedenen Brandstempel

im Frästeller oder einen Papieraufkleber trägt.

Schwingendes Design

Manche Stühle produzierte Thonet über Jahrzehnte hinweg, andere

gibt es heute noch zu kaufen. So sind die Stahlrohrsessel aus der

Bauhaus-Zeit der 1930er Jahre von den Nachkriegsmodellen auf den

ersten Blick kaum zu unterscheiden. Erst bei näherer Betrachtung

fallen die unterschiedliche Sitzhöhen und Krümmungswinkel der Rohre

auf. Harald Sättler stellt neben das Modell aus den 1930ern eines

aus den 1950ern. Den Freischwinger hat er mit einem weiteren Stuhl

und dazugehörigem Tisch von einem Autohändler erstanden. Sättler

sieht die Ursache für die Abweichungen im Design in den Wirren des

Krieges, der Zeichnungen und ganze Fabriken zerstörte.

Rost im Rohr

Ähnlich problematisch wie bei den hölzernen Geschwistern ist auch

die Restaurierung der Stahlrohrmöbel von Thonet. An ihnen nagt oft

innen der Rost und bedroht die Statik. Dagegen ist die Oberflächenbehandlung

der Verchromung eine überwindbare Hürde. Wirklich

problematisch findet Sättler bei den Stahlrohrmöbeln die mehrschichtverleimten

Sitzflächen, deren oberste Furnierlage durch Verschleiß

und Feuchtigkeit abplatzt. Hier ist restauratorisches geschick

und das richtige Maß für die zu ergänzenden Bereiche gefragt. Die

Sitzgruppe aus der Autowerkstatt teilt mit vielen anderen Thonet-Möbeln

außer dem Verschleiß zwei weitere Schicksale: unsachgemäßer

Austausch der Schrauben und eine moderne Lackierung. Naheliegender

Weise weist sie Autolack und Maschinenschrauben auf, deren

sechseckige Köpfe aus der Sitzfläche herausragen.

Verständnisvolle Kunden

Was bewegt jemanden dazu, für die Restaurierung oder den Kauf

eines restaurierten Thonet-Armlehnsessels 700 bis 900 Euro auszugeben,

wenn es das gleiche Modell für den selben Preis neu zu

kaufen gibt? Harald Sättler unterscheidet drei Kategorien von Kunden:

Museen, die auf eine größtmögliche Authentizität Wert legen und

daher nur die zum Erhalt wirklich notwendigen Arbeiten durchführen

lassen. Privatsammler, die zwischen musealen Ansprüchen und einem

perfekten Erscheinungsbild schwanken. Und schließlich die größte

Gruppe von Auftraggebern, die eine persönliche Verbindung zu dem

Stuhl durch langen Gebrauch oder Erbschaft haben. Sie wollen ein

dauerhaft funktionsfähiges Möbel und haben ihre Vorstellungen

bezüglich Farbe und Oberflächengestaltung, die Restaurator Sättler

behutsam in Richtung Werterhaltung lenken muss. Er baut Verständnis

für den matten Glanz der hundertjährigen Patina auf. Er beschreibt

die Besonderheit einer zehnschichtigen, von Hand aufgetragenen

Schellackpolitur, die er mangels überlieferter Rezepturen selbst herstellt.

Und wenn das fertige Möbel zur Abholung bereit steht, weist er

den Besitzer darauf hin, dass ein trockenes Staubtuch zur Reinigung

ausreicht. Starke Putzmittel lösen den aus natürlichen Rohstoffen

hergestellten Lack an, machen ihn stumpf und das Möbel unansehnlich.

Und damit wäre der neue Glanz schnell wieder dahin. IVAR A. Aune

Schwachpunkt Holzverbindungen: Bei der Reparatur

eingesetzte Keile ersetzen das zerstörte Material.

Der Bauhausklassiker: rechts aus den 1930er Jahren mit zersplitterter

Sitzfläche, links aus den 1950er Jahren mit falsch ersetzten Schrauben

Harald Sättler restauriert in seiner Werkstatt auch sehr seltene

Thonet-Stühle für Museen wie den Krankfahrstuhl im Vordergrund.

24 25


D

Wenn es sich Schädlinge im Inneren des Holzes gemütlich gemacht haben

und in unzähligen feinen Gängen ihr Unwesen treiben, rückt man ihnen

schonend mit der thermischen Holzwurmbehandlung zu Leibe.

er Schreck ist meist groß, wenn unter Großmutters

antiker Kommode plötzlich Häufchen von Holzstaub sichtbar werden.

Das sei jedoch kein Grund zur Hysterie, meint der Möbelrestaurator

Ralf Futterknecht: „In zirka 50 Prozent der Fälle sind keine aktiven

Schädlinge am Werk. Ursachen für dieses Symptom gibt es viele.“

Eine davon können allerdings Schädlinge sein. Um Gewissheit zu

erlangen, ist der Rat eines Spezialisten für Holzwurmbekämpfung

hilfreich. Er kann den Befall zweifelsfrei feststellen und, je nach Befund,

wirkungsvolle Maßnahmen empfehlen.

Kleine Tiere, groSSes Schadenspotenzial

Tatsächlich ist der Befall von Anobien – im Volksmund Holzwurm

genannt – ein weit verbreitetes Ärgernis, das ein wertvolles Sammlerstück

nicht selten negativ beeinträchtigt. Holzzerstörende Käfer wie

der Gemeine Nagekäfer, der Splintholzkäfer oder auch der Hausbock

leben nicht nur gut in alten Möbelstücken oder altem Gebälk, sie

vermehren sich dort auch rasant und fräsen sich durch das gesamte

Exponat – bevorzugt durch weiche Nadelhölzer und ligninhaltige

Holzarten wie beispielsweise Nussbaumholz. Sichtbar werden die

millimeterfeinen Gänge erst an der Holzoberfläche als Ausflugslöcher.

In ihrer letzten Lebensphase schwärmen die Insekten von

dort aus und können neue Reviere, sprich weitere Objekte, befallen.

Dies passiert vornehmlich in den wärmeren Monaten von April bis

September, dagegen ist im Winter ein Aus- oder Übertritt unwahrscheinlich.

Nichts desto trotz tut Abhilfe Not und es gibt verschiedene

Formen, den Schädlingen den Garaus zu machen: Außer chemischen

Methoden hat sich in den letzten 15 bis 20 Jahren die thermische

Holwurmbehandlung im Heißluftverfahren durchgesetzt. Es handelt

sich dabei um ein schonendes, giftfreies Verfahren, das zudem unkompliziert

und werterhaltend ist. Darauf basierend, dass eine erhöhte

Temperatur Eiweißverbindungen der Käfer, Larven, Eiablage und der

Puppen durch Gerinnung zerstört, ist diese Bekämpfungs methode

offiziell anerkannt und fand auch Aufnahme in die DIN 68800, Teil 4.

Garaus durch HeiSSluftbehandlung

Vor Beginn der Heißluftbehandlung misst der Experte die Holzfeuchte

des befallenen Objekts. Mit den heutigen technischen Möglich keiten

kann er die Heizanlage so individuell programmieren, dass sich das

Holz während der Aufheizphase weder be- noch entfeuchtet, was

irreparable Schäden nach sich ziehen würde. Die Regelung der Luftfeuchtigkeit

war, historisch betrachtet, immer der Schwachpunkt

dieses Verfahrens, denn früher war die Wechselwirkung zwischen

Wärme und kontrollierter Befeuchtung nur schwer künstlich herzustellen.

Heutzutage wird in einer abgeschlossenen Kammer durch

kontinuierliche Erwärmung auf +55° Celsius über eine Zeitdauer von

mindestens einer Stunde ein hundertprozentiger Behandlungserfolg

erzielt. Nach dieser Zeit sind auch die langlebigen Holzbocklarven

sicher abgetötet. Ein Neubefall kann danach ausgeschlossen werden.

Chemische Keule

Andere, nicht unumstrittene Maßnahmen bemühen „chemische

Keulen“: Konzentrierte Substanzen werden ins Innere der Gänge eingebracht

und führen zur Abtötung der Insekten. Einen großen Nachteil

stellt dabei der Verbleib der Giftstoffe im Objekt dar. Ralf Futterknecht

erinnert sich: „Ich hatte eine Kundin, die nicht mehr schlafen

konnte, weil sich in ihrem Schlafzimmer eine derart behandelte

Kommode befand. Dies ist zwar sicher die Ausnahme, aussetzen muss

man sich schädlichen Stoffen trotzdem nicht, wenn ein optimales

Ergebnis auch anderweitig herbeigeführt werden kann.“

Wurm

Wenn der

UNTER DER LUPE

DRIN IST ...

Holzfuß einer Kommode aus dem 18. Jahrhundert

Vorteile der thermischen

Holzwurmbehandlung:

• Hundertprozentiger Behandlungserfolg mit Dokumentation

• Behandlung ohne Gifte oder chemische Rückstände für

Mensch und Umwelt

• nur etwa 72 Stunden Behandlungszeit

• vergleichsweise preiswertes Verfahren

• alte Schellackpolituren, organische Leime und Firnisse

werden nicht angegriffen

• die Kosten betragen in der Regel nur einen Bruchteil

des tatsächlichen Objektwerts

Verfahren vielfältig einsetzbar

Geht man davon aus, dass die beschriebenen Schädlinge hauptsächlich

hölzerne Objekte befallen, erstaunt, wie viele andere Werkstoffe

den winzigen Tieren zum Opfer fallen: Teppiche, Textilien, Bücher

oder Betten – das thermische Verfahren ist für diese Stoffe ebenso gut

geeignet. Spezialisierte Firmen wie auch Möbelrestauratoren wenden

das Verfahren sowohl für private Besitzstücke als auch für museale

Sammlungen oder in Möbelhäusern an. Umgekehrt kann der Fachmann

oft auch Entwarnung geben, denn nicht selten handelt es sich

bei den gefundenen Holzpartikeln einfach um mechanischen Abrieb,

beispielsweise durch das Öffnen und Schließen von Schubladen. In

jedem Fall ist der Holzstaub kein Grund, wertvolle Schätze auf den

Speicher oder gar auf den Sperrmüll zu verbannen. Ein klärendes

Gespräch mit Experten lohnt sich.

Ursula Hoffmann

26 27


„Die Menschheit sieht in den Denkmälern ein gemeinsames Erbe

und fühlt sich kommenden Generationen gegenüber für ihre

Bewahrung gemeinsam verantwortlich.“ Charta von Venedig (1964)

Restaurieren heiSSt erhalten

„Restaurieren heißt nicht erneuern, sondern erhalten. Restaurieren

heißt, das Objekt als Bedeutungsträger von Geschichte in seinem

Wert zu erkennen und zu bewahren,“ resümiert Zurheide. Diese

Maxime in den Köpfen der zukünftigen Restauratoren zu verankern,

sei Ziel der Fortbildung. Ein guter Restaurator müsse die Kraftfelder

auf der Denkmalbaustelle kennen und sich im Spannungsfeld

zwischen Technologie, Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und ideellen

Ansprüchen bewegen können.

Gelehrte

Vergangenheit

Ort

Ein Besonderer

I nmitten des Naturparks „Hohe Mark“ an der idyllischen

100-Schlösser-Route gelegen, beherbergt das Renaissanceschloss

raesfeld im südwestlichen Münsterland seit fast 60 Jahren die überregionale

Weiterbildungseinrichtung des nordrhein-westfälischen

Handwerks. Die 1952 gegründete „Akademie Schloss Raesfeld e. V.“

ist mitsamt seinem integrierten Tagungshotel ein Ort der Kommunikation

und eine der namhaftesten Adressen für die Restauratorenfortbildung

in Deutschland.

Seit über einem Vierteljahrhundert werden im

malerisch gelegenen Wasserschloss Raesfeld

Handwerksmeister zu Restauratoren fortgebildet.

Restauratoren im Handwerk

Eckard Zurheide ist seit 20 Jahren für die Restauratorenfortbildung

verantwortlich. Heute leitet der studierte Architekt den gesamten

Geschäftsbereich II der Akademie: Denkmalschutz, Altbau-Erhaltung

und ökologisches Bauen. Eckard Zurheide ist Manager und Dozent in

Personalunion. Er hat Respekt vor den angehenden Restauratorinnen

und restauratoren, die 45 Tage studierend in den Seminarräumen und

Werkstätten verbringen: „Die Leute machen das ja alles nebenher. Die

meisten haben einen eigenen Betrieb.“ Im Anschluss erstellen sie selbstständig

eine anspruchsvolle Projektarbeit, vergleichbar mit einer Hausarbeit

an der Uni. Und das neben dem Führen des eigenen Betriebs, in

dem Arbeitsausfall entsteht, der wieder aufgeholt werden muss.

Fachgerechte Restaurierung von Naturstein

Eckhard Zurheide

beim Studium

Über 5.000 Absolventen

In den vergangenen 25 Jahren haben sich

ungefähr 5.000 Handwerksmeisterinnen

und -meister zum „geprüften Restaurator

im Handwerk“ ausbilden lassen. Die ersten

wurden in der Akademie Schloss Raesfeld

und der heutigen Propstei Johannesberg in

Fulda auf ihre Prüfung vorbereitet. Angeboten

wird das Aufbaustudium heute für

14 Gewerke. In Raesfeld lernen Maler und

Lackierer, Maurer, Schmiede und Schlosser,

Raumausstatter, Steinmetze und Steinbildhauer,

Stucka teure, Tischler sowie Zimmerer.

Darüber hinaus können Vergolder, Buchbinder,

Gold- und Silberschmiede, Holzbildhauer

sowie Orgelbauer die Prüfung vor der

Handwerkskammer ablegen.

Abriss, Neubau, Restaurierung

Bis weit in die siebziger Jahre hinein war Restaurierung für den

städtebau, zumal in Deutschland, ein Randthema. Wegmarken eines

sich allmählich vollziehenden Bewusstseinswandels wurden die

„Charta von Venedig“ (1964) und das 1975 begangene „Europäische

Jahr des Denkmalschutzes“. Die Öffentlichkeit begann den Abriss-

Neubau-Reflex infrage zu stellen und entwickelte eine Sensibilität

für den Wert der historisch gewachsenen Umgebung. In der Praxis

stellte sich allerdings bald heraus, dass es in Deutschland kaum noch

Handwerker gab, die in der Lage gewesen wären, denkmalpflegerische

Arbeiten auszuführen.

Nachwuchs interessieren und gewinnen

In Raesfeld wird nicht nur die Leistungselite des Handwerks zu

Restauratoren fortgebildet. Die Einrichtung ist auch erfolgreich darin,

den Berufsnachwuchs für die Denkmalpflege zu interessieren und

zu gewinnen. So hat die Akademie unter anderem gemeinsam mit

dem Berufskolleg Borken die „Fachschule für Technik – Fachrichtung

baudenkmalpflege und Altbauerneuerung“ in Leben gerufen. Sie bildet

Gesellen zu staatlich geprüften Technikern in dem Bereich aus. Seit

vielen Jahren besteht auch eine Zusammenarbeit mit der Jugendbauhütte

Duisburg | Raesfeld. Hier absolvieren junge Leute im Alter

zwischen 16 und 26 Jahren ein freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege.

Auch die FJDler kommen für ihre Fachseminare in die Werkstätten

des Wasserschlosses und nicht wenige finden sich nach den handwerklichen

Praxiserfahrungen in ihrem Berufswunsch betätigt. Was

unterscheidet die Restauratorenfortbildung in Raesfeld von der Arbeit

anderer Institute? „Die in der ,Arbeitsgemeinschaft der Fortbildungszentren

für handwerkliche Denkmalpflege organisierten Einrichtungen

leisten allesamt eine hervorragende Arbeit“, lobt Zurheide. Von Vorteil

sei vielleicht das Schloss, mutmaßt er, das auch in denkmalpflegerischer

Hinsicht ein Vorzeigeobjekt sei.

Thomas Meyer-Lüttge

Geprüfter Restaurator im Handwerk

Die staatlich anerkannte Fortbildung zum „geprüften Restaurator

im Handwerk“ ist ein berufsbegleitendes Aufbaustudium. Es umfasst

ungefähr 450 Unterrichtsstunden, dauert in der Regel zwei

Jahre und endet mit der Abschlussprüfung vor einem Prüfungsausschuss

der Handwerkskammer. Voraussetzung für die Teilnahme

ist der Meisterbrief oder eine vergleichbare Qualifikation.

Rund 3.500 € beträgt die Teilnahmegebühr. Für die Fortbildung

kann „Meister-BAFöG“ beantragt werden.

28 29


Expertenwissen

Was

ist eigentlich...?

In einem Beitrag dieser Ausgabe sind Sie

womöglich über den ein oder anderen

Fachbegriff gestolpert. Doch was verbirgt sich

genau dahinter?Unser Experte hat für Sie

einige Begriffe zusammengestellt und erklärt.

Anobie

Die Larve des Anobium punctatum

ist als Holzwurm bekannt.

Der Gemeine Nagekäfer (lat.:

Anobium punctatum) wird

umgangssprachlich wegen

der Aktivität der Larven auch

Holzwurm genannt. Die ausgewachsenen

Käfer werden etwa

2,5 bis 5 Millimeter lang. Die

Larven des Nagekäfers befallen

verbautes, also kein frisches

Holz (Trockenholzschädling).

Aus dem in Holzspalten oder

Rissen abgelegten Ei schlüpft die Larve und frisst sich durch das Holz.

Die Entwicklungszeit der Larve dauert unter günstigen Bedingungen

ein Jahr, bei ungünstigen Bedingungen bis zu acht Jahren. Nach

mehreren Wachstumszyklen verpuppt sich die ausgewachsene Larve.

Nach seiner Wandlung, der Metamorphose, schlüpft ein geschlechtsreifer

Käfer aus der Puppe. Die Ausfluglöcher der Käfer sind rund und

haben einen Durchmesser von ein bis zwei Millimeter. Nach erfolgter

Befruchtung legt das Nagekäferweibchen seine Eier in Ritzen, Spalten

und Gänge des Holzes. Die Larve des Nagekäfers benötigt eine

Mindestholzfeuchtigkeit von 10-12 % und bevorzugt kühlere Orte.

Deshalb tritt er in zentralbeheizten Räumen nur selten auf. Kritische

Bereiche sind feuchte Räume oder dort wo Bodenkühle und -feuchte

auftreten können.

Furniere werden verwendet, um weniger edles Holz zu belegen.

Furnier

Verkleidung des aus billigerem Blindholz gefertigten Möbelkorpus

mit circa 3 mm dick gesägtem Edelholz, wobei sowohl die Maserung

des Furnierholzes als auch der Versatz der einzelnen Furnierblätter

dekorative Effekte erzielen. Die gleichmäßige Maserung in Form feiner

paralleler Streifen entsteht durch einen Schnitt des Stammes durch

die Mitte der Längsachse (Radialschnitt), Jahresringe in konzentrischen

Kreisen ergeben sich durch horizontales Durchschneiden des

Stammes (Hirnschnitt, Hirnholzmarketerie), reiche Maserung in Form

spitzwinkliger konzentrischer Bögen wird durch Tangential- oder

Fladerschnitt erreicht. Die in dieser Weise geschnittenen Furnierblätter

können stehend (längs) oder liegend (quer), parallel oder diagonal zu

einer Achse versetzt werden. Werden vier Dreiecke mit gegenständigem

Faserverlauf zu einem Rechteck gesetzt, so spricht man von

Kreuzfuge, wobei sich durch die Maserung die plastische Wirkung

eines Diamantschliffmusters ergeben kann. Die seit der Spätgotik in

Süddeutschland angewandte Furniertechnik gewann seit dem 17.

Jahrhundert durch reiche Holzimporte aus Übersee in der Kunsttischlerei

erhöhte Bedeutung.

Quelle: Christoph Graf von Pfeil —

Die Möbel der Residenz Ansbach, 1999

Lisene

Wenig vortretender, senkrechter Streifen zur Wandgliederung.

Die Lisene besitzt weder eine Basis noch ein Kapitell.

Quelle: Gloria Ehret —

Deutsche Möbel des 18. Jahrhunderts, 1986

Nitrozelluloselacke

Nitrozelluloselacke (alternative Bezeichnungen: Nitro-, NC- oder

CN-Lacke) sind nach dem verwendeten Bindemittel Zellulosenitrat

– das häufig fälschlich als Nitrozellulose bezeichnet wird – benannt.

Nitrolacke wurden auf Basis von aus Baumwolle synthetisierten Kunstharzen

Anfang der 1920er Jahre in den USA als schnelltrocknende

Farbe für die Automobilproduktion entwickelt.

Quelle: http://de.wikipedia.org/

wiki/Nitrozelluloselack

Jonny W. Stadler

Der freiberufliche Restaurator, Restaurierungsberater, Autor

zahlreicher Fachpublikationen sowie gelernte Tischlermeister ist

Mitglied im Verband der Restauratoren (VDR) und hat während

25 Berufsjahren einen großen Erfahrungsschatz in der angewandten

Restaurierung gesammelt. Die IHK Rhein-Neckar hat ihn 1996

öffentlich bestellt und zum Sachverständigen für Europäische

Möbel bis 1850 vereidigt. Weitere Informationen zu seiner Person

und Arbeit sowie weitere Begriffsdefinitionen finden Sie unter

www.restaurierung-stadler.de

Gehrung

Schräge Fuge zwischen zwei

aufeinander treffenden Leisten

oder Flächen. Die Gehrung

halbiert den Winkel, in dem die

Flächen aufeinanderstoßen.

Quelle: Gisela Haase —

Dresdner Möbel des 18.

Jahrhunderts, 1986

Die größere Klebefläche der

Gehrung erhöht die Stabilität.

Anhand der Patina lässt sich das Alter eines Objekts bestimmen.

Patina

(ital. für dünne Schicht, Firnis) ist eine durch natürliche oder

künstliche Alterung entstandene Oberfläche von Struktur und Farbe.


Jonny W. Stadler

30

31


AUSSTELLERVERZEICHNIS

Wir sind vom

Baukeramik, Fliesen

ILSE-Baukeramik

Andreas Heinemann

Kleine Emserstraße 10 a

56203 Höhr-Grenzhausen

Telefon: 0 26 24.41 95

www.ilse-baukeramik.de

BUchbinder

gut gebunden! Die Buchklinik

Stefan Schubert

Ginsterweg 1

31595 Steyerberg bei Nienburg

Telefon: 0 57 64.9 43 77 88

www.buchschliessen.de

Kai Ortlieb

Buchbinderei & Bilderrahmen

Wieblinger Straße 21

69214 Eppelheim

Telefon: 0 62 21.76 94 21

www.ortlieb-buchbinderei.de

Frölich GmbH –

Buch & Rahmen

Hohenstaufenstraße 14

70178 Stuttgart

Telefon: 07 11.60 63 63

www.buch-rahmen.de

Buchbinderei

Gabriele Lutz-Eitel

Mozartstraße 26

88214 Ravensburg

Telefon: 07 51.2 61 51

www.buchfertigung.de

Fach

Bei Fragen rund um Ihre wertvollsten Stücke stehen Ihnen

nachfolgende Firmen mit Rat und Tat kompetent zur Seite.

Büchsenmacher

Arms‘n Armour

Christian Paulitsch

Restaurator (VDR)

Steinweg 3

94550 Künzing

Telefon: 0 85 47.91 34 66

www.armsnarmour.de

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Kai Ortlieb

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Telefon: 0 62 21.76 94 21

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Buch & Rahmen

Hohenstaufenstraße 14

70178 Stuttgart

Telefon: 07 11.60 63 63

www.buch-rahmen.de

Kecker Rahmenkunst

Michael J. Kecker

Münchinger Straße 34

71254 Ditzingen

Telefon: 0 71 56.83 09

www.kecker-rahmenkunst.de

Fensterrestaurierung

Mosler & Münchow

Dreimanngasse 2 Rgb.

65589 Oberzeuzheim

Telefon: 0 64 33.49 22

www.mosler-muenchow.de

Holzmanufaktur Rottweil

Neckartal 159

78628 Rottweil

Telefon: 07 41.94 20 06-0

www.homa-rw.de

Geflecht, Korbmacher

Korbmachermeisterin

Martina Fuchs

Kronenstraße 8 | 1

72108 Rottenburg-Wendelsheim

Telefon: 0 74 72.91 64 85

Gemälderestaurierung

Dipl.-Restauratorin für

Kunst- und Kulturgut

Barbara Helmrich

Fuhrbleek 1

30916 Isernhagen NB

Telefon: 05 11.7 30 66 44

www.restaurierung-helmrich.de

Fortsetzung

GEmälderestaurierung

Dipl.-Restauratorin

Katrin Etringer

St.-Maternus-Straße 31

56070 Koblenz

Telefon: 02 61.2 24 61

www.restauratorin.net

Dipl.-Restauratorin

Henrike Bierbrodt

Wallstadter Straße 25

68259 Mannheim

Telefon: 06 21.3 36 59 16

Dipl.-Restauratorin für

Gemälde und Skulptur

Daniela Hedinger

70732 Stuttgart

Telefon: 01 51.14 10 44 97

Glasrestaurierung,

Glasmaler

V. Saile GmbH

Valentin Saile

Moserstraße 5

70182 Stuttgart

Telefon: 07 11.24 18 91

www.saile-glasmalerei.de

Goldschmiede

Goldschmiede Heinemann

Wilhelmshöher Allee 282

34131 Kassel

Telefon: 05 61.8 70 19 23

www.goldschmiede-heinemann.de

Goldschmiede & Kunstwerkstätte

der Schönstätter

Marienbrüder GmbH

Höhrer Straße 80

56179 Vallendar

Telefon: 02 61.65 08 40

www.goldschmiede-schoenstatt.de

Schmuckatelier

Carsten Kissner

Herzogstraße 1

68723 Schwetzingen

Telefon: 0 62 02.9 70 65 18

www.carstenkissner.de

Birgit und Jakob Bruhn

Schwabstraße 189

70193 Stuttgart

Telefon: 07 11.6 36 61 85

www.jakob-bruhn-uhren.de

Humidorbau

Der Humidor

Drostestraße 9

70499 Stuttgart

Telefon: 07 11.8 87 79 58

www.humidorbau.de

Kaffeerösterei

Hannoversche Kaffeemanufaktur

Andreas Berndt

Liepmannstraße 21

30453 Hannover

Telefon: 05 11.79 02 01 81

www.hannoverschekaffeemanufaktur.de

Maqii – Espresso Obsession

Pontdriesch 17

52062 Aachen

Telefon: 02 41.41 25 02 39

www.maqii.de

Kalligraphie

Maya Huber

Ludwig-Quessel-Weg 7

64297 Darmstadt

Telefon: 0 61 51.4 92 64 12

www.calligraphics.de

Maler

Farben Fliege

Töpferhof 2

37247 Großalmerode

Telefon: 0 56 04.91 85 90

www.farben-fliege.de

Maler Weiler

Müllheimer Talstraße 50

69469 Weinheim

Telefon: 0 62 01.1 24 52

www.weiler-weinheim.de

Waibel GmbH

Malerei & Werbung

Daisendorfer Straße 5 | 1

88709 Meersburg

Telefon: 0 75 32.97 02

www.waibel-meersburg.de

Kürschner

Kürschnermeisterin

Martina Stertz

Friedrich-Ebert-Ring 50

56068 Koblenz

Telefon: 02 61.3 17 73

www.martina-stertz.de

Maurer, Lehmbau

bauwerk GbR

Dorfstraße 38

38368 Ahmstorf

Telefon: 0 53 65.73 49

www.bauwerk-baut.de

Denk AF Mal

Alexander Fenzke

Zinhainer Weg 60

56470 Bad Marienberg

Telefon: 0 26 61.98 18 34

www.denk-mal-fachwerk.de

Dengel Bau GmbH

Burgwiesen 3

74214 Schöntal-Berlichingen

Telefon: 0 79 43.12 25

www.dengel-bau.de

Metallrestaurierung

und -gestaltung, Gürtler

Sachen aus Stahl

Silke Schmidt-Pfeiffer

Hans-Böckler-Straße 36

30851 Langenhagen

Telefon: 05 11.2 35 72 60

www.sachenausstahl.de

Fortsetzung

Metallrestaurierung

und -Gestaltung, Gürtler

Weber Metallgestaltung

Krantzstraße 7

52070 Aachen

Telefon: 02 41.51 56 70

www.weber-metallgestaltung.de

Ars liturgica Maria Laach e.K. –

Kunstschmiede

Benediktinerabtei

56653 Maria Laach

Telefon: 0 26 52.5 93 71

www.maria-laach.de

Axel Hinterseh GmbH

Gewerbestraße 8

88690 Uhldingen-Mühlhofen

Telefon: 0 75 56.5 04 12

Möbelrestaurierung

Kaspar & Lauterwald GbR

Hans-Poeche-Straße 7

04103 Leipzig

Telefon: 03 41.2 19 76 91

www.kaspar-lauterwald.de

Dipl.-Restauratorin

für Kunst- und Kulturgut

Barbara Helmrich

Fuhrbleek 1

30916 Isernhagen NB

Telefon: 05 11.7 30 66 44

www.restaurierung-helmrich.de

Möbelrestaurierung

Karl Jürgen Kullmann

Rissbacherstraße 118

56841 Traben-Trarbach

Telefon: 0 65 41.53 49

www.heidelberger-polsterei.de

Möbelrestaurierung

Christoph Dettmering

Salzschlirfer Straße 18

60386 Frankfurt am Main

Telefon: 0 69.44 77 57

www.dettmering-restaurator.de

32 33


AUSSTELLERVERZEICHNIS

Fortsetzung

Möbelrestaurierung

Möbelrestaurierung und

Konservierung

Ralf Futterknecht

Höfinger Straße 8

70499 Stuttgart

Telefon: 07 11.8 66 14 65

www.futterknecht.de

Böttcher Restaurierung

Ralph Böttcher

Heilbronnerstraße 43

74889 Sinsheim-Rohrbach

Telefon: 0 72 61.94 69 46

www.boettcher-restaurierung.de

Artes Ligneae

Thomas Benischek

Gottfried-Keller-Straße 9

78467 Konstanz

Telefon: 0 75 31.3 62 54 57

www.artes-ligneae.de

Robert Zachmayer

Gebhardweg 1

81247 München

Telefon: 0 89.28 06 55

www.restaurierung-zachmayer.de

Papier-, Buch-,

Grafikrestaurierung

gut gebunden! Die Buchklinik

Stefan Schubert

Ginsterweg 1

31595 Steyerberg bei Nienburg

Telefon: 0 57 64.9 43 77 88

www.buchschliessen.de

Papierrestauratorin (M.A.)

Maren Dümmler

Rebenweg 6

56566 Neuwied

Telefon: 01 75.5 69 09 62

www.duemmler-restaurierung.de

Fortsetzung

Papier-, Buch-,

Grafikrestaurierung

Diplom-Restauratorin

für Grafik und Buch

Annette Kessler

Rühlestraße 4

70374 Stuttgart

Telefon: 07 11.5 00 47 79

www.kesslergraphikrestaurierung.de

Porzellanrestaurierung

HP Hess – Porzellanrestaurierung

Susanne und Hans-Peter Hess

Kirchstraße 12

73269 Hochdorf

Telefon: 0 71 53.95 87 97

www.hess-restaurierung.de

Raumausstatter,

Polsterer

Löhr GmbH

Architektur und Wohnen

Dieselstraße 5

31228 Peine

Telefon: 0 51 71.60 06

Polsterei & Raumausstattung

Bernd Faßbender

Rosentalstraße 34 a

52159 Roetgen

Telefon: 0 24 71.82 41

www.berndfassbender.de

Klaus Gerling –

der Raumausstatter

Peter-Böhm-Straße 15

69214 Eppelheim

Telefon: 0 62 21.76 76 20

Fortsetzung

Raumausstatter,

Polsterer

jea-design

Jordi Evelyn Augenstein

Dachtlerstraße 9

70499 Stuttgart

Telefon: 07 11.8 10 98 24

www.jea-design.de

Sattler

Steffen Würtz

Lammgasse 5

74336 Brackenheim

Telefon: 01 60.6 10 13 39

www.sattlerei-wuertz.de

Schneider

Tagtraum-tragen

Birgit Reimann

Humboldtstraße 31 a

65189 Wiesbaden

Telefon: 01 76.41 25 19 69

www.tagtraum-tragen.de

kantimm-anziehendes

Sabine Kantimm

Bismarckstraße 41

70197 Stuttgart

Telefon: 07 11.65 66 28 98

Schreiner, Tischler,

Holzbildhauer

Holzbildhauerwerkstatt

Sylvia Oetjen

Idarstraße 2

55627 Weiler

Telefon: 0 67 54.9 45 74 49

www.floraleholzkunst.de

Fortsetzung

SCHREINER, TISCHLER,

HOLZBILDHAUER

Schreinerei J&M Baumann

Am Sägewerk 1 a

56459 Brandscheid

Telefon: 0 26 63.62 75

www.jm-baumann.de

Mosler & Münchow

Dreimanngasse 2 Rgb.

65589 Oberzeuzheim

Telefon: 0 64 33.49 22

www.mosler-muenchow.de

Holzmanufaktur Rottweil

Neckartal 159

78628 Rottweil

Telefon: 07 41.94 20 06-0

www.homa-rw.de

Schreinerei Binzler

Hauptstraße 38

88079 Kressbronn

Telefon: 0 75 43.64 94

www.binzler.de

Schuhmacher,

MaSSschuhe

Bauer´s Schuhhandwerk

Ludwig-Mond-Straße 119

34121 Kassel

Telefon: 05 61.9 37 29 21

www.schuhhandwerk-kassel.de

Meister Jaekel

Ralf Jaekel

Neckarstraße 126

70190 Stuttgart

Telefon: 07 11.26 73 46

www.meister-jaekel.de

Steinmetz,

Steinbildhauer

Natursteine Schulze

Am Rottenbeck 7

59505 Bad Sassendorf-Weslarn

Telefon: 0 29 21.3 45 03 23

www.natursteine-schulze.de

Bildhauer und Steinmetzmeister

David Verstege

Unterer Grund 31

70563 Stuttgart

Telefon: 07 11.68 32 72

www.david-verstege.de

Natursteine Herter

Lehrenweg 44

88709 Meersburg

Telefon: 0 75 32.60 22

www.natursteine-herter.de

Stuckateur

Stuckateurbetrieb

Klaus Stuckert

Otto-Heise-Straße 2

31319 Sehnde

Telefon: 05 11.2 83 47 79

www.stuck-stuckert.de

Stuck Atelier

Hans Georg Fabry

Rurtalstraße 67

52525 Heinsberg

Telefon: 0 24 53.33 18

www.stuck-atelier.de

Restaurator im

Stuckateurhandwerk

Walter Armbruster

Ecklenstraße 21 a

70184 Stuttgart

Telefon: 07 11.46 40 11

Teppichrestaurierung

Teppichpflege Braun

Wolfgang Braun

Aucht 2-4

74343 Sachsenheim-Ochsenbach

Telefon: 0 70 46.96 21-0

www.teppichpflege.de

Terrazzo

Natursteine Schulze

Am Rottenbeck 7

59505 Bad Sassendorf-Weslarn

Telefon: 0 29 21.3 45 03 23

www.natursteine-schulze.de

Dengel Bau GmbH

Burgwiesen 3

74214 Schöntal-Berlichingen

Telefon: 0 79 43.12 25

www.dengel-bau.de

Uhrmacher

Hans-Eugen Krümpelmann

Fiedelerstraße 20

30519 Hannover

Telefon: 05 11.83 62 01

www.uhr-service.de

Lottermann & Söhne

Till Lottermann

Seckenheimer Hauptstraße 128

68239 Mannheim

Telefon: 06 21.47 30 10

www.lottermannundsoehne.de

Birgit und Jakob Bruhn

Schwabstraße 189

70193 Stuttgart

Telefon: 07 11.6 36 61 85

www.jakob-bruhn-uhren.de

Vergoldung

Vergoldermeisterin

Katinka Wessels

Königswinterer Straße 665

53227 Bonn

Telefon: 02 28.2 40 45 50

www.katinka-wessels.de

Maler Weiler

Müllheimer Talstraße 50

69469 Weinheim

Telefon: 0 62 01.1 24 52

www.weiler-weinheim.de

Kecker Rahmenkunst

Michael J. Kecker

Münchinger Straße 34

71254 Ditzingen

Telefon: 0 71 56.83 09

www.kecker-rahmenkunst.de

Waibel GmbH

Malerei & Werbung

Daisendorfer Straße 5 | 1

88709 Meersburg

Telefon: 0 75 32.97 02

www.waibel-meersburg.de

Fotonachweise

Z immerer

Zimmerei Weisenfeld GmbH

Hauptstraße 18

56244 Weidenhahn

Telefon: 0 26 66.7 13

www.zimmerei-weisenfeld.de

Qubicus

Mathias Gläser

Im Elbbachtal 11

56459 Härtlingen

Telefon: 0 26 63.2 96 40 01

www.qubicus.de

Dachdeckerei-Spenglerei-

Zimmerei-Denkmalpflege

Andreas Siracusa

Industriestraße 20

68542 Heddesheim

Telefon: 0 62 03.93 68 92

www.siri-dach.de

J. L. Historischer Holzbau &

Lauffer Holzbau-Zimmerei

Industriestraße 50

71272 Renningen

Telefon: 0 71 59.4 20 77 17

www.lauffer-zimmerei.de

Holzbau Schmäh

Schützenstraße 5

88709 Meersburg

Telefon: 0 75 32.61 10

www.holzbau-schmaeh.de

Akademie Schloss Raesfeld e.V. | Wolfgang Ronau: S. 29 (1);

M. André: S. 33 (1); I. A. Aune: S. 2 (1), S. 24-25 (6); Bankhaus Bauer AG: S. 18 (1);

DEKRA Automobil GmbH: S. 17 (1); Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG: S. 16 (1);

Fellbacher Weingärtner eG: S. 2 (1), S. 22-23 (5); D. Hedinger: S. 32 (1);

B. Hoffmann: S. 4 (1); U. Hoffmann: Titel (2), S. 2 (1), S. 4 (1), S. 7-9 (8),

S. 13 (8), S. 18-19 (3), S. 27 (1), S. 32-35 (29); IFN | Danzer AG: S. 31 (1);

A. Kessler: S. 34 (1); Kienle Automobiltechnik GmbH: Titel (1), S. 2 (1),

S. 14-17 (8); Laible Verlagsprojekte: S. 5 (1); W. Palmer: S. 26 (1), S. 34 (1);

Propstei Johannesberg gGmbH: S. 20-21 (4); T. Schreiber: S. 4 (1);

S. Schubert: S. 6 (1); J. Seemann | Nordhandwerk: S. 28-29 (3);

J. W. Stadler: S. 2 (1), S. 10-12 (8), S. 30 (1), S. 31 (1); Stadt Hamm: S. 4 (1);

G. Stein: S. 21 (1); Wikimedia Commons | AlMare: S. 35 (1);

Wikimedia Commons | Appaloosa: S. 5 (1); Wikimedia Commons |

M. Kabel: S. 31 (1); Wikimedia Commons | Lutzeputz: S. 31 (1);

Wikimedia Commons | Siga: S. 30 (2); S. Wolf: S. 3 (1)

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35


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