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Altlandkreis - Das Magazin für den westlichen Pfaffenwinkel - März/April 2016

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Ausgabe 34 | <strong>März</strong> / <strong>April</strong> <strong>2016</strong><br />

Eine Produktion von<br />

Titelbild: Wolfgang Filser, Fotolia<br />

mit Veranstaltungskalender <strong>für</strong> zwei Monate<br />

Die Grubenrettung<br />

in Hohenpeißenberg<br />

Die Rote Couch in Berlin<br />

zu Besuch in der Hauptstadt<br />

&<br />

BAUEN WOHNEN<br />

Mit großem Sonderteil<br />

in dieser Ausgabe


Kieferorthopädische Praxis Dr. Brigitte Schnell<br />

Begeisterte Patienten in Schongau<br />

„Aufgrund der kieferorthopädischen<br />

Behandlung durch Frau<br />

Dr. Schnell und ihr Team sind<br />

meine Zähne jetzt beim Lachen<br />

ein toller Blickfang.<br />

Außerdem mußten mir keine<br />

bleiben<strong>den</strong> Zähne entfernt<br />

wer<strong>den</strong>. Ich kann Frau Dr.<br />

Schnell und ihr Team bestens<br />

empfehlen. Hier stimmt einfach<br />

alles, Fachkompetenz, Beratung,<br />

Service, u.s.w..“<br />

Schongau / „Wegen einer<br />

schlimmen Fehlstellung meiner<br />

Zähne entschied ich mich<br />

<strong>für</strong> eine Behandlung in der<br />

Praxis Dr. Brigitte Schnell. Ich<br />

fühlte mich dort sofort wohl,<br />

weil das Team sehr aufmerksam<br />

und freundlich ist und<br />

die großzügigen Räume sehr<br />

ansprechend eingerichtet sind.<br />

Darüber hinaus steht der Patient<br />

hier stets im Mittelpunkt<br />

und kann Fragen sowie Wünsche<br />

äußern. Die Behandlung<br />

ist angenehm, modern, individuell<br />

und äußerst effizient.<br />

Aufgrund schneller Fortschritte<br />

und einem super Endergebnis<br />

bin ich höchst zufrie<strong>den</strong><br />

mit meiner Behandlung und<br />

kann Dr. Schnell und Team<br />

nur wärmstens weiter empfehlen!“<br />

So äußert sich ein<br />

Patient am Ende seiner kieferorthopädischen<br />

Behandlung.<br />

Die Mutter eines jungen Patienten<br />

bestätigt diesen positiven<br />

Eindruck und fügt hinzu:<br />

„Ich fühle mich hier so gut<br />

aufgehoben, dass ich auch<br />

größere Anfahrten in Kauf<br />

nehme.“<br />

Vorher hatte mir kein anderer<br />

Kieferorthopäde gesagt, dass<br />

dieses tolle Ergebnis möglich<br />

ist, ohne Zähne zu ziehen. Ich<br />

bin begeistert von meinem<br />

schönen Lächeln“ berichtet<br />

eine zufrie<strong>den</strong>e Patientin.<br />

Diese Patientenzufrie<strong>den</strong>heit<br />

wurde auch in einer Befragung<br />

„Qualität aus Patientensicht“<br />

durch das Institut <strong>für</strong> Management<br />

im Gesundheitswesen<br />

unter der wissenschaftlichen<br />

Leitung von Prof. Dr. G. F. Riegel<br />

bestätigt. Die Patienten<br />

vergaben in allen untersuchten<br />

Leistungsfeldern Noten<br />

im Einser-Bereich. Frau Dr.<br />

Schnell ist seit 23 erfolgreich<br />

Jahren in Schongau als Fachzahnärztin<br />

<strong>für</strong> Kieferorthopädie<br />

tätig. Ihre Ausbildung<br />

erfolgte nach dem zahnmedizinischen<br />

Staatsexamen über<br />

vier Jahre lang ausschließlich<br />

im Bereich Kieferorthopädie.<br />

Durch diese Spezialisierung<br />

verfügt sie über eine fundierte<br />

Erfahrung in der Behandlung<br />

von Kleinkindern, Jugendlichen<br />

sowie erwachsenen Patienten.<br />

gelenke, sowie die Nasenatmung<br />

und der Schluckvorgang<br />

im Behandlungskonzept berücksichtigt<br />

wer<strong>den</strong>. So kann<br />

z.B. Vorschulkindern mit chronischen<br />

Kopfschmerzen in<br />

interdisziplinärer Zusammenarbeit<br />

mit einem Osteopathen<br />

geholfen wer<strong>den</strong>. Aber<br />

nicht nur Kinder und Jugendliche<br />

wer<strong>den</strong> in der Praxis Dr.<br />

Schnell behandelt. Der Anteil<br />

der Erwachsenen, die mit ästhetischen<br />

und funktionellen<br />

Fragestellungen kommen, ist<br />

hoch. „Inzwischen bringen<br />

schon Eltern, die als Jugendliche<br />

selbst von mir behandelt<br />

wur<strong>den</strong>, ihre Jüngsten in die<br />

Praxis. <strong>Das</strong> freut mich natürlich<br />

besonders, weil es der<br />

beste Beweis <strong>für</strong> fachliche Zufrie<strong>den</strong>heit<br />

und menschliche<br />

Bindung ist“, resümiert die<br />

Fachzahnärztin <strong>für</strong> Kieferorthopädie<br />

erfreut.<br />

„Manche sagen, die Augen<br />

sind das besondere an einem<br />

Menschen, doch eigentlich ist<br />

es das Lächeln, was verzaubert.<br />

Ich bin total begeistert<br />

von der perfekten Behandlung,<br />

<strong>den</strong>n endlich kann auch ich<br />

mein Lächeln unbeschwert zeigen.<br />

Nicht nur die Behandlung<br />

an sich ist lobenswert, sondern<br />

auch die schön eingerichtete<br />

Praxis und die freundlichen<br />

Mitarbeiterinnen steigern<br />

<strong>den</strong> Wohlfühl-Faktor. Alles ist<br />

wirklich empfehlenswert.“<br />

„Sich als erwachsener Mensch<br />

auf das „Abenteuer“ Zahnspange<br />

einzulassen, hat sich<br />

in jedem Fall gelohnt. Frei zu<br />

lachen ist ein Geschenk, das<br />

man mit Geld nicht bezahlen<br />

kann.“<br />

Tatsächlich gibt es viele Patienten<br />

gleich welcher Krankenkasse,<br />

die längere Anfahrtstrecken<br />

auf sich nehmen. Denn<br />

es hat sich herumgesprochen,<br />

dass Frau Dr. Schnell<br />

möglichst alle bleiben<strong>den</strong><br />

Zähne erhalten will. „Ich bin<br />

wunschlos glücklich mit meinem<br />

Behandlungsergebnis.<br />

„Um ein stabiles Behandlungsergebnis<br />

zu erreichen, ist<br />

es wichtig, nicht nur das Symptom<br />

sondern auch die Ursache<br />

zu therapieren. Deshalb<br />

ist eine ganzheitliche Betrachtung<br />

des Patienten selbstverständlich“,<br />

betont Dr. Schnell.<br />

<strong>Das</strong> bedeutet, dass die Kopfund<br />

Körperhaltung, die Kiefer-<br />

Kieferorthopädin Dr. Brigitte Schnell<br />

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e<br />

Lieblingsplätze<br />

Mit dem erwachen<strong>den</strong> Frühling<br />

drängt es uns Menschen<br />

hinaus ins Grüne. Aber verraten<br />

Sie, liebe Leserin,<br />

lieber Leser, anderen Menschen<br />

Ihre Lieblingsplätze<br />

in der freien Natur? Oder<br />

haben Sie sich schon über<br />

Zeitgenossen geärgert, die<br />

Sie vertrauensseelig mitgenommen<br />

hatten — um sie bei nächster Gelegenheit<br />

unverabredet an eigentlich Ihrem stillen Bade- oder<br />

Picknickplatz anzutreffen, eine feiernde Horde im<br />

Schlepptau. Es gibt Geheimnisse, die sollte man <strong>für</strong><br />

sich behalten, fragen Sie die Schwammerlsucher. <strong>Das</strong><br />

Titelfoto der neuen „altlandkreis“-Ausgabe lässt solche<br />

Gedanken aufkommen ...<br />

Glücklicherweise kein Geheimnis ist, welch wunderbare<br />

Aussicht sich von oberhalb des Biberschwöller<br />

Sees bietet, an der Straße von Steinga<strong>den</strong> nach Fronreiten.<br />

Je nach Tageszeit und Wetter wechselt das<br />

Gewässer stimmungsvoll seine Farben, als säße ein<br />

hne<br />

Maler mit Pinsel und Farbpalette am Ufer, tupfte Seerosen<br />

hinein oder werfe mit flinkem Strich sattgrüne<br />

Schilfhalme in die Szenerie. Die Jahreszeiten geben<br />

dem See dazu die passen<strong>den</strong> Wechselrahmen: Der<br />

Herbst umfasst ihn mit ockerbraunem Röhricht. Winter<br />

und Wind breiten ein schneeweißes Passepartout<br />

ten!<br />

um die schwarzgrauen Wellen. Und bald können wir<br />

uns wieder auf <strong>den</strong> Goldrahmen freuen: Die tiefgelben<br />

Löwenzahnwiesen, die wie leuchtende Patina<br />

über der Landschaft liegen. Als blühender Kontrast zu<br />

Schneeresten und Felstürmen der Ammergauer, Vilstaler<br />

und Pfrontener Berge, am Biberschwöller See oft<br />

zum Greifen nahe.<br />

56 Schongau<br />

Mit diesem Bild der Vorfreude wollen wir Sie in <strong>den</strong><br />

Frühling schicken. Zumal dieser Lieblingsplatz auch<br />

ein neues Buch über <strong>den</strong> <strong>Pfaffenwinkel</strong> ziert, samt<br />

Florian Echtler, dem Vorreiter beim Steinga<strong>den</strong>er Ulrichsritt<br />

auf einem Süddeutschen Kaltblut. Wir verlosen<br />

drei Exemplare der so lesenswerten wie opulent<br />

bebilderten Neuerscheinung.<br />

Ein erstrebenswerter Lieblingsplatz ist auch das Eigenheim.<br />

Im Sonderteil „Bauen & Wohnen“ haben<br />

wir wichtige Informationen zu Geld, Recht und Versicherungen<br />

zusammengetragen, Experten befragt<br />

und Bezugsquellen aufgetan, wo im Schongauer Land<br />

gutes Material <strong>für</strong> <strong>den</strong> Bau zu bekommen ist. Dazu erzählen<br />

wir die so unterhaltsame wie geheimnisvolle<br />

Geschichte von <strong>den</strong> Handwerkern auf der Walz.<br />

Besondere Orte zugänglich zu machen, ihre Geheimnisse<br />

gar zu lüften, ist Ziel des neuen Netzwerkes<br />

„<strong>Pfaffenwinkel</strong> Gartenwinkel“. In ihm öffnen Privatleute<br />

ihre einzigartigen Gärten bei Führungen,<br />

Gärtnereien bieten heimische Pflanzen an: Kräuter,<br />

Blumen, Heilpflanzen, Stau<strong>den</strong>, Bäume — ein echtes<br />

Frühlingsthema. Wie auch die Osterbräuche, Speisensegnung<br />

und das Heilige Grab, die im <strong>Altlandkreis</strong><br />

eine Renaissance erlebten — wir erzählen, wie<br />

sich das zutrug.<br />

Und <strong>für</strong> <strong>den</strong> Fall, dass sich der Frühling nach dem Erscheinen<br />

unseres <strong>Magazin</strong>s noch Zeit lässt, haben wir<br />

jede Menge „wetterunabhängiger“ Themen aufbereitet,<br />

<strong>für</strong> Lesevergnügen an Ihrem Lieblingsplatz. <strong>Das</strong><br />

Vereinsleben rund um Musik, Sport und Brauchtum ist<br />

ganzjährig aktuell. Dazu berichtet Alexander Dobrindt<br />

über sein Wirken als Bundesverkehrsminister, auch<br />

<strong>für</strong> <strong>den</strong> Landkreis, im großen Interview auf der „Roten<br />

Couch“ — unserem ganz speziellen Platz.<br />

<br />

Tobias Schumacher<br />

0 88 61 / 23 36-14<br />

> > > Aus dem Inhalt<br />

Seite 4<br />

Brandaktuelles Bergbauerbe:<br />

Die Grubenrettungsstelle in<br />

Hohenpeißenberg<br />

Seite 6<br />

Rechnen und Staunen<br />

im Sonnenuhrenpark von<br />

Bad Bayersoien<br />

Seite 9<br />

Die Rote Couch in Berlin:<br />

Zu Besuch bei Bundesminister<br />

Alexander Dobrindt<br />

Seite 14<br />

Katholisches Brauchtum<br />

Osterkörbe — Weitertragen<br />

der frohen Botschaft<br />

Seite 18<br />

Mit einer Teilzeitausbildung<br />

in ein erfolgreiches<br />

Berufsleben starten<br />

Seite 20<br />

Wie geht es weiter?<br />

Die Zukunft dreier Dorflä<strong>den</strong><br />

aus dem <strong>Altlandkreis</strong><br />

Seite 24<br />

Junge, dynamische Klangkörper<br />

bei <strong>den</strong> Frühjahrskonzerten im<br />

Schongauer Land<br />

Seite 36<br />

(K)ein gefragter Beruf?<br />

Die Chancen von Bäckerund<br />

Metzgerlehrlingen<br />

Seite 40<br />

„der altlandkreis“<br />

beim Selbstversuch im<br />

Wohlfühlmoor<br />

Seite 44<br />

Sag mal, Michael!<br />

Peitinger Jung-Eisstockschütze<br />

im Frage- und Antwortspiel<br />

Seite 49<br />

Wer kennt die Säule?<br />

Plantsch-Badegutscheine im<br />

Heimaträtsel zu gewinnen<br />

Seite 50<br />

Zwei Verbände können sich<br />

nicht einigen: Die Situation der<br />

Hebammen im <strong>Altlandkreis</strong><br />

Seite 55<br />

GROSSER SONDERTEIL<br />

ZU DEN THEMEN<br />

BAUEN, WOHNEN & ENERGIE<br />

Seite 84<br />

Einiges los im Frühjahr!<br />

Die Termine <strong>für</strong> die Monate<br />

<strong>März</strong> und <strong>April</strong> auf einen Blick<br />

Für ein atemberaubendes Lächeln…<br />

Zahnarztpraxis<br />

Dr. Oliver Kellermann<br />

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märz / april <strong>2016</strong> | 3


Die Lehrgangsangebote der Hauptstelle <strong>für</strong> das Grubenrettungswesen<br />

Brandaktuelles Bergbauerbe<br />

<strong>Das</strong> Verwaltungsgebäude der Hauptstelle <strong>für</strong> das Grubenrettungswesen<br />

in Hohenpeißenberg. Links hinter dem Haus liegt die Halle mit <strong>den</strong><br />

Übungs- und der Keller mit <strong>den</strong> Brandsimulationsstollen.<br />

Hohenpeißenberg | Einge<strong>den</strong>k der<br />

längst vergangenen Epoche des<br />

Kohlebergbaus im <strong>Pfaffenwinkel</strong><br />

klingt die Bezeichnung wie<br />

aus längst vergangenen Zeiten:<br />

„Hauptstelle <strong>für</strong> das Grubenrettungswesen<br />

Hohenpeißenberg“.<br />

Doch an der Hauptstraße prangen<br />

diese Worte auf einem blitzblanken<br />

Schild. Die Institution ist seit<br />

1955 im Ort ansässig, und ihre<br />

Aufgaben sind brandaktuell, im<br />

unmittelbaren Wortsinn: „Unser<br />

Potenzial ist riesig“, sagt Hauptstellenleiter<br />

Martin Rauscher.<br />

Knapp 2 000 Gäste hat er im Jahr<br />

2015 begrüßt: 950 Atemschutzgeräteträger<br />

von Freiwilligen<br />

Feuerwehren, 870 Menschen, die<br />

hauptberuflich in einer Werksfeuerwehr<br />

arbeiten oder <strong>für</strong> Atemschutz<br />

und Noteinsätze etwa in<br />

Chemiewerken zuständig sind,<br />

dazu 170 Mitarbeiter von Grubenwehren.<br />

Für sie koordiniert Alois<br />

Kirchbichler in Hohenpeißenberg<br />

Lehrgänge, teils über mehrere<br />

Tage, auch wieder <strong>2016</strong>.<br />

Die Schulungsstätte ist eine von<br />

bundesweit vier, die die „Berufsgenossenschaft<br />

Rohstoffe und<br />

chemische Industrie“ (BG RCI) unterhält.<br />

Die anderen sind ansässig<br />

in Herne, Leipzig und Clausthal-<br />

Zellerfeld, Rauscher hat dort Bergbauwesen<br />

studiert. Vor drei Jahren<br />

kam er nach Bayern, wo noch in<br />

drei Bergwerken industriell geschürft<br />

wird: Graphit in Kropfmühl<br />

bei Passau, Salz in Berchtesga<strong>den</strong><br />

und Gips im fränkischen Hüttenheim<br />

bei Iphofen. Sicherheitskräfte<br />

von dort kommen ebenso nach Hohenpeißenberg<br />

wie von vier Standorten<br />

in Ba<strong>den</strong>-Württemberg: Aus<br />

der „Grube Clara“ in Oberwolfach<br />

im Schwarzwald, wo Fluss-Spat<br />

und Schwerspat abgebaut wird,<br />

vom Gipsbruch in Obrigheim und<br />

aus zwei Salzbergwerken, in Heilbronn<br />

und Stetten auf der Schwäbischen<br />

Alb.<br />

Sie lernen bei Kirchbichler, wie<br />

Menschen aus Notsituationen gerettet<br />

wer<strong>den</strong>, oder frischen mit<br />

ihm ihr Wissen auf. Die Ausbildungsstätte<br />

geht zurück auf Dr. Josef<br />

Engelmann, ihren ersten Leiter,<br />

der sie zu jener Zeit, als der Kohlebergbau<br />

in Peißenberg, Hohenpeißenberg<br />

und Peiting noch auf<br />

Hochtouren lief, zentral zwischen<br />

<strong>den</strong> drei Standorten aufbaute, um<br />

Retter auf <strong>den</strong> Ernstfall vorzubereiten.<br />

An das cremefarbene Gebäude<br />

mit der bezeichnen<strong>den</strong> Adresse<br />

Unterbau 71 ¹/8, das heute Verwaltungsräume<br />

und einen Schulungssaal<br />

mit modernster Präsentationstechnik<br />

beherbergt, schließt sich<br />

ein Gebäudekomplex an, der von<br />

außen wie eine triste Industriehalle<br />

anmutet. Ihr Inneres hat es aber<br />

in sich.<br />

Engelmann plante und baute hier<br />

zwei riesige, dreistöckige, rund<br />

acht Meter hohe Stahlcontainer,<br />

und richtete auf vier Ebenen<br />

Stollengänge ein. Sie können per<br />

Steuerpult von außen verraucht,<br />

erhitzt und verdunkelt wer<strong>den</strong><br />

und sind mit allen Hindernissen<br />

ausgestattet, <strong>den</strong>en Bergleute<br />

begegnen: Loren zur Kohleabfuhr,<br />

rutschige Schrägpassagen,<br />

am Bo<strong>den</strong> liegende Förderketten,<br />

hölzerne Stützpfosten und Querstreben,<br />

Flachgänge nicht höher<br />

als 40 Zentimeter, Durchlässe aus<br />

Stahlrohr, durch die sich die Retter<br />

zwängen. „<strong>Das</strong> Innenleben ist<br />

einzigartig, ein originaler Nachbau<br />

des Bergwerks in Peißenberg,<br />

das damals zu <strong>den</strong> modernsten<br />

in Deutschland zählte — das war<br />

Stand der Technik“, erzählt Kirchbichler.<br />

Falls drinnen jemand in<br />

Panik gerät, sind mehrere Fenster<br />

und Türen als Notausgänge von<br />

außen über Treppen und Wege<br />

aus Stahlgitterrost erreichbar.<br />

Lehrgänge auch <strong>für</strong><br />

Fremdfirmen<br />

Was wie ein Museum anmutet,<br />

leistet bis heute beste Dienste. Neben<br />

Mitgliedsunternehmen der BG<br />

RCI — zu <strong>den</strong>en im Landkreis etwa<br />

Roche in Penzberg und UPM in<br />

Schongau gehören — buchen aktuell<br />

auch Fremdfirmen die Lehrgänge,<br />

die Tunnels <strong>für</strong> das Bahnprojekt<br />

„Stuttgart 21“ durch die<br />

Schwäbische Alb treiben. „Eine<br />

normale Feuerwehr geht dort<br />

nicht rein“, weiß Rauscher. Die<br />

Ausschreibungen verpflichteten<br />

die Tunnelbauunternehmen, eigene<br />

Rettungskräfte auszubil<strong>den</strong>.<br />

„In <strong>den</strong> vergangenen zweieinhalb<br />

Jahren hatten wir einige 100 Leute<br />

Zum Film:<br />

4 | der altlandkreis


hier“, erzählt der Hauptstellenchef.<br />

Eine Ausbildung in Hohenpeißenberg<br />

kann von der Pike auf<br />

erfolgen, oder Atemschutzgeräteträger<br />

wer<strong>den</strong> auf Erfordernisse<br />

im Tunnelbau umgeschult.<br />

Und das ist längst noch nicht alles:<br />

In einem weiteren Raum der Halle<br />

steht ein riesiger Stahlbehälter.<br />

In ihm lernen Rettungskräfte, sich<br />

in engen Räumen zu bewegen.<br />

Zielgruppe sind Mitarbeiter von<br />

Tankreinigungsfirmen oder von<br />

Betrieben, die in Silos arbeiten.<br />

Hinter <strong>den</strong> Stahlriesen ziehen sich<br />

Steigleitern die Wände empor,<br />

wo die Rettung und das Abseilen<br />

eines Verletzten aus großer Höhe<br />

geübt wird.<br />

Zwei 70 Meter lange<br />

Übungsstollen<br />

Alois Kirchbichler, der die Lehrgänge koordiniert, in einem Hindernis <strong>für</strong><br />

die Rettungskräfte, einer Lore <strong>für</strong> <strong>den</strong> Kohletransport.<br />

An <strong>den</strong> Leitern vorbei führt eine<br />

Treppe in <strong>den</strong> Keller, wo Kirchbichler<br />

mit <strong>den</strong> Lehrgangsteilnehmern<br />

deren Grenzen auslotet. Mächtige<br />

Stahltüren bewehren zwei 70<br />

Meter lange Übungsstollen: die<br />

Brandstrecke mit Brandsimulationsanlage.<br />

Beide Tunnels können<br />

verraucht wer<strong>den</strong>, einer ist mit<br />

Schamottesteinen ausgemauert.<br />

„Wenn wir hier drin immer wieder<br />

Feuer machen, würde der Beton<br />

irgendwann einstürzen“, sagt<br />

der Ausbildungskoordinator —<br />

eine schreckliche Vorstellung in<br />

tiefschwarzer Nacht.<br />

Früher seien bei Übungen mitunter<br />

sogar Autoreifen oder Holzpaletten<br />

entflammt wor<strong>den</strong>, um<br />

die Bedingungen in einem brennen<strong>den</strong><br />

Gebäude zu simulieren.<br />

Heute tut es, dem Umweltgedanken<br />

geschuldet, eine brennbare<br />

Flüssigkeit in einer Feuerschüssel.<br />

In <strong>den</strong> Übungsanlagen trainieren<br />

neben <strong>den</strong> Mitgliedsbetrieben vor<br />

allem Freiwillige Feuerwehren aus<br />

der Umgebung, deren Atemschutzgeräteträger<br />

jährlich eine Übung in<br />

einer anerkannten Übungsstrecke<br />

nachweisen müssen. Die Truppstärke<br />

im Tunnel schwankt zwischen<br />

zwei und fünf Mann, pro Übungseinheit<br />

schult Kirchbichler bis zu 40<br />

Personen. Welchen Ruf die Hauptstelle<br />

in Hohenpeißenberg genießt,<br />

wird klar, als Rauscher von einer<br />

Hamburger Feuerwehr erzählt, die<br />

vor ein paar Jahren zu Gast war;<br />

und beim Blick ins Internet: Eine<br />

Feuerwehr aus Passau hat ihren<br />

Übungseinsatz gefilmt und vier<br />

Minuten davon veröffentlicht (auch<br />

auf www.altlandkreis.de). ts<br />

Kirchbichler zeigt auf das Stahlbehältnis,<br />

in dem Retter, etwa von<br />

Tankreinigungsfirmen, die Bergung<br />

von Verunglückten in engen<br />

Räumen trainieren.<br />

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märz / april <strong>2016</strong> | 5


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Karl Kunerts Sonnenuhrenpark in Bad Bayersoien<br />

Rechnen und Staunen<br />

mit Gnomonen<br />

Bad Bayersoien | Wenn die Winternebel<br />

die Sonne nicht mehr<br />

verhüllen, ist in Bad Bayersoien<br />

handwerkliche und mathematische<br />

Präzision zu entdecken: im Sonnenuhrenpark.<br />

Nicht, dass hier nur<br />

Uhrzeiten abzulesen wären. Der<br />

ortsansässige Steinmetzmeister<br />

Karl Kunert, der <strong>den</strong> Park geschaffen<br />

hat, meißelte in jede seiner<br />

fünf Sonnenuhren eine präzise Beschreibung,<br />

wie sie berechnet sind,<br />

wie Stun<strong>den</strong> und Minuten abgelesen<br />

wer<strong>den</strong> — und was sie sonst<br />

noch alles anzeigen.<br />

Keine der Uhren ist gleich. Wer sich<br />

eingehend mit ihnen beschäftigt,<br />

verbringt auf der Wiese zwischen<br />

Köchel- und Kirmesauerstraße<br />

eine so lehrreiche wie vergnügliche<br />

Zeit mit Rechnen, Knobeln und<br />

Staunen. Die „Sonnenspinne“ fällt<br />

ins Auge wegen ihrer dekorativ<br />

anmuten<strong>den</strong> Stun<strong>den</strong>kurven. Die<br />

braucht es, weil der Schattenzeiger<br />

(griechisch: Gnomon) horizontal im<br />

Zentrum der Granitscheibe steckt.<br />

<strong>Das</strong> Ablesen von Mitteleuropäischer<br />

Zeit (MEZ) oder Sommerzeit<br />

(SOZ) beginnt auf <strong>den</strong> Datumskreisen.<br />

Wo die sich mit dem Gnomonschatten<br />

treffen, ist der Stun<strong>den</strong>kurve<br />

nach außen zu folgen. Dort<br />

steht die Uhrzeit.<br />

Höchst informativ ist der Sonnenuhrquader<br />

aus Hintertiessener<br />

Granit, der im Bayerischen Wald<br />

gebrochen wird. Fünf Zifferblätter<br />

hat Kunert in <strong>den</strong> 107 Zentimeter<br />

hohen und 61 Zentimeter<br />

im Quadrat messen<strong>den</strong> Block<br />

eingearbeitet: nach Westen,<br />

Sü<strong>den</strong>, Osten,<br />

ein horizontales und eines parallel<br />

zur Erdachse. Abgelesen wer<strong>den</strong><br />

können MEZ, SOZ, dazu<br />

Halbstun<strong>den</strong>, Sommer- und<br />

Wintersonnwendtag, angegeben<br />

von Gnomonen<br />

aus Edelstahl. Wer die<br />

Zeitgleichungstabelle auf<br />

der Nordseite anwendet,<br />

bekommt die Zeiten am<br />

Quader sogar minutengenau.<br />

Wie spät ist es <strong>den</strong>n<br />

aktuell in New York?<br />

Spielerisch-interaktiv ist die Globus-Sonnenuhr.<br />

Alle Kontinente<br />

und großen Inseln der Erde sind<br />

eingezeichnet in eine mächtige<br />

Kugel aus schwarzem, feingeschliffenem,<br />

schwedischem Granit. Um<br />

sie herum verläuft ein beweglicher<br />

Edelstahlbügel. Wo dessen<br />

Die „Sonnenspinne“ zeigt Mitteleuropäische<br />

oder Sommerzeit an.<br />

Schatten am kleinsten ist, sind MEZ<br />

und SOZ abzulesen. Aber nicht<br />

nur das: Mit dem Globus kann der<br />

Zeitabstand zwischen zwei Orten<br />

bestimmt wer<strong>den</strong>, etwa zwischen<br />

Bad Bayersoien und<br />

New York. Und:<br />

Die Uhr zeigt<br />

Ihr zertifizierter<br />

ProNatura-Schlafberater:<br />

86956 Schongau<br />

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Sa 10-12:00h und mit Terminvereinbarung<br />

6 | der altlandkreis


an, wo zum aktuellen Zeitpunkt die<br />

Sonne auf- und untergeht, wann<br />

an Nord- oder Südpol Polarnacht<br />

herrscht oder die Mitternachtssonne<br />

zu sehen ist.<br />

Welch komplizierte Berechnungen<br />

Kunert angestellt hat, zeigt die riesige<br />

Wagenrad-Sonnenuhr. Zwei<br />

Zifferblätter sind eingemeißelt in<br />

eine Steinscheibe mit einem Meter<br />

Durchmesser aus rotem, feingeschliffenem<br />

Tranas-Granit. Den gibt<br />

es nur in Schwe<strong>den</strong>, er entstand<br />

vor 500 Millionen Jahren. Südlich<br />

von unten ist die MEZ, nördlich<br />

von oben die SOZ abzulesen. Interessant<br />

wird es am 127 Zentimeter<br />

hohen Sockel: Die auf der Südseite<br />

eingemeißelte Achterschleife<br />

mit Monats- und Tagesangaben<br />

und eine darüber angebrachte<br />

Lochscheibe erklären mit einem<br />

Lichtpunkt <strong>den</strong> „unregelmäßigen<br />

Gang der Sonne“ und die daraus<br />

resultierende Zeitabweichung in<br />

Minuten. Die muss man abziehen<br />

oder hinzuzählen, um die genaue<br />

Uhrzeit zu erhalten.<br />

Ein ganzer Leitz-Ordner mit Berechnungen<br />

häufte sich an, während<br />

Steinmetzmeister Karl Kunert<br />

<strong>den</strong> Sonnenuhrenpark austüftelte<br />

und erschuf.<br />

Für die Hackstockuhr diente versteinertes<br />

Holz als Material.<br />

Die Quaderuhr — aus bayerischem<br />

Granit gefertigt.<br />

Die detaillierte Beschreibung, wie<br />

die Uhr zu lesen ist, hat Kunert in<br />

<strong>den</strong> Sockel gemeißelt. Und auch,<br />

warum die Einführung der MEZ<br />

mit dem Aufbau der Eisenbahn<br />

einherging.<br />

Bildhauerisch ist zuletzt die Hackstock-Sonnenuhr:<br />

Von einem<br />

Mitschüler an der Meisterschule<br />

in Freiburg, wo Kunert Ende der<br />

1970er-Jahre sein Wissen über<br />

Sonnenuhren erwarb, bekam er<br />

einen Steinholzstamm aus Australien.<br />

Kieselsäure bewirkte, dass<br />

das Holz nicht verrottete, sondern<br />

zu Stein wurde. Als Gnomon steckt<br />

in dem Hackstock eine Axt, die der<br />

Peitinger Metallgestalter Martin<br />

Brei<strong>den</strong>bach aus Edelstahl geschmiedet<br />

hat. Der Axtstiel ist der<br />

Gnomon.<br />

Ein Handzettel mit noch ausführlicheren<br />

Beschreibungen der Sonnenuhren<br />

liegt in der Tourist-Info<br />

Bad Bayersoien aus. Die fünf Uhren<br />

hat Kunert seit 2007 gefertigt,<br />

wenn der 62-Jährige beruflich<br />

nicht zu sehr eingespannt war,<br />

meistens im Winter. Die Gemeinde<br />

übernahm <strong>den</strong> Bau der Untersockel<br />

und stellte das Grundstück<br />

zur Verfügung. Die Uhren sind<br />

eine Dauerleihgabe des Steinmetzes.<br />

Und vielleicht wer<strong>den</strong> es<br />

noch mehr: „Die klassischen Sachen<br />

habe ich alle gemacht, aber<br />

ich könnte sicher noch mehr Ideen<br />

verwirklichen“, deutet Kunert an.<br />

Bad Bayersoien und seine Besucher<br />

dürfen gespannt sein. ts<br />

Mithilfe der Globusuhr kann auch<br />

der Zeitabstand zwischen Orten<br />

bestimmt wer<strong>den</strong>.<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 7


iWEST Tier-Ernährung Dr. Meyer & Co. KG in Hohenpeißenberg<br />

Julia Mestern mit<br />

iWEST® Feenzauber<br />

Unterstützung <strong>für</strong> Pferde<br />

in jeder Lebenslage<br />

Hohenpeißenberg | „Deine Nahrung<br />

soll deine Medizin sein.“<br />

<strong>Das</strong>s sich dieser Leitsatz aus dem<br />

Wissensschatz des griechischen<br />

Arztes und Vor<strong>den</strong>kers Hippokrates<br />

nicht nur auf <strong>den</strong> Menschen beziehen<br />

lässt, sondern auch auf Tiere,<br />

liegt eigentlich auf der Hand. Essen,<br />

also das, was wir zu uns nehmen,<br />

hat enorme Auswirkungen;<br />

nicht nur auf <strong>den</strong> gesamten Organismus,<br />

sondern ebenso auf die<br />

Psyche. Auch Tiere sind Stoffwechselvorgängen<br />

unterworfen. Fehlen<br />

wichtige Mineralstoffe, Vitamine<br />

und Spurenelemente, treten Mangelerscheinungen,<br />

charakterliche<br />

Veränderungen und Leistungseinbrüche,<br />

im schlimmsten Falle<br />

Krankheiten auf. Explizit bei Pfer<strong>den</strong><br />

kann das sehr gut beobachtet<br />

wer<strong>den</strong>.<br />

Ungestörter Stoffwechsel<br />

= gesundes Pferd<br />

Auf Nahrungsergänzungsmittel<br />

speziell <strong>für</strong> Pferde hat sich das Unternehmen<br />

„iWEST Tier-Ernährung<br />

Dr. Meyer & Co. KG“ in Hohenpeißenberg<br />

spezialisiert. Vor fast 30<br />

Jahren hat die Mikrobiologin und<br />

promovierte Tierärztin Dr. Dorothe<br />

Meyer gemeinsam mit ihrem<br />

Ehemann, Geschäftsführer Gerhard<br />

W. Meyer eine im Rückblick<br />

eigentlich einfache Schlussfolgerung<br />

gezogen: Können sämtliche<br />

enzymatische Stoffwechselschritte<br />

im Organismus eines Pferdes ungestört<br />

ablaufen, ist die Grundlage<br />

<strong>für</strong> Gesundheit, Leistungsfähigkeit<br />

und Wohlbefin<strong>den</strong> des Tieres geschaffen.<br />

Die dazu notwendigen<br />

Coenzyme, die der Organismus<br />

nicht selbst herstellen kann, können<br />

über das Futter dazugegeben<br />

wer<strong>den</strong>. Und das idealerweise<br />

mithilfe eines einzigen Präparates.<br />

Was sich heute, nach erfolgreicher<br />

Entwicklung und Etablierung der<br />

iWEST-Produktpalette im Bereich<br />

Nahrungsergänzungsmittel, <strong>für</strong><br />

Pferde längst bestätigt hat, kann<br />

aus damaliger Sicht durchaus als<br />

kleines Abenteuer bewertet wer<strong>den</strong>,<br />

wie sich Dr. Dorothe Meyer<br />

erinnert. So ein Produkt zur Stoffwechseloptimierung,<br />

das sämtliche<br />

Coenzyme beinhaltet, gab es<br />

damals noch nicht. Der Markt war<br />

voll von Zusatzpräparaten, unüberschaubar<br />

<strong>für</strong> viele Pferdehalter,<br />

gerade im Sportpferdebereich,<br />

doch keines so komplex wie das<br />

iWEST-Produkt. Auch schlug sich<br />

die Verwendung hochwertiger<br />

Rohstoffe aus dem transparenten<br />

Markt auf <strong>den</strong> Verkaufspreis nieder.<br />

Kann der dadurch qualitativ<br />

hohe Wert des Produktes darüber<br />

gerechtfertigt wer<strong>den</strong>?<br />

Komplexe Beratung mit<br />

qualifiziertem Hintergrund<br />

Beharrliche Forschung und Weiterentwicklung,<br />

Analysen und Beobachtungen<br />

vor Ort in Gestüten und<br />

Stallungen, Marktbeobachtungen,<br />

aber auch ein verantwortungsbewusster<br />

Einkauf der Rohstoffe sollten<br />

sich letztlich auszahlen. Obschon<br />

im höheren Preissegment,<br />

kann die robuste Unternehmerpersönlichkeit<br />

Dr. Dorothe Meyer gemeinsam<br />

mit ihrem Vertriebsteam<br />

Kun<strong>den</strong> von der Wirksamkeit überzeugen.<br />

Vorab wer<strong>den</strong> Fragebögen<br />

ausgefüllt, um sich ein Bild über<br />

das Pferd zu machen. „Die Beratung<br />

ist sehr komplex“, fasst Meyer<br />

zusammen, „der Kunde kann<br />

auf ein hochqualifiziertes Team<br />

zurückgreifen.“ Edle Sportpferde<br />

Ein Rundblick aus der Luft: im ehemaligen Stoffelhof auf dem Hohen<br />

Peißenberg befindet sich das Unternehmen iWEST Tier-Ernährung Dr.<br />

Meyer GmbH & Co. KG.<br />

sieht sie sich<br />

selbst vor Ort<br />

an, kann so<br />

als Tierärztin<br />

erkennen, wo<br />

anzusetzen ist.<br />

Ein Pferd dadurch<br />

„besser“ zu<br />

machen, schließt<br />

sie aus. Bei iWEST<br />

gilt der Regelsatz,<br />

„kein Mittel kann das<br />

Pferd besser machen,<br />

als es ist — aber vieles<br />

kann das Pferd daran hindern, so<br />

gut zu sein, wie es sein könnte.“<br />

iWEST-Motto „Unser<br />

Kunde ist das Pferd“<br />

Erstaunliche Erfolgsgeschichten<br />

gehen auf das Unternehmen<br />

iWEST zurück und bestärken das<br />

Team um das Geschäftsführerpaar<br />

Meyer, auf dem richtigen Weg zu<br />

sein. Eine davon besonders rührend:<br />

Dem damals neunjährigen<br />

Augustin, einem erfolgreichen<br />

Dressurreitpferd aus dem Stall<br />

der österreichischen Familie Max-<br />

Theurer, musste ein Stück Dickdarm<br />

entfernt wer<strong>den</strong>. <strong>Das</strong> Leben<br />

des wertvollen Pferdes hing am<br />

sei<strong>den</strong>en Fa<strong>den</strong>, eine Rückkehr<br />

in <strong>den</strong> Spitzensport schien außer<br />

Frage zu stehen. Doch es sollte<br />

anders kommen: Hengst Augustin<br />

hatte ein grandioses Comeback<br />

und holte mit Reiterin Victoria<br />

Max-Theurer <strong>den</strong> Grand Prix-Titel<br />

und damit Gold bei <strong>den</strong> German<br />

Masters in Stuttgart. Dank eines<br />

individuell ausgearbeiteten Futterplans<br />

in Zusammenarbeit mit<br />

Dr. Dorothe Meyer, der spezielles<br />

Heu und Ergänzungsfuttermittel<br />

enthielt und immer wieder an <strong>den</strong><br />

aktuellen Trainingsplan Augustins<br />

angepasst wurde, konnte das Pferd<br />

erfolgreich genesen.<br />

„Unser Kunde ist das Pferd“, fasst<br />

Dr. Dorothe Meyer zusammen und<br />

schließt das mittlerweile etwa<br />

30-köpfige Mitarbeiterteam mit<br />

ein. In atemberaubender Lage<br />

auf dem Hohenpeißenberg hat<br />

das Unternehmen im ehemaligen<br />

„Stoffelhof“ eine berufliche Heimat<br />

gefun<strong>den</strong>, eigener Zuchtbetrieb<br />

inklusive. Fest verwurzelt ist<br />

man auch mit der Bevölkerung<br />

und deren Brauchtum. Immer wieder<br />

engagiert sich das Unternehmen<br />

im kulturellen Bereich, etwa<br />

im Rahmen des traditionellen<br />

Konzerts in der Wies im November:<br />

„Macht hoch die Tür, die Tor’<br />

macht weit.“rp<br />

8 | der altlandkreis


Auf der Roten Couch:<br />

Alexander Dobrindt —<br />

der Zukunftsminister<br />

Die Rote Couch auf Reisen: Fürs „altlandkreis“-Interview und <strong>den</strong> Fototermin nahm Bundesverkehrsminister<br />

Alexander Dobrindt Platz im historischen Teil seines Ministeriums in Berlin.<br />

Foto: BMVI<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 9


Weilheim-Schongau | Einen so<br />

direkten Draht in die Machtzentrale<br />

der Republik hatte der Landkreis<br />

Weilheim-Schongau zuletzt<br />

in Zeiten von Franz-Josef Strauß<br />

als Bundespolitiker: Nun gehört<br />

mit Alexander Dobrindt seit 2013<br />

wieder ein Politiker aus dem <strong>Pfaffenwinkel</strong><br />

der Bundesregierung<br />

an. Im „altlandkreis“-Interview<br />

auf der „Roten Couch“ erklärt der<br />

CSU-Kreisvorsitzende, wie er seine<br />

Arbeit als Bundesminister <strong>für</strong><br />

Verkehr und digitale Infrastruktur<br />

wahrnimmt, was er als seine Aufgaben<br />

versteht, wie sich dies auf<br />

seine Beziehungen zur Heimat<br />

auswirkt und was er in Zukunft<br />

bewegen möchte — auch vor Ort.<br />

Alexander Dobrindt, <strong>2016</strong> ist es 30<br />

Jahre her, dass Sie in die „Junge<br />

Union“ eintraten. Haben Sie damals<br />

schon davon geträumt, einmal<br />

oberster Strippenzieher in der<br />

CSU zu wer<strong>den</strong> als Generalsekretär,<br />

der Sie fast vier Jahre waren — oder<br />

gar einmal Bundesminister?<br />

Mein Interesse galt damals vor<br />

allem der lokalen Politik vor Ort.<br />

Alles Weitere kann man nicht planen.<br />

Aber ich bin froh und dankbar,<br />

die Chance bekommen zu haben,<br />

in diesen Ämtern zu dienen.<br />

Ist letzteres überhaupt ein „Traumjob“<br />

<strong>für</strong> Sie?<br />

Ja, absolut — auch wenn das von<br />

außen betrachtet wahrscheinlich<br />

nicht ganz leicht nachvollziehbar<br />

ist. Als Bundesminister <strong>für</strong> Verkehr<br />

und digitale Infrastruktur kann ich<br />

die Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit<br />

unseres Landes stärken —<br />

durch Investitionen in die Verkehrswege<br />

und in <strong>den</strong> digitalen<br />

Fortschritt. Dabei habe ich <strong>für</strong> dieses<br />

und <strong>für</strong> die kommen<strong>den</strong> Jahre<br />

mehr Geld erkämpft, als je zuvor<br />

in der Geschichte zur Verfügung<br />

stand. Wir fahren nicht mehr auf<br />

Verschleiß, sondern investieren in<br />

die Zukunft unseres Landes! Infrastruktur<br />

und Wohlstand hängen<br />

direkt miteinander zusammen.<br />

Wie hat sich Ihre persönliche<br />

Lebensgestaltung und die Ihrer<br />

Familie verändert, seit Sie als Verkehrsminister<br />

dem Bundeskabinett<br />

angehören?<br />

Ich verbringe als Bundesminister<br />

jetzt mehr Zeit in Berlin als zu<br />

Hause. Meine Familie unterstützt<br />

mich dabei.<br />

Klar ist aber auch: Meine Heimat<br />

ist und bleibt Bayern.<br />

Was an oder aus Bayern, vielleicht<br />

sogar speziell aus dem <strong>Pfaffenwinkel</strong><br />

vermissen Sie am meisten in<br />

Berlin?<br />

Von meinem Fenster aus in Peißenberg<br />

sehe ich die Zugspitze.<br />

In Berlin gelingt das nur selten …<br />

(schmunzelt).<br />

Und gibt es etwas, quasi als Ausgleich,<br />

was Sie in der Bundeshauptstadt<br />

neu hinzugewonnen<br />

haben und in Zukunft nicht mehr<br />

missen möchten?<br />

Von Berlin aus erkennt man noch<br />

besser, was man an seiner Heimat<br />

Bayern hat.<br />

Wie viele Tage im Jahr können Sie<br />

Bayern oder Ihre Heimat Peißenberg<br />

wirklich genießen?<br />

Ich versuche je<strong>den</strong> Tag zu genießen,<br />

<strong>den</strong> ich in meiner Heimat<br />

verbringe.<br />

Bewegen Sie sich in der Heimat<br />

freier als anderswo? Gibt es Unterschiede<br />

zu anderen Regionen<br />

in Deutschland? Wie wird Ihnen<br />

beispielsweise bei Ortsterminen in<br />

Nordrhein-Westfalen, Schleswig-<br />

Holstein oder Sachsen begegnet,<br />

persönlich wie politisch?<br />

Außerhalb der Heimat wird man<br />

als Bundesminister meistens mit<br />

<strong>den</strong> immer gleichen Erwartungen<br />

empfangen: Bringt er Geld <strong>für</strong><br />

unser Projekt mit?<br />

<strong>Das</strong> ist natürlich auch wichtig <strong>für</strong><br />

die Menschen in Nord, Süd, West<br />

und Ost: bessere Mobilität, mehr<br />

Bandbreite. Zuhause im Oberland<br />

kennt man sich ja, da gibt es viele<br />

Alexander Dobrindt, Bundesminister <strong>für</strong> Verkehr und digitale Infrastruktur,<br />

im Gespräch mit „altlandkreis“-Redakteur Tobias Schumacher.<br />

andere Themen neben der Politik,<br />

die man bei Begegnungen<br />

auf der Straße oder im Biergarten<br />

oder im Eiscafé beredet.<br />

Hat man als Bayer anderswo einen<br />

schwereren oder anderen Stand?<br />

Die meisten Menschen mögen<br />

doch die Bayern. <strong>Das</strong> zeigen nur<br />

nicht immer alle gleich so (lacht).<br />

Nach Ihrem Eintritt ins Kabinett<br />

von Angela Merkel im Dezember<br />

2013 stand die Pkw-Maut monatelang<br />

im öffentlichen Fokus, galt<br />

gar als potenzieller „Sprengsatz“<br />

<strong>für</strong> die Große Koalition. Wie beurteilen<br />

Sie das Streitthema Maut<br />

heute?<br />

Die Bundesregierung und der<br />

Bundestag haben EU-konforme<br />

Maut-Gesetze beschlossen. Wir<br />

haben in Deutschland alle nötigen<br />

Voraussetzungen zur Einführung<br />

der Maut getroffen.<br />

Mein Ärger besteht ja mit der Europäischen<br />

Kommission, die hier<br />

leider ihre Kompetenzen weit<br />

überschreitet.<br />

Sobald dies durch <strong>den</strong> Europäischen<br />

Gerichtshof (EuGH) bestätigt<br />

wird, erfolgt die technische<br />

Umsetzung der Maut.<br />

Wie real war die Gefahr, dass<br />

Sie als Verkehrsminister über die<br />

Maut stolpern, oder haben die<br />

dann aufkochen<strong>den</strong> Brennpunkte<br />

— Ukraine-Krise, islamistischer<br />

Terror, Flüchtlinge — Ihre Ministerkarriere<br />

gerettet?<br />

Quatsch! Ich rate jedem in der<br />

Politik, das zu tun, was man <strong>für</strong><br />

richtig hält und nicht ständig darüber<br />

nachzu<strong>den</strong>ken, was einem<br />

persönlich am meisten nutzt. Mit<br />

der Infrastrukturabgabe, wie die<br />

Maut korrekt heißt, stärken wir<br />

das Nutzerprinzip und vollziehen<br />

einen echten Systemwechsel von<br />

der Steuer- zur Nutzerfinanzierung.<br />

Die Infrastrukturabgabe<br />

ist fair, sinnvoll und gerecht: Sie<br />

ist fair, weil sie in <strong>den</strong> meisten<br />

unserer Nachbarländer genauso<br />

durchgeführt wird. Sie ist sinnvoll,<br />

weil jeder Euro, <strong>den</strong> wir einnehmen,<br />

zusätzlich in die Infrastruktur<br />

investiert wird. Und sie ist gerecht,<br />

weil sie zukünftig je<strong>den</strong>, der<br />

unsere Straßen nutzt, angemessen<br />

an der Finanzierung beteiligt.<br />

Kommt die Pkw-Maut noch? Was<br />

ist Stand, wie geht es weiter?<br />

Die Maut kommt. Die EU-Kommission<br />

spielt auf Zeit. Offen-<br />

10 | der altlandkreis


sichtlich scheut sie sich davor,<br />

<strong>den</strong> Streit beim EuGH auszufechten.<br />

<strong>Das</strong> ist nicht akzeptabel. Ich<br />

erwarte, dass es keinerlei weitere<br />

Verzögerungen von Seiten der<br />

Kommission gibt. Ich will einen<br />

schnellen Weg vor dem EuGH,<br />

<strong>den</strong>n wir wissen, dass die Abgabe<br />

EU-konform ist. Dann wird<br />

abschließend auch einmal deutlich,<br />

wo die Grenzen der Europäischen<br />

Kommission verlaufen.<br />

Für mich lautet das Fazit: Brüssel<br />

irrt, die Maut kommt, Gerechtigkeit<br />

siegt.<br />

Sie sitzen mit Kollegen am Kabinettstisch,<br />

die aktuell um Aufgaben<br />

in ihren Zuständigkeitsbereichen<br />

nicht zu benei<strong>den</strong> sind — von<br />

Verteidigungsministerin Ursula<br />

von der Leyen mit dem Syrieneinsatz<br />

über Innenminister Thomas<br />

de Maizière bis hin zu Kanzlerin<br />

Angela Merkel selbst: Wie begleiten<br />

oder verfolgen Sie Diskussionen<br />

und Entscheidungsfindungen<br />

in anderen Ressorts?<br />

Ich habe nicht aufgehört, mich<br />

hier <strong>für</strong> die ganze Bandbreite<br />

der Politik zu interessieren, auch<br />

wenn ich aktuell <strong>für</strong> Mobilität<br />

zuständig bin.<br />

Im Januar haben Sie in der Flüchtlingsfrage<br />

als erster Bundesminister<br />

Position gegen die Kanzlerin<br />

bezogen. Sehen Sie sich als Vertreter<br />

Bayerns hier in einer speziellen<br />

Verantwortung?<br />

Ja, <strong>den</strong>n Bayern trägt seit Monaten<br />

die Hauptlast der Flüchtlingskrise.<br />

Eine Belastungsgrenze in Deutschland<br />

ist objektiv doch vorhan<strong>den</strong> —<br />

und erreicht.<br />

Es gibt Grenzen der Integrationsfähigkeit,<br />

so wie es auch Grenzen<br />

am Arbeits- und Wohnungsmarkt<br />

gibt, übrigens auch der Sozialsysteme.<br />

Wer diese Einschätzung<br />

teilt, muss handeln und <strong>den</strong> Zustrom<br />

begrenzen. Wir brauchen<br />

dringend europäische Lösungen.<br />

Wenn aber nicht in Kürze eine<br />

starke Reduktion der Flüchtlingszahlen<br />

erreichbar ist, müssen wir<br />

nationale Maßnahmen ergreifen.<br />

Stün<strong>den</strong> Sie mit Ihren Themen oder<br />

Anliegen der CSU gerne selbst wieder<br />

mehr im öffentlichen Fokus?<br />

Zumal Sie auf Ihrer Website die<br />

Vertretung bayerischer Interessen<br />

in Berlin quasi als politische Kernaussage<br />

herausstellen.<br />

<strong>Das</strong>s wir in der CSU die bayerischen<br />

Interessen stets an erster<br />

Stelle sehen, lassen wir uns in<br />

Berlin gerne zum Vorwurf machen.<br />

Alles ist gut organisiert und<br />

aufgeteilt: Mit drei Bundesministern,<br />

unserer Landesgruppen-<br />

Chefin und drei Staatssekretären<br />

in der Bundesregierung hat Bayern<br />

eine starke Stimme in Berlin.<br />

In Ihrem Heimatwahlkreis ist parteiübergreifend<br />

Lob zu hören, was<br />

Ihre Unterstützung regionaler Anliegen<br />

angeht, vom Erhalt des Bundeswehrstandortes<br />

Altenstadt bis<br />

zum Baufortschritt bei der Umgehung<br />

von Hohenpeißenberg. Was<br />

konkret ist der Stand bei der B 472<br />

Ortsumgehung Bertholdshofen,<br />

also der Anbindung vom <strong>Altlandkreis</strong><br />

Schongau ins Allgäu?<br />

Die Ortsumfahrungen sollen zukünftig<br />

mit einer neuen Anschlussstelle<br />

östlich von Marktoberdorf an<br />

die Bundesstraße 12 angeschlossen<br />

wer<strong>den</strong>. Durch das Projekt mit Gesamtkosten<br />

von rund 26 Millionen<br />

Euro wird dann der gesamte überörtliche<br />

Verkehr im Raum Marktoberdorf<br />

und Bertholdshofen neu<br />

geführt. Westlich von Bertholdshofen<br />

konnten wir bereits einen ersten<br />

Teilabschnitt fertigstellen und<br />

<strong>für</strong> <strong>den</strong> Verkehr freigeben. Der<br />

Rest ist beklagt und ich hoffe auf<br />

ein schnelles Urteil, damit wir zügig<br />

weiterbauen können.<br />

… und bei der Ertüchtigung der <strong>Pfaffenwinkel</strong>bahn<br />

zwischen Schongau<br />

und Weilheim?<br />

Sie ist eine wichtige Nahverkehrsstrecke<br />

im Landkreis. Bei<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 11


meiner Bereisung der Strecke mit<br />

Bahnvertretern im vergangenen<br />

Jahr haben wir einen konkreten<br />

Maßnahmenkatalog aufgestellt,<br />

darin unter anderem die Barrierefreiheit<br />

und Modernisierung<br />

der Bahnsteige, ein Pilotprojekt<br />

zu Videoreisezentren und die<br />

Erneuerung der Stellwerker zur<br />

Beschleunigung des Zugverkehrs.<br />

Diese Maßnahmen wer<strong>den</strong> wir<br />

Stück <strong>für</strong> Stück abarbeiten. Dadurch<br />

wird die <strong>Pfaffenwinkel</strong>bahn<br />

schneller, attraktiver und leistungsfähiger.<br />

Wichtig <strong>für</strong> Pendler in Richtung<br />

München wäre auch eine Stadtumfahrung<br />

Weilheim …<br />

Für Weilheim ist eine Ortsumfahrung<br />

dringend notwendig, damit<br />

wird der Stadtkern vom Durchgangsverkehr<br />

entlastet und die<br />

Anbindung an <strong>den</strong> Ballungsraum<br />

München verbessert.<br />

Die Stadtumfahrung ist <strong>für</strong> <strong>den</strong><br />

neuen Bundesverkehrswegeplan<br />

angemeldet. Grundvoraussetzung<br />

<strong>für</strong> die Aufnahme der Projektplanung<br />

ist die Einstufung des Projektes<br />

in die Dringlichkeitsstufe<br />

„vordringlicher Bedarf“. Dem Ergebnis<br />

unserer Bewertung kann<br />

ich nicht vorgreifen — aber ich bin<br />

überzeugt: Wir wer<strong>den</strong> eine Lösung<br />

fin<strong>den</strong>.<br />

… und der Ausbau der B 2 zwischen<br />

Weilheim und Starnberg …<br />

Die B 2 zwischen Starnberg und<br />

Weilheim ist <strong>für</strong> <strong>den</strong> Anschluss<br />

der gesamten Region an die Landeshauptstadt<br />

München wichtig.<br />

Zwischen Weilheim und Pähl ist<br />

die bislang zweistreifige Bundesstraße<br />

überdurchschnittlich hoch<br />

belastet. In <strong>den</strong> Spitzenstun<strong>den</strong><br />

ist die Straße an der Grenze ihrer<br />

Leistungsfähigkeit. Außerdem<br />

kommt es insbesondere an <strong>den</strong><br />

Knotenpunkten immer wieder zu<br />

schweren Unfällen. Wir wollen<br />

diesen Abschnitt deshalb schrittweise<br />

dreistreifig mit wechselseitigen<br />

Überholmöglichkeiten ausbauen.<br />

Derzeit laufen hier<strong>für</strong> die<br />

Vorentwurfsplanungen.<br />

… und eine Umfahrung von Starnberg<br />

…<br />

Die Ortsumgehung Starnberg<br />

ist <strong>für</strong> die Anbindung des Oberlandes<br />

an die Region München<br />

bedeutsam. Außerdem entlastet<br />

sie die Stadt erheblich vom<br />

Durchgangsverkehr. Dazu ist der<br />

Starnberger Tunnel geplant. Bestandskräftiges<br />

Baurecht liegt<br />

vor. Die Maßnahme kann aus<br />

meinem Haushalt finanziert wer<strong>den</strong>,<br />

die notwendigen Mittel sind<br />

vorhan<strong>den</strong>. Allerdings ist die aktuelle<br />

ablehnende Haltung der<br />

Stadt Starnberg leider ein großer<br />

Negativfaktor.<br />

Als Bundesminister <strong>für</strong> digitale<br />

Infrastruktur haben Sie jüngst ein<br />

neues Förderprogramm über 2,7<br />

Milliar<strong>den</strong> <strong>für</strong> <strong>den</strong> Breitbandausbau<br />

vor allem im ländlichen Raum<br />

aufgelegt — profitieren davon auch<br />

die Gemein<strong>den</strong> in Ihrem Wahlkreis?<br />

Ja, die Gemein<strong>den</strong> und Landkreise<br />

profitieren von meinem<br />

Breitbandförderprogramm. Wir<br />

unterstützen sie bereits vor der<br />

Umsetzung ihres Projekts und<br />

übernehmen Planungs- und Beratungsleistungen<br />

von bis zu 50000<br />

Euro. Die zweitmeisten Förderanträge<br />

kommen dabei aus Bayern —<br />

und täglich kommen neue hinzu.<br />

Aus dem Bundesprogramm gibt<br />

es dann im Normalfall 50 Prozent<br />

Zuschuss <strong>für</strong> das Breitbandprojekt<br />

vor Ort. Bayern übernimmt die<br />

Ko-Finanzierung, so dass in der<br />

Kombination bis zu 90 Prozent<br />

der Kosten übernommen wer<strong>den</strong><br />

können. Wir rufen alle Kommunen<br />

und Landkreise aktiv auf,<br />

Die Rote Couch schaute im Rahmen ihrer Berlinreise<br />

auch am Reichstag und am Bran<strong>den</strong>burger Tor vorbei.<br />

12 | der altlandkreis


das Bundesprogramm zu nutzen,<br />

damit bis 2018 wirklich alle Haushalte<br />

in Deutschland einen Zugang<br />

zum superschnellen Internet<br />

haben. Die große Nachfrage der<br />

Kommunen zeigt bereits heute:<br />

<strong>Das</strong> Bundesprogramm ist ein Riesenerfolg.<br />

Wo sehen Sie das „digitale Bayern“<br />

2025?<br />

Bayern ist heute schon digitale<br />

Leitregion mit innovativen Unternehmen<br />

und einer starken Infrastruktur.<br />

Der Bund unterstützt dabei kräftig —<br />

beispielsweise mit dem „Digitalen<br />

Testfeld Autobahn“, der ersten intelligenten<br />

und volldigitalisierten<br />

Straße auf der A 9 in Bayern. Innovative<br />

Unternehmen aus dem<br />

In- und Ausland können dort<br />

zukunftsweisende Mobilitätstechnologien<br />

im Realverkehr erproben.<br />

Damit wer<strong>den</strong> wir international<br />

mit dem Prädikat „Tested on German<br />

Autobahn“ wahrgenommen.<br />

Um Deutschland zum Leitanbieter<br />

und Leitmarkt <strong>für</strong> das automatisierte<br />

und vernetzte Fahren<br />

zu machen, haben wir außerdem<br />

als erstes Land eine umfassende<br />

Strategie entwickelt, um diese Innovation<br />

aus <strong>den</strong> Laboren auf die<br />

Straße zu bringen. Mit diesen Initiativen<br />

sind wir weltweit Vorreiter<br />

<strong>für</strong> die Mobilität 4.0.<br />

In ihrer politischen Karriere lag<br />

Ihnen bislang die Mittelstandsförderung<br />

stets am Herzen. Welche<br />

Möglichkeiten haben Sie aktuell<br />

dazu mit Blick auf <strong>den</strong> Landkreis<br />

Weilheim-Schongau?<br />

Infrastrukturpolitik ist immer auch<br />

Mittelstandspolitik. Nehmen Sie<br />

unsere Rekordinvestitionen:<br />

Die sind <strong>für</strong> die Wirtschaft und<br />

die kleinen und mittleren Unternehmen<br />

eine echte Win-Win-<br />

Situation.<br />

Sie profitieren doppelt — weil<br />

mehr gebaut wird und wir eine<br />

moderne und leistungsfähige Infrastruktur<br />

schaffen. <strong>Das</strong> sorgt <strong>für</strong><br />

fließende Personen-, Waren- und<br />

Datenströme und legt die Grundlage<br />

<strong>für</strong> unser Wachstum, unseren<br />

Wohlstand und unsere Arbeit von<br />

morgen. <br />

ts<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 13


Der Osterkorb — ein katholisches Brauchtum<br />

Weitertragen der frohen<br />

Botschaft in die Familie<br />

<strong>Altlandkreis</strong> | An Gottes Segen<br />

ist alles gelegen — diesen Spruch<br />

zugrunde legend, tragen viele Katholiken<br />

in der Osternacht einen<br />

Weihekorb in die Kirche. Wer <strong>den</strong><br />

Brauch in <strong>den</strong> letzten Jahrzehnten<br />

beobachtet hat, kann feststellen,<br />

dass immer mehr schön<br />

geschmückte Körbchen an Ostern<br />

zur Weihe getragen wer<strong>den</strong>. Im<br />

Schongauer Land war der Brauch<br />

schon fast eingeschlafen, doch<br />

mittlerweile wer<strong>den</strong> wieder zahlreiche<br />

Körbe in die Stadtpfarrkirche<br />

Schongau gebracht. Auch in <strong>den</strong><br />

Landgemein<strong>den</strong><br />

müssen die Mesner nun oft Altarraum,<br />

Seitenaltäre und <strong>den</strong> Bo<strong>den</strong><br />

belegen, um alle mitgebrachten<br />

Speisen unterzubringen.<br />

Der Ursprung führt<br />

ins 12. Jahrhundert<br />

Die Eier- oder Speisenweihe zu Ostern<br />

ist uralt und geht bis ins zwölfte<br />

Jahrhundert zurück. Die strenge<br />

Fastenordnung früherer Jahrhunderte<br />

verbot es, von Aschermittwoch<br />

bis<br />

Karsamstag Fleisch, Eier und Käse<br />

zu essen. So freute man sich auf<br />

Ostern und brachte zur Auferstehungsmesse<br />

einen Speisenkorb<br />

mit, um im Anschluss an die Weihe<br />

die darin liegen<strong>den</strong> Eier, <strong>den</strong> Speck<br />

und das Brot zu verspeisen.<br />

Im Zentrum eines je<strong>den</strong> Körbchens<br />

steht das Osterlamm, gebacken<br />

meist aus Rührteig. „Wir<br />

backen die Osterlämmer nach<br />

alten Rezepten“, berichtet der Peitinger<br />

Bäckermeister Paul Sesar,<br />

der ebenfalls die rege Nach-<br />

frage um das<br />

14 | der altlandkreis


Sieg über die Ägypter. Deshalb bezeichnet<br />

die Kirche von Anfang an<br />

Christus als „das Lamm Gottes“.<br />

Verziert wird das Osterlamm mit<br />

einer Fahne als Zeichen des Sieges<br />

gegen <strong>den</strong> Tod.<br />

In <strong>den</strong> Weihekorb hinein gehören<br />

auch unbedingt Eier, <strong>den</strong>en mehrere<br />

Aufgaben zugesprochen wer<strong>den</strong>.<br />

So war im alten Christentum<br />

das Ei Sinnbild des Lebens aus dem<br />

scheinbar Toten. In <strong>den</strong> Osterkorb<br />

wur<strong>den</strong> vor allem „Antlasseier“, an<br />

Gründonnerstag gelegte Eier, hineingegeben.<br />

Zur Speisenweihe an Ostern wird ein gebackenes Lamm, Eier, Speck,<br />

Brot und Salz getragen.<br />

Seitenaltäre, Bo<strong>den</strong> und Altarraum sind in vielen Kirchen zur Osternacht<br />

mit Weihekörben überfüllt.<br />

Brauchtum bestätigen kann. Dieses<br />

symbolische Lamm geht auf<br />

das Passah-Fest der Ju<strong>den</strong> zurück,<br />

das in der Woche gefeiert wurde,<br />

in der die Kreuzigung und Auferstehung<br />

Jesu stattfan<strong>den</strong>. Die<br />

Ju<strong>den</strong> opferten in dieser Woche<br />

ein Lamm als Symbol <strong>für</strong> ihren<br />

Ihre Füße auch in der<br />

Wander- und Laufschuhe<br />

von Dynafit, Hanwag und Salewa<br />

-komfortabel, leicht und stabil-<br />

Von Antlasseiern und<br />

österlichem Licht<br />

Dieser Tag galt dem Ablass von<br />

Sün<strong>den</strong>; Gründonnerstags-Eiern<br />

wur<strong>den</strong> deshalb besondere Heilkräfte<br />

nachgesagt. Im frühen 13.<br />

Jahrhundert wur<strong>den</strong> erstmals gefärbte<br />

Eier erwähnt, und so entstan<strong>den</strong><br />

im Laufe der Zeit daraus<br />

wahre Kunstwerke. Geweihte Eier<br />

oder auch deren Schalen wur<strong>den</strong><br />

von <strong>den</strong> Bauern früher auf <strong>den</strong><br />

Äckern vergraben, um eine gute<br />

Ernte zu erhalten. Auch eine Osterkerze,<br />

mit der das österliche Licht<br />

nach Hause getragen wer<strong>den</strong> kann,<br />

ist vielfach im Körbchen zu fin<strong>den</strong>.<br />

Daneben gehören auch Speck oder<br />

Schinken, Osterfla<strong>den</strong>, Brot und<br />

Salz dazu, damit man nach der<br />

Auferstehungsmesse kräftig frühstücken<br />

kann. „Die Leute sind immer<br />

dankbar über was Handfestes,<br />

das man mit nach Hause nehmen<br />

kann“, berichtet der kirchliche<br />

Gemeindereferent Bernhard Schöner<br />

aus Altenstadt. Sich nach der<br />

Ostermesse zum gemeinsamen<br />

Essen zu versammeln, ist <strong>für</strong> ihn<br />

ein wunderbares Weitertragen des<br />

Osterfestes in die Familie. rg<br />

Erfolg beginnt im Detail<br />

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märz / april <strong>2016</strong> | 15


„Heiliges Grab“ in Bernbeuren und Apfeldorf<br />

Nach Dornröschenschlaf<br />

neu entdeckt<br />

Bernbeuren / Apfeldorf | „<strong>Das</strong> war<br />

wie ein Puzzlespiel, bis wir die Teile<br />

alle richtig zusammen gesteckt<br />

hatten“, erinnert sich Werner<br />

Maier an die erste Aufstellung des<br />

Heiligen Grabes in Bernbeuren.<br />

Zuvor befand sich die neun Meter<br />

hohe Darstellung des Todes und<br />

der Auferstehung Jesu in einem<br />

50-jährigen Dornröschenschlaf.<br />

Inzwischen sind die Aufstellungs-<br />

Helfer ein routiniertes Team und<br />

die Bernbeurener seit 20 Jahren<br />

stolz auf ihre österliche Kirchenausstattung<br />

im Nazarener-Stil.<br />

Nach alten Aufzeichnungen gab es<br />

in Bernbeuren schon im 17. Jahrhundert<br />

ein Heiliges Grab. In <strong>den</strong><br />

Büchern der Pfarrei sind über die<br />

Jahrhunderte immer wieder Nachweise<br />

darüber zu fin<strong>den</strong>. Im Jahr<br />

1900 machten sich der Schreiner<br />

Josef Kraut und sein Bruder Matthias<br />

als Maler daran, eine neue,<br />

größere Darstellung zu erschaffen.<br />

Die Pfarrkirche Bernbeuren war<br />

ursprünglich im Barock/Rokoko<br />

ausgestattet, doch um 1890 wurde<br />

sie dem damals zeitgemäßen<br />

Nazarener-Stil angepasst. Deshalb<br />

hielten sich die bei<strong>den</strong> Schöpfer<br />

des Heiligen Grabes auch an diese<br />

Stilrichtung, mit einer Grabkammer<br />

unten, dem Auferstan<strong>den</strong>en<br />

in der Mitte und einem beleuchteten<br />

Kreuz oben. Umrahmt wer<strong>den</strong><br />

die Darstellungen von vielen Engeln,<br />

Palmen und Leuchtern.<br />

„Als Ministranten wur<strong>den</strong> wir von<br />

Haus zu Haus geschickt, um Blumen<br />

<strong>für</strong> das Heilige Grab zu erbetteln“,<br />

erinnert sich der heute<br />

91-jährige Ludwig Maier an seine<br />

Jugendzeit in <strong>den</strong> 1930er-Jahren.<br />

Dann kam der Zweite Weltkrieg,<br />

wo das Grab nicht mehr aufgestellt<br />

wurde, und danach ein Pfarrer<br />

nach Bernbeuren, der das Ganze<br />

als Kitsch ablehnte.<br />

Nach Jahrzehnten des Dornröschenschlafes<br />

hegte der Pfarrgemeinderatsvorsitzende<br />

Wilhelm<br />

Straif <strong>den</strong> Wunsch, das Grab wieder<br />

einmal aufzustellen und fand<br />

1995 bei Pfarrer Joachim Schnitzer<br />

sofort Gehör. Der Wiederaufbau<br />

war kein leichtes Unterfangen,<br />

<strong>den</strong>n nur noch die Senioren Wilhelm<br />

Kraut und Ludwig Maier<br />

wussten, wie man das ausgeklügelte<br />

Stecksystem ineinander fügt.<br />

In mühevoller<br />

Kleinarbeit erneuert<br />

Dank des Einsatzes mehrerer örtlicher<br />

Handwerker wur<strong>den</strong> die<br />

vielen Einzelteile in mühevoller<br />

Kleinarbeit zusammengetragen,<br />

kaputte Teile erneuert und im<br />

Pfarrstadl das erste Mal zur Probe<br />

aufgestellt. Walter Kraut reinigte<br />

die bemalten Tafeln und besserte<br />

zahlreiche schadhafte Stellen aus.<br />

Auch die Elektrik, die aus dem Jahr<br />

1901 stammte, musste komplett erneuert<br />

wer<strong>den</strong>. Zum festen Helfer-<br />

Stamm gehören heute Willi Straif,<br />

Willi Kraut jun., Peter Völk, Karl<br />

Knappich, Helmut Klaus und der<br />

Mesner Werner Maier, die da<strong>für</strong><br />

alljährlich zwei Tage benötigen.<br />

Erstmals zu sehen ist diese großartige<br />

visuelle Darstellung immer<br />

<strong>Das</strong> Apfeldorfer Heilige Grab mit dem Leichnam im Zentrum, wie es an<br />

Karfreitag zu sehen ist.<br />

an Gründonnerstag, und nicht<br />

nur die Kinder staunen, wenn in<br />

der Liturgie der Osternacht beim<br />

ersten „Lumen Christi“ der Leichnam<br />

aus dem Grab verschwindet<br />

und beim dritten „Lumen Christi“<br />

mittels Aufzug der Auferstan<strong>den</strong>e<br />

darüber erscheint. <strong>Das</strong> Heilige<br />

Grab ist bis Donnerstag, 14. <strong>April</strong>,<br />

in der Pfarrkirche Bernbeuren zu<br />

besichtigen.<br />

In Apfeldorf gab es über mehrere<br />

Jahrhunderte eine Rosenkranz-<br />

Bruderschaft, die nicht nur <strong>den</strong><br />

Hochaltar stiftete, sondern 1760<br />

auch ein Heiliges Grab hinter dem<br />

Altarbild einbauen ließ. Kontinuierlich<br />

ist in <strong>den</strong> Pfarrmatrikeln<br />

von dieser Tradition zu lesen,<br />

und auch die alten Apfeldorfer<br />

können sich bis in ihre Kindheit<br />

zurückerinnern; lediglich unterbrochen<br />

wurde diese Tradition von<br />

<strong>den</strong> Kriegsjahren. Seit 14 Jahren<br />

baut Hans Maier als Mesner der<br />

Heilig-Geist-Kirche das Grab in<br />

der Karwoche auf. Auch seine Vorgängerin<br />

Anastasia Riebler hat in<br />

16 | der altlandkreis


ihren 24 Dienstjahren alljährlich<br />

<strong>den</strong> Aufbau bewältigt. Dazu wird<br />

das Altarbild nach unten versenkt,<br />

so dass ein Aufbau mit mehreren<br />

Ebenen zum Vorschein kommt.<br />

Unten liegt der Leichnam Christi<br />

im Grab, eingerahmt von zahlreichen<br />

beleuchteten Glaskugeln,<br />

und oben wird in einem Wolkenkranz<br />

zur Osternacht der Auferstan<strong>den</strong>e<br />

eingesetzt.<br />

Mit der Geschichte der Apfeldorfer<br />

Pfarrkirche hat sich Professor Dr.<br />

Karl Filser intensiv beschäftigt, der<br />

zum Heiligen Grab in seiner Heimatgemeinde<br />

einige Nachweise<br />

fin<strong>den</strong> konnte. Schon 1655 wurde<br />

in Apfeldorf eine Rosenkranz-<br />

Bruderschaft gegründet, die zu<br />

ihrem 100-jährigen Bestehen im<br />

Jahre 1755 <strong>den</strong> schönen Hochaltar<br />

in der Pfarrkirche stiftete. Die<br />

Bruderschaft zählte zu der Zeit an<br />

die 6 000 Mitglieder aus der weiten<br />

Umgebung und hatte dadurch<br />

auch die finanziellen Mittel, wenige<br />

Jahre später das Heilige Grab<br />

einzubauen. „Aus einer Inventarliste<br />

aus dem Jahre<br />

1868 geht hervor, dass<br />

<strong>für</strong> das Heilige Grab<br />

37 Grabkugeln und<br />

37 Amperl vorhan<strong>den</strong><br />

waren“, erzählt Karl<br />

Filser und weiß noch<br />

von weiteren Nachweisen<br />

im Laufe der<br />

Jahrhunderte. Auf<br />

diese alten Glaskugeln<br />

ist der heutige<br />

Mesner besonders<br />

stolz. Sie wur<strong>den</strong><br />

früher mit Kerzen beleuchtet,<br />

die einzeln<br />

angezündet wer<strong>den</strong> mussten.<br />

Mittlerweile lassen elektrische<br />

Lämpchen die Glaskugeln in <strong>den</strong><br />

verschie<strong>den</strong>sten Farben leuchten.<br />

Seit vielen Jahren hilft Siegfried<br />

Erhard beim alljährlichen Aufbau<br />

sowie der Ausgestaltung durch<br />

zahlreiche Blumen. Früher war<br />

das Grab nur an Karfreitag zu sehen.<br />

Um es länger zeigen zu können,<br />

hatte Siegfried Erhard die<br />

Idee, <strong>den</strong> Leichnam Christi durch<br />

ein Kreuz mit einem weißen Tuch<br />

zu ersetzen. Diese Installation<br />

kann dann bis Ostermontag besichtigt<br />

wer<strong>den</strong>. <br />

rg<br />

Hinter <strong>den</strong> Darstellungen verbirgt<br />

sich ein ausgeklügeltes Holzgerüst.<br />

<strong>Das</strong> Heilige Grab nimmt in der Bernbeurener Pfarrkirche <strong>den</strong> gesamten<br />

Altarraum ein — hier mit leerem Grab und Auferstan<strong>den</strong>em, wie es ab<br />

der Osternacht zu sehen ist.<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 17


Mit Teilzeitausbildung erfolgreich ins Berufsleben starten<br />

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<strong>Altlandkreis</strong> | Den Start ins Berufsleben<br />

hat sich die junge Frau etwas<br />

anders vorgestellt. Gerade hat<br />

sie ihre Ausbildung begonnen, da<br />

gerät ihr Leben aus <strong>den</strong> Fugen. Sie<br />

wird schwanger — und bricht die<br />

Ausbildung schließlich ab. Nicht<br />

immer gestaltet sich das Leben<br />

jüngerer Menschen so, wie sie es<br />

gerne hätten.<br />

Wenn im Falle einer frühen Mutterschaft,<br />

der Pflege eines bedürftigen<br />

Angehörigen zuhause oder<br />

bei persönlichen geistigen oder<br />

körperlichen Beeinträchtigungen<br />

eine klassische Berufsausbildung<br />

nicht in Frage kommt, bedeutet<br />

dies nicht das generelle Aus. <strong>Das</strong><br />

Berufsbildungsgesetz sieht in diesem<br />

Falle — bei bestimmten Voraussetzungen<br />

— die Möglichkeit<br />

einer Teilzeitberufsausbildung vor.<br />

<strong>Das</strong> bedeutet, dass eine Verkürzung<br />

der täglichen oder wöchentlichen<br />

Ausbildungszeit vorgenommen<br />

wer<strong>den</strong> kann, wenn seitens<br />

der Auszubil<strong>den</strong><strong>den</strong> ein berechtigtes<br />

Interesse vorliegt. Mithilfe der<br />

Teilzeitausbildung soll vor allem<br />

jungen Müttern und Vätern die<br />

Chance auf eine Ausbildung gegeben<br />

wer<strong>den</strong>. Sie richtet sich besonders<br />

an diejenigen, die bereits<br />

eine Ausbildung begonnen hatten,<br />

diese dann aber unterbrechen<br />

mussten und jetzt <strong>den</strong> Wiedereinstieg<br />

planen.<br />

Zwei Varianten<br />

stehen zur Auswahl<br />

Im Zuge des Facharbeitermangels<br />

erkennen immer mehr Unternehmen<br />

und Betriebe die Vorzüge,<br />

die etwa die Teilzeitausbildung<br />

bieten kann. Gemeinsam mit dem<br />

Auszubil<strong>den</strong><strong>den</strong> wird überlegt, zu<br />

welchen Zeiten die Ausbildungsausübung<br />

machbar ist. Der erforderliche<br />

Berufsschulunterricht<br />

bleibt unangetastet. Da eine Teilzeitausbildung<br />

zwischen 20 und<br />

25 bis maximal 30 Wochenstun<strong>den</strong><br />

liegt, kann unter zwei Varianten<br />

gewählt wer<strong>den</strong>: Die Wochenausbildungszeit<br />

liegt inklusive Berufsschulunterricht<br />

bei mindestens 20<br />

Stun<strong>den</strong> und die gesamte Ausbildungszeit<br />

verlängert sich dadurch<br />

um ein Jahr. Oder die Teilzeitausbildung<br />

wird ohne Verlängerung<br />

der Ausbildungszeit absolviert und<br />

erreicht dadurch eine Wochenausbildungszeit<br />

von mindestens<br />

25 Stun<strong>den</strong> inklusive Berufsschule.<br />

Für welche Variante sich der<br />

Monika Lex, Geschäftsführerin der Agentur <strong>für</strong> Arbeit Weilheim (vorne r.) und Helmut Guggemos, Geschäftsführer<br />

des Jobcenters Weilheim (hinten, 2.v.r.) mit <strong>den</strong> geehrten Firmen und deren Mitarbeiterinnen im Rahmen<br />

der Ehrung zur Durchführung der Teilzeitausbildung.<br />

18 | der altlandkreis


Teilzeitauszubil<strong>den</strong>de entscheidet,<br />

wird mit dem Ausbildungsbetrieb<br />

vereinbart. Und darin liegt eine<br />

weitere Stärke dieser Ausbildungsmöglichkeit:<br />

Der Auszubil<strong>den</strong>de<br />

kann damit passend zur Struktur<br />

des Betriebes eingesetzt wer<strong>den</strong>.<br />

Ebenfalls positiv zu Buche schlägt,<br />

dass es sich bei <strong>den</strong> jungen Menschen<br />

meist um hoch motivierte<br />

und belastbare Personen handelt.<br />

<strong>Das</strong> bestätigen Ausbildungsbetriebe<br />

auf Nachfrage durch die Agentur<br />

<strong>für</strong> Arbeit immer wieder. Aufgrund<br />

der familiären Situation kommen<br />

viele sehr gut mit Stress zurecht,<br />

können dabei einen kühlen Kopf<br />

bewahren und sich gut organisieren.<br />

Betriebe, die sich ausschließlich<br />

<strong>für</strong> das Teilzeitausbildungsmodell<br />

interessieren, müssen die<br />

gleichen Anforderungen erfüllen<br />

können, die ein Betrieb mit Vollzeitausbildung<br />

bietet. <strong>Das</strong> heißt,<br />

es muss ausreichend geschultes<br />

Personal vorhan<strong>den</strong> sein, das alle<br />

Fachbereiche des Ausbildungsberufs<br />

abdecken kann.<br />

Weitere Nachahmer<br />

sind erwünscht<br />

Unter bestimmten Voraussetzungen<br />

bezuschussen die Agentur<br />

<strong>für</strong> Arbeit, Jobcenter oder diverse<br />

staatliche Unterstützungsmöglichkeiten<br />

dieses Ausbildungsmodell.<br />

Auch der Agenturbezirk Weilheim-<br />

Schongau hat gute Erfahrungen<br />

mit der Teilzeitausbildung gemacht.<br />

Zehn Firmen aus dem Umland<br />

haben Ausbildungsplätze angeboten<br />

und wur<strong>den</strong> da<strong>für</strong> von der<br />

Agentur <strong>für</strong> Arbeit und dem Jobcenter<br />

Weilheim-Schongau ausgezeichnet.<br />

Helmut Guggemos, Geschäftsführer<br />

des Jobcenters, freut<br />

sich darüber, dass diese Möglichkeit<br />

immer mehr in <strong>den</strong> Fokus der<br />

Unternehmen rückt. Gemeinsam<br />

mit Monika Lex, der Geschäftsführerin<br />

der Agentur <strong>für</strong> Arbeit in<br />

Weilheim, konnte er kürzlich im<br />

Rahmen eines kleinen Festaktes<br />

die Ehrungsurkun<strong>den</strong> an die Ausbildungsbetriebe<br />

überreichen.<br />

Derzeit beteiligen sich folgende<br />

Unternehmen am Modell: F.M.P.<br />

Finanz- und Versicherungsmakler<br />

(Penzberg), Firma Tipecska (Obersöchering),<br />

die p.ressle GmbH &<br />

Co. KG Spedition (Schongau), Arbeitssicherheit<br />

Grabowski (Gauting),<br />

Rechtsanwaltskanzlei Wölke<br />

und Kollegen (Weilheim), die<br />

Retail Operating Company (Weilheim),<br />

Salon Verlockend (Peißenberg),<br />

sasa pure style Company<br />

(Herrsching) und die Firma Echter<br />

(Weilheim). Nun hoffen Monika<br />

Lex und Helmut Guggemos, dass<br />

auch weitere Unternehmen dem<br />

Thema Teilzeitausbildung mit Offenheit<br />

begegnen und zukünftig<br />

Ausbildungsplätze da<strong>für</strong> anbieten.<br />

„Die Mitarbeiter der Agentur <strong>für</strong><br />

Arbeit und des Jobcenters stehen<br />

jederzeit bei Fragen beratend zur<br />

Seite“, signalisiert abschließend<br />

Monika Lex. rp<br />

45 Jahre Schongauer Gruppe<br />

„Künstlerischer Monarch“<br />

Schongau | Max Plank, kunstsinniger<br />

ehemaliger Direktor der<br />

Kreissparkasse Schongau und<br />

Förderer des kulturellen Lebens<br />

nach dem Zweiten Weltkrieg, zog<br />

einst bei seiner „Hofübergabe“<br />

eine positive Bilanz: „Die ‚Schongauer<br />

Gruppe‘ ist wohl deshalb<br />

der künstlerische Monarch im<br />

Schongauer Land, weil es ihr<br />

gelang, ihr unverwechselbares<br />

Ich trotz aller künstlerischen Individualitäten<br />

zu einem Gesamtkunstwerk<br />

zu erheben.“ Die Worte<br />

haben bis heute Bestand.<br />

Den Nährbo<strong>den</strong> <strong>für</strong> das Wiederaufblühen<br />

der Kultur in der Nachkriegszeit<br />

bildeten die großartigen<br />

Zeugnisse sakraler Kunst und<br />

die einzigartige Landschaft zwischen<br />

Lech und Ammer. Und die<br />

„Schongauer Gruppe“, eine lose,<br />

freundschaftliche Vereinigung<br />

von Malern, Grafikern, Bildhauern<br />

und sonstigen Kunstschaffen<strong>den</strong>,<br />

lieferten einen wesentlichen<br />

Beitrag dazu. In bald fünf<br />

Jahrzehnten zeigten die Künstler<br />

nicht nur ein breites Spektrum<br />

an Techniken, sondern ebenso<br />

verschie<strong>den</strong>ste Stile und Gestaltungsformen.<br />

Bis heute reicht<br />

die Palette von gegenstandsloser<br />

Malerei über abstrakte Landschaftsdarstellungen<br />

bis zu Holzplastiken.<br />

Als Gründungstag ist der 28.<br />

Februar 1970 anzunehmen, als<br />

Hans Hermannsdörfer aus Ingenried<br />

und Eckhard Kauba aus<br />

Peiting mit 70 Werken der Malerei<br />

an die Öffentlichkeit traten.<br />

Die Volkshochschule hatte zu der<br />

gemeinsamen Ausstellung in der<br />

Schongauer Musikschule, damals<br />

noch in der Karmeliterstraße,<br />

gela<strong>den</strong>. Die Berichterstattung<br />

in der Tageszeitung ließ <strong>den</strong> Gedanken<br />

nach einer Wiederholung<br />

und Erweiterung reifen: „<strong>Das</strong><br />

zarte Pflänzchen ‚Bil<strong>den</strong>de Kunst‘<br />

wächst heran mit viel Mut und<br />

Können“, schrieb Chefredakteur<br />

Georg Hertle damals. Als Manko<br />

bezeichnete er allerdings „die<br />

Enge des Raumes, die die Bilder<br />

nicht immer voll zur Geltung kommen<br />

lässt“, der Ballenhaussaal<br />

wäre nach seiner Meinung geeigneter<br />

gewesen.<br />

Der Vorschlag fand Gehör und<br />

zwei Jahre später eröffnete dort<br />

eine große Ausstellung. Die Vernissage<br />

war ein künstlerisches<br />

und gesellschaftliches Ereignis,<br />

die „Schongauer Gruppe“ hatte<br />

sich gefun<strong>den</strong>. Neben Hermannsdörfer<br />

und Kauba gehörten zu<br />

<strong>den</strong> Ausstellen<strong>den</strong> Hans und<br />

Peter Muggenthaler, Fride Wirtl<br />

und Peter Paul Kulot. Es folgten<br />

Ausstellungen in Landsberg,<br />

Weilheim, Bad Bayersoien, Oberammergau<br />

und immer wieder in<br />

Schongau und Altenstadt. Auch<br />

wuchs die Gruppe um weitere<br />

Künstler an. Nach der Ausstellung<br />

zum 45. Bestehen Ende 2015 halten<br />

aktuell neun Mitglieder <strong>den</strong><br />

„künstlerischen Monarchen“ am<br />

Leben. <br />

hg<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 19


Die Zukunft der Dorflä<strong>den</strong> in Kinsau, Bad Bayersoien und Denklingen<br />

Kampf ums Überleben der<br />

regionalen Einkaufsmöglichkeiten<br />

<strong>Altlandkreis</strong> | Dorflä<strong>den</strong> haben<br />

es heutzutage äußerst schwer zu<br />

bestehen. Die großen Discounter<br />

und Supermärkte gibt es in nahezu<br />

jeder Gemeinde. Doch eben<br />

nicht jedes Dorf hat seine eigene<br />

Einkaufsmöglichkeit <strong>für</strong> zwischendurch.<br />

Insbesondere <strong>für</strong> Menschen<br />

mit eingeschränkter Mobilität<br />

wäre dies jedoch essentiell. Der<br />

„altlandkreis“ zeigt am Beispiel<br />

dreier Dorflä<strong>den</strong> aus der Region,<br />

welche Schwierigkeiten diese<br />

haben, deren Wichtigkeit <strong>für</strong> die<br />

Gemeinschaft und wie sie um das<br />

Überleben kämpfen.<br />

Kinsau: Getränke,<br />

Partyservice & Dorfla<strong>den</strong><br />

„Wir haben drei Standbeine, sonst<br />

ginge es nicht mehr“, gesteht<br />

Hans Resch aus Kinsau. Zusammen<br />

mit seiner Frau Marlene führt<br />

er <strong>den</strong> Dorfla<strong>den</strong>, die Kinder arbeiten<br />

beim Partyservice mit und<br />

seit einigen Jahren fungiert Hans<br />

Resch auch als Wirt in der örtlichen<br />

Mehrzweckhalle. Ihr Plus<br />

im Dorfla<strong>den</strong> sind die Wurst- und<br />

Fleischtheke der Metzgerei Boneberger<br />

sowie die frischen Backwaren.<br />

Auf rund 100 Quadratmetern La<strong>den</strong>fläche<br />

bietet der Kinsauer<br />

Dorfla<strong>den</strong> als sogenannter Vollsortimenter<br />

alles, was man zum täglichen<br />

Leben benötigt. Doch mit<br />

einer 40-Stun<strong>den</strong>-Woche ist das<br />

<strong>für</strong> Hans und Marlene Resch nicht<br />

zu leisten, morgens um 4.30 Uhr<br />

kommt der REWE-Lieferwagen<br />

und wenn abends die La<strong>den</strong>türe<br />

geschlossen wird, muss erst noch<br />

aufgeräumt, geputzt und bestellt<br />

wer<strong>den</strong>. Nach 23 Jahren hinter<br />

der La<strong>den</strong>theke resümiert Marlene<br />

Resch deshalb: „Ich würd es nicht<br />

mehr machen.“ Damit der La<strong>den</strong><br />

läuft, ist der 62-jährige Hans Resch<br />

Hans Resch sitzt je<strong>den</strong> Tag an seiner La<strong>den</strong>kasse im Kinsauer Dorfla<strong>den</strong>.<br />

Die Kun<strong>den</strong> im Dorfla<strong>den</strong> von Bad Bayersoien schätzten vor allem das<br />

frische Obst und Gemüse sowie die Wurst- und Käsetheke.<br />

viel unterwegs, beliefert regelmäßig<br />

die Küchen der Schongauer<br />

Schulen oder versorgt zahlreiche<br />

Feierlichkeiten mit Getränken.<br />

„Ich liefere auf Kommission, das<br />

ist mein Vorteil gegenüber <strong>den</strong><br />

großen Getränkemärkten“, bietet<br />

der Kinsauer <strong>den</strong> Service, alle<br />

nicht gebrauchten Sachen wieder<br />

zurückgeben zu dürfen. Doch auch<br />

da hat er schon schlechte Erfahrungen<br />

gemacht, wenn plötzlich<br />

mehr Schnapsflaschen zurück kamen,<br />

als ausgeliefert wur<strong>den</strong>.<br />

Zu <strong>den</strong> Kun<strong>den</strong> im La<strong>den</strong> zählen<br />

auch viele Auswärtige, die<br />

vor allem wegen der Boneberger<br />

Wurst- und Fleischspezialitäten,<br />

<strong>den</strong> Backwaren der Bäckerei<br />

Glöckler aus Wessobrunn oder<br />

dem frischen Obst und Gemüse<br />

kommen.<br />

Zusammen mit seiner 55-jährigen<br />

Frau wird Hans Resch <strong>den</strong><br />

Dorfla<strong>den</strong> wohl noch einige Jahre<br />

weiterführen, die Zukunft sieht<br />

er aber schwierig. „Den Partyservice<br />

machen die Jungen vielleicht<br />

weiter, aber <strong>den</strong> La<strong>den</strong> bestimmt<br />

nicht“, meint der Einzelhändler.<br />

Bad Bayersoien:<br />

Regionale Ausrichtung<br />

Mit einem neuen Konzept, der<br />

Ausrichtung auf regionale Produkte<br />

und in der Geschäftsform einer<br />

„Unternehmergesellschaft“ möchten<br />

die Bad Bayersoier mit ihrem<br />

Dorfla<strong>den</strong> durchstarten. Mitte Januar<br />

hatte der bisherige Betreiber<br />

Richard Zormeier die La<strong>den</strong>türe<br />

zugesperrt, doch schon im Frühjahr<br />

soll das Geschäft an der Dorfstraße<br />

neu belebt wer<strong>den</strong>.<br />

„Wir waren nie ein Dorfla<strong>den</strong>,<br />

sondern mit 4 000 Artikeln eher<br />

ein Supermarkt im Kleinformat“,<br />

20 | der altlandkreis


stellt Richard Zormeier klar, obwohl<br />

die REWE-Handelskette<br />

<strong>den</strong> Schriftzug „Dorfla<strong>den</strong>“ an<br />

der Hausfassade wünschte. Als<br />

bekannt wurde, dass der La<strong>den</strong><br />

schließt, gründete sich in Bad Bayersoien<br />

schnell ein Bürgerprojekt.<br />

Bei mehreren Informationsveranstaltungen<br />

konnten die Bürger<br />

Anteile zeichnen, so dass mittlerweile<br />

über 60000 Euro an Kapital<br />

eingesammelt wer<strong>den</strong> konnten.<br />

Als Geschäftsform wurde eine<br />

Unternehmergesellschaft (UG)<br />

haftungsbeschränkt gewählt, da<br />

dadurch jeder Anteilseigner nur<br />

mit seinem eingesetzten Kapital<br />

haftet. Den La<strong>den</strong>umbau und Neustart<br />

kalkulierte der fünfköpfige<br />

Beirat mit Kosten von circa 90000<br />

Euro, also müsste das fehlende<br />

Drittel fremdfinanziert wer<strong>den</strong>.<br />

Noch im Frühjahr sollte nach<br />

kompletter Umgestaltung wieder<br />

eröffnet wer<strong>den</strong> mit Backwaren,<br />

einer Wurst- und Käsetheke oder<br />

einem Stehcafe. „Unser großes<br />

Plus wird die regionale Ausrichtung<br />

sein“, ergänzte Andreas Baar<br />

noch als Sprecher des Beirats.<br />

Mittlerweile haben er und die<br />

Beiräte Maximilian Drexler und<br />

Benedikt Engmann ihre Ämter zur<br />

Verfügung gestellt. Ursprünglich<br />

wollte man mehrere Lieferanten<br />

aus der Umgebung mit ins Boot<br />

holen. Den Bedarf an einem Einzelhandelsgeschäft<br />

sah Andreas<br />

Baar auf je<strong>den</strong> Fall gegeben, sowohl<br />

<strong>für</strong> die Einheimischen als<br />

auch <strong>für</strong> die Urlaubsgäste. „Es<br />

liegt viel an <strong>den</strong> Leuten, ob sie<br />

dann auch zum einkaufen gehen“,<br />

wünschte sich Max Drexler eine<br />

positive Resonanz auf einen neuen<br />

La<strong>den</strong>. Immerhin hatten schon<br />

über 160 Bürger Anteile gezeichnet,<br />

die nicht nur mit ihrem Kapital,<br />

sondern dann auch hoffentlich<br />

mit ihrem Einkauf <strong>den</strong> Dorfla<strong>den</strong><br />

unterstützen.<br />

Denklingen: Es scheitert<br />

an der Räumlichkeit<br />

Nach über 50 Jahren im Familienbetrieb<br />

hat im Juni 2014 das<br />

letzte Lebensmittelgeschäft in der<br />

Denklinger Ortsmitte geschlossen.<br />

„Ich habe lange mit mir gekämpft,<br />

hätte eigentlich schon viel früher<br />

aufhören müssen“, verrät Josef<br />

Augustin von <strong>den</strong> roten Zahlen,<br />

die der La<strong>den</strong> in <strong>den</strong> Jahren davor<br />

schrieb. Im Dorf löste es Entsetzen<br />

aus, es wurde eine Bürgerversammlung<br />

zum Thema Dorfla<strong>den</strong><br />

veranstaltet und eine Bürgerinitiative<br />

gegründet. Metzger und<br />

Bäcker sind zwar im Ort vorhan<strong>den</strong>,<br />

aber die Dinge des täglichen<br />

Lebens fehlten <strong>den</strong> Denklingern<br />

ungemein. Zunächst wurde bei<br />

Discounter-Ketten angefragt, doch<br />

die hatten eher Interesse an einem<br />

Standort nahe der Bundesstraße<br />

17. Außerdem befin<strong>den</strong> sich im<br />

Nachbarort Leeder zwei große Lebensmittelmärkte.<br />

Anfangs brachten<br />

sich zahlreiche Bürger ein, die<br />

sich in sieben Arbeitskreisen Gedanken<br />

zur La<strong>den</strong>gestaltung, Marketing,<br />

Sortiment oder Mitarbeitern<br />

machten. Mittlerweile sind es<br />

noch sieben Aktive, die vor allem<br />

mit der Standortsuche beschäftigt<br />

sind. „Dieses Projekt steht und<br />

fällt mit der Mietfläche“, ist auch<br />

Bürgermeister Michael Kießling<br />

eingebun<strong>den</strong>. Josef Augustin nutzt<br />

seine frühere La<strong>den</strong>fläche als Lager<br />

<strong>für</strong> sein Catering, und in <strong>den</strong><br />

Räumen des früheren Geschäftes<br />

beim Schweiger ist inzwischen ein<br />

kleiner Gemüsehandel präsent.<br />

„Für Denklingen wäre es eine<br />

tolle Sache, aber man müsste einen<br />

sehr engagierten Betreiber<br />

fin<strong>den</strong>“, wünscht Josef Augustin<br />

der Initiative viel Erfolg. Deren<br />

Sprecher Robert Merkle gibt auch<br />

nach fast zwei Jahren Arbeit nicht<br />

auf, vor Weihnachten hätte er beinahe<br />

einen Standort gehabt, der<br />

sich aber wieder zerschlug. „Die<br />

Leute haben sich mit der Situation<br />

mittlerweile arrangiert“, ist<br />

Robert Merkle bewusst, dass eine<br />

Wiederbelebung des Dorfla<strong>den</strong>s<br />

immer schwieriger wird, je mehr<br />

Zeit vergeht. <br />

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Lächeln<br />

ist einfach.<br />

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Im früheren Denklinger Lebensmittelgeschäft<br />

Schweiger ist mittlerweile ein Gemüsehandel präsent.<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 21<br />

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Schongau


Allerlei im altlandkreis<br />

Von Henkern, Sängern und Gewinnern<br />

Gewinner des Jahrbuches Lech-Isar-Land <strong>2016</strong><br />

<strong>Altlandkreis</strong>- und Allgäu-Hel<strong>den</strong> im Kuhstall — Karten zu gewinnen<br />

<strong>Altlandkreis</strong> | Zahlreiche Einsendungen<br />

erreichten uns — fünf konnten<br />

gewinnen. Über das Heimatkundliche<br />

Jahrbuch durften sich Pauline<br />

Kuhn aus Peißenberg, Heike<br />

Thiele aus Kirchehrenbach, Wilhelm<br />

Schuster aus Forst, Dagmar Weidhass<br />

aus Schongau und<br />

Rosemarie Christ aus<br />

Steinga<strong>den</strong>, freuen. tis<br />

Kostenlose Notfallmappe <strong>für</strong> optimale Versorgung<br />

Weilheim-Schongau | Unfall, Herzinfarkt, Schlaganfall — damit in<br />

plötzlichen Notsituationen wichtige Informationen über Betroffene<br />

auf einen Blick verfügbar sind, hat das Landratsamt eine „Nofallmappe“<br />

aufgelegt. Sie ist kostenlos erhältlich in <strong>den</strong> Gemeindekanzleien<br />

und im Landratsamt. Wer Vorsorge <strong>für</strong> eine optimale<br />

Versorgung treffen möchte, kann darin „Blitzinformationen <strong>für</strong> <strong>den</strong><br />

Notarzt“ niederschreiben, zu ärztlichen Diagnosen, Allergien und<br />

Erkrankungen, und Helfer oder Angehörige über wichtige Adressen<br />

informieren: von Haus- und Fachärzten oder Versicherungen,<br />

medizinische Daten hinterlegen und auf Vollmachten, Verfügungen<br />

und finanzielle Details hinweisen. Eine Checkliste zu Krankenhausaufenthalt<br />

oder Todesfall ergänzt das Kompendium im<br />

A 5-Format.<br />

Ideengeber <strong>für</strong> die „Notfallmappe“ ist Dr. Peter Stahl aus Bernried,<br />

Landrätin Andrea Jochner-Weiß griff die Idee dankbar auf. Im<br />

Landkreis Starnberg gibt es die „Notfallmappe“ schon länger. ts<br />

Schwabbruck | „Kultur im Kuhstall“ im Schäferwirt<br />

geht ins sechste Jahr, <strong>2016</strong> steht der Kulturfrühling<br />

ganz im Zeichen der „Hel<strong>den</strong>“ der lokalen Musikund<br />

Kulturszene. Die Idee einer offenen Bühne <strong>für</strong><br />

eben diese „Local Heroes“, 2015 geboren, steht<br />

damit erstmals im Mittelpunkt, „erweitert um ein<br />

paar Highlights aus der großen Stadt“, erklärt<br />

Veranstalter Stephan Kögl.<br />

Pünktlich zum Frühlingsanfang am 20. <strong>März</strong> präsentieren<br />

„Die Dissonanten“ (siehe Foto) aus Stötten<br />

am Auerberg ab 19.30 Uhr Schlager aus <strong>den</strong><br />

1920er- bis 1940er-Jahren als bunte Revue. Die<br />

Band „Rigoros“ aus Peiting feiert am 1. <strong>April</strong> ab 21<br />

Uhr auf der Kuhstall-Bühne einjährigen Geburtstag,<br />

unterstützt von Mr. Mojoe.<br />

Ebenfalls aus Peiting kommen die Musiker um<br />

<strong>den</strong> Wahl-Schwabbrucker Hubert Brack, die am<br />

8. <strong>April</strong> ab 20 Uhr bei freiem Eintritt tanzbare<br />

Oldies und aktuelle Songs intonieren unter dem<br />

Motto „Mia scho wieda“. Jazzig wird es am 15. <strong>April</strong><br />

ab 20 Uhr mit Hans Enzensperger aus Schongau<br />

und seinem Dixie-Ensemble. Und der erste<br />

überregionale Höhepunkt, wenngleich „nur“ aus<br />

Wiggensbach, verspricht der Auftritt der „Vivid<br />

Curls“ mit ihrer dreiköpfigen Band am 22. <strong>April</strong> ab<br />

20 Uhr zu wer<strong>den</strong>.<br />

Ein Kritiker der Hohenzollerischen Zeitung, begeistert<br />

von <strong>den</strong> Stimmen der bei<strong>den</strong> Sängerinnen<br />

Inka Kuchler und Irene Schindele, stellte unlängst<br />

die Frage, die zugleich alles zu <strong>den</strong> „Vivid<br />

Curls“ beantwortet: „Haben Paul Simon und Art<br />

Garfunkel Töchter im Allgäu?“<br />

ts<br />

Kartenverlosung<br />

Der „altlandkreis“ verlost <strong>für</strong> die vier Abende (außer<br />

8. <strong>April</strong>) je einmal zwei Eintrittskarten. Wer sie<br />

gewinnen möchte, schreibt eine Postkarte an „altlandkreis“,<br />

Birkland 40, 86971 Peiting, oder eine<br />

E-Mail (info@altlandkreis.de) mit dem Kennwort<br />

„Kuhstall“. Einsendeschluss ist der 15. <strong>März</strong>. Die<br />

Gewinner wer<strong>den</strong> ausgelost und erhalten die Tickets<br />

auf dem Postweg. Deshalb: Absender<br />

nicht vergessen. Der Rechtsweg ist<br />

ausgeschlossen.<br />

Lesung: Die Henkerstochter und das Spiel des Todes<br />

Schongau | Am 4. <strong>März</strong> um 19.30 Uhr ist der jahrelange<br />

Filmautor des Bayerischen Rundfunks, Oliver<br />

Pötzsch, im Ballenhaus zu Gast. Er liest aus seinem<br />

Roman „Die Henkerstochter und das Spiel des Todes“,<br />

begleitet wird er von <strong>den</strong> Musikern Veronika<br />

Rüfer und Valentin Schmitt als „Capella Monacensis“.<br />

In Pötzschs Buch herrscht kurz vor Pfingsten<br />

1670 helle Aufregung in Oberammergau. Bei <strong>den</strong><br />

Proben zum berühmten Passionsspiel wird der<br />

Christus-Darsteller tot aufgefun<strong>den</strong>. Er wurde gekreuzigt,<br />

jeder verdächtig je<strong>den</strong>. Der Schongauer<br />

Henker Jakob Kuisl und der Bader Simon Fronwieser<br />

wer<strong>den</strong> um die Aufklärung des Todesfalls gebeten,<br />

doch sie stoßen auf eine Wand des Schweigens.<br />

Wer die Lesung verfolgen möchte, kann sich bei<br />

der Volkshochschule unter 08861 / 214191<br />

oder vhs@schongau.de anmel<strong>den</strong>. Der<br />

Eintritt beträgt zehn Euro. <br />

tis<br />

22 | der altlandkreis


„Vivace“ gibt zwei Konzerte<br />

Schongau | Intensiv am Arbeiten ist der Schongauer<br />

Chor „Vivace“ <strong>für</strong> seine bevorstehen<strong>den</strong> Frühjahrskonzerte.<br />

Die gut 30 Sänger und Sängerinnen<br />

wer<strong>den</strong> als Solisten, in kleinen Gruppen oder als großer<br />

Chor auf der Bühne des Ballenhaussaales stehen.<br />

„Wir bieten die volle Bandbreite aus unserem Repertoire“,<br />

verspricht der Vorsitzende Joachim<br />

Joswig auch von der Stückauswahl ein abwechslungsreiches<br />

Konzertprogramm mit klassischen<br />

Elementen, Evergreens oder zeitgemäßen Liedern.<br />

Er verrät auch, dass die Chorleiterin Dr. Kiwha Kim,<br />

die in München Musik studierte und in Rottenbuch<br />

wohnt, wieder Erstaunliches aus <strong>den</strong> Sängern des<br />

Laienchores herausholen wird.<br />

Wegen der großen Nachfrage in <strong>den</strong> vergangenen<br />

Jahren lädt „Vivace“ heuer erstmals zu zwei Konzerten<br />

ein: am Samstag, 19. <strong>März</strong> um 20 Uhr sowie am<br />

darauffolgen<strong>den</strong> Sonntag, 20. <strong>März</strong> um 16 Uhr.<br />

Karten gibt es im Vorverkauf bei Buch am<br />

Bach in Peiting oder Elektro Müller in<br />

Schongau. rg<br />

Frühjahrskonzerte der Singgemeinschaft<br />

Schwabsoien | Im dreijährigen Rhythmus veranstaltet<br />

die Singgemeinschaft Schwabsoien ihre<br />

großartigen Frühjahrskonzerte.<br />

Heuer ist es wieder so weit, ab Mitte <strong>März</strong> sind<br />

zehn Konzerttermine in der Schwabsoier Gemeindehalle<br />

anberaumt.<br />

Der Männerchor, bestehend aus knapp 40 Sängern,<br />

wird unter der Leitung von Josef Kirchhofer<br />

mit einem bunten Melodienstrauß aus Oper,<br />

Alpenländisches<br />

Passionssingen in der Basilika<br />

Altenstadt | Wegen der positiven Resonanz<br />

der vergangenen Jahre veranstaltet<br />

der Förderverein „Freunde der<br />

Romanischen Basilika Altenstadt e.V.“<br />

auch heuer wieder das traditionelle Alpenländische<br />

Passionssingen. Für Sonntag,<br />

13. <strong>März</strong>, um 16 Uhr konnten mit der<br />

Unterstützung regionaler Firmen und<br />

Sponsoren erneut hervorragende Sänger-<br />

und Musikgruppen gewonnen wer<strong>den</strong><br />

wie die Raffelmusik Hüttlinger, die<br />

Pfrontener Stubenmusik, die Geschwister<br />

Ertl, die Starnberger Fischerbuam<br />

und das Altenstadter Posaunenquartett.<br />

Für besinnliche Texte wird BR-Moderator<br />

Johannes Hitzelberger sorgen. Alle<br />

Künstler musizieren ohne Gage. Der<br />

Eintritt <strong>für</strong> diesen Nachmittag ist frei,<br />

jedoch ist der Verein <strong>für</strong> jede Spende<br />

dankbar. Schließlich soll die Instandhaltung,<br />

Ausgestaltung und Renovierung<br />

der Basilika finanziell unterstützt<br />

wer<strong>den</strong> — so die satzungsgemäßen Aufgaben.<br />

Die St. Michaels-Basilika ist auf<br />

Grund ihrer Schlichtheit und der rein<br />

romanischen Ausgestaltung<br />

geradezu geschaffen <strong>für</strong> die<br />

Passionsmusik. <br />

tis<br />

Operette oder Evergreens aufwarten, und sogar<br />

ein lustiges Singspiel ist im Konzertprogramm<br />

integriert. Für Abwechslung sorgen auch der<br />

Kinder- und Jugendchor mit seinen unbekümmerten<br />

Stimmen. Die Frühjahrskonzerte fin<strong>den</strong><br />

statt am Samstag, 12. <strong>März</strong>, Sonntag, 13. <strong>März</strong>,<br />

Freitag, 18. <strong>März</strong>, Samstag, 19. <strong>März</strong>, Sonntag,<br />

20. <strong>März</strong>, Ostersonntag, 27. <strong>März</strong>, Ostermontag,<br />

28. <strong>März</strong>, Freitag, 1. <strong>April</strong>, Samstag, 2. <strong>April</strong>, und<br />

Sonntag, 3. <strong>April</strong>, jeweils um 19.30<br />

Uhr in der Schwabsoier Gemeindehalle.<br />

Reservierungen nimmt Franz Häringer<br />

unter der Telefon-Nummer<br />

08868 / 1313 montags bis<br />

freitags von 16 bis 19 Uhr<br />

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märz / april <strong>2016</strong> | 23


Frühjahrskonzerte im Schongauer Land<br />

Von jungen, dynamischen Klangkörpern<br />

<strong>Altlandkreis</strong> | Musikvereine haben<br />

in <strong>den</strong> vergangenen 20 Jahren einen<br />

unwahrscheinlichen Wandel<br />

vollzogen, von der einfachen Dorfkapelle<br />

hin zum vielseitigen Blasorchester.<br />

Im Schongauer Land<br />

la<strong>den</strong> in <strong>den</strong> nächsten Wochen<br />

sieben Musikkapellen zu ihren<br />

Frühjahrskonzerten ein. Der „altlandkreis“<br />

hat deshalb nachgefragt:<br />

Ist Blasmusik noch angesagt?<br />

Hohes, musikalisches<br />

Niveau im Oberland<br />

„Mehr <strong>den</strong>n je“, betonen die drei<br />

befragten Vertreter der Musikkapellen.<br />

Von Steinga<strong>den</strong> über<br />

Schongau bis Denklingen sind die<br />

Konzertsäle voll, wenn der örtliche<br />

Musikverein einlädt. Manche Blasorchester<br />

bieten sogar zwei Konzertabende<br />

an, um der Besuchernachfrage<br />

gerecht zu wer<strong>den</strong>, wie<br />

ein Blick auf das Veranstaltungsangebot<br />

beweist. Marcus Graf,<br />

der seit 20 Jahren die Stadtkapelle<br />

Schongau dirigiert, bescheinigt<br />

<strong>den</strong> Blaskapellen in der Region<br />

„eine unglaubliche Entwicklung“.<br />

Als Wertungsrichter ist er im südlichen<br />

Bayern bei zahlreichen Wertungsspielen<br />

im Einsatz und kann<br />

deshalb feststellen, „dass unser<br />

Bezirk Oberland ein sehr hohes<br />

Niveau hat“. Dies führt er auf <strong>den</strong><br />

tüchtigen Bezirksleiter Max Kriesmair<br />

zurück, der sehr viel Wert auf<br />

eine gute Jugendarbeit legt.<br />

Die Musikvereine im Schongauer<br />

Land investieren ebenfalls sehr<br />

viel Zeit, Geld und Engagement in<br />

die Nachwuchsarbeit. <strong>Das</strong> beginnt<br />

bei der musikalischen Früherziehung<br />

in <strong>den</strong> Proberäumen des<br />

Vereins, bei der Unterstützung der<br />

Bläserklassen an <strong>den</strong> Schulen, in<br />

der Funktion als Musiklehrer oder<br />

wenn sie ihre Nachwuchsmusiker<br />

schon in eigenen Jugendkapellen<br />

die Luft eines großen Orchesters<br />

schnuppern lassen. Dadurch sind<br />

heute viele junge, gut ausgebildete<br />

Bläser in <strong>den</strong> Kapellen, die einfach<br />

Spaß am gemeinsamen Musizieren<br />

haben. „Ich habe das mit 16 Jahren<br />

bei weitem nicht spielen können,<br />

was die Jugend heute drauf hat“,<br />

bescheinigt Marcus Graf, der seinem<br />

Nachwuchs auch einen entsprechen<strong>den</strong><br />

Ehrgeiz unterstellt,<br />

in der großen Kapelle bestehen<br />

Knapp 60 Musikerinnen und Musiker sitzen beim Osterkonzert der<br />

Stadtkapelle Schongau auf der Bühne.<br />

Die Reichlinger la<strong>den</strong> seit vielen Jahren zu zwei Konzertaben<strong>den</strong> ein.<br />

zu können. Und sie sind offen <strong>für</strong><br />

alle Stilrichtungen, von Klassik bis<br />

Jazz, tragen trotzdem mit Stolz ihre<br />

bayerische Tracht und wissen bei<br />

traditioneller Blasmusik auch, wo<br />

ihre Wurzeln sind. Denklingens<br />

Musikervorstand Jürgen Waldhör,<br />

der seit 30 Jahren die Tuba bläst,<br />

geht auf das Repertoire ein, das<br />

heute auf einem Konzertabend<br />

geboten wird. „Wir geben ein Konzert<br />

<strong>für</strong> das Dorf“, stellt Waldhör<br />

fest. Die Musikauswahl beinhaltet<br />

nicht mehr so viele Stücke aus der<br />

Klassik, ist aber <strong>den</strong>noch musikalisch<br />

anspruchsvoll und <strong>für</strong> <strong>den</strong><br />

Zuhörer ein gefälliger Melodienreigen.<br />

In <strong>den</strong> vergangenen Jahren<br />

wurde immer ein Motto gewählt,<br />

das musikalisch präsentiert wurde.<br />

Dadurch sind die Besucherzahlen<br />

stetig gestiegen, so dass die<br />

Denklinger Musiker heuer einen<br />

neuen Versuch wagen. Ihr Dirigent<br />

Georg Wagner führt gleichzeitig<br />

<strong>den</strong> Taktstock beim Musikverein<br />

Blonhofen nahe Kaufbeuren, also<br />

wird ein Gemeinschaftskonzert<br />

24 | der altlandkreis<br />

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Der Musikverein Denklingen veranstaltet heuer ein Gemeinschaftskonzert mit der Blaskapelle Blonhofen.<br />

gegeben — an Josefi in Denklingen<br />

und an Ostern in Blonhofen.<br />

Die 44 Aktiven der Blaskapelle<br />

Denklingen können sich auch nicht<br />

über mangelnde Auftrittsmöglichkeiten<br />

beschweren. „Was wir<br />

leisten, ist manchmal schon grenzwertig“,<br />

weiß der Vorstand; allein<br />

im Jahr 2015 hatten sie inklusive<br />

Proben 111 Auftritte.<br />

Ähnliches kann auch der Steinga<strong>den</strong>er<br />

Vorstand Andreas Strauß<br />

berichten, dessen gut 60 Musiker<br />

in der großen Kapelle, daneben<br />

noch in der Quetsch-Blech-Blosn,<br />

der Tanzlmusik, in zwei Bläsergruppen,<br />

<strong>den</strong> Schnaidberg-Musikanten<br />

oder der Beerdigungsmusik<br />

im Einsatz sind und damit bei<br />

<strong>den</strong> verschie<strong>den</strong>sten Anlässen in<br />

Steinga<strong>den</strong> <strong>für</strong> die musikalische<br />

Umrahmung sorgen.<br />

Musikalische<br />

Weltreise<br />

Neben dem Frühjahrskonzert,<br />

zu dem regelmäßig um die 450<br />

Zuhörer kommen, stehen heuer<br />

noch zwei Großereignisse an:<br />

Die Steinga<strong>den</strong>er fungieren als<br />

Festkapelle beim großen Lechgau-Trachtenfest<br />

und möchten<br />

ein eigenes Kirchenkonzert im<br />

> > > Die Frühjahrskonzerte im Schongauer Land<br />

Trachtenkapelle Apfeldorf<br />

Freitag, 18. <strong>März</strong>, 20 Uhr, Mehrzweckhalle<br />

Samstag, 19. <strong>März</strong>, 20 Uhr, Mehrzweckhalle<br />

Blaskapelle Bernbeuren<br />

Samstag, 19. <strong>März</strong>, 20 Uhr, Auerberghalle<br />

Musikverein Denklingen<br />

Samstag, 19. <strong>März</strong>, 20 Uhr, Mehrzweckhalle<br />

Ostersonntag, 27. <strong>März</strong>, 20 Uhr,<br />

Stadltheater Blonhofen<br />

Musikkapelle Altenstadt<br />

Sonntag, 20. <strong>März</strong>, 20 Uhr, Schulturnhalle<br />

Welfenmünster initiieren. „In<br />

Steinga<strong>den</strong> mag man die Musik<br />

schon“, sieht sich Andreas Strauß<br />

in seinem Tun bestärkt, wenn er<br />

beispielsweise beim Neujahranblasen<br />

viel Lob erfährt. Für ihre<br />

Frühjahrskonzerte lassen sich die<br />

Musikkapellen im <strong>Altlandkreis</strong> je<strong>den</strong>falls<br />

wieder einiges einfallen.<br />

Die Schongauer begeben sich beispielsweise<br />

auf eine Art Weltreise,<br />

auf der ausgesuchte Länder musikalisch<br />

portraitiert wer<strong>den</strong>. Man<br />

darf es wohl auch in der weiteren<br />

Zukunft mit Freu<strong>den</strong> beobachten,<br />

wie sich diese jungen, dynamischen<br />

Klangkörper entwickeln. rg<br />

Stadtkapelle Schongau<br />

Ostersonntag, 27. <strong>März</strong>, 20 Uhr, Lechsporthalle<br />

Ostermontag, 28. <strong>März</strong>, 20 Uhr Lechsporthalle<br />

Musikverein Reichling<br />

Ostersonntag, 27. <strong>März</strong>, 20 Uhr, Mehrzweckhalle<br />

Samstag, 2. <strong>April</strong>, 20 Uhr, Mehrzweckhalle<br />

Bad Bayersoien<br />

Ostermontag, 28.<strong>März</strong>, 20 Uhr, Kurhaus<br />

Musikkapelle Böbing<br />

Samstag, 2. <strong>April</strong>, 20 Uhr, Schulturnhalle<br />

Musikkapelle Steinga<strong>den</strong><br />

Samstag, 2. <strong>April</strong>, 20 Uhr,<br />

Turnhalle Mittelschule<br />

Musikkapelle Schwabbruck<br />

Sonntag, 24. <strong>April</strong>, 20 Uhr, Schäferwirt<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 25<br />

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Hohenfurch | Ein dreifach kräftiges<br />

„Schön-au“ wer<strong>den</strong> die Hohenfurcher<br />

Narren am Freitag, 1. <strong>April</strong>,<br />

ausrufen. Aber Moment — der<br />

Fasching ist doch längst vorbei?<br />

Eben weil die Fasnacht heuer so<br />

kurz war und die Hohenfurcher<br />

auf 44 Jahre Faschingsclub blicken<br />

dürfen, la<strong>den</strong> sie im Frühjahr zu<br />

ihrem Jubiläumsball in die Stadthalle<br />

Weilheim ein. Ein echter Karnevalsverein<br />

feiert eben nicht die<br />

vermeintlich run<strong>den</strong> Geburtstage,<br />

sondern nimmt die Schnapszahlen<br />

als Anlass <strong>für</strong> besondere Feierlichkeiten.<br />

Aufgrund des zweijährigen Rhythmus’<br />

wäre heuer wieder eine<br />

Prunksitzung angestan<strong>den</strong>, doch<br />

bei dem extrem kurzen Fasching<br />

brachten die Organisatoren des<br />

Faschingsclubs Hohenfurch (FCH)<br />

diesen Termin einfach nicht mehr<br />

unter. Mit der Schongauer Bigband,<br />

der Feuerwehrkapelle und mehreren<br />

Gardeauftritten wer<strong>den</strong> es<br />

die Hohenfurcher nun am Freitag,<br />

1. <strong>April</strong>, krachen lassen. Als besonderen<br />

Höhepunkt möchte Präsi<strong>den</strong>t<br />

Johannes Linder alle Prinzenpaare<br />

aus <strong>den</strong> vier Jahrzehnten auf die<br />

Bühne bringen. „Einige schnaufen<br />

schwer, aber irgendwie wird’s<br />

schon gehen“, gibt sich der „Präsi“<br />

zuversichtlich. Er freut sich darüber,<br />

dass fast alle Paare spontan<br />

zugesagt haben, auch wenn das<br />

Kostüm nach so vielen Jahren bei<br />

einigen etwas zwickt.<br />

Neben der eigenen Minigarde,<br />

Prinzengarde und Showtanzgruppe<br />

wird im Rahmen des Jubiläumsballs<br />

eine ganz besondere Tanzformation<br />

erwartet. Die „Dance<br />

United“ aus Dorfen ist amtierender<br />

deutscher Vizemeister im Showtanz<br />

und <strong>den</strong> Hohenfurchern durch die<br />

regelmäßige Teilnahme an Gardetreffen<br />

bekannt.<br />

Bei diesen Gardetreffen konnten<br />

die Vertreter des FCH oft große Unterschiede<br />

in der Entwicklung der<br />

Für ihr 22-Jähriges stellten die Hohenfurcher Faschingsnarren sogar im<br />

Sommer 1994 ein Zelt auf. Alle 22 Prinzenpaare versammelten sich auf<br />

der Bühne. Auch zum 44-Jährigen wollen die meisten kommen.<br />

Gruppen erkennen. <strong>Das</strong> Mitglied<br />

des Elferrats, Jürgen Fischer, stellt<br />

fest: „Wir bleiben unserer Linie mit<br />

Gardemarsch und Showteil treu,<br />

das sind Werte, die uns ausmachen.“<br />

<strong>Das</strong> war schon <strong>den</strong> Gründern<br />

Werner Rohrmoser und Alfred<br />

Kohler wichtig, als sie vor 44 Jahren<br />

beim „Hanusch“ <strong>den</strong> Faschingsclub<br />

ins Leben riefen. „<strong>Das</strong> Schöne bei<br />

uns ist die Harmonie zwischen Alt<br />

und Jung“, freut sich Johannes<br />

Linder. So ist beispielsweise ein<br />

Ehrenpräsi<strong>den</strong>t immer noch gerne<br />

mit der Jugend unterwegs. Jedes<br />

Jahr wurde ein Prinzenpaar gekürt<br />

und eine Tanzgruppe aufgestellt,<br />

der beliebte Nachtfaschingszug<br />

schlängelt sich seit 2001 im zweijährigen<br />

Rhythmus durch das<br />

Schönachdorf, und mit <strong>den</strong> bei<strong>den</strong><br />

Prunksitzungen wur<strong>den</strong> besondere<br />

Glanzpunkte gesetzt.<br />

Der <strong>Altlandkreis</strong> ist besonders<br />

durch die Faschingsclubs in Schongau,<br />

Hohenfurch und Schwabsoien<br />

eine wahre Fasnachts-Hochburg.<br />

„Wir haben vor Ort eine gesunde<br />

Konkurrenz, das hebt das Niveau“,<br />

sagt Linder, der sich auch als Tänzer<br />

der Showtanzgruppe jedes Jahr<br />

um ein Motto bemüht. Um die Zukunft<br />

des FCH machen sich Präsi<strong>den</strong>t<br />

Johannes Linder und Elferrat<br />

Jürgen Fischer keine Sorgen, <strong>den</strong>n<br />

Faschingsnarren wird es in Hohenfurch<br />

immer geben. Sie stellen lediglich<br />

fest, dass die rauschen<strong>den</strong><br />

Ballnächte immer weniger wer<strong>den</strong>.<br />

Deshalb veranstalten sie mit dem<br />

Jubiläumsball einfach selbst eine<br />

niveauvolle Auftritts-Gelegenheit<br />

<strong>für</strong> ihre Garde. <br />

rg<br />

26 | der altlandkreis


Fast jeder fünfte Erwachsene ist betroffen<br />

Die Tagesklinik <strong>für</strong> Schmerztherapie —<br />

ein voller Erfolg<br />

Schongau | Schmerz ist das Symptom,<br />

das zu <strong>den</strong> häufigsten Behandlungsanlässen<br />

in der hausoder<br />

fachärztlichen Praxis zählt.<br />

Etwa 17 Prozent der erwachsenen<br />

deutschen Bevölkerung leidet unter<br />

chronischen Schmerzen. Dabei<br />

sind Rücken-, Kopf- sowie Gelenk-<br />

und Nervenschmerzen die<br />

häufigsten Ursachen. Vor allem im<br />

ländlichen Bereich ist das Angebot<br />

an wohnortnahen Therapiemöglichkeiten<br />

oft begrenzt — so auch<br />

im Landkreis Weilheim-Schongau.<br />

Daher hat sich die Krankenhaus<br />

GmbH 2014 dazu entschlossen, das<br />

„Leuchtturmprojekt“ Tagesklinik<br />

<strong>für</strong> Schmerztherapie in Angriff zu<br />

nehmen. „Wir wollen die Klinik mit<br />

neuen Angeboten attraktiver machen“,<br />

beschreibt Geschäftsführer<br />

Thomas Lippmann <strong>den</strong> Weg, Bürgern<br />

ein immer breiteres Spektrum<br />

an medizinischen Leistungen anzubieten.<br />

„Es würde mich freuen,<br />

wenn Patienten mittlere Strecken<br />

auf sich nehmen“, spricht er das<br />

Ziel an, sich standortübergreifend<br />

so attraktiv wie möglich aufzustellen.<br />

Mit Dr. Eva Mareen Bakemeier<br />

konnte eine erfahrene Schmerztherapeutin<br />

<strong>für</strong> <strong>den</strong> Aufbau und die<br />

Leitung der Tagesklinik gewonnen<br />

wer<strong>den</strong>.<br />

Intensive Betreuung<br />

ist Trumpf<br />

Anfang Juli 2015 startete das<br />

Projekt Tagesklinik <strong>für</strong> Schmerztherapie,<br />

welches zur Strategie<br />

Gesundheitsversorger 2020 gehört.<br />

Auf 300 Quadratmetern sind<br />

moderne, helle Räumlichkeiten<br />

entstan<strong>den</strong>, in <strong>den</strong>en alle fünf<br />

Wochen eine neue Gruppe von<br />

jeweils acht Patienten eine ambulante<br />

Schmerztherapie absolviert.<br />

Gearbeitet wird nach einem sogenannten<br />

multimodalen Therapiekonzept.<br />

Weil „gerade im Bereich<br />

des chronischen Schmerzes sich<br />

herausgestellt hat, dass einseitige<br />

Therapien oft zu kurz greifen“, wie<br />

Dr. Eva Mareen Bakemeier erklärt,<br />

wird die Behandlung sowohl zeitlich<br />

als auch inhaltlich eng zwischen<br />

<strong>den</strong> unterschiedlichen, an<br />

der Behandlung beteiligten Berufsgruppen<br />

und dem einzelnen<br />

Patienten koordiniert. So arbeiten<br />

Ärzte, Psychologen, Physio- und<br />

Ergotherapeuten, Pflegekräfte,<br />

Arzthelferinnen und der Patient<br />

zusammen. Die überschaubare<br />

Gruppengröße von acht Patienten<br />

je Behandlungsgruppe ist dabei<br />

der große Vorteil — und ermöglicht<br />

eine intensive Betreuung.<br />

Kosten trägt<br />

die Krankenkasse<br />

Generell stehen zwei Behandlungskonzepte<br />

zur Verfügung: das<br />

fünfwöchige Programm jeweils<br />

werktags (siehe Kasten) und ein<br />

> > > Kontakt<br />

„Seniorenprogramm“ mit zwei<br />

festen Behandlungstagen pro Woche<br />

über insgesamt zwölf Wochen.<br />

Sechs Monate nach Abschluss der<br />

Behandlung erfolgt eine Auffrischwoche<br />

in der Tagesklinik<br />

<strong>für</strong> Schmerztherapie. „Die Kosten<br />

hier<strong>für</strong> trägt, wie <strong>für</strong> die fünfwöchige<br />

Therapie oder die Seniorengruppe,<br />

die Krankenkasse“, so Dr.<br />

Bakemeier, die ferner darauf hinweist,<br />

dass es keinen Unterschied<br />

zwischen gesetzlich und privat<br />

versicherten Patienten gibt. Einzig<br />

ein Einweisungsschein des<br />

Haus- oder Facharztes sei<br />

nötig.<br />

„Ein voller Erfolg! Die Tagesklinik<br />

wird toll angenommen“,<br />

erklärt Geschäftsführer<br />

Lippmann<br />

im Rückblick auf das<br />

vergangene dreiviertel<br />

Jahr seit der Öffnung. Die<br />

Krankenhaus GmbH hat mit<br />

der Tagesklinik <strong>für</strong> Schmerztherapie<br />

einen weiteren Schritt<br />

zur Rundumversorgung vollzogen.<br />

<br />

tis<br />

Weitere Informationen erhalten Interessierte telefonisch unter<br />

08861 / 215 180 oder sekretariat.schmerztherapie@kh-gmbh-ws.de<br />

<strong>Das</strong> Konzept:<br />

„Patienten sind an fünf Tagen in der Woche (montags bis freitags) bei uns<br />

vor Ort. Abends und an <strong>den</strong> Wochenen<strong>den</strong> sind die Patienten daheim. Dies<br />

hat <strong>den</strong> großen Vorteil, dass Gelerntes sofort in <strong>den</strong> Alltag zu Hause integriert<br />

wer<strong>den</strong> kann. Bei einem regulären stationären Aufenthalt ist dies<br />

nicht möglich. Hier sieht man erst nach Rückkehr in die eigenen vier Wände,<br />

ob Erlerntes im Alltag auch praktikabel ist.“ Dr. Eva Mareen Bakemeier<br />

Unsere Therapieziele <strong>für</strong> Sie:<br />

Verbesserung der Lebensqualität<br />

Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit in <strong>den</strong> Bereichen<br />

Beweglichkeit, Koordination, Kraft und Ausdauer<br />

Entdecken und Fördern eigener Stärken<br />

Verringerung schmerzbedingter Auswirkungen im privaten und<br />

beruflichen Umfeld<br />

Erlernen und Erproben von Schmerzbewältigungsstrategien<br />

Reaktivierung von sozialen Beziehungen<br />

Reduktion und Optimierung von Schmerzmedikamenten


Vertrauensvoller Erstkontakt beim Beckenbo<strong>den</strong>zentrum<br />

Mit einem Anruf das<br />

Wohlbefin<strong>den</strong> steigern<br />

„Wir können <strong>den</strong> Frauen<br />

Lebensqualität zurückgeben.“<br />

Dr. Bernd-Michael Grauel<br />

Behandlung bei Harninkontinenz<br />

Ein häufig verbreitetes Krankheitsbild<br />

ist die Harninkontinenz. Laut<br />

Schätzungen leidet jede dritte Frau<br />

einmal in ihrem Leben an Blasenschwäche.<br />

Als Harninkontinenz<br />

wird die Unfähigkeit bezeichnet,<br />

<strong>den</strong> Urin sicher in der Harnblase<br />

zu speichern und selbst über<br />

Ort und Zeitpunkt der Entleerung<br />

zu bestimmen. Sie kann vorübergehend<br />

auftreten oder eine bleibende<br />

Erkrankung darstellen.<br />

Hauptsächlich wird zwischen einer<br />

Belastungsinkontinenz, also einem<br />

unwillkürlichen Urinabgang etwa<br />

Weilheim/Schongau | Um Frauen<br />

mit diesen Krankheitsbildern kompetente,<br />

wohnortnahe Hilfe zu bieten,<br />

baut die Krankenhaus GmbH<br />

derzeit ein Beckenbo<strong>den</strong>zentrum<br />

unter der Leitung des Chefarztes<br />

Dr. Bernd-Michael Grauel auf. Der<br />

erfahrene Mediziner ist seit Juli in<br />

die Neustrukturierung der Gynäkologie<br />

und Geburtshilfe an <strong>den</strong><br />

beim Husten, Lachen oder Laufen,<br />

und einer Dranginkontinenz unterschie<strong>den</strong>.<br />

Am häufigsten kommen<br />

jedoch Mischformen vor. In der Inkontinenzchirurgie<br />

haben sich drei<br />

Verfahren etabliert:<br />

das spannungsfreie Vaginalband<br />

— Tension free vaginal tapes<br />

(TVT),<br />

die Trans-Obturator-Technik<br />

(TOT) und<br />

die Injektion von Bulkamid Hydrogel<br />

Bei TVT und TOT wird ein spannungsfreies<br />

Kunststoffband unter<br />

Standorten Weilheim und Schongau<br />

involviert. „Zu Beginn jeder<br />

Behandlung steht eine eingehende<br />

Diagnostik. Dann wird entschie<strong>den</strong>,<br />

ob eine konservative Therapie<br />

oder ein operativer Eingriff nötig<br />

sind“, so Dr. Grauel. Für einen vertrauensvollen<br />

Erstkontakt stehen<br />

die Spezialisten jederzeit zur Verfügung.<br />

<br />

tis<br />

die Harnröhre gelegt, das die<br />

Funktion der geschwächten Harnröhrenbehälter<br />

übernimmt. Die<br />

Operation kann in Lokal- beziehungsweise<br />

Regionalanästhesie<br />

oder unter Vollnarkose durchgeführt<br />

wer<strong>den</strong>. Durch die dauerhafte<br />

Unterstützung der Harnröhre kann<br />

eine langfristige Kontinenz weit<br />

über 90 Prozent erzielt wer<strong>den</strong>. Die<br />

Injektion von Bulkamid Hydrogel<br />

ist hingegen ein minimal-invasives<br />

Verfahren bei Risikopatienten, Versagen<br />

anderer Metho<strong>den</strong> oder bei<br />

Frauen mit Kinderwunsch.<br />

Behandlung bei Senkung des Beckenbo<strong>den</strong>s<br />

Ein weiteres Problem, von dem<br />

etwa jede zehnte Frau in Deutschland<br />

betroffen ist: Eine Senkung<br />

des Beckenbo<strong>den</strong>s. Darunter ist<br />

das teilweise oder vollständige<br />

Vorfallen der Scheide und/oder der<br />

Gebärmutter zu verstehen. Häufig<br />

verändert dies die Position der<br />

Nachbarorgane, vor allem Blase<br />

und Darm, was nicht selten einen<br />

operativen Eingriff zur Folge hat. In<br />

speziellen Fällen ist ein interdisziplinäres<br />

Vorgehen mit Urologen und<br />

Darmchirurgen notwendig. Leichtere<br />

Senkzustände können durch<br />

Beckenbo<strong>den</strong>gymnastik, Muskelstimulation<br />

und Anwendung von<br />

Hormon-Salben oder -Zäpfchen<br />

behandelt wer<strong>den</strong>. Auch die Einlage<br />

eines Schei<strong>den</strong>ringes ist möglich.<br />

Im operativen Bereich hat<br />

sich die vordere beziehungsweise<br />

hintere Schei<strong>den</strong>-Beckenbo<strong>den</strong>-<br />

Dammplastik etabliert. In vielen<br />

Fällen ist die Befestigung der<br />

Scheide am Bandapparat des Beckens<br />

notwendig. In jüngster Zeit<br />

wer<strong>den</strong> auch feinmaschige Kunststoffnetze<br />

zwischen Scheide, Blase<br />

und/oder Darm eingesetzt, um das<br />

Gewebe zu stabilisieren. Allerdings<br />

wer<strong>den</strong> diese Verfahren teils kritisch<br />

gesehen, zudem fehlen die<br />

Langzeitergebnisse.<br />

> > > KONTAKT<br />

Für einen vertrauensvollen Erstkontakt einfach anrufen!<br />

Informationen zu <strong>den</strong> Verfahren und dem Leistungsspektrum<br />

erhalten Interessierte unter 0881 / 188 418<br />

Klinik Weilheim — Gynäkologie<br />

Chefarzt Dr. Bernd-Michael Grauel<br />

Telefon 0881 / 188 418, Fax 0881 / 188 613<br />

Klinik Schongau — Gynäkologie<br />

Chefarzt Dr. Bernd-Michael Grauel<br />

Telefon 08861 / 215 278, Fax 08861 / 215 279<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 29


Sanierung und Modernisierung bei der Krankenpflegeschule<br />

Investitionen in die Zukunft<br />

Schongau | Passend zum praktischen<br />

Ausbildungsbeginn der<br />

neuen Krankenpflegeschüler bei<br />

der Krankenhaus GmbH Weilheim-<br />

Schongau wurde der energetisch<br />

sanierte Schulbau seiner Bestimmung<br />

übergeben. Wärmedämmung,<br />

Flachdachsanierung und<br />

komplett neue Fenster — der Bau<br />

aus <strong>den</strong> Fünfzigern war deutlich<br />

in die Jahre gekommen. Ein heller,<br />

freundlicher und moderner Außenanstrich<br />

run<strong>den</strong> das neue Erscheinungsbild<br />

ab.<br />

Ein Ort zum Wohlfühlen<br />

Nicht nur äußerlich hat sich bei der<br />

Krankenpflegeschule einiges getan:<br />

Im Zuge der Baumaßnahmen<br />

wur<strong>den</strong> die Schulräume modernisiert.<br />

Der ehemalige Demonstrationsraum<br />

wurde vergrößert und als<br />

vollwertiges Klassenzimmer ausgebaut.<br />

Konzeptionell orientierte<br />

man sich dabei an <strong>den</strong> Empfehlungen<br />

<strong>für</strong> einen modernen Schulbau<br />

und pädagogischen Richtlinien<br />

der lernförderen<strong>den</strong> Raumgestaltungen.<br />

Helle Bö<strong>den</strong>, ein farbiger<br />

Anstrich und Pflanzen wur<strong>den</strong> in<br />

die Unterrichtsräume integriert.<br />

Ein neu gestalteter Aufenthaltsbereich<br />

mit Lounge und Ruhebereich,<br />

Kochgelegenheit und sogar der<br />

Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen,<br />

lädt die Schüler mittlerweile<br />

zum Verweilen ein. Der Außenbereich<br />

ist nun mit Gartenmöbeln im<br />

Innenhof, Sonnenschirm und im<br />

Sommer mit einer Tischtennisplatte<br />

ausgestattet. Neue Außentüren<br />

in <strong>den</strong> Unterrichtsräumen erlauben<br />

<strong>den</strong> Schülern bei schönem Wetter<br />

... über das Ziel:<br />

<strong>den</strong> direkten Zugang zu einer kleinen<br />

Grünfläche.<br />

Der Geschäftsführung und <strong>den</strong><br />

Pflegedienstleitungen wur<strong>den</strong> die<br />

neuen Räumlichkeiten während<br />

der traditionellen Schongauer<br />

„Patentage“ vorgestellt. Für drei<br />

Tage übernehmen dabei Schüler<br />

des dritten Ausbildungsjahres die<br />

Einführung und Einarbeitung der<br />

Impressionen vom Stationseinsatz und aus der<br />

modernisierten Pflegeschule<br />

„Wir möchten Schüler bei ihrer Entwicklung<br />

und beim eigenständigen Lernen unterstützen.<br />

Sie sollen u.a. befähigt wer<strong>den</strong>, <strong>den</strong> ihnen anvertrauten<br />

Patienten, ihren Kollegen und dem<br />

Betrieb Engagement und Verantwortung entgegenzubringen“<br />

Klaus Fenzl (Schulleitung)<br />

neuen Auszubil<strong>den</strong><strong>den</strong> — inklusive<br />

Begrüßungsfest mit Brotzeit, Sirtaki,<br />

Frie<strong>den</strong>stanz und reichlich guter<br />

Stimmung.<br />

> > > Kontakt<br />

80 Prozent erhalten<br />

Arbeitsvertrag<br />

Insgesamt stellt die Realisierung<br />

dieses einzigartigen Konzeptes einen<br />

großen Gewinn <strong>für</strong> die Auszubil<strong>den</strong><strong>den</strong><br />

dar. Solch ein Projekt ist<br />

zudem ein klares Bekenntnis der<br />

Krankenhaus GmbH, weiterhin in<br />

die Zukunft investieren zu wollen,<br />

wie Geschäftsführer Thomas Lippmann<br />

bestätigt: „Ein Krankenhaus<br />

wird nicht nur durch die Patienten<br />

definiert, sondern auch durch<br />

die Fachkräfte.“ <strong>Das</strong> beweist auch<br />

die Tatsache, dass 80 Prozent der<br />

Schüler, die in diesem Jahr ihren<br />

Abschluss machen, einen unbefristeten<br />

Arbeitsvertrag erhalten,<br />

worüber sich Lippmann besonders<br />

freut: „<strong>Das</strong> ist einzigartig.“ tis<br />

Berufsfachschule <strong>für</strong><br />

Krankenpflege/Krankenpflegehilfe<br />

Marie-Eberth-Straße 8<br />

86956 Schongau<br />

Telefon 08861 / 215580, Fax 08861 / 215249<br />

E-Mail: info-schule@kh-gmbh-ws.de


Ausbildung bei der Krankenhaus GmbH<br />

Die Fachkräfte von morgen<br />

Schongau | „Der Wettbewerb<br />

um die Fachkräfte wird sich verschärfen“,<br />

blickt Geschäftsführer<br />

Thomas Lippmann voraus. Grund<br />

genug <strong>für</strong> die Krankenhaus GmbH,<br />

sich um <strong>den</strong> eigenen, qualifizierten<br />

Nachwuchs zu kümmern. Ein<br />

Glücksfall sei die räumliche Nähe<br />

der Krankenpflegeschule zur Klinik.<br />

So kann ein direkter und<br />

transparenter Austausch stattfin<strong>den</strong>.<br />

„Lehrer und Schüler können<br />

somit Theorie und Praxis in idealer<br />

Weise verknüpfen“, führt er weiter<br />

aus.<br />

Über die fachbezogene<br />

Theorie hinaus<br />

Die Krankenpflegeschule soll ein<br />

Ort sein, an dem man sich angenommen<br />

und wohlfühlt und<br />

positive und angenehme Lernbedingungen<br />

vorfindet. „Wir unterstützen<br />

und fördern ein wertschätzendes<br />

Miteinander, wozu auch<br />

ein respektvoller Umgang untereinander<br />

gehört“, erklärt Schulleiter<br />

Klaus Fenzl. Dies soll beispielhaft<br />

sein <strong>für</strong> <strong>den</strong> praktischen Umgang<br />

mit Patienten, Angehörigen und<br />

Kollegen. Ein Fokus der Schule<br />

liegt zudem auf der Förderung<br />

individueller Stärken und der Unterstützung<br />

beim Überwin<strong>den</strong> von<br />

Schwächen.<br />

Hohe Anerkennung<br />

<strong>für</strong> die Ausbildung<br />

Durch die Diskussion über aktuelle<br />

Themen, wie etwa <strong>den</strong> demografischen<br />

Wandel, die gesundheitspolitische<br />

Entwicklung oder die<br />

multikulturelle Gesellschaft wird<br />

die berufliche Handlungskompetenz<br />

geschult, Fach- und Metho<strong>den</strong>kompetenz<br />

entwickelt, um so<br />

einen adäquaten Theorie-Praxis-<br />

Transfer zu ermöglichen.<br />

In der Krankenpflegeschule gibt<br />

es die Möglichkeit, sich als Pflegefachhelfer/In<br />

oder Gesundheitsund<br />

Krankenpfleger/In ausbil<strong>den</strong><br />

zu lassen. „Beide Ausbildungen<br />

haben an unserer Schule eine<br />

lange Tradition und befähigen<br />

zum europaweiten Arbeiten“, so<br />

Examen geschafft — zahlreiche Absolventen erhalten im Anschluss einen<br />

unbefristeten Arbeitsvertrag bei der Krankenhaus GmbH<br />

Fenzl. Die Ergebnisse der staatlichen<br />

Prüfungen über Jahrzehnte<br />

und die positive Rückmeldung<br />

von ehemaligen Schülern, die<br />

zwischenzeitlich in ganz Europa<br />

verstreut sind und dort bestehen,<br />

bestätigen dies. Die Wertschätzung<br />

die <strong>den</strong> Absolventen aus<br />

<strong>Das</strong> Ausbildungsteam der Krankenpflegeschule<br />

umliegen<strong>den</strong> Krankenhäusern<br />

entgegengebracht wird, ist häufig<br />

von Anerkennung gekennzeichnet.<br />

Zudem ist seit Oktober 2014 bei<br />

entsprechender Eignung eine duale<br />

Ausbildung, mit akademischem<br />

Grad Social Management (B.A.)<br />

im Wahlpflichtbereich Healthcare<br />

Services, bei der Krankenpflegeschule<br />

möglich. Für alle drei<br />

Zweige sind <strong>für</strong> das kommende<br />

Ausbildungsjahr noch Plätze frei.<br />

Wegen der hohen Nachfrage empfiehlt<br />

sich jedoch eine zeitnahe<br />

Bewerbung auf der Internetseite<br />

der Krankenhaus GmbH (www.khgmbh-ws.de).<br />

tis<br />

Gründe <strong>für</strong> eine Ausbildung bei der Krankenhaus GmbH:<br />

Individuelle, sehr persönliche Schülerbetreuung (auch während der Praxis) in einer überschaubaren,<br />

familiären Schule<br />

Freundlicher und wertschätzender Umgang<br />

Direkter Ansprechpartner vor Ort<br />

Offene, angenehme und wohlwollende Lernatmosphäre<br />

Hochmotivierte Dozenten mit langjähriger Praxis- und Lehrerfahrung<br />

Durchdachte und aufeinander abgestimmte Lehrinhalte<br />

Traditionelle und moderne Unterrichtsformen in einem konstruktiven Mix<br />

Fundierte, zukunftsfähige Ausbildung als Grundstein <strong>für</strong> individuellen Aufstieg und Karriere<br />

Berufsbegleitender Studiengang/B.A. Social Management (bei individueller Eignung) möglich<br />

Fachdozenten aus Spezialgebieten der Ausbildung<br />

Zusätzliche Lernangebote zur Persönlichkeits- und Kompetenzentwicklung<br />

(Seminare, Projektarbeiten, Exkursionen etc.)<br />

Separate Prüfungsvorbereitung in Seminarform<br />

Einarbeitungstage/Patentage<br />

Verknüpfung von Theorie und Praxis<br />

Häufige und strukturierte Praxisbegleitung durch die Unterrichtskräfte<br />

Praxisanleiter auf <strong>den</strong> Stationen<br />

Diverse zusätzliche Einsätze (z.B. Dialyse, Endoskopie, Querschnittstation etc.)<br />

Schüleraustausch mit Kooperationspatnern (UKM Murnau) und <strong>für</strong> die PFH-Ausbildung mit Füssen<br />

und Garmisch-Partenkirchen<br />

Führungspraktikum<br />

Tragfähiges, zukunftsfähiges Konzept als kompetenter Gesundheitsvorsorger in der Region<br />

Sicherer Arbeitsplatz mit Perspektive <strong>für</strong> die Zeit nach der Ausbildung<br />

Modernes, leistungsfähiges und zukunftsorientiertes Medizinkonzept<br />

Klares Bekenntnis des Trägers zur Schule und qualifizierter Ausbildung<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 31


Klinik <strong>für</strong> Gefäß- und Endovaskularchirurgie, Gefäß- und TOS-Zentrum<br />

Ausbau als nächster Schritt<br />

Weilheim / Schongau | Seit 1. Dezember<br />

2015 ist Dr. Carsten Czuprin<br />

Chefarzt der Klinik <strong>für</strong> Gefäß- und<br />

Endovaskularchirurgie und sowohl<br />

an der Klinik Schongau, als auch<br />

an der Klinik Weilheim tätig. Er<br />

ist damit Nachfolger von Dr. Michaela<br />

Vaeltl, der Geschäftsführer<br />

Thomas Lippmann zum Abschied<br />

dankte: „Wir bedanken uns bei<br />

Frau Dr. Vaeltl <strong>für</strong> die geleistete<br />

Arbeit in der Krankenhaus GmbH<br />

und wünschen ihr alles Gute.“<br />

Gleichzeitig blickte er mit Zuversicht<br />

in die Zukunft: „Ich freue<br />

mich, dass wir mit Herrn Dr.<br />

Czuprin einen erfahrenen Gefäßchirurgen<br />

gewinnen konnten,<br />

der unser Leistungsspektrum<br />

um- und ausbauen wird.“<br />

Die Abteilung<br />

wird weiter ausgebaut<br />

<strong>Das</strong> Ärzteteam bietet alle gefäßchirurgischen<br />

Eingriffe an. Zudem<br />

kann über die Notaufnahme eine<br />

fachärztliche Notfallbehandlung<br />

rund um die Uhr in Weilheim und<br />

Schongau gewährleistet wer<strong>den</strong>.<br />

„Wir wollen die Klinik <strong>für</strong> Gefäßchirurgie<br />

in Schongau ausbauen,<br />

um das Gefäßzentrum am Lech<br />

und an der Ammer zu stärken“, so<br />

der Chefarzt. Die Investition in eine<br />

gefäßdarstellende Röntgenanlage<br />

neuester Generation mit 3D-Technik<br />

zeugt von dem Vorhaben. Diese<br />

dient im OP zur endovaskulären<br />

Ausschaltung von Bauchschlagadererweiterungen<br />

(Aortenaneurysma).<br />

Sie wird als Instrument<br />

zur minimal-invasiven Behandlung<br />

von Gefäßverengungen und<br />

Verschlüssen bei der sogenannten<br />

Schaufensterkrankheit (AVK) und<br />

dem Diabetischen Fußsyndrom<br />

eingesetzt, um so Beinamputationen<br />

zu minimieren. Zudem wird<br />

die Anlage zur Qualitätssicherung<br />

im Bereich der biologisch-rekonstruktiven<br />

Carotischirurgie und der<br />

Bypass-Chirurgie genutzt.<br />

Arterielle und venöse<br />

Erkrankungen<br />

Spezialisiert hat sich die Gefäßchirurgie<br />

der Krankenhaus GmbH<br />

auf die Behandlung von arteriellen<br />

und venösen Erkrankungen des<br />

Gefäßsystems. Besonders Diagnostik<br />

und Therapie der neurovaskulären<br />

Kompressionssyndrome an der<br />

oberen Thoraxapertur (Thoracic<br />

Outlet Syndrom = TOS) sind hervorzuheben,<br />

die in Form der endoskopisch,<br />

videoassistierten Resektion<br />

der ersten Rippe behandelt wer<strong>den</strong>.<br />

Zu <strong>den</strong> Behandlungsschwerpunkten<br />

gehören Eingriffe an der<br />

Halsschlagader (Carotischirurgie)<br />

zur Vorbeugung von Schlaganfällen<br />

in Form der biologischen Rekonstruktion<br />

in Lokalanästhesie,<br />

endovaskuläre Behandlung der<br />

Aorta bei Erweiterungen (Bauchaortenaneurysma),<br />

sowie Rekonstruktionen<br />

des Gefäßsystems bei<br />

arterieller Verschlusskrankheit<br />

(Bypass-Operationen,<br />

Ausschälplastiken,<br />

Dilationen und<br />

Stentimplantationen).<br />

Im Vordergrund der Behandlung<br />

venöser Erkrankungen<br />

steht die Chirurgie der Krampfadern<br />

einschließlich minimal-invasiver,<br />

kosmetisch günstiger Verfahren<br />

und die Behandlung der tiefen<br />

Becken- und Beinvenenthrombosen.<br />

Ein weiterer Schwerpunkt ist<br />

die Behandlung des venösen oder<br />

arteriellen Ulcus cruris (Beingeschwür).<br />

Mit Metho<strong>den</strong> des modernen<br />

Wundmanagements wer<strong>den</strong><br />

chronische Wun<strong>den</strong> optimal versorgt<br />

und die Folgeerkrankungen<br />

des Diabetes mellitus (Diabetisches<br />

Fuß-Syndrom) behandelt.<br />

Interdisziplinäre<br />

Zusammenarbeit<br />

In Zusammenarbeit mit <strong>den</strong> Dialysepraxen<br />

an <strong>den</strong> Standorten wer<strong>den</strong><br />

bei Patienten mit Nierenversagen<br />

Dialyse-Shunt-Operationen<br />

durchgeführt. Unfallbedingte Gefäßverletzungen<br />

wer<strong>den</strong> gemeinsam<br />

mit der Abteilung <strong>für</strong> Unfall-<br />

Dr. Carsten Czuprin, Chefarzt Klinik <strong>für</strong> Gefäß- & Endovaskularchirurgie,<br />

Zentrumsleiter Gefäß- und TOS-Zentrum<br />

„Endovaskulär“ bedeutet ...<br />

„innerhalb eines Gefäßes“ bzw.<br />

„das Innere eines Gefäßes betreffend“<br />

Quelle: www.enzyklo.de<br />

> > > Kontakt<br />

chirurgie versorgt. Neben sämtlichen<br />

arteriellen und venösen<br />

Eingriffen besteht enge interdisziplinäre<br />

Zusammenarbeit mit Kardiologie<br />

und Gastroenterologie.<br />

Beweis an die<br />

Bundespolitik<br />

Mit der Klinik <strong>für</strong> Gefäß- und<br />

Endovaskularchirurgie kann die<br />

Krankenhaus GmbH ein weiteres<br />

Fachgebiet anbieten, was „alles<br />

andere als normal ist“, wie Geschäftsführer<br />

Lippmann betont.<br />

Patienten müssen so keine weiten<br />

Wege außerhalb des Landkreises<br />

auf sich nehmen. Dem Ziel, 70 bis<br />

80 Prozent der Krankheiten in <strong>den</strong><br />

Standorten behandeln zu können,<br />

kommt man so erneut einen<br />

Schritt näher. Zudem sei es ein<br />

Beweis an die Bundespolitik, die<br />

eher <strong>den</strong> Bau großer Medizinzentren<br />

fokussiert, dass es nur über<br />

<strong>den</strong> Weg der Patientennähe geht,<br />

betont der Krankenhaus-Chef. tis<br />

Klinik <strong>für</strong> Gefäß- & Endovaskularchirurgie<br />

Gefäß- und TOS-Zentrum<br />

Schongau<br />

Telefon 08861 / 215-260, Fax 08861 / 215-259<br />

E-Mail: gefaesschirurgie@kh-gmbh-ws.de<br />

Weilheim<br />

Telefon 0881 / 188-673, Fax 0881 / 188-677


Unterstützung bei der Fahrt ins Schongauer Krankenhaus<br />

Klinik Peißenberg voll integriert<br />

Weilheim / Schongau / Peißenberg |<br />

Zufrie<strong>den</strong> blickt Geschäftsführer<br />

Thomas Lippmann auf die letzten<br />

Wochen nach der Integration der<br />

Klinik Peißenberg: „Ich habe das<br />

Gefühl, dass die Peißenberger uns<br />

weiterhin das Vertrauen schenken.“<br />

Nach 140 Jahren wurde die<br />

Klinik Peißenberg im Februar <strong>2016</strong><br />

in die Klinik Schongau integriert.<br />

Die Bereicherung durch das Peißenberger<br />

Leistungsspektrum sei<br />

„ein Gewinn <strong>für</strong> alle, wir stärken<br />

<strong>den</strong> Standort Schongau im Bereich<br />

der Kardiologie und können auch<br />

<strong>den</strong> Ausbau der Pneumologie in<br />

Angriff nehmen“, sagt Lippmann<br />

erfreut. Seine hohe Anerkennung<br />

spricht er dabei der Kreis-Politik<br />

aus mit Landrätin Andrea Jochner-<br />

Weiß an der Spitze. Diese habe<br />

sich frühzeitig <strong>für</strong> diesen Weg entschie<strong>den</strong>.<br />

Stolz ist der Geschäftsführer<br />

zudem darauf,<br />

<strong>den</strong> politischen Auftrag<br />

hinsichtlich der<br />

Mitarbeiter erfüllt zu<br />

haben. 80 Prozent der<br />

Beschäftigten wur<strong>den</strong><br />

in Schongau, 20 Prozent<br />

in Weilheim integriert.<br />

Betriebsbedingte<br />

Kündigungen<br />

gab es keine. Um sich<br />

<strong>für</strong> das Vertrauen der Patienten<br />

zu bedanken, unterstützt die<br />

Krankenhaus GmbH <strong>für</strong> diese die<br />

Fahrt nach Schongau und bezahlt<br />

das Taxi vom Bahnhof Schongau<br />

bis zum Krankenhaus und zurück.<br />

Hier<strong>für</strong> wurde<br />

mit <strong>den</strong> kommunalen<br />

Taxiunternehmen<br />

eine<br />

Vereinbarung getroffen.<br />

tis<br />

<strong>Das</strong> Kurz-Interview im „altlandkreis“<br />

FÜNF FRAGEN AN ...<br />

Thomas Lippmann<br />

Sie sind nun seit zwei Jahren Geschäftsführer der Krankenhaus<br />

GmbH. Was stach <strong>für</strong> Sie als Klinikprofi besonders heraus in<br />

dieser Zeit?<br />

Für mich waren zwei Dinge besonders: Zum einen, wie offen<br />

die Mitarbeiter in stürmischen Zeiten waren. Wie sie sich auf<br />

neue Dinge und die Umstrukturierung eingelassen haben.<br />

Davor habe ich Hochachtung und verdient höchsten Respekt.<br />

Zum anderen, mit welch engem Schulterschluss die Politik<br />

die GmbH trägt und so da<strong>für</strong> sorgt, dass man langfristig bestehen<br />

kann. Ich <strong>den</strong>ke, es gibt einige vergleichbare Kliniken,<br />

die <strong>für</strong> eine solche Vielzahl an Umstrukturierungen fünf<br />

Jahre bräuchten. Wir mussten es in zwei Jahren schaffen und<br />

das war klar eine Gemeinschaftsleistung.<br />

Hat sich bei Ihnen in <strong>den</strong> zwei Jahren auch privat etwas verändert?<br />

Ja und nein. Nein, weil ich nach wir vor das Leben mit meiner<br />

Ehefrau Annette privat und beruflich genieße. Aber ja,<br />

da ich mich nach einem Jahr entschlossen habe, hier sesshaft<br />

zu wer<strong>den</strong> und mir ein Eigenheim gekauft habe. <strong>Das</strong><br />

soll auch ein klares Bekenntnis zum Landkreis sein.<br />

Krankenhaus GmbH-Geschäftsführer Thomas Lippmann vor dem kürzlich geschlossenen Standort in Peißenberg<br />

Halten Sie es <strong>für</strong> realistisch, das Defizit der Krankenhaus<br />

GmbH mittel- bis langfristig abzubauen, um nachhaltig wirtschaften<br />

zu können?<br />

Um das zu erreichen, müssen drei Aspekte gegeben sein:<br />

Erstens muss die gesamte Belegschaft weitere Veränderungen<br />

und Umstrukturierungen in Kauf nehmen, um gemeinsam<br />

das Ziel zu erreichen, in öffentlicher Trägerschaft<br />

zu bleiben und nicht privatisiert zu wer<strong>den</strong>. Zweitens muss<br />

uns die Bundespolitik auch zukünftig die Chance lassen, in<br />

ländlichen Regionen zu bestehen und keine Verordnungen<br />

erlassen, die es unmöglich machen, dass Kliniken mit weniger<br />

als 200 Betten bestehen. Drittens müssen die Patienten<br />

und niedergelassenen Ärzte — im wahrsten Sinne des<br />

Wortes — zu uns stehen.<br />

Wie würde ein Appell aussehen, <strong>den</strong> Sie an die Menschen im<br />

Landkreis richten?<br />

Nicht die Politik, sondern die Patienten entschei<strong>den</strong>, in welches<br />

Krankenhaus sie gehen. Schenken sie uns auch weiterhin<br />

ihr Vertrauen, wird die Krankenhaus GmbH in öffentlicher<br />

Trägerschaft bestehen bleiben.<br />

Welche persönlichen Ziele haben Sie <strong>für</strong> die Krankenhaus<br />

GmbH?<br />

Ich möchte, dass in fünf, zehn und 15 Jahren eine GmbH steht,<br />

die umfangreiche Medizin anbietet, mit einer hohen Qualität<br />

und einer Rundumversorgung — weiterhin in öffentlicher Trägerschaft.<br />

Ich will keinen Gewinn auf dem Rücken der Patienten<br />

erzielen. Jeder Euro soll <strong>den</strong> Patienten zugutekommen.<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 33


Wissenswertes<br />

aus der Geschäftswelt<br />

Pflege und Wellness in Steinga<strong>den</strong><br />

Innovative Angebote bei Karin Wörle<br />

Steinga<strong>den</strong> | „Die Produkte haben mich vom ersten<br />

Tag an total überzeugt“, erklärt Karin Wörle ihre<br />

bereits über zwölf Jahre andauernde Tätigkeit als<br />

Kosmetikberaterin <strong>für</strong> das Schweizer Unternehmen<br />

Déesse. Neben zahlreichen Fortbildungen,<br />

wie etwa dem Diplom zur Visagistin, schloss die<br />

Steinga<strong>den</strong>erin 2012 die Ausbildung zur Kosmetikerin<br />

ab. Seitdem legt sie als Wellness- und Beauty-<br />

Fachfrau, Pflegeexpertin und Visagistin im eigenen<br />

Studio großen Wert auf Qualität.<br />

Eine Besonderheit im Angebot sei die „apparative<br />

Kosmetik“ — also Kosmetik unter Anwendung<br />

technischer Hilfsmittel. „<strong>Das</strong> hebt sich schon von<br />

gängigen Wellness-Behandlungen ab“, verrät die<br />

Beauty-Expertin. <strong>Das</strong> Ziel der sogenannten 3D-<br />

Hautregeneration sei, die Haut mit Sofort-Wirkung<br />

zu verwandeln und anschließend nachhaltig zu<br />

stabilisieren. Dabei kommen in einer einzigen Behandlung<br />

drei verschie<strong>den</strong>e Techniken zum Einsatz:<br />

Diamant Microdermabrasion, Microneedling<br />

und Ultraschallbehandlung mit Porline Cellulose<br />

Masken. Neben diesen innovativen Techniken können<br />

bei Karin Wörle eine Reihe von klassischen<br />

Wellness-Angeboten in Anspruch genommen wer<strong>den</strong>.<br />

Zur Kategorie der neuartigen Praktiken zählt<br />

hingegen das „Sugaring“ — eine Haarentfernung<br />

mit Zuckerpaste und Enzymen. „Mittlerweile nehmen<br />

auch vermehrt Männer meine Angebote in<br />

Anspruch“, berichtet Wörle. Um mit ihren Kun<strong>den</strong><br />

individuelle Termine vereinbaren zu können, setzt<br />

sie auf größtmögliche Flexibilität: „Oft können Kun<strong>den</strong><br />

eben erst abends“, beschreibt sie <strong>den</strong> Vorteil,<br />

als selbstständige Kosmetikerin auch berufstätigen<br />

Männern und Frauen ihre Behandlungen anbieten<br />

zu können. Ein Wunschtermin kann sowohl telefonisch<br />

(08862 / 93012), als auch im Internet (www.<br />

pflegeundwellness.de) besprochen wer<strong>den</strong>. tis<br />

Designwettbewerb zum „Ammer-Lech-Land"<br />

Orte des Mittelzentrums haben sich nun doch verständigt<br />

<strong>Altlandkreis</strong> | Die drei Orte Altenstadt, Peiting und<br />

Schongau beabsichtigen, künftig gemeinsam unter<br />

dem Namen „Ammer-Lech-Land“ aufzutreten. Nach<br />

längeren Diskussionen, insbesondere im Stadtrat<br />

Schongau, ob man zur Gestaltung eines ansprechen<strong>den</strong><br />

Logos einen Wettbewerb veranstalten könne<br />

und wie dieser ausgestaltet wer<strong>den</strong> solle, haben<br />

sich die drei Orte nun auf ein Verfahren verständigt:<br />

Um <strong>den</strong> Namen „Ammer-Lech-Land“ mit einem ansprechen<strong>den</strong><br />

Logo noch zu verstärken, wird in diesem<br />

Jahr ein Designwettbewerb stattfin<strong>den</strong>, zu dem<br />

sechs Designbüros eingela<strong>den</strong> wer<strong>den</strong>. Ab sofort<br />

bis Ende <strong>März</strong> <strong>2016</strong> können sich interessierte Büros,<br />

die entsprechende Kompetenzen und Referenzen<br />

vorzuweisen haben, beim Lenkungskreis des interkommunalen<br />

Gremiums um die Teilnahme an dieser<br />

Ausschreibung bewerben. Nähere Teilnahmeinfos<br />

sind bereits auf <strong>den</strong> Websites der jeweiligen<br />

Orte hinterlegt und abrufbar. www.schongau.de /<br />

www.peiting.de / www.altenstadt.de<br />

op<br />

34 | der altlandkreis


Zeit <strong>für</strong> die Stabübergabe<br />

Orthopädieschuhtechnik Schwarz weiterhin in Familienhand<br />

Bad Bayersoien | Die Orthopädieschuhtechnik<br />

Schwarz kann auf eine über 100-jährige Geschichte<br />

zurückblicken. Nach nunmehr über 30 Jahren der<br />

Selbständigkeit übergab Josef Schwarz das Geschäft<br />

Anfang des Jahres an Sohn Benjamin, der die Orthopädieschuhtechnik<br />

mit der erfolgreichen Verbindung<br />

von Tradition und Moderne, aber auch<br />

mit vielen neuen Ideen weiterführen möchte. Nach<br />

absolvierter Lehre in München arbeitete Benjamin<br />

Schwarz als Geselle in einem innovativen, technikorientierten<br />

Betrieb in Ba<strong>den</strong>-Württemberg. 2008<br />

legte er in Frankfurt erfolgreich seine Meisterprüfung<br />

ab, um danach in <strong>den</strong> Familienbetrieb einzusteigen.<br />

„<strong>Das</strong> persönliche und familiäre Ambiente<br />

wird bei uns im Geschäft auch weiterhin an erster<br />

Stelle stehen“, so der neue Geschäftsführer. Er verweist<br />

zudem auf seine externen Erfahrungen, um<br />

seine Kun<strong>den</strong> nach <strong>den</strong> aktuellsten Erkenntnissen<br />

versorgen zu können. Seit dem 1. Januar steht er<br />

mit seinem Team — ein Meister, ein Geselle und ein<br />

Auszubil<strong>den</strong>der sowie eine Bürofachkraft — in bewährter<br />

Manier zur Verfügung. tis<br />

Kerstin Mosch sorgt<br />

<strong>für</strong> Gesundheit<br />

Praxis <strong>für</strong> Ergotherapie, Logopädie und<br />

Physiotherapie unter neuer Leitung<br />

Schongau | Die junge Ergotherapeutin Kerstin<br />

Mosch hat zum Jahreswechsel die gut eingeführte<br />

Praxis <strong>für</strong> Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie<br />

von Mario Boss übernommen. Boss hat<br />

in seiner bisherigen Mitarbeiterin eine kompetente<br />

Nachfolgerin gefun<strong>den</strong>. Direkt im Ärztehaus<br />

an der Burggener Straße 13 in Schongau findet<br />

man im Dachgeschoß die großzügigen Praxisräume<br />

von Kerstin Mosch. Neben der ambulanten<br />

Behandlung in <strong>den</strong> Praxisräumen bietet sie mit<br />

ihrem Team auch Hausbesuche bei Patienten an.<br />

Eine eigene Kletterwand in einem der Praxisräume<br />

erlaubt neben <strong>den</strong> klassischen Therapieangeboten<br />

auch therapeutisches Klettern als Teil des<br />

Praxisangebots. Infos über die Praxis erhält man<br />

online unter www.mosch-gesundheit.de, Terminvereinbarungen<br />

unter 08861 / 2595900. op<br />

Kerstin Mosch (links) mit Vorgänger Mario Boss<br />

und dessen Ehefrau Dr. Dorothea Krüger-Boss<br />

vor der praxiseigenen Kletterwand<br />

Versicherung ist Vertrauenssache<br />

15 Jahre Allianz Versicherungen Armin Piehler in Schongau<br />

Schongau | Seit 15 Jahren können sich die<br />

Kun<strong>den</strong> auf Armin Piehler und sein Team<br />

verlassen — als Ansprechpartner <strong>für</strong> umfassende<br />

Beratung zu Versicherungen, Finanzierungen<br />

und Vorsorge.<br />

Ende der 1990er-Jahre begann Piehler seine<br />

Ausbildung bei der Allianz und schloss<br />

diese erfolgreich als Versicherungsfachmann<br />

ab. <strong>Das</strong> Versicherungsgeschäft wurde<br />

ihm dabei gewissermaßen in die Wiege<br />

gelegt. Bereits Vater und Großvater waren<br />

in der Branche tätig, jedoch bei einem<br />

anderen Unternehmen. 2001 folgte mit<br />

der Übernahme der Allianz-Vertretung<br />

in Schongau schließlich der Eintritt in die<br />

Selbständigkeit.<br />

Aktuell betreut Piehler gemeinsam mit<br />

seinen fünf Mitarbeitern rund 3 500 Kun<strong>den</strong>.<br />

„Versicherung ist immer noch Vertrauenssache“,<br />

merkt der Experte an und<br />

fügt hinzu: „Ich erachte gerade in unserer<br />

Branche Zuverlässigkeit und Beständigkeit<br />

<strong>für</strong> immens wichtig.“ Seinen Klienten<br />

empfiehlt er dringend eine regelmäßige<br />

Aktualisierung der Versicherungsverträge,<br />

da die Bedingungen in vielen Bereichen<br />

immer besser wer<strong>den</strong>. „Der Beitrag<br />

erhöht sich dabei nicht zwangsläufig“,<br />

erklärt Piehler. Schnelligkeit und eine faire<br />

Behandlung stehen laut dem Inhaber<br />

bei der Allianz Generalvertretung Piehler<br />

an erster Stelle. Um diese Aspekte zu<br />

gewährleisten, will er sowohl vor Ort, als<br />

auch in der digitalen Welt gut erreichbar<br />

sein: „Mein Ziel ist, die Digitalisierung<br />

und die persönliche Beratung miteinander<br />

zu verbin<strong>den</strong>. Offline und Online stehen<br />

meines Erachtens nicht in Konkurrenz.“ tis<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 35


Handwerker haben gute Zukunftsperspektiven<br />

Bäcker oder Metzger —<br />

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<strong>Altlandkreis</strong> | Was macht ein Bäcker<br />

in 20 Jahren? „Er wird auf je<strong>den</strong><br />

Fall ein gefragter Mann sein“, stellt<br />

Jens Ulrich, Pressesprecher der<br />

Handwerkskammer München fest.<br />

Denn essen muss jeder — und gut<br />

essen eben auch. Deshalb wird ein<br />

klassisch ausgebildeter Bäcker oder<br />

Metzger ein gut verdienender Angestellter<br />

beziehungsweise Selbständiger<br />

sein. Doch im Moment sei<br />

es eher schwierig, einen Auszubil<strong>den</strong><strong>den</strong><br />

zum Bäcker oder Metzger<br />

gewinnen zu können. <strong>Das</strong> Problem<br />

unbesetzter Lehrstellen beschäftigt<br />

das Handwerk schon seit einigen<br />

Jahren. In der zuständigen Region<br />

der Arbeitsagentur Weilheim konnten<br />

<strong>für</strong> das Ausbildungsjahr 2014/15<br />

ganze 19,4 Prozent der angebotenen<br />

Handwerkslehrstellen nicht<br />

besetzt wer<strong>den</strong>, in der Wirtschaft<br />

insgesamt 15 Prozent.<br />

<strong>Das</strong> Handwerk<br />

im Landkreis<br />

Eigentlich sehen die konkreten<br />

Zahlen der Handwerkskammer <strong>für</strong><br />

<strong>den</strong> Landkreis Weilheim-Schongau<br />

momentan gar nicht so schlecht<br />

aus. So wur<strong>den</strong> im Jahr 2015 rund<br />

363 neue Lehrverträge abgeschlossen,<br />

und damit acht Prozent mehr<br />

als noch vor zehn Jahren. In <strong>den</strong><br />

verschie<strong>den</strong>en Handwerksberufen<br />

sind derzeit 1 062 Auszubil<strong>den</strong>de<br />

im Landkreis beschäftigt. Wer jetzt<br />

einen Ausbildungsplatz sucht, kann<br />

im Handwerk in jedem Bereich<br />

fündig wer<strong>den</strong>. Der Pressesprecher<br />

räumt allerdings ein, dass sich das<br />

Lebensmittelhandwerk besonders<br />

schwer tue, seine Lehrstellen zu<br />

besetzen.<br />

Im Jahr 2015 wur<strong>den</strong> acht Ausbildungsverträge<br />

zum Bäcker im<br />

Landkreis abgeschlossen, während<br />

es vor zehn Jahren noch 17 waren.<br />

Den Ausbildungsberuf zum Metzger<br />

ergriffen 2015 nur noch drei<br />

Auszubil<strong>den</strong>de; hier waren es im<br />

Jahr 2005 noch acht Lehrverträge<br />

im Raum Weilheim-Schongau.<br />

Aufgrund dieser niedrigen Zahlen<br />

ist die Handwerkskammer bemüht,<br />

die Qualität der Ausbildung gewährleisten<br />

zu können. Die Berufsschule<br />

muss zentralisiert wer<strong>den</strong>.<br />

Weiter wird versucht, <strong>den</strong> schulischen<br />

Anteil durch Blockunterricht<br />

und Unterbringung in Wohnheimen<br />

<strong>für</strong> die meist minderjährigen<br />

Jugendlichen zu ermöglichen.<br />

Betriebsübernahme<br />

rechtzeitig angehen<br />

„Die Zahl der Ausbildungen hängt<br />

schon auch mit dem Problem der<br />

Nachfolge zusammen“, hat Jens<br />

Ulrich die Erfahrung gemacht. So<br />

gebe es eine Faustformel bei Betriebsübernahmen:<br />

Etwa die Hälfte<br />

der Betriebe werde innerhalb<br />

der Familie weitergegeben, ein<br />

Viertel komme aus der eigenen<br />

Belegschaft und das restliche Viertel<br />

nehme andere Wege. Deshalb<br />

bietet die Handwerkskammer Betriebsbörsen<br />

an, um junge Handwerker<br />

<strong>für</strong> eine Betriebsübernahme<br />

zu vermitteln. Im Fall der<br />

Wildsteiger Bäckerei Berghammer<br />

bedauert die Innung der Bäcker<br />

im Landkreis schon, dass der<br />

Handwerksbetrieb in der Backstube<br />

eingestellt wurde. Dennoch<br />

geht es weiter: Mit Back Mayr ist<br />

ein Großbäcker aus Mindelheim<br />

eingestiegen, der die Filialen in<br />

Wildsteig und Rottenbuch übernommen<br />

hat.<br />

Besonders <strong>für</strong> Berufe wie Bäcker<br />

oder Metzger schätzt die Handwerkskammer<br />

die Zukunftschancen<br />

sehr positiv ein. Denn auch in<br />

einem Back-Großbetrieb braucht<br />

man noch einen klassischen<br />

Handwerker, der sein Metier von<br />

der Pike auf gelernt hat und der<br />

dann auch gut verdienen kann.<br />

Außerdem geht der Trend des<br />

Verbrauchers sehr stark zu Regionalität<br />

und Nachhaltigkeit — ein<br />

36 | der altlandkreis


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Bereich, in dem sich<br />

ein guter selbständiger<br />

Handwerker<br />

immer platzieren<br />

kann. Auch in Sachen<br />

Weiterbildung<br />

gibt es diverse Möglichkeiten.<br />

Nach der<br />

dreijährigen Ausbildung<br />

kann sofort<br />

der Meisterbrief<br />

angehängt wer<strong>den</strong>.<br />

Damit steht dem<br />

Handwerker auch<br />

ein Studium offen.<br />

Die Bäckerei Berghammer wird von der Mindelheimer<br />

Großbäckerei Back Mayr weitergeführt.<br />

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Betriebe in Peiting<br />

Den Wandel in seinem Metier<br />

kann Bäckermeister Thomas Sesar<br />

hautnah spüren und auch deutlich<br />

benennen. Während es in Peiting<br />

früher sieben Bäcker gab, sind<br />

heute nur noch zwei backende<br />

Betriebe vor Ort. Er bildet regelmäßig<br />

aus, derzeit sind drei Auszubil<strong>den</strong>de<br />

in seiner Backstube.<br />

„Wir haben noch nie inseriert und<br />

haben trotzdem jedes Jahr einen<br />

Azubi“, bemerkt Thomas Sesar.<br />

Denn wenn die Kun<strong>den</strong> sehen,<br />

dass sich in der Bäckerei etwas<br />

bewege, kommen junge Arbeitssuchende<br />

selbst auf ihn zu. Aus<br />

seinen Bewerbungsgesprächen<br />

weiß der Peitinger, dass die größte<br />

Hemmschwelle <strong>für</strong> die jungen<br />

Leute das frühe Aufstehen sei.<br />

Seit vielen Jahren fährt er nachts<br />

zur Arbeit und kann feststellen,<br />

dass immer mehr Berufsverkehr<br />

auf dem Weg ist. Denn die Anforderungen<br />

wer<strong>den</strong> in vielen Branchen<br />

zeitlich immer umfangreicher.<br />

Im Drei-Schicht-Betrieb möchte<br />

Thomas Sesar je<strong>den</strong>falls nicht arbeiten,<br />

da genießt er doch seinen<br />

regelmäßigen freien Nachmittag.<br />

Seinem Auszubil<strong>den</strong><strong>den</strong> Timo<br />

Stengl gefällt es in der Sesar-<br />

Backstube so gut, dass er nach<br />

der Ausbildung bleiben möchte.<br />

Wo er sich in 20 Jahren sieht? „So<br />

weit plane ich noch nicht voraus“,<br />

meint der 17-Jährige, „aber in jedem<br />

Fall werde ich irgendwo als<br />

Bäcker arbeiten.“ <br />

rg<br />

Bäckermeister Thomas Sesar (Mitte) mit zwei seiner Auszubil<strong>den</strong><strong>den</strong>,<br />

Timo Stengl und Anja Holzmann.<br />

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märz / april <strong>2016</strong> | 37


Handgemachte Musik aus dem <strong>Pfaffenwinkel</strong><br />

Keine Langeweile beim<br />

Orchester Kurzweil<br />

<strong>Pfaffenwinkel</strong> | Bayern3-Moderatorin<br />

Claudia Finger-Erben bezeichnet<br />

sie als „kernig, kraftvoll,<br />

lei<strong>den</strong>schaftlich — und auch noch<br />

echt lustig“: Die fünf Musiker vom<br />

Orchester Kurzweil aus dem <strong>Pfaffenwinkel</strong>.<br />

Aus einer „Riesenlust<br />

auf handgemachte Musik heraus“,<br />

wie es die Bandmitglieder beschreiben,<br />

hatten sie sich im Jahr<br />

2006 formiert. Seitdem versuchen<br />

sie, ihre Spielfreude auf das Publikum<br />

zu übertragen — mit Erfolg.<br />

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Eine Reise<br />

durch die Genres<br />

Die Formation musikalisch einzuordnen,<br />

ist schlicht unmöglich.<br />

Ob Folk, Bluegrass oder russische<br />

Polka, ein Konzert mit dem Quintett<br />

nimmt die Zuhörer mit auf<br />

eine wilde Reise durch die Genres.<br />

Garniert mit dem ein oder<br />

anderen Schmunzler zwischen<br />

<strong>den</strong> Liedern, beweisen die Männer,<br />

dass sie sich auf der Bühne<br />

nicht allzu ernst nehmen. Neben<br />

Eigenkompositionen spielt die<br />

Band auch Evergreens, in neuem<br />

Gewand verpackt, „wie man sie<br />

noch nie gehört hat, aber unbedingt<br />

wieder hören will“, wie<br />

Finger-Erben schwärmt.<br />

Ein riesiges<br />

Instrumenten-Repertoire<br />

Den Klassiker „Mei Huad, der hat<br />

drei Löcher“, geben sie etwa in<br />

fetzigen Rock’n’Roll-Sound zum<br />

Besten. Ein Song, mit dem man<br />

laut eigener Aussage die Band am<br />

besten kennenlerne, da dort alles<br />

drin sei, was die Musik ausmacht.<br />

Ein Blick auf das Instrumenten-Repertoire,<br />

aus welchem die Musiker<br />

auf der Bühne schöpfen, zeigt: Der<br />

Begriff Orchester im Namen kommt<br />

nicht von ungefähr. Während der<br />

Böbinger Christian Schmid singt,<br />

Gitarre spielt, mit <strong>den</strong> Füßen das<br />

Schlagwerk bedient und in seine<br />

Mundharmonika bläst, zupft der<br />

Peitinger Tom Härtel am Kontraoder<br />

E-Bass. Franz Schuster (Böbing)<br />

wechselt zwischen Keyboard<br />

und Akkordeon und Robert Schmid<br />

(Rottenbuch) zeigt wahlweise<br />

an Posaune, Saxofon, Flöte oder<br />

Waschbrett sein Können. Markus<br />

Huber aus Huglfing, mit seinen 41<br />

Jahren gewissermaßen das „Nesthäkchen“<br />

der Band, singt, spielt<br />

Geige oder auf der Mandoline.<br />

Zu <strong>den</strong> Höhenpunkten in der<br />

Band-Historie zählen neben <strong>den</strong><br />

Rundfunktagen auf der Nürnberger<br />

Burg, dem Bavaria Filmstudio<br />

Sommerfest der Rosenheim Cops<br />

auch ein Open Air mit „Quadro<br />

Nuevo“. Wer regional beim Erlebnis<br />

Orchester Kurzweil hautnah<br />

dabei sein möchte, ist am 15. <strong>April</strong><br />

ab 20 Uhr in die Waldstraße in<br />

Huglfing eingela<strong>den</strong>. Zudem sind<br />

sie am 4. Mai im Rahmen des<br />

„Kulturfrühlings <strong>2016</strong>“ im Schwabbrucker<br />

„Kuhstall“ zu Gast. Langeweile<br />

ausgeschlossen. <br />

tis<br />

> > > Verlosung<br />

„der altlandkreis“ verlost<br />

zwei Tickets <strong>für</strong> <strong>den</strong> Auftritt<br />

im Schwabbrucker „Kuhstall“<br />

am 4. Mai. Wer dabei<br />

sein möchte, schickt bis 15.<br />

<strong>März</strong> eine Postkarte mit dem<br />

Stichwort „Orchester“ an<br />

„der altlandreis“, Birkland<br />

40, 86971 Peiting oder eine<br />

Mail mit selbigem Stichwort<br />

an info@altlandkreis.de.<br />

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.<br />

Wie immer entscheidet<br />

das Los.<br />

38 | der altlandkreis


Gesprächskreis <strong>für</strong> Angehörige Demenzerkrankter<br />

Gemeinsam statt einsam<br />

Peiting | Die Krankheit Demenz ist<br />

längst in der Gesellschaft angekommen,<br />

wozu nicht zuletzt prominente<br />

Fälle, wie etwa Fußball-<br />

Manager Rudi Assauer, beitrugen.<br />

Laut der Deutschen Alzheimer<br />

Gesellschaft leben derzeit rund<br />

1,5 Millionen Demenzkranke in<br />

Deutschland. Auch aufgrund des<br />

demografischen Wandels sei die<br />

Ten<strong>den</strong>z steigend. Dabei verkörpern<br />

demente Menschen oftmals<br />

das Bild einer alten, verwirrten,<br />

hilfsbedürftigen Person. Wer mit<br />

einer Demenzdiagnose lebt, diesem<br />

Stereotyp jedoch nicht entspricht,<br />

findet kaum Beachtung.<br />

Angehörige von Diagnose<br />

ebenso betroffen<br />

AWO Einrichtungsleiter Dominik Spring mit Sozialpädagogin Anja Halbmeyer,<br />

die <strong>den</strong> Gesprächskreis moderiert.<br />

Dies bestätigt eine betroffene Frau,<br />

als sie mit bewegen<strong>den</strong> Worten<br />

über die Demenzerkrankung ihres<br />

Ehemanns berichtet. Einerseits<br />

von der Hilflosigkeit, die sie gegenüber<br />

der tückischen Krankheit<br />

empfindet, andererseits von<br />

Ängsten: „Mein Mann wird immer<br />

sehr aggressiv“, spricht sie die Tatsache<br />

an, dass sich Demenz nicht<br />

zwangsläufig nur im „Vergessen“<br />

äußert. Externe Hilfe zu bekommen<br />

sei indes gar nicht so einfach,<br />

da die Erkrankung auf <strong>den</strong> ersten<br />

Blick nicht immer zu erkennen sei.<br />

Aussagen wie „so krank kann er<br />

doch nicht sein“, seien in diesem<br />

Zusammenhang keine Seltenheit.<br />

Einen Platz, wo sie offen sprechen<br />

kann, hat sie seit über einem Jahr<br />

beim Gesprächskreis <strong>für</strong> Angehörige<br />

demenzkranker Menschen<br />

gefun<strong>den</strong>. „Mir hilft das sehr“, so<br />

das positive Resümee der Teilnehmerin,<br />

die ergänzt: „Sonst redet<br />

man nicht darüber. Aber hier haben<br />

alle das gleiche Problem.“ Ins<br />

Leben gerufen hat die Selbsthilfegruppe,<br />

die sich an jedem letzten<br />

Mittwoch im Monat trifft, Dominik<br />

Spring, Einrichtungsleiter des AWO<br />

Seniorenzentrum in Peiting.<br />

Ein Platz<br />

zum Austausch<br />

Die Idee stamme aus konkreten<br />

Anfragen Angehöriger. Die Räumlichkeiten,<br />

welche die AWO Peiting<br />

kostenlos zur Verfügung stellt, sind<br />

hier<strong>für</strong> ideal. Teilweise halten sich<br />

Angehörige ohnehin schon im<br />

Haus auf, wenn sie Bewohner besuchen.<br />

Allerdings sei es „eine gemischte<br />

Gruppe, zum Teil aus dem<br />

Haus, zum Teil von außerhalb“,<br />

wie Anja Halbmeyer betont.<br />

Die Sozialpädagogin begleitet <strong>den</strong><br />

Gesprächskreis, sieht sich selbst<br />

mehr als Moderatorin, die Anstöße<br />

gibt. Gespräche entwickeln<br />

sich schließlich meist von selbst.<br />

„Es dauert nicht lange, bis sich<br />

die Leute öffnen“, berichtet sie<br />

von ihren bisherigen Erfahrungen.<br />

<strong>Das</strong> Themenspektrum, über<br />

das informiert und diskutiert wird,<br />

ist äußerst vielfältig: Neben Beratung<br />

und Tipps zum Umgang<br />

mit Demenz stehen auch rechtliche<br />

Aspekte oder etwa Finanzierungsmöglichkeiten<br />

auf dem Plan.<br />

Ein wichtiger Punkt ist zudem,<br />

Angehörige da<strong>für</strong> zu sensibilisieren,<br />

dass demente Menschen mit<br />

gezielter Hilfestellung durchaus in<br />

der Lage sind, selbst zu handeln<br />

und sich nach wie vor selbstwirksam<br />

zu erleben. Einrichtungsleiter<br />

Dominik Spring betont: „Wir wollen<br />

<strong>den</strong> Leuten einen Ort bieten,<br />

wo sie sich austauschen können.“<br />

Ganz nach dem Motto „Gemeinsam<br />

statt einsam“. <br />

tis<br />

> > > Information<br />

Der Gesprächskreis <strong>für</strong> Angehörige<br />

demenzkranker Menschen<br />

trifft sich je<strong>den</strong> letzten<br />

Mittwoch im Monat von 17 bis<br />

19 Uhr im AWO Seniorenzentrum<br />

Peiting, Bahnhofstraße<br />

24. Infos zum Gesprächskreis<br />

bei Anja Halbmeyer unter<br />

Telefon 08861 / 2500-82 oder<br />

-81. Eine Anmeldung ist nicht<br />

erforderlich.<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 39


Im Wohlfühlmoor von Bad Bayersoien<br />

Gesunde Rechenspiele in<br />

der Schwerelosigkeit<br />

Bad Bayersoien | <strong>Das</strong> mulmige<br />

Gefühl, das die Körpermitte durchzieht,<br />

kennt jeder, der bei heißen<br />

Sommertemperaturen in einen<br />

kalten See gleiten will. <strong>Das</strong>s es<br />

allerdings auch Überwindung kostet,<br />

in ein 42 Grad warmes Nass<br />

zu steigen, war mir neu. Gemacht<br />

habe ich die Erfahrung in Bad Bayersoien.<br />

Über Moorbäder, die ich<br />

bis jetzt nur vom Hörensagen kenne,<br />

will ich mehr erfahren. „Wenn<br />

Sie darüber schreiben wollen, probieren<br />

Sie’s doch einfach mal aus“,<br />

lädt mich Bürgermeisterin Gisela<br />

Kieweg kurzerhand ein. Also auf<br />

zum Selbstversuch. Über selbst Erlebtes<br />

erzählt sich’s besser.<br />

Christl Lindebner im Tourismusbüro<br />

weiß schon, worauf ich mich<br />

einlasse — oder vielmehr, welch<br />

heilsame Wirkungen Moortherapien<br />

entfalten: Sie lindern Arthrosen,<br />

Gicht, Osteoporose, Frauen- und<br />

Prostatalei<strong>den</strong>, Muskelrheumatismus,<br />

Stress, körperliche und<br />

Um über ein Thema zu schreiben,<br />

muss man es selbst erleben:<br />

„altlandkreis“-Redakteur Tobias<br />

Schumacher in der Moorwanne.<br />

psychische Erschöpfungszustände,<br />

und heilen gar Störungen der<br />

Hautdurchblutung, des vegetativen<br />

Nervensystems oder im Hormonhaushalt.<br />

Eine Moorkur macht außerdem<br />

unerfüllte Kinderwünsche<br />

wahr: Die Gemeinde sammelt viele,<br />

viele Dankgrußpostkarten. Lindebner<br />

packt reichlich Informationsmaterial<br />

ein, auch eine „Moor-<br />

Fibel“. In Gedanken durchblättere<br />

ich meine Zipperlein — zum Glück<br />

ist nichts deckungsgleich. Wohlfühlen,<br />

entspannen, auch mal schön.<br />

Thomas Berchtenbreiter, Hausherr<br />

im „Kurbad Franziska am See“,<br />

erzählt wenig später, wie alles genau<br />

funktioniert. Davor gewährt er<br />

einen Blick in <strong>den</strong> Moorbunker, wo<br />

sein schwarzes Gesundheits-Gold<br />

lagert, einige Kubikmeter.<br />

Der Roh-, oder besser Feststoff<br />

stammt vom gemeindlichen Torfabbauplatz<br />

am Haselbachweg, wohin<br />

der Moorlehrpfad führt. Ab Juni ist<br />

montagabends immer Schautorfstechen.<br />

Die vier Bäderbetriebe im<br />

Ort bauen hier ab: das Parkhotel,<br />

das Kurbad am Moosanger, das<br />

Bergkristall St. Georg und die Fran-<br />

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Solche Torfso<strong>den</strong> wer<strong>den</strong> im gemeindlichen Abbaugebiet <strong>für</strong> die Kurbäder gestochen.


ziska am See. Eine Eisenstange ragt<br />

7,40 Meter in <strong>den</strong> Himmel und gibt<br />

so eine Vorstellung von der Tiefe<br />

der Moorschicht darunter. Man<br />

kann errechnen, wie viele Jahre das<br />

Moor hier zum Wachsen gebraucht<br />

hat, wenn man von einem Millimeter<br />

pro Jahr ausgeht.<br />

Die feste Konsistenz<br />

ist das Besondere<br />

Besonders am Bayersoier Moor ist<br />

die feste Konsistenz. „<strong>Das</strong> ist so in<br />

nur ganz wenigen Moorkurorten<br />

zu fin<strong>den</strong>“, sagt Bürgermeisterin<br />

Kieweg. Bergkiefernhochmoor ist<br />

dickbreiig, ein Ba<strong>den</strong>der sinkt in<br />

der Wanne nicht auf <strong>den</strong> Grund,<br />

sondern schwebt in der „schwarzen<br />

Daune“ nahezu schwerelos.<br />

„<strong>Das</strong> hilft bei Gelenkerkrankungen<br />

und Wirbelsäulenschä<strong>den</strong>“, merkt<br />

Berchtenbreiter an. <strong>Das</strong> Knochengerüst<br />

wird bis zu 90 Prozent<br />

entlastet. Von Hand klaubt er im<br />

Bunker Holz- und Aststücke aus<br />

der Moormasse, mit der er zwei<br />

große Tanks beschickt. Sie fassen<br />

4 000 Liter und wer<strong>den</strong> von warmem<br />

Wasser durchströmt, das die<br />

hauseigene Hackschnitzelheizung<br />

klimaneutral aufheizt.<br />

Berchtenbreiter reicht mir einen<br />

Bademantel. Die Frage, ob ich<br />

In diesen bei<strong>den</strong> Kesseln wird das Moor <strong>für</strong> die Anwendungen aufgewärmt<br />

bis 42 Grad Celsius.<br />

rasch noch die Badehose aus dem<br />

Auto holen soll, beantwortet er<br />

mit einem schmunzeln<strong>den</strong> Kopfschütteln.<br />

Entkleidet stehe ich wenig<br />

später neben ihm. Aus einem<br />

dicken Hahn quillt Moormasse,<br />

250 Liter passen in die Edelstahlwanne.<br />

Berchtenbreiter verteilt sie<br />

mit der Hand, die in einem Kunststoffhandschuh<br />

steckt. „So, fertig,<br />

einsteigen!“, ruft er, als das Moor<br />

nur noch eine Handbreit unter<br />

dem Wannenrand steht. Er verlässt<br />

die Badezelle und mich etwas ratlos.<br />

Da soll ich rein? Sieht aus wie<br />

schwarzes Wirsingpüree …<br />

Wissenswertes rund um das Moor ist in Bad Bayersoien auf dem Moorlehrpfad zu<br />

erfahren<br />

Die Füße hineinzusetzen, gelingt,<br />

Brei quillt kitzelend zwischen <strong>den</strong><br />

Zehen. Doch dann ist sie urplötzlich<br />

da, die anfangs erwähnte<br />

Hemmschwelle. Es heißt: Hinsetzen!<br />

<strong>Das</strong> dauert zähe, endlos<br />

lange Sekun<strong>den</strong>, bis die herrliche<br />

Wärme erst <strong>den</strong> verlängerten und<br />

dann <strong>den</strong> eigentlichen Rücken,<br />

<strong>den</strong> Bauch und zuletzt die Arme<br />

umschlossen hat. Berchtenbreiter<br />

spitzelt zur Tür herein: „Alles<br />

gut?“, fragt er. Als ich nicke, titscht<br />

mein Kinn in <strong>den</strong> Brei. Obacht! —<br />

Eine Vorsichtsmaßnahme ist auch<br />

der Kühlbeutel, <strong>den</strong> der Badeaufseher<br />

auf meine linke<br />

Brust packt. Menschen<br />

mit Kreislaufproblemen<br />

sollten Moorbäder mit<br />

ihrem Arzt absprechen.<br />

Ich bin gesund.<br />

Der Klingelzug neben<br />

der Wanne beruhigt<br />

trotzdem. Wie im Krankenhaus.<br />

Rettung ist<br />

nah. Dann bin ich allein,<br />

lasse Gedanken<br />

mit <strong>den</strong> Schweißtropfen<br />

auf meiner Stirn<br />

um die Wette rinnen:<br />

Ich versuche, das Alter<br />

des Bayersoier Moors<br />

im Kopf auszurechnen;<br />

grüble, warum zweieinhalb<br />

Kilo gestochener<br />

Rohtorf getrocknet nur noch<br />

300 Gramm wiegen und wie viele<br />

Kilo es demnach <strong>für</strong> meine Wanne<br />

gebraucht hat?<br />

Viel zu schnell<br />

verfliegt die Zeit<br />

Tiefenentspannt geht es dahin —<br />

und viel zu schnell vorbei. Nach 40<br />

Minuten hilft mir Berchtenbreiter<br />

aus dem Batz, ich dusche schwarze<br />

Krümel ab, während er die Wanne<br />

reinigt, mir Handtuch, dann<br />

<strong>den</strong> Bademantel reicht und mich<br />

schließlich vor die Wahl stellt: „20<br />

Minuten Ruhe oder Massage?“<br />

Weil er sicher auch viel zu erzählen<br />

hat, lege ich mich bei Peter<br />

Lindinger auf die Liege. Seine<br />

Hände krönen <strong>den</strong> Tag. Ich erfahre,<br />

dass der Mittvierziger seit seinem<br />

19. Lebensjahr in Bayersoier<br />

Kurbetrieben arbeitet. Immer noch<br />

schüttelt er <strong>den</strong> Kopf über Kurgäste,<br />

die nach einem Moorbad auf<br />

die Berge hasten oder walkend<br />

durch die Natur jagen: „Die Ruhe<br />

danach ist wichtig“, gibt mir der<br />

Masseur mit auf <strong>den</strong> Heimweg.<br />

Neun Anwendungen in drei Wochen<br />

Moorkur sollen <strong>für</strong> ein Jahr<br />

reichen, hatten mir Kieweg und<br />

Berchtenbreiter versichert, wobei<br />

die Bürgermeisterin ergänzte, dass<br />

Bad Bayersoien 100 000 Übernachtungen<br />

pro Jahr verzeichnet.<br />

Wohlgefühl fährt mit nach Hause.<br />

Und zwei Aufgaben. Einmal ein<br />

weiteres Rechenspiel <strong>für</strong>s nächste<br />

Mal in der Moorwanne: Wie viele<br />

Kurgäste hat Bad Bayersoien jährlich?<br />

Und zweitens, im Internet<br />

(www.ammergauer-alpen.de) die<br />

Angebote im Kurort sichten. Dort<br />

ist zu sehen: Was ich erlebt habe,<br />

ist nur die Spitze — nein, nicht vom<br />

Eisberg, viel wärmer, völlig ungefährlich,<br />

nach Wiederholung gierend.<br />

Einzige Hemmschwelle nach<br />

dem Selbstversuch ist nur, mich<br />

zur nächsten Fahrt in <strong>den</strong> Kurort<br />

aufzuraffen. Aus dem <strong>Altlandkreis</strong><br />

sollte sie spielend zu überwin<strong>den</strong><br />

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märz / april <strong>2016</strong> | 41<br />

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<strong>Das</strong> „Happerger“ in Lu<strong>den</strong>hausen lebt weiter auf<br />

Dorfgemeinschaftshaus<br />

und Kulturbühne<br />

Lu<strong>den</strong>hausen | <strong>Das</strong> „Happerger“<br />

in Lu<strong>den</strong>hausen war früher im<br />

weiten Umkreis als Tanzlokal und<br />

Treffpunkt der Jugend bekannt. An<br />

diese Glanzzeiten möchte der Kulturförderverein<br />

wieder anknüpfen<br />

mit einem zeitgemäßen Konzept<br />

aus Gemeinschaftshaus <strong>für</strong> das<br />

Dorf, Tanzlokal und Kabarettbühne.<br />

<strong>Das</strong> Gebäude ist im Besitz der Gemeinde<br />

Reichling, die mit umfangreichen<br />

Sanierungsarbeiten nun<br />

auch die Raumsituation verbessern<br />

möchte.<br />

Als die Gemeinde Reichling im<br />

Jahr 2003 <strong>den</strong> maro<strong>den</strong> Gebäudekomplex<br />

erwarb, wusste man<br />

eigentlich nicht so recht, was man<br />

aus der längst geschlossenen Gaststätte<br />

machen sollte. Es wurde die<br />

Dorferneuerung in Lu<strong>den</strong>hausen<br />

begonnen, viele Ideen gesammelt<br />

und Konzepte erarbeitet, die aber<br />

alle einen riesigen Berg an Kosten<br />

nach sich gezogen hätten. In dieser<br />

Zeit des Stillstands bezeichnet<br />

die heutige Vorsitzende des Kulturfördervereins<br />

Monika Prestel<br />

ihren eigenen Geburtstag als eine<br />

Art kleines Schlüsselerlebnis. Sie<br />

fragte bei der Gemeinde nur vorsichtshalber<br />

an, ob sie bei schlechtem<br />

Wetter <strong>den</strong> Happerger-Saal<br />

nutzen dürfe, was aber abgelehnt<br />

wurde. Diese Situation, dass man<br />

zwar große Veranstaltungsräume<br />

im Ortszentrum habe, diese als<br />

Dorfgemeinschaft aber nicht nutzen<br />

dürfe, führte dann 2008 zur<br />

Gründung des Kulturfördervereins.<br />

„Lu<strong>den</strong>hausen hat keine Wirtschaft<br />

mehr, deshalb ist es umso wichtiger,<br />

einen Treffpunkt zu haben“,<br />

erklärte Bürgermeisterin Margit<br />

Horner-Spindler ihr Anliegen, <strong>den</strong><br />

Happerger <strong>für</strong> die Lu<strong>den</strong>hausener<br />

wieder zu öffnen. Gleich nach<br />

ihrem Amtsantritt wurde ein Nutzungsvertrag<br />

mit dem Kulturförderverein<br />

unterzeichnet, der sich<br />

um die Räumlichkeiten vor und<br />

nach <strong>den</strong> Veranstaltungen kümmert.<br />

Der Verein beteiligt sich laut<br />

Vertrag an <strong>den</strong> Nebenkosten, die<br />

mit der Nutzung zusammenhängen,<br />

ohne jedoch Pacht bezahlen<br />

zu müssen.<br />

Ein langwieriger<br />

Prozess<br />

„Es waren viele Hindernisse zu<br />

beseitigen“ berichtet die Bürgermeisterin<br />

über <strong>den</strong> langwierigen<br />

Prozess, die Zusage des Amts <strong>für</strong><br />

ländliche Entwicklung auf eine<br />

Förderung von maximal 200 000<br />

Euro zu erhalten. Voraussetzung<br />

da<strong>für</strong> sind, dass insgesamt 400 000<br />

Euro an zuschussfähigen Kosten<br />

anfallen. Die Gemeinde hat somit<br />

die andere Hälfte der Kosten zu<br />

tragen. Saniert wer<strong>den</strong> sollen der<br />

Saal, die Küche und die Sanitäranlagen,<br />

doch um sich <strong>für</strong> die weitere<br />

Zukunft nichts zu verbauen, fließt<br />

der Gesamtkomplex in die Planung<br />

mit ein. Maßgebend sind aber im-<br />

Die historische Aufnahme zeigt einen Maitanz vor dem damaligen Gasthaus zur Post in Lu<strong>den</strong>hausen.<br />

42 | der altlandkreis


Zahlreiche Dorfveranstaltungen fin<strong>den</strong> wieder im Happerger statt.<br />

mer die finanziellen Möglichkeiten<br />

der Gemeinde.<br />

Derzeit sind die Vorstandschaft<br />

der Dorferneuerung mit Vertretern<br />

des Kulturfördervereins und<br />

dem Planer Hans Riesemann damit<br />

beschäftigt, einen Vorentwurf<br />

<strong>für</strong> das Dorfgemeinschaftshaus zu<br />

erstellen. Dieser soll dann im Gemeinderat<br />

intensiv diskutiert und<br />

baldmöglichst als Bauantrag im<br />

Landratsamt eingereicht wer<strong>den</strong>.<br />

Mittlerweile eine beliebte<br />

Kabarett-Bühne<br />

„Die Lu<strong>den</strong>hausener haben schon<br />

ihren ehrenamtlichen Arbeitseinsatz<br />

<strong>für</strong> die Baumaßnahmen angeboten“,<br />

bestätigt die Bürgermeisterin.<br />

Und sie ist auch froh über die<br />

engagierte Arbeit der Vorsitzen<strong>den</strong><br />

des Kulturfördervereins, Monika<br />

Prestel, die mit ihren Veranstaltungen<br />

wieder viel Leben in das Haus<br />

brachte.<br />

Seit 2004 gibt es einen Silvesterball,<br />

der im zweijährigen<br />

Rhythmus veranstaltet<br />

wird. „In Erinnerung<br />

an die alten Zeiten haben<br />

wir mit Tanzaben<strong>den</strong><br />

mit <strong>den</strong> Black Diamonds<br />

angefangen“,<br />

erzählt Monika Prestel<br />

von <strong>den</strong> ersten Aktivitäten<br />

des Kulturfördervereins. Die<br />

erste bekannte Kabarett-Gruppe<br />

waren „Koflgschroa“, dann folgten<br />

die „Wellbappn“ und die „Couplet-<br />

AG“; mittlerweile hat sich der Happerger<br />

zu einer beliebten Kabarett-<br />

Bühne entwickelt. „Finanziell geht<br />

es schon immer irgendwie, mal<br />

mit Verlust, mal mit Gewinn“, erzählt<br />

die Vorsitzende. Denn <strong>für</strong><br />

diese namhaften Gruppen ist der<br />

Saal eigentlich zu klein, die Auftritte<br />

in dieser Form und nur durch<br />

die vielen ehrenamtlichen Helfer<br />

zu bewältigen. Für das Programm<br />

ist der zweite Vorsitzende Otmar<br />

Schwentzek zuständig, um alles<br />

Finanzielle kümmert sich Benedikt<br />

Happach. Die Öffentlichkeitsarbeit<br />

betreiben Schriftführer Martin<br />

Bahmann und Beisitzer Alfred<br />

Müller. <strong>Das</strong> Happerger soll aber<br />

nicht nur Kabarett<br />

bieten,<br />

sondern als Gemeinschaftshaus<br />

verschie<strong>den</strong>e kulturelle Anliegen<br />

befriedigen. So veranstalten das<br />

Eishockeyteam und der Jugendclub<br />

alljährlich einen Rockabend,<br />

und die Blaskapelle Reichling lädt<br />

zum Starkbierfest. Für die Kleinen<br />

gibt es einen Kinderfasching, und<br />

falls es beim Pfarr- oder Feuerwehrfest<br />

regnen sollte, kann man<br />

in <strong>den</strong> Happerger ausweichen.<br />

Auch <strong>für</strong> private Feiern kann der<br />

Saal angemietet wer<strong>den</strong>, so dass<br />

mittlerweile wieder über 30 Veranstaltungen<br />

im Jahr stattfin<strong>den</strong>.<br />

Außerdem bietet die „Semmelbar“<br />

je<strong>den</strong> Samstagmorgen frische<br />

Backwaren der Bäckerei Storch<br />

aus Rott, was von <strong>den</strong> Lu<strong>den</strong>hausenern<br />

gerne angenommen wird.<br />

Ein besonderer Höhepunkt im<br />

Frühjahr wird der Auftritt von Monika<br />

Drasch mit Band am Samstag,<br />

9. <strong>April</strong>. „Im Happerger kann<br />

man immer was erleben“, erzählt<br />

Monika Prestel und meint damit<br />

auch die kleinen, nachhaltigen Erlebnisse.<br />

Als sie einmal nur etwas<br />

abholen wollte, stand plötzlich<br />

eine ältere Dame im Gastraum<br />

und wollte etwas essen. Es stellte<br />

sich heraus, dass die Frau bis aus<br />

Travemünde angereist war, um<br />

<strong>den</strong> Ort zu besuchen, wo sie nach<br />

dem Krieg einquartiert war. Durch<br />

<strong>den</strong> Einsatz von Gemeinde und<br />

Kulturförderverein kann man darauf<br />

hoffen, dass es auch in Zukunft<br />

viele kleine und große Anekdoten<br />

im Happerger zu erleben gibt. rg<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 43


Sag’ mal, diesmal mit<br />

Michael Lindner<br />

aus Peiting<br />

Peiting | Es mag vielleicht nicht die<br />

typische Sportart sein, die man mit<br />

einem 18-jährigen Mann assoziiert.<br />

Die Erfolge von Michael Lindner im<br />

Eisstocksport lesen sich da<strong>für</strong> umso<br />

beeindruckender: Deutscher Meister<br />

2013, Europameister 2013 und<br />

2015, Euro-Grand-Prix Sieger 2014<br />

— um nur einige der zahlreichen<br />

Pokale zu nennen, die bereits seine<br />

Vitrine zieren. Ende November<br />

2015 durfte er mit dem Gewinn<br />

des Europacups im weißrussischen<br />

Brest als jüngstes Teammitglied<br />

<strong>den</strong> größten Erfolg der Vereinsgeschichte<br />

der Eisstocksportler beim<br />

TSV Peiting feiern.<br />

Es folgte ein Fernsehauftritt bei<br />

münchen.tv. Die Begeisterung <strong>für</strong><br />

<strong>den</strong> Sport wurde ihm dabei quasi<br />

in die Wiege gelegt, wie er im<br />

Gespräch mit dem „altlandkreis“<br />

verrät. Ganz nebenbei hütet der<br />

Fachoberschüler<br />

Rieser_Transporter 55_2.QXD:Rieser_Transporter 55_2.QXD 14.10.2010 15:24 Uhr Seite 1<br />

Transporter<br />

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44 | der altlandkreis<br />

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(12. Klasse) übrigens das Tor der<br />

U19-Mannschaft bei der Fußballabteilung<br />

Peiting.<br />

Sag mal Michael, wie bist du zum<br />

Eisstockschießen gekommen?<br />

Meine Eltern spielen beide Eisstock.<br />

Und wie das dann so ist,<br />

wurde ich von Anfang an mitgenommen,<br />

habe es ausprobiert und<br />

Gefallen daran gefun<strong>den</strong>.<br />

Dein Papa Christian ist Präsi<strong>den</strong>t<br />

des Deutschen Eisstock-Verbandes,<br />

zusätzlich noch dein Mannschaftskollege.<br />

Steht man da unter besonderer<br />

Beobachtung bzw. Druck?<br />

Eigentlich nicht. Ich persönliche<br />

spiele gerne mit meinem Papa.<br />

Außerdem zählt im Verein genauso<br />

wie in der Nationalmannschaft<br />

ausschließlich die sportliche Leistung.<br />

Gibt es Vorurteile,<br />

mit <strong>den</strong>en ein<br />

Eisstock-Sportler zu<br />

kämpfen hat?<br />

Ja, hauptsächlich,<br />

dass es als Rentnersport<br />

angesehen<br />

wird. Ich entgegne<br />

dann meistens,<br />

dass man es doch<br />

mal selber ausprobieren<br />

solle, sieben<br />

Stun<strong>den</strong> in der Eishalle<br />

zu spielen.<br />

Und dabei über die<br />

gesamte Distanz<br />

voll konzentriert<br />

und treffsicher zu<br />

bleiben.<br />

Wie kann man sich eine Reise zum<br />

Europacup nach Weißrussland vorstellen?<br />

<strong>Das</strong> war schon ein gewisses Abenteuer.<br />

Die Busfahrt dauerte über 20<br />

Stun<strong>den</strong>. Spannend waren dabei<br />

die Grenzübertritte nach Polen und<br />

Weißrussland. Dort gibt es viele<br />

Unterschiede zu uns.<br />

Man muss seine Erwartungen<br />

etwas anpassen. Auch das Verhalten;<br />

dort steht auf vieles Strafen,<br />

was bei uns egal wäre. Beispielsweise<br />

darf man dort auf <strong>den</strong><br />

Straßen nicht rauchen oder Bier<br />

trinken.<br />

Was ist das <strong>für</strong> ein Gefühl, <strong>den</strong> Europacup<br />

zu gewinnen?<br />

Man ist schon sehr stolz darauf zu<br />

wissen, Teil der besten Vereinsmannschaft<br />

Europas zu sein. Ich<br />

war zum ersten Mal bei einem Europacup<br />

dabei und bin der Jüngste<br />

im Team. Deshalb habe ich in der<br />

Vorrunde auch nur auf der vermeintlich<br />

einfacheren Defensivposition<br />

gespielt. In <strong>den</strong> wichtigen<br />

Spielen war ich dann Auswechselspieler.<br />

Wie bringst du zwei Sportarten<br />

— Fußball und Eisstockschießen —<br />

neben der Schule unter einen Hut?<br />

Ich habe das Glück, dass die Wettkämpfe<br />

bzw. Spiele und auch das<br />

Training meist an unterschiedlichen<br />

Tagen stattfin<strong>den</strong>.<br />

Wenn nicht, muss ich mich wohl<br />

oder übel entschei<strong>den</strong>. Dabei ist es<br />

mir wichtig abzuwägen, um was es<br />

im jeweiligen Sport an diesem Tag<br />

geht.


Was willst du in naher und ferner<br />

Zukunft in <strong>den</strong> bei<strong>den</strong> Sportarten<br />

noch erreichen?<br />

Im Eisstockverein spiele ich zurzeit<br />

vorwiegend in der 2. Mannschaft<br />

in der Bayernliga. Der Aufstieg in<br />

die Bundesliga ist mein Ziel. Für<br />

die Nationalmannschaft muss man<br />

sich jedes Jahr neu qualifizieren.<br />

Die Verteidigung unseres EM-Titels<br />

ist jetzt noch das Ziel <strong>für</strong> dieses<br />

Jahr. Beim Fußball ist mir hauptsächlich<br />

der Spaß wichtig, welcher<br />

natürlich auch mit dem Erfolg<br />

kommt.<br />

Wie viel Zeit wendest du <strong>für</strong> das Eisstockschießen<br />

auf?<br />

In der Zeit von September bis <strong>März</strong><br />

trainiere ich zweimal in der Woche<br />

jeweils zwei Stun<strong>den</strong>. Im Sommer<br />

(<strong>April</strong> bis September) einmal pro<br />

Woche. Am Wochenende ist stets<br />

mindestens ein Turnier, das dann<br />

meist <strong>den</strong> ganzen Tag dauert.<br />

Meisterschaften und Pokalturniere<br />

wer<strong>den</strong> öfter über zwei Tage gespielt.<br />

Wer ist <strong>für</strong> dich ein Vorbild?<br />

Christian Reschauer. <strong>Das</strong> ist der<br />

Defensivspieler beim EC Saßbach<br />

in der 1. Bundesliga und wahrscheinlich<br />

auch der beste Defensive<br />

der Liga. Er ist nervenstark und<br />

äußerst präzise in Richtung und<br />

Geschwindigkeit mit sehr langsamen<br />

Platten, die an sich schon<br />

schwer zu spielen sind.<br />

Was sind deine Stärken und Schwächen<br />

und wie zeigt sich das?<br />

Da die Turniere oft bis zu acht<br />

Stun<strong>den</strong> dauern, würde ich sagen,<br />

dass die lange Konzentrationsdauer<br />

zu meinen Stärken zählt. Dagegen<br />

bin ich oftmals noch zu übereifrig<br />

und zu übereilt. <strong>Das</strong> zeigt<br />

sich dann im hektischen Verhalten,<br />

was sich leider auf die Genauigkeit<br />

auswirkt.<br />

Die berühmte Frage mit der einsamen<br />

Insel: Welche drei Dinge<br />

nimmst du mit?<br />

Eisstock, Fußball, Schokolade. Da<br />

kommt keine Langeweile auf — und<br />

Schokolade zählt <strong>für</strong> mich zu <strong>den</strong><br />

Grundnahrungsmitteln.<br />

Wie sieht <strong>für</strong> dich ein gelungenes<br />

Wochenende aus?<br />

Freitagmittag, Schule aus. Nachmittag<br />

relaxen, Vorbereiten auf<br />

<strong>den</strong> Samstag zum Eisstockschießen<br />

in irgendeiner Eishalle.<br />

Danach mit Freun<strong>den</strong> treffen.<br />

Sonntag gegen Mittag ein Fußballspiel<br />

und am Abend ein spannender<br />

Film.<br />

Mit wem würdest du gerne <strong>für</strong><br />

einen Tag die Rollen tauschen?<br />

Manuel Neuer. Ein Tag als Profi<br />

beim FC Bayern ist bestimmt<br />

interessant.<br />

Welche Freundschaften sind dir<br />

wichtig?<br />

Alle! Ich bin generell ein sehr geselliger<br />

Mensch, der gerne und<br />

leicht Freundschaften schließt;<br />

egal ob in der Schule oder beim<br />

Sport.<br />

Was verbindest du aktuell mit dem<br />

Begriff <strong>Altlandkreis</strong>?<br />

Ehrlich gesagt das Autokennzeichen<br />

SOG. Und natürlich ein <strong>Magazin</strong>,<br />

das alle zwei Monate erscheint.<br />

Welches Buch oder CD hast du dir<br />

zuletzt gekauft?<br />

Gute Frage. <strong>Das</strong> müsste ein Buch<br />

zur Vorbereitung auf das Physik-<br />

Abitur gewesen sein.<br />

tis<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 45


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Geschichten über <strong>den</strong> <strong>Pfaffenwinkel</strong><br />

Ein Hauch vom Paradies<br />

> > > Buch-Verlosung<br />

„der altlandkreis“ verlost drei <strong>Pfaffenwinkel</strong>bücher<br />

„Ein Hauch von Paradies“.<br />

Wer ein Buch gewinnen möchte, schickt<br />

eine Postkarte mit dem Stickwort „<strong>Pfaffenwinkel</strong>“<br />

an der altlandkreis“, Birkland 40,<br />

86971 Peiting oder eine E-Mail an info@<br />

altlandkreis.de. Die Gewinner wer<strong>den</strong><br />

ausgelost, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.<br />

Einsendeschluss ist der 15. <strong>März</strong> <strong>2016</strong>.<br />

<strong>Pfaffenwinkel</strong> | „Wen Gott lieb hat,<br />

<strong>den</strong> lässt er fallen in dies Land.“<br />

Beim Durchblättern des neuen<br />

<strong>Pfaffenwinkel</strong>buches von Manfred<br />

Amann und Hubert Mayer — beide<br />

aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck<br />

— kommt man unweigerlich<br />

zu diesem Schluss. Eine bildgewaltige<br />

Liebeserklärung an unsere<br />

Heimat, facettenreich und tiefgehend.<br />

Es gehört mit zum Besten<br />

was darüber erschienen ist. „Im<br />

ohnehin reizvollen Alpenvorland<br />

gibt es einen Landstrich, von dem<br />

man glauben möchte, der liebe<br />

Gott habe ihn besonders liebevoll<br />

modelliert und zusätzlich noch<br />

mit kulturellen Schönheiten reich<br />

gesegnet“, stellt Autor Manfred<br />

Amann fest. Zusammen mit dem<br />

lei<strong>den</strong>schaftlichen Fotografen Hubert<br />

Mayer hat er in mehrjähriger<br />

Recherchearbeit die Geheimnisse<br />

von Land und Leuten aufgespürt.<br />

„Hier fan<strong>den</strong> wir viele Menschen,<br />

die sich noch eine Arbeit <strong>für</strong> ein<br />

Fest machen“, zeigt sich Mayer<br />

beim Ulrichsritt oberhalb des Biberschwöller<br />

Sees geradezu begeistert.<br />

<strong>Das</strong> Bild mit Vorreiter Florian<br />

Echtler ziert jetzt <strong>den</strong> Einband<br />

des Buches und vergleicht man es<br />

mit dem von Paul Ernst Rattelmüller<br />

aus <strong>den</strong> fünfziger Jahren<br />

meint man gar, die Zeit sei<br />

stehen geblieben. So drängte<br />

sich der Titel „Ein Hauch<br />

vom Paradies“ geradezu auf.<br />

Einzigartig die Juwelen der<br />

Natur, zu <strong>den</strong>en nicht nur<br />

die Ammer als landschaftlich<br />

schönster Wildfluss<br />

Deutschlands zählt. Wahre<br />

Wunderdinge entdeckten<br />

die bei<strong>den</strong> zwischen dem<br />

Auerberg und <strong>den</strong> Osterseen.<br />

Für das Kapitel Brauchtum<br />

blickte Hubert Mayer<br />

nicht nur dem Herrgottschnitzer<br />

Georg Messmer<br />

monatelang bei seiner Arbeit<br />

über die Schulter und<br />

begleitete die Peitinger<br />

Christkindlwiaga von Haus<br />

zu Haus. Altüberliefertes wie die<br />

Leonhardiritte fan<strong>den</strong> ebenso Platz<br />

wie neues Spektakel, etwa das Kanapeeschlittenrennen<br />

am Peitinger<br />

Schnaidberg. Die Perspektiven der<br />

nahezu 650 Bilder sind so gewählt,<br />

dass der Betrachter oft <strong>den</strong> Eindruck<br />

hat, er sei unmittelbar dabei<br />

beim Kirta-Hutschn in Raisting,<br />

dem Rottenbucher Fohlenmarkt<br />

oder der stummen Prozession in<br />

Vilgertshofen. <strong>Das</strong> Maibaumaufstellen<br />

in Birkland<br />

wurde bewusst ausgewählt,<br />

weil hier<br />

noch ausschließlich<br />

mit Muskelkraft (Irxenschmalz)<br />

gearbeitet<br />

wird. Die Bilder<br />

vom Auffahrtstag<br />

(Christi Himmelfahrt)<br />

sind eine bleibende<br />

Erinnerung an <strong>den</strong><br />

früheren Rottenbucher<br />

Mesner Josef<br />

Lindauer. Wiewohl<br />

<strong>Pfaffenwinkel</strong> — Ein Hauch vom Paradies,<br />

239 Seiten, Hardcover, etwa 650 Farbabbildungen,<br />

Volk Verlag München, ISBN 978-3-<br />

86222-194-3, 27,90 Euro.<br />

sich viele Bürger aus der Region<br />

in diesem Buch wiederfin<strong>den</strong>. Sei<br />

es nun bei <strong>den</strong> Wallfahrten der<br />

fünf Trachtengaue, der Glockenweihe<br />

auf dem Hohenpeißenberg,<br />

<strong>den</strong> Bruderschaftsfesten in Pähl,<br />

Wessobrunn und der Wies, dem<br />

Bezirksmusikfest in Rottenbuch<br />

oder dem Rosstag in Burggen. In<br />

<strong>den</strong> Pfaffenwinkler Geschichte(n)<br />

haben die Autoren die historische<br />

Entwicklung der Region von der<br />

Steinzeit über die Kelten, Welfen<br />

und Staufer bis heute veranschaulicht.<br />

Die Römer sind noch allgegenwärtig,<br />

sei es als historische<br />

Reiter beim Georgiritt auf dem<br />

Auerberg oder der Gruppe „Populares<br />

Vindelicenses“ bei der Eröffnung<br />

der Villa Rusitca in Peiting.<br />

Ferner wird eine Vielzahl von Sagen<br />

und Legen<strong>den</strong> aufgearbeitet.<br />

Überall findet man zudem wertvolle<br />

Hinweise <strong>für</strong> einen Ausflug und<br />

Anregungen <strong>für</strong> eine intensivere<br />

Beschäftigung.<br />

hg<br />

46 | der altlandkreis


Leicht erlernbare Eselsbrücken<br />

Der sechste Streich der<br />

reimen<strong>den</strong> Apothekerin<br />

Schongau | Sieben Streiche goss<br />

Wilhelm Busch einst über Max und<br />

Moritz in unvergessliche Verse. Derer<br />

sechs sind es nun von der dichten<strong>den</strong><br />

Schongauer Apothekerin<br />

Marianne Porsche-Rohrer: Ende<br />

2015 ist ihr lyrisches Handbuch zur<br />

Lehre von Sebastian Kneipp erschienen;<br />

wieder im Selbstverlag<br />

und als Familienprojekt, auf dem<br />

Titel illustriert von Tochter Isabel<br />

Rohrer, Satz und Layout hat erneut<br />

Sohn Frank Rohrer besorgt.<br />

Erhältlich ist das Buch in der<br />

Schongauer Lech-Apotheke und<br />

im Buchhandel (ISBN 978-3-00-<br />

051380-0). Nach einer knappen<br />

Einführung in Leben und Wirken<br />

des „Wasserdoktors“ widmen sich<br />

die Gedichte <strong>den</strong> fünf Säulen seiner<br />

Heilkunde: dem Vorbeugen<br />

und Heilen mittels Wasser, Wärme,<br />

Kälte, Licht und Luft (Hydrotherapie),<br />

mit richtigem Essen (Ernährungstherapie)<br />

und körperlicher<br />

Aktivität (Bewegungstherapie), der<br />

Pflanzenheilkunde (Phytotherapie)<br />

und, wie eine richtige Lebenseinteilung<br />

zur Gesundheit<br />

beitragen kann (Ordnungstherapie).<br />

Porsche-Rohrer<br />

versteht ihre Gedichte rund<br />

um Kneipp — wie schon<br />

ihre fünf Bücher über Heilpflanzen,<br />

Naturheil- und<br />

gesunde Lebensmittel,<br />

Homöopathie und Schüsslersalze<br />

— als leicht erlernbare<br />

Eselsbrücken: Wer die<br />

Verse auswendig weiß, erspart<br />

sich in vielen Lebenslagen<br />

das Nachschlagen in<br />

Lehrbüchern und Lexika.<br />

Und Vergnügen bereitet die<br />

Lektüre obendrein. ts<br />

> > > Buch-Verlosung<br />

Marianne Porsche-Rohrer hat ihren lyrischen<br />

Handbüchern <strong>den</strong> sechsten Band<br />

hinzugedichtet.<br />

„der altlandkreis“ verlost fünf lyrische Handbücher zur Lehre<br />

Sebastian Kneipps von Marianne Porsche-Rohrer. Um eines der<br />

Exemplare zu gewinnen, schicken Sie eine Postkarte mit dem Stichwort<br />

„Sebastian Kneipp“ an „der altlandkreis“, Birkland 40 in 86971<br />

Peiting. Oder eine E-Mail an info@altlandkreis.de. Einsendeschluss<br />

ist der 15. <strong>März</strong> <strong>2016</strong>. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.<br />

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lassen Sie sich inspirieren!<br />

Wir freuen uns auf Sie!<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 47


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Lions Club Schongau/<strong>Pfaffenwinkel</strong><br />

Spende <strong>für</strong> die gute Sache<br />

Schongau | Immer wieder hört<br />

man vom „Lions Club“, der sich<br />

im <strong>Altlandkreis</strong> so sehr <strong>für</strong> soziale<br />

Zwecke engagiert. Wer aber steht<br />

hinter <strong>den</strong> „Löwen“ (was Lions<br />

übersetzt heißt)? Weltweit organisiert<br />

sind die etwa 1,4 Millionen<br />

Lions-Mitglieder Menschen, die „in<br />

freundschaftlicher Verbun<strong>den</strong>heit<br />

bereit sind, sich <strong>den</strong> gesellschaftlichen<br />

Problemen unserer Zeit zu<br />

stellen und uneigennützig an ihrer<br />

Lösung mitzuwirken.“ Unter dem<br />

Motto „Wir dienen“ haben sich die<br />

Lions-Mitglieder aufgemacht, sich<br />

ehrenamtlich <strong>für</strong> Menschen einzusetzen,<br />

die Hilfe brauchen. Ob es<br />

nun Kinder- und Jugendprojekte,<br />

die Unterstützung Sehbehinderter,<br />

oder die Hilfe <strong>für</strong> Länder der Dritten<br />

Welt sind — Lions helfen.<br />

Seit 1994 gibt es auch im Schongauer<br />

Land <strong>den</strong> Lions-Club Schongau/<strong>Pfaffenwinkel</strong>,<br />

dessen Mitglieder<br />

sich am ersten und dritten<br />

Montag jedes Monats im Hotel Holl<br />

in Schongau treffen. Gute Tradition<br />

ist im Laufe der vergangenen<br />

Jahre der Büchermarkt gewor<strong>den</strong>,<br />

der zweimal im Jahr anlässlich des<br />

Marktsonntages in Peiting abgehalten<br />

wird. Gebrauchte Bücher<br />

fin<strong>den</strong> hier neue Leser, und die<br />

Erlöse fließen regelmäßig in soziale<br />

und kulturelle Einrichtungen.<br />

Darüberhinaus wer<strong>den</strong> Organisationen<br />

projektbezogen durch<br />

die Lions gefördert. Zusätzlich<br />

wird jährlich auf dem Schongauer<br />

Weihnachtsmarkt ein Crèpes-Stand<br />

betrieben, der immer wieder ein<br />

beliebter Anlauf- und Treffpunkt<br />

(nicht nur wegen der vielfältigen<br />

Crèpes) gewor<strong>den</strong> ist.<br />

Highlight der Lions Schongau aber<br />

ist die in zweijährigem Rhythmus<br />

stattfin<strong>den</strong>de Oldtimer-Rallye<br />

Strahlende Gesichter bei der Spen<strong>den</strong>übergabe durch die Schongauer<br />

Lions, v.l.n.r. Karlheinz Gaisbauer, Reiner Heuberger, Renate Dodell und<br />

Michael Walter.<br />

„<strong>Pfaffenwinkel</strong> Classic“, bei der<br />

man <strong>für</strong> kulturelle und soziale<br />

Zwecke Flagge zeigt. Neben <strong>den</strong><br />

finanziellen Erlösen dieser Rallye<br />

hat sie sich zu einem echten<br />

Sommerhöhepunkt in der Region<br />

entwickelt mit ihren tollen Fahrzeugen,<br />

die durch eine traumhafte<br />

Landschaft fahren.<br />

Im vergangenen Jahr war es wieder<br />

soweit, und nachdem die gesamte<br />

Veranstaltung abgerechnet war,<br />

konnten kürzlich Reiner Heuberger<br />

und Michael Walter von <strong>den</strong> Schongauer<br />

Lions einen Scheck in Höhe<br />

von 8 000 Euro an <strong>den</strong> Hospizverein<br />

im <strong>Pfaffenwinkel</strong> überreichen.<br />

Karlheinz Gaisbauer, Leiter der Einrichtung<br />

in Polling, und Renate Dodell,<br />

Vorsitzende des Hospizvereins,<br />

nahmen die großzügige Spende mit<br />

großer Freude entgegen. <strong>Das</strong> Organisationsteam<br />

der Rallye, in dem<br />

Heuberger und Walter Mitglied<br />

waren, hatte sich mit Nachdruck<br />

<strong>für</strong> <strong>den</strong> Hospizverein entschie<strong>den</strong>.<br />

„Die Arbeit, die hier geleistet wird,<br />

ist unglaublich wichtig. Die meisten<br />

<strong>den</strong>ken, sie betrifft dieses Thema<br />

nicht — und ganz plötzlich ist es<br />

da und verändert das Leben komplett“,<br />

bekräftigt Reiner Heuberger<br />

die Bedeutung dieser Einrichtung<br />

<strong>für</strong> die ganze Region. „Wir wer<strong>den</strong><br />

das Geld <strong>für</strong> einen neuen Film über<br />

das Hospiz und die damit verbun<strong>den</strong>e<br />

Arbeit verwen<strong>den</strong>“, weist<br />

Renate Dodell gleich auf die sinnvolle<br />

Verwendung hin. „Damit kann<br />

man die Arbeit gut erklären und<br />

vielleicht <strong>den</strong> einen oder anderen<br />

ehrenamtlichen Helfer hinzugewinnen.“<br />

Diese Ehrenamtlichkeit<br />

ist <strong>für</strong> <strong>den</strong> Verein sehr wichtig,<br />

<strong>den</strong>n etwa 250000 Euro jährlich<br />

sind an Spen<strong>den</strong>mitteln von Nöten,<br />

um <strong>den</strong> Betrieb des Hospizes, das<br />

sowohl ambulant als auch stationär<br />

arbeitet, aufrecht zu erhalten.<br />

Dies haben nun die Schongauer<br />

Lions mit ihrer Beteiligung wieder<br />

gut unterstützt. Wer sich über die<br />

Arbeit des Hospizvereins informieren<br />

möchte, kann dies unter www.<br />

hospiz-pfaffenwinkel.de tun, über<br />

<strong>den</strong> Lions Club Schongau findet<br />

man die Informationen unter www.<br />

lions-schongau.de. <br />

op<br />

AZ_Allgemein Peiting A5.indd 1 09.01.14 13:55<br />

48 | der altlandkreis


Heimaträtsel im <strong>Altlandkreis</strong><br />

Geschichtsträchtige Säule<br />

<strong>Altlandkreis</strong> | Bei einem Spaziergang<br />

oder einer Radltour von<br />

Peiting nach Rottenbuch über<br />

<strong>den</strong> Schnaidberg steht sie am<br />

Wegrand, diese markante Säule<br />

voll historischer Bedeutung. Vor<br />

ein paar Jahren noch konnte das<br />

Kunstwerk kaum mehr wahrgenommen<br />

wer<strong>den</strong>. Von Bäumen<br />

umzingelt, eingewachsen, verwittert<br />

und verständlicherweise<br />

etwas in die Jahre gekommen.<br />

Die Sektion Peiting des Deutschen<br />

Alpenvereins als Auftraggeber<br />

machte sich gemeinsam mit <strong>den</strong><br />

Gemein<strong>den</strong> Peiting und Rottenbuch<br />

und der Unterstützung des<br />

Landesamtes <strong>für</strong> Denkmalpflege,<br />

der Unteren Naturschutzbehörde<br />

und dem Bezirk Oberbayern an die<br />

Restauration.<br />

Seit 2014 erstrahlt das geschichtsträchtige<br />

Relikt überdacht in<br />

neuem Glanz. <strong>Das</strong> Umfeld des<br />

Denkmals wurde ausgeholzt, Spaziergänger<br />

können so einen freien<br />

Blick darauf werfen.<br />

Wir möchten nun von Ihnen gerne<br />

<strong>den</strong> Namen der Säule wissen und<br />

welche ursprüngliche Bedeutung<br />

diese früher innehatte.<br />

Wer die Antwort weiß, schickt<br />

eine Postkarte mit dem Stichwort<br />

„Heimaträtsel“ und der hoffentlich<br />

richtigen Lösung an „der altlandkreis“,<br />

Birkland 40, 86971 Peiting.<br />

Auch die Teilnahme per E-Mail an<br />

info@altlandkreis.de ist möglich.<br />

Bitte geben Sie Ihre vollständige<br />

Adresse an. Der Rechtsweg<br />

ist ausgeschlossen. Wie immer<br />

entscheidet das Los über die Gewinner.<br />

Einsendeschluss ist der 15.<br />

<strong>März</strong> <strong>2016</strong>.<br />

Den Gewinnern winken auch<br />

diesmal wieder fünf Familienkarten<br />

<strong>für</strong> das „Plantsch — Badespaß<br />

und Saunaland“ in Schongau. Wir<br />

wünschen allen Teilnehmern viel<br />

Erfolg bei unserem neuen Heimaträtsel.<br />

tis<br />

Die Auflösung des letzten Heimaträtsels<br />

fin<strong>den</strong> Sie auf Seite 79.


Weil zwei Verbände sich nicht einigen können<br />

Künftig Geburten<br />

ohne Hebammen?<br />

Weilheim-Schongau | Seit Jahren<br />

liegen die Berufsverbände der<br />

Hebammen und der Spitzenverband<br />

der gesetzlichen Krankenversicherung<br />

(GKV) im Clinch.<br />

Der Streit geht <strong>2016</strong> in die nächste<br />

Runde. Auslöser waren die drastisch<br />

steigen<strong>den</strong> Versicherungsprämien<br />

zur Hebammen-Berufshaftpflicht.<br />

Vom „Ende der Hebammen<br />

in der Geburtshilfe“, das <strong>2016</strong> drohe,<br />

schrieb „Zeit Online“ vergangenen<br />

Sommer. Ein Schiedsspruch<br />

sollte die Auseinandersetzung<br />

been<strong>den</strong>. Allerdings beinhaltet er<br />

„Ausschlusskriterien“, durch die<br />

sich Hebammen in ihrer Berufsausübung<br />

massiv beschnitten sehen<br />

— und Mütter in der Wahl von<br />

Art und Ort der Geburt.<br />

Manche be<strong>für</strong>chten gar das Ende<br />

bei <strong>den</strong> Hausgeburten.<br />

Bemerkenswert ist vor diesem Hintergrund,<br />

wie sich der Landkreis<br />

Weilheim-Schongau engagiert:<br />

Die Geburtshilfe war Mitte Januar<br />

der erste Punkt auf der Jahrespressekonferenz<br />

von Landrätin<br />

Andrea Jochner-Weiß. Freie Hebammen<br />

wur<strong>den</strong> während des Prämienstreits<br />

finanziell unterstützt:<br />

die sechs Beleghebammen, die im<br />

Krankenhaus Weilheim arbeiten,<br />

ihre acht Kolleginnen in Schongau,<br />

und auch jene mit eigenen Praxen.<br />

Immer mehr Geburten in<br />

Weilheim und Schongau<br />

Und während bundesweit rund 300<br />

Kliniken ihre Kreißsäle geschlossen<br />

haben, baut die Krankenhaus<br />

GmbH die Geburtshilfe aus.<br />

Florian Diebel, stellvertretender<br />

Geschäftsführer, erklärte auf Anfrage<br />

vom „altlandkreis“: „Die<br />

Krankenhaus GmbH steht in engem<br />

und sehr guten Austausch<br />

mit <strong>den</strong> Beleghebammen — gerade<br />

vor dem Hintergrund des Aufbaus<br />

einer Hauptabteilung Gynäkologie<br />

und Geburtshilfe mit Chefarzt<br />

Dr. Bernd-Michael Grauel sowie<br />

<strong>den</strong> Belegärzten in Weilheim, Dr.<br />

Stephan Rutke, Dr. Christin Jablonka,<br />

Dr. Solveig Groß und Dr. Peter<br />

Merx, die seit 1. Februar <strong>2016</strong> in<br />

Weilheim besteht.“<br />

Die Wertschätzung zeigt Erfolg, sie<br />

schlägt sich in <strong>den</strong> Geburtenzahlen<br />

nieder, die 2015 im dritten Jahr<br />

stiegen: von 656 Babys 2013 und<br />

708 Kindern 2014 auf 736 im vergangenen<br />

Jahr — 402 in Schongau,<br />

334 in Weilheim. GmbH-Geschäftsführer<br />

Thomas Lippmann führt dies<br />

auf die Attraktivität der Stationen<br />

zurück: „Die Möglichkeit der wohnortnahen<br />

Geburt und Angebote wie<br />

Geburtswanne und Vater-Mutter-<br />

Baby-Oase wer<strong>den</strong> von <strong>den</strong> Eltern<br />

im Landkreis geschätzt“, erklärte er<br />

Mitte Januar.<br />

Anderswo hat der Verbändestreit<br />

fatale Folgen: Wer<strong>den</strong>de Mütter<br />

fin<strong>den</strong> keine Hebammen mehr.<br />

Freiberufliche Hebammen haben<br />

50 | der altlandkreis


immer längere Wartelisten,<br />

weil Kolleginnen<br />

aufhören. Und auf<br />

einem ganz anderen Blatt<br />

steht das Thema Hausgeburten.<br />

Die bieten<br />

im Landkreis noch vier<br />

Hebammen an: „Dabei<br />

sind wir noch relativ<br />

gut aufgestellt, ich<br />

weiß von Hebammen,<br />

die zwei Landkreise betreuen“,<br />

sagt Theresia<br />

Waldmüller, zweite Kreissprecherin<br />

und freiberufliche<br />

Hebamme in Pähl.<br />

Nach der letzten Haftpflichtprämien-Erhöhung<br />

2015 um<br />

23 Prozent auf jährlich 6274<br />

Euro, sollen laut Deutschem<br />

Hebammenverband (DHV)<br />

bundesweit 145 Hebammen die<br />

Geburtshilfe aufgegeben haben,<br />

weil sie sich vor allem auf dem<br />

Land nicht mehr rechnet. Bis 2017<br />

steigen die Prämien noch einmal —<br />

auf 7639 Euro. Seit 2013 konnten<br />

sich DHV und GKV im Prämienstreit<br />

nicht einigen. Der DHV schätzt, dass<br />

deshalb von 21000 freiberuflichen<br />

Hebammen bundesweit nur noch<br />

3000 bis 3500 Geburtshilfe leisten.<br />

Auf einer internen „Karte der Unterversorgung“<br />

hat der Verband bis<br />

Mitte 2015 über 2400 Fälle erfasst,<br />

in <strong>den</strong>en Mütter keine Hebammen<br />

fan<strong>den</strong>.<br />

Hebammen be<strong>für</strong>chten<br />

ein Ende der Hausgeburt<br />

Eine Schiedsstelle entschied im<br />

Herbst 2015 zwar, dass freie Hebammen,<br />

die mindestens vier Geburten<br />

pro Jahr betreuen, die<br />

Prämien mit einem „Sicherstellungszuschlag“<br />

von <strong>den</strong> Kassen<br />

refinanziert bekommen. Den zu<br />

beantragen und abzurechnen bedeutet<br />

<strong>für</strong> die Hebammen aber<br />

mehr Büroarbeit. Und: Mit dem<br />

Schiedsspruch waren „Ausschlusskriterien<br />

<strong>für</strong> Geburten im häuslichen<br />

Umfeld“ verbun<strong>den</strong>, gegen<br />

die der DHV gerichtlich vorgeht:<br />

DHV-Präsi<strong>den</strong>tin Martina Klenk<br />

be<strong>für</strong>chtet „<strong>den</strong> Untergang der<br />

Hausgeburt“. „Die Ausschlusskriterien<br />

wur<strong>den</strong> willkürlich festgesetzt,<br />

ohne deren wissenschaftliche<br />

Grundlage und Relevanz zu<br />

überprüfen“, heißt es vom DHV.<br />

Der Spruch enthalte „so viele<br />

Mängel und Lücken, dass er nicht<br />

anwendbar ist“, er schränke „freiberufliche<br />

Hebammen in ihrer<br />

Berufsausübung“ ein und habe<br />

„nichts mit einer Qualitätsverbesserung<br />

in der außerklinischen Geburtshilfe<br />

zu tun, sondern bewirkt<br />

deren Abschaffung“, sagt Katharina<br />

Jeschke, DHV-Präsidiumsmitglied<br />

und Verhandlungsführerin<br />

im Streit mit dem GKV.<br />

Denn die Schiedsstelle schickt Mütter<br />

noch einmal zum Arzt, wenn<br />

eine Schwangerschaft drei Tage<br />

über <strong>den</strong> errechneten Geburtstermin<br />

fortdauert, was oft vorkommt.<br />

Nicht nur auf dem Land dürfte<br />

das zu Terminproblemen führen.<br />

Außerdem darf eine Hausgeburt<br />

nun erst nach der 38. Schwangerschaftswoche<br />

begonnen wer<strong>den</strong>,<br />

eine Woche später als bisher.<br />

DHV-Präsi<strong>den</strong>tin Klenk sagt, ein<br />

jahrtausendealter Beruf werde<br />

ohne fundierte Begründung in<br />

seinen Grundzügen verändert:<br />

„Mit Besorgnis nehmen wir wahr,<br />

dass die natürliche Geburt immer<br />

weniger im Fokus der Geburtshilfe<br />

steht. <strong>Das</strong> Vertrauen in die Körperkompetenz<br />

von Frauen geht verloren.<br />

Technische Hilfsmittel wer<strong>den</strong><br />

in <strong>den</strong> Vordergrund geschoben, da<br />

sie vermeintlich Sicherheit bieten.“<br />

Dabei gebe es „keine Beweise“,<br />

dass Hausgeburten weniger sicher<br />

seien als Klinik-Geburten oder<br />

dass mehr Komplikationen aufträten.<br />

Eine Studie aus Kanada bestätigte<br />

dies aktuell Anfang <strong>2016</strong>.<br />

Auf die Seite der Hebammen<br />

haben sich auch Initiatoren der<br />

Online-Petition „Mother Hood“<br />

geschlagen, die darüber hinaus<br />

ein Selbstbestimmungsrecht <strong>für</strong><br />

Mütter einfordern, Art und Ort einer<br />

Geburt frei wählen zu können.<br />

Über 180 000 Menschen haben<br />

unterzeichnet. Zum Schiedsspruch<br />

wurde eine juristische Einschätzung<br />

veröffentlicht, wonach die<br />

Ausschlusskriterien „das Selbstbestimmungsrecht<br />

der Frauen und<br />

das verfassungsrechtlich geschützte<br />

Berufsausübungsrecht der<br />

Hebammen brechen“.<br />

<strong>Das</strong> Recht der Mütter<br />

und Hebammen<br />

Denn handelt ihnen eine Hebamme<br />

zuwider, kann sie die Geburtshilfe<br />

nicht abrechnen und riskiert obendrein<br />

ihren Versicherungsschutz.<br />

Überhaupt bietet nur noch ein<br />

Versicherer eine Berufshaftpflicht<br />

<strong>für</strong> freie Hebammen, andere Gesellschaften<br />

sind ausgestiegen. Im<br />

Klagefall könnte sich die Versicherungsleistung<br />

auf bis zu 2,6 Millionen<br />

Euro belaufen — pro Kind.<br />

Unversicherte Hebammen wür<strong>den</strong><br />

mit ihrem Privatvermögen haften.<br />

Die DHV-Klage gegen <strong>den</strong> Schiedsspruch<br />

hat indes eine Kehrseite:<br />

„Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung,<br />

mit der erst in einigen<br />

Jahren zu rechnen ist, könnten<br />

überhaupt keine Zahlungen <strong>für</strong><br />

<strong>den</strong> Haftpflichtausgleich erfolgen“,<br />

teilte der GKV im Januar<br />

mit. Zwar bekamen mit Jahresbeginn<br />

3 000 freie Hebammen<br />

<strong>den</strong> Kostenausgleich <strong>für</strong> die Berufshaftpflicht<br />

überwiesen, „allerdings<br />

nur vorläufig und unter<br />

Vorbehalt“, schreibt der GKV.<br />

Bundesweit arbeiten 60 Prozent<br />

der Hebammen freiberuflich.<br />

Sie betreuen ein Viertel aller<br />

Geburten.<br />

In Bayern liegt der Prozentsatz<br />

deutlich höher, weil das Beleghebammensystem<br />

hier Tradition<br />

hat, wie in Weilheim und Schongau.<br />

Anderswo kündigen Kliniken<br />

festangestellten Hebammen, um<br />

Kosten zu sparen, und beschäftigen<br />

sie anschließend freiberuflich<br />

weiter. <strong>Das</strong> Risiko bei Komplikationen<br />

trägt dort dann die<br />

Hebamme. ts<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 51


<strong>Das</strong> Kurz-Interview im „altlandkreis“: FÜNF FRAGEN AN ...<br />

Petra Schuster — Hebamme aus Peiting<br />

Peiting | Seit 1992 arbeitet Petra Schuster<br />

als Hebamme, zusätzlich ist sie ausgebildete<br />

Heilpraktikerin. Mit Kollegin Andrea Reis<br />

führt sie die Peitinger Hebammenpraxis.<br />

„Früher habe ich mich viel intensiver mit Berufspolitik<br />

beschäftigt, heute fehlt mir da<strong>für</strong><br />

oft die Zeit“, sagt die 45-Jährige.<br />

17 Jahre lang begleitete die zweifache Mutter<br />

auch Hausgeburten, vor sechs Jahren<br />

hörte sie damit auf. Im Interview mit dem<br />

„altlandkreis“ gibt sie Einblicke in ihren<br />

Berufsstand.<br />

Petra Schuster, wenn früher im Schongauer<br />

Land von Hausgeburtsbegleitung die Rede<br />

war, fiel oft Ihr Name. Warum haben sie<br />

aufgehört?<br />

Es gab zwei Gründe: Erstens die immer<br />

weiter steigen<strong>den</strong> Haftpflichtprämien,<br />

und zweitens war die Dauerbereitschaft<br />

Tag und Nacht doch eine sehr große Belastung<br />

<strong>für</strong> mich und auch <strong>für</strong> meine Familie. Inzwischen<br />

bin ich als Hebamme ausschließlich in der<br />

Schwangeren- und Wochenbettbetreuung tätig.<br />

Was bedeutet der Hebammenberuf <strong>für</strong> Sie?<br />

Hebamme ist ein wunderbarer Beruf — das hat<br />

sich <strong>für</strong> mich auch nach 24-jähriger Berufstätigkeit<br />

nicht geändert. Es macht mir immer noch Freude,<br />

<strong>für</strong> die Gesundheit und das Wohlergehen der<br />

Frauen und ihrer Kinder zu sorgen, ihnen in der<br />

vielleicht intensivsten Lebensphase beizustehen.<br />

Und auch wenn unser Beruf politisch und monetär<br />

nicht die Wertschätzung bekommt, die er meines<br />

Erachtens verdient, so erleben wir Hebammen<br />

doch sehr viel Dankbarkeit von Seiten der Frauen.<br />

Hebammen wer<strong>den</strong> weniger, vor allem auf dem<br />

Land …<br />

Wir Hebammen spüren jetzt schon <strong>den</strong> Mangel.<br />

Hier in unserer Hebammenpraxis können wir seit<br />

circa zwei Jahren nicht mehr alle Frauen annehmen.<br />

Aber auch in Städten wird händeringend<br />

nach Hebammen gesucht. <strong>Das</strong> heißt, es findet<br />

jetzt schon nicht mehr jede Frau eine Hebamme<br />

<strong>für</strong> ihre Wochenbettbetreuung. <strong>Das</strong> ist wirklich ein<br />

großes Problem.<br />

Worin sehen Sie die Ursachen?<br />

Es gibt viele: Einmal die Haftpflichtprämien, die<br />

übrigens auch <strong>für</strong> freie Hebammen gestiegen sind,<br />

die keine Geburtshilfe machen. Ein weiterer Grund<br />

sind sicher die geringe Vergütung und die schlechten<br />

Arbeitsbedingungen bei gleichzeitig wahnsinnig<br />

großer Verantwortung.<br />

Früher nannten viele Mädchen Hebamme als<br />

Traumberuf …<br />

<strong>Das</strong> hat sich komplett verändert. Ich habe auch<br />

einen Lehrauftrag an einer Hebammenschule, wo<br />

es seit einigen Jahren deutlich weniger Bewerbungen<br />

gibt. Als ich 1989 in München gelernt habe,<br />

kamen 600 Bewerberinnen auf 16 Stellen. Heute<br />

verzeichnen viele Hebammenschulen einen massiven<br />

Rückgang. Die existentielle Not unseres Berufsstandes<br />

hat sich offenbar zu <strong>den</strong> potenziellen<br />

Interessentinnen durchgesprochen. Und immer<br />

mehr ausgebildete Hebammen bleiben nicht im<br />

Beruf, weil sie dieses System nicht mehr mittragen<br />

wollen und können. Doch bei allen Problemen:<br />

Hebamme ist ein sehr bereichernder Beruf, der —<br />

wie kürzlich eine Frau zu mir gesagt hat — zu <strong>den</strong><br />

<strong>für</strong> sie wichtigsten Berufen gehört. ts<br />

52 | der altlandkreis


Gewerbeschau in Steinga<strong>den</strong><br />

Ein Dorf präsentiert sich<br />

Steinga<strong>den</strong> | Wer am 23. oder 24.<br />

<strong>April</strong> Steinga<strong>den</strong> besucht, sollte<br />

sich nicht über die zahlreichen<br />

großen Gasballons wundern, die<br />

an diesem Wochenende das Ortsbild<br />

zieren. Grund <strong>für</strong> <strong>den</strong> ungewöhnlichen<br />

„Dorfschmuck“ ist<br />

die diesjährige Gewerbeschau.<br />

Am Zimmerstadel und auf dem<br />

Außengelände präsentieren sich<br />

zahlreiche Mitglieder des örtlichen<br />

Gewerbes, sowie Vereine und Verbände.<br />

Zusätzlich la<strong>den</strong> viele Betriebe<br />

im Zuge der Ausstellung zu<br />

einem Tag der offenen Tür in <strong>den</strong><br />

eigenen Räumlichkeiten ein. Diese<br />

sind <strong>für</strong> die Besucher gekennzeichnet<br />

— daher die Ballons. Ein<br />

kostenloser Shuttle-Service fährt<br />

regelmäßig die Stationen an, damit<br />

die Gäste entspannt zu <strong>den</strong><br />

teilnehmen<strong>den</strong> Firmen gelangen,<br />

einen detaillierten Einblick in das<br />

jeweilige Unternehmen bekommen<br />

— und wieder zurück zum<br />

Messegelände.<br />

Vorbereitungen noch<br />

nicht abgeschlossen<br />

Anz_ALK_<strong>2016</strong> 01.02.<strong>2016</strong><br />

Die intensiven Vorbereitungen lassen<br />

auf ein attraktives Programm<br />

hoffen, wenngleich die Planungen<br />

noch nicht abgeschlossen<br />

sind, wie Werner Böglmüller vom<br />

Gewerbeverband Steinga<strong>den</strong> erklärt:<br />

„Wir stecken noch mitten in<br />

<strong>den</strong> Vorbereitungen.“ Fest steht<br />

14:53 bereits, Uhr Seite dass sich 1 sonntags Feuerwehr,<br />

Bergwacht und Musikverein<br />

am Feuerwehrhaus vorstellen und<br />

über die Arbeit in <strong>den</strong> Vereinen<br />

informieren. „Bei schönem Wetter<br />

wird zudem rund um <strong>den</strong> Zimmerstadel<br />

einiges geboten sein“, so<br />

Böglmüller. Samstagabend lädt<br />

der Gewerbeverband alle teilnehmen<strong>den</strong><br />

Betriebe zum internen<br />

Unternehmerstammtisch in <strong>den</strong><br />

Stadel ein. Bei einem geselligen<br />

Abend stellen sich die Vereine <strong>den</strong><br />

Firmenvertretern vor.<br />

Rechtzeitig vor der Gewerbeschau<br />

informiert der Gewerbeverband<br />

auf einem Flyer und im Internet<br />

(www.gewerbeverband-steinga<strong>den</strong>.de)<br />

über das Programm.<br />

Die Ausstellung wird Samstag, 23.<br />

<strong>April</strong>, von 13 bis 18 Uhr geöffnet<br />

sein, Sonntag (24. <strong>April</strong>) von 10 bis<br />

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märz / april <strong>2016</strong> | 53


54 | der altlandkreis<br />

&


Bauen<br />

Wohnen<br />

Energie<br />

Aus dem Inhalt Seite<br />

Handwerker auf der Walz . . . . . . . . . . . . 56<br />

<strong>Pfaffenwinkel</strong> Gartenwinkel . . . . . . . . . . 58<br />

Ein Hauch von Lönneberga . . . . . . . . . . . . 61<br />

Mehr-Familien-Modell in Peiting . . . . . . 62<br />

Neuer Mittelpunkt in Denklingen . . . . . . 64<br />

Zum Thema Lüften . . . . . . . . . . . . . . . . . 69<br />

Bo<strong>den</strong>richtwerte . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70<br />

Baustoffhändler in der Region . . . . . . . . 72<br />

Die Kunstschmiede Spensberger . . . . . . . 80<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 55


Die „Handwerker auf der Walz“<br />

Auf <strong>den</strong> Spuren der Tradition<br />

<strong>Altlandkreis</strong> | Es ist ein uralter<br />

Brauch, der bis ins späte Mittelalter<br />

zurückreicht und bis heute<br />

nichts von seiner Tradition und<br />

Romantik eingebüßt hat: Handwerker<br />

auf der Walz. Um andere<br />

Regionen, Kulturen, aber vor allem<br />

verschie<strong>den</strong>e Arbeitsweisen<br />

in ihrem Fach kennenzulernen,<br />

zogen junge Handwerker seit dem<br />

12. Jahrhundert durchs Land. Vom<br />

Spätmittelalter bis Mitte des 18.<br />

Jahrhunderts war die Walz gar Voraussetzung<br />

<strong>für</strong> Gesellen, um die<br />

Meisterprüfung zu beginnen. Wie<br />

viele Reisende während der jeweiligen<br />

Zeit unterwegs waren, ist<br />

nicht genau bekannt. Die Anzahl<br />

unterlag schweren Schwankungen.<br />

Anfang des 20. Jahrhunderts<br />

bis Ende der 1920er-Jahre sollen<br />

Wandergesellen im vierstelligen<br />

Bereich auf der Walz gewesen<br />

sein. Im Zuge der Weltkriege ging<br />

die Zahl stark zurück, da viele junge<br />

Männer eingezogen wur<strong>den</strong>. In<br />

»»<br />

Ich unternehme meine Reisen weder,<br />

um zurückzukehren, noch, um ans Ziel<br />

zu kommen. Ich bin unterwegs, um<br />

unterwegs zu sein.<br />

(Montaigne, 1568)<br />

<strong>den</strong> Fünfzigern stieg das Interesse<br />

an der traditionellen Walz wieder,<br />

erreichte aber nie das Ausmaß wie<br />

zu <strong>den</strong> Anfängen des Jahrhunderts.<br />

Auf dem Roten Platz in Moskau mit<br />

Blick auf die Basilius-Kathedrale<br />

Doch auch heute sieht man sie<br />

noch durch Stadt und Land ziehen,<br />

die jungen Männer — und<br />

mittlerweile natürlich auch Frauen<br />

— in ihrer traditionellen Kluft:<br />

Mit kragenlosem Hemd, auch Staude<br />

genannt, darüber eine Samtoder<br />

Manchesterweste, mit acht<br />

Knöpfen aus Perlmutt besetzt, die<br />

in Form eines „Z“ angenäht sind.<br />

Sie symbolisieren die acht Stun<strong>den</strong><br />

Arbeit, die am Tag zu leisten<br />

sind. Dazu die sogenannte Ehrbarkeit<br />

— ein krawattenähnliches<br />

Stück, das mit einer gol<strong>den</strong>en<br />

Nadel am Hemd befestigt wird.<br />

Die Jacke, ebenfalls aus Samt oder<br />

Manchester, ist mit sechs Knöpfen<br />

besetzt, ein Symbol <strong>für</strong> die sechs<br />

Tage Arbeit in der Woche. Unter<br />

ihrer Schlaghose tragen Gesellen<br />

schwarze Schuhe oder Stiefel. Ein<br />

Ohrring mit dem Handwerkswappen<br />

kennzeichnet <strong>den</strong> wandern<strong>den</strong><br />

Lehrling. An der Zunftuhrkette befin<strong>den</strong><br />

sich Wappen jener Städte, in<br />

<strong>den</strong>en der Geselle gearbeitet hat.<br />

Wichtiger Begleiter auf der Reise<br />

ist der Charlottenburger, ein Tuch,<br />

in dem Wechselwäsche, Zahnbürste<br />

und Werkzeug verstaut wird. Auf<br />

<strong>den</strong> gekonnt geknoteten, mit Wappen<br />

bedruckten Stoff kommt obendrauf<br />

noch der Schlafsack. Weitere<br />

Utensilien sind der Stenz, eine Art<br />

gewun<strong>den</strong>er Wanderstab, und das<br />

Wanderbuch. Und natürlich der<br />

charakteristische Hut, entweder<br />

Schlapphut, Zylinder oder Melone,<br />

der seinen Träger als frei bezeichnet.<br />

Derart hatte sich auch der<br />

damals 21-jährige Pöckinger Toni<br />

gekleidet, als er im Herbst 2005<br />

zum Abenteuer „Walz“ aufbrach.<br />

Er gehört zu <strong>den</strong> rechtschaffenen<br />

frem<strong>den</strong> Gesellen, erkennbar an<br />

der schwarzen Ehrbarkeit und<br />

Biesen an seiner Kluft. Es existieren<br />

verschie<strong>den</strong>e Gesellenvereinigungen,<br />

auch Schächte genannt,<br />

wie etwa die Rolandsbrüder, Freiheitsbrüder<br />

oder Vogtländer. „Ein<br />

Aufbruch ins Ungewisse“, wie Toni<br />

rückblickend berichtet.<br />

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56 | der altlandkreis<br />

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Die „Walz“ führte Toni auch in einen Zimmereibetrieb im fernen Japan.<br />

Mindestens sechs Wochen vor Reiseantritt<br />

bekommen die Wandergesellen<br />

ihre Ehrbarkeit ans Revers<br />

gesteckt. Genügend Zeit also,<br />

um alle Regeln und Statuten noch<br />

zu lernen. Nach der Gesellenprüfung<br />

spricht der Meister <strong>den</strong> Lehrling<br />

traditionell vor <strong>den</strong> Augen der<br />

Kamera<strong>den</strong> frei, wenn sich dieser<br />

redlich, fromm, treu, gottes<strong>für</strong>ch-<br />

Heimgekehrt!<br />

tig und ehrliebend gezeigt hat.<br />

Nachdem Toni verabschiedet wurde,<br />

ging es los, zurückschauen ist<br />

untersagt.<br />

Um auf die Walz gehen zu dürfen,<br />

muss man unter 30 Jahre, nicht<br />

vorbestraft, ledig sowie schul<strong>den</strong>frei<br />

sein und darf keine Kinder haben.<br />

„Ein Handy und ein eigenes<br />

Auto sind verboten“, erklärt Toni.<br />

Die Reisezeit beträgt mindestens<br />

drei Jahre und einen Tag, nach<br />

obenhin sind dabei keine Grenzen<br />

gesetzt. 50 Kilometer rund um <strong>den</strong><br />

Heimatort befindet sich die Bannmeile,<br />

der sich ein Wandergeselle<br />

in seiner Zeit auf der Walz nicht<br />

nähern darf. Ausnahmen sind extreme<br />

Notlagen wie Krankheit oder<br />

Tod eines Angehörigen. Während<br />

der Wanderschaft darf man zudem<br />

nicht länger als vier Monate reisen<br />

und nicht länger als sechs Monate<br />

in einem Betrieb oder privat arbeiten.<br />

Jede Gesellenvereinigung hat ihre<br />

eigenen Statuten. Für Toni war es<br />

selbstverständlich, diese einzuhalten.<br />

„Wenn man sich auf die Walz<br />

einlässt und in einer Gesellenvereinigung<br />

ist, ist klar, dass man sich<br />

an die Regeln hält“, spricht Toni<br />

<strong>den</strong> Umstand an, bei schlimmen<br />

Verstößen seine Markenzeichen,<br />

die Ehrbarkeit und Biesen an seiner<br />

Kluft, zu verlieren. Die vielen<br />

Regeln der einzelnen Schächte sind<br />

oftmals geheim. Nur einige davon<br />

sind bekannt, wie etwa, dass kein<br />

Geld <strong>für</strong>s Schlafen oder Reisen<br />

ausgegeben wer<strong>den</strong> darf, weswegen<br />

sie meist zu Fuß oder per<br />

Anhalter „tippeln“. Viele Statuten<br />

wer<strong>den</strong> vor allem mündlich überliefert,<br />

kaum eine Vereinigung hält<br />

alle schriftlich fest. Für Außenstehende<br />

ist es eben das Geheimnisvolle,<br />

was <strong>den</strong> Brauch so spannend<br />

macht. In Kluft mit frem<strong>den</strong> Menschen<br />

ins Gespräch zu kommen, sei<br />

auch daher kein Problem.<br />

Tonis Wanderbuch zieren unzählige<br />

Arbeitszeugnisse und Stempel<br />

der Städte und Dörfer, in <strong>den</strong>en<br />

er war. <strong>Das</strong> erste Jahr auf Wanderschaft<br />

verbrachte er, wie bei <strong>den</strong><br />

rechtschaffenen frem<strong>den</strong> Gesellen<br />

üblich, im deutschsprachigen<br />

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Raum. Er arbeitete bei Frankfurt,<br />

in der Nähe von Erfurt und in<br />

Dres<strong>den</strong>. Danach ging es<br />

LEschleweg<br />

mit zwei<br />

www.baus<br />

Kamera<strong>den</strong> <strong>für</strong> sieben Monate<br />

Materialien <strong>für</strong>:<br />

nach Neuseeland und Australien.<br />

iefbau<br />

Rohbau<br />

Tiefbau Ro<br />

baustoffeInnenausbau<br />

Inne<br />

Dachbaustoffe<br />

richtungen<br />

Aussenanlagen Ausse<br />

Baueinrichtungen<br />

»»<br />

Wenn der Postbote dich mit Namen grüßt<br />

und der Nachbarshund nicht mehr bellt —<br />

dann ist es Zeit, weiterzuziehen.<br />

rhaben!<br />

Nach einer kurzzeitigen Rückkehr<br />

nach Deutschland zog es ihn wieder<br />

in die Ferne. Wiederum mit<br />

zwei Reisekamera<strong>den</strong> kam er über<br />

Polen, Litauen, Lettland, Estland<br />

und Russland mit der Transsibirischen<br />

Eisenbahn in die Mongolei,<br />

nach China und mit der Fähre<br />

schließlich nach Japan. Dort reiste<br />

Toni fünf Monate und arbeitete<br />

in einem der besten Zimmereibetriebe<br />

Japans <strong>für</strong> Schrein- und<br />

Tempelbau. Nach vier Jahren und<br />

einem Tag ist er wieder zurückgekehrt<br />

in seinen Heimatort, mit<br />

reichlich Erfahrungen und Geschichten<br />

im Gepäck — und als<br />

Reisender. So wird ein Geselle<br />

bezeichnet, der mindestens drei<br />

Jahre und einen Tag unterwegs<br />

war. Der Tradition ist er auch in<br />

heimatlichen Gefil<strong>den</strong> gefolgt,<br />

schließlich hat er — ganz der Reihe<br />

nach — seinen Meisterbrief längst<br />

in der Tasche. <br />

tis<br />

Alle Materialien <strong>für</strong> Ihr Bauvorhaben!<br />

Alle<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 57


<strong>Das</strong> neue Netzwerk „<strong>Pfaffenwinkel</strong> Gartenwinkel“<br />

Wissen soll zusammenwachsen<br />

Schongau | Was gedeiht am besten<br />

in einem Garten im <strong>Altlandkreis</strong>?<br />

Wo sind geeignete Pflanzen zu<br />

bekommen, wie Beete zu arrangieren?<br />

Antworten auf solche und<br />

viele andere Fragen will Heike<br />

Grosser mit ihrem neuen Netzwerk<br />

„<strong>Pfaffenwinkel</strong> Gartenwinkel“ geben.<br />

Und darüber hinaus einen<br />

intensiven Austausch von Wissen,<br />

Ideen und Anregungen anstoßen.<br />

Ziel der Kreisfachberaterin <strong>für</strong><br />

Gartenkultur und Landespflege<br />

ist einmal, vorhan<strong>den</strong>e „Schätze<br />

zu bewahren“. Vor allem aber die<br />

Öffentlichkeit aufmerksam zu machen<br />

auf die „vielen kleinen Geheimnisse<br />

vor der Haustür“. Nur<br />

soll bekannter wer<strong>den</strong>, wo sie zu<br />

fin<strong>den</strong> sind. Und außerdem, was<br />

hier wächst, was heimisch ist, was<br />

jeder <strong>für</strong> <strong>den</strong> eigenen Garten nutzen<br />

kann. Für 2017 ist eine Gartenwinkel-Route<br />

<strong>für</strong> Radfahrer angedacht<br />

und ein „Erlebnispaket“ <strong>für</strong><br />

Reisegruppen und Touristen.<br />

Stand Februar <strong>2016</strong> bringen sich<br />

20 Beteiligte ins Netzwerk ein<br />

— Gärtnereien, private Gartenbesitzer<br />

und Initiativen, die sich<br />

der Pflege vorhan<strong>den</strong>er oder der<br />

Wiederherstellung historischer<br />

Parkanlagen verschrieben haben.<br />

Sie alle soll ab<br />

<strong>April</strong> ein gemeinsamer<br />

Handzettel vorstellen, an<br />

dem Grosser arbeitet. Denn<br />

wie die Parks und Gärtnereien<br />

sind auch die Privatgärten<br />

<strong>für</strong> Besucher informativ und<br />

zugänglich — nicht nur an<br />

besonderen Aktionstagen,<br />

sondern auf Anfrage auch<br />

bei Führungen.<br />

Pflanzliche Vielfalt<br />

in <strong>den</strong> Privatgärten<br />

Nur ein Beispiel ist die 3 000<br />

Quadratmeter große ländliche<br />

Gartenanlage mit altem<br />

Baumbestand und Obstgarten<br />

am Bruggerhof zwischen<br />

Böbing und Peißenberg.<br />

Gräfin Angelika von Courten<br />

kultiviert hier regionale<br />

Nutz- und Zierpflanzen, Gemüse,<br />

Stau<strong>den</strong> oder aus der<br />

Mode gekommene Schönheiten,<br />

über die sie jede Menge<br />

zu erzählen weiß. Mit 150 Rosensorten<br />

und über 60 Clematis wartet<br />

Roberta Leimbach in ihrem<br />

Garten in Steinga<strong>den</strong> auf. Gleich<br />

in der Nachbarschaft bringt auch<br />

die Familie Böglmüller ihren<br />

privaten „Gartenwinkel“ mit ein,<br />

Werner Böglmüller dokumentierte<br />

2015 außerdem die jeweiligen<br />

Der Klostergarten St. Johannes vor dem Welfenmünster in Steinga<strong>den</strong><br />

Schönheiten der Gärten mit der<br />

Kamera.<br />

In Rottenbuch hat Barbara Landerer<br />

die Aktivitäten rund um ihren<br />

Privatgarten, <strong>den</strong> Grosser als <strong>den</strong><br />

„motivreichsten“ im Netzwerk<br />

beschreibt, mit „Gartenglück und<br />

Apfelreich“ überschrieben. Hier<br />

bietet sie Führungen an, auch<br />

über Streuobstwiesen, dazu Vor-<br />

träge und Kurse, Apfel- und Birnensaft,<br />

Honig, Wild und Obst.<br />

<strong>Das</strong> Gartenwissen der<br />

Mönche und Römer<br />

Natürlich dürfen im <strong>Pfaffenwinkel</strong><br />

die Kloster- und Pfarrgärten, das<br />

althergebrachte Wissen der Mönche<br />

und Geistlichen um Nutz- und<br />

58 | der altlandkreis


Die Gartenanlage mit altem Baumbestand und Obstgarten am Bruggerhof zwischen Böbing und Peißenberg<br />

Heilkräuter oder Symbolpflanzen<br />

nicht fehlen. Aufgegriffen und thematisiert<br />

wird dies im St. Johannes-Garten<br />

vor dem Steinga<strong>den</strong>er<br />

Kloster oder, noch weiter zurückreichend<br />

bis zu <strong>den</strong> Römern, im<br />

Kräuterlehrgarten der Villa Rustica<br />

in Peiting. Gar „Gartenschaucharakter“<br />

spricht Grosser dem<br />

Diakoniedorf Herzogsägmühle zu<br />

— einmal wegen <strong>den</strong> Gärtnereien,<br />

aber auch mit dem selbst <strong>für</strong><br />

Blinde oder Rollstuhlfahrer geeigneten<br />

„Sinnespfad“, der immer<br />

mehr wächst, und anderen barrierefreien<br />

Pflanzungen und Anlagen<br />

im Ort.<br />

<strong>Das</strong> Netzwerk sei „kein fester<br />

Kreis“ unterstreicht Heike Grosser:<br />

„Jeder der mitmachen will,<br />

kann sich einbringen, wem es<br />

zu viel wird, der kann auch wieder<br />

aussteigen.“ Und, ergänzt die<br />

Fachberaterin, Engagierte sollen<br />

„durchaus auch Geld verdienen,<br />

nicht nur ehrenamtlich wirken —<br />

wichtig ist mir die Mischung“. Die<br />

„Blumenschule Schongau“ gehört<br />

deshalb auch zum Netzwerk. Sabine<br />

Friesch vereint an der Augsburger<br />

Straße das Pflanzenangebot<br />

ihrer Gärtnerei und ein Café unter<br />

einem Dach und bietet von <strong>März</strong><br />

bis Dezember unterschiedlichste<br />

Kurse an, etwa Gestalten mit<br />

Pflanzen oder zum Räuchern von<br />

Kräutern. Ein zweites Gartenwinkel-Café<br />

ist der „Paradieshof“ von<br />

Melanie Kleider in Forst, bei ihr<br />

soll im Herbst das nächste Netzwerk-Treffen<br />

stattfin<strong>den</strong>.<br />

Aktionstage während<br />

des Sommers<br />

Jeweils zehn Gärten beteiligen<br />

sich bis dahin an drei Aktions-<br />

Sonntagen. Termine online unter<br />

www.pfaffenwinkel-gartenwinkel.de<br />

(die Website wird aktuell aufgebaut).<br />

<br />

ts<br />

Der Schaugarten<br />

in Seeshaupt<br />

Der Schaugarten<br />

in Seeshaupt<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 59


Der „Neue Schächen“ in Hohenpeißenberg<br />

Traumhaft Wohnen und Arbeiten<br />

In Mitten des Ortes entstehen 29 wunderschöne,<br />

exklusive und barrierefreie Wohnungen.<br />

Drei moderne Gebäude bieten nicht nur<br />

Wohnraum sondern beheimaten auch Arzt,<br />

Bank, Bäcker und Metzger.<br />

Zum Beispiel:<br />

HAUS 1<br />

WOHNUNG 1.8<br />

IM 2. OBERGESCHOSS<br />

Wohnfläche: 88,81 m 2<br />

KAUFPREIS: 277.137,00 Euro<br />

TG-STELLPLATZ: 17.500,00 Euro<br />

HAUS 3<br />

WOHNUNG 3.5<br />

IM 1. OBERGESCHOSS<br />

Wohnfläche: 60,32 m 2<br />

KAUFPREIS: 194.756,00 Euro<br />

TG-STELLPLATZ: 17.500,00 Euro<br />

Energiewerte wer<strong>den</strong> noch berechnet.<br />

Wir eröffnen Freiräume<br />

60 | der altlandkreis<br />

www.haseitlbau.de<br />

M. HASEITL<br />

M. HASEITL<br />

Wohnbau und Projektentwicklung<br />

Schächen Hohenpeißenberg GmbH<br />

Dießener Straße 12<br />

86956 Schongau<br />

Tel. 08861-2351-65


Warum die „altlandkreis“-Büros hinter roten Brettern liegen<br />

Ein Hauch von Lönneberga im <strong>Altlandkreis</strong><br />

Birkland | Wer die Macher dieses<br />

<strong>Magazin</strong>s in ihren Büros besucht<br />

und ein schickes Bürogebäude<br />

erwartet, wird jäh enttäuscht. Die<br />

gesamte Mannschaft ist in einem<br />

ehemaligen Bauernhof mitten in<br />

Birkland beheimatet, dessen Tenne<br />

zu Büros umgebaut wurde. Von<br />

außen erstrahlt das Gebäude über<br />

und über in einem herrlichen Rotton,<br />

<strong>den</strong> man von irgendwo her<br />

zu kennen glaubt. Schwe<strong>den</strong> —<br />

das war’s, woran man erinnert<br />

wird. Die Häuser aus der Kinderserie<br />

„Michel aus Lönneberga“ sind<br />

gleichermaßen in dieser Farbe gestrichen,<br />

wie auch ein Großteil der<br />

schwedischen Holzhäuser überhaupt.<br />

„Schwe<strong>den</strong>rot“, so heißt<br />

zwar leicht mal eine Farbe, aber<br />

diese hier hat’s in sich. Als der Hof<br />

renoviert wurde, entschied sich<br />

Herausgeber Peter<br />

Ostenrieder<br />

ganz bewusst<br />

<strong>für</strong> diese Farbe,<br />

die aus<br />

der schwedischen Stadt Falun<br />

kommt. Seit dem 16. Jahrhundert<br />

wurde in Falun der Abraum der<br />

Kupfermine zur Gewinnung des<br />

Pigments „Falunrot“ verwendet,<br />

da es <strong>den</strong> schwedischen Holzhäusern<br />

beim Anstrich <strong>den</strong> Anschein<br />

von Backsteingebäu<strong>den</strong> — wie bei<br />

<strong>den</strong> wohlhabenderen Mitteleuropäern<br />

— gab. Über die Jahrhunderte<br />

entwickelte sich Falunrot in<br />

Schwe<strong>den</strong> zur „National-Hausfarbe“,<br />

was aber auch durchaus ganz<br />

praktische Gründe hat.<br />

Sägerauhes Holz<br />

ist notwendig<br />

Grundsätzlich die beste Wirkung<br />

mit Falunrot (geschützter Markenname<br />

„Falurödfärg“) erzielt man<br />

auf sägerauhem, unbehandeltem<br />

Holz. Durch <strong>den</strong> hohen Anteil an<br />

natürlicher Kieselsäure,<br />

Eisenvitriol, Eisenoxid und<br />

Silikaten aus Aluminium, Zink,<br />

Kupfer und Blei wirkt die Farbe<br />

konservierend auf das Holz. Ein Liter<br />

Farbe reicht zum Streichen von<br />

etwa drei bis vier Quadratmetern<br />

Holz.<br />

Neben der Anwendung auf frischem,<br />

ungehobeltem Holz eignet<br />

sich Falunrot auch ideal zum<br />

Streichen von bereits verwittertem<br />

Holz. Auch bei diesem tritt nach<br />

dem Streichen die konservierende<br />

Wirkung ein. Bei Lärchen- oder<br />

Douglasienholz soll man sogar<br />

bewusst erst nach zwei Jahren<br />

Verwitterung mit dieser Farbe arbeiten.<br />

„Neben <strong>den</strong> wirklich überzeugen<strong>den</strong><br />

Eigenschaften dieser<br />

Farbe war auch das matte Erscheinungsbild<br />

<strong>für</strong> mich ein<br />

schlagendes Argument <strong>für</strong> die<br />

Gestaltung unseres Gebäudes“, so<br />

„altlandkreis“-Chef Peter Ostenrieder.<br />

Ein interessanter Nebeneffekt<br />

der hohen Metallanteile<br />

in der Farbe ist, dass der Farbton<br />

je nach Wetterlage und Luftfeuchtigkeit<br />

unterschiedlich wirkt. Mal<br />

etwas mehr ins Rot, mal etwas<br />

mehr ins Braun. Diese positiven<br />

Effekte erreicht der Bauherr aber<br />

nur mit der original Schlammfarbe<br />

aus Schwe<strong>den</strong>, alleine der<br />

Farbton einer Standardfarbe genügt<br />

hier<strong>für</strong> nicht.<br />

Nicht geeignet <strong>für</strong><br />

Innenräume<br />

Aufgrund der Bestandteile<br />

der Farbe und ihres Abriebverhalten<br />

(Schlammfarbe ist<br />

auf Holz nicht abriebfest) ist<br />

Falunrot jedoch keinesfalls <strong>für</strong><br />

Innenräume, Bö<strong>den</strong> oder etwa<br />

Spielgeräte geeignet. An Gebäudefassa<strong>den</strong><br />

aber hat man<br />

umso mehr Freude daran —<br />

die Farbe muss üblicherweise<br />

erst nach etwa zehn bis zwölf<br />

Jahren wieder nachgestrichen<br />

wer<strong>den</strong>. tis<br />

Bekannt aus der schwedischen<br />

Fernsehserie:<br />

<strong>Das</strong> Zuhause des kleinen<br />

Michel aus Lönneberga<br />

Hier in Birkland entsteht der „altlandkreis“<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 61


NATUR<br />

PUR<br />

HOLZHAUSBAU<br />

„Mehr-Familien-Modell“ und Baulanderschließung<br />

Peiting erwartet ab 2017<br />

einen Wohnbau-Boom<br />

So geht Holzbau heute<br />

Sonnleitner ist Spezialist im ökologischen Holzhausbau.<br />

Bauherren wer<strong>den</strong> nach einem ganzheitlichen<br />

Konzept begleitet: baubiologisch, individuell,<br />

umfassend und in kurzer Zeit. Jedes Sonnleitnerhaus<br />

ist ein Unikat, das mit hohem Massivholzanteil<br />

gefertigt wird. Einen Großteil der energieeffi zienten<br />

Holzhäuser übergibt Sonnleitner mehr als schlüsselfertig<br />

- inklusive maßgefertigtem Mobiliar aus<br />

eigener Meisterwerkstätte.<br />

Besuchen Sie uns in der<br />

Niederlassung Eresing<br />

und erleben Sie das angenehme<br />

Wohnklima eines<br />

Holzhauses.<br />

Nutzen Sie die Möglichkeit zur persönlichen Fachberatung<br />

über Holzhausbau, Baubiologie, Energieeffi<br />

zienz und moderne Wohnbauplanung.<br />

Um Terminvereinbarung wird gebeten.<br />

richtig gut bauen - seit über 45 Jahren<br />

Sonnleitner-Niederlassung Eresing<br />

Frietingerstr. 1 | D-86922 Eresing<br />

Tel. 08193 9386-41 | Fax DW -50<br />

eresing@sonnleitner.de | www.sonnleitner.de<br />

Peiting | Die Marktgemeinde steht<br />

vor einem Bauboom bei Eigenheimen<br />

ab dem Jahr 2017. Als<br />

Bürgermeister Michael Asam<br />

Mitte Februar auf Nachfrage<br />

der „altlandkreis“-Redaktion im<br />

Marktbauamt bei Stefan Kort die<br />

neusten Zahlen einholte, war er<br />

selbst perplex: „120 Interessenten<br />

— Wahnsinn!“ entfuhr es dem<br />

erstaunten Rathauschef. Denn die<br />

Zahl derer, die in Peiting gerne ein<br />

Baugrundstück erwerben wür<strong>den</strong>,<br />

hat sich innerhalb von nicht einmal<br />

einem halben Jahr verdoppelt. Als<br />

der Gemeinderat im Herbst 2015<br />

<strong>den</strong> Beschluss gefasst hatte, <strong>für</strong> die<br />

Basiliwiese einen Bebauungsplan<br />

aufzustellen und so Raum <strong>für</strong> etwa<br />

40 Grundstücke nahe der Ortsmitte<br />

zu schaffen, war noch von 60 Bauwerbern<br />

die Rede gewesen.<br />

Eine der Ursachen ist, dass die<br />

Gemeinde das frühere Einheimischen-Modell<br />

modifiziert hat. Dies<br />

laut Asam einmal im Vorgriff darauf,<br />

dass ein EU-Verfahren dessen<br />

Rechtmäßigkeit in Zweifel zieht.<br />

Aber auch, um „eine Öffnung <strong>für</strong><br />

alle Bürgerinnen und Bürger zu<br />

schaffen“, die in Peiting bauen<br />

wollen. Grundstücke <strong>für</strong><br />

Wohnhäuser will<br />

die Gemeinde nun verfügbar machen<br />

mit ihrem „Mehr-Familien-<br />

Modell“, das prozentuale Vergünstigungen<br />

<strong>für</strong> Käufer vorsieht.<br />

Die Wohnzeit wird auch<br />

gestückelt berechnet<br />

Im Detail gibt es — abhängig von<br />

entweder der Wohn- oder der<br />

Beschäftigungszeit in der Marktgemeinde<br />

— eine Ermäßigung auf<br />

<strong>den</strong> Basis-Grundstückspreis: Wer<br />

fünf Jahre seinen ersten Wohnsitz<br />

nach dem Melderecht in Peiting<br />

hatte, bekommt fünf Prozent Rabatt,<br />

bei zehn Jahren sind es zehn<br />

Prozent.<br />

Die gleiche Staffelung gilt <strong>für</strong><br />

Personen mit einer Arbeitsstelle<br />

im Ort. <strong>Das</strong> Modell ist nicht nur<br />

<strong>für</strong> Auswärtige gedacht, sondern<br />

greift genauso bei Einheimischen:<br />

„Keiner wird übervorteilt“, betont<br />

Asam. Und er präzisiert ergänzend,<br />

dass Wohn- und Beschäftigungszeit<br />

nicht am Stück berechnet wer<strong>den</strong>.<br />

Unterbricht etwa ein Peitinger<br />

Gymnasiast <strong>den</strong> Aufenthalt in seiner<br />

Heimatgemeinde <strong>für</strong>s Studium<br />

und kehrt anschließend bauwillig<br />

zurück, wird ihm die Kindheit in<br />

Peiting ebenso angerechnet.<br />

„Die zeitweise Abwesenheit ist somit<br />

kein Nachteil“, sagt Asam.<br />

Apropos Kinder: Damit das „Mehr-<br />

Familien-Modell“ seinem Namen<br />

gerecht wird, gibt es auf <strong>den</strong><br />

Basis-Grundstückspreis noch eine<br />

zweite Rabattierung: „Für jedes<br />

kindergeldberechtigte Kind unter<br />

18 Jahren, das in häuslicher Gemeinschaft<br />

mit <strong>den</strong> Eltern lebt,<br />

kommt eine Kinderermäßigung<br />

dazu“, erklärt Asam — noch einmal<br />

fünf Prozent. In <strong>den</strong> Genuss<br />

dieses Rabatts kommen übrigens<br />

auch Familien, die von auswärts<br />

zuziehen: Ein Ehepaar mit vier Kindern<br />

spart beim Grunderwerb satte<br />

20 Prozent. Und bei Kindern, die<br />

eine Beeinträchtigung von über 50<br />

Prozent mit einem Schwerbehindertenausweis<br />

nachweisen, liegt<br />

die Vergünstigung gar bei zehn<br />

Prozent. Nach <strong>den</strong> Bo<strong>den</strong>richtwerten<br />

des Gutachterausschusses im<br />

Landratsamt (siehe dazu auch S.<br />

70) liegt der Quadratmeterpreis <strong>für</strong><br />

Wohnbaugrund in Peiting aktuell<br />

zwischen 180 und 200 Euro.<br />

Allerdings greift das Modell erst,<br />

wenn tatsächlich wieder Grundstücke<br />

verfügbar sind. „Beim Bauland<br />

ist zurzeit nichts mehr da“, räumt<br />

Asam ein. Die Basiliwiese zwischen<br />

dem Peitinger Mühlbach am Wellenfreibad<br />

und der Füssener Straße<br />

sei daher nur ein erster Schritt.<br />

<strong>Das</strong>s dort die ersten<br />

erschlossenen Grundstücke<br />

verkauft wer<strong>den</strong><br />

können, erwartet<br />

der Bürgermeister <strong>für</strong><br />

<strong>den</strong> Herbst 2017. Parallel<br />

dazu führt er Gespräche<br />

62 | der altlandkreis


Dein Bo<strong>den</strong>,<br />

Dein Stil.<br />

Sei wählerisch!<br />

Bö<strong>den</strong> vom Holzfachmarkt<br />

Parkett<br />

Massivholzbö<strong>den</strong><br />

Vinylbö<strong>den</strong><br />

Laminat<br />

Korkbö<strong>den</strong><br />

Auf der Basiliwiese nahe der Ortsmitte sollen ab Herbst 2017 die ersten<br />

Wohnbaugrundstücke verkauft wer<strong>den</strong>, rechts unten ist das Peitinger<br />

Wellenfreibad zu erkennen.<br />

über <strong>den</strong> Erwerb eines Grundstückes<br />

durch die Gemeinde an der<br />

Drosselstraße. Im <strong>April</strong> solle der<br />

Gemeinderat darüber beschließen.<br />

„Außerdem entsteht eine kleinere<br />

Anzahl an Grundstücken <strong>für</strong> <strong>den</strong><br />

Eigenheimbau auf dem ehemaligen<br />

Bundeswehrgelände an der<br />

Bahnhofstraße“, ergänzt Asam.<br />

Für diesen Standort führe die Gemeinde<br />

außerdem im Moment Gespräche<br />

mit drei Bauträgern über<br />

die Errichtung von 45 bis 55 Mietwohneinheiten.<br />

Konkretes wolle er<br />

ebenfalls im <strong>April</strong> vorstellen, der<br />

Baubeginn ist auch <strong>für</strong> 2017 angepeilt.<br />

Auch uninteressante<br />

Grundstücke sind weg<br />

Der akute Handlungsbedarf resultiert<br />

einerseits aus <strong>den</strong> eingangs<br />

erwähnten 120 konkreten Anfragen<br />

von Bauinteressierten. Hinzu<br />

kommt aber auch der psychologische<br />

Faktor: „Wenn einige junge<br />

Bürgerinnen und Bürger bauen<br />

möchten, ist es einfach schade,<br />

wenn ich sie dezidiert aufklären<br />

muss, dass wir nichts haben“,<br />

unterstreicht Asam. Der aktuelle<br />

Engpass „war nicht absehbar, die<br />

Finanzpolitik und der Billigzins haben<br />

uns überrollt, so etwas habe<br />

ich noch nie erlebt und ich bin<br />

schon 20 Jahre im Geschäft“, blickt<br />

der Rathauschef zurück. Denn<br />

während „früher Bauland jahrelang<br />

leergestan<strong>den</strong> hat, gingen in<br />

<strong>den</strong> letzten Jahren auch eher uninteressante<br />

Grundstücke weg“.<br />

Ein weiteres Problem ist, dass die<br />

Gemeinde innerorts keine Grundstücke<br />

besitzt „und wir nicht immer<br />

weiter hinaus auf die grüne Wiese<br />

wollen“, betont Asam. Bauplätze,<br />

die verfügbar wären, befän<strong>den</strong> sich<br />

fast ausschließlich in Privatbesitz,<br />

seien im Moment „mehr wert als<br />

Sparbücher“ und wür<strong>den</strong> innerfamiliär<br />

von der nächsten Generation<br />

genutzt. Deshalb finde „schon<br />

einiges an Nachverdichtung statt“<br />

und die Gemeinde sei „bewusst<br />

großzügig in der Auslegung einer<br />

Bebaubarkeit“. Nur ein Beispiel<br />

ist das genossenschaftliche Projekt<br />

an der Ammergauer Straße beim<br />

„Dragoner“ (siehe S. 82). Beim<br />

Wohnungsbau bemüht sich die Politik<br />

in der Marktgemeinde augenscheinlich<br />

aktiv, das Heft wieder in<br />

die Hand zu nehmen. <br />

ts<br />

Parkett<br />

Landhausdiele Eiche<br />

rustikal, gebürstet, natur geölt 14 mm<br />

SONDERPREIS €/m 2 44,95<br />

Ausstellung und<br />

persönliche Beratung<br />

HolzLand Schweizer GmbH<br />

Wanderhofstraße 1<br />

86971 Peiting<br />

Tel. 0 88 61/25 24 - 0<br />

info@holzland-schweizer.de<br />

www.holzland-schweizer.de<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 63


Die Pläne <strong>für</strong> das Bürger- und Vereinszentrum<br />

Der neue Mittelpunkt der<br />

Gemeinde Denklingen<br />

Ihr Partner<br />

in Sachen<br />

Glas & Rahmen<br />

64 | der altlandkreis<br />

- Kunstglaserei<br />

- Reparaturdienst<br />

- Glasdächer<br />

- Spiegel-Studio<br />

- Bilderrahmen-Atelier<br />

- Ganzglasduschen<br />

Denklingen | Leben wollen<br />

die Denklinger wieder<br />

ins Dorf bringen,<br />

das soziale Miteinander<br />

und <strong>den</strong> Zusammenhalt<br />

stärken. Dazu soll ein<br />

Bürger- und Vereinszentrum<br />

im Sü<strong>den</strong> des Dorfes<br />

entstehen, in dem<br />

eine Gaststätte und vier<br />

Vereine untergebracht<br />

wer<strong>den</strong>, ein großer Veranstaltungssaal<br />

und drei<br />

Sportplätze vorgesehen<br />

sind.<br />

Seit vielen Jahren war<br />

der Musikverein auf der<br />

Suche nach einem neuen Proberaum,<br />

<strong>den</strong>n das 48 Quadratmeter<br />

große Häuschen in der Menhofer<br />

Straße platzt <strong>für</strong> die mittlerweile<br />

44 Musiker aus allen Nähten. Noch<br />

dazu diente der Proberaum auch<br />

als Treffpunkt <strong>für</strong> die Landjugend.<br />

Zusammen mit dem VfL war man<br />

schon kurz vor der Realisierung<br />

eines neuen Vereinsgebäudes am<br />

Sportgelände Richtung Dienhausen<br />

gestan<strong>den</strong> und die Gemeinde in<br />

die Planungen <strong>für</strong> eine komplette<br />

Umwandlung der Mehrzweckhalle<br />

vertieft, in deren Keller der Schützenverein<br />

seine beengte Bleibe<br />

hat.<br />

Gemeinsam etwas<br />

Neues anpacken<br />

Doch dann konnte der neue Bürgermeister<br />

Michael Kießling zwölf<br />

Hektar landwirtschaftliche Fläche<br />

direkt am südlichen Ortsrand sichern.<br />

Er bot <strong>den</strong> Vereinen an,<br />

Denklingens Bürgermeister Michael Kießling sitzt über<br />

<strong>den</strong> Plänen <strong>für</strong> das neue Bürger- und Vereinszentrum.<br />

gemeinsam etwas Neues anzupacken.<br />

„In der Summe wird das<br />

Bürger- und Vereinszentrum nicht<br />

viel mehr kosten, als die vorher<br />

geplanten Lösungen“, stellt Helmut<br />

Maier dazu fest, der als Vertreter<br />

der Vereine in <strong>den</strong> bisherigen Entscheidungsprozess<br />

integriert war.<br />

Aufgrund kalkulierter Kosten von<br />

rund zehn Millionen Euro ist die<br />

Gemeinde Denklingen als Bauherr<br />

verpflichtet, europaweit auszuschreiben.<br />

Dazu wurde ein Planungswettbewerb<br />

initiiert, <strong>für</strong> <strong>den</strong><br />

nach einer ersten Sondierung 16<br />

Architekturbüros ihre konkreten<br />

Vorschläge abgeben durften. „Voraussetzung<br />

war immer ein Planungsduo<br />

aus Hochbau und Landschaftsbau“,<br />

ergänzt Bürgermeister<br />

Michael Kießling.<br />

<strong>Das</strong> Preisgericht aus Vertretern der<br />

Vereine und der Kommune unter<br />

dem Vorsitz von Professor Sebastian<br />

Zöppritz entschied sich <strong>für</strong> <strong>den</strong><br />

Entwurf der Architekten Kaiser +<br />

Ney in Zusammenarbeit<br />

mit der HKK<br />

Landschaftsarchitektur<br />

GmbH aus Frankfurt.<br />

Dann ging es weiter<br />

in das Verhandlungsverfahren,<br />

wo Details<br />

abgesteckt wur<strong>den</strong><br />

und sich der zweite<br />

Preisträger, die Köhler<br />

Architekten und<br />

beratende Ingenieure<br />

GmbH aus Gauting mit<br />

<strong>den</strong> Landschaftsarchitekten<br />

die-grille.net<br />

aus Penzberg besser<br />

behaupten konnten.<br />

Damit hat der Gemeinderat nun<br />

dem zweiten Wettbewerbs-Sieger<br />

<strong>den</strong> konkreten Planungsauftrag<br />

erteilt.<br />

Großzügige Heimat <strong>für</strong><br />

die Vereinswelt<br />

Der Baukörper ist sehr schlicht gehalten,<br />

allerdings mit der Länge<br />

eines ganzen Fußballfelds doch in<br />

großer Dimension.<br />

Zum Dorf hin ausgerichtet befindet<br />

sich die Gaststätte. Über der Küche<br />

und <strong>den</strong> Versorgungsräumen wird<br />

der Musikverein eine großzügige<br />

Heimat bekommen. Dann folgt ein<br />

Foyer und ein großer Veranstaltungssaal,<br />

der Platz <strong>für</strong> bis zu 500<br />

Personen bietet. Eine zeitgemäße<br />

Bühne mit entsprechen<strong>den</strong> Anlieferungsmöglichkeiten<br />

fügt sich<br />

ebenfalls in <strong>den</strong> langen Bau ein.<br />

Den Abschluss bil<strong>den</strong> die Räume<br />

des Sportvereins mit Umklei<strong>den</strong><br />

und Gerätelager. Darüber erhält


Mit einer Länge von rund 100 Metern erstreckt sich das Gebäude entlang des gesamten Fußballfeldes.<br />

die Landjugend ein schmuckes<br />

Vereinsheim mit Balkon. Im Untergeschoss<br />

kann sich der Schützenverein<br />

ausbreiten, außerdem<br />

sollen Kegel- und Bowlingbahnen<br />

entstehen.<br />

Doch damit nicht genug: An der<br />

Südseite wird ein Biergarten ans<br />

Gasthaus anschließen, von dem<br />

aus man die Spiele auf dem Fußballplatz<br />

beobachten kann und<br />

auch Einblick auf <strong>den</strong> Kinderspielplatz<br />

bekommt. Hinter dem<br />

Hauptfeld soll ein Kunstrasen- und<br />

ein Trainingsplatz angegliedert<br />

wer<strong>den</strong>. Der Nachwuchs darf auf<br />

einem separaten Kleinfeld kicken;<br />

zur Aufstellung von Bierzelten etc.<br />

steht ein befestigter Festplatz zur<br />

Verfügung. Trotzdem bleibt von<br />

zwölf Hektar Grundfläche einiges<br />

übrig, die weiter landwirtschaftlich<br />

genutzt wer<strong>den</strong> können.<br />

Abschluss des Projekts<br />

im Jahre 2020<br />

Bei der Wettbewerbsplanung wurde<br />

vom Preisgericht lediglich die<br />

zu enge Situation der Parkplätze<br />

und des Zugangs an der Nordseite<br />

bemängelt. „Eventuell wird das<br />

Ganze noch ein wenig nach Sü<strong>den</strong><br />

verschoben“, überlegt Bürgermeister<br />

Michael Kießling.<br />

Den Abschluss des Projektes hat<br />

sich der Gemeindechef <strong>für</strong> das Jahr<br />

2020 vorgenommen. Der Musikverein<br />

hätte zwar gerne schon zum<br />

großen Musikfest 2017 die neuen<br />

Räume <strong>für</strong> das Wertungsspielen<br />

genutzt, aber mit der Aussicht auf<br />

dieses tolle Vereinszentrum werde<br />

man gerne noch warten. „<strong>Das</strong> ist<br />

genau das, was wir wollten: mehrere<br />

Vereine unter einem Dach“,<br />

resümiert Musikervorstand Jürgen<br />

Waldhör. Der Standort südlich des<br />

Ortszentrums ist auch in <strong>den</strong> Augen<br />

von Helmut Maier optimal, <strong>für</strong><br />

Kinder verkehrsberuhigt und <strong>für</strong><br />

Autofahrer über <strong>den</strong> Ortsrand zu<br />

erreichen.<br />

Nachdem das Gasthaus Hirsch und<br />

der Lebensmittella<strong>den</strong> geschlossen<br />

haben, ist es ruhig im Dorfzentrum<br />

gewor<strong>den</strong>. Doch bald kann<br />

man vom Krieger<strong>den</strong>kmal aus das<br />

neue Bürger- und Vereinszentrum<br />

sehen — und dann ist der Wunsch<br />

aller Verantwortlichen nach einem<br />

neuen Mittelpunkt <strong>für</strong> Jung und Alt<br />

in Erfüllung gegangen. rg<br />

Auf dem Lageplan ist die Nähe zum Ortskern zu erkennen. Rechts bleibt<br />

noch ein großer Teil zur landwirtschaftlichen Nutzung übrig.<br />

Fußballfeld<br />

Anhand des Modells ist das Ausmaß des Zehn-Millionen-Euro-Projektes<br />

zu erkennen.<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 65


Damit der Traum vom Eigenheim nicht zum Albtraum wird<br />

Stein auf Stein<br />

<strong>Altlandkreis</strong> | Der Bau eines Hauses<br />

erfordert die gesamte Aufmerksamkeit<br />

der Bauherren. Zunächst<br />

ist man auf der Suche nach einem<br />

geeigneten Grundstück und mit<br />

dem Kauf desselben beschäftigt.<br />

Dann beginnt die nervenaufreibende<br />

Phase, in der mit Architekt,<br />

mit Stadt oder Gemeinde das erwünschte<br />

Ziel, das Traumhaus, geplant<br />

wird. Daraufhin heißt es, das<br />

geeignete Bauunternehmen und<br />

die Handwerkerschaft zu engagieren,<br />

die das Eigenheim errichtet.<br />

Wie leicht übersieht der Bauherr<br />

hier Kleinigkeiten, die <strong>den</strong> Traum<br />

vom Eigenheim schnell zum Albtraum<br />

wer<strong>den</strong> lassen. Angesichts<br />

von Finanz- und Währungskrisen<br />

in <strong>den</strong> vergangenen Jahren erlebt<br />

der Immobilienmarkt einen Boom,<br />

der durch günstiges Baugeld noch<br />

vorangetrieben wird. Viele Menschen<br />

träumen vom Eigenheim —<br />

endlich mietfrei in <strong>den</strong> eigenen<br />

vier Wän<strong>den</strong> leben. Schließlich<br />

bietet ein eigenes Haus Sicherheit<br />

<strong>für</strong> das Alter und stellt auch<br />

heute noch eine Wertanlage dar.<br />

Doch der Weg zum Eigenheim<br />

kann dornig sein, wenn man die<br />

Risiken, die auf dem Weg lauern,<br />

nicht kennt oder nicht abzuwägen<br />

imstande ist. Heute bieten sich<br />

aber dem Häuslebauer zahlreiche<br />

Möglichkeiten, finanziell vorzusorgen,<br />

um sich vor Schä<strong>den</strong> und Vermögensverlust<br />

zu schützen.<br />

Haftpflichtversicherung<br />

<strong>für</strong> Bauherren<br />

Die Einrichtung einer Baustelle<br />

geht mit Risiken einher, und der<br />

Bauherr haftet nach dem BGB<br />

(Bürgerliches Gesetzbuch) <strong>für</strong><br />

Schä<strong>den</strong> Dritter in voller Höhe.<br />

Die Haftpflichtversicherung <strong>für</strong><br />

Bauherren ist daher ein absolutes<br />

Muss <strong>für</strong> <strong>den</strong> angehen<strong>den</strong> Hauseigentümer,<br />

der damit alle Personen-,<br />

Sach- und Vermögensschä<strong>den</strong><br />

absichert.<br />

Feuer-<br />

Rohbauversicherung<br />

Schon während der Bauzeit eines<br />

Hauses häufen sich hohe Werte<br />

an. Wenn ein Feuer durch Blitzschlag<br />

oder Explosion <strong>den</strong> Rohbau<br />

ruiniert, mildert die Feuer-Rohbauversicherung<br />

<strong>den</strong> finanziellen<br />

Scha<strong>den</strong>. Diese Versicherung<br />

ist kostenlos,<br />

wenn sich der/<br />

die Bauherr/in<br />

bereits bei Baubeginn <strong>für</strong> einen<br />

Anschlussvertrag <strong>für</strong> eine Wohngebäudeversicherung<br />

entscheidet.<br />

Viele Banken vergeben ohne solche<br />

Police keinen Baukredit!<br />

Bauleistungsversicherung<br />

Einen umfangreichen Schutz auf<br />

dem Weg zum eigenen Heim<br />

stellt diese Versicherung dar, die<br />

<strong>für</strong> Schä<strong>den</strong> auf der Baustelle<br />

und innerhalb des Grundstückes<br />

aufkommt. Hier sind Elementarereignisse<br />

wie starker Niederschlag,<br />

Sturm und Hagel ebenso<br />

inbegriffen wie die Fahrlässigkeit<br />

von Handwerkern, Diebstahl und<br />

vieles andere mehr. Zu be<strong>den</strong>ken<br />

ist, dass bereits ein Scha<strong>den</strong>fall am<br />

Rohbau zu enormem Zeitverlust<br />

führen kann und damit die Finanzierung<br />

belastet. Tipp: Die Beiträge<br />

zur Bauleistungsversicherung<br />

können auf die am Bau beteiligten<br />

Unternehmen umgelegt wer<strong>den</strong>.<br />

Durch die unterschiedlichsten Gefahrenherde<br />

auf einer Baustelle<br />

kann gerade dort jeder sechste Arbeiter<br />

von einem Unfall betroffen<br />

sein, so die Berufsgenossenschaft.<br />

Bauhelfer-<br />

Unfallversicherung<br />

Schnell ist ein Unglück geschehen<br />

und mit der Bauhelfer-Unfallversicherung<br />

sind am Bau<br />

tätige Mitarbeiter — auch die, die<br />

zur Eigenleistung beitragen —<br />

vor materiellen Schä<strong>den</strong> geschützt.<br />

Tipp: Jeder Bauherr hat<br />

eine Meldepflicht gegenüber der<br />

Berufsgenossenschaft, der die am<br />

Bau beteiligten Personen genannt<br />

wer<strong>den</strong> müssen!<br />

Mit der Fertigstellung des Hauses<br />

geht ein Traum in Erfüllung. Die<br />

Eigentümer ziehen ein und sollten<br />

an eine solide Absicherung<br />

ihres Hauses <strong>den</strong>ken. So bietet<br />

die Wohngebäudeversicherung<br />

<strong>den</strong> Schutz vor materieller Belastung<br />

bei Feuer, Leitungswasser-,<br />

Sturm- und Hagel- sowie<br />

Elementarschä<strong>den</strong> wie Überschwemmung,<br />

Schneelast, Lawinen<br />

und Erdrutsch.<br />

Gerade in Zeiten, in der der Klimawandel<br />

<strong>für</strong> Wetterextreme<br />

sorgt, sind die Beiträge hier<strong>für</strong><br />

gut angelegtes Geld. Darüber hinaus<br />

lässt sich mit der Hausrat-,<br />

Glas- und Rechtsschutzversicherung<br />

so manches Übel lindern.<br />

Optimaler Schutz <strong>für</strong><br />

Haus und Bewohner<br />

Zur Absicherung der Verbindlichkeiten<br />

gegenüber <strong>den</strong> finanzieren<strong>den</strong><br />

Banken ist darüber hinaus<br />

eine Restschuldversicherung<br />

ebenso unverzichtbar wie eine<br />

Risikolebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung.<br />

Hubert Hunscheidt<br />

66 | der altlandkreis


Art: UNB, Farben: Black Cyan Magenta Yellow<br />

Assekuranz Feith in Schongau<br />

50 erfolgreiche Jahre<br />

Schongau | In <strong>den</strong> 1960er-Jahren<br />

wurde die gleichnamige Assekuranz<br />

von der Familie Feith in<br />

Schongau gegründet. Zunächst<br />

wurde das Unternehmen als Versicherungsagentur<br />

geführt, doch<br />

da der Versicherungsvermittler<br />

dabei als Agent einer Gesellschaft<br />

tätig ist, kam die Idee auf, „die<br />

Seiten zu wechseln“ und sich nur<br />

auf <strong>den</strong> Kun<strong>den</strong> zu konzentrieren.<br />

Einer der ersten<br />

Versicherungsmakler<br />

> > > Impressum<br />

„der altlandkreis“<br />

„der altlandkreis“ ist ein Medium von<br />

Birkland 40 in 86971 Peiting<br />

Telefon: 08869 / 91 22-16<br />

Fax: 08869 / 91 22-17<br />

Mail: info@altlandkreis.de<br />

Stand bei Drucklegung im Februar <strong>2016</strong>.<br />

Änderungen und Fehler vorbehalten.<br />

Auflage: 27000 Exemplare<br />

Für eingesandte Manuskripte wird keine Haftung sowie keine Erscheinungsgewähr<br />

übernommen.<br />

Die aktuellen Anzeigenpreise, Mediadaten sowie Erscheinungstermine<br />

und weitere technische Angaben fin<strong>den</strong> Sie auf unserer Webseite<br />

www.altlandkreis.de.<br />

Geplanter Erscheinungstermin der nächsten Ausgabe Mai/Juni <strong>2016</strong>:<br />

Freitag, 29. <strong>April</strong> <strong>2016</strong> (Anzeigenschluss: 11. <strong>April</strong> <strong>2016</strong>)<br />

Herausgeber: Peter Ostenrieder<br />

Redaktion: Tobias Schumacher, Tim Schmid, Peter Ostenrieder (V.i.S.d.P.)<br />

Mitarbeiter dieser Ausgabe:<br />

Regine Pätz, Rosi Geiger, Gerhard Heiß<br />

Anzeigenverkauf: Wolfgang Stuhler, Tim Schmid<br />

Mit dieser Entscheidung war die<br />

Assekuranz Feith ihrer Zeit weit<br />

voraus. Fortan arbeitete man als<br />

Versicherungsmakler und orientierte<br />

sich an <strong>den</strong> Bedürfnissen<br />

der Mandanten mit entsprechend<br />

maßgeschneiderten Angeboten<br />

verschie<strong>den</strong>er Versicherungsgesellschaften.<br />

Diese Entscheidung<br />

war zukunftsweisend. In<br />

<strong>den</strong> ersten Jahren stan<strong>den</strong> die<br />

Privatkun<strong>den</strong> im Vordergrund.<br />

Aber im Laufe der Zeit kamen<br />

immer mehr Gewerbekun<strong>den</strong><br />

hinzu, vorwiegend aus der Bauwirtschaft.<br />

Hier konnten viele<br />

Geschäftsbeziehungen geknüpft<br />

wer<strong>den</strong>, die auch heute noch,<br />

nach 50 erfolgreichen Jahren,<br />

gepflegt wer<strong>den</strong>. 1998 übernahm<br />

der aus Peiting stammende Kaufmann<br />

Roland Berchtold die Assekuranz<br />

und blieb der Philosophie<br />

der Unternehmensgründer treu.<br />

Heute wird das Privatkun<strong>den</strong>geschäft<br />

weiter ausgebaut und bei<br />

<strong>den</strong> Gewerbekun<strong>den</strong> erfolgte eine<br />

stärkere Spezialisierung auf das<br />

Baugewerbe.<br />

Bedarfsgerechter<br />

Versicherungsumfang<br />

So konnten in der Zusammenarbeit<br />

mit verschie<strong>den</strong>en, marktführen<strong>den</strong><br />

Gesellschaften Konzepte<br />

geplant und entwickelt wer<strong>den</strong>,<br />

die dem Gewerbekun<strong>den</strong> einen<br />

bedarfsgerechten und teilweise<br />

einzigartigen Versicherungsumfang<br />

garantieren. Hubert Hunscheidt<br />

Satz, Layout & Anzeigengestaltung:<br />

Peter Ostenrieder, Kurt Zarbock, Irmgard Gruber, Christian Lechner, Jonas<br />

Desche, Jutta Kopf, Tim Schmid<br />

Druck: Gebr. Geiselberger GmbH, Martin-Moser-Straße 23, 84503 Altötting<br />

Verteilservice: KBV Vertriebs GmbH, Am Wei<strong>den</strong>bach 8, 82362 Weilheim<br />

Fotos:<br />

Wolfgang Filser, Tobias Schumacher, Peter Ostenrieder, Rosi Geiger, Regine<br />

Pätz, Gerhard Heiß, Tim Schmid, Johann Jilka, iWEST GmbH & Co. KG, BMVI,<br />

Agentur <strong>für</strong> Arbeit Weilheim, Landratsamt Weilheim-Schongai, Schäferwirt<br />

c/o Stephan Kögl, Singgemeinschaft Schwabsoien, Stadtkapelle Schongau,<br />

Musikverein Steinga<strong>den</strong>, Faschingsclub Hohenfurch, Krankenhaus GmbH<br />

Weilheim-Schongau, Karin Wörle, Orthopädieschuhtechnik Schwarz,<br />

Allianz Generalvertretung Piehler, Orchester Kurzweil, Gemeinde Bad<br />

Bayersoien, Chronik Lu<strong>den</strong>hausen, Michael Lindner, Lions Club Schongau,<br />

Gewerbeverband Steinga<strong>den</strong>, Werner Böglmüller, Roberta Leimbach,<br />

Toni Trojer, Marktgemeinde Peiting, Hubert Hunscheidt, Assekuranz Feith,<br />

Vereinigte Sparkassen im Landkreis Weilheim i. OB., Robert Christian<br />

Mayer, Frank Raida, Georg Lehner, Wiesmaier und Kollegen, Deutsche<br />

Bundesstiftung Umwelt, sto AG, Diana Durner, I. Kahlert, fotolia<br />

Erscheinungsweise:<br />

zweimonatig, kostenlose Verteilung an alle Haushalte im <strong>Altlandkreis</strong><br />

Schongau und einzelnen angrenzen<strong>den</strong> Gemein<strong>den</strong><br />

Dieser graue Rahmen gehoert nicht zur Anzeige<br />

Barrierefreie Umbauten<br />

Hilfe bei Fördermitteln<br />

Komfortable Lösungen<br />

Innen- und Außenbereich<br />

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Seit über 60 Jahren arbeiten wir daran,<br />

Ihnen <strong>den</strong> Alltag etwas komfortabler<br />

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wenn <strong>für</strong> Sie Professionalität und Zuverlässigkeit<br />

unverzichtbar sind!<br />

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NEUBAU • UMBAU • RENOVIERUNG<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 67


Zweitägige Energiemesse in der Stadthalle im <strong>April</strong><br />

Ein wertvoller Beitrag<br />

zum Umweltschutz<br />

Weilheim | Laut einer Studie des<br />

Bundesumweltministeriums erachten<br />

91 Prozent der Bevölkerung <strong>den</strong><br />

Umweltschutz <strong>für</strong> wichtig. Da das<br />

Thema „Energiesparen“ untrennbar<br />

mit dem Umweltgedanken<br />

verbun<strong>den</strong> ist, kann gerade hier<br />

jeder Bürger, der über Neubau,<br />

Renovierung oder Sanierung seiner<br />

Immobilie nach<strong>den</strong>kt, einen<br />

wertvollen und spürbaren Beitrag<br />

zum Umweltschutz leisten. Dies gilt<br />

natürlich auch <strong>für</strong> Unternehmen,<br />

die sich als Teil der Gesellschaft so<br />

mancher Herausforderung stellen.<br />

Wie etwa die Vereinigten Sparkassen<br />

Weilheim.<br />

Die fünfte<br />

Energiemesse<br />

2009 entschie<strong>den</strong> sich die Vereinigten<br />

Sparkassen Weilheim<br />

gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung<br />

des Landratsamtes<br />

Weilheim-Schongau und <strong>den</strong> Energieberatern<br />

der ALL (Ammer-Lech-<br />

Loisach) dazu, eine Energiemesse<br />

68 | der altlandkreis<br />

<strong>für</strong> <strong>den</strong> Landkreis auf die<br />

Beine zu stellen. In diesem<br />

Jahr findet bereits<br />

die fünfte Auflage der<br />

Ausstellung statt.<br />

Viele Firmen und Organisationen<br />

aus dem<br />

Umkreis, die sich mit<br />

<strong>den</strong> Themen Energieeinsparung<br />

und Energieeffizienz<br />

beschäftigen,<br />

konnten erneut <strong>für</strong> die Teilnahme<br />

gewonnen wer<strong>den</strong>. Nur noch wenige<br />

Stände seien in der Stadthalle<br />

Weilheim verfügbar. Da der Messetermin,<br />

9. und 10. <strong>April</strong>, dieses<br />

Jahr etwas später ist, wird auch das<br />

Freigelände angeboten.<br />

Die Organisatoren erwarten erneut<br />

zwischen 1000 und 1200 Besucher —<br />

bei Wetterglück auch etwas mehr.<br />

Diese können sich bei einem Messerundgang<br />

einen Überblick über<br />

aktuelle und innovative Heizsysteme<br />

verschaffen, Informationen<br />

über Wärmedämmverbundsysteme<br />

und deren Verwendung einholen,<br />

energetisch optimierte Fenster<br />

besichtigen, sich mit dem Thema<br />

„kontrollierte Wohnraumlüftung“<br />

auseinandersetzen oder sich über<br />

eine Photovoltaikanlage erkundigen.<br />

Ob Neubau oder Altbausanierung<br />

— ein breites Spektrum von<br />

Fachfirmen und Experten ist vor<br />

Ort, die sich auf die Diskussionen<br />

freuen.<br />

Neu auf der Messe:<br />

Fachforum Holzbau<br />

Eine Neuerung in diesem Jahr ist<br />

das Fachforum Holzbau, um gezielt<br />

dem natürlichen Werkstoff Holz<br />

einen breiten Raum einzurichten.<br />

Viele Aussteller haben sich explizit<br />

auf dieses Thema vorbereitet.<br />

Ebenfalls neu ist, dass zu <strong>den</strong> bisherigen<br />

Organisatoren — Justina<br />

Eibl, Wirtschaftsförderung des<br />

Landratsamtes, Wolfgang Haas,<br />

Energieberatung Ammer-Lech-Loisach<br />

und Robert Christian Mayer,<br />

Vereinigte Sparkassen — mit Andreas<br />

Scharli von der Energiewende<br />

Oberland ein vierter führender Kopf<br />

hinzugestoßen ist. Die Ausstellung<br />

öffnet sowohl am Samstag (9. <strong>April</strong>)<br />

als auch sonntags (10. <strong>April</strong>)<br />

jeweils von 10 bis 17 Uhr. tis


Energiesparen wird <strong>2016</strong> noch strenger<br />

Luftfeuchtigkeit raus,<br />

Raumwärme rein<br />

<strong>Altlandkreis</strong> | In der Energieeinsparverordnung<br />

(EnEV), die seit<br />

2014 gilt, sind Anforderungen<br />

an eine Gebäudehülle und <strong>den</strong><br />

Primärenergiebedarf formuliert.<br />

Anhand eines Referenzgebäudes,<br />

das genau <strong>den</strong> Maßen eines geplanten<br />

Neubaus entspricht, wird<br />

mittels vorgegebener Haustechnik,<br />

Dämmung und anderem mehr der<br />

erlaubte Jahresprimärenergiebedarf<br />

berechnet. Ermittelt wird der<br />

Bedarf <strong>für</strong> Heizung, Warmwasser,<br />

Lüftung und Kühlung. Wer<br />

ein neues Wohnhaus plant, muss<br />

diese Anforderungen momentan<br />

schon einhalten, ab <strong>2016</strong> sogar um<br />

weitere 25 Prozent unterschreiten.<br />

Deshalb wer<strong>den</strong> Häuser immer<br />

dichter gebaut, was die Luftfeuchtigkeit<br />

im Innern steigen lässt. Wer<br />

In <strong>den</strong> Schongauer Meisenhöfen wurde ein<br />

dezentrales Lüftungskonzept umgesetzt.<br />

etwa Schimmelbefall vorbeugen<br />

will, muss regelmäßig lüften. Paragraph<br />

6, Absatz 2 der EnEV fordert,<br />

einen Mindestluftwechsel sicherzustellen.<br />

„Eine genaue Definition<br />

dieses Luftwechsels gibt es nicht,<br />

aber man kann davon ausgehen,<br />

dass ein kompletter Luftaustausch<br />

alle zwei Stun<strong>den</strong> erfolgen sollte“,<br />

sagt Jeanett Bergmann, Mitarbeiterin<br />

der Firma Inventer, die dezentrale<br />

Systeme zur Wohnraumlüftung<br />

anbietet.<br />

„Wenn dieser Luftwechsel über<br />

die reine Fensterlüftung durch <strong>den</strong><br />

Nutzer selbst erfolgen soll, muss<br />

er alle zwei Stun<strong>den</strong> <strong>für</strong> zehn Minuten<br />

die Fenster öffnen — auch<br />

nachts“, skizziert Bergmann eine<br />

augenscheinliche Unmöglichkeit.<br />

Und sie ergänzt, dass „durch diese<br />

Art der Lüftung natürlich<br />

auch die Wärmeverluste<br />

sehr hoch sind und es<br />

zunehmend schwieriger<br />

wird, die Anforderungen<br />

der EnEV einzuhalten“.<br />

Die Inventer-Lüfter besorgen<br />

das Lüften auf<br />

komfortable Weise: In<br />

einem permanent über<br />

24 Stun<strong>den</strong> wechseln<strong>den</strong><br />

Rhythmus saugen<br />

sie zu feuchte Luft ab<br />

und versorgen die Räume<br />

im Gegenzug mit<br />

Frischluft. Die integrierte<br />

Wärmerückgewinnung<br />

von bis zu 91 Prozent<br />

spart Heizenergie,<br />

was <strong>den</strong> Jahresprimärenergiebedarf<br />

senkt.<br />

Dazu zieht der Strom<br />

der „verbrauchten“ Luft durch einen<br />

Keramikkern, der die Raumwärme<br />

speichert. Wechselt nach<br />

70 Sekun<strong>den</strong> die Laufrichtung,<br />

kommt die Wärme ins Zimmer zurück.<br />

Der Lüfter selbst schlägt bei<br />

<strong>den</strong> Stromkosten mit vier Euro zu<br />

Buche — pro Jahr.<br />

Im Unterschied zu zentralen Lüftungsanlagen,<br />

bei <strong>den</strong>en Rohrleitungen<br />

die Gebäude durchziehen,<br />

sind die Inventer-Lüfter einfach zu<br />

montieren: In Neubauten können<br />

sie in jede Außenwand integriert<br />

wer<strong>den</strong>, bei Altbauten schafft eine<br />

Kernbohrung durchs Mauerwerk<br />

<strong>den</strong> nötigen Platz. Versteckt sind<br />

die Lüfter hinter dezenten oder<br />

dekorativen Blen<strong>den</strong> außen und<br />

innen, die zugleich als Lärmschutz<br />

dienen. Bei einer energetischen<br />

Sanierung im Rahmen eines KfW-<br />

Kredits kann der Einbau förderfähig<br />

sein.<br />

Für Häuslebauer, Bauherren, Architekten<br />

und Bauträger im <strong>Pfaffenwinkel</strong>,<br />

<strong>für</strong> Handwerksbetriebe<br />

und Firmen aus <strong>den</strong> Bereichen<br />

Heizung, Lüftung, Bauen und Sanieren,<br />

ist Frank Raida bereits in<br />

der Beratungs- und Planungsphase<br />

der Ansprechpartner. Seine<br />

Inventer-Werksvertretung sitzt in<br />

Bidingen im Ostallgäu, ein Referenzobjekt<br />

sind die Schongauer<br />

„Meisenhöfe“. Die EnEV habe einen<br />

„Paradigmenwechsel“ eingeleitet,<br />

sagt Raida: „Bis vor einigen<br />

Jahren habe ich auf Messen immer<br />

erzählt: Leute, ihr braucht eine<br />

Lüftung! Jetzt kommen die Leute zu<br />

mir und sagen: ‚Wir brauchen eine<br />

Lüftung‘.“<br />

ts<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 69


„Bo<strong>den</strong>richtwert“: Wie ein Gutachterausschuss arbeitet<br />

Den Grundstückspreis bestimmt<br />

der Markt<br />

<strong>Altlandkreis</strong> | Der Bo<strong>den</strong>richtwert<br />

<strong>für</strong> Bauland ist von Interesse <strong>für</strong><br />

Häuslebauer und -käufer, Erben,<br />

Immobilienmakler, Banken, Landoder<br />

Forstwirte, Firmen. Bürokratisch<br />

formuliert, „ein im deutschen<br />

Städtebaurecht durchschnittlicher<br />

Lagewert <strong>für</strong> <strong>den</strong> Bo<strong>den</strong> unter Berücksichtigung<br />

des unterschiedlichen<br />

Entwicklungszustands“, der in<br />

der Regel zum Ende jedes zweiten<br />

Kalenderjahres aus <strong>den</strong> Kaufpreisen<br />

von unbebauten Grundstücken<br />

ermittelt wird. Er wird herangezogen<br />

zur Wertermittlung von Immobilien<br />

und ist unter anderem bedeutsam<br />

<strong>für</strong> die Besteuerung von<br />

Grund und Bo<strong>den</strong>.<br />

Grundlage sind Kaufpreissammlungen,<br />

die von <strong>den</strong> Gutachterausschüssen<br />

in <strong>den</strong> Landratsämtern<br />

geführt wer<strong>den</strong>. Da der Bo<strong>den</strong>richtwert<br />

nur ein Durchschnittswert aus<br />

einer Vielzahl von Transaktionen<br />

ist, schätzt der Gutachterausschuss<br />

<strong>den</strong> Verkehrswert eines Grundstückes<br />

anhand der Besonderheiten<br />

des Bewertungsobjektes. Zu einem<br />

Urteil kommen die Gutachterausschüsse<br />

mittels Daten in ihren Geo-<br />

Informations-Systemen (GIS) und<br />

bei Ortsbesichtigungen. Die haben<br />

Einfluss auf teils merkliche Zu- und<br />

Abschläge vom Bo<strong>den</strong>richtwert,<br />

wenn individuelle Eigenschaften<br />

eines Grundstückes zu berücksichtigen<br />

sind.<br />

Der Vorsitzende des Gutachterausschusses<br />

und Kollegen aus dem<br />

Bauamt sowie ein Gremium von<br />

ehrenamtlichen Sachverständigen<br />

beobachten die Entwicklung der<br />

Immobilienpreise. Sie ermitteln<br />

aus Vergleichspreisen<br />

Bo<strong>den</strong>richtwerte <strong>für</strong><br />

Bauland und Grünland<br />

<strong>für</strong> jede Kommune<br />

eines Landkreises.<br />

<strong>Das</strong> Zahlenwerk ist vor<br />

allem von Interesse<br />

<strong>für</strong> das Finanzamt. Es<br />

benötigt die Bo<strong>den</strong>richtwerte<br />

<strong>für</strong> Steuerfestsetzungen,<br />

und die<br />

Bewertungsstelle dort<br />

errechnet sogenannte<br />

Grundbesitzwerte<br />

<strong>für</strong> die Erbschaft- und<br />

Schenkungssteuer und<br />

<strong>für</strong> bestimmte Fälle der Grunderwerbsteuer.<br />

Daneben wer<strong>den</strong><br />

die Bo<strong>den</strong>richtwerte auch <strong>für</strong> die<br />

Einkommenssteuer herangezogen,<br />

wenn es darum geht, bei vermieteten<br />

Objekten eine Kaufpreisaufteilung<br />

in Grund, Bo<strong>den</strong> und Gebäude<br />

vorzunehmen. Denn nur der Wert,<br />

der auf ein Gebäude entfällt, kann<br />

abgeschrieben wer<strong>den</strong>. Da die Bo<strong>den</strong>richtwerte<br />

nur Durchschnittswerte<br />

sind, ist der vom Finanzamt<br />

ermittelte Steuerwert ebenfalls nur<br />

ein durchschnittlicher Wert. Häufig<br />

vorhan<strong>den</strong>e negative Merkmale,<br />

etwa übernormaler Verkehrslärm,<br />

sind nicht berücksichtigt. Abhilfe<br />

schafft ein Gutachten von anerkannten<br />

Sachverständigen oder<br />

vom Gutachterausschuss.<br />

Bewertung ist essenziell<br />

bei Vererbungen<br />

Wer<strong>den</strong> Grund oder Immobilien<br />

an eine nächste Generation<br />

übertragen, können je nach Verwandtschaftsgrad<br />

und Umfang des<br />

übergehen<strong>den</strong> Vermögens bis zu<br />

30 Prozent Erbschafts- beziehungsweise<br />

Schenkungssteuer anfallen.<br />

Wenn es mit einem anerkannten<br />

Gutachter gelingt, <strong>den</strong> Steuerwert<br />

des Finanzamtes um nur 10 000<br />

Euro zu verringern, beläuft sich die<br />

Steuerersparnis bereits auf 3 000<br />

Euro. Auch beim Eintrag einer<br />

Grundschuld, bei Versicherungen,<br />

der Grunderwerbssteuer, bei Übergaben,<br />

sind Wertermittlungen der<br />

Sachverständigen zum Bo<strong>den</strong>richtwert<br />

Grundlage von Vergleichspreisen.<br />

Der Gutachterausschuss sammelt<br />

im Landkreis je<strong>den</strong> Kaufvertrag<br />

einer Immobilie oder<br />

eines Grundstückes mit einer<br />

Verwaltungs-Software. Mit <strong>den</strong><br />

dort niedergelegten Preisen<br />

fängt die Arbeit des Gutachterausschusses<br />

allerdings erst an —<br />

unter einer Vielzahl wertbeeinflussender<br />

Umstände. Erstens —<br />

die Lage: an der Autobahn, mit<br />

Bergblick, neben der Eisenbahnstrecke.<br />

Zweite Frage: Erschwert<br />

die Grundstücksform eine Bebauung?<br />

Drittens — der Untergrund:<br />

Ist eine „weiße Wanne“<br />

nötig? <strong>Das</strong> heißt, muss ein Keller<br />

so gebaut sein, dass er die Belastung<br />

von oben durch das Haus<br />

ebenso aushält wie <strong>den</strong> Grundwasserdruck<br />

von unten? Ist ein<br />

Bo<strong>den</strong>austausch erforderlich? Der<br />

Zusatzaufwand wird bei der Bewertung<br />

berücksichtigt. Viertens:<br />

Ist ein Grundstück erschließungsbeitragspflichtig<br />

<strong>für</strong> Straße, Kanal,<br />

Wasser? Jede Gemeinde hat eine<br />

andere Satzung, der Gutachterausschuss<br />

muss bei jedem Vertrag<br />

in der Gemeinde nachfragen.<br />

Fünftens — Grundstücksgröße;<br />

sechstens — Dichte der Bebauung;<br />

siebtens — Gibt es besondere<br />

Rechte oder Belastungen wie<br />

Wegerechte, Leitungsrechte. Diese<br />

und andere Fragen mehr stellt der<br />

Gutachterausschuss.<br />

Ausgangsbasis ist die Definition<br />

eines Richtwert-Grundstückes: Auf<br />

70 | der altlandkreis


dem Land beispielsweise 700 Quadratmeter<br />

bei einer Geschossflächenzahl<br />

von 0,4 (GFZ; diese Zahl<br />

sagt etwas aus über die Dichte<br />

der Bebauung). In Städten rechnen<br />

die Ausschüsse meist mit 600<br />

bis 700 Quadratmetern und der<br />

GFZ 0,4 bis 0,5. Jedes Grundstück<br />

wird an das Vergleichsgrundstück<br />

angepasst. Wobei die erste Unsicherheit<br />

schon bei <strong>den</strong> Vergleichspreisen<br />

liegen kann: Wie wer<strong>den</strong><br />

sie vom Markt beeinflusst? Regionale<br />

Umrechnungsfaktoren hat der<br />

Gutachterausschuss <strong>für</strong> vom Richtwertgrundstück<br />

abweichende Flächen<br />

und Geschossflächenzahlen<br />

zu ermitteln.<br />

Sympathie und Antipathie<br />

beeinflussen <strong>den</strong> Wert<br />

Andere Grundstücke lassen sich<br />

nicht standardisieren: südlicher<br />

Ortsrand, Bergblick, Nachbarschaftsverhältnisse<br />

als Lagebesonderheit.<br />

Hier sind die Einflüsse auf<br />

<strong>den</strong> Bo<strong>den</strong>wert je nach Lage des<br />

Einzelfalls unterschiedlich. Und<br />

daraus resultierende Preiseinflüsse<br />

können nur mittels mehrerer<br />

Vergleichspreise, die ausreichend<br />

übereinstimmen, ermittelt wer<strong>den</strong>.<br />

Neben objektiven Faktoren, wie<br />

<strong>den</strong> oben genannten Besonderheiten,<br />

stehen subjektive Faktoren,<br />

die die Ermittlung erschweren.<br />

Im Einzelnen heißt das: Wie<br />

ist das Verhandlungsgeschick des<br />

Käufers? Steht ein Verkäufer unter<br />

Druck? Tätigt er gar ein Notverkauf?<br />

Wie sympathisch oder<br />

unsympathisch sind sich die Vertragspartner?<br />

Tatsächliche Werte<br />

sind nur anhand statistischer Metho<strong>den</strong><br />

zu ermitteln. Abweichungen<br />

nach oben oder unten fallen<br />

heraus. Den exakten Verkehrswert<br />

gibt es nicht, sondern immer nur<br />

<strong>den</strong> wahrscheinlichsten — was<br />

sich rein auf private Wohnbauflächen<br />

bezieht, <strong>den</strong> Hauptbereich,<br />

in dem ein Gutachterausschuss<br />

ermittelt. Abweichungen von 30<br />

Prozent nach oben oder unten<br />

sind üblich. Völlig anders ist außerdem<br />

der Gewerbe- oder Landwirtschaftsbereich:<br />

100 Prozent<br />

nach oben wie nach unten spiegeln<br />

manchmal die Normalität.<br />

Über die Schreibtische der Geschäftsstellenmitarbeiter<br />

im Landkreis<br />

Weilheim-Schongau gehen<br />

pro Jahr rund 1 800 Kaufverträge.<br />

Einige sind zur Auswertung nicht<br />

geeignet: Verwandtschaftsverkäufe,<br />

Einheimischenmodelle, Grundstücke<br />

mit besonderen Auflagen.<br />

Für die Ableitung der Wertfaktoren<br />

wie Liegenschaftszinssatz oder<br />

Marktanpassungsfaktoren wer<strong>den</strong><br />

sie nicht verwendet. Deshalb wer<strong>den</strong><br />

die Verträge in sogenannte<br />

Grundstücksteilmärkte aufgeteilt:<br />

unbebautes baureifes Land, bebaute<br />

Grundstücke, komplizierte<br />

Erbbaugrundstücke, Wohnungseigentum,<br />

Teileigentum von der<br />

Tiefgarage bis zum Gewerbeobjekt,<br />

Bauerwartungsland, landund<br />

forstwirtschaftliche Flächen.<br />

Diese „Hauptteilmärkte“ unterteilen<br />

sich in weitere Untergruppen:<br />

Bei seiner Arbeit ist der Gutachterausschusses<br />

bemüht, keinen<br />

Einfluss auf die Preisentwicklung<br />

am Immobilienmarkt zu nehmen<br />

oder in Fremdinteressen hineingezogen<br />

zu wer<strong>den</strong>. Die Zahlen<br />

sollten belastbar sein, die Gutachter<br />

beweisen können, wie sie auf<br />

ihre Richtwerte kommen.<br />

Wichtigste Vorgabe: Der Gutachterausschuss<br />

ist nicht weisungsgebun<strong>den</strong>,<br />

er handelt nur auf Weisung<br />

des Vorsitzen<strong>den</strong>. <br />

ts<br />

<br />

Manfred Filser<br />

Dipl.Ing. <strong>für</strong> Bauwesen<br />

Innen- und Außenputz<br />

Wärmedämmsysteme<br />

Planung und Projektierung<br />

Bautrocknung<br />

Gerüstarbeiten<br />

86971 Peiting, 08861-5673<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 71


Die „kleinen“ Baustoffhändler vor Ort und ihre große Angebotspalette<br />

Nischen erfolgreich besetzt<br />

dank Qualität und Service<br />

<strong>Altlandkreis</strong> | Deutschland ist<br />

Heim- und Handwerkerland. <strong>Das</strong><br />

Schongauer Land ist keine Ausnahme,<br />

was die positive Entwicklung<br />

der „kleineren“ Anbieter<br />

von Baustoffen, Werkzeug und<br />

Eisenwaren im und rund um <strong>den</strong><br />

<strong>Altlandkreis</strong> beweist. Mit differenzierten<br />

Sortimenten und gehobener<br />

Qualität bei Produkten,<br />

Service und Beratung halten sie<br />

dem Preiskampf der Heimwerkermärkte<br />

stand, besetzen Nischen<br />

oder expandieren sogar erfolgreich.<br />

Pluspunkt <strong>für</strong> Heim- wie <strong>für</strong><br />

Handwerker: die Wohnortnähe.<br />

Wer in <strong>den</strong> Landgemein<strong>den</strong> Hand<br />

anlegen möchte, findet umfassende<br />

Angebote vor Ort. Wie auch<br />

Fach- und Baufirmen, <strong>den</strong>en das<br />

Zusammensuchen von „Schnäppchen“<br />

zu mühsam und die Fahrt<br />

zur Bezugsquelle zu aufwendig ist.<br />

Auf <strong>den</strong> Trend, dass „die Industrie<br />

nur noch produziert, was<br />

gleich verkauft wird und die Lagerhaltung<br />

auf <strong>den</strong> Großhandel<br />

abwälzt“, hat Anton Waldmann in<br />

Rettenbach am Auerberg mit der<br />

sukzessiven Vergrößerung seiner<br />

Lagerfläche reagiert. Auf 20 000<br />

Quadratmetern Frei- und Hallenfläche<br />

bevorratet sein Groß- und<br />

Einzelhandel ein fast lückenloses<br />

Sortiment an Baustoffen, Eisenwaren,<br />

Maschinen, Werkzeugen,<br />

Hilfsmitteln und Saisonartikeln.<br />

<strong>Das</strong> Kun<strong>den</strong>spektrum reicht vom<br />

privaten Käufer über Landwirte,<br />

Zimmerer, Metallbauer, Steinmetze,<br />

Installationsbetriebe bis<br />

zu Bau- oder Industriefirmen und<br />

sogar Kommunen.<br />

Waldmanns Philosophie ist, „<strong>den</strong><br />

Kleinen wie <strong>den</strong> Großen jederzeit<br />

mit allem zu bedienen“. Sprich:<br />

Ein Heimwerker findet jede noch<br />

so spezielle Schraube, Hand- und<br />

Elektrowerkzeug, Schubkarren<br />

und Mörteleimer, Leitern und<br />

Gerüstböcke. Und Fachfirmen<br />

können <strong>den</strong> kompletten Materialbedarf<br />

einer Baustelle decken —<br />

Arbeitsschutzkleidung, Getränke,<br />

Dämmmaterial, Warmluftheizer,<br />

Propan- und technische Gase oder<br />

Zurrgurte eingeschlossen. „Auf<br />

Wunsch auch über unseren Lieferservice,<br />

vom Bo<strong>den</strong>see bis nach<br />

München“, betont Waldmann.<br />

Auf Tour gehen kleine Kombis,<br />

Lieferwagen oder der Lastzug mit<br />

aufklappbarem Anhängerdach<br />

und 24-Meter-<br />

Lastkran, um Baustahl,<br />

Ziegelpaletten, Betonschächte<br />

oder Rohre<br />

vor Ort abzula<strong>den</strong>. „Wir<br />

wollen je<strong>den</strong> Wunsch<br />

erfüllen, auch wenn es<br />

sich mal nicht rechnet,<br />

unser Ziel ist die Zufrie<strong>den</strong>heit<br />

jedes Kun<strong>den</strong>“,<br />

sagt Waldmann.<br />

Nur ein Aspekt: Die<br />

Öffnungszeiten, Montag<br />

bis Freitag von 7 bis<br />

18.30 Uhr, und samstags<br />

von 8 bis 12.30 Uhr.<br />

Fachberatung schöpft<br />

Wissen aus der Baupraxis<br />

Blick in die dritte große Baustoff-Lagerhalle<br />

von Anton Waldmann in Rettenbach<br />

Beim Baustoffhandel Lehner in<br />

Denklingen ist besonders, dass<br />

neben Lager und Verkauf auch<br />

ein Wohnbaugeschäft zur Firma<br />

gehört. Für Privat- wie Firmenkun<strong>den</strong><br />

gibt es einerseits Material<br />

„von der kleinsten Schraube<br />

bis zur letzten Dachplatte, unser<br />

Sortiment ist sehr gut sortiert“,<br />

erklärt Geschäftsführer Georg Lehner.<br />

„Zu unseren Stärken“ gehören<br />

aber auch die Koordination unterschiedlichster<br />

Gewerke bei einer<br />

Altbausanierung, Baubetreuung<br />

und schlüsselfertige Neubauten.<br />

Hier arbeitet Lehner mit „sehr<br />

guten Handwerkern“ zusammen,<br />

zu <strong>den</strong>en über Jahre das entsprechende<br />

Vertrauen gewachsen ist,<br />

bei Kompetenz und Zuverlässigkeit.<br />

„Wir können einen Massivbau<br />

in circa drei Monaten fertigstellen,<br />

auch wenn andere sagen, das geht<br />

Ein vielfältiges Sortiment auch <strong>für</strong> Privatkun<strong>den</strong> bevorratet Georg Lehner im La<strong>den</strong>geschäft am Eschleweg in Denklingen.<br />

72 | der altlandkreis


nicht“, sagt Lehner. Wissen und<br />

Erfahrungswerte aus der Baustellenpraxis<br />

fließen wiederum ein in<br />

die Beratung im Baustoffhandel.<br />

Als Verkäufer und Fachberater beschäftigt<br />

der gelernte Maurer ausschließlich<br />

geschulte Handwerker,<br />

„die neutral und fachgerecht gute<br />

Produkte erklären können — und<br />

<strong>den</strong> Unterschied zu schlechteren“.<br />

Aktuell sucht er einen weiteren<br />

Auf rund einem Viertel der Regalfläche im<br />

Lagerhaus Böbing lagern Baustoffe.<br />

Handwerker, der in <strong>den</strong> Verkauf<br />

wechseln möchte. Hinter dieser<br />

„Philosophie und Mitarbeiterstruktur“<br />

stecken schlechte Erfahrungen<br />

beim Bau des eigenen<br />

Wohnhauses. Kurz nach der Lehre<br />

habe er „durch falsche Beratung<br />

so viel Mist verkauft bekommen“,<br />

dass er sich sagte: „Was die sogenannten<br />

Fachverkäufer können,<br />

das kann ich besser“ — vor<br />

22 Jahren die Initialzündung zur<br />

Gründung der Firma, die inzwischen<br />

auch Brennstoffe handelt,<br />

bayernweit mit Qualitätsgarantie.<br />

Und in die schon bald die Tochter<br />

einsteigen möchte.<br />

Auf Bestellung wird<br />

alles direkt geliefert<br />

Gut laufen die Geschäfte auch im<br />

Raiffeisen-Lagerhaus in Böbing,<br />

das 2012 im Ortskern neu eröffnet<br />

hat und zehn Mitarbeiter beschäftigt.<br />

Geleitet wird es seit 2004 von<br />

Klaus Heitler. Er betont, dass „wir<br />

alles Baumaterial vom Beton bis<br />

zur Dachplatte bestellen und direkt<br />

zum Kun<strong>den</strong> liefern können“.<br />

Vorrätig sind Materialien <strong>für</strong> <strong>den</strong><br />

Innenausbau wie Rigips- oder<br />

OSB-Platten, Zement, Kalke, Putze<br />

<strong>für</strong> innen und außen sowie eine<br />

große Auswahl an Dämmstoffen,<br />

spezielle Holzdämmstoffe wer<strong>den</strong><br />

besorgt.<br />

<strong>Das</strong> Vorratslager umfasst<br />

laut Heitler zwischen<br />

3000 und 4000<br />

Einzelposten, darunter<br />

gängiges Elektrowerkzeug,<br />

Gartengeräte,<br />

Eisenwaren, Arbeitsschuhe<br />

und -socken,<br />

Schubkarren oder<br />

Baueimer, sogar Regeneriersalz<br />

<strong>für</strong> Entkalkungsanlagen.<br />

Brennstoffe und Waren<br />

<strong>für</strong> die Landwirtschaft<br />

belegen etwa ein Drittel<br />

der Hochregale, darunter<br />

Futtermittel <strong>für</strong> alle<br />

Nutz- und Haustiere,<br />

auch in Bio-Qualität. Und weil,<br />

wie eine Kundin verrät, „viele<br />

Frauen im Ort noch selbst Brot<br />

backen“, gibt es im La<strong>den</strong>geschäft<br />

ein eigenes Regal mit verschie<strong>den</strong>en<br />

Mehlsorten.<br />

Firmen in ganz Deutschland beliefert<br />

dagegen der Baustoffhandel<br />

Freier in Bad Bayersoien mit eigenem<br />

Lkw. Im La<strong>den</strong>geschäft im<br />

Ortsteil Sommerhof an der Echelsbacher<br />

Brücke sind Privatkun<strong>den</strong><br />

aber ebenso willkommen. Gegründet<br />

wurde das Unternehmen<br />

von Thomas Freier im Jahr 1989,<br />

in <strong>den</strong> vergangenen gut 25 Jahren<br />

habe es sich konstant und kontinuierlich<br />

weiter entwickelt. „Heute<br />

sind wir ein Fachgroßhandel<br />

<strong>für</strong> Baustoffe und Werkzeuge aller<br />

Art. Wir betreuen <strong>den</strong> gesamten<br />

Handwerksbereich vom Estrichleger,<br />

Hoch- und Tiefbau, Roh- und<br />

Trockenbau bis zum Dachdecker<br />

und Zimmerer ", erklärt Freier. ts<br />

www.altlandkreis.de<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 73


<strong>Das</strong> bringt die Fachunternehmererklärung<br />

Gut informierte Hausbesitzer<br />

sparen Energie<br />

<strong>Altlandkreis</strong> | Wer saniert oder<br />

neu baut, steht anfangs vor einem<br />

Dschungel aus Fachbegriffen. Viele<br />

Bauherren verlassen sich auf<br />

das Wort ihres Architekten oder<br />

Energieberaters. Doch auf dem<br />

Bau warten viele Fallstricke, und<br />

auch Architekt und Berater können<br />

nicht je<strong>den</strong> Schritt kontrollieren.<br />

„Wer selbst gut informiert ist<br />

und <strong>den</strong> Überblick behält, umgeht<br />

Fettnäpfchen und spart am Ende<br />

Energie — im Haus, aber auch die<br />

eigene“, sagt Andreas Skrypietz,<br />

Leiter der Klimaschutz- und Beratungskampagne<br />

„Haus sanieren<br />

— profitieren“ der Deutschen<br />

Bundesstiftung Umwelt (DBU). Ein<br />

wichtiger Begriff, <strong>den</strong> Bauherren<br />

kennen sollten, sei die Fachunternehmererklärung.<br />

Skrypietz: „Was<br />

auf Beamtendeutsch so kompliziert<br />

klingt, ist nicht mehr als eine Bescheinigung,<br />

dass der Handwerker<br />

seine Arbeit korrekt gemacht hat.<br />

Aber die ist enorm wichtig.“<br />

Wenn das beauftragte Unternehmen<br />

von sich aus eine Fachunternehmererklärung<br />

vorlegt, sei das<br />

<strong>für</strong> <strong>den</strong> Bauherrn ein Beleg, dass<br />

der Betrieb sich an die gesetzlichen<br />

Vorschriften gehalten habe,<br />

erklärt der gelernte Energieberater<br />

Skrypietz. Die Fachunternehmererklärung<br />

sei laut Energieeinsparverordnung<br />

(EnEV) Pflicht <strong>für</strong><br />

alle Bauschritte, die später beim<br />

Energiesparen helfen.<br />

<strong>Das</strong> könne der Einbau neuer<br />

Fenster sein, die Erneuerung der<br />

Heizung, aber auch das Dämmen<br />

und Verputzen von Außenwän<strong>den</strong>,<br />

Kellerdecke und Dach. Besonders,<br />

wenn der Bauherr eine<br />

Sanierungsförderung beantragt<br />

hat, sei eine fehlende Erklärung<br />

ärgerlich, so Skrypietz. „Wenn die<br />

Erklärung vom Handwerker nicht<br />

vollständig ausgefüllt wird oder<br />

die einzelnen Werte nicht plausibel<br />

sind, erkennen Zuschussgeber<br />

sie nicht an“, sagt er weiter. Dann<br />

komme im Nachhinein viel Arbeit<br />

und Ärger auf <strong>den</strong> Bauherren zu.<br />

Er müsse belegen, dass sein Haus<br />

die verlangten Effizienzstandards<br />

erfüllt. Wenn Handwerker keine<br />

Fachunternehmererklärung<br />

abgeben, könne dies aber auch<br />

ein Indiz da<strong>für</strong> sein, dass sie<br />

die Fachkriterien missachtet<br />

haben.<br />

<strong>Das</strong> könne wiederum fatale<br />

Auswirkungen haben: Wür<strong>den</strong><br />

Dämmmaterialien falsch angebracht,<br />

entstün<strong>den</strong> in der Regel<br />

Wärmebrücken. Über sie werde<br />

die Wärme aus <strong>den</strong> Räumen<br />

schneller nach außen transportiert<br />

als durch andere Bauteile.<br />

<strong>Das</strong> sei etwa an Deckenanschlüssen,<br />

Fensterrahmen, Ecken im<br />

Haus oder ungedämmten Stahlbetonbauteilen<br />

der Fall. „An diesen<br />

Stellen ist die Schimmelgefahr<br />

besonders groß, weil sich dort gut<br />

Feuchtigkeit bil<strong>den</strong> kann“, sagt<br />

Skrypietz.<br />

Auch der Einbau einer neuen Heizung<br />

dürfe laut Förderrichtlinien<br />

nur mit hydraulischem Abgleich<br />

erfolgen, der ebenfalls bescheinigt<br />

wer<strong>den</strong> sollte. Dabei nehme<br />

der Handwerker an der Heizung<br />

kleinere Einstellungen vor, die die<br />

Wärme im Haus gleichmäßig verteilen.<br />

Im höchstgelegenen oder<br />

weitest entfernten Raum wer<strong>den</strong><br />

die Heizkörper bei gleicher Pumpleistung<br />

dann genau so warm wie<br />

am zur Hauptanlage nächstgelegenen<br />

Heizkörper. Allein dieser<br />

Abgleich senke <strong>den</strong> Energiebedarf<br />

um zehn bis 20 Kilowattstun<strong>den</strong><br />

pro Quadratmeter im Jahr.<br />

Zudem sei der Aufwand da<strong>für</strong><br />

relativ gering, sagt Skrypietz: „Der<br />

Effizienzschub und mögliche bauliche<br />

Herausforderungen fin<strong>den</strong><br />

in der Regel ausschließlich im<br />

Keller statt, weil dort die Hauptanlagen<br />

stehen.“ Die Kosten <strong>für</strong><br />

das Verbessern der alten Anlage<br />

oder <strong>den</strong><br />

Einbau moderner Hocheffizienzpumpen<br />

zahlten sich wegen der<br />

Energieeinsparung schon innerhalb<br />

von zwei Jahren aus. „Wenn<br />

Heizungsinstallateure diesen Abgleich<br />

nicht durchführen, wird der<br />

vom Gesetzgeber verlangte Energieeffizienzstandard<br />

möglicherweise<br />

nicht erreicht“, so Skrypietz.<br />

Die Fachunternehmererklärung<br />

sollte auf je<strong>den</strong> Fall angefordert<br />

wer<strong>den</strong>, wenn der Handwerker<br />

sie nicht von sich aus vorlege.<br />

Weitere Fachbegriffe erklärt „Haus<br />

sanieren — profitieren“ in einem<br />

Sanierungs-ABC im Internet:<br />

www.sanieren-profitieren.de/<br />

sanierungs-abc.<br />

Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt<br />

74 | der altlandkreis


Der aktuelle „altlandkreis“-Rechtstipp<br />

Modernisierung der<br />

Mietwohnung<br />

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<strong>Altlandkreis</strong> | Im aktuellen Rechtstipp<br />

erklärt Rechtsanwältin Beate<br />

Becker von der Kanzlei Wiesmaier<br />

und Kollegen in Weilheim, welche<br />

Aspekte unter die Modernisierung<br />

einer Mietwohnung fallen. Zusätzlich<br />

gibt die Expertin Auskunft, auf<br />

was sowohl Vermieter als auch<br />

Mieter zu achten haben.<br />

Eine Modernisierung liegt immer<br />

dann vor, wenn durch bauliche<br />

Maßnahmen Energie nachhaltig<br />

eingespart wer<strong>den</strong> kann, sich der<br />

Wasserverbrauch nachhaltig reduziert,<br />

sich der Gebrauchswert<br />

der Wohnung nachhaltig erhöht<br />

oder sich die Wohnverhältnisse<br />

dauerhaft verbessern. Zu solchen<br />

Modernisierungsmaßnahmen zählen<br />

etwa der Einbau von Isolierglasfenstern,<br />

die Anbringung einer<br />

Wärmedämmung, die Erneuerung<br />

des Heizsystems, die Verlegung einer<br />

besseren Fußbo<strong>den</strong>art, der Anbau<br />

eines Balkons, die Schaffung<br />

einer Grünanlage oder Stellplätzen<br />

und ähnliches. Reine Erhaltungsmaßnahmen,<br />

wie die Reparatur<br />

der Heizungsanlage oder der Wasserleitungen,<br />

sowie der Austausch<br />

morscher Fenster sind hingegen<br />

keine Modernisierungsmaßnahmen.<br />

Ankündigungspflicht<br />

durch <strong>den</strong> Vermieter<br />

Plant der Vermieter eine Modernisierung<br />

seiner vermieteten<br />

Wohnung, hat er dem Mieter die<br />

entsprechen<strong>den</strong> Maßnahmen<br />

mindestens drei Monate vor deren<br />

Beginn anzukündigen. Die Ankündigung<br />

kann als Brief oder Telefax,<br />

aber auch per E-Mail erfolgen.<br />

Darin ist dem Mieter mitzuteilen,<br />

welche Art von Arbeiten durchgeführt<br />

wird, wann diese beginnen<br />

und wie lange diese voraussichtlich<br />

dauern. Zudem muss der<br />

Mieter bereits zu diesem Zeitpunkt<br />

darüber informiert wer<strong>den</strong>, welche<br />

Mieterhöhung infolge der Modernisierung<br />

zu erwarten ist und wie<br />

hoch die künftigen Betriebskosten<br />

sein wer<strong>den</strong>. Es sind bereits konkrete<br />

Geldbeträge zu nennen. Nur<br />

nach einer ordnungsgemäßen Ankündigung<br />

der Maßnahme kann<br />

der Vermieter drei Monate später<br />

mit <strong>den</strong> Arbeiten beginnen.<br />

Duldungspflicht<br />

durch <strong>den</strong> Mieter<br />

Der Mieter andererseits muss die<br />

Modernisierungsmaßnahmen und<br />

die damit verbun<strong>den</strong>en Einschränkungen<br />

in der Regel dul<strong>den</strong>, außer<br />

es liegt ein besonderer Härtefall<br />

vor. Voraussetzung <strong>für</strong> die Duldungspflicht<br />

ist wiederum, dass<br />

der Vermieter die Modernisierung<br />

ordnungsgemäß angekündigt hat.<br />

Kommt es während der Modernisierungsmaßnahmen<br />

zu nicht<br />

Beate Becker, Rechtsanwältin in<br />

Weilheim, erklärt im aktuellen<br />

Rechtstipp, worauf insbesondere<br />

Vermieter zu achten haben.<br />

unerheblichen Gebrauchsbeeinträchtigungen,<br />

kann der Mieter die<br />

Miete mindern. Die Höhe der Mietminderung<br />

richtet sich nach dem<br />

Grad der Beeinträchtigung und<br />

kann geschätzt wer<strong>den</strong>.<br />

Handelt es sich bei der Modernisierung<br />

allerdings um energetische<br />

Maßnahmen, wie beispielsweise<br />

die Anbringung einer Wärmedämmung<br />

oder die Umstellung auf<br />

eine effizientere Heizungsanlage,<br />

ist eine Minderung der Miete in<br />

<strong>den</strong> ersten drei Monaten der Maßnahme<br />

nicht zulässig. Etwas anderes<br />

gilt bei energetischen Maßnahmen<br />

nur dann, wenn die Wohnung<br />

<strong>für</strong> die Dauer der Maßnahme nicht<br />

mehr bewohnt wer<strong>den</strong> kann.<br />

Nach erfolgter Modernisierung<br />

kann die Jahresmiete dauerhaft um<br />

bis zu elf Prozent der <strong>für</strong> die Modernisierung<br />

aufgewandten Kosten<br />

angehoben wer<strong>den</strong>.<br />

Der Mieter hat jedoch nach erfolgter<br />

Modernisierungsankündigung<br />

ein Sonderkündigungsrecht.<br />

Da bereits bei der Modernisierungsankündigung<br />

viele Fehler<br />

gemacht wer<strong>den</strong> können und mit<br />

einer unkorrekten oder unvollständigen<br />

Information nachteilige Folgen<br />

<strong>für</strong> <strong>den</strong> Vermieter verbun<strong>den</strong><br />

sind, ist ein Gang zum Experten<br />

durchaus ratsam. <br />

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märz / april <strong>2016</strong> | 75


Oliver Schumann beobachtet das Bauland im Landkreis<br />

Selbsteinschätzung:<br />

„Verwaltungsmensch“<br />

Weilheim-Schongau | Gutachterausschüsse<br />

(GAA) in Landratsämtern<br />

beobachten Immobilienpreise<br />

und ermitteln alle zwei Jahre die so<br />

genannten Bo<strong>den</strong>richtwerte. Dem<br />

Gremium in Weilheim steht Oliver<br />

Schumann vor, er folgte Hubert<br />

Geisenberger aus Peiting, der 2014<br />

nach 15 Jahren als Vorsitzender in<br />

<strong>den</strong> Ruhestand ging und heute<br />

als ehrenamtlicher Gutachter Mitglied<br />

im Ausschuss ist. Schumann<br />

sagt über sich selbst: „Ich bin ein<br />

Verwaltungsmensch.“ Mitte der<br />

1990er-Jahre hatte er sein Diplom<br />

als Verwaltungswirt erhalten, arbeitete<br />

zunächst in der öffentlichen<br />

Personalverwaltung, „kam aber relativ<br />

schnell in die Stiftungsverwaltung“.<br />

Dort hatte er mit Ländereien<br />

zu tun, war quer durch Bayern unterwegs,<br />

um Immobilien vor Ort zu<br />

bewerten, etwa <strong>für</strong> Pensionsfonds,<br />

und vertragliche Dinge zu regeln.<br />

Mit Kollegen betreute er rund 2 000<br />

Stiftungen.<br />

Dann wurde ihm eine Zusatzausbildung<br />

zum Sachverständigen angeboten.<br />

Von 1999 bis 2001 besuchte<br />

er die Deutsche Immobilien-Akademie<br />

(DIA) in Freiburg. Er verließ sie<br />

als „Diplom-Sachverständiger <strong>für</strong><br />

die Bewertung von bebauten und<br />

unbebauten Grundstücken, Mieten<br />

und Pachten (DIA)“, so die korrekte<br />

Berufsbezeichnung. Als später<br />

Umstrukturierungen in der Stiftungsverwaltung<br />

seine „Entscheidungsfreiheit<br />

sehr arg einschränkten“,<br />

verließ er <strong>für</strong> einige Jahre <strong>den</strong><br />

öffentlichen Dienst ganz. „Bis es<br />

gebitzelt hat, wieder in <strong>den</strong> erlernten<br />

Beruf zurückzukehren“, sagt<br />

Oliver Schumann, der neue Vorsitzende des Gutachterausschusses im<br />

Landkreis Weilheim-Schongau<br />

der bald 47-Jährige, das war 2013.<br />

Er habe sich <strong>für</strong> zwei Stellenangebote<br />

„ernsthaft interessiert“, eines<br />

war vom Landratsamt in Weilheim<br />

ausgeschrieben: „Zwei Tage nach<br />

dem ersten Vorstellungsgespräch<br />

habe ich ‚Ja‘ gesagt“, beschreibt er<br />

<strong>den</strong> Beginn der neuen beruflichen<br />

Bindung.<br />

Zunächst arbeitete Schumann <strong>für</strong><br />

die Kämmerei in der Schulverwaltung<br />

und unterstützte parallel die<br />

Unterbringung von Asylbewerbern<br />

durch die Anmietung von Unterbringungsobjekten.<br />

Dann habe<br />

sich Kreiskämmerer Norbert Merk<br />

an die Qualifikation als Sachverständiger<br />

erinnert und ihn auf die<br />

vakante Geisenberger-Nachfolge<br />

hingewiesen. So wurde Schumann<br />

mit dem 1. Juli 2014 Leiter der GAA-<br />

Geschäftsstelle, seit Ende 2014 ist<br />

er der Ausschuss-Vorsitzende, 2015<br />

legte er erstmals „seine“ Statistik<br />

vor. Allerdings unter erschwerten<br />

Bedingungen: Im Landratsamt<br />

drehte sich das Personalkarussell.<br />

Zwischen der GAA-Geschäftsstelle<br />

und Aufgaben im Wohnungswesen<br />

gab es Schnittstellen, beide Bereiche<br />

wur<strong>den</strong> zusammengeführt, da<br />

mehr Aufgaben rund um <strong>den</strong> Sozialen<br />

Wohnungsbau anstan<strong>den</strong> —<br />

sei es in der Bauförderung, sei es<br />

bei Wohnberechtigungsscheinen.<br />

Schumann musste nicht nur Bo<strong>den</strong>richtwerte<br />

ermitteln, sondern<br />

ein neues Team zusammenstellen:<br />

Mitarbeiter rochierten, um<br />

innerhalb der Behörde auf ihre<br />

Wunschpositionen zu wechseln,<br />

andere gingen in <strong>den</strong> Ruhestand.<br />

Er führte Einstellungsgespräche,<br />

konnte zuletzt im November und<br />

Dezember 2015 Stellen neu besetzen,<br />

aktuell arbeitet er die neuen<br />

Kollegen ein. Nebenbei frischte er<br />

sein DIA-Wissen auf. Zum Glück<br />

wird in Freiburg Blockunterricht<br />

angeboten. Denn im Landkreis ist<br />

Oliver Schumann mächtig gefordert.<br />

ts<br />

76 | der altlandkreis


Die Entwicklung der Grundstückspreise<br />

Ein Rollentausch der<br />

bei<strong>den</strong> <strong>Altlandkreis</strong>e<br />

Weilheim-Schongau | Der Gutachterausschuss<br />

(GAA) gibt seine<br />

Bo<strong>den</strong>richtwerte alle zwei Jahre in<br />

<strong>den</strong> Gemein<strong>den</strong> durch Auslegung<br />

öffentlich bekannt. Wer danach<br />

genaueres zu Baulandpreisen in<br />

einer Kommune wissen möchte,<br />

kann im Landratsamt kostenlos<br />

Einsicht in die Bo<strong>den</strong>richtwertliste<br />

nehmen oder die Zahlen schriftlich<br />

anfordern. „Als fortschrittlicher<br />

GAA machen wir seit Jahren<br />

das Zahlenmaterial und alle relevanten<br />

Informationen auch im<br />

Internet verfügbar“, erklärt der<br />

GAA-Vorsitzende Oliver Schumann.<br />

Die digitale Einsicht ist kostenpflichtig<br />

und etwas günstiger<br />

als jene auf gedrucktem Papier,<br />

die es auch gibt.<br />

Beim privaten Baugrund lag die<br />

Steigerung im Landkreis Weilheim-Schongau<br />

„bei gut sieben<br />

Prozent gegenüber der letzten<br />

Ermittlung“, fasst Schumann seine<br />

neusten Zahlen zusammen.<br />

Festzustellen sei, dass sich die<br />

Entwicklung in <strong>den</strong> zwei <strong>Altlandkreis</strong>en<br />

seit 2013 umgekehrt hat:<br />

Im Schongauer Raum bewegte<br />

sich die Verteuerung „in Richtung<br />

zehn Prozent“, im Einzugsgebiet<br />

Weilheim lag sie bei fünf Prozent.<br />

Auch <strong>für</strong> die fünf großen Kommunen<br />

— Weilheim, Schongau, Penzberg,<br />

Peiting und Peißenberg —<br />

hat Schumann eine Zahl parat: 5,4<br />

Prozent Plus. Allerdings gibt es<br />

markante Ausreißer: „Wohnbauflächen<br />

in Seenähe am südlichen<br />

Ammersee mit spürbar deutlicheren<br />

Steigerungen“, bemerkt Schumann.<br />

Aus Ai<strong>den</strong>ried und Fischen<br />

kamen Kauffälle in die Statistik,<br />

wo der Quadratmeterpreis auf<br />

380 Euro anstieg. <strong>Das</strong> Plus sei jedoch<br />

relativ zu sehen, weil es dort<br />

zuvor lange Zeit gar keine Kauffälle<br />

gab, die Gutachter mussten<br />

„teilweise sechs bis acht Jahre<br />

zurückgehen, jetzt haben wir die<br />

Anpassung vorgenommen“, sagt<br />

Schumann. <strong>Das</strong>s sich Bauland<br />

verteuerte durch <strong>den</strong> „Siedlungsdruck“<br />

aus München, sei allenfalls<br />

entlang des Starnberger Sees in<br />

einzelnen Kauffällen festzustellen.<br />

Statistisch ausgewirkt habe sich<br />

das noch nicht.<br />

Beim gewerblichen Grund gab<br />

es ebenfalls eine Umkehrung zu<br />

2013: Sieben Prozent Plus im <strong>Altlandkreis</strong><br />

Weilheim stehen bemerkenswerte<br />

20 Prozent rund<br />

um Schongau gegenüber. Die fünf<br />

großen Kommunen liegen bei<br />

zwölf, der Landkreis-Schnitt bei 15<br />

Prozent. „Teilweise zweistellige<br />

Abweichungen“<br />

von diesen Werten gibt es<br />

laut Schumann bei „kun<strong>den</strong>orientierten<br />

Gewerbeflächen“.<br />

<strong>Das</strong> ist Bauland,<br />

dessen Preis sich danach<br />

richtet, welches Gewerbe<br />

interessiert ist. „Hier wird<br />

ein Unterschied gemacht<br />

zwischen Betrieben mit<br />

regem Kun<strong>den</strong>verkehr,<br />

etwa einem Discounter,<br />

oder einer Fertigungsfirma<br />

ohne Besucher<br />

oder einem Handwerksbetrieb,<br />

dessen<br />

Mitarbeiter tagsüber<br />

wegfahren auf Baustellen“,<br />

präzisiert Oliver<br />

Schumann. ts<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 77


Ernst Niggl besitzt eine Sammlung illustrer Schablonen aus einem Künstlernachlass<br />

(Kleiner) Rottenbucher Schatz auf Papier<br />

Rottenbuch / Peiting | <strong>Das</strong> Universum<br />

wird von unbestechlichen Naturgesetzen<br />

gesteuert; etwa durch<br />

das Gesetz der Anziehung. Augenzwinkernd<br />

darf dieser — zugegeben<br />

etwas hinkende — Vergleich<br />

bei der folgen<strong>den</strong> Begebenheit<br />

herangezogen wer<strong>den</strong>: Im Falle<br />

dieser Geschichte trafen Liebhaberei<br />

und passender Liebhaber<br />

aufeinander. Durch Zufall, würde<br />

Ernst Niggl sagen; durch die<br />

Anziehung, wür<strong>den</strong> Meinungsvertreter<br />

dieser Art von Zufällen<br />

entgegnen. Doch jetzt erst einmal<br />

von vorne.<br />

Vor einigen Jahren ging das Wohnhaus<br />

des verstorbenen Künstlerpaares<br />

Andreas und Marianne<br />

Brennauer in der Gemeinde Rottenbuch<br />

in <strong>den</strong> Besitz von Moni<br />

und Peter Frühschütz über. Beide<br />

nahmen mit dem Kauf des Hauses<br />

im stark renovierungsbedürftigen<br />

und voll möblierten Zustand nicht<br />

nur einen kräftezehren<strong>den</strong> Ausund<br />

Umbau auf sich; im Keller befand<br />

sich zudem der künstlerische<br />

Nachlass des Paares Brennauer,<br />

der sich auf rund 2 000 Exponate<br />

erstrecken sollte, geschaffen in<br />

Kreide, Öl- und Aquarelltechnik.<br />

Die Detailversessenheit mancher Vorlagen aus <strong>den</strong> Hän<strong>den</strong> des Rottenbucher<br />

Künstlers Brennauer beeindruckt Ernst Niggl immer wieder.<br />

<strong>Das</strong> Lebenswerk der bei<strong>den</strong> Kreativen,<br />

die in <strong>den</strong> 1920er-Jahren unter<br />

Olaf Gulbransson an der Akademie<br />

der Bil<strong>den</strong><strong>den</strong> Künste in München<br />

studierten und dort aufeinander<br />

trafen, sollte adäquat verwaltet<br />

wer<strong>den</strong>. <strong>Das</strong> hatten sich Moni und<br />

Peter Frühschütz zur Aufgabe gemacht.<br />

Zu abwegig erschien ihnen<br />

die Vorstellung, diese Fülle an<br />

Bildern, Leinwän<strong>den</strong>, Skizzen und<br />

Pausen sich selbst zu überlassen —<br />

oder gar zu entsorgen.<br />

Rund 60 Rollen wechseln<br />

spontan <strong>den</strong> Besitzer<br />

Über einen Aufruf in der Presse<br />

machten beide auf <strong>den</strong> Künstlernachlass<br />

aufmerksam, wollten darüber<br />

das eine oder andere Bild „an<br />

<strong>den</strong> Mann“ bringen. Ernst Niggl,<br />

Malermeister mit Unternehmenssitz<br />

in Peiting, wurde auf diesen Artikel<br />

aufmerksam. Er selbst stammt<br />

ursprünglich aus Rottenbuch, wie<br />

auch seine Familie. Seine Großmutter<br />

wohnte damals in direkter<br />

Nachbarschaft des Künstlerpaares<br />

Brennauer, das im Ort Rottenbuch<br />

mit ihrer bohemienhaften Lebensweise<br />

<strong>für</strong> geteilte Meinung unter<br />

<strong>den</strong> Einwohnern sorgte. Ernst Niggl<br />

wollte einen Blick auf <strong>den</strong> künstlerischen<br />

Nachlass werfen. Vielleicht<br />

hatte er Glück und ein Porträt seiner<br />

Großmutter befände sich darunter.<br />

Glück sollte er an anderer<br />

Stelle haben: Ein Bildnis der Oma<br />

war nicht darunter, aber ein Schatz,<br />

der sich hinter sorgsam mit Packpapier<br />

eingewickelten Papierrollen<br />

von stattlicher Länge verbergen<br />

sollte. Ernst Niggl wird auf diese<br />

Rollen aufmerksam, möchte wissen,<br />

was sich darauf zeigt. Peter<br />

Frühschütz gibt Auskunft, doch die<br />

hat einen Haken. „Es wären Pausen<br />

und Schablonen von Wandmalereien<br />

Rottenbucher Häuser gewesen“,<br />

erinnert sich Niggl an das Gespräch.<br />

Und auch an <strong>den</strong> darauf folgen<strong>den</strong><br />

Deal. „Wenn du wissen willst, was<br />

darauf zu sehen ist, musst du alle<br />

nehmen“, habe ihm Peter Frühschütz<br />

listig geantwortet. Ernst<br />

Niggl hat nicht gezögert — und ist<br />

mit 50 bis 60 Rollen ohne Kenntnis<br />

des Inhaltes im Kofferraum seines<br />

Wagens nach Hause gefahren.<br />

Ein „Affenarsch“<br />

als Bekenntnis<br />

Gemeinsam mit Tochter Katja, die<br />

ein Kunststudium absolviert, hat er<br />

sich dann an die Sichtung gemacht.<br />

„Es war <strong>für</strong> uns beide ein richtiges<br />

Abenteuer“, erzählt Ernst Niggl. So<br />

wären die Pausen und Schablonen<br />

zwar — gesamt betrachtet — kein<br />

Fund gewesen, der öffentlichen<br />

Nachhall erzeugt hätte. Für <strong>den</strong><br />

Malermeister war es <strong>den</strong>noch ein<br />

Schatz. Verbargen sich doch unzählige<br />

Wandmalereien darunter,<br />

die einst Rottenbucher Häuser zierten;<br />

Zeitzeugen der besonderen Art<br />

sozusagen. Eine Pause stellt <strong>den</strong><br />

Entwurf dar, der lange Jahre auf<br />

dem Gebäude des Elternhauses des<br />

Künstlers zu sehen war, der ehemaligen<br />

Bäckerei Brennauer. Eine<br />

andere Schablone lässt einen Koch<br />

lachend <strong>den</strong> Bratspieß schwingen;<br />

das ehemalige Gasthaus Menke<br />

78 | der altlandkreis


Manche Pause ist maßstabsgenau —<br />

hier der Entwurf <strong>für</strong> die Wandmalerei<br />

der „Jonasstuben“.<br />

soll der Auftraggeber gewesen<br />

sein. Vieles habe Ernst Niggl ab da<br />

im Ort anders wahrgenommen, erzählt<br />

er. „Bei der Durchfahrt sehe<br />

ich immer wieder etwas, das mit<br />

meinen Pausen und Schablonen zu<br />

tun hat.“<br />

<strong>Das</strong> Sparkassengebäude in Rottenbuch<br />

ziert heute noch das Werk<br />

Brennauers — und natürlich gibt<br />

auch das ehemalige Wohnhaus<br />

Zeugnis davon, dass hier einmal<br />

ein Künstlerpaar gewohnt hatte:<br />

Ein Affe, der sein Hinterteil keck<br />

dem Betrachter zuwendet, ist auf<br />

der Hauswand von Moni und Peter<br />

Frühschütz verewigt. Selbstverständlich<br />

<strong>für</strong> das Paar, dieses „besondere<br />

Accessoire“ nicht übermalen<br />

zu lassen. Andreas Brennauer<br />

hatte es einst entstehen lassen, um<br />

<strong>den</strong> Rottenbucher Bürgern eine<br />

ironische Antwort auf <strong>den</strong> ihm und<br />

seiner Frau unterstellten liederlichen<br />

Lebenswandel zu geben.<br />

Einen Teil seiner Pausen und Schablonen<br />

konnte Ernst Niggl an die<br />

Besitzer zurückgeben. Die Vorstellung,<br />

dass nun Werke des Künstlerpaares,<br />

die dem Ort ein Gesicht<br />

gaben, dort sind, wo sie in Auftrag<br />

gegeben wur<strong>den</strong>, gefällt dem Malermeister.<br />

„Weil es zur Historie<br />

der Häuser gehört“, fasst Niggl<br />

diese Idee zusammen. Nicht aus<br />

Rottenbuch selbst, aber nicht minder<br />

historisch zeigte sich der Fund<br />

der Schablone des mittlerweile<br />

abgerissenen Plötzbräu-Gebäudes<br />

in Peißenberg. Die Marktgemeinde<br />

zögerte ebenfalls nicht lange,<br />

als Niggl ihr dieses Zeitdokument<br />

anbot. Es hat nun seinen Platz im<br />

Archiv des Ortes gefun<strong>den</strong>.<br />

Manche Werke zeugen vom Talent<br />

Brennauers aus dessen früher,<br />

akademischer Zeit. Ernst Niggl betrachtet<br />

sie gerne, erfreut sich an<br />

der Aussagekraft und der künstlerischen<br />

Stärke, die daraus hervorgeht.<br />

So kam wohl zusammen,<br />

was zusammen kommen muss: Die<br />

Schablonen und Pausen haben in<br />

ihm einen treuen Bewahrer gefun<strong>den</strong>,<br />

der dank seiner Ausbildung<br />

geschulten Auges erkennt, was er<br />

da vor sich hat und der <strong>den</strong> künstlerischen<br />

Charakter gerade als Einheimischer<br />

zu schätzen weiß. Und<br />

Peter Frühschütz darf sich insgeheim<br />

als „Einfädler“ dieser schönen<br />

Geschichte auf die Schulter<br />

klopfen. <br />

rp<br />

> > > Die Auflösung des letzten Heimaträtsels<br />

<strong>Altlandkreis</strong> | „Der Affe spinnt doch“, hieß es in<br />

der Januar/Februar-Ausgabe des „altlandkreis“ in<br />

Bezug auf unser Heimaträtsel. So kurios das gesuchte<br />

Abbild des Hinterteil recken<strong>den</strong> Primaten<br />

allein schon ist, so kurios gestalteten sich auch die<br />

Einsendungen unserer Leser. Mehrere Lösungsmöglichkeiten<br />

fan<strong>den</strong> gar <strong>den</strong> Weg in die „altlandkreis“-<br />

Redaktion. Und bei unserer Recherche stellten wir<br />

fest: alle stimmen — irgendwie.<br />

Nun erst einmal „Licht ins Dunkel“ zum Standort<br />

des Affen. Er ziert die Fassade des ehemaligen<br />

Wohnhauses des Künstlerpaares Andreas und Marianne<br />

Brennauer am Weihanger in Rottenbuch.<br />

Warum nun der Affe, ausgeschmückt mit Zigarette<br />

und einer Flasche Wein, die Hauswand schmückt,<br />

entspringt einer Tatsache, die sich in allen Lösungsmöglichkeiten<br />

wieder findet. Variante eins haben<br />

wir Ihnen, liebe Leser, in dieser Ausgabe im Artikel<br />

über <strong>den</strong> „Rottenbucher Schatz aus Papier“ präsentiert.<br />

Diese These wurde zumindest in etwa von Hermann<br />

Wörnzhofer aus Peiting sowie Emil Richter,<br />

Johanna Köhler und Susanne Nördinger aus Schongau<br />

bestätigt. Martha Keller aus Rottenbuch wiederum<br />

teilte uns schriftlich mit, Viktor Stadler, der<br />

Schwager der Brennauers, von Berufs wegen Polizist<br />

und wohnhaft in Sichtweite des Paares, soll der<br />

Adressat der malerischen Verunglimpfung gewesen<br />

sein. Er wäre in der Bevölkerung Rottenbuchs nicht<br />

sonderlich beliebt gewesen, ganz zu schweigen bei<br />

Marianne Brennauer. Sein immer wieder anstößiges<br />

Verhalten habe die Kunstmalerin damals veranlasst,<br />

zum Pinsel zu greifen, um ihrem Schwager „durch<br />

die Blume“ mitzuteilen, was sie von ihm hielt. Eine<br />

weitere Variante besagt, dass ein paar Häuser unterhalb<br />

des Brennauerhauses sich seinerzeit ein<br />

Krämerla<strong>den</strong> befun<strong>den</strong> hat. Marianne schickte nun<br />

des öfteren (und immer öfter) ihren Gatten dorthin,<br />

um Zigaretten und Wein zu holen. Als liederlich<br />

wurde alsbald der Künstlerhaushalt Brennauer bezeichnet.<br />

Wer solchen Konsum an Alkohol und Nikotin<br />

benötige, könne kein ehrbarer Bürger sein. Die<br />

Antwort darauf: ein gemalter „Affenarsch“.<br />

„Der Affe spinnt doch“ — und wir wohl auch, <strong>den</strong>n<br />

jeder der fünf erwähnten Einsender darf sich nun<br />

über einen Gutschein <strong>für</strong> das Erlebnisbad „Plantsch“<br />

freuen. Wir nennen das<br />

einfach künstlerische<br />

(Entscheidungs)Freiheit!<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 79


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Die Kunstschmiede und -schlosserei Spensberger<br />

Der barocke Typ<br />

mit Ideen in Eisen<br />

Dießen | An einigen Geschäftshäusern<br />

und Werkstätten in Dießen<br />

kann man sie noch entdecken:<br />

sogenannte „Nasenschilder“, die<br />

Auskunft darüber geben, welche<br />

Waren oder Fertigkeiten im Inneren<br />

feilgeboten wer<strong>den</strong>. Etliche<br />

davon hat Schmiedemeister Walter<br />

Spensberger hergestellt. In Handarbeit,<br />

versteht sich. Auch seine<br />

Werkstatt, die Kunstschmiede und<br />

Kunstschlosserei Spensberger, die<br />

sich mitten im alten Dießener Ortskern<br />

befindet, ist anhand eines Nasenschilds<br />

zu erkennen. Hier ist es<br />

ein Schlüssel, der <strong>den</strong> Weg zu ihm<br />

weist. Hinein in seine Werkstatt.<br />

Schon bevor man seine kreative<br />

Stätte betritt, fallen die kunstvoll<br />

verzierten, einzigartigen Grabkreuze<br />

auf, die scheinbar vergessen<br />

an der Hauswand gegenüber<br />

lehnen. Doch stehen sie im Mittelpunkt<br />

des Schaffens von Walter<br />

Spensberger. Über 50 Exemplare<br />

beherbergt er hier; eine stattliche<br />

Sammlung durch einige Epochen —<br />

von Barock, über Jugendstil bis<br />

zur Neuzeit, die er zuletzt vor rund<br />

zwei Jahren im Rahmen einer Ausstellung,<br />

initiiert vom Heimatverein<br />

Dießen, interessierten Besuchern<br />

vorstellte.<br />

Dampfhammer, Amboss<br />

und Esse<br />

Sich selbst bezeichnet er als „barocken<br />

Typ“, mit einigem Schalk<br />

im Nacken. Was er damit meint,<br />

erklärt sich bei einem Rundblick<br />

durch seine Werkstatt. Es herrscht<br />

ein herrlich kreatives Chaos, das<br />

— bei näherer Betrachtung — jedoch<br />

einer gewissen Struktur unterliegt.<br />

Walter Spensberger hat<br />

seine Berufung gefun<strong>den</strong>. Seine<br />

Werkstatt, prächtig ausgestattet<br />

mit selbstgebauter Esse, einem<br />

blanken süddeutschen Amboss und<br />

Zangen jeglicher Größe, in Reih<br />

und Glied über der Esse hängend,<br />

bildet <strong>den</strong> perfekten Rahmen und<br />

liefert Spensberger die Ideen, die<br />

er <strong>für</strong> seine Projekte braucht. Nicht<br />

mehr viele seiner Art gibt es und so<br />

erklärt sich, dass er zum jetzigen<br />

Zeitpunkt noch nicht ans Aufhören<br />

<strong>den</strong>kt, <strong>den</strong>n auch die Aufträge flattern<br />

nach wie vor ins Haus. Gerade<br />

arbeitet er an einem Grabkreuz;<br />

die Skizze dazu, fein ausgearbeitet,<br />

liegt auf dem Arbeitstisch neben<br />

der Esse. Auch <strong>für</strong> Restaurierungen,<br />

viel im sakralen Bereich, ist<br />

er eine gefragte Adresse. Arbeit<br />

gibt es also genug. Gerade will er<br />

seinen „tollen Mitarbeiter“, wie<br />

er <strong>den</strong> robusten Dampfhammer<br />

nennt, der ihm viele Arbeitsschritte<br />

leichter macht, anschalten, da<br />

betritt ein Kunde die Werkstatt, die<br />

Querstange eines Kummets in <strong>den</strong><br />

Hän<strong>den</strong>. Er bräuchte einen Beschlag.<br />

„Haben Sie so etwas da?“,<br />

Walter Spensberger bearbeitet das Eisen an seiner selbstgebauten Esse. Dank eines Abzuges ist seine Werkstatt<br />

rauchfrei, die Luft sauber. Er steht täglich in seinem Atelier in Dießen.<br />

80 | der altlandkreis


fragt er. Walter Spensberger wirft<br />

einen Blick darauf. Nein, vorrätig<br />

nicht. „Aber ich kann es schmie<strong>den</strong>“,<br />

erklärt er. Zeit hat er eigentlich<br />

nicht da<strong>für</strong>, doch das möchte<br />

er dem Kun<strong>den</strong> nicht auferlegen.<br />

Schließlich bleibt die Querstange<br />

in der Werkstatt, der Kunde verlässt<br />

das Geschäft. „Wer soll es <strong>den</strong>n<br />

sonst machen“, so Spensberger im<br />

Zwiegespräch mit sich selbst, „das<br />

können ja nicht mehr viele.“ Nein<br />

sagen, das kommt <strong>für</strong> ihn nicht in<br />

Frage.<br />

Die Kunst des Schmie<strong>den</strong>s<br />

brachte er nicht<br />

nur seinen drei Kindern<br />

Magdalena, Simon<br />

und Kathrin bei,<br />

die allesamt <strong>den</strong> Beruf<br />

des Vaters erlernten. Insgesamt<br />

17 Lehrlingen verhalf<br />

er zu solider Ausbildung.<br />

Auch zwei junge Männer mit<br />

„exotischem“ Hintergrund sollten<br />

das Handwerk bei ihm erlernen.<br />

Burt, ein junger Australier aus<br />

Brisbane, kam über Umwege zu<br />

ihm — und blieb zur Lehre. Aus<br />

San Francisco folgte Jim. Erst im<br />

Nachhinein erfuhr Walter Spensberger,<br />

dass sein Schützling eine<br />

Kunstprofessur innehatte. „Er<br />

wollte noch einmal etwas lernen<br />

in seinem Leben“, erinnert er sich<br />

lächelnd. <strong>Das</strong>s sein Gewerbe langsam<br />

ausstirbt, dessen ist sich Walter<br />

Spensberger bewusst. So freut<br />

er sich immer, wenn Schulklassen<br />

<strong>den</strong> Weg zu ihm fin<strong>den</strong>. Der Jugend<br />

zeigen zu können, was <strong>den</strong><br />

Wert dieses Handwerks ausmacht,<br />

das macht ihn froh. Heimlich wäre<br />

er gerne Lehrer gewor<strong>den</strong>. Aber<br />

so kann er <strong>den</strong> Kindern auch etwas<br />

zurückgeben. Soll er einen<br />

Blick in die ferne Zukunft werfen,<br />

kann er sich ein Leben ohne seine<br />

Werkstatt nicht vorstellen. „Vielleicht<br />

bin ich dann ein ausgestopftes<br />

Unikat“, schmunzelt er. „Dann<br />

wirft man einen Euro in meinen<br />

Rücken und ich hämmere weiter<br />

auf meinen Amboss.“ rp<br />

Vielfach fin<strong>den</strong> sich in <strong>den</strong> gestalteten Grabkreuzen Walter Spensbergers<br />

Hinweise auf die Vorlieben der Verstorbenen.<br />

Die Kunst des Schmie<strong>den</strong>s<br />

weitergeben<br />

Eher unfreiwillig habe er damals<br />

<strong>den</strong> Beruf erlernt, erinnert er sich.<br />

Der Vater Simon Spensberger, eigentlich<br />

ein gelernter Feinmechaniker,<br />

führte seit 1948 einen Betrieb<br />

in Dießen. Der Bub sollte natürlich<br />

in die Fußstapfen treten. 1956 startete<br />

er seine Lehre. „Damals war<br />

diese Tätigkeit noch weit entfernt<br />

von dem, was ich heute tue“, so<br />

Walter Spensberger. Kun<strong>den</strong> orderten<br />

Gebrauchsgegenstände,<br />

Kreativität spielte dabei keine Rolle.<br />

Irgendwann wurde das zeichnerische<br />

Talent Walters bemerkt —<br />

und sein Weg änderte sich, vom<br />

Beruf zur Berufung. Heute ist Walter<br />

Spensberger ein Virtuose seiner<br />

Zunft. Seine Bandbreite ist enorm,<br />

sein Stil erkennbar. „Viecher“ haben<br />

es ihm angetan. So findet man<br />

etwa am Ende eines Schürhakens<br />

einen Widderkopf. Kamele, Schlangen<br />

oder Fische gehören zu <strong>den</strong><br />

Kamera<strong>den</strong> in der Werkstatt.<br />

GmbH<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 81


Mehrgenerationenwohnen<br />

Neue Wohnform im<br />

Herzen von Peiting<br />

Peiting | In <strong>den</strong> letzten Jahren<br />

hat das Thema „neue Formen<br />

des Wohnens“ zunehmend an<br />

Bedeutung gewonnen, gerade<br />

auch im ländlichen Raum wie im<br />

Schongauer Land. Im Zusammenhang<br />

mit dem Strukturwandel in<br />

unserer Gesellschaft entstehen<br />

ganz neue Wohn- und Lebensgemeinschaften,<br />

deren Wohn- und<br />

Lebensbedürfnisse sich ebenfalls<br />

völlig neu darstellen. Um solchen<br />

Anforderungen gerecht wer<strong>den</strong><br />

zu können, muss sich auch der<br />

Wohnungsbau anpassen und auf<br />

Basis neuer Wohnmodelle eine<br />

optimale Kombination aus kommunikativen<br />

Strukturen, umweltfreundlichem<br />

Bauen und zugleich<br />

hoher Lebens- und Wohnqualität<br />

schaffen.<br />

Ein Modell, in dem genau diese<br />

Anforderungen zusammengeführt<br />

wer<strong>den</strong>, ist das geplante Mehrgenerationen-Wohnprojekt<br />

in Peiting<br />

zwischen dem Hotel Dragoner<br />

und dem Haushaltswarengeschäft<br />

Sailer. Hier entstehen in einem sogenannten<br />

„nachbarschaftlichen<br />

Wohnprojekt“ 14 barrierefreie,<br />

genossenschaftliche Mietwohnungen<br />

mit Garten oder Balkon.<br />

Ziel ist, dass hier generationenübergreifend<br />

ein Zusammenleben<br />

aller Bewohner entsteht, die sich<br />

gegenseitig schätzen, austauschen<br />

und im Idealfall nachbarschaftlich<br />

unterstützen. Ein lebendiges<br />

Miteinander, das schon während<br />

der aktuellen Planungsphase gefördert<br />

wird. Aus diesem Grund<br />

lernen sich die künftigen Bewohner<br />

bereits in dieser Frühphase<br />

kennen, so dass schon im Lauf der<br />

Vorbereitungen eine echte, lebendige<br />

Hausgemeinschaft wachsen<br />

kann. Nichtsdestotrotz lebt natürlich<br />

jeder in seiner eigenen Wohnung,<br />

aber eben „nicht nebeneinander<br />

her, sondern miteinander“.<br />

Durch Gemeinschaftsflächen und<br />

Gemeinschaftsräume wird dieses<br />

Miteinander zusätzlich gefördert.<br />

<strong>Das</strong> gesamte Projekt wird in einem<br />

genossenschaftlichen Modell entwickelt,<br />

das heißt, niemand ist Eigentümer<br />

seiner<br />

Wohnung, sondern<br />

Mieter (und<br />

zugleich Mitglied<br />

der Genossenschaft).<br />

Die Vorteile<br />

bei diesem<br />

Modell sind<br />

etwa Wohnrecht<br />

auf Lebenszeit,<br />

langfristig stabile<br />

Mieten und eben die Beteiligung<br />

bei der Planung und der<br />

späteren Bewirtschaftung. Auch in<br />

Weilheim erstellt die MARO-Genossenschaft<br />

aktuell ein Projekt <strong>für</strong><br />

nachbarschaftliches Wohnen im<br />

„Paradeisgarten“ mit 13 Wohnungen,<br />

die übrigens alle vergeben<br />

sind. Der Projektleiter <strong>für</strong> die Peitinger<br />

Wohnanlage, Martin Okrslar<br />

(sprich: Okerschlar) weist darauf<br />

hin, dass gerade die Schaffung von<br />

Wohnraum im ländlichen Raum<br />

<strong>für</strong> die MARO-Genossenschaft im<br />

Vordergrund steht. Im Sinne der<br />

demografischen und gesellschaftlichen<br />

Entwicklungen sind solche<br />

Modelle sicher zukunftsweisend<br />

und nachhaltig, sowohl <strong>für</strong> die<br />

Bewohner als auch die Investoren<br />

in derartige Projekte. In Peiting<br />

beispielsweise können auch<br />

Investitionen von „Nicht-Bewohnern“<br />

in das Projekt eingelegt<br />

wer<strong>den</strong>, die mit einer Rendite von<br />

bis zu vier Prozent ab Einzug der<br />

Mieter honoriert wer<strong>den</strong>. „Eine<br />

Beteiligung ab 10 000 Euro wäre<br />

optimal“, sagt Projektleiter Okrslar,<br />

„die absolute Untergrenze <strong>für</strong><br />

die Einlage sind drei Anteile, also<br />

1 500 Euro“. Auf diese Weise kann<br />

man seiner Investition vor Ort<br />

(MARO nennt das Modell in Peiting<br />

„Investment dahoam“) je<strong>den</strong><br />

Tag dabei zusehen, was aus ihr<br />

wird. Und in Zeiten der Niedrigoder<br />

Nullzinsen, in <strong>den</strong>en auch<br />

kaum mehr jemand etwas anspart,<br />

verspricht eine Rendite bis<br />

zu vier Prozent durchaus spannende<br />

Erträge. Wer sich intensiver<br />

über die Wohnungen oder die<br />

Investmentmöglichkeit informieren<br />

möchte, kann dies direkt bei<br />

Projektleiter Martin Okrslar unter<br />

08861 / 9099507 oder online unter<br />

www.maro-peiting.de. <br />

op<br />

82 | der altlandkreis


Winter ist die beste „Thermografie-Zeit“<br />

Kameras fangen<br />

Wärmeverlust ein<br />

<strong>Altlandkreis</strong> | Wenn Hauseigentümer<br />

wissen möchten, an welchen<br />

Stellen ihres Gebäudes die meiste<br />

Energie verloren geht, sollten sie<br />

gerade jetzt aktiv wer<strong>den</strong>. Denn<br />

die kalte Jahreszeit bietet beste<br />

Voraussetzungen <strong>für</strong> gute Thermografie-Aufnahmen.<br />

„Die Bilder<br />

zeigen, was das Gebäude hergibt —<br />

im schlimmsten Fall jede Menge<br />

wertvoller Energie“, sagt Andreas<br />

Skrypietz, Projektleiter der<br />

Klimaschutz- und Informationskampagne<br />

„Haus sanieren — profitieren“<br />

der Deutschen Bundesstiftung<br />

Umwelt (DBU).<br />

Eine Thermografie zum Aufspüren<br />

von Wärme-Lecks sei deshalb<br />

sinnvoll. Zusätzliche Informationen<br />

zum energetischen Zustand<br />

der Immobilie könne auch der<br />

kostenlose Energiecheck der<br />

DBU-Initiative liefern.<br />

Mit Hilfe der Thermografie erstellen<br />

Fachleute Momentaufnahmen,<br />

auf <strong>den</strong>en sie die<br />

unterschiedlichen Oberflächentemperaturen<br />

am Gebäude erkennen<br />

können. Anhand der<br />

Verteilung der Temperatur sehen<br />

sie, wo am Gebäude Problemstellen<br />

verborgen sind. So wür<strong>den</strong><br />

etwa sogenannte Wärmebrücken<br />

schnell entlarvt. „Wärmebrücken<br />

sind die kältesten Stellen<br />

an Wän<strong>den</strong> und entstehen, wenn<br />

etwa die Dämmung vom Dach an<br />

die Außenwand nicht lückenlos<br />

anschließt. Dann kommt schnell<br />

das Gefühl auf, dass es in der<br />

Wohnung zieht oder es in der<br />

Heizsaison nicht richtig warm<br />

wird“, erklärt Skrypietz.<br />

Die gedämmte Fassade (li.) verzeichnet weniger Wärmeverluste.<br />

Foto:© sto AG<br />

Da Temperaturunterschiede bei<br />

der Messung eine große Rolle<br />

spielen, sei der Winter die ideale<br />

Jahreszeit <strong>für</strong> die Wärmebildaufnahmen.<br />

„Zwischen <strong>den</strong><br />

Innenräumen und der Umgebung<br />

sollten mindestens 15 Grad<br />

Unterschied sein. Idealerweise<br />

misst man am frühen Morgen,<br />

damit die Fassade nicht schon<br />

von der Sonne aufgewärmt wurde“,<br />

sagt der Energieberater.<br />

Ein professionelles Thermografie-Gutachten<br />

koste in der Regel<br />

mehrere hundert Euro. Dieses<br />

könne im Rahmen einer Energiesparberatung<br />

— nicht allerdings<br />

als separate Maßnahme — vom<br />

Bundesamt <strong>für</strong> Wirtschaft und<br />

Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert<br />

wer<strong>den</strong>. Informationen dazu<br />

stellt BAFA auf www.bafa.de zur<br />

Verfügung.<br />

Auch <strong>für</strong> Hausbesitzer, die ihr<br />

Haus bereits saniert haben, könne<br />

der Einsatz einer Wärmebild-<br />

Kamera sinnvoll sein. Skrypietz:<br />

„Der Hausbesitzer kann damit<br />

sichergehen, dass alle Schwachstellen<br />

beseitigt wur<strong>den</strong> und die<br />

ausführen<strong>den</strong> Unternehmen gute<br />

Qualität abgeliefert haben.“ Für<br />

einen ersten Überblick: Energie-<br />

Checker in Ihrer Nähe fin<strong>den</strong><br />

interessierte Hausbesitzer auf<br />

www.sanieren-profitieren.de.<br />

Dort erklärt die Kampagne auch<br />

weiter Fachbegriffe: www.sanieren-profitiern.de/sanierungsabc.<br />

Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt<br />

ENERGIEBERATUNG<br />

DER VERBRAUCHERZENTRALE<br />

FÜR BAUHERREN, MIETER<br />

UND EIGENTÜMER<br />

Wir beraten: Stromsparen, Haustechnik, Heizungstechnik,<br />

Warmwasserbereitung, Raumklima, Feuchtigkeit und Schimmelbildung,<br />

Heizkostenabrechnung, Baulicher Wärmeschutz,<br />

Wärmepumpe, Solarenergie<br />

Wann wir beraten: Im Bauamt Peiting (Hauptplatz 4,<br />

Raum 41) je<strong>den</strong> 1. Donnerstag im Monat von 13.30 bis 18 Uhr<br />

Terminvereinbarung unter<br />

Ortstarif: 08861 – 599 44<br />

Bundesweit: 0800 – 809 802 400 (kostenfrei)<br />

www.verbraucherzentrale-energieberatung.de<br />

Gefördert durch das BMWi.<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 83


84 | der altlandkreis<br />

<strong>März</strong> / A


Veranstaltungskalender<br />

1. <strong>März</strong> bis 30. <strong>April</strong> <strong>2016</strong><br />

DI 01.03.<br />

PEITING<br />

19.00 Uhr<br />

Einführungskurs des Betreuungsvereins<br />

<strong>für</strong> ehrenamtliche Betreuer<br />

im AWO Seniorenzentrum. Teilnahme<br />

kostenlos. Weitere Infos und<br />

Anmeldung unter 08861 / 25330<br />

SCHWABBRUCK<br />

19.30 Uhr<br />

Sportgymnastik „Fit for Fun“ im<br />

Sportheim<br />

Mi 02.03.<br />

PEITING<br />

14.00 bis 17.00 Uhr<br />

Klösterlemuseum geöffnet<br />

15.30 Uhr<br />

Kinderkonzert „Sauguad“ der<br />

Gruppe „Bluatschink“ in der<br />

Schloßberghalle. Karten: 11 €.<br />

VVK in der Raiffeisenbank oder<br />

unter 08861 / 7137420. Einlass um<br />

14.30 Uhr<br />

LECHBRUCK<br />

14.00 Uhr<br />

Einführungskurs Bauernmalerei<br />

im Rathaus. Kosten: 13 €. Anmeldung<br />

bis 29.2. unter 08862 / 987830<br />

19.30 Uhr<br />

Vortrag „Homöopathie und Pflanzenheilkunde<br />

bei chronischen<br />

Erkrankungen“ des Frauenbundes<br />

mit Sonja Wirth im Pfarrheim<br />

ROTTENBUCH<br />

19.00 Uhr<br />

Klettern mit dem Alpenverein <strong>für</strong><br />

Jugendliche und Erwachsene im<br />

Boulderraum des Sportheims<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

14.00 bis 15.00 Uhr<br />

Offene Werkstatt des Holzschnitzers<br />

Guido Hosp, Gsteigweg 2<br />

14.30 bis 17.30 Uhr<br />

Museum im Bierlinghaus geöffnet.<br />

Eintritt: 2,50 €<br />

APFELDORF<br />

16.00 Uhr<br />

Kinderkino „<strong>Das</strong> Dschungelbuch“<br />

im Kindergarten<br />

DO 03.03.<br />

PEITING<br />

19.30 Uhr<br />

Vortrag „Pubertät — eine ganz<br />

besondere Familienphase“ mit<br />

Theodora Wolff im Gasthof Dragoner.<br />

Eintritt: 6 €<br />

hOHENFURCH<br />

17.30 bis 18.30 Uhr<br />

Bücherecke im Rathaus<br />

FR 04.03.<br />

Schongau<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Treffen der Krebs-Selbsthilfegruppe<br />

im evang. Pfarrheim<br />

17.30 bis 18.30 Uhr<br />

Klamottenkiste im Pfarrheim<br />

Verklärung Christi. Verkauf <strong>für</strong><br />

Schwangere und Behinderte.<br />

Warenannahme: 16.30 – 17 Uhr.<br />

Infos siehe 5.3.<br />

19.30 Uhr<br />

Lesung „Die Henkerstochter und<br />

das Spiel des Todes“ mit Oliver<br />

Pötzsch im Ballenhaus. Eintritt:<br />

10 €. Weitere Infos und Anmeldung<br />

unter 08861 / 214191<br />

PEITING<br />

8.00 bis 12.00 Uhr<br />

Bauernmarkt am Hauptplatz<br />

Hohenpeissenberg<br />

19.00 bis 20.00 Uhr<br />

Kinderkleidermarkt im Haus der<br />

Vereine. Verkauf <strong>für</strong> Schwangere.<br />

Warenannahme 14 – 17 Uhr.<br />

Siehe 5.3.<br />

> > > Blutspendetermine im <strong>Altlandkreis</strong><br />

pril <strong>2016</strong><br />

Fr, 4. <strong>März</strong> 16.00 bis 20.00 Uhr Fuchstal, Mittelschule<br />

Di, 10. <strong>März</strong> 16.30 bis 20.00 Uhr Steinga<strong>den</strong>, Grundschule<br />

Do, 17. <strong>März</strong> 17.00 bis 20.00 Uhr Rottenbuch, Grundschule<br />

Di, 22. <strong>März</strong> 16.00 bis 20.00 Uhr Reichling, Mehrzweckhalle<br />

Mo, 11. <strong>April</strong> 16.00 bis 20.00 Uhr Altenstadt, Grundschule<br />

Di, 19. <strong>April</strong> 17.00 bis 20.30 Uhr Bernbeuren, Pfarrheim<br />

aLTENSTADT<br />

19.00 Uhr<br />

Abend der Versöhnung in der<br />

Basilika<br />

bernbeuren<br />

19.30 bis 21.30 Uhr<br />

Spielzeug und Kinderkleider-<br />

Basar im Pfarrstadel. Einlass <strong>für</strong><br />

Schwangere um 19 Uhr<br />

LECHBRUCK<br />

19.00 Uhr<br />

Lesung „Allein durch Norwegen“<br />

mit Fotoshow im Café Andrea.<br />

Eintritt: 5 €<br />

fuchstal<br />

16.00 bis 20.00 Uhr<br />

Blutspen<strong>den</strong> in der Mittelschule<br />

SA 05.03.<br />

Schongau<br />

9.00 bis 12.00 Uhr<br />

Klamottenkiste im Pfarrheim Verklärung<br />

Christi. Weitere Infos unter<br />

klamottenkiste1@freenet.de oder<br />

mittwochs und donnerstags unter<br />

0152 / 28770385 und 0178 / 9776514<br />

hOHENPEISSENBERG<br />

9.00 bis 12.00 Uhr<br />

Kinderkleidermarkt im Haus der<br />

Vereine. Weitere Infos und Nummernvergabe<br />

unter 0171 / 8261565<br />

Ingenried<br />

20.00 Uhr<br />

Bierfest im Feuerwehrhaus<br />

märz / april <strong>2016</strong> | 85


Samstag, 5. <strong>März</strong><br />

Starkbierabend<br />

mit <strong>den</strong> Polkafreun<strong>den</strong> Schwangau<br />

Ostermontag, 28. <strong>März</strong><br />

Ab in <strong>den</strong> Sü<strong>den</strong><br />

Freitag, 15. <strong>April</strong><br />

Kindermusical<br />

Preisschafkopfen<br />

PEITING<br />

15.00 bis 17.00 Uhr<br />

Tag der offenen Tür im Naturkindergarten<br />

Oster-<br />

Markt<br />

26./27. <strong>März</strong><br />

Gipsmühlweg 5<br />

87645 Schwangau<br />

Tel. 08362/92 64 68 - 0<br />

www.schlossbrauhaus.de<br />

BERNBEUREN<br />

21.30 Uhr<br />

90er Party mit DJ Pati Fü in der<br />

Auerberghalle<br />

STEINGADEN<br />

9.30 bis 11.30 Uhr<br />

Kinderkleider- und Spielzeugbasar<br />

in der Turnhalle der<br />

Mittelschule. Infos unter www.<br />

kindergarten-steinga<strong>den</strong>.de<br />

Schwangau<br />

18.00 Uhr<br />

Starkbierabend mit <strong>den</strong> Polkafreun<strong>den</strong><br />

Schwangau im Schlossbrauhaus<br />

SO 06.03.<br />

LECHBRUCK<br />

10.30 bis 14.00 Uhr<br />

Frühjahrs-Brunch im Hotel Auf<br />

der Gsteig. Kosten: 27,50 €. Reservierung<br />

unter 08862 / 98770<br />

STEINGADEN<br />

9.00 bis 17.00 Uhr<br />

Traditioneller Frühjahrsmarkt auf<br />

dem Marktplatz<br />

9.30 bis 16.00 Uhr<br />

Familientag im Pfarrheim<br />

WILDSTEIG<br />

11.00 Uhr<br />

Hl. Messe in der Pfarrkirche,<br />

danach Fastensuppenessen in der<br />

Gemeindehalle<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

11.00 bis 14.00 Uhr<br />

Schmankerl-Brunch im Gasthof<br />

zum Weißen Roß<br />

17.00 bis 20.00 Uhr<br />

Museum im Bierlinghaus geöffnet.<br />

Eintritt: 2,50 €<br />

86 | der altlandkreis<br />

REICHLING<br />

14.00 Uhr<br />

Vorspielnachmittag des Musikvereins<br />

in der Mehrzweckhalle<br />

ROTT<br />

16.00 Uhr<br />

Passionssingen in der Kirche<br />

MO 07.03.<br />

PEITING<br />

15.00 Uhr<br />

Vorlesenachmittag <strong>für</strong> Kinder in<br />

der Bücherei<br />

ROTTENBUCH<br />

18.00 Uhr<br />

Klettern mit dem Alpenverein im<br />

Boulderraum des Sportheims. Für<br />

Kinder bis 10 Jahre<br />

19.00 Uhr<br />

Klettern mit dem Alpenverein <strong>für</strong><br />

Jugendliche und Erwachsene im<br />

Boulderraum des Sportheims<br />

20.00 Uhr<br />

Vortrag „Freiwilliges Soziales Jahr<br />

in Haflong, Indien“ mit Steyler<br />

Missionarinnen in der Regens-<br />

Wagner-Stiftung<br />

PEISSENBERG<br />

19.00 bis 21.30 Uhr<br />

Tauschabend der Sammlerfreunde<br />

Peiting und Umgebung e.V. in<br />

der Bücherei<br />

SCHWABBRUCK<br />

DI 08.03.<br />

14.00 Uhr<br />

Seniorennachmittag im Pfarrhof<br />

19.30 Uhr<br />

Sportgymnastik „Fit for Fun“ im<br />

Sportheim<br />

bernbeuren<br />

14.30 bis 17.00 Uhr<br />

Rentnerhoagart in der Honeleshofstubn<br />

Lu<strong>den</strong>hausen<br />

14.00 Uhr<br />

Hoagarta im Pfarrheim<br />

DENKLINGEN<br />

14.00 Uhr<br />

Vortrag von Horst Raabe im<br />

Pfarrheim<br />

MI 09.03.<br />

PEITING<br />

14.00 bis 17.00 Uhr<br />

Klösterlemuseum geöffnet<br />

LECHBRUCK<br />

14.00 Uhr<br />

Einführungskurs Bauernmalerei<br />

im Rathaus. Kosten: 13 €.<br />

Anmeldung bis Montag unter<br />

08862 / 987830<br />

ROTTENBUCH<br />

19.00 Uhr<br />

Klettern mit dem Alpenverein <strong>für</strong><br />

Jugendliche und Erwachsene im<br />

Boulderraum des Sportheims<br />

BÖBING<br />

15.00 Uhr<br />

Stammtisch des VdK im Gasthof<br />

Haslacher<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

14.00 bis 15.00 Uhr<br />

Offene Werkstatt des Holzschnitzers<br />

Guido Hosp, Gsteigweg 2<br />

14.30 bis 17.30 Uhr<br />

<strong>März</strong> / A<br />

Museum im Bierlinghaus geöffnet.<br />

Eintritt: 2,50 €<br />

DO 10.03.<br />

hOHENFURCH<br />

17.30 bis 18.30 Uhr<br />

Bücherecke im Rathaus<br />

STEINGADEN<br />

16.30 bis 20.00 Uhr<br />

Blutspen<strong>den</strong> in der Grundschule<br />

ROTTENBUCH<br />

14.00 bis 17.00 Uhr<br />

Seniorennachmittag im Schloss<br />

der Don-Bosco-Schwestern<br />

BÖBING<br />

18.30 Uhr<br />

Trachtentausch im Scheiberhaus<br />

WILDSTEIG<br />

14.00 Uhr<br />

Seniorennachmittag im Schützenstüberl<br />

DENKLINGEN<br />

14.00 bis 18.00 Uhr<br />

Energieberatung der Lechwerke<br />

Augsburg im Rathaus<br />

WEILHEIM<br />

18.30 Uhr<br />

Treffen der Selbsthilfegruppe bei<br />

Depression in <strong>den</strong> Räumen des<br />

Kreisjugendrings<br />

FR 11.03.<br />

16.00 Uhr<br />

Kasperltheater „Der Kasperl<br />

kommt“ im kath. Jugendheim.<br />

Eintritt: 3 €


hOHENPEISSENBERG<br />

15.00 bis 18.00 Uhr<br />

Tag der offenen Tür mit der<br />

Caritas Kita St. Anna und dem<br />

integrativen Kindergarten mit<br />

Kleinkindgruppe in <strong>den</strong> Kindergärten<br />

LECHBRUCK<br />

19.30 Uhr<br />

Tanzabend im Café Andrea. Eintritt<br />

frei<br />

APFELDORF<br />

20.00 Uhr<br />

Frühjahrs Vorplattlerprobe in der<br />

Mehrzweckhalle<br />

SA 12.03.<br />

Schongau<br />

11.00 bis 16.00 Uhr<br />

Tag der offenen Tür mit Frühlingsmarkt<br />

im Beruflichen<br />

Schulzentrum<br />

14.30 bis 18.00 Uhr<br />

Kleidertausch und Frauenplausch<br />

mit Kaffee und Kuchen im Mohrenhaus.<br />

Eintritt frei<br />

19.30 Uhr<br />

Gaujugendsingen im Trachtenheim<br />

Helgoland<br />

Peiting<br />

10.00 bis 12.30 Uhr<br />

Kinderkleiderbasar <strong>für</strong> Frühjahrs-<br />

und Sommermode in<br />

der Schloßberghalle. Infos und<br />

Chiffrenummern gibts ab 2.3.<br />

unter 0176 / 53396971 und 0176 /<br />

53390506. Annahme der Ware am<br />

Fr. 11.3. von 15 – 17 Uhr. Schwangere<br />

mit Partner wer<strong>den</strong> am Fr. 11.3.<br />

ab 18.30 eingelassen (Mutterpass<br />

mitbringen!)<br />

pril <strong>2016</strong><br />

SchWABNIEDERHOFEN<br />

14.00 Uhr<br />

Basteln von Frühjahrsdekoration<br />

des Gartenbauvereins Altenstadt-<br />

Schwabniederhofen im Bürgerzentrum<br />

bei der Schule<br />

SCHWABSOIEN<br />

19.30 Uhr<br />

Konzert der Singgemeinschaft in<br />

der Gemeindehalle<br />

SCHWABBRUCK<br />

20.00 Uhr<br />

Schaschlikessen im Sportheim<br />

BURGGEN<br />

14.00 bis 18.00 Uhr<br />

Osterbasar im Gemeindehaus<br />

BERNBEUREN<br />

14.00 Uhr<br />

Schnittkurs im Thalhof<br />

rettenbach<br />

9.00 bis 11.30 Uhr<br />

Frühjahrsbasar <strong>für</strong> Kinderartikel<br />

und Tupperware in der Weichberghalle.<br />

Nummernvergabe unter<br />

08860 / 1454. Warenannahme 11.3.<br />

17 – 18.30 Uhr<br />

LECHBRUCK<br />

20.00 Uhr<br />

Konzert „’s pure Leben und mear“<br />

mit Diana Durner und Gerrit<br />

Eldner im Flößermuseum. Karten:<br />

12 €. VVK in der Tourist-Info unter<br />

08862 / 987830<br />

20.00 Uhr<br /></