Wanderlust Spezial Europa

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DIE SCHÖNSTEN TOUREN EUROPAS

SPEZIAL 2016 • DEUTSCHLAND EURO 4,90

MEHR WANDERN • MEHR WISSEN • MEHR SPASS

Benelux • England • Wales • Norwegen

Dänemark • Island • Polen • Ungarn • Tschechien

Italien • Spanien • Korsika • Zypern

15 LÄNDER

34

TRAUMROUTEN

ZUM NACHWANDERN

inkl. Karten

MIT

TOP

10 STADT-

TOUREN

EUROPA

zu Fuß erleben

ehrlich • unabhängig • authentischWir sind

vor Ort

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Traumrouten 2016 | Editorial

© Titel: Allevinatis + hazimsn /istockphoto.com

Europäisch

denken

Keine Sorge, wir widmen uns hier

nicht der internationalen Politik.

wanderlust bleibt eine Wanderzeitschrift.

Und wanderlust bleibt auch

unseren Heimatregionen verbunden,

dem Naturgenuss vor der Haustür.

Für alle, die es aber dennoch in die

Ferne zieht, sei es für einen Kurztrip

oder einen längeren Wanderurlaub,

haben wir mit der gleichen Sorgfalt,

die Sie von wanderlust gewohnt sind,

insgesamt 34 Touren-Tipps jenseits

unserer Grenzen zusammengetragen.

Unser Qualitätsversprechen: Ehrlichkeit

ist Ehrensache! Alle Touren wurden vor

Ort selbst recherchiert, alle Adressen und

Telefonnummern für dieses Heft noch

einmal nachrecherchiert und bei Bedarf

aktualisiert. Denn wanderlust ist und

bleibt: ehrlich, unabhängig, authentisch!

Ob in Holland, Belgien, Luxemburg oder

auf Zypern, Korsika oder Mallorca: Unsere

Redakteure und Autoren haben für Sie

den Weg freigemacht, damit Sie sorgenfrei

nachwandern können. Damit Sie ebenfalls

die einzigartige Natur genießen können,

die unser vielfältiger Kontinent bietet.

Wir besteigen Englands höchsten Berg, wir

tanzen auf Gran Canarias berühmtesten

Vulkan. Wir passieren die Grenzen zwischen

Belgien und den Niederlanden, wir

entdecken bis dato noch relativ unbekannte

Regionen in Polen, Ungarn, Tschechien.

Insgesamt waren wir für Sie in 15 verschiedenen

Ländern unterwegs. Im Norden

Europas bis nach Island, im Westen bis an

die Atlantikküste, im Süden bis auf die

Kanaren und im Osten bis in das Pieninen-

Gebirge. Neben Papier, Bleistift und GPS-

Gerät immer dabei: der Foto-apparat! Und

Menschen, die authentisch für ihre Region

stehen. Die uns Geschichten erzählen

können, die nicht in jedem Reiseführer

stehen. Die uns faszinieren. Die wir

näher kennenlernen wollen genau so

wie die jeweilige Natur, die regionale

Küche, landestypische Besonderheiten.

Passend zum kommenden Winter haben

wir auch ausgewiesene Winterwanderungen

im Programm. Und weil wir

wissen, dass wanderlust-Leser auch bei

Städte-Trips den gleichen Anspruch

an Tourenvorschläge haben, haben

wir auch gleich unsere Top 10 Stadttouren

in dieses Sonderheft integriert.

Weil es sich so ergeben hat, ist dabei

allerdings auch eine Destination, die

eigentlich nicht in dieses Europa-Spezial

gehört: Die US-Metropole New York.

Denn auch hier gilt: Querdenken ist

und bleibt unser Motto! Uns sei es

in diesem Fall nur kreuz und quer

über New Yorks faszinierende und

geschichtsträchtige Brücken …

Ich wünsche Ihnen einen schönen

Wanderherbst, einen geruhsamen

Jahreswechsel und viele neue Ideen

für die kommende Wandersaison!

Ihr,

Spezial | 2016

Andreas Mayer

Chefredakteur

3

DIE PERFEKTE

ERGÄNZUNG

ZU EINEM

PERFEKTEN

BERGSCHUH.

STABILIZE

YOUR BODY

X-Dream 04651 Bad Lausick // Intersport Mälzerei 01127 Dresden //

Sport Behringer 79859 Schluchsee // Bergfreunde GmbH 72138

Kirchentellinsfurt // Sport Brang 54584 Jünkerath // Bunert 47057

Duisburg // Bunert 42103 Wuppertal // Bungert 54516 Wittlich //

Canadian Husky 72764 Reutlingen // Intersport Elsässer 75172

Pforzheim // Intersport Gemo 79576 Weil am Rhein // Gerlspeck

85435 Erding // Sport Hanetzky 09618 Brand-Erbisdorf // Heart &

Sole 70597 Stuttgart-Degerloch // Gabriele Hering Schmuck und

Schuhe 01824 Königstein/Sächsische Schweiz // Carsch-Haus

40213 Düsseldorf // L & S Lauf- & Sport Shop 68229 Mannheim-

Friedrichsfeld // läuferlounge 70197 Stuttgart // Intersport Leffers

26382 Wilhelmshaven // Mammut Store 83646 Bad Tölz // Schuhhaus

Mätzold 04668 Grimma // Intersport Noack 09599 Freiberg //

Peter‘s Sport Team 53937 Schleiden // Schuhhaus Lutz Quaas

09125 Chemnitz // Sportshop Skora 02681 Schirgiswalde // Sport

Shop 37308 Heilbad Heiligenstadt // SpoWa zum Roß 06712 Zeitz

Elster // Süd-West Shop 89129 Langenau // Sport Schwab 73479

Ellwangen // Sport-Shop Radeberg 01454 Radeberg // Schuhhaus

Weber 04158 Leipzig // Sport-Tenne Stelzer 86668 Karlshuld //

Thiemrodt 99735 Nordhausen/Bielen // Roy u. Tilo Wagner GbR

08340 Schwarzenberg // Galeria Kaufhof 10178 Berlin // Galeria

Kaufhof 20095 Hamburg // Galeria Kaufhof 40212 Düsseldorf //

Galeria Kaufhof 46047 Oberhausen // Galeria Kaufhof 50667 Köln

// Galeria Kaufhof 60313 Frankfurt // Galeria Kaufhof 80331 München

// Lifestyle 92637 Weiden // Meier Sport 77833 Ottersweier // Fußgesundheit

Moldan 97877 Wertheim // Sport Schart 07407 Rudolstadt

// Bunert 41460 Neuss // Hoku Sport 79761 Waldshut-Tiengen //

Runner Shop 52062 Aachen // Sport Gulyas Laufsportzentrum

76135 Karlsruhe // PM-Outdoor 57299 Burbach // terrific.de 40210

Düsseldorf // Sportshop Rass 08304 Schönheide // Schuhhaus Hans

Wolf 82487 Oberammergau // Schuhhaus Winkler 86551 Aichach

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Ein Produkt der LOWA Sportschuhe GmbH


Inhalt

Alle Wanderziele in

der Übersicht

Brunavik S. 37

Homlongsætra S. 41

Helsinki S. 93

Fur S. 39

Scafell Pike S. 33

Kopenhagen S. 95

Bardsey S. 35

Amsterdam S. 83

New York S. 97

Brüssel S. 81

Belgien S. 13

Geultal S. 11

Luxemburg S. 15

Wilder Kaiser S. 21

Tannheimer Tal S. 25

Zürich S. 89

Zillertal S. 27

Kronplatz S. 57

Wien S. 85

Kitzbühel S. 87

Venedig S. 79

Grulicher Schneeberg S. 51

Gerlitzen S. 23

Pieninen Gebirge S. 47

Nationalpark Bükk S. 49

Val d‘Aran S. 67

Barcelona S. 91

Mallorca S. 69

Toskana S. 59

Pyrenäen S. 65

Korsika S. 61

Menorca S. 71

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4

Spezial|16

Gran Canaria S. 73

Zypern S. 63


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Inhalt

Benelux

IMPRESSUM

MEHR WANDERN.

MEHR WISSEN.

MEHR SPASS.

© rokamura, AleksandarNakic, 4FR, Snowshill, jesiotr9, bluejayphoto/istockphoto.com

8 Intro

11 Geultal

18 Intro

21 Wilder Kaiser

23 Gerlitzen

30 Intro

33 England

35 Wales

44 Intro

47 Polen

54 Intro

57 Kronplatz

59 Toskana

61 Korsika

63 Zypern

Österreich

Nordeuropa

Osteuropa

Südeuropa

13 Belgien

15 Luxemburg

25 Tannheimer Tal

27 Zillertal

37 Island

39 Insel Fur

41 Norwegen

49 Ungarn

51 Tschechien

65 Pyrenäen

67 Val d’Aran

69 Mallorca

71 Menorca

73 Gran Canaria

Stadtwandern

76 Intro

79 Venedig

81 Brüssel

83 Amsterdam

85 Wien

87 Kitzbühel

89 Zürich

91 Barcelona

93 Helsinki

95 Kopenhagen

97 New York

ehrlich • unabhängig • authentischWir sind

vor Ort

wanderlust

Alle hier vorgestellten Touren

wurden von uns selbst vor Ort

recherchiert, nachgewandert

und sorgfältig protokolliert. Wir

unterwerfen uns hier einem

Ehrenkodex, der uns wichtig

ist. Bei keiner unserer großen

Wanderreportagen finden Sie

versteckte Promotions, Kooperationen

oder als Redaktion

getarnte PR. Denn was gibt

es Schlimmeres, als in freier

Natur falsch informiert und

von Prospektmaterial in die

Irre geführt worden zu sein!?

Unseren gesamten Ehrenkodex

können Sie im Internet unter

www.wanderlust-magazin.

de/ehrenkodex nachlesen.

SPEZIAL 2016

VERLAG & ANZEIGENVERWALTUNG

SportCombi Verlag GmbH

Heerstraße 5 • D-58540 Meinerzhagen

Telefon 02354 / 7799-0

Fax 02354 / 7799-77

E-Mail info@sportcombi.de

Internet www.sportcombi.de

GESCHÄFTSFÜHRUNG

Thomas Brinkmann

LESERSERVICE

Fragen, Anregungen und Kritik bitte an:

leserservice@wanderlust-magazin.de oder an:

SportCombi Verlag GmbH,

Leserservice ,

Heerstraße 5 • D-58540 Meinerzhagen

REDAKTIONSANSCHRIFT

Schanzenstr. 36, Geb. 31a • D-51063 Köln

Telefon 0221 / 9608-400

Fax 0221 / 9608-550

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CHEFREDAKTEUR

Andreas Mayer

TEXT & GRAFIK

Redaktion wanderlust Ausgaben 2009 – 2014

KARTOGRAFIE

Jochen Fischer

DRUCK

Dierichs Druck+Media GmbH & Co. KG,

D-34121 Kassel

SPEZIAL erscheint unregelmäßig als

Supplement in der wanderlust.

Zurzeit ist der Anzeigentarif Nr. 47

vom 1. Januar 2015 gültig.

VERTRIEB EINZELHANDEL

IPS Pressevertrieb GmbH

Carl-Zeiss-Straße 5 • D-53340 Meckenheim

Telefon 02225 / 8801-0

EINZELHEFT 4,90 €

BESTELLUNG VON EINZELHEFTEN

nur gegen V-Scheck (Preis = Anzahl Hefte x 4,90

Euro + einmalig 2,50 Euro für Versand u. Verpackung

innerhalb Deutschlands; Österreich, Schweiz,

Benelux, Italien 5,00 Euro, übriges Ausland 6,30

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Ansprechpartner:

Erik Hornung (Ltg.) (DW -13)

Ulrich Onnasch (Sport) (DW -10)

Astrid Eisenblätter (DW -14)

Bei Nichtbelieferung ohne Verschulden des Verlages

oder infolge von Störungen des Arbeitsfriedens

bestehen keine Ansprüche gegen den Verlag.

Copyright für alle Beiträge: SportCombi Verlag.

Alle Verlags- und Nutzungsrechte liegen beim Verlag.

Vervielfältigung, Speicherung und Nachdruck

redaktioneller Beiträge und Nutzung der Daten in

elektronischen Medien nur mit schriftlicher Genehmigung

der SportCombi Verlag GmbH.

Gerichtsstand: Meinerzhagen

Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bilder

wird nicht gehaftet. Anspruch auf Ausfallhonorar,

Archivgebühren und dgl. besteht nicht. Namentlich gekennzeichnete

Beiträge müssen nicht die Meinung der

Redaktion wiedergeben. Änderungen und Kürzungen

der Manuskripte behält sich die Redaktion vor.

Alle in

veröffentlichten Touren und Daten,

wie Öffnungszeiten, Telefonnummern usw., sind nach

bestem Wissen aktuell recherchiert. Wir können

jedoch leider keine Haftung für die Richtigkeit der

Angaben übernehmen. Die Redaktion bittet um Verständnis,

wenn angekündigte Themen aus aktuellem

Anlass verschoben werden.

Gedruckt auf umweltschonendem, 100 % chlorfrei

gebleichtem Papier.

ist ein Titel der SportCombi-Gruppe.

6

Spezial|16


So schmeckt Bayern.


BeNeLux

© rokamura/istockphoto.com

8

Spezial|16


BeNeLux


BeNeLux

Von wegen

Einheitsbrei

Wie arrogant ist es eigentlich, drei völlig verschiedene, souveräne Staaten stets nur in einem

Atemzug zu nennen und mit Hilfe eines Kunstwortes zusammenzufassen? Dabei bieten Belgien,

die Niederlande und Luxemburg – Entschuldigung, auch von uns unter dem Stichwort Benelux

zusammengefasst – neben allen historischen, kulturellen und kulinarischen Verschiedenheiten

auch völlig unterschiedliche Wandergenüsse.

10

Ganz unschuldig an der Sippenhaft sind die drei Länder allerdings

nicht: Schließlich waren es die Belgier, Niederländer und

Luxemburger selbst, die 1944 eine Zollunion vereinbarten und

ihr genau diesen Namen gaben: Benelux. Die Union erneuerte

sich 2008 mit einem neuen Abkommen, in dem wirtschaftliche

Zusammenarbeit, nachhaltige Entwicklung, Justizkooperation

und die Angleichung der Innenpolitik behandelt werden. So

können unter anderem Polizisten aus den Benelux-Ländern

mittlerweile ohne Zustimmung

der anderen Länder deren Staatsgebiet im

Dienst betreten. Diese zwischenstaatliche

Kooperation geht also noch weiter als

das berühmte Schengener Abkommen

zur Abschaffung der Grenzkontrollen

innerhalb der Europäischen Union.

Auch wir wandern im Gleultal einfach

mal über Staatsgrenzen hinweg: Der

abwechslungsreiche Rundwanderweg „Via

Gulia“ führt durch eine Landschaft, die dazu

auch gerne mal ihre Kleider wechselt: mal

hügelig mit grandiosem Weitblick, mal am Bach

entlang auf romantischen Wegen – und das abwechselnd

auf belgischen oder niederländischen

Pfaden. In Belgien wandern wir wie im Märchen

an Schlössern entlang, in Luxemburg streifen

wir duch die herrlichen Wälder der Ardennen.

Apropos Ardennen: Heute steht der Begriff „Ardenne“ im

Singular für die belgischen Ardennen im Unterschied zu den in

Frankreich gelegenen Gebirgszügen nördlich von Charleville-

Mézières. Oder auch als Abgrenzung gegen die gesamte Region in

Frankreich, Luxemburg und Belgien einschließlich des

Spezial|16

Hohen Venn, dass „Ardennes“ oder „Ardennen“

genannt wird. Also von wegen Einheitsbrei ...

Das gilt erst recht für die kulinarischen Genüsse, die der

äußerste Nordwesten Kontinentaleuropas zu bieten hat.

Wer alle drei Länder nur auf Bier und Pommes reduziert,

liegt so falsch wie jemand, der Fuß- und Kopfteil

seines Schlafsackes verwechselt.

Luxemburg ist ein kulinarisches Schlaraffenland,

in dem sich auf den Tellern

der gutbürgerlichen Restaurants deutsche

Deftigkeit und Fülle mit französischem

Raffinement paaren.Und die zahlreichen

Meister der Grande Cuisine brauchen den

Vergleich mit dem benachbarten Frankreich

ebenfalls nicht zu scheuen: Von 750

Restaurants im Land haben zwölf einen

oder zwei der begehrten Michelinsterne.

In der niederländischen Küche gibt es alles

von einfachen bis zu deftigen Speisen. Wichtige

Bestandteile sind Gemüse, Milch, Butter, Käse

und Fisch. Bereits im 20. Jahrhundert kamen

indonesische Einflüsse hinzu und heute sagen

nicht wenige, dass beispielsweise Amsterdam das

Zentrum der modernen, internationalen Küche sei.

Und Belgien mit seinen an sich schon sehr unterschiedlichen

Regionen Wallonie, Brüssel und Flandern inklusive der jeweiligen

flämischen, französischen und deutschsprachigen Kulturund

Sprachgemeinschaften hat quasi auch drei unterschiedliche

Nationalküchen. Also noch einmal: Von wegen Einheitsbrei ...

© TheresaTibbetts/istockphoto.com


BeNeLux

Geultal

Wandern in zwei

Welten: das Geultal

Das Geultal ist ein Wanderparadies.

An Bächen und Felsen

entlang, durch Wiesen und Wälder,

vorbei an Mühlen und kleinen

Schlössern führen die Wege.

Verschiedene Rundwanderwege

zählen zur „Via Gulia“. Der Hauptweg,

56 Kilometer lang, beginnt an

der Quelle der Geul und endet an

ihrer Mündung in die Maas.

Typ: Rundwanderweg

Länge: 8 Kilometer

Dauer: ca. 2 Stunden

Markierung:

grün-weiß gestreiftes Schild

Höhenunterschied: ca. 120 Meter

Schwierigkeitsgrad: leicht

Höchster Punkt: 260 Meter

Beste Wanderzeit: ganzjährig

Start und Ziel: Platz St. Lambert in

Sippenaeken/Belgien

Wegqualität: festes Schuhwerk

erforderlich

Unterwegs im Geultal

Entlang der „Via Gulia“

Text: E. Neitz

Der abwechslungsreiche Rundwanderweg „Via Gulia“ führt

durch eine Landschaft, die gerne ihre Kleider wechselt:

mal hügelig mit grandiosem Weitblick, mal am Bach entlang

auf romantischen Wegen und dabei abwechselnd auf

belgischen oder niederländischen Pfaden.

Start ist der Platz vor der Kirche

St. Lambert im belgischen

Sippen aeken. Zunächst abwärts

an einem Friedhof und dann 200

Meter weiter an einer ehemaligen

Wassermühle vorbei, führt der

Weg direkt zu einem Campingplatz.

Nach der Holzbrücke über die

Geul knickt der Weg nach links

ab. Am Ende des Campingplatzes

verläuft die belgisch-niederländische

Grenze. Fast verborgen, hinter

einer Hecke, steht ein Grenzstein

1 . Parallel zur Geul leitet ein ausgetretener

Weg mit einer scharfen

Rechtskurve zu einer Gabelung

und dann rechts weiter zum Hoeve

Bervesj 2 . Kurz danach kommt

ein Drehkreuz. Vor dem nächsten

Drehkreuz befindet sich unterhalb

des leicht ansteigenden Weges die

Heimansgroeve (Heimansgrube) 3 .

Nach dem Drehkreuz windet sich

ein Trampelpfad bergauf quer über

die Wiese zum nächsten Drehkreuz

und endet weiter bergauf nach einem

weiteren Drehkreuz. Der Pfad

dahinter führt zu einer schmalen

Asphaltstraße. An der Gabelung

geht es links zum Weiler Camerig

4 . Alte Fachwerkhäuser mit roten

und blauen Fensterrahmen, die

inzwischen als Ferienwohnungen

dienen, säumen das Sträßlein. An

den Hauswänden oder an Bäumen

sind Wegkreuze zu sehen. Die

Straße biegt nach rechts, leicht

bergauf zu der Landstraße, die von

Vaals nach Epen führt. Nach ca. 20

Metern auf der Landstraße geht

der Weg – direkt am Verkehrsschild

„Sackstraße“ – links in einen

Feldweg hinein, der sich nach ca.

200 Metern rechts in den Wald

Vijlenerbos 5 hineinschlängelt.

Dieser Teilabschnitt, durch eng stehende

Fichten hindurch, wird auch

von Mountainbikern befahren, die

zuweilen nicht gerade langsam und

vorsichtig daherkommen. An der

Straße angekommen, verläuft die

Rundwanderung nochmals bergauf

entlang der Straße bis zu einem

Hinweisschild für einen Parkplatz,

der jedoch im Wald liegt. Hier

ist eine weitere „Via Gulia“-Tafel

aufgestellt. Der Weg links der Tafel

verläuft quer durch den Wald, bis

er an einer Straße endet. Auf der

anderen Straßenseite führt ein

schöner Hohlweg 6 bergab auf

eine Verkehrsstraße. Links, nach

ca. 10 Metern, beginnt der Feldweg,

der an Weidewiesen vorbei in

eine schmale Straße von Cottessen

Bekannt durch

hohen Besuch

Das Geultal in Südlimburg ist eine

der ältesten Touristenregionen

der Niederlande. Der Durchbruch

kam 1895 mit dem Besuch von

Königin Emma, die in dem damals

neu gebauten Valkenburger

Hotel Rooding mit ihrer Tochter

Wilhelmina ihre Ferien verbrachte.

Trotz Modernisierung sind der

Charakter des Palasthotels, erbaut

vom berühmten Amsterdamer

Architekten P.J.H. Cuypers, und die

zahlreichen Jugendstilelemente

erhalten geblieben.

Spezial|16

11


BeNeLux

Geultal

Anreisen und orientieren

Mit Bus und Bahn: Gute Verbindungen gibt es vom Bahnhof Heerlen/ Niederlande zum

Bahnhof Valkenburg/Niederlande. Busverbindungen zu den einzelnen Dörfern sind ab

Bahnhof Valkenburg möglich.

Mit dem Pkw: Von Köln erreicht man das Geultal am schnellsten über die A 4 nach Aachen.

Hinter der Grenze führt die A 79 Richtung Maastricht. Die Ausfahrt „Knoopunt Kunderberg-

Simpelveld“ nehmen, auf der N 281 weiter, die in das Geultal hineinführt.

Orientieren: Wanderkarten „Via Gulia“ und „Sipatsierkaat – Zuid-Oost Limburg“, erhältlich bei

Touristinformation „Stichting Zuid-Limburg“, www.vvvzuidlimburg.nl.

Auch die Wanderführer „Wandern im Mergelland – 13 Rundwanderungen“ (Petra Vanderheiden-

Berndt, Meyer & Meyer Verlag, 9,95 Euro) und „Wandern in Südlimburg“ (Ursula Kremer,

Isy Evy Zwolle, Meyer & Meyer Verlag, 9,95 Euro) enthalten Wanderwege im Geultal.

mündet. Am Ende der Siedlung,

nach „Hoeve Termoere“, biegt die

Route links ab. Zuerst kommt ein

kurzer Pfad, anschließend führen

einfache Holzstufen zu einem Bach,

der die Niederlanden von Belgien

trennt. Quer gelegte Rundhölzer

dienen hier als Übergang. Am

belgischen Ufer ist der Campingplatz,

der bereits am Anfang des

Weges durchquert wurde. Nun

schlängelt sich die Route am

Haupthaus und Spielplatz vorbei,

in Richtung Golfplatz Mergelhof.

Unterhalb des Golfplatzes zieht

der Weg vorbei zur restaurierten

Wassermühle Terbruggen 7 . Von

hier ist der Startpunkt, die Kirche

von Sippenaeken, bereits wieder

zu sehen. Bis zu ihr verläuft die

Strecke dann nochmals an der

Straße entlang.

Tourenhöhepunkte

Von Sippenaeken nach Vijlenerbos

Grenzstein: Die Grenzsteine

1

sind Zeitzeugen der wechselvollen

Geschichte dieser Gegend,

bevor sich hier ein Europa der

offenen Grenzen entwickelte.

Spuren von Römern, Karolingern,

Franzosen, Spaniern, Österreichern,

Preußen und natürlich

Niederländern sind hier zu finden.

Hoeve Bervesj: Um den Hof

2

herum sind viele Streuobstwiesen

angelegt, die in der

Sommerzeit herrlich blühen.

Heimansgroeve: In dieser

3

Steingrube findet sich 300

Millionen Jahre altes Gestein.

Der Naturforscher Eli Heimans

hat dort 1911 Fossilien gefunden.

Gesteinsformationen aus der

Karbon-Zeit liegen hier frei. Die

Steingrube ist nicht mehr in

Betrieb. An dieser Stelle befindet

sich eine seismologische Station.

Camerig: Im Weiler Camerig

4

sind alte, sehr schön restaurierte

Fachwerkhäuser zu sehen,

die teilweise zu Ferienwohnungen

umgebaut wurden, mit Bauerngärten

und Obstwiesen hinter den

Hecken. Im Sommer „ertrinken“

die Fachwerkhäuser in ihrer

Blütenpracht.

Vijlenerbos: Am Waldrand

5

liegen herrliche Aussichtsplätze,

die einen weiten Blick über

die sanfte Hügellandschaft bis

nach Belgien hinein erlauben.

Hohlweg: Der Hohlweg nach

6

Cottessen entstand im Lauf

der Jahrhunderte. Fuhrwerke,

Viehherden und abfließendes

Regenwasser formten diesen

schluchtartigen, tiefen Weg.

Wassermühle Terbruggen:

7

Die Mühle, erbaut um 1801,

ist die einzige Wassermühle,

die im belgischen Geultal noch

erhalten ist. Sowohl Mehlraum als

auch Mahlkammer und Speicher

mit Sackaufzug können besichtigt

werden. Bis 1984 wurden

hier Gersten- und Hafermehl zur

Fütterung von Schweinen und

Jungvieh hergestellt.

Etappenprofil 1

2 3 4 5 6 7

Am Wegesrand

Schlemmen und Schlummern:

Auberge Le Barbeau, Place Saint

Lambert, 4851 Sippenaeken, Belgien,

Tel.: 0032/87786950, www.barbeau.be,

Wanderlokal mit ausgezeichneter

regionaler Küche. De Pannekoekenmolen,

Molenweg 2a, 6172 NJ Gulpen,

Niederlande, Tel.: 0031/434503963,

www.depannekoekenmolen.nl,

köst liche Pfannkuchen, alte Wassermühle

zu besichtigen. De Smidse,

Hotel mit Ferienwohnungen,

Wanderrestaurant, Molenweg 9,

6285 NJ Epen, Niederlande, Tel.:

0031/434551253 www.smidse.nl,

empfehlenswert das Wanderer gericht

„Val dieu kaasje“. Gene Zijde,

Ferienwohnungen und Campingplatz,

Camerig 3, 6294 NA Vijlen, Niederlande,

Tel.: 0031/434551724 www.

vakantiegenezijde.nl Hotel Tummers,

Statiosstraat 21, 6301 EZ Valkenburg

a/d Geul, Nieder lande, Tel.: 0031/

436013741, www. hoteltummers.nl

Parkhotel Rooding, Neerhem 68,

6301 CJ Valkenburg a/d Geul,

Niederlande, Tel.: 0031/436013241,

www.parkhotelrooding.nl, ehemaliges

Palasthotel in Jugendstil-Atmosphäre.

Anschauen und Entdecken:

Eyneburg ist eines der schönsten

Bauwerke im belgischen Geultal.

Wird zurzeit restauriert, bietet über

das Jahr interessante Burgfeste.

Anfahrt über Aachen, Kelmis. Emmaburger

Weg, 26, 4728 Kelmis, Belgien,

www.eyneburg.com Kasteeltuin

Oud Valkenburg, Oud Valkenburg/

Schin op Geul, Tel.: 0031/434292684,

www.kasteeltuinoudvalkenburg.nl,

April bis Oktober, schöne traditionell

bepflanzte Gartenanlage.

Informieren und Fragen:

Touristinformation Stichting

VVV Zuid-Limburg, Hoofkantoor

Walramplein 6, 6300 AV

Valken burg a/d Geul, Niederlande,

Tel.: 0031/436098500, www.

vvvzuidlimburg.nl Verkehrsamt der

belgischen Ostkantone, 4780 St.

Vith, Belgien, Tel.: 0032/80227664,

www.eastbelgium.com Göhltalmuseum,

Maxstraße 9, 4720 Kelmis/

Belgien, Tel.: 0032/87657504, www.

klemis.be Wanderführer: Wanderkarte

„Via Gulia“ und Wanderkarte

„Sipatsierkaat – Zuid-Oost Limburg“

erhältlich bei Touristinformation

„Stichting Zuid-Limburg“, Göhltalmuseum

in Kelmis oder Verkehrsamt

der belgischen Ostkantone.

12

Spezial|16


BeNeLux

Belgien

In Belgiens Süden

Typ: Rundweg

Länge: 15,3 Kilometer

Dauer: ca. 5 Stunden

Markierungen: gelbes und blaues Dreieck,

weiß für GR Grandes Randonnées

Schwierigkeit: mittel

Höhendifferenz: 138 Meter

Beste Wanderzeit: ganzjährig in

trockenen Perioden

Start/Ziel: Chateur de Vêves, Rue de

Furfooz 3, 5561 Houyet, Belgien

Wegequalität: schnell matschig, teilweise

steinig, festes Schuhwerk und

Proviant notwendig

Wetterfeste Tourenkarte bestellen: Nr. WL120504. Anleitung siehe Seite 5.

Eine Runde mit zwei Schlössern

Wandern wie im Märchen

Text: F. Brauneck, Foto: A. Koprianoff

Alles dabei: Wälder und Wiesen, stille Dörfer und hohe

Felsen, die sich als Rastplatz mit tollem Ausblick empfehlen.

Highlight aber sind die beiden Märchenschlösser …

Wir starten am Schloss Vêves 1 .

Unterhalb an der N910 kann das

Auto geparkt werden, und von

dort gehen wir auf die Chaussée

Romaine, den gelben Dreiecken

folgend, in Richtung Gendron/

Gendron Gare. Die kleine Straße

führt bergauf, am Friedhof vorbei

und direkt in das Dörfchen mit den

typischen Natursteinhäusern. Bei

trockenem Wetter kann man auch

am Ortseingang den gelben Dreiecken

folgen und einen Hohlweg

direkt ins Dorf nehmen. Im Dorf

die Straße geradeaus, eine leichte

Anhöhe hoch und nach etwa zwei

Minuten rechts in einen Fahrweg

einbiegen, über Weiden und

Wiesen mit schönem Blick über

die Landschaft. Führt in Wald und

Dickicht, bei Nässe ist dieses Stück

extrem rutschig. Der Weg quert die

in Serpentinen abwärts führende

Straße dreimal, zur Not über die

kleine Straße bis Gendron Gare.

Die Auberge de la Lesse liegt direkt

neben der kleinen Bahnstation, ist

aber als Raststätte noch zu früh. Die

Lesse über die Brücke überqueren,

dann darunter links hindurch und

am Kajakverleih vorbei flussabwärts

laufen. Der Weg, markiert mit

blauen Dreiecken, führt durch ein

Naturschutzgebiet mehr oder minder

dicht am Ufer entlang. Passagen

mit meterhohen Fichten wechseln

sich mit Wiesen und dschungelartigen

Wäldern ab. Am rechten Ufer

werden die ersten schroffen Felsformationen

sichtbar. Nach etwa einer

Dreiviertelstunde erreichen wir Les

Aiguilles de Chaleux 2 , Felsnadeln,

die am gegenüberliegenden

Ufer der Lesse bis 70 Meter in den

Himmel ragen. Hier bietet sich eine

Bank für eine Rast an – mit Blick

auf die Felsterrasse, auf der wir

die zweite Pause einlegen werden.

Weiter geht es jetzt über den

Fußweg der Eisenbahnbrücke über

die Lesse – Achtung, die Zugführer

lassen gerne ein lautes Signal

ertönen! Unter der Brücke hindurch

in den Wald von Chaleux (Bois

de Chaleux), am rechten Ufer der

Lesse flussabwärts. Etwa nach 30

Minuten wieder eine Überquerung

der Lesse über eine Bahnbrücke,

um einen Abstecher zum Schloss

Walzin 3 zu machen. Der Weg

verläuft am linken Ufer der Lesse

und endet an einer Furt gegenüber

Mühle und Schloss. Daher heißt es

dann: zurück bis zur Bahnbrücke,

diese wieder überqueren und jetzt

wieder den blauen Dreiecken folgen

in Richtung Furfooz 4 . Es geht

etwa 20 Minuten steil bergan, und

der Weg ist felsig, bis man auf 200

Metern Höhe die Spitze der Nadeln

von Chaleux erreicht 2 . Eine Bank

Sportlich: Kajakfahrer sind auf

der Maas in ihrem Element

mit herrlichem Blick lädt zur Rast

ein. Das blaue Dreieck führt über

Felder ins Dörfchen Furfooz mit typisch

wallonischen Natursteinhäusern.

Am Ortsausgang nicht in den

Parc de Furfooz, sondern links hoch

dem blauen Dreieck über einen

zunächst asphaltierten Weg in den

Wald folgen. Wieder geht es durch

Felder. An einer Linde zur Rechten

die Schilder missachten und links

den Fahrweg nutzen. Führt nach

etwa sieben Minuten zu einem Ort

namens Gratte-Cul („Kratz dich am

Hintern“). Nächsten Feldweg scharf

rechts über die Anhöhe Richtung

Vêves (an einen Strommast gepinselt).

An der Straße Richtung Celles/

Vêves bis zum Schloss.

Spezial|16

13


BeNeLux

Belgien

Anreisen und orientieren

Mit der Bahn: Mehrmals täglich mit dem Hochgeschwindigkeitszug Thalys

Köln-Aachen-Lüttich-Brüssel sowie ICE-Verbindungen aus Süddeutschland.

www.bahn.de, www.thalys.com.

Bahnfahren in Belgien: http://www.b-rail.be/main/D/

Mit dem Auto: Dichtes Autobahn- und Nationalstraßennetz. Über die Autobahn

A3 von Aachen nach Lüttich/Liège, über die A 15 nach Namur ins Maastal

(Dinant). Oder hinter Aachen Richtung Eupen – Malmedy ins Hohe Venn.

Orientieren: Belgien Tourismus Wallonie – Brüssel, Cäcilienstr. 46,

50667 Köln, Tel.: +49 221 277 59 0

Weitere Infos im Internet: www.belgien-tourismus.de

Botschafter „Wallonie

für Genießer“

Diesen Ehrentitel

trägt Michael

Vancraeynest,

39, Koch und

Betreiber des

Restaurants „La

Fermette“ in

Falaën. Vergeben

wird er vom Tourismusverband an

Top-Restaurants und -Köche ohne

Stern, die mehr Aufmerksamkeit verdienen.

Sie stehen für typische, regionale

Küche. Er bietet in seinem Haus

gehobene Küche an, die sich hinter

der französischen nicht verstecken

muss. Tradition trifft hier Moderne.

Regionale Produkte sind wichtiger Bestandteil

seines Speiseplans. Es sei ein

großes Kompliment, wenn Gäste ihm

bescheinigen, dass seine Gerichte sättigen

ohne zu füllen – ein Umdenken

im Anspruch sei spürbar. Frittiertes

gibt es wegen des Geruchs nicht.

Aber er isst auch mal gerne Pommes

frites, wenn der belgische Klassiker

traditionell zubereitet ist: Geschnitten

aus Bintje-Kartoffeln, gegart in zwei

Gängen, erst bei 150 Grad, abkühlen

lassen und bei 170 Grad bräunen. Das

Fett sollte eine Mischung aus Rinderund

Pflanzenfett sein, mit einem

Schuss Pferdefett!

Tourenhöhepunkte

Natur pur zwischen zwei Schlössern

Schloss Vêves: Erste Bauten,

1

vermutlich bereits im 7.

Jahrhundert, der weitere Aufbau

erfolgte um 1230, nach Brand dann

Wiederaufbau im 15. Jahrhundert

als Renaissancebau. Auf dem

Grundriss eines unregelmäßigen

Dreiecks, flankiert von sechs runden

Türmen entstand das Schloss,

wie es sich heute präsentiert. Seit

jeher ist es von einem Adelsgeschlecht

bewohnt und im Inneren

prachtvoll ausgestattet. Eine

Besichtigung ist möglich.

Les Aiguilles de Chaleux:

2

Am Rande des Naturschutzgebietes

erheben sich die Felsformationen

wie einzelne Nadeln

etwa 50 bis 70 Meter über die

Lesse. Die Kalkablagerungen sind

Etappenprofil

1

325 Millionen Jahre alt und wurden

vor etwa 250 Millionen Jahren

aufgefaltet. Das weichere Gestein

zwischen den Platten verschwand

durch Erosion und übrig blieben

die beeindruckenden Felsspitzen.

Im Jahr 1929 wurde der als Kerze

(Franz.: „Chandelle“) bezeichnete

Teil der Felsformation an der

Lesse das erste Mal bestiegen. Bis

heute werden hier Klettertouren

organisiert.

Schloss Walzin gilt als das

3

größte Belgiens, erbaut im

11. Jahrhundert. Es diente der

Stadt Dinant als Vorposten. Nur

von Süden zugänglich. Sonst ist das

Schloss uneinnehmbar in 50 Meter

Höhe auf Felsen am Ufer der Lesse

positioniert. Wegen Lehensver-

2 3 4

pflichtungen der Burgherren im

15. Jahrhundert in die Mühlen

kriegerischer Auseinandersetzungen

geraten, wurde es durch

französische und österreichische

Armeen geplündert und beschädigt.

Nach der fast totalen Zerstörung

durch die französischen

Revolutionstruppen 1793 erfolgte

Ende des 19. bis Anfang des 20.

Jahrhunderts die Restaurierung

des mächtigen Bauwerks mit über

100 Meter Fassade flussseits und

herrlichen Gartenanlagen. Das

Schloss wird aktuell bewohnt von

der Familie der Grafen Limburg-

Styrum, einer Adelsfamilie mit

Wurzeln bis ins 12. Jahrhundert.

Rastplatz oberhalb der Felsen

4 von Chaleux.

Belgien steht für

höchste Gastlichkeit

Schlemmen und Schlummern:

Chambre d’hôtes L’échappée belle,

Wohlfühlen à la „modern trifft alt“ in

dörflicher Ruhe, 85 bis 100 Euro mit

Frühstück pro Nacht, Rue de la Gare 10,

B-5522 Falaën, Tel.: 0032/(0)822/28809,

www.lechappeebelle.be

La Fermette, 30 Rue du Chateau

Ferme, B-5522 Falaën. Tel.: 0032/

(0)82/688668, Mittwochs geschlossen,

3-Gänge- Menue „Sorgenfrei“ inklusive

Getränke 50 Euro, www.lafermette.be

Moulin de Lisogne, Hotel-Restaurant,

alte Mühle mit herrlichem Garten,

Rue de Lisonette, B-5501 Lisogne, Tel.:

0032/(0)822/26380, www.moulin-delisogne.be

Hôtel des Bains, Hotel

mit Spa-Bereich, das Restaurant liegt

direkt am Seeufer, Lac de Robertville,

Haelen 2, B-4950 Robertville, Tel: 0032/

0)80/679571, www.hoteldesbains.be

Besichtigen und Entdecken:

Schloss Vêves, Besichtigungen Mai bis

Sept. 10–18 Uhr, April, Okt. u. Nov. 10–17

Uhr, Mo. geschl., Gruppenführung nach

Anm. ganzj., Caféteria, Noisy, 5, B-5561

Celles-Houyet, Tel.: 0032/(0)82/666395,

www.chateau-de-veves.be Bootstour

auf der Maas ab Dinant, 2 Stunden

bis ganztags, www.bateaux-meuse.be

Wandern im Hohen Venn: www.

naturpark-hohesvenn-eifel.de

Burg Reinhardstein, bietet auch

deutschsprachige Führungen, Chemin du

Cheneux 50, B-4950 Ovifat, Tel.: 0032/

(0)80/446868, www.reinhardstein.net

Informieren: Belgien Tourismus

Wallonie-Brüssel, Cäcilienstraße 46,

D-50667 Köln, Tel.: 0221/277590,

www.belgien-tourismus.de

Die schönsten Dörfer der Wallonie:

www.beauxvillages.be Verein

diplomierter Fremdenführer in

der Euregio Maas-Rhein VdF, 0032/

(0)87/740402, www.vdf.eu.com

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Spezial|16


BeNeLux

Luxemburg

Wenn’s ein bisschen

mehr sein darf ...

Typ: Streckenwanderung

Länge: 25,3 km

Dauer: 8 Stunden

Markierung: Escapardenne-Eisleck-

Trail, weiße Welle auf blauem Grund

Schwierigkeit: gemischt, steile

Abschnitte

Steigung/Gefälle: 473 m/256 m

(217 Höhenmeter)

Beste Wanderzeit: Frühjahr bis

Herbst

Start/Ziel: Bahnhof von Kautenbach/Bahnhof

in Clervaux, dort

öffentlicher Parkplatz gebührenfrei

Herrliche Wälder im Norden Luxemburgs

Wanderspaß mit Ausstiegsmöglichkeiten

Auch wenn die Hügel so sanft erscheinen – wer in den Ardennen längere Strecken macht, spürt das Auf und Ab abends

in den Waden. Auf dieser Etappe kann man in den Zug steigen, wenn es doch zu viel wird. Aber der Weg ist so schön,

dass man gar nicht aufhören mag.

Text: F. Brauneck

Start ist am 1 Bahnhof von

Kautenbach, den wir mit

dem Zug von Clervaux aus

erreichen sind. Es geht auf

kleinen Pfaden bergauf und in

einer Schleife um Kautenbach

herum durch Wälder und

Ginsterfelder. Nach einer guten

Stunde gibt es einen ersten

Aussichtspunkt mit Blick ins

Tal auf das Flüsschen Wiltz.

20 Minuten später überqueren

wir die Clerf am Campingplatz

von Kautenbach. Nach einer

weiteren halben Stunde bergauf

über einen Fahrweg ist die 2

Schüttburg oder Schibberech

erreicht. Eine Stunde führt

der Weg durch Wälder, über

einen kleinen Zufluss zur Clerf

und über einen mit Ginster

bewachsenen Hügel zum 3

Künstlerdorf Lellingen. Ein

Abstecher durch das hübsche

Dorf lohnt sich, und eine

Möglichkeit zur Einkehr gibt es

auch. Im Dorf überqueren wir

die Clerf und die Gleise und

kehren auf den Trail zurück. An

Weiden entlang geht es etwa

zehn Minuten, bis der perfekte

4 Pausenplatz kommt: eine ergonomisch

geformte Holzbank

mit Blick ins nächste Tal. Nach

einer halben Stunde Marsch

durchqueren wir die Orte

Wilwerwiltz und Enscherange

und steigen hoch Richtung Lou/

Drauffelt zum 5 Kiischpelter

Sonnekrees. Hinter der Hochebene

geht es hinunter ins Tal.

Über die Kreuzung der Straße

nach Drauffelt und Munshausen

hinweg und rechts hoch

wieder in den Wald. Geradeaus

kann man die Tour abbrechen

und in Drauffelt in den Zug

nach Clervaux steigen. Oder

man geht die restlichen acht

Kilometer durch herrlichen

Wald. Wer fit genug ist, kann

nach gut drei Kilometern auch

noch einen Abstecher zum 6

Museumsbauernhof Robbesscheier

machen. Kein falscher

Ehrgeiz: Der Abstecher ist nur

einen Kilometer lang, aber

der Anstieg am Ende dieser

Wanderung ist recht anspruchsvoll,

und das Ziel könnte auch

ein eigener Tagesausflug sein.

Ardenne oder Ardennen?

Ansonsten geht es durch den

Wald hinauf auf eine weite Ebene,

und ein herrlicher Blick auf

die majestätische 7 Abtei von

Clervaux öffnet sich links. Der

Weg zieht sich nun gemächlich

hinunter ins Tal der Clerf, an

der 8 Loretokapelle vorbei,

und nach einer halben Stunde

erreicht man den Bahnhof im

Zentrum von 9 Clervaux.

Keltisch „Arduina“, das ins Lateinische übertragen wurde: „Ardvenna“ –

wahrscheinlich eine Beschreibung der wechselhaften Landschaft. Heute

steht „Ardenne“ im Singular für die belgischen Ardennen im Unterschied

zu den in Frankreich gelegenen nördlich von Charleville-Mézières. Oder

als Abgrenzungen gegen die gesamte Region in Frankreich, Luxemburg

und Belgien einschließlich Hohes Venn als „Ardennes“ oder „Ardennen“.

Wissenschaftlich steht Ardenne für ein Hochland mit kargen Böden,

vorrangig Schiefer, Sandstein und Quarzit aus dem Kambrium und Devon

vor etwa 400 bis 500 Millionen Jahren.

Spezial|16

15


BeNeLux

Luxemburg

Anreisen und orientieren

Mit der Bahn: Bahnhöfe Clervaux, Drauffelt, Wilwerwiltz, Kautenbach nach

Luxemburg Stadt mit der Linie 10, Informationen über www.cfl.lu (Hinweise auf

den nächsten Bahnhof auch auf dem Eisleck-Trail selbst)

Mit dem Bus: Informationen zum luxemburgischen Busnetz über www.mobiliteit.lu

Mit dem Pkw: Von Norden und Westen über Aachen A 4, Richtung Lüttich E 40,

E 42 Richtung Trier/Spa, Ausfahrt St. Vith, über N 62 Richtung Clervaux.

Von Süden über Trier, E 44 nach Luxemburg Stadt, über N 7 nach Clervaux.

Orientieren: „Escapardenne Eisleck-Trail“ Marie-Eve Castermans, Sebastien Este,

Yves Kail, Michèle Paligot, Claude Schiltz. ISBN 978-2-919920-03-7

Tourismusbüro Ardennes Luxembourgeoises, 7, Rue de l’independence, L-9532

Wiltz, Tel.: 00352 26950566, www.ardennes-lux.lu

Tourenhöhepunkte

Bäume – dazwischen schöne Zwischenräume

1

Am Bahnhof von

Kautenbach durch

Eichenniederwälder und

Ginster felder geht es zur

2

Schüttburg oder Schibberech

auf Luxemburgisch.

Sie ist nicht von innen zu

besichtigen, aber der trutzige

Schieferbau ist auch von

außen ein imposanter Anblick.

Wie die meisten der 60

Burgen im Land im Mittelalter

entstanden. Kurzzeitig

eine Jugendherberge, nach

den Zerstörungen im Zweiten

Weltkrieg restauriert. Der

Abstecher in das Künstlerdorf

3

Lellingen ist empfehlenswert.

Eine Furt geht

mitten durch den Ort. Am

Nationalfeiertag am

Etappenprofil

1

23. Juni öffnen die Künstler

ihre Scheunen-Ateliers.

Perfekter Pausenplatz:

4

Oberhalb von Lellingen

lädt eine körpergeformte Bank

zwei Personen zu einer komfortablen

Mittagspause ein.

Blick über das Tal der Clerf

bis zu den Anhöhen hinter

den Örtchen Wilwerwiltz und

Enscherange auf den

Kiischpelter Sonnekrees,

dem einzigen

5

Schnittpunkt eines Breitenund

Längengrades in Luxemburg:

50 Grad Nord und 6

Grad Ost. Abstecher zum

Museumsbauernhof

6

Robbesscheier und

mittelalterlicher Kirche in

Munshausen möglich, nur ein

Kilometer, aber steil – besser

als separater Ausflug. Auf der

Hochebene links Blick auf die

7

Benediktinerabtei Sankt

Mauritius: 1909/10 im

neo-romanischen Stil erbaut.

In der Krypta gibt es eine

Fotoausstellung zum Leben

und Wirken der Benediktiner.

Das Kloster ergibt einen Extra-

Ausflug von Clervaux aus.

8

Loretokapelle am Rand

von Clervaux im ehemaligen

gräflichen Park. 1762

im Rokokostil in der Zeit der

Aufklärung erbaut.

9

Clervaux: Die mächtige

Pfarrkirche thront

mit ihren dominanten

Doppeltürmen neben dem

Schloss über dem Ort. Erbaut

2 3 4 5 7 8 9

wurde sie 1910 im rheinischromanischen

Stil mit schönen

Mosaikarbeiten am Portal.

Der älteste Teil des Schlosses

Clerf oder Clervaux entstand

im 12. Jahrhundert. Über die

Jahre gab es viele Erweiterungen;

während der Ardennenoffensive

im Dezember

1944 ist es vollständig ausgebrannt.

Inzwischen konnte

es umfassend restauriert

werden und ist Heimstatt

für drei Museen: die Fotosammlung

„Family of Man“

aus dem Museum of Modern

Art MoMA, das Museum der

Ardennenschlacht und eine

Ausstellung von Modellbauten

sämtlicher Schlösser

in Luxemburg.

Bestens gerüstet

Schlemmen und schlummern:

Au Coeur des Ardennes, Hotelvereinigung

am Eisleck-Trail mit

Angeboten für Wanderer, 11,

am Duerf, L-9746 Drauffelt,

Tel.: 00352/921415, www.hotelsardennes.lu

Hotel du Commerce,

gepflegtes Res taurant, Schwimmbad,

Sauna, Kosmetik, moderne

Zimmer, kostenloses Wi-Fi, mitten

im Ort und ruhig gelegen, 2 rue de

Marnach, L-9709 Clervaux,

Tel.: 00352/921032,

www. hotelducommerce.lu

Café au Chocolat, eigene Herstellung

von Torten und Pralinen

aus fair gehandelter Schokolade.

Spezialität des Hauses: Saint

Honoré – Torte mit Crème légère

und Kirschwasser. Place Princesse

Maria Teresa, L-9709 Clervaux

Rackésmillen – älteste Wassermühle

Luxemburgs in Enscherange.

Besichtigungen und Infos

zur Ferienwohnung im alten

Wohnhaus des Müllers unter

Tel.: 00352/9217451

Informieren:

Alle Informationen rund um

Luxemburg und die Ardennen:

Luxemburgische Botschaft,

Klingelhöferstr. 7, D-10785

Berlin, Tel.: 030 2575773,

www.visitluxembourg.com/de

Regionales Tourismusbüro

Luxemburger Ardennen, 7, Rue

de l’Independance, L-9532 Wiltz,

Tel.: 00352/26950566,

www.ardenne-lux.lu

Tourist Center Clervaux, 11,

Grand Rue, L-9710 Clervaux,

Tel.: 00352/920072, www.

destination-clervaux.lu

Besichtigen und erleben:

Museum im Schloss von

Clervaux mit der Fotoausstellung

„The Family

of Man“ aus dem MoMA.

Geöffnet von März bis Dezember,

www.steichencollections.lu

16

Spezial|16


Kultur

erwandern!

Wer mit Studiosus wandert, freut sich über

• die einzigartige Kombination aus Natur, Kultur und

spannenden Begegnungen mit Einheimischen

• das breite Angebot – von Armenien bis Zypern, von

Andalusien bis Südafrika

• den erstklassigen und zertifizierten Reiseleiter, der

die schönsten Wege kennt und weiß, welche

Sehenswürdigkeiten man gesehen haben muss

• Wanderungen für jeden Geschmack – von kurz bis lang

• die Inklusivpreise, die Planungssicherheit geben

• den praktischen Gepäckservice – während der

Wanderungen transportiert der Bus Rucksäcke und Koffer

Fordern Sie unseren Wanderkatalog an:

00 800/24 01 24 01 oder www.wandern-studiosus.com

Wander-

Studienreisen

Intensiverleben

Intensiverleben


Österreich

© 4FR/istockphoto.com

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Spezial|16


Österreich


Österreich

Im Olymp des

Wanderns

Für viele Deutsche ist Österreich immer noch der Inbegriff der perfekten Wanderdestination.

Und für die Österreicher selbst sowieso. Und zugegeben: Unser südliches Nachbarland

beherrscht den so begehrten Mix aus Bergen, Tälern, Wiesen, Gastlichkeit und perfektem

Service wie kaum ein zweites und spielt damit völlig zurecht in der absoluten

Champions League des Wanderns – und zwar egal zu welcher Jahreszeit.

Die Berge und Täler, die grandiosen Aussichten,

saftigen Wiesen, die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt

in den Alpen und die Aussicht auf eine gepflegte

Jause – die traditionelle (Zwischen-)Mahlzeit mit Brot, Wurst

und Speck – lassen jedes Wanderherz höher schlagen. Ob

in den mächtigen Tiroler Bergen, in der Steiermark, in

Kärnten oder dem Salzburger Land – Österreich vereint all

die Genüsse, die moderne Wanderer heutzutage suchen.

Gipfel, Seen und Hüttenjause sogar mit Live-Musik

gibt es zum Beispiel am berühmten Wilden Kaiser.

Wir zeigen, wie Sie in drei Tagen beide Ketten

des Kaisergebirges überschreiten und mit der

Pyramidenspitze und der Hinteren Goinger

Halt zwei großartige Aussichtsgipfel

genießen können. Die Gaudeamushütte

liegt an der Südseite des Wilden

Kaisers in grünem Almgelände.

Für Tagesausflügler schnell

erreichbar vom Großparkplatz an

der Wochenbrunner Alm, für eine

authentische Jause zeigen wir Ihnen,

wie Sie per Erlebniswanderung dorthin

kommen. Das Ziel der Tour ist der glasklare Hintersteiner

See, 900 Meter hoch gelegen in der Kaiser-Gemeinde

Scheffau. Er ist 36 Meter tief und lädt den müden Wanderer

zum Schwimmen ein. Zwischen Parkplatz und Gasthof findet

sich am Ufer das öffentliche Strandbad mit herrlichen Liegewiesen.

Eine Wohltat nach dem sich hinziehenden Wilden-

Kaiser-Steig, der zwischen Gruttenhütte und Steiner Hochalm

mit der bekannten Etappenstrecke Adlerweg zusammenfällt.

Ebenfalls ganzjährig ein echtes Naturspektakel: Die

kleinen und großen Gerlitzen-Rundwanderwege in Kärnten

oder das Tannheimer Tal, in dem jeder – unabhängig von

Jahreszeit und Kondition – auf seine Kosten kommt.

Passend dazu haben wir für dieses Tourenspecial drei

spannende Winterwanderungen für Sie herausgesucht.

Im Zillertal folgen wir der Spur des Wassers. Eine verhältnismäßig

einfache Wanderung führt uns zuerst auf die idyllische

Wimmertalalm und schließlich

durch einen Zauberwald

mit beeindruckenden

Naturerlebnissen. Wasser

ist dabei immer in der

Nähe. Der absoluter Höhepunkt

des Tages: der große

Wasserfall des Wilderbaches.

Für Botanikliebhaber ein

Zusatztipp: Auf Hin- und

Rückweg von der Bergstation

Isskogel aus hoch zum

Gipfel findet man typisch

alpine Höhenpflanzen wie die

Alpenrose und auch verschiedene Enziane.

Wandern für alle Sinne – das ist und bleibt eben doch die

Domäne Österreichs. Und als Nachtisch freuen wir uns auf

Kaiserschmarrn, Apfelstrudel, Marillenknödel, Topfen-

Palatschinken, Moosbeer- oder Apfelkiacherl, Salzburger

Nockerl und natürlich eine der vielen leckeren,

österreichischen Kaffeespezialitäten ... hmmm!

© Natbasil/istockphoto.com

20

Spezial|16


Österreich

Wilder Kaiser

Am Wilden Kaiser

Typ: Streckenwanderung

Länge: ca. 28,7 km

Dauer: 3 Tage (über Anton-Karg-

Haus/Hans-Berger-Haus 4 Tage)

Schwierigkeit: mittel, Trittsicherheit,

Schwindelfreiheit und

gute Kondition erforderlich

Höhendifferenz: 1.283 Hm

Beste Wanderzeit: September

(möglich zwischen Ende Juni und

Mitte Oktober, Öffnungszeiten der

Hütten beachten)

Start/Ziel: Durchholzen 60, 6344

Walchsee (Parkplatz/Bushaltestelle

Sommerrodelbahn)/Scheffau am

Wilden Kaiser (Hintersteiner See)

Wegequalität: unbefestigt, überwiegend

schmale Bergpfade und

Klettersteige, zum Teil ausgesetzt

und drahtseilgesichert (vor allem

Pyramidenspitze, Eggersteig,

Steinerne Rinne und Klammel)

Von Durchholzen bis zum Hintersteiner See

Kaiserlich wandern

Text: M. Wegener

In drei Tagen beide Ketten des Kaisergebirges überschreiten

und mit der Pyramidenspitze und der Hinteren

Goinger Halt zwei großartige Aussichtsgipfel genießen.

Vom Parkplatz an der Sommerrodelbahn

in Durchholzen führt das

beschilderte Sträßchen Richtung

Pyramidenspitze (Weg 816). Man

hält sich rechts, es geht ordentlich

bergauf zur Großpoitneralm, dann

dem Wiesenweg folgend bergauf

bis zur Winkelalm (Dauer ca. 1,5

Stunden). Danach verläuft der

Weg steil bergauf über die Spuren

an den rechten oberen Rand des

Winkelkars. Hier beginnen die

Drahtseile des leichten Klettersteiges,

weiter geht’s steil aufwärts

bis zu einem schönen Bergsattel

und zuletzt über Krampen zum

Gipfelkreuz der Pyramidenspitze

1 (1.997 Meter, Dauer ca.

2,5 Stunden). Danach auf dem

Öchselweidkar (Weg 835) steil

abwärts in Richtung Stripsenjoch.

Am Abzweig des Höhenweges

(Weg 811) links durch den Wald

(Dauer ca. 1 Stunde). Vorbei an

der Kaiserquelle 2 zur Hochalm,

den Schildern zum Feldalmsattel

weiter folgen bis zum Stripsenjoch

und dem gleichnamigen

Haus 3 (Dauer ca. 3 Stunden).

Am nächsten Tag weiter auf

der ausgeschilderten Route zur

Gaudeamushütte (Weg 812), kurz

bergab, dann sofort rechts zum

drahtseilgesicherten Eggersteig.

Der ist zunächst eben, führt dann

an Drahtseilen aber steil durch

die Steinerne Rinne 4 auf den

Sattel des Ellmauer Tors (Dauer ca.

2,5 Stunden). Von hier ist ein leichter,

gut markierter Abstecher auf

den Aussichtsgipfel der Hinteren

Goinger Halt (2.192 Meter) möglich

(zusätzlich 1,5 Stunden, am

besten ohne Gepäck). Über den

Anstiegsweg zurück zum Ellmauer

Tor und den weiteren Wegweisern

zur Gaudeamushütte durch das

steile Kübelkar folgen, den rechts

abzweigenden Jubiläumssteig zur

Gruttenhütte nicht weiter beachten

und weiter bis zu den Almen

der Gaudeamushütte 5 absteigen

(Dauer ca. 1,5 Stunden). Die

dritte Etappe führt zunächst kurz

leicht bergan zurück Richtung

Ellmauer Tor, bis der Weg an einer

gut beschilderten Kreuzung links

ins Klamml (Weg 824) abknickt.

Dem gewundenen Pfad folgen, bis

er steiler wird, eine kleine Leiter

mit Kettensicherung erklimmen.

Schließlich wird es wieder flacher

bis zur Gruttenhütte (Dauer ca. 1

Stunde). Ab hier dem gut bezeichneten

Wilden-Kaiser-Steig (WKS,

Weg 823) bis zur Steiner Hochalm

folgen (Dauer ca. 3 Stunden). Nun

steil bergab (Weg 882) zum von

oben gut sichtbaren Hintersteiner

See, zunächst wieder durch

Wald, das letzte Stück über eine

befestigte Straße zum öffentlichen

Freibad am Hintersteiner

See 6 . (Dauer ca. 1 Stunde). Nach

Scheffau am besten mit dem Taxi

oder eine Stunde an der Straße

entlang bis ins Dorf.

Gebirge mit

Geschichte

Bereits vor 5.000 Jahren war das

Kaisergebirge besiedelt, aber erst

als Kaiser Friedrich Barbarossa

im Jahre 1174 die Burg Ebbs

erwarb, bekam das Kaisergebirge

seinen Namen. Mit „ Wild“ wurde

ausgedrückt, dass das Gebiet

unproduktiv und nicht anbaufähig

war. In der zweiten Hälfte des

19. Jahrhunderts wurde das

Gebirge dann auch touristisch

äußerst beliebt. Durch die bizarren

Felsformen entstanden zahlreiche

Sagen: An einem Berg soll ein

Bauer etwa Baumrinden in den

Wänden verteilt haben, damit die

Gemsen abstürzten und er sie verzehren

konnte. Allerdings stürzten

dann auch seine Schafe in den Tod,

und das Massaker brachte dem

Berg den Namen „Fleischbank“.

www.wilderkaiser.info

Spezial|16

21


Österreich

Wilder Kaiser

Anreisen und orientieren

Mit dem Flugzeug: Flughäfen Salzburg und Innsbruck je 90 km entfernt.

Mit Bus und Bahn: Der nächste Bahnhof liegt in Kufstein (ca. 18 km von Walchsee-Durchholzen

entfernt). Dieser ist mit Zügen aus München oder Rosenheim

bequem zu erreichen. Dort mit dem Regionalbus 4030 nach Durchholzen, Infos

und Fahrtzeiten über den Verkehrsverbund Tirol, www.vvt.at

Mit dem Auto: Autobahn A 8 München–Salzburg, am Inntaldreieck A 93 in Richtung

Kufstein/Innsbruck/Brenner bis zur Ausfahrt Oberaudorf, über Niederndorf und

Primau (Straße 172) nach Durchholzen (vignettenfrei).

Orientieren: „DAV Alpenvereinskarte 08: Kaisergebirge“, Maßstab 1:25.000 mit

Wegmarkierungen und Skirouten, Januar 2012, ISBN-13: 978-3928777230,

9,80 Euro. „Wanderkarte 301, Kufstein – Kaisergebirge – Kitzbühel“, Maßstab

1:50.000, Freytag Berndt und Artaria KG, ISBN-13: 978-3850847100, 7,95 Euro.

Tourenhöhepunkte

Gipfel, Seen und Hüttenjause mit Live-Musik

1

Pyramidenspitze: Nur

zwei Meter fehlen dem

beliebten Gipfel im Zahmen

Kaiser zur 2.000er-Marke.

Er kann über einen leichten

Klettersteig von Durchholzen aus

erreicht werden und bietet einen

bestechenden Ausblick in alle

umliegenden Gebirgsgruppen,

vor allem aber auf die Kette des

Wilden Kaisers. Dessen höchster

Berg, die Ellmauer Halt, überragt

die Pyramidenspitze immerhin

um gut 350 Meter.

Kaiserquelle: Der steile

2 Abstieg von der Pyramidenspitze

durch das latschendurchsetzte

Öchselweidkar heizt

sich im Hochsommer stark auf.

Da ist der Wanderer froh, dass

sich kurz nach der Einmündung

in den Höhenweg 811 Richtung

Etappenprofil

1

Hochalm die Kaiserquelle mit

klarem Bergwasser verbirgt. Der

Wegweiser ist allerdings leicht

zu übersehen, jedenfalls eher als

der Abzweig nach Hinterbärenbad

zum Anton-Karg-Haus. Wer

Zeit hat, kann über diesen Weg

die Etappe verkürzen und dann

am nächsten Tag zum Stripsenjoch

aufsteigen (Variante).

3

Stripsenjoch: Das Stripsenjochhaus

bietet 160 Betten

in Zimmern oder Matratzenlagern.

Am Stripsenkopf sind

außerdem mehrere spannende

Übungsklettersteige eingerichtet

– wer etwas mehr Zeit hat, kann

hier sehr gut einen Trainingstag

einschieben.

4

Steinerne Rinne: Besonders

eindrucksvoll ist die

Durchsteigung der Steinernen

Rinne, eine der anregendsten

Touren in den Ostalpen. Klettersteigausrüstung

und vor allem

ein Helm gegen Steinschlag sind

empfehlenswert. Im 2.000 Meter

hoch gelegenen Ellmauer Tor,

das den Übergang auf die Südseite

markiert, bietet sich noch

der Abstecher auf den leicht

erreichbaren Gipfel der 2.192

Meter hohen Hinteren Goinger

Halt an. Das Ellmauer Tor ist

ein wunderbarer Rastplatz, mit

Felsbrocken durchsetzt und

sonnenbeschienen.

Gaudeamushütte: Sie liegt

auf der Südseite des Wilden

Kaisers in grünem Almgelände,

für Tagesausflügler schnell

erreichbar vom Großparkplatz

an der Wochenbrunner Alm. Die

DAV-Hütte der Sektion Main-

5 6

2 3 4 5 6

Spessart bietet 54 Schlafplätze,

die für Mitglieder zwischen 7 und

9 Euro, für Nichtmitglieder das

Doppelte kosten. Bei schönem

Wetter ist die große Terrasse

außerordentlich beliebt. Der

Blick schweift hoch zum Ellmauer

Tor und zur Ellmauer Halt und

zu den köstlichen Kuchen auf

den Tischen ringsum. Alternativ

lässt sich unterhalb des Ellmauer

Tores auch die höher gelegene

Gruttenhütte ansteuern, zu der

ein leichter Klettersteig (Jubiläumssteig)

führt.

Hintersteiner See: Das

Ziel der Tour ist der

glasklare Hintersteiner See, 900

Meter hoch gelegen in der Kaiser-

Gemeinde Scheffau. Er ist 36

Meter tief und lädt den müden

Wanderer zum Schwimmen ein.

Zwischen Parkplatz und Gasthof

findet sich am Ufer das öffentliche

Strandbad mit herrlichen

Liegewiesen. Eine Wohltat nach

dem sich hinziehenden Wilden-

Kaiser-Steig, der zwischen Gruttenhütte

und Steiner Hochalm

mit der bekannten Etappenstrecke

Adlerweg zusammenfällt.

Auf Du und Du mit

dem Wilden Kaiser

Schlemmen und schlummern:

Pension Guggital, Kiefersfelden (bei

Kufstein) mit mexikanischem Res taurant

Casa Loca, DZ ca. 30 €/Person

mit Frühstück, 83088 Kiefersfelden/

Mühlbach, Bergweg 8, Tel.: 0049/

(0)8033/1310, guggital@online.de,

www.guggital.net Gasthof Zum

Wilden Kaiser Scheffau (Blaiken, an

der Bushaltestelle), mit Restaurant,

DZ ca. 40 €/Person mit Frühstück, Am

Trattenbach 4 u. 5, 6351 Scheffau am

Wilden Kaiser, info@wilderkaiser.org,

www.wilderkaiser.org

Biohotel Stanglwirt Going, ab 100 €/

Person, Kaiserweg 1, 6353 Going/

Tirol, Tel.: 0043/(0)5358/2000,

Fax: 0043/(0)5358/200031, daheim@

stanglwirt.com, www.stanglwirt.com

Aktivhotel Hochfilzer, Dorf 33, Ellmau,

Tel.: 0043/(0)5358/2501, Fax: 0043/

(0)5358/3152, info@hotel-hochfilzer.

com, www.hotel-hochfilzer.com

Anschauen und entdecken: Tiroler

Bienenwelt, erstes österreichisches

Apitherapie-Kompetenzzentrum,

geöffnet tägl. 9–17 Uhr, 6306 Söll,

Tel.: 0043/(0)664/1408040, www.

tirolerbienenwelt.at Festung Kufstein,

historischer Platz im Ortskern, Unterer

Stadtplatz 8, 6330 Kufstein, Tel.: 0043/

(0)5372/62207, www.kufstein.com

Kneipp-Kuren nach Termin im

Kneipp-Ort Scheffau über TVB Wilder

Kaiser, Infobüro geöffnet Sa. 9–12

Uhr, wochentags 8–12 und 14–18

Uhr, Dorf 28, 6351 Scheffau am Wilden

Kaiser, Tel.: 0043/(0)50509/310

Informieren und weiterlesen: Tourismusverband

Wilder Kaiser, Dorf 35,

6352 Ellmau, Tel.: 0043/(0)50509,

Fax: 0043/(0)50509/55, Mo.–Fr.

8–18.30 Uhr, www.wilderkaiser.info

Buch „Kaisergebirge“ von Markus

Stadler, Andrea Strauß und Andreas

Strauß, informative Texte zur Geschichte

des Gebirges und beeindruckende

Fotos, Bergverlag Rother,

ISBN-13: 978-3763370504, 36 Euro.

22

Spezial|16


Österreich

Kärnten

Auf nach

Kärnten!

Typ: Rundwanderung

Länge: ca. 3,3 Kiiometer

Dauer: ca. 3 Stunden

Steigung/Gefälle: je 221 Meter

Markierungen: „querfeldein“ keine

Markierungen; gute Orientierung

bieten die vielen hölzernen Zäune

Schwierigkeitsgrad: leicht

Beste Wanderzeit:

im Winter: November bis Februar,

im Sommer: Mai bis September

Start: Alpinhotel Pacheiner, Pölling

20, A-9520 Gerlitzen

Ziel: wie Start

Wegqualität: im Sommer Asphalt

oder Schotter mit wenig Steigungen

bei den Rundwanderwegen

Rundwanderwege mit herrlicher Aussicht

Alles auf der Gerlitzen

(Wander-)funke übergesprungen: Nicht umsonst heißt

„Gerlitzen“ frei übersetzt „Gegend mit Feuerbränden“.

MIT ADLERN AUF AUGENHÖHE

Text: C. Müller, Foto: S. Despot/DPA

Alle kleinen und großen Gerlitzen-Rundwanderwege

bieten ein

traumhaftes Panorama über die

Julischen Alpen, die Karawanken

und die vielen Kärntner

Seen und verlaufen auf gemütlichen

Wanderwegen mit kurzen

An- und Abstiegen. Von der

Sternwarte 1 aus starten wir

nach Süden leicht abwärts in

Richtung Alpengasthof 2 .

Nach etwa 10 Minuten gemütlichen

Gehens (zunächst auf der

gespurten Piste) passieren wir

den Englischen Turm 3 (hier

lohnt ein kurzer Abstecher zum

„Fotopoint“ südwestlich vom

Englischen Turm für ein flottes

Erinnerungsfoto!), von dem aus

wir eine Weggabelung erreichen,

von der aus wir links abbiegen

und weiter der Beschilderung

beziehungsweise den

Fahnen des Wanderweges Nummer

34 folgen (Panoramaweg).

Diesem Weg folgen wir etwa

30 Minuten leicht bergabwärts.

Auf 1.710 Metern erreichen wir

beinahe den Asiatischen Garten,

biegen zuvor jedoch scharf links

ab in Richtung Felsenseen. Die

Schönfeldsiedlung passierend,

wandern wir nun über eine

kurze steilere Passage zu den

Felsenseen 4 und zur Noreia

Himmelsleiter 5 und weiter

dem Weg nach Norden folgend

zum Gipfel, wo wir schon das

Wetterkreuz 6 sehen (Achtung,

der Weg ist hier mäßig

steil mit einigem Geröll!). Von

der Schönfeldsiedlung bis zum

Wetterkreuz benötigen wir etwa

20 bis 30 Minuten. Von dort

aus folgt bis zum Gipfel und

damit zum Ausgangspunkt der

steilste Anstieg in Tiefschnee.

Ein schöner Aussichtspunkt mit

Bank unweit des Wetterkreuzes

entschädigt aber für die Mühen.

Den Menschen Greifvögel näherbringen und ihnen Wissenswertes über die

einzigartigen Tiere vermitteln – das ist das Ziel des Falkners Franz Schüttelkopf.

„Seine“ Vögel werden nicht der freien Wildbahn entnommen, sondern

stammen zur Gänze aus Nachzuchten. In einer rund 40-minütigen Vorführung

erleben Zuschauer die frei am Himmel fliegenden Tiere im Aufwind

der berühmten Burg Landskron. Nach ihrem Flug kehren sie zu Schüttelkopf

zurück, der unmittelbar vor ihnen steht. Verhalten und Lebensgewohnheiten

der zum Teil bedrohten Tiere werden von dem leidenschaftlichen Falkner

ausführlich und mit vollem Körpereinsatz erläutert. Seit Gründung der Greifvogelwarte

im Jahr 1983 können Besucher neben dem Adler Franziska und

dem Raben Max – beide einzigartige Exemplare ihrer Gattung – Geier, Eulen,

Falken und Uhus quasi auf Augenhöhe erleben.

Spezial|16

23


Österreich

Kärnten

Anreisen und orientieren

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Mit der Deutschen Bahn (ICE) vier Direktverbindungen

täglich, z. B. umsteigefrei von Münster, Duisburg, Köln oder Frankfurt via Mannheim, Stuttgart,

Ulm und München. Einfache Fahrten nach Österreich bietet die Deutsche Bahn mit

dem Europa-Spezial ab 39 Euro an (2. Klasse, solange verfügbar). Kürzere Verbindungen –

z. B. von München nach St. Anton/Arlberg oder Bad Gastein ab 19 Euro. Mit der BahnCard

25 reduziert sich der Preis um 25 Prozent. Vor Ort: Fahrten mit regionalen Skibussen für

Skipassinhaber kostenlos. www.bahn.de/oesterreich

Mit dem Auto: Von München/Salzburg kommend: Auf der A 10, der Tauernautobahn, in

Richtung Villach (I, SLO). Letzte Ausfahrt vor dem Autobahnknoten Villach Ossiacher See.

Weiter auf der Bundesstraße Richtung Treffen, weiter Richtung Arriach. Über die Gerlitzengipfelstraße

(12 km) bis auf den Gipfel der Gerlitzen (Im Winter ist die Auffahrt bis 20.00

Uhr gesichert, Winterausrüstung und Schneeketten empfohlen). München–Gerlitzen: 330 km.

Orientieren: „Reiseführer Kärnten“ von Walter M. Weiss, Wanderführer im Taschenbuchformat,

mit Extra-Reisekarte zum Herausnehmen, 288 Seiten, ISBN-10: 3770173333,

16,99 Euro.

Tourenhöhepunkte

Spielwiese Schnee

1

Sternwarte (1.911 m):

Die wahrscheinlich überraschendste

Entdeckung ist die

größte privat betriebene Sternwarte

Österreichs auf dem Dach des

Hotels Pacheiner. Unter professioneller

Leitung erhalten Hotelgäste

Ausblicke in die Welt des

Sternenhimmels – oder schauen

tagsüber zum Großglockner, um

nachzusehen, was die Steinböcke

dort treiben.

Alpengasthof Pacheiner

2 (1.877 m): Seit 1928 ist der

Alpengasthof im Besitz der Pacheiners.

Hier kehren Wanderer auf

eine deftige Jause oder Kärntner

Krapfen ein. Der Gasthof wurde

1990 umgebaut und vergrößert.

Die hohe Qualität von Speisen und

Getränken blieb aber erhalten.

Etappenprofil

1

3

Englischer Turm (1.880 m)

und „Fotopoint“: Er ist ein

Relikt aus den 1950er Jahren, als

neben den Wintersportlern das

englische Militär den Berggipfel

nutzte. Heute ist der kompakte

Turm mit seinen unzähligen

Antennen und Satellitenschüsseln

ein charmanter Hingucker direkt

unterm Gipfel. Nur wenige Meter

entfernt stellen sich Einzelperso nen

oder Gruppen vor dem „Foto point“

auf, der ein Gipfel-Erinnerungsbild

erster Sahne schießt.

4

Felsenseen (1.760 m): Die

Gerlitzen ist umgeben von

kleinen Felsenseen. Wie ein Echo

zu den großen Seen in den Tälern

Kärntens (darunter der Ossiacher

See als drittgrößter See Kärntens

nordöstlich von Villach) liegen die

2 3 4 5 6

Felsenseen hoch oben und teils

versteckt am Wegesrand. Direkt

oberhalb der Felsenseen liegt eine

kleine Felsenkapelle als ein Ort

der Stille und Einkehr. Unweit der

Kapelle in Richtung Feuerberg finden

Kinder einen Naturspielplatz.

Noreia Himmelsleiter

5

(1.690 m): Die Naturheilerin

Erika Pichler hat die Himmelsleiter

mit sieben Stufen als Ort der

Reinigung und Stärkung entworfen.

Auf jeder Stufe können die

Energien bestimmter Almblumen

erspürt und solcherart alle

Stockwerke des Körperhauses

durchwandert werden.

Wetterkreuz (1.790 m):

6

Statt eines Gipfelkreuzes

steht auf der Gerlitzen ein

sogenanntes Wetterkreuz. Dieses

weist einen Bittspruch gegen

Blitz, Donner, Hagel und andere

Wetterkatastrophen auf. Das

ursprüngliche Wetterkreuz der

Bergeralm stand auf einem kleinen

Hügel einige 100 Meter unter

dem Almhüttendorf. Als beim Bau

des neuen Alpengasthofs knapp

vor dem Jahrtausendwechsel das

Wetterkreuz weichen musste,

wurde im Juni 2002 an der Grenze

zwischen Bergeralm und den

Besitzungen des Grafen Lodron,

römisch-katholischer Erzbischof

von Salzburg, das neue Wetterkreuz

errichtet.

ISON UND LOVEJOY

Dass sich im vergangenen Jahr

am irdischen Himmel gleich

mehrere Kometen strahlend schön

inszenierten, ist ungewöhnlich. Im

November und Dezember waren es

„ISON“ und „Lovejoy“, die weltweit

Millionen in Staunen versetzten.

Mit 400 Kilometern pro Sekunde

raste Ison auf die Sonne zu. Doch

am sonnennächsten Punkt, in einem

Abstand von nur einer Million Kilometern

und bei Temperaturen von

über 1.500 Grad Celsius, zerbrach

er am 28. November und löste sich

auf. Das war Lovejoys Einsatz, der

bislang im Schatten von Ison gestanden

hatte: Er präsentierte sich uns

am frühen Morgen am Ost-Nordost-

Himmel in voller Pracht.

www.jahrhundertkomet.de

Gerlitzen-Tipps

im Überblick

Kärnten Tourismus, Völkermarkter

Ring 21–23, A-9020 Klagenfurt, Tel.:

+43/0463/3000, www.kaernten.at,

www.anreise.kaernten.at

Unterkünfte/Buchungen: Tel: +43/

04242/42000, www.region-villach.at

Schlummern und schlemmen:

Alpinhotel Pacheiner, Pölling 20,

A-9520 Gerlitzen/Kärnten, Tel.:

+43/04248/2888, www.pacheiner.at

Café-Restaurant Burg Landskron,

A-9523 Landskron, Tel.:

+43/ 04242/41563, www.burglandskron.at,

täglich von 11.30 bis

22 Uhr geöffnet (Mai–Oktober)

Schneeschuhwandern: Gratis

geführte Wanderungen jeden

Montag und Mittwoch. Anmeldung:

unbedingt einen Tag vorher

bei Dietmar Schuss unter Tel.:

+43/0664/143/9865. Nicht verpassen:

Gipfel-„Fotopoint“ für ein

Erinnerungsfoto mit Seltenheitswert,

www.gerlitzen.com

Anschauen und erleben: Greifvogelwarte

Landskron, Schlossbergweg

30, A-9523 Landskron/Kärnten,

Tel.: +43/04242/42888,

www. adlerarena.com, täglich

von 10.30–16 Uhr geöffnet (Mai–

Oktober), Eintrittspreis: 5,00 Euro

(Kinder 4,50 Euro), Modell- und Gleitschirmfliegen:

Passend zu idealen

Wind- und Thermikverhältnissen auf

der Gerlitzen gehören zum Pacheiner

Hotel ein eigener Werkstätten- und

Abstellraum für Modell- und Gleitschirmflieger.

24

Spezial|16


Österreich

Tannheimer Tal

Rundtour

„Auf der Höh“

Typ: Höhenwanderung/Rundweg

Länge: 1,5 Kilometer

Dauer: 1 Stunde mit Zwischenstopps

Markierung: Tafeln

Schwierigkeitsgrad: leicht

Tiefster Punkt: 1.779 Meter

Höchster Punkt: 1.842 Meter

Beste Wanderzeit: Winter und

Frühjahr

Start/Ziel: Bergstation Neunerköpfle/

Bergstation Neunerköpfle

Wegequalität: Wanderweg (im

Winter geräumt)

Vilsalpsee

Typ: Streckenwanderung

Länge: 4,1 km

Dauer: 1 Stunde

Markierung: keine

Schwierigkeitsgrad: leicht

Steigung/Gefälle: 93 Meter/23

Meter

Höchster Punkt/tiefster Punkt:

1.174 Meter/1.098 Meter

Beste Wanderzeit: ganzjährig

Start/Ziel: Tannheim Tourismusinformation/Vilsalpsee

Wegequalität: Asphalt,

Wanderwege

Zugspitzblick

Typ: Winterstreckenwanderung

Länge: 2,1 km

Dauer: 1 Stunde

Markierung: Beschildert

Schwierigkeitsgrad: leicht

Steigung: 210 Meter

Tiefster Punkt/höchster Punkt:

1.079 Meter/1.289 Meter

Beste Wanderzeit: ganzjährig

Start/Ziel: Parkplatz West in

Zöblen/Berghotel Zugspitzblick

Wegequalität: Asphalt,

Wanderwege

Drei Touren auf drei Ebenen

Ausgezeichnet wandern!

Das Tannheimer Tal ist nicht umsonst eine beliebte Wanderdestination. Schließlich

marschiert man dort auf drei Ebenen: Von leichten Spaziergängen im Tal über

mittelschwere Touren auf Höhenwegen bis hin zu alpinen Gipfelerlebnissen.

Winterwandern „Auf der Höh“

Die Wanderung am und auf

das Neunerköpfle in Tannheim

ist familiengeeignet und

beginnt an der Bergstation der

Gondelbahn. Der Winterwanderweg

wird täglich geräumt

und führt zum Gipfel des Neunerköpfles.

Tiroler Alpenkräuterdorf

Tannheim – Vilsalpsee

Das Naturschutzgebiet Vilsalpsee

gehört zu den besonderen

Schätzen der Region Tannheimer

Tal: Es ist Heimat vieler

Tiere und Pflanzen, viele von

ihnen sind selten und geschützt.

Ein natürliches Paradies mit

malerischer Szenerie.

Wildkräuter sind nicht nur ein altbewährtes Heilmittel aus

dem Herzen der Natur, sie geben mit ihrem unnachahmlichen

Geschmack auch so mancher regionaler Spezialität

die ganz besondere Note. Jungholz steht als erstes

Alpenkräuterdorf Tirols ganz im Zeichen vielseitiger

Pflanzen – im Sommer kann man diese auf geführten

Kräuterwanderungen kennenlernen und erschnuppern.

Im Winter verstecken sich die Schmankerl noch unter der

Erde, dafür schenkt das direkt am Ortsrand liegende

Familienwinterwandergebiet Groß und Klein unbeschwerte

Stunden im Schnee. www.tannheimertal.com

Zöblen – Zugspitzblick

Kleine, aber feine Winterwandertour

auf asphaltiertem Weg

bis hin zum Berghotel Zugspitzblick

(1.300 m) auf die Obere

Halde. Dort wartet neben

einem schönen Ausblick ins

Tannheimer Tal auch ein

Wildtierbeobachtungsstand.

Geführt Schneeschuhwandern

Ein besonderer Tipp für Schneeschuhwanderer: Wirt

und Wanderführer Franz Barbist zeigt bei seinen

geführten Schneeschuhwanderungen die schöne

Tiroler Winterlandschaft und einsame Plätze voller

Zauber. Während der Schneeschuh-Wanderwochen

vom 11.01.2015 bis zum 24.01.2015 und vom

01.03.2015 bis zum 15.03.2015 gibt es drei geführte

Touren, ansonsten stehen ein bis zwei geführte

Schneeschuhwanderungen pro Woche auf dem

Programm. Schneeschuhe und Stöcke werden vor

Ort kostenfrei gestellt. www.lumbergerhof.at

Text: A. Schlüchter

Spezial|16

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Österreich

Tannheimer Tal

Anreisen und orientieren

Bahnstationen: Sonthofen (24 km), Pfronten/Ried (16 km), Reutte (24 km)

Flughäfen: Memmingen (76 km), München (205 km), Stuttgart (205 km),

Zürich (220 km), Innsbruck (120 km)

Mit dem Auto: Europas Norden hat Direktanschluss über die Autobahn –

Ulm – Kempten – Oy (Ausfahrt Oberjoch – Tannheimer Tal). Aus der Schweiz

erreicht man das Tannheimer Tal über Lindau/Sonthofen bzw. Arlberg –

Landeck – Fernpass – Reutte – Weißenbach – Tannheimer Tal.

Von Italien oder Wien geht es über Österreichs Autobahn Innsbruck– Mötz

– Fernpass – Reutte – Weißenbach – Tannheimer Tal bzw. über Rosenheim –

Bad Tölz – Garmisch-Partenkirchen – Reutte – Weißenbach – Tannheimer Tal

Orientieren: Tannheim Guides – das Bergführerbüro, Marton Schöll, 0043-

6767-530883, info@tannheim-guides.at, www.tannheim-guides.at

Tourenhöhepunkte

Größtes Gipfelbuch trifft Naturschutzgebiet

Winterwandern „Auf der Höh“

1 Bergstation Vogelhornbahn

2 Paragleiter- und Drachenfliegerstartplatz

3 Stille genießen in Richtung

Strindenscharte (1.870 m)

4 Unvergessliche Aussicht: auf

das Geißhorn (2.366 m).

5 Hihocka und luaga: Kaum ein

Geräusch dringt in diese Höhe.

6 Eichhörnchen: beim Tollen

beobachten, mit etwas Glück!

7 Herz in den Alpen: Herrlicher

Blick auf die Rote Flüh (2.108 m).

8 Gipfelbuch Neunerköpfle:

Im größten Gipfelbuch der Alpen

(drei Meter hoch!) können sich

Wanderer verewigen.

9 Gipfelkreuz Neunerköpfle

(1.862 m)

Etappenprofil

1 2 3 4 5 6

10 Gundhütte: Urige Hütte mit

regionalen Köstlichkeiten.

8

7

9 10

Tannheim – Vilsalpsee

1 Tannheim Tourismusinformation

2 Pfarrkirche von Tannheim

3 Felixe Minas Haus: 1698 erbaut

und über sieben Generationen bis

1990 bewohnt, hat die Jahrhunderte

fast unbeschadet überlebt.

4 Mariahilfkapelle: Anlass zu

ihrer Errichtung war die „schwarze

Pest“, die 1635 in Tannheim wütete.

5 Bogen:

Tannheimer Ortsteil.

6 Schmieden:

Tannheimer Ortsteil.

7 Loipe zum Vilsalpsee:

Auf der leichten Rundloipe in

Tannheim schlägt das Herz des

Langläufers höher. Ganz egal, ob

klassisch oder beim Skating, der

eindrucksvolle Verlauf durch

das Naturschutzgebiet Vilsalpsee

macht die Strecke reizvoll, auch für

Wanderer.

8 Der zugefrorene Vilsalpsee:

Der Vilsalpsee liegt auf einer Höhe

Etappenprofil

von 1.165 Metern in den österreichischen

Alpen. Der Wanderweg

rund um den See ist vor allem im

Sommer ein beliebtes Ausflugsziel.

1 2 3 4 5 6 7 8

Zöblen – Zugspitzblick

1 Zöblen: Kleines Dorf, das

Entspannung und Erholung pur

in reizvoller Naturkulisse bietet.

Die umliegenden Berge und Wanderziele

sind tolle Aussichtskanzeln.

Urige Almen und Hütten

laden zu Verschnaufpausen

ein und verwöhnen mit Tiroler

Schmankerln.

2 Untere Halde

3 Berghotel Zugspitzblick:

Stille, Romantik und ländliches

Flair.

4 Obere Halde

5 Blick aufs Tannheimer Tal

6 Wildtierbeobachtungsstand:

Sobald die Temperaturen unter

den Gefrierpunkt sinken oder

der erste Schnee liegt, können

Gäste im Tannheimer Tal ein

besonderes Naturschauspiel beobachten:

Zwei bis drei Stunden

Etappenprofil

vor der Abenddämmerung kommen

freilaufende Hirsche und

Rehe zur Futterstelle in Zöblen.

1 2 3 4

5 6

Ausgehen im

Tannheimer Tal

Schlummern:

Hotel Jungbrunn, Oberhöfen 25,

A-6675 Tannheim, 0043-5675-

6248, www.jungbrunn.at

Hotel Liebes Rot-Flüh, Seestraße

26, A-6673 Grän/Haldensee, 0043-

5675-6431-0, www.rotflueh.com

Landhotel Hohenfels, Kreuzgasse

8, A-6675 Tannheim, 0043-5675-

6286; www.hohenfels.at Haus

Obermühle, Vilsalpseestraße 25,

A-6675 Tannheim; 0043-5675-

6270; www.pension-obermuehle.at

Schlemmen:

Café St. Leonhard (Tannheim),

Kaffee und Kuchen aus eigener

Konditorei direkt am Radweg und

an der Loipe, Klenzen 28, A-6675

Tannheim, 0043-5675-6035

Sportlerstube, Tiroler Schmankerl

und hausgemachte Pizzen, direkt

am Lift, Hausnummer 32, A-6677

Schattwald, 0043-5675-43323

s’Um und Auf by Engel, leckere

Pizza, Pasta & Co. in urigem Ambiente,

an der Talstation Füssener

Jöchle, A-6673 Grän, 0043-5675-

20087, www.engel-tirol.com

Obere Traualpe, die Almstation lockt

mit Produkten von einheimischen

Tieren und mit leckeren Brotzeittellern,

Oberhöfen 55, A-6675

Tannheim, 0043-6765-114563

Informieren:

Tourismusverband Tannheimer Tal,

Oberhöfen 110, A-6675

Tannheim, 0043-5675-62200,

www.tannheimertal.com – Infos

zu Schneeschuhwanderungen,

Skitouren, Iglu-Übernachtungen

oder Winterwandern.

26

Spezial|16


Österreich

Zillertal

Fünf Arme hat

das Gerlostal …

Als Seitental des Zillertals zweigt

das Gerlostal in Tirol/Österreich

bei Zell am Ziller in Richtung

Osten ab. Es liegt auf einer Höhe

von etwa 1.200 Metern. Der breite

Gerlosbach fließt vorbei an fünf

Gerlos-Seitentälern: Schwarzachtal,

Wimmertal, Schönachtal,

Wildgerlostal und Krummbachtal.

Es ist eingeschlossen von den drei

Gebirgszügen Zillertaler Alpen,

Kitzbüheler Alpen und Nationalpark

Hohe Tauern.

Typ: Talwanderung

Länge: ca. 8 Kilometer

Dauer: ca. 3 Stunden

Steigung: 200 Meter

Schwierigkeitsgrad: einfach

Höchster Punkt: 1.405 Meter

Wanderzeit: Sommer und Winter

Start: Hotel Kröller in Gerlos-

Gmünd

Ziel: Ortskern Gerlos

Text: L. Bille

Zur Wimmertalalm und zurück

Folge dem Wasser

Diese einfache Wanderung führt zuerst auf die idyllische Wimmertalalm und schließlich

durch einen Zauberwald mit beeindruckenden Naturerlebnissen. Wasser ist dabei immer

in der Nähe. Absoluter Höhepunkt: der große Wasserfall des Wilderbaches.

Im Ortsteil Gerlos-Gmünd (1.204

Meter über See) beginnt der

Weg an dem Holzkunstwerk (1)

hinter der Brücke gegenüber dem

Hotel Kröller. Von dort aus geht

es rechts zur Wimmertalalm. In

einigen engen Serpentinen geht es

kurz steil bergauf. Hier bieten sich

erste Ausblicke auf die Gerlossteinwand,

einen kleinen Stausee,

die Wechselspitze und die Kirchspitze.

An der nächsten Gabelung

geht es weiter nach rechts, der Beschilderung

zum Wimmertalweg

(Wanderweg Nr. 6) folgen. Dann

steigt man leicht bergauf durch

den Wald, bis der Weg entlang des

Wimmerbaches auf die Wimmer -

talalm (1.405 Meter über See) führt.

Hier gibt es eine wunderbare Aussicht

über das Wimmertal mit den

markanten Bergen Wechselspitze

Reichlich Abkühlung verschaffen

klare Bergbäche.

und Mitterjoch zu genießen. Am

Wimmerbach (2) bietet sich eine

flache Stelle rechts des Weges zum

Kneippen und Abkühlen an. Dann

geht es geradeaus bis zur Jausenstation

Wimmertal alm (3). Dieser

Weg führt auf gleicher Strecke

wieder zurück bis zur Weggabelung.

Hinter der Gabelung geht

nach rechts der Wasserfallsteig

(Pfad 7A) ab. Dieser bringt den

Wanderer dann in einer Höhe

von etwa 200 Metern über

dem Talboden in den Hauptort

Gerlos. Etwa auf der Hälfte des

Wasserfallsteigs bietet der große

Wasserfall des Wilderbaches (4)

atemberaubende Ausblicke. Dann

der Beschilderung nach Gerlos

folgen, und man gelangt direkt

ins Tal zurück. Im Ortskern von

Gerlos endet die Wanderung. Für

alle, die noch nicht genug haben

oder zurück nach Gerlos-Gmünd

wollen (hier verkehrt auch regelmäßig

ein Wanderbus), bietet sich

der Erlebnisreich-Weg zurück zum

Ausgangspunkt an. Dieser führt

immer am Gerlosbach entlang bis

zurück nach Gerlos-Gmünd.

Blau, blau, blau

blüht der Enzian

Für Botanikliebhaber und Gipfelstürmer

bietet der Isskogelaufstieg

Fernsichten auf drei

verschiedene Gebirgszüge und

die alpine Pflanzenwelt. Von der

Bergstation der Isskogelbahn

in Gerlos führt der Wanderweg

1 in etwa 1 1/2 Stunden zum

Isskogel-Gipfel, der auf einer Höhe

von 2.264 Metern liegt. Auf dem

Hin- und Rückweg findet man

typisch alpine Höhenpflanzen

wie die Alpenrose oder verschiedene

Enziane. Her wächst etwa

der seltene gelbe Enzian, dessen

Wurzel für die Schnapsproduktion

gebraucht wird. Auch den blauen

Kelchenzian, der auf dem Etikett

als Blickfang dient, oder den

Frühlingsenzian, der wegen seiner

Form „Schusternagel“ genannt

wird, findet man. Vorsicht: Sie alle

sind streng geschützt.

Spezial|16

27


Österreich

Zillertal

Anreisen und orientieren

Flug: Die nächstgelegenen Flughäfen für das Zillertal sind Innsbruck

(Österreich, 83 Kilometer), Salzburg (Österreich, 181 Kilometer) und

München (Deutschland, 205 Kilometer).

Mit dem Auto: Von Innsbruck oder von München kommend über die

Inntalautobahn (A12, vignettenpflichig) bis zur Ausfahrt Zillertal, dann der

Zillertal-Bundesstraße B 169 folgen.

Bahn: Aus allen Richtungen fährt man zunächst bis zur Schnellzugstation

Jenbach, von da an mit der Zillertalbahn (Bus oder Bahn) in Richtung

Mayrhofen. Nach Gerlos verkehren Postbusse (Informationen zu Fahrtzeiten

und Preisen auf www.vvt.at) und Taxen (z. B. Taxi Reini, Tel.:

0043/(0)650/4637575, Taxi Kammerlander, Tel.: 0043/(0)5284/5206).

Informieren: Tourismusverband Zell-Gerlos, Hausnr. 141, 6281 Gerlos, Tel.:

0043/(0)5284/5244, www.gerlos.at

Schön und

gesund

Einen Besuch wert sind auch

die Krimmler Wasserfälle im

benachbarten Krimmler Achental.

Sie sind mit einer Fallhöhe von

380 Metern als die höchsten

Wasserfälle der Alpenrepublik.

Laut medizinischen Studien soll der

Wassernebel durch den Gehalt an

elektrisch aufgeladenen Partikeln

außerdem zur Linderung von

Asthmabeschwerden beitragen.

Wasserfallweg, 5743 Krimml,

April bis Oktober,

Tel.: 0043/(0)6564/7212,

Tourenhöhepunkte

Eiswasser, Schnitzel und viel, viel Holz

Holzkunstwerk: Hinter der

1

Gerlosbach-Brücke am Hotel

Kröller kann man eine große

Holzstatue bewundern. Diese

gehört zum Themenweg „Erlebnisreich“.

Die drei Bildhauer Bruni

Kilchenmann, Josef Koppandi und

Sebastin Rainer zeigen auf dieser

Strecke ihre bis zu drei Meter

hohen Statuen und Kunstwerke.

Anhand von verschiedenen

Stationen soll auf die Beziehung

zwischen Mensch und Ökologie

anhand von Natur- und Sinneserfahrungen

dargestellt werden.

Der Erlebnisreich-Weg führt von

Gerlos-Gmünd nach Gerlos immer

am Gerlosbach entlang und ist

auch mit dem Rad befahrbar.

Kneippstelle am Wimmerbach:

Etwa auf halber Stre-

2

cke zur Wimmertalalm befindet

sich rechts neben dem Weg eine

flache Uferstelle am Wimmerbach,

die sich hervorragend für eine

kurze Kneipp-Pause eignet. Das

regt den Kreislauf und die Durchblutung

an und erfrischt. Über

dem Bach liegende Baumstämme

bieten Sitzgelegenheiten, und

das etwa vier Grad Celsius kalte,

glasklare Bergwasser erfrischt

ungemein. So geht’s: Schuhe und

Socken aus, ein Mal durch den

Bach waten, dabei die Beine immer

wieder hoch aus dem Wasser

heben. Die Füße danach an der

Luft trocknen lassen.

Wimmertalalm: Die wohlverdiente

Pause auf der

3

Jausenstation Wimmertalalm ist

ein Muss. Schließlich gibt es hier

angeblich die besten Schnitzel der

Region: Nicht frittiert, sondern

schön goldgelb ausgebraten. Tipp:

Preiselbeeren und Kartoffelsalat

dazu. Die Station ist sommers wie

winters geöffnet.

Wasserfall: Der majestätische

Höhepunkt des

4

7A-Weges (Wasserfallsteig) ist der

große Wasserfall des Wilderbachs,

der vom Arbiskogel herabstürzt.

Die vom Wasser ausgehöhlte

Wanne an seinem Fuß diente den

Almbauern früher als Dusche

nach der Feldarbeit.

Etappenprofil

1 2 3 4

Wer, was, wie, wo

im Gerlostal

Schlemmen und schlummern:

Hotel Schönruh, Innertal 285, 6281

Gerlos, Tel.: 0043/(0)5284/5368, www.

schoenruh.com Zittauer Hütte, Tel.:

0043/(0)664/8732205 Privatzimmer

Haus Fanny, Hausnr. 229, 6281

Gerlos, Tel.: 0043/(0)5284/5388

Wimmertalalm, Fam. Gruber, Tel.:

0043/(0)664/9154274, Öffnungszeiten

9–17 Uhr Latschenalm am Isskogel,

Tel.: 0043/(0)664/4132545. Café

Platzer, Gerlos Str. 198, 6281 Gerlos,

Tel.: 0043/(0)5284/2504 Milchbar,

Gerlos 202, 6281 Gerlos, Tel.: 0043/

(0)5284/5283 Pizzeria La Tombola,

Hausnr. 203, 6281 Gerlos, Tel.: 0043/

(0)5284/5527 Restaurant Isskogel

Stüberl, Gerlos 297, 6281 Gerlos,

Tel.: 0043/(0)5284/5378

Spaß und Spiel: Durlassboden

Stausee, Tel.: 0043/(0)5284/52440,

mit Liegewiese, Segel- und Surfschule,

Kinderspielplatz, Grillstelle, www.

gerlos.at Hochseilgarten Gerlos,

Tel.: 0043/(0)5284/52440, www.

gerlos.at Almkäserei Krummbachalm,

Bliem Hannes und Ilse,

6281 Gerlos, Krummbachalm, Tel.:

0043/(0)676/9208813, Besichtigung

jeden Mittwoch im Sommer. Reitstall

Ferienranch Kröller, Hausnr. 21,

6281 Gerlos, Tel.: 0043/(0)5284/5202,

www.reiturlaub.at Sternwarte

Königsleiten, Königsleiten 29, Tel.:

0043/(0)6564/20014, geöffnet Ende

Mai bis Mitte Oktober und Mitte Dezember

bis Ostern, www.sternwartekoenigsleiten.com

Streichelzoo beim

Alpengasthof Finkau im Wildgerlostal,

Tel.: 0043/(0)6564/8380

Fortbewegen: Isskogelbahn (Bergund

Talfahrt, Erwachsene 10,80 Euro,

Kinder 6,10 Euro), durchgehender

Betrieb, Tel.: 0043/(0)5284/5376,

www.zillertalarena.com Wanderbus

von Gerlos-Gmünd bis Durlassbodenstausee,

Fahrtzeiten beim Tourismusverband

oder in Hotels, www.

gerlos.at. Mit der Zillertal Activcard

(Erwachsene 51–88 Euro, Kinder

25,50–44 Euro) sind die meisten

Eintritte und Fahrten inklusive,

erhältlich in Talstationen, Bahnhöfen,

Tourismusbüros, www.zillertal.at

Fahrradverleih Sport 2000 Engelbert,

Tel.: 0043/(0)5284/5260.

Informieren: Wetterdienst Alpenverein,

Tel.: 0043/(0)512/291600,

www.alpenverein.at. Wanderinfos

Berg aktiv, 0043/(0)664/1826755,

www.berg-aktiv.at

28

Spezial|16


Wo Natur von Herzen kommt.

Ihre

Wander-

Region

Lust auf Wandern in unberührter Natur!

Wir – die Region Alpenwelt Karwendel

mit den Orten Mittenwald, Krün und

Wallgau – teilen unsere unverbaute

alpine Natur mit der frischen Bergluft,

den rauschenden Gebirgsbächen und

den vielen klaren, glitzernden Bergseen

von Herzen gerne mit unseren Gästen!

Umgeben vom Karwendelmassiv, der

Soierngruppe, dem Wetterstein- und

dem Ester gebirge, in einem weit-

läufigen Talboden liegend, bietet

unsere Region auf einem Wanderwegenetz

von 750 km Touren für jeden

Anspruch – vom leichten Spazier- und

Wanderweg über mäßige und anspruchsvolle

Bergwanderrouten bis zur Klettertour.

Am besten fordern Sie einfach gleich

unsere kostenlose Wanderbroschüre und

weiteres Infomaterial an!

www.alpenwelt-karwendel.de · Alpenwelt Karwendel GmbH · Dammkarstr. 3 · 82481 Mittenwald · Tel. 0 88 23 - 33 981


Nordeuropa

© Snowshill/istockphoto.com

30

Spezial|16


Nordeuropa


Nordeuropa

Zwischen Nordsee

und Nordpol

Zugegeben: Das Wetter mag mitunter nicht das Beste sein in Island, Norwegen, England,

Wales & Co., doch dafür lockt der Norden Europas mit einzigartigen Landschaften und

Wandererlebnissen, an die Sie sich noch viele Jahre erinnern werden. Oder wer von Ihnen hat

sich schon mal den Wanderweg mit Schafen geteilt oder ist beim Wandern in die Fußspuren des

europäischen Hochadels getreten?

Ein einheimisches Wandermagazin verlieh der norwegischen

Königin Sonja den zugegebenermaßen leicht respektlos klingenden

Titel „Bergziege des Jahres“ aus ehrlicher Bewunderung:

Schließlich wandert und klettert Königin Sonja gern und oft in

den Bergen. Ihre Silberhochzeit hat sie 1993 am Geirangerfjord auf

dem Bergbauernhof Skageflå gefeiert. Und den europäischen Adel

dazu eingeladen, gemeinsam mit ihr hoch zum Hof zu wandern.

Diese berühmte Kurzwanderung können Sie nachlaufen.

der Panoramablick vom Gipfel. Oben pfeift der Wind heftig.

Wenn der Gipfel nicht in einer Wolkendecke steckt, ist das

Panorama überwältigend: Im Norden posieren mit Great Gable,

Kirk Fell, Green Gable und Pillar weitere der höchsten englischen

Berge. Im Südwesten liegt – angekoppelt über den schmalen

Grat Mickledore – die nur 14 Meter niedrigere Spitze des

Nachbar berges Sca Fell. An der Küste sieht man die atomare

Wiederaufbereitungsanlage Sellafield.

32

In den atemberaubenden isländischen Fjorden

ist jeder Meter der Tour selbst ein wahrer

Höhepunkt. Auf dem Weg zur Zauberbucht

Brunavik und zurück folgen wir den Schafen:

Wer über den Brunavikskard steigt, findet

neben unheimlicher Stille atemberaubende

Aus blicke und viel Platz. Den

nutzen sonst nur Islandschafe, die

ab und an beleidigt voranzockeln.

Schäferpfade inklusive Meerblick

entdecken wir auch bei einer

Wanderung im Norden von Wales.

Die Markierung des Küstenpfades ist

gut – zum Glück, denn wer außer den

Walisern selbst kann schon deren unaussprechliche Ortsnamen

aussprechen? Und bis auf wenige Ausnahmen führt der Weg

tatsächlich an der Küste entlang. Nur bei Flut muss man schon

mal auf schmalen Schafspfaden in die Höhe ausweichen.

Zusätzlich erklimmen wir das „Dach von England“: 978 Meter

erhebt sich Scafell Pike über dem Lake District. Die populärste

Route zur Bergspitze startet am Nordende des entlegenen Wast

Water. Gut 900 Höhenmeter sind ebenso atem(be)raubend wie

Spezial|16

Die Kräfteverhältnisse zwischen den

beiden Gipfeln sind übrigens einem Irrtum

geschuldet. Dichter am Wast-Water-Tal

gelegen, wirkt de Sca Fell dramatischer als

sein behäbiger, abgeplatteter Nachbar Scafell

Pike. Und so wirkt es je nach Perspektive, als

überrage Englands Zweithöchster

all seine umliegenden Berge.

Einheimische, Besucher und

eine fehlerhafte Landkarte

bescheinigten dem Sca Fell

lange Zeit die Vormachtstellung.

So bekam der 14 Meter höhere

Schwestergipfel des Massivs irrtümlicherweise

den untergeordneten Namen Scafell Pike. Bis heute

werden beide Namen leicht verwechselt. Beim Aufstieg wäre

das fatal: Denn die Route zum Sca Fell ist sehr gefährlich!

An den Steilküsten der dänischen Insel Fur faszinieren

spektakuläre Molerfelsen. Dazwischen gibt es ein bisschen

Strand, weite Blicke von hoch oben hinaus auf den Limfjord und

über das von Endmoränen rundlich modellierte Hinterland

– einfach perfekt für eine ausgiebige Wanderung

für alle, die den nordischen und Küstenflair mögen.

© Alex Belomlinsky/istockphoto.com


Nordeuropa

England



Englands Nordwesten:

Lake District

Der Nationalpark mit den höchsten

Bergen im Königreich – dort

wandern die Engländer am liebsten.

Stille Seen schlängeln sich

zwischen kahlköpfigen Buckeln

entlang. Oben pfeift der Wind,

Schafe blöken, und weit fallen die

Blicke über die gletschergeformten

Täler.

Typ: Hin- und Rückwanderung

Länge: 11,3 Kilometer (7 Meilen)

Dauer: 5 Stunden

Steigung/Gefälle: je ca. 940 Meter

Schwierigkeitsgrad: anstrengend

Höchster Punkt: 978 Meter

Markierung: z. T. Hinweisschilder,

in Schuttfeldern Orientierung an

Steinhaufen

Beste Wanderzeit: April bis Ende

Oktober, nur bei guter Sicht!

Start und Ziel: Wasdale Head

Wegequalität: Geröllabschnitte

und Bachquerungen vorhanden























































Aufstieg zum Scafell Pike

Zum höchsten Punkt Englands

Text und Foto: B. Wand

978 Meter erhebt sich Scafell Pike über dem Lake District.

Die populärste Route zur Bergspitze startet am Nordende des

entlegenen Wast Water. Gut 900 Höhenmeter sind ebenso

atem(be)raubend wie der Panoramablick vom Gipfel.

Ausgangspunkt dieser Wanderung

ist der Talkopf des Wast-Water-

Sees im äußersten Westen des

Lake District-Nationalparks. Das

abgelegene Tal ist für Fahrzeuge

nur von Westen über Neather

Wasdale zugänglich (nördlich von

Ravenglass zweigen von der A595

Richtung Egremont Straßen nach

Neather Wasdale ab). Am Ende

der Sackgasse befindet sich ein

Wasdale Head: Hier beginnt

der Aufstieg zum Scafell Pike.

Parkplatz (1), Startpunkt für den

Aufstieg zum Scafell Pike. Ein

Stück die Straße zurück führt ein

Weg nach links über den Bach

Lingmell Beck (2). Der gut erkennbare

Pfad steigt noch nicht allzu

steil, doch kontinuierlich am Hang

entlang an. Vor den Füßen breiten

sich satte Wiesen und das Wasser

des Wast Water zwischen steilen

Bergflanken aus. Beim Queren

des Flüsschens Lingmell Gill ist

besondere Vorsicht geboten, wenn

die Trittsteine nass sind. Dahinter

geht es links weiter (3), von rechts

kommt ein weiterer Weg aus dem

Tal. Die Kaskaden des Lingmell

Gill begleiten den gut ausgetretenen,

hübschen Natursteinweg eine

Weile. Im Rücken beeindruckt

immer noch der Blick auf den

Wast Water. Mit zunehmender

Höhe wird es steiler und steiniger.

An einer Wegzweigung (4) folgt

diese Tour der linken Gabel zum

Scafell Pike (rechts alternativer,

schwierigerer Aufstieg via Mickledore-Grat).

Die Route durchquert

die weite Geröllebene Hollow

Stones mit vielen Felsbrocken.

Steinmännchen helfen von hier

an bei der Orientierung. Am

anderen Ende schraubt sich der

Weg zickzackartig hinauf zur

Ebene von Lingmell Col (5). Dort

knickt er rechts ab und erklimmt

zwischen Geröll und Felsbrocken

die letzten 240 Höhenmeter in

Serpentinen. Oben umringt eine

Steinmauer einen trigonometrischen

Messpunkt. Sie schützt

vor dem kräftig kalten Wind am

Gipfel (6). Auf gleicher Strecke

geht es zurück zum Parkplatz im

Tal (1). Vom Lingmell Col (5) führt

die alternative Corridor Route

über die andere Seite zurück ins

Tal (siehe nächste Seite).

Irrtum bei der

Bergtaufe

Dichter am Wast-Water-Tal

gelegen, wirkt der Sca Fell dramatischer

als sein behäbiger, abgeplatteter

Nachbar Scafell Pike.

So wirkt es je nach Perspektive,

als überrage Englands Zweithöchster

all seine umliegenden Berge.

Einheimische, Besucher und eine

fehlerhafte Landkarte bescheinigten

dem Sca Fell lange Zeit die

Vormachtstellung. So bekam der

14 Meter höhere Schwestergipfel

des Massivs irrtümlicherweise

den untergeordneten Namen

Scafell Pike. Beide Namen werden

leicht verwechselt. Beim Aufstieg

wäre das fatal: Die Route zum Sca

Fell ist sehr gefährlich!

Spezial|16

33


Nordeuropa

England










Anreisen und orientieren

Anreisen mit der Fähre: Verbindungen nach Großbritannien unter

www.ferries.co.uk; Nordengland direkt: von Rotterdam oder Zeebrugge nach Hull: www.poferries.com;

von Amsterdam nach Newcastle: www.dfdsseaways.de/dsw/de Mit dem Flugzeug: via Liverpool, Manchester,

Leeds/Bradford, Newcastle Mit Bus und Bahn: regionale Verbindungen: www.traveline.org.uk oder

www.nationalexpress.com; Hauptstrecken: www.megabus.com, www.nationalrail.co.uk, www.thetrainline.com

Orientieren: Ordnance Survey Explorer Maps, 1:25.000, Lake District Maps – English Lakes SW Area; Ordnance

Survey Landranger Maps, 1:50.000, West Cumbria, Cockermouth & Wast Water. Weitere Infos und Bezug unter

www.ordnancesurvey.co.uk oder Landkarten Schwarz, Frankfurt, Tel.: 069/553869, www.landkarten-schwarz.de.

Buchtipp: John Sykes, Nord- und Mittel-England, DuMont Richtig Reisen, 22,95 Euro.


Walk on the

Wild Side

2005 trat in England und Wales

das Gesetz „The Countryside and

Rights of Way“ (CRoW) in Kraft.

Explorer-Karten des britischen

Vermessungsamts Ordnance

Survey und Schilder in der

Landschaft kennzeichnen seitdem

sogenanntes Open Access Land.

Diese Gebiete dürfen zu Fuß frei

durchquert werden. Ausnahmen:

Gärten, Gebäude und Steinbrüche.

Picknicken und Malen sind

erlaubt, Zelten und Schwimmen

nicht. Feuergefahr, brütende Vögel

oder Ablammen können das Recht

zeitweise einschränken. Darüber

hinaus gilt überall der sogenannte

Countryside Code: keinen Müll

liegen lassen, Tiere und Pflanzen

schützen, Hunde gut beaufsichtigen,

Gatter wieder schließen.

Tourenhöhepunkte

Von Wasdale Valley zum Scafell Pike

Wasdale Valley: Das abgelegene

Tal durchzieht entlang

1

des tiefsten englischen Sees den

äußersten Westen des Lake District.

Der Blick vom Talkopf zum

Great Gable gilt als schönster im

ganzen Land und prägt das Logo

des Nationalparks.

Lingmell Beck: Der Bergbach

2

entwässert als Fortsetzung

des Piers Gill das Scafell-Massiv

im Nordosten, umrundet die

nördlichen Ausläufer des Bergs

Lingmell und fließt als Lingmell

Beck in den Wast Water.

Lingmell Gill: Das Flüsschen

3

sprudelt in der Rinne zwischen

Brown Tongue und Black

Crag im Westen des Scafell-Massivs

nach Brackenclose hinunter.

Weggabelung: Die rechte

4

Gabel führt zum gerölligen

Mickledore-Grat, der die beiden

Gipfel Scafell Pike und Sca Fell

miteinander verbindet. Die

alternative Route über den Grat

auf den Scafell Pike erfordert

große Vorsicht sowie Einsatz von

Händen und Füßen. Rechts von

Mickledore beginnt der schwindelerregende

Zustieg auf den Sca

Fell via Lord’s Rake. Steinschläge

haben die Passage jedoch in letzter

Zeit unsicher und gefährlich

gemacht.

Lingmell Col: Der abgeflachte,

grasige Sattel verbindet

5

die Berge Lingmell (807 Meter)

und Scafell Pike. Alternativ kann

man von hier aus auch über die

Corridor Route über Sty Head und

entlang des Ostufers von Lingmell

Beck zurück nach Wasdale Head

ins Tal zurückwandern.

Scafell Pike: mit 978 Metern

6

(umgerechnet 3.290 Fuß) das

Dach Englands. Oben pfeift der

Wind heftig. Wenn der Gipfel nicht

in einer Wolkendecke steckt, ist

das Panorama überwältigend: Im

Norden posieren mit Great Gable,

Kirk Fell, Green Gable und Pillar

weitere der höchsten englischen

Berge. Im Südwesten liegt – angekoppelt

über den schmalen Grat

Mickledore – die nur 14 Meter

niedrigere Spitze des Nachbarberges

Sca Fell. An der Küste sieht

man die atomare Wiederaufbereitungsanlage

Sellafield.

Etappenprofil

1 2 3 4 5 6









Britische Gastfreundschaft

Schlemmen und Schlummern:

Wasdale Head Inn, Wasdale

Head, Cumbria CA20 1EX, United

Kingdom, Tel.: +44(0)19467/26229,

www. wasdale.com. Das einzige Hotel

am Talkopf ist ein idealer Ausgangspunkt

für Wanderungen. The Screes

Inn, Nether Wasdale, Cumbria,

CA20 1ET, United Kingdom, Tel.:

+44(0)19467/26262, www. thescrees.

co.uk, B & B mit großem, gemütlichem

Pub. Low Wood Hall Country House

Hotel and Restaurant, Nether

Wasdale, Cumbria CA20 1ET, United

Kingdom, Tel.: +44 (0)19467/26100,

www.lowwoodhall.co.uk

Zelten: Am Talende ist Camping

die einzige Übernachtungsalternative

zum Wasdale Head Inn: The

Barn Door Shop and Campsite,

Wasdale, Gosforth, Seascale, Cumbria,

CA20 1EX, United Kingdom, Tel.:

+44(0)19467/26384, www.barndoorshop.co.uk.

Ein Outdoorshop befindet

sich auf dem Gelände. National

Trust Campingplatz Wasdale

Head, in Seenähe. Buchung nicht erforderlich,

aber möglich unter www.

nationaltrust.org.uk

Surfen: Visit Britain, Hackescher

Markt 1, 10178 Berlin, Tel.:

01801/468642, Fax 030/31571910,

www.visitbritain.com, www.

golakes.co.uk Regionen im Lake

District: www.conistonweb.co.uk,

www.wasdaleweb.co.uk, www.

langdaleweb.co.uk, www.eskdaleweb.

co.uk, www.buttermereweb.co.uk

Britische Wandervereine: www.

thebmc.co.uk (British Mountaineering

Council, Verband von

Bergwander-, Kletter- und Skiclubs),

www.ldwa.org.uk (Long Distance

Walkers Association) Englische und

walisische National Trails: www.

nationaltrail.co.uk Country Walking:

25 Walks in England’s Northwest,

Digitalausgabe der Tourenbeschreibungen

auf www.naturalnorthwest.

co.uk/activities/country-walking.

aspx Online-Wanderführer: www.

trekkingbritain.com, www.go4awalk.

com Nationalparkseiten mit Links

zu Webcams und Wetterbericht:

www.lakedistrict.gov.uk. Aktuelle

Informationen zu frei zugänglichen

Open-Access-Gebieten und Hinweise

auf temporäre Einschränkungen gibt

es unter:

www.countrysideaccess.gov.uk

www.ramblers.org.uk/freedom

34 Spezial|16


Nordeuropa

Wales

Walisische Küste

Typ: Streckenwanderung

Länge: 22,3 Kilometer

Dauer: ca. 6 Stunden

Markierungen: blau-gelbe

Siegel des Wales Coast Path WCP

Schwierigkeit: wechselnd, teilweise

kleine Kletterpartien möglich

Steigung/Gefälle: je 380 m

Höchster Punkt: 150 m

Beste Wanderzeit: ganzjährig, milde

Winter dank des Golfstroms

Start: Nant Gwrtheyrn

Ziel: Tudweiliog

Fahrten mit öffentlichem Nahverkehr

schwierig, weil selten am Tag

Wegequalität: gut, festes Schuhwerk

und Sonnenschutz erforderlich

Wandern im Norden von Wales

Meerblick & Schäferpfade

Anglesey – die Insel

der Druiden

Die Markierung des Küstenpfades ist gut, und bis auf wenige Ausnahmen führt

der Weg tatsächlich an der Küste entlang. Nur bei Flut muss man schon mal auf

schmalen Schafspfaden in die Höhe ausweichen.

Text und Foto: F. Brauneck

Start ist in Nant Gwrtheyrn,

einer ehemaligen Arbeitersiedlung,

die nun als College für

walisische Sprache fungiert. Es

gibt ein Café und ein Informationszentrum.

Wir wenden uns in

Richtung Süden und folgen den

Schildern der Küste entlang. Der

schmale Pfad führt durch Wiesen,

Farnfelder und einen Eichenwald.

Die Bäume sind vom Wind wie

flachgebürstet und kleinwüchsig.

Früher wurde ihr hartes Holz für

den Schiffsbau verwendet. Mit

ein wenig Glück kann man hier

schon Delphine sehen. Nach einer

guten Stunde erreichen wir auf

einer kleinen Landzunge mit dem

Namen Penrhyn Glas Farmland

und überqueren die ersten Weiden

mit Schafen oder Rindern.

Ein Hinweisschild macht darauf

aufmerksam, dass der Weg direkt

an der Küste kurzzeitig gesperrt

sein kann. Ein parallel verlaufender

Pfad ist leicht zu finden –

einfach immer das Meer auf

der rechten Seite liegen lassen.

Nach kurzer Zeit tauchen die

blau-gelben Schilder wieder auf.

Wieder eine gute Stunde später,

nach etwa sechs Kilometern

insgesamt, erreichen wir St.

Beuno’s 1 , eine mittelalterliche

Kirche aus Naturstein inmitten

des Kirchgartens in Pistyll. Von

hier aus führt der Weg ein Stück

durch das Landesinnere über

Weiden und kleine Straßen. Ab

2013 soll auch hier ein Weg an

der Küste entlang fertig sein. In

Nefyn 2 , einem kleinen Örtchen

mit halbmondförmigem Strand,

kehrt der Pfad zurück an die

Küste und folgt ihr oberhalb.

Kurz vor Porth Dinllaen 3

gehen wir bei Ebbe am Wasser

entlang. Denn im Ty Coch Inn,

direkt am Strand, ist bis 14.30

Uhr Lunchzeit. Weiter wandernd,

kommen wir zu einer Rettungsstation,

umrunden die Landzunge

und überqueren schließlich einen

Golfplatz 4 . Mit ein wenig Glück

kann man hier Delphine und

Robben beobachten. Der Weg

führt weiter über Weiden und

eine kleine Holzbrücke. Von hier

an geht es immer oberhalb der

Küste entlang etwa drei Stunden

bis zum Strand von Porth Towyn

5 . Dort verlassen wir den

Küs tenpfad und laufen durch

einen Bauernhof und an einer

Ansiedlung von Mobile Homes

vorbei landeinwärts in Richtung

Tudweiliog, wo im Hotel Lion

bestens für Abendessen und

Nachtruhe gesorgt ist.

Die Insel Anglesey liegt im Nordwesten

von Wales und ist mit dem

Festland seit 1826 durch die Menai

Bridge verbunden. Die Hängebrücke

ist 30 Meter hoch, damit Segelschiffe

darunter hindurchfahren können.

Die Burgen von Beaumaris und

Caernarfon in der Nähe wurden im

13. Jahrhundert von König Edward

errichtet und sind seit 1986 UNESCO-

Weltkulturerbe. Der heutige Thronfolger,

Prince Charles, wurde 1958

als Neunjähriger in Caernarfon Castle

als Prince of Wales eingesetzt und

spricht als einziger Royal Wali sisch.

Noch leben sein Sohn Prinz William

und seine Gattin Kate in Llanddwy

Island, ungestört und ohne Personal!

Mit ein wenig Glück trifft man die

Prinzessin hier beim Einkaufen, etwa

im Supermarkt Waitrose, den die

Einheimischen „Kate-Rose“ nennen.

Spezial|16

35


Nordeuropa

Wales

Anreisen und orientieren

Mit dem Flugzeug: Über Cardiff, Birmingham oder Manchester, von vielen deutschen

Flughäfen per Direktflug erreichbar.

Mit Bus und Bahn: Bahnfahrten sind über www.britrail.com auch in Deutsch buchbar,

Langstrecken mit dem Bus über www.nationalexpress.com. Der Öffentliche Nahverkehr vor

Ort bietet leider nur spärliche Verbindungen: www.traveline.org.uk

Informieren: Ziele, Unterkunft und Anreise über das offizielle Fremden verkehrsbüro von

Wales, div. Zweigstellen in den walisischen Regionen,

Tel.: 0044/(0)8701/211251, www.visitwales.de, info@visitwales.com

Wanderführer: Mara Books, „Walks on the Lleyn Peninsula – Twenty two circular walks

exploring the coast und hills of the Lleyn Peninsula“, ISBN 978-1-902512-00-6, nur in

Englisch, 6,99 Pfund. Regionalkarte „Wales, England Süd-West, Midlands“, Michelin,

ISBN-13: 978-2061007976, deutsch, ca. 7,50 Euro.

Ruhe auf der

Insel Bardsey

Die nur 2,5 Kilometer lange und

einen Kilometer breite Insel Bardsey

galt im Mittelalter als die „Insel

der 20.000 Heiligen“ und war

Ziel vieler Pilger. Die See um das

Eiland ist tückisch, und längst nicht

alle Gläubigen erreichten ihr Ziel.

Wer drei Mal nach Bardsey reiste,

konnte sich Rom sparen! Und wer

hier beerdigt wurde, dem war das

Paradies garantiert. – Heute kann

hier ein Paradies erleben, wer Sinn

für Einsamkeit und Unberührtheit

hat. Zu den fünfzehn Einheimischen,

die ganzjährig mit drei Kindern

auf der Insel leben, kommen

im ganzen Sommer maximal 40

Touristen. Sieben Häuser sind zu

mieten. Und vor Anrufen ist man

sicher, denn das Mobiltelefon hat

nur oben am Berg Empfang!

Tourenhöhepunkte

Über Strände und Weiden

1

St. Beuno’s, mittelalterliche

Kirche aus Naturstein punkt für Schiffsverbindungen früher Handelsplatz und Knoten-

4

mit Kirchgarten in Pistyll. Das

einschiffige Gebäude wird noch

heute für Gottesdienste genutzt.

nach Irland etc. Davon zeugt das

Maritime Museum. Hier stößt der

WCP wieder auf die Küste.

Sie diente Pilgern als Hospiz,

Porth Dinllaen, am Ende

woran das auf dem Boden 3 einer halbmondförmigen

ausgelegte Heu mit wunderbar

duftenden Kräutern erinnern

soll. Im Mittelalter konnten hier

Leprakranke, unsichtbar für

die Gemeinde, den Gottesdienst

von außen durch ein kleines

Bucht gelegen, ist heute nur noch

eine winzige Ansammlung von

Häusern. Kaum vorstellbar, aber

vor 200 Jahren existierte hier ein

wichtiger Hafen mit Fischerei

und florierendem Schiffsbau mit

Fenster verfolgen. Von hier aus 600 bis 750 Schiffen pro Jahr.

führt der Pfad ein Stück durch Hauptsächlich Heringe wurden

5

das Landesinnere über Weiden

und kleine Straßen. Ab 2013 soll

auch hier ein Weg an der Küste

entlang fertiggestellt werden.

gefangen und gesalzen in Fässern

verkauft. Die Lebensrettungsstation

Richtung Landzunge wurde

1864 mit acht Booten eröffnet,

In Nefyn, heute eine eher weil in den tückischen Gewässern

viele Unglücke 2 verschlafenes Örtchen,

geschahen.

Am Rande des Golfplatzes,

der 1907 gegründet wurde,

sieht man zwischen den Felsen mit

etwas Glück Robben und Delfine.

Die Schafböcke auf dem umliegenden

Weideland tragen oft Gurte

um den Leib. Darin steckt an der

Unterseite eine Farbpatrone, die

eine Markierung auf dem Rücken

der „Damen“ hinterlässt, wenn der

Bock seinen Dienst als Stammesvater

verrichtet hat. Wichtig:

Immer die Tore verschließen!

Porth Towyn ist ein herrlicher

Sandstrand, der sich

halbmondförmig in die Klippen

und Weiden schmiegt. Von hier

ist bereits die Kirche St. Cwyfan

von Tudweiliog zu sehen, die im

7. Jahrhundert erbaut und im 19.

Jahrhundert restauriert wurde.

Etappenprofil

1

2 3 4 5

Die Küste von

Wales erobern

Schlemmen und schlummern:

Black Boy Inn, Pub und Hotel aus

dem 16. Jh., Northgate Street,

Caernarfon, LL55 1RW, Tel.: 0044/

(0)1286/673604, www.black-boyinn.com

The Lion, Pub und Hotel,

Tudweiliog, Pwllheli, Gwynedd, LL53

8ND, Tel.: 0044/(0)1758/770244,

EZ ab 45 Euro pro Nacht inklusive

Frühstück, www.lionhoteltudweiliog.

co.uk The Ship Hotel, Pub und Hotel

in direkter Strandlage, Aberdaron,

Pwllheli, Gwynedd, LL53 8BE, Tel.:

0044/(0)1758/760204,

www.theshiphotelaberdaron.co.uk

Informieren: Offizieller Tourismusverband,

www.visitbritain.com/de,

www.visitwales.de Offizielle Seite

mit Karten zum Herunterladen, nur

in Englisch, www.walescoastpath.

gov.uk Organisierte Wanderreisen

mit Gepäcktransport: Walking North

Wales, Peter Hewlett, 1 Dolfor,

Aberdaron, Gwynedd, LL53 8BP,

www.walkingnorthwales.co.uk

Spezielles Angebot für wanderlust-

Leser: 7 bis 10 Tage pro Person ab

85 Euro pro Tag.

Besichtigen und erwandern:

Plas Cadnant: „Versteckter Garten“

mit wunderschöner Gartenkunst zur

Besichtigung, Cadnant Road, Menai

Bridge, Isle of Anglesey, LL59 5NH,

Tel.: 0044/(0)1248/717007,

www.plascadnantgardens.co.uk

Plas Newydd: Schloss mit Whistler-

Gemälde und Militärmuseum,

herrlicher Garten, Llanfairpwll,

LL61 6DQ, Tel.: 0044/(0)1248/

714795, www.nationaltrust.org.

uk/ plasnewydd Bardsey Island,

„Insel der Heiligen“, im Mittelalter

Wallfahrtsort, Tel.: 0044/

(0)8458/112233, www.bardsey.org

Portmeirion: Fantasie-Stadt mit Hotel

und Spa im Süden der Halbinsel,

Llanfrothen LL48 6SW, Tel.: 0044/

(0)1766/770000,

www.portmeirion-village.com

36

Spezial|16


Nordeuropa

Island

Im grünen Land der

Zauberwesen

Der Nordosten Islands gilt als

schönstes Wandergebiet der Insel.

Die östlichen Fjorde bieten Vielfalt

zwischen Lavawüsten, grünen

Tälern und majestätischen Bergen

bis hin zu schmalen Fjorden und

sanften Mooslandschaften. Die

Infrastruktur für Wanderer ist gut

entwickelt. Vom nördlichsten Fjord

Borgarfjördur eystri schlängeln sich

27 Wanderrouten durch die Fjorde.

Typ: Rundwanderung

Länge: 13,5 Kilometer

Dauer: 5 Stunden

Markierung: gelber Holzpfahl

Schwierigkeitsgrad: mittel

Höchster Punkt: 345 m

Beste Wanderzeit: Mai bis August

Start/Ziel: Hafnarholmi/

Borgarfjördur

Wegequalität: Naturpfade, teils

sumpfig, kurze Kletterpartien,

festes Schuhwerk erforderlich!

Zur Zauberbucht Brunavik und zurück

Folgt einfach den Schafen!

Text und Foto: L. Bille

Wer über den Brunavikskard steigt, findet neben unheimlicher Stille atemberaubende Ausblicke

und viel Platz. Den nutzen sonst nur Islandschafe, die ab und an beleidigt voranzockeln.

Der Startpunkt ist der Parkplatz

am Hafen von Borgarfjördur,

Hafnarholmi 1 . Der Vogelfelsen

am Hafen bietet neben einer

tollen Aussicht auch zahlreiche

Beobachtungsmöglichkeiten für

Papageientaucher, die hier brüten.

Unauffällig: Die Wegmarkierungen

muss man manches

Mal aufmerksam suchen.

Vom Hafen aus geht es rechts

zunächst der Teerstraße folgend an

der Küste entlang, dann die zweite

Möglichkeit links in Richtung

Brunavik über den Pfad Nummer

19. Dafür muss man über einen

Zaun steigen. Ab hier weisen gelbe

Holzpfähle den Weg, die manchmal

etwas schwer zu sehen sind.

Also Augen offenhalten! Über

einen schmalen Pfad geht es dann

über den Brunavikurskard auf die

andere Seite des Berges. Ab und

zu muss dabei ein Bach überquert

werden, auch steile und felsige

Stellen verlangen Konzentration.

Beim Abstieg geht es parallel

zu einem schönen Wasserfall

hinunter zur Schutzhütte in der

Bucht Brunavik 2 . Wer möchte,

kann barfuß den kleinen Fluss

unten überqueren und den Strand

entlangwandern, wo es zahlreiche

schöne „Elfensteine“ zu sammeln

gibt. Aus Respekt nimmt man

aber nur einige wenige mit. Von

dort aus geht es über den Pfad

Nummer 21, vorbei am Bergsee

Haftjörn 3 , den nächsten Berg

hinauf, bis nach rechts der Weg

Nummer 22 abzweigt. Dieser führt

durch ein kleines Tal und über

eine schmale Brücke an einem

windgeschützten Berghang. Links

geht es dann über den Hofstranddarskard

zurück zur Küste des

Borgarfjördur. Dort führt die

Küstenstraße nach rechts wieder

zurück zum Ausgangspunkt, dem

traditionellen Hafen.

Islands Tierwelt

Eigentlich ist die Insel nicht

besonders artenreich. Alle

Nutztiere wurden vom Menschen

mitgebracht, so auch die berühmten

Islandpferde. Die kleinen,

zähen und freundlichen Tiere

beherrschen als einige der wenigen

Pferderassen den Tölt, eine

vierte Gangart, die für den Reiter

besonders angenehm ist, und

auch die Gangart Pass. Auch die

Islandschafe und die heute etwa

6.000 Rentiere stammen eigentlich

aus Norwegen. Sie leben wild

im östlichen Hochland. An der

Küste gibt es zahlreiche Wale und

Seehunde. Am artenreichsten ist

die isländische Vogelwelt, sowohl

im Inneren des Landes als auch

an der Küste. Nach Island dürfen

wegen der Seuchengefahr keine

Tiere importiert werden.

Spezial|16

37


Nordeuropa

Island

Anreisen und orientieren

Anreisen mit dem Flugzeug: Über den internationalen Flughafen Reykjavik/

Keflavik, www.flugfelag.is, Tel.: +354/5703030, erreichbar etwa mit Icelandair.

Von hier aus etwa vier Mal am Tag Inlandsflüge nach Egilsstadir,

von dort etwa eine Stunde mit dem Bus oder Auto nach Borgarfjördur.

Fahrten vor Ort unter Tel.: +354/4729805, www.borgrafjordureystri.is,

hlid@centrum.is buchbar. Auf der Insel gibt es weder Autobahnen noch

Zugverkehr, nur 4.000 von 13.000 Straßenkilometern sind asphaltiert.

Mit dem Schiff: Fähre Norröna der Smyril Line zwischen Island, den

Faröer-Inseln und Dänemark, www.smyril-line.com, Tel.: +354/4721111.

Orientieren: Die Wanderkarte „Viknaslodir – Trails of the Deserted Inlets,

Hiking Routes in East Iceland 1“, Maßstab 1:75.000, ist bei den meisten

lokalen Hotels und der Tourist-Information in Midvangi 1–3,

700 Egils stadir, Tel.: +354/4712320, www.east.is, erhältlich.

Tourhöhepunkte

Hafen, Bucht und See

In den atemberaubenden isländischen Fjorden ist jeder Meter der Tour

selbst ein wahrer Höhepunkt. Hier trotzdem ein paar Fixpunkte:

Hafnarholmi: Der kleine Hafen ist bekannt für

1

den Vogelfelsen, auf dem von April bis September

etwa 10.000 Pärchen Papageientaucher brüten.

Sie sind die am häufigsten vorkommenden Vögel auf

der Insel.

Brunavik: Wunderschöne Bucht mit schwarzem

Sandstrand und türkisblauem Wasser.

2

Eine Rettungshütte der „Life Saving Association of

Etappenprofil

1

Klimatabelle: Island

Dank dem atlantischen Golfstrom hat Island milde

Sommer und kühle Winter. Am bemerkenswertesten

ist die Wechselhaftigkeit des Wetters, das sich schnell

und oft von Sonnenschein zu kräftigen Winden, Nebel

oder Regen verändert. Die Temperaturen liegen im

Sommer zwischen 2 und 29 Grad Celsius, mit kalten

Nordwinden muss immer gerechnet werden. Gute

Outdoor-Kleidung, Handschuhe, Mütze und feste

Wanderschuhe sind unbedingt notwendig.

25

20

15

10

5

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Durchschnittstemperatur

Regentage im Monat

Iceland“ und mehrere Ruinen alter Gehöfte sind zu

besichtigen, aber die sattgrünen, imposanten Formen

der Küste und der von steilen Felswänden umringte

Strand sind die Hauptattraktionen.

Haftjörn: Ein Flüsschen mit klarem Bergsee,

3

der je nach Wetter mit seinen schönen Farben

verzaubert und zu einer Pause einlädt. Ringsherum

finden sich am ganzen Weg Blau- und Heidelbeeren.

2 3

Island kulinarisch

Eine Spezialität ist haltbarer Trockenfisch. Nicht

jedermanns Sache ist dagegen Hakarl, fermentiertes

Fleisch des Grönlandhais, das mit viel Brennivin-

Schnaps hinuntergespült wird. Rentier, geräuchert,

gebraten oder als Hackbällchen, ist sehr schmackhaft,

weil die Tiere sich von den verschiedensten Flechten

und Moosen ernähren. Auch das Lammfleisch hat einen

leicht gewürzten Geschmack. Zum Nachtisch gibt es

Skyr, eine Art cremiger, quark ähnlicher Frischkäse,

mit Blaubeeren. Auch Kleinur, ein traditionelles Siedegebäck,

wird überall angeboten.

Ostisland entdecken

und erschmecken

Schlemmen und schlummern:

Alfheimar, familiäres Gästehaus

und Restaurant mit lokalen

Spezialitäten, 720 Borgarfjördur,

Tel.: +354/8613677, www.elftours.is

Ferdapjonustan Borg, Njardvik,

typische isländische Farm mit

Gästezimmern, 720 Borgarfjordur,

Tel.: +354/4729805, hlid@centrum.is

Borg, Gästehaus im Ortszentrum, 720

Borgarfjordur, Tel.: +354/4729870,

gistingborg@simnet.is Blabjörg,

Gästehaus an einer alten Fischfabrik,

720 Borgarfjordur, Tel.: +354/8611792,

helgisig@simnet.is, www.blabjorg.is

Restaurant Fjardarborg, 720

Borgarfjordur, Tel.: +354/4729920,

fjardarborg@simnet.is. Alfacafe,

lokale Spezialitäten, bekannt für gute

Fischsuppe, Idngardar, 720 Borgarfjördur

eystri, Tel.: +354/4729900,

alfacafe@simnet.is

Anschauen und entdecken:

Kjarvalsstofa, Museum des isländischen

Malers Johannes Sveinsson Kjarval,

Eintritt kostenlos, tägl. 12–18 Uhr,

720 Borgarfjordur, Tel.: +354/8626163

Posthusid, Sagen und Geschichten

für Kinder, tägl. 12–18 Uhr, 720

Borgarfjordur, Tel.: +354/78613677

Randulfs Sea-house, historisches

Fischerhaus mit Original-Einrichtung

und hervorragendem Restaurant,

Strandgata, 735 Eskifjördur, Tel.:

+354/4771247, mjoeyri@vortex.is, www.

mjoeyri.is Skriduklaustur Culture

Center, Ausstellungshaus des Schriftstellers

Gunnar Gunnarsson, Café mit

landestypischem Buffet, Skriduklaustur,

701 Egilsstadir, Tel.: +354/4712990,

klaustur@skriduklaustur.is,

www.skriduklaustur.is

Informieren und buchen:

Ost-Island Tourist Info, Midvangi

1–3, 700 Egilsstadir, Tel.: +354/4712320,

www.east.is Elftours, verschiedene geführte

Wanderungen, Gepäcktransport

und Unterkunft, Tel.: +354/8613677,

info@elftours.is, www.elftours.is

38

Spezial|16


Nordeuropa

Dänemark

Insel im Limfjord

Typ: Rundwanderung

Länge: ca. 13 Kilometer

Dauer: ca. 3,5 Stunden

Markierung: nicht durchgängig

Schwierigkeitsgrad: mittel, stellenweise

schwierig

Steigung/Gefälle: je ca. 130 Meter

Höchster Punkt: ca. 55 Meter

Beste Wanderzeit: April bis Oktober

Start/Ziel: Parkplatz Knudevej (links

vor der Schranke zur Brauerei),

7884 Fur, Dänemark

Wegequalität: Strand, Gras- und

Erdwege; oberhalb von Knudeklinterne

einige steile, nach Regen

glitschige Stücke mit Halteseil

Weitsichtig

Spektakuläre Molerfelsen faszinieren entlang der Steilküstenabschnitte.

Dazwischen ein bisschen Strand, weite

Blicke von hoch oben hinaus auf den Limfjord und über

das von Endmoränen rundlich modellierte Hinterland.

Text und Foto: B. Wand

Klippen, Strand und hügeliges Hinterland

Links vom Parkplatz beginnt

der mit rotem Dreieckspfeil markierte

Pfad. Parallel zum Strand

läuft er zwischen Kartoffelrosen

auf das Steilufer Lille Knudshoved

1 zu. Er erklimmt das

Steilufer, schlängelt sich oben als

Pfad durch Heidereste, schwingt

als breiter Weg hinter ein paar

Fichten auf und ab, bevor er

ansteigt und den Blick von oben

auf Knudeklinterne 2 freigibt.

Durch zugewucherte Kieselgur-

Gruben geht es rauf und runter.

An steilen Stellen helfen Seile

mit Knoten über den nach Regen

rutschigen Lehm hinweg. (In

einem ehemaligen Bruch fällt

der Weg so weit zum Strand

ab, dass sich ein Abstecher

zurück für den Blick von unten

auf Knudeklinterne anbietet,

(falls der Wasserstand die Enge

unterhalb des Felsens passierbar

lässt). Wo der rot markierte Weg

nach rechts knickt, dem Pfad

geradeaus zum Picknickplatz

folgen und am Strand weiterlaufen.

Vorbei an einem Stück mit

abgerutschtem Hang geht es um

eine Engstelle zu Den Røde Sten

3 und unterhalb der Østklinten

4 entlang. Wo sich im Hang eine

Einkerbung zeigt, bringen uns

Stufen und ein Handlauf aus

Tau zwischen Sanddorngebüsch

empor zu den begrasten Hängen

von Langstedhuller 5 . Oberhalb

der eingekerbten Erosionsrinne

biegt der von nun an mit gelben

Pfeilen markierte Weg noch

unterhalb des Parkplatzes rechts

ab und führt als doppelspuriger

Grasweg, später als Pfad, an der

Kliffkante entlang. Zu Beginn

einer Kiefernschonung dem gelben

Pfeil links hinunter folgen.

Der Weg macht eine Rechtskehre

und biegt vor einer Viehweide

nach links ab. Vom Hügel hinter

dem zweiten Vieh-Drehkreuz

rückt der Rødsten 6 ins Blickfeld.

Davor geht es nach rechts,

mehrere Stufen hinauf, über

die Straße und etwas rechts

versetzt weiter geradeaus zu

einem Übernachtungsplatz mit

Unterstand. Mit dem nächsten

Linksknick verlässt unser Weg

die gelben Pfeile, erreicht nach

einem Rechtsknick eine Schotterstraße,

folgt ihr nach links

am Emmelstenhus 7 vorüber

und hinauf bis zum Parkplatz

beim Aussichtshügel Manhøje

8 . Noch vor dem Parkplatz

schwenkt ein weiß markierter

Weg scharf nach rechts, fällt

ab zu einer Senke voll alter Buchen,

läuft geradeaus über eine

Weide, knickt vor der Anhöhe

rechts ab, umläuft diese am

Fuße links, passiert ein Gatter,

führt am Ende einer Weide nach

links durch einen Fichtentunnel

und knickt rechts zu einer

Schotterstraße ab. Dort rechts

und am Strand links zurück bis

zu der Stelle, wo unsere Route

anfangs den rot markierten

Weg verlassen hat. Durch den

Wald entfernt sich der rote Weg

von der Küste, wendet sich

vor einem Hügel nach rechts,

schlägt einen Halbkreis um den

Campingplatz, biegt rechts ab,

läuft zwischen Feldern aufwärts

zu einem Haus, dessen Zufahrtsweg

zurück zum Knudevej

nahe dem etwas weiter rechts

liegenden Parkplatz leitet.

Einmal um den

Geisterhafen

Gammel heißt auf Dänisch (treffenderweise):

alt. So bedeutet Gammel

Havn: Alter Hafen. Koldkilde Havn,

der ehemalige Fischereihafen auf

Fur versandete unaufhaltsam. So

räumten die Fischer ihn 1956 und

verlegten ihre Boote in den neugebauten

Hafen bei der Fahrrinne der

Fähre. In dem roten Grundnetzhaus

aus Holz informiert das Fur-Museum

anhand ausgestellter Gerätschaften,

Texte und Fotos über die

Geschichte des Hafens sowie über

die Limfjordfischerei. Es ist vom 1.

April bis 31. Oktober geöffnet. Vom

Parkplatz schlägt ein 1,5 km langer

Naturlehrpfad einen Bogen um

die Kaimauern von Gammel Havn.

www.furmuseum.dk

Spezial|16

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Nordeuropa

Dänemark

Anreisen und orientieren

Mit der Bahn: Skive ist der nächstliegende Bahnhof für die Anreise nach Fur (von Hamburg

gut sieben Stunden via Flensburg, Bus nach Fredericia, Holstebro). Infos: DSB in Skive, Søndergade

16c, DK-7800 Skive, Tel.: 0045/9751/3711, www.rejseplanen.dk, www.bahn.de

Mit dem Bus: Linie 420 Skive–Breum–Fur

Mit der Fähre: von Branden im Norden der Halbinsel Salling (25 km nördlich Skive) nach

Fur, alle 15 Minuten, ab 19 Uhr jede halbe Stunde, Überfahrt 3–4 Minuten, Mitnahme:

30 Pkw, www.fursund.dk (Hin- und Rückfahrt: 100 dänische Kronen – unter 15

Euro – pro Pkw inkl. Insassen) Taxi: Fur & Selde Taxi, Tel.: 0045/9759/3165, Mobil-Tel.:

0045/2016/2345

Mit dem Pkw: von Flensburg E 45 bis AS 59, Route 13/18 bis Herning bis AS 15-Herning

Nord, Route 34 an Skive vorbei und in Roslev Route 551 bis zur Fähre in Branden

Orientieren: Fur, M 1:20.000, Dänisches Ministerium für Umweltschutz, Generaldirektoriat

für Forst und Natur, „Wanderungen“ Nr. 67T, bei der Tourist-Info auf Fur gibt es das Faltblatt

kostenlos. Infos zu den Faltblättern der Serie „Wanderungen“: www.skovognatur.dk

Tourenhöhepunkte

Kunstwerke der Natur auf Fur

1

Lille Knudshoved: Am

westlichsten Punkt von

Fur erhebt sich das Steilufer

aus Moränenlehm. Da Schmelzwassersand

ihn überlagert,

wuchs darauf Heide, bis man

ab 1800 Nadelbäume pflanzte.

An der Kliffkante schlängelt

sich der Pfad durch Reste der

Heideflächen.

Knudeklinterne: Dramatisch

der Blick oben,

2

doch auch von unten fesseln

die Steilwände der etwa 600

Meter langen Knudeklinterne.

Aschebänder durchziehen

Molergestein (Kieselgur)

in den von Winterstürmen

blankgehobelten Felsen. Sie

veranschaulichen, wie das Gestein

zusammengepresst und

aufgerollt wurde. Am Strand

finden sich mit etwas Glück

Fossilien.

3

Den Røde Sten: Eine

rostrote Sandsteinklippe

ragt unter dem Hang am

Strand hervor. Eisenverbindungen

kitten glaziale

Schmelzwassersande und

-kies zusammen. Salzwasser

„wäscht“ den Stein stetig sauber,

verstärkt das Rosten des

Eisenanteils an der Oberfläche

und sorgt so dafür, dass der

rote Stein in der Abendsonne

„aufglüht“.

Østklinten: Etwa in

der Mitte von Furs

Nordküste erheben sich die

östlichen Kieselgurhänge. Sie

sind etwas niedriger als die

Formation bei Knudeklinterne

am westlichen Ende. Dennoch

beeindruckend!

5

4 6

Langstedhuller: Nach

der Eiszeit kerbte Wasser

tiefe Rinnen in den Untergrund,

die zum Strand hin wie

kleine Schluchten abfallen.

Ein paar sanftere, rundere, daher

auch bewachsene Formen

setzen einen hübschen Kontrast

zu den strandparallelen

Steilwänden. Wiesenprimeln

und Wiesenkuhschellen überziehen

zu Frühlingsbeginn die

Grashänge.

Rødsten: Der „Inland-

Rotstein“ setzt sich aus

dem gleichen Material wie

die rote Klippe am Strand

zusammen. Ohne das nagende

Salzwasser fühlen sich allerdings

Moose und Flechten auf

seiner Oberfläche wohl und

verleihen ihm einen grauen

Teint. Furs Kirche und der

Dom von Viborg bestehen zum

Teil aus Rødsten.

7

Emmelstenhus: Das

umgebaute, vor hundert

Jahren hier typische Fischergehöft

beherbergt in der

Scheune eine kleine Ausstellung

über die Natur und

Kulturgeschichte der Region.

8

Manhøje: Im höchstgelegenen

Bereich der Insel

bietet der Aussichtshügel einen

weiten Ausblick über Fur und

den Limfjord, zur Halbinsel Salling

im Süden und zur großen

Insel Mors im Westen.

Etappenprofil

1

Insider-Tipps für

den FURlaub

Schlemmen und schlummern:

Fur Strand Hotel, Sundevej 49,

DK-7884 Fur, Tel.: 0045/9757/8500,

www.furstrandhotel.dk Gasthaus Fur

Færgekro, Stenøre 8, DK-7884 Fur,

Tel.: 0045/9759/3002, www.furkro.dk

B&B Regitzesminde, Sønder gårde vej

17, DK-7884 Fur, Tel.: 0045/9759/3266

B&B Fuur Farm Vest, Hindkærvej 22,

DK-7884 Fur, Tel.: 0045/2099/2399,

www.fuurfarmvest.dk

2 3 4 5 6 7 8

Cirkeline B&B, Boagervej 1a, DK-

7884 Fur, Tel.: 0045/5120/3108

B&B und FeWo Sundevej, Sundevej 5,

DK-7884 Fur, Tel.: 0045/2142/9697,

www.feriehus-fur.dk Fur Camping,

Råkildevej 6, DK-7884 Fur, Tel.: 0045/

9759/3333, www.furcamping.dk Fur

Bryghus, Knudevej 3, DK-7884 Fur,

Tel.: 0045/9759/3060

www.furbryghus.com Café und B&B

På Herrens Mark, Blegagervej 6,

DK-7884 Fur, Tel.: 0045/2521/3547,

www.paaherrensmark.com

Hafenkneipe Skuret, Stenøre 5, DK-

7884 Fur, Tel.: 0045/9759/3413 Fur

Ø Gårdbutik Klode, Madsbadvej 38,

DK-7884 Fur, Tel.: 0045/2938/3065,

www.furhereford.dk

Sommerhaus-Urlaub: Ferienhäuser

sind in Dänemark weit verbreitet.

Weitläufige Naturgrundstücke sind

ideal für den Aufenthalt mit Familie

und Freunden. Vermittlungsstellen:

www.fursund.dk, www.overnatningfur.dk,

www.dancenter.de

Fossiliensuche: Im Sommer lädt das

Museum auf Fur Erwachsene und

Kinder regelmäßig zur Fossilienjagd.

Auch Diavorträge, eine Natur-Werkstatt

und geführte Touren stehen auf

dem Programm. Im Museum kann

man Versteinerungen bestaunen,

die Entstehung der Moler-Steilküste

verstehen und sich draußen im

Geo-Park auf eine Zeitreise durch die

Erdgeschichte begeben: Fur Museum,

Nederby 28, DK-7884 Fur, Tel.:

0045/9915/6938, www.furmuseum.dk

Mehr über Fossilien auf: www.

fossiler.dk und www.danishfossils.dk

Künstlerkolonie: Rund 20 Künstler

haben sich auf Fur zu einem Kunstverein

zusammengeschlossen. Über

Projekte, Aktionen und Mitglieder

informiert www.furkunst.dk

Informieren: Fursund Turistinformation,

Stenøre 19, DK-7884 Fur, Tel.:

0045/9759/3053, www.fursund.dk

Online-Broschürenbestellung und

Dänemark-Infos: www.visitdenmark.de

40

Spezial|16


Nordeuropa

Norwegen

dfkk

Königreich

Norwegen

Norwegen ist von der Fläche fast

so groß wie Deutschland, wenn

auch langgestreckt und schmal.

Die Landschaft ist aufgrund der

enormen Nord-Süd-Ausdehnung

sehr vielfältig. Norwegen ist

insgesamt dünn besiedelt, hier

leben weniger als fünf Millionen

Menschen. Fjordnorwegen

(zwischen Stavanger im Süden

und Kristiansund im Norden)

wurde von dem Magazin „National

Geografic“ zum besten Reiseziel

der Welt ernannt. Entscheidend

dafür war auch, dass die Destination

nachhaltig und authentisch

wahrgenommen werden kann.

Länge: 4,8 km

Schwierigkeitsgrad: mittel bis

anspruchsvoll, schwindelfrei

sollten Sie schon sein

Höchster Punkt: 550 m

Beste Wanderzeit: April bis August

Hinauf zum Felsenbauernhof und zur Alm Homlongsætra

Auf den Spuren der königlichen Bergziege

Text und Foto: K. Bünagel

Königin Sonja von Norwegen trägt auch den Titel „Bergziege des Jahres“. 1993 lud sie den

europäischen Adel zu einer Wanderung am Geirangerfjord ein, die Sie nachwandern können.

Ein norwegisches Wandermagazin

verlieh der Monarchin den zugegebenermaßen

leicht respektlos

klingenden Titel aus ehrlicher

Bewunderung: Schließlich wandert

und klettert Königin Sonja

gern und oft in den Bergen. Ihre

Silberhochzeit hat sie 1993 am

Geirangerfjord auf dem Bergbauernhof

Skageflå gefeiert. Und den

europäischen Adel dazu eingeladen,

gemeinsam mit ihr hoch zum

Auf Skageflå feierte Königin

Sonja ihre Silberhochzeit.

Hof zu wandern. Diese berühmte

Kurzwanderung können Sie

nachlaufen. Startpunkt unserer

Wandertour ist am Skagehola (1),

vom Ort Geiranger aus gesehen

kurz vor dem Wasserfall Freier.

Sie können mit dem Kajak oder

RIB-Boat fahren, aber auch die

größeren Schiffe lassen Sie hier

raus, wenn Sie vorher Bescheid

sagen.

Dann geht es links hinauf zum

Bauernhof. Skageflå (2) war ein

sehr reicher Bauernhof: 112

Ziegen, 80 Schafe, fünf bis sechs

Kühe und ein Pferd gehörten

dazu. So erzählt man sich heute,

dass der Bauer, wenn sich der

Steuereintreiber dem Hof

näherte, die Leiter zum Aufstieg

entfernt hatte. Im Schuppen des

Hofes können Sie sich im „Gipfelbuch“

hinter Sonja eintragen.

Weiter geht’s zur Alm Homlongsætra

(3). Der Anstieg ist steil, von

250 Meter auf 544 Meter über

dem Meeresspiegel. Blicken Sie

sich immer wieder um – von hier

oben aus haben Sie eine herrliche

Aussicht auf den Geirangerfjord.

Die Tour ist allerdings anspruchsvoll,

wer Höhenangst hat, sollte

nicht mitwandern. Übrigens:

Nicht alle eingeladenen adeligen

Gäste sind gewandert, einige

wurden zum Felsenbauernhof

hochgeflogen.

Die Alm Homlongsætra besteht

aus zwei Hütten mit Grasdach

und Birkenrindenisolierung.

Nun geht es wieder runter zum

Fjord bis zum Dorf Homlong (4).

Nach Geiranger sind es von hier

aus noch zwei Kilometer, die

wieder ganz entspannt am Wasser

entlangführen.

Hotel

Union Øye –

ein historischer Ort

Das Hotel Union Øye liegt in Møre

og Romsdal am Hjørundfjord,

erbaut 1891. Ein Auszug aus dem

historischen Gästebuch: Königin

Wilhelmina der Niederlande,

Kaiser Wilhelm II., König Oskar II.,

Königin Maud und König Haakon

VII. Nach diesen Gästen sind

die 27 historisch eingerichteten

Zimmer benannt. TV, Radio und

Telefon gibt es auf den Zimmern

nicht. Und: Der Geist Lindas

soll hier seit 1891 sein Unwesen

treiben. Lassen Sie sich die

Geschichte selbst erzählen …

Kontakt: www.unionoye.no

Spezial|16

41


Nordeuropa

Norwegen

Anreisen und orientieren

Mit dem Auto oder Wohnmobil fahren die meisten Urlauber nach Norwegen. Entweder

über den Landweg via Ostdänemark, Öresundbrücke und Schweden oder ein Stückchen mit

der Fähre. Abfahrt ist von Kiel aus (Infos: Color Line, Tel.: 0431/7300300, www.colorline.de,

Dauer: 20 Stunden, Abfahrt: täglich).

Mit dem Flugzeug fliegen Sie nonstop nach Oslo, es gibt auch Direktverbindungen

nach Bergen und Stavanger. Andernfalls fliegen Sie über Kopenhagen (Dänemark) zu

weiteren norwegischen Flughäfen.

Am meisten sehen Sie von Land und Leuten, wenn Sie in Norwegen auch mit einem Auto

unterwegs sind. Die Fährschiffe (Hurtigruten, www.hurtigruten.de) haben ein Autodeck

und gehören zu einem Urlaub in Fjordnorwegen einfach dazu. Informieren Sie sich für Ihren

Winterurlaub im Vorfeld, welche Straßen dann in Norwegen gesperrt sind.

Ziegenkäse:

Gjetost

Eine beliebter Käse im Königreich

ist Gjetost, ein norwegischer,

brauner Ziegenkäse. Hergestellt

wird er nicht aus Milchrahm,

sondern aus Molke – das, was bei

der Butterherstellung übrig bleibt.

Die Ziegenmolke wird eingekocht,

bis der Milchzucker karamellisiert,

das gibt dem Käse seinen besonderen

Geschmack. Dann wird Sahne

oder Milch dazugegeben. Schmeckt

gut zu dunklem Brot, Knäckebrot

und zur Weihnachtszeit mit würzigem

Früchtekuchen.

Etappenprofil

1

Tourenhöhepunkte

Faszinierende Aussichten

Skagehola: Schon die

1

Anfahrt auf dem Geirangerfjord

von Geiranger aus mit dem

Boot ist spektakulär: vorbei an

den Sieben Schwestern, vielleicht

begegnet Ihnen mit etwas Glück

im Kajak auch ein Schweinswal,

die sich hier tummeln. Bis zum

Wasserfall Freier ist es auch

nicht mehr weit.

Skageflå: Der Felsenbauernhof

war sehr wohlhabend.

2

Von hier aus haben Sie einen majestätischen

Blick auf die Sieben

Schwestern und die Adlerstraße.

In der Region tummeln sich wilde

Ziegen. Sie sind sehr geschickte

Kletterer. Vom Schiff aus können

Sie die Tiere oft sehen.

Homlongsætra: Ein zweiter

3

verlassener Bauernhof am

Fjord. Von hier aus (und auch

schon 500 Meter vorher) haben

Sie wieder einen guten Blick auf

den Geirangerfjord.

Homlong: Das war’s. Sie sind

4

wieder unten am Fjord, in

dem kleinen Ort Homlong. Bis

nach Geiranger sind es nun nur

noch zwei Kilometer.

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

2 3 4

25

20

15

10

5

Klimatabelle:

Erstaunlich mild

Dank des Golfstromes ist das Klima

auf dem norwegischen Festland

trotz der extrem nördlichen Lage

erstaunlich mild. Im Sommer

kann es in Ålesund bis zu 30 Grad

Celsius warm werden, aber auch

Temperaturen um die 10 Grad sind

keine Seltenheit. Bei Wanderungen

sollten Sie daher immer warme,

wetterfeste Kleidung im Gepäck

haben. Im Sommer sind die Abende

lang und hell – der Abendhimmel

ist oft farbenprächtig.

Durchschnittstemperatur

Regentage im Monat

Mehr als ein

Wanderparadies …

Gute Nacht: Schlafen können Sie im

Hotel, in einem Ferienhaus, aber auch

im Leuchtturm oder in einer Almhütte.

Infos: Innovation Norway,

Tel.: 0180/5001548 (0,14 Euro/Min.),

www.visitnorway.de und

www.visitnorway.com

GEIRANGER:

Freizeit: Wenn Sie wanderunlustig

sind, dann können Sie dennoch viel

draußen erleben: Canyoning, Rafting,

Kajaking, Angeln, Nordic Walking.

Ein Besuch im Spa ist auch möglich.

Freizeitangler können zwischen den

Kreuzschiffen ihre Ruten auswerfen,

zum Fjordangeln bedarf es

keiner Angellizenz. Die Ausbeute mit

gewissem Know-how und Petri-Glück:

Dorsch, Schellfisch, Pollack, Lachs

und andere Arten. Auch Whale-

Watching ist möglich: Schweinswale

tummeln sich hier.

Hier lohnt sich ein Besuch:

Geiranger Fjordscenter, Museum

zur Geschichte der Fjordbewohner,

geöffnet Mai bis Dezember, Eintritt:

95 NOK, www.fjordscenter.info

Herdalssetra/Norsk Setermuseum,

Herdalssetra ist die größte Dorfalm

mit Ziegenhaltung (300 bis 400

Ziegen), Saison: Mai bis September,

www.herdalssetra.no

Tipps: Wandern Sie zum Wasserfall

Storseterfossen, er ist von hinten begehbar.

Und genießen Sie eine typisch

norwegische Waffel auf dem Rückweg

auf dem Hof Westeråsgård.

ÅLESUND:

Freizeit: Wildlife Sea Safari, eine

Küstensafari, bestehend aus Abenteuer

und Naturerlebnis. Die Tour bringt

Sie auch zur Vogelschutzinsel Runde.

Preis: 695 NOK, wetterabhängig.

Sehenswert: Jugendstilzentrum,

Eintritt: 60 NOK, www.jugendstilsenteret.no

(Übrigens: In der Touristeninformation

in Ålesund erhalten Sie

eine Broschüre „Zu Fuß in Ålesund“.)

Kunstmuseum KUBE, Museum für

Architektur, Design und Kunst, Eintritt:

60 NOK, www.kunstmuseetkube.no

Tipps: Werfen Sie doch selbst die

Angel aus. Oder kaufen Sie frische

Garnelen und genießen Sie die

Meeresfrüchte von einer Bank aus

mit Blick aufs Meer. Besuchen Sie

den Leuchtturm Alnes auf Godøya.

Im Sommer können Sie hier auch in

der Bucht schwimmen.

42

Spezial|16


Foto: © Fjord Norway.com

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DIE WANDERBARE WELT

NORWEGENS!

Mit Fjord Line nach Norwegen. Genießen Sie die Überfahrt mit den Kreuzfahrt-Fähren MS Stavangerfjord und

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Osteuropa

© jesiotr9/istockphoto.com

44

Spezial|16


Osteuropa


Osteuropa

Grenzen

durchwandern

Dass der Osten Europas wandertechnisch vielleicht noch nicht so erschlossen ist wie der

Westen, liegt auf der Hand. Dafür lockt seine Weite und Wildnis – sowohl über als auch unter

der Erde! In Polen, Ungarn oder der Tschechischen Republik ist manches anders, dem Naturgenuss

tut dies jedoch keinen Abbruch. Im Gegenteil! Und wer sich darüber hinaus nach

weiteren Genüssen sehnt, wird heutzutage ebenfalls fündig ...

Auch fast 30 Jahre nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ ist

im ehemaligen Ostblock noch manches anders: So steht auf dem

Gipfel des Grulicher Schneegebirges in Tschechien, auch das

„Dach Europas“ genannt, kein Gipfelkreuz, sondern ein Gipfelelefant!

Eigentlich war hier der Bau eines Aussichtsturms

vorgesehen. Doch dieser kam nie zustande. Stattdessen

wurde ein steinerner Elefant namens „Slon“ zum

Wahrzeichen des Gebirges und der umliegenden

Städte. Die Plastik stammt von dem tschechischen

Maler und Bühnenbildner Kurt Hallegger, der hauptsächlich

für das Bayerische Staatsschauspiel arbeitete.

Dies und eine Tour rund um Tschechiens „Weißen

Koloss“ zeigt uns, dass Grenzen – egal wie lange sie

bestehen und wie mächtig sie erscheinen mögen –

eben doch nur vorübergehender Natur sind. Denn

der majestätische Schneeberg bildet die Grenze

zwischen Böhmen, Mähren und deren Nachbarn

– zuerst Preußen, später Deutschen, heute Polen.

Auch das Massiv der Pieninen im südöstlichen

Polen erstreckt sich hinüber bis in die heutige

Slowakei. Es ist der kleinste Bergstrang der Karpaten.

Der Pieninen-Nationalpark umfasst winzige 2,5 Hektar.

Seine Tierwelt ist mit etwa 15.000 Arten umso reicher:

Hier lebt etwa die Hälfte der gesamten polnischen Fauna!

Der höchste und gleichzeitig bekannteste Gipfel ist

Trzy Korony (Drei Kronen, 982 Meter) und bildet

den Fixpunkt bei unserer Entdeckungstour im

polnischen Pieninen-Nationalpark.

Der ungarische Nationalpark Bükk dagegen ist vor allem

von ausgedehnten Wäldern und einer äußerst spannenden

Höhlenlandschaft geprägt. Der Ortsteil Lillafüred mitten im

Bükk-Gebirge ist berühmt für seine Naturschönheit und als

Wandergebiet in ganz Ungarn bekannt. Durch lichte

Laubwälder und über aussichtsreiche Höhen züge

wandert man in den Bükk-Wäldern von Höhle zu Höhle. Und

dazwischen gibt es richtig viel Ruhe zum Genießen!

Apropos Genuss: Die traditionelle Gulaschsuppe oder

die einzigartige ungarische Salami schmecken nach

einer langen Tour besonders gut! Und: Ungarn ist ein

traditionelles Weinbauland! Die vulkanischen

Weinbaugebiete am Balaton sind römischen Ursprungs

und rund 2000 Jahre alt. Ungarische Weine waren

während der kommunistischen Periode überwiegend

Massenprodukte. Seit der politischen Wende in Ungarn

im Jahre 1989 wurden zahlreiche Investitionen und

Subventionen für die Erneuerung und den

qualitativen Wiederaufbau des ungarischen

Weinbaus geleistet, so dass in den letzten

Jahren wieder ein internationaler Qualitäts-standard

ereicht werden konnte.

In Tschechien gehört natürlich ein gutes Bier dazu, in

Polen sollte man Ausschau nach einem Schild mit der

Aufschrift „Bar mleczny“ halten. Dahinter verbirgt sich

eine polnische Besonderheit: Dort bekommt man in

schlichten Räumen einfache Speisen aus Milch und Mehl,

zum Beispiel Milchsuppe, Pfannkuchen und Klöße.

Dass es in allen drei Ländern mittlerweile aber auch Wein

und Wellness vom Feinsten gibt, zeigen unter anderem unsere

Übernachtungs- und Schlemmertipps auf den Tourenseiten.

46

Spezial|16


Osteuropa

Polen

Auf drei Kronen

Typ: Rundwanderung

Länge: ca. 5,6 Kilometer

Dauer: ca. 4 Std. (mit Pausen)

Markierung: teils blaue Markierung

Schwierigkeitsgrad: mittel;

Tritt sicherheit und eine feste Sohle

sind erforderlich

Höhendifferenz: 509 Meter,

von 473 bis 982 Meter

Beste Wanderzeit: April–September

Start: Sromowce Wyzne

Ziel: Szczawnica

Wegqualität: gut begehbare

Waldwege sowie Schotter, Steinund

Felstreppen

Entdeckungstour in den Pieninen

Klein, aber sehr lebendig

Das Massiv der Pieninen liegt im südöstlichen Polen und erstreckt sich hinüber in die Slowakei, es ist der kleinste Bergstrang der

Karpaten. Der Pieninen-Nationalpark umfasst winzige 2,5 Hektar. Seine Tierwelt ist mit etwa 15.000 Arten umso reicher (etwa

die Hälfte der gesamten polnischen Fauna). Der höchste und gleichzeitig bekannteste Gipfel ist Trzy Korony (Drei Kronen, 982 m).

Text: C. Müller, Foto: A. Wiedak

Zunächst führt der Weg ziemlich

steil bergauf an weiten

Wiesenhängen vorbei. An einer

Abzweigung – jeder Wanderer

passiert diese Stelle – verkauft

eine Bäuerin in einer Holzhütte 1

selbstgemachten Käse (Oscypek),

eine regionale Spezialität, die nur

in der Tatra- und Beskidenregion

hergestellt wird. Er besteht aus

Schafsmilch mit einem Anteil

Kuhmilch und wird geräuchert.

Am Przelecz Szopka (Pass) können

wir das Massiv der Hohen Tatra

sehen. Wenig später führt ein

breiter Weg auf einen Bergkamm.

Bald verengt dieser sich zu einem

schmalen Pfad, der auf dem

Kamm entlangführt. Der Weg ist

immer wieder mit schwierigeren

Abschnitten gespickt (an der Grenze

zur Kletterei). Hinzu kommt,

dass die Abbruchkanten oftmals

nicht gesichert sind. Deshalb

sollten diesen Weg nur trittsichere

Wanderer begehen. Vom

Przelecz-Szopka-Aussichtspunkt

2 können wir erneut ins Tal

des Dunajec herabblicken. Nach

zweistündigem Aufstieg stehen

wir am Kassenhäuschen auf dem

Gipfel des Drei-Kronen-Bergs 3

(Trzy Korony). Zum Betreten der

Aussichtsplattform 4 auf dem

Gipfel entrichten wir eine kleine

Gebühr. Über einen langen stählernen

Gang – getrennt für Auf- und

Absteigende – erreichen wir nach

wenigen Minuten den Gipfel. Auf

der Aussichtskanzel (982 m) drängen

sich die Besucher, so dass der

Aufenthalt dort mit dem an einem

Gipfelkreuz nicht vergleichbar ist

– obwohl er alle Mühen lohnt. Der

Fluss Dunajec mit seinen unzähligen

Flößen und Booten ist hier gut

zu erkennen, genauso wie das Rote

Kloster. Eine Legende berichtet,

dass Bruder Cyprianus vom Roten

Kloster aus mit einer Flugmaschi-

ne über den Drei-Kronen-Berg

flog und anschließend in der

Hohen Tatra am Fischsee (Bergsee

Morskie Oko) abstürzte –

sozusagen der Ikarus Polens. Auf

dem Rückweg folgen wir dem blau

markierten Wanderweg, der einige

steile Passagen bereithält. Hier

empfehlen sich Wanderstöcke, insbesondere

bei einem recht langen

Abschnitt über wurzeligen Boden.

An der Polana Ligarki 5 ,

einer beschaulichen Lichtung,

bietet sich eine kleine Pausenzeit

an. Am Ende winkt uns wieder die

freundliche Bäuerin zu, und wir

lassen uns genüsslich ein Stück

Käse schmecken.

Die gemütliche Seite: Noch ist der Gipfel zig Höhenmeter entfernt.

Spezial|16

47


Osteuropa

Polen

Anreisen und orientieren

Mit dem Flugzeug: Air Berlin fliegt bis zu dreimal täglich von Berlin nach

Krakau mit Umsteigeverbindungen zu zahlreichen anderen deutschen

Flughäfen – www.airberlin.com

Mit der Bahn: Das direkte Anreisen mit der Bahn ist von Deutschland und

Österreich leider nicht möglich. Es gibt aber einen IC-Bus – www.bahn.de

Mit dem Bus: Zahlreiche Busunternehmen bieten Anreisemöglichkeiten nach

Polen von Deutschland und Österreich mit dem Omnibus an, z. B. Sindbad,

Eurolines oder das Low-Cost-Unternehmen PolskiBus – www.polskibus.pl

Mit dem Pkw: Auf der A4 über Breslau Richtung Krakau.

Orientieren: In Polen profitieren Wanderer (noch) von günstigen Preisen

bei Hotels und Verkehrsmitteln. Regionalkarte der Woiwodschaft Kleinpolen

(Malopolskie-Region) am besten vor Ort besorgen.

Top-Lesetipp: „Gebrauchsanweisung für Polen“ von Radek Knapp, Piper Verlag,

153 Seiten, 6. Auflage, ISBN 978-3-492-27536-1, 12,99 Euro.

Tourenhöhepunkte

Gipfel-Geschwister

1

Holzhütte der Bäuerin:

Am offenen Feuer wird hier

himmlisch leckerer Ziegen- und

Schafskäse geräuchert – diese

Bäuerin (und ihrer Familie) sollte

man nicht links liegen lassen.

Przelecz-Szopka-

2 Aussichtspunkt: Die fünf

steilen Erhebungen auf der

Südseite, die zusammen wie eine

Krone anmuten, sind von hier aus

besonders gut zu sehen. Die drei

auffälligsten „Zacken“ tragen Frauennamen

– „Große Katharina“

(Mitte), „Dicke Barbara“ (rechts)

und „Zauselige Maria“ (links).

Gipfel Drei-Kronen-Berg:

3 Mit 982 Metern markieren

die im Nationalpark gelegenen

Trzy Korony (Drei Kronen) die

höchste Erhebung des Gebirges.

4

Aussichtsplattform: Auf

der Okraglica („Große

Katharina“), dem höchsten Gipfel

der fünf Felsspitzen des Bergmassivs,

befindet sich eine Aussichtsplattform,

von der aus sich ein

wunderschönes Panorama bis in

die Slowakei eröffnet.

5

Lichtung Polana Ligarki:

Die kleine Lichtung inmitten

eines wilden Tannen-Fichten-

Areals befindet sich auf 730 Meter

Höhe. Eine kleine Rast bietet

sich hier an, da der nun folgende

Abstieg recht unwegsam ist.

© atosf/istockphoto.com

Der Apollofalter ist das Wahrzeichen des Pieninen-Nationalparks.

Etappenprofil

1

2 3 4 5

Kuren & „Flößen“

in Polen

Informieren:

Polnisches Fremdenverkehrsamt

Hohenzollerndamm 151,

14199 Berlin,

Tel.: 030/210092-0,

Fax: 030/210092-14,

www.polen.travel/de

Schlemmen und schlummern:

In Szczawnica besuchten wir mit

Kinga Cierniak aus der Marketingabteilung

von Thermaleo (www.

thermaleo.pl) unter anderem das

Café Helenka (www.cafe-helenka.pl),

die Trinkhalle, das wiederaufgebaute

Kurtheater (Dworek Goscinny,

www.uzdrowiskoszczawnica.pl). Dort

trafen wir uns mit Christophe Mankowski,

der zusammen mit seinen

Geschwistern Helena und Nicolas

das Unternehmen Thermaleo leitet.

Thermaleo ist auch Hauptaktionär

der Kurgesellschaft Uzdrowisko

Szczawnica (www.uzdrowiskoszczawnica.pl).

Im Le Restaurant des

5-Sterne-Hotels Modrzewie Park

(www.mparkhotel.pl) bekochte

uns aufs Feinste Lukasz Opyd.

Im Hotel Kinga (www.kingahotel.

com) in Czorstyn trafen wir den

Besitzer, Herrn Ashok Kumar Singh.

Hier warten Ayurveda-Kuren wie

das Panchakarma – ein anderer, sehr

gesunder Kosmos.

Erleben: Eine Floßfahrt auf dem

Dunajec: Tel.: 0048/18/2629721,

www.flisacy.com.pl, Fahrten von

April bis Oktober ab 9.00 Uhr.

48

Spezial|16


Osteuropa

Ungarn

Land der Wälder

und der Höhlen

Das Bükk-Gebirge ist mit ungefähr

100.000 Hektar Ungarns größtes

zusammenhängendes Waldgebiet

und gilt als Lunge des Landes.

Mit 1.027 Höhlen ist es

ein wichtiges Gebiet für archäologische

Funde. 45 Höhlen stehen

wegen seltener Tierarten unter

Naturschutz. Insgesamt gibt es

in Ungarn neun Nationalparks,

38 Land schaftsschutzgebiete und

142 Naturschutzgebiete.

Typ: Streckenwanderung

Länge: 5 km

Dauer: ca 2 Stunden

Steigung/Gefälle: ca. 400 m

Schwierigkeitsgrad: mittel

Beste Wanderzeit: Herbst

Start: Schlosshotel Palota

Ziel: Bushaltestelle Csanyik-völgy

Wegequalität: teilweise steil

und holprig, festes Schuhwerk

benötigt

Höhlen und mehr im Nationalpark Bükk

Auf Fred Feuersteins Spuren

Text: L. Bille, Foto: M. Schmidt

Durch lichte Laubwälder und über aussichtsreiche Höhenzüge

wandert man in den Bükk-Wäldern von Höhle zu Höhle.

Und dazwischen gibt es richtig viel Ruhe zum Genießen!

Start ist am Schlosshotel

„ Hunguest Hotel Palota“ 1 . Von

dort geht es über die Straße Fazola

Frigyes sétany nach links auf die

Hauptstraße (Vadas Jenö utca) zu.

In diese biegt man rechts ein auf

den Staudamm, so dass man linker

Hand wunderbar den See Hámori

überblicken kann. An der nächsten

Märchenhaft: die Sicht auf

das Lillafüreder Schlosshotel.

Kreuzung geht es rechts weiter

auf der Vadas Jenö utca, unter

einem felsenbedeckten Torbogen

hindurch. Dann biegt man links

auf einen rot markierten Waldpfad

ab, der zunächst steil bergauf

führt. Sobald es nach rechts auf

einen größeren Weg geht, folgt

man diesem, bis man zu einem

wunderschönen Aussichtspunkt

auf der Szeleta-Anhöhe 2 kommt.

Von hier geht es nach rechts,

parallel zum Tal auf dem Grat.

Ein schmaler Pfad geht rechts steil

hinunter zur Szeleta-Höhle 3 , die

man besichtigen kann. An der nächsten

Kreuzung geht es rechts, an

der folgenden links. Auf der linken

Seite kommt man nach einiger Zeit

an einem Schild zur Büdös-Höhle

(„Büdös-Pest“) 4 vorbei, zu der man

linker Hand ein paar Minuten steil

Entspannen unter Felsen

Einen Besuch wert ist das Höhlenbad in

Miskolc, ein Schwimmbad, welches in ein

unterirdisches Höhlensystem gebaut wurde.

Seitdem Benediktinermönche die natürlichen

Höhlen und Gänge im 16. Jahrhundert

„beschwimmbar“ machten, bietet das 28 - 35

Grad warme Thermalwasser Entspannung, Erlebnis und eine tolle

Atmosphäre – und natürlich weitere Wellness-Angebote wie Saunen

und Behandlungen. Höhlenbad Miskolc-Tapolca, geöffnet von Juni bis

August 9 bis 20 Uhr, sonst 9 bis 18 Uhr. 3519 Miskolc-Tapolca, Pazár

István sétány 1, Tel.: 0036/(0)46/560030, www.barlangfurdo.hu

aufsteigt. Wenn man den gleichen

Weg zurück wieder beim Schild angekommen

ist, folgt man dem Weg

bergab, überquert einen Bach und

wendet sich dann nach rechts auf

einen breiteren, befahrbaren Weg

(rotes Kreuz auf weißem Grund).

Linkerhand dieses Weges findet

sich die Kecske-lyuk-Höhle 5 , und

etwas weiter wird dann rechts

oben im Wald die kleinere Schlüsselloch-Höhle

6 sichtbar. An der

nächsten Kreuzung stehen Häuser,

dort geht es halb rechts zum Quellstein.

Dahinter folgt man links

einem Wiesenpfad, linkerhand

eine große Medikamenten-Fabrik

passierend. Dann geht es wieder

in den Wald, wo man links einen

Haustier-Friedhof besichtigen

kann, bis man geradeaus auf eine

Straße kommt. Von der Haltestelle

Csanyik-völgy aus geht es mit dem

Bus 5 zurück nach Lillafüred.

Spezial|16 49


Osteuropa

Ungarn

Anreisen und orientieren

Mit dem Flugzeug: Der Flughafen Budapest Ferihegy liegt in 180 Kilometer

Entfernung von Miskolc, der slowakische Flughafen Košice ist 80 Kilometer

entfernt. Hier starten regelmäßig Züge (www.mav-start.hu), Taxen

(zum Beispiel www.nonstoptaxi.hu, Tel.: 0646/555555) oder Autobusse

(www.borsodvolan.hu) nach Miskolc. Von dort sind es etwa 12 Kilomter

bis Lillafüred: Straßenbahn 1V bis zur Endstation „Fels -Majláth” oder Bus

1 bis zur Endstation „Majális park“, von dort gehen je die Buslinien 5 oder

15 bis „Palotaszálló“.

Mit dem PKW: Aus Deutschland geht es zunächst Richtung Wien, dann

über die E 60 über Györ nach Budapest. Von dort die E 71/M 3 oder die

Landstraße 3 nach Miskolc. Die Fahrtzeit beträgt etwa 13 Stunden.

Orientieren: Bükk Turista- és Szabadid Térkép, Wanderkarte 1:40.000,

Z-Press Kiadó Kft., ISBN 963 94932 9-5, über www.nordtur.hu

Tourhöhepunkte

Höhlen, Höhen und Urzeit zum Anfassen

Hunguest Hotel Palota: Das

1

1927 im Neorenaissance-Stil

erbaute Schlosshotel bietet tolle

Ausblicke. Der Hängegarten und

der angrenzende Wasserfall (der

höchste des Landes) des Szinva-

Baches laden zum Entspannen

In der Kecske-Höhle bitte die

Fledermäuse nicht stören!

Etappenprofil

1

und Ausruhen ein. Im Zweiten

Weltkrieg war es ein Militärkrankenhaus

für russische Soldaten.

Szeleta-Anhöhe: Der 350

2

Meter hohe Berg bietet an

seinem Aussichtspunkt herrliche

Blicke über die Bükk-Wälder, das

Schlosshotel und den Hámori-See.

Szeleta-Höhle: Dank der

3

Vorarbeit von Otto Hermann

begannen hier 1906 unter der

Leitung der Archäologen Ottokar

Kadic und Eugen Hillebrand

Ausgrabungen in der acht Meter

hohen Höhlenvorhalle.

Büdös-Pest-Höhle: Das

4

slawische Wort „Pest“ bedeutet

ebenso wie das ungarische

„Barlang“ Höhle. Der gewaltige,

2 3 4 5 6

drei Meter hohe Eingang liegt 42

Meter über der Talsohle und führt

36 Meter in den Berg hinein. Hier

wurde neben Tierknochen ein fast

vollständiges weibliches neusteinzeitliches

Skelett gefunden.

Kecske-Höhle: Sie befindet

5

sich kaum einen Meter über

der Talsohle und ist auch heute

noch, nach starken Regenfällen, eine

Quellhöhle. Sie ist 400 Meter tief

und an der Decke mit ziegeneuterförmigen

Stalaktiten geschmückt.

Schlüsselloch-Höhle: Ein paar

6

Meter weiter sieht man vom

Weg aus am rechten Berghang

einen kleinen Höhleneingang, der

aus einer bestimmten Perspektive

wie ein Schlüsselloch erscheint.

Die Miskolcer

Waldbahn

Die Schmalspurbahn LAEV führt

seit 1920 durch die schönen

Wälder von Miskolc nach Garadna,

vorbei an Sehenswürdigkeiten

wie der Diosgyörer Burgruine,

dem Schlosshotel Palota, dem

Hámori-See, dem historischen

Eisenschmelzofen und einer

Forellenzucht. Die Lok ist ein

spezieller Hybrid-Typ, der hier

entwickelt wurde: Bergauf geht

es elektrisch, der Strom wird

aus Bremsenergie gewonnen.

Den Rest der Strecke übernimmt

Dieselstrombetrieb. Das von der

Euro päischen Union unterstützte

Projekt fährt von Mai bis September

regel mäßig, außerhalb der

Saison nur am Wochenende.

www.laev.hu

Erlebniswelt

Bükk-Gebirge

Schlemmen und schlummern:

Ungarischer Hotelverband,

Tel.: 0036/(0)1/4669462, info@hah.hu

Hunguest Hotel Palota, Schlosshotel

mit Wellness, 3517 Miskolc-Lillafüred,

Erzsébet sétány 1, Tel.: 0036/(0)46/331411,

www.hotelpalota.hunguesthotels.com

Hotel Szeleta, 3517 Miskolc-Alsóhámor,

Szeleta u. 12–14, Tel.: 0036/(0)46/530

130, www.hotelszeleta.hu Hotel Tókert

Panzió-Etterem, 3517 Miskolc-

Lillafüred, Erzsébet sétány 3, Tel.: 0036/

(0)46/533560 www.hoteltokert.hu

Pension Zöldfa, 3517 Miskolc-Lillafüred,

Palota u. 40, Tel.: 0036/(0)46/379399,

www.zoldfapanzio.hu Pension Ózon,

3517 Miskolc-Lillafüred, Erzsébet stny.

19, Tel.: 0036/(0)46/532594, www.ozonpanzio.hu

Forellenhof, Fischbraterei

mit eigener Zucht, von Mai bis September,

Mi–So. 8–17 Uhr, 3517 Miskolc-

Lillafüred, Pisztrángtelep, Tel.: 0036/

(0)46/370922, www.pisztrangtelep.hu

Anschauen und erleben: Anna-

Höhle, Mai–September, ab zehn Besuchern

stündlich eine Führung, auf jeden

Fall aber ein Mal täglich, Miskolcer

Tiergarten und Kulturpark, einheimische

Flora und Fauna, geöffnet

15. März–3. Okt., Mo-So. 9–18 Uhr, 4.

Okt–14. März, Mo-So. 9–16 Uhr, 3500

Miskolc-Csanyik-völgy, Majális Park

1, Tel.: : 0036/(0)46/332121, www.

miskolczoo.hu Historischer Eisen-

Schmelzofen Fazola Furnance, erbaut

1770, 3517 Lillafüred, Ómassai út 0, Tel.:

0036/(0)46/379375, www.kohmuz.

t-online.hu Herman-Otto-Museum,

Dauerausstellung, 3529 Miskolc, Papszer

u. 1, Tel.: 0036/(0)46/346875, www.

hermuz.hu Museum der Papierindustrie,

3535 Miskolc, Hegyalja u. 203/1,

Tel.: 0036/(0)46/530890, www.dipa.hu

Burg von Diósgyör, 3534 Miskolc,

Var u. 24, Tel.: 0036/(0)46/533355,

www.diosgyorivar.com „Csónakázótó

mellett” neben dem Bootensee,

Miskolctapolca, Garas sétány, Tel.: 0036/

(0)46/400225, www.kalandturapark.hu

Informieren und nachfragen:

Tourinform Miskolc, 3525 Miskolc,

Széchenyi utca 16, Tel.: 0036/(0)46/350

425, info@hellomiskolc.hu, www.hellomiskolc.hu,

www.hungarytourism.hu.

Ungarisches Tourismusamt, Wilhelmstraße

61, 10117 Berlin, Tel.: 030/2431460,

www.ungarn-tourismus.de

50

Spezial|16


Osteuropa

Tschechien

Facettenreiches

Wandergebiet

Typ: Hin- und Rückwanderung

Länge: 19 km

Dauer: ca. 6 Stunden

Schwierigkeitsgrad: mittel bis hoch

Höchster Punkt: 1.423 m

Niedrigster Punkt: 428 m

Beste Wanderzeit: April bis August

Start/Ziel: Terezka Chalet in Dolní

Morava

Wegequalität: Geröll, viele Bachläufe,

teils rutschig, gut beschildert

Tschechiens weißer Koloss

Auf dem Dach Europas

Eine Wanderung über die Grenzen hinaus: Der majestätische Grulicher Schneeberg, auch „Dach Europas“

genannt, bildet seit jeher die Grenze zwischen Böhmen, Mähren und deren Nachbarn – zuerst Preußen,

später Deutsche, heute Polen.

Text: C. Müller, Foto: Petr Mlch/DPA

Vom Parkplatz Terezka Chalet

in Dolní Morava geht es steil zu

Fuß einen zunächst asphaltierten,

dann grasbewachsenen Weg zum

ersten Aussichtspunkt, einer

Skihütte des Skizentrums Snežník,

hinauf. Das Skizentrum ist auch

mit dem Lift befahrbar; der Weg

läuft entlang des Lifts. In der

gemütlichen Berghütte kann man

sich mit einem schmackhaften

tschechischen Bier auf die Tour

einstimmen. Von der Hütte aus

geht es nach Norden, wo man den

weiß-blauen oder gelb-blauen Markierungen

folgt. Auf 650 Metern

verläuft die Route quer durch das

Skigebiet Snezník Dolní Morava,

jedoch weiterhin auf ausgeschilderten

Wegen. Nach etwa vier

Kilometern ist der Europäische

Fernwanderweg E3 erreicht. Dort

Richtung Nordosten langsam den

Králický Snežník hinaufsteigen.

Zwischenzeitlich die polnische

Glatzneiße (Kladská Nisa)

entlangwandern (nordöstlich);

kleinere Abzweigungen eventuell

überqueren. Ein kurzer Anstieg

nach etwa drei Kilometern führt

auf einen schmalen Hangweg. Teilweise

sind die Pfade überwuchert

und müssen umquert werden.

Links fällt das Gelände steil zu

den Wasserläufen ab. Kleinere

Kletterwege sind regelmäßig

zu bewältigen, teilweise auch

mit starkem Geröllaufkommen.

Das hier vorkommende Kalkschiefergestein

ist an Regentagen

sehr rutschig! Das Gelände Mokrý

Hrbet (1.295 m) erstreckt sich

über eine Länge von 1,5 Kilometern

– hier wird das Waldsterben

sichtbar. Der Aufstieg zum Gipfel

des Grulicher Schneebergs 1

mit der Skulptur des Elefanten

„Slon“ 2 ist vergleichsweise flach

(Mittelgebirge bis teilweise über

die Baumgrenze). Wenige Hundert

Meter weiter erhebt sich der

Klepý-Gipfel. An dessen Südhang

entspringt die Quelle der March

(Morava) 3 auf einer Höhe von

1.194 Metern bei zwei Kalksteinhöhlen,

etwa einen Kilometer

nordwestlich des Dreiländerecks

Polen-Böhmen-Mähren. Der steile

Abstieg erfolgt südlich auf zum

Großteil nicht instand gehaltenen,

jedoch markierten Wegen. Ausgangspunkt:

Terezka Chalet.

Prager Frühling für Bedřich Smetana

Bedřich Smetana wurde am 2. März 1824 in Litomyšl nahe Pardubice

geboren. Bereits als Sechsjähriger trat er als Pianist auf und setzte das

Publikum mit seinem Klavierspiel in Ver zückung. An Smetanas Todestag,

dem 12. Mai, beginnt alljährlich der „Prager Frühling“, ein internationales

Kunst- und Musikfestival.

Spezial|16

51


Osteuropa

Tschechien

Anreisen und orientieren

Mit dem Flugzeug: Von Deutschland zum Flughafen Prag. Fahren Sie mit dem

Bus bis zum Hauptbahnhof von Pardubice (Hlavni nadrazi). Der Bus vom Flughafen

ist mit „AE“ beschildert (AirportExpress) und fährt im 30-Minuten-Takt.

Mit Bus und Bahn: Von Pardubice über Lichkov nach Králíky mit der Tschechischen

Bahn (Ceske drahy) oder der Privatbahn (Regiojet). Von dort aus

Fahrt mit einem Taxi-Unternehmen zu Ihrem Hotel.

Mit dem PKW: Von Prag aus nach Norden Richtung Slezská starten, bei

Ausfahrt E 67 Richtung Wrocław (Breslau)/Hradec Králové fahren (teilweise

gebührenpflichtige Straßen), bei Ausfahrt 84 Richtung Pardubice fahren

(gebührenpflichtige Straße), auf R35 (teilweise gebührenpflichtige Straßen),

ab jetzt immer Richtung Velké námesti halten.

Orientieren: Reiseführer „Region Pardubice – Kultur, Geschichte, Sport, Unterkunft,

Karten“, Verlag Freytag & Berndt, ISBN 80-7316-194-X, 14,90 Euro.

Tourhöhepunkte

Über die Grenze und zurück

Grulicher Schneeberg: Die Dominante

der Region Králický

1

Snežník ist das Massiv des Grulicher

Schneegebirges, ein gegliederter

Bergrücken an der Grenze von

Tschechien, Mähren und Glatz. Er ist

ein Bestandteil des Altvatergebirges

Der Muttergottesberg ist ein

bedeutender Wallfahrtsort.

Etappenprofil

und das dritthöchste Gebirge Tschechiens.

Hier gibt es insgesamt zwölf

tausend Meter hohe Berge. Das Gebirge

umfasst das gleichnamige Massiv,

aus dem fünf Rücken (Ausläufer

eines Bergkammes) vor springen.

Der südwestliche Ausläufer führt

entlang der Grenze zu Polen.

Elefant „Slon“ (1.424 m): Die

2

Gipfelplatte des Grulicher

Schneebergs war für den Bau eines

Aussichtsturms bestimmt. In der

Vergangenheit standen in der Nachbarschaft

des Gipfels zwei Hütten,

auf der polnischen (damals deutschen)

und auf der tschechischen

Seite. Heute erinnert die Plastik des

1

2 3

Elefanten „Slon“ an den Ort, wo die

tschechische Hütte stand. Für die

Entwicklung und Umsetzung des

Denkmals war der Bühnenbildner

Kurt Hallegger zuständig.

March (Morava): Mit dem

3

südlichen Ausläufer bildet der

Gipfel des Grulicher Schneebergs

eine Hufeisenform, die vom Flusstal

Morava durchschnitten wird. Das

Gestein hat eine wichtige Bedeutung

als europäische Wasserscheide –

der tschechische Teil des Flusses

wird vorwiegend von der Donau

entwässert und zu einem kleinen

Teil von der Elbe. Die Flüsse in Polen

münden alle in die Oder.

Gipfelelefant statt

Gipfelkreuz

Für den Gipfel des Grulicher

Schneegebirges war der Bau eines

Aussichtsturms vorgesehen. Dieser

kam nie zustande. Stattdessen

wurde ein steinerner Elefant

namens „Slon“ zum Wahrzeichen

des Gebirges und der umliegenden

Städte. Die Plastik stammt von

dem tschechischen Maler und

Bühnenbildner Kurt Hallegger, der

hauptsächlich für das Bayerische

Staatsschauspiel arbeitete.

Tschechiens Vielfalt

erforschen

Schlemmen und schlummern:

Horský Wellness Hotel Prometheus,

Velká Morava 79, 561 69 Dolní Morava,

Tel.: +420 465 634 130, Fax: +420 465

634 129, info@prometheusresort.cz,

www.prometheusresort.cz Kramárova

chalet, Orlicky 186, 56155 Orlicky, Tel.:

+420 608 840 595 chata@suchak.cz,

www.suchak.cz Hotel Poutní dum,

Dolní Hedec 2, 561 69 Králíky, Tel.:

+420 465 631 178, info@poutnidum.cz,

www.poutnidum.cz Restaurant Dekl,

V Bytovkách 921, 561 69 Králíky, Tel.:

+420 465 618 024, Mobil: +420 602 467

805, www.dekl.cz Pension Ubytování,

V aleji 453, 561 69 Králíky, Tel.: +420

723 723 981, cofa2@email.cz, www.

ubytovanivaleji.orlicko.com Becher

Bar, Velké Námestí 357, 561 69 Králíky,

Tel.: +420 603 823048, soucekmichal@

seznam.cz, www.becherbar.cz Café

Mini, Velké námestí 276, 56169 Králíky,

Tel.: +420 748 465 483 Restaurant

Na Certovce, Dolní Orlice 100, 561 69

Králíky, Tel.: +420 603 941 411,

Fax: +420 734 450 005,

certovka.kotkova@seznam.cz,

www.nacertovce.eua,

Restaurant Krížová hora, Cervená

Voda 169, 561 61 Cervená Voda,

Tel.: +420 739 578 678 Fax +420 776

293 943, krizovahora@seznam.cz,

www.hotelkrizovahora.orlicko.com

Kunst und Kultur: Artilleristische

Festung Hurka, c.p. 1938, 561 66

Králíky, Tel.: +420 606 669 888,

Fax: +420 465 322 902,

hurka@boudamuseum.com,

www.boudamusem.com Muttergottesberg

(Hora Matky Boží),

Kopecek 1, 561 69 Králíky, Tel.: +420

605 912 840, info@poutnidum.cz,

www.kraliky-klaster.cz Städtisches

Museum Králíky (Mestské

muzeum), Velké námestí 365,

561 69 Králíky, Tel.: +465 631 117,

info@muzeumkraliky.cz,

www. muzeumkraliky.cz

Informieren und entdecken:

Europäisches Haus – Informationszentrum

für die Region Králíky

Snežník (Evropský dum),

Dlouhá 353, 561 69 Králíky,

Tel.: +420 603 849 460,

d.krabec@orlicko.cz,

www.evropskydum.kraliky.cz

Informationszentrum der

tschechoslowakischen Befestigung

(Vojenské muzeum Králíky),

Prostrední Lipka 1, 569 61 Králíky,

Tel.: +465 632 466, www.armyfort.com

52

Spezial|16


GANZ

ERSTAUNLICHT

Wenn du den Augenblick so genießt, dass du dabei die Zeit vergisst, kommt die Dunkelheit

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Südeuropa

© bluejayphoto/istockphoto.com

54

Spezial|16


Südeuropa


Südeuropa

Immer der

Sonne entlang

Italien, Spanien, Frankreich – Wandern am Meer entlang, um kleine Buchten herum, durch

malerische Fischerdörfchen hindurch, an Oliven, Pinien, Zypressen vorbei, auf alten

Pilgerpfaden oder neu entdeckten Fern- oder Rundwegen. In Südeuropa tummeln sich eine

Vielzahl traditioneller Wanderdestinationen mit atemberaubenden Attraktionen, die jede

Menge Urlauber anlocken – aber nach wie vor auch eine Vielzahl an Geheimtipps!

56

Selbst auf Mallorca gibt es sie noch, die malerischen

Etappen durch wilde, unberührte Natur. Wie zum Beispiel

auf unserem Tourentipp von Estellencs nach Banyalbufar.

Das Dorf ist besonders bekannt für seine Terrassen, auf denen

Wein, Obst und Oliven angebaut werden. Teilweise sind hier

bis zu 70 Einheiten übereinander angelegt, und selbst die von

den Mauren angelegte Bewässerung funktioniert noch heute.

Unterwegs ist schon mal Spürsinn gefragt wegen einer

Sperrung. Aber dafür entschädigen die herrlichen

Ausblicken über Land und Meer.

Das Cap Favàritx auf der Nachbarinsel

Menorca verzaubert mit schwarzsilbrig

schimmernden Schieferfelsen,

die von einem schwarz-weißen

Leuchtturm gekrönt werden. Von

dieser kargen Mondlandschaft

führt der Camí de Cavalls durch

viele völlig unterschiedliche Landschaften:

Über Weiden, durch

Wälder und kleine Buchten geht es bis

zum Fischerdörfchen Es Grau und schließlich

in das Herz des Naturparkes Albufera.

Auf Gran Canaria wandern wir rund um den Roque

Nublo. Der majestätische Felsen beherrscht das Hochland

Gran Canarias mit seinem 80 Meter spitz emporragenden Gipfelfelsen

und bietet die schönsten Panoramen der Insel. Der altkanarische

Kultberg (übersetzt: Wolkenfels) ist mit 1.803 Metern

der zweithöchste Berg der Insel Gran Canaria. Die 60 Meter hohe

Spitze besteht aus Basaltgestein. Der niedrigere Felsen daneben,

Rana, der Frosch, scheint in ehrfurchtsvoller Haltung vor dem

Roque Nublo erstarrt zu sein.

Spezial|16

Aber Spanien kann auch anders: Wer schon mal durch die

Pyrenäen gewandert ist, der weiß, wie vielseitig die Natur auf

der iberischen Halbinsel ist. Gleiches gilt für Korsika. Hier

lassen wir uns von einem steinigen und teils ausgesetzten Wanderweg

zu zwei wunderschönen Bergseen führen. Klingt gut, oder?

Auf Zypern besuchen wir Akamas, ein Naturschutzgebiet im

Südwesten der Insel und Tummelplatz für Wanderer – und

Götter! Wetten? Doch Vorsicht: Was lauschig an

Aphrodites Badeplatz beginnt, wird dann

steil und steinig. Doch die Aussicht auf

türkisblaues Meer und wechselnde

Küstenperspektiven entschädigt.

Eine Wandertour wie im Bilderbuch

erleben wir in der Toskana.

Doch auch Italien hat mehr

zu bieten als Olivenhaine und

Zypressen: Der Kronplatz, ideal

zwischen dem Firnkamm der

Zillertaler Alpen und dem Zackenprofil

der Dolomitengipfel platziert,

gehört zu den schönsten Aussichtspunkten

Südtirols. Die kleine oder große

Gipfelumrundung stimmt mit einem einmaligen

Panorama auf die dreistündige Bergabwanderung ein.

Zu den Besonderheiten der Dolomiten gehört unter anderem das

berühmte Alpenglühen bei Sonnenuntergang. Dabei verfärben

sich die Felswände aufgrund ihrer mineralischen Zusammensetzung.

Die „Enrosadira“ ist ein Markenzeichen der Dolomiten

und gehört wohl zu den außergewöhnlichsten Naturschauspielen

überhaupt. Für Wanderer und wanderlust-Leser: kostenlos!


Südeuropa

Kronplatz

Im Tiroler Süden

Typ: Bergabwanderung

Länge: 11 Kilometer

Dauer: ca. 3 Stunden

Markierungen: rot-weiße

Markierungen für die öster reichische

Flagge, nicht durchgehend

Schwierigkeit: mittel

Höhendifferenz: 2.250 Meter

Beste Wanderzeit: Mai bis

September

Start/Ziel: Kronplatz (2.273 m),

Bergstation der von Reischach

ausgehenden Seilbahn

Wegequalität: größtenteils sehr

gut befestigt

Umrunden und bergabwandern

Logenplätze am Kronplatz

Der Kronplatz, ideal zwischen dem Firnkamm der Zillertaler Alpen und dem Zackenprofil der Dolomitengipfel platziert,

gehört zu den schönsten Aussichtspunkten Südtirols. Die kleine oder große Gipfelumrundung stimmt mit einem

einmaligen Panorama auf die dreistündige Bergabwanderung ein.

Text: C. Müller, Foto: F. May/DPA

Die Bergabwanderung beginnt

am Gipfel des Kronplatz

(2.273 m) 1 . Hier gibt es die

Möglichkeit einer kleinen Gipfelumrundung

(ca. eine Stunde)

und einer großen Gipfelumrundung

(ca. drei Stunden).

Offizieller Startpunkt ist die

Friedensglocke Concordia 2000

2 . Um sie herum verläuft ein

elektrisch beheiztes Relief mit

einer Gesamtlänge von 35,28

Metern sowie einem Gewicht

von etwa 2.580 Kilogramm,

das die umliegenden Berge mit

Namen und Höhen sowie die

Richtungen einiger wichtiger europäischer

Städte anzeigt – eine

tolle Einstimmung auf die nachfolgende

Wanderung. Zudem

besteht die Möglichkeit eines

ausgedehnten Sonnenaufgangsfrühstücks

in einem der Gipfelrestaurants

– das Restaurant Kron

mit Panoramaterrasse oder das

Gipfelrestaurant Ciao Cima 3 .

Mit der Markierung „2“ wandert

man anschließend, die Aussicht

ins obere Pustertal bis zu den

Zillertaler Alpen genießend, zum

Spitzhorn (2.173 m) 4 . Hinter

dem felsigen Rücken taucht der

Weg bald in lichten Wald ein.

Am Schartl (1.867 m) rechts um

das für Schneekanonen errichtete

Wasserbecken herum, aber

nicht auf der neuen Straße weiter,

sondern, den Markierungen

folgend, bergab zur Huberalm

(1.630 m). Dort befindet sich

die Prackenhütte 5 , die mit

deftigen Mahlzeiten den Hunger

auf halber Strecke bestens stillt.

Nomen est omen: Eine hervorragende

Aussicht ergänzt das gute

Essen. Gleich in der Nähe gibt es

ebenfalls Hütten zauber: auf der

Geiselberger Hütte. Direkt über

der Mittel station der Kabinenbahn

Olang ist jeden Donnerstag

und Sonntag Livemusik. Zu

essen gibt es Traditionelles aus

der Südtiroler Küche. Weiter

geht es bergab zur Kappleralm

(1.764 m). Auf einer Waldstraße

nach rechts, dann hinunter

zum Kreuzschartl (1.480 m), auf

dem mehrere Wege zusammenlaufen.

An der Kreuzung links

und durch den Graben des

Kesselbachs hinab zur Straße,

die mehrere Höfe am Nordfuß

des Kronplatzes erschließt. Auf

ihr über den Weiler Walchhorn

zurück nach Reischach (953 m)

6 . Diese Bergabwanderung fand

in der im Text beschriebenen

Tour nicht statt, sondern ist

viel mehr eine Empfehlung für

alle diejenigen, die nicht mit

dem Gleitschirm zurück ins Tal

segeln möchten.

Nebenrolle: Auch der Kronplatz

trägt ein mächtiges Gipfelkreuz.

Wegen der Concordia steht es

jedoch nicht im Fokus.

Spezial|16

57


Südeuropa

Kronplatz

Anreisen und orientieren

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Mit der Deutschen Bahn (ICE) nach

München Hauptbahnhof, von München Hbf nach Fortezza/Franzenfeste

(EC, Fahrzeit ca. 3,5 Stunden), direkter Anschluss nach Brunico/Bruneck

(R, Fahrzeit ca. 45 Minuten), www.bahn.de

Mit dem Auto: Anfahrt über Innsbruck/Brenner (A): Auf der Brennerautobahn

(A 22) bis zur Ausfahrt Brixen/Pustertal, dann weiter auf der Staatsstraße

(SS 49-E 66) ins Pustertal

Orientieren: „Wanderführer Dolomiten 5 / Pustertal“, Wanderführer mit Touren karten

und Höhenprofilen, Verlag Kompass-Karten, ISBN-10: 3850268276, 14,99 Euro.

„Südtirol – wandern & genießen: Berge, Wein und viel Kultur“, broschiert,

mit Wanderkarte, Blv Buchverlag, ISBN-10: 383540637X, 16,95 Euro.

„Eine perfekte Woche in… Südtirol“, Reisebuchreihe, Süddeutsche Zeitung/

Bibliothek, ISBN-10: 3866158505, 14,90 Euro

© AlbertoPerer/istockphoto.com

Leuchtend rotes

Naturspektakel

Zu den Besonderheiten der

Dolomiten gehört das berühmte

Alpenglühen bei Sonnenuntergang,

„Enrosadira“ genannt. Dabei

verfärben sich die Felswände

aufgrund ihrer mineralischen

Zusammensetzung mit steigender

Intensität: Ihr glühendes Rot

klingt langsam an, wird zu Orange

und schließlich immer dunkler

bis hin zu einem tiefen Violett,

während der Vordergrund bereits

oder noch im Dunkeln liegt. Das

Schauspiel wird abends durch

den Purpursaum der Gegendämmerung

verstärkt, wenn im

Osten nach Sonnenuntergang der

Erdschattenbogen aufsteigt. Die

Enrosadira ist ein Markenzeichen

der Dolomiten und gehört wohl

zu den außergewöhnlichsten

Naturschauspielen überhaupt.

Tourenhöhepunkte

Sanfte Almmatten, steile Felswände

Kronplatz (2.273 m):

Ciao Cima: Das Gipfelrestaurant

ist Wirtshaus

1 3

Der Kronplatz ist der

berühmteste Berg des Pustertals. und Treffpunkt der Einheimischen

und ihrer Gäste. Für die

Zur Region Kronplatz gehören

insgesamt 15 Orte: Bruneck- Einrichtung des Restaurants und

Percha, St. Vigil in Enneberg, der Stuben wurden heimisches

Olang, St. Lorenzen, Gsieser Tal, Altholz, Tiroler Natursteine

Welsberg-Taisten, Pfalzen, Rasen sowie gespaltene Schindeln

im Antholzertal, Antholz, Kiens, verwendet und in traditioneller

Terenten, Gais-Uttenheim und Handwerkerkunst verarbeitet.

St. Martin in Thurn.

2

Concordia 2000: Die 18,1

Tonnen schwere und 3,11

Meter hohe Friedensglocke wurde

im Sommer 2003 anlässlich

des 25-jährigen Bestehens des

Skigebietes Kronplatz in der

Spitze einer Aussichtsplattform

installiert. Sie ist Sankt Bernhard

gewidmet, dem Schutzpatron

des Berg- und Skisports.

Etappenprofil

1 2 3 4 5

4

Spitzhorn (2.173 m): Das

Spitzhorn passieren Wanderer

bei der Bergabwanderung

vom Kronplatz. Aufgrund seiner

Lage bietet es sich hier ebenso

wie am Kronplatzgipfel an, zur

frühen Stunde den Sonnenaufgang

zu erleben.

5

Prackenhütte: Eine gute

Einkehrmöglichkeit nach

der Talabfahrt nach Olang mit

einer originalen Stube aus

dem Jahr 1680 (besonders zu

empfehlen: Topfennocken mit

Vanillesauce).

Reischach (St. Lorenzen):

6

Die Marktgemeinde St.

Lorenzen (830 m) bei Reischach

(953 m) punktet mit ihrer

Nähe zur Kleinstadt Bruneck

und liegt gut erreichbar im

mittleren Pustertal. Das hatten

bereits die Räter erkannt. Sie

errichteten hier zwei Burgen,

die als Schutz vor Eindringlingen

dienten. Diese Verteidigungsstätten

aus dem Mittelalter,

prähistorische Siedlungen

und die römische Straßenstation

„Mansio Sebatum“ machen

St. Lorenzen zur einer einzigartigen

Kulturlandschaft.

6

Eine perfekte

Wanderung

Informieren:

Tourismusverband Ferienregion

Kronplatz, Michael-Pacher-Str. 11a,

I-39031 Bruneck,

Tel.: +39 0474/555447

Schlummern und schlemmen:

Hotel Lanerhof, Mantana 42, I-39030

St. Lorenzen, Tel.: +39 0474/403133,

www.winklerhotels.com Genießerhotel

& Restaurant Tanzer, Dorfstr. 1,

I-39030 Issing/Pfalzen, Tel.:

+39 0474/565366, www.tanzer.it

Hotel Kronblick, Im Linda 15, I-39030

Kiens, Tel.: +39 0474/565520, www.

kronblick.com Restaurant Sichelburg,

Burgweg 1a, I-39030 Pfalzen, Tel.:

+39 0474/055 603, www.sichelburg.it

Jausenstation Messner Mountain

Museum Ripa, Schlossweg 1, I-39031

Bruneck, Tel.: +39 0474/410220,

www.messner-mountain-museum.de

Kron-Restaurant, Piste 5 – Olang 2,

Tel.: +39 0474/548414

Restaurant Rienzbräu, Stegenerstr.

8, I-39031 Bruneck, Tel.: +39

0474/531307, www.rienzbraeu.it

Gipfelrestaurant Ciao Cima,

Kronplatz Nr. 4, I-39030 Olang,

Tel.: +39 474/551 827 (Winter), Tel.:

+39 348/2259470, www.ciaocima.com

Herzl Alm, Piste: 3 – Pramstall,

Tel.: +39 0474/548414

Café 1+2, An der Talstation Bruneck/

Reischach, Tel.: +39 0474/548504

Besichtigen und unternehmen:

Messner Mountain Museum Ripa,

Schloss Bruneck, Schlossweg 1,

I-39031 Bruneck, Tel.: +39

0474/410220, www.messnermountain-museum.de

Tandemflights

Kronplatz, Seilbahnstr. 10, I-39031

Bruneck, Tel.: +39 349/5641605,

www.tandemflights-kronplatz.

jimdo.com Stadtmuseum Bruneck,

Bruder- Willram-Str. 1, I-39031

Bruneck, Tel.: +39 0474/553292

Einkaufen: Genussmarkt Pur, Freiheitsstr.

35, I-39012 Meran, Tel.: +39

0473/012140, www.pursuedtirol.com

58

Spezial|16


Südeuropa

Toskana

Italiens Mitte:

Toskana & Umbrien

Toskana und Umbrien liegen in

Mittelitalien. Im Nordwesten

Umbriens fängt die Toskana an.

Das Bemerkenswerte an Umbrien:

Es grenzt als einzige Region Italiens

weder ans Meer noch an ein

anderes Land.

Das Gebiet ist geprägt von einer

sanften Hügellandschaft. Während

Toskana der Inbegriff für Kunst

und Kultur ist, wird Umbrien

oft als das „grüne Herz Italiens“

bezeichnet.

Typ: Rundwanderweg

Länge: 10,1 Kilometer

Dauer: ca. 4 Stunden

Schwierigkeitsgrad: mittel

Höhenmeter: 280 Meter

Höchster Punkt: 534 Meter

Beste Wanderzeit: April bis

Oktober

Start/Ziel: Bagno Vignoni

Wegequalität: gut

Bauernhöfe, Thermalbecken und Zypressen

Wandern wie im Bilderbuch

Warme Quelle –

Bagno Vignoni

Text: K. Bünagel

Das typische Gesicht der Toskana befindet sich in der Weltkulturlandschaft Val d’Orcia.

Die landwirtschaftlich genutzte Hügellandschaft lädt vor allem im Frühjahr und Herbst

zu ausgedehnten Wanderungen ein.

In dem kleinen Thermalort

Bagno Vignoni 1 startet die

Wandertour durch die südtoskanische

Hügellandschaft. Vom

Parkplatz aus führt der Weg auf

der Strada di Bagni Vignoni stadtauswärts,

die erste Möglichkeit

rechts auf die Cassia und weiter

dem Straßenverlauf folgen. Die

erste Abbiegung links, weiter

geradeaus, an der nächsten Kreuzung

den breiteren Weg nach links

nehmen – nicht den schmalen Weg

geradeaus.

Den Hauptweg immer weiter

entlang, vorbei an dem Weiler

und mehreren Bauernhöfen. An

der Kreuzung Strada di Bagno

Vignoni mit der Strada Comunale

Ripa d’Orcia links weiter dem Weg

folgen. Auf dem breiten Hauptweg

bleiben und dem Straßenverlauf

folgen. Mit dem Bauernhof Podere

Romitorio 2 ist auch der höchste

Punkt der Wanderung erreicht.

Die Bauernhöfe bauen hier

hauptsächlich Wein an, aber auch

Schafe und Pferde weiden hier.

Weiter geht’s geradeaus, vorbei

an dem Bauernhof Podere Poggio

Grande bis zur nächsten Kreuzung.

Hier befindet sich der Bauernhof

Podere San Savino 3 . Von hier aus

haben Sie einen guten Ausblick

auf die Burg Ripa d’Orcia. Der Weg

führt links weiter, dem Straßenverlauf

immer weiter geradeaus folgen.

Nachdem der Bach überquert

wurde, geht’s an der nächsten

Abzweigung links weiter. Der Weg

rechts führt nach Ripa d’Orcia. An

den Bäumen vorbei, am Feldrand

entlang. Dem Verlauf nach links

folgen, die Ruine des Bauernhofs

Podere Coroglie 4 passieren.

Gleich nach dem Bauernhof geht’s

rechts weiter, dann wieder links

zwischen den Feldern hindurch.

Der Weg führt durch einen Wald

und am Steinbruch 5 vorbei. Der

Straße folgen, an der nächsten

Abzweigung rechts. Links dem

Verlauf folgen. Links weiter und

geradeaus bis zum Thermalwasserbecken.

Rechts an dem Becken

vorbei, bis zum Ausgangspunkt in

Bagno Vignoni 1 zurück.

Der kleine Ort Bagno Vignoni hat

eine lange Tradition: Bereits die

Etrusker und alten Römer nutzten

die heilende Wirkung des warmen

Thermalwassers. Die Temperatur

des Wassers beträgt 50 Grad Celsius.

Die heilende und reinigende

Wirkung des bikarbonat- und sulfathaltigen

Wassers ist mittlerweile

wissenschaftlich nachgewiesen.

Die gesamte Region Val d’Orcia

wurde 2004 von der UNESCO zur

Weltkulturlandschaft erklärt. Die

Begründung: „Das Orcia-Tal ist ein

außergewöhnliches Beispiel aus

der Renaissance-Zeit, das die Ideale

einer ästhetischen Landschaft

im höchsten Maße widerspiegelt.“

Die wellenartige Hügellandschaft

mit ihren Zypressen und den vielen

kleinen Kirchen ist heutzutage

ein beliebtes Fotomotiv und hat

schon seit jeher bildende Künstler

inspiriert.

Spezial|16

59


Südeuropa

Toskana

Anreisen und orientieren

Florenz verfügt über einen eigenen kleinen Flughafen, der direkt von der

Lufthansa von München, Frankfurt und Stuttgart angeflogen wird. Alternativ

können Sie auch nach Pisa fliegen, das internationale Tor zur Toskana und einer

der verkehrsreichsten Flughäfen in Italien. Die Entfernung nach Florenz beträgt

80 Kilometer.

Die wichtigste Autobahn ist die „Autostrada del Sole“ (A 1), die Mailand mit der

Spitze des Stiefels verbindet. Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf Landstraßen

beträgt 90 Stundenkilometer, auf Autobahnen 130, auf einigen dreispurigen

Autobahnen sogar 150. Allerdings wird auf den Autobahnen auch immer die

Maut-Gebühr fällig. Die mehrspurigen „ strade statali“ (SS) dagegen sind

gebührenfrei – meistens kommt man auch gut mit 110 Stundenkilometern

durch. Schöne Ausblicke genießen Autofahrer dagegen auf den Landstraßen der

Toskana und in Umbrien.

Ein Blick

in die

toskanische

Küche

Die ursprüngliche Küche ist

schlicht und einfach. Die Basis:

Wild- und Gartengemüse,

Polenta (Maisgrieß), Brot,

Pasta, haltbare Wurst und

Fleischwaren sowie Huhn,

Hase oder Kaninchen und

Wildvögel wie Fasan und

Rebhuhn. Ganz wichtig:

der Pecorino, ein junger,

schnittfester bis hart-gereifter

Käse aus Schafsmilch, und

der frischkäseartige Ricotta.

Die Touren-Highlights

Mehr als Zypressen am Wegesrand

Bagno Vignoni: Einmalig ist

1

die zentrale Piazza des Ortes

mit dem Thermalbecken. In diesem

Natursteinbecken sammelt

sich das Thermalwasser. Früher

durfte jeder kostenlos das Thermalwasser

nutzen, heute kommen

Sie nur über die Thermalbäder in

den warmen Genuss.

Podere Romitorio: Mit 534

2

Metern ist der höchste

Punkt der Wanderung erreicht.

An dem alten Gemäuer kann man

die ehemalige Klosteranlage aus

dem Jahr 700 n. Chr. noch erkennen.

Genutzt wird der Bauernhof

heute als Gästehaus.

Podere San Savino: Von hier

3

aus haben Sie einen faszinierenden

Blick zur alten Festung Ripa

d’Orcia aus dem 13. Jahrhundert.

Das Gelände rund um die Burg

umfasst 320 Hektar. Der alte Weinkeller

wurde zu einem Verkostungsraum

für Wein und kaltgepresstes

Olivenöl hergerichtet.

Podere Coroglie: Das

4

An wesen steht schon seit

langer Zeit leer. Die Zukunft der

hiesigen Landwirtschaft ist in

Gefahr: Der jüngste Bauer ist

„erst“ 55 Jahre alt. Wegen der

Erdrutschgefahr aufgrund der

Entwässerungskanäle ist der

Berufsstand nicht attraktiv. Einige

Bauern arbeiten lediglich als

Wochenend-Landwirte.

Steinbruch: Hier wurde

5

ehemals Travertin (ein

Kalkstein) abgebaut.

30

25

20

15

10

5

Klimatabelle:

Gemäßigt-mild

Das Klima ist mild und gemäßigt.

An der Küste und in den Tälern ist

es milder als in den Bergen, wo es

auch öfter regnet. Der Sommer ist

trocken, zum Teil wird es sehr heiß.

Der heißeste Monat ist der Juli mit

durchschnittlich 24 bis 25 Grad

Celsius. Im Sommer können bei hoher

Luftfeuchtigkeit schon einmal

Temperaturen über 40 Grad Celsius

erreicht werden. Beste Wanderzeit:

März, April, Mai und September

sowie Oktober.

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Durchschnittstemperatur

Regentage im Monat

Etappenprofil

1

2 3 4 5

Wanderurlaub auf

Italienisch

Einzelgänger: Die offizielle Tourismusagentur

Italien finden Sie im

Internet unter www.enit-italia.de –

hier erhalten Sie Angebote für Übernachtungen

in der Toskana.

Mit der Gruppe wandern: Der Reiseveranstalter

Hauser exkursionen

bietet eine achttägige Wanderreise in

die Region Toskana/Umbrien an, bei

der neben den drei- bis vierstündigen

Touren vor allem auch der

kulinarische Genuss im Vordergrund

steht. Vor Ort werden Sie von dem

deutschsprachigen Hauser-Reiseleiter

Alexander Di Carlo betreut. Kontakt:

Hauser exkursionen international,

Spiegelstr. 9, 81241 München, Tel.:

089/235006–0, www.hauser-exkursionen.de

Sehenswürdig: Die Stadt Pienza,

Papst Pius II., hier geboren und

getauft, machte aus dem ehemaligen

Dorf eine Planstadt, die eine

„Perle der Renaissance“ werden

sollte. Die Zypresseninsel, das wohl

bekannteste Fotomotiv der Toskana:

in San Quirico auf der Via Cassia in

Richtung Montalcino; mit Parkbuchten

für einen Fotostopp, die allerdings

oft von Reisebussen blockiert sind.

Stadt San Quirico d’Orcia, idyllische

und sehenswerte Stadt, wenig

von Touristen beachtet.

Geheimtipps: Palio dei Balestrieri,

mittelalterlicher Schützen-Wettbewerb

zwischen den Orten Gubbio und

Sansepolcro in traditionellen Trachten,

letzter Maisonntag. Picknick im

Dorf Vivo d’Orcia, mit Maronenhainen,

einige Quellen, kleinen Wasserfällen

und einem am Waldteich

gelegenen Picknick-Platz.

Freizeit: Die Wanderstrecken sind

nicht besonders gut gekennzeichnet.

Eine gute Karte oder einen ortskundigen

Reisebegleiter sollten Sie

dabeihaben. Außer für Wanderer ist

die Region für Radfahrer (Rennrad

und Mountainbike) sehr attraktiv. Da

es unterwegs im Sommer nur wenig

Schatten gibt, ist aber eine Tour auf der

Vespa viel aufregender – und auch authentischer.

Ideale Bedingungen bieten

sich auch Seglern, Windsurfern sowie

Liebhabern des Kanu- und Rudersports

auf dem Trasimenischen See in

Umbrien. Naturpark-Liebhaber

haben ganzjährig die Wahl: Sybillinische

Berge, Parco Fluviale del Tevere,

Parco del Trasimeno, Parco del Monte

Subasio, Parco del Monte Cucco.

60

Spezial|16


Südeuropa

Korsika

Aufregend-alpin!

Typ: Alpiner Wanderweg

Länge: 6,8 Kilometer

Dauer: ca. vier Stunden

Schwierigkeit: mittel

Steigung/Gefälle: von 1.370 bis

1.930 m

Höhendifferenz: 560 m, diese auch

je rauf und runter

Beste Wanderzeit: Mai bis

September

Start: Bergerie Grotello am Ende

des Restonica-Tals auf ca. 1.370

Metern

Ziel: Capitellosee auf 1.930 Metern

Wegequalität: felsiger Wanderweg,

teils ausgesetzt und mit Stahlseilen

gesichert, Leitern

Im Zentrum der Insel

Zum Melo- und Capitello-See

Der steinige und teils ausgesetzte Wanderweg führt zu zwei wunderschönen Bergseen.

Los geht es bei der Bergerie Grotello

1 , einer bewirtschafteten

Hütte, am Ende des Restonica-Tals

auf ca. 1.370 Metern. Gleich zu

Beginn läuft man über steiniges

Gelände, große Findlinge liegen

links und rechts am Wegrand.

Nach gut 20 Minuten ist eine steinerne

Hütte erreicht: die Bergerie

Melo 2 , eine Schafalpe. Der

Hirte, der Berger, schenkt Milch

aus, und man kann zuschauen,

wie er Käse und Wurst macht.

Einige Stellen sind mit Stahlseilen

gesichert, es sind auch Leitern

eingebaut. Gute Wanderschuhe,

Schwindelfreiheit und Trittsicherheit

sind erforderlich! Nach gut

einer Stunde Aufstieg erreicht

man den Lac d Melo 3 auf 1.711

Meter Höhe. Vom Melosee aus

führt ein Wanderweg weiter zu

dem 1.930 Meter hoch gelegenen

Lac de Capitello 4 . Zurück ins

Tal geht es den gleichen Weg

wieder runter.

Ausflug nach Aleria

Aleria war zur Zeit der alten Römer die größte Stadt der

Insel. Einst standen hier Tempel, Paläste, ein Amphitheater

und Thermen – noch heute kann man, wenn man vor den

Ausgrabungen steht, erahnen, wie groß und prächtig diese

Stadt einst gewesen sein muss. Im Museum in der alten genuesischen

Festung sind Keramiken ausgestellt.

In jedem Anfang steckt ein Zauber: Schild zum Einstieg in den Weitwanderweg

GR 20 (unten links). Gesunde Grundlage: Gegrillten Fisch

gibt’s als Stärkung zum Abendessen (rechts).

Text: C. Steiner, Foto: M. Smith

Spezial|16

61


Südeuropa

Korsika

Anreisen und orientieren

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Korsika hat vier Flughäfen, Bastia, Calvi, Ajaccio und Figari. Das

öffentliche Verkehrsnetz auf Korsika ist nicht sehr gut. Auf der Insel braucht man – gerade wenn man

Wanderungen machen möchte – ein eigenes Auto oder einen Mietwagen. Je nach Ankunftsflughafen

bis Corte im Inselinneren fahren, dann weiter die sehr enge Straße hoch ins Restonica-Tal bis zur

Bergerie Grotello, wo der Parkplatz und der Standpunkt für die Wanderung zu den beiden Seen ist.

Mit dem PKW: Wer mit dem Auto nach Korsika anreist, sollte rechtzeitig eine Autofähre buchen, z.B.

vom italienischen Festland, Sardinien oder Frankreich aus.

Orientieren: Korsika, Wolfgang Kathe, Reise Know-how, 22,50 Euro. Erlebnisurlaub mit Kindern – Korsika,

Marion Landwehr, Bergverlag Rother, 14,90 Euro.

Gumpe Bucatoggio

Kurze Wanderung und Baden

in der Gumpe Bucatoggio: Von

Moriani aus fährt man auf

der N198 Richtung Süden und

biegt nach 1.3 km auf die D334

Richtung Santa-Maria-Poggio ab.

Dieser Straße folgt man gut zwei

Kilometer und biegt dann rechts

ab (Schild: Site Archéologique).

Die Straße führt bergab, und

nach rund 500 Metern findet

man auf der linken Seite einen

kleinen Parkplatz. Von dort geht

es etwa 45 Minuten über Stock

und Stein, vorbei an alten Steinbrücken,

durch die Macchia bis

zur Gumpe Bucatoggio. An dieser

erfrischend kalten Gumpe mit

einem hübschen Wasserfall sind

meist nur wenige Touristen.

Tourenhöhepunkte

Hütten im korsischen Gebirge

1

Bergerie Grotello: Urige,

bewirtschaftete Hütte am

Ende des Restonica-Tals gleich

neben dem Parkplatz. Die Hütte

liegt auf ca. 1.370 Metern und

hat Sitzplätze drinnen sowie

eine Sonnenterasse mit Tischen

und Bänken. Kulinarisch gibt es

unter anderem unvergleichlich

aromatische korsische Wurstund

Käsespezialitäten sowie ein

köstliches Kastanienbier.

2

Bergerie Melo: Die kleine,

steinerne Schafalpe liegt

auf dem Weg zum Melosee.

Der Hirte, der Berger, schenkt

Milch aus, und man ist jederzeit

herzlich eingeladen zuzuschauen,

wie er Käse und Wurst in

liebevoller Detailarbeit selbst

herstellt.

Etappenprofil

Puristisch: Korsische Hütte

im Hochgebirge.

Lac de Melo: Der kreisrunde,

kristallklare Melosee

befindet sich auf 1.711 Metern

Höhe. Der etwa 20 Meter tiefe

See ist etwa sechs Monate im

Jahr zugefroren.

1 2 3 4

3 4

Lac de Capitello: Der 1.930

Meter hoch gelegene Capitellosee

ist auch im Hochsommer

bitterkalt. Er ist mehr als 40 Meter

tief und rund acht Monate

im Jahr zugefroren.

Eintauchen in

Korsikas Inselleben

Informieren:

Touristeninformation Agence du

Tourisme de la Corse, 17 Boulevard

du Roi Jérome, BP 19, 20181 Ajaccio

Cedex 01, Tel.: 0033/495510000,

www.visit-corsica.com Atout France -

Französische Zentrale für Tourismus,

Postfach 100128, 60001 Frankfurt

am Main, Fax: 069/745556,

www.rendezvousenfrance.com

Schlummern:

„Zum Störrischen Esel“, Campingplatz

und einfache Bungalows, viele

Wanderangebote mit ausgebildeten

Wander- und Bergführern, Avenue

Christophe Colomb, 20260 Calvi,

Tel.: 0033/495659800, www.

stoerrischeresel.com Ferienwohnung

Rognoni, in der Nähe von Folelli. Die

Unterkunft ist nur 100 Meter vom

Strand entfernt. Buchung unter www.

rhomberg-reisen.com La Signoria,

charmantes, exklusives Hotel in der

Nähe von Calvi, Route de la Forêt

de Bonifato, 20260 Calvi,

Tel.: 0033/495659300,

www.hotel-la-signoria.com

Essen und Trinken:

Restaurant Etang d’Urbino,

Wunderschönes Fischrestaurant auf

einer künstlichen schwimmenden

Insel. Etang d’Urbino, 20240

Ghisonaccia, Haute Corse U Calellu,

Schönes Fischrestaurant mit guten

Preisen, Quai Landry, Calvi,

Tel.: 0033/495652218

Bergerie Grotello, Hütte am Ende

des Restonica-Tals, kleine Hütte mit

korsischen Spezialitäten und Kastanienbier

U Paglia Orba, Restaurant

mit korsischen Gerichten, Avenue

Xavier Luciani, 20250 Corte,

Tel.: 0033/495610789

Kunst und Kultur:

Das Festival du Vent (Windfest),

findet im Oktober in Calvi statt. Auf

dem Programm stehen Lesungen,

Konzerte und Tanzveranstaltungen,

www.lefestivalduvent.com

62

Spezial|16


Südeuropa

Zypern

Zwischen Aphrodite

und Adonis

Typ: Rundwanderung

Länge: 7,5 km

Dauer: 3 Stunden

Markierung: erst violett: Common

Nature Trail, Übergang in rot:

Aphrodite Nature Trail

Schwierigkeit: gemischt,

steile Abschnitte, schmal, steinig

Steigung/Gefälle: je 400 Meter

Höchster Punkt:

Moutti tis Sotiras, 370 Meter

Beste Wanderzeit: Frühjahr und

Herbst

Start/Ziel: Bad der Aphrodite auf

der Halbinsel Akamas

Akamas – Naturschutzgebiet im Südwesten Zyperns

Tummelplatz für Götter und Wanderer

Text und Foto: F. Brauneck

Was lauschig an Aphrodites Badeplatz beginnt, wird dann

steil und steinig. Doch die Aussicht auf türkisblaues Meer

und wechselnde Küstenperspektiven entschädigt.

Start ist am Botanischen Garten

und den Bädern der Aphrodite.

Die kleine Grotte, in der klares

Wasser leise plätschernd durch

Blätter rieselt, ist wie gemacht

als stimmungsvolles Ambiente,

in dem Aphrodite ihren Liebhaber

Adonis zu leidenschaftlichen

Schäferstündchen verführte.

Wir folgen dem Naturlehrpfad

bzw. der violett gezeichneten

Route, die zunächst „Aphrodite

Nature Trail“ und „Adonis

Nature Trail“ vereint. Es geht

bergauf, teilweise über grobe,

in den Felsen gehauene Stufen.

Nach etwa 20 Minuten lädt

ein erster Aussichtspunkt 1

mit Bank unter einer Schatten

spendenden Pinie zum Verweilen

ein: Die Küste in Richtung

Polis und Latchi breitet sich

zu Füßen aus. Dann geht es

teils eben, teils steiler, weiter

durch Wacholderdickicht und

Büsche von weißen Zistrosen.

Mit Glück entdeckt man auf

den Kalkfelsen kleine Leguane

oder Schlangen, die sich sonnen.

Immer wieder weisen Schilder

auf Besonderheiten hin, wie am

Scheitelpunkt der beiden Wege

auf eine prachtvolle Zypriotische

Eiche, in deren Schatten

man sich auf einer Holzbank

erholen kann. Eine Quelle liefert

zwar kein Trinkwasser, aber

Erfrischung. Die Ruinen der

Pyrgos tis Rigainas 2 (Burg der

Königin) sind allerdings durch

einen Zaun abgesperrt. Von hier

aus folgen wir dem Weg der

Aphrodite, während der Weg

des Adonis eine Schleife in die

entgegengesetzte Richtung zieht.

Auf den Spuren der Göttin der

Schönheit und Leidenschaft

kommen wir dann auch zum

höchsten Punkt der Halbinsel,

dem Gipfel des Berges Moutti

tis Sotiras 3 auf 370 Metern

Höhe. Zwischendrin kreuzt der

Fernwanderweg E4 in Richtung

der schönen Larabucht, auch ein

sehr reizvolles Ziel. Aber nicht

irritieren lassen, sondern weiter

den grünen Pfeilen folgen. Für

eine Rast am Mittag mit Bank

und Schatten ist dann der

Aussichtspunkt auf dem Moutti

tis Sotiras perfekt, wenn man

sich etwas Proviant mitgebracht

hat. Den herrlichen Ausblick

auf die Bucht von Chrysochou

gibt es gratis dazu! Von nun

an geht’s bergab: Ein schmaler

Ziegenpfad führt in Serpentinen

die steile Felswand hinunter,

vom Gemecker ausgewilderter

Ziegen begleitet. Unvorstellbar,

aber dieses Gebiet nutzten die

Briten einst für militärische

Übungen. Längst Geschichte –

heute unberührtes Idyll! In der

Luft sind Falken zu beobachten,

die die Thermik der Felsen

für geschickte Luftakrobatik

ausnutzen. Im Meer taucht

die Insel Sankt Georg 4 auf,

eine unbewohnte Insel, die den

Möwen gehört. An der Küste

unten angekommen, führen zwei

Wege parallel zum Ufer zurück

zum Ausgangspunkt. Der obere

ist zwar schmal, bietet aber von

Januar bis April viele Orchideen

und Kräuter am Wegesrand.

Unterhalb des Weges erstreckt

sich kurz vor Ende als erster

Vorposten menschlicher Ansiedlung

eine Art Zeltlager der

letzten Hippies aus den 1980er

Jahren. Schließlich endet der

Weg wieder auf dem Parkplatz

am Bad der Aphrodite. Am

Wochenende kann es schon

mal voll werden, denn auch die

Zyprioten entdecken die Schönheiten

ihrer Insel zunehmend

beim Wandern.

Diesen Weg kann man auch

mit einer Bootsfahrt mit einem

Glasboden-Boot von Polis oder

Latchi aus kombinieren und sich

so im klaren Wasser der Insel

Sankt Georg nähern.

Spezial|16

63


Südeuropa

Zypern

Anreisen und orientieren

Mit dem Flugzeug: nach Larnaka oder Paphos, meist als Direktflüge mehrfach

in der Woche von vielen deutschen Flughäfen u. a. mit Cyprus Airways, von

Frankfurt direkt mit Lufthansa. Für die Einreise in die Republik Zypern genügt

bei EU-Bürgern der Personalausweis.

Mietwagen: Listen von Leihwagenanbietern werden von der Fremdenverkehrszentrale

Zypern in Frankfurt, www.visitcyprus.com, auf Wunsch zugeschickt.

Achtung: Es herrscht Linksverkehr nach englischem Vorbild!

Informieren: Reiseführer „Dumont direkt Zypern“ von Klaus Bötig,

ISBN 9783770196166, erschienen 2011, 9,99 Euro.

Tourenhöhepunkte

Geschützte Halbinsel Akamas

Aphrodites

Schaumgeburt

Was romantisch

klingt,

hat einen eher

blutrünstigen

Hintergrund

– wie so

oft in der

griechischen

Mythologie:

Der Himmelsgott

Uranos verstieß seine Kinder,

die ihm Gaia, Mutter Erde, gebar.

Bis auf Sohn Kronos, der sich

verstecken konnte. Seine Mutter

gab ihm eine Sichel, damit er seinen

Vater entmanne. Der folgsame

Sohn war erfolgreich. Dort, wo die

Geschlechtsteile von Uranos ins

Meer fielen, sich Samen und Blut

mit dem Meer vermischten, wurde

Aphrodite aus Schaum geboren

als Göttin der Liebe und der Lust.

Die Liste ihrer Liebschaften, mit

denen sie ihren Gemahl betrog, ist

denn auch beeindruckend. In der

kleinen Bucht von Pétra tou Romioú

schäumt das Meer tatsächlich um

einen Felsen herum …

1

Aussichtspunkt Küste:

Richtung Polis und Latchi,

zwei Ferienorte, die sich ihren

unberührten dörflichen Charme

erhalten haben. Die Landschaft

ist sanft-hügelig und abwechslungsreich

mit vielen Orangenund

Zitronenhainen, Weinreben,

Mandel- und Feigenbäumen.

Pyrgos tis Rigainas:

2 Der Turm der „Burg der

Königin“ oder besser, die Ruine

davon, befindet sich an der

Weggabelung des Adonis- und

des Aphrodite-Pfades auf einer

Lichtung mit einer riesigen

Eiche und einer Quelle, die

zwar kein Trinkwasser liefert,

aber den Wanderer erfrischt.

Nach einer alten Legende war

der Turm der Ruheplatz der

Etappenprofil

1

Göttin Aphrodite, an dem sie

sich nach ihrem Bad ausruhte,

ein antikes Spa. Der Name des

Turms erklärt sich damit, dass

man in manchen Legenden

Aphrodite und Adonis durch

die Tochter des mittelalterlichen

Königs Levantis und den byzantinischen

Helden Digenis ersetzt

hat. Unbelegte, aber beliebte

Geschichten, die ebenfalls von

Liebe, Brautraub und übermenschlichen

Taten handeln.

Moutti tis Sotiras:

3

Höhepunkt der Tour im

wahrsten Wortsinne auf 370

Metern. Schöner Blick auf die

Bucht von Chrysochou und die

unbewohnte Insel.

Sankt Georg: Die Küsten

4 gehören den Meeresschild-

2 3 4

kröten, die die Strände für ihre

Eiablage nutzen. Während des

Rückwegs hört man ausgewilderte

Ziegen, die inzwischen aufgrund

ihrer Zahl ein Problem sind. Sie

fressen selbst den Wacholder bis

auf zwei Meter Höhe gnadenlos

ab. In der britischen Kolonialzeit

herrschte noch Ordnung: Nur wenige

Tiere pro Eigentümer waren

erlaubt. Dennoch: In Frühjahr

und Herbst gibt es hier blühende

Landschaften zu bewundern. Von

den späten Hippies der 1980er

Jahre als Rückzugsort entdeckt,

sieht man auf dem Rückweg

an der Küste einen „wilden“

Campingplatz. Die scheinbare

Idylle ist den Offiziellen ein

Dorn im Auge und soll wohl

geschlossen werden.

Zypern genießen

mit allen Sinnen

Schlemmen und schlummern:

Taverne Pagratios, Köstliche Meze!!!

Miliou Square, 8726 Miliou-Paphos,

Tel.: 00357/70003757 Theo’s

Seafood Restaurant, 100, Apostolou

Pavlou Avenue, 8046 Paphos, Tel.:

00357/26932829 Elias Beach Hotel,

Lemesos, Tel.: 00357/25/636000,

www.kanikahotels.com. Schöne

Gartenanlage direkt am Meer.

Athena Beach Hotel, Paphos, 00357

26884300, www.athena-cbh.com.

Spa, mehrere Pools und Restaurants

und eine großzügige Garten- und

Strandanlage. Agrotourismus, Traditionelle

Landhäuser und Quartiere im

Hinterland als Alternative zu Hotels

über www.agrotourism.com.cy

Informieren und anreisen: Alle

Informationen rund um Zypern:

Fremdenverkehrszentrale Zypern,

Zeil 127, 60313 Frankfurt, Tel.:

069/251919, www.visitcyprus.com

Deutschspr. Wander- und Fremdenführer

mit staatlicher Lizenz, Eugenios

Neophytou, Tel.: 00357/99613436,

eugenios.neo@gmail.com

Besichtigen und erleben: Troodos-

Gebirge, herrliches Wandergebiet bis

auf 2.000 Meter Höhe mit Kiefernund

Zedernwäldern – auch im Sommer.

Dazwischen Weinberge und Plantagen

mit Mandeln, Äpfeln, Kirschen.

Ursprüngliche Dörfer, Kirchen und

Klöster wie das weltberühmte Kykko-

Kloster lohnen einen Abstecher.

Lemesos (früher Limassol),

Hafenstadt mit quirliger Altstadt und

mittelalterlicher Burg, in der Richard

Löwenherz seine Hochzeit mit Berengaria

von Navarra feierte. Markthallen,

Geschäfte und Restaurants

laden zum Bummeln ein. Paphos,

Zentrum des Aphrodite-Kultes. Die

gesamte Stadt mit Königsgräbern und

altrömischen Bodenmosaiken gilt als

UNESCO-Weltkulturerbe. Der Hafen

mit Yachten, Promenade und Restaurants

bietet viel Abwechslung.

64

Spezial|16


Südeuropa

Pyrenäen

Wandertipp: Auf dem Camí Vell

Ein uralter

Pilgerpfad

Pyrenäen: Durch die Núriaschlucht

Zwischen fast 3.000 Meter hohen Bergen bettet sich die Wallfahrtsstätte

der Jungfrau von Núria in einen weitläufigen Talkessel.

Schon seit dem Mittelalter pilgern Menschen aus dem Tal

durch die tief eingeschnittene Núriaschlucht zu dem Heiligtum

hinauf. Eine Zahnradbahn überwindet mehr als 1.000 Höhenmeter

von Ribes de Freser über Queralbs nach Núria, so dass man

sich auf dem Rückweg zurücklehnen und die Berge am Fenster

vorbeiziehen lassen kann – wenn gerade kein Tunnel kommt.

Tief hat der Riu de Núria sich zwischen Totlomón und Roc

del Rui ins Gestein geschnitten. Die Kraft des Wassers

formte die gleichnamige Schlucht, durch die der alte

Pilgerweg von den Weiden bei Queralbs hinauf zu Alpenrosen

und dem gletscher geformten Tal von Núria steigt.

Text: B. Wand

Von der Station der Zahnradbahn

(Cremallera) in Queralbs 1 führt

ein Weg neben der Straße das kurze

Stück zum Ortseingang hinauf.

Dort steht eine große Infotafel,

und mehrere Wegweiser zeigen

an, dass der „Camí de Núria“ nach

rechts abzweigt. Oberhalb der Treppe

geht es rechts, bevor die Straße

wieder abfällt dann links hinauf.

Vorbei an Mauern und Haselnusssträuchern

trifft der Pilgerweg

wenig später auf die zur Collada

de Fontalba führende Straße, folgt

ihr kurz nach rechts, schwenkt

sofort links auf eine Betonpiste

und steigt am Ende links über grobem

Steinpflaster steil an. Vorbei

an den letzten zwei Steinhäusern

durchquert der Weg Wiesenhänge,

lässt die Quelle Font de la

Ruira hinter sich und schraubt

sich oberhalb der Zahnradbahn

zwischen Haselnuss, Ginster

und Erdbeeren hangaufwärts.

Hinter der ersten Höhlung unter

überhängenden Felsen flacht er

etwas ab, durchquert das Geröllfeld

Tartera de Corbell 2 , setzt

sich beim Wegweiser geradeaus

zwischen riesigen Buchsbäumen

und durch Heidelbeer-Kiefernwald

fort. Der Blick öffnet sich

auf einen tosenden Wasserfall des

Riu de Núria. Am Wegweiser dort

geht es rechts. Hinter der Kurve

liegt die Balma de Sant Pau 3 . Der

Camí Vell läuft nun gemächlich

in die enger werdende Schlucht

hinein und wechselt über die Pont

de Cremal 4 auf die andere Seite

des Núria-Flusses, wo er sich –

begleitet vom Tosen des Wassers –

an der Balma de Sant Rafael 5

vorbei in einigen Kehren und

Zickzacks die 200 Höhenmeter

zum Mirador del Salt del Sastre 6

hinaufschwingt. Etwas gemäßigter

nähert sich der Weg dem nächsten

Wasserfall mit Höhlenunterstand:

Cua de Cavall i Balma de Sant

Pere 7 . Wenig später erreicht er

die Pla de Sallent, wo er auf einem

Holzsteg unterhalb der Zahnradbahntrasse

erneut den Riu de

Núria quert. Zwischen Schwarzkiefern,

Wacholder und Alpenrosen

erklimmt der Weg die letzten

Höhenmeter bis zum Creu d’en

Riba 8 , wo der kurze Abstecher

rechts zum Mirador hinauf dem

Wanderer einen herrlichen Blick

über den geschützten Talkessel

mit dem Sanktuarium von Núria 9

beschert. Von dem kleinen Hügel

sind die restlichen Meter hinab zu

Kapelle, Bootsverleih, Infozentrum,

Ausstellungsräumen, Souvenirläden,

Hotel, Restaurants und Zahnradbahnstation

ein Spaziergang.

Der Fernwanderweg

GR 11

Auf 710 Kilometern schlängelt sich

der spanische Fernwanderweg

„Gran Recorrido 11“ durch die 430

Kilometer lange, faszinierende Gebirgskette,

die die Iberische Halbinsel

vom übrigen Europa trennt.

Der GR 11 ist nicht schwierig und

erfordert keine bergsteigerischen

Fähigkeiten, wohl aber körper liche

Fitness und Trittsicherheit. Der

Senda Pirenaica („Pyrenäenpfad“)

ist mit zahlreichen Varianten in

etwa 47 Etappen aufgeteilt. Denn

die meisten Menschen wandern

nur Abschnitte. Wie in der Núriaschlucht

bieten sich an vielen

Stellen reizvolle Tageswanderungen

auf dem GR 11 an.

Wetterfeste Tourenkarte bestellen: Nr. 100XXX. Anleitung siehe Seite 5

Typ: Streckenwanderung

Länge: 7,7 Kilometer

Dauer: 3 bis 3,5 Stunden

Markierung: rot-weißer Balken

Schwierigkeitsgrad: mittel bis anspruchsvoll

Steigung/Gefälle: 810/100 Meter

Höchster Punkt: 1.990 Meter

Beste Wanderzeit: Mitte April bis Mitte Oktober

Start/Ziel: Zahnradbahnhof in 17534 Queralbs/Station Núria

Wegequalität: zum Teil alpiner, steiler Pfad

Spezial|16

65


Südeuropa

Pyrenäen

Anreisen und orientieren

Anreisen: Mit dem Flugzeug: Internationale Flughäfen Barcelona und Girona.

Mit Bus und Bahn: Die Regionalzüge der spanischen Staatsbahn Renfe

verkehren im Zweistundentakt von Barcelona zum zwei Stunden entfernten

Talort Ribes de Freser (www.renfe.com). Von Ribes de Freser klettert

die Zahnradbahn (Cremallera de Núria) nach Queralbs und Núria (www.

valldenuria.cat). Busse verbinden Barcelona via Ripoll und Girona via Olot

mit Ribes de Freser (www.teisa-bus.com).

Mit dem Pkw: Von Barcelona auf der C 17 über Granollers-Vic-Ripoll,

von Girona auf der C 66 nach Olot, dann N 260 über Ripoll nach Ribes de

Freser (beides etwa 1,5 Stunden).

Orientieren: „Ripollès – Mapa Excursionista“ (eine Wanderkarte mit

touristischen Hinweisen), 1:50.000, ISBN 9788480903226, 11 Euro,

www.editorialalpina.com

Die Tourhöhepunkte

Eine Schlucht mit Wasserfällen und Schutzhöhlen

Queralbs: Am Ortseingang

1

hält die Zahnradbahn. An

der Station ist auch eine Info -

stelle. Im Ort lohnt ein Besuch

der romanischen Kirche aus dem

10. Jahrhundert.

Tartera de Corbell: Der

2

Steilhang ist übersät von

flechtenbesetzten Gesteinsbrocken

aus Felsstürzen. Die

Gneisblöcke dieses Geröllfelds

sind typisch für die Umgebung

der Núriaschlucht.

Balma de Sant Pau: Die

3

geräumige Nische in der

Felswand lädt mit einer Bank aus

Stein zum Picknicken im Schatten

ein – das Rauschen des Wasserfalls

im Riu de Núria dringt

bis dorthin.

Pont de Cremal: Auf der

4

steinernen Brücke mit ihrem

hübschen Bogen wechselt der Weg

auf die andere Seite des Riu de

Núria. Hier lösen Schwarzkiefern

Laubbäume aus der montanen

Vegetationsstufe wie Haselnuss,

Esche und Eiche ab.

Balma de Sant Rafael: Wenig

5

oberhalb der Brücke schützt

erneut eine Felsnische am Weg

vor Sonne, Hitze und Unwettern.

Mirador del Salt del Sastre:

6

Auf der gegenüberliegenden

Schluchtseite stürzen die Wassermassen

des Torrent de Fontalba

tosend talwärts.

Cua de Cavall i Balma de

7

Sant Pere: Der Name des

Wasserfalls spielt auf seine

Streuung an, die an einen Cua

de Cavall, einen Pferdeschweif,

erinnert. Seitlich des Wanderwegs

bietet mit der Balma de Sant Pere

eine Felsnische einen natürlichen

Unterschlupf.

Creu d’en Riba: Von der

8

kleinen Anhöhe mit dem

Kreuz eröffnet sich der Blick auf

den weiten, von Gletschern ausgeschürften

Talkessel von Núria.

Rechts führt ein kurzer Abstecher

zum Aussichtspunkt hinauf.

Núria: Ein großer Gebäudekomplex

mit Hotel, Restau-

9

rants und Ausstellungsräumen,

die Kapelle des Heiligen Ägidius

(Sant Gil) und ein kleiner Stausee

kontrastieren mit der einsamen

Bergwildnis.

Über das harte Leben

in den Pyrenäen

In dem Ort Esterri d’Àneu, der auf

dem Weg vom Flusstal des Noguera

Pallaresa ins Arantal liegt, vermittelt

das „Ecomuseu Valls d’Àneu“

einen Einblick in das Familienleben

Mitte des 20. Jahrhunderts, wie

es in den Pyrenäen üblich war.

Hinter dem dunklen Gemäuer der

repräsentativen Casa Gassia, der

Wohnstätte von wohlhabenden

Bauern, findet sich zum Beispiel

die für damals typische Raumaufteilung,

ein alter Kühlschrank ohne

Strom, eine Standuhr als Statussymbol

und andere Kuriositäten

(www.ecomuseu.com). Auch das

Buch „Wie ein Stein im Geröll“ von

der Katalanin Maria Barbat erzählt

vom harten Leben in den Pyrenäen.

(Diana Verlag, 7,95 Euro,

ISBN 978-3-453-35246-9)

Etappenprofil

1

2 3 4 5 6 7 8 9

Wegweiser katalanische

Pyrenäen

Übernachtungstipps: Cadaqués:

Traumhafter Blick über die Bucht von

Cadaqués: Hotel Rocamar, C/Dr.

Barto meus, S/N, 17488 Cadaqués

(Costa Brava), Tel.: 034/(0)972/258150,

www.rocamar.com. Ribes de Freser:

Stylishe Einrichtung, Massagebadewanne

und gemütliche Dachterrasse

mit Kaminraum: Els Caçadors de

Ribes, Balandrau, 24–26, 17534 Ribes

de Freser, Tel.: 0034/(0)972/727077,

www.hotelsderibes.com. Gósol in

der Region Berguedà: Freundlich,

schöne Aussicht und Wandertipps zur

Pedraforca: Hostal Restaurant Cal

Franciscó, Ctra. De Berga, S/N, 25761

Gósol, Tel.: 0034/(0)973/370075,

www.hostalcalfrancisco.es. Region

Pallars Sobirá: In der Nähe des

Nationalparks: Exzellente Küche,

zuvorkommend, mit liebevoller Ausstattung:

Hotel Restaurant Poldo,

C/Carretera, s/n, 25597 La Guingueta

d’Aneu, Tel.: 0034/(0)973/626080,

www.hotelpoldo.com. Val d’Aran: Mit

Thermalquelle, in den Bergen und

nah an den Seen von Colomers: Hotel

Restaurant Banhs de Tredòs, Ctra.

De Aiguamòg s/n, 25598 Salardú,

Tel.: 0034/(0)973/253003, www.

banhsdetredos.com. Historisches Landhaus

für 2 bis 10 P. unter deutscher

Führung: Luna de Montaña, C/Sant

Ròc, 4, Benós, Tel.: 0034/(0)973/640145,

www.lunademontana.com.

Informieren: Naturpark Cap de

Creus, Palau de l’Abat, Monestir de

Sant Pere de Rodes, 17489 El Port

de la Selva, Tel.: 0034/(0)972/193191,

www.parcsnaturals.gencat.cat/ca/capcreus

Touristinfo Vall de Núria in

der Bergstation, Queralbs, Tel.: 0034/

(0)972/732020, www. valldenuria.cat,

www.itinerannia.net (20 Wandervorschläge).

Consorci de Turisme de

l’Alt Berguedà, C/Barcelona, 49, 3r,

08600 Berga, Tel.: 0034/(0)93/8221500,

www. altbergueda.com (viele

Wandervorschläge). Tourismusbüro

von El Pallars Sobirà, Camí de la

Cabanera, s/n, 25560 Sort, Tel.: 0034/

(0)973/621002, www.pallarssobira.info.

Nationalpark Aigüestortes i Estany

de Sant Maurici, Nationalparkhaus

in Espot, Prat del Guarda, 4, 25597

Espot, Tel.: 0034/(0)973/624036, www.

mma.es/parques. Val d’Aran: Torisme

Val d’Aran, Tel.: 0034/(0)973/640110

(Vielha), www.torismearan.org, www.

theessenceofthepyrenees.com (engl.),

www.senderismovaldaran.com (dt.).

66

Spezial|16


Südeuropa

Val d’Aran

Grüne Stille Val

d’Aran

Das Arantal liegt als einzige

spanische Region nördlich des

Pyrenäenkamms und schaut nach

Frankreich. In der Hochebene

Beret scheiden sich die Wege des

Wassers: Die Garonne sprudelt

Bordeaux und dem Atlantik entgegen.

300 Meter nordöstlich ihrer

Quelle entspringt der Noguèra

Palharesa und tost durch Katalonien

bis ins Mittelmeer. Auf seinen

ersten Kilometern führt der Fluss

nach Montgarri, einer Geisterstadt

mit Wallfahrtskirche.

Typ: Rundwanderung

Länge: 12,6 Kilometer

Dauer: 3,5 Stunden

Steigung: 200 Meter

Schwierigkeitsgrad: einfach

Höchster Punkt: 1.820 Meter

Beste Wanderzeit: Juni bis Sept.

Start und Ziel: Parkplatz Hochebene

Plan de Beret















Text und Foto: B. Wand

Gemütlich durchs Hochgebirge

Pilgerstätte in der Wildnis

Die einfache Wanderung startet auf der Hochebene Plan de

Beret. Entlang des Noguèra Palharesa fällt der Weg bis zu

den Ruinen von Montgarri ab. Höhepunkt an der tiefsten

Stelle: die Pilgerkirche der Muttergottes von Montgarri.

Die Asphaltstraße führt vom

großen Parkplatz bei den Skiliften

in der Plan de Beret (1) bis zur

Brücke über den Noguèra Palharesa.

Auf der anderen Seite setzt

sich eine Forstpiste parallel zum

Die Natur erobert die Ruinen

von Montgarri zurück.

Fluss fort. Mehrere Bäche kreuzen

den zwischen satten Hochgebirgsweiden

der Hochebene sanft

auf- und abschlängelnden Weg.

Nach und nach verschwindet der

Fluss, schneidet sich allmählich

immer tiefer in die Hochebene

ein. Vereinzelt wurzeln Schwarzkiefern

auf den Wiesen. Sie

werden zunehmend dichter und

gehen schließlich in den Wald

von Dossau über. Hinter einer

Viehsperre im Boden macht der

Weg eine deutliche Rechtskurve

und fällt ab. Links zwischen den

Kiefern eröffnen sich immer

wieder schöne Ausblicke auf den

2.750 Meter hohen Malh de Bolard

am Ende des Horcalh-Tals, besonders

dort, wo der Barranc dera

Laveja von rechts herunterfällt.

Es geht weiter durch Kiefernwald,

mit einer Rechts-links-Kurve über

eine offene Waldwiese, in einem

Nebentälchen an einer riesigen

Geröllhalde abwärts bis zu

einem Parkplatz auf der rechten

Seite. Links beginnt hinter einem

Portal aus Baumstämmen mit

der Aufschrift „Montgarri visita

Santuario“ ein Pfad. Er führt an

dem Tümpel vorbei und über Stufen

steil abwärts. Im Linksknick

taucht die Spitze des Kirchturms

von Montgarri erstmals zwischen

den Kiefernwipfeln auf. Rechts

führt ein Pfad zum Refugi Juli

Arnalot (2), links fallen die Treppen

bis an die Ufer des Noguèra

Palharesa ab. Vor der Brücke

rechts biegt der Weg zu den Ruinen

von Montgarri (3) ab, hin und

zurück benötigt der Abstecher

etwa zwei Kilometer. Auf der anderen

Flussseite steht die Kirche

Mair de Diu de Montgarri (4) mit

dem Refugi Amics de Montgarri

(5) links daneben. Dort beginnt

Sieben aufregende

Weitwanderwege

Setau Sagèth: Geschichte der

Dörfer und Berge im Val d’Aran

entlang des GR-211, Rundtour, 103

km Länge, 9.480 m Steigung/Gefälle

(S/G); 4 Cum bres, 4 Lenguas:

Aranesisch, Katalanisch, Spanisch

und Französisch spricht man auf

den vier leicht bis mittelschwer zu

besteigenden Gipfeln der Sternwanderung

von einer festen Unterkunft

aus, 50 km, 4.472 m S/G; Encantats:

Rundweg durchs Val d’Aran und

den Nati onalpark Aigüestortes i

Estany de Sant Maurici, 60 km,

8.060 m S/G; Termal Trek: Nach

gemütlichen Wandertagen in Thermalbädern

entspannen, 60 km,

3.826 S/G; Infos zu allen vier

Touren: www.setausageth.com;

Camin Reiau: „Königsweg“ auf

alten Verbindungspfaden zwischen

den Dörfern, Rundtour, 150 km,

12.000 m S/G, www.caminreiau.

cat; Carros de Foc: Rundweg durch

den Nationalpark Aigüestortes i

Estany de Sant Maurici, 55 km,

9.200 S/G; www.carrosdefoc.com;

Pass’Aran: Hochgebirgstour auf GR-

210 und GR-211 vom französischen

Couserans ins Val d’Aran, 64 km,

10.205 m S/G; www.passaran.com

Spezial|16

67


Südeuropa

Val d’Aran

Anreisen und orientieren

Anreisen: Toulouse (Frankreich, 160 km) und Barcelona (Spanien, 310 km) sind die

nächstgelegenen internationalen Flughäfen.

Mit dem Bus: Die Busgesellschaft Alsa fährt von Barcelona direkt oder via Lleida ins

Val d’Aran, Tel.: 0034/(0)902/422242, www.alsa.es

Mit dem Pkw: Von Toulouse: A64/E09 Ri. Lourdes bis Ausfahrt 17 Montréjau, N125 bis zur

Grenze Pònt de Rei, N230 bis Vielha. Von Barcelona: A2/E90 Ri. Lleida, bei Ausfahrt 461 in

N230/Ctra Lleida-Vielha Ri. Alfarràs/Vielha einfädeln, N230 durch den Tunnel bis Vielha.

Orientieren: Val d’Aran, Mapa – Guia Excursionista (Wanderkarte mit Tourenvorschlägen),

1:40.000, ISBN 84-8090-191-8, www.editorialalpina.com, 11 Euro.

Informieren: Torisme Val d’Aran, Infobüros in Vielha, Salardú, Bossòst und Les,

Tel.: 0034/(0)973/640110, www.torismearan.org, www.wandernvaldaran.com

der Rückweg nach links am Fluss

entlang. Alternativ zum breiten

Weg am Noguèra Palharesa verläuft

ein Pfad etwas höher parallel

und trifft bei der kleinen Ermita

(6) wieder auf den Hauptweg. Der

Weg steigt weiter an zu einem

Wegkreuz mit fantastischem Rückblick

auf Montgarri, während der

wilde Noguèra unsichtbar weit

unter den Füßen tost. Gegenüber

des Tuc deth Dossau (2.515 m)

umkurvt der Weg das restaurierte

Haus Es de Cabau, führt über den

Arriu deth Horcath, vorbei an

der Viehhüter hütte Cabana de

Parros am gleichnamigen Fluss

und durch den Wald von Parros,

bis sich hinter der Viehsperre

wieder die Plan de Beret öffnet.

Zwischen Hochgebirgsweiden geht

es zurück zum Parkplatz bei den

Skiliften (1).

An den Ufern des Noguèra Palharesa

Von der Plan de Beret nach Montgarri

Plan de Beret: Auf der

1

weiten Hochfläche in 1.850

Metern Höhe weiden Schafe, Pferde

und Rinder. Schon in prähistorischer

Zeit lockten die saftigen

Wiesen Menschen an. Grabstätten

und Monolithen zeugen davon. Im

Winter vergnügen sich Skifahrer

auf den Pisten von Baqueira-Beret,

dem Lieblingsskigebiet der spanischen

Königsfamilie.

Refugi Juli Arnalot: Das alte

2

Haus am rechten Ufer des

Noguèra Palharesa beherbergt 14

Wanderer. Essen und Übernachtungsmöglichkeit,

Info und Reservierung:

Tel.: 0034/(0)608/998436,

www.juliarnalot.com, www.

montgarri-beret.com

Ruinen von Montgarri: Wildnis

erobert nun die Über-

3

reste der entvölkerten Ortschaft

zurück. 2008 zählte das Dörfchen

der Gemeinde Naut Aran (Oberes

Arantal) nur noch vier Bürger.

Mair de Diu de Montgarri:

4

Der Verein „Freunde von

Montgarri“ hat das Heiligtum (Santuari)

der Muttergottes von Montgarri

aus dem 16. Jahrhundert

samt achteckigem Glockenturm

und Nebengebäuden liebevoll

restauriert. Eine Fotoausstellung

veranschaulicht die mühevolle

Arbeit. Am sonnigen Ufer des

Noguèra Palharesa und zu Füßen

des Tuc des Bandolèrs strahlt

dieser Ort Ruhe und Frieden aus.

Refugi Amics de Montgarri:

5

Neben der Wallfahrtskirche

bietet das Ausflugsziel im ehemaligen

Pfarrhaus und Pilgerhospital

nicht nur Tapas, Menüs

und Erfrischungen, sondern auch

insgesamt 50 Nachtlager für

alle, die das Erlebnis Val d’Aran

mehrtägig genießen wollen. Infos

und Reservierung unter Tel.:

0034/(0)973/645064

Ermita: Etwa 500 Meter

6

westlich des Sanktuariums

befindet sich ein Bildstock am

Wegesrand. Die in Orange gehüllte

Figur der Heiligen Mutter Gottes

Maria hält einen kleinen Jesus auf

dem Arm, der in ein rosafarbenes

Gewand gekleidet ist.

Etappenprofil

1 2 3 4 5 6









Wegweiser Val

d’Aran

Schlemmen und schlummern:

Hotel Casa Irene****, Major, 22,

Arties, Tel.: 0034/(0)973/644364,

www.hotelcasairene.com, Deutschkenntnisse

und exzellente gehobene

Küche (mittl. Preis 40 Euro).

Himalaia Hotel****, Perimetral

s/n Urb.Val de Ruda, Baquèira,

Tel.: 0034/(0)973/635300, www.

himalaiabaqueira.es, Deutschkenntnisse,

auf Wanderer und Outdoor-

Sportler ausgerichtet. Aparthotel

Refugi d’Aran***, Av. Garona, 27,

Vielha, Tel.: 0034/(0)973/643002,

www.elrefugiodearan.com, Deutschkenntnisse.

Hotel Garona**,

Eduard Aunòs, 1, Bossòst, Tel.: 0034/

(0)973/648246, www.hotelgarona.

com Hotel Besiberri*, Deth Fòrth,

4, Arties, Tel.: 0034/(0)973/640829,

www.hotelbesiberri.com Casa Rufus,

S. Jaime, 8 y 10, Gessa, Tel.: 0034/

(0)973/645246, gehobene Hausmanskost

(mittl. Preis 30 Euro). Era

Lucana, Avda. Calbeto Barra, 10,

Vielha, Tel.: 0034/(0)973/641798,

Typisches aus Meer und Bergen

(mittl. Preis 25 bis 35 Euro), www.

aranweb.com/lucana Er Occitan, c/

Major, 66 Local 5, Bossòst, Tel.: 0034/

(0)973/647366 (mittl. Preis 25 bis 30

Euro). Er Urtau, Plaça Urtau, 10, Arties,

Tel.: 0034(0)973/640926, riesige

Tapas-Vielfalt. Refugi Conangles,

kurz vor dem Tunnel von Vielha im

Buchenwald gelegen, gute Küche,

nette Besitzer, einfach, aber sauber,

Tel.: 0034/(0)619/847077. Weitere Infos

beim Gastgeberverband: www.

hostaler.org

Organisieren lassen:

Geführte Touren (Gipfelsturm, Tagesausflug,

Trekking-Tour, Canyoning und

Klettern) oder „autoguiado“, auf eigene

Faust (Buchung der Unterkünfte,

Karten, alle wichtigen Infos, auf

Wunsch Gepäcktransport): Bei Camins

kosten Weitwanderungen (siehe

Infokasten) zwischen 215 und 450

Euro incl. Ü/HP, Gepäck-/Rücktransport

und Kartenmaterial, Camins, Tel.:

0034/(0)973/642444, www.camins.net,

www.setausageth.com

Weitere Outdoor-Anbieter:

www.caminreiau.cat, www.

carrosdefoc.com, www.passaran.com,

www.coposevents.com, www.deportur.

com, www.freemountain.com.es,

www.horizon-tesaventura.com,

www.aiarasmi.com,

www.aranculturau.com

68

Spezial|16


Südeuropa

Mallorca

Serra de Tramuntana

Typ: Streckenwanderung

Länge: 11,8 km

Dauer: ca. vier Stunden

Markierung: GR 221, Finca Publica

Planícia, wegen Wegsperrung Umweg

nach Angabe bzw. roten & grünen

Markierungen

Schwierigkeit: leicht

Steigung/Gefälle: 300 m

Höchster Punkt: 450 m

Beste Wanderzeit: Frühjahr/Herbst

Start: Ortsausgang Estellencs Richtung

Banyalbufar

Ziel: Kirchplatz Banyalbufar

Wegequalität: gut, festes Schuhwerk

Von Estellencs nach Banyalbufar

Auf schönen Umwegen zum Ziel

Hier ist schon mal Spürsinn gefragt wegen einer Sperrung. Aber dafür geht es durch die

unberührte Natur Mallorcas mit herrlichen Ausblicken über Land und Meer.

Text und Foto: F. Brauneck

In Estellencs S der Straße Richtung

Banyalbufar folgen, am Ortsausgang

bei Kilometer 93,9 in der

Rechtskurve links den kleinen Weg

abwärts, nach Schildern Gran Ruta

(GR) 221 Banyalbufar. Weg durch

Gärten und Felder, führt nach 10

Minuten wieder auf die Straße nach

Banyalbufar, dieser ca. 10 Minuten

folgen. Dann rechts ab GR 221 auf

kleinen Fahrweg bergan, über Finca

Son Serralta 1 . Hinweisschild „Wegsperrung“

nach 3,5 km ignorieren.

Später ist ein Umweg notwendig.

Weiter auf der GR 221 über Privatbesitz

(Rücksichtnahme erbeten!),

an deren Grundstücksgrenze beginnt

Finca Publica de Planícia (öffentliches

Land). Weiter Schildern GR 221

und grünen Schildern „Camí de les

cases de Planícia 1“ folgen durch

Pinien- und Steineichenwälder 2 .

GR geradeaus bergab – hier verlassen

wegen der Sperrung in einiger

Entfernung, stattdessen rechts

auf der Teerstraße halten und den

weißen rechteckigen Schildern

der öffentlichen Wege von Planícia

folgen. Grünes Schild „Font de s’Obi

2“ ignorieren (Abstecher nach Cases

Planícia), weiter geradeaus über

Schotterweg auf die Berge zu, durch

Ölbäume und Wiesen, das Meer im

Rücken. Grünes Schild „Aljub des

Crisitans 3“ ignorieren (Rundtour).

In weiten Serpentinen hoch bis

Gehöft von Planícia – keine Bewirtung,

aber Picknickplatz einige Meter

weiter bei Casa de ses Collidores

3 . Weiter dem Fahrweg folgen.

Nach 200 Metern rechts schmalen

Pfad hoch, der links und rechts mit

roter Farbe markiert ist (Steine),

geradeaus geht es zur gesperrten

Finca Es Rafal. Durch Steineichenwald,

vorbei an einem kreisrunden

Köhlerplatz 4 zur Rechten. Direkt

dahinter links über eingebrochene

Mauer klettern. Leider fehlt die

Stiege. Etwas abwärts über einen

schmalen Pfad. Nach 10 Minuten

über eine eingebrochene Mauer

wieder berganklettern – inoffizielle

Umleitung. Rote Farbkleckse oder

Pfeile auf Steinen und Felsen helfen

bei der Orientierung. Weiter durch

dichten Steineichenwald. Immer

wieder schöne Ausblicke auf

Meer und Steilküste. Am nächsten

Abzweig rechts halten, nicht links

über den breiten Pfad abwärts.

Weg führt zunächst eben durch

Steineichenwälder, dann durch

junge Pinien wieder Richtung Meer.

Orientierungshilfe: links Finca

Maracanda. Weiter ungeteertem

Trotz guter Beschilderung ist

eine Wanderkarte wichtig.

Spezial|16

69


Südeuropa

Mallorca

Anreisen und orientieren

Mit dem Flugzeug: Direktflüge nach Palma de Mallorca.

Mit der Fähre: Nach Palma oder Alcúdia von Barcelona, mit oder ohne Pkw,

www.trasmediterranea.es, www.balearia.com

Mietwagen: Am Flughafen, von Deutschland aus reservieren.

Anfahrt Tramuntana über Autobahn Andratx oder über Esporles. In den

Bergen teilweise sehr kurvige kleine Straßen. Medikamente gegen Übelkeit

nicht vergessen!

Informationen: Fremdenverkehrsbüro der Balearen, www.illesbalears.es

Wanderführer Mallorca Tramuntana Sud 1: 25.000, Editorial Alpina SL,

ISBN 978-8090-385-1 span.-deutsch von 2011, 12 Euro. Lluis Vallcaneras:

20 Wanderungen in den Bergen Mallorcas, Hrsg. Gorg Blau, ISBN 84-922372-8-7,

2004, nur vor Ort erhältlich. Rother Wanderführer Mallorca, 1:50.000,

1:75.000 und Höhenprofile, ISBN 978-3-7633-4122-1, 2012, 14,90 Euro.

Fahrweg geradeaus folgen. Rechts

Finca S’Arbossar – geradeaus weiter

durch hohe Pinien, links vom Fahrweg

geht es abwärts.

10 Minuten später durch grünes

Metalltor weiter über Fahrweg –

eine Viertelstunde später an einer

T-Kreuzung wieder auf der GR 221

(Camí des Correu – Alter Postweg)

5 von Esporles nach Banyalbufar.

Hinter zwei Torpfosten aus Stein

links halten auf GR 221 Banyalbufar,

Restzeit ca. 25 Minuten. Über

geteerten Weg mit Blick auf Meer,

Gärten und Terrassen von Banyalbufar,

an dessen Kirchplatz das

Ziel erreicht ist Z . Die Rückfahrt

von dort ist mit dem öffentlichen

Nahverkehr möglich.

Tourhöhepunkte Tramuntana

Mal anders: Mallorcas wilde Seite

Finca Son Serralta: Die GR

1

221 führt direkt über diesen

privaten Besitz am Herrenhaus

vorbei. Sehr schönes typisches

Anwesen mit Natursteinfassade

und Blöcken aus Santanyí-Stein für

Ecken und Fenstereinfassungen.

Finca Publica Planícia: Hier

2

wird die Abweichung von der

GR 221 notwendig, weil die Finca

Es Rafal zurzeit gesperrt ist. Das

Areal wurde von der Balearenregierung

gekauft und ist somit

öffentliches Land. Dementsprechend

wurden Rundwanderwege

ausgearbeitet und Picknickplätze

geschaffen. Was aus dem Gehöft

Planícia werden soll, ist jedoch

bisher noch unklar.

Casa de ses Collidores:

3

Herrlicher Picknickplatz

im Schatten der Bäume mit Blick

auf den S’Esclop, den Bergrücken

nahe der Küste mit 928 Metern

Höhe und links davon den Puig de

Galatzó mit 1.027 Metern Höhe.

Köhlerplatz: Reste eines

4

kreisrunden Meilers zur

Gewinnung von Holzkohle.

Verwendet wurde Holz aus circa

fünf Hektar großen Arealen der

Grundbesitzer, die im Sinne der

Wiederaufforstung nur alle sieben

Jahre genutzt werden sollten.

Alter Postweg Camí des

5

Correu: Das teils mittelalterliche

Wegenetz wurde von Soldaten,

Fischern, Pilgern, Hirten und eben

auch für die Post genutzt. Einige

Pfade wurden zu schönen Wanderwegen

ausgebaut. Hier sind wir

wieder zurück auf dem Weg GR 221.

Banyalbufar: Das Dorf ist

Z

besonders bekannt für seine

Terrassen, auf denen Wein, Obst

und Oliven angebaut werden.

Teilweise sind hier bis zu 70

Einheiten übereinander angelegt,

und selbst die von den Mauren

angelegte Bewässerung funktioniert

noch heute.

Etappenprofil 1

2 3 4 5

Uralt: Terrassen bei Banyalbufar

mit Wein und Obst.

Infos für Genießer

und Entdecker

Schlemmen und schlummern:

Restaurant 1661 Cuina de Banyalbufar,

Calle Baronia 1–3, 07191

Banyalbufar, Tel.: 0034/(0)971/618245,

Mo.–So. 10–24 Uhr Finca Son Mico,

zwischen Deià und Sóller, ganzjährig

geöffnet, vier Fremdenz., 100 Euro

pro Nacht, Tel.: 0034/(0)971/638224,

son.mico@hotmail.com Hotel Can

Xim und Restaurant Es Traffic, Pla.

Ajuntament,7, 07340 Alaró, Tel.: 0034/

(0)971/879117, www.canxim.com Hotel

Petit, Camp Roig 43, 07340 Alaró,

Üb. mit Frühstück 110 Euro, Tel.: 0034/

(0)971/518751, www.petithotelala ro.

es Gasthof Es Verger, Camí des

Castell 143, 07340 Alaró, Tel.: 0034/

(0)971/182126, Mo. geschlossen Hotel

Maristel, Eusebio Pascual 10, 07192

Estellencs, Tel.: 0034/(0)971/618550,

www.hotelmaristel.com Fundación

S’Olivar von Joan Carrero am

Ortsausgang von Estellencs, Fremdenzimmer,

neue Website in Arbeit, http://

olivar.pangea.org/castellano/INDEX.html

Hotel Juma, Plaza Major 9, Pollença,

direkt am Marktplatz mit Bars und

Cafés, Tel.: 0034/(0)971/535002, www.

pollensahotels.com/de/hotel-juma-2

Informieren: Alle Informationen

rund um Mallorca: Agència de Turisme

de les Illes Balears (ATB), Carrer

Rita Levi s/n, 07121 Palma, Tel.: 0034/

(0)971/176350, www.illesbalears.es

Geführte Wanderreisen: Wikinger

Reisen, Kölner Str. 20, 58135 Hagen, Tel.:

0049/(0)2331/9046, www.wikinger-reisen.de

Öffentlicher Nahverkehr: www.

consorcidetransports.org/web/ctm

Besichtigen – erwandern: In Pollença

hoch zum Puig de Maria, einem Kloster

aus dem 14. Jahrhundert mit Blick auf

die Bucht von Pollença, Cap Formentor

bis nach Alcudia. Etwa 50 Minuten

Anstieg, festes Schuhwerk erforderlich!

Camí de Castelló von Deià nach

Sóller, ein Teilstück der GR 221

oberhalb von Llucalcari mit einem Stopp

auf der Finca Son Mico. Und natürlich

ist Palma unbedingt einen Besuch wert:

Altstadt, Kathedrale, Hafen, Museum

Es Baluard mit moderner Kunst – viele

kleine Geschäfte und tolle Restaurants.

Viele Boutiquen sind über Mittag geschlossen!

Tapas und Spezialitäten im

La Boveda, längst eine Institution, daher

Reservierung empfohlen: Calle Boteria

3, Llothja, Tel.: 0034/(0)971/714863, So.

geschlossen. Oder moderner bei Tast

Avenidas nahe Plaza España, Tel.: 0034/

(0)971/101540, So. geschlossen

70

Spezial|16


Südeuropa

Menorca

Menorcas Camí de Cavalls

Mondlandschaft

und Lagunenzauber

Das Cap Favàritx verzaubert mit schwarz-silbrig

schimmerndem Schieferfelsen, die von einem schwarzweißen

Leuchtturm gekrönt werden. Von dieser kargen

Mondlandschaft führt der Camí de Cavalls durch viele völlig

unterschiedliche Land schaften: Über Weiden, durch Wälder

und kleine Buchten geht es bis zum Fischerdörfchen Es Grau

und schließlich in das Herz des Naturparkes Albufera.

Menorcas Nordseite

Menorca ist die nördlichste Balearen-Insel und in Sachen Tourismus

angenehm zurückhaltend. 1993 wurden die Küsten Menorcas von

der UNESCO zum Biosphärenreservat ernannt: eine Region also, die

Ursprünglichkeit der Natur und Erhaltung historischen Kulturgutes

verbindet. Der Camí de Cavalls führt durch die unterschiedlichen

Zonen und bindet die beiden historischen Städte im Osten und

Westen der Insel mit ein. Dabei sind immer wieder Zwischenstopps

an Stränden mit karibischem Flair eingeplant. Wir haben uns für

eine sehr variantenreiche Etappe im Norden entschieden, die im

Fischerdörfchen Es Grau bei einem deftigen Imbiss endet und einen

Abstecher in den schönen Naturpark Albufera ermöglicht.

Unsere Etappe startet an der

Straße kurz vor den Cap Favàritx

an einem Tor mit dem Namen

„Son Camamilla“ S . Der Weg ist

gut ausgeschildert, und wir folgen

den quadratischen Holzpfosten

mit der rot-weißen Markierung in

Richtung Süden.

Wir befinden uns über die ganze

Strecke des Weges im Bereich des

Parc Natural de S’Albufera mit

seiner großen Artenvielfalt und

verschiedensten Lebensräumen.

Zunächst geht es durch leichte

Hügel landschaft mit dichten

Mastixgewächsen. Das Meer

immer auf der linken Seite. Die

erste größere Bucht ist die Platja

de Tortuga 1 , zu Deutsch „Strand

der Schildkröten“. Nach insgesamt

20 Minuten Wegstrecke taucht

auf der rechten Seite eines der

größeren Feuchtgebiete auf: Bassa

de Morella 2 . Auf gleicher Höhe

der Meerseite liegt die Cala oder

Arenal de Morella 3 , ein langgezogener,

dunkler Sandstrand.

Weiter quer über eine kleine Landzunge

durch Dickicht und mehrere

typische Holztore aus altem Olivenholz

bis zur Cala Cavaller 4 .

Hier wird der Pfad zum Fahrweg,

der über eine Pferdekoppel ins

Landesinnere führt. Diese Region

wird landwirtschaftlich genutzt,

Felder und Weiden sind durch

Trockenmauern abgegrenzt. Nach

etwa einer halben Stunde kommt

linker Hand wieder das Meer in

Sicht mit dem Blick in die Cala

des Tamarells 5 mit dem alten

Wehrturm Torre de Rambla 6 .

Auf dem letzten Höhenzug tauchen

auf der anderen Seite der Lagune

das Herzstück des Naturparks

Albufera 7 und das Dorf Es Grau Z

mit einladenden Restaurants am

Strand auf.

Wissenswertes

über Menorca

Es gibt nur acht Gebäude in den

ländlichen Bezirken der Insel, die

höher sind als fünf Stockwerke.

Erlaubt sind maximal drei Etagen.

Es gibt keine Autobahn auf der Insel,

eine Hauptstraße muss reichen.

Alle Küsten Menorcas sind von der

UNESCO zum Biosphärenreservat

ernannt worden, 64 Prozent der

Insel stehen unter Naturschutz.

56 Prozent der Gäste im Sommer

sind Spanier. In der Saison von

Mai bis Ende Oktober kommen zu

den 85.000 Inselbewohner etwa

50.000 Besucher – mehr sollen es

nicht werden.

Höchster Punkt der Insel: Der Monte

Toro mit 357 Metern mitten auf der

Insel bietet einen herrlichen Blick

über das Eiland. Auch ein Kloster

mit einer Wallfahrtsstätte und

einer riesigen Jesus-Statue lohnt

einen Besuch.

Die weißen Strände im Süden sind

spätestens seit dem Spot eines

großen spanischen Bierproduzenten

bekannt für ihr Karibik-Flair. Die

Strände im Norden sind goldfarben

aufgrund von Beimischungen des

Buntsandsteins im Untergrund. Die

meisten dieser versteckten Perlen

können nicht direkt angefahren

werden. Öffentliche Parkplätze

werden angeboten, aber ein

Fußmarsch von 15 bis 20 Minuten

muss in Kauf genommen werden.

Albufera: Naturschutzgebiet

statt Luxusresort.

Typ: Streckenwanderung | Länge: 8,6 Kilometer | Dauer: ca. 3 Std.

Steigung/Gefälle: 50 Meter | Markierung: weiß/rot | Schwierigkeitsgrad:

mittel | Beste Wanderzeit: März bis Mai, September und Oktober.

Start: Cap de Favàritx – Abstecher zum Leuchtturm (600 Meter)

Ziel: Es Grau, Naturpark Albufera

Text: und Foto: F. Braunek

Spezial|16

71


Südeuropa

Menorca

Anreisen und orientieren

Anreisen: Mit dem Flugzeug: Direktflüge dauern in der Hauptsaison

ca. zwei Stunden. In der Nebensaison kann man in Palma de Mallorca

um steigen. Mietwagenagenturen finden sich am Flughafen.

Mit der Fähre: Vom spanischen Festland oder den Nachbarinseln gibt es

tägliche Verbindungen auch mit Pkw-Transport, Trasmediterranea:

www.aferry.de, Balearia: www.directferries.de, öffentlicher Busverkehr:

www.transportesmenorca.net

Orientieren: Alle Informationen zu Anreise, Unterbringung und Unternehmungen:

www.menorca.es und www.illesbaleares.es. Pauschalreisen als

geführte Wanderreisen über Wikinger Reisen, Tel.: 02331/9046, www.

wikinger-reisen.de. Deutschsprachiger Anbieter vor Ort für geführte Wandertouren

und Erlebnisausflüge: Xauxa Menorca Reloaded, Carrer Verge del

Toro 10, 07740 Es Mercadal, Tel.: 0034/685/747308, www.rutasmenorca.com

Tourhöhepunkte

Quer durch Menorcas Schönheiten

Platja de Tortuga: Halbmondförmiger

Strand mit flachen,

1

schwarzen Kieselsteinen. Da das

Wasser sehr klar ist, könnten sich

dort Schildkröten wohlfühlen.

Gesichtet wurden leider keine. In

Richtung Norden tut sich ein schöner

Blick auf den schwarz-weißen

Leuchtturm vom Cap Favàritx auf.

Bassa de Morella: Diese

2

Ausläufer der Feuchtgebiete

der Albufera wurden 2003 zum

Naturreservat erklärt. Gespeist

werden die Süßwasser-Teiche von

zwei Bächen und Regenwasser, das

sich hier auf dem wasserundurchlässigen

Schieferuntergrund sam-

melt. Blässhuhn und Zwergtaucher

sind hier neben vielen anderen

Wandervögeln heimisch. Die

Teiche bieten der Europäischen

Sumpfschildkröte und anderen

speziellen Amphibien Unterschlupf.

Tamariskenwälder,

Binsen und Schilfrohr säumen

die Ufer. Auf gleicher Höhe links

davon am Meer liegt auch die

Arenal de Morella: Wie der

3

Name ankündigt: ein langer

unberührter Strand mit dunklem

Sand, eingebettet in grüne Hügel.

Cala Cavaller: Eine kleine

4

Bucht mit einem felsigen

Plateau zum Sonnenbaden. Hier

schwenkt der Weg über die Pferdekoppel

ins Landesinnere.

Cala Tamarells: Als Strand

5

bei FKK-Anhängern beliebt –

wie etliche andere der kleinen

Buchten. Feiner goldfarbener

Sand lädt zum Faulenzen ein.

Von hier aus Blick auf den

Torre de Rambla: Ein alter

6

Wachturm, wie sie die Briten

im 18. und 19. Jahrhundert an der

Küste entlang bauten, um ihre

Herrschaft auf Menorca zu sichern.

Die Insel war für die Briten ein

strategisch wichtiger Militär- und

ein florierender Handelsstützpunkt

im Mittelmeerraum. Auf diesen

zylindrischen, aus Naturstein

erstellten Türmen konnten auf dem

Flachdach Feuerzeichen entzündet

werden. Mindestens zu zwei weiteren

Türmen bestand Sichtkontakt,

um eine Signalkette zu starten.

Naturpark Albufera des Grau:

7

Erste Information am Empfangszentrum

Rodríguez Femenias,

geführter Rundweg über ca. zwei

Stunden über Holzstege und ausgeschilderte

Pfade. Je nach Jahreszeit

große Population von Wat- und

Raubvögeln, aber auch Enten aller

Arten sowie Bläss- und Teichhuhn.

Kinderstube der Aale, die von hier

aus in alle Welt ziehen.

Etappenprofil

1 2 3 4 5 6 7

Menorca entdecken

und probieren

Schlemmen und schlummern:

Audax Spa und Wellness Hotel,

direkte Strandnähe am Camí de Cavalls,

C/Serpentona, 07750 Cala Galdana,

Tel.: 0034/971/154646, www.artiemhotels.com

Hostal Fornells, Gäste haus

nahe am Hafen von Fornells, mit

Terrasse und Pool, Calle Mayor,

07748 Fornells, Tel.: 0034/971/376676,

www.hostalfornells.com Bar Restaurant

Binimel-La, einzige Strandbar

in der Gegend, geöffnet von Mai bis

Oktober, Platja de Binimel-La, Es

Mercadal, Tel.: 0034/971/359275

Restaurant Es Plá am Hafen von Fornells,

Fischspezialitäten, Pasaje Es Plá,

07748 Fornells, Tel.: 0034/971/376655

Caldereta de Langosto in Fornells,

guter Langustentopf, Buchung lange im

voraus empfiehlt sich, Es Cranc, Calle

Escoles 31, Fornells, nahe der Kirche,

Tel.: 0034/971/376442 La Minerva, gehobenes

Fischrestaurant am Hafen von

Mahón, Muelle Moll de Llevant 87–92,

07701 Mahón, Tel.: 0034/971/351995,

www.restaurantelaminerva.com Restaurant

Ses Voltes in Ciutadella, Josep

Maria Quadrado 16–22, 07760 Citadella,

Tel.: 0034/971/381498 Es Molí des

Racó, authentische Küche, Major 53, Es

Mercadal, Tel.: 0034/971/375392 Bar

Restaurant Tamarindos, geöffnet von

Mai bis 12. Oktober, typisch menorquinische

Speisen, Pas D’es Tamarells 14, Tel.:

0034/971/359420, Es Grau, restaurantetamarindos.co.cc

Spektakuläre Bar in

den Felsen Cova D’en Xoroi, Cala en

Porter, Tel.: 0034/971/377236, www.

covadenxoroi.com

Ansehen und besichtigen: San

Joan – das Fest der Feste, Volksfest zu

Ehren des Schutzpatrons von Ciutadella

im Juni am Namenstag des heiligen

Johannes, Reiterumzug mit Wettkämpfen

und Schaureiten der menorquinischen

Pferde, typisches Getränk:

Pomada (Gin aus den Wacholderbeeren

der Insel, gemischt mit Limonade) –

sehr süffig, aber in der Hitze nicht zu

unterschätzen

Talaiots und Taulas, die Rätsel der

megalithischen Bauwerke aus der Bronzezeit.

www.menorcamonumental.org

Literatur-Tipp: „Camí de Cavalls,

20 Routen zur Erkundung Menorcas“,

Fundació Destí Menorca. ISBN: 978-84-

612-0265-2, 21 Euro. „Menorca. Camí

de Cavalls“ – GR 223. Karten und

Informationen in deutscher Sprache,

12 Euro, ISBN: 978-84-809-0422-3,

www.editorialalpina.com

72

Spezial|16


Südeuropa

Gran Canaria

Miniaturkontinent

Gran Canaria ist nach Teneriffa

und Fuerteventura die drittgrößte

der Kanarischen Inseln, zu denen

weitere sechs Nebeninseln gehören.

Klimatisch und geografisch

ist die Insel sehr abwechslungsreich,

und entsprechend vielfältig

sind Flora und Fauna. Daher

hat sie auch die Bezeichnung

„Miniatur kontinent“.

Typ: Hin- und Zurück-Wanderung,

je nach Variante auch teilweise

ein Rundweg

Länge: ca. 4 Kilometer

Dauer: ca. 1 Stunde

Schwierigkeitsgrad: einfach

Höchster Punkt: 1.743 Meter

Steigung/Gefälle: 100 Meter

Start/Ziel: Parkplatz La Goleta

Beste Wanderzeit: ganzjährig

Wegequalität: festes Schuhwerk

erforderlich

Rund um den Roque Nublo

Wanderung mit Aussicht

Die Besteigung des Roque Nublo ist mit der ganzen Familie möglich: Trotz der Höhe stellt die Route keine außergewöhnlichen

Ansprüche an Kondition, technisches Können oder Schwindelfreiheit. Für die etwa einstündige Tour braucht

niemand einen langen Atem, dafür aber gute Augen: Das tolle Panorama lädt vielerorts zu längerem Verweilen ein.

Text: M .Huber

Los geht’s am Parkplatz La Goleta,

der über die Straße GC 600 angefahren

wird. Der gut ausgebaute

Wanderweg führt zunächst

leicht ansteigend durch offenes

Buschgelände, um nach wenigen

Minuten in ein kleines Kiefernwäldchen

hineinzutauchen. Dort

Snack und Pause

Auf der Wanderung selbst gibt

es keine Einkehrmöglichkeiten.

Ein Kiosk am Parkplatz verkauft

aber leckere landwirtschaftliche

Erzeugnisse von der Insel wie zum

Beispiel Honig, Wurst- und Käsespezialitäten.

Wer es rustikal mag,

kann wie die „canarios“ einfach

kurz vor dem Parkplatz im Wald

an der Straße picknicken.

geht’s an der Weggabelung weiter

nach links und munter den Berg

hinauf. Bald bietet der Fels „El

Fraile“ 1 einen Anlass zur Pause,

um den Anblick zu genießen. Dann

wird das Gelände felsiger, jedoch

ohne problematisch zu sein. Der

Bergsattel „Las Palomas“ 2 ist die

letzte Station vor dem Hochplateau,

auf dem der Gipfelfelsen des

Roque Nublo 80 Meter in die Höhe

ragt. Um den Wanderern den Aufstieg

zum Plateau zu erleichtern,

wurde eine Treppe in den Fels

gebaut. Gut festhalten sollte man

sich schon, da die Steinplatten

schon viele Füße getragen haben

und daher recht glatt sind.

Nach einer Stunde und einigen

Pausen ist der Höhepunkt der

Tour erreicht: das Hochplateau

des Roque Nublo 3 . Es ist sehr

eben und breit und daher auch

für nicht ganz schwindelfreie

Wanderer kein Problem. Auf dem

Weg zum Gipfelfelsen bedarf es

leichten Kletterns über ein paar

Felsblöcke – und schon ist der

Aufstieg in maximal einer Stunde

gemütlich geschafft.

Für den Abstieg bieten sich

zwei Alternativen: Entweder

man wählt den gleichen Weg

zurück, oder man entscheidet

sich für eine Variante, die auf

einem zunächst etwas weniger

offensichtlichen Pfad nach Süden

führt. Wir gehen diesen etwas abschüssigen

Pfad hinunter, bis sich

uns ein Weg eröffnet. Dieser führt

rechtsherum um den Gipfel, bis

wir wieder die Gabelung mit dem

Weg erreichen, der uns auf den

Gipfel hinaufgeführt hat. Von dort

erreichen wir dann in wenigen

Gehminuten den Parkplatz von

La Goleta.

Ein Tipp für eine weitere

Wanderung:

Als Zusatzprogramm für alle,

die mehr Zeit mitbringen oder

sich noch an einem zweiten Tag

mit dem Roque Nublo messen

möchten, bietet sich eine deutlich

längere Runde um den Berg an,

für die allerdings vier zusätzliche

Stunden eingeplant werden

sollten. Außerdem muss der Wanderer

mehr Höhenmeter in Kauf

nehmen, da er auf 1.250 Meter

absteigt und wieder auf knapp

1.600 Meter Höhe am Parkplatz

hinauf muss.

Spezial|16

73


Südeuropa

Gran Canaria

Anreisen und orientieren

Anreisen: Für Individualreisen von Deutschland aus ist die Inselhauptstadt

Las Palmas (LPA) von fast allen deutschen Großstädten sowie Lippstadt

und Friedrichshafen zum Beispiel mit Condor erreichbar. Noch günstiger

geht’s mit Ryanair: Direktflüge nach Las Palmas sind zu haben ab Bremen,

Cochstedt, Weeze, Eindhoven (Niederlande), Frankfurt-Hahn und Baden-

Baden. Andere Airlines bieten Verbindungen mit Umsteigen an: zum

Beispiel in London-Stanstead, Porto, Pisa oder Madrid.

Von Las Palmas nach La Goleta führt die Straße GC 600.

Reisezeit: Auf den Kanaren kann zwölf Monate im Jahr gewandert

und gebadet werden. Für Blumenliebhaber ist vielleicht der März der

interessanteste Monat.

Orientieren: Kompass Wanderkarte Nr. 237, Maßstab 1: 50.000, ISBN

3854911149, Preis: 8,95 Euro.

Wandern

durch das

Reich

der Vulkane

Erdgeschichtlich betrachtet, ist

Gran Canaria mit geschätzten

20 Millionen Jahren ein junges

Mädchen. Die letzte vulkanische

Tätigkeit soll erst 3.000 Jahre zurückliegen

und hat das landschaftliche

Bild geprägt: Einsturzkrater,

sogenannte „calderas“, durchfurchen

das Inland der kanarischen

Insel. Die bizarren Felsen sind

eigentlich aus Lava, die in den

Vulkanschloten stehen geblieben

und erkaltet ist.

Tourenhöhepunkte Roque Nublo

Wolkenfels, Frosch & Mönch

El Fraile: Die Basaltsäule hat

1

bei genauerem Hinsehen

Ähnlichkeit mit einer knieenden

Gestalt. „Der Mönch“ ist neben

dem Roque Nublo der markanteste

Felsen der Insel und lädt zu

vielen Fotos ein.

Las Palomas: ein Bergsattel

2

auf halber Strecke, der

bereits herrliche Ausblicke auf

die Bergwelt rund um den Roque

Nublo gewährt.

Roque Nublo: Der majestätische

Felsen beherrscht

3

das Hochland Gran Canarias mit

seinem 80 Meter spitz emporragenden

Gipfelfelsen und bietet die

schönsten Panoramen der Insel. Es

empfiehlt sich übrigens nicht, den

Felsen direkt an seinem Fuß zu

umrunden. Diese Tour erfordert

ein hohes Maß an Trittsicherheit

und Schwindelfreiheit. Von möglichen

Steinschlägen abgesehen,

eröffnet die waghalsige Kletterund

Rutschpartie keine nennenswerten

neuen landschaftlichen

Eindrücke.

Der Roque Nublo (übersetzt:

Wolkenfels), ein altkanarischer

Kultberg, ist mit 1.803 Metern der

zweithöchste Berg der Insel Gran

Canaria. Die 60 Meter hohe Spitze

besteht aus Basaltgestein. Der

niedrigere Felsen daneben, Rana,

der Frosch, scheint in ehrfurchtsvoller

Haltung vor dem Roque

Nublo erstarrt zu sein.

30

25

20

15

10

5

Klimatabelle: Wind

macht’s erträglich

Niederschläge sind selten auf Gran

Canaria, aber dennoch gibt es in

den Wintermonaten im Norden

sowie im Inland Regentage. Der

Süden ist sehr trocken. Selbst im

Hochsommer ist es nicht drückend

heiß. Einem ständig wehenden

Wind ist dies zu verdanken. Das

ganze Jahr über herrschen Temperaturen

von 21 bis 27 Grad Celsius.

Nachts wird es maximal um

4 Grad kälter als tagsüber.

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Durchschnittstemperatur

Regentage im Monat

Etappenprofil

1

2 3

¡Viva España!

¡Felices sueños!* Informationen

zu Übernachtungsmöglichkeiten

finden Sie im Internet unter www.

grancanariafincas.com, dem Info-

Portal von Gran Canaria Natural.

Gran Canaria, Patronato de Turismo de

Gran Canaria, www.grancanaria.com

¡Buen provecho!** Das beste Eis

der Insel (und der ganzen Welt) gibt es

unseres Wissens in der italienischen

Eisdiele am Strand von Puerto de

Mogán. Die Konditorei in Tejeda in der

Mitte der Insel sollten Sie besuchen.

Tolle Fischrestaurants gibt es in

Puerto de las Nieves im Nord westen

(von wo die Express-Schiffe nach Teneriffa

ablegen). Diese Restaurants sollten

werktags aufgesucht werden, da sie an

Wochenende ein beliebtes Ausflugziel

der Hauptstädter aus Las Palmas sind.

¡Disfrute de la isla!*** Geführte

Wanderungen: Discovery Gran

Canaria, Tel.: +34/(0)699/124985,

www.discoverygrancanaria.com.

Nortetrek, Tel.: +34/(0)636/578586,

www.nortetrekgrancanaria.com

Jardín Canario: Vielleicht der

schönste botanische Park auf dem

Eiland unweit von Tafira. Mundo

Aborigen: Ein Freilichtmuseum bei

Playa del Inglés, das sich mit dem

Leben der kanarischen Ureinwohner

befasst. Golf: Innerhalb kurzer

Distanzen gibt es acht unterschiedliche

Golfplätze. Jeder ganz anders, aber alle

nah beisammen. Handwerkskunst:

Auf Gran Canaria ist ein Besuch im

Töpferzentrum Centro Locero und im

Ecomuseum Casa-Alfar Panchito sehr

interessant. Beide befinden sich im

Viertel La Atalaya von Santa Brígida.

Auf Gran Canaria befindet sich das

prächtigste kulturelle und künstlerische

Gefüge des Archipels. Besonders

die Fund stellen mit Felsmalereien

in verschiedenen Höhlen sind

sehenswert, beispielsweise die Cueva

Pintada in Gáldar, die mit geometrischen

Motiven dekoriert wurde.

Mandelblütenfest: Zwischen Januar

und März verwandeln die Blüten des

Mandelbaumes Gran Canaria in ein

rosarotes und weißes Farbenmeer. Dies

feiern die Einwohner Gran Canarias

gebührend mit dem Mandelblütenfest

„Fiesta del Almendro en Flor“. Dieses

wird am größten in den Städten Tejeda

und Valsequillo gefeiert und zieht

jährlich unzählige Gäste an.

* Träumen Sie schön!

** Guten Appetit!

*** Genießen Sie die Insel!

74

Spezial|16


DAS REISEFREUNDLICHE

TOOL-ARMBAND

Ultimativer Tragekomfort und moderner

Stil. Das Leatherman® Tread mit 29 Werkzeugen

begleitet dich überall mit hin.

Krempel die Ärmel hoch und sei für jede

Situation gewappnet.

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Stadtwanderungen

Stadt

76

Spezial|16

© AleksandarNakic/istockphoto.com


wanderungen


Stadtwanderungen

Darf‘s ein bisschen

mehr sein?

Wer schon mal zu Fuß die Sehenswürdigkeiten einer Stadt abgeklappert hat, der weiß: Auch in

der Stadt kann man wandern! wanderlust verlässt auch hier regelmäßig die ausgetretenen Pfade

und bietet Ihnen Vorschläge für Stadtwanderungen, die nicht in jedem Reiseführer stehen. Oder

sind Sie schon mal auf den Spuren von Krimiautorin Donna Leon durch Venedig spaziert oder

haben Tulpen in Amsterdam gesucht?

78

Unser Rundgang führt durch die Amsterdamer Altstadt,

vor allem an die Orte, die während des berühmten

„Tulpenrauschs“ das Amsterdamer Leben

prägten. Bei einem Rundgang durch Brüssel widmen wir uns

dem EU-Viertel, in dem Europa organisiert wird. Moderne

Boulevards, historische Plätze und erholsame Grünflächen

machen das Viertel sehr vielfältig und abwechslungsreich!

Gotik und Modernisme – das sind

die beiden Architekturströmungen,

die die Alstadt Barcelonas am

stärksten geprägt haben. Kleine,

beschauliche Gassen wechseln sich

ab mit großen Flaniermeilen und

eindrucksvollen Plätzen. Dazwischen

fantastische, märchenhafte

Werke des Künstlers Antoni Gaudí.

Kopenhagen ist die südlichste Hauptstadt

Skandinaviens. Das bezieht sich

nicht nur auf die geografische Lage,

sondern auch auf das Lebensgefühl. Besonders an schönen

Sonnentagen widerspricht die Stadt dem Klischee vom

„kühlen Norden“.

In Wien zeigen wir, dass Stadtwandern auch etwas mit Natur

zu tun haben kann. Die Ringstraße ist der Prachtboulevard

in Wien. Die ehemalige Donau-Monarchie hat sich hier

architektonisch verewigt. Die Weite und Großzügigkeit lassen

dabei viel Raum für grüne Oasen mitten im Stadtzentrum.

Und in der finnischen Hauptstadt Helsinki begeben wir

uns auf Ufer-Tour: Weg vom hektischen Treiben am Hafen,

den Touristen-Vierteln oder der Shopping-Meile Esplanade

Spezial|16

entführt wanderlust Sie in das grüne Herz Helsinkis rund

um die Töölönlahti-Bucht. Hier können Sie durchatmen!

Gleich drei Seen, dazu Moore und natürlich ebenfalls Berge,

Täler & Co. bietet die Region rund um Bichlach in den Kitzbüheler

Alpen. Die unterschiedliche Landschaften machen

die Tour vor allem im Winter sehr reizvoll. Besonders

beeindruckend: die Aussicht auf die

Kitzbüheler Berge. Und wer beim

Stichwort Kitzbühel an die vielen

bekannten und weniger bekannten

Promis denkt, die der Ort regelmäßig

anzieht, für den haben wir unseren

Tourentipp extra am Restaurant

Steuerberg entlang geplant, das über

eine relativ hohe Promi-Dichte verfügt.

Kein Wunder: Hoch über dem

Ort Kitzbühel gelegen, bietet das urige

Gasthaus ganzjährig drinnen und

draußen insgesamt 160 Gästen Platz.

Der Klassiker im Winter: Käse-Fondue!

In Zürich entdecken wir den neuen „Wilden Westen“. In

der Schweiz? Glauben Sie nicht? Dann haben Sie noch

nichts vom Prime Tower, dem Schiffbau, dem Freitag-

Areal oder dem Eisenbahn-Viadukt gehört. Historische

Bauten verschmelzen mit modernen Boulevards.

Und auf einer New-York-Tour hangeln wir uns über drei

Hängebrücken, die seit gut einem Jahrhundert die Stadtteile

Brooklyn und Manhattan verbinden. Jede Brücke hat

ihr eigenes Leben mit bestimmtem Charme, und der Weg

führt durch interessante neue Wohn- und Szeneviertel.

© maximmmmum /istockphoto.com


Stadtwanderungen

Venedig

Venezia zu Fuß

Die Inselstadt Venedig ist nicht nur

Weltkulturstadt, sondern auch eine

Kunst- und Karnevals-Hochburg.

Am besten ist der Zauber der Stadt

zu Fuß oder aber ganz klassisch

mit der Gondel zu erleben. Venedig

erstreckt sich auf über 100 Inseln,

durchzogen von fast 200 Kanälen

und verbunden durch mehr als

400 Brücken.

Typ: Streckenwanderung

Länge: 5 Kilometer

Dauer: ca. 4 Stunden

Schwierigkeitsgrad: leicht

Steigung/Gefälle: gleich null

Höchster Punkt: 2 Meter (Rialto-

Brücke)

Beste Wanderzeit: Herbst und

Frühjahr

Start: Campo San Luca

Ziel: Markusplatz

Wegequalität: gut

Über Brücken und Plätze

Venedig jenseits vom Markusplatz

Text: N. Kellner

Die Wanderung auf den Spuren von Krimiautorin Donna

Leon und ihrem Romanhelden Commissario Brunetti führt

durch ein (fast) touristenfreies Venedig und an Orte, die in

keinem Reiseführer stehen.

Der Auftakt ist ganz „all’italiana“:

Man beginnt den Tag mit einem

Cappuccino und einem frisch gebackenen

„cornetto“ in der Bar „Rosa

Salva“ am Campo San Luca 1 , der

sich auf halber Höhe zwischen dem

Markusplatz und der Rialto-Brücke

befindet. Von hier geht es weiter

über den Campo San Bartolomeo,

die Salizzada San Giovanni Girolamo

und die breite Strada Nova 2 bis

zum Rio Terra San Leonardo, der so

heißt, weil hier früher einmal ein

Kanal entlangfloss, der zugeschüttet

wurde und nun als zentraler Marktplatz

des hübschen Stadtteils Cannaregio

dient. Der Campo mündet im

Westen am Canale di Cannaregio

beim Ponte Giuglie. Man überquert

die Brücke nicht, sondern biegt

rechts in die Fondamenta Pescaria

ab, die direkt am Kanal entlangführt

und von zahlreichen Cafés mit

Terrassen gesäumt ist. Gleich hinter

der Bar „Pontini“ führt ein unscheinbarer

Durchgang (Sottoportego

del Ghetto Vecchio) ins ehemalige

jüdische Ghetto 3 . Geradeaus

weiter geht eine Brücke über den

malerischen Rio della Misericordia

zur Fondamenta degli Ormesini.

Man biegt nach rechts ein, läuft

ein paar Minuten das Kanalufer

entlang und kommt auto matisch in

die Fondamenta della Misericordia

4 . Gleich nachdem links der Calle

del Zoccolo abgeht, führt rechts

eine Brücke über den Kanal und in

die Calle Zancana. An dessen Ende

biegt man links in die Via Vittorio

Emanuele und geht weiter bis zur

Strada Nova. Auf der Höhe von

Palazzo Foscari gibt es eine Gondel-

Verbindung über den Canal Grande.

Das Übersetzen kostet 50 Cent und

endet direkt beim Fischmarkt von

Rialto 5 . Geradeaus führt die Calle

Beccarie zum Campo Beccarie und

links in die Ruga degli Speziali.

Über die Ruga Vecchia San Giovanni

erreicht man Campo San Silvestro,

und von dort führt ein Zickzack-

Kurs durch kleine Gassen bis zum

sehr schönen und weitläufigen

Campo San Polo 6 . Gleich neben

der Kirche geht die Salizzada San

Polo vorbei, man folgt den Schildern

„Traghetto“ und kommt auf der

Höhe des Bootsanlegers San Tomà

zurück an den Canal Grande. Man

nimmt den nächsten Vaporetto in

Richtung Lido und steigt an der

Haltestelle „San Zaccaria“ aus. Von

hier geht man linkerhand die Riva

degli Schiavoni entlang, überquert

die berühmte Seufzerbrücke und

biegt bei Dogenpalast rechts auf

den Markusplatz 7 ein. Die Einkehr

ins dort gelegene berühmte „Caffè

Florian“ ist eine Sünde bzw. einen

sündhaft teuren Cappuccino zum

Abschluss wert.

Alternativ (ohne Vaporetto) ab

Campo San Polo:

Es geht an der Salizzada San Polo

vorbei, die über den Kanal Rio San

Polo zum Campo San Tomà, die

Calle Lunga Foscari und den Campo

San Barnabà zur Accademia-Brücke

führt. Man überquert die Holzbrücke

und geht geradeaus zum Campo

Santo Stefano. Dann rechterhand

durch die Calle degli Spezier, über

den Campo San Maurizo und den

Campo Santa Maria del Giglio bis

zur Calle Larga 22 Marzo. Immer

geradeaus über den Campo San

Moisè und die Salizzada San Moisè

erreicht man den Markusplatz. Nach

dieser Wanderung hat man sich eine

Stärkung im historischen „Caffè

Florian“ verdient.

Spezial|16

79


Stadtwanderungen

Venedig

Anreisen und orientieren

Anreisen: Mit dem Flugzeug: Air Dolomiti/Lufthansa fliegt fünf Mal täglich

von allen deutschen Flughäfen über München nach Venedig.

Buchungen: Tel.: 089/29094141 oder www.airdolomiti.de

Mit dem Auto: Je nachdem, aus welcher Ecke Deutschlands man anreist, fährt

man über die Schweiz und Mailand oder über den Brenner und Verona bis

zum Piazzale Roma in Venedig. Dort stehen zwei große Parkhäuser.

Mit der Bahn: Die Züge gehen in der Regel über Mailand ins Zentrum der

Stadt. Am Bahnhof Santa Lucia kann man gleich einen Vaporetto besteigen.

Orientieren: „Ein perfektes Wochenende in Venedig“, mit ausgesuchten und

originellen Empfehlungen, Verlag Süddeutsche Zeitung, ISBN: 9783866154957,

oder über: www.smart-travelling.net, 9,90 Euro.

Marco Polo bietet seine klassischen, nützlichen und aktuellen Tipps auch

online unter www.marcopolo.de

Tourhöhepunkte

Geheimtipps & Altbewährtes

Campo San Luca: Typischer

1

kleiner Platz zwischen engen

Gassen und Gebäuden mit orientalisch

geschwungenen Fenstern.

Fliegende Händler bauen hier ihre

Verkaufsstände auf. An einer Ecke

liegt die Bar „Rosa Salva“, die fast nur

von Einheimischen besucht wird.

Strada Nova: Die Hauptachse

2

im Stadtteil Cannaregio ist ein

breiter Durchbruch, der den Campo

Santi Apostoli mit dem Campo

Santa Fosca verbindet.

Ghetto: Das jüdische Ghetto

3

im Nordosten der Lagunenstadt

wurde 1516 von der Stadtverwaltung

eingerichtet und wurde

mit Toren abgeschlossen. Die hohen

Gebäude sollten möglichst viele Bewohner

aufnehmen. Erst 1797 ließ

Napoleon die Gatter zum komplett

überfüllten Stadtteil niederreißen.

Fondamenta della Misericordia:

Wer das Venedig

4

der Venezianer erleben möchte,

geht in den Stadtteil Cannaregio.

Am Abend sitzt man dort vor

einem der vielen Lokale an der

Fondamenta della Misericordia.

Als Hot Spots gelten „Timon“ und

„Paradiso Perduto“.

Rialto-Markt: Die bekannteste

5

Brücke Venedigs führt zum

wohl schönsten Fischmarkt Italiens.

Campo San Polo: Der zweitgrößte

Platz Venedigs wird

6

in den Sommermonaten auch als

Location für Open-Air-Kino genutzt.

Ende des 15. Jahrhunderts hielten

Florentiner Händler hier erstmals

einen maskierten Karneval ab und

begründeten damit den traditionellen

Straßenhandel von Masken und

Kostümen.

Markusplatz: Der bekannteste

Platz der Inselstadt mit

7

Markuskirche, dem imposanten

Dogenpalast und den beiden wohl

teuersten Cafés Venedigs, „Florian“

und „Quadri“. Er wird bei Hochwasser

regelmäßig überflutet.

30

25

20

15

10

5

Klimatabelle:

Venedig

In der Lagunenstadt herrscht

gemäßigt mediterranes Klima.

Trotzdem können die Temperaturen

nachts um bis zu 10 Grad

abkühlen. Im Sommer liegen sie

kaum über 30 Grad, im Winter

auch mal an der Frostgrenze.

Regen gibt es das ganze Jahr über.

Bei Überflutungsgefahr warnen

Sirenen, und es kann passsieren,

dass der Markusplatz nur mit

Gummistiefeln zu begehen ist.

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Durchschnittstemperatur

Regentage im Monat

Etappenprofil

1 2 3 4 5 6 7

Entdecken und

erleben in Venedig

Schlemmen und schlummern:

Oltre il Giardino, nettes Garten hotel,

Fondamenta Contarini, San Polo

2542, Tel.: +39/(0)412750015,

www.oltreilgiardino-venezia.com

Stadthotel Ca’ Gottardi, Cannaregio

2283, Tel.: +39/(0)412759333,

www.cagottardi.com Ristrorante

Anice Stellato, Fondamenta della

Sensa, Cannaregio 3272, Tel.: +39/

(0)41720744 Pizzeria Due Colonne,

Campo S. Agostin, San Polo 2343, Tel.:

+39/(0)41717338 Osteria da Fiore,

Calle del Scaleter, San Polo 2202, Tel.:

+39/(0)41721308 Trattoria Corte

Sconta, Calle del Pestrin, Castello

3886, Tel.: +39/(0)415227024

Spacca Napoli, Rio Terra San

Leonardo, Cannaregio 1518, Tel.:

+39/(0)41716170 Hostaria alla

Fontana, Fondamenta Pescaria,

Cannaregio 1102, Tel.: +39/041715077

Pontini, gemütliche Bar, Fondamenta

Pescaria, Cannaregio 1268, Tel.:

+39/041714123 All’Arco, Wein und

Häppchen, Sottoportico dei do Mori,

San Polo 421 Caffè Florian, traditionell

und teuer, Piazza San Marco 57,

Tel.: +39/(0)415205641

Bar Rosa Salva, Campo San Luca,

San Marco 951 oder Campo dei Santi

Giovanni e Paolo, 6779 Castello

Kultur und Natur:

Museum Punta della Dogana,

Dorsoduro 2, www.palazzograssi.it

Museum Palazzo Grassi, Campo

San Samuele, www.palazzograssi.it

Museum Collezione Peggy Guggenheim,

Palazzo Venier die Leoni,

Dorsoduro 701, www.guggenheimvenice.it

54. Biennale di Venezia,

noch bis Ende November, Giardini

und Arsenale, www.labiennale.org

Gondeln: Die erste weibliche

Gondoliera ist eine Deutsche: Alex

Hai bietet maßgeschneiderte Touren,

eine Stunde kostet 150 Euro, Buchen

unter primagondoliera@gmail.com

Gärten: Der „Wigwam Club Giardini

Storici Venezia“ organisiert geführte

Spaziergänge durch venezianische

Gärten. Tel.: +39/(0)388/4593091,

www.giardini-venezia.it

Informieren und fragen:

APT S. Marco 71/f, täglich von 9 bis

15.30 Uhr APT Venice Pavillion,

San Marco, täglich von 12 bis 18 Uhr

APT Piazzale Roma Garage ASM,

täglich von 9.30 bis 16.30 Uhr,

Tel.: +39/(0)415298711,

www.turismovenezia.it

80

Spezial|16


Stadtwanderungen

Brüssel

Im Zentrum

Europas

Typ: Rundwanderweg

Länge: 5,3 Kilometer

Dauer: ca. 2 Stunden

Höhenunterschied: 40 Meter

Höchster Punkt: 90 Meter

Niedrigster Punkt: 50 Meter

Beste Wanderzeit: ganzjährig

Start und Ziel: Place du Luxembourg

Wegqualität: fest, asphaltiert

Eine Runde mit zwei Schlössern

Durch das europäische Viertel

Der Rundgang führt durch das EU-Viertel, in dem Europa organisiert wird. Moderne Boulevards, historische

Plätze und erholsame Grünflächen machen das Viertel sehr vielfältig und abwechslungsreich.

Text: E. Neitz, Foto: E. Neitz, P. Remy

Los geht es am Place du

Luxembourg 1 . Es ist noch

immer ein historischer Platz,

aber vom alten Bahnhof Gare

du Luxembourg sehen wir nur

noch die Fassade. Wir gehen an

dem alten Bahnhof vorbei und

befinden uns direkt vor den

wichtigsten neueren

Das Alterio-Spinelli-Haus im politischen

Zentrum des EU-Viertels.

EU-Gebäuden 2 . Geradeaus

führt der Weg zum Europäischen

Parlament 2 auf die

Rue Wiertz. Wir biegen nach

einigen Metern rechts in die

Rue Vautier, die steil bergan

führt zu den beiden Museen

Musée Antoine Wiertz und

Musée Royal d’Histoire Naturelle

de Belgique. Kurz davor

nehmen wir den Durchgang

zum Leopoldspark 3 . Mehrere

schmale Wege führen durch den

idyllischen Park. Wir durchqueren

ihn und kommen auf der

anderen Seite direkt auf die Rue

Etterbeck. Hier halten wir uns

rechts und erreichen den Place

Jourdan. Wer hier keine Pause

machen und am stadtbekannten

Frittenstand „Maison Antoine“

die besonderen Kartoffelstäbchen

kosten möchte, biegt links

in die Rue Froissant ein. Wir

folgen der Straße bis zu dem

berühmten Verkehrskreisel

Rond-Point Schuman 4 . Vor

uns steht das ebenso bekannte

EU-Gebäude „Berlaymont“,

daneben das Gebäude „Charlemagne“

und gegenüber das

mit rosa Granit verkleidete

Justus-Lipsius-Haus. Von dort

geht es rechter Hand die Avenue

(auf Flämisch heißt es: Laan) J. F.

Kennedy entlang, direkt auf den

Parc du Cinquantenaire 5 zu.

Der Rundgang führt uns durch

den Park. Wir gehen einmal

den Hauptweg direkt zu dem

Gebäudekomplexes des

Palais du Cinquantenaire 6 ,

dessen beide Flügel durch

einen dreifachen Triumphbogen

verbunden sind, und nehmen

dann den Seitenweg zurück, der

auch durch den Park führt, an

der Grande Mosquée vorbei zur

Flohmarkt am

Place Sablon

Jedes Wochenende (samstags

9 bis 18 Uhr, sonntags 9 bis 14

Uhr) ist auf einem der schönsten

Plätze Brüssels ein kleiner

Antiquitätenmarkt. Wer auf

Schnäppchen aus ist, sollte gleich

morgens zum Markt gehen und

erst danach in einem der schönen

Straßencafés am Platz frühstücken,

dazu am Champagnerglas

nippen und sich über die

er standene Antiquität freuen.

Spezial|16 81


Stadtwanderungen

Brüssel

Anreisen und orientieren

Mit der Bahn: Am schnellsten geht es über Köln–Aachen–Brüssel. Von Köln

fährt auch der Hochgeschwindigkeitszug Thalys.

Mit dem Auto: Von Norden: über das Ruhrgebiet–Venlo–Antwerpen– Brüssel.

Von Osten: Köln–Aachen–Brüssel. Von Süden: Saarbrücken–Luxemburg–

Namur–Brüssel.

Mit dem Flugzeug: Die deutsche Lufthansa fliegt von fünf deutschen Flughäfen

direkt nach Brüssel.

Orientieren: In Deutschland: Belgien Tourismus, Cäcilienstraße 46, Köln, Tel.:

0221/27590, www.belgien-tourismus.de. In Brüssel: BIP, Brussels Info Place,

Rue Royale 2–4, Tel.: 0032/(0)2563/6399, www.biponline.be

„Brüssel, Baedeker Allianz Reiseführer“, Karl Baedeker Verlag 2010, 17,95 Euro.

„Brüssel, multikulturell und kosmopolitisch“, Jörn Sackermann, Joseph

Lehnen, Grenz-Echo Verlag 2010, 42 Euro. Stadtpläne über Belgien Tourismus:

Cäcilienstraße 46, Köln, Tel.: 0221/27590, www.belgien-tourismus.de

Avenue de Cortenbergh, die wir

anschließend überqueren. Bei

nächster Gelegenheit biegen wir

in eine der schmalen Straßen

rechts ab. Diese laufen wir entlang

bis zum Square Ambiorix

7 . Wir durchqueren die kleine

Parkanlage an diesem Square,

den junge Familien ebenso gerne

nutzen wie alte Männer, die auf

den Bänken sitzen und Karten

spielen. Auf der gegenüberliegenden

Seite geht es links weiter

zur Avenue Palmerston 8 und

zu den vornehmen Jugendstilhäusern.

Die Avenue führt zum

Square Marie-Louise. Diese kleine

Parkanlage liegt etwas schöner

als die am Square Ambiorix,

weil sie von großen, alten Bäumen

umgeben ist und einen idyllischen

Weiher hat. Der Square

stößt mit seiner Längsseite an

die Avenue (Laan) Livingstone,

die wir geradeaus weitergehen,

unter der U-Bahn-Unterführung

Maelbeek hindurch, bergan zur

Rue Belliard. Dort angekommen,

sind die EU-Wolkenkratzer

wieder präsent. Bei der nächsten

Fußgängerampel überqueren wir

die stark befahrene mehrspurige

Straße. Der breite Fußgängerweg

führt an weiteren EU-Gebäuden

vorbei zum Place du Luxembourg,

unserem Ausgangspunkt.

Tourenhöhepunkte

Europa in Brüssel – das EU-Viertel

1

Place du Luxembourg:

Alte Häuser aus der Gründerzeit,

die Statue von John Cockerill,

dem Gründer der belgischen Stahlindustrie,

in der Platzmitte und die

Fassade des ehemaligen Gare du

Luxembourg hat den Charme eines

schönen historischen Treffpunkts

der Bourgeoisie.

EU-Gebäude und

2

Europäisches Parlament:

Die Glaspaläste sind nach den

Gründungs vätern Europas, Altiero

Spinelli (1907–1986) und Paul-Henri

Spaak (1899–1972), benannt.

Leopoldspark: Der 1852

3

angelegte Park war zuerst

als Zoologischer Garten gedacht,

wurde aber ab 1893 mit Instituten

der Universität bebaut und ist nun

eine schöne Grünanlage zwischen

den beiden EU-Arealen.

Rond-Point Schuman: Von

dem bekannten Verkehrskreisel

aus ist der Blick auf die

Rue de la Loi mit den EU-Gebäuden

„Berlaymont“, „Charlemagne“ und

„Justus Lipsius“ sehenswert. In

anderer Richtung sieht man das

Palais du Cinquantenaire.

Parc du Cinquantenaire:

5

Der Park entstand auf

einem ehemaligen Exerzierplatz.

Über das Parkgelände sind einige

Skulpturen verteilt. Ein tempelartiger

Pavillon mit der aufreizenden

Bezeichnung „Passions Humaines“

(Menschliche Leidenschaften), den

der berühmte Architekt Victor

Horta entworfen hat, steht in der

Nähe der Grande Mosquée.

Palais du Cinquantenaire

6

und Triumphbogen: Der

Bau der Anlage wurde erst 1930

Etappenprofil

1 2 3 4 5 6 7 8

4

endgültig abgeschlossen. Die beiden

Flügel sind mit einem riesigen

Triumphbogen verbunden und

beherbergen interessante Museen.

Square Ambiorix: An

7

dem Square steht eines der

schönsten Jugendstilhäuser. Das

Haus „Saint Cyr“ wurde von dem

Horta-Schüler Gustave Stauven

konzipiert. Das nur vier Meter

schmale Haus zeigt schöne Details

wie kunstvolle rankenförmige

Verzierungen aus Eisen.

Avenue Palmerston: Das

8

Hôtel van Eetvelde erbaute

der berühmte Architekt Victor

Horta um 1895. Auftraggeber war

der damalige Generaladministrator

des Kongos zur Zeit von Leopold II.

Das andere ist bekannt unter dem

Namen Hôtel Deprez-Vandervelde,

das auch von Victor Horta stammt.

Belgien und seine

Gastlichkeit

Schlemmen und schlummern:

Brüsseler Fritten-Buden: „Frit Flagey“

am Place Flagey im Viertel Ixelles,

„Chez le Grec“ am Square des Vétérans

Coloniaux, „Maison Antoine“ am Place

Jourdan im EU-Viertel.

Restaurant Estaminet t’Kelderke,

Nähe Grand-Place,

Tel.: 0032/(0)25137344

www.restaurant-het-kelderke.be

Le Pain Quotidien, Rue A. Dan saert

16 A, Tel.: 0032/(0)2502/2361,

Chaussée de Boondael 479, Tel.: 0032/

(0)26460693, www.lepainquotidien.be

An einem langen Holztisch wird

morgens das tägliche Brot aufgetragen.

Mittags und nachmittags

gibt es leckere belegte Brote.

Comme chez Soi, bekanntes Gourmetrestaurant,

Place Rouppe 23, Tel.: 0032/

(0)2512/2921, www.commechezsoi.be

Hotel Bloom, von Studenten europäischer

Kunsthochschulen sehr

individuell gestaltet, Rue Royale

250, Tel.: 0032/(0)2220/6905,

www.hotelbloom.com The Vintage

Hotel, sympathisch eingerichtet im

Stil der 50er und 60er Jahre, schöne

Weinbar, Rue Dejoncker 45, Tel.:

0032/(0)533/9980, www.vintagehotel.be

Bed & Brussels, Tel.: 0032/

(0)26460737, www.bnb-brussels.be

Besichtigen und entdecken:

Besu cherzentrum des Europäischen

Parlaments, Rue Wiertz 60, Willy

Brandt Building, Tel.: 0032/(0)2283/

2222, www.europarl.europa.eu/parlamentarium

Palais du Cinquantenaire,

u. a. mit Autoworld Brussels (alle

wichtigen Autos der Automobilgeschichte),

den beiden Musées

Royaux d’Art et d’Histoire, die zu den

wichtigsten Kulturstätten gehören,

dem Musée Royal de l’Armée et

d’Histoire Militaire, einem der größten

Militärmuseen der Welt, und dem

Belgischen Comic- Zentrum, Rue des

Sables 20, Tel.: 0032/(0)2219/1980,

www.comiccenter.net

82

Spezial|16


Stadtwanderungen

Amsterdam

Drei Stunden im

Herzen Amsterdams

Typ: Rundwanderweg

Länge 7 Kilometer

Dauer: ca. 3 Stunden

Höhenunterschied: In Amsterdam

liegt das europäische „Normalnull“.

Wanderer, die einigermaßen gut zu

Fuß sind, werden also höchstens

marginale Steigungen oder Gefälle

wahrnehmen.

Beste Wanderzeit: ganzjährig

Start und Ziel: Bahnhof „Centraal

Station“, Stationsplein 15, 1012

AB Amsterdam (Niederlande)

Wegequalität: fest, asphaltiert.

Spazieren durch Hollands Hauptstadt

Auf den Spuren der Tulpen

Text: und Foto: E. Neitz

Der Rundgang führt durch

die Amsterdamer Altstadt,

vor allem an die Orte, die

während des berühmten

„Tulpenrauschs“ das

Amsterdamer Leben prägten.

Los geht es am Bahnhof Centraal

Station 1 .Von hier aus gehen

wir auf den südöstlichen Teil des

Grachtengürtels zu, biegen in

den Voorburgwal ein und dann

nach ca. 100 Metern rechts in den

Blauwburgwal. Bald überqueren

wir die Singelgracht, und der gemütliche

Grachtenspaziergang im

Viertel Jordaan beginnt. Der Jordaan

mit seinem dörflichen Charakter

ist nicht nur bei Touristen, sondern

auch bei den Amsterdamern

sehr beliebt. Weiter geht es bis zur

Herengracht 2 , die wir ebenso

überqueren wie anschließend die

Keizersgracht. Wir gehen weiter

über die Prinsengracht und halten

uns links. Das ist die ruhigere Seite

des Prinsengrachtufers. Denn auf

der anderen Seite ist das berühmte

Anne-Frank-Museum, das ununterbrochen

eine große Anzahl von

Besuchern anzieht. Daneben liegt

die größte protes tantische Kirche

der Niederlande, die Westerkerk 3 .

Wir erreichen das Tulip Museum,

das in einem alten Grachtenhaus

untergebracht ist, und folgen der

schmalen Straße bis zur breiten

Raadhuisstraat. Hier halten wir

uns links. Die Straße führt auf

das ehemalige Rathaus zu. An der

Kreuzung mit dem Einkaufszentrum

Magna Plaza 4 biegen wir

links ab, dann gleich wieder rechts

und kommen zum Dam, den wir

in südlicher Richtung verlassen.

Nach ca. 200 Metern geht es rechts

in die St. Lucien Straat. Hier sind

kleine verwinkelte Sträßchen, die

einen angenehmen Kontrast zu den

großen, parallel laufenden Straßen

darstellen. Wir gehen am Beginenhof

5 vorbei, überqueren den Spui

und laufen an der Singelgracht

entlang bis zum Blumenmarkt. Am

Muntplein geht es rechts in die

Vijzelgracht. In den Straßen um

die Vijzelgracht haben sich kleine

Antiquitätengeschäfte angesiedelt,

die eigentlich Trödelläden sind.

Wir biegen in einer der nächsten

Querstraßen links zur Nieuwe

Spiegelstraat ab, umrunden die

kleine Spiegelgracht und laufen

wieder zurück bis zur Herengracht.

Auf deren rechter Seite sehen wir

bald das schöne Grachtenhaus

Geelvinck Huis 6 . Wir gelangen

auf die Reguliersgracht und gehen

links auf den Rembrandtplein zu,

biegen dann rechts in die Amstelstraat,

überqueren die Amstel,

laufen am Waterlooplein entlang

und kommen zum Mr. Visserplein.

Hier geht nach links die

Jodenbreestraat ab. Nach ca. 150

Metern steht auf der linken Seite

das Rembrandthaus und -museum

7 . Wir überqueren den Graben

Oude Schans und steuern die

Zuiderkerk an. Von dort gehen wir

über die Oude Hoogstraat und die

Damstraat auf den Dam zu. Bereits

in Sichtweite ist das imposante

Gebäude der Beurs van Berlage 8 .

Wir folgen noch ein Stück dem

Damrak und sind nach kurzer Zeit

wieder am Ausgangspunkt.

Definitiv ein „Must-see“:

das Rembrandthuis (r.).

Spezial|16

83


Stadtwanderungen

Amsterdam

Anreisen und orientieren

Mit dem Flugzeug: Viele deutsche Flughäfen bieten Linienflugverbindungen

zum Amsterdamer Flughafen Schipol an.

Mit der Bahn: Direktverbindungen nach Amsterdam von Köln, Düsseldorf,

Hannover und Berlin.

Mit dem Auto: Von Norden auf der E 30 über Osnabrück–Apeldorn–

Amersfoort, dann auf der E 231 Richtung Amsterdam.

Von Süden auf der E 35 über Oberhausen–Emmerich–Arnhem–Utrecht–

Amsterdam.

Orientieren: Marco-Polo-Reiseführer Amsterdam, 140 Seiten, Mairdumont

(Neuauflage 2012); Top 10 Reiseführer Amsterdam, 160 Seiten, Dorling

Kindersley Reiseführerverlag (Neuauflage 2012); National Geographic

Spirale Reiseführer Amsterdam, 208 Seiten, Mairdumont (2008); DuMont-

Reiseführer Amsterdam, 288 Seiten, DuMont Reiseverlag.

Tourenhöhepunkte

Grachten, Goldenes Zeitalter und Moderne

Centraal Station: Der Bahnhof

1

ist ein Gebäude aus rotem

Backstein. Den Haupteingang hat

der Architekt Pierre Cuypers mit

zwei Türmen verziert, um damit

für die Reisenden die Situation zu

schaffen, wie durch ein Stadttor

nach Amsterdam einzutreten.

Herengracht: Ca. 400 Häuser

2

an der Herengracht stehen

unter Denkmalschutz. Der Grachtengürtel

wurde ab 1612 planmäßig

ausgebaut. Vier Hauptgrachten (Singel-,

Heren-, Kreizers- und Prinsengracht)

liegen halbkreisförmig um

den Stadtkern. Maximal zwei Meter

tief und um die 25 Meter breit sind

die 200 Kanäle in Amsterdams

Zentrum. Sie werden von mehr als

1.200 Brücken überspannt.

Westerkerk: Die populärste

3

Kirche der Stadt. Ihr Turm, im

Volksmund „Langer Jan“ genannt,

ist mit seinen 85 Metern der

höchste der Stadt und gilt als Wahrzeichen

Amsterdams. Seine Spitze

ist im wahrsten Sinne des Wortes

gekrönt, mit einer blau-goldenen

Kaiserkrone zur Erinnerung an den

österreichischen Kaiser Maximilian I.,

der 1489 der Stadt erlaubt hatte, seine

Krone im Wappen zu führen.

Magna Plaza: Das monumentale

4

Gebäude im klassizistischen

Stil war früher die Hauptpost und

ist zu einem sehenswerten Einkaufszentrum

umgebaut worden. Der alte

Charme blieb erhalten.

Beginenhof: Um eine große

5

Rasenfläche gruppieren sich

kleine Giebelhäuser mit bepflanzten

Vorgärten, worin alte, alleinstehende

Damen und junge Studentinnen gegen

Etappenprofil

15 m

1

kleines Geld wohnen können. Der

Amsterdamer Beginenhof stammt

aus dem 17. Jahrhundert. Damals

schlossen sich ledige Frauen und

Witwen auf der Suche nach einer

religiösen Lebensform außerhalb

eines Klosters zu einer ordensähnlichen

Wohn- und Arbeitsgemeinschaft

zusammen.

6

Geelvinck – Hinlopen Huis:

Hier empfängt den Besucher

die Eleganz des gehobenen Wohnstils

der Amsterdamer Kaufleute

des 18. und 19. Jahrhunderts. Das

Haus selbst wurde bereits im

17. Jahrhundert, dem „goldenen

Zeit alter“ Amsterdams, erbaut.

Rembrandthaus- und museum:

7

Das Haus, in dem Rembrandt

20 Jahre gewohnt hat, wurde 1639

errichtet. Die Zimmer sind mit

Möbeln aus seiner Zeit eingerichtet.

Eine kleine Sammlung gibt einen

Überblick über sein Schaffen.

Beurs van Berlage: Die

8

ehemalige Amsterdamer

Börse – heute Veranstaltungsort

für Konzerte – ist ein Meisterwerk

der „Amsterdamer Schule“. Rund

5.000 Pfähle mussten für den Bau

in den Boden gerammt werden.

Amsterdam entstand aufgrund des

morastigen Untergrunds in einer

ähnlichen Bauweise wie Venedig.

2 3 4 5 6 7 8

Hier wird es einfach

nie langweilig

Schlemmen und schlummern:

Restaurant Fifteen (nicht Jamie Oliver

persönlich, aber seine Crew bedient),

Jollemanhof 9, Amsterdam, www.

fifteen.nl Im Jordaan gibt es unzählige

kleine Restaurants und sogenannte

Eetcafés, in denen zwischen 18.00 und

21.00 Uhr vorwiegend holländische

Küche serviert wird (goodfoodgroup.nl)

Conscious Hotel Vondelpark, schönes

Hotel mit moderner Atmosphäre

im Herzen Amsterdams, www.concioushotels.com

Blue Wave Houseboat,

www.bluewavehouseboat.com

Anschauen: Amsterdam Museum,

Klaverstraat 92, www.ahm.nl Anne-

Frank-Haus (Anne Frank Huis),

Prinsengracht 267, www.annefrank.nl

Beginenhof (Begijnhof), Gedempte

Begijnsloot (Eingang nahe Amsterdam

Museum) Gouden Bocht, Herengracht

436–464. An diesem Abschnitt

stehen besonders schöne Grachtenhäuser

Geelvinck, Hinlopen Huis,

Keizersgracht 633. Dieses Grachtenhaus

kann man besichtigen

Tulip Museum, Prinsengracht 112,

www.amsterdamtulipmuseum.com

Rembrandthuis, Jodenbreestraat 4–6.

Das Haus, in dem Rembrandt lebte, ist

ein kleines Museum Rijksmuseum,

am Museumsplein, Stadthouderskade

42. Weltberühmtes Kunstmuseum mit

5.000 Gemälden (u. a. Rembrandts

berühmte „Nachtwache“)

Grüne Auszeit in der Stadt:

Hortus Botanicus, Plantage Middenlaan

2, www.dehortus.nl. Großes

Gewächshaus mit 6.000 exotischen

Pflanzen) Vondelpark, Haupteingang

am Leidesplein. Die grüne Lunge

Amsterdams lädt zum Erholen ein

Plätze der „Gezelligkeit“: Dam:

Hier begann die Geschichte Amsterdams

mit einer ersten Siedlung.:

Heute der zentrale Treffpunkt bei

großen Stadtereignissen, ein Platz

mit Marktcharakter Spui: Heute

ein beschaulicher Platz für Künstler

Leidesplein: Theater, Kinos,

Restaurants und Hotels prägen den

verkehrsreichen Platz. Touristen

verleihen ihm einen kosmopolitischen

Charakter Rembrandtplein: Abends

hip, tagsüber beschaulich. In den

Cafés und Restaurants trifft sich die

Amsterdamer Szene

Informieren: Holland Tourismus

Köln, www.holland.com. In Amsterdam:

Tourist Info Centraal Station

(Hauptbahnhof Amsterdam, Zentrum)

84

Spezial|16


Stadtwanderungen

Wien

Lebenswerte Stadt

2010 wurde Wien zum zweiten

Mal in Folge vom internationalen

Beratungsunternehmen Mercer

als lebenswerteste Stadt der Welt

ausgezeichnet. Rund die Hälfte

der Wiener Stadtfläche ist grün.

Die Weltstadt ist eine Waldstadt:

Der Wienerwald bildet die Westgrenze

der Stadt und ist Wiens

Naherholungsgebiet Nummer

eins. Auch der Nationalpark

Donau-Auen beginnt in Wien und

erstreckt sich donauabwärts.

Typ: Rundwanderweg

Länge: ca. 8 Kilometer

Dauer: circa 2 Stunden

Schwierigkeitsgrad: einfach

Höchster Punkt: 190 Meter

Wanderzeit: ganzjährig

Start/Ziel: Parlament (Straßenbahn-Linien

1, 2, 46, 49, Haltestelle

Dr. Karl Renner Ring

Wegequalität: Asphalt

Einmal um den Ring gegen den Uhrzeigersinn

Das grüne Wien zu Fuß entdecken

Die Ringstraße ist der Prachtboulevard in Wien. Die ehemalige Donau-Monarchie hat

sich hier architektonisch verewigt. Die Weite und Großzügigkeit lassen dabei viel

Raum für grüne Oasen mitten im Stadtzentrum.

Text: K. Bünagel

Ausgehend vom österreichischen

Parlament 1 geht’s über den Ring

zum Volksgarten. Dazu in nördlicher

Richtung auf den Doktor-

Karl-Lueger-Ring. Rechts auf den

Josef-Meinrad-Platz, weiter rechts

Richtung Volksgarten, dem Weg

durch die Anlage folgen, am Ende

rechts zum Heldenplatz 2 , links

zum Burgtor, rechts und wieder

links auf den Burgring. Dem Ring

folgen, links auf die Eschenbachgasse,

dann rechts auf den Opernring.

An der Staatsoper 3 rechts

auf die Operngasse, der Weg verlässt

kurz den Ring. Immer rechts

halten bis zur Linken Wienstraße

an der Secession 4 vorbei. Dann

links auf den Naschmarkt 5 . Auf

der Rechten Wienzeile bis zur

Operngasse, rechts auf die Treitlstraße

zum Karlsplatz und dem

Künstlerhaus 6 . Links halten,

bis zum Karlsplatz. Links weiter

auf der Dumbastraße, rechts

auf den Kärtner Ring, links zum

Schwarzenbergplatz. Links halten.

Rechts auf den Schubertring, dem

Weg folgen. Der Ring ändert hier

immer wieder seinen Namen: Am

Stadtpark 7 heißt er Parkring,

ein Stückchen später Stubenring.

Bevor Sie über den Donaukanal

8 gehen, rechts auf die Uraniastraße

bis zur Schallautzerstraße,

dort links. Am Kanal entlang bis

zum Schwedenplatz. Dort verlässt

der Weg den Kanal und führt links

weiter in die Rotenturmstraße. Der

Straße folgen bis zum Rabensteig,

Stadtwanderwege

Die Broschüre „Wanderbares Wien“ stellt elf Stadtwanderwege, drei Rundum-Wien-Wege

sowie den Nord-Süd- und den Ost-West-Wanderweg vor. Die

Strecken sind gut beschildert und mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Im Internet zu finden unter www.wien.gv.at/umwelt/wald, dann weiter in die

Rubrik „Freizeit“ und dort „Wandern in und um Wien“. Die Broschüre mit dem

dazugehörenden Wanderpass gibt es kostenlos unter Tel.: 0043/(0)1277550 oder

auf www.wien.gv.at/buergerdienst/stadtinfo/index.html.

Stadtinformationszentrum im Wiener Rathaus, Tel.: 0043/(0)152550.

links auf die Seitenstettengasse 9 ,

dann wieder links in die Juden -

gasse, rechts auf den Hohen Markt,

links auf die Tuchlauben. Weiter

rechts auf die Schultergasse, dann

links in die Jordangasse. Wieder

links auf die Kurrentgasse, dann

rechts weiter auf den Judenplatz 10,

dieser wird zur Drahtgasse. An der

Straße Am Hof biegen Sie rechts

ab und folgen dem Verlauf nach

links. Rechts auf den Heidenschuss,

rechts weiter auf der Freyung 11 ,

die zur Schottengasse wird. Links

auf den Doktor-Karl-Lueger-Ring,

der Weg folgt wieder dem Ring bis

zum Rathausplatz 12 und führt zum

Ausgangspunkt zurück.

Spezial|16

85


Stadtwanderungen

Wien

Anreisen und orientieren

Anreisen: Mit Bus und Bahn: Im Europa-Spezial-Österreich-Angebot der

Bahn (www.bahn.de) kostet eine Fahrkarte ab 39 Euro, einfache Fahrt.

Von einigen Städten aus wird Wien von der Deutschen Touring (www.

touring.de) mit dem Bus angefahren. Mit dem Pkw: In Österreich besteht

Mautpflicht, auch für die Wiener Stadtautobahnen. Mit dem Flieger: Der

Flughafen Wien-Schwechat befindet sich außerhalb der Stadtgrenzen. Ins

Zentrum fahren der City Airport Train CAT sowie die Schnellbahnlinie S 7

und Flughafen-Expressbusse. Mobil in Wien: Mit der Wien-Karte können

Sie 72 Stunden lang in ganz Wien U-, S- und Straßenbahn sowie Autobus

inklusive Nightline-Bus nutzen. Das Ticket kostet 18,50 Euro und beinhaltet

diverse preisliche Vergünstigen. Eine Tageskarte für das öffentliche

Verkehrsnetz kostet 5,70 Euro – ohne Ermäßigungen.

Orientieren: Karten und Reiseführer haben die meisten Buchhandlungen.

Tourenhöhepunkte

Kultur & Natur

Parlament Hier tagt das

1

österreichische Nationalrat.

Hofburg, Heldenplatz Der

2

Heldenplatz ist der äußere

Burgplatz der ehemaligen kaiserlichen

Residenz, der Hofburg.

Staatsoper Eröffnete 1869

3

mit Mozarts „Don Juan“ in

Anwesenheit von Kaiser Franz

Joseph und Kaiserin Elisabeth.

Secession 1897 gründete

4

sich eine Vereinigung

bildender Künstler, die Wiener

Secession. Sie wollten sich von

etablierten Kollegen distanzieren

und eine neue Kunstrichtung entwickeln,

den Wiener Jugendstil. Zu

den Künstlern zählten Architekten,

Maler und Kunsthandwerker.

Naschmarkt Im 18. Jahrhundert

entstand hier ein

5

Milchmarkt, daher leitet sich

auch der Name ab: Asch war ein

Milchbottich, der Name wurde im

Laufe der Jahre zu Naschmarkt

ver ballhornt. Tipp: Samstags

findet nach dem Markts ein

großer Flohmarkt statt.

Künstlerhaus 1861 haben

6

sich hier zwei Künstlervereine

zum Künstlerhaus zusammengeschlossen.

Stadtpark 1862 wurde der

7

größte Park im 1. Bezirk (die

sogenannte Innere Stadt) angelegt.

Das goldene Denkmal erinnert an

den Walzerkönig, Johann Strauß

junior (1921).

Donaukanal Der Donauarm

8

(auch Kleine Donau genannt)

ist mehr als 17 Kilometer lang.

Jüdischer Stadttempel Die

9

1826 eröffnete Synagoge

wurde als einziges jüdisches

Gotteshaus in der Reichskristallnacht

1938 in Wien nicht zerstört.

Hier ist heute die israelitische

Kultusgemeinde untergebracht,

die 1983 Ziel eines terroristischen

Anschlags wurde.

Judenplatz Das Holocaust-

10 Denkmal erinnert an die

65.000 österreichischen Juden, die

unter der Nazi-Herrschaft sterben

mussten.

Freyung Verbrecher, die es

11

bis hierhin schafften, mussten

das Gericht nicht fürchten:

Das irische Kloster hier am Platz

bot Schutz vor der städtischen

Gerichtsbarkeit.

Rathausplatz und Burgtheater

Das neugotische

12

Rathaus wirkt vom Ring aus

eher wie eine Kathedrale. Gleich

nebenan ist das Burgtheater, eine

der bemerkenswerten Theateradressen

im deutschsprachigen

Raum. Wer keine Vorstellung

besuchen möchte, kann alternativ

auch eine Führung durch das

Haus mitmachen.

Etappenprofil

1

2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

Tipps für Ihren

Wien-Besuch

Gut schlafen: Hotel Rathaus Wein

& Design, Lange Gasse 13, 1080 Wien,

Tel.: 0043/(0)1/4001122, www.hotelrathaus-wien.at

Weitere Adressen

über WienTourismus, www.wien.info,

Tel.: 0043/(0)1/24555, täglich 9–19 Uhr

Lecker essen: Heuriger Weingut

Hajszan, Grinzingerstr. 86, 1190

Wien, www.hajszan.com, Tel.: 0043/

(0)1/3707237. Bio-Wein-Produzent

Weinbar Wieno, Lichtenfels gasse

3 (Nähe Rathaus), 1010 Wien, www.

wieno.info, Tel.: 0043/(0)664/5183800

Bio shoppen: Bio Feigenhof, Am

Himmelreich 325, 1110 Wien/Kaiserebersdorf,

Zufahrt: Kaiserebersdorfer

Str. 135, www.feigenhof.at, Tel.: 0043/

(0)1/3187074, Verkauf ab Hof, April–

Dezember samtags von 10–17 Uhr

oder nach tel. Vereinbarung.

Bio-Holzofen-Bäckerei, Spiegelgasse

23, 1010 Wien, www.gragger.at,

Tel.: 0043/(0)1/5130555, Mo–Sa

8–20 Uhr Bio-Kultur-Hof

„Zum grünen Baum“, Kutschkermarkt

(Kutschkergasse in

Wien), Sa 7.30–13.00 Uhr,

www.lebendigeracker.at, Essig-

Brauerei-Wien Gegenbauer,

Naschmarkt, Stand 111–114, www.

gegenbauer.at, Mo–Fr 9–18 Uhr,

Sa 8–17 Uhr, Kaas am Markt,

Karmelitermarkt 33–36, 1020

Wien, kaasammarkt.at, Tel.: 0043/

(0)699/18140601, Di–Fr 9–19 Uhr,

Samstag 8–14 Uhr Thum Schinken-

Manufaktur, Margareten str. 126,

1050 Wien, Tel.: 0043/(0)1/ 5442541,

www.thum-schinken.at, Mo–Fr, 7–12

Uhr; Genuss-Tipp von Irene Weinfurter:

Beinschinken probieren! Tipp:

Weitere Adressen findet Sie in der

kostenlosen Broschüre „Wien isst bio“

unter kontakt@natuerlich.wien.at oder

Tel.: 0043/(0)1/400081346

Aktiv sein: Die Welthauptstadt

der Musik bietet so viel: die Wiener

Sängerknaben, die Philharmonie,

Oper, klassische Konzerte sowie Rock,

Pop und Jazz.

Sehenswürdigkeiten gibt es

viele: Hofburg, Prater, Wiener

Friedhöfe, Belvedere – ideal für eine

traditionelle Tour mit dem Fiaker!

Die Kutsch-Partie hat ihren Preis:

Die kleine Rundfahrt (ca. 20 Min.

durch die innere Altstadt) kostet

40 Euro, die große (ca. 40 Min.

über Ring straße und durch

die Altstadt) 65 Euro (Preis pro

Kutsche)

86

Spezial|16


Stadtwanderungen

Kitzbühel

Kitzbühel – eine

legendäre Sportstadt

Eingebettet zwischen dem Hahnenkamm

und dem Kitzbüheler

Horn liegt die Stadt Kitzbühel im

Tiroler Unterland auf knapp 800

Höhenmetern. Mit Kirchberg,

Jochberg und Pass Thurn bildet

Kitzbühel ein großes zusammenhängendes

Skigebiet in Österreich.

Die Grasdecke reicht hier bis in

2.000 Meter Höhe – eine gute

Grund lage, um auch bei wenig

Schnee Ski zu fahren.

Typ: Rundweg

Länge: 9,7 Kilometer

Dauer: 3 Stunden

Schwierigkeitsgrad: leicht

Steigung/Gefälle: 285 m

Höchster Punkt: 840 m

Wanderzeit: Winter

Start/Ziel: Pfarrauparkplatz

Wegequalität: Schotter- und

Wanderwege, geräumt

Drei-Seen-Wanderung

Bichlach und seine

vielfältige Landschaft

Schnell und weiß:

Polo im Winter

Berge, Seen, Bauernhöfe, Moorflächen. Unterschiedliche Landschaften machen die Tour

vor allem im Winter sehr reizvoll. Beeindruckend: die Aussicht auf die Kitzbüheler Berge.

Fotos: PR

Text: K. Bünagel, Foto: M. Schmidt

Getaut: Schneefreie Flecken

mindern die Schönheit nicht.

Los geht’s am gebührenfreien

Parkplatz Pfarrau, der fünf Gehminuten

vom Kitzbüheler Zentrum

entfernt liegt. Weiter geht es stadteinwärts

bis zum Pfarrhof, ganz

in der Nähe der Kirche. Links auf

die Lebenbergstraße bis Schloss

Lebenberg 1 , das heute ein Hotel

ist. Auf dem Achrainweg führt die

Tour in Richtung Steuerberg, das

Gelände wird nun leicht hügelig.

Am Restaurant Steuerberg 2 lohnt

sich eine Pause: Das Haus liegt auf

einer Anhöhe über dem Schwarzsee

in der Hochmoorlandschaft

des Bichlachs. Auf dem Wanderweg

geht es weiter Richtung Vogelsbergweiher

und Gieringer Weiher

3 . Der Weg führt weiter auf

dem Ried Bichlach, anschließend

auf dem Gieringweg, dann weiter

rechts auf Bahaus über Münichau,

das für sein Schloss 4 , in dem sich

heute ein Hotel befindet, bekannt

ist. Auf dem Schreibühelweg weiter

in Richtung Schwarzsee 5 .

Der Weg führt zunächst direkt

am See entlang, dann verläuft er

parallel zum Ufer, bis er auf die

Straße in Richtung Schwarzsee

stößt. Diese überqueren, weiter in

Richtung Kitzbühel. Die Strecke

führt weiter auf dem Seebichlweg,

dann auf der Schwarzseestraße.

Dem Straßenverlauf folgen bis

zum Weg Pfarrau.

In Österreich spielt man seit

100 Jahren Polo – auch wenn es

schneit. Zum zehnten Mal wird

2012 der Valartis Bank Snow Polo

World Cup in Kitzbühel ausgetragen.

Vom 12. bis zum 15. Januar, in

der Woche vor dem Hahnenkammrennen,

findet das weltgrößte

Polo-Turnier auf Schnee statt.

Der Eintritt ist frei. Für Schnee-

Polo werden die Hufe der Pferde

präpariert, damit sie besseren

Halt finden. Außerdem werden

spezielle Stollen in die Hufeisen

geschraubt, die wie Spikes wirken.

www.kitzbuehelpolo.com

Spezial|16

87



Stadtwanderungen

Kitzbühel

Anreisen und orientieren

Mit Bus und Bahn: In Kitzbühel gibt es einen IC-Bahnhof, der Schnee-

Express fährt in der Winterhochsaison.

Mit dem Pkw: A 8 Richtung Salzburg, am Inntal-Dreieck Richtung Kufstein

A93, Abfahrt Kufstein Süd, auf der B178 Richtung St. Johann in Tirol, bei

Pass Thurn auf die B161 Richtung Kitzbühel (Fahrzeit von München circa

2 Std.); vignettenfrei erreichbar.

Mit dem Flugzeug: nach Salzburg (80 km), Innsbruck (95 km) oder

München (125 km), von dort aus bringt das Kitzbüheler Alpen-Shuttle

Reisende nach Kitzbühel: einfache Fahrt Salzburg–Kitzbühel 33 Euro/

Person, von Innsbruck 42 Euro und von München 58 Euro, Minimum: zwei

Fahrgäste, Infos: www.kitzalps.com/de/kitzbueheler-alpen-flughafen.html

In Kitzbühel: Red Card – gibt es gratis bei Ihrem Gastgeber.

Orientieren: Winterwanderkarte von Kitzbühel Tourismus.

Hansi

Hinterseer:

Komm

mit mir

Nein, kein Musik-Tipp, sondern

ein Buch-Tipp: Ein Bergeskind,

so nennt sich der Schlagersänger

Hansi Hinterseer selbst.

In Kitz bühel aufgewachsen,

liebt er die Region und hat

einen Wanderführer geschrieben

mit seinen persönlichen

Lieblingsstrecken rund um

Kitzbühel, das Kaisergebirge

und den Karwendel. Mit

Sehenswürdigkeiten, Tipps

und Adressen. Insgesamt 42

Routen, für jeden Schwierigkeitsgrad.

Hansi Hinterseer:

„Komm mit mir! Meine

schönsten Wanderwege“,

gebundene Ausgabe, mit

Wanderkarte, 192 Seiten,

Riva Verlag München 2009,

ISBN 978-3-86883-007-1,

19,90 Euro.

Tourhöhepunkte

Winterliche Moorlandschaft

Schloss Lebenberg: 1693

1

erwarb der Fürsterzbischof

von Passau, Reichsgraf Johann von

Lamberg, die Schlösser Lebenberg,

Münichau und Kapsbrunn.

Das Familienwappen hängt heute

noch über dem Eingang. 1885 entstanden

die zwei turm artigen Anbauten

an den Schmalseiten und

der runde Treppenturm. Schloss

Lebenberg ist eine der allerersten

Fremdenpensionen in Kitzbühel.

Im Schlosstrakt befinden sich

heute noch elf Appartements, der

Gobelinsaal und zu einem großen

Teil die Restauranträumlich keiten.

Echt alt: die Renaissancetüren mit

den gravierten Türbeschlägen und

Kassettenholzdecken sowie die

dicken Mauern.

Etappenprofil

1

Restaurant Steuerberg: Hier

2

isst auch die Prominenz

sehr gerne. Hoch über dem Ort

Kitzbühel gelegen, bietet das urige

Gasthaus ganzjährig drinnen und

draußen insgesamt 160 Gästen

Platz. Klassiker im Winter: Käse-

Fondue. Tel.: 0043/(0)5356/64887,

www.steuerberg.com

Gieringer Weiher: Ein

3

warmer, naturbelassener

Moorsee. Im Sommer ist hier

Baden erlaubt. Im Winter wird

auf Natureis oder auch auf einer

Kunsteisbahn Eisstockschießen angeboten;

zehn Bahnen am See, zwei

am Waldrand. Abends beleuchtet,

3 Euro pro Person/Stunde.

Schloss Münichau: In Reith,

4

erbaut im 15. Jahrhundert,

2 3 4 5

die Schlosskapelle wurde 1469

geweiht. 1580 gelangte das Schloss

in den Besitz der Familie Lamberg.

1914 brannte es nieder, wurde

aber wieder aufgebaut. Seit 1957

wird es als Hotel genutzt und steht

heute unter Denkmalschutz.

Schwarzsee: Zwischen

5

Kitzbühel und Reith liegt der

Moorsee auf 762 Meter Meereshöhe.

Er ist 15 Hektar groß und

sieben Meter tief. Der See zählt zu

den wärmsten Badeseen in den

Tiroler 5 Alpen. Einzelne Abschnitte

des Ufers stehen unter Naturschutz.

Wegen seines Moorgehalts

soll das Seewasser sogar eine

Heilwirkung haben. Im Winter

werden hier Eislauf, Eishockey

und Eisstockschießen angeboten.

Hier ist die Gams

daheim

Bergluft macht hungrig:

Berggasthof Hagstein, Sonnenterrasse,

Bauernstuben, Fleisch und

Produkte aus eigener Landwirtschaft,

warme Küche von 11–21 Uhr, Tel.:

0043/(0)5356/65216, www.gasthofhagstein.at

Restaurant s’Pfandl, 200

Jahre alte Holzbänke, offener Kamin,

saisonale regionale und internationale

Küche, warme Küche Di–So von

17–22 Uhr, Tel.: 0043/(0)5356/62271,

www.pfandl.co.at

Restaurant zum Tischlerwirt,

rustikal-exklusiv, Fischküche und traditionelle

Gerichte (leicht zubereitet),

Mo–Do 18–22 Uhr, Fr–So auch von

12–13, 45, Tel.: 0043/(0)5356/65416,

www.tischlerwirt.at Hallerwirt,

Terrasse, traditionelle Gerichte aus

regionalen Produkten, österreichische

Weine, Mi–So 11.30–23.30 Uhr,

www.hallerwirt.at Wirtshaus zum

Rehkitz, Haubenlokal (eine Haube),

Terrasse, Kinderspielplatz, österreichische

und internationale Schmankerln,

täglich geöffnet (in der Nebensaison

mittwochs Ruhetag), www.rehkitz.at

Schlafenszeit: Ob Fünf-Sterne-Hotel

oder Hüttengaudi, Übernachtungsmöglichkeiten

erhalten Sie über die

Tourist-Info: Kitzbühel Tourismus,

Hinterstadt 18, 6370 Kitzbühel,

geöffnet (Hauptsaison Mo.–Fr. 8.30–

18 Uhr, Sa 9–18 Uhr, So 10–12, 16–18

Uhr) Tel.: 0043/(0)5356/66660,

www.kitzbuehel.com

Abseits der Piste: Natureisbahn

am Schwarzsee, dort auch Eisstockschießen

(auch bei Flutlicht), Rodeln

bei Nacht am Gaisberg in Kirchberg

und für Romantiker Pferdeschlittenfahrt.

Naturrodelbahn Kelchalm

(Bochumerhütte) in Aurach; die

Wanderung dorthin dauert ca. eine

Stunde. Hüttenschmaus wird serviert,

Tel.: 0043/(0)664/4150575. Streif-

Simulator im Bergbahnmuseum,

täglich 10–16 Uhr, zusätzlich freitags

18–22 Uhr, Eintritt kostenlos, in der

Bergstation der Hahnenkammbahn,

www.bergbahn-kitzbuehel.at

Heimische Produkte: Peter Hechenberger,

Hof Unterbrunn Kitzbühel

(Schnaps), Josef Mühl bacher, Hof

Lacken bauer Kitzbühel (Ziegenprodukte,

Speck, Würste), Peter Koidl,

Hof Zimmerau Reith (Bergkäse).

88

Spezial|16


Stadtwanderungen

Zürich

Zürich West

Typ: Rundweg

Länge: 3,8 Kilometer

Dauer: ca. 3 Stunden

Schwierigkeit: leicht

Höhendifferenz: 400 Meter

Beste Zeit: ganzjährig

Start/Ziel: Josefstrasse/Ecke

Viaduktstrasse, zurück zu Geroldstrasse,

8005 Zürich, Schweiz

Wegequalität: asphaltiert oder

befestigt (unter Hardbrücke)

Welten verbunden

Vom Zauber des Zusammenspiels

Der Rundgang führt einmal quer durch den Westen Zürichs. Historische Bauten verschmelzen mit modernen Boulevards.

Stetiges Fundament ist dabei immer Bestehendes, das Neues trägt und prägt.

Text: C. Müller, Foto: P. Leutert

Wir starten zwischen Hardbrücke

und Eisenbahnviadukt 1 am

westlichen Ende der Josefstrasse

bei der großen Kehrichtverbrennungsanlage.

Mit der Tram

4 kann der gesamte Westen

Zürichs angesteuert werden. Die

Tramanbindung an den Bahnhof

Hardbrücke bietet zudem optimale

Anschlüsse an die S-Bahn, an

Buslinien und an einzelne Fernverkehrszüge.

Parkmöglichkeiten

gibt es direkt und mehrheitlich

unterhalb der Hardbrücke und

direkt am Bahnviadukt. Die

Markthalle des Viadukts betreten

wir auf der Viaduktstrasse durch

den Vordereingang und verlassen

Restaurant, Bar, Jazzclub: Der Schiffbau bietet, was die Kultur begehrt.

sie durch den hinteren Eingang.

Über die schmale Neue Hard

erreichen wir den Prime Tower

2 . Die größere Hardstrasse

kreuzt die Pfingstweidstrasse, auf

die wir nach links abbiegen. Die

Pfingstweidstrasse wurde zu einer

übersichtlichen Straße umgestaltet

mit je zwei Fahrspuren pro

Richtung. Kombinierte Rad- und

Fußwege beiderseits der Straße

bieten Sicherheit für den Langsamverkehr.

Neue Baumreihen

unterstreichen den typisch urbanen

Charakter von Zürich West.

Nach einigen hundert Metern verlassen

wir die Pfingsweidstrasse

und folgen über die Technoparkstrasse

der Giessereistrasse bis

zum Schiffbau 3 . Nach etwa 20

Minuten gemütlichen Spazierens

entlang der Hardbrücke erreichen

wir über die Limmatstrasse das

Löwenbräu-Areal 4 mit seinen

markanten Backsteingebäuden.

Auch kann das Quartier Sihlquairampe

erreicht werden, direkt an

der Limmat entlang. Das Löwenbräukunst-Areal

entwickelte sich

in den vergangen Jahren zu einem

Zentrum für Gegenwartskunst

mit internationalem Renommee.

Ein Erfolgsfaktor ist dabei das

weltweit einzigartige Modell eines

Gebäude komplexes, der kommerzielle,

private und öffentliche

Bereiche der zeitgenössischen

Kunst, Galerien, private Sammlungen

und Institutionen unter

einem Dach vereint. Wir verlassen

das Areal über die Roggenstrasse

und später die Heinrichstrasse um

entlang der Hardbrücke, dieses

Mal Richtung Süd-Westen, auf die

Geroldstrasse zu gelangen. Dort

findet sich das Freitag-Gebäude

5 . Dieses besteht aus 17 aufeinandergestapelten

Containern mit

einer hervorragenden Aussicht

vom Dach in 26 Metern Höhe.

Spezial|16

89


Stadtwanderungen

Zürich

Anreisen und orientieren

Zug und S-Bahn: Züge vom und zum Hauptbahnhof Zürich verkehren während

der Hauptverkehrszeiten im 10-Minuten-Takt (Fahrzeit 10 Minuten). Direkte

EuroCity-, InterCity- und InterRegio-Zugverbindungen fahren in alle größeren

Schweizer Städte und ins benachbarte Ausland (www.sbb.ch und www.zvv.ch).

Straßenbahn (Tram): Die Glattalbahn (Tramlinien 10 und 12) verbindet den Flughafen

Zürich mit dem Glattpark, Oerlikon, Wallisellen, Stettbach und via Irchel/

Milchbuck mit dem Zürcher Hauptbahnhof (www.vbg.ch).

Regionalbusse: 15 Linien verbinden den Flughafen mit den umliegenden Orten

im Zürcher Unterland und im Glatttal (Abfahrten alle 10, 15, 30 oder 60 Minuten;

www.vbg.ch und www.postauto.ch).

Orientieren: „Ein Führer durch den Zürcher Design-Dschungel“, ISBN 978-3-

9523737-8-1, 8,00 Euro, www.kreislauf4und5.ch

ZürichCARD

„Was nichts kostet, ist nichts

wert“ – dieser Leitsatz trifft auf

Zürich nicht zu. Mit der „Zürich-

CARD“ genießen Ausflügler die

Stadt in vollen Zügen und schonen

gleichzeitig den Geldbeutel.

Das Prinzip ist einfach: Man löst

eine „ZürichCARD“, die während

24 oder 72 Stunden gültig ist.

In der Tasche als optimaler Begleiter,

verschafft die Karte viele

Vorteile: Darunter freie Fahrt in

der 2. Klasse mit Tram, Bus, Bahn,

Schiff und Seilbahn in der ganzen

Stadt Zürich und Umgebung.

Freier Eintritt in die meisten Zürcher

Museen, 10 Prozent Rabatt

in ausgewählten Zürcher Shops,

kulinarische Überraschungen in

ausgewählten Restaurants, Reduktion

auf Stadtführungen von

Zürich Tourismus und in diversen

Kultur- und Freizeiteinrichtungen.

www.zuerichcard.ch

Tourenhöhepunkte

Global und exotisch

1

Eisenbahnviadukt: Bereits

1894 zog Gewerbe im

Viadukt ein. Bis zu 200 Steinhauer

gingen dort ihrem Handwerk

nach – zunächst im Freien, später

in schuppenartigen Einbauten, die

an der Stelle der heutigen Markthalle

errichtet wurden. Neben

dem Granitsteinhauer „Stacchi“

betrieb die „Bananenzentrale“,

so der Volksmund, einen Handel

mit Südfrüchten und röstete Erdnüsschen.

Heute ist das Viadukt

eine Flaniermeile mit unterschiedlichsten

Läden, von denen viele

regional verwurzelt sind

Prime Tower: Zürichs

2

Wahrzeichen steht mitten

in Zürich West auf dem Areal

einer ehemaligen Zahnradfabrik.

Das mit 126 Metern höchste

Etappenprofil

1

Gebäude der Schweiz soll auf 36

Etagen neue Maßstäbe in puncto

Architektur und Gastronomie

setzen. Außerdem vereint der

Prime Tower Hunderte Privatwohnungen.

Schiffbau: Mit der

3

Eröffnung des Schiffbaus

2002 begann der Aufschwung

des Stadtteils Zürich West mit

Galerien, Restaurants und

Trend-Nachtlokalen. In den

historischen Hallen wurden

tatsächlich einst Schiffe gebaut.

Löwenbräu-Areal:

4 Löwenbräu kennt man in

der Schweiz seit Jahrzehnten. Seit

den 90er Jahren steht der Begriff

nicht nur für Bier, sondern auch

für zeitgenössische Kunst. Bereits

Mitte der 80er Jahre hatten die

Kunsthalle Zürich und das Migros

Museum für Gegenwartskunst

sowie private Galerien das brachliegende

Gelände der ehemaligen

Bierbrauerei Löwenbräu als

Standort gewählt. Heute wird

das Areal durch eine Mischung

aus internationaler Kunstszene,

Gewerbe und Menschen, die es

ihr Zuhause nennen, genutzt.

Neben der Kunsthalle und dem

Museum für Gegenwartskunst

finden sich weitere Galerien.

Die markanten, roten Backsteine

machen das Bild komplett.

2 3 4 5

5

Freitag-Gebäude: Seit 1993

produzieren die Brüder

Markus und Daniel Freitag

Taschen aus Lkw-Planen. Die Idee

ist genial einfach, die Taschen

wurden Kult.

Züri cool:

Die besten Tipps

Informieren: Zürich Tourism Tourist

Service, Im Hauptbahnhof, 8021

Zürich, +41 44215/4000, information

@zuerich.com, www.zuerich.com

Schlummern und Schlemmen:

25hours Hotel Zürich West, Pfingstweidstr.

102, 8005 Zürich, +41

44577/2525, www.25hours-hotels.

com Hotel Uto Kulm, Uetliberg, Top

of Zürich, +41 44457/6666, www.

utokulm.ch Restaurant Gnüsserei

am Puls 5, Giessereistr. 18/im Puls

5, 8005 Zürich, +41 44440/0001,

www.gnuesserei.ch Equinox

Restaurant mit Sommerterrasse,

Turbinenstr. 20, 8005 Zürich,

+41 44630/3030, www.equinoxrestaurant.ch

Restaurant Clouds,

Maagplatz 5, 8005 Zürich, +41

44404/3000, www.clouds.ch

Shoppen: Freitag lab.ag, Geroldstr.

35, 8005 Zürich, +41 43210/3333,

www.freitag.ch King Kong Secondhand,

Weststr. 145, 8003 Zürich,

+41 76588/0424, www.kingkongstore.ch

Messer-Scharf, Oberdorfstr.

25, 8001 Zürich, +41 44251/0120,

www.messer-scharf.ch Spirit of

Silk, Schipfe 26, 8001 Zürich, +41

79295/0794, www.spiritofsilk.com

Besichtigen und Entdecken: Kunsthalle

Zürich, Limmatstr. 270, 8005

Zürich, +41 44272/1515, www.

kunsthallezurich.ch, Donnerstag ab

17 Uhr bis 20 Uhr freier Eintritt

Kunsthaus Zürich, Heimplatz 1,

8001 Zürich, +41 44253/8484,

www.kunsthaus.ch, Schweizer und

internationale Kunst (Malerei, Skulptur,

Fotografie) vom Mittelalter bis

zur Gegenwart Botanischer Garten

der Universität Zürich, Zollikerstr.

107, 8008 Zürich, +41 44634/8461,

www.bg.uzh.ch, voraussichtlich

bis Ende April 2013 geschlossen

Wildnispark Zürich, Sihlwald, Alte

Sihltalstr. 13, 8135 Sihlwald, +41

44722/5522, www.wildnispark.ch,

regelmäßige Ausstellungen

90

Spezial|16


Stadtwanderungen

Barcelona

Entlang der

Quadrate

Typ: Rundwanderweg

Länge: ca. 15 km

Dauer: ca. 5 Stunden

Markierung: nicht einheitlich

Schwierigkeitsgrad: mittel

Steigung/Gefälle: 58 m

Beste Wanderzeit: Frühjahr, Herbst

Start/Ziel: Kolumbussäule

Wegequalität: sehr gut

Barcelonas Altstadt

Stilbruch in stiller Harmonie

Gotik und Modernisme – das sind die beiden Architekturströmungen, die die

katalanische Hauptstadt am stärksten geprägt haben. Kleine, beschauliche Gassen

wechseln sich ab mit großen Flaniermeilen und eindrucksvollen Plätzen. Dazwischen

fantastische, märchenhafte Werke des Künstlers Antoni Gaudí.

Startpunkt ist die Kolumbussäule

1 am Hafen, geradeaus geht es auf

die Flaniermeile La Rambla. Von

dort verläuft links die Querstraße

Carrer Nou de la Rambla, in der

sich der Palau Güell 2 befindet.

Wieder auf der Rambla, liegt fast

gegenüber der Plaça Reial 3 .

Über den nördlichen Ausgang

zur Carrer de Ferran. Dann durch

ein Gewirr enger Gassen auf die

Carrer del Bisbe zur Via Laietana.

Anschließend links halten bis zum

Wegweiser Palau de la Música

Catalana 4 . Dann einige Meter

wieder zurück, rechts in die Straße

vor dem Musikpalast einbiegen,

dann links und den Carrer de les

Jonqueres entlang bis zur Ronda

de Sant Pere. Wieder links bis zum

Plaça de Catalunya 5 . Von dort

aus rechts in den Passeig de Gràcia.

An der Kreuzung Carrer d’Aragó

liegt das Casa Battló 6 . Drei

Querstraßen weiter gen Norden,

an der Carrer de Provença steht

das Casa Milà 7 . Weiter Richtung

Avinguda Diagonal und links in

Fröhlich: EIne bunte, keramikverzierte

Fassade an der Rambla.

die Carrer de Pau Claris biegen, wo

sich das Casa Comolat 8 befindet.

Der Avinguda Diagonal weiter gen

Osten folgen, vorbei an der Casa

Terrades 9 und links in die Carrer

de Provença. Weiter geradeaus zur

Sagrada Familia 10 . Von dort über

die Carrer de la Marina rechts in

die Carrer dels Almogàvers, vorbei

am Parc Estació del Nord, rechts in

die Carrer de Nàpols und zum Arc

de Triomf 11 . Über den Passeig de

Lluis Companys, links in den Passeig

Pujades und zur La Cascada

12 . Durch den Parc de la Ciutadella

hinaus auf den Passeig de Picasso,

dann rechts in den Carrer Ribera

und in den Passeig del Born. Links

auf den Pla del Palau und rechts

in die Carrer de Bosch i Alsina.

Von dort am Hafen entlang wieder

zurück zur Kolumbussäule.

Gaudí: Barcelonas

Architekt

Antoni Gaudí (1852 bis 1926) war

ein katalanischer Modernisme-

Architekt, der das Stadtbild

Barcelonas verändert hat wie

kein anderer zuvor. Als Sohn

eines Kupferschmieds wurde

er in der Werkstatt des Vaters

früh mit geometrischen Formen

konfrontiert. Seine beeindruckendsten

Werke sind heute

die Sagrada Familia, das Casa

Battló und der Parc Güell, die

mit ihren organisch wirkenden

Formen und unregelmäßigen

Grundrissen, schräg gemauerten

Stützen und bunten Keramikfliesen

glänzen. Dabei zweifelte sein

damaliger Studiendirektor auf

der Architekturschule an ihm, war

er doch nicht für besonders gute

Noten bekannt: „Wer weiß, ob wir

den Titel einem Verrückten oder

einem Genie gegeben haben –

nur die Zeit wird es uns sagen.“

Text und Foto: Inga Dora Meyer

Spezial|16

91


Stadtwanderungen

Barcelona

Anreisen und orientieren

Mit dem Flugzeug: Gute Flugverbindungen nach Barcelona gibt es von fast allen

deutschen Flughäfen. Low-Cost-Airlines bieten günstige Tickets an.

Mit dem Auto: Der direkte Weg führt über die Rhônetal-Autobahn über Valence,

Nimes, Montpellier und Perpignan bis zur spanischen Grenze und dann nach

Barcelona. Für einen Stadtbesuch ist jedoch eine Anreise mit dem Auto nicht

empfehlenswert, zumal es kaum gebührenfreie Parkplätze gibt. Preise von bis

zu 30 Euro pro Tag sind in Parkgaragen normal.

Mit Bus und Bahn: Bahnreisen nach Barcelona sind in der Regel mit mehrmaligem

Umsteigen verbunden. Vom Norden Deutschlands aus kann man rund

24 Stunden unterwegs sein. Die Busse der Europäischen Fernlinienverkehre

verbinden die katalanische Hauptstadt mit vielen Städten Deutschlands.

Orientieren: „CityTrip Barcelona: Reiseführer mit City-Faltplan“, Hans-Jürgen

Fründt, Reise Know-How Verlag Rump, ISBN-13: 978-3831722785, ca. 9,80 Euro.

Tourenhöhepunkte

Architekturliebe

1

Kolumbussäule: Die bronzene

Kolumbusstatue am

Hafen erinnert an die Audienz,

die das Königspaar Isabella I.

und Ferdinand II. dem Entdecker

gewährte. Per Aufzug kann

man einen Blick von oben auf

die Stadt genießen.

2

Palau Güell: Der Industrielle

Eusebi Güell ließ

das Gebäude 1886 bis 1888

vom Künstler Antoni Gaudí

errichten. In einer Zeit, in der

es die Gesellschaft in die neue

Stadterweiterung Eixample zog,

wollte er ein Zeichen setzen.

3

Plaça Reial: Früher

tummelten sich hier eher

düstere Gestalten. Doch die

permanente Präsenz der Polizei

Etappenprofil

zeigte Wirkung. Heute versprüht

er eine geradezu wohnliche

Atmosphäre.

4

Palau de la Música Catalana:

Der Palast der Musik

wurde für den katalanischen

Gesangs- und Musikverein Orfeó

Català gebaut. Dabei halfen

dem Architekten Domènech i

Montaner die angesehensten

Kunsthandwerker Kataloniens.

5

Plaça de Catalunya: Ein

großer, aber hektischer

Verkehrsknotenpunkt der Stadt,

der die Altstadt von der Stadterweiterung

Eixample abgrenzt.

6

Casa Battló: Ein von Antoni

Gaudí radikal umgestaltetes

Wohnhaus, das Besucher

besonders innen begeistert.

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

7

Casa Milà: Das Eckhaus

war das letzte Wohngebäude,

das Antoni Gaudí errichtete.

Es spiegelt die Summe seiner

gesamten Erfahrungen als Architekt

wider.

8

Casa Comolat: Das weniger

bekannte Gebäude des

Modernisme-Architekten Salvador

Valeri i Pupurull überrascht

mit zwei völlig verschiedenen

Fassaden.

9

Casa Terrades: Das „Haus

der Nadeln“ ist im Auftrag

der drei Schwestern Terrades

erbaut worden und wirkt wie

ein kleines Märchenschloss.

10

Sagrada Familia: Gaudís

Meisterstück und zugleich

das heutige Wahrzeichen von

Barcelona. Es beeindruckt durch

seine ungewöhnliche Formensprache

fernab jedes Stils.

11

Arc de Triomf: Der

Triumphbogen aus rotem

Backstein war das repräsentative

Eingangstor zur Weltausstellung

im Jahre 1888.

12

Die Sagrada

Familia ist eine

Kirche aus dem

Modernisme,

die sich mit

Worten nicht

beschreiben

lässt.

La Cascada: Ein monumentaler

Springbrunnen in der

nördlichen Ecke des Parc de la

Ciutadella, der überschwänglich

dekoriert ist. Ein Ort, der zum

Verweilen einlädt.

Tipps für den

Barcelona-Trip

Schlummern: Hotel 1989,

Einrichtung ist ein wenig nostalgisch,

schöne Dachterrasse mit Bar,

Rambles 109, Barcelona,

Tel.: 0034(0)935/529552,

www.hotel1989.com Hotel Curious,

nette, einfache Zimmer, die mit

dem Nötigsten ausgestattet sind,

Carrer Carme 25, Barcelona, Tel.:

0034(0)933/014484

Hotel Barcelona House, Schickes

Design, schlichte Zimmer,

Carrer Escudellers 19, Barcelona,

Tel.: 0034(0)933/437167,

www.hotel-barcelonahouse.com

Hotel Montecarlo, Nobles Quartier

mit imposantem Foyer, Rambles 124,

Barcelona, Tel.: 0034(0)934/120404,

www.montecarlobcn.com

Besichtigen und entdecken: Palau

Güell, Carrer Nou de la Rambla

3–5, Öffnungszeiten von November

bis März 10–17.30 Uhr, April bis

Oktober 10–20 Uhr, Eintritt: 12

Euro,, www.palauguell.cat. Palau de

la Música Catalana, Carrer de Sant

Pere Mes Alt 6, Führungen täglich

von 10–15.30 Uhr, August 9–20

Uhr, Osterwoche 10–18 Uhr, Tour

dauert 55 Minuten und kostet 17

Euro. Casa Battló, Passeig de Gràcia,

Besichtigungen täglich von 9–19 Uhr,

Eintritt (inklusive Audioguide) 20,35

Euro für Erwachsene, 16,30 Euro für

Schüler/Studenten, www.casabattlo.es.

Sagrada Familia, geöffnet von Oktober

bis März 9–18 Uhr, April bis

September 9–20 Uhr, Eintritt 13,50

Euro, Besichtigung des Turms und

des Gaudí House-Museum kosten

extra, www.sagradafamilia.cat.

Gratis ins Museum, in allen städtischen

Museen (u.a. Museum für

Stadtgeschichte) ist der Eintritt am

ersten Sonntag im Monat frei.

Informieren: Turisme de Barcelona,

Placa de Catalunya 17, Barcelona,

Tel.: 0034(0)932/853834 , Geöffnet

Mo–Sa von 8–20 Uhr, So 8–14 Uhr.

92

Spezial|16


Stadtwanderungen

Helsinki

Tavastvägen

Rund um die

Töölönlahti

Typ: Rundweg

Länge: 6,4 Kilometer

Dauer: ca. 3 Stunden

Steigung/Gefälle: 35 Meter

Schwierigkeitsgrad: leicht

Start: Kaisaniemi-Park

Ziel: Hauptbahnhof

Wegqualität:

Sand, Kieselsteine, befestigte Wege

in Parkanlagen, Bürgersteige und

Straßen in urbaner Umgebung

Beste Wanderzeit:

Juni bis September

Text: A. Mayer

Helsinki von seiner grünen Seite

Auf Ufertour

Weg vom hektischen Treiben am Hafen, den Touristen-

Vierteln oder der Shopping-Meile Esplanade entführt

wanderlust Sie in das grüne Herz Helsinkis rund um die

Töölönlahti-Bucht. Hier können Sie durchatmen!

Wir starten unsere Tour am

Eingangstor (S) des Kaisaniemi-

Parks 1 , der östlich des Hauptbahnhofs

liegt. Der Park wurde

bereits Anfang des 19. Jahrhunderts

angelegt und beherbergt

auch den Botanischen Garten

Helsinkis. Allein hier könnte

man Stunden verbringen, wir

gehen aber über die Pitkänsita-

Brücke („Lange Brücke“) 2

über den Meeresarm zwischen

Kaisaniemenlahti und

Siltavuorensalmi. An manchen

Stellen der Brücke kann man

noch Schäden aus dem Bürgerkrieg

von 1918 sowie aus dem

Zweiten Weltkrieg entdecken.

Hinter der Brücke befindet sich

der Hakaniemi-Markt 3 . Auf

dem Platz steht ein Denkmal

mit dem Namen „Weltfrieden“ –

gestiftet von der Stadt Moskau

im Jahr 1990 –, im dahinter liegenden

roten Backsteingebäude

werden Obst und Gemüse sowie

allerhand Handgemachtes

verkauft. Wir gehen zurück auf

die Siltasaarenkatu und folgen

dieser in nördlicher Richtung

entlang den Tramschienen bis

zum Wahrzeichen des aufstrebenden

Stadtteils Kallio, der

„Kallion Kirkko“. Unterhalb der

grauen Granit-Kathedrale, der

Straße Agricolankatu folgend,

erreichen wir den Karhupu isto

4 , den „Bären-Park“. Denn

Finnland ohne Bären geht

genauso wenig wie ohne

traditionelles Kiosk. Ein solches

befindet sich ebenfalls hier im

Park. Durch den sich südöstlich

anschließenden Park Alli

Tryggin Puisto gelangen wir

auf die Tavastvägen-Straße, die

wir rechts zurück in Richtung

Gewässer gehen. Wir überqueren

erneut die Siltasaarenkatu

und gehen am „Ympyrätalo“,

dem „Runden Haus“, vorbei, bis

hinunter zum Wasser. Wir halten

uns rechts und gehen nun

fast immer am Ufer entlang.

Wir passieren „The Torch“, ein

Denkmal, das im Jahr 1968 in

Gedenken an Miina Sillanpää,

der ersten weiblichen Ministerin

Finnlands, enthüllt wurde.

Wir gehen weiter und überqueren

über eine Fußgängerbrücke

die Eisenbahnlinien in den sogenannten

„Linnunlaulu („Vogelgesang“)

Distrikt“ – dem populärsten

Teil an der Töölönlahti.

Natur, Wasser, Vogelgezwitscher,

romantische Holzvillen

aus dem 19. Jahrhundert sowie

jede Menge Jogger, Walker und

Spaziergänger erwarten uns

hier. Am Nordende der Bucht

müssen wir die Straße überqueren,

um zum Wintergarten

5 zu kommen. Von hier aus

könnte man einen Abstecher

zum Olympiastadion von 1952

und zur Statue des finnischen

Wunderläufers Paavo Nurmi

machen. Wir gehen aber zurück

zum Wasser und folgen dem

Ufer südwärts. An der Oper

vorbei, machen wir eine Pause

in einem der Strandlokale auf

dem Weg in Richtung Finlandia

6 . Das Kongresszentrum, in

dem 1975 die Schlussakte von

Helsinki unterzeichnet wurde,

ist zwar schon etwas in die Jahre

gekommen – die Finnen sind

aber trotzdem stolz auf ihren

Anteil an der Weltgeschichte.

Wir halten uns im Park und

besichtigen das Helsinki Music

Centre 7 , eine Art Philharmonie

mit angrenzenden kleineren

Konzertsälen. Hinter dem

Music Centre befindet sich das

Museum für moderne Kunst

„ Kiasma“, und man beginnt zu

staunen, welch faszinierenden

modernen Gebäude die Finnen

hier im hohen Norden errichten

können. Der beeindruckende

Glaspalast Sanomatalo 8 , der

die Redaktion der größten finnischen

Tageszeitung „Helsingin

Sanomat“ sowie zahlreiche

Shops, Restaurants und Cafés

beherbergt, ist nur eines davon.

Von hier aus sehen wir schon

wieder den Hauptbahnhof (Z).

Highlight sind vier Granitriesen,

die den Haupteingang

des Bahnhofs „überwachen“.

Spezial|16

93


Stadtwanderungen

Helsinki

Anreisen und informieren

Mit dem Flugzeug: Der Flughafen Helsinki-Vantaa liegt circa 20 km bzw. 25 Autominuten vom

Stadtzentrum entfernt. Mit dem Taxi, dem Finnair-Shuttlebus oder dem Linienbus Nr. 615 zum

Hauptbahnhof kommt man bequem ins Zentrum. Eine Taxifahrt kostet circa 35 bis 40 €. Mit

dem Schiff: Von Deutschland, Schweden und Estland aus gibt es täglich Fährverbindungen

nach Helsinki Alle Fährreedereien bieten auch Überfahrten mit Autofähren an. Es besteht auch

die Möglichkeit, Helsinki von Russland und Polen aus mit der Fähre zu erreichen. Öffentlicher

Nahverkehr: Das gesamte Stadtgebiet ist gut mit Bussen und Straßenbahnen erschlossen. Das

Einzelticket kann beim Fahrer, am Fahrkartenautomat oder per SMS gekauft werden. Tagestickets

gewähren die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel für 1–7 Tage. Die „Helsinki Card“ ist

ein besonderer Service für Touristen in Helsinki. Nutzen Sie alle öffentlichen Verkehrsmittel der

Stadt und genießen Sie Vergünstigungen in Museen und Restaurants. Informieren: Die offizielle

Website des Büros für Tourismus und Reiseinformationen der Stadt Helsinki finden Sie unter

www.visithelsinki.fi Vor Ort befindet sich die Tourismusinformation in der Pohjois esplanadi 19.

Die Stadt bei Facebook gibt’s unter: www.facebook.com/visithelsinki

Tourenhöhepunkte

In der grünen Lunge der Hafenstadt

1

Kaisaniemi-Park: Der

Park, benannt nach

Kajsa Wahllund, der hier ein

Restaurant betrieb, wurde in

den 1820er Jahren gebaut und

beinhaltet auch den Botanischen

Garten des finnischen

Museums für Naturgeschichte.

Am Nordende eines kleinen

Teiches steht eine Büste des

Deutschen Fredrik Pacius

(1809–1891), der die heutige

finnische Nationalhymne

komponierte.

Pitkänsita-Brücke: Die

2

„Lange Brücke“ wurde

1912 erbaut und verfügt immer

noch über gut sichtbare

Bomben- und Einschusslöcher

aus dem Bürgerkrieg von 1917

sowie dem Zweiten Weltkrieg.

Etappenprofil

3

Hakaniemi-Markt: Ein

Feinschmecker-Paradies,

in dem allerhand frische

Lebensmittel von Obst und

Gemüse bis hin zu Fleisch und

Fisch angeboten werden. Das

rote Backsteingebäude stammt

aus dem Jahr 1914. Insgesamt

befinden sich hier etwa 70

Shops auf zwei Etagen. Auf

der 2. Etage gibt es auch

Souvenirshops, und es wird

Handwerkskunst verkauft.

Karhupuisto: Der „Bären-

4 Park“ ist ein typischer

kleiner Park mit „Kioski“ im

alternativen Stadtteil Kallio.

Hier trifft sich auch gerne die

Schwulen- und Lesbenszene

Helsinkis. Um den Park herum

gibt es zahlreiche kleine

Geschäfte, Kneipen, Bars,

Restaurants und Cafés.

5

Wintergarten: Der

Wintergarten des J.J. af

Lindfors (1831–1903) liegt im

kleinen, aber wunderschönen

Eläintarha-Park, in dem auch

die Büste des Gönners steht.

Der Eintritt ist kostenlos. Dazu

eine Statue „Kullervo Addresses

His Sword“, die eine

Szene aus dem berühmten

finnischen Nationalepos „Kalevala“

künstlerisch darstellt.

6

Finlandia: Hier lebt die

Geschichte: Schauplatz

der „Schlussakte von Helsinki“,

die zur Hochzeit des Kalten

Krieges von insgesamt 35

Staats- und Regierungschefs

unterzeichnet wurde.

7

Helsinki Music Centre:

Das Gebäude aus dem

Jahr 2011 beherbergt die

berühmte Sibelius-Akademie,

das Helsinki Philharmonieorchester

und das Finnische

Radioorchester. Es verfügt

über einen großen, 1.700 Besucher

fassenden Konzertsaal

sowie fünf kleinere Säle, in

denen auch oft Jazz-Konzerte

stattfinden. Und natürlich ein

herrlich gemütliches Café!

Sanomatalo: Ein

8 Glaspalst inmitten von

anderer, atemberaubender

modernen Architektur. Sitz

der ältesten finnischen Tageszeitung

„Helsingin Sanomat“.

Dazu Shops, Restaurants und

wieder jede Menge Cafés!

1

2 3 4 5 6 7 8

Helsinki entspannt genießen

Schlummern: Holiday Inn,

Elielinaukio 5, 00100 Helsinki,

www.ihg.com Klaus K,

Bulevardi 2–4, 00120 Helsinki,

www. designhotels.com

Schlemmen: Restaurant

Kaarna, Kauppakeskus

Forum,Manner heimintie 20,

Tel.: 00358/(0)10/7664550,

E-Mail: ravintola.kaarna@sok.fi,

www.ravintolakaarna.fi Restaurant

Zetor, Mannerheimintie 3–5,

Tel.: 00358/(0)10/7664450,

E-Mail: ravintola.zetor@sok.fi,

www.zetor.net

Pure Bistro, Pohjoisesplanadi 9,

Tel.: 33358/(0)50/400/3372,

E-Mail: info@purebistro.fi,

www.purebistro.fi Restaurant

Savotta, Aleksanterinkatu 22,

00170 Helsinki, Tel.: 00358/(0)9/

7425/5588, www.asrestaurants.

com/EN/restaurants/savotta

Café Ursula, (geöffnet im Sommer

von 9–24 h, ein Teil des Erlöses

wird für wohltätige Zwecke

gespendet), Ehrenströmintie 3,

Tel.: 00358/(0)9/652/817, E-Mail:

kaivopuisto@ursula.fi, www.ursula.fi

Entdecken: Kulinarische Spezialitäten:

Anton & Anton, Filiale Töölö,

Museokatu 19, 00100 Helsinki, Tel.:

00358/(0)40/145/6808, E-Mail:

toolo@antonanton.fi; Filiale

Kruununhaka, Mariankatu 18m,

00170 Helsinki,

Tel: 00358/(0)40/773/8484,

kruununhaka@antonanton.fi,

www.antonanton.fi

Chjoko / MG Desserts Oy,

Liisankatu 9, 00170 Helsinki,

Tel.: 00358/(0)40/199/868,

www.chjoko.com

Schlemmen & Entdecken:

Food Design Finland Oy,

Viikinkaari 6, 00790 Helsinki,

Tel.: 00358/00358/(0)40/

40/045/1819, E-Mail: sales@

foodsightseeing.fi, www.foodsightseeing.com,

www. facebook.com/

FoodSightseeing, www.youtube.

com/user/ foodsightseeing

94

Spezial|16


Stadtwanderungen

Kopenhagen

Dänisch wandern

Typ: Streckenwanderung

Länge: 5,7 Kilometer (ohne Parkbegehung

und Verlängerung); 7,8

Kilometer mit Verlängerung (ohne

Parkbegehung und Wanderung

durch Christiania)

Dauer: ca. 4–5 Std. (mit Pausen)

Markierung: keine

Schwierigkeitsgrad: leicht

Höhendifferenz: 10 Meter,

von 5 bis 15 Meter

Steigung/Gefälle: jeweils 35 Meter

rauf/31 Meter runter

Beste Wanderzeit: ganzjährig

Start: Vesterbro Torv

Ziel: Botanischer Garten

Wegqualität: Asphalt, Pflaster

Entspanntes Tor zum Norden

„Hyggelige“ Hafenstadt und Szene-Chic

Kopenhagen ist die südlichste Hauptstadt Skandinaviens. Das bezieht sich nicht nur auf die geografische Lage, sondern

auch auf das Lebensgefühl. Besonders an schönen Sonnentagen widerspricht die Stadt dem Klischee vom „kühlen Norden“.

Text: R. Neitz

Wir starten an der Vesterbro Torv 1 . Hier

ist das Herz von Vesterbro. Viele Straßen

kreuzen sich, und zahlreiche Cafés beleben

den malerischen Platz. Rechts neben der

Kirche St. Elias biegen wir in die Eskildsgade.

Die Mietskasernen der ehemaligen Arbeiterwohnungen

leuchten mit frisch sanierten

Fassaden. Vor dem Haus werden Fahrrad

und Kinderwagen abgestellt. Denn besonders

junge Familien wohnen hier gerne. Nach ca.

400 Metern kommen wir zur Halmtorvet. Hier

befinden sich die Kødbyen 2 . Der Kopenhagener

Schlachthof war für Generationen der

größte Arbeitergeber in Vesterbro. Die Zeit

für eine kurze Pause in einem der trendigen

Lokale oder zum Stöbern in den kleinen

Lebensmittelläden sollte man sich nehmen.

Wir folgen weiter der Straße, biegen nach

einigen Metern in die Kvægtorvsgade ab

und gleich darauf in die Tietgensgade. Bald

schon – spätestens wenn wir die Brücke über

die Bahngleise überquert haben – wird unser

Blick von der verkehrsreichen Straße auf die

goldene Turmspitze einer großväterlichen

Achterbahn gelenkt. Wir sind am Tivoli. Fast

jeder Weg führt hier vorbei, auch unserer. An

der nächsten Querstraße, dem H. C. Andersens

Boulevard, stoßen wir auf das Dansk Design

Center 3 . Das hypermoderne Gebäude fügt

sich gut ein in die Reihe der Gründerzeit-

Häuser. Wir biegen links in die Stormgade,

dann rechts in die Voldgade und dann gleich

wieder links in die Ny Vestergade. Hier steht

das Nationalmuseum, das im Kronprinzenpalais,

einem Gebäude im Rokokostil, untergebracht

ist. Noch ein paar Schritte, und vor uns

liegt der Frederiksholmkanal. Er trennt das

Festland von der Schlossinsel, der Slotholmen.

Die Ny Vestergade endet direkt an der

Schlossbrücke, der Marmorbro. Ein Augenschmaus

für Freunde historischer Baukunst.

Wir laufen um das Schloss Christiansborg 4

herum bis zum Kreisel. Weil auch die Börse

zu den schönsten Renais sancebauten zählt

und ihre Turmspitze mit den vier ineinander

verschlungenen Drachenschwänzen ein

Meisterstück ist, wählen wir den Weg an

der verkehrsreichen Børs gade. Kurz vor der

Knippelsbro geht es rechter Hand ab zur

Christians Brygge. Schon von Weitem sehen

wir den „Schwarzen Diamanten“ 5 glänzen.

Auf dem Weg werden noch weitere architektonische

Juwelen kommen. Zunächst geht

es aber noch einmal zurück zur Knippelsbro.

Hier geht es über die Princessgade

und direkt an der Hauptstraße Torvegade

entlang. Wer-- den Hauptweg nicht verlängert,

wechselt an der Kreuzung Knippelsbro

und Børsgade auf die gegenüberliegende

Straßenseite. Anschließend biegen wir rechts

in den Holmenskanal ein und laufen an der

Holmenskirke 6 vorbei. An der Kreuzung

Holmenskanal – Niels Juels gehen wir geradeaus

weiter in die Holtbergsgade. Diese

mündet später in den Nyhavn 7 . An der

Kvæesthusbro beim Nyhavn erwartet uns

ein weiteres, modernes architektonisches

Highlight, das neue Schauspielhaus. Die

Terrasse lädt zum Verweilen ein. Der Rummel

ist hier nicht so groß wie am Nyhavn.

Ob mit oder ohne Pause, unser Weg führt

über die Gothersgade zum Schlosspark

Rosenborg 8 . Das Renaissanceschlösschen

ist von einem idyllischen Park umgeben.

Zur nächsten grünen Lunge der Stadt ist es

nicht weit. Wir müssen nur noch die Oster

Voldgade überqueren und können dann den

herrlichen Botanischen Garten 9 genießen.

Spezial|16

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Stadtwanderungen

Kopenhagen

Anreisen und orientieren

Mit dem Auto: Die Anreise über Hamburg via Flensburg und die zwei

Brücken über den Kleinen und den Großen Belt (mautpflichtig/ Info:

www.storebaelt.dk) dauert länger als die Anreise via Lübeck und Fehmarn.

Von Puttgarden fahren halbstündlich Fähren nach Rødby. Auch von Rostock

nach Gedser verkehren Fähren täglich (Info: www.scandlines.de)

Mit der Bahn: Von Hamburg fahren täglich mehrere Züge. Die Bahnfahrt

dauert ca. fünf Stunden.

Mit dem Flugzeug: Vom internationalen Copenhagen Airport (www.cph.dk)

dauert die Fahrt in die City mit der Metro ca. 14 Minuten.

Orientieren: „Alles wegen Dänen“, Elmar Jung, Ullstein Verlag 2013,

9,99 Euro, „Kopenhagen“, Ulrich Sonnenberg, Corso Verlag 2011, 26,95 Euro

„Kopenhagen – ein Reiselesebuch“, Annie Lander Lanzig, Ellert & Richter

Verlag 2009, 12,95 Euro

Tourenhöhepunkte

Die größte kleine Hauptstadt Europas

1

Vesterbro Torv

Der Name „Vesterbro“

stand ursprünglich für die

gepflasterte Straße, die vom

Westen in die Stadt führt. 1850

wurde Vesterbro Torv (dt.:

Marktplatz) mit der Kirche St.

Elisa errichtet und später mit

dem Herkulesbrunnen verschönert.

Er ist ein guter Startpunkt,

um die verwinkelten Straßen

des Viertels zu erkunden.

Kødbyen

2 Kødbyen („Fleischstadt“)

besteht aus drei Arealen, die

sich entsprechend den Gebäudefarben

in einen weißen, grauen

und braunen Teil gliedern. Die

braunen Hallen (Øksnehallen)

von 1883 waren die Rinderhallen.

Auf dem Halmtorvet

(Heumarkt) wartete das Vieh.

In den weißen Gebäuden von

1930 wurden die Schlachtungen

verarbeitet. Heute sind all diese

Gebäude das Zentrum einer neuen,

avantgardistischen Szene.

Dansk Design Center

3 Dieses Haus ist das

Schaufenster des besten Designs

aus der ganzen Welt. Einen

Vorgeschmack bekommt der Besucher,

wenn er das dekorative

Café im Erdgeschoss besucht.

Schloss Christiansborg

4 Das Schloss erhebt sich

auf dem Platz, an dem schon

Bischof Absalon 1167 mit dem

Bau einer Burg begann und

Kopenhagen gründete. Der

jetzige Bau wurde von Christian

VI. 1733 veranlasst. Seit 1849 ist

hier der Sitz des Reichstags.

Königliche Bibliothek

5 Gewagt und gelungen ist

der 1999 fertiggestellte Anbau

an die alte Bibliothek. Glas und

dunkler Granit brachten dem

Gebäude den Namen „Schwarzer

Etappenprofil

Diamant“ ein. Auch ein Blick

nach innen lohnt sich. Die

asymmetrischen Fenster des 24

Meter hohen Kubus offenbaren

einen herrlichen Blick auf den

Inneren Hafen.

Holmenskirche

6

1619 ließ Christian IV. eine

kleine Schmiede an dieser Stelle

zur Marinekirche ausbauen.

Seit 1967 ist das kleine Gotteshaus

berühmt, denn hier gab

Margrethe II. ihrem Mann, Prinz

Henrik, das Ja-Wort.

Nyhavn

7

Der Stichkanal aus dem

17. Jahrhundert sollte damals den

Hafen mit dem Stadtzentrum verbinden.

Noch immer liegen am

Kai kleine Kutter, die zusammen

mit den bunt gestrichenen Giebelhäusern

für einen nostalgischmaritimen

Charme sorgen.

Schloss Rosenborg

8 Zierliche Türmchen und

zahlreiche Erker machen das

im 17. Jahrhundert im Renaissancestil

erbaute Lustschloss zu

einem wahren Märchenschloss.

Der Königliche Garten ist heute

ein beliebter Naherholungsort.

Botanischer Garten

9 Über 23.000 Pflanzen gibt

es hier zu sehen. Im Palmenhaus

kann der Besucher auf filigranen

Wendeltreppen bis zu den Wipfeln

von Kakao- und Kautschukbäumen

emporsteigen.

1 2 3 4 5 6 7

8 9

Szeneflair und

Kulturgenuss

Informieren:

Visit Denmark, Glockengießerwall,

Hamburg, E-Mail: daninfo@visitdenmark.com,

Tel.: +49 (0) 1805 32 64 63,

www.visitdenmark.com

Kopenhagen Tourist Information,

Vesterborgade 4 A, Kopenhagen,

www.visitcopenhagen.com

Schlummern und Schlemmen:

Hotel 71 Nyhavn, Nyhavn 71, Kopenhagen,

www.71nyhavnhotel.com.

Modernes Hotel in einem ehemaligen

Speicher direkt am Nyhavn.

Urban House, Designhostel,

Colbjønsensgade 5–11, Kopenhagen-

Vesterbro www.urbanhouse.me.

950 Betten, auch Mehrbettzimmer.

Mother, Høkerboderne 9, Vesterbro

(Fleischstadt), www.mother.dk.

Pizza, mit Liebe zubereitet, und sehr

guter Kaffee. Auch der Preis stimmt.

Aamanns, Zentrum, Øster Farimagsgade

10, nahe Schloss Rosenborg,

www.aamanns.dk. Hier gibt es die

kreativsten Smørrebrød.

Café Arabica, Nørrebro, Blågårdsgade

12. Ideal für kurzes Essen,

auch vegan.

Ved Stranden, Innenstadt – am

Holmenskanal, Ved Stranden 10,

www.vedstranden.dk. Schöne

Weinbar. Wenn das Wetter passt,

sitzt man draußen am Kai.

Besichtigen:

Schloss Rosenborg, Øster Volgade

4A, www.rosenborgslot.dk. Man

erfährt in den historisch möblierten

Räumen viel über Geschichte, auch

die Kronjuwelen sind ausgestellt.

Louisiana, Museum für Moderne

Kunst, Gammel Strandvej 13,

Humlebæk, ca. 35 km nördlich von

Kopenhagen, www.louisiana.dk. In

einem Park mit Blick auf Øresund

und Südschweden liegen die Ausstellungspavillons.

Die Kollektionen

zählen zu den besten Sammlungen

der Moderne.

Christiansborg Slot, wo einst Könige

herrschten, regiert heute das Volk.

Schlossführungen Mai–Sept. tgl. 11,

13 und 15 Uhr, Okt.–April Di–So

15 Uhr, Eintritt 60 dkr

96


Stadtwanderungen

New York

Drei Brücken an

einem Tag

Typ: Straßenwanderung

Länge: 22 Kilometer

Dauer: mindestens acht Stunden

Schwierigkeit: gute bis sehr gute

Kondition erforderlich

Beste Zeit: Frühjahr bis Herbst

Start: City Hall

Ziel: Bedford Avenue

Wegequalität: gut, größtenteils

asphaltiert

Wandern über den East River

Von einer Hängebrücke zur anderen

Auf dieser New-York-Tour hangeln wir uns über drei

Hängebrücken, die seit gut einem Jahrhundert die Stadtteile

Brooklyn und Manhattan verbinden. Jede Brücke hat

ihr eigenes Leben mit bestimmtem Charme, und der Weg

führt durch interessante neue Wohn- und Szeneviertel.

Startpunkt unserer Brückeneroberung

ist Manhattan, City

Hall. Erreichbar zu Fuß über

den Broadway oder mit den

Subway-Linien N, R (Station

City Hall) beziehungsweise den

Linien 4, 5, 6 (Station Brooklyn

Bridge – City Hall). Wir begeben

uns dann auf die Park Row und

sehen schon die vielen Zufahrten

zur breiten Rampe, die auf die

Brooklyn Bridge 1 führt. Wir

laufen auf dem Walkway, der

von der Verkehrsstraße getrennt

ist. Auf der Brücke wandern wir

über der Straßenfahrbahn unter

freiem Himmel und haben in alle

Richtungen einen wunderbaren

Blick. Auf der Brooklyn-Seite

können wir fast bis zum Ende

der Abfahrt laufen und rechts

den Fußweg zur Old Fulton Street

nehmen. In der Verlängerung

zur Cadman Plaza gelangen wir

zum neu gestalteten Brooklyn

Bridge Park 2 . Von dort gehen

wir den gleichen Weg zurück

bis zur Front Street linker Hand,

die auf die Washington Street

führt, auf der wir erneut nach

links gehen und uns den Fulton

Ferry State Park 3 ansehen.

Zurück geht es durch DUMBO

über Washington Street und

Prospect Street fast parallel zur

Manhattan Bridge, bis wir linker

Hand die Auffahrtsrampe sehen.

Für sich genommen nimmt der

Weg zwischen Brooklyn Bridge

und Manhattan Bridge 4

höchstens zwanzig Minuten Zeit

in Anspruch. Der Fußgängerweg

über die Brücke Richtung Chinatown

befindet sich auf der linken

Seite der Brückenkonstruktion.

Auf der Manhattan-Seite laufen

wir über den FDR Drive weit ins

Stadtgebiet bis zur Canal Street,

der Grenze zwischen Little Italy

und Chinatown, und biegen

rechts auf die Canal Street ab,

die wieder Richtung East River

führt. Nach gut einem Kilometer

geht links die Ludlow Street ab,

eine kleine Straße, die über einige

Kilometer mitten in die Lower

East Side 5 führt. Es lohnt sich,

die Ludlow ganz bis zum Ende an

der East Houston Street zu gehen

beziehungsweise links und

rechts davon die sympathische

Lower East Side zu erkunden.

Deren südliche Begrenzung ist

die Delancey Street, auf der wir

dann Richtung Williamsburg

Bridge 6 marschieren. Auf

unserer dritten Brücke gilt ebenfalls

strikt die Anweisung für

Biker und Fußgänger, die jeweils

angewiesene Spur zu halten. Wir

laufen ein ganzes Stück auf die

Brooklyn-Seite und knicken von

der Brücke rechts ab auf den

Broadway, dem wir wieder Richtung

Wasser folgen. Die Gegend

wirkt schäbig, birgt jedoch einige

kulinarische Überraschungen.

In Höhe der Bedford Avenue 7

biegen wir rechts ab, unterqueren

die Williamsburg Bridge

und verfolgen die Bedford Avenue,

um dort das neue urbane,

junge und quirlige Leben von

Williamsburg zu entdecken.

Neue quirlige Gastroszene

in der Bedford Avenue.

Text: N. Kellner, Foto: J. Cawley

Spezial|16

97


Stadtwanderungen

New York

Anreisen und orientieren

Zahlreiche Fluggesellschaften bieten Direktflüge ab Deutschland, Österreich

oder der Schweiz an. Tickets sind ab 400 Euro zu erhalten, der Durchschnittspreis

für Hin- und Rückflug liegt bei rund 600 Euro. Ankommende

Flüge aus Europa landen auf dem John F. Kennedy International Airport oder

dem Newark International Airport. Seit 2009 sind Touristen dazu verpflichtet,

mindestens drei Tage vor der Einreise in die USA personenbezogene Daten an die

amerikanische Heimatschutzbehörde zu übermitteln. Das sogenannte ESTA-Formular

kann auf der ESTA-Website ausgefüllt werden. Das Subway-Netz von New York ist

sehr gut ausgebaut, eine einzelne Fahrt mit der U-Bahn kostet 2,50 US-Dollar,

eine Wochenkarte kostet 30 US-Dollar. Die gelbe, rote, blaue und orange Linie

sind die Hauptverkehrsadern für Manhattan, die braunen Linien führen nach

Brooklyn. Empfehlenswert als Reiseführer: www.nyc-guide.de

BROOKLYN

BRIDGE

Seit 130 Jahren

verbindet die

Brooklyn Bridge

New Yorks Stadtteile

und dient als

beliebtes Ziel für

Touristen, Aktivisten

und Pendler. Ihr Bau legte

den Grundstein für den Aufstieg

der Metropole. In den 1960er

Jahren wurde die Brücke zum

Wahrzeichen New Yorks. Zur Zeit

ihres Baus war die 18 Mio. US-

Doller teure Brooklyn Bridge die

längste Hängebrücke der Welt.

Um sie zu finanzieren, kostete

ihre Überquerung zu Beginn fünf

Cent pro Fahrzeug und einen Cent

pro Fußgänger. Das Bauwerk ist

insgesamt 1.833 Meter lang, die

Spannweite beträgt 486 Meter,

und sie war die erste Konstruktion

ihrer Art, bei der Tragseile aus

Stahl verwendet wurden. Neben

sechs Fahrspuren besitzt sie auch

jeweils einen Rad- und Fußweg.

Die beiden mächtigen Steintürme

sind über 80 Meter hoch

und bestehen vollständig aus

Sandstein und Granit. Sie sind im

damals modernen neugotischen

Stil gehalten.

Tourenhöhepunkte

Brücken verbinden

1

Brooklyn Bridge: Als

Meisterwerk der Ingenieurskunst

Ende des 19. Jahrhunderts

gefeiert. Erstmals wurden die

Bezirke Brooklyn und Manhattan

direkt verbunden, was von den

Einwohnern Brooklyns zunächst

eher skeptisch aufgenommen

wurde, da sie um ihre Eigenständigkeit

bangten.

Brooklyn Bridge Park:

2

Dieser Park gehört zur

neu gestalteten Uferpromenade

entlang des East River, die zum

Sport, Picknicken und auch

zum Baden einlädt. Die neue

Waterfront zieht sich am

Wasser entlang und beinhaltet

außerdem noch den

Fulton Ferry State Park:

3 Auch dort flaniert man

Etappenprofil

1

inzwischen am East River entlang.

In den angrenzenden früheren

Lagerhallen wurde neuer Wohnraum

konzipiert, und es entwickelte

sich eine neue Szene aus

Kultur, Leben und Gastronomie.

4

Manhattan Bridge: Ein

imposanter Stahlgigant, der

nach der Brooklyn Bridge erbaut

wurde und in dessen Schatten

neue Grünanlagen sowie die teuersten

Wohnungen von Brooklyn

entstanden. Auf dieser Brücke

kommen wir ins „LES“, in die

5

Lower East Side: Dieses

nette Viertel hat sich seine

charmante Wohn- und Lebensqualität

bewahrt. Hier leben

viele Künstler und Schriftsteller.

Die Gastronomie ist sehr experimentierfreudig.

Williamsburg Bridge: Auf

dieser Brücke erwartet uns

ein anderes Panorama von Manhattan,

da die Perspektive nun

auch weiter nördlich geht. Zudem

überblicken wir die gesamte neu

gestaltete Waterfront auf der

Brooklyn-Seite. Diese Brücke ist

bereits komplett saniert.

Bedford Avenue: Dort

7 hat sich ebenfalls eine

interessante neue Wohnkultur

entwickelt — ohne Hochhausund

Verkehrsstress. Um sich

hier ein wenig treiben und

inspirieren zu lassen, empfiehlt

es sich, auf der lang gezogenen

Bedford Avenue ab der Williamsburg

Bridge noch ein wenig

nordwärts zu wandern, wo es

kleine Cafés zu entdecken gibt.

2 3 5 5 6 7

6

Geheimtipps für den

„Big Apple“

Schlemmen und Schlummern:

Roberta’s, Pizzen mit hausgemachtem

Mozzarella, Tomaten aus dem eigenen

Garten und einem ständig perfektionierten

Teig. 261 Moore Street,

Bushwick, Tel.: +1 718 417 11 18,

www.robertaspizza.com. Brooklyn

ist Epizentrum einer jungen,

ambitionierten „Foodie“-Bewegung,

die vom Michelin Guide 2012 mit

immerhin sieben Sternen gewürdigt

wurde. Wie etwa das Saul, 140

Smith Street, Cobble Hill, Tel. +1

718 935 98 42, www. saulrestaurant.

com. Einen Besuch wert sind

außerdem: The Vanderbilt, 570

Vanderbilt Avenue, Prospect

Heights, Tel.: +1 718 623 05 70,

www. thevanderbiltnyc.com sowie

das Colonie, 127 Atlantic Avenue,

Brooklyn Heights, Tel.: +1 718

855 75 00, www.colonie.com. Die

Burger-Überraschung ist das Diner,

85 Broadway, Williamsburg, Tel.: +1

718 486 30 77, www.dinernyc.com.

Fleisch sowie andere Zutaten liefert

der Feinkostladen Marlow & Sons –

dort kann man ebenfalls essen. 81

Broadway, Williamsburg, Tel.: +1 718

384 14 41, www.marlowandsons.com.

Wer beim nächsten Brückenbesuch

von Brooklyn aus starten will,

dem seien zwei hervorragende

Hotels in Brooklyn empfohlen: Das

Nu Hotel, 2008 in einem ehemaligen

Appartmenthaus eröffnet,

schickes, urbanes Design und helle,

großzügige Zimmer sowie freies

Frühstück und WiFi. 85 Smith Street,

Cobble Hill, Tel.: +1 718 852 85 85,

www.nuhotelbrooklyn.com.

Und das Aloft New York Brooklyn.

Die junge, trendige Tochter der

Starwood-Gruppe ist in Brooklyn mit

einem durchgestylten, gut ausgestatteten

176-Zimmer-Haus präsent.

216 Duffield Street, Downtown,

Tel.: +1 718 256 38 33,

www.alofthotels.com/brooklyn.as

98

Spezial|16


DUO

Isolierflasche

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