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Souffleuse 1/2016 Die Programmzeitschrift des Theaters im Romanischen Keller

Die Souffleuse ist die Programmzeitschrift des Theaters im Romanischen Keller Heidelberg. Sie informiert über die verschiedenen Veranstaltungen des Theaters im Bereich Schauspiel, Musik, Tanz, Workshop, Lesung etc. Das Theater befindet sich in der Seminarstraße 3 [Ecke Kettengasse] in der Altstadt Heidelbergs. Für den termingerechten Ablauf des angekündigten Programms und für dessen Inhalt trägt der Herausgeber keine Verantwortung. Die Zeitschrift und deren Inhalt sind Eigentum der Autoren und Herausgeber. Theater im Romanischen Keller 2016.

Kritik Angst vorm

Kritik Angst vorm Fliegen? Kritik zu Franz Arnolds und Ernst Bachs "Die spanische Fliege" vom Ensemble "Die spanische Fliege" Wer oder was ist die spanische Fliege? Zum einen: ein grün glänzender und fliegender Käfer – zum anderen: ein giftiges Potenzmittel, das aus eben diesem Käfer gewonnen wird – und außerdem: die Titelfigur eines Stück Boulevardtheaters, das das Autorenduo Arnold und Bach weltberühmt gemacht hat. Vor zwanzig Jahren haben in Heidelberg die ersten "Tage der Freien Gruppen" stattgefunden, die heute "Heidelberger Theatertage" heißen und im November letzten Jahres zum 18. Mal den mit 1500 Euro dotierten Heidelberger Theaterpreis verliehen haben. Organisiert wurde das Theaterfestival vom Freien Theaterverein im Karlstorbahnhof und dem Theater im Romanischen Keller. Zehn ausgewählte Gruppen aus dem freien Theaterbereich in Deutschland, Österreich und der Schweiz maßen sich im Wettbewerb. Prämiert wurden Innovativität, Ideenreichtum und neue Impulse. Entsprechend waren auch die gezeigten Stücke modern und experimentell – mit einer Ausnahme: "Die spanische Fliege", eine Komödie von Franz Arnold und Ernst Bach. Sie wurde schon drei Jahre vor dem Ersten Weltkrieg, im Jahr 1911, mit den beiden Autoren in den Hauptrollen in Hamburg uraufgeführt, 1913 kam sie nach Berlin ins Lustspielhaus. Das Stück wurde in 25 Sprachen übersetzt, lief 1928 ein halbes Jahr lang in einem der meistbesuchten Theater am Broadway und wurde zweimal verfilmt. Die FSK-Prüfung von 1955 ergab: ab 16 und "nicht feiertagsfrei". In Heidelberg läuft "Die spanische Fliege" im Wettbewerb um den Heidelberger Puck, den goldenen Wanderpokal. Dargeboten wird das Stück vom gleichnamigen Ensemble: Es sind Absolventen der privaten "Schule für Schauspiel" in Hamburg, die ihre Schulproduktion für die Theatertage wieder haben aufleben lassen. Die Regie hat Annelore Sarbach, Dozentin für Szenenstudium, übernommen. Die Vorstellung des Hamburger Ensembles im Karlstorbahnhof ist ausverkauft, das Publikum ist begeistert. Die Produktion gewinnt zwar nicht den goldenen Puck, jedoch immerhin den zweiten Preis der Jury. Herausragend ist Anja-Maria Wedekind als sittenstrenge Ehefrau und Mutter Emma Klinke. Die Inszenierung der Schauspielschule ist allerdings deutlich stilisiert. Hält man so ein altes Stück sonst nicht für zumutbar? Die Gesichter sind deckend weiß geschminkt, die Darsteller stolpern bei jedem Auftritt, das allerdings sehr gekonnt. Die ohnehin schon stark überzeichnet angelegten Rollen werden schauspielerisch noch weiter verfremdet. Interessanter wäre es vielleicht gewesen, sich stattdessen mehr auf den Text einzulassen – gerade weil er schon über hundert Jahre alt ist. Nicht Schablonen zu zeigen, sondern echte Menschen mit echten Gesichtern und natürlicher Körpersprache. Das wäre noch mehr gewagt und eine Inszenierung ohne Flugangst. Von Christine Wetzka 21

Ausschreibung Heidelberger Theatertage 2016 19. Heidelberger Theaterpreis Im Herbst 2016 steht Heidelberg ganz im Zeichen des Freien Theaters: Vom 20. bis zum 30. Oktober hebt sich zum neunzehnten Mal der Vorhang für das jährliche Festival "Heidelberger Theatertage der Freien Gruppen". Ensembles aus dem gesamten deutschsprachigen Raum treten den Wettbewerb um den Heidelberger Theaterpreis und unseren Wanderpokal "Heidelberger Puck" an. Dieser in der Region einmalige Preis ist mit insgesamt € 1500 und freien Auftrittstagen im TiKK – Theater im Kulturhaus Karlstorbahnhof dotiert. Mit dem Heidelberger Theaterpreis werden Produktionen ausgezeichnet, die durch ein hohes Maß an Innovation und Ideenreichtum dazu angetan sind, dem freien Schauspiel neue Impulse zu geben. Bewerben können sich alle Freien Sprechtheater-Produktionen für Erwachsene. Zu den postalisch einzusendenden Bewerbungsunterlagen* gehören Informationen über: - Gruppe / Ensemble / Bühne - Regie / Schauspielerinnen und Schauspieler - bisherige Produktionen - Bewerbungsproduktion (mit Fotos, Programmheft, Plakat, Kritiken usw., Bühnenanweisungen und -plänen sowie vollständigem digitalen Pressematerial [druckfähige Pressebilder + Texte]) - Länge der Bewerbungsproduktion / mit oder ohne Pause? - Gesamtanzahl Personal insgesamt (Schauspiel, Regie, Technik) - Technischer Aufwand (hoch, mittel, gering)? und außerdem: - DVD der Bewerbungsproduktion (vorzugsweise Aufführungs- oder Probenmitschnitt) Bitte die DVD unbedingt vor Versand auf verschiedenen Abspielgeräten testen! 22

Souffleuse 1/2017 - Die Programmzeitschrift des Theaters im Romanischen Keller
Souffleuse 2/2016 Die Programmzeitschrift des Theaters im Romanischen Keller, Herbst/Winter 2016
Souffleuse-Die Programmzeitschrift des Theaters im Romanischen Keller-Herbst/Winter2015.pdf
Souffleuse 2017/18 - Die Programmzeitschrift des Theaters im Romanischen Keller
Souffleuse - Die Programmzeitschrift des Theaters im Romanischen Keller, Sommersemester 2015
Programmheft HEIDELBERGER THEATERTAGE 2016
Souffleuse - Die Programmzeitschrift des Theaters im Romanischen Keller, Sommersemester 2014
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