Auch schwere Wege sind Segenswege

heukelbach2015
  • Keine Tags gefunden...

HEUKELBACH KLASSIKER

DIE BIBEL VERSTEHEN – GOTT ERFAHREN – DAS LEBEN MEISTERN

Auch schwere Wege

sind Segenswege


Die Stiftung Missionswerk Heukelbach arbeitet überkonfessionell, distanziert sich von

allen Sekten und hat als Grundlage allein Gottes Wort, die Bibel. Wir werben keine

Mitglieder. Allein die gute Nachricht von Jesus Christus soll verbreitet werden. Diese

Broschüre ist unverkäuflich und darf nur kostenlos weitergegeben werden!

IMPRESSUM

Herausgeber und Copyright:

Missionswerk Werner Heukelbach,

51700 Bergneustadt, Deutschland

Text: Werner Heukelbach

Druck: Gutenberghaus Druck & Medien GmbH & Co. KG, Dillenburg

Auflage-Nr.: SK06 20 1301 5


1

Auch schwere Wege

sind Segenswege

Inhaltsverzeichnis

Ein wichtiges Wort 2

Das große Erkennen 4

Auch du hast Zutritt 9

Durchs Gebet zum Rettungsjubel! 14

Wer ist dieser Jesus? 21

Was quält dich? 28

Schwierigkeiten vermitteln dir Reichtümer Gottes 35

So erlebst du Herrlichkeiten Gottes! 44

Durch schwere Wege zur Fülle des Segens 49


2

Ein wichtiges Wort

Wenn man den großen Segen, den oft schwere Wege in sich

bergen, erfassen will, muss man innerlich still werden. Man

muss erkennen, was Gott dem Menschen durch schwere Wege

zu sagen hat. Nur so werden aus schweren Wegen Segenswege

geboren.

Jeder, der diese Schrift liest, darf sich darüber freuen, dass er

im Gebet stets Zutritt zu dem Herrn Jesus hat. Lieber Leser, du

darfst dem Heiland nahen. Er kennt all deine Not. Er weiß um

deinen Kummer. Ja, er weiß, was dich quält. Auch das weiß er,

was dir Tag und Nacht keine Ruhe lässt, was immer wieder in

deiner Gedankenwelt hochkommt. Er, dein Heiland, weiß aber

auch die Rettung aus jeder schwierigen Situation. Seine Hände

sind immer noch stark genug, dich herauszureißen. Er schafft

den Bedrückten immer noch Recht. Er richtet immer noch den

Niedergebeugten auf.

Du solltest mehr von dem Vorrecht des Gebetes Gebrauch

machen. Im Gebet darfst du dein Herz vor dem Herrn Jesus völlig

ausschütten. Wenn du das Herz vor ihm leerst, dann wird er

dein Herz stets neu mit Freude und Jubel erfüllen.

Der Herr Jesus ist ja nicht nur dein Retter, er ist nicht nur der

Hirte, der die Seinen immer wieder zum inneren Genuss und zur

Stärkung führt, sondern er ist der Retter in Not. Er ist der, der

dich trägt. Er führet dich auf rechter Straße um seines Namens

willen.


Wenn du dich so an ihn klammerst, dann wirst du erleben,

wie dir aus Schwierigkeiten Reichtümer Gottes neu und stark

zuströmen.

Du erlebst Herrlichkeit Gottes. Diese Herrlichkeit Gottes erlebst

du auch dann, wenn Menschen dich nicht verstehen. Wenn

Menschen dich verurteilen, wenn Freunde sich von dir absetzen,

dann ist der Herr Jesus für dich da.

Ja, durch schwere Wege kommst du zu einer erneuten spürbaren

Fülle der Segnungen Gottes, und du wirst erleben, wie er aus

Finsternis Licht macht, wie dir die Sonne der Gerechtigkeit aufgeht

und dich erwärmt. So wirst du nach schweren Wegen den

Herrn dafür loben und preisen, dass er doch über allem gewacht

hat und Sieger in deiner schwierigen Situation geworden ist.

Werner Heukelbach

3


4

Das große Erkennen

Wir leben in einer Zeit, in der Hasten,

Jagen und Schaffen uns ganz und gar gefangen

nehmen wollen. Es geht von früh

bis spät, und bei vielen Menschen ist jede

Minute ausgenutzt, um das vorgesteckte

Ziel zu erreichen. Einer versucht, den anderen

zu überholen.

Wir nehmen uns oft nicht mehr die

Zeit, darüber nachzudenken, dass es auch

einmal nicht so gehen könnte, wie wir es

planen. Wenn dann Unvorhergesehenes

kommt, ja, wenn gar große Schwierigkeiten

auftauchen, dann drohen sie, uns umzuwerfen.

Wir haben uns nicht die Zeit genommen,

damit zu rechnen, dass etwas

eintreten könnte, das uns aus der Bahn

wirft, etwas, das unsere Gedankenwelt so

gefangen nimmt, dass wir kaum noch unsere

täglichen, notwendigsten Pflichten

erfüllen können.

Mutlosigkeit erfüllt dann unser Herz.

Wir meinen, wir hätten unüberwindbare

Hindernisse vor uns. Es kommt uns gar

nicht der Gedanke, dass dies ein Halt

des großen Gottes ist, der nun in unser

Leben eingreift und uns zum Nachdenken

zwingt. Er zwingt uns, uns mit ihm

zu befassen. Natürlich wollen wir Menschen

zunächst Gott dafür verantwortlich

machen, dass dies so gekommen ist.

Wir suchen ja nie die Schuld bei uns. Wir

meinen, wenn wir gegen Gott rebellieren,

mit den Schwierigkeiten fertig zu werden.

Doch Gott kennt das menschliche Herz

durch und durch. Er weiß, dass wir nur

in der Stille auf den rechten Weg und zur

rechten Erkenntnis gebracht werden können.

Wenn das Toben und Rebellieren dann

vorüber ist, zieht der Mensch sich in seinem

Schmerz zurück – zurück in die Stille.

Und dann erst kann Gott in Liebe zu

ihm reden.

Wo ist, lieber Leser, deine Stille? Wo

findest du Zeit zur inneren Sammlung?

Du brauchst die Stille vor Gott. Du

brauchst die Stille vor dem Wort Gottes.

Du brauchst die Stille vor deinem Retter

Jesus Christus.

Auch in Schwierigkeiten werde still im

Gebet. Die Bibel sagt: Vertraue still dem

Herrn und harre auf ihn. Manche Menschen

meinen, wenn sie zu Gott beten,

dann müsste Gott das Gebet sofort erhören

und antworten. Oft tut Gott das. Aber

er tut es nicht immer. Ja, er tut es bei Weitem

nicht immer. Er will sehen, ob du ihm

vertraust. Er will sehen, ob du wirklich

allein mit ihm rechnest. Er will hören, ob

dein Gebet aus der Tiefe deines Herzens

kommt. Gott will keine oberflächliche Sache

bei dir. Er will, dass du aus der Tiefe

deines Lebens heraus ihm Herz und Leben

weihst. Ja:

Warte still auf Gottes Einschreiten. In

Klagelieder 3,26 stehen die Worte geschrieben:

„Gut ist‘s, schweigend zu warten

auf die Rettung des HERRN.“ Im Warten

wird die Seele reif für den Himmel. Im

wartenden Zustand fällt manches von dir

ab, was dich hindert, Gott zu nahen. Im

stillen Warten reifst du für Gottes großes

Geschenk. Ja, in allen Nöten sei immer

wieder still. Denke stets daran:

Auch die stärksten Wogen kann der

Herr Jesus glätten. In der Bibel stehen


5

die Worte geschrieben: Er verwandelt

den Sturm in Stille, und es legen sich die

Wellen. Wenn Welle auf Welle über dein

Leben hinbraust, dann tust du gut, dich

betend tief zu demütigen und vor dem

Herrn Jesus zu beugen; denn dann werden

die Wellen am schnellsten über dich

hinwegbrausen und dir nichts anhaben

können. Der Liederdichter sagt:

Ebnen muss sich jede Welle;

denn dein Heiland will sich nah’n.

Nur an einer stillen Stelle

legt er seinen Anker an.

In der Stille tut sich der Herr Jesus dir

kund. In den ersten Versen des bekannten

Psalms 23 steht geschrieben: „Der

Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf grünen Auen und

führt mich zu stillen Wassern!“ Diese innere

Ruhe, diese Stille im Herzen will dir der

Herr Jesus, der gute Hirte, schenken. Es

soll dir nicht daran mangeln. Was er gibt,

will er reichlich geben. Er hat stille Wasser.

Er hat Erquickungen für deine Seele. Er

will dich auf grünen Auen weiden. Er führt

dich innerlich von Genuss zu Genuss.

Es gibt aber auch ein falsches Stillewerden.

Es ist das Stillewerden in deinem

verlorenen Zustand. Du gehst gleichgültig

Schritt für Schritt dem Verlorengehen

entgegen. Diese falsche Stille wird dich

einmal ins Verderben ziehen. Da ruft dir

die Bibel die Worte zu: Schnell, eile, stehe

nicht still!

Betrachte in der Stille deinen inneren

Zustand. Lieber Leser, glaube es: Du

musst zum Herrn Jesus kommen. In Lukas

18,40 stehen die Worte geschrieben:

„Da blieb Jesus stehen und befahl, dass er

zu ihm gebracht werde.“ Ich möchte dich

sehr gern in dieser Stunde zum Herrn Jesus

führen. Ich weiß nicht, ob mir dies gelingen

wird. Ich weiß nicht, ob du folgen

wirst. Ich weiß nicht, ob du den Wunsch

hast, wirklich dem Heiland Jesus Christus

dein Herz und Leben zu weihen. Ich habe

aber eine Bitte an dich: Knie doch jetzt vor

dem Herrn Jesus nieder. Schütte vor ihm

dein Herz aus, bis auf den Grund. Werde

vor ihm ganz still. In 1. Chronika 28,9

stehen die Worte geschrieben: „Denn der

HERR erforscht alle Herzen und erkennt

alles Trachten der Gedanken. Wenn du ihn

suchst, so wird er sich von dir finden lassen;

wenn du ihn aber verlässt, so wird er dich

verwerfen auf ewig!“ Höre es, lieber Leser,

der rettende Gott will sich von dir finden

lassen. Er erforscht dein Herz. Er kennt

deine Gedanken. Er kennt auch deinen

sündigen Zustand, aber er ist für dich da.

Dein Heiland ist für dich gestorben.

Betrachte in der Stille das Erlösungswerk.

Ja, nimm dieses Erlösungswerk jetzt

im Glauben als deinen Besitz an. Kolosser

1,14 ruft dir jetzt persönlich zu: „In dem

wir die Erlösung haben durch sein Blut, die

Vergebung der Sünden.“

Lieber Leser, was du brauchst, ist die

Vergebung deiner Sünden. Dann wird

dein Herz still werden. Du wirst zur Freude

kommen. Die Heilsgewissheit wird

dein Teil. Du darfst danken, immer wieder

danken, wenn du dies jetzt im Glauben

annimmst: Der Herr Jesus starb für mich.

Der Herr Jesus tilgte meine Sündenschuld.

Der Herr Jesus erlöste mich von

dem Fluch der Sünde.

Bekenne dann mutig deinen Retter. Römer

10,9 ruft dir zu: „Denn wenn du mit

deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst

und in deinem Herzen glaubst, dass Gott

ihn aus den Toten auferweckt hat, so wirst

du gerettet.“

Oder fehlt dir die rechte Erkenntnis?


6

Wenn du nicht erkennst, dass du ohne

den Herrn Jesus verloren bist, dann wirst

du auch nicht suchen. Es fehlt dir das Sehnen

nach der Gewissheit, dass es auch für

dich eine Errettung der Seele gibt. Ich will

versuchen, dir durch die folgenden Zeilen

dieses Erkennen etwas zu erleichtern:

Wenn ein Geschäftsmann erkennt, dass

es für ihn keinen Ausweg mehr gibt, dem

bevorstehenden Bankrott auszuweichen,

so ist diese Erkenntnis mit einer Unruhe

verbunden.

Wenn ein Kapitän erkennt, dass sein

Schiff leck ist und es keine Rettung mehr

gibt, so ist diese Erkenntnis furchtbar!

Wenn der Schwerkranke erkennt, dass

alle ärztliche Hilfe vergebens ist und es

keine Medizin gibt, welche die ersehnte

Heilung bewirkt, so ist dieses Erkennen

mit einem großen Schmerz verbunden.

Es gibt aber noch ein größeres Erkennen,

und davon rede ich jetzt. Zunächst

rufe ich dir einmal zu:

Erkenne die Wege Gottes! In Jesaja

41,20 lauten die Worte so: „Damit alle miteinander

es sehen und erkennen und es sich

zu Herzen nehmen und ermessen, dass die

Hand des HERRN dies gemacht, dass der

Heilige Israels es geschaffen hat.“ Vielleicht

wirst du mit diesem oder jenem, was an

Schwerem in deinem Leben liegt, nicht

fertig. Die vielen Fragen deines Herzens

lassen dich nicht zur Ruhe kommen. Dein

Grübeln führt dich immer wieder in Betrübnis

hinein. Du wirst von unguten Gedanken

geplagt. Lieber Leser, nimm jetzt

einmal alles, was an Bitterkeit und Enttäuschung

in deinem Leben liegt, aus Gottes

Hand hin und erkenne dein Abweichen

von Gott! Rufe das aus, was ein Mann der

Bibel ausgerufen hat. Er kleidete sein Gebet

in folgende Worte: „Erforsche mich, o

Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich

und erkenne, wie ich es meine“ (Psalm 139).

Wenn Gott dein Herz erforschen will,

dann musst du ihm das Herz willig öffnen.

Gestatte Gott, dass er sein Licht in

deine Gedankenwelt hineinleuchten lässt.

Da ist gewiss vieles, was das Licht Gottes

nicht ertragen kann. Du wirst dann bald

erkennen, wie weit entfernt du von Gott

und von Jesus Christus gelebt hast. In Jeremia

3,13 stehen die Worte geschrieben:

„Nur erkenne deine Schuld, dass du dem

HERRN, deinem Gott, die Treue gebrochen

hast.“ Durch die Sünde ist jeder Mensch

von Gott getrennt. Durch das Blut Jesu

Christi kann aber jeder Mensch wieder

in die Nähe Gottes kommen. Er kann zu

Gott zurückkehren. Er kann die Gemeinschaft

mit Gott suchen und finden. Du

musst dein Herz auf Gott richten. Lieber

Leser, erkenne den großen Gott! Die Bibel

sagt: „Und ich will ihnen ein Herz geben,

dass sie mich erkennen sollen, dass ich der

HERR bin; und sie sollen mein Volk sein,

und ich will ihr Gott sein; denn sie werden

sich von ganzem Herzen zu mir bekehren“

(Jeremia 24,7). Das Erkennen deiner Sünde

geht der Vergebung deiner Sünde voraus.

Je eher du deine Sünden erkennst,

umso früher wirst du den Herrn Jesus als

deinen Retter suchen. Du musst aber mit

deinem ganzen Herzen dem Herrn Jesus

nahen.

Erkenne dann den Herrn Jesus als deinen

Heiland. In Johannes 17,3 stehen die

Worte geschrieben: „Das ist aber das ewige

Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott,

und den du gesandt hast, Jesus Christus,

erkennen.“ Du wirst den Herrn Jesus als

deinen Heiland erkennen, wenn du ihm

deine Sündenschuld hingelegt hast. Du

darfst ihn im Glauben als deinen Heiland

annehmen. Der Herr Jesus liebt dich sehr.

Er hat seine Liebe zu den Menschen un-


7

ter Beweis gestellt, indem er auf Golgatha

sein Leben für die Sünden der Menschheit

hingegeben hat.

Nun versuche, das Geschehen auf Golgatha

doch einmal von dieser Sicht her

zu sehen. Zweifele nicht an der Wahrheit

dieses Geschehens, sondern nimm es als

Tatsache hin. Vielleicht trifft dich diese

Erlösungstat so, dass du Angst hast, der

Herr Jesus könnte dein ganzes Leben restlos

kennen? Nimmst du vielleicht deshalb

eine Abwehrstellung ihm gegenüber ein?

Davon geht aber deine Unruhe nicht weg.

Davon werden schwere Wege nicht leichter.

Und diese schweren Wege sollen ja

Segenswege für dich werden.

Den meisten Menschen liegt es, einen

Schlag, den sie bekommen, mit einem

Gegenschlag zu beantworten! Niemand

lässt gern dieses oder jenes über sich ergehen,

ohne darauf zu reagieren.

In einer Angelegenheit aber darfst du,

lieber Leser, nicht um dich schlagen. Du

musst ganz still werden, wenn der Herr

Jesus zu dir persönlich reden will. Er will

dir die Fragen beantworten, die dein Herz

bewegen. Er sagt dir, und dies will ich

noch einmal betonen, dass er dich liebt.

Er sagt dir aber auch, dass dein Leben

einer Erneuerung bedarf. Er selbst, dein

Heiland, will bei dir diese große Erneuerung

wirken.

Schlage nicht um dich, wenn der Herr

Jesus dir sagt, dass du ein Sünder bist.

Lass dir die Worte der Bibel tief zu Herzen

gehen: „Sie sind alle abgewichen, allesamt

verdorben; es gibt keinen, der Gutes

tut, auch nicht einen einzigen!“ (Psalm

14,3). Es gehört viel Demut dazu, sich als

Sünder bezeichnen zu lassen. Wenn aber

Gott selbst dir dies sagt, dann darfst du

seinem Wort keinen Widerstand leisten.

Der Herr Jesus kennt dein Leben von der

Wiege bis zu dieser Stunde. Er sagt in

Lukas 12,2 auch zu dir: „Es ist aber nichts

verdeckt, das nicht aufgedeckt werden wird,

und nichts verborgen, das nicht bekannt

werden wird.“ Lass den Herrn Jesus bitte

in die allerletzten Fragen deines Herzens

hineinsehen. Vergiss aber nicht, dass auch

schwere Wege Segenswege sind.

Schlage nicht um dich, wenn der Herr

Jesus dir sagt, dass dir der Herzensglaube

noch fehlt. Er sieht nicht auf deine äußere

Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft.

Der Herr Jesus sieht dein Herz

an. Er will eine persönliche Verbindung

mit dir aufnehmen. In Jesaja 28,16 stehen

hinweisend auf den Herrn Jesus die Worte

geschrieben: „Siehe, ich lege in Zion einen

Stein, einen bewährten Stein, einen kostbaren

Eckstein, der aufs festeste gegründet ist:

wer glaubt, der flieht nicht!“ Es gibt viele

Menschen in unserer Zeit, die sind sehr

flüchtig. Manche haben Angst, einmal still

zu werden, um sich mit ihrem Leben zu

beschäftigen. Der Mensch unserer Tage

liebt die tiefe Selbstbesinnung nicht.

Lieber Leser, nimm dir jetzt einmal die

Zeit und beschäftige dich mit deinem Leben;

denn sei gewiss, der Herr Jesus wird

einmal jeden Menschen richten. Die Bibel

sagt: „Ich will sie behandeln nach ihrem

Wandel und sie richten, wie es ihnen gebührt;

so werden sie erkennen, dass ich der

HERR bin!“ (Hesekiel 7,27). Wenn du mit

diesem Gedanken vor deinem Retter Jesus

Christus still wirst, dann wirst du bald

ein tiefes Empfinden dafür bekommen,

dass dein Leben göttlich geordnet werden

muss. Dies kann aber nur der Herr Jesus

bewirken. Öffne ihm dein Herz, öffne es

für seine Gnade, die er auch dir zuteil werden

lassen möchte.

Es kann sein, dass dich eine besondere

Not drückt, oder dass du meinst, andere


8

könnten diese Gnade bekommen, aber für

dich sei sie nicht da. Ja, es kann eine Not

in ein Menschenherz kommen und man

meint, es nicht länger aushalten zu können.

Du siehst, wie deine Gegner frohlocken.

Du schaust zu, wie es dem Gottlosen

wohl geht. Und du sagst vielleicht das,

was in Psalm 94,3 geschrieben steht:

Wie lange noch werden die Gottlosen

frohlocken? Wie lange werden sie sich

freuen? Wie lange noch wird die Traurigkeit

meines Herzens andauern? So und

ähnlich sind die Fragen, die dein Herz

bewegen. Lieber Leser, lies doch einmal

Psalm 94, werde dabei ganz still, und du

wirst Antwort auf die Fragen bekommen.

In dem erwähnten Psalm heißt es weiter:

Wie lange noch werden die Gottlosen

Freches reden? Es kann sein, dass diese

Frage auch dein Herz bewegt. Dazu sage

ich dir: Höre nicht auf das Reden der

Gottlosen. Höre nicht auf ihr Prahlen. Blicke

nach oben! Schaue auf den Herrn Jesus!

Alles, aber auch alles, was du bisher

an Leid und Weh durchgemacht hast, soll

dich ganz nahe an das Herz des Herrn Jesus

bringen. Denke daran: Auch schwere

Wege sind Segenswege! Der innere Friede,

von Gott gesandt, soll dein Besitz werden.

Du betrachtest vielleicht die Ungläubigen.

Du betrachtest die Gläubigen. Du

siehst nach links, du schaust nach rechts.

Du gleichst einem Rohr, das vom Wind

hin und her bewegt wird. Dir fehlt der

innere Halt. Vielleicht sagst du mit dem

Psalmisten:

Wie lange noch werden die Ungläubigen

gegen die Gläubigen auftreten? Du

kannst das Zeitgeschehen nicht ändern,

kannst keine Situation in dieser Hinsicht

verhindern. Der Herr Jesus aber kann es

tun, doch will er manches ausreifen lassen.

Darum schaue nicht auf dieses oder

jenes, sondern sage alles dem Herrn Jesus.

Er wird dir zur Seite stehen, dafür

bete ich. Vielleicht fragst du sogar:

Wie lange noch muss ich so schwere

Wege gehen? Wie lange noch muss Traurigkeit

mein Herz erfüllen? Wieder sage

ich dir: Du musst für das große Gotterleben

reif werden. Du musst reif werden,

um die Gotteskindschaft empfangen zu

können. Du musst für die Begnadigung

von Gott reif werden.

Wie lange noch willst du im Unglauben

leben? Begrabe doch deine Zweifel. Wenn

du dein Herz vor dem Herrn Jesus ausgeschüttet

und ihm unter tiefem Bedauern

deine Sündenschuld genannt hast: dann

nimm die Glaubensstellung ein. Ja, tue es

sofort, und du wirst das erleben, was in

Psalm 94,19 geschrieben steht: „Bei den

vielen Sorgen in meinem Herzen erquickten

deine Tröstungen meine Seele.“ Diese

Erquickung, diese Freude, diese Glückseligkeit,

diesen Frieden, ja, dies alles will

der Herr Jesus dir schenken. Nimm es im

Glauben dankbar an.

In Psalm 103,5 heißt es: „Dein Alter mit

Gutem sättigt, dass du wieder jung wirst

wie ein Adler.“ Der Psalmist denkt an den

bekannten Prozess der Mauserung, dem

die Vögel alle Jahre unterliegen. Selbst der

stolze Adler, der sonst über den höchsten

Gipfeln majestätisch seine Kreise

zieht, kauert dann still in seinem Horst.

Er scheint kraftlos und krank zu sein. Sein

scharfes Auge ist matt und glanzlos. Aus

seinen gewaltigen Schwingen lösen sich

Federn. Aber dann kommt der Augenblick,

da ihm aus geheimnisvollen Quellen

der Natur neue Kräfte zufließen. Er ist

verjüngt, er ist stärker denn zuvor. Neue

Federn sind ihm gewachsen, ein neues

Kraftgefühl durchpulst ihn. Er hebt den

Kopf, sein Auge durchdringt wieder die


9

Ferne. Und schon breitet er die Schwingen

aus und fliegt davon.

Über dem Eingang zu den Franckeschen

Anstalten in Halle stehen die Worte: „Aber

die auf den HERRN harren, kriegen neue

Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler,

dass sie laufen und nicht matt werden,

dass sie wandeln und nicht müde werden“

(Jes. 40,31). Auch wir müssen von Zeit zu

Zeit durch Dürre und innere Schwäche wie

durch eine Mauser gehen. Gott scheint

uns im Stich gelassen zu haben. Es geht

uns wie dem Propheten: „Ich zwitscherte

wie eine Schwalbe, wie eine Drossel, und

gurrte wie eine Taube. Meine Augen blickten

schmachtend zur Höhe: Ach, Herr, ich

bin bedrängt …!“ (Jes. 38,14).

Und doch werden uns solche Zeiten

wunderbare Segnungen bringen, wenn

wir nicht aufhören, dem Herrn zu vertrauen.

Wir werden innerlich erneuert und

verjüngt, uns wachsen neue Schwingen,

dass wir uns zu Gott erheben können.

Phil. Spitta singt davon:

Das sind die geist‘gen Fasten,

wo er uns scheint entfernt

und man allein die Lasten

der Sünde kennenlernt.

Da wird man eingeleitet

in Reu‘ und Sündenleid,

doch da auch vorbereitet

zur Festtagsherrlichkeit.

Der Herr erwählt sich immer

zum Segnen seine Zeit,

er gibt den Freudenschimmer

nach trübem Herzeleid.

Er gießt den Gnadenregen

hinein ins dürre Herz

und führt auf dunkeln Wegen

zum Lichte himmelwärts.

Auch du hast Zutritt

Nicht alle Türen waren dir in der Vergangenheit

geöffnet. Vor verschlossenen

Türen stehen zu müssen, erfreut das Herz

nicht. Möglichkeiten und Ziele sehen zu

dürfen, ohne sie jedoch erreichen zu können,

stimmen das Herz traurig.

Heute darf ich dir Großes anbieten,

und dieses Große ist für dich da. Es ist

die große Gnade. Es ist das, was der Herr

Jesus auf Golgatha auch für dich bereitet

hat. Es ist die Erlösung von den Sünden!

Auch du hast Zutritt zu dieser Gnade. Der

Herr Jesus will dich jetzt bei der Hand

nehmen und in das hineinführen, was er

bereitet hat. Auch dir ruft der rettende

Gott in Römer 10,21 zu: „Den ganzen Tag

habe ich meine Hände ausgestreckt nach

einem ungehorsamen und widerspenstigen

Volk!“ Wir werden nie erleben, dass sich

ein ganzes Volk zu dem Herrn Jesus wendet.

Es werden immer nur Einzelne dem

Ruf des Heilandes folgen. Einmal wird

jedoch deutlich werden, dass diese Schar

der Erlösten eine große Schar ist, und

zwar dann, wenn der Herr Jesus wiederkommen

wird, um all die Seinen zu sich

in die Herrlichkeit heimzuholen. Glaube

mir aber:

Auch als Elender und Beladener hast

du Zutritt. In Psalm 70,6 ruft ein Mensch


10

aus: „Ich aber bin elend und arm; o Gott,

eile zu mir! Meine Hilfe und mein Retter

bist du; o HERR, säume nicht!“ Auch dir

kommt der Herr Jesus entgegen. Auch du

hast zu ihm und zu seinem Heil Zutritt.

Der Hochmütige aber hat hier keinen Zugang.

Viele Menschen gehen erhobenen

Hauptes durchs Leben. Sie meinen, sie

könnten so vor Gott bestehen. Hierin irren

sie sich jedoch sehr. Wer Gott nahen

will, muss sich vor ihm demütigen. In 2.

Mose 10,3 steht geschrieben: „Wie lange

willst du dich noch weigern, dich vor mir zu

demütigen?“ Doch wisse wohl:

Nur so hast du Zutritt! Der Herr Jesus

wird niemanden hinausstoßen. Er sieht

aber in das Herz jedes Menschen und

erwartet, dass der, der sich ihm naht, vor

ihm auch völlig kapituliert. Denn wer sich

selbst richtet, wird nicht gerichtet werden.

Lieber Leser, du darfst so, wie du bist, zu

dem Herrn Jesus kommen. Verfalle aber

nicht dem Irrtum, dich erst bessern zu

wollen. Nimm Zutritt im Gebet. In Lukas

11,9 -10 heißt es: „Bittet, so wird euch gegeben;

sucht, so werdet ihr finden; klopft

an, so wird euch aufgetan! Denn jeder, der

bittet, empfängt; und wer sucht, der findet;

und wer anklopft, dem wird aufgetan.“

Ich wünschte, dass alle Leser – soweit

sie noch nicht den Herrn Jesus als ihren

Heiland gefunden haben – Suchende wären.

Ich wünschte, dass jeder im Gebet

bei dem Herrn Jesus anklopfen würde.

Er will dir sein Herz öffnen. Du sollst sehen,

wie sehr er sich danach sehnt, dich

zu besitzen. Du tust gut, wenn du dir ein

Plätzchen suchst, wo du allein bist. Dort

knie vor dem Herrn Jesus nieder. Sage

ihm alle Belastungen deines Lebens. Sage

dem Heiland der Sünder, dass dir deine

Sünden Leid tun und du gern ein anderes

Leben beginnen möchtest, ein Leben an

seiner Hand, und du wirst erfahren:

So öffnet sich die Gnadentür. Du darfst

dann Epheser 1,7 für dich persönlich in

Anspruch nehmen: „In ihm haben wir die

Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der

Übertretungen nach dem Reichtum seiner

Gnade.“ Das Blut des Heilandes kann

nie genug gerühmt werden. Es deckt allen

Sündenschaden restlos zu – aber nur

dann, wenn man sich ganz unter die Deckung

dieses teuren Blutes stellt.

Wenn du über dieses oder jenes in

deinem Leben nachdenkst, dann hast

du doch gewiss auch den Wunsch: Ach,

wenn ich dies doch ungeschehen machen

könnte. Da siehst du falsche Entschlüsse.

Dort findest du schlechte Wegabschnitte.

Du denkst dann oft, und zwar mit Recht:

Ach, wie konnte ich nur so töricht sein!

Heute würdest du gewiss manches anders

machen. Du würdest dich gar nicht mehr

in diese oder jene Sache hineinbegeben.

Wie tröstend und ermutigend ist doch

der Satz: Du darfst die Erinnerung auslöschen!

Ja, Gott will deine Sünden nicht

mehr richten. Gott will deiner Sünden und

Übertretungen nie mehr gedenken. Deine

schweren Wege, die du gehen musstest,

dienten nur dazu, dein Herz und Leben

ganz dem Herrn Jesus auszuliefern. Der

Herr Jesus wird bei denen, die in Reue

und Buße zu ihm gekommen sind, die

Sünden nie mehr hervorholen. Sie sind

hinweggetan. Lies doch bitte einmal Jesaja

38,17. Dort steht geschrieben: „Siehe,

zum Frieden diente mir bitteres Leid; {du}

hast ja meine Seele liebevoll umfangen und

sie aus der Grube des Verderbens herausgezogen;

denn du hast alle meine Sünden hinter

deinen Rücken geworfen!“ Deine Sünden,

lieber Leser, stehen nicht mehr vor

dir. Deine Sünden stehen nicht mehr im

Blickfeld des Herrn Jesus. Er hat sie hinter


11

sich geworfen. Das Wort Gottes sagt es

dir. Du hast es schriftlich! Darum:

Lass das Wort Gottes deine Richtschnur

sein. 1. Petrus 1,23-24 sagt: „Denn ihr seid

wiedergeboren nicht aus vergänglichem,

sondern aus unvergänglichem Samen, durch

das lebendige Wort Gottes, das in Ewigkeit

bleibt. Denn alles Fleisch ist wie Gras und

alle Herrlichkeit des Menschen wie die Blume

des Grases. Das Gras ist verdorrt und

seine Blume abgefallen; aber das Wort des

Herrn bleibt in Ewigkeit.“ Nur wiedergeborene

Menschen erreichen die Herrlichkeit

Gottes. Es ist gut, dass der Herr in seiner

Gnade, gewirkt durch den Heiligen

Geist, uns das, was wir besitzen, schriftlich

in seinem Wort niedergelegt hat.

Sonst würden unsere Gefühle schwanken

und wanken. Sonst würde unser Verstand

das, was wir besitzen, gar nicht für möglich

halten. Dieses Wort Gottes bleibt.

Die Schönheiten der Natur werden verschwinden.

Sogar der Himmelsdom mit

all seinen Sternen wird nicht ewig sein.

Aber das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit!

Dort darfst du alles lesen, was dein Besitz

geworden ist, nachdem du den Heiland

als deinen persönlichen Retter angenommen

hast. Ja, im Glauben darfst du das

alles besitzen. Du bist begnadigt. Du bist

freigesprochen. All dein Tun und Abmühen

war zum Scheitern verurteilt. Wenn

du dich Tag und Nacht krampfhaft bemüht

hättest, Gutes zu tun und nicht zu

sündigen, wären alle diese Bemühungen

doch vergeblich gewesen! Erkenne dies

bis in die letzten Tiefen. Je mehr du dich

in deinem Verdorbensein erkennst, umso

mehr wirst du den Herrn Jesus in seiner

Liebe und seiner Rettermacht erkennen.

Römer 3,28 sagt: „So kommen wir nun zu

dem Schluss, dass der Mensch durch den

Glauben gerechtfertigt wird, ohne Werke

des Gesetzes.“ Noch einmal rufe ich dir zu:

Du darfst die Erinnerung auslöschen! Der

Herr Jesus hat deine Sünden hinweggetan.

Er starb für dich. Er trug deine Sünden

an seinem Leib am Kreuz von Golgatha.

Er ging für dich ins Gericht. Gott tat

das, was du nicht tun konntest. Es hat nie

ein Mensch gelebt, der sich den Himmel

verdient hat. Selbst Abraham glaubte,

und das rechnete Gott ihm zur Gerechtigkeit.

Denke daran, nur Gott kann das

tun! Schon in 1. Mose 3,21 wirst du darauf

hingewiesen, dass Gott etwas getan und

den Menschen bekleidet hat. Dort steht

geschrieben: „Und Gott der HERR machte

Adam und seiner Frau Kleider aus Fell und

bekleidete sie.“ Es musste vorher das Blut

eines unschuldigen Tieres fließen. So ist

das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes,

für dich und für mich geflossen. Der Heiland

war ohne Sünde. Und nur so konnte

er deine und meine Sünden sühnen. Ja,

du darfst die Erinnerung auslöschen und

im Glauben froh und glücklich den Herrn

Jesus loben und preisen, weil er dich erlöst

hat.

Nicht Selbsterlösung, sondern nur Jesus

allein! Denn Galater 3,13 sagt: „Christus

hat uns losgekauft von dem Fluch des

Gesetzes.“ Durch ihn hast du Zutritt zur

ewigen Herrlichkeit.

Aber auch in deinem Leben an der

Hand des Herrn hast du, lieber Leser,

gewiss schon manches Hindernis überwinden

müssen, das dich im Laufe des

Tages daran hindern wollte, dein Ziel zu

erreichen. Da ruft der Herr dir jetzt zu: Du

hast in meiner Nachfolge freie Bahn! Der

Herr Jesus will dir einen gebahnten Weg

schenken. Er will die Hindernisse beseitigen.

Selbst der stärkste Mann der Welt

kann dir nichts antun, wenn der Herr es

nicht zulässt. In der Bibel ruft ein Mann


12

aus: „Und du umgürtest mich mit Kraft

zum Streit, beugtest unter mich, die wider

mich standen.“ Kämpfe nicht gegen deine

Widersacher. Du wirst dabei nur unglücklich

und unzufrieden. Dein Herz bleibt

nicht froh. Überlass doch dem Herrn die

Angelegenheit, denn er ruft dir zu: Du

hast freie Bahn!

In Schwierigkeiten offenbart der Herr

seine Herrlichkeit. Wenn bei dir alles glatt

läuft, kann der Herr dich wenig seine

Macht und Herrlichkeit erleben lassen.

Durch Hiob 5,19 rufe ich auch dir zu: „In

sechs Bedrängnissen wird er dich erretten,

und in sieben wird dich nichts Böses antasten.“

Lieber Leser, genügt dir die Kraft

Gottes nicht? Genügt es dir nicht, wenn

der Herr dir zuruft: Du hast freie Bahn!

Er will ja aus deinen schweren Wegen Segenswege

machen.

Flehe zum Herrn Jesus! Er hört und erhört

die Stimme deines Flehens. Er gibt

dir neue Kraft. Er will dein Schutz und

Schirm sein. Vertraue auf ihn mit ganzem

Herzen. Er wird dir helfen, und du wirst

am Schluss jubeln und preisen, wenn du

siehst: Der Herr hat meine Angelegenheit

in seine Hand genommen und alles

herrlich hinausgeführt. Wenn du ihn dann

am Ende rühmen kannst, wirst du wieder

ganz neu starkes Vertrauen gewinnen. In

Psalm 28,7 heißt es: „Der HERR ist meine

Stärke und mein Schild; auf ihn hat mein

Herz vertraut, und mir wurde geholfen.

Darum frohlockt mein Herz, und ich will

ihm danken mit meinem Lied.“ Noch einmal

sage ich es dir mit anderen Worten:

Es ist keine Hand so stark, dass der Herr

Jesus dich nicht daraus befreien könnte.

In 2. Könige 13,5 heißt es: „Und der HERR

gab Israel einen Retter, und sie kamen aus

der Hand der Aramäer heraus.“ Auch die

Hand, die dich quälen will, auch die Faust,

die losschlagen und dich treffen will, auch

der Arm, der sich wider dich erhebt, kann

vom Herrn gefesselt werden! Er kann dir

freie Bahn schaffen. Klammere dich nur

im Gebet an ihn. Nimm dir aber täglich

viel Zeit zum Gebet. Als ich anfing, täglich

wenigstens eine halbe Stunde kniend

laut zu beten, da hat sich manches

in meinem Leben und in meiner Umgebung

geändert. Setze auch du dir eine

bestimmte Zeit für jeden Tag fest. Diese

Gebetszeit führst du am besten morgens

in der Frühe durch. Wenn du einmal im

Getriebe des Tages bist, kommst du sehr

schwer wieder heraus. Und abends bist

du oft viel zu müde, um dann noch eine

längere Zeit im knienden Gebet vor dem

Herrn zu verharren. Aber bete bitte laut,

damit dir nicht so viel Zwischengedanken

kommen. Wenn besondere Nöte da sind,

dann gehe damit zum Herrn. Wenn etwas

auf dich zukommt, das dich beunruhigen

will, dann klammere dich an den Herrn.

Nimm in Gefahren Zuflucht zum Herrn.

Er ruft dir in Psalm 91,4 zu: „Er wird dich

mit seinen Fittichen decken, und unter

seinen Flügeln wirst du dich bergen.“ Er,

dein Heiland, will dein Bergungsort sein.

Gottes Schutz soll dir genügen. Menschenschutz

ist nie vollkommen. Halte

dich zum Herrn, und er wird dir den Weg

durchs Leben bahnen. Sage das, was ein

Mann in Psalm 59,10 sagt: „Angesichts

ihrer Macht will ich auf dich harren; denn

Gott ist meine sichere Burg.“ Der Herr versagt

nie! Er enttäuscht dich nie! Aber glaube

bitte nicht, dass in deinem Leben alles

so verlaufen muss, wie du es gern hast.

Auf diesem Weg wirst du nicht reif für den

Himmel. Auf diesem Weg wirst du nicht

entrückungsreif. Auf diesem Weg kann dir

der Herr nicht das nehmen, was ihn hindert,

dich mehr zu segnen. Darum mein


13

Rat: Vertraue doch mehr seiner Führung!

Erfasse doch die Hand deines Heilands

ganz fest. So und nur so wird dein Herz

froh, und du wirst ein Segen für andere

werden.

Auch dies soll dein Ziel sein: Tritt ganz

in die Nachfolge des Herrn Jesus! Tritt in

seine Fußstapfen. Wie ein Vater seinen

Sohn ermutigt, im tiefen Schnee in seine

Fußstapfen zu treten, so trete auch du in

die Fußstapfen des Herrn, und du wirst

vor Fehltritten bewahrt! In der Bibel hörte

ein Mann die Worte: Du bist dem Herrn,

meinem Gott, völlig nachgefolgt. Ich

wünschte, dies stünde einmal über meinem

Leben geschrieben. Und dasselbe

wünsche ich auch dir. Ja, ich wünsche es

allen meinen Lesern. Gott kann es dir und

auch mir schenken. Er wartet ja darauf,

seine Fülle einem Herzen kundzutun, das

sich ganz ihm geweiht hat, das ganz ihm

vertraut. Wenn du dich ihm nahst, dann

naht er sich dir. Er, der große Gott, will dir

seine Liebe kundtun. Er will dir das schenken

– auch an Bewahrung und Schutz

–, was du von ihm erwartest. Dies wird

immer wieder die besondere Erfahrung

des Gotteskindes sein, das seinem himmlischen

Vater restlos vertraut: Für Gott

gibt es nichts Unmögliches! Wenn er die

Seinen bewahren will, hat er dazu Mittel

und Wege genug. Wir, die Kinder Gottes,

müssen uns nur ermutigen lassen, willenlos

dem rettenden Gott zu folgen. Seine

Pläne sind nicht immer unsere Pläne. Oft

sehen wir seine Möglichkeiten nicht. Da

heißt es, ihm, dem rettenden Gott, zu vertrauen,

willenlos zu vertrauen, und dann

werden wir erleben, wie Gott bewahren

kann! Einmal, in der Urgeschichte der

Menschen, war es so:

Die Erde stand davor, durch gewaltige

Wassermassen überschwemmt zu werden.

Wer konnte diesem starken Element,

dem Wasser, trotzen? Irgendwo sah ich

das Bild eines Malers. Dieser hatte eine

furchtbare Situation der Sintflut mit seinem

Farbstift gezeichnet. Er hatte die

höchste Spitze einer Bergkette ins Auge

gefasst, wo der Mensch und der Löwe

um die allerhöchste Spitze rangen, bis die

Flut kam und alle dahinraffte. Wir wissen

aber aus 1. Mose 6 und 7, wie der rettende

Gott die Seinen, die ihm gehörten, die

ihm Herz und Leben geweiht hatten, die

ihm vertrauten, auf wunderbare Weise gerettet

hat. Ein großer Kasten aus Holz –

die Arche – war auf Anweisung Gottes von

Noah gezimmert worden. Und Noah und

die Seinen wurden wunderbar bewahrt.

Sie wurden für die kommende Menschheit

zum großen und größten Segen. Im

Neuen Testament sehen wir das Bild des

sinkenden Petrus in Worten festgehalten.

Er wurde von dem starken Element des

Wassers umspült. Er sank tiefer und tiefer,

bis er seinen Blick auf den Herrn richtete

und ausrief: Herr, hilf mir! Da erfasste der

Herr seine Hand, und er wurde am Herzen

Jesu geborgen.

Auch die stärksten Feuerflammen eines

überheizten Ofens sind nicht so stark, wie

die bewahrende Hand Gottes. Wir lesen in

Daniel 3 von drei Männern: Sadrach, Mesach

und Abednego. Männer, die inmitten

eines sündigen Geschlechts Gott verherrlichten

und ihm gehorchten. Sie wurden

in einen überhitzten Feuerofen geworfen.

Aber ihre Mäntel und Kleider wurden nicht

versengt. Selbst die Haare ihres Hauptes

verbrannten nicht. Zu ihnen gesellte sich

vielmehr eine vierte Person. Eine Person,

von Gott gesandt. Ein Himmelsbote zum

Trost und zur Ermutigung. Das Element

des Feuers vermochte sie weder zu verzehren

noch zu versengen. In Daniel 3,27


14

heißt es sogar: „Man bemerkte nicht einmal

einen Brandgeruch an ihnen.“ Gott bestätigte

das Vertrauen und den Glauben

der Seinen. Er führte die Männer auf wunderbare

Weise aus dem Feuerofen heraus

und setzte sie zu Ehren. Ja, schwere Wege

sind Segenswege! Die Männer fanden

neu Gelegenheit, Gott zu verherrlichen,

zu rühmen und zu preisen. Aber noch

eins war geschehen: Die Männer, die diese

drei in den Feuerofen geworfen hatten,

waren von der Glut des Feuers – obwohl

sie nicht mit den Feuerzungen in Berührung

gekommen waren – verbrannt worden.

Sie waren in die Ewigkeit abgerufen

worden, gewiss in keine gute Ewigkeit.

Wir sehen an diesen geschilderten Bildern,

wie die starken Elemente Wasser

und Feuer Menschen, die Gott beschirmen

und beschützen will, weder vernichten,

noch ihnen schaden können.

Gott kann sogar dem stärksten Tier den

Rachen verstopfen. Daniel, der treue Gottesmann,

den du in Daniel 6,11 in seinem

Gebetsleben näher betrachten kannst,

wurde in die Löwengrube geworfen. Er

hatte Gott ohne Unterlass gedient. Dieses

Zeugnis musste ihm sogar die höchste

Person des Landes ausstellen. Die Löwen,

die sich gewiss brüllend und hungrig

nach ihrem Opfer sehnten, durften Daniel

nicht antasten. Sie durften ihn nicht beschädigen.

Sie durften ihn nicht zerreißen.

Sie durften ihn nicht verschlingen.

In Daniel 6,23 lesen wir das Zeugnis und

Bekenntnis Daniels, darin sagt er seinem

Vorgesetzten: „Mein Gott hat seinen Engel

gesandt und hat den Rachen der Löwen verschlossen,

dass sie mir kein Leid zufügten.“

Und in Vers 24 am Schluss heißt es: Und

keine Verletzung wurde an ihm gefunden,

weil er auf seinen Gott vertraut hatte. Hier

kann man wohl mit Recht sagen: Auch

schwere Wege sind Segenswege!

Welch ein gewaltiges Wunder! Ja, wir

haben durch die oben angeführten Begebenheiten

aus dem Wort Gottes gelesen

und mit unseren Herzensaugen gesehen,

wie Gott bewahren kann! Ja, diese Wege,

die wir soeben betrachten durften, waren

für alle Beteiligten schwere Wege. Es waren

aber auch Segenswege! So können

Gotteskinder immer wieder neu erleben,

wie der Herr in allen Schwierigkeiten

seine Macht unter Beweis stellen kann,

indem er diese Schwierigkeiten in Herrlichkeiten

umwandelt. Nur so erlebt jedes

Gotteskind, das bei schweren Wegen

nicht rebelliert, wie das Schwere zu einem

besonderen Segen wird.

Durchs Gebet zum Rettungsjubel!

Die Welt bietet manches an, um den

Menschen Freude zu bereiten und sie zu

einem gewissen Frohsinn zu bringen.

Auch eine Mutter bemüht sich sehr

stark, ihrem Kind den Weg durchs Leben

licht- und freudevoll zu gestalten. Sie beginnt

damit schon in den ersten Lebensmonaten

des Säuglings. Was wird da nicht

alles aufgewandt und herbeigeschafft!

Ihre Liebe begleitet das heranwachsende

Kind ins Leben. Selbst wenn es schon das

Elternhaus verlassen hat, sorgt die Mutter

immer noch für ihr Kind. Sie versteht es

meisterhaft, Freude zu bereiten. Manche


15

merken leider erst nach dem Tod der Mutter,

was sie ihr alles verdanken, wie viel

Liebe und Freude ihnen das Mutterherz

geschenkt hat. Es gibt aber noch eine viel

größere Freude, eine, die wahr und echt

und bleibend ist. Den Weg, der Jubel in

deinem Herzen auslöst, will ich dir jetzt

zeigen.

Der Psalmist sagt: „Wohl dem, dessen

Übertretung vergeben, dessen Sünde zugedeckt

ist! Wohl dem Menschen, dem der

HERR keine Schuld anrechnet, und in dessen

Geist keine Falschheit ist! Als ich es verschwieg,

da verfielen meine Gebeine durch

mein Gestöhn den ganzen Tag. Denn deine

Hand lag schwer auf mir Tag und Nacht, sodass

mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer

dürr wird. Da bekannte ich dir meine

Sünde und verbarg meine Schuld nicht; ich

sprach: »Ich will dem HERRN meine Übertretungen

bekennen!« Da vergabst du mir

meine Sündenschuld. Dar umsoll jeder Getreue

dich bitten zu der Zeit, da du zu finden

bist; wenn dann große Wasser einherfluten,

werden sie ihn gewiss nicht erreichen.

Du bist mein Schutz, du behütest mich vor

Bedrängnis, du umgibst mich mit Rettungsjubel!

Ich will dich unterweisen und dir den

Weg zeigen, auf dem du wandeln sollst; ich

will dir raten, mein Auge auf dich richten.

Seid nicht wie das Ross und das Maultier,

die keinen Verstand haben; mit Zaum und

Gebiss, ihrem Geschirr, muss man sie bändigen,

weil sie sonst nicht zu dir nahen! Der

Gottlose hat viele Plagen; wer aber dem

HERRN vertraut, den wird er mit Gnade

umgeben. Freut euch an dem HERRN und

seid fröhlich, ihr Gerechten, und jubelt alle,

die ihr aufrichtigen Herzens seid!“ (Psalm

32).

Ich will dir freudig bekennen, dass ich

auf diesem Weg sehr glücklich geworden

bin. Wenn ich davon spreche, bricht der

Jubel aus meinem Herzen; denn wes das

Herz voll ist, des geht der Mund über:

Glückselig der, dem die Übertretungen

vergeben sind! Welch ein wunderbares Leben,

wenn die Schuld nicht mehr drückt,

wenn alle kleinen und großen Sünden des

Lebens bedeckt sind.

Lange hatte ich es versucht, und es

war mir auch meisterhaft gelungen, meine

Sünden zu verbergen. Immer wieder

dachte ich: Es weiß niemand, was heimlich

geschehen ist, was schändlich ist zu

sagen. So manches Schlechte lag in meinem

Leben, aber ich deckte es zu. Welch

ein Tor war ich! Denn all das belastete

mein Herz und raubte mir die Freude,

die Glückseligkeit und das Wohlbefinden.

Und dir geht es genauso!

Welch eine Freude wäre es für dich,

wenn Gott die Sünden deines Lebens

zudeckte! Und es gibt einen Weg: Durch

das Blut Jesu Christi, seines Sohnes. Das

deckt die Schuld deines Lebens zu. Denke

nicht: So schlimm ist es in meinem Leben

nicht gewesen! So gut wie die anderen

bin ich auch, verbrochen habe ich nichts,

und ein Mord quält mein Gewissen auch

nicht!

Aber wenn man, durch das Wort Gottes

angeregt, sein eigenes Gewissen erwachen

lässt, dann sieht man klar und deutlich,

wie sehr man sich getäuscht hat.

Ja, glückselig ist der Mensch, dem der

Herr die Ungerechtigkeit nicht mehr anrechnet.

In unserem Leben ist ein großes

Schuldkonto entstanden. Das wird

uns Gott einmal vorhalten. Das wird für

manchen ein furchtbares Erschrecken

sein, wenn er einsehen muss: Es ist alles

notiert, auch die verborgenen Fehler sind

gebucht! Gerade deshalb ruft der Psalmist:

Vergib mir, o Gott, die verborgenen

Fehler: denn wer kann merken, wie oft er


16

fehlet! Ja, glückselig ist der, der sich nicht

selbst täuscht, der sich über seinen Zustand

ganz klar wird.

Viele Menschen täuschen sich jahrzehntelang,

was die Errettung ihrer Seele

und die Gewissheit betrifft, ob sie einmal

in den Himmel kommen werden. Wie viele

bemühen sich aufrichtig, Gutes zu tun,

nicht zu sündigen, sich von dem Unreinen

fernzuhalten, in dem andere schwimmen

und sich ergehen! Sie meinen, es durch eigenes

Bemühen und gute Vorsätze dahin

zu bringen, in den Himmel zu kommen.

Ja, wenn man das Treiben der Menschen

beobachtet, staunt man oft, wie viel Eifer

an den Tag gelegt wird, um Gott freundlich

für sich zu stimmen. Wenn man aber

die eigene Schuld erkannt hat, dann sieht

man, dass alles nur Leerlauf war und nicht

zum Ziel geführt hat.

Wenn dieses Bemühen ein gangbarer

Weg gewesen wäre, dann hätte der Herr

Jesus nicht am Kreuz leiden müssen. Im

Himmel wird es keinen Einzigen geben,

der durch das Halten der Gebote und

durch eigene Frömmigkeit dorthin gekommen

ist. Dort werden nur begnadigte

Menschen sein. Sie alle haben in einer

bestimmten Stunde, in der sie sich als

Sünder erkannt haben, ein Bittgesuch an

Jesus Christus gerichtet. Sie fühlten:

Wir sind vor Gott verurteilt. Es war ihnen

klar: Wir sind schon gerichtet und

sehen nur noch der Vollstreckung des

Urteils entgegen. Sie sahen keinen Ausweg

mehr. Da haben sie – so war es auch

bei mir – kniend um Gnade gefleht, ja, es

wurde ein Gnadengesuch an den Allerhöchsten

eingereicht. Die Antwort kam

von oben, vom Thron des Allerhöchsten.

Sie klingt mir noch heute im Herzen: Begnadigt!

Der Schuldbrief ist vernichtet.

Die Sünden sind dorthin geworfen, wo

das Meer am tiefsten ist. Nie mehr werden

sie hervorgeholt. „So fern der Osten

ist vom Westen, hat er unsere Übertretungen

von uns entfernt“ (Psalm 103,12). Wer

das in einer besonderen Stunde persönlich

erlebt hat, der weiß, was Jubel ist. Wer

das aber noch nicht erlebt hat, der weiß

noch nichts von der Freude eines Kindes

Gottes. Der täuscht sich selbst. Wie

folgenschwer ist es schon, wenn z.B. ein

Angestellter seinen Arbeitgeber um eine

größere oder kleinere Summe betrügt,

aber noch viel größer und schlimmer ist

der Selbstbetrug!

Wie gelange ich aber zu dieser Freude,

zu diesem Rettungsjubel? Eine leise Stimme

hat schon oft zu dir gesagt: Schweige

über dein ganzes Leben, rede nicht über

deine innere Not, anderen Menschen geht

es nicht besser. Du hast eben ein zu starkes

Empfinden für Gerechtigkeit. Beschäftige

dich nicht damit, denke nicht darüber

nach. Bei all diesen Versuchen der Selbstberuhigung

wirst du zugeben müssen:

Die Kraft, die Gott in dein Inneres hineinsenken

will, wird dir nicht zuteil.

„Als ich es verschwieg, da verfielen meine

Gebeine durch mein Gestöhn den ganzen

Tag“ (Psalm 32,3). Man ist mit sich selbst

nicht zufrieden, weiß aber nicht, woran es

liegt. Im Krieg war der Krieg daran schuld.

Du wurdest nicht damit fertig, dass du

diesen schweren Weg durch Kriegsnot

und -schrecken gehen musstest. Du

meintest, mancher hätte ein viel besseres

Los gehabt als du. Nun, im Frieden

hat aber dein Gestöhne nicht aufgehört.

Natürlich verstehen wir es meisterhaft,

den Grund für unsere Unzufriedenheit bei

anderen zu suchen. Da ist die Frau an allem

schuld, sagt der Mann, und nach der

Meinung der Frau ist der Mann an allem

schuld. Ein anderes Mal liegt es an den


17

schwierigen Wohnverhältnissen, man

wohnt so eng zusammen, oder die Nachbarn

taugen nichts. Hier mangelt es, da

muss man manches entbehren – Gestöhne

den ganzen Tag! So sieht es in einem

Herzen ohne Rettungsjubel aus! Lass es

dir sagen: Dein Gestöhne kommt aus einer

anderen Quelle, aus dem letzten Unbefriedigtsein

deiner Seele.

Gott ist am Werk! Er will dich für sich

gewinnen. Er kann es aber einzig und allein

durch Jesus Christus.

Tag und Nacht lastete deine Hand auf

mir. Die Hand Gottes liegt auf dir. Du

wechselst vielleicht die Wohnung und

denkst: Jetzt weicht der Druck. Er aber

bleibt. Zunächst hat‘s eine kleine Erleichterung

gegeben, aber dann schleicht sich

doch dieses und jenes Missbehagen ein.

Jemand kann seinen Beruf wechseln und

sich einbilden: Jetzt wird es in meinem

Leben licht werden. Manch einer hat

Heim und Elternhaus deshalb verlassen.

Aber wo du auch hingehen magst, teure

Seele, die Hand Gottes ruht auf dir und

deine Freude, die nur Scheinfreude ist,

verwandelt sich in Traurigkeit. Du willst

der Hand Gottes entweichen. Aber es

kommen immer wieder Stunden, in denen

du sie verspürst. Gott will seine Hand

aber nicht lastend auf dir ruhen lassen,

sondern er will dich an seine Hand nehmen,

will dich tragen und führen, sodass

du merkst: Mich führt und trägt eine gewaltige

Hand.

All diese Traurigkeit und Unzufriedenheit

bringt dich nur in eine immer gedrücktere

Stimmung und lässt den Ruf deiner

Seele emporsteigen: Wie komme ich aus

diesem Leid heraus? Dies ist der Verzweiflungsschrei

deiner Seele. Und doch wirst

auch du einmal die Erfahrung machen:

Deine schweren Wege waren nötig; denn

schwere Wege sind Segenswege!

In einem Bauernhaus verkündigte ich

als Evangelist die Frohe Botschaft von Jesus

Christus. Der Besitzer, ein Christ, hatte

einen Sohn. Dieser hatte nie ein Glas

Bier getrunken, niemals eine Zigarette

geraucht. Er war ein vorbildlicher Junge

und in der ganzen Gegend als ein solcher

bekannt.

Nach einer Verkündigung blieb dieser

junge Freund zurück und sagte zu

mir: „Ich möchte mein Leben dem Heiland

übergeben. Manches liegt in meinem

Leben, das vor Gott nicht bestehen

kann.“ Wir beugten zusammen die Knie,

und er übergab sein Leben dem Herrn.

Nachher wurden seine Augen anders, sie

strahlten, das Glück leuchtete aus ihnen.

Ich sagte zu ihm: „Du hast doch keine

große Schuld gehabt, du bist doch vor

manchem schweren, schmutzigen Weg

bewahrt geblieben.“ „Ja“, sagte er, „aber

die Unruhe in meinem Herzen war doch

sehr stark. Ständig lastete ein Druck auf

mir, und jetzt ist er weg.“ Er war den richtigen

Weg gegangen und hatte dem Herrn

seine Übertretungen bekannt. Das ist der

Weg – aber auch der einzige Weg – um zur

wahren, bleibenden Freude zu kommen.

Diese Freude wird unseren Mitmenschen

auffallen.

Am 1. März 1928 war ich am Abend zum

Herrn gekommen. Am nächsten Morgen

ging ich zu meiner Dienststelle, einem

Eisenbahnknotenpunkt in Westdeutschland.

Der Leiter des Bahnhofs hatte in

seiner aktiven Militärzeit den Herrn Jesus

gefunden. Er sah mich kommen und rief

mir zu: „Sie haben den Herrn Jesus gefunden,

Ihr Gesichtsausdruck ist ganz anders

geworden.“ Ja, ich hatte meine Schuld

dem Herrn Jesus bekannt, und er hatte

sie mir vergeben.


18

Wer hatte mir geholfen? Wie war es

bei mir, dem so weit von Gott Entfernten,

möglich gewesen? Gläubige Christen

hatten von meinem inneren Zustand gehört

und für mich gebetet, unter anderem

auch zwei gläubige Kollegen. Sie hatten

viel gerungen. Immer wieder wurde mein

Name vor Gott genannt, er möge mich

doch bald retten. Ich hatte auch zwei

gläubige Schwestern, die ernstlich um die

Rettung meiner Seele zum Herrn flehten.

Sie hatten gebangt, ich könnte einmal verloren

gehen. Diese Gebete der Gläubigen

hatten eine ungeheure Macht, das durfte

ich erleben.

Als ich aber durch die große Wäsche

meines Lebens gegangen und die Reinigung

von allen meinen Sünden durch den

geschehen war, der am Kreuz auf Golgatha

gehangen hatte, kam auch Rettungsjubel

in mein Herz: Du bist ein Bergungsort für

mich! In Jesus Christus war ich zur Ruhe

gekommen. Ich hatte Frieden in seinem

vollbrachten Erlösungswerk gefunden.

Vom Kerkermeister in Philippi lesen wir,

dass er frohlockte, gläubig geworden zu

sein. Was ist denn die wahre Freude der

Nachfolger Jesu, der Bekehrten, der Wiedergeborenen?

Sie haben Vergebung der

ganzen Sündenschuld erfahren. Befreit!

So klingt es immer wieder in ihrem Herzen.

Alles, was sie aus ihrem vergangenen

Leben angeklagt hat, ist ausgelöscht. Sie

verdanken es einzig und allein dem Mittler

zwischen Gott und Menschen: Jesus

Christus. Sie klammern sich immer wieder

an ihn.

Dies hat Auswirkungen in ihrem Leben!

Sie werden frei von der Macht der Sünde.

Sie haben kein Verlangen mehr nach den

zweifelhaften Vergnügungen ihres früheren

Lebens, die ja letzten Endes doch nur

Treber gewesen sind, die die Säue fressen.

Sie brauchen das alles nicht mehr. Es ist

eine andere Macht in ihr Leben gekommen,

die Macht des Geistes Gottes. Sie

hat die bindende Macht der Sünde unwirksam

gemacht. Einstmals Sklaven in

Satansketten, voller Schuld. Es ist ganz

gleich, ob mit Ketten oder Fäden gebunden:

Gebunden ist gebunden! Erst wenn

man befreit wird, merkt man, wie sehr

man gebunden war. Eine große Erleichterung

bringt diese Gewissheit: Ich kann

dem Tod ins Auge sehen. Ich brauche ihn

nicht zu fürchten.

Wahre Freude führt auch zur Gemeinschaft

mit Gott und mit Gotteskindern.

Das ist eine wahre Freude und ein Jubel,

wenn man weiß: Gott ist mein Vater. Ich

darf meine Füße unter seinen Tisch strecken.

Ich bin ein unmündiges Kind. Er

wird mich versorgen. Ich weiß, er ist reicher

als alle irdischen Väter:

Mein Vater ist reich

an Gütern und GeId,

sein sind alle Reiche

und Schätze der Welt.

lmmer wieder kommt mir dies eine ins

Herz: Schade, dass ich dich so spät erkannte.

Wenn du einmal den Herrn Jesus gefunden

hast, wirst du immer wieder große

Reue darüber empfinden, dass du nicht

früher zu ihm gekommen bist.

Ich will ihrer Sünden und Übertretungen

nicht mehr gedenken. Es ist ein Unterschied,

in meiner früheren weltlichen

Umgebung zu leben oder in der Gemeinschaft

mit gläubigen Christen. Auch sie

haben noch Fehler. Auch sie sind nicht

ohne Sünde. Aber jedes Gotteskind wird

alles tun, um nach einer Entgleisung, wenn

sie auch noch so klein war, sofort wieder


19

auf das richtige Gleis zurückzukommen.

Wie oft haben wir das Wort Gottes mit

Gläubigen betrachtet! Herrliche Stunden

erlebten wir in der Vergangenheit. Sie werden

sich in der Gegenwart und in der Zukunft

immer wiederholen. In so mancher

Stunde, wenn andere sich einsam fühlten,

habe ich im Wort Gottes geforscht und Erquickung

und Stärkung gefunden.

Ja, wahre, bleibende Freude und reiner

Herzensjubel ist etwas Köstliches und

Innerliches. Man trägt sie nicht immer

zur Schau. Tief im Herzen ruht sie. Auch

in den Stürmen des Lebens bewährt sie

sich. So bezeugten es junge Brüder, die

als Soldaten mitten im Kriegsgeschehen

standen. Sie gingen durch die Schwere

der Kriegsgefangenschaft. Dort fanden

sie ebenfalls Gleichgesinnte und waren

glücklich in ihrem Heiland und Retter.

Sie erlebten: Auch schwere Wege sind Segenswege!

Das Atmen der Seele, das Beten, ist

Hilfe und Kraft für das neue Leben in

Christus. Wer sich dafür viel Zeit nimmt,

wird immer reicher im Glaubensleben.

Er wird emporsteigen wie die Lerche und

wird jubilieren und singen. Der Führer zur

oberen Heimat, der Geist Gottes, straft

uns und zeigt uns klar, wenn wir etwas

Unrechtes tun. Aber er ermutigt uns auch

und hilft unserer Schwachheit auf, denn

er ist ja der Beistand und Tröster unserer

Seele. Er ist der unvergleichbare Lehrer,

der uns den Weg des Lebens immer klarer

in seinem Wort zeigt. Er will uns in alle

Wahrheit leiten.

Auf die Gotteskinder wartet die Herrlichkeit,

an der sie einst teilhaben werden.

Jesus Christus hat die Stätte für sie bereitet.

Unaussprechlich Herrliches und Wunderbares

wartet dort auf sie. Die Seligen,

die vorangegangenen Erlösten, die dieselbe

innere Not durchkämpft haben, bis

sie zur Gewissheit des Glaubens durchgedrungen

sind, sie werden sich droben alle

wiederfinden. Hast du auch schon jemanden

dort? Wird man einmal vergeblich

auf dich warten? Denke darüber nach und

werde ganz still.

Wer den Herrn Jesus auf dieser Erde gefunden

hat, der wird ihn auch in der Herrlichkeit

sehen, der wird bei ihm sein, wird

ihn ewiglich loben und preisen.

Ich will dich unterweisen und dir den

Weg zeigen, den du wandeln sollst. Mein

Auge auf dich richtend, will ich dir raten.

Das war mein Konfirmationsspruch. Es

hat lange gedauert, bis ich mich unterweisen

ließ, den rechten Weg zu gehen. Manchen

Irrweg bin ich gegangen, dessen ich

mich heute schäme. Umwege habe ich gemacht

und bin meinen eigenen, verkehrten

Ideen über Gott und über den Weg zu ihm

gefolgt. Wie ein störrisches Ross, wie ein

unvernünftiges Maultier war ich, und Gott

hat mich kurz halten und mir zurechthelfen

müssen, damit ich zu Jesus gefunden

habe. Zaum und Zügel hat er mir anlegen

müssen, sonst hätte ich Jesus Christus

als meinen Heiland und Retter bis heute

noch nicht gefunden. Alle diese Wege waren

mit viel Schmerzen verbunden. Aber

ich muss bezeugen: Auch diese schweren

Wege sind Segenswege gewesen.

Wenn du einmal den Heiland der Welt

als deinen persönlichen Heiland gefunden

hast, dann wirst du mit mir sagen: Manches

Schwere hätte ich mir in meinem

Leben ersparen können! Viele Schmerzen

hat der, der von Jesus Christus los ist, der

noch nicht an ihn gebunden ist. Wer aber

zu ihm kommt, den wird er mit Güte umgeben.

Und dann steigert sich die Freude:

Es kommt zum Frohlocken, ja, zum Jubilieren.


20

Nur durch das Gebet kommst du zum

Rettungsjubel, nur durch ein völliges Ausschütten

deines Herzens und Lebens bis

in den tiefsten Grund des Verborgenen.

Du darfst nicht zart mit dir selbst sein. Du

musst in die tiefsten Winkel deines verborgenen

Lebens hineingehen und alles

vor Gott, vor Jesus Christus ausschütten.

Es gibt für dich keinen anderen Weg. Gott

macht keine Ausnahmen, auch nicht dir

zuliebe. Wenn du dir selbst vornimmst,

dieses und jenes in deinem Leben anders

einzurichten, muss ich dir aus eigener

Erfahrung sagen, diese Umwege bin

ich gegangen, aber ich bin nicht zum Ziel

gekommen. Ich sage dir schonungslos,

mein lieber Leser: Wenn du Rettungsjubel,

wirklichen Rettungsjubel über deine

Errettung und Freude über die Vergebung

deiner Sündenschuld haben willst, dann

ist dies der einzige Weg. Es ist gut möglich,

dass du schon jetzt im Kampf stehst,

weil Gott dir durch dieses und jenes bereits

einen inneren Ruck gegeben hat. Ich

wünschte, der Inhalt dieser Broschüre

würde diesen Ruck noch verstärken und

die Fäden zu deinem alten Leben restlos

zerreißen, damit du frei wirst zur Nachfolge

Jesu Christi.

Allerdings will ich dich noch auf eins

aufmerksam machen: Die Nachfolge Jesu

ist mit viel Verkennung und Schmach

verbunden. Vor dieser Tatsache habe ich

einmal lange gestanden und mich immer

wieder mit der Schmach Christi beschäftigt.

Man sagte mir: Du wirst auf der

Beamtenleiter nicht weiterkommen. Du

wirst am Rande stehen, wenn andere vorankommen.

Bis ich erkannte: Nicht Menschen

formen mein Leben, sondern Gott.

Nur wenn er mich segnet, werde ich ewiglich

gesegnet. Ich stellte es mir zu schwer

vor, die Schmach Christi vor meinen Kollegen

tragen zu müssen.

Es ist möglich, dass auch dich diese und

ähnliche Fragen bewegen. Du wirst dich

vielleicht mit diesen Gedanken beschäftigen.

Nur über eins musst du dir Klarheit

verschaffen: Willst du lieber die Schmach

Christi tragen und auf Ehre und Ansehen

bei der Welt verzichten? Oder willst du

für ewig verloren gehen und schon hier

ein Stück Hölle im Herzen haben? Du

sagst: „Ich, ein Stück Hölle im Herzen?

Du kennst mein Leben nicht!“ Bitte, sage

es nicht laut, sondern frage einmal dein

Innerstes, und du wirst bekennen müssen,

dass es viele Stunden gibt, die dich

immer wieder fühlen lassen, dass du nicht

glücklich bist.

„Denn wer sich meiner und meiner Worte

schämt …, dessen wird sich auch der Sohn

des Menschen schämen, wenn er kommen

wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit

den heiligen Engeln“ (Markus 8,38).

Dem Heiligen Geiste,

der gnädig dich straft

und sich am Gewissen

bezeuget mit Kraft,

dem sollst du nicht länger,

o Mensch, widerstehn!

Versäumst du die Gnade,

ist‘s um dich geschehn!

Es gibt ein Abbrechen der Brücken

zum bisherigen Leben. Wer sie radikal,

mit Stumpf und Stiel und allen Pfeilern

abbricht, der wird der Glücklichere sein.

Wer glaubt, noch etwas mit ins neue Leben

hinübernehmen zu können, wird nur

geteilte Freude in seinem Herzen haben.

Es stimmt schon: Das Himmelreich gewinnen

keine Halbherzigen.

Zwar fällt es den Menschen nicht

schwer, zu der Erkenntnis zu kommen: Wir


21

sind alle Sünder! Du musst aber eine Stufe

weiter kommen und fest davon überzeugt

sein: Ich bin ein Sünder! Ich bin verloren,

wenn ich so weiterlebe. Ich weiß nicht,

ob du dich von Menschen beraten lässt.

Die wahre Weisheit, die von oben kommt,

lässt sich etwas sagen. Vielleicht tust du

es auch? Dann suche dir doch jemand,

der um deine Seele besorgt ist. Eine Person,

der du anmerkst, dass sie Rettungsjubel

hat, und bitte sie, mit dir die Knie

zu beugen. Rufe dann den Herrn Jesus an,

und er wird dich erhören. Wenn du sagst,

dieser Weg ist zu schwer, dann sage ich

dir: Auch ich bin diesen Weg gegangen.

Ich konnte nicht allein zum wahren Frieden

und zur Freude durchdringen. Aber

als jemand mit mir die Knie beugte, für

mich und mit mir ins Gebet ging, fiel es

mir leicht, ebenfalls das Herz auszuschütten,

um im Werk der Erlösung Frieden zu

finden. Seit der Stunde liegt ein Lied fest

in meinem Herzen:

Anbetung dir, dem Lamme,

das uns‘re Sünden trug.

Dort an des Kreuzes Stamme

wardst du für uns zum Fluch!

Preis dir, dass du gegeben

in heißer Liebesglut

für uns dein teures Leben

und dein Versöhnungsblut!

Wer könnte je ergründen

die Tiefen und die Höhn,

und wer Verständnis finden

von dem, was dort gescheh’n!

Du, alles Lebens Quelle,

des ew‘gen Gottes Sohn,

du hast an uns‘rer Stelle

geschmeckt der Sünde Lohn!

Preis und Anbetung bringen

wir dir, o Herr, dafür!

Von deiner Liebe singen

in Schwachheit wir schon hier.

Was wird es sein, wenn droben,

in deiner Herrlichkeit,

dich jeder Mund wird loben,

o Lamm, in Ewigkeit!

Wer ist dieser Jesus?

Auf den folgenden Seiten will ich nun

diesen Herrn und Heiland, dem alle Gewalt

im Himmel und auf Erden gegeben

ist, einmal näher beschreiben. Es lohnt

sich wirklich, sich mit der wunderbaren

Person des Herrn Jesus, der die Macht

hat, auch deine schweren Wege, lieber Leser,

in Segenswege zu verwandeln, einmal

näher zu befassen.

Gewiss wird mancher meiner Leser die

Frage aufwerfen: Wer ist eigentlich dieser

Jesus? Er ist:

Der Sohn Gottes

Es kann uns nicht groß genug werden,

dass Jesus Christus der ist, durch den die

Welten ins Dasein gerufen worden sind.


22

Durch ihn sind alle Dinge geschaffen worden,

die in den Himmeln und die auf der

Erde, das Sichtbare und das Unsichtbare.

Alle Dinge sind durch ihn und für ihn

geschaffen, und er ist vor allem, und alle

Dinge haben in ihm ihren Bestand.

Diese gewaltige Größe, diese göttliche

Autorität muss den Menschen vor Augen

geführt werden. Er trägt das Weltall

durch sein Allmachtswort. Sein Werk sind

die Myriaden von Sternen in der Unendlichkeit

des Weltraums, denen er ihre

ewigen Bahnen vorgezeichnet hat. Nach

seinen Gesetzen dreht und bewegt sich

auch unsere Erde, die er uns Menschen

zum Wohnsitz erschaffen hat. Jesus ist

der, in dessen Hand unser Geschick ruht.

Er ist der, der das letzte Wort über jeden

Menschen spricht, der allein das Recht

hat zu sagen: „Mir ist gegeben jede Gewalt

im Himmel und auf Erden.“ Er ist der, vor

dem einmal jedes Knie sich beugen und

jede Zunge bekennen muss, dass Jesus

Christus der Herr sei zur Ehre Gottes, des

Vaters. Wer ihn in irgendeiner Weise angetastet

hat, in seiner Größe, seiner Autorität,

seiner Macht, der kann nur eins tun:

sich vor ihm demütigen und beugen, um

Barmherzigkeit zu erlangen und Gnade zu

finden, um einmal nicht vor ihm erzittern

zu müssen.

Der Heiland der Welt

Der Heiland ist Gottes Sohn, hoch und

erhaben. Er ist aber auch das Lamm Gottes.

Vom Vater gesandt, erniedrigte er

sich selbst und ward gehorsam bis zum

Tode, ja, zum Tode am Kreuz.

Stelle ihn dir so vor: Er hat alle Schuld

auf sich genommen und am Kreuz von

Golgatha gesühnt. Ja, er hat sich selbst

zur Sünde machen lassen. Er ist durch

das tiefste Weh und den ungeheuren

Kampf in Gethsemane gegangen, wo sein

Schweiß wie Blutstropfen wurde, die auf

die Erde fielen. Er, der Allmächtige, vor

dem die Häscher wie tot zu Boden fielen,

er ließ sich willig und ohne Widerstand

ergreifen, um den Leidensweg für mich

und dich zu gehen. Er tat den Mund nicht

auf, schalt nicht wider, als er gescholten

ward, wurde angespien und geschlagen.

Er erduldete alles, um dich und mich zu

erlösen. Doch sein Leiden nimmt noch

ganz andere Ausmaße an: Es wird unvorstellbar

groß! Er, der ständig in der innigsten

Gemeinschaft mit dem Vater gelebt

hatte, musste die Hölle der Gottesferne,

der Gottverlassenheit durchkosten. Er ist

der, der am Kreuz auf Golgatha ausrufen

musste: Mein Gott, mein Gott, warum

hast du mich verlassen?! Weil der heilige

Gott keine Gemeinschaft mit der Sünde

haben konnte, die auf Jesus, dem Lamm,

lag, musste er von Gott verlassen werden.

Er war der, der sich nicht reizen ließ und

seine Machtmittel nicht gebrauchte, als

ihm die Spötter zuriefen: Bist du Gottes

Sohn, so steig herab vom Kreuz, so wollen

wir an dich glauben. Er war der, der

ausrief: Es ist vollbracht!, der sein Haupt

vor dem Vater neigte als Vollender des

ganzen Erlösungswerkes und ihm seinen

Geist übergab.

Die Betrachtung des leidenden Erlösers

führt zur Anbetung. Ihn anzubeten, ihn

der Menschheit zu verkündigen: Das ist

die Aufgabe eines Evangelisten.

Der Auferstandene, der Erstling

aus den Toten

Das Grab konnte ihn nicht halten. Er

war der Fürst des Lebens, der Gebieter

über Tod und Leben. Auch der vorgewälz-


23

te, versiegelte Stein vermochte dem Leben

nicht die Tür zu verschließen. „Jesus

lebt!“, das ist das Wort, das unsere Zeit

braucht, das hell und klar bezeugt werden

muss, das Wort, das auf den Leuchter gestellt

werden muss, damit viele sich von

dem herrlichen Heiland, dem Sieger von

Golgatha, der über die Macht der Finsternis

triumphiert hat, angezogen fühlen.

Anbetend stehen wir vor dem göttlichen

Geheimnis des Jesuslebens.

Der gute Hirte

Jesus ist aber auch der Hirte. Wir sehen,

wie er für die Seinen sorgt, wie er sich um

sie bemüht und ihnen nachgeht, Verwundete

verbindet und Balsam auf die Wunde

gießt. Er sucht in barmherziger Liebe die

Eigenwilligen, die sich weit verirrt haben

und bringt sie zur Herde zurück (Luk.

15,4-8).

Er führt die Seinen wunderbar. Wer

ihn gefunden, hat in ihm Frieden. Und

so mancher, der lange auf Irrwegen gegangen

ist, bereut nur eins: Oh, dass ich

dich so spät erkannte! Alle, die ihm zu den

Wasserquellen und auf die grünen Auen

folgen, sprechen beglückt: Der Herr ist

mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Der Hohepriester

Jesus ist unser Hohepriester. Ja, was

würde aus einem Kind Gottes, wenn er

nicht sein Fürsprecher wäre? Wenn man

nicht immer wieder mit allem, was das

Herz beschwert, zu ihm kommen könnte?

Wunderbar ist das Wort: Er hat Mitleid

mit unseren Schwachheiten, wenn wir zu

ihm kommen und Leid tragen.

Diesen Weg zu ihm habe ich oft gehen

müssen und bin ihn gern gegangen und

immer entlastet zurückgekehrt. Wenn wir

uns an sein priesterliches Herz wenden,

erfahren wir Freispruch, Begnadigung,

Zurechtbringung, Erlösung, Heiligung,

Läuterung, Entschlackung und Entrümpelung.

Unser Leben, selbst das Glaubensleben,

wäre arm, wenn er nicht der

Hohepriester wäre. Wir müssen lernen,

nicht so lange bei unseren Schwachheiten

stehenzubleiben, uns nicht selbst abzuarbeiten

und abzumühen, um Herr unserer

Natur zu werden. Wir brauchen uns nur

ihm zu öffnen, damit seine Kräfte uns in

sein Bild umgestalten können, denn beim

Anschauen seiner Herrlichkeit werden wir

verwandelt in sein Bild (2. Kor. 3,18).

Der Wiederkommende

Jesus Christus kommt wieder. Mögen

die Spötter sagen: Ihr habt euch getäuscht,

ihr wartet schon so lange, eure

Glaubensväter haben gewartet und sind

enttäuscht ins Grab gegangen! Aber Jesus

kommt wieder, vielleicht früher, als wir ahnen.

Dann wird er in den Wolken erscheinen,

die Toten in Christo werden zuerst

auferstehen, nachher werden wir, die Lebenden,

die übrig bleiben bis zur Ankunft

des Herrn, ihm entgegengerückt werden

in den Wolken und werden bei dem Herrn

sein allezeit (1. Thess. 4,15-18).

Das wird allein Herrlichkeit sein,

wenn frei von Weh

ich sein Angesicht seh‘!

Dort vor dem Throne

im himmlischen Land

treff‘ ich die Freunde,

die hier ich gekannt,

dennoch wird Jesus und Jesus allein

Grund meiner Freude

und Anbetung sein.


24

Ob Jesus wiederkommt oder nicht, das

wird sich schon zur rechten Zeit herausstellen.

Für dich ist nur die Frage wichtig:

Wirst du unter denen sein, die zu seiner

Rechten stehen werden? Lieber Leser, diese

Frage sollte dich so lange beschäftigen,

bis du völlige Heilsgewissheit und eine lebendige

Hoffnung hast.

Der Weltenrichter

Jesus wird als Weltenrichter erscheinen.

Dann werden die Bücher aufgetan, und

die Menschen werden nach ihren Werken

gerichtet werden. Auch die Schlagfertigsten

werden vor ihm verstummen, und die,

die ihn angeklagt haben, die ihn verspottet

haben, werden dann auf tausend Anklagen

nicht eine Antwort finden. Mitten

unter den Seinen wird er dann über die

ganze Welt Gericht halten.

Wir jauchzen ihm entgegen,

wenn er kommt.

Ihr schreiet zu den Bergen,

wenn er kommt.

So heißt es in einem Liedervers. Und wir

rufen es jedem Leser zu: Kommst du nicht

zu dem Weltenheiland, dann kommst du

zu dem Weltenrichter!

Die Wege der einzelnen Menschen

mögen grundverschieden sein, am Ende

müssen sie alle vor dem Richter Jesus

Christus erscheinen.

Das Licht der Welt

Wer ist dieser Jesus? Um ihn kennenzulernen,

wollen wir betrachten, was die

Heilige Schrift über sein Wesen aussagt.

„Das wahre Licht, welches jeden Menschen

erleuchtet, sollte in die Welt kommen“

(Joh. 1,9). Da will sich der natürliche

Mensch zunächst verbergen, sich pudern,

verschönern, schminken, in irgendein Gewand

hüllen, oft sogar in einen religiösen

Mantel, um nur nicht von den Strahlen

dieses Lichtes erfasst zu werden. Wer

aber aufrichtig vor Gott ist, ruft: Herr, gib

mir mehr Licht!

Durch dieses Licht erleuchtet, sieht der

Mensch sich in seinem wahren Zustand

und erschrickt. Er sieht keinen Ausweg,

kann Geschehenes nicht ungeschehen

machen. Vielleicht kommt er nun an den

Rand der Verzweiflung. Aber das gleiche

Licht wirft seine Strahlen auch auf das

Kreuz von Golgatha. Und dort findet der

Sünder Heil und Frieden, weil Jesus Christus

dort alles gutgemacht hat.

Sein Kreuz bedeckt meine Schuld,

sein Blut macht hell mich und rein,

mein Wille gehört meinem Gott,

ich traue auf Jesus allein.

So gibt es am Ende Freude und Herzensglück,

wenn ein Mensch sich vom Licht

erleuchten lässt. Wer aber die Finsternis

liebt, bleibt traurig und unglücklich.

Das Wasser des Lebens

Wenn der Mensch, durch den Geist und

durch das Wort Gottes überführt, unruhig

und unglücklich wird, und die Seele nach

dem lebendigen Gott schreit, dann zeigt

es sich, dass der Herr Jesus das Wasser

des Lebens ist, das den Durst der Seele

stillt. Was der Heiland jener Frau am Jakobsbrunnen

gesagt hat, wird dann die

eigene Erfahrung bestätigen: „Wer aber

von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben

werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten,

sondern das Wasser, das ich ihm geben wer-


25

de, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser

werden, das bis ins ewige Leben quillt“ (Joh.

4,14).

Darf ich diese Frage an dich richten:

Hast du schon von diesem Lebenswasser

getrunken? Hat es auch deine Seele tief

innerlich erquickt? Dieses Wasser wird

dann zu einem Strom, der dich und mich

zum Friedenshafen trägt, wo die vielen

sind, die uns im Glauben vorangegangen

sind. Sie haben den Herrn Jesus geliebt

und verehrt. Sie sind ihm nachgefolgt und

bezeugen einmütig, dass er allein einen

armen, sündigen Menschen ganz beglücken

und ewig selig machen kann.

Das Brot des Lebens

Jesus ist auch das Brot des Lebens, das

Manna, das vom Himmel gekommen ist.

Täglich können wir es empfangen, wie die

Kinder Israel einst in der Wüste täglich

das Manna empfingen. Es hat die wunderbare

Eigenschaft, innerlich stark und

gesund zu machen, es wirkt Wachstum

am inneren Menschen und lässt uns zum

geistlichen Mannestum heranreifen. Wer

dieses kostbare Brot einmal geschmeckt

hat, verlangt immer wieder danach.

Das Leben

Jesus ist das Leben. Leben ist überall

dort, wo der Tod überwunden wird. Von

Natur ist der Mensch tot in Sünde und

Übertretung. Er erkennt weder sich noch

den Mitmenschen recht. Er kann die Zeit

nicht richtig beurteilen und wird mit diesem

und jenem Missgeschick in seinem

Leben nicht fertig. Für alle, die seinen

Lebensweg kreuzen, hat er nur Vorwürfe

und nicht zuletzt auch Gott gegenüber,

indem er spricht: „Wäre ich nie geboren,

hätte ich nie das Licht dieser Welt erblickt!

Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen

aus dem Leibe dieses Todes!“

Da bietet sich Jesus als das Leben an!

Wer dieses Leben in sich hineinströmen

lässt, wird froh und glücklich werden und

aus diesem Erleben heraus Frucht bringen.

Der Weinstock

Jesus nennt sich selbst in einem schönen

und tiefen Bild den Weinstock. Uns

vergleicht er mit den Reben. Gibt es eine

innigere Verbindung als zwischen Weinstock

und Reben? Wer in dieser Verbindung

mit dem Herrn steht, für den hört

die Dürre im Leben auf. Nun erkennt er

erst den Wert des Lebens. Frucht bringen

für Jesus, Seelen gewinnen für Jesus, für

ihn da sein, ihn verherrlichen: Das ist nun

sein Lebensziel und der Lebensinhalt.

Der Weg

Jesus ist der Weg. Es gibt keinen anderen

Weg zu Gott. Das Sprichwort sagt:

Viele Wege führen nach Rom. Ja, nach

Rom! Aber nicht in den Himmel.

Es gibt nur einen Weg und nur eine Tür,

die zum Vater und zur Herrlichkeit führt,

und das ist Jesus Christus! „Niemand

kann zu mir kommen, es sei denn, dass ihn

der Vater zieht“ (Joh. 6,44). Es kommt niemand

zum Vater als nur durch den Sohn.

Es gibt nur einen Mittler zwischen Gott

und Mensch, und das ist Jesus Christus.

Jeder andere Weg ist ein Irrweg und führt

eines Tages zur Katastrophe. Man kann

von Gott reden, vom Herrgott oder vom

lieben Gott. Man wird ihn aber nie erreichen,

diesen großen Gott, wenn man


26

nicht den von ihm gewiesenen Weg geht.

Dieser Weg führt über Golgatha, über das

Kreuz. Dort offenbart Gott unsere ganze

Schuld und zeigt uns, dass ein Mittler

nötig gewesen ist. Dort enthüllt er aber

auch seine große Liebe, indem er seinen

einzigen Sohn nicht verschont hat, sondern

hat ihn für dich und mich in den Tod

gegeben.

Wer diesen Weg geht und Golgatha erlebt,

wird bald am Herzen Gottes ruhen.

Die Wahrheit

Was ist Wahrheit? So hat mancher gefragt.

In einem Lied heißt es:

Und fragst du: Was ist Wahrheit?,

weil du im Zweifel bist,

so bitte den um Klarheit,

der selbst die Wahrheit ist.

Oh, dass du könntest glauben,

du würdest Wunder seh‘n!

Es würde dir dein Jesus

alIzeit zur Seite steh’n!

Der Herr Jesus sagt: „Ich bin der Weg

und die Wahrheit und das Leben; niemand

kommt zum Vater als nur durch mich!“

(Joh. 14,6).

Sein Name ist „Wunderbar“

Wer ist dieser Jesus? Um das noch besser

zu verstehen, wollen wir seine Namen

betrachten, wie sie in Jesaja 9,6 genannt

werden.

Wenn jemand aus Welt und Sünde,

aus Verirrungen und unglücklichen Verhältnissen

zu Jesus kommt, dann kann er

wohl von Herzen sagen: Sein Name heißt

„Wunderbar!“. Das neue Leben ist ein großes

Wunder. Wie ungewöhnlich, wie wunderbar

sind die Wege, die er Menschen

führt, damit sie das Heil finden. Und wie

wunderbar ist es, dass ein Glaubensblick

auf den Gekreuzigten den Sünder rettet.

Wie habe ich über den teuren Herrn

gespottet und gelästert! Ich kann mich

nur beugen und schämen. Und ich kann

nur die Weisheit und Güte meines Herrn

anbeten, der mich unwürdigen und verlorenen

Menschen auf wunderbare Weise

gesucht und gefunden hat.

Rat

Wie viele Gläubige, die sonst ratlos und

hilflos wären, finden in ihm Trost und Hilfe,

dessen Name „Rat“ heißt. Die Frau,

die ihren Mann ziehen lassen musste und

nicht wiedersah, die Kinder, die ihren Vater

kaum gekannt haben, die Eltern, die ihren

Sohn, vielleicht den einzigen, ziehen,

aber nicht wiederkommen sahen, und

jene, denen der Krieg alles nahm, Haus

und Herd, Gesundheit und Heimat – ihnen

allen will Jesus ein treuer und teilnehmender

Freund und Ratgeber sein.

Kraft

Sein Name ist auch „Kraft“. Ja, welch

wunderbare Kraft besitzt er! Kraft gegenüber

der Sünde, wenn sie lockt und reizt.

Kraft zum Neinsagen, wenn die Versuchung

mit ihren Einflüsterungen an den

Einzelnen herantritt. Es ist auch Kraft da

zum Jasagen, wenn der Herr die letzte

Übergabe fordert, wenn er zum Dienst

beruft, wenn Schwierigkeiten beim Zeugendienst

auftreten. Sein Name heißt

„Kraft“.

Wie oft habe ich ihn als meine Kraft und

Stärke erfahren, bei Tag und bei Nacht, im


27

Krieg und im Frieden, in der Arbeit und in

der Ruhe, auf Reisen und daheim. Quellen

der Kraft, die nie auszuschöpfen sind, tun

sich in diesem kostbaren Namen Jesus

auf. Oh, dass ich ihn doch besser schildern,

ihn dir doch mehr vor Augen malen

könnte!

Held

Jesus wird nie besiegt. Er ist abgelehnt

worden, nicht erst heute, sondern zu allen

Zeiten. Er war nie der, den die Massen

begehrten, nie der, den die Menge ehrte.

Er war immer wieder der verachtete Nazarener.

Ich war eben zum Glauben gekommen

und sprach zu einem Kollegen von meinem

Glück. Mit einem Satz wollte er mich

mundtot machen und sagte: „Schweig

doch von diesem Nazarener, ich will nichts

von ihm wissen!“ Ich erwiderte: „Mich hat

er so froh und glücklich gemacht. Aber ich

verstehe dich, mein lieber Freund. So wie

du habe auch ich vorher gespottet, gelästert

und gehöhnt, aber es ist mir vergeben.

Frage doch alle, die den Heiland gefunden

haben, und du wirst erstaunt sein,

niemand will zurück, alle bedauern nur:

Ach, dass ich dich so spät erkennet,

du hochgelobte Schönheit du,

und dich nicht eher mein genennet,

du höchstes Gut und wahre Ruh‘!

In Jesus wohnt die Fülle der Gottheit

leibhaftig, und wir besitzen in ihm die

ganze Fülle. Diese Fülle umschließt Zeit

und Ewigkeit.

Und wenn alles um uns her vergeht und

schwindet, und wenn auch unser eigenes

Leben schnell dahinfährt, als flögen wir

davon, dann bleibt uns der erhebende Gedanke:

Unser Herr heißt „ewiger Vater“.

„Jesus Christus ist derselbe gestern und heute

und auch in Ewigkeit!“ (Hebr. 13,8).

Friedefürst

Nach den langen Kriegsjahren haben

wir erst die Vorzüge und Segnungen des

Friedens recht schätzen gelernt. Jesus ist

der Bringer des Friedens. Der hat wahren

und dauernden Frieden, in dessen Herzen

der König des Friedens regiert.

Komm zu diesem Jesus!

Es gehört nicht viel Geist dazu, die

Zuhörer zu ängstigen und seelisch zu

erschüttern, indem man ihnen die ganze

Schwere und Schwärze ihrer Sünden

vor Augen hält, das Donnerwort von der

Ewigkeit erdröhnen lässt und die Hölle

in den schrecklichsten Farben malt. Obwohl

das auch zur rechten Zeit und in der

rechten Weise geschehen soll, so muss

doch das eine immer wieder das Ziel sein:

Unseren Lesern die Person Jesu vor Augen

zu stellen. Dann wird es ihnen nicht

schwer fallen, dann werden sie eher Mut

fassen, trotz all ihrer Sündhaftigkeit den

Sprung in seine Arme zu wagen. Wenn wir

aber vom Gericht und von der Verdammnis

sprechen, dann sollte es unter Tränen

geschehen. Jesus weinte über die unbußfertige,

verstockte Stadt Jerusalem.

Die Liebe des Christus, des großen Heilandes,

muss uns drängen, die Botschaft

zu verkündigen, dann wird unsere Verkündigung

auch rechter Art sein.

Von Herz zu Herz sollten wir reden. Alles

Reden, das nicht aus der Tiefe kommt,

befriedigt die Zuhörer nicht, zieht sie

auch nicht an. Merken die Leute aber,

dass jemand aus dem Herzen spricht, von


28

seinen Erfahrungen redet, sein Leben dahinter

steht, dann werden die Bänke nicht

leer stehen, dann werden wieder Lob- und

Danklieder der Jungbekehrten in den Räumen

erschallen, die der Herr geschenkt

und erhalten hat.

Noch einmal sage ich: Nicht das Evangelium

lehren, es kommt nicht viel dabei

heraus, sondern bezeugen!

Bei allem ist es gut, dass sich die Diener

Jesu stets an den erinnern, der sie durch

seinen Geist mit Kraft aus der Höhe erfüllen

will, und der sie, wenn sie schwach

und kraftlos sind, selbst tragen will.

Auf Adlersflügeln getragen

übers brausende Meer der Zeit.

Getragen auf Adlersflügeln

bis hinein in die Ewigkeit!

Wie der Adler seine Jungen ausführt und

über ihnen schwebt, seine Flügel ausbreitet,

sie aufnimmt, sie auf seinen Schwingen

trägt, so leitet ihn der Herr allein!

Was quält dich?

Manches, was dir im Leben begegnet,

ist dazu angetan, dich unter Druck zu

setzen. Du merkst es, und andere sehen

deutlich, dass dich etwas quält. Es

ist nur natürlich, dass du versuchst, das

zu beseitigen, was dich quält. Es gelingt

dir aber nicht immer. Manchmal meinst

du, dass jetzt alles in Ordnung ist. Doch

plötzlich spürst du, dass es wieder da ist.

Mein Rat lautet:

Sage dem Herrn Jesus, was dich quält!

Lass dein Inneres nicht unter diesem

Druck weiterleben. Johannes schreibt in

seinem 3. Brief im Kapitel 1, Vers 2: „Mein

Lieber, ich wünsche dir in allen Dingen

Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner

Seele wohlgeht!“

Darf ich dich, lieber Leser, jetzt einmal

fragen: Geht es dir wohl? Gibt es

da irgendetwas, was aus deinem Leben

entfernt werden müsste, damit die Freude

und Glückseligkeit im Herrn neu und

stark bei dir durchbrechen kann? Geht es

deiner Seele wohl? Atmet sie Himmelsluft?

Wisse aber: Auch schwere Wege sind

Segenswege!

Wenn es dir körperlich nicht gut geht,

dann muss das kein Grund sein, dass

du unglücklich bist. Lass dir bitte einmal

ganz deutlich sagen:

Gott will dein Herz völlig entschlacken!

Er will dich läutern. Er will dich durch und

durch reinigen. Du brauchst immer wieder

Reinigung durch das Blut Jesu Christi.

Nur so kannst du als Kind Gottes ein

brauchbares Werkzeug in der Hand des

Herrn Jesus sein. In Sprüche 25,4 steht

geschrieben: „Man entferne die Schlacken

vom Silber, so gelingt dem Goldschmied ein

Gefäß!“ Auch bei uns, den Kindern Gottes,

kann etwas sein, das uns zur Buße

und zur tiefen Beugung führt. Denke aber

daran:

Die Buße muss tiefgehend sein! Es darf

keine Reue aus Angst sein. Eine solche

Reue ist Gott nicht angenehm. Sie führt

auch nicht zum Ziel. In der Bibel lesen wir:

„Da ließ der Pharao Mose und Aaron schnell

rufen und sprach: Ich habe mich versündigt

an dem HERRN, eurem Gott, und an euch!


29

Und nun vergib mir meine Sünde nur noch

dieses Mal, und betet zum HERRN, eurem

Gott, dass er nur diesen Tod von mir abwende!“

(2. Mose 10,16-17). Nirgends lesen

wir, dass die Herzenseinstellung des Pharao

eine andere geworden ist. Er blieb in

seinem Leben fern von Gott. Wenn Gott

zupacken wollte, dann flüchtete Pharao in

eine Scheinbuße hinein. Lieber Leser:

Begib dich bedingungslos in Gottes

Hände. In 2. Samuel 24,14 sagt David: „Mir

ist sehr angst! Doch lass uns in die Hand des

HERRN fallen, denn seine Barmherzigkeit

ist groß; aber in die Hand der Menschen will

ich nicht fallen!“ So darfst auch du beten.

Menschenhände sind oft sehr hart und

rau. Auch Gottes Hand kann unbarmherzig

zupacken. Doch denke daran: Wenn

Gott sein Ziel erreicht hat, dann wendet er

seine erziehende Hand wieder von dir ab

und breitet seine segnenden Hände über

dir aus, sodass du erlebst: Schwere Wege

sind Segenswege!

Gott will bei dir sein Ziel erreichen. Dann

kommen neue Segnungen über dich. Du

wirst neue Erfahrungen mit deinem Gott

machen. Er kann Krankheiten hinweg

nehmen. Er kann dein Leben verlängern.

In 2. Könige 20,6 sagt Gott zu Hiskia:

„Und ich will zu deinen Lebenstagen noch

15 Jahre hinzufügen; und ich will dich und

diese Stadt aus der Hand des Königs von Assyrien

erretten!“ Zu guter Letzt hast du es

bei allen Läuterungen, die du in deinem

Leben durchmachen musst, nur mit Gott

zu tun. Dein Leben ist in seiner Hand. Es

liegt nicht in Menschenhänden, dir Leid

zuzufügen.

Es muss alles, was dir geschieht, an

Gott vorbei. Glaube nur: Er filtert da richtig.

Er wägt es genau ab. Er weiß, was

für dich gut und nicht gut ist. Er hat das

Ziel im Auge: Du sollst mehr zu seiner

Verherrlichung da sein. Ich glaube, lieber

Leser, dass du dieses Ziel gern erreichen

möchtest. Dann bitte ich dich aber: Lass

doch Gott mehr wirken! Gib ihm in dieser

Stunde neu dein Ja, wenn er dich stärker

erziehen will.

Näher, noch näher,

fest an dein Herz

ziehe mich, Jesu,

durch Freude und Schmerz!

Birg mich aus Gnaden

in deinem Zelt.

Schirme und schütze mich,

Heiland der Welt!

Näher, noch näher!

Ganz in den Tod

gebe ich willig,

mein Heiland und Gott,

was deinen Segen

hemmte in mir:

Weltliche Freuden

und irdische Zier.

Öffne dich weit für die Segnungen Gottes.

Er will wirklich das, was dich quält,

aus deinem Leben hinweg tun. Er will

dich erleben lassen: Auch schwere Wege

sind Segenswege! Die Bibel sagt auch dir:

„Denn der Herr, dein Gott, wird dich segnen“

(5. Mose 15,6).

Aber verkrampfe dich Gott gegenüber

nicht. Verschließe dein Herz nicht. Lass

ihn doch in deinem Herzen und deinem

Leben ganz neu schalten und walten. Du

wirst Größeres als dieses erleben. Du

wirst den Herrn erleben. Du wirst mehr

zum Segen werden, und andere werden

sehen, dass Gott Größeres in dir und

durch dich tut. Er will deine Zukunft in

seine Hand nehmen. Sorge dich nicht

um den morgigen Tag. Die Bibel ruft dir


30

zu: „Wie deine Tage, so sei deine Kraft!“

(5. Mose 33,25). Kraft Gottes soll neu dein

Herz und Leben erfüllen. Kraft Gottes soll

durch dich auf andere übergehen. Noch

einmal sage ich dir: Gott will das, was dich

quält, aus deinem Leben nehmen! Ziehe

im Vertrauen auf den Herrn Jesus fröhlich

deinen Weg und überlass in allem dem

Herrn die Führung!

Anfechtungen bleiben im Leben eines

Kindes Gottes nie aus. Das Ziel des

Fürsten der Welt ist immer wieder, dir die

Freude über die Errettung deiner Seele zu

rauben. Dazu benutzt er Mittel und Wege,

die du gar nicht so schnell durchschauen

kannst. Du vergräbst dich über das in

Kummer und Sorge, was dir nun wieder an

Schwerem entgegentritt und merkst gar

nicht, dass es die Liebe des himmlischen

Vaters ist, der dieses zulässt, um dich nur

noch näher an sein Herz zu ziehen.

Vielleicht bist du schon öfter durch irgendwelche

Anfechtungen gegangen. Der

Feind setzt immer an der schwächsten

Stelle bei uns an. Einmal will er dich so,

und ein anderes Mal so zu Fall bringen.

Er will den Herrn aus deinem Blickfeld

nehmen. Er will dich weiter vom Herrn

wegziehen. Und bist du erst auf abschüssiger

Bahn, geht es schnell weiter bergab.

Du hast dann oft das Empfinden, dass

du dich nicht wieder fangen kannst. Du

findest nichts, woran du dich klammern

kannst. Ich rufe dir aber von Herzen zu:

Schreie in deinen Anfechtungen zum

Herrn Jesus und du wirst erfahren: Seine

Hand ist stark genug, um dich ganz nah

an sein Herz zu ziehen. Er will dich persönlich

unter seinen Schutz stellen. Auch

wenn du in finanzielle Schwierigkeiten und

Nöte geraten bist, sei es durch Selbstverschulden

oder durch irgendetwas, was

über dich hereingebrochen ist: Gott will

dich durchbringen! Er will dir das geben,

was du benötigst!

Auch deine Ernährung will Gott sicherstellen.

In 1. Könige 17,14 bekam eine

Frau die göttliche Zusage: „Der Mehltopf

soll nicht leer werden und das Öl im Krug

nicht weniger werden bis zu dem Tag, da

der HERR es auf den Erdboden regnen lassen

wird!“ Du brauchst nicht immer große

Vorräte zu haben. Auch das Volk Gottes,

das durch die Wüste wandern musste, bekam

täglich nur so viel Brot aus dem Himmel,

wie es für den Tag nötig hatte. Nicht

immer schenkt Gott dir große Vorräte.

Es gefällt ihm sogar, dich kurz zu halten,

auch bezüglich deiner Ernährung, damit

du mehr von ihm abhängig wirst und ihm

für das, was er dir schenkt, immer wieder

neu dankst.

Du musst dem Herrn nur kindlich vertrauen.

Dann wirst auch du erleben: Das

Mehl im Topf ging nicht aus, und das Öl

im Krug nahm nicht ab, nach dem Wort

des Herrn. In Anfechtungen und Schwierigkeiten

hat schon manches Kind Gottes

den inneren Hausputz neu und völlig

vollzogen, und der Herr hat sich nach

den Anfechtungen viel herrlicher kundtun

können, als je zuvor.

Halte dich zum Volk Gottes, denn fern

vom Volk Gottes liegen für das Kind Gottes

keine Verheißungen. Es sei denn, der

Einzelne wird durch Schwierigkeiten geführt

und irgendwo allein in die Schule

Gottes zur weiteren Zubereitung genommen.

Aber auch dort wird der Herr sich

offenbaren. Dort wird er sich kundtun.

Dort wird der Einsame ihn erleben. Aber

denke daran: Du stehst nie allein! Auch in

1. Könige 19,18 hörte ein Mann die Worte:

„Ich aber habe in Israel siebentausend übrigbleiben

lassen, nämlich alle, die ihre Knie

nicht gebeugt haben vor Baal und deren


31

Mund ihn nicht geküsst hat!“

Beuge die Knie vor dem Herrn Jesus, ja,

beuge sie immer wieder und bete laut zu

ihm. Schäme dich nicht, dein Herz immer

wieder neu vor dem Herrn auszuschütten.

Auch andere werden für dich beten,

ohne dass du es weißt.

Tritt ganz neu und bedingungslos in die

Gemeinschaft mit dem Herrn. In Haggai

1,13 heißt es: „Ich bin mit euch! spricht der

Herr.“ Er, dein Heiland, ist für dich. Er

ist mit dir. Er ist bei dir. Du darfst in den

größten Anfechtungen in seiner Hand

ruhen. Warte einmal ab, was er zu tun

vermag. Schaue glaubend nach ihm aus.

Brich nicht in Anfechtungen zusammen,

sondern fasse immer wieder Mut. Vergiss

es nicht: Auch schwere Wege sind Segenswege!

Dein Vertrauen auf den Herrn wird belohnt!

Bestimme nicht den Tag, an dem

der Herr dich aus deinen Anfechtungen

retten soll, sondern vertraue ihm, deinem

Heiland, dass er den Tag und die Stunde

bestimmen wird; denn er ruft auch

dir durch Jeremia 39,17-18 zu: „Dich aber

will ich an jenem Tag erretten, spricht der

HERR, und du sollst nicht den Leuten in die

Hand gegeben werden, vor denen du dich

fürchtest, sondern ich will dich gewisslich

entkommen lassen, und du sollst nicht durch

das Schwert fallen, sondern dein Leben als

Beute davontragen, weil du auf mich vertraut

hast! spricht der HERR.“

Die Führung des Herrn tut sich in deinem

Leben oft anders kund als du es erwartest.

Darum wirst du in Anfechtungen

immer wieder wankend und schwankend,

weil du meinst, es müsse so gehen, wie

du es dir vorstellst. Aber denke daran:

Die Kampfstellung raubt dir sehr leicht

den Herzensfrieden. Kehre um vom falschen

Weg. Kehre um vom falschen Tun.

Kehre um von dem Gedanken, die Sache

selbst meistern zu wollen. Werde vor

dem Herrn still im Gebet, und du wirst

erleben: Auch schwere Wege sind Segenswege!

Vertraue auf seine Stärke. Warum

willst du denn immer wieder an deiner

eigenen Kraft zuschanden werden? Jesaja

30,15 ruft auch dir zu: „Durch Umkehr und

Ruhe könntet ihr gerettet werden, im Stillesein

und im Vertrauen läge eure Stärke.“

Ja, werde immer wieder still und lass den

Herrn wirken. Ganz besonders möchte

ich dich ermutigen: Werde nicht bitter!

Wenn Bitterkeit ins Herz einzieht, schwindet

die Freude über das vollbrachte Erlösungswerk

auf Golgatha.

Bitterkeit raubt einem Menschen den

Herzensfrieden. Bitterkeit im Herzen

macht unglücklich. Wenn du der Bitterkeit

erlaubst, sich in deinem Herzen auszubreiten,

dann gehst du nicht nur am

Tag traurig einher, sondern die Bitterkeit

raubt dir auch den Schlaf. Du bist niedergedrückt.

Auch wenn du meinst, die Menschen

könnten es dir nicht im Angesicht

ablesen, so sage ich dir dennoch: Bitterkeit

gebiert ein tiefes Unglücklichsein!

Lass in deinem Herzen Liebe und Milde

gepaart sein. Die Bibel sagt: „Denn worin

du den anderen richtest, verurteilst du dich

selbst; denn du, der du richtest, verübst ja

dasselbe!“ (Römer 2,1). Richtgeist und Bitterkeit

paaren sich und verurteilen dich

vor Gott. Darum der Ruf an dich: Lass die

Bitterkeit fahren! Wünsche nicht, dass es

deinem Gegner schlechter geht, sondern

trauere über den Fall deines Gegners!

In Sprüche 24, 17-18 steht geschrieben:

„Freue dich nicht über den Fall deines Feindes,

und wenn er strauchelt, so frohlocke

dein Herz nicht, damit nicht der HERR es

sieht und es ihm missfällt und er seinen

Zorn abwendet von ihm.“


32

Vielleicht hilft es dir, lieber Leser, wenn

ich dir sage: Der Herr sieht die Bitterkeit

in deinem Herzen und weiß um die ganze

Angelegenheit. Du solltest ihm die ganze

Sache willenlos überlassen. Und sei gewiss:

Er wird alles nach seinem göttlichen

Rat und seiner göttlichen Weisheit durchführen.

Er wird dich sehen lassen: Auch

schwere Wege sind Segenswege! Ich rate

dir:

Bete für die, die dich bedrücken! Deine

Bedrücker sind nicht so stark vor Gott, wie

du sie in dieser Stunde siehst. Ihm, dem

großen Gott, ist es ein Kleines, mit deinen

Bedrückern fertig zu werden. Erst muss

aber deine Bitterkeit aus dem Herzen

entfernt werden. Dann wirst du erfahren,

dass das Wort Gottes in Erfüllung geht,

wenn es sagt: „Ich will alle ihre Bedränger

heimsuchen“ (Jeremia 30,20). Ja, er schafft

Recht den Bedrückten!

Rechne doch mit dem Einschreiten des

Herrn. Er wird dich aus der Bedrängnis

reißen. Er wird deine Seele erlösen. In

der Bibel steht geschrieben: „So wahr der

HERR lebt, der meine Seele aus aller Not

erlöst hat“. Dieses durfte ein Mann in 2.

Samuel 4,9 erleben. Deine Schwierigkeiten

können nicht so groß werden, dass

der Herr dich nicht herausreißen kann.

Denke daran: Du bist nicht von Menschen

abhängig! Darum rufe ich dir noch einmal

zu: Lass die Bitterkeit fahren! Jeremia 10,5

sagt: „Fürchtet euch nicht vor ihnen; denn

sie können nichts Böses tun, und auch Gutes

zu tun steht nicht in ihrer Macht“. Es muss

alles an deinem Herrn vorübergehen. Er

allein bestimmt, ob dich dieses oder jenes

trifft. Der Herr kann dich wunderbar behüten

und beschirmen. In seiner Hand ist

noch immer der beste Schutz für dich. Er

wird dich bewahren, das wirst du erleben.

Wie kostbar, wissen zu dürfen:

Wen die Liebe des Herrn treibt, wird

bewahrt! Aber Iass die Bitterkeit fahren.

In dieser Stunde soll die Bitterkeit endgültig

begraben werden. Hole sie nie wieder

hervor. Wälze nicht Tag und Nacht immer

wieder das alte Problem. Sprüche 17,9

sagt: „Wer Liebe sucht, deckt die Verfehlung

zu, wer aber eine Sache weitererzählt,

trennt vertraute Freunde.“ Du kannst die

Bitterkeit nicht selbst aus deinem Herzen

entfernen. Sie sprosst immer wieder empor.

Sie wächst wie das Unkraut auf einem

gut gedüngten Acker. In deinem Herzensboden

will die Bitterkeit immer wieder neu

Wurzeln fassen. Dort will sie grünen und

blühen. Dort will sie Frucht bringen. Darum

sage ich dir: Lass die Bitterkeit fahren!

Ja, schüre nie einen Streit. Die Bibel sagt:

„Wo kein Holz mehr ist, erlischt das Feuer,

und wenn der Verleumder fort ist, hört der

Streit auf“ (Sprüche 26,20). Welche kostbaren

Weisheiten enthält doch das Wort

Gottes für jeden Menschen und jede Situation!

Verleumder tun dir, lieber Leser, keinen

guten Dienst. Sie vermitteln dir keinen

Herzensfrieden. Verleumder rauben

dir höchstens die Freude. Lass doch den

Herrn die ganze Angelegenheit für dich

regeln. Dann wirst du staunen, welch ein

Meister er im Beseitigen der Sache ist, die

dich bedrückt. Erneut rufe ich dir zu: Lass

die Bitterkeit fahren! Verteidige dich nicht

selbst. Es ehrt dich viel mehr, wenn du

still bist. Lass ruhig Welle auf Welle über

dich gehen. Was du besitzt, kann dir kein

Mensch rauben, wenn der Herr nicht seine

Zustimmung dazu gibt. Aber lass dir

vom Herrn dienen. Vertraue ihm restlos.

Vertraue seiner starken Führung und setze

deine Kraft nie zu deiner Rechtfertigung

ein! Sprüche 20,22 sagt: „Du sollst nicht

sagen: »Ich will Böses vergelten!« Harre auf


33

den HERRN, der wird dir helfen!“ Natürlich

lässt der Herr dich manchmal längere Zeit

warten. Du musst erst die innere Reife erlangt

haben, ehe der Herr deine Gebete

erhören kann. Die innere Entschlackung

muss erst bei dir stattgefunden haben.

Die Bitterkeit muss betend vor dem Herrn

ausgegoren werden. Demütige dich vor

ihm im Gebet, wenn die Bitterkeit so tief

liegt, dass du sie nicht einfach ausschütten

kannst. Aber warte auf den Herrn, er

wird dich retten. Er wird deine Rechtssache

leiten. Er wird alles herrlich hinausführen,

dessen darfst du gewiss sein. Ja,

er wird dich erleben lassen: Auch schwere

Wege sind Segenswege!

Folgende Liederverse sollen dich in

ganz besonderer Weise ermutigen:

Herz, lass deinen Heiland sorgen;

denn er hilft dir ja so gern.

Denk nicht heute schon an morgen,

an die Zukunft, die so fern.

Tag für Tag hilft er dir tragen

deine Last, die dich so drückt.

Auch verstummen alle Klagen,

weil er ja dein Herz beglückt.

Herz, lass deinen Heiland sorgen,

täglich, stündlich, allezeit.

Dann bist du in ihm geborgen,

wenn du dich ihm ganz geweiht.

Deine Sünden sind vergeben

durch sein teures, heil’ges Blut.

Statt des Todes schenkt er Leben,

oh, wie hast du es so gut!

Setze dich doch viel mehr für deinen

Herrn und Heiland ein, der dir immer

wieder zeigt, wie er all das aus deinem

Herzen und Leben entfernen kann, was

dein Herz mit Unglücklichsein, ja, mit Bitterkeit

erfüllt.

Unglücklichsein und Traurigkeit erfüllten

das Herz der beiden Jünger Jesu,

die nach der Kreuzigung des Herrn nach

Emmaus gingen, ohne zu wissen, dass ihr

Heiland auferstanden war. Ja, an jenem

Ostermorgen war es so, dass der Sieg des

Herrn Jesus sichtbar hervortrat: Er bekam

einen neuen Leib. Er bekam einen Herrlichkeitsleib.

Er bekam einen himmlischen

Leib. Seine Jünger wussten dies aber nicht,

sonst hätte nicht tiefe Traurigkeit ihr Herz

erfüllt. Der Unterhaltungsstoff der beiden

Anhänger des Herrn Jesus war das Leiden

und Sterben ihres Heilandes. Lukas 24,14

berichtet: „Und sie redeten miteinander

von allen diesen Geschehnissen.“ Das Herz

dieser Anhänger des Herrn Jesus war von

Golgatha erfüllt. Sie waren in ihren Gedanken

mit dem Kreuz auf jenem kahlen

Hügel beschäftigt, wo Jesus Christus gestorben

war. Nun merkten sie:

Der Herr Jesus naht sich den fragenden

Seelen. Zunächst wussten sie nicht, dass

es Jesus war. Die Bibel berichtet: Und es

geschah, indem sie sich unterhielten und

miteinander überlegten, dass Jesus selbst

nahte und mit ihnen ging. Der Herr Jesus

hörte das Gespräch der Fragenden. Er

verstand ihre Überlegungen. Er ging mit

ihnen. Er passte sich ihnen an, um sich

ihnen zu offenbaren. Ja:

Der Herr Jesus bringt die Fragenden zurecht.

In Lukas 24,17 findest du die Worte:

„Und er sprach zu ihnen: Was habt ihr

unterwegs miteinander besprochen, und

warum seid ihr so traurig?“ Diese Männer

waren betrübt. Die Traurigkeit hatte sie erfasst.

Sie lagen – wie man im Volksmund

sagt – am Boden. Da richtete der Herr Jesus

sie auf. Aber sie wussten immer noch

nicht, dass es der Herr Jesus war.


34

Sie hatten eine falsche Vorstellung. Lieber

Leser, denke daran: Fragende Menschen

haben oft eine falsche Einstellung.

Die Emmaus-Jünger sagten: „Wir aber

hofften, er sei der, welcher Israel erlösen sollte.“

So stehen die Worte in Lukas 24,21.

Suchende Menschen tasten hier und

dort. Auch du, lieber Leser, hast gewiss

schon hier und dort getastet. Nun aber

ist die Stunde für dich gekommen, in der

sich der Herr Jesus dir offenbaren will. Er

will dir zurechthelfen. Er will dich bei der

Hand nehmen. Er will auf deine Fragen

antworten. Er will das Schlechte aus deinem

Leben entfernen. Sei gewiss:

Der Herr Jesus führt aufrichtig suchende

Menschen zum Kreuz von Golgatha.

Er sagt den Fragenden in Lukas 24,26:

„Musste nicht der Christus dies erleiden

und in seine Herrlichkeit eingehen?“ Wer

den Herrn Jesus finden will, muss seine

Leiden verstehen. Wer den Herrn Jesus

finden will, muss die Kraft seines Blutes

für sich in Anspruch nehmen. Wer den

Herrn Jesus auch in Schwierigkeiten und

Nöten aufrichtig sucht, der muss die Knie

vor ihm beugen. Und ich bitte jeden Leser

dieser Zeilen: Beuge auch du in ausweglosen

Situationen deine Knie vor dem

Herrn Jesus. Bringe ihm alle Bitterkeit,

das Unglücklichsein, das Nichtverstehen

der schweren Wege, die du jetzt gehen

musst, ja, bringe ihm das, was dein Herz

erfüllt. Du wirst dann das erleben, was die

beiden Jünger erlebt haben: Als sie aber

erkannt hatten, dass ihr Herr und Meister

bei ihnen war, da verstanden sie das

Schwere der vergangenen Tage. Sie verstanden

Golgatha.

Das Erkennen des auferstandenen Heilandes

bringt Freude. So liest du in Lukas

24,31: „Da wurden ihnen die Augen geöffnet,

und sie erkannten ihn …“ Sie erkannten,

dass er der war, der auf Golgatha für

die Sündenschuld der Menschen gestorben

war. Sie erkannten ihn als ihren persönlichen

Herrn und Retter. Lieber Leser,

das darfst auch du jetzt tun.

Ein brennendes Herz für deinen Heiland,

das brauchst du! Dann schwindet

alle Bitterkeit aus deinem Leben. Es

schwindet alles, was dich quält. Ja, auch

dein Herz darf jetzt für deinen Herrn und

Retter brennen. Du sollst anderen von

ihm erzählen. Du sollst Menschen für

ihn gewinnen. Der Herr Jesus will dein

Ein und Alles sein. Er will dich in deiner

Tätigkeit segnen. Er will dich führen und

leiten.

Möchte es so sein, wie es in Lukas 24,32

geschrieben steht: „Und sie sprachen zueinander:

Brannte nicht unser Herz in uns,

als er mit uns redete auf dem Weg, und als

er uns die Schriften öffnete?“ Er will dir ein

frohes und glückliches Herz schenken,

auch wenn es bei dir durch Schwierigkeiten

geht. Auch wenn dein Weg jetzt unter

Wolkendecken dahinführt: Nur der Herr

kann diese Wolken wegnehmen, damit du

neu die Sonne siehst. Sie wird dich mit

ihren Strahlen erwärmen. Dein Herz wird

dann für deinen Heiland brennen. Er wird

wieder der Inhalt deines Lebens sein. Die

Freude darüber, dass der Herr dir die Errettung

deiner Seele geschenkt hat, wird in

deinem Herzen vorherrschen. Verschwinden

wird das Bedrücktsein. Verschwinden

wird das Unglücklichsein. Verschwinden

wird die Traurigkeit, ja, verschwinden wird

das, was dich gequält hat.

Überströmenden Segen wirst du nach

schweren Wegen erleben.


35

Schwierigkeiten vermitteln dir

Reichtümer Gottes

Die Reichtümer dieser Erde vergehen.

Auch der reichste Mann der Welt nimmt

nichts mit ins Grab. Jeder sollte daran denken,

dass das letzte Kleid keine Taschen

hat. Reich sein in Gott überwiegt jeden

irdischen Reichtum, den ein Mensch mit

Energie und dem Einsatz seiner ganzen

Kraft für sich gewinnen kann. In Sprüche

8 wird ein Teil des Reichtums, den Gott

gibt, geschildert. Man kann wohl mit

Recht sagen, dass dieser Abschnitt auf

den Herrn Jesus hinweist.

Ich will einmal die Verse 17-30 niederschreiben:

„Ich liebe, die mich lieben, und

die mich eifrig suchen, finden mich. Reichtum

und Ehre kommen mit mir, bleibende

Güter und Gerechtigkeit. Meine Frucht ist

besser als Gold, ja, feines Gold, und was

ich einbringe, übertrifft auserlesenes Silber.

Ich wandle auf dem Weg der Gerechtigkeit,

mitten auf den Pfaden des Rechts, damit

ich denen, die mich lieben, ein wirkliches

Erbteil verschaffe und ihre Schatzkammern

fülle. Der HERR besaß mich am Anfang seines

Weges, ehe er etwas machte, vor aller

Zeit. Ich war eingesetzt von Ewigkeit her,

vor dem Anfang, vor den Ursprüngen der

Erde. Als noch keine Fluten waren, wurde

ich geboren, als die wasserreichen Quellen

noch nicht flossen. Ehe die Berge eingesenkt

wurden, vor den Hügeln wurde ich geboren.

Als er die Erde noch nicht gemacht hatte

und die Fluren, die ganze Summe des Erdenstaubes,

als er den Himmel gründete,

war ich dabei; als er einen Kreis abmaß

auf der Oberfläche der Meerestiefe, als er

die Wolken droben befestigte und Festigkeit

gab den Quellen der Meerestiefe; als er

dem Meer seine Schranke setzte, damit die

Wasser seinen Befehl nicht überschritten,

als er den Grund der Erde legte, da war ich

Werkmeister bei ihm, war Tag für Tag seine

Wonne und freute mich vor seinem Angesicht

allezeit.“

Nur wer den Herrn Jesus liebt, wird

seine Liebe schmecken. Er liebt alle Menschen.

Auch der wird vom Herrn Jesus

geliebt, der ihn nicht liebt. Aber dieser

verspürt seine Liebe nicht, weil er sich

dieser Liebe nicht öffnet. Der Mensch ist

für alles empfangsbereit, was sein Auge

sieht, sein Ohr hört und sein Empfinden

wahrnimmt. Der Mensch ist wenig empfänglich

für die Liebe Gottes, die in Jesus

Christus geoffenbart ist. Wer den Herrn

Jesus liebt, der wird den Reichtum Gottes

in der ganzen Fülle in sich aufnehmen.

Dein Lieben ist ohn‘ gleichen

und wird nie von uns weichen,

trotz Satans Macht und List.

Wir dürfen aufwärts schauen

und rufen voll Vertrauen:

Genug, dass du die Liebe bist!

Dieser Reichtum Gottes wird ihn mehr

und mehr in das Bild des Herrn Jesus

umgestalten. Dieses Nehmen aus dem

Reichtum Gottes ist nicht nur für wenige

vorgesehen.

Jeder Mensch, der den Herrn Jesus

eifrig sucht, wird ihn auch finden. Natürlich

stellen sich dem Suchenden manche

Schwierigkeiten in den Weg. Wer aber diese

Schwierigkeiten überwindet und nicht

vor ihnen zurückschreckt - oder sich von


36

ihnen festhalten lässt -, der dringt bald

zum herrlichen Ziel durch. Der Herrn Jesus

tut dir, lieber Leser, den ganzen Reichtum

Gottes kund. Diesen Reichtum, den

Gott dir in Jesus Christus schenkt, kannst

du nie ganz in Besitz nehmen. Selbst wenn

alle Menschen, die auf der Erde wohnen,

von diesem Reichtum in Jesus Christus so

viel nähmen, wie sie nur könnten, würden

sie die Vorratskammern Gottes, wo dieser

Reichtum aufbewahrt wird, nie leeren.

Ohne Jesus Christus kann niemand zu

dem Reichtum Gottes gelangen. Es gibt

nur eine Tür, durch die der Mensch gehen

kann, und diese eine Tür ist Jesus Christus,

der Heiland der Welt. Wer es versteht,

sich diesem Reichtum weit zu öffnen, der

wird eine Fülle dieses Reichtums in sich

bergen und an andere weitergeben. Er

wird für seine Umwelt der Vermittler des

Reichtums Gottes sein.

Die dem Herrn Jesus angehören, tragen

auf dieser Welt Schmach, ganz gleich,

unter welcher Nation sie leben. Man wertet

sie nicht hoch. Sehr oft stehen sie am

Rand und genießen keine Ehre bei den

Menschen. Sie genießen aber den Reichtum

und die Ehre Gottes. Sie sind Inhaber

bleibenden Guts. Selbst wenn sie Besitztümer

verlieren, die sie auf dieser Erde haben,

werden sie oft gerade dadurch noch

reicher in Gott. Es stimmt, wenn dieses

Kapitel sagt: Schwierigkeiten vermitteln

dir Reichtümer Gottes!

Die Frucht mühsamer Arbeit, die eifrige

Menschen leisten, ist in ihrem irdischen

Besitz zu sehen. An diesem irdischen

Besitz klebt oft Sünde mancher Art. Der

Erwerb von diesem und jenem war nicht

immer nach den Gedanken Gottes und

mit den Geboten Gottes vereinbar.

Die Frucht, die Gott gibt, die Frucht, die

der Herr Jesus gibt, ist besser als feines,

geläutertes Gold und weit besser als das

beste Silber. Keine Geldentwertung ist in

der Lage, den Reichtum auszulöschen,

den du in Jesus Christus und durch Jesus

Christus besitzt. Durch Umwälzungen

oder Katastrophen können Bankkonten

verschwinden, Häuser zerstört werden.

Grund und Boden kann dir entrissen werden.

In dein Haus kann ein anderer einziehen.

Durch all dies wird aber der Reichtum,

den du in Jesus Christus hast, nicht

geschmälert. Oft werden Hände, die der

Mensch mit irdischem Besitz gefüllt hat,

frei, um Reichtümer Gottes in ungeahnter

Fülle in Empfang zu nehmen. Hier kann

man sagen: Schwierigkeiten vermitteln

dir Reichtümer Gottes! Ja, auch schwere

Wege sind Segenswege!

Der Herr Jesus will dir – wenn du ihn

liebst – beständiges Gut schenken. Du

ererbst das Gut schon hier. Es ist ein bleibendes

Gut, ein beständiges Gut, ein wirkliches

Gut, ein Gut, das nicht vergeht.

Dieser Reichtum, den dir Jesus Christus

schenkt, geht mit dir in die Ewigkeit. Dort

wirst du ein Miterbe Christi werden, ein

Teilhaber seiner Herrlichkeit. Du wirst mit

ihm herrschen und regieren.

Hier schon will der Herr Jesus deine

Vorratskammern füllen. Du sollst nicht

nur etwas von ihm nehmen, sondern er

gibt dir die Fülle aus seiner Fülle. Nebensächlichkeiten,

die dein Leben ausgefüllt

haben, werden dann verschwinden. Jesus

Christus wird der Inhalt deines Lebens.

Eine ungeahnte Fülle vermittelt er dir, eine

Fülle, die du nie erwartet hast. Durch sein

Opfer am Kreuz hat er dir das Nehmen

aus seiner Fülle ermöglicht.

Manche Menschen glauben, dass der

Herr Jesus erst in Bethlehem, in der Stunde

seiner Geburt, ins Dasein gerufen worden

sei. Nein! Jesus Christus war schon vor


37

den Uranfängen der Erde da. Er war da, als

es noch keine Bäche und keine Meere gab.

Er war da, bevor es Berge und Täler gab,

ja, bevor die Sterne am Himmel standen.

Durch ihn wurden die Welten ins Dasein

gerufen. Er war der große Architekt. Er, Jesus

Christus, war der Werkmeister. Er war

der, der die Pläne Gottes – die Pläne des

Vaters – zur Ausführung brachte.

Ja, wer ihn gefunden, hat das Leben gefunden.

Er ist zur Glückseligkeit gelangt. Er

genießt das Glück des Geborgenseins. Immer

wieder geht er durch Schwierigkeiten.

In den Schwierigkeiten verspürt er aber,

dass diese ihm noch größere Reichtümer

Gottes vermitteln. Gott muss dem einen

oder anderen sogar manches nehmen,

um ihm seine Reichtümer in vermehrtem

Maße schenken zu können. Auch im Alten

Testament führte Gott die Seinen.

Wir wollen uns jetzt einmal mit Naemi

beschäftigen. Von dieser Frau lesen wir

im Buch Ruth. Während einer Hungersnot

war sie mit ihrem Mann und ihren beiden

Söhnen aus Bethlehem-Juda ins Land

Moab gezogen. Dort nahmen die Söhne

sich Moabitinnen zur Frau. Zunächst geht

es ihnen in ihrer neuen Heimat gut. Doch

dann führt Gott Naemi in tiefes Leid: Er

nimmt ihr den Mann. Sie verliert auch

ihre beiden Söhne. Nun gibt es drei Witwen.

Die Schwiegermutter finden wir bei

den Schwiegertöchtern. Die Teuerung in

der alten Heimat hatte die Familie gezwungen,

diese zu verlassen. Dem Leid

der Teuerung entflohen, holt sie nun das

andere Leid ein.

Schon mancher Mensch hat erfahren

müssen, wenn er der Schule Gottes entlaufen

wollte, dass er in eine noch schwerere

Schule Gottes hineinkam.

Damals galt schon der Grundsatz Gottes,

dass er durch Schwierigkeiten größere

Reichtümer vermittelt. Naemi musste

klagen: „Nennt mich nicht Naemi, sondern

nennt mich Mara; denn der Allmächtige hat

es mir sehr bitter gemacht! Voll zog ich aus,

aber leer hat mich der HERR wieder heimgebracht.

Warum nennt ihr mich denn Naemi,

da doch der HERR mich gedemütigt und

der Allmächtige mich betrübt hat?“ (Ruth

1,20). Unglücklich war sie deshalb, weil

es in ihrem Leben anders geworden war,

als sie es sich gedacht hatte. Wenn Gott

Menschenpläne scheitern lässt, wenn

er seine Pläne zur Auswirkung kommen

lassen will, ist schon bei manchem das

Glück geschwunden. Und trotzdem stand

über Naemis Leben: Auch schwere Wege

sind Segenswege.

Naemi machte sich selbst Vorwürfe.

Ihr kam vielleicht der Gedanke: Wäre ich

in der Hungersnot dageblieben und nicht

davongelaufen, dann hätte mir Gott gewiss

meinen Mann erhalten. Man kann

hier wohl nicht von einer Anklage reden,

die sie gegen Gott erhebt. Nein, sie klagte

sich an. Sie sagte: Der Allmächtige hat

mich sehr betrübt. Bisher hatte sie ja aus

dem Vollen geschöpft. Jetzt griffen ihre

Hände ins Leere. Gott hatte sie wirklich

in Schwierigkeiten hineinführen müssen,

um ihr seine Reichtümer zu schenken.

Sie klagte: Gott hat mich gedemütigt.

Im Wort Gottes lesen wir: Wenn du mich

demütigst, dann machst du mich groß!

Welch eine Gnade Gottes ist es, wenn das

Gotteskind, auch wenn es durch schweres

Leid und einen großen Verlust gehen

muss, den Weg Gottes als richtig erkennt.

Welch eine Gnade, wenn du mit dem Psalmisten

ausrufst: Er führet mich auf rechter

Straße um seines Namens willen.

Weil Naemi sich demütigen ließ, konnte

Gott sie erhöhen. Ihre Schwiegertochter

Ruth wurde durch das Gotterleben ih-


38

rer Schwiegermutter an den Jehova Gott

– den rettenden Gott – gläubig. Sie kam

zu dem Ausruf: „Dein Gott ist mein Gott“

(Ruth 1,16). Schon mancher, der Gott vertraute,

hat durch seinen Glauben andere

zu Gott geführt.

Nun ging die Schwiegertochter mit der

Schwiegermutter den Weg in der Nachfolge

des rettenden Gottes. Wie wohltuend

werden für die alte Naemi die Worte ihrer

Schwiegertochter gewesen sein, als sie

sagt: „Nur der Tod soll dich und mich scheiden“

(Ruth 1,17).

Nur weil Naemi sich demütigen ließ,

konnte Gott sie erhöhen. Nur weil sie sich

mit Gottes Plänen und Wegführungen

einverstanden erklärte, wurde sie die Seelengewinnerin.

Ruth lernte den rettenden

Gott kennen. Nun führte Gott es so, dass

sie, die junge Witwe, mit Boas zusammentraf.

Boas war ein Mann der Güte und Frömmigkeit.

Er hatte seine tiefen Wurzeln in

Gott. Er war ein edel denkender Mensch,

ein rechtschaffener Mann. Sein Gruß an

die Schnitter lautete: Der Herr sei mit

euch! Ihm war Gott das höchste Gut.

Darum war er, weil er reich in Gott war,

freundlich zu den Geringen.

Boas’ Freundlichkeit zu der fremden

Ruth war daraus geboren worden, dass er

sah, wie sehr Ruth ihre Schwiegermutter

liebte. So hörte Ruth die Worte: „Es ist

mir alles erzählt worden, was du an deiner

Schwiegermutter getan hast nach dem Tod

deines Mannes, wie du deinen Vater und

deine Mutter und dein Heimatland verlassen

hast und zu einem Volk gezogen bist,

das du zuvor nicht kanntest“ (Ruth 2,11).

Ruth hatte ihre Heimat verlassen, um

ihre Schwiegermutter nicht im Stich zu

lassen. Sie wollte den rettenden Gott ihrer

Schwiegermutter persönlich erfahren

und ihn besser kennenlernen. Weil sie

diesem Gott vertraute, wurde sie reich in

Gott, reich durch Gott. Von Gott wurde

Ruth durch Boas viel mehr gegeben, als

sie verlassen hatte. Boas ließ sie Ähren

auf dem Feld lesen. Ruth verfällt nicht

in Müßiggang. Sie bleibt wenig daheim.

Gott wendet ihr das Herz des Boas zu.

Ruth ist nicht nur in der Lage, sich selbst,

sondern auch ihre Schwiegermutter zu ernähren.

Sie hört von Boas die Worte: „Es

ist mir alles erzählt worden, was du an deiner

Schwiegermutter getan hast nach dem

Tod deines Mannes“ (Ruth 2,11).

So wurde Ruth für die einsame Naemi

ein Gottesgeschenk. Bescheiden lebte sie

an ihrer Seite. Still vertraute sie auf Gott.

Gehorsam ging sie Schritt für Schritt. So

gewann sie die Achtung ihrer Umgebung.

Ja, sie fand wirklich Zuflucht unter den

Flügeln – unter dem Schutz – des großen

Gottes.

Wie segensreich hatten sich doch die

Worte Ruths ausgewirkt. Welch einen

Ausklang hatte doch ihre Hingabe gezeigt.

Sie hatte gesagt: „Denn wo du hingehst, da

will ich auch hingehen, und wo du bleibst,

da will ich auch bleiben; dein Volk ist mein

Volk, und dein Gott ist mein Gott! Wo du

stirbst, da sterbe auch ich, und dort will ich

begraben werden; der HERR tue mir dies

und das und noch mehr, wenn nicht der Tod

allein uns scheiden soll!“ (Ruth 1,16-17).

Ruth war nicht nur arbeitsam, sondern

auch bescheiden: „Da fiel sie auf ihr Angesicht

und neigte sich zur Erde und sprach:

Warum habe ich vor deinen Augen Gnade

gefunden, dass du dich um mich kümmerst,

da ich doch eine Fremde bin?“ (Ruth 2,10).

Manches junge Mädchen sollte einmal

genau das Lebensbild der Ruth betrachten,

um dadurch gesegnet zu werden.

Sie, die junge Witwe, blieb nicht in ihrer


39

Traurigkeit stecken. Sie erlebte wirklich

das Glück des Geborgenseins! Sie erlebte,

wie Schwierigkeiten ihr Reichtümer Gottes

vermittelten. Sie erlebte: Auch schwere

Wege sind Segenswege!

Ruth hatte erkannt, was Gnade war.

Gnade Gottes war es, dass sie im heidnischen

Land den HERRN kennenlernte.

Gnade war es, dass ihre Schwiegermutter

ihr den Weg zeigen durfte. Gnade war es,

dass sie den Mut fand, mit in das Land

der Väter ihres verstorbenen Mannes zu

ziehen. Gnade war es, dass sie zu Naemi,

ihrer Schwiegermutter, ein gutes Verhältnis

hatte. Ja, Gnade Gottes war es, dass

er ihr alles nahm, um ihr durch diese

Schwierigkeit viel mehr zu schenken, als

sie je vorher besessen hatte.

Ruth war gehorsam! Sie nahm den Rat

ihrer Schwiegermutter an und sprach: Alles,

was du mir sagst, das will ich tun. Sie

achtete die Worte der Älteren, der Leidgeprüften.

Weil Naemi sich vor Gott gedemütigt

hatte, konnte sie nun Ruth dienen.

Wie wird Ruth alles, was sie von Naemi gehört

hat, in ihrem Herzen bewegt haben.

Ruth, die stille, ergebene, junge Witwe erwartet

von Gott weitere Wegweisung.

Wenn jedes Mädchen, wenn jede junge

Witwe diese Herzenseinstellung hätte,

gäbe es nicht so viele unglückliche Ehen.

Boas konnte Ruth ein gutes Zeugnis ausstellen.

„Er aber sprach: Gesegnet seist du

vom HERRN, meine Tochter! Du hast jetzt

noch edler gehandelt als zuvor, dass du

nicht den jungen Männern nachgelaufen

bist, weder den armen noch den reichen!

Nun, meine Tochter, fürchte dich nicht! Alles,

was du wünschst, das will ich für dich

tun; denn jedermann im Tor meines Volkes

weiß, dass du eine tugendhafte Frau bist“

(Ruth 3,10-11). Wie schnell hatte Ruth ein

gutes Zeugnis in der ganzen Umgebung

bekommen. Als tugendhafte, tatkräftige

Frau war sie bekannt.

Die einst Gottfremde wird von Gott erwählt.

Ruth wird die Stammmutter Davids.

Im Geschlechtsregister des Herrn Jesus

wird ihr Name genannt. Hier bewahrheitet

sich das Wort, das im Neuen Testament

aufgezeichnet ist. „Und das Unedle der

Welt und das Verachtete hat Gott erwählt,

und das, was nichts ist, damit er zunichte

mache, was etwas ist, damit sich vor ihm

kein Fleisch rühme“ (1. Kor. 1,28-29).

Gott ruft das an sein Herz, was fern

von ihm ist. Den Unweisen nimmt er, um

ihn weise zu machen. Das Schwache und

Schwächste macht er stark. Das Starke

lässt er zuschanden werden. Dafür sei sein

herrlicher Name gelobt und gepriesen!

Auch Boas hatte sich bei der Wahl seiner

Lebensgefährtin von Gott leiten lassen.

So durfte auch er das Glück des Geborgenseins

genießen. Von Gottes Hand

geführt, gingen sie als glückliches Paar

durchs Leben.

Wohl dem Mädchen, wohl dem jungen

Mann – ja, wohl den Menschen, die ihre

Hand in die Hand des rettenden Gottes

legen, damit er Hände verbindet, damit er

die Führung übernimmt, damit er allein

Wege bahnt. Nur so vermitteln Schwierigkeiten

Reichtümer Gottes. Nur so sind

schwere Wege Segenswege!

Jetzt erst wurde die alte Naemi eine

glückliche Schwiegermutter. Sie hatte

zur Führung Gottes „Ja“ gesagt. Sie war

im Leid still geworden. Gott hatte sie demütigen

müssen. Nun spürte sie etwas

von dem Glück des Geborgenseins. Sie

spürte etwas von dem Ruhen in Gottes

Führung.

Naemi konnte den von Gott geschenkten

Enkel ans Herz drücken. So lesen wir

in Ruth 4,17: „Und ihre Nachbarinnen ga-


40

ben ihm einen Namen und sprachen: Der

Naemi ist ein Sohn geboren! Und sie gaben

ihm den Namen Obed. Der ist der Vater

Isais, des Vaters Davids.“

Beim Schreiben dieser Zeilen werde ich

an Jesaja 45,2-3 erinnert, wo es heißt: „Ich

selbst will vor dir herziehen und das Hügelige

eben machen; ich will eherne Türen zerbrechen

und eiserne Riegel zerschlagen; und

ich will dir verborgene Schätze geben und

versteckte Reichtümer, damit du erkennst,

dass ich, der HERR, es bin, der dich bei deinem

Namen gerufen hat, der Gott Israels.“

Gott war vor Ruth hergezogen. Er allein

hatte ihr die Wege gebahnt. Der rettende

Gott hatte das Hügelige ihres Weges eben

gemacht. Er hatte die ehernen Pforten

zerbrochen. Sie mussten sich auftun. So

kam Ruth in das Land des alttestamentlichen

Gottesvolkes. Gott hatte die eisernen

Riegel zerschlagen. Es war für Ruth

sehr schmerzhaft gewesen. Nun erlebte

sie, wie Gott ihr die verborgenen Schätze

und die versteckten Reichtümer gab. Den

HERRN, dem sie vertraut hatte, durfte sie

jetzt in seiner ganzen Fülle erleben. Er

hatte auch sie bei ihrem Namen gerufen.

Lieber Leser, denke daran, dass Gottes

Hand mächtig genug ist, auch bei dir alles

Hügelige eben zu machen. Vielleicht weißt

du nicht ein noch aus. Vielleicht siehst

du vor lauter Schwierigkeiten die nächste

Wegstrecke nicht mehr. Es scheint so,

als wäre jede Tür und jedes Tor verriegelt.

Denke daran, der Herr Jesus ist in dieser

Stunde in der Lage, dir eine weit geöffnete

Tür zu geben, dass du nur staunen kannst.

Willige nur in seine Führung ein. Gib ihm

deine Hand. Gib ihm das Ja für dein weiteres

Leben. Bitte ihn flehentlich, dass er

doch deine Schwierigkeiten in seine Hand

nehmen möchte.

Wenn dir seine Reichtümer noch versteckt

und verborgen vorkommen, denke

daran: Er kann in dieser Stunde, ja, beim

Lesen dieser Zeilen jeden Vorhang lüften.

Er kann jede Jalousie hochziehen. Er

kann jeden Fensterladen zurückschlagen.

Er kann sein göttliches Licht in Herz und

Gemüt und auch auf die vor dir liegende

Wegstrecke fallen lassen. Und er wird es

tun, wenn er bei dir das Ziel erreicht hat,

das er sich gesteckt hat. Er wird dir zeigen:

Auch schwere Wege sind Segenswege!

Bitte ihn, er möge dir jetzt die große

Gnade schenken, dich das lernen zu lassen,

was du lernen sollst. Nur dann, wenn

Gott das Ziel erreicht hat, werden Schwierigkeiten

wie Nebelschwaden schwinden.

Von seiner Hand werden die Wolken

auseinander gerissen werden. Er kann in

dieser Stunde hohe Berge von Schwierigkeiten

in fruchtbare Täler verwandeln. Er

kann den Quell seiner Gnade für dich und

deine Umgebung neu sprudeln lassen.

Denke aber daran: Das Glück des Geborgenseins

wird nur der genießen, der willenlos

in Gottes Händen ruht: „So spricht

der HERR, der Heilige Israels und sein

Schöpfer: Wegen der Zukunft befragt mich;

meine Kinder und das Werk meiner Hände

lasst mir anbefohlen sein!“ (Jes. 45,11).

Wenn du das Zukünftige selbst in die

Hände nehmen willst – oder in deinen

Händen behalten willst, dann wirst du Niederlage

auf Niederlage erleben. Kümmernis,

Sorge und Angst werden dein Herz

erfüllen. Du wirst vor kleinen Hügeln wie

vor großen Bergen stehen. Lass deine Zukunft

dem Herrn anbefohlen sein. Auch

für dich steht geschrieben: „Der Herr hat

dir noch mehr zu geben als nur das!“ (2.

Chron. 25,9). Auch heute noch sagt der

Herr Jesus: „Kommt her zu mir alle, die ihr

mühselig und beladen seid, so will ich euch

erquicken!“ (Matth. 11,28).


41

Den ersten Schritt zum Herzen des

Herrn Jesus musst du selbst tun. Dann

wirst du sofort seine ausgestreckte Hand

schauen. Der Unglaube verdunkelt. Er

macht verzagt. Er macht mutlos. Für Niedergedrückte

und für solche, die mit einer

Last beladen sind, ist der Herr Jesus da.

Wer sich selbst mit der Last abquält, wird

nicht glücklich. Ja, er wird arm und ärmer

und erlebt nicht den inneren Reichtum in

Gott. Überfließend sind die Quellen seines

Reichtums, ja, es sind Kraftquellen.

Diese Kraftquelle Gottes ist für dich da.

Stelle im Glauben die Verbindung ganz

neu her. Beseitige jede Störung, wenn

eine solche vorhanden ist. Das Licht von

oben wird ganz neu in deinem Herzen

aufleuchten. Du wirst in seiner Kraft Taten

tun, die Gott verherrlichen. Die Kraft,

die du aus dieser großen Kraftzentrale

nimmst, wird auf andere übergehen. Andere

werden ermutigt, diesem Heiland

auch das Herz zu schenken. Neue und

größere Reichtümer werden dir aus der

oberen Welt zuströmen. Du wirst erleben:

„Du hast sie geleitet bei Tag mit einer

Wolkensäule und bei Nacht mit einer Feuersäule,

um ihnen den Weg zu erleuchten,

auf dem sie ziehen sollten“ (Nehem. 9,12).

Gott braucht Wolkensäulen als Wegweiser.

Er braucht Feuersäulen zum Schutz.

Er hat eigenartige Mittel, um dir den Weg

zu erleuchten. Denke daran: Jesus Christus

hat ein großes Interesse an deinem

Leben. Er will dein Leben gebrauchen, um

sich darin und dadurch zu verherrlichen.

Achte auf die Wolkensäule! Rechne mit

seiner Feuersäule! Blicke nach oben, und

du wirst immer wieder Herrlichkeit Gottes

erleben, auch in schweren Zeiten, in

Schwierigkeiten und Nöten, die du durchlebst.

Es gehört zu deinem Leben, damit

du brauchbarer für deinen Herrn und Retter

Jesus Christus wirst. Und wenn du bei

deiner Selbstbetrachtung auch meinst,

bei dir fehle jede Voraussetzung für Segnungen

Gottes, so sage ich dir gerade

jetzt durch diese Zeilen: Auch schwere

Wege sind Segenswege!

Fasse neuen Mut! Jesus Christus

spricht: „Ich bin gekommen, damit sie das

Leben haben und es im Überfluss haben“

(Joh.10,10). Er kennt dein Zittern und Zagen.

Er kennt dein Fallen und Aufstehen.

Er kennt deine Schwächen. Er kennt aber

auch jeden, der ihm das Herz geschenkt

hat. Neues Leben will er dir geben. Die

Dürre soll verschwinden. Sie soll durch

neues Grünen abgelöst werden. Du sollst

blühen und für Gott viel Frucht bringen.

Und sei gewiss: Er will dir nicht nur so viel

geben, dass du gerade genug hast, nein,

du sollst Überfluss haben! Der Überfluss

Gottes soll dich erfreuen und erquicken.

Der Überfluss Gottes soll andere reich

machen. Der Überfluss Gottes soll bei

dir nicht aufhören. Ja, wirklich, welch ein

Glück des Geborgenseins können doch

alle die genießen, die sich willenlos in die

Hände des Heilandes legen und ihm und

seiner Führung vertrauen! Nur eine einzige

Person ist imstande, das zu geben.

Und diese Person heißt Jesus Christus!

Er ist dein Heiland, dein Erlöser. Er ist für

dich da. Er wartet auf dich.

Wenn deine Schwierigkeiten so groß

sind, dass sie dich zu Boden drücken wollen,

dann denke an das Wort aus Jakobus

1,12. Dort heißt es: „Glückselig ist der Mann,

der die Anfechtung erduldet – die Prüfung

besteht –, denn nachdem er sich bewährt

hat, wird er die Krone des Lebens empfangen,

welche der Herr denen verheißen hat,

die ihn lieben.“ Gott hat ein Recht, immer

wieder zu prüfen, was in unserem Herzen

ist. Bevor er uns neue Segnungen schenkt,


42

prüft er, ob wir dafür aufnahmefähig sind.

Gott will, dass Reichtümer, die er uns gibt,

auch zu seiner Ehre verwandt werden.

Wenn Gott uns prüft, und wir erkennen,

dass etwas in unserem Leben ausgemerzt

oder gereinigt werden muss, dann wollen

wir diese Reinigung vornehmen. Lieber

Leser, bleibe in der Prüfung nicht bei der

Selbstbetrachtung stehen, rede nicht viel

mit Menschen darüber, sondern beuge

deine Knie und sage es deinem Heiland

und Retter, Jesus Christus!

Wenn deine Art dich peinigt. lm Psalm

19,13 heißt es: „Verfehlungen – wer erkennt

sie? Sprich mich los von denen, die verborgen

sind!“ Irrwege gegangen zu sein ist

nicht das Allerschlimmste. Diese Verirrungen

jedoch nicht einzusehen ist viel

schlimmer vor Gott. Darum sage es Jesus,

deinem Heiland und Retter. Er wird dir

helfen. Auch von allen verborgenen Sünden

reinigt das Blut Jesu Christi, wenn wir

ihm nur demütig unseren Zustand sagen.

Der Psalmist sagt an einer anderen Stelle:

„Prüfe mich, HERR, und erprobe mich; läutere

meine Nieren und mein Herz!“ (Psalm

26,2). Der Herr prüft, ob der Kreislauf des

Innenlebens in Ordnung ist. Er prüft, ob

sich das Durchströmtwerden von ihm bei

uns ohne Stockungen vollzieht. Er prüft

bis in das Verborgenste und sieht, ob

täglich das Sich-Reinigen vor ihm stattfindet.

Sage es Jesus, wenn du dich innerlich

schwach fühlst. Wenn du meinst,

du könntest nicht wieder hochkommen,

dann wisse, die Hand des Herrn Jesus ist

stark genug, dich aus allem herauszuheben.

Auch der Psalmist musste einmal

bekennen: „Die Ängste meines Herzens

haben sich vermehrt; führe mich heraus

aus meinen Nöten! Sieh an mein Elend und

mein Leid, und vergib mir alle meine Sünden!“

(Psalm 25,17-18). Jeder kann in solche

Herzensängste geraten. Es braucht

aber keiner darin zu bleiben. Der Herr Jesus

lässt dir durch diese Zeilen sagen: Er

will dich wieder herausreißen! Wende dich

nur zu ihm! Du wirst erfahren, er ist dir

gnädig. Er gesellt sich zu dem Einsamen

und Elenden. Er sieht die Mühsal deiner

Seele. Er führt jeden, der sich nach ihm

sehnt, aus der Drangsal seines Herzens

heraus. Und sei gewiss: Der Herr vergibt

dir alle deine Sünden! Sage es Jesus, wenn

deine Art anderen Schmerzen bereitet.

Der Herr allein kann Geschehenes wieder

gutmachen. Du darfst zu ihm beten: Lass

die Reden meines Mundes und das Sinnen

meines Herzens wohlgefällig vor dir

sein, Herr, mein Fels und mein Erlöser!

Mit der Zunge ist schon manches Übel

angerichtet worden. Das Blut des Herrn

Jesus hat aber auch schon manchen Schaden

gutgemacht. Er will dein Halt sein. Er

will dein Erlöser sein. Du darfst mit ihm

rechnen. Er lässt dich nicht im Stich. Er

entwirrt die schwierigsten Verhältnisse.

Sage es Jesus, wenn du zu seiner Führung

nicht Ja sagen kannst. Eine Drangsal

kann dich niederdrücken. Sie kann dir

Freude und Vertrauen rauben. Das Unter-

Druck-Stehen kann für dich Stunden und

Tage anhalten. Solch eine Zeit durchleben

zu müssen, ist für deine Seele nicht leicht.

Denke jedoch an das Wort aus Psalm 9,10:

„Und der HERR wird eine Zuflucht sein dem

Unterdrückten, eine Zuflucht in Zeiten der

Not.“ Verliere nur den Glauben nicht!

Verliere nur den Mut nicht! Sage – wenn

auch mit zitternder Stimme – Ja zur Führung

Gottes. Präge es dir tief ins Herz ein:

Auch schwere Wege sind Segenswege!

Sage es Jesus, wenn du nicht mehr danken

kannst. Sei gewiss, bald wird er sich

dir wieder so zuneigen, dass du sein Wirken

verspürst. Er schaut nicht nur auf die


43

Himmel, er schaut nicht nur auf die Erde,

sondern er schaut auf dich persönlich. Er

sieht deine Schwierigkeiten und Nöte. Er

kennt dein Zittern und Zagen.

Er wird dich, den Geringen, bald aus

dem Staube aufrichten, und dich, den Armen,

aus dem Schmutz erhöhen (Psalm

113,6-7). Und wenn dein Danken zuerst nur

von den Lippen kommt, es wird bald wieder

aus deiner Brust emporsteigen. Aus

deinem Herzen werden bald wieder Dank

und Lobpreis nach oben gesandt werden.

Möchte es bei dir bald wieder so sein, wie

es in Psalm 113 heißt: „Hallelujah! Lobt,

ihr Knechte des HERRN, lobt den Namen

des HERRN! Gepriesen sei der Name des

HERRN von nun an bis in Ewigkeit! Vom

Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang

sei gelobt der Name des HERRN!“

Dankt unserm Gott

und bringt ihm Ehre,

denn er ist freundlich jederzeit!

Frohlockt, dass seine Güte währe

von Ewigkeit zu Ewigkeit!

Ja, rühmet ihn mit Herz und Munde,

er ist allein des Rühmens wert.

Ein Lobgesang sei jede Stunde,

die seine Güte uns beschert!

Wer auf sich und seine Schwächen

sieht, der kommt nicht zum Danken. Wer

glaubt, dass der Herr ihn falsche Wege

führt, wird unglücklich. Wer aber aus der

Hand Gottes Schwierigkeiten glaubend –

wenn auch zitternd – hinnimmt, dem wird

Reichtum Gottes neu geschenkt werden.

Glaube es, lieber Bruder, liebe Schwester,

wenn du diese Zeilen liest: Auch schwere

Wege sind Segenswege! Aus dem vollbrachten,

ewig gültigen Werk der Erlösung

darfst du neue Kräfte gewinnen, um

wirklich glücklich zu sein.

Sage es Jesus, wenn du dich einsam

fühlst. Sage mit dem Psalmisten: „Ich will

dich von Herzen lieben, o HERR, meine

Stärke! Der HERR ist mein Fels, meine Burg

und mein Retter; mein Gott ist mein Fels,

in dem ich mich berge, mein Schild und das

Horn meines Heils, meine sichere Festung“

(Psalm 18,2-3). Der Herr ist deine Burg. In

ihm darfst du dich sicher fühlen. Er allein

ist dein Retter. Er ist dein Gott, der starke

Gott. Mögen die Wellen diesen Felsen Jesus

Christus, auf dem du stehst, umspülen:

Er wird nie wanken und weichen. Er

ist dein Fels, deine Zufluchtsstätte. Er ist

dein Schild. Die feurigen Pfeile des Bösen

können dich nicht tödlich treffen.

Sage es Jesus, wenn dich andere nicht

verstehen. Selbst wenn Feinde dich umringen,

darfst du das Empfinden der Sicherheit

haben. Möchte es in solchen Stunden

so sein: „Den HERRN, den Hochgelobten,

rief ich an - und ich wurde von meinen Feinden

errettet!“ (Psalm 18,4). Lass es dir neu

sagen: Menschen können dich nicht retten.

Sie können dir nicht helfen. Das kann

nur der große Herr und Retter, der sehr

zu loben ist. Und er wird dich von deinen

Feinden retten. Er wird dir einen offenen

Himmel geben. Er wird sich dir kundtun.

Du wirst Freude in ihm haben, wenn du

nur ihm vertraust. Deine Schwierigkeiten

in Herrlichkeit umzugestalten ist für ihn

auch in deiner Situation möglich.

Sage es Jesus, wenn du dich nach einer

innigeren Gemeinschaft mit dem Herrn

sehnst. Du wirst bald erfahren: „Du wirst

mir den Weg des Lebens zeigen; vor deinem

Angesicht sind Freuden in Fülle, liebliches

Wesen zu deiner Rechten ewiglich!“ (Psalm

16,11). Er wird dir seinen Weg kundtun.

Sein Weg soll dein Weg sein. Er wird dich

mit seinen Reichtümern sättigen. Er hat


44

eine Fülle, ja, ein überfließendes Maß an

Freuden für die Seinen bereit. Tritt näher

an das Herz des Vaters! Bewege dich

näher zum Herzen des Herrn Jesus! In

seiner Gemeinschaft wirst du froh und

glücklich werden. Lass dir das Wort aus

Phil. 4,6-7 zur Ermutigung dienen, wo

es heißt: „Sorgt euch um nichts; sondern

in allem lasst durch Gebet und Flehen mit

Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden.

Und der Friede Gottes, der allen

Verstand übersteigt, wird eure Herzen und

eure Gedanken bewahren in Christus Jesus!“

Die Sorgen auf den Herrn Jesus werfen zu

dürfen ist das große Vorrecht der Erlösten.

Sie dürfen es betend tun. Sie dürfen es

flehentlich tun. Sie dürfen es im Glauben

tun und schon im Voraus dafür Dank sagen,

dass der Herr Jesus sie erhören wird.

Der Friede Gottes, der wirklich allen Verstand

übersteigt, der vom Verstand nicht

zu fassen ist, ist der größte Reichtum, den

man auf dieser Welt erlangen kann. Dieser

Friede Gottes formt dann Herz und Sinn.

Er bewahrt und stimmt dankbar, dankbar

dem großen Gott gegenüber, dankbar gegenüber

Jesus Christus!

Drum geh’n wir freudig unsre Pfade

und harren aus in jedem Leid.

Nie wanket deine Lieb’ und Gnade,

nie deines Herzens Freundlichkeit.

Drum Dank dir, Vater, ewig Dank!

Dich preise unser Lobgesang!

So erlebst du Herrlichkeiten Gottes!

Der Zweck unseres Lebens ist: Wir

sollen Gott verherrlichen! Wir sollen für

ihn da sein, seine Ehre und seinen Ruhm

fördern und seine Pläne in die Tat umsetzen.

Die Sünde hat den Menschen von diesem

Ziel weit entfernt. Die Menschen öffnen

sich der Sünde, statt den Wirkungen

Gottes. Die Sünde wird in ihrem Leben

mächtig, und der Einzelne wird ein Sklave

der Sünde.

In der Bibel lesen wir von Hiob. Von

ihm wird gesagt, dass er unsträflich und

untadelig war. Diese Worte hat der Heilige

Geist in der Bibel festgelegt. Das ist

das Prädikat Gottes über einen Erdenbürger.

Hiob war rechtschaffen. Sein Ziel

war, sein Leben so zu führen, dass Gott

dadurch geehrt und gepriesen und verherrlicht

wird.

Hiob fürchtete nicht nur Gott, sondern

er mied auch das Böse. Er floh vor der

Sünde. Er wich der Sünde aus. Er öffnete

sich nicht dem Unreinen. Und immer wieder

erschien Hiob in Herzensdemut vor

Gott, damit auch in seiner Familie nichts

gefunden wurde, was Gott missfallen hätte.

In seinem Gebet drückte er es in Hiob

1,5 am Schluss so aus: „Vielleicht könnten

meine Kinder gesündigt … haben?“ Welch

ein göttlicher Zug im Herzen eines Vaters,

der darüber wacht, dass auch seine

Kinder in göttlichen Bahnen gehen.

Hiob wurde von Satan versucht. Satan

hatte die Erde durchstreift. Er hatte auch

auf den Knecht Gottes Acht gehabt. Er hatte

auf Hiob Acht gehabt. Und Gott hatte

Satan die Frage gestellt: „Hast du meinen

Knecht Hiob beachtet? Denn seinesgleichen

gibt es nicht auf Erden, einen so untadeligen


45

und rechtschaffenen Mann, der Gott fürchtet

und das Böse meidet!“ (Hiob 1,8).

Wahrlich, ein wunderbares Zeugnis,

das Gott Hiob ausstellt. Satan erwiderte

Gott: „Hast du nicht ihn und sein Haus und

alles, was er hat, ringsum eingehegt? Das

Werk seiner Hände hast du gesegnet, und

seine Herden breiten sich im Land aus. Aber

strecke doch einmal deine Hand aus und

taste alles an, was er hat; lass sehen, ob er

dir dann nicht ins Angesicht absagen wird!“

(Hiob 1,10-11).

Hier sehen wir, wie Satan den einzelnen

Menschen versucht, um ihn von Gott

fernzuhalten. In Hiob 1,12 lesen wir, dass

der rettende Gott Satan gestattet, die

Hand an Hiob zu legen. Die Bibel sagt:

„Da sprach der HERR zum Satan: Siehe,

alles, was er hat, soll in deiner Hand sein;

nur nach ihm selbst strecke deine Hand

nicht aus!“ Dem Hiob wurde das Kleinvieh

genommen. Er wurde seiner Herden beraubt.

Seine Knechte wurden erschlagen.

Sein Haus stürzte ein und begrub die Kinder

des Hiob unter sich. In Hiob 1,20-21

lesen wir: „Da stand Hiob auf und zerriss

sein Gewand und schor sein Haupt; und er

warf sich auf die Erde nieder und betete an.

Und er sprach: Nackt bin ich aus dem Leib

meiner Mutter gekommen; nackt werde ich

wieder dahingehen. Der HERR hat gegeben,

der HERR hat genommen; der Name des

HERRN sei gelobt!“

Es ist für einen Menschen nicht leicht,

wenn er sieht, wie alles, was er im Leben

erarbeitet hat, in Trümmer geht, wenn er

nichts oder kaum noch etwas besitzt, seine

Lieben hergeben muss, und dennoch

von Herzen sagen kann: Der Herr hat

gegeben, der Herr hat genommen, der

Name des Herrn sei gelobt. Dazu gehört

ein tiefes Verstehen der schweren Wege,

die Gott mit einem Menschen geht.

Lieber Leser, ich glaube, wir hätten

diese Gnade nicht gefunden. Wie oft haben

wir gegen Gottes Wege gemurrt. Wir

haben sie nicht immer verstanden. Wir

haben aus- und um uns geschlagen. Wir

haben andere belastet und gemeint, sie

seien an unserem Verlust schuld. Neid ist

in unserem Herzen aufgekommen, und

wir haben bei Weitem nicht alles aus der

Hand Gottes genommen, und ihm auch

nicht immer für die Wege gedankt, die wir

nicht verstanden haben.

Und wieder wurde Hiob von Satan versucht.

Satan sagte: Alles, was der Mensch

hat, gibt er um sein Leben. Er sagte

weiter zu Gott: Aber strecke einmal die

Hand aus und taste sein Gebein und sein

Fleisch an, ob er sich nicht offen von dir

lossagen wird. Es ist wirklich so, mancher

Verlust lässt sich ertragen. Mit manchem

wird der Mensch fertig. Wenn Gott aber

den Einzelnen antastet und aufs Krankenlager

legt und die Krankheit sogar noch

zunimmt, dann ist es für Jung und Alt

nicht leicht, Gott für seinen eigenartigen

Weg zu danken und ihn als richtig anzuerkennen.

Hiob bekam böse Geschwüre. Vom

Scheitel bis zur Fußsohle hatte er bösartige

Beulen. Er nahm einen Scherben,

um sich damit zu schaben. Hinzu kam

die große Versuchung, als seine Frau zu

ihm sprach: Hältst du noch fest an deiner

Vollkommenheit? Sage dich los von Gott

und stirb.

In all diesem aber blieb die große Freude

im Herzen Hiobs bestehen, die in

Hiob 19,25 zum Ausdruck kommt, als er

ausrief: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt!“

Nachdem Hiob hatte schwere Tage an

sich vorübergehen lassen müssen, wurde

er von Gott neu und überströmend gesegnet.

Er hatte es erfahren: Auch schwe-


46

re Wege sind Segenswege! Er lebte in der

Gemeinschaft mit Gott. Gott gab Hiob

mehr als genug. Er war ein Zeuge des rettenden

Gottes, der ihn neu und überströmend

segnete.

Ich kann mir vorstellen, dass die große

Einsamkeit, in der Hiob sich befand, ganz

besonders bedrückend für ihn war. Das

Bewusstsein der Verlassenheit lastete auf

ihm. Wer wollte schon mit solch einem

unglücklichen Menschen etwas zu tun

haben? Alle zogen sich von ihm zurück.

Und die, die bei ihm blieben, empfanden

nicht mit ihm. Er war wirklich im tiefsten

Innern allein.

In der Einsamkeit fühlt sich der Mensch

aber nicht wohl. Er hat das Gefühl des Verlassenseins.

In der Einsamkeit bist du traurig.

Du liegst innerlich am Boden. Es ist

aber so, dass gerade in Stunden, in denen

du die Einsamkeit am stärksten verspürst,

der Herr dir sehr nahe ist. Es gefällt dem

Herrn, auch dich in einsame Stunden, in

einsame Tage zu führen, damit er dir Neues

und noch Herrlicheres schenken kann.

Wenn der Herr die Möglichkeit sieht, dass

du dich mehr für ihn öffnest, damit er dir

mehr aus seiner Fülle geben kann, dann

führt er dich in die Einsamkeit. Selbst

Menschen, die dich beobachten, merken

oft gar nicht, dass du in der Einsamkeit

lebst. In der Einsamkeit öffnen sich die

Quellen Gottes. In Stunden der Einsamkeit

wirst du neu durchflutet. In Stunden

der Einsamkeit nehmen Segensströme

Gottes manches Geröll aus deinem Leben

mit hinweg. Du sollst innerlich mehr für

die Segnungen von oben geöffnet werden.

Der Herr hat noch Größeres mit dir vor.

Darum rufe ich dir zu:

Fliehe mehr in die Einsamkeit! Andere

werden bald merken, dass du reicher

wirst. Sie werden dich beneiden. Du wirst

für andere viel mehr zum Segen werden.

Wie willst du anderen Menschen dienen,

die in der Einsamkeit leben, wenn du nicht

selbst immer wieder von Gott durch Stunden

der Einsamkeit geführt wirst? Darum

bitte ich dich: Klage nicht die Menschen

an. Sieh nicht auf die Umstände. Nimm

Abschied von deinen bisherigen Vorstellungen.

In einsamen Stunden wächst in

deinem Herzen ein Neues. Da grünt etwas

für Gott. Da wird Frucht geboren. Da

erlebst du Herrlichkeit Gottes. Darf ich

dich noch einmal fragen: Fühlst du dich

einsam? Dann rufe ich dir zu:

Der große Gott steht auf deiner Seite.

Ob viele oder wenige Menschen an dir vorübergehen,

ob dich hier jemand verwundet

oder dort jemand verletzt, laut rufe

ich dir zu: Du stehst unter Gottes Schutz!

Der Herr Jesus liebt dich! Der große Gott

ist dein Vater! Durch Jesaja 40,15 ruft Gott

dir zu: „Siehe, die Völker sind wie ein Tropfen

am Eimer; wie ein Stäubchen in den

Waagschalen sind sie geachtet!“

Fasse Mut! Blicke nach oben! Sei gewiss:

Auch schwere Wege sind Segenswege!

Schaue nicht nach links oder rechts.

Denke immer wieder daran:

Mutlosigkeit zieht nach unten! Die Bibel

ruft dir zu: „Liebt den HERRN, alle seine

Frommen! Der HERR bewahrt die Treuen,

und er vergilt reichlich dem, der hochmütig

handelt. Seid stark, und euer Herz fasse

Mut, ihr alle, die ihr auf den HERRN harrt!“

(Psalm 31,24-25). Ja, allen Lesern rufe ich

persönlich zu: Fasse Mut! Wende dich in

allen Sachen an den Herrn. Er wird deine

Sache herrlich hinausführen, dass du ihm

am Ende nur danken kannst.

Ja, der Herr wird dich rechfertigen! Jesaja

45,24 sagt: „Nur in dem HERRN, wird

man von mir sagen, habe ich Gerechtigkeit

und Stärke!“ Je tiefer du dich in dem Herrn


47

Jesus birgst, umso wohler wird es deiner

Seele sein. Auch dann werden noch Wolken

über deinem Leben hinziehen. Die

Wolken werden sich aber nur in einem

sanften, milden Regen über deinem Leben

entladen, und es wird ein ganz neuer

Frühlingswind durch dein Innenleben ziehen.

In der Gemeinschaft mit dem Herrn

wird deine Einsamkeit verschwinden. In

der Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus

fühlst du dich nicht mehr allein. Andere

werden immer ärmer werden. Du aber

wirst noch froher, noch glücklicher, noch

mehr zum Segen.

Darum bitte ich dich: Schlage nicht um

dich, sondern breite dein Innenleben völlig

vor dem Herrn Jesus aus. Lass ihn in

die letzten Falten und Fugen deines Lebens

hineindringen. Lass ihn, deinen Heiland,

mehr in die Tiefen deines Lebens

hineingehen. Es wird sich in deinem Leben

auswirken. Gerade dich will der Herr

für Größeres gebrauchen. Darum führt er

dich einsame Wege, darum führt er dich

auch teils schwere Wege.

Im Licht deines Herrn atmet deine Seele

Himmelsluft. In Psalm 31,17 sagt der Psalmist:

„Lass dein Angesicht leuchten über deinem

Knecht; rette mich durch deine Güte!“

Diese Worte gelten nicht nur den

Knechten, sondern auch den Mägden des

Herrn. Wenn der Herr dich aus jeder Einsamkeit

herausführt, so sind es nur seine

Güte und sein Erbarmen. Wenn dir sein

Angesicht neu und herrlich leuchtet, dann

freue dich und öffne dich ihm. Immer wieder

sage ich dir: Der Herr hat noch viel

mehr für dich! Seine Segnungen hast du

noch lange nicht ausgeschöpft. Seine

Quellen leeren sich nie. Du darfst nehmen

und wieder nehmen.

Du darfst mit der Kraft des Herrn rechnen.

Darum rufe ich dir das Wort aus der

Bibel zu: „Harre auf den Herrn! Sei stark,

und dein Herz fasse Mut, und harre auf

den Herrn!“ (Psalm 27,14). Denn nur allein

so erlebst du Herrlichkeit Gottes. Der

Mensch zeigt sehr oft durch sein Tun seine

ganze Ohnmacht und Erbärmlichkeit.

Der Mensch zeigt, dass er es mit eigener

Kraft nicht schafft. Gott aber offenbart

durch sein Tun seine Herrlichkeit. Doch

denke bitte daran:

Nur der Herr Jesus vermittelt dir Herrlichkeit

Gottes! Der Herr Jesus ist der

Fels. Wer im Glauben seine Füße auf ihn

– diesen Felsen – stellt, wird nicht wanken

noch weichen. Er wird nicht irre werden,

wenn manches in seinem Leben anders

läuft, als er es sich gedacht hat. Im Wort

Gottes steht geschrieben: „Er ist der Fels;

vollkommen ist sein Tun; ja, alle seine Wege

sind gerecht. Ein Gott der Treue und ohne

Falsch, gerecht und aufrichtig ist er“ (5.

Mose 32,4). Darum rufe ich dir zu: Zweifle

bitte nicht daran, dass der Herr Jesus dich

recht führt. Er liebt dich! Er weiß, wie er

dich zu führen hat. Er weiß, wann er deine

Schwierigkeiten beseitigen kann. Über

deinem Leben waltet ein treuer Herr! Ein

gerechter Herr! Er ist für dich da!

Der Weg zur Herrlichkeit verläuft allerdings

oft anders als du denkst. Es geht

durch unruhige Stunden. Es geht durch

schwere Wege. Aber denke daran: Auch

schwere Wege sind Segenswege! Der

Herr Jesus nimmt dir oft dieses oder jenes,

um dir mehr zu geben. Er räumt aus,

um dein Innenleben neu zu reinigen, um

intensiver in dir Wohnung zu machen. Er

nimmt dir den irdischen Halt, um selbst

dein Halt zu werden.

Auch die jungen Adler, so lasen wir an

anderer Stelle, wollen nicht flügge werden.

Sie wollen im Nest bleiben. Sie werden

aber von dem alten Adler aus dem Nest


48

geworfen. Sie müssen fliegen lernen. Der

alte Adler wacht aber über seinen Jungen.

Liebes Gotteskind, sei gewiss: Mehr noch

wacht der Herr Jesus über deinem Leben!

Halte es fest: Du sollst mehr Herrlichkeit

Gottes erleben! Du selbst sollst mehr

das Offenbarwerden der Macht Gottes

erfahren. Der Herr Jesus will den letzten

Unglauben aus deinem Leben entfernen.

Der Herr will dich mehr erfüllen und

durchdringen. Er will in das Verborgenste

deines Lebens hineinschauen. Er will dort

ein Neues wirken. Nur so wirst du mehr

Herrlichkeit Gottes erfahren.

Gottes Herrlichkeit schaust du nicht

immer sofort. Die Bibel sagt: „Was verborgen

ist, das steht bei dem HERRN, unserem

Gott; was aber geoffenbart ist, das ist ewiglich

für uns und unsere Kinder bestimmt,

damit wir alle Worte dieses Gesetzes tun“

(5. Mose 29,28). Gott wirkt oft im Verborgenen,

aber er wirkt. Er will auch bei

dir im Verborgenen wirken. Aber lass ihn

auch wirken. Sträube dich ihm gegenüber

nicht länger. Mache dem Herrn Jesus keine

Vorwürfe mehr. Sage doch dankbar

Ja zu seiner Führung. Nur so erlebst du

Herrlichkeit. Nur so wirst du selbst froh

und machst andere froh. Nur so werden

auch bei dir schwere Wege zu Segenswegen.

Wo es nicht so war, bereue es vor

dem Herrn Jesus im Gebet. Ja, lieber Bruder,

liebe Schwester, öffne dich jetzt weit

für die Herrlichkeiten Gottes!

Durch Gottes Macht wird Herrlichkeit

Gottes geoffenbart. Ziehe nicht selbst

in den Kampf gegen deine Feinde. Du

wirst nicht mit ihnen fertig. Du wirst nur

unglücklich. Du kannst manches kaputtschlagen.

Du kannst manches zerreißen.

Du wirst aber nicht glücklich dabei. Auf

diesem Weg offenbart sich nicht Herrlichkeit

Gottes. Die Bibel sagt: „Fürchtet euch

nicht vor ihnen; denn der HERR, euer Gott

ist es, der für euch kämpft!“ (5. Mose 3,22).

Habe keine Furcht vor deinen Feinden.

Habe Ehrfurcht vor dem Herrn und warte

auf sein Einschreiten. Lass dir ein demütiges

Herz schenken.

Aus Herzensdemut wächst Herrlichkeit

Gottes. Der Herr Jesus sagt: „Denn

jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt

werden; wer aber sich selbst erniedrigt, der

wird erhöht werden“ (Lukas 18,14). Liebe

Schwester, lieber Bruder, besäßen wir

doch alle mehr Herzensdemut, die der

Herr gern bei uns sehen möchte. Wir würden

dann immer mehr Herrlichkeit Gottes

erleben.

Du und ich, wir stehen dem Herrn

sehr oft im Weg. Wir wollen uns die Gnade

schenken lassen, uns mehr vor dem

Herrn Jesus zu demütigen und noch tiefer

zu beugen. Er richtet den Niedergebeugten

auf. Er steht auf der Seite derer, die

bedrückt sind. Wir wollen mehr im Wort

Gottes lesen. Wir wollen mehr aus dem

Wort Gottes schöpfen. Wir wollen durch

sein Wort in Gott reicher werden. Durch

das Wort Gottes bekommen wir neue

Kraft. Im Wort Gottes sehen wir mehr unseren

Zustand.

Herrlichkeit Gottes erfreut das Herz!

Die Bibel sagt: „Du aber wirst fröhlich sein

in dem HERRN“ (Jesaja 41,16). Wir werden

in dem Herrn froh werden. Wir werden

andere zum Herrn Jesus locken. Wir werden

andere auf den Herrn Jesus aufmerksam

machen. Auch sie sollen Herrlichkeit

Gottes erleben.

Aus unseren Erfahrungen mit dem großen

Gott werden die Menschen etwas davon

verspüren, wie aus schweren Wegen

Segenswege werden können. Wir wollen

solche sein, die auf diese Weise die Allmacht

und Gnade Gottes rühmen.


49

Durch schwere Wege zur Fülle des Segens

Den natürlichen Menschen kann Gott

zu wenig Gutem gebrauchen. Darum

führt Gott den, den er zu Höherem beruft

und aussondert, auf schweren Wegen,

um ihn zur ganzen Fülle seines Segens

zu bringen. Diese Wege, die Gott mit den

Menschen geht, sehen wir auch im Leben

Josephs. Gott wusste, dass er ihn einmal

zu Größerem, zu etwas Besonderem gebrauchen

konnte. Doch musste Gott bei

Joseph schon in frühester Jugend mit tiefen

Demütigungswegen anfangen.

Der Vater hatte Joseph vorgezogen. Er

hatte Vorzüge gegenüber seinen Brüdern.

Dies zeigte keine guten Auswirkungen.

Vater und Mutter sollten sich doch bemühen,

ein Kind wie das andere zu halten.

Vielleicht durch falsche Erziehung — bewirkt

durch falsche Bevorzugung – hatte

Joseph eigenartige Vorstellungen, die sich

in seinem Traumleben äußerten. Doch

Gott hat die Träume in etwa in Erfüllung

gehen lassen.

Joseph wird von seinen Brüdern beneidet.

Und Neid ist die Wurzel manchen

Übels. Neid führt zu Groll. Neid führt zu

Hass. Neid führt zu Wegen, die Gott nicht

gutheißen kann. So wurde Joseph von

seinen Brüdern verkauft und kam in ein

fernes, fremdes Land.

Durch diese Demütigungswege bewirkte

Gott, Joseph in ein ungestörtes Abhängigkeitsverhältnis

zu ihm zu bringen. Er

konnte ihn nun zu Großem erheben. Er

konnte ihn zu Höherem bestimmen. Er

konnte ihn erleben lassen: Auch schwere

Wege sind Segenswege. Er konnte ihn

für seine Umgebung und die Seinen zum

Segen setzen. Er konnte ihn als Werkzeug

gebrauchen. Auch als Werkzeug zur

Durchhilfe seiner Verwandten und seines

Volkes. Wie er von Natur aus war, konnte

Gott nichts mit ihm anfangen. Joseph

wäre höchstens einer wie viele andere geworden.

Joseph wäre vielleicht im eigenen

Hochmut untergegangen. Vielleicht hätte

Joseph andere abgehalten, zu Gott zu

kommen, statt sie zu Gott zu führen. Und

noch einmal sage ich: Es ist nicht gut,

wenn Vater oder Mutter ein Kind dem anderen

vorziehen. „Israel aber hatte Joseph

lieber als alle seine Söhne“ (1. Mose 37,3).

Die Liebe des Vaters genießen zu dürfen

ist für jedes Kind eine Wohltat. Wenn aber

ein Kind sieht: Der Vater liebt meinen Bruder

oder meine Schwester mehr als mich

–, so ruft das Betrübnis hervor.

Joseph hatte ein anderes Kleid als seine

Brüder. Ihm wurde ein bunter Rock

gemacht. Gerade durch das Äußere wurde

sein Ehrgeiz geweckt. Vom Vaterhaus

her wurde er schon über andere gestellt.

Er wusste auch, sich die Gunst des alten

Vaters zu erwerben: „Und Joseph brachte

vor ihren Vater, was man ihnen Schlimmes

nachsagte“ (1. Mose 37,2). Das war kein

schöner Zug Josephs. Es war auch kein

schöner Zug des Vaters, sein Ohr dafür

herzugeben. Vielleicht musste auch der

Vater, getrennt vom Sohn, Demütigungswege

gehen, um von dieser Art frei zu

werden.

Gott gefällt es, den hart anzufassen,

den er vermehrt für sich gebrauchen will.

Er will nicht nur den Menschen im Äußeren

umgestalten, nein, er will bei dir,

lieber Leser, aus der Tiefe deines natürlichen

Lebens heraus, etwas ganz Neues


50

schaffen, damit du sein Werk wirst. Du

sollst von ihm zu Höherem umgestaltet

werden. Der Herr Jesus will dich für die

Fülle des Segens zubereiten. Er will nicht,

dass du in den Anfängen des neuen Lebens

stecken bleibst. Du sollst weiterkommen.

Du sollst für Gott reifen, um

seine Ehre hell auf den Leuchter zu stellen.

Das Ziel Gottes mit dir ist: Du sollst

in außergewöhnlichem Maße zu seiner

Ehre und Verherrlichung beitragen. Hierbei

muss viel abgelegt werden, was dir

lieb und teuer ist. Gott holt manches aus

deinem natürlichen Leben heraus. Er will

dich davon befreien. Er setzt den Pflug in

deinem Leben tief an. Er legt Scholle auf

Scholle in deinem Herzensboden um. Er

packt die nicht guten Auswüchse deines

Lebens hart bei der Wurzel. Er will dich für

viel Größeres empfänglich machen. Gott

benutzt – um im Bild zu reden – den Kultivator,

um den Boden neu aufzureißen.

Er will ja den Boden deines Herzens urbar

machen. Er will dich für den Samen seines

Wortes empfänglich machen. Nur so

kann sich der Strom des Segens von oben

in der ganzen Fülle bei dir auswirken. Er

eggt, er hechelt, er wendet und planiert.

Du sollst ein Garten Gottes werden. Gerade

in dir und durch dich will er Großes

tun. Darum zage und zögere nicht. Werde

auch nicht mutlos, wenn Gott dich durch

tiefe Demütigungen führt. Gott muss diesen

Weg mit dir gehen, bevor er dich zu

Höherem erwählen und berufen kann.

Wenn du dich danach sehnst, völliger

von Gott gebraucht zu werden und ihm zu

dienen, dann sage täglich neu Ja zur Führung

Gottes. Eine Fülle der Segnungen

Gottes liegt für dich persönlich bereit. Du

kannst diese Fülle der Segnungen Gottes

aber nicht mit den natürlichen Händen

greifen, sondern Gott muss dich zubereiten.

Er muss deinem Leben eine Weihe

schenken. Du musst dich ihm ausliefern,

ihm hingeben. Verzage nicht, wenn dich

Gott durch große Tiefen führt. Denke

vielmehr daran: Auch schwere Wege sind

Segenswege! Nimm es im Glauben, dass

der Heiland Besonderes mit dir vorhat. Er

will dich immer wieder gebrauchen. Darum

sage Ja zu den Demütigungen Gottes.

Je mehr Herzensdemut der Heiland dir

schenken kann, desto mehr kann er dich

vor Demütigungen bewahren. Demütigungen

Gottes in deinem Leben haben

nur ein Ziel: Du sollst ihn mehr in seiner

Macht und Herrlichkeit erkennen, in seiner

Liebe und Zuneigung zu dir. Du sollst

den Heiland als den Spender der ganzen

Fülle der Segnungen Gottes erleben.

Wenn aber eine Gesinnung in deinem

Herzen ist, wie sie Joseph im Traum ausgedrückt

hat, dann kann Gott dich nicht

zu Höherem führen. Er muss diese Gesinnung

erst aus deinem Herzen herausnehmen.

Der tiefste Grund deines Herzens

und deiner Seele muss rein und empfänglich

für die Fülle der Segnungen Gottes

sein.

Der Traum Josephs war so: „Siehe, wir

banden Garben auf dem Feld, und siehe,

da richtete sich meine Garbe auf und blieb

stehen; und siehe, eure Garben stellten sich

ringsumher und warfen sich vor meiner

Garbe nieder!“ (1. Mose 37,7). Wenn man

das menschlich betrachtet, muss man sagen:

Hier tritt Hochmut zutage, Ehrgeiz,

ein Sich-über-andere-Stellen. Selbst wenn

sich dies alles später erfüllte, so offenbarte

sich hier doch die natürliche Art und der

natürliche Charakterzug eines Josephs.

Sein Traum ging ja noch weiter: „Ich

habe wieder geträumt, und siehe, die Sonne

und der Mond und elf Sterne beugten sich

vor mir nieder!“ (1. Mose 37,9). Sein Vater,


51

seine Mutter, seine elf Brüder – so kam

es hier zum Ausdruck – alle standen unter

ihm. Er sah sich als der Große und Erhabene.

Und wieder sage ich: Selbst wenn

manches in Erfüllung ging, so reizte dies

doch seine Brüder sehr, mit Joseph ins

Gericht zu gehen. Sie sagten: „Seht, da

kommt der Träumer daher“ (1. Mose 7,19).

Die Bruderliebe war geschwunden. Das

gemeinsame Blut sprach nicht mehr. Man

sehnte sich danach, ihn aus dem Blickfeld

zu bekommen. Sie wollten ihn nicht

mehr sehen. Sie konnten ihn nicht mehr

ertragen. Sie wünschten ihn weg, mitsamt

seinem bunten Rock. Deshalb musste Joseph

diesen Demütigungsweg gehen: „Da

zogen sie ihm das Gewand aus, den bunten

Leibrock, den er trug“ (1. Mose 37,23). Sie

nahmen ihm das, was ihnen zum Anstoß

war, was sie nicht mehr sehen konnten.

Wenn der Vater auch mitschuldig war, so

ging doch Joseph zunächst diesen Demütigungsweg

allein: „Sie ergriffen ihn und

warfen ihn in die Zisterne“ (1. Mose 37,24).

Welch eine Erniedrigung! Joseph, in der

tiefen Zisterne! Er, der im Traum höher

stand als seine Brüder, er, vor dem sich

alle verneigten. Er wusste nicht mehr ein

noch aus. Gott hatte es verhütet, dass

in der Zisterne Wasser war. Wie sollte es

nun werden? Gewiss wurde hier, in dieser

schwierigen Situation, Gebet auf Gebet

nach oben gesandt. Es war ja, menschlich

gedacht, kein Ausweg vorhanden.

Menschlich gedacht, musste Joseph hier

umkommen. Und doch wachte Gott über

sein Leben.

Joseph sehnte sich gewiss nach Vater

und Mutter, nach Vaterhaus und Wohlstand.

Er ahnte nicht, dass hier ein Weg

der Einsamkeit, ein Weg der Entsagung,

seinen Anfang nahm. Noch eine Stufe

tiefer musste Joseph hinab: Seine Brüder

verkauften ihn für 20 Silberlinge den Ismaelitern.

Und diese brachten ihn nach

Ägypten. Ein schwerer Weg. Ein Weg ins

Ungewisse. Ein Weg, der ihn Stunde um

Stunde von seinem ersehnten Ziel, bald

wieder im Elternhaus zu sein, weiter

entfernte. Unter fremden Menschen, als

Sklave, zog er gewiss betrübt und traurig

seine Straße. Er sah es noch nicht, dass

auch dieser Weg Gottes Weg war. Er sah

es noch nicht, dass auch schwere Wege

Segenswege sind. Auch hier lag Gottes

Führung in den Demütigungswegen Josephs.

Es trat auch die Unaufrichtigkeit der

Brüder Josephs zutage: „Sie aber nahmen

Josephs Leibrock und schlachteten einen

Ziegenbock, tauchten den Leibrock in das

Blut; und sie schickten den bunten Leibrock

ihrem Vater und ließen ihm sagen: Das haben

wir gefunden; sieh doch, ob es der Leibrock

deines Sohnes ist oder nicht! Und er

erkannte ihn und sprach: Es ist der Leibrock

meines Sohnes! Ein wildes Tier hat ihn gefressen!

Joseph ist gewiss zerrissen worden!“

(1. Mose 37,31-33). Wie unwahr waren diese

Brüder Josephs. Auch sie mussten Demütigungswege

Gottes geführt werden. Sie

kamen – wenn auch nach langer Zeit – dahin

zu erkennen, dass der Traum Josephs

in Erfüllung ging. Der alte Vater, der alte

Israel, weigerte sich, sich trösten zu lassen.

Mit dem Weh, einen Sohn verloren

zu haben, legte er sich abends nieder. Tag

und Nacht wurde sein Innerstes gequält.

Demütigungswege Gottes durchlebte

Israel bis in die tiefsten Tiefen. Den Becher

der Demütigung musste er Schluck

für Schluck und Tag für Tag leeren, bis er

sich endlich damit abfand: Mein Sohn lebt

nicht mehr, ein wildes Tier hat ihn zerrissen.

Gewiss gebrauchte Gott diese Wege,

um auch bei Israel manches aus dem Leben,

aus dem tief Verborgenen herauszu-


52

nehmen, damit er sich ihm mehr kundtun

konnte.

Joseph ging seinen Weg: „Potiphar, ein

Kämmerer des Pharao, der Oberste der Leibwache,

ein Ägypter, hatte ihn aus der Hand

der Ismaeliter erworben, die ihn dorthin gebracht

hatten“ (1. Mose 39,1). Von seinen

Brüdern verkauft, in fremde Hand gegeben,

galt es, Vertrauen zu gewinnen. Es

galt, jetzt innerlich Abschied zu nehmen

von der schönen Vergangenheit, von froher

Jugendzeit, von den Tagen, beschützt

und beschirmt im Elternhaus. Gewiss

hatte sich Joseph damit abgefunden. Für

ihn gab es kein Zurück mehr. Hier setzte

Gott neu an. Hier ging Gott an die tiefen

Wurzeln des Lebens Josephs. Ja, wen Gott

für Großes gebrauchen will, den schont er

nicht. Er geht mit uns tiefe Wege. Wege,

auf denen Seufzer um Seufzer aus der

Brust hochkommen, Wege, auf denen

Träne um Träne über die Wangen rinnen,

Wege, auf denen du vielleicht sagst: Ich

halte es nicht mehr aus.

Joseph wäre nie von Gott gesegnet

worden, wenn er die falsche Erziehung

des Vaters verurteilt hätte, wenn er das

grausame Handeln seiner Brüder verurteilt

hätte, ja, wenn er Menschen daheim

und in der Fremde angeklagt hätte. Joseph

wurde nur dadurch für eine Fülle der

Segnungen Gottes reif, weil er Ja zur Führung

Gottes gesagt hatte. Auch du wirst

durch dein Um-dich-Schlagen nur ärmer.

Aber durch Stillwerden, durch ein Sichdemütig-Beugen

unter die Hand Gottes

wirst du ein reicher Segensträger. Es gibt

Quellen Gottes, die in deinem Leben nur

auf diesem Wege zum Sprudeln kommen.

Es gibt Lektionen, die du nur auf diesem

Demütigungsweg, wie du ihn jetzt gehst,

lernen kannst. Es gibt Nachhilfestunden

Gottes, in denen er nur ganz in Stille und

Einsamkeit dir zur Reifeprüfung verhilft.

Joseph wurde gesegnet. Er erlebte im

fremden Land den Segen Gottes: „Und

der HERR war mit Joseph, und er war ein

Mann, dem alles gelang“ (1. Mose 39,2).

Der Verstand sagt: Das ist unmöglich.

Fern vom Vaterhaus, Sklave eines Menschen,

und dabei ein gesegneter Mann.

Und dennoch sehen wir hier, was Segnungen

Gottes vermögen. Sei aber gewiss,

diese Segnungen Gottes konnte Joseph

erst empfangen, nachdem er sich restlos

mit den Wegen Gottes einverstanden erklärt

hatte. Der Mensch, der gegen Gott

und seine Führung rebelliert, wird nie ein

gesegneter Mann, eine gesegnete Frau.

Unglück und Unzufriedenheit, Murren

und Knurren, Anklagen und Um-sich-

Schlagen bleiben das Teil derer, die Nein

zu den eigenartigen, oft schweren Wegen

Gottes sagen. Es ist wirklich ein großes

Geheimnis – ich will es einmal menschlich

ausdrücken –, mitten im Unglück

glücklich sein zu können, unter dem Joch

harter Menschen froh sein zu dürfen. Es

ist das große Vorrecht eines Gotteskindes,

vergeben und vergessen zu können.

Das hatte Joseph gelernt, auch wenn es

nicht wörtlich in seiner Lebensgeschichte

aufgezeichnet ist. Lieber Leser, lerne

die Lektionen Gottes, vergiss alles und

vergib allen – auch denen, die dir großes

Leid zugefügt haben. Du meinst, sie hätten

deinen ganzen Lebensweg verdorben.

Du meinst, sie seien an allem schuld.

Du meinst, ein anderer hätte die Weiche

falsch gestellt. Ich sage dir aber immer

wieder: Sage Ja zu den eigenartigen Wegen

Gottes – auch wenn du sie nicht verstehst.

Glaube es: Es gibt Segensströme

Gottes, die du nur auf diesem Weg, den

du jetzt gehst, empfangen kannst. Ob du

sie empfängst, ist deine Wahl. Es hängt


53

von dir ab. Die Tatsache jedoch bleibt:

Gott hat gerade für diese Wege, die er

dich führt, eine Segensfülle bereit, die du

unmöglich auf einem anderen Weg empfangen

kannst. Ja, auch schwere Wege

sind Segenswege!

So wurde Joseph zum Segen für andere:

„Und als sein Gebieter sah, dass der HERR

mit ihm war, und dass der HERR in seiner

Hand alles gelingen ließ, was er unternahm,

da fand Joseph Gnade in seinen Augen und

durfte ihn bedienen; und er setzte ihn zum

Aufseher über sein Haus und gab alles, was

er hatte, in seine Hand“ (1. Mose 39,3-4).

Welch eine Wende durch Gottes Führung!

Der größte Optimist hätte es nicht für

möglich gehalten, dass der Weg Josephs

so enden würde. Das hätten seine Brüder

nie gedacht, als sie ihn an der Hand eines

Sklavenkäufers in ein fremdes Land fortziehen

sahen. Ich glaube nicht, dass die

Brüder Josephs, die in Behaglichkeit und

Wohlstand zu Hause lebten, das Glück Josephs

im Herzen trugen, das Glück, das

Gott Joseph ins Herz gegeben hatte. So

enden Wege Gottes, wenn man sie durch

Demütigungen und Entbehrungen hindurch

willig geht. Einer, der den Herrn

nicht kannte, musste einsehen: Gott war

mit Joseph. Alles, was er tat, gelang. Man

denkt unwillkürlich an Psalm 1,1-3, wo es

am Ende heißt: „Und alles, was er tut, gerät

wohl“, nachdem die Voraussetzungen,

die auch in dem Psalmwort beschrieben

sind, beachtet wurden und werden.

Joseph fand Gnade vor seinem Herrn.

Sein hoher Vorgesetzter gewann solches

Vertrauen zu ihm, dass er alles in die

Hände Josephs legte. Der Sklave wird

zum Herrscher, der Knecht zum Gebieter,

der Arme zum Reichen. Das sind

Segenswege Gottes, die er mit den Menschen

geht, die sich seinem Segen ganz

aufschließen: „Und von der Zeit an, da

er ihn über sein Haus und über alle seine

Güter gesetzt hatte, segnete der HERR das

Haus des Ägypters um Josephs willen, und

der Segen des HERRN war in allem, was er

hatte, im Haus und auf dem Feld“ (1. Mose

39,5). Durch den von Gott Gesegneten

werden andere gesegnet. Das ist der Weg

Gottes. Das sind die Ziele Gottes. Das

sind die Ziele Gottes auch mit dir, lieber

Leser. Vielleicht siehst du zu viel auf deine

Vergangenheit. Vielleicht siehst du zu

viel auf deine Gegenwart. Vielleicht wirst

du mit Schwerem nicht fertig und Gott

wird gehemmt, dich zu segnen. Lass dich

in dieser Stunde doch einfach fallen, bedingungslos

fallen in Gottes Hand! Hier

sehen wir, was Gott in einem Leben tun

kann, das sich ihm unterstellt.

Geht es nun bei einem solchen Menschen

von einem Höhenweg zum anderen,

von einer Aufwärtsstufe zur anderen?

So wirst du vielleicht fragen. Und wenn

du das Leben Josephs weiter betrachtest,

dann siehst du erneut, dass Gottes Wege

eigenartige Wege sind. Es geht nicht immer

bergauf, es geht auch wieder hinab.

Es geht nicht nur über Höhen, es geht

auch durch Täler. Das musste Joseph immer

wieder erleben: Es kam eine Stunde,

in der die Frau seines Herrn ihre Augen

auf Josef richtete und ihn zu Fall bringen

wollte. Josef aber antwortete: „Wie sollte

ich nun eine so große Missetat begehen

und gegen Gott sündigen?“ (1. Mose 39,9).

Wenn du nun die Geschichte Josephs

oberflächlich betrachtest, meinst du,

er wäre für seine Treue bestraft worden.

Joseph aber musste noch eine Stufe tiefer

geführt werden. Nur noch eine Stufe

tiefer hinab bringt den Menschen dahin,

später noch eine Stufe höher hinauf in die

Gemeinschaft mit Gott und seinen Seg-


54

nungen zu steigen. Joseph, der durch die

Zisterne und den Sklavenhandel gegangen

war, der es fast zur höchsten Höhe

durch die Gnade Gottes gebracht hatte,

wanderte nun ins Gefängnis: „Und der

Herr Josephs nahm ihn und warf ihn ins

Gefängnis“ (1. Mose 39,20). Er litt um seiner

Gerechtigkeit willen. Hier ist Joseph

das Vorbild im Blick auf den Herrn Jesus:

Er, der Reine und Unschuldige, ging den

Weg der tiefsten Erniedrigung. Er wurde

von seinen Brüdern, vom Volk Israel, verachtet.

Er musste diesen Weg gehen, um

Segnungen Gottes in der ganzen Fülle

über die Menschheit auszugießen. Diese

Segnungen Gottes flossen seit Golgatha

in Millionen Menschenherzen. Sie fließen

auch heute noch unverkürzt. Diese Menschen

gingen und gehen als Gesegnete

durchs Leben. Viele von ihnen sind schon

beim Herrn. Manche wandern noch auf

dieser Erde.

Joseph verspürte aber die Segnungen

Gottes auch im Gefängnis: „Aber der HERR

war mit Joseph und verschaffte ihm Gunst

und schenkte ihm Gnade vor den Augen des

Kerkermeisters. Und der Kerkermeister gab

alle Gefangenen, die im Kerker waren, in Josephs

Hand; und alles, was es dort zu tun

gab, geschah durch ihn. Der Kerkermeister

kümmerte sich nicht im Geringsten um irgendetwas,

das [Joseph] in die Hand nahm;

denn der HERR war mit ihm, und der HERR

ließ alles gelingen, was er tat“ (1. Mose

39,21-23). Gibt es etwas Kostbareres, als

von einem Menschen zu sagen: Der Herr

war mit ihm! Wenn der Herr mit dir ist,

werden bittere Wasser süß. Wenn der Herr

mit dir ist, wird Schweres leicht. Die Bürde

drückt dann nicht mehr so sehr. Wenn der

Herr mit dir ist, kann er dich überall aus

Niederungen auf Höhen bringen. Er allein

kann überall dein Los so gestalten, dass

es tragbar ist. Wenn der Herr mit dir ist,

erfährst du: Auch schwere Wege sind Segenswege!

Er kann dich sogar für andere

zum Segen setzen, auch wenn du immer

wieder tiefe Wege gehen musst. Versuche

nicht, lieber Leser, Wege Gottes hier auf

Erden bis in die letzten Tiefen begreifen

zu wollen. Es ist eine mühevolle Arbeit.

Sie ist aussichtslos. Seine Pfade sind eben

nicht bekannt. Sein Weg ist in tiefen Wassern.

Glaube nur: Einiges wird dir hier

unten schon erhellt werden, manchmal jedoch

erst nach langer Zeit. Anderes wirst

du aber erst droben verstehen.

Droben weinst du keine Träne mehr.

Droben gibt es kein Leid. Droben kannst

du die Segnungen Gottes in der ganzen

Fülle annehmen. Hier unten werden diese

Segnungen durch deinen Unglauben,

durch die Wirkungen der finsteren Mächte

und durch die Umstände, auf die du

blickst, gehemmt. Droben aber nimmst

du die Segnungen Gottes ungefärbt, ungeschmälert,

ungetrübt, in der ganzen

Fülle entgegen. Darum wird auch die Anbetung

im neuen Lied droben erst vollkommen

sein.

Joseph wurde durch eigenartige Wege

Gottes wieder befreit. Er kam wieder zu

Ehren: „Du sollst über mein Haus sein, und

deinem Befehl soll mein ganzes Volk gehorchen;

nur um den Thron will ich höher sein

als du!“ (1. Mose 41,40). Hier sieht man

deutlich: Nach einer tieferen Leidensstufe

folgt – wenn du dich segnen lässt – eine

noch viel höhere Segensstufe. Nur einer

im ganzen Reich war noch über Joseph,

das war Pharao. Joseph kann nun für seine

Brüder zum Segen sein. Er kann sie alle

wiedersehen. Er kann seinen alten Vater

noch einmal schauen. Wie viele Tränen

wurden beim Wiedersehen geweint. Wie

ergreifend erlebten sie, nachdem alle zu-


55

rechtgebracht worden waren, den Segen

Gottes in der ganzen Fülle: Joseph und

seine Brüder, Joseph und sein Vater. Ja,

Gottes Wege sind oft eigenartig. Sie führen

aber zu größerer Herrlichkeit. Josephs

Brüder werden über ihren Frevel, den sie

vor vielen Jahren verübt hatten, zur Buße

gebracht. Ihre Ehrlichkeit wurde erprobt.

Sein alter Vater kam nach Ägypten, und

alle wurden in der Teuerung reichlich

versorgt. Joseph hatte wirklich vergeben

und vergessen. Er war mit allem Leid und

allem Schweren fertig geworden. Nur so

konnte er aussprechen: „Ihr gedachtet mir

zwar Böses zu tun; aber Gott gedachte es

gut zu machen“ (1. Mose 50,20). Er nahm

seinen Weg aus Gottes Hand. Von Gott

getröstet, konnte er jetzt sogar andere

trösten. Er konnte ihnen sagen: Auch

schwere Wege sind Segenswege!

Deine Umgebung, lieber Leser, merkt

deutlich, wenn du den einen oder anderen

trösten willst, ob es bei dir aus dem Erleben,

tief aus dem Herzen, oder nur aus

dem Verstand kommt. Anderen etwas zu

predigen, was man selbst nicht erlebt hat,

erzeugt keine Aufnahmefähigkeit. Man

kann nur mit dem Trost trösten, den man

selbst in schweren Stunden empfangen

hat.

Der Heimgang Josephs war ganz klar:

Joseph starb, nachdem er noch den

Wunsch geäußert hatte, im Lande seiner

Väter begraben zu werden (1. Mose 50,25).

Nach allen Höhen und Tiefen, nach allem

Genuss und aller Entbehrung, nach aller

Freude und Traurigkeit hatte Josef am

Ende seines Lebens den Wunsch, dort zu

ruhen, wo seine Glaubensväter ruhten.

Hier sehen wir ein Leben, das Gott zur

Vollendung bringen konnte. Ein Leben,

trotz tiefer Wege für Gott gelebt! Ein Leben,

in dem es immer wieder sichtbar

wurde: Auch schwere Wege sind Segenswege!

Möchte über deinem und meinem

Leben auch einmal stehen: Ein Leben für

Gott gelebt!

Wenn du schon in die Reihen der Kinder

Gottes getreten bist, dann bitte ich

dich herzlich, in schweren Wegen nicht zu

ermatten. Weltmenschen achten darauf,

wie du dich in schweren Tagen verhalten

wirst. Sie beobachten dich, ob dich eine

Last so sehr zu Boden drückt, dass du nur

noch winselst und jammerst.

Ich rufe dir zu: Habe Mut! Der Heiland

ist für dich da! Er beobachtet dein Ergehen!

Er kommt nie zu spät! Er wird auch in

deiner Schwierigkeit eingreifen. Du wirst

bald erleben, wie dein Pfad lichter wird.

Du wirst verspüren, wie er deinen Weg

gangbar macht. Und wenn der Herr Jesus

dich durch Tiefen führt, dann wisse wohl,

dass auch bald wieder Höhenwege des

Glaubens folgen werden. Dein Blick wird

sich wieder weiten. Du wirst dann wieder

neu für deine Mitmenschen zum Segen

werden. Du sollst nur brauchbarer werden,

Seelen für den Heiland zu gewinnen.

Tue betend diesen Dienst. Tue ihn mutig

und tapfer, und lass dich von der Hand

des Herrn Jesus an die Menschen heranführen,

die du für ihn gewinnen sollst.

Dankbar bin ich dir, wenn du dir viele

solcher leidgeprüften Menschen von Gott

zeigen lässt. So wirst du gewiss für manche

Nachbarn, Verwandte, Bekannte und

andere Menschen zum Segen werden.

Den Herrn Jesus bitte ich herzlich, dich

für deine Bemühungen sehr zu segnen.

Möchte er doch auch alle deine Lieben in

diesen Segen von oben mit einbeziehen.


Weitere Hefte aus unserem Sortiment

Licht und Hoffnung für dich

„Hilfe, ich bin depressiv!“ Oft wird gar nicht laut um Hilfe

geschrien, sondern im Stillen gelitten.

Kennen Sie das? Mit diesem Heft wollen wir Ihnen den

Weg aus der Depression in das Licht Gottes weisen.

48 Seiten, Bestellnummer IH08

Ihre Fragen – Gottes Antwort

Die in diesem Heft beantworteten Fragen sollen zum

Nach- und Weiterdenken anregen. Es ist unser Anliegen,

mit den Antworten zu helfen, sodass die Weichen im Leben

neu gestellt werden können.

60 Seiten, Bestellnummer IH13

Neu beginnen

In fast jedem Leben laufen Dinge auch mal schief. Daraus

entsteht manchmal der Wunsch, noch mal ganz von vorn

anzufangen. Aber wie sollen wir das schaffen? Wir brauchen

dazu ein ganz neues Leben. Wir müssen von Neuem

geboren werden. Doch wie kann das gehen? Antworten

dazu finden Sie in unserem neuen Heft „Neu beginnen“.

40 Seiten, DIN-A 6, Bestellnummer AP05


So erreichen Sie uns:

Schreiben Sie uns. Wir sind gern für Sie da.

Deutschland

Stiftung Missionswerk Werner Heukelbach

51700 Bergneustadt

info@heukelbach.org

Schweiz

Stiftung Missionswerk Werner Heukelbach

Postfach 650, 4800 Zofingen,

info@heukelbach.ch

heukelbach.org

Telefonandacht

3-Minuten-Andacht:

Zuhören, Kraft schöpfen, Gott kennenlernen:

Deutschland 0180 / 5 64 77 46 *

Schweiz 0848 / 777 000 **

Österreich 01 / 503 88 83 oder 0 65 82 / 7 16 46

*0,14 €/Min. aus dem dt. Festnetz. Max. 0,42 €/Min. aus den dt. Mobilfunknetzen. ** Normaler Swisscom-Tarif

Radioandacht

Radio am Telefon: 0931 66399 1307 *

Radiosendungen wann immer Sie möchten.

Radio im Internet: radioarchiv.heukelbach.org

Tägliche Radiosendungen als MP3.

* Die Rufnummer ist deutschlandweit zum normalen Festnetzttarif zu erreichen. Bei Flatrate ohne zusätzliche

Kosten. Andernfalls bitte Telefonanbieter anfragen.


Auch schwere Wege sind Segenswege

Wenn man den großen Segen, den oft

schwere Wege in sich bergen, erfassen

will, muss man innerlich still werden.

Man muss erkennen, was Gott dem

Menschen durch schwere Wege zu sagen

hat. Nur so werden aus schweren

Wegen Segenswege geboren. Schwierigkeiten

wachsen uns über den Kopf.

Wir fühlen uns schwach und einsam.

Doch Gott kann unsere Schwierigkeiten

benutzen, um uns seine Reichtümer zu

vermitteln.

Jeder, der diese Broschüre liest, darf sich

darüber freuen, dass er im Gebet stets

Zutritt zu dem Herrn Jesus hat.

Gerade du brauchst Jesus.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine