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SPEZIAL Juni 2015

Kontroverse Wirtschaftspraktiken:

Steuervermeidung von Großkonzernen:

Kompatibel mit einem ethischen

Anlageuniversum?

WERTE VERBINDEN UNS

SUPERIOR-

Ethikfonds

Wir verbinden

Kapitalanlage

mit gutem Gewissen.

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SPEZIAL Juni 2015

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Großkonzerne wie Apple, Amazon, Starbucks, Google, Fiat und Co sorgen auf

Grund ihres weltweiten Siegeszugs permanent für Schlagzeilen – leider immer

wieder auch für durchaus negative, wenn es um die Steuermoral der Firmen

geht. Von „Double Irish“ – Firmen können mit Hilfe von zwei Töchterunternehmen

unversteuerte Einnahmen zunächst nach Irland und dann in eine Steueroase

umleiten – ist die Rede, oder von „Apple Tax“ mit insgesamt nur 2%

Steuern! Amazon soll in Luxemburg sogar weniger als 1% abführen. Im Laufe

des Jahres 2014 hat die irische Regierung angekündigt, das Schlupfloch für

Unternehmen zu schließen, die sich so in den letzten Jahren Milliarden erspart

haben. Die EU-Kommission prüft zurzeit einige konkrete Fälle. Aber inwiefern

hat die Höhe der effektiven Steuern, die von Unternehmen gezahlt werden, Relevanz

für ethisch-nachhaltige Geldanlage bzw. das Ethikuniversum?

Grundsätzlich muss man zunächst zwischen legaler Steuervermeidung und

illegaler Steuerhinterziehung unterscheiden. Bei der Steuervermeidung (auch

Steueroptimierung) geht es den Unternehmen darum, die eigene Steuerschuld

unter Nutzung legaler Möglichkeiten und Verfahren zu verringern, im Vordergrund

stehen meist Ertragsteuern. Steuervermeidungsstrategien haben das

Ziel, die Bemessungsgrundlage zu minimieren und/oder den auf diese anzuwendenden

Steuersatz. Letzteres geschieht insbesondere im Rahmen der

Standortwahl durch Nutzung von Steueroasen. Ganz besonders betroffen

sind die (rohstoffreichen) Entwicklungs- und Schwellenländer, in denen durch

die Verschiebung von Gewinnen in Steueroasen durch Unternehmen dringend

benötigte Steuereinnahmen fehlen. Neben dem Verlust von Steuereinnahmen

sind Gefährdung der Stabilität des internationalen Finanzsystems bis hin zur

Unterstützung krimineller und terroristischer Aktivitäten negative Auswirkungen

der Existenz und Nutzung von Steueroasen.

Mag. Ernst Krehan

Aufgrund der negativen finanziellen und sozialen Folgen der Nutzung von

Steueroasen steht die Nachhaltigkeitsratingagentur oekom research, mit der

die Bankhaus Schelhammer & Schattera KAG seit vielen Jahren zusammenarbeitet,

der Nutzung dieser Steuervermeidungsmöglichkeiten durch die im

Rahmen des oekom Corporate Ratings bewerteten Unternehmen kritisch gegenüber

und unterstützt insbesondere die Verbesserung der Transparenz zu

Unternehmensgewinnen und Steuerzahlungen.

Mag. Ernst Krehan

Geschäftsführer Bankhaus Schelhammer & Schattera KAG

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Kontroverse Wirtschaftspraktiken:

Steuervermeidung von Großkonzernen: Kompatibel mit einem

ethischen Anlageuniversum?

Naht das Ende der „Apple Tax“ in Irland?

Ein Untersuchungsausschuss des US-Senats im Jahr 2013 hat errechnet,

dass die Apple Tochterfirma Apple Sales International (ASI) mit Sitz in Irland

von 2009 bis 2012 vor Steuern rund 74 Milliarden Dollar Gewinn gemacht hat.

Bis zum Jahr 2012 hatte ASI nur Manager die in Kalifornien saßen, aber keine

Angestellten. „Es gab keinen Deal und nichts, was als Staatshilfe gewertet

werden könnte“, sagte Luca Maestri, Kaufmännischer Geschäftsführer von

Apple, der „Financial Times“. Der Konzern habe sich bemüht, seine Steuern

in Irland vorschriftsmäßig zu entrichten. Die Untersuchung der EU-Kommission

bezeichnete Maestri als „sehr unglücklich“. Vor kurzem hat Apple auch

seine Investoren vor Milliardenzahlungen gewarnt. Apple sei laut Quartalsbericht

zurzeit aber nicht in der Lage, einen möglichen Betrag zu schätzen.

Apple sitzt auf einem Geldberg von 193,5 Milliarden Dollar. Davon lagert mit

171 Milliarden Dollar der Großteil außerhalb der USA.

Amazon weist auf Rechnungen in Österreich 20% Umsatzsteuer aus –

was passiert damit?

Wie das deutsche Online-Portal Statista in einer Studie 2014 berichtet hat,

kauften österreichische Haushalte im Jahr 2013 um 384 Millionen Euro bei

amazon.at oder amazon.com ein. Die Summe der aus Österreich getätigten

Einkäufe bei ausländischen Online-Versandhändlern beläuft sich jährlich

sogar auf rund 3 Milliarden Euro – Tendenz steigend. Aus Sicht des Finanz-

Die Nachhaltigkeits-Ratingagentur

oekom research, mit der die Bankhaus

Schelhammer & Schattera

KAG eng zusammenarbeitet, hat ein

Positionspapier zum Thema „Steueroasen“

publiziert, welches in diesem

Newsletter wiederholt zitert wird.

Das komplette Positionspapier kann

unter info@oekom-research.com

kostenfrei angefordert werden.

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amtes scheint hier besonders interessant, dass

zahlreiche Unternehmen Rechnungen mit Umsatzsteuer

ausstellen, diese wird aber nur in seltenen

Fällen abgeführt – allein Amazon müsste in Österreich

laut Experten um die 50 Millionen an Steuern

bezahlen.

Seit einigen Monaten laufen auch EU-Ermittlungen,

ob Luxemburg dem Unternehmen unfaire

Steuervorteile gewährt hat. In einem vorläufigen

Bericht geht die EU davon aus, dass das Modell

illegal sei. Luxemburg und Amazon wehren sich

gegen dieses Vorurteil. Auch in diesem Fall könnte

es zu einer Nachzahlung in Höhe von mehreren

Hundertmillionen Euro kommen. Amazon

„parkt“ alle Gewinne, die in Europa lukriert werden,

in der Amazon EU Sàrl, wo auch der Gewinn aus

den Geschäften von amazon.at versteuert wird. Amazon EU Sàrl schickt

das Geld weiter auf die Reise zur Tochtergesellschaft Amazon Europe

Holding Technologies SCS, von dort gehen die Einnahmen weiter zu zwei

amerikanischen Unternehmenstochterfirmen, eine davon soll im Steuerparadies

Nevada sitzen. Laut einem „Deal“ zwischen Amazon und Luxemburg

müssen aber nur 0,55% des Umsatzes an Steuern gezahlt werden.

Auch gegen Starbucks und die Niederlande gibt es Untersuchungen seitens

der Europäischen Union. Auch in diesem Fall hat die EU höchste Zweifel, ob

die Steuerabkommen zwischen Unternehmen und Land rechtsgültig sind.

Die Vorgehensweise von Starbucks ähnle dabei den der anderen Unternehmen,

die Steuerzahlungen vermeiden möchten. Starbucks soll Umsätze aus

anderen europäischen Ländern in eine niederländische Tochter verschieben,

bei der entsprechend niedrigere Steuersätze anfallen.

Die Niederlande sind eine der wichtigsten Finanzdrehscheiben der Welt.

Laut einer Studie der US-Nichtregierungsorganisation Citizens for Tax Justice

haben in Holland fast die Hälfte der 500 umsatzstärksten Unternehmen

Finanzholdings. Demnach erwirtschafteten die niederländischen Töchter

von US-Konzernen allein 2010 Gewinne von 127 Milliarden Dollar – deutlich

mehr als die 55 Milliarden in Luxemburg. Was sicher nicht am Absatzmarkt

liegt: Mit den gerade einmal 16 Millionen Niederländern sind solche Traumprofite

nicht zu erklären, wie die deutsche Wochenzeitung „Die ZEIT“ betont. Manche

bezeichnen die Niederlande sogar „als das größte Steuervermeidungsparadies

in Europa“.

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Die ZEIT hatte das Ausmaß schon vor Monaten in

einem Report beschrieben: „Rund 8.000 Milliarden

Euro pro Jahr pumpen globale Konzerne in diverse

Briefkastenfirmen oder aus ihnen heraus – gut das

Zehnfache des niederländischen Bruttoinlandsprodukts.

In und um Amsterdam sind rund 12.000 dieser

Konstrukte „angesiedelt“: Starbucks, Ikea, Google

oder Volkswagen: Viele internationale Giganten

sind vor Ort, nur wenige haben ein paar Mitarbeiter.

Mithilfe von einem Heer an Steuerberatern, Juristen

und Bankern schieben die Unternehmen Gewinne,

Kosten und Aktivitäten über Ländergrenzen hin und

her. Über Tochterfirmen werden Patente, Markenrechte,

Lizenzgebühren oder Darlehenszinsen in die

Steueroasen verlagert. Der Gewinn, der am Ende

versteuert werden muss, wird so immer kleiner. Für die Unternehmen ist es

ein legaler Weg. Manche Konzerne sollen weniger als ein Prozent Steuern

auf die künstlich verlagerten Gewinne bezahlt haben.“

Die OECD erarbeitet unter dem Stichwort „BEPS“ (Base Erosion and Profit

Shifting) einen Aktionsplan. Er soll bis Ende 2015 von den führenden Industrie-

und Schwellenländern beschlossen werden. Grundsätzlich sollen Firmen

künftig dort Steuern zahlen, wo sie Produkte fertigen und Patente entwickeln

– und nicht dort, wo Briefkastenfirmen unterhalten werden.

Nicht die einzelnen Unternehmen sind Ziel der Europäischen Union, sondern

die bereits genannten Länder wie Irland, Luxemburg oder die Niederlande.

Das europäische Wettbewerbsrecht verbietet es nämlich, dass einzelne Unternehmen

bevorzugt werden, andere nicht. Das Ausnutzen günstiger Steuergesetze

an sich ist allerdings nicht verboten. Dafür gibt es einige Fachbegriffe

wie Steuervermeidung, Steueroptimierung oder auch Steuergestaltung,

die eine legale Nutzung von Möglichkeiten und Verfahren beschreiben, um

die Steuerlast zu verringern.

Steueroasen „schädigen“ Schwellenländer

Besonders betroffen von Steuerausfällen beispielsweise durch die Verschiebung

von Gewinnen in Steueroasen sind die Schwellen- und Entwicklungsländer

und hier vor allem rohstoffreiche Länder, betont oekom research.

Derzeit sind nach Expertenschätzungen fast 60 Entwicklungs- und Schwellenländer

von den Einnahmen aus dem Erdöl-, Erdgas- und Bergbausektor

abhängig. Laut einer aktuellen Studie der NGO European Network on Debt

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and Development (Eurodad) entgehen den Entwicklungsländern

jährlich zwischen 660 und 870 Milliarden

Euro an Steuereinnahmen, insbesondere durch

die Steuerpraktiken multinationaler Unternehmen.

Nach Aussagen der NGO Attac ist die internationale

Steuerflucht mittlerweile ein wesentlicher Faktor für

die Zunahme von Armut und Hunger. Die Länder der

zentralafrikanischen Region beispielsweise gehören

zu den rohstoffreichsten Ländern des Kontinents,

rangieren aber gleichzeitig größtenteils am Ende der

Länderliste des Index für menschliche Entwicklung

der Vereinten Nationen und im unteren Viertel des

Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency

International.

Begünstigung krimineller und terroristischer Aktivitäten

Die von den Steueroasen gewollte Intransparenz über Kontoinhaber und

Finanzbewegungen begünstigt jedoch auch kriminelle und terroristische

Aktivitäten. So können Gelder, die aus kriminellen Aktivitäten wie dem Drogen-

und Menschenhandel, dem illegalen Waffenhandel oder aus Korruption

stammen, mittels Geldwäsche in Steueroasen in den legalen Kapitalverkehr

zurückgeführt werden.

Gefährdung der Stabilität des internationalen Finanzsystems

Von Steueroasen gehen unterschiedliche Gefahren für die Stabilität des Finanz-

und damit des Wirtschaftssystems aus. So erlaubt es beispielsweise die

fehlende Regulierung und Transparenz an diesen Finanzplätzen, besonders

risikoreiche und spekulative Finanzgeschäfte zu konzipieren und umzusetzen.

Nach Einschätzung von Experten konnten beispielsweise in den Steueroasen

„toxische“ Kredite in komplexe Finanzprodukte verpackt und dann weiterverkauft

werden. Diese Pakete werden unter anderem als eine Ursache für die Finanzkrise

angesehen, deren Auswirkungen die Finanzwirtschaft noch immer

spürt. Ein weiteres Problem erwächst aus der Möglichkeit von Bankinstituten,

Risikopositionen in ihren Bilanzen zu verbergen, indem sie Verbindlichkeiten

in Zweckgesellschaften mit Sitz in Steueroasen auslagern. Dadurch entziehen

sie sich der Verpflichtung, Risikopositionen mit Eigenkapital zu unterlegen.

oekom research sieht hier eine besondere Verantwortung bei den Finanzinstituten,

die durch ihre Infrastruktur in den Steueroasen und ihre entsprechenden

Dienstleistungen die Steuervermeidung häufig erst ermöglichen.

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Für das oekom Corporate Rating gelten daher im Hinblick

auf die Steuervermeidung bzw. die Nutzung von

Steueroasen folgende Regelungen:

Berücksichtigung im oekom Corporate Rating.

Im oekom Corporate Rating steht insbesondere das

Thema der transparenten Berichterstattung im Vordergrund.

Bei der Bewertung der Unternehmen orientiert

sich oekom research am Leitfaden zur Nachhaltigkeitsberichterstattung

der Global Reporting Initiative (GRI).

Er gibt vor, dass Unternehmen Zahlungen an öffentliche

Stellen in ihrer Nachhaltigkeitsberichterstattung aufgeschlüsselt

nach Ländern angeben, sofern sie in mehr

als einem Land tätig sind. Die konsequente Umsetzung

eines entsprechenden Country-by-Country-Reportings führt bei oekom research

zu einer besonders guten Bewertung. Die Beteiligung an branchenbezogenen

Initiativen wie etwa der EITI wird als positiver Ansatz bewertet. oekom

research erwartet von den Unternehmen zudem, dass sie sich beispielsweise

in ihrem Code of Conduct zur Frage der Steuervermeidung durch Verrechnungspreise

(Transfer Pricing) äußern und entsprechende Praktiken ausschließen.

Wegen der besonderen Rolle der Banken und Finanzdienstleister

bei der Steuervermeidung über Steueroasen legt oekom research an diese im

Corporate Rating besondere Kriterien an. Bewertet wird hier unter anderem,

welche Strategie diese im Hinblick auf die Nutzung von Steueroasen verfolgen

und inwiefern sie den geschilderten Transparenzanforderungen genügen.

Berücksichtigung als Ausschlusskriterium. Steuerbezogene Kontroversen

und Verstöße werden von oekom research bei den Ausschlusskriterien

für alle Branchen im Bereich „Kontroverse Wirtschaftspraktiken“ erfasst. Bei

Unternehmen aus der Finanzbranche geht es in der Regel um die Unterstützung

von Kunden bei der Steuerflucht und Steuerhinterziehung sowie um das

Angebot von Dienstleistungen, die wie beispielsweise das Dividendenstripping

auf die aggressive Ausnutzung von Grauzonen in der Steuergesetzgebung

ausgelegt sind.

Berücksichtigung im oekom Country Rating. In das oekom Country Rating

fließt die Bewertung eines Landes im FSI des Tax Justice Networks ein.

Ein hoher Wert im Index führt zu einer schlechteren Bewertung im Bereich

„Korruption und Geldwäsche“. Hintergrund ist, dass Länder mit höherem Geheimhaltungswert

über weniger effektive Mechanismen zur Bekämpfung von

Geldwäsche verfügen und damit illegale Geldflüsse begünstigen.

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MSCI ESG RESEARCH:

The „Tax Gap“ in the MSCI World

MSCI ESG Research untersuchte in einer Studie 995 Unternehmen des MSCI World Index im Zeitraum von 2008 bis

2012 und verglich dabei den Tax Gap zwischen dem tatsächlichem Steuersatz und dem durchschnittlich gewichteten

Steuersatz der Länder in den der Umsatz generiert wurde. In der Untersuchung wurden REIT`s, Bergbau und Unternehmen

mit einem Verlust nicht berücksichtigt.

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300

250

200

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0

Größe „Tax Gap“

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27

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Country-by-Country-Reporting

oekom research betont in seiner Analyse, dass im Hinblick auf den Umgang mit dem Problem des Transfer Pricing das

Country-by-Country Reporting als Lösung favorisiert wird.

Dafür muss ein Unternehmen in seinem Unternehmensbericht Eckdaten für alle Staaten ausweisen, in denen es selbst oder

über Tochterfirmen tätig ist oder in die es Waren verkauft. Diese Eckdaten beinhalten mindestens die Vermögenswerte, die

Lohnsumme, die Zahl der Vollzeitarbeitsplätze und die Umsätze in dem jeweiligen Staat. Um das E-Commerce zu berücksichtigen,

werden die Umsätze immer dem Standort des Käufers zugeordnet. Für einige Branchen werden Sonderregeln

vorgesehen. So werden Transportmittel wie Schiffe oder LKW anteilmäßig den Standorten zugerechnet, zwischen denen

sie verkehren.

Das Country-by-Country Reporting ist zentrale Voraussetzung für die Unitary Taxation (UT) bzw. die Gesamtkonzernbesteuerung,

die als Alternative zum heute international üblichen Verfahren zur Besteuerung von multinationalen Unternehmen

angesehen wird. In der EU-Kommission wird UT als „Gemeinsame konsolidierte Körperschaftssteuerbemessungsgrundlage

(GKKB)“ bezeichnet. Die USA und Kanada benutzen das Verfahren der UT schon seit Längerem, um intern die Steuererhebung

zwischen den Bundesstaaten abzustimmen. Auch NGOs wie das Tax Justice Network, Attac und WEED sehen

in der UT eine Möglichkeit, die massive Steuervermeidung von multinationalen Konzernen zu verhindern und Entwicklungsländern

überhaupt erst eine Erhebung von relevanten Unternehmenssteuern zu ermöglichen.

Die UT bei der Besteuerung multinationaler Konzerne erfolgt in drei Schritten. Zunächst wird ein Konzern als eine Einheit

betrachtet, für die auf Basis von getrennt ausgewiesenen Aktivitäten all seiner Tochtergesellschaften ein Gesamtgewinn

ermittelt wird (Country-by-Country-Reporting). Im zweiten Schritt wird mit Hilfe einer Formel der Gewinn des Konzerns nach

diesen realen Aktivitäten den einzelnen Ländern zugeordnet. Im dritten Schritt wird dann der auf diese Weise dem jeweiligen

Land zugeordnete Gewinn mit dem nationalen Steuersatz belastet.

Die UT soll die Gewinne dort ausweisen, wo die realen Aktivitäten der multinationalen Unternehmen stattfinden, also wo

produziert, geforscht und verkauft wird. Auf diese Weise ist es beispielsweise unerheblich, in welchem Land die Gewinne

des Konzerns ausgewiesen werden, welche internen Verrechnungspreise der Konzern benutzt und wie viele Zinsen oder

Lizenzgebühren von einem Land in das andere überwiesen werden. Insbesondere der Ausweis von Gewinnen in Steueroasen,

in denen die Unternehmen sonst nicht wirtschaftlich tätig sind, hätte keine Vorteile mehr.

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Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Mag. Ernst Krehan

Bankhaus Schelhammer & Schattera

Kapitalanlagegesellschaft m.b.H.

Hadikgasse 60A, 1140 Wien

Tel: +43-1-53434-2037

ernst.krehan[@]schelhammer.at

http://www.schelhammer.at/fonds

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Vollständigkeit und Aktualität übernehmen, insbesondere nicht für das tatsächliche Eintreten von erstellten Prognosen. Die

gebotenen Informationen sind weder Kauf- noch Verkaufsempfehlungen. Wertpapiergeschäfte bergen mehr oder minder

große Risiken. Wir empfehlen daher dringend, die Beratung ihres Kundenberaters in Anspruch zu nehmen.

Soferne über SUPERIOR Ethik Fonds berichtet wird stehen die aktuellen Verkaufsprospekte sowie die „Wesentlichen

Anlegerinformationen“ (Kundeninformationsdokument - KID) den Interessenten in deutscher Sprache bei der Bankhaus

Schelhammer & Schattera Kapitalanlagegesellschaft m.b.H., Hadikgasse 60a, 1140 Wien und bei der Bankhaus Schelhammer

& Schattera Aktiengesellschaft, Goldschmiedgasse 3, 1010 Wien kostenlos zur Verfügung. Prospekte abrufbar

unter: www.schelhammer.at/fonds.

Hinweis: Performanceergebnisse in der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines

Fonds zu. Investmentfonds weisen je nach konkreter Ausgestaltung des Produktes ein unterschiedlich hohes Anlagerisiko

auf. Die Kapitalanlagefonds Superior 4 - Ethik Aktien und Superior 6 - Global Challanges weisen aufgrund der

Zusammensetzung des Portfolios bzw. der verwendeten Portfoliomanagementtechniken unter Umständen eine erhöhte

Volatilität auf, d.h. die Anteilswerte können auch innerhalb kurzer Zeiträume großen Schwankungen nach oben und nach

unten ausgesetzt sein. Provisionen, Gebühren und andere Entgelte (wie z.B. der einmalige Ausgabeaufschlag von max.

4%) können sich auf die angeführte Bruttowertentwicklung mindernd auswirken.

Mit freundlichen Grüßen

Bankhaus Schelhammer & Schattera

Kapitalanlagegesellschaft m.b.H.

TelNr. +43 (1) 53434 - 2102

E-Mail: kag.office@schelhammer.at

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