Wasserstoff: Energie der Zukunft - Mediaradius

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Wasserstoff: Energie der Zukunft - Mediaradius

Kostenloses

Exemplar

I.R.

MAGAZIN FÜR DIE EUROPAREGION TIROL

Projekt Kronplatz-Percha

Kommt die Überetscher-Bahn?

Wasserstoff: Energie der Zukunft

Mobiles Südtirol

Nr. 7 - September 2009

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A.P. - 70% - CNS Bolzano

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07/2009

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Impressum

Herausgeber: Athesiadruck

GmbH, Bozen – Eintrag. LG Bozen

Nr. 26/01, am 27.11.2001

Verantwortlicher Schriftleiter:

Armin Mair

Verantwortlicher Projektleiter:

Franz Wimmer

Sekretariat:

Barbara Weissensteiner

Redaktion: Nicole D. Steiner,

Claire Schöne, Claudia Schwarze,

Franz Wimmer, Marita Wimmer

Werbung/Verkaufsleitung:

Gerti Morandell

Anzeigenverkauf:

Sonja Trogmann, Alexander Kluge

Verwaltung: Kapuzinergasse 5,

39100 Bozen, Tel. 0471 977 824

Fotos: Dolomiten Archiv,

Bruno Ferdigg, Werkstatt Wetha,

Auto Telser, Karosserie Huber,

verschiedene Privat- und Online-

Archive sowie Verkaufsunterlagen.

Titelbild: Sabs Grafik Kronplatz AG

Konzept und Abwicklung:

King Laurin GmbH, Eppan

Grafik-Layout: Georg Hochkofler

Produktion: Athesiadruck Bozen

Auflage: 50.000

Vertrieb: Als „Dolomiten“-Beilage

und im Postversand

Preis: Einzelpreis 2 Euro,

A+D: 2,50 Euro

Die Redaktion übernimmt

keinerlei Haftung für die Inhalte

der Werbeseiten, PR-Seiten und

der angeführten Webseiten.

8-13

1962 hat alles angefangen

Die Kronplatz AG sieht sich als Spiegelbild

der Pustertaler Gesellschaft. Mehr als 500

Eigentümer, zum Großteil 1962 in einer

Tür-zu-Tür-Aktion gewonnen, zählt diese

innovative Gesellschaft

AKTUELL

06 Mobilität hat Tradition

08 Die Kronplatz Geschichte

14 Pro und Kontra

18 Zusammenfassung UVP

20 Stimmen aus dem Pustertal

26 Panorama Skizug Pustertal

28 Ausbau der Öffis

31 Vom Kinderwagen zum Auto

32 Lokalverkehr Überetsch/Bozen

35 Öffentlicher Nahverkehr

37 Alpenstraßen Stilfserjoch

38 Alpenstraßen Timmelsjoch

42 Der Brenner Basistunnel

44 Wifo – Handelskammer

48 Wasserstoff: Energie der Zukunft

61 Air Alps mit neuem Schwung

61 Flugplatz sichert Arbeitsplätze

MAGAZIN FÜR DIE EUROPAREGION TIROL

Referendum

Seitenpreis: Rückseite 2.700 Euro

Innenseite 2.300 Euro

½ Seite 1.200 Euro

Timmelsjochstraße aufwerten

Die vor 50 Jahren erbaute Timmelsjochstraße

Hochalpenstraße soll in den kommenden Jahren

sicherer gemacht und besser an die Landschaft

angepasst werden. Bis 2011 wird sie auch durch

Erlebnisstationen aufgewertet.

...nicht immer, aber immer öfter

Sämtliche Reservierungen, Informationsanfragen

oder Bestellungen richten Sie bitte an:

Redaktion Radius: 39100 Bozen - Kapuzinergasse 5-

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vorbestellungstermine für die Ausgabe:

38-41

28-30

Eines steht fest: Nie zuvor wurde in Südtirol in

so kurzer Zeit so viel in den Ausbau und in die

Modernisierung des lokalen öffentlichen Nahverkehrs

investiert wie in den letzten Jahren.

09/09 Oktober: bis 30. September,

Abgabe der Unterlagen bis 20. September

Im Sinne der Bestimmungen und Auswirkungen der Verfügung der „Aufsichtsbehörde für das Kommunikationswesen“ wird im Zusammenhang

mit dem Referendum 2009 am 25. Oktober vom Unternehmen Athesia Druck GmbH in seiner Zuständigkeit für den

Verkauf von Werbeflächen das Beilegen von Prospekten (I.P.) in dem Monatsmagazin Radius mitgeteilt, dass es gewillt ist, im ob genannten

Magazin im Rahmen der in der Verfügung der „Aufsichtsbehörde für das Kommunikationswesen“ enthaltenen Vorschriften

Wahlpropaganda zu veröffentlichen. Es gilt die Preisliste 2009. Bei mehreren Anfragen um die gleiche Platzierung werden die Reservierungen

nach Eingangsdatum und Uhrzeit vorgenommen. Deshalb bitten wir alle Interessierten, im Sinne der Gleichbehandlung die

Werbeflächen frühzeitig zu buchen, damit möglichst alle Wünsche berücksichtigt werden können.

SERvIcE

46-47

PostAuto und „Trenino rosso“

Seit der (Wieder-)Eröffnung der Vinschgerbahn

im Mai 2005 verbindet eine Buslinie der

PostAuto-Schweiz das Südtirol mit dem

nahegelegenen schweizerischen Engadin.

19

46 Die Rhätische Bahn

52 Die Blauschild Werkstätten

55 Elektrorad von Genetti

56 Autotest, Lana

58 Gastrofresh, Barbian

48-51

Ihr PKW ein Wasserstoffauto?

Die Brennstoffzelle gilt den Auto-Ingenieuren

als technisches Wunderwerk: Die kleine High-

Tech-Kiste wandelt Wasserstoff in Strom um,

der einen Elektromotor antreibt.

INTERvIEWS/STATEMENTS

11 Verkehrsexperte Jost Wichser

16 Werner Schönhuber erinnert sich

19 LH Durnwalder, LR Berger

24 Franz Senfter, Reinhold Messner

30 LR Thomas Widmann

RUBRIKEN

60 Im Portrait: Dr. Michael Seeber

62 Porsche Zentrum Bozen

63 Mobiles/Auto: No Credit

64 Mercedes E Klasse

66 Bunte Meldungen

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Editorial

Franz Wimmer

In einem Land mit unseren geografischen

Voraussetzungen ist

der öffentliche Nahverkehr eine

komplexe Angelegenheit. Dabei

geht es nicht nur um die Seitentäler,

sondern auch um stadtnahe

Gebiete. Als Beispiel – die

Gemeinde Eppan mit den vielen

verschiedenen Fraktionen; relativ

nahe an der Stadt Bozen gelegen,

dauert es für viele Pendler über

eine Stunde, um mit der Kombination

Citybus, SAD und Stadtbussen

zum Arbeitsplatz in Bozen

zu kommen. Abgesehen von den

Pendlern morgens und abends

sind die Tagesgäste während der

Saisonzeiten ein weiteres Thema;

als Beispiel das Pustertal im Winter.

Für die Staus vom und zum

Kronplatz ist eine Lösung in Sicht:

der Pustertaler Skizug! Dieses innovative

Projekt verspricht eine

wesentliche Verkehrsentlastung

Franz Wimmer


Fleimstalbahn

... in Südtirol. Die erste Seilbahn

der Welt, erbaut 1908, und zahlreiche

Lokalbahnen, die zum Teil

heute noch oder wieder fahren,

bezeugen, dass Südtirol schon

früh auf Mobilität und neue

Technologien gesetzt hat.

Am 29. Juni 1908 war sie fertiggestellt

und am 25. August des gleichen

Jahres wurde sie feierlich eröffnet:

die erste freischwebende Personen-Seilbahn

der Welt, die in sieben

Minuten Bozen mit dem Hausberg

Kohlern verband bzw. immer noch

verbindet. Erst 1985 wurde die Bahn

von Grund auf erneuert. Einen Weltrekord

stellte übrigens auch die 1903

erbaute Mendelbahn dar. Sie war

paginierung

Mobilität hat Tradition ...

mit 4,5 km Länge die längste Standseilbahn

der Welt und die steilste ihrer

Art in Europa. Sie bewältigte einen

Höhenunterschied von 854 m und

eine Steigung bis zu 64 %. Die Talstation

war mit dem Kalterer Bahnl verbunden,

das 1898 anlässlich des 50.

Regierungsjahres von Kaiser Franz

Josef eröffnet worden war und bis zu

seiner Einstellung 1963 (Personen)

bzw. 1973 (Güterverkehr) Kaltern mit

Bozen verband.

1908 wurde auch die elektrische Normalspurbahn

eröffnet, die Sand in

Taufers mit Bruneck verband, eine

Nebenlinie der Strecke Marburg–Franzensfeste,

ausgelegt als Fracht- und

Trambahn Lana–Meran

Fremdenverkehrsbahn. Es handelte

sich um eine der ersten elektrisch

betriebenen Vollspurbahnen Tirols.

Erbaut worden ist sie vom Bahnstrategen

Josef Riehl, der gerade die Rittner

Bahn fertiggestellt hatte und auch

in Bau und Planung der Ampezzaner

Bahn mit eingebunden war.

Das Bahnzeitalter begann mit der

Brennerbahn 1867

Angefangen hat das Bahnzeitalter in

Südtirol allerdings schon viel früher

mit dem Bau der Brennerbahn, die erste

Alpenbahn ohne Scheiteltunnel und

immerhin nach der Semmering- und

der Karstbahn die dritte Gebirgsbahn

des alten Österreich. Am 24.

Überetscherbahn

Elektrische Normalspurbahn,

Sand in Taufers - Bruneck

August 1867 wurde sie der Öffentlichkeit

übergeben. Mehr als 20.000 Arbeiter

hatten an der Bahn mitgearbeitet.

Zwei bahneigene Friedhöfe in St. Peter

und St. Leonhard, auf denen sich 107

Bahnarbeiter-Gräber befinden, zeugen

von der Gefährlichkeit der Arbeiten. In

zahlreichen Sprengungen wurde härtestes

Serpentingestein aus dem Berg

gesprengt. Die Strecke Innsbruck–Bozen

beträgt 125,340 km, die Maximalsteigung

beträgt auf der Nordrampe

25 Promille (2,5 %), auf der Südrampe

22,5 Promille (2,25 %); die Länge der

Steigungsstrecken macht 91 % des gesamten

Verlaufs der Bahntrasse aus.

Einen Rekord stellte der Bau der Grödner

Bahn dar, die in einer Bauzeit von

nur 4,5 Monaten von 6000 russischen

Kriegsgefangenen, 3500 Arbeitern

Ebenfalls zu Kriegszwecken erbaut

wurde die Ampezzaner Bahn, geplant

als Zubringer zur Dolomitenfront zwischen

Toblach und Cortina. Bereits

1899 hatte man für die High-Society-Urlauber

der Jahrhundertwende

eine elektrische Stichbahn zwischen

Aktuell

und 500 Soldaten fertiggestellt wurde.

Die Länge betrug 31 km. Die offizielle

Eröffnung der dampfbetriebenen

Schmalspurbahn, die für Kriegszwecke

hergestellt worden war, war am 6.

Februar 1916. Die Bahn erreichte bei

einer Leistung von 150 PS eine Steigungshöchstgeschwindigkeit

von 14

km und beförderte nach Kriegsende

die Touristen in das neue Fremdenverkehrszentrum

Gröden. Bilder von

schmuck herausgeputzten Hotelportieren,

die sich bei der Ankunft die

Gäste streitig machten oder von Fahrgästen,

die an schönen Winter- oder

Sommertagen neben der Bahn den

Berg hinauf wanderten, sind noch in

der Erinnerung der alten Grödner vorhanden.

1961 wurde die Bahn endgültig

eingestellt.

Grödner und Ampezzaner Bahn

Toblach und Cortina anlegen wollen.

Die Fertigstellung der Bahn fiel

mit dem Kriegsende zusammen, die

Bahn fiel damit an Italien. Anlässlich

der Winterolympiade in Cortina,

1956, erreichte der Bahnbetrieb einen

letzten Höhepunkt, 1963 wurde

die Linie endgültig geschlossen. Von

Zeit zu Zeit wird von einer möglichen

Wiederaufnahme des Betriebes

gesprochen. Heute verläuft auf der

ehemaligen Bahntrasse im Sommer

ein Fahrradweg und im Winter eine

Loipe.

6 07/2009

07/2009 7

Grödnerbahn

Ampezzaner Bahn

Brennerbahn

Mendelbahn


8

Die Kronplatz AG sieht sich als

Spiegelbild der Pustertaler

Gesellschaft. Mehr als 500

Eigentümer, zum Großteil 1962

in einer Tür-zu-Tür-Aktion gewonnen,

zählt diese von Anfang

an auf Innovation und internationalen

Wettbewerb setzende

Gesellschaft. Der Kronplatz ist

stolz darauf, das modernste

Skigebiet Südtirols zu sein.

Mit solch einem Erfolg hätten die Pioniere

Haymo von Grebmer und Max

Stemberger sicher nicht zu rechnen gewagt,

als sie 1962 im Pustertal buchstäblich

von Haus zu Haus gingen, um Unterstützung

für ihr Skiprojekt zu finden. An

Mut fehlte es den ersten Verwaltungsräten

nicht. Schon 1964, nur ein Jahr nach

der Eröffnung des Kronplatzes, mussten

sie mit ihrem persönlichen Besitz haften,

um die angeschlagene Seilbahngesellschaft

vor dem Aus zu retten.

07/2009

Aktuell

1962 hat alles angefangen

Erste Erschließungspläne bereits vor

dem Ersten Weltkrieg

Die ersten Pläne zur Erschließung des

Brunecker Hausbergs mit einer Seilbahn

gehen sogar schon auf die Zeit vor

dem Ersten Weltkrieg zurück. Um 1938

kam es zu einem erneuten Anlauf. Der

Bau der vorgesehenen Schwebebahn

scheiterte aber aufgrund von Schwierigkeiten

bei der Beschaffung des Finanzierungskredits

in Höhe von einer

Million Lire. Das gleiche Schicksal war

einem weiteren Versuch in den 50er

Jahren bestimmt.

Ernst Lüfter, Bürgermeister von Bruneck,

hatte schließlich Erfolg. Auf sein

Betreiben hin wurde am 7. Mai 1960

die Kronplatz GmbH gegründet. Startkapital

550.000 Lire. 16 Monate später

erfolgte die Umwandlung in eine AG. Im

Frühsommer 1963 wurde der erste Ski-

lift, der „Belvedere“ bei „Leitner“; Sterzing

in Auftrag gegeben. Kostenpunkt:

11,5 Mio. Lire. Die erste Seilbahn hatte

auf zwei Trassen eine Länge von insgesamt

3738 m und konnte pro Stunde 300

bzw. 450 Personen befördern.

Förderleistung der ersten Seilbahn:

300 bis 450 Personen

Auch wenn der erste Skiwinter nur

geringe Einnahmen aufwies, wurde

1964 mit dem Bau von zwei

weiteren Liften begonnen: dem

Ochsenalm- und dem Korerskilift.

Der Baubeginn

an der Talstation

Die Seilbahn fährt und leitet damit einen enormen Aufstieg der

Fremdenverkehrswirtschaft des mittleren Pustertales ein.

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Aktuell

Nach der Überwindung des finanzi- Marchner zählten, so bekannt und beellen

Engpasses ging es nun Zug um liebt, dass die Kapazitäten nicht mehr

Zug weiter: 1967 Sonnenlift; 1968 ausreichten; der Bau des Hernegg-Ses-

Fertigstellung der Bergstation; 1971 selliftes und des Pramstaller-Schlepp-

die Durchfahrtsgenehmigung für die

5,4 km lange Silvesterabfahrt. Ende

liftes wurden in Angriff genommen.

der 60er Jahre kann man bereits von

einem regen Skibetrieb reden. 1973

vorbildliche Umweltschutzmaßnahmen

war das Skigebiet Kronplatz zu dem Ebenfalls Mitte der 70er Jahre setzte

auch die von anderen Gesellschaften die Kronplatz AG erste Maßnahmen

4580 186x126

betriebenen

12-09-2008

Lifte Alpen,

14:10

Furkel und

Seite

in

1

Richtung Umweltschutz. Der Kron-

30 Jahre erfolgreich

Die Ausdruckskraft der Farben wird immer ein wesentliches Element der Gestaltung sein

Gips-, Maler- und Vollwärmeschutzarbeiten

Wohnanlage Kaiserau, Bozen

UVP gab es damals noch keine, dafür fand aber eine Begehung

durch zahlreiche Behördenvertreter statt.

platz war der erste durch eine Kanalisation

ausgestattete Skiberg Südtirols.

Für die Entsorgung von Abwasser und

Müll wurde 1974 eine eigene Dienstleistungsgesellschaft

gegründet.

Mitte der 70er Jahre, 13 Jahre nach

dem Start der Anlage, konnte die Gesellschaft

zum ersten Mal Dividenden an

die Miteigentümer auszahlen. Mit der

Entspannung der finanziellen Situation

setzte eine fortlaufende Potenzierung

ISO/DIS 9001

ISO 14001


10

Der Verwaltungsrat bei der Besprechung der geplanten Umlaufbahn

und Erneuerung der Infrastrukturen

ein. Die bestehenden Lifte wurden verdoppelt

und von der Herzlalm ein weiterer

Doppellift zum Gipfel errichtet. 1984

beschloss man anstelle nach der soeben

erfolgten großen Revision der Seilbahn

den Bau einer neuen Umlaufbahn, bzw.

von zwei koppelbaren Umlaufbahnen

von der Tal- zur Mittelstation und von

dort zum Gipfel. Der Auftrag erging

wiederum an „Leitner“, Sterzing. Am

31. Oktober wurden die ersten Sechser-

Kabinen eingeklinkt. Am 25. Dezember,

auf den Tag genau 23 Jahre nach

der Jungfernfahrt der ersten Seilbahn,

nahm die damals größte Umlaufbahn

ihrer Art den Betrieb auf. Transportleistung:

2250 Personen pro Stunde.

Kronplatz-Areal heute: Förderleistung

65.000 Personen pro Stunde

Ende der 80er Jahre kündigte sich eine

weitere Krisenzeit an: Die Winter 1987,

1988 und 1989 waren ohne Schnee. Zug

um Zug wurden alle Pisten mit modernen

Beschneiungsanlagen versehen.

Heute präsentiert sich der Kronplatz

als Südtirols leistungsstärkster Skiberg.

Von den 24 Aufstiegshilfen sind 14 Umlaufbahnen.

Die Lifte und Bahnen am

gesamten Kronplatz-Areal können in

der Stunde mehr als 65.000 Personen

befördern. An Spitzentagen im Winter

werden bis zu 20.000 Gäste am Berg

gezählt. Bahntechnik, Beschneiung,

Pistenpflege und Sicherheitseinrichtungen

müssen im Winter täglich und perfekt

funktionieren.

Der Kronplatz hat sich in den über 40

Jahren seines Bestehens zum Wirtschaftsmotor

des gesamten Pustertales

entwickelt. Zählte man in Bruneck und

im mittleren Pustertal Anfang der 60er

Jahre nur wenige hundert Fremdenbetten,

so kann die Ferienregion Kronplatz,

07/2009

Aktuell

das heißt die Ortschaften rund um den

2275 m hohen Kronplatz, mittlerweile

mehr als drei Millionen Urlauber im Jahr

zählen. In der Wintersaison beträgt die

direkte Wertschöpfung der Ferienregion

immerhin acht Prozent des gesamten

Südtiroler Landeshaushaltes! Der Kronplatz

ist der Wirtschaftsmotor der Ferienregion

Pustertal; Handwerk und Bauwirtschaft,

Hotellerie, Bauern (Nebenerwerb

und Pacht), Klein- und Großhandel,

Zulieferbetriebe hängen direkt und indirekt

vom Erfolg des Skigebietes ab.

In die Zukunft investieren und

verkehr reduzieren

Fremdenverkehr bringt allerdings nicht

nur Wohlstand und Aufschwung, er

bringt auch Belastungen, besonders in

Form von Verkehrsaufkommen. Daher

das Bestreben der Kronplatz AG einen

Einfahrt der ersten Kabine in die Talstation

aktiven Beitrag zur Entlastung der gesamten

Region zu leisten und gleichzeitig

in die Zukunft und das Bestehen

des Skigebiets im internationalen Wettbewerb

zu investieren: 30 Millionen

Euro wird die Gesellschaft in das revolutionäre

Projekt des Bahnanschlusses

Percha–Kronplatz investieren – der erste

Direktanschluss Schiene–Seilbahn in

Südtirol. Der Gast steigt aus dem Zug

und vom Bahnsteig aus direkt in die

Seilbahn. Profitieren wird von dieser

neuen Investition nicht nur die Gesellschaft,

sondern die gesamte Bevölkerung

des Pustertales: durch Einführung

des Halbstundentaktes, eine Verringerung

des Verkehrsaufkommens um voraussichtlich

20 Prozent und durch eine

touristische Erschließung der Kronplatz-Randgemeinden,

die mit der Eisenbahnlinie

einen direkten Anschluss

an das Skigebiet bekommen.

IntervIew/StatementS

So sieht es der Experte

Eine Studie, in Auftrag gegeben

von der SVP-Verkehrskommission

Pustertal hat den Ausschlag

für die Realisierung des

Projektes der Anbindung der

Kronplatzaufstiegsanlagen

und Skipisten an das Bahnnetz

gegeben.

Den Schlussfolgerungen der Studie,

die der Schweizer Verkehrsexperte

Jost Wichser, Leiter des Fachbereichs

„Öffentlicher Verkehr“ am Institut für

Verkehrsplanung ETH Zürich, 2004 gemeinsam

mit Hannes

Schneebeli erstellt hat,

geht eine detaillierte

Analyse der bestehenden

Verkehrsströme voraus.

Das Pustertal umschließt

26 Gemeinden mit 73.500

Einwohnern, der Hauptort

Bruneck ist der zweitwichtigste

Wirtschaftsstandort

Südtirols. Die Anzahl der Fremdenbetten

(Stand 2003) liegt bei ca. 65.000. Im

Winter weist das Pustertal mit 52 Übernachtungen

je Einwohner und Jahr die

höchste Nächtigungsrate in Südtirol auf.

Der öffentliche Verkehr besteht aus der

Bahnlinie Franzensfeste–Innichen (Lienz),

einem öffentlichen Busnetz sowie

Skibussen während der Wintersaison. Die

Fernverkehrsstraße E 66 ist stark belastet

durch lokalen Güterverkehr, Transit,

Tourismus sowie Pendler und Schüler.

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Unzureichendes verkehrsnetz

Nach Dafürhalten der Verkehrsexperten

sind die Betriebszeiten der Bahn (von

frühmorgens bis 21 Uhr) sowie der nicht

regelmäßig eingehaltene Stundentakt ungenügend,

dementsprechend schwach ist

die Nutzung mit nur ca. 500 Personen pro

Richtung und Tag. Das Busnetz verläuft

zwischen Mühlbach und Innichen parallel,

die Taktfrequenz liegt an der unteren

Grenze für einen effizienten öffentlichen

Nahverkehr, die Verknüpfung von Bahn

und Bus ist mangelhaft. Die Haltestellen

an den Bergbahnen in Reischach und

Olang werden von Montag bis Freitag im

Stundentakt, an den Wochenenden reduziert,

bzw. sonntags in Olang und St. Vigil

gar nicht angefahren!

Die Lösung: Potenzierung der Bahn

Die Skibusse zum Kronplatz sind auf die

Abfahrt der Bergbahnen abgestimmt.

Angesichts der Ersteinstiegszahl von 1,5

Millionen pro Saison, mit Tagesspitzen

von bis zu 20.000 Gästen (davon 3/4 Touristen

und 1/4 Tagesgäste) sind diese zumindest

an Spitzentagen überlastet. Das

generelle Verkehrsaufkommen ist hoch,

da die Fremdenbetten im Pustertal sehr

verstreut sind; fast alle zurückzulegenden

Wege werden auf der Straße abgewickelt.

„Die zukünftige Entwicklung lässt einen

Zusammenbruch des Verkehrsnetzes voraussehen“,

so Wichser im Jahr 2004.

Aufstiegsanlage Belvedere, Talstation Geiselsberg/Olang

Das Bahnnetz mit seiner unabhängigen

Trasse, hohen Kapazität und hohen Beförderungsgeschwindigkeit

stellt nach Dafürhalten

des Schweizer Verkehrsexperten

die Lösung dar. Um die Bahn attraktiv zu

machen, braucht es einen Halbstundentakt,

eine optimale Anbindung an das Busnetz,

den Bau neuer Haltestellen in den

Randgemeinden sowie modernes Rollmaterial,

das den Bedürfnissen der Benutzer

(vor allem der gerätebepackten Skifahrer)

entspricht. Eine effiziente Bahnlinie mit

Anbindung von Ski- und Hotelbussen in

dichtem Takt mache laut Wichser zudem

den Aufenthalt im Pustertal für den mobilen

Gast noch interessanter. Die Bergbahn

zum Kronplatz müsse direkt an die Bahn

angeschlossen werden. Als idealen Standort

ermittelte Wichser Percha, da hier die

Talstation in Verbindung mit dem Bau einer

neuen Piste direkt an der Bahnlinie

Bruneck–Olang zu liegen käme.

Kombiangebote erhöhen Attraktivität

Um die Benutzung der Bahn für die Touristen

sowohl im Sommer als auch im

Winter interessanter zu machen, schlägt

der Verkehrsexperte zudem die Schaffung

attraktiver Kombi-Angebote vor: Fahrrad–

Bahn; Bahnlehrpfad; Kombination Bahnfahrt

und Eintritt in die Acquarena Brixen

oder ins Acquafun Innichen, Kombination

Skipass–Gratisbahnfahrt. Wichtig sei außerdem

eine Vereinheitlichung des Fahrplanes

und seine gute Lesbarkeit.

Ausführung der Baumeisterarbeiten

GASSER PAUL

JA H R E - A N N I


paginierung

vom Bahnsteig in

die Seilbahn

Eine Vision: In Bozen um 9 Uhr in

den Zug Richtung Bruneck steigen.

Während der Fahrt Zeitung

lesen. An jeder Haltestelle warten

Skifahrer. Um 10 Uhr Ankunft

in Percha. Aussteigen, Ski schultern.

Bahnsteig überqueren

und in die Aufstiegsanlage einsteigen.

Um 10.15 Uhr auf dem

Gipfel des Kronplatzes und los

geht’s! Ab Dezember 2011 soll

diese Vision Realität werden.

Die Skifahrer und Winterurlauber

von heute sind nicht mehr mit jenen

vor 20 Jahren zu vergleichen.

Die Ansprüche sind hoch und steigen

ständig weiter. Die negativen Folgen

des Tourismus in Form von erhöhtem

Verkehrsaufkommen und Umweltbelastung

machen sich mehr und mehr

bemerkbar. Vom Tourismus und seinem

Wachstum hängt der Wohlstand

der Bevölkerung ab. Skigebiete, die

sich nicht am Gast orientieren und

stagnieren, entwickeln sich negativ.

Die Mobilität der Menschen und die

Anforderungen an die Mobilität verändern

sich. Ein Dilemma, das nicht

leicht zu lösen ist.

Zug = Kombination von Umwelt,

Mobilität und steigenden Ansprüchen

Die 2004 erstellte Verkehrsstudie des

unabhängigen Schweizer Verkehrsexperten

Jost Wichser hat den Anstoß

zum ehrgeizigen Projekt „Eisenbahnanschluss

Kronplatz“ gegeben, das versucht,

all diesen Ansprüchen gerecht zu

werden und sich nicht nur an den Erwartungen

des Gastes, sondern auch an

den Anforderungen der Mobilität und

vor allem am Schutz der Umwelt orientiert.

Der Eisenbahnanschluss Kronplatz

selbst geistert schon seit 1993 in den

Köpfen der Verantwortlichen herum.

Die Skigebiete des Pustertales – Kronplatz,

Haunold, Helm und Speikboden –

werden im Halbstundentakt miteinander

vernetzt, Randgemeinden wie Welsberg,

Niederdorf oder Kiens erhalten über den

Zug einen direkten Anschluss an den

Kronplatz. Das Verkehrsaufkommen dürfte

damit um mindestens 20 Prozent abnehmen.

Und: Der Skizug, der von Bozen

über Brixen durchs Pustertal führt, stellt

auch eine Verbindung zu den Osttiroler

Skigebieten dar. Der Skitourist des 21.

Jahrhunderts gibt sich längst nicht mehr

mit zwei, drei Pisten vor seinem Hotel in

seinem Urlaubsort zufrieden. Brauchten

die Gäste früher eine Woche um ein gesamtes

Skigebiet zu erkunden, so sind sie

heute schon in der Mitte der Woche alle

Pisten durch und auf der Suche nach neuen

Abfahrten.

vom Bus auf den Zug

Vor den Skifahrern – und dies ist ein

weiteres Argument, das für dieses

Projekt spricht – werden Pendler und

Schüler die halbstündige Bahnverbindung

nutzen. Das heißt, der öffentliche

Nahverkehr im Pustertal, der zur Zeit

von Bussen gewährleistet wird, wird

großteils auf die Schiene verlegt! Damit

steigt auch die Wirtschaftlichkeit der

gesamten Pustertalbahn.

Um den Skifahrer zusätzlich zum Benutzen

des Zuges zu motivieren, werden

die Parkplätze an der Talstation

Reischach reduziert und bewirtschaftet.

An der Haltestelle Percha wird ein

komplettes Servicecenter mit Skidepot

und Skiverleih eingerichtet.

Baubeginn voraussichtlich im

Frühsommer 2010

Die Umweltverträglichkeitsprüfung

(UVP), durchgeführt von einer zehnköpfigen

Expertenkommission, hat

ein positives Urteil abgegeben. Der

Baubeginn ist für den Frühsommer

2010 geplant, Eröffnung des Anschlusses

Percha–Kronplatz für Dezember

2011. Die Kosten des Projektes

belaufen sich auf voraussichtlich

30 Millionen Euro, eine Investition,

die die Kronplatz AG über Jahre hinweg

stark finanziell belasten wird.

Kern des Projektes ist eine Zughaltestelle

in Percha mit einem direkten Anschluss

an eine Aufstiegsanlage. Es handelt sich

dabei um eine 2-S-Seilbahn, die kostspieligste

Lösung, gewählt deshalb, weil

sie mit einem Minimum von nur sieben

Stützen auskommt. Alle Stützen, dies ist

Aktuell

eine der Auflagen der UVP, liegen im

Wald. Die Gondeln der Bahn verlaufen

oberhalb der Baumkronen, so dass eine

Rodung unter der Seilbahn nur bedingt

notwendig ist. Die geplante Bahn, die

von „Leitner“ aus Sterzing errichtet

wird, weist eine Kapazität von 3250

Fahrgästen pro Stunde auf.

Sensibel geplante Familienpiste Ried

Um die Skifahrer, egal ob es sich um Einheimische

oder Gäste handelt, zum Benutzen

des Zuges zu animieren, braucht

es eine Piste, die mit der Talstation und

der Zughaltestelle verbunden ist. Bei

der Planung wurde darauf geachtet, bestehende

Pisten soweit als möglich einzubeziehen.

Die geplante fünf km lange

Familienpiste Ried schließt sich an die

Piste zur Herzlalm an und ist sensibel

geplant. Von Reischach aus ist sie nicht

einsehbar. Die Weiler Ried- und Walchhorn-Pisten

werden nicht berührt. Der

Piste müssen 20 ha Wald weichen, laut

UVP veralteter und aufgrund der niedrigen

Holzpreise nicht genutzter Wirtschaftswald;

von der Menge her soviel,

wie im Gemeindegebiet Bruneck in einem

Jahr nachwächst.

Ohne Piste und ohne Aufstiegsanlage

direkt am Bahnanschluss, davon ist die

Kronplatz AG überzeugt, kann das Verkehrskonzept

nicht funktionieren, da der

Skifahrer es nicht annehmen würde, wenn

er nach der Zugfahrt noch ein- oder zweimal

umsteigen müsste oder gar mit geschulterten

Skiern und Skischuhen laufen

müsste. „Dies sind einfach Tatsachen“, so

Werner Schönhuber, Präsident der Kronplatz

AG, „und diese müssen wir in unsere

Überlegungen miteinbeziehen.“

Für die gute

Zusammenarbeit über

all die Jahre bedanken

wir uns herzlich.

Das gesamte TechnoAlpin-Team wünscht

dem Kronplatz weiterhin viel Erfolg.

New dimensions of snowmaking

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07/2009 13


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Aktuell

Das Projekt „Eisenbahnanschluss Percha“ ist ein Projekt mit dem Ziel der Verkehrsberuhigung

für die gesamte Ferienregion Pustertal und deren Wirtschaft . Mit Verwirklichung

des Projekts kann das Verkehrsaufkommen im Pustertal ohne weiteres Zutun

um 20 % reduziert werden.

Der Kronplatz ist primär eine Wintersportdestination, weshalb das Projekt ein weiterer

Schritt zur Absicherung des Wohlstandes der Bevölkerung ist. Hotellerie, Wirtschaft

und auf den Nebenerwerb angewiesene Bauern würden davon profitieren.

Die Erfahrung lehrt, dass Skigebiete, die eine Anbindung untereinander haben,

wirtschaftlich überlebensfähiger sind als jene, die diese Möglichkeiten nicht nutzen

können.

Der moderne Gast legt Wert auf modernste Ausstattung und Dynamik. Das heißt laufende

Investitionen in die Verbesserung des Skigebietes werden vom Gast nicht nur

angenommen, sondern gefordert.

Die neue familienfreundliche Abfahrt erweitert das Angebot für die für die Hotellerie

besonders interessanten Zielgruppen, Familien und leicht Fortgeschrittene.

Das Projekt setzt den Bau der Piste zur Haltestelle voraus, da die Bahn nur auf diese

Weise vom Gast akzeptiert wird. Die Investition kann nur mit einer funktionierenden

Piste getätigt werden.

Mit der Verwirklichung des Projekts „Eisenbahnanschluss Kronplatz Ried“ kann der

Gast mehrere Skigebiete ohne Nutzung des eigenen Pkws bequem erreichen. Damit

steigt die Attraktivität für den Wochengast.

Das Projekt dient zwar primär dem Wintertourismus. Aber der Eisenbahnanschluss mit

der Brücke über die Rienz verbindet im Sommer auch den Pustertaler Radweg mit dem

Kronplatz.

Für den Skizug

sind alle ...

Tatsache ist, dass auch die

Gegner den Skizug als Lösung

für das Verkehrsproblem

im Winter sehen. Allerdings

sind sie gegen die Anbindung

an die Kronplatzlifte

über das Projekt in Percha.

Sie befürworten das Mobilitätszentrum

mit der Anbindung

über den Bahnhof in

Bruneck. Laut den Studien

der Verkehrsexperten und

Tourismusfachleute ist diese

Variante für die Benutzer

zu umständlich. Zum Einen

ist die Distanz von etwa 200

Metern zu Fuß zurückzulegen

(mit Kind und Kegel und

Skiausrüstung) und zum Anderen

müsste man ein weiteres

Mal umsteigen. Vom Zug

aussteigen und auf der anderen

Seite des Bahnsteiges in

die Umlaufbahn einsteigen

ist mit Abstand die benutzerfreundlichste

Variante.

Dies beweisen auch die oben

genannten Studien von namhaften

Experten aus dem In-

und Ausland.

Die Gemeinden und die

Wirtschaftstreibenden des

Pustertals sprechen sich

mehrheitlich für das Projekt

eines Eisenbahnanschlusses

Percha–Kronplatz aus.

Sie versprechen sich davon

nicht nur eine erhebliche

Verkehrsberuhigung, sondern

auch neue Impulse

für den Tourismus. Es gibt

aber auch Gegenstimmen.

Die Aktionsgemeinschaft

Lebenswertes Reischach hat

rund 6800 Stimmen gegen

das Projekt gesammelt.

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Die Argumente der Kronplatz AG Argumente der Projekt-Gegner

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Aktuell

Es bestehen bessere, landschaftsschonendere und sinnvollere Alternativen, den

Kronplatz an die Eisenbahn anzubinden. (z.B.: eine direkte Anbindung der bestehenden

Seilbahn über eine Umlaufbahn an der Talstation in Reischach mit dem

geplanten Mobilitätszentrum in Bruneck).

Auch bei gut ausgebautem Eisenbahnnetz ist Skitourismus vordergründig ein Autotourismus,

da es sich beim Skifahren um einen Gerätesport handelt. Ein effizienter,

gut ausgebauter Skibus-Dienst wäre besser als jeder Eisenbahnanschluss.

Neue Skipisten bis in die Talsohle (ca. 900 m) hinab sind auch in Anbetracht des

Klimawandels äußerst fragwürdig.

Ein bisher unberührter Lebensraum von landschaftlichem und kulturellem

Wert würde dem Massenskitourismus geopfert.

Am Kronplatz gibt es bereits ein sehr reichhaltiges Angebot an verschiedenen

Pisten.

Die geplante Piste müsste zum Großteil künstlich beschneit werden – der Energie-

und Wasserverbrauch hierfür wären enorm.

Durch den weiteren Ausbau des Skigebietes würde sich der Massenskitourismus

noch mehr auf den Kronplatz konzentrieren – mit all seinen belastenden Begleiterscheinungen.

Für Arbeitsplätze, die durch eine Ausweitung des Skigebietes geschaffen würden,

besteht kaum Nachfrage vonseiten der einheimischen Bevölkerung.

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IntervIew/StatementS

„Es ging immer bergauf ...“

Seit 25 Jahren ist er Präsident

der Kronplatz AG und hat deren

Entwicklung deutlich mitgeprägt.

Werner Schönhuber

über „seinen Kronplatz“ und die

Zukunftsaussichten des modernsten

Skigebiets in Südtirol.

Radius: Sie sind seit den frühen 80er Jahren

Präsident der Kronplatz Seilbahn

AG. Wenn Sie zurückschauen, was waren

für Sie die bedeutendsten Momente

in diesem Vierteljahrhundert?

Schönhuber: Die bedeutendsten Momente

waren für uns immer dann,

wenn der Gast unsere Investitionen

mit Begeisterung angenommen hat.

Besonders hervorheben möchte ich

die technische Beschneiung der Talabfahrt

Sylvester (1984), den Bau der

ersten Einseilumlaufbahn von Rei-

schach auf den Kronplatz (1986) und

schließlich den Ausbau der vollauto-

matischen Beschneiung der gesamten

Pisten am Kronplatz, sodass alle Pisten

innerhalb von acht bis zehn Tagen

technisch beschneibar sind. Somit war

in den letzten zehn Jahren der Skibetrieb

von Ende November bis Mitte

April garantiert.

Radius: Was bedeutete der Kronplatz für

Sie, als Sie Ihr Amt angetreten haben

und was empfinden Sie heute, wenn Sie

an den Kronplatz denken?

Schönhuber: In meinen Entscheidungen

gemeinsam mit meinen Mitarbeitern

Glück gehabt zu haben. Als ich das

Amt übernommen habe, wollte ich die

Pionierarbeit des Herrn Lüfter und der

Mitbegründer der Kronplatz Seilbahn

AG fortsetzen. Ziel war es, das Niveau

des Kronplatzes den seinerzeit bereits

erfolgreichen Skigebieten anzupassen.

Heute ist dies technisch gelungen. Jetzt

geht es darum, den Kronplatz so zu führen,

dass er im internationalen Wettbewerb

nachhaltig bestehen kann. Damit

können auch alle mit dem Kronplatz

verbundenen Wirtschaftstreibenden

ihre wirtschaftliche Grundlage weiterhin

festigen. Natürlich müssen auch die

wirtschaftlichen Erwartungen der 550

Aktionäre erfüllt werden.

Radius: Haben sich das Skifahren und

der Skitourismus in den vergangenen

Jahren geändert? Wenn ja, inwiefern?

Schönhuber: Durch die neue Art

bzw. Möglichkeit die Abfahrten

zu präparieren, hat sich das

Gerät so wie auch die Fahrweise

der Skifahrer geändert

und den Möglichkeiten angepasst.

Neu ist, dass zur

Zeit die Jugend den Spaß

nicht mehr nur auf Pisten,

sonder immer mehr

in den Snowparks und

im Freeride sucht.

Radius: Welches ist

die größte Gästegruppe

des Kronplatzes?

Kann man die Gäste in

verschiedene Kategorien

einteilen?

Schönhuber: In Anbetracht des

Angebotes und der Beschaffen-

heit unseres Gebietes sind unsere Gästeschichten

Familien und Wintergäste,

die den Schwerpunkt auf den Alpinskilauf

legen. Die zwei größten Gästegruppen

sind auf jeden Fall jene aus Italien

und Deutschland. Diesen folgen die

Gäste aus Belgien und auf dem vierten

bis sechsten Platz reihen sich die Gäste

aus Ex-Jugoslawien, Polen und Tschechien.

Mittlerweile verbringen Gäste

aus 17 bedeutenden Herkunftsländern

am Kronplatz ihren Winterurlaub.

Radius: Wie stehen Ihrer Ansicht nach

die Einheimischen, die Pusterer und die

Südtiroler allgemein zum Kronplatz?

Schönhuber: Die Einheimischen rund

um den Kronplatz sind stolz auf ihren

Hausberg, und das Geleistete wird geschätzt

und anerkannt. Die Pusterer

und Südtiroler im Allgemeinen vergleichen

den Kronplatz mit ihrem Hausberg

und anderen lokalen Skigebieten

und erkennen den Wintertourismus

als wirtschaftliche Grundlage für den

Wohlstand unseres Landes, den es gilt,

für die Zukunft zu sichern.

Radius: Der Kronplatz hat schon mehrere

Krisenzeiten hinter sich gebracht.

Wie beurteilen Sie die heutige Situation?

Wie sieht es – auch angesichts der

allgemeinen Wirtschaftskrise – mit den

Zukunftsaussichten aus?

Schönhuber: Die größte Krise hatte

das Unternehmen 1964, als die damaligen

Verwaltungsräte mit ihrem

persönlichen Besitz als Haftung für

den Kredit unterzeichnen mussten,

um die Kronplatz Seilbahn AG vor

dem Aus zu retten. Weiters möchte

ich an die Sprengstoffanschläge von

1979 und 1981 erinnern. Durch diese

Attentate wurden die Tragseile der

Seilbahn derart beschädigt, dass für

die darauffolgende Wintersaison nur

ein Teilbetrieb möglich war. Abgesehen

von diesen Episoden ist es durch

die stetigen Investitionen immer

bergauf gegangen. Was die Zukunftsaussichten

betrifft, bin ich persönlich

optimistisch, denn durch die Erreichbarkeit

unseres Gebietes durch die

neuen Märkte haben wir die Chance,

auch Mittel- und Osteuropa als

Stammmärkte zu gewinnen.

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Radius: Tourismus bringt nicht nur Aufschwung

und Wohlstand; er hat auch Nebenwirkungen,

wie z. B. den Verkehr ...

Schönhuber: Deshalb bemühen wir uns

seit den 90er Jahren um eine nachhaltige

Verkehrslösung, weil wir uns unserer

Verantwortung gegenüber der

Bevölkerung bewusst sind. Je mehr es

uns gelingt, die Skiorte zu beruhigen,

desto attraktiver werden diese auch für

den Gast.

Radius: Aber glauben Sie, dass die Gäste

und auch die Einheimischen diese Idee

tatsächlich annehmen werden? Ist das

Zugfahren nicht zu umständlich, bzw.

geht es dabei nicht nur um eine Verlagerung,

d. h. die Autos stauen sich eben

an den Bahnhöfen, wo der Gast den Zug

besteigt?

Schönhuber: Man muss die Rahmenbedingungen

schaffen, dass sowohl der

Einheimische als auch der Kronplatz-

Gast, welcher entlang der Eisenbahnlinien

wohnt bzw. logiert, dazu verleitet

wird, das Auto in der Garage zu lassen

und die Eisenbahn zu benützen. Zu

diesen zählen Parkplatzgebühren, die

kostenlose Zugbenützung für die Dauer

IntervIew/StatementS

des Skipasses und ein Angebot in der

Erreichbarkeit der Aufstiegsanlage und

Skipiste, welches mit dem PKW und

dem Skibus konkurrieren kann. Dies

wurde uns auch durch zwei Gästeumfragen

bestätigt.

Radius: Was wird noch getan, um das

Projekt Percha attraktiv zu gestalten?

Und wie sieht es mit den kleinen Randgemeinden

wie Welsberg oder Niederdorf

aus? Glauben Sie, dass diese strukturschwächeren

Gebiete auch vom Skizug

profitieren werden?

Schönhuber: Es müssen in den Zughaltestellen

alle Infrastrukturen errichtet

werden, welche ein modernes Skigebiet

erfordert: Skipassverkauf, Skiverleih,

Skiservice und Depot. Die Randgemeinden

der Pustertaler Skigebiete haben das

Glück, ihre Zugbahnhöfe in der Nähe der

Ortskerne zu haben und somit zu Fuß

erreichbar zu sein. Der Skizug muss die

direkte Anbindung der Aufstiegsanlagen

und der Talabfahrten in einem angemessenen

Takt gewährleisten.

Radius: Die Kronplatz AG wird um die

30 Mio. Euro in dieses Projekt inves-

Ein Novum in der Premiumklasse: Sportwagentechnologie.

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Ein Beispiel: das optionale 7-Gang Porsche Doppelkupplungsgetriebe (PDK).

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Durchschnittsverbrauch: von 10,8 bis 12,9 l/100 km. CO 2-Emission: von 253 bis 303 g/km.

tieren. Wie sieht es mit der Amortisierung

aus?

Schönhuber: Die Finanzierung ist mit

Eigenmitteln vorgesehen, wobei die

Amortisierungszeit 15–20 Jahre betragen

wird (15 für die technische Anlage,

20 für die Immobilie).

Radius: Es handelt sich beim Anschluss

Bahn–Seilbahn in Percha um ein Projekt,

das das ganze Pustertal miteinbezieht.

Entwerfen Sie ein Zukunftsszenarium

...

Schönhuber: Mein Wunsch wäre es,

dass die Pustertaler Bahn wie eine

Aufstiegsanlage angenommen wird

und die Einheimischen und Gäste

nach Lust und Laune von einem Pustertaler

Skigebiet in das andere wechseln

können. Touristisch wird somit

im Winter die Voraussetzung einer

Pustertaler Skiregion und für die Vermarktung

ein nicht austauschbares

Produkt geschaffen.

Radius: Und bis wann soll das Projekt

realisiert werden?

Schönhuber: Wunsch ist die Inbetriebnahme

Weihnachten 2010.

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Aktuell IntervIews/statements

UvP – eine Zusammenfassung

„Als Ergebnis eines langjährigen

Lösungsfindungsprozesses

wird die Bahnanbindung des

Skigebietes Kronplatz in Percha

als die beste Variante bewertet“.

Und weiter: „Wie jedes Projekt

weist auch das vorliegende

Vorzüge und Nachteile auf.“

Zehn Experten haben sich ausführlich

mit dem Projekt des Bahnanschlusses

Percha–Kronplatz auseinandergesetzt

und nach Abwägen aller

Für und Wider ein positives Gutachten

abgegeben. Nachstehend die Prämisse

und anschließend die wichtigsten Argumente.

Prämisse: Verkehrsspitzentage führen

zu erheblicher Belastung der Ortsansässigen,

Unmut der Autofahrer und

hilfloser Ohnmacht der Behörden.

„Mit dem Ausbau der wirtschaftlichen

Aktivitäten besonders in Reischach haben

sich die Landschaft des Gebietes

und dessen sozio-ökonomische Struktur

verändert. Der starke Zulauf von

Touristen verursachte zunehmend verkehrstechnische

Probleme sowohl im

Stadtgebiet von Bruneck, als auch in

den betroffenen Siedlungen entlang der

West-Zufahrt von St. Lorenzen. Der dominierende

Individualverkehr bedient

sich fast ausschließlich des Autos (im

Winter werden 1,5 Mio. Ersteinstiege

gezählt, zwei Personen pro Pkw; Anm.

d. Red.), welches durch seinen Platzbedarf,

seine Abgase und seinen beinahe

unkontrollierten Einsatz neue verkehrstechnische

Maßnahmen verlangt

... Demzufolge ist eine weitere Entwicklung

des Kronplatzes an die Bedingung

zu knüpfen, sich verstärkt und effektiv

dem Verkehrsproblem zu widmen und

mit entsprechenden Infrastrukturen für

eine Verkehrsentlastung zu sorgen.“

Projektbeschreibung

Die Talstation wird direkt südlich der

Gleise an den neuen Bahnhof Percha

angebaut. Die Bergstation wird direkt

an die Talstation der Gipfelbahn auf

der Herzlalm angebaut. Die 2-Seil-

Umlaufbahn verfügt über ein kuppelbares

Gondelsystem, benötigt nur sieben

Stützen, läuft zum Teil oberhalb

der Baumgrenze, wodurch ein üblicher

Kahlschlag der Schneise vermieden wird

und zeichnet sich durch leisen, sicheren

und energiesparenden Betrieb aus. Die

neue Piste Ried ist hauptsächlich nach

Norden ausgerichtet, benutzt im oberen

Teil bereits bestehende Pisten und

verläuft dem Nord-Ost-Grad entlang bis

zur Rienz. Von Reischach ist sie kaum

einsehbar. Die Beschneiungsanlage entlang

der gesamten Piste entspricht dem

neuesten Stand der Technik. Das benötigte

Wasser wird dem Olanger Stausee

entnommen. Eine Brücke über die Rienz

verbindet die Piste mit der Talstation.

Geprüfte Projektvarianten

Bei der Bewertung der Varianten Bruneck/Bahnhof,

Bruneck/Gewerbegebiet

sowie Olang und Ried, schneidet die

Option Ried am besten ab, da zusätzliches

Umsteigen nicht erforderlich ist.

Studien haben belegt, dass die Motivation

des Reisenden vom Auto auf den

Zug umzusteigen abnimmt, wenn zusätzliche

Umsteigehindernisse zu überwinden

sind.

Die Talabfahrt Ried zogen die Experten

den anderen Varianten vor, da sie weniger

steil (Familienpiste) und stärker

beschattet ist. Auch bei der landschafts-

ökologischen Betrachtung wurde der

Lösung Ried der Vorrang gegeben. Die

Rodung von ca. 20 ha Wald, so das

Gutachten, wird ausgeglichen, indem

die erforderlichen Erdbewegungsarbeiten

gering gehalten werden. Unter

geologischen Gesichtspunkten ist das

als stabil eingestufte Gelände geeignet.

Flora, Fauna und Landwirtschaft

Das Gelände ist bereits von Menschenhand

umgestaltet. Die gewählte 2-Seil-

Umlaufbahn erfordert nur einen geringen

Eingriff in die Vegetationsschicht.

Die sensibelsten Gebiete, die vom Bau

der Piste Ried betroffen sind, sind die

Bereiche oberhalb der Kappeler Alm und

unterhalb des Edison-Wasserschlosses.

Es sind keine Einschränkungen für die

Bewirtschaftung der Pistenflächen zu

befürchten; die neu entstehende Piste

wird künftig zur Futtergewinnung bzw.

als Weidefläche zur Verfügung stehen.

Das geplante Projekt steht hauptsächlich

mit folgenden Tierarten in Konflikt:

Rauhfußhuhn: Die Lebensräume von

Birkhuhn, Auerhahn und Haselhuhn

werden verändert bzw. verkleinert.

Störungen sind durch den Bau und den

Skibetrieb zu erwarten. Reh und Hirsch:

Die Störungen während der Bau- und

Betriebsphase können den Wildwechsel

stören und zu einem Ausweichen der

Tiere führen.

Die Landschaft

Die Auswirkungen des Bauvorhabens

auf die Landschaft werden insgesamt

als gering bis moderat bezeichnet.

Die geplante Piste ist so geführt, dass

sie weder von Bruneck noch von

Reischach, sondern im unteren Fünftel

nur von Percha aus einsehbar ist.

Auch die Talstation beim Bahnhof

Percha ist wenig auffällig. Die sieben

Stützen der Seilbahn liegen im Wald.

Die geplante Pistentrasse ist weder

lawinen-, noch erdrutsch- oder steinschlaggefährdet.

Das Gelände gilt als

geologisch stabil.

Der Tourismus

Von der Umsetzung des Projektes Ried

profitieren nicht nur Bruneck, Rei-

schach und Percha, sondern auch die

eher strukturschwachen Gemeinden

entlang des Pustertales. Die Maßnahmenpakete,

wie kostenloses Bahnfahren,

Halbstundentakt, Modernisierung

der Bahnhöfe und des Rollmaterials

erhöhen die Bahnattraktivität. Das Projekt

hat zukunftsweisende Wirkung und

bietet die optimalen Voraussetzungen

für die verkehrstechnische und touristische

Vernetzung des gesamten Pustertales

und seiner Skigebiete.

Bewertung und Synthese

Das Projekt stellt eine alternative Lösung

für das bestehende Verkehrsproblem in

Reischach und Umgebung dar. Es kann

insgesamt als zukunftsweisendes Projekt

für das gesamte Pustertal bewertet

werden, das den Qualitätstourismus

und die sanfte Mobilität mittels öffentlichen

Verkehrsmitteln fördert. Durch die

zu erwartende CO2-Reduzierung leistet

das Projekt einen aktiven Beitrag zum

Schutz der lokalen Bevölkerung.

Am Anfang war die Bahn …

Landeshauptmann Luis

Durnwalder macht einen historischen

Rückblick: Die Bahnlinie

Marburg–Franzensfeste wurde von

der damaligen Südbahngesellschaft

gebaut und am 30. November 1871

in Betrieb genommen. Der Bau

hatte strategische Gründe, denn

nach dem Verlust Venetiens

an Italien wäre Tirol nur über

Salzburg–Rosenheim–Kufstein

erreichbar gewesen.

Die Bahnverbindung brachte neue

Gästeschichten ins Pustertal, und

viele Orte entwickelten sich zu ersten

Hochburgen des Fremdenverkehrs: Toblach,

Prags, Sexten, um nur einige zu

nennen. So etwa wurden Toblach und

Umgebung zu einer Art Sommersalon

für Persönlichkeiten aus der Wiener

Gesellschaft, hier traf sich alles, was

im Habsburgerreich und im alten Europa

Rang und Namen hatte.

Die Ferienregion Pustertal

„Mit dem Bau der Eisenbahn wurden

im wahrsten Sinne des Wortes die Wei-

Eine zukunftsweisende vision …

… so sieht es Landesrat Hans

Berger. Mit der Eisenbahn durch

das Pustertal und in direktem

Anschluss daran mit der Seilbahn

auf Südtirols Skiberg Nr.1 fahren.

Das ist eine zukunftsweisende Vision,

die den zunehmenden Ansprüchen

von Gästen an eine Ferienregion

und dem allgemeinen Wunsch nach

Mobilität und Unabhängigkeit entgegenkommt.

Mit dem Projekt Percha–

Kronplatz steht ein realisierbares Projekt

zur Diskussion, wie man diese Vision

Realität werden lassen könnte.

Zwar scheiden sich viele Geister an diesem

Vorhaben, doch nüchtern betrachtet

sehe ich in diesem Projekt eine nahezu

einzigartige Chance zur Verbindung

der Skigebiete entlang der Pustertaler

Eisenbahnlinie. Die Schaffung einer

einzigen Pustertaler Ski- und Ferien-

chen gestellt für die heutige Ferienregion

Pustertal“, betont Landeshauptmann

Luis Durnwalder. Heute, 140 Jahre später,

rüstet sich die östliche Landeshälfte

für eine neue Ära im Bahnverkehr, mit

modernen Zügen im Halbstunden- und

Stundentakt, mit sanierten Bahnhöfen,

mit guten Anschlussverbindungen in alle

Richtungen. „Jetzt gilt es, die modernen

Strukturen optimal zu nutzen und

mit innovativen Konzepten für eine gute

Auslastung auch außerhalb der Stoßzeiten

zu sorgen“, erklärt der Landeshaupt-

mann. Unabhängig davon,

ob das Projekt Ried

schlussendlich realisiert

wird oder nicht: Eine

direkte Anbindung der

Bahn an ein Schigebiet

wäre laut Durnwalder

ein zukunftsweisender

Schritt in diese Richtung.

Der Vinschgau hat es vorgemacht:

Die Kombination

„Bahn & Rad“ wurde in

kürzester Zeit ein Erfolgsfaktor,

der seinesgleichen

sucht und der von April bis

Ende Oktober einheimische

Ausflügler, Familien und Urlaubsgäste

gleichermaßen begeistert. „Eine Kombination

‚Bahn & Wintersport‘ wäre für das

Pustertal sicher eine attraktive Lösung“,

so Durnwalder. Attraktive Angebote und

innovative Ideen sind gefragter denn je.

Nach Jahrzehnten des Wachstums zeichnet

sich eine gewisse Stagnation im Südtiroler

Tourismus ab, und eine Frage wird

wieder aktuell: Wer bringt diesmal neue

Gästeschichten ins Land? Straße, Luftpost

oder Schusters Rappen? Am End’ ist’s

wieder die Bahn …

region könnte damit in

entgegen. Es besteht ein-

greifbare Nähe rücken

deutig die Notwendigkeit,

und so ein erweitertes

die verschiedenen Ange-

Angebot für alle Gäste

bote der Region Pustertal

dieser Ferienregion er-

zusammenzuführen und

möglichen. Der Wunsch

dem Skifahrer auch zu-

sich im Urlaub frei zu begänglich

zu machen.

wegen und neben einer

Es steht wohl außer Fra-

umfassenden Mobilität

ge, dass der Erfolg des

über zahlreiche Angebote

Kronplatzes als Skiberg

verfügen zu können, wird

sowie der Erfolg der Skimehr

und mehr zu einem

und Ferienregion Puster-

attraktiven Wettbewerbsfaktor

im touristischen

Landesrat Hans Berger

tal von größter Bedeutung

für den anhaltenden

Bereich. Ähnliche Pro-

Wohlstand in unserem

jekte im Alpenraum haben bereits er- Tal sind, in welchem der Tourismus

folgreich aufgezeigt, dass großflächige die treibende Kraft der Wirtschaft ist

Zusammenschlüsse von einer Vielzahl und auch Einkommen und Arbeitsplät-

an Gästen sehr geschätzt werden. Nur ze für die Landwirtschaft und die an-

eine Erweiterung des Angebotes kommt deren Wirtschaftssektoren garantiert.

der Entwicklung hin zu immer kürze- Wagen wir also gemeinsam den Schritt

ren Urlaubsaufenthalten unserer Gäste in die Zukunft!

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Aktuell Aktuell

Stimmen aus dem Pustertal

Der Kronplatz ist das wirtschaftliche

Rückgrat des Tourismus im

Pustertal. Führende Politiker,

Wirtschaftsvertreter und die

schweigende Mehrheit sehen

dies auch so. Zum innovativen

Projekt Percha – Kronplatz einige

Stellungnahmen von Gegnern

und Befürwortern.

Christian Tschurtschenthaler,Bürgermeister

von

Bruneck: „Die

Kronplatzseilbahn

ist seit Jahrzehnten

ein unverzichtbarerWirtschaftsmotor

für

das gesamte Pustertal; tausende von

Arbeitsplätzen hängen direkt und

indirekt daran. Gleichzeitig handelt

es sich bei der Kronplatz AG um ein

besonders innovatives Unternehmen.

Gerade auf der Brunecker Seite hat

der Skibetrieb immer wieder Neuerungen

erfahren, die sich schließlich

überall durchgesetzt haben. Ich

denke da besonders an die Weitsicht

vor vielen Jahren in Schneekanonen

zu investieren, Wasserauffangbecken

anzulegen usw. Die Idee des Eisenbahnanschlusses

ist zudem nicht neu,

sie wurde schon seit Jahren von der

Kronplatz AG federführend verfolgt;

das Gutachten des internationalen

Verkehrsexperten Knoflacher hat

schließlich den Startschuss für das

Zu-Ende-Denken dieses Projektes gegeben.

Die Wirtschaft des Pustertales

hofft auf dieses Projekt, schließlich

ist gerade in Krisenzeiten ein solches

Projekt ein wichtiger Baustein. Auch

die Bauern stehen dahinter. Viele

von ihnen arbeiten im Winter am

Kronplatz und können sich durch die

Zur-Verfügung-Stellung von Grund

weitere Einnahmen erwarten. Und es

kommt sicher zu einer Verkehrsentlastung.

Die UVP schreibt ganz klar

eine Reduzierung der bestehenden

Parkplätze an der Talstation und

die Einführung von Parkgebühren

vor. Der Anreiz für den Skifahrer ist

damit noch größer, die Bahn zu benutzen.

Auch Reinhold Messner hat

sich ganz klar für das Projekt Percha

ausgesprochen. Dieses Projekt ist von

großer Bedeutung für die gesamte Ferienregion

Pustertal.“

Joachim Reinalter, Bürgermeister von

Percha: „Für Percha ist der Eisenbahnanschluss

vom Kronplatz mit der neuen

Haltestelle Percha eine ganz große

Chance. Endlich wird Percha damit

eine wirkliche Kronplatzgemeinde. Der

Anschluss unserer Gemeinde an die

Pustertaler Bahn bringt touristische Erschließungsmöglichkeiten.

Wir haben

bisher sehr wenige Infrastrukturen für

den Tourismus, die allerdings sehr gut

arbeiten. Im Schnitt

kann Percha 30.000

Nächtigungen im

Jahr verzeichnen.

Das kann sich natürlich

mit dem

Bahnanschluss positiv

ändern. Die

Bahn bringt nicht

nur neue Arbeitsplätze,

sie hilft auch insgesamt den

Verkehr auf den Straßen zu reduzieren,

da die Bürger von Percha, Pendler und

Schüler, in Zukunft den Zug anstelle des

Pkws oder des Busses benutzen können.

Im Gemeinderat haben wir uns mit nur

einer Gegenstimme für dieses Projekt

ausgesprochen und wir werden alles

tun um es zu unterstützen und gehen

von einer Realisierung bis 2011 aus. Ich

bin davon überzeugt, dass die Bahnlinie

funktionieren wird, wie ja auch das Beispiel

Vinschgauer Bahn gezeigt hat. Die

Zukunft wird uns bestätigen, dass Einheimische

und Gäste die Haltestelle Percha

als auch den Eisenbahnanschluss

Kronplatz brauchen und nutzen!“

Heidi Hauser, Geschäftsführerin des

Tourismusverbands Kronplatz: „Also zunächst

muss ich sagen, dass ich persönlich

total begeistert bin von diesem Projekt.

Die Perchiner müssen in Zukunft,

um zur Bahn oder zur Seilbahn zu kommen,

nur eine Wiese überqueren! Als Geschäftsführerin

des Tourismusverbands

Kronplatz kann ich von sehr positiven

Stimmen zu mir. Vor allem von Seiten der

Hoteliere aus der Peripherie, aus Kiens,

Niederdorf oder Welsberg, die durch die

Eisenbahn direkt an das Skigebiet angeschlossen

sind. Wir haben in den letzten

Jahren jedes Jahr unter großem Aufwand

und verbunden mit

großen Kosten einen

Skibus für die

Gäste organisiert.

Mit der Eisenbahn

wird alles leichter!

Selbst für die Gäste

aus Terenten, die

nur mit dem Bus

bis Vintl gebracht

werden müssen. Die Idee der Haltestelle

verbunden mit der Direktverbindung

zur Seilbahn ist einfach super, vor allem,

wenn zusätzlich an allen Haltestellen und

vor allem in Percha ein Skidepot und ein

Skiverleih eingerichtet werden. Denken

Sie nur wie unkompliziert die ganze Angelegenheit

für Familien mit Kindern

wird. Umständliches Autopacken oder

die Ski in den Bus packen gehören der

Vergangenheit an. Ich erhoffe mir eine

erhebliche Verkehrsentlastung. In Rei-

schach wird es an der Seilbahn ebenfalls

weniger Andrang geben. Es ist wie in einem

Geschäft, wo man eine Kasse mehr

einrichtet!“

Gottfried Beikircher, Skiverbund

Speikboden: „Grundsätzlich ist jede

Maßnahme, die eine Verkehrsverminderung

nach sich

zieht, zu begrüßen

und gereicht zum

Vorteil von Gästen

und Einheimischen.

Wir liegen

ja etwas abgelegen,

aber ich erwarte

mir auch für unsere

Ortschaften im

Tauferer Tal eine Verkehrsberuhigung.

Ich bin außerdem davon überzeugt,

dass dieses Angebot auf eine sehr gute

Resonanz von Seiten der Skifahrer stoßen

wird.“

Walter Huber, Aktionsgemeinschaft

Lebenswertes Reischach für eine lebensWERTE

Zukunft: „Dieses Projekt

ist ein gewaltiger Eingriff in unsere

unberührte Naturlandschaft. Seit mehr

als 40 Jahren ist es der größte Eingriff

am Kronplatz in einem noch skitouris-

tisch vollkommen unerschlossenen Gebiet

der Nord-Ostflanke des Brunecker

Hausberges mit den Weilern Ried und

Walchhorn. Grundsätzlich ist auch für

uns die Anbindung

des Kronplatzes

an die Eisenbahn

ein Schritt in die

richtige Richtung.

Zweifel an der Akzeptanz

durch den

Wintertouristen jedoch

bleiben, wie

man es auch aus

Beispielen in der Schweiz und Italien

sehen kann. Skifahren ist ein Gerätesport

und ich bezweifle, dass die Skifahrer

das umständliche Zugfahren

der Anfahrt mit dem Pkw vorziehen

werden. Zudem sind wir der Meinung,

dass die Anbindung an die Eisenbahn

an anderen Standorten umweltschonender

und verkehrstechnisch besser

gelöst werden könnte. So wäre neben

anderen Alternativen der Anschluss

über das Mobilitätszentrum in Bruneck

mit der gleichzeitigen Anbindung der

Schulzone, der Sport- und Erholungszone

Reiperting mit dem Hallenbad

eine innovative und verkehrsberuhigende

Alternative. Dies würde auch die

Stadt Bruneck mit ihrem touristischen

Naheinzugsgebiet näher an den Kronplatz

bringen so wie z. B. in Bozen der

Ritten mit der Stadt verbunden wurde.

Unserer Meinung nach hat das Projekt

Percha wenig mit einer innovativen

Mobilität zu tun. Selbst der Bahnhof in

Percha ist unseres Erachtens nicht zu

rechtfertigen, da der Ort auf dem Hochplateau

liegt, während die Zugtrasse in

der Schlucht verläuft. Für uns ist der

Verlust von Kulturlandschaft, den das

Projekt mit sich bringt, nicht zu vertreten.

Auch 13 private Grundbesitzer

haben ihre Zustimmung nicht gegeben

und ich frage mich, ob es aufgrund von

Interessen einer privaten Gesellschaft,

wie die Kronplatz Seilbahn AG, rechtens

ist, Zwangsservitute bzw. Enteignungen

vorzunehmen.“

Zeno Kastlunger,

Seilbahn St. Vigil:

„Ich bin prinzipiell

der Meinung, dass

es sich bei diesem

Projekt um eine

positive Initiative

handelt. Die Zukunft

der Skigebie-

te liegt sicher in der Verbindung und

Vernetzung und Percha geht eindeutig

in diese Richtung. Es wird viel davon

gesprochen, den Verkehr von der Straße

auf die Schiene zu verlegen, aber ich

muss das natürlich schmackhaft und attraktiv

machen, damit es angenommen

wird. Die Verbindung Eisenbahnhaltestelle–Seilbahn

in Percha ist ein positives

Beispiel in diese Richtung, das sowohl

Einheimische als auch Gäste zum

Benutzen des Zuges animieren wird.“

Christine Baumgartner, Promotorenkomitee

für Volksbefragung Pustertal:

„Seit mehr als zwei Jahren geben wir

im Namen der umweltbewussten und

kritischen Bevölkerung unserer Besorgnis

über dieses Projekt Ausdruck und

haben mehr als 7000 Unterschriften

gesammelt. Wir sind der Ansicht, dass

das Projekt Eisenbahnanbindung Percha–Kronplatz

und Riedpiste sich nicht

nur wirtschaftlich

nicht rechnet, sondern

dass es sich

hierbei um einen

gefährlichen Eingriff

in die vom

Klimawandel bedrohte

Landschaft

handelt. Erst kürzlich

gab es einen

Erdrutsch am neuen Skilift in St. Vigil.

Der Boden friert im Winter nicht mehr

bis in die Tiefe und alles kommt in Bewegung.

Der Bannwald stellt hier eine

wichtige Sicherung dar und Eingriffe in

den Bannwald sind unserer Meinung

nach im Jahr 2009 nicht mehr zu verantworten.

Auch kompetente Schweizer

Touristiker haben festgestellt, dass

es unverantwortlich ist, unter einer

Höhe von 2000 Metern neue Pisten

anzulegen. Zu den wirtschaftlichen

Argumenten möchte ich feststellen,

dass Bruneck eine Wirtschaftsstadt ist,

mehr als ein Viertel der Bevölkerung

ist im öffentlichen Dienst tätig und nur

sieben Prozent der Arbeitsplätze liegen

im Bereich Tourismus. Wir sind keine

Nein-Sager. Wir sind für den Tourismus

und wir sind auch für einen Eisenbahnanschluss.

Allerdings nicht

über Percha, sondern über das Mobilitätszentrum

Bruneck, das über eine

Seilbahn oder über Kleinbusse an die

gesamte Sportzone (Kronplatz, Sportplatz,

Golfplatz, Fahrradweg, Loipe,

Reitstall, Schwimmbad) angeschlossen

werden sollte. Solch ein Projekt wür-






















20 07/2009

07/2009 21


de unserer Meinung nach ganzjährig

die Mobilität von Einheimischen und

Urlaubern verbessern und gleichzeitig

das Verkehrsaufkommen verringern,

während Percha nur während der Wintermonate

eine Entlastung bringt.“

Dr. Friedrich Mittermair, Bürgermeister

Welsberg-Taisten: „Zu diesem

Thema ist schon viel zu viel gesagt und

geschrieben worden. Es sollten sich

eigentlich nur die

Bürgermeister der

Anrainergemeinden

dazu äußern.

Unsere Haltung

dazu ist generell

positiv. Für uns ist

dieses Vorhaben

ein Mehrangebot

und zwar für alle

Gemeinden zwischen Bruneck und Innichen.

Sollte die Eisenbahn später einmal

den Helm anfahren, dann bräuchte

es keinen Skibus mehr. Die Gäste aber

auch die Einheimischen könnten problemlos

mit der Eisenbahn zum Skigebiet

nach oben oder nach unten fahren.

Die Eisenbahnanbindung Percha–Kronplatz

ist deshalb meines Erachtens eine

Chance und ein Vorteil. Eine Bewertung

des Projektes ist mir nicht möglich, weil

ich darüber zu wenig informiert bin.“

Thomas Walch, HGV-Ortsobmann

Pustertal: „Der HGV ist überzeugt, dass

es Innovation auch in diesem Bereich

braucht. Selbstverständlich befürworte

ich dieses Projekt, aber auch die anderen

Hoteliers an der Achse Ost-West

Aktuell

stehen 100-prozentig hinter dieser Eisenbahnanbindung

Percha–Kronplatz.

Ich bin überzeugt, dass auch viele Hoteliers

in den Seitentälern

dem Projekt

auch positiv

gegenüber stehen.

In jungen Jahren

war ich wie viele

andere überzeugt,

dass die Eisenbahn

im Pustertal zum

Tode verurteilt ist.

Das Projekt Vinschgerbahn hat aber

gezeigt, dass das Gegenteil der Fall

ist. Die Vinschgerbahn wird auch von

vielen Einheimischen genutzt. Ich bin

froh, dass auch im Pustertal die Bahn

eine Aufwertung erfährt und die Bahnhöfe

erneuert werden. Der Bahnhof

Olang z.B. hat ein neues Areal bekommen,

weil das alte nicht mehr kundengerecht

war.“

Mair Bernhard, Bürgermeister von

Toblach: „Der Eisenbahnanschluss

Percha–Kronplatz wird im Oberpustertal

prinzipiell positiv gewertet.

Wenn die Einheimischen und Gäste

mit dem Zug zu den Skigebieten fahren

können, ist das nur zu begrüßen. Für

uns im Oberpustertal

wäre auch

ein EisenbahnanschlussVierschach-Helm

sehr

interessant. Dieses

Vorhaben ist schon

seit Jahren im Gespräch

und das

Projekt wird allgemein als realistisches

Ziel eingestuft. Das Projekt Ried möchte

ich nicht bewerten, denn ich kenne

das Skigebiet zu wenig. Der Eisenbahnanschluss

ist meiner Meinung nach

grundsätzlich positiv.“

Helmut Gräber, Bürgermeister von

St. Lorenzen: „Als Nachbargemeinde

sehen wir die Mobilität zukunftsweisend.

Ich sehe sowohl die Eisenbahnanbindung

Percha–Kronplatz als auch

das Projekt Ried

als positiven Faktor.

Initiativen von

Investoren, die in

einem Umfeld investieren,

das für

einen Pistenbau

eigentlich schon

vorgegeben ist,

sind nur zu begrüßen.

Wir sind alle bemüht, das Umfeld

östlich und vor allem westlich vom

Kronplatz zwischen den Rodenecker

Hochalmen und dem Peitlerkofel (16

km) mit den blühenden Almen intakt

zu halten. Wenn wir also das restliche

Umfeld des Kronplatzes nicht verbauen,

dann kann und soll der Kronplatz

auf der vorgegebenen Fläche samt

Eisenbahnanschluss ausgebaut werden.

Ich bin sicher, dass die Jugend

das Zugfahren erst lernen muss. Aber

wenn die moderne Mobilität mit dem

30-Minuten-Takt gegeben ist, wird sie

auch genutzt. Es braucht ein Umdenken

in Sachen Mobilität und der Eisenbahnanschluss

Percha–Kronplatz

ist ein erster Schritt dazu.“

Wohin mit dem Bauschutt?

P.R.A., die Pustertaler Bauschutt-Recycling-Anlage, hat sich auf die

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Viktor Peintner, Bezirksobmann im

Pustertal und Landesobmann-Stellvertreter:

„Der Bahnhof in Percha kommt

sowieso und für mich ist der Kronplatz

das Skigebiet Nr. 1. Ob da ein Skilift

mehr oder weniger hinaufführt, ist einerlei.

80 Prozent der Grundbesitzer

und alle betroffenen Vollerwerbsbauern

sind für das Projekt Ried. Diese

Bauern sehen im

Projekt eine Chance,

wer nur Grundbesitzer

ist und

von einem Beruf

lebt, kann leicht

dagegen sein. Man

muss aber auch

einmal sehen, wie

vielen Bauern bei

den Skiliften ein Nebenerwerb geboten

wird. Und wenn wir die Hüttenbetreiber

dazu bringen könnten, noch

stärker unsere Produkte zu vertreiben,

dann wäre das noch besser. Ich bin

also voll für den Eisenbahnanschluss

Percha-Kronplatz und das Projekt

Ried. Man muss den Mut haben, die

Wahrheit zu sagen.“

Thomas Ausserhofer von Union-

Bau:„Nachdem ich abends immer von

Sand in Taufers nach Bruneck fahre,

habe ich seit einigen Wochen folgendes

Bild vor mir: Die grünen Pisten Herrnegg

und Silvester, die mitten im Wald

verlaufen, sind eigentlich ein Bild, das

nicht stört, sondern den waldbewachsenen

Hang auflockern. Störend wirkt

für mein Empfinden jedoch der 80 m

hohe Funkturm und das Gebäude der

Aktuell

alten Seilbahn. Dies sind technische

Eingriffe, die aus meiner Sicht das

Landschaftsbild beeinträchtigen und

architektonisch

optimal gelöst werden

müssen. Wieso

werden aber hier

keine Stimmen

laut? Mir ist nicht

bekannt, für welche

Funksignale

der Turm gebaut

wird (Fernsehen,

Handy, Radio, ...). Da sich diesbezüglich

niemand meldet, gehe ich davon

aus, dass auch die Gegner des Riedprojektes

die Dienstleistungen dieses

Funkturmes benötigen.“

Joachim Dejaco Direktor der STA

kommt in der Studie zur Anbindung

des Brunecker Mobilitätszentrums an

die Talstation Reischach zu folgender

Schlussfolgerungen. „Auch bei Optimierung

der Umsteigebeziehung am

Mobilitätszentrum

Bruneck, ist eine

direkte Anbindung

in Percha wegen

der kürzesten

Fahrzeit, dem Umsteigekomfort

und

der direkten Talabfahrt

auf jeden

Fall attraktiver, als

über eine Zubringeranlage vom Mobilitätszentrum

Bruneck aus. Eine Verbindung

zwischen dem Mobilitätszentrum

und den Seilbahnen in Reischach

ist folglich für die Bahnanbindung des

Skigebietes Kronplatz keine gleichwertige

Alternative.

Osttiroler sind dafür

Auf Osttiroler Seite hat Franz Senfter

mit Franz Kraler, dem Chef

der international agierenden Hella-

Gruppe (Hella Sonnen- und Wetterschutztechnik)

einen potenten Befürworter

des Skizugs und der Ferienregion

gesamtes Pustertal.

Der Pustertaler Skizug eröffnet dem Osttiroler

Tourismus die einzigartige Chance

der Anbindung der Radwege, Wanderund

Skigebiete zwischen Eisacktal und

Lienz/Osttirol. Neben dem Produkt Pustertaler

Skizug ist für eine Gesamt-Pustertaler-Ferienregion

auch der Zusam-

menschluss der

Skigebiete Helm,

Rotwand, Haunold

und Thurntaler

mit dem Verbund

Dolomiti Superski

von größter Wichtigkeit.

Nur mit

attraktiven Angeboten einer größeren

Ferienregion kann die Zukunft des Tourismus

erfolgreich bewältigt werden“, soweit

Franz Kraler.

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24

07/2009

IntervIews/statements

„Wir brauchen den Zug …“

… für die Ferienregion Pustertal.“

Franz Senfter, erfolgreicher

Unternehmer aus Innichen, steht

ganz klar hinter dem Pustertaler

Skizug von Mühlbach bis nach

Lienz/Osttirol.

Mit viel Einsatz und diplomatischem

Geschick ist es gelungen,

die Interessen von Haunold und

Helm samt Rotwand unter einen Hut

zu bringen. Der Vorschlag zur Fusion

wird allgemein positiv gesehen und

das Ganze wird den Namen Sextner

Dolomiten AG tragen. Senfter zum

Skizug und zur Kronplatzanbindung.

„Der Kronplatz mit seinem Angebot

wird im Pustertal immer eine zentrale

Rolle spielen. Mit dem Skizug

und einem gemeinsamen Konzept

können alle angrenzenden Gebiete

davon profitieren. Innerhalb der gesamten

Talschaft sind die einzelnen

regionalen Liftgesellschaften gefordert

und sollten ihre Gegebenheiten

für eine Anbindung entsprechend

abstimmen. Wir im Hochpustertal

haben unsere Hausaufgaben schon

gemacht. Das Ahrntal, Gadertal und

„Man kann nicht jedem

Nein nachgeben“

Reinhold Messner, Südtiroler,

Extrembergsteiger, Vordenker,

ehemaliger Abgeordneter des

Europäischen Parlaments für die

Grünen, Museumsgründer u. a. m.

hat sich in mehreren Büchern zur

Zukunft der Alpen geäußert.

Messner vertritt in diesen Schriften

eine Linie, die er auch im Zusammenhang

mit dem Eisenbahn-Projekt

Percha vertritt. Man kann die Diskussion

nicht denen überlassen, die zu allem

Nein sagen. Dieses Projekt ist ein innovatives

Mobilitätskonzept und soll das

Verkehrsproblem in Bruneck und im

gesamten Pustertal zumindest zum Teil

lösen und wird dies auch sicher tun. Ich

habe ganz konkrete Vorstellungen, wie

Franz Senfter

das untere Pustertal sind in dieses

Konzept natürlich einzubinden. Ähnliches

gilt auch für Osttirol. Denn jede

Studie der letzten Jahre besagt ganz

klar, dass die Wirtschaftlichkeit von

einzelnen Skigebieten nur im Verbund

gegeben ist.“

man die Alpen retten kann. Dazu gehört

auch, dass man sie als Lebensraum akzeptiert.

Wenn man a priori Nein sagt,

hilft man dem Bergbauern in seinem

Überlebenskampf nicht, ebenso wenig,

wenn man dem Tourismus und den Infrastrukturen,

die ihn unterstützen, unreflektiert

den Kampf ansagt. Unsere

Wälder wurden immer schon genutzt,

auch für Schlägerungen. Und das Kronplatzgebiet

kann man sicher nicht als

ein unberührtes Stück Alpen bezeichnen.

Wenn man nun ein Tausendstel für

ein Projekt opfert, das erwiesenermaßen

Vorteile für die Umwelt bringt, dann

ist das zu vertreten. Außerdem ist alles

wieder aufforstbar, nichts ist irreversibel.

Wenn man jedem Nein nachgibt,

auch wenn es sich nur um 0,5 % der

Franz Senfter, der als Unternehmer

schon seit langem weit über die Landes-

und nationalen Grenzen hinausblickt

und Niederlassungen weltweit

betreibt, führt das Zillertal als Beispiel

an. „Auch dort gibt es verschiedene Interessen

und auch die eine oder andere

harte Diskussion. Aber diese werden

intern ausgehandelt, nach außen tritt

das gesamte Zillertal – vom Taleingang

bis nach Hintertux – als geschlossene

Ferienregion mit einem Superangebot

im Sommer und Winter auf. Das sollte

auch das Ziel vom Pustertal sein – auf

Südtiroler und Osttiroler Seite.“

Der Innichner Unternehmer sieht das

Projekt Skizug auch als Erfolgsmodell

im Sommer, als Wander- und „Radlzug“.

„Das Fahrrad- und Wanderwegenetz

ist jetzt schon auf einem hohen Niveau

und wird weiter ausgebaut. Wenn man

den Erfolg der Vinschgerbahn im Sommer

anschaut, dann haben wir mit der

Pustertalbahn als West-Ost-Verbindung

doch ein weit höheres Potential. Das gesamte

Radwegenetz und Wandergebiet

zwischen Eisacktal und Lienzer Becken

wird den Gästen per Zug erschlossen.“

Reinhold

Messner

Stimmen handelt, dann geht gar nichts

mehr, dann bewegt sich gar nichts mehr

und die Zukunft der Alpen kann so sicher

nicht gewährleistet werden!“

Neue Gäste und Kunden aus Italien gewinnen!

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07/2009

paginierung

paginierung

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Aktuell

...nicht immer, aber immer öfter

Eines steht fest: Nie zuvor wurde

in Südtirol in so kurzer Zeit so

viel in den Ausbau und in die

Modernisierung des lokalen öffentlichen

Nahverkehrs investiert

wie in den letzten Jahren.

Mit der Wiederinbetriebnahme der

Vinschgerbahn am 5. Mai 2005

und mit gezielt darauf abgestimmten

Busverbindungen hat ein neues Kapitel

in der Südtiroler Mobilitätsgeschichte

begonnen. Seither wurde am

Fahrplan-Netz fleißig weiter geknüpft

und fügen sich die Teile zu einem landesweiten,

bunten Mosaik zusammen.

Jüngstes Beispiel: Unterland

Insgesamt fünf flotte Busse im Citybus-

Format sind seit Mitte Juni im südlichsten

Landesteil im Einsatz, um im Halbstunden-

und Stundentakt den Zubringerdienst

zur Eisenbahn zu leisten und um

die Unterlandler Ortschaften untereinander

sowie mit den Hauptorten Auer und

Neumarkt zu verknüpfen. Damit besitzt

das Unterland ein dichtes Netz an Busverbindungen,

das auch die westliche Talseite

mit einbezieht. In Tramin und Kurtatsch

werden jetzt erstmals die Ortszentren an-

Ritten: neue Lust auf‘s Bahnfahren

gefahren, die Fraktionen Penon, Graun

sowie Radein sind überhaupt erstmals in

das öffentliche Verkehrsnetz eingebunden.

„Ein echter Quantensprung im öffentlichen

Nahverkehr des Unterlandes“,

betont Landesrat Thomas Widmann, der

Wert darauf gelegt hat, dass die Wünsche

der Gemeinden weitestgehend berücksichtigt

worden sind. In den vergangenen

Wochen haben immer mehr Nutzer festgestellt:

Für Behördengänge, zum Einkaufen,

für die Fahrt zum Bahnhof und

dergleichen kann man im Unterland jetzt

aufs eigene Auto getrost verzichten - nicht

immer, aber immer öfter. Und stressgeplagte

Eltern werden insofern entlastet,

als ihre Sprösslinge (dank Gratis-Abo+)

per Citybus zumindest gelegentlich zum

Musikunterricht in die Nachbargemeinde,

zum Sport oder zu den Freunden „befördert“

werden können.

Neue Bahn im Pustertal

Endspurt für das Mammutprogramm

zur Modernisierung der Pusterer Bahnlinie.

Die Arbeiten, die unter der Leitung

der Südtiroler Transportstrukturen AG

(STA) im Vorjahr im unteren Pustertal

durchgezogen worden waren, finden

heuer ihre Fortsetzung im oberen Teil:

Erhöhung der Bahnsteige, neue Unterführungen

und Aufzüge, neue Kreuzungsstellen,

neue Technik- und Warteräume,

Bahnsteigüberdachungen, um

nur einiges zu nennen. Im kommenden

Jahr werden die Sanierungsarbeiten

größtenteils abgeschlossen sein. Dem

Halbstundentakt auf der Achse Innichen–

Bruneck–Franzensfeste steht damit

ab dem kommenden Dezember nichts

mehr im Wege. Eine zusätzliche Aufwertung

der Pusterer Bahnlinie sind die

acht neuen Züge, die die Landesverwaltung

im Vorjahr angekauft hat und die

dank des Zweispannungsbetriebes auch

grenzüberschreitend Richtung Osttirol/

Nordtirol eingesetzt werden können.

Zusammen mit den zwölf dieselbetriebenen

Garnituren der Vinschgerbahn – alle

mit dem bekannten Dachmarken-Design

– verfügt das Land nun über 20 Züge.

Diese wickeln heuer bereits mehr als ein

Drittel der insgesamt 5,7 Mio. Bahnkilometer

in Südtirol ab.

Bahn-Euphorie auch im Bozner Raum

Eine wahre Bahn-Euphorie haben nicht

nur die modernen Züge, sondern auch

die neue Rittner Seilbahn und die neue

Standseilbahn auf die Mendel ausgelöst.

Allein in den ersten zwei Monaten

nach der Inbetriebnahme wurden

mehr als 177.000 Fahrgäste verzeichnet,

gut die Hälfte davon hat die Fahrt

mit der Rittner Trambahn fortgesetzt,

die ebenfalls einen wahren Ansturm an

Fahrgästen zu bewältigen hatte. Mit der

bevorstehenden Inbetriebnahme zweier

zusätzlicher Garnituren und den erforderlichen

technischen Anpassungen

soll diese nostalgische Bahntrasse definitiv

aufgewertet werden.

Seit Mitte August in Betrieb ist die neue

Bedarfshaltestelle der Mendelbahn, die

mit den neuen, komfortablen Kabinen

und mit dem gläsernen Panoramadach

ebenfalls eine besondere Attraktion

darstellt. Durch eine eigene Ausstiegsplattform

auf halber Strecke haben

Wanderer jetzt eine direkte Anbindung

an den Kalterer Höhenweg.

Überetsch: Zurück in die Zukunft?

Das Überetsch sehnt sich aber generell

nach den guten alten „Bahnl-Zeiten“ zurück.

Es ist erst wenige Jahrzehnte her,

dass die frühere Bahntrasse zwischen

Bozen und Kaltern mangels staatlicher

Finanzierungshilfen stillgelegt wurde:

Der Personentransport wurde im Jahre

1963 eingestellt, der Gütertransport im

Jahre 1971, die Bahntrasse wurde in

den heutigen Radweg umfunktioniert.

Wie die viel diskutierte und sicher attraktive

Verbindung Ritten–Bozen–

Überetsch– Mendel in Zukunft ausse-

Aktuell

Ein Erlebnis der besonderen Art: die neue Mendelbahn

hen wird, das wird sich in den nächsten

Monaten entscheiden, wenn zwischen

Land und Gemeinden grundlegende

Fragen hinsichtlich der Art des neuen

Projekts, hinsichtlich Trassierung und

Finanzierung geklärt sind.

Günstig und flexibel unterwegs

Zu einem attraktiven Bus- und Bahnangebot

gehören eine benutzerfreundliche

und transparente Gestaltung des

Wertkarten- und Tarifsystems sowie

maßgeschneiderte Tickets für die unterschiedlichen

Zielgruppen. Auch

daran wird im Mobilitätsressort weiter

gefeilt mit dem Ziel, für möglichst

viele Kategorien passende und günstige

Tickets oder Abonnements

anzubieten, die den spezifi-

schen Bedürfnissen gerecht werden.

Ob Schüler, Berufspendler, Familien,

Senioren, Urlaubsgast oder Gelegenheitsfahrer

– aus einer Vielfalt an Tickets

und Karten kann heute schon gewählt

werden, und neue Angebote sind

in Ausarbeitung. Jüngstes Beispiel ist

hier die “museumobil Card”, die eine

günstige Gelegenheit bietet, Bus- und

Bahnfahrten mit dem Besuch von landesweit

rund 80 Museen und Sammlungen

zu kombinieren.

28 07/2009

07/2009 29


IntervIews/statements

Mit Bus und Bahn im Südtirol-Takt

Mit seiner Vision vom

Südtirol-Takt hat Landesrat

Thomas Widmann der Mobilität

in Südtirol ein neues Tempo

vorgegeben.

Radius: Herr Landesrat, zufrieden mit

dem Bus- und Bahnorchester?

Widmann: Wir sind auf gutem Weg:

Halbstunden- und Stundentakt auf den

Hauptlinien, die peripheren

Gebiete sind gut ins

öffentliche Verkehrsnetz

eingebunden, Umsteigemöglichkeiten

und

Anschlussverbindungen

stimmen größtenteils.

Neue Citybusse, neue

Bahnen, sanierte Bahnhöfe,

gute Verbindungen

auch an den Wochenenden

… Musikalisch ausgedrückt

haben wir das Repertoire in

kürzester Zeit beträchtlich erweitert.

Radius: Ganz harmonisch läuft es allerdings

nicht immer …

Widmann (lacht ...): Wenn jene 96–98

Prozent der Fahrten, die reibungslos

und pünktlich verlaufen, in ähnlicher

Weise Kund getan würden wie jene –

vergleichsweise wenigen – Fälle, wo es

Schwierigkeiten gibt, dann könnten wir

uns des Lobes nicht erwehren. Aber

Spaß beiseite: Im öffentlichen Nahverkehr

haben wir einen sehr hohen

Standard erreicht, und das bei Tarifen,

die im staatlichen und auch internationalen

Vergleich ausgesprochen niedrig

sind. Trotzdem arbeiten wir täglich daran,

die Wünsche der Nutzer weitestgehend

zu berücksichtigen und den

lokalen Personennahverkehr weiter zu

optimieren.

Radius: Das heißt?

Widmann: Nach dem quantitativen Ausbau

der Bus- und Bahnverbindungen

geht es uns jetzt vorrangig um die Verbesserung

von Kundenservice und Qualität,

um eine bessere Koordination der

Abläufe, um mehr Benutzerfreundlichkeit

und um eine bessere Informationsarbeit.

Mit innovativen Konzepten möchten

wir die Menschen dazu motivieren, Bus

und Bahn verstärkt in die Freizeitaktivitäten

einzubinden. Mehr als 30 Prozent

Knotenpunkt Mals: Endstation der Vinschgerbahn

mit Direktanschluss an Citybus und Überlandbus

des Verkehrsaufkommens sind reiner

Freizeitverkehr, das zeigen die überfüllten

Parkplätze bei Ausflugszielen und die

langen Staus am Wochenende.

Radius: Wie realistisch ist die Vorstellung,

das Verkehrsaufkommen in Südtirol

nachhaltig zu reduzieren?

Widmann: Mobilität ist heute die Grundlage

für das Funktionieren unserer Wirtschaft

und Gesellschaft. Jahrzehntelang

hat sich alles auf das Auto konzentriert,

und viele werden auch weiterhin nicht

darauf verzichten können oder wollen.

Das Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel

ist ein Prozess, der Umdenken

und einige Umstellungen erfordert.

Wir wollen den Bürgern und vor allem

den Familien Möglichkeiten bereitstellen,

die bequem, sicher, günstig und

umweltschonend sind. Unsere mehr als

70.000 Gratis-Abos für Schüler erfüllen

hier eine erzieherische Funktion. Dass

die Angebote immer stärker genutzt

werden, zeigt die Tatsache, dass es immer

wieder Kapazitätsengpässe gibt.

Die neuen Züge, die Rittner Seilbahn

und die Mendelbahn haben eine echte

Bahn-Euphorie ausgelöst.

Radius: Einige Gebiete warten noch darauf,

etwa das Überetsch.

Widmann: Für das Überetsch ist eine Lösung

des Verkehrsproblems vorrangig,

soviel steht fest. Es muss allerdings eine

Lösung sein, die in kurzer Zeit realisierbar

und finanzierbar ist, die flexibel ist

und sich in die bestehenden Strukturen

nahtlos einbinden lässt. Und vor allem

muss sie ihren Zweck erfüllen: als echte,

genauer gesagt als bessere Alternative

zum eigenen Auto mit genügend Beförderungskapazität,

um in den Stoßzeiten

die Straße deutlich zu entlasten.

Radius: Kapazität und Finanzierbarkeit

– stellen sich diese Fragen nicht generell

im öffentlichen Nahverkehr?

Widmann: Fakt ist: Die Erlöse aus Fahrkarten,

Wertkarten und Abos decken

derzeit nur einen Bruchteil der Kosten,

und in den Hauptverkehrszeiten sind

die Ressourcen, sowohl Bus als auch

Bahn, ausgeschöpft. Um längerfristig

den Standard zu halten bzw. weiter

zu verbessern, um neue Investitionen

zu tätigen und innovative Projekte umzusetzen,

gilt es, die Einnahmen zu

steigern, etwa durch eine bessere Auslastung

außerhalb der Stoßzeiten und

außerhalb der Tourismussaison.

Radius: Zurück zur Musik: Gibt es einen

Schlussakkord, auf den Sie hinarbeiten?

Widmann: Ich würde sagen: für Südtirol

ein Plus an Mobilität – ein Plus an Lebensqualität.

INFO

Autonome Provinz Bozen - Südtirol

Ressort für Mobilität - Landhaus 3 A

Crispistraße 8 - 39100 Bozen

Tel. 0471 413 401 - Fax 0471 413 409

mobilitaet@provinz.bz.it

www.provinz.bz.it/mobilitaet

www.suedtirolbahn.info

Nicht mehr als fünf- bis sechstausend

Jahre ist es her, seit die

Menschen, vermutlich an mehreren

Orten gleichzeitig, das Rad

erfunden haben. Eine revolutionäre

Entdeckung, weil es nichts

Ähnliches gibt in der Natur. Und

mit der Erfindung des Rads setzte

das Zeitalter der Mobilität der

Spezies Mensch ein.

Transportkarren, Streitwagen, Kutschen

– Mit der Erfindung des Rads

war der Mensch nicht mehr auf die

eigenen Füße angewiesen und konnte

zudem größere Mengen an Gegenständen,

Lebensmittel usw. über weite

Strecken transportieren. Die ältesten

Rad-Funde stammen aus Babylonien

und dem Alten Ägypten.

Kinderwagen – Der erste fahrbare

Untersatz

Wann und wo bzw. von wem das Rad

erfunden wurde, weiß heute niemand

mehr. Aber es handelt sich zweifelsohne

um eine, wenn nicht die wichtigste Erfindung

der Menschheit. Niemand kommt

aus ohne das Rad. Und das schon von

frühester Kindheit an. Der erste fahrbare

Untersatz ist der Kinderwagen. In den

60er Jahren noch schaukelige, sperrige

und schwere Ungetüme, angeboten in

drei oder vier Modellen in den Farben

schwarz oder blau. Heute aus Materialien

wie Aluminium und hochwertigem

Plastik, leicht

und vielseitig

verwendbar: in

der Stadt zum

Aktuell

Mit dem Rad kam die Mobilität

Einkaufen, zum Befördern mehrerer

Kinder gleichen oder verschiedenen Alters,

dreirädrige Babyjogger mit Handbremse,

die sich auch perfekt für den

Schnee oder den Strand eignen, teure

und modische Designerstücke zum Vorzeigen

oder auf Regenschirmgröße zusammenklappbare

Minimalbuggies. Für

jeden Geschmack und Geldbeutel gibt es

den richtigen Kinderwagen.

Aber der Kinderwagen ist nur der Anfang.

Mobil geht es weiter. Ein Dreirad

ist heute nicht mehr einfach ein Dreirad.

Außerdem gibt es für die Kleinen

auch die Tretsitzräder, die bestens auf

das Fahrradfahren vorbereiten. Was

früher ein einfacher Roller war, ist heute

ein futuristisches Gefährt aus Aluminium

mit zwei Minirädern, auf dem sich

sogar ernsthafte Herren in Anzug und

Krawatte durch die Fußgängerzonen

bewegen. Wer es ganz eilig hat oder

einfach nur bequem ist, für den gibt es

das Ganze etwas größer mit solarbetriebenem

Motorantrieb.

vom Nutzgegenstand zum

Statussymbol

der und fahrbare Untersätze auf

dern haben es dem Menschen jedenfalls

angetan und der Fantasie

sind kaum Grenzen gesetzt. Auch die

alten Rollschuhe verrosten längst im

Keller und sind durch schneidige Inlinerskater,

bei denen die Räder nicht

parallel sondern hintereinander angeordnet

sind, ersetzt.

Schnelles Rollen ist in jedem Alter zum

Statussymbol geworden. Nach Fahrrad,

Rennrad und Mountainbike geht es mit

den motorisierten Zwei- und Vierrädern

weiter. Der flotte Scooter, das Motorrad,

die Harley Davidson, der Quad

und dann das Auto.

Zugfahren ist heute wieder „in“

In den 70er und 80er Jahren als altmodisch

und nur zum Transport von Kindern

und Rentnern geeignet abgetan,

haben auch Bus und Zug, das heißt die

öffentlichen Verkehrsmittel, wieder an

Attraktivität gewonnen. Zugfahren ist

heute in, kommt dem Klima und der

Umwelt zugute und ist zudem ein Augenblick,

in dem der mobile Mensch

sich bewegt und trotzdem innehalten,

arbeiten oder einfach die Gesellschaft

seiner Mitfahrer genießen kann.

Angefangen hat jedenfalls alles mit

einer runden Scheibe mit einem Loch

in der Mitte, in die ein Stab eingeführt

wurde ...

30 07/2009

07/2009 31


32

07/2009

Aktuell

Kommt die neue Bahn?

Bozen hat täglich mit einem

hohen Pendleraufkommen zu

kämpfen. Darunter leidet die

Lebensqualität der Bozner in den

Einfallsstraßen.

Täglich sind rund 23.000 Schüler

und Pendler aus Kaltern, Eppan

und Tramin auf dem Weg nach Bozen,

20 Busse sind zu Stoßzeiten im

Einsatz und bringen die Menschen

wie Sardinen eingezwängt an ihren

Arbeitsplatz bzw. in die Schule. Um

diesem Missstand entgegenzuwirken,

wären 40 Busse nötig, damit

würde der Verkehr gänzlich zum

Erliegen kommen.

Der alltägliche Pendlerstau hat seit

Jahren schon dazu geführt, dass die

Forderung nach einer neuen Bahnverbindung

ins Überetsch immer lauter

wird. Die Gemeinden Bozen, Eppan

und Kaltern sowie das Land Südtirol

beraten auch schon seit längerem über

ein innovatives öffentliches Verkehrskonzept,

das die beiden Ballungsräume

verbinden soll.

vom Ritten bis zur Mendel

Bis in die 1960er Jahre gab es zwei

Bahnen, die Bozen mit dem Ritten und

dem Überetsch verbanden. Die Rittner

Trambahn verkehrt heute nur noch

zwischen Oberbozen und Klobenstein,

die Strecke Bozen–Oberbozen wird

von einer Umlaufbahn bedient. Die

Überetscher Bahn, wegen der Weintransporte

auch liebevoll „Lepsbahnl“

genannt, wurde hingegen völlig aufgelassen

und durch Busse ersetzt.

Als Fotomontage:

Die Überetscher Bahn im Warttal

Die Überetscher Bahn fuhr die zwei

Bahnhöfe Eppan und Kaltern an, eine

Weiche kurz vor dem Bahnhof Kaltern

garantierte einen Anschluss zur Talstation

der Mendelbahn.

Die Rittnerbahn – sie wurde im August

1907 in Betrieb genommen – führte einst

vom Waltherplatz in Bozen direkt bis

nach Klobenstein am Ritten. Die knapp

1000 m Höhenunterschied wurden mit

Hilfe eines Zahnradantriebes überwunden.

Im Jahr 1966 wurde die Zahnradstrecke

durch eine Seilschwebebahn und

diese heuer nach 40 Jahren durch eine

neue Umlaufbahn ersetzt. Die neue Rittner

Seilbahn und die Rittner Trambahn

fahren seit 1. August täglich durchgehend

zwischen 6.40 Uhr und 23 Uhr. Dieses

Angebot wird bereits stark in Anspruch

genommen. Zum Publikumsmagnet hat

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sich auch die Standseilbahn auf die Mendel

mit ihren neuen Kabinen entwickelt.

Die gute Anbindung der Standseilbahn

an das öffentliche Verkehrsnetz und der

20-Minuten-Takt bieten zusätzlichen

Anreiz für einen spontanen Ausflug auf

die Mendel.

Innovative Lösung

Die drei interessierten Gemeinden haben

sich im Frühsommer mit LR Thomas Widmann

getroffen und dabei vereinbart, dass

bis zum Herbst eine Entscheidung getroffen

wird. Wie die Verbindung aussehen

wird, steht dabei allerdings noch nicht

fest. „Wir werden uns in den Monaten bis

Herbst mit verschiedenen innovativen Lösungen

befassen und sie eingehend überprüfen“,

erklärt Widmann.

Um Eindrücke verschiedener Möglichkeiten

zu gewinnen, wird man bis zum

nächsten Treffen auch beispielhafte

Projekte vor Ort anschauen. „Damit

kann man sich am besten einen Eindruck

vom jeweiligen Verkehrsmittel

verschaffen und ausloten, inwieweit

sich dieses Verkehrsmittel als Lösung

der besonderen Verkehrssituation zwischen

Bozen und den Überetscher Gemeinden

eignen würde. Klar ist, dass

wir eine maßgeschneiderte Lösung anstreben“,

ist der Landesrat überzeugt.

Grobe Studie für Überetscher Bahn

„LR Widmann hat uns zugesichert, er

würde prüfen, was effektiv technisch

und ökonomisch die beste Lösung sein

könnte und auf diese Entscheidung

müssen wir warten“, bestätigt auch Bozens

Stadtrat Klaus Ladinser. Die drei

Gemeinden haben bereits von einem

Ingenieurbüro eine grobe Studie erstellen

lassen, derzufolge die Straßenbahn

„das beste Modell“ ist, wie Ladinser

betont. Als nächster Schritt wird nun

geprüft, welches andere Modell besser

oder ökonomischer sein könnte. „Es

Aktuell

muss natürlich besser

sein, aber ich bin offen

auch für andere Modelle.“

Ladinser sieht kein Finanzierungsproblem.

„Es ist

ein Zeichen der Zeit, dass

man sowohl die Protokolle

von Kyoto ernst nimmt, als

auch die Verkehrsprobleme,

die Wirtschaftslage und den

Großraum Bozen in Verbindung

mit dem Überetsch. Da

sind sehr viele Aspekte, die

nicht nur vom vorhandenen

Geld abhängig gemacht werden

können.“

Bahn, Bus oder Gondel?

Die Bahnvariante hat einen entscheidenden

Nachteil. Die Beförderungskapazität

zu den Verkehrsspitzen am Morgen etwa

von 7.00 Uhr bis 8.00 Uhr (Ähnliches gilt

auch am Abend) ist viel zu gering. Nur ein

Bruchteil könnte mit der Bahn fahren. Ob

es sinnvoll ist eine derart teure Variante

für etwa 10 % der Pendler ins Auge zu

fassen, ist mehr als zweifelhaft. Größere

Busse (Ziehharmonikabusse) und eine

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Die alte Überetscher Bahn genannt auch „Lepsbandl“

wesentlich höhere Frequenz auf Vorzugsspuren

sind eine machbare Variante. Dabei

könnten zusätzlich direkte Busse von

Kaltern und Eppan nach Bozen fahren;

einige davon auch über die Industriezone

und von Süden her in die Stadt. „Heute

ist es doch so, dass es von der Oberen

Gand mit dem Citybus zum Tetterparkplatz,

weiter mit der SAD bis zum Hadrianplatz

und wieder umsteigen, um in die

Industriezone zu kommen, weit über eine


Ausstellung Land und Leute

Stunde braucht“, berichtet ein entnervter

Pendler, der wieder mit seinem Auto

fährt. Auch die Variante mit dem Eppaner

Citybus nach Sigmundskron zu fahren

und weiter mit der Eisenbahn zum Messebahnhof

oder in die Stadt ist nur für einen

kleinen Teil der Pendler interessant. Noch

länger dauert das ganze für Bewohner der

verschiedenen Fraktionen in Kaltern.

Straßenbahn ist fraglich

Noch steht zwar nicht fest, ob es eine

Straßenbahn oder ein anderes Verkehrsmodell

sein wird, die Bozen mit

dem Überetsch verbinden. Bei einer

Straßenbahn muss aber auch berücksichtigt

werden, dass dafür privater

Grund enteignet werden müsste. „Die

grobe Trassierung ist auf so ein Detail

14-tägig

freitags

Aktuell

nicht eingegangen. Für Bozen stellt

sich dieses Problem zudem nicht, weil

dort der Straßenbelag verwendet wird.

Wenn schon, müssten die zwei anderen

Gemeinden dieses Problem lösen. Laut

Verkehrszählung fahren derzeit rund

23.000 Verkehrspendler zwischen Bozen

und Überetsch ein und aus. „Weitere

acht Prozent nehmen den öffentlichen

Verkehr in Anspruch und ich glaube,

wenn man eine solche Investition

macht, muss man viele Nutzer anpeilen,

die bei 30 bis 40 Prozent des Aufkommens

liegen.“ Ladinser geht davon aus,

dass der öffentliche Verkehr in Zukunft

sicher nach dem Modell der Rittnerbahn

organisiert werden muss. Die „Öffis“

müssen ihren Fahrplan auf die Bedürfnisse

der Bevölkerung ausrichten, damit

sie auch genutzt werden.

Das

Freizeitmagazin

Themen u. a.:

• Veranstaltungen

• Ausflugsziele

• Eventkalender

• Regionale Infos

TV Schnals

TV Ratschings

Seit einigen Wochen herrscht in weiten

Teilen der Stadt Bozen das Verkehrslimit

von 40 km/h. Nur die Eisackuferstraße

und die Industriezone

sind noch mit Tempo 50 befahrbar.

Die Erfahrungen mit Tempo 40 waren

schon in den ersten Wochen positiv.

„Ich stelle fest, dass die Autofahrer

sehr diszipliniert durch die Stadt

fahren“, freut sich Stadtrat Ladinser.

„Es ist zwar nur mein Gefühl, aber es

täuscht mich nicht. Ich bin sehr viel

in der Stadt unterwegs und bin angenehm

überrascht.“

Die Einführung des Tempolimits 40

wird sich laut Ladinser „positiv auf die

Lebensqualität der Stadt auswirken“.

Die Sicherheit im Straßenverkehr ist

im Zusammenhang mit Tempo 40

„sicherlich auch ein Thema, aber

wichtig ist die Regelung der Hektik in

der Stadt und damit in den einzelnen

Stadtvierteln eine bessere Lebensqualität

zu erzielen.“

Kein weiterer Ausbau

Die Eisackuferstraße, die heute schon

teilweise völlig überlastet ist, wird nicht

ausgebaut. „Zwischen St. Jakob und Pillhof

soll ein Tunnel für Entlastung sorgen.

Im Herbst wird der Mobilitätsplan

im Gemeinderat behandelt und dann

können wir hoffentlich grünes Licht geben,

damit die Landesregierung dieses

Projekt durchzieht“, erklärt Ladinser.

Er hat gute Vorarbeit im Gemeinderat

geleistet, so dass ein „allgemeiner Konsens

für diese vernünftige Strukturleistung“

herrscht.

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Der Verkehr in Südtirol ist ein

Dauerbrenner. Das Land ist

aber bemüht, durch neues

Rollmaterial und besser abgestimmte

Fahrpläne, Anreize

für ein Umsteigen auf die

Öffis zu geben.

Die Zählstelle in Frangart an der Me-

Bo hat mit 37.032 Fahrzeugen pro

Tag den intensivsten durchschnittlichen

Tagesverkehr Südtirols verzeichnet.

Die MeBo ist eine der Hauptverbindungen

für den Verkehr von und

nach Bozen. Auch die Brennerstaatsstraße

verzeichnet ein beträchtliches

Verkehrsaufkommen: Neuralgische

Punkte sind hier in Steinmannwald

(22.903 Fahrzeuge/Tag) und Kardaun-

Nord (18.344 Fahrzeuge/Tag). Der

LKW-Verkehr auf der Brennerautobahn

ist seit Ausbruch der Wirtschaftskrise

um mehr als 20 Prozent rückläufig.

Fortunato Rizzo, Obmann der Frächter

im LVH spricht von Auftragsrückgängen

von im Schnitt 40 Prozent. Dieser

Rückgang und die gestiegenen Fixkosten

sind vor allem für kleine Frächterbetriebe

katastrophal.

Transportfirmen rückläufig

Waren 1998 noch 1239 Südtiroler

Transportfirmen ins Berufsverzeichnis

eingetragen, so sank diese Zahl 2007 auf

1096. Die Zahl der Neugründungen ist

Aktuell

Starker Ausbau der Öffis

in Südtirol im selben Zeitraum von 290

auf nur mehr 49 Firmen zurückgegangen.

Während kleine Frächter aufgeben

müssen, versuchen die großen Frächter

durch Kurzarbeit über die Runden zu

kommen. Mit einer Erholung rechnet

Thomas Baumgartner von der Fercam,

dem größten Fuhrunternehmen in Südtirol,

erst im Jahr 2010.

Die internationalen Personenzüge zwischen

München und Verona sind in den

vergangenen Jahren laufend reduziert

worden. In Südtirol hingegen ist das

Zug- und Busangebot seit zwei Jahren

stark ausgebaut worden. Im Jahr 2007

wurden laut Erhebung des ASTAT pro

Stahl- und Seilmontagen

39011 Lana Binderweg 6 | info@parth-lana.it

Montage und Instandhaltung von Seilbahnen

Die neue Rittner Seilbahn ist seit dem Sommer in Betrieb. Demontage und Montage der

Stützen und Seile wurden von der Firma Parth aus Lana durchgeführt.

Tag mehr als 57.000 Personen als regelmäßige

Fahrgäste in öffentlichen

Verkehrsmitteln registriert. Davon bewegten

sich etwa 10.000 mit dem Autobus

oder Zug aus Studien- oder Arbeitsgründen

in Richtung Bozen.

Senioren nutzen Öffis

Im Jahr 2007 registrierte der Schulpass

eine Steigerung von 3,2 % gegenüber

2006, während das Abo+ mit einem Anstieg

von 20,3 % gegenüber 2006 (17,4

% aller Abonnements) immer wichtiger

wurde. Seit Juli 2008 wurden fast

53.000 Abo60+ ausgegeben, der Groß-

34 07/2009

Tel. 0471 925590

oder E-Mail

abo-service@athesia.it

07/2009 35


36

teil davon (48.500) kostenlos an Senioren

über 70 Jahre. Weitere rund 15.000

verbilligte Abos wurden für Schüler

und Senioren 60plus ausgegeben. „Das

Abo60+ hat dazu beigetragen, dass Senioren

viel häufiger öffentliche Nahverkehrsmittel

auch für ihre Freizeitgestaltung

nützen“, freut sich Mobilitätslandesrat

Thomas Widmann.

Durch die Gratisabos gibt es nur noch

aussagekräftige Daten für den öffentlichen

Nahverkehr aus dem Jahr 2007.

Stichproben und Rückmeldungen von

Betreibern und Nutzern zeigten allerdings,

dass die Nutzerzahlen des

öffentlichen Nahverkehrs landesweit

deutlich angestiegen sind. „Das geht

so weit, dass es zum Teil schon zu Kapazitätsengpässen

kommt, besonders

in den Stoßzeiten“, bestätigt Landesrat

Widmann. Dies trotz des stark ausgebauten

Bus- und Bahnangebots.

citybusse sind ein Renner

Im Mobilitätsressort hat man einen starken

Zusammenhang zwischen Angebot

und Nachfrage festgestellt. „Überall

dort, wo das Angebot ausgebaut worden

ist, wird ein massiver Zuwachs der

Fahrgäste verzeichnet, etwa bei den Citybussen

in vielen Gemeinden, durch die

Einführung des Stunden- und Halbstundentakts

zwischen den Zentren oder

den Ausbau der Dienste an Sonn- und

Feiertagen“, betont Widmann. Sein Fazit

lautet: „Der Service wird offensichtlich

geschätzt und immer mehr Bürger

aller Altersgruppen greifen auf die öffentlichen

Verkehrsmittel zurück.“

viel verkehr ist hausgemacht

Das Bestmögliche für Mensch, Mobilität

und Umwelt zu erreichen, das bleibt für

Mobilitätslandesrat Widmann auch in Zu-

07/2009

Aktuell

kunft eine spannende Herausforderung

für die Verkehrspolitik. „Die zunehmende

Mobilität und die dadurch verursachten

Verkehrsprobleme rufen nach Lösungen.

Mit Hilfe eines Gesamtkonzeptes und einem

besonderen Blick auf die Ballungszentren

wollen wir die Grundlage für solche

Lösungen schaffen.“

Man will dabei an verschiedensten Punkten

ansetzen: den unnötigen Verkehr vermeiden,

die öffentlichen Verkehrsangebote

so attraktiv wie möglich gestalten und

die verschiedenen Transportmittel bestmöglich

vernetzen. Widmann macht aber

gleichzeitig deutlich, dass ein großer Teil

des Verkehrsaufkommens „hausgemacht“

ist. „Das bedeutet, dass jeder Einzelne gefordert

ist, sein Mobilitätsverständnis zu

überdenken.“ Die Wege zu einem nachhaltigen,

zukunftsverträglichen Verkehr lauten:

Verkehrsvermeidung, Verkehrsverlagerung

und Verkehrsabwicklung. Südtirol

hat sich einen modernen Nahverkehr mit

Anspruch und Qualität zum Ziel gesetzt.

Voraussetzungen dafür sind: Pünktlichkeit,

Sauberkeit, Sicherheit, komfortables

Ich fahre mit, damit alle sparen

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Rollmaterial, moderne Haltestellen und

Bahnhöfe, gute Verknüpfung zwischen

den Verkehrssystemen und Zugang zu

den Öffis erleichtern.

Modernes Tarifsystem

In den vergangenen Jahren wurde neues

Rollmaterial angekauft, die Citybusse eingeführt

und das Tarifsystem modernisiert.

So gibt es neben den Abos für Schüler und

Studenten, ein Streckenabo für Pendler,

das Seniorenabo, die Familienkarte, die

Mobilcard, die Mobilcard und Museumobil-Card

für Touristen, die WM-Mobilcard

und die Gruppenermäßigungen.

Zu den öffentlichen Verkehrsmitteln

des integrierten Transportsystems in

Südtirol gehören die Busse von SAD,

SASA, alle Citybusse, die Züge von Ferrovie

dello Stato (zwischen Brenner und

Trient), die Vinschgerbahn, die Pusterer

Bahn (Inbetriebnahme im Dezember

2008), die Rittnerbahn, die Mendelbahn

und die Rittner Umlaufbahn

(Neueröffnung im Juni 2009).

Italien Italia Austria

Interreglll

Die Stilfser-Joch-Straße ist mit

2757 Höhenmetern der höchste

Straßenpass Italiens. Sie ist 27,5

km lang, hat 48 Kehren und ein

atemberaubendes Panorama für

jeden Verkehrsteilnehmer.

Unter Kaiser Franz wurde im Jahre

1818 die Planung für die kürzeste

Verbindung zwischen dem Veltlin und

dem Vinschgau in Auftrag gegeben. Innerhalb

von nur einem Jahr schloss Ing.

Carlo Donegani aus Brescia die Projektierung

ab, am 13. Juni 1820 wurden die

Arbeiten aufgenommen und im Oktober

1825 wurde die Straße für den Verkehr

geöffnet. Von 1894 bis 1903 wurde auch

eine Maut eingehoben.

Laut einer bereits von der Landesregierung

abgesegneten Studie zur Gestaltung

dieser Panoramastraße sollen die

Straße neu asphaltiert, die bergseitigen

Stütz- und die talseitigen Begrenzungsmauern

saniert sowie im Bereich ab der

Kehre 27 bis zur Passhöhe Fels- und

Hangsicherungsmaßnahmen vorgenommen

werden.

paginierung

Die höchste Passstraße Italiens

Gestalterische Eingriffe

Die Kreuzung in Spondinig wird als

atmosphärisch emotionaler Vorgeschmack

des anstehenden Erlebnisses

der Passstraße neu gestaltet. In Gomagoi

wird die Festung saniert und erhält

als Tor zur Passstraße einen neuen Ver-

bindungssteg zwischen den zwei Bausubstanzen.

Es werden auch Parkplätze

errichtet. Die Nutzung der Festung ist

noch nicht festgelegt.

Bei Km 136,5 wird ein „Weiderost“ als

Straßenbelag zum Thema „in der Lawine“

angebracht. Durch das Rütteln

und Rattern wird der Passstraßenfahrer

auf die Lawinenschneise bzw. die

Naturkraft aufmerksam gemacht. Zwischen

den Kehren 27 und 28 wird eine

„Himmelsrampe“ errichtet. Dazu wird

der Straßenbelag angehoben, so dass

bergauf der Blick des Passstraßenfahrers

zum Himmel gerichtet wird. Ab

den Kehren 24 und 25 gilt das Motto

„Entdecken der Linie“.

Kulturtreffpunkt

Auf der Franzenshöhe sind die Sanierung

und der Umbau des Bestandes

sowie die Errichtung von Parkplätzen

vorgesehen. Man will einen Kulturtreffpunkt

und Veranstaltungsort schaffen.

Bei einigen Abschnitten ab der Franzenshöhe

bis zum Pass will man mit

einer begrenzten Einbahnregelung die

Themen „Flaschenhals“, „freie Fahrt

und die Freiheit anzuhalten“ und

„Wanderstege“ bespielen und Haltemöglichkeiten

zum Genuss des Panoramas

schaffen.

Weitere Bauvorhaben betreffen die

Sanierung der Ruine bei der zehnten

Kehre. Dort soll eine „Servicestation

für Radfahren“ geschaffen werden.

Das „Schaufelhaus/Casa Rotteri“ bei

der zehnten Kehre wird eine „Schneekammer“

und außen verspiegelt. Damit

wird das „Entdecken der Linie“

ermöglicht.

Mit dem Anbringen einer Lichterlinie in

einem Abschnitt zwischen Franzenshöhe

und Pass wird das Thema „Linie am

Berg“ dargestellt.

07/2009 37


Aktuell

Timmelsjochstraße

wird aufgewertet

Die vor 50 Jahren erbaute

Timmelsjochstraße

Hochalpenstraße soll in den

kommenden Jahren sicherer

gemacht und besser an die

Landschaft angepasst werden.

Bis 2011 wird sie auch durch

Erlebnisstationen aufgewertet.

Der Verkehr auf Südtirols Pässen

nimmt von Jahr zu Jahr zu. Allein

2008 sind 77.254 Pkw‘s und 59.377

Motorräder über das Timmelsjoch

gefahren. Die Belastungen für Natur

und Umwelt steigen ständig und die

Folgeerscheinungen werden immer

deutlicher. Außerdem steigt der finanzielle

Aufwand für die Instandhaltung

dieser Straßen stetig an.

Passstraßen verbinden Täler, Ortschaften,

Länder. Sie haben deshalb

durchaus auch eine soziale Komponente

und gehören in bestimmten

Regionen zur Lebensgrundlage dazu.

„Das ist sicherlich ein Argument,

dass das Vorhaben, diese Straßen zu

verbessern, rechtfertigt“, ist Wilhelm

Klotz, Bürgermeister von Moos in Passeier,

überzeugt. Durch das Interreg-

Projekt, das die Gemeinde Moos zusammen

mit der Gemeinde Sölden initiiert

hat, wird das Gemeinsame, das

Verbindende dieser Passstraße noch

stärker in den Mittelpunkt gerückt.

Passmaut seit 2006

Einzigartige Alpenstraßen wie die Straße

aufs Timmelsjoch können laut Landesrat

Florian Mussner nur durch großen finanziellen

Aufwand und ständige bauliche

Eingriffe in Stand gehalten werden. Seit

2006 wird auf der Timmelsjochstraße

eine Maut eingehoben. „Wichtigste Anliegen

bei der Aufwertung der Timmelsjochstraße

sind es, der Straße ihre ursprüngliche

in die Landschaft integrierte Form

zurückzugeben und die Sicherheit der

Verkehrsteilnehmer zu erhöhen“, unterstreicht

Landesrat Florian Mussner. Dazu

gilt es, die Stützmauern zu stabilisieren,

die Hänge zu sichern, die Straße zu ver-

breitern, den Belag zu verbessern und

ausreichend Halte- und Parkmöglichkeiten

zu schaffen.

Florian Mussner ist sowohl

für das Bauwesen

und die Vermögensverwaltung

als auch

für Ladinien zuständig.

„Sichere und umweltverträglichePassstraßen

sind mir daher ein

besonderes Anliegen:

als Bautenlandesrat,

weil ich über die tech-

Landesrat

nischen Probleme und

Florian Mussner

die Instandhaltungskosten

Bescheid weiß, als ladinischer

Landesrat, weil ich wichtige und stark

beanspruchte Passstraßen täglich im

Blick habe.“ Die Timmelsjoch AG – sie

ist für die Passstraße auf Tiroler Seite

zuständig – hat die Einhebung der Maut

auf Südtiroler Seite übernommen. „Um

die Straße und deren Besonderheiten

möglichst gut und nachhaltig zur Geltung

zu bringen, sind bauliche Maßnahmen

geplant, die – in Absprache mit der

Gemeinde Moos – durch die Mauteinnahmen

finanziert werden sollen. In

ähnlicher Form soll dies nun auch für

die Stilfserjochstraße und andere Passstraßen

Südtirols erfolgen“, verspricht

Landesrat Florian Mussner.

Von links nach rechts: Bürgermeister von Moos in Passeier Wilhelm Klotz, die Timmelsjoch AG-Vorstände

Attila Scheiber und Mag. Manfred Tschopfer, Initiatorin Dr. Maria Gufler, Landesrat Dr. Florian Mussner,

Bauten-Ressortdirektor Arch. Josef March, und Architekt Werner Tscholl.

Individualverkehr eindämmen

Allerdings sollten durch die baulichen

Eingriffe nicht mehr Einzelreisende auf

die Pässe gelockt werden, sondern durch

attraktive öffentliche Verkehrsmittel die

Passstraßen entlastet und die Instandhaltungskosten

gesenkt werden. „Das Anliegen

der Landesregierung und mein persönliches

ist es, den Individualverkehr auf

unseren Pässen in Grenzen zu halten, um

dadurch die Belastungen für Natur und

Umwelt in unseren ökologisch hoch sensiblen

Berggebieten zu verringern und die

Instandhaltungskosten zu senken“, betont

Mussner.

Durch die Verringerung des motorisierten

Individualverkehrs werde es auch

in Zukunft möglich sein, das einzigartige

Panorama und die beeindruckende

Bergwelt naturnah zu genießen. „Ich

stelle mir vor, dass auch gute öffentliche

Transportangebote die Mehrheit zum

Umsteigen bewegen könnten. Wer diese

einzigartige Bergwelt und diese grandiose

Landschaft mit seinem Privatfahrzeug

befahren und erleben will, der ist sicher

auch bereit, dafür eine kleine Abgabe

zu leisten, die dann in die Verbesserung

und die Sicherheit der Straße und auch

in die Erhaltung der schönen Landschaft

investiert wird“, hofft Mussner.

Bauliche verbesserungen

Zu den geplanten baulichen Maßnahmen

schickt Mussner voraus, dass „keinesfalls

Schnellstraßen oder Autobahnen“

auf die Pässe gebaut werden. Der

Straßenausbau ziele auch nicht darauf

ab, mehr Fahrzeuge auf die „Panoramastraße“

zu locken, um die Einnahmen

zu steigern. Bereits in den vergangenen

zwei Jahren hat die Landesabteilung

Straßendienst Steinschlagschutzbauten

errichtet, die Kehren 1 und 2 ausgebaut,

Felswände und Böschungen

gesäubert, eine Lawinenverbauung

vorgenommen sowie Felssicherungs-

und Steinschlagschutzarbeiten durchgeführt.

Zudem hat die Landesabteilung

Tiefbau die Lawinenschutzgalerie

„Falkental“ gebaut und längs zwanzig

Kilometern Straße Hangsicherungsarbeiten

durchgeführt.

Die Abteilung Tiefbau hat außerdem

Vorarbeit für die gestalterische Aufwertung

der Straße geleistet. Es wurden die

entsprechenden einheitlichen Betonmuster

definiert und die technischen

Eigenschaften für die Verbesserung

der Strecke ab der Kehre 14 bis zur

Passhöhe (ohne Sanierung und Neugestaltung

des Tunnels „Scheibkopf“) erarbeitet.

„Die Landesregierung hat bereits

grünes Licht gegeben, so dass das

Bauvorhaben in das Jahresprogramm

der Abteilung Tiefbau aufgenommen

werden kann“, freut sich Mussner. Mit

der Erstellung einer Risikoanalyse zur

Festlegung der technischen Eigenschaften

des „Scheibkopf“-Tunnels wurde

Ing. Lechner aus Prad am Stilfser Joch

mitbeauftragt.

Landschaftsnahe Eingriffe

Alle Eingriffe müssen architektonisch

durchdacht und landschaftsnah

durchgeführt werden. „Seit der

Übernahme der Straßen vom Staat

sind wir bemüht, Fehler der Vergangenheit

auszumerzen und dem Straßenbild

wieder seine ursprüngliche,

landschaftsintegrierende Form zurückzugeben.

Dies gilt besonders für

die Passstraßen, die durch steiles und

felsiges Gelände führen und oft Verbindungen

über die Grenzen hinweg

schaffen“, unterstreicht Mussner. Im

Rahmen eines EU-Interreg-Projekts,

das von der Gemeinde Moos i. P., den

Ländern Tirol und Südtirol sowie der

Timmelsjoch AG mitgetragen wird,

wird ein Erlebnisstraßenkonzept

mit fünf Architekturskulpturen umgesetzt.

Landesrat Florian Mussner

spricht sowohl der Timmelsjoch AG,

die das Projekt „Maut auf das Timmelsjoch“

stets mitgetragen und Verständnis

dafür gezeigt hat, dass ein

Teil der Mauteinnahmen an Südtirol

gehen sollen, als auch der Gemeinde

Moos in Passeier die das Projekt

„Pass-Maut“ sehr unterstützt hat und

die treibende Kraft für die bessere Gestaltung

der Straße ist, seinen Dank

aus. „Die Gemeinde glaubt an das

Projekt und das spürt man.“

38 07/2009

07/2009 39

Die Baustelle am

Timmelsjoch


Die Panoramastraße auf das

Timmelsjoch gehört, neben der

Straße auf das Stilfserjoch, zu

den technisch aufwändigsten

Passstraßen in Südtirol. Sie soll

jetzt zur Erlebnisstraße werden.

Auf Südtiroler Seite wurde die Timmelsjochstraße

in den 1960-er Jahren

auf der Grundlage einer Militärstraße

gebaut. Am 8. August vor 40

Jahren wurde sie ihrer Bestimmung

übergeben. „Sie war eine harmonisch

in die Landschaft integrierte, technisch

ausgereifte und moderne Straße,

schlicht und einfach ein schönes

Bauwerk. Die Stützmauern entlang der

Straßentrasse wurden aus ortstypischen

Natursteinen ausgeführt, ebenso

wie Wehrsteine, Brücken und alle

andere Kunstbauten“, erklärt Bauten-

Ressortdirektor Josef March.

paginierung

Erlebnisstraße

Timmelsjoch

Einheitliches Konzept

Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte

hat die Straße diese architektonische

Harmonie allerdings verloren. Das

Bautenressort des Landes hat in den

vergangenen zehn Jahren viele dieser

Fehler ausgemerzt und Mängel behoben.

Dabei kam man zur Überzeugung,

dass es ein einheitliches, gestalterisches

und architektonisches Gesamtkonzepts

für diese hochalpine Straße mit so einer

sensiblen Umgebung braucht.

Arch. Werner Tscholl und Ing. Siegfried

Pohl haben im Auftrag der Landesregierung

bzw. von Bautenlandesrat Florian

Mussner einen Masterplan erarbeitet,

der eine Marschroute für die nächsten

Jahre und Jahrzehnte vorgibt. Ingenieur

Pohl ist für den straßenbaulichen

und Architekt Tscholl für den architektonisch-landschaftlichen

Teil verantwortlich.

Architektonische Aufwertung

Nachdem architektonische Gestaltung

und landschaftliche Einbindung in den

vergangenen Jahrzehnten im Straßenbau

zugunsten der Technik und der

Verkehrssicherheit häufig vernachlässigt

wurden, soll dieser Aspekt nun

wieder in den Vordergrund gestellt

werden. „Landesrat Florian Mussner

hat die Devise ausgegeben, dass Straßenbauten

nicht nur technisch gut,

sondern auch architektonisch und landschaftlich

schön sein sollen. Aus diesem

Grund sollten generell bei jeder Planung

im Straßenbau dem beauftragten

Ingenieur ein Architekt und eventuell

ein Landschaftsplaner zur Seite gestellt

werden“, verrät March.

Dies gilt insbesondere für das Konzept

zur „Aufwertung der Timmelsjochstraße“,

ein Pilotprojekt, das beispielgebend

für andere Straßenbauprojekte –

z. B. für die Straße auf das Stilfserjoch

oder die Dolomitenstraßen – stehen

soll. Das Konzept umfasst bauliche

Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit

(Erneuerung von Stützmauern,

Hangsicherungsarbeiten, Ausbau

der Kehren, Eliminierung von gefährlichen

Stellen, Ausbesserungen des

Straßenbelages) und gestalterische

Maßnahmen für die verschiedenen

Straßenelemente und Parkplätze mit

Vorgaben für eine bessere landschaftliche

Einbindung.

Musealisierung der Straße

„Darüber hinaus wurde in Zusammenarbeit

mit dem Talmuseum auch ein

Konzept zur Musealisierung der Straße

entwickelt. An drei Aussichtspunkten

werden die Geschichte

und das Wesen der

Straße in einer faszinierenden

Landschaft

dem Nutzer bewusst

gemacht. Das Gesamtkonzept

wird im Einvernehmen

mit der

Gemeinde phasenweise

umgesetzt werden.

Architekt Josef March Einige Eingriffe sollen

sofort erfolgen, andere

Maßnahmen zur

Aufwertung der Straße sollen Schritt für

Schritt gesetzt werden“, erklärt March.

An strategisch gewählten Haltepunkten

auf Süd- und Nordtiroler Seite

entstehen bis 2011 über das Interreg-

Projekt, das von der Gemeinde Moos

in Passeier, den Ländern Tirol und

Südtirol sowie der Timmelsjoch AG

mitgetragen wird, fünf Stationen mit

Aktuell

Granat – Baustelle oberhalb von Moos

architektonischen Skulpturen. Diese

Skulpturen informieren die Reisenden

unter dem Motto „Die Timmelsjoch Erfahrung“

über Natur, Geschichte, Kultur,

Gesellschaft und Wirtschaft von

Südtirol. Das ursprünglich geplante

Passmuseum wurde in das Gesamtkonzept

integriert.

In das Erlebnisstraßenprojekt werden

insgesamt 1,77 Millionen € gesteckt,

wobei die Timmelsjoch Hochalpenstraßen

AG eine Million € und die Gemeinde

Moos in Passeier 770.000 € investieren.

Alle Gestaltungselemente stehen

mit Begriffen in Bezug zur Landschaft

und zur Topografie des Ortes wie beispielsweise

Aussicht–Rasten–Sitzen,

Schauen–Fernrohr, Fels–Steinschlag,

Kehren–Wehrsteine–Betonleitplanken,

Pioniere–Aussichtsplattform oder

Schmuggler–Saumpfade.

40 07/2009

07/2009 41

INFO

Autonome Provinz Bozen - Ressort für Bauten

Crispistr. 2 – 39100 Bozen

Tel. 0471 412 338 – Fax 0471 412 399

www.provinz.bz.it/ressorts/bauten

ressort.bauten@provinz.bz.it


Die Strecke Berlin–Palermo ist

die TEN-Achse Nr.1. TEN bedeutet

Trans Europäisches Netzwerk

und ist Teil des neuen leistungsfähigen

Schienennetzes,

das in Europa aufgebaut wird,

um den Anforderungen der

Zukunft für Personen und für

Güterbeförderung zu genügen.

Ein Beitrag von Dr. Walter Huber.

Doch allein der Bau einer neuen Strecke

reicht nicht aus, sie auch leistungsgemäß

einzusetzen, es müssen

frühzeitig die Vorbereitungen ausgearbeitet

und getroffen werden, sie in die

Logistik des Verkehrsgeschehens bei der

Inbetriebnahme einzuordnen. Dies bedeutet

in unserem Falle, dass das Verkehrsaufkommen

auf den Eisenbahnen

und auf den Autobahnen im gesamten

Alpenbogen berücksichtigt und auf einander

abgestimmt werden muss.

Aktuell

Brenner corridor

Platform – Aktionsplan

verkehrs- und Umweltpolitik i

m Einklang

Die Betrachtung des Korridors als Einheit

vereint alle Aspekte hinsichtlich der Verkehrspolitik,

aber auch der Wirtschafts-

und Umweltpolitik, der Regional- und Gesundheitspolitik.

Karel van Miert hat im

Mai 2007 aus diesen Überlegungen heraus

die „Brenner Corridor Platform“, kurz

BCP genannt, gegründet. Die Verkehrsministerien

der drei Länder Deutschland,

Österreich und Italien, die drei Eisenbahnen

DB, ÖBB und FS, sowie die fünf

Länder/Provinzen Bayern, Tirol, Südtirol,

Trient und Verona, entlang der Strecke

München–Verona finden sich in dieser

Plattform zusammen, um Lösungen für

die anstehenden Probleme zu erarbeiten.

Alle die Vorschläge sind im Aktionsplan

zusammengefasst und bestehen aus ca. 80

konkreten Maßnahmen. Arbeitsgruppen

mit Experten aus den Staaten und Ländern/Provinzen

bearbeiten die jeweiligen

Themen. Dies alles ist notwendig, damit

die Verlagerung der Gütertransporte von

der Autobahn auf die Eisenbahn auch tatsächlich

stattfinden kann.

Ein dynamischer Plan

Der Aktionsplan ist ein dynamisches

Gebilde, das bis zur Inbetriebnahme

der Strecken im Jahre 2022 das Geschehen

begleitet und die Wirkung der

gesetzten Aktionen überwacht.

Da geht es in erster Linie um die Prognosen

zur voraussichtlichen Verkehrsentwicklung

im Nord-Süd-Verkehr bis

2030, sowohl auf der Schiene wie auch

auf den Autobahnen, es geht um die

Beobachtung der Verkehrsentwicklung

durch reelle Verkehrsüberwachungen.

Es geht um die Überlegungen um eine

Alpentransitbörse, mit der sich eine

Arbeitsgruppe befasst, ein heikles Problem,

das eine Steuerung des Verkehrsgeschehens

im gesamten Alpenbogen

bewirken sollte.

Wenn Güter mit Erfolg auf der Schiene

transportiert werden sollen, müssen die

Terminals und Verladestellen definiert

werden, wo sie errichtet werden, mit

welcher Kapazität, wann sie zur Verfügung

stehen. Dazu gehören auch die

Berücksichtigung der Weitertransporte,

bzw. der Einzugsgebiete der jeweiligen

Verladestellen.

Gütertransporte auf der Schiene müssen

zuverlässig, sicher, pünktlich, zeitgerecht

und kostengünstig transpor-

tiert werden. Flaschenhälse, welche

die Kapazitäten der Strecke begrenzen

würden, müssen wegfallen, was die

zeitgerechte Fertigstellung der neuen

Linie im gesamten Streckenverlauf

zwischen München und Verona bedingt.

All dies sind große Herausforderungen

bezüglich der Zusammenarbeit

zwischen den einzelnen Staaten

und dem reibungslosen Abwickeln des

Verkehrsaufkommens.

Eine gemeinsame Stromversorgung

Es gibt in jedem Staat bis heute unterschiedliche

Stromversorgungen,

zum Teil unterschiedliche Gleis- und

Spurenabstände, sowie unterschiedliche

Steuerungs-, Signal- und Überwachungssysteme,

was derzeit den

problemlosen Übertritt in einen anderen

Staat unmöglich macht. Gerade

die unterschiedlichen Steuerungs- und

Stromsysteme sind die Hauptgründe,

dass ein Lokführer und die Lokomotiven

an den Grenzen gewechselt werden

müssen und damit auch entsprechende

Aufenthalte und Verzögerungen bedingen.

Mehrstromlokomotiven finden

langsam Einzug.

Dies entsprach der alten Meinung in

Europa, man müsse sich vor der Invasion

durch einen anderen Staat, durch

entsprechende Hindernisse schützen.

Doch mit dem Aufbau der TEN-Achsen

in ganz Europa werden gemeinsame

Stromversorgungen, gemeinsame Sicherheitssysteme,

einheitliche Spurweiten

unabdingbar. Es entsteht ein

europäisches, einheitliches Bahnnetz.

Dies ist ein wichtiger Beitrag zum Zusammenwachsen

Europas.

ERMTS heißt das neue Verkehrsleitsystem,

das auf dieser Strecke eingeführt

wird und die Interoperabilität auf eine

neue Ebene stellt. Sie wird bis 2020 eingeführt

sein.

München–verona als Schwerpunkt

Die Optimierung der bestehenden

Bahnlinie zwischen München und Verona

steht ebenfalls an. Sie stellt einen

Schwerpunkt im Aktionsplan dar,

denn der gesamte Schienenverkehr

wickelt sich auf dieser Linie ab. Solange

die neue Strecke nicht fertiggestellt

ist, läuft der größte Teil des Schwerverkehrs

weiterhin über die Autobahn

und bewirkt Belastungen für Mensch

und Umwelt.

Die stärkere Nutzung der Bestandsschiene

für den lokalen und regionalen

Personentransport setzt ebenso deren

Modernisierung voraus.

Die Intensivierung der rollenden

Landstraße, kurz RoLa, bis 2022

steht auch an, wenn auch der Schienentransport

der Zukunft primär als

unbegleiteter Verkehr, also Containerverkehr

abgewickelt wird.

Wussten Sie, dass …

der Pilotstollen die exakte Erkundung

der geologischen und hydrogeologischen

Verhältnisse im Bergmassiv zum

Ziele hat, dass bei Durchqueren von kritischen

Stellen Vorbereitungen für die

Haupttunnels getroffen werden, dass

er zur Entwässerung von Wasseraustritten

und von Kondenswasser dient,

dass über ihn das Ausbruchmaterial

aus den Hauttunnelröhren ins Riggertal

oder nach Mauls gebracht wird, dass

über den Pilotstollen auch das Material

zum Auskleiden der Tunnelwände zugeführt

wird?

… die Tunnelbohrmaschine TBM durchschnittlich

25 m am Tag zurücklegt und

dabei ca. 1000 m³ Schottermaterial

ausbricht?

… dass bei konventionellem Vortrieb,

dem Sprengvortrieb, täglich zwei

Sprengungen gesetzt werden und damit

je vier m, also acht m pro Tag Tunnelstrecke

errichtet wird?

… das Ausbruchmaterial an der Baustelle

klassifiziert wird in wiederverwertbares,

begrenzt wiederverwertbares

Material und solches welches deponiert

werden muss. Das wiederverwertbare

Der Aufbau eines gemeinsamen Monitorings

im Luft- und Lärmbereich

hat den Zweck, Maßnahmen in ihrer

Wirksamkeit zu überwachen, bzw.

Maßnahmen zur Verbesserung der Situation

vorzuschlagen.

Die Bürger besser informieren

Gemeinsame Kommunikationsformen

und -strategien sind im Aufbau begriffen,

auch das ist wichtig, denn die Menschen

wollen genau informiert sein, was passiert,

was auf sie zukommt, im negativen

wie vor allem im positiven Geschehen.

Der Aktionsplan ist am 18.Mai 2009 in

Rom von den drei Ministern, den drei

Eisenbahnchefs, sowie den fünf Landeshauptleuten

als Anhang zum Memorandum

unterzeichnet worden. Dies zeigt

die Bedeutung, die dem Aktionsplan von

allen Seiten beigemessen wird. Es wird

nicht immer einfach sein, den Aktionsplan

umzusetzen, er wird auch im Laufe

der Zeit Änderungen erfahren und an

neue Gegebenheiten angepasst werden

müssen. Doch, ohne den Aktionsplan als

Leitlinie für die Vorgangsweisen wird es

sicherlich nicht gehen.

Material wird in drei Korngrößen von


Aktuell

Herausforderung

internationale Mobilität!

Südtirols interne Mobilität

hat in den letzten Jahren

große Fortschritte gemacht.

Nachholbedarf gibt es bei der

internationalen Erreichbarkeit.

Zu den politischen Zielsetzungen der

letzten Jahre und Jahrzehnte gehörte

die bewusste Aufwertung der Peripherie

(Wohnbau- und Handwerkerzonen in

allen Gemeinden, Gemeinschaftshäuser,Erschließungen

mit guten Straßen,

Busverbindungen, usw.),

um so die Abwanderung in

die Zentren zu verhindern.

Wenn Südtirol mit anderen

Gebieten verglichen wird

(mit Belluno z.B.), kann

Präsident Michl Ebner: man heute positiv feststel-

Internationale

len, dass es erstens eine

Erreichbarkeit als

Herausforderung vorausschauende Zielsetzung

war und dass zweitens

das Ziel auch erreicht

wurde. Diese ausgewogene dezentrale

Entwicklung führt auch dazu, dass es in

Südtirol selbst einen großen Personenund

Warenverkehr gibt.

Ein gutes Zeugnis für interne Mobilität

Die Anzahl der täglichen Pendler beträgt

über 80.000 Personen. Gerade in den letzten

Jahren wurden die Voraussetzungen

für eine gute Mobilität in Südtirol entscheidend

verbessert (zusätzliches Roll-

material und Angebote bei den lokalen Zügen,

Umfahrungen, Kreisverkehre usw.).

Tatsächlich sind die Benutzer öffentlicher

Verkehrsmittel in Südtirol mit den

erbrachten Leistungen der öffentlichen

Verkehrsträger überwiegend zufrieden

(Grafik 1). Aber auch die Unternehmen

stellen den Transportrahmenbedingungen

in Südtirol ein insgesamt recht gutes

Zeugnis aus (Grafik 2).

Alarmstufe bei der internationalen

Erreichbarkeit

„Eine gute internationale Erreichbarkeit

ist eine unerlässliche Bedingung

für die Konkurrenzfähigkeit aller Wirtschaftsbereiche

und damit für die langfristige

Aufrechterhaltung des wirtschaftlichen

Wohlstands in Südtirol“,

mahnt Kammer-Präsident Michl Ebner.

Während die Südtirol-interne Mobilität

vergleichsweise gut funktioniert, bekommt

Südtirol im Bereich der inter-

nationalen Erreichbarkeit gleich von

zwei Instituten, einem internationalen

und einem nationalen, schlechte Noten

ausgestellt.

Da wäre zum einen BAK-Basel, welches

den so genannten „Economic

Attractiveness Index“ errechnet und

dabei die Erreichbarkeit einer Region

über Straßen-, Eisbahn- und Flugverkehr

berücksichtigt. In der 2008 von

BAK Basel Economics veröffentlichten

Studie zur internationalen Erreichbarkeit

rangiert Südtirol unter 192 untersuchten

europäischen Regionen nur

auf Platz 149. Unter den Gebieten im

Alpenraum fällt Südtirol gar an die letzte

Stelle zurück (Grafik 3)!

Das Bild ist auch im nationalen Vergleich

im Wesentlichen negativ: Die

vom Istituto Tagliacarne berechneten

Transportinfrastruktur-Indizes auf

Provinzebene zeigen, dass sich Südtirol

unter den 110 italienischen Provinzen

lediglich auf Platz 68 befindet.

Fragen, die es zu beantworten gilt

Dazu Wifo-Chef Oswald Lechner:

„Wichtig wäre ein Masterplan, ein

langfristiges Transportkonzept also,

welches auf grundlegende Fragen

im Transportwesen Antworten gibt,

einschließlich der internationalen

Anbindung Südtirols.

Das WIFO hat in einer Reihe von

Workshops mit Südtiroler Unternehmen

Herausforderungen für die

Zukunft – auch im Transportbereich

– erarbeitet:

• Wie kann im Warenverkehr eine effiziente

Verladung der Waren zwischen

Straße und Schiene erfolgen?

Wo klinkt sich dabei Südtirol in den

Basistunnel ein?

Wie kann dem langfristig positiven

Trend der Reisenden hin zur Bahn

auch in Südtirol Rechnung getragen

werden? Wie kann/muss demnach

eine gute nationale und internationale

Anbindung über den Zug

gestaltet werden?

Wie können die Potentiale des Flughafens

optimal genutzt werden? Optimal

bedeutet einen Kompromiss

zwischen der Respektierung der

Umwelt auf der einen und den wirtschaftlichen

Notwendigkeiten auf

der anderen Seite. Es wäre ein gro-

Transportinfrastruktur – Index

Das Forschungsinstitut G.

Tagliacarne von Unioncamere

berechnet jährlich den

sogenannten Index der

Transportinfrastrukturen.

Berücksichtigt werden dabei das Straßennetz,

das Bahnnetz und die Fluganbindung.

Der Gesamtindex ergibt

sich aus dem arithmetischen Mittel dieser

Unterindizes. Für Südtirol hat das

Forschungsinstitut einen Transportinfrastruktur-Index

von 67 berechnet. In

allen drei Bereichen schneidet Südtirol

unter 100 – dem nationalen Durchschnittswert

– ab. Südtirol schneidet bei

den Bahnverbindungen noch am besten

(Indexwert: 96) ab. Bei den Straßeninfrastrukturen

ist der Abstand zum nationalen

Wert bereits etwas größer (83).

Weit zurück fällt unserer Provinz wenn

44 07/2009

07/2009 45



es darum geht, die Fluganbindung zu

bewerten. Der für Südtirol berechnete

Wert beträgt hier 21.

Index der Straßeninfrastrukturen

Berücksichtigt wird die qualitative und

quantitative Verfügbarkeit von Straßeninfrastrukturen,

und zwar sowohl was

den Personen- als auch den Warenverkehr

angeht. Zu den Straßeninfrastrukturen

zählen Autobahnen (inkl. ihrer

Ausstattungsmerkmale wie Fahrtspuren,

Ein- und Ausfahrtsmöglichkeiten

durch Mautstellen), die Staats-, Landes-

und Gemeindestrassen.

Index der Bahninfrastrukturen

Berücksichtigt wird die qualitative

und quantitative Verfügbarkeit von



ßer langfristiger Fehler, würde die

Nutzung des Flughafens wieder auf

militärische Hubschrauberübungen

und Sportfliegerei zurückfallen.

Wie schafft Südtirol eine stärkere

energetische Unabhängigkeit

auch im Transportgewerbe?

Wie kann Südtirol

seiner Brückenfunktion

zwischen wichtigen

Märkten noch

stärker gerecht werden

– vor allem auch

im Dienstleistungsbereich?

Oswald Lechner

Bahninfrastrukturen in einem Gebiet,

und zwar sowohl was den Personen-

als auch den Warenverkehr

betrifft. Gewertet werden die Länge

der Bahnstrecken und die Bedeutung

der Bahnhöfe, die ihrerseits durch

die Anbindung an Eurostar-Zügen

definiert ist.

Index der Fluginfrastrukturen

Berücksichtigt wird die qualitative

und quantitative Verfügbarkeit von

Infrastrukturen für den Flugverkehr

in einem Gebiet, und zwar sowohl

was den Personen- als auch den Warentransport

anbelangt. Im Unterschied

zu den anderen Indikatoren

wird hier auch das Einzugsgebiet außerhalb

der entsprechenden Provinz

berücksichtigt.


paginierung

Mit dem PostAuto

zum „Trenino rosso“

Seit der (Wieder-)Eröffnung der

Vinschgerbahn im Mai 2005

verbindet eine Buslinie der

PostAuto-Schweiz das Südtirol

mit dem nahegelegenen schweizeri-schen

Engadin.

von Mals geht’s über Glurns, Taufers,

Müstair, Sta. Maria, Valchava,

Fuldera, Tschierv, über den Ofenpass

und durch den Schweizerischen Nationalpark

nach Zernez im Unterengadin.

Hier steigt man vom PostAuto in die

Züge der Rhätischen Bahn (RhB) um.

Die RhB wird ihrer roten Farbe wegen

auf italienisch liebevoll als „Trenino

rosso“ bezeichnet. Die Meterspurbahn

bringt die Reisenden via Zuoz in die

Oberengadiner Ortschaften mit klingenden

Namen wie Samedan, Celerina,

St. Moritz oder Pontresina.

PostAuto-Linie: jede Stunde ein Kurs

In der Sommer-Saison (heuer noch bis

18. Oktober) verkehrt die PostAuto-Linie

zwischen Mals und Zernez von 07.00 Uhr

bis 19.00 Uhr im durchgehenden Stundentakt,

jeweils drei Minuten nach der

vollen Stunde ab Mals (z.B. 09.03 Uhr,

etc.), und zurück eine Viertelstunde nach

der vollen Stunde ab Zernez, also z.B. um

09.15 Uhr. Im Winter besteht ein durchgehender

Zweistundentakt. Die Fahrt in

der „gelben Klasse“ von Mals nach Zernez

dauert rund 90 Minuten.

Die „Tageskarte Engadin“

macht’s möglich

Für die Südtiroler und ihre Feriengäste

gibt es einen speziellen Fahrausweis:

Für 18 Euro pro erwachsene Person

können alle PostAuto-Linien im Münstertal

und im Unterengadin sowie die

Linien der Rhätischen Bahn Scuol–

Zernez–St. Moritz und Pontresina benützt

werden. Die Tageskarte ist beim

PostAuto-Fahrer ab Mals, Glurns und

Taufers erhältlich, nicht aber in der

Schweiz.

Auch die clostra Son Jon in Müstair

ist ein Besuch wert

Von Weltrang sind der größte frühmittelalterliche

Wandmalereizyklus

aus dem 9. Jahrhundert und die romanische

Bilderwelt des 12./13. Jahrhunderts

in der Klosterkirche in Müstair.

Einprägsam ist das Antlitz der

ältesten, einst farbig bemalten Monumentalstatue

Kaiser Karls des Großen.

Das Kloster Müstair ist ein Zeuge

christlicher Hochblüte um 800, ein

kulturelles Erbe der Menschheit über

die Zeiten hinweg, kurz: ein UNESCO-

Weltkulturerbe.

Der Schweizerische Nationalpark:

einziger Naturpark der Schweiz

Auch ein Besuch im Schweizerischen

Nationalpark lohnt sich sehr. Mehrere

PostAuto-Haltestellen mitten im Park

machen das Naturparadies für Benützer

des umweltfreundlichen öffentli-

chen Verkehrs besonders interessant.

In Zernez steht seit kurzem das neue

Nationalparkhaus mit vielen wertvollen

Informationen.

Für Kurzfahrten: Tageskarte

Münstertal/Nationalpark

Für den Besuch des Klosters in Müstair

und des Schweizerischen Nationalparkes

gibt es ebenfalls ein

Spezial-Angebot: Für 9 Euro können

die PostAuto-Linien Mals–Zernez und

Fuldera–Lü einen Tag lang unbeschränkt

benützt werden. Auch diese

Karten sind bei den PostAuto-Fahrern

ab den Einstiegsorten in Südtirol erhältlich.

Mals–Zernez ist Teil der

venice-St. Moritz-Tour

Die Venice-St.Moritz-Tour ist eine neue

Eisenbahn- und PostAuto-Reise, die

2008 lanciert worden ist. Sie verbindet

die Lagunen-Stadt Venedig an der Adria

mit dem olympischen St. Moritz in den

Schweizer Alpen (1856 m ü.M.) via Bozen–Meran

– sowie mit sechs UNESCO-

Service

Weltkulturerbe-Stätten und mit dem

Schweizerischen Nationalpark. Sie ist

das ganze Jahr hindurch täglich in beide

Richtungen machbar und dauert – je

nach Fahrplan – ca. 8 Stunden. (www.

venice-stmoritz.com)

INFO

Amt für Energie und Verkehr Graubünden

Abteilung öffentlicher Verkehr

Rohanstrasse 5 – CH 7001 Chur

Tel. +41/(0)812 573 604 - Fax +41/(0)812 572 031

paul.stopper@aev.gr.ch - www.aev.gr.ch

Ausfliegen mit PostAuto und Bahn

Tageskarte Münstertal / Nationapark ¤ 9.00

Tageskarte Engadin ¤ 18.00

Im Postauto ab Mals bis Taufers erhältlich

Fahrpläne unter: www.sbb.ch www.aev.gr.ch

(inkl. Vinschgaubahn)

Ein Ausflug in die Schweiz lohnt sich immer! Erleben Sie das Kloster Müstair (UNESCO) den Schweizerischen

Nationalpark und das Hochtal des Engadins mit dem PostAuto und der Rhätischen Bahn.

Informationen PostAuto Schweiz, Engadin, CH–7550 Scuol Tel +41 81 864 16 83 www.postauto.ch

Rhätische Bahn, Reisezentrum, CH–7550 Scuol Tel +41 81 288 58 17 www.rhb.ch

Rhätische Bahn, Reisezentrum, CH–7530 Zernez Tel +41 81 288 57 15 www.rhb.ch

Amt für Energie und Verkehr Graubünden CH-7000 Chur

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Die Brennstoffzelle gilt den

Auto-Ingenieuren als technisches

Wunderwerk: Die kleine

High-Tech-Kiste wandelt

Wasserstoff in Strom um, der

einen Elektromotor antreibt.

Im Ergebnis fährt das Fahrzeug

nahezu geräuschlos und aus

dem Auspuff kommt reiner

Wasserdampf. Sauberer und leiser

geht es nicht.

McKinsey hat nun in einer Studie

untersucht, ob der abgasfreie

Wasserstoff-Antrieb zumindest

bis zum Jahr 2020 wettbewerbsfähig

werden kann. Dabei sind sie von den

Voraussetzungen ausgegangen, dass

Ölpreis und Steuern sich bis 2020 verdoppeln.

„Die technischen Probleme bei der

Brennstoffzelle können gelöst werden“,

lautet daher das Fazit. Aber angesichts

der hohen Kosten wird diese Technik

ohne staatliche Hilfe nicht auf den Markt

kommen.“ Noch 10 bis 15 Jahre müsse

die Regierung die Hersteller unterstützen,

fordert der Mann von McKinsey.

Der c-Max von Ford

Ist das schon das Ende aller Wasserstoff-Träume?

Keineswegs. Die ernüchternden

Zahlen sind aus Sicht der Industrie

kein Grund zur Resignation. Im

Gegenteil: Hersteller wie Ford steuern

nun auf ein anderes Konzept um. Es sei

absehbar, so die Ford-Forscher, dass

der Wasserstoff-Verbrennungsmotor

früher seine Marktreife erlangen werde

als die Brennstoffzelle. Die Konklusion:

Lasst uns solche Autos bauen, denn je

mehr Fahrzeuge Wasserstoff tanken,

desto schneller wird das entsprechende

Tankstellennetz mitwachsen. Eben

jene noch völlig fehlende Wasserstoff-

Aktuell

Ihr PKW ein Wasserstoffauto?

Infrastruktur ist häufig das Argument,

mit dem entsprechend zukunftsweisende

Projekte im Anfangsstadium stecken

bleiben. Das Focus C-Max mit dem neuen

Antrieb basiert auf dem Modell mit

2,3-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor,

der 110 PS (82 kW) leistet. Für den

Wasserstoffbetrieb wurde die Batterie

aus dem Motorraum entfernt und unter

den Rücksitzen installiert, zudem erhielt

das Aggregat zwei Ladeluftkühler

sowie eine veränderte Motorelektronik.

Besonders aufwendig ist das Tanksystem,

um mögliche Sicherheitsrisiken so

weit wie möglich zu minimieren.

vW forscht ebenfalls

Langfristig ergäben sich große Chancen

für das Elektroauto „Das alltagstaugliche,

sichere und bezahlbare Elektroauto

ist machbar, aber der Weg dahin

ist lang“, sagte Prof. Dr. Martin Winterkorn,

Vorstandsvorsitzender von VW

Anfang Juli in München.

„Es wird ein Marathon und kein Sprint“,

betonte er vor den rund 150 Teilnehmern.

Die Autobranche stehe mit der

Elektromobilität vor einem „fundamentalen

technologischen Umbruch“.

Einer echten Zeitenwende weg vom

Öl, hin zu einer emissionsfreien Mobilität.

Das Elektroauto würde dabei eine

Schlüsselrolle spielen. Noch müsse aber

betont werden, dass es das reine Elektroauto

noch gar nicht gäbe, obwohl 80

Prozent der Bevölkerung dies glaubten.

VW rechne für das Jahr 2020 mit einem

globalen Marktanteil von einem bis 1,5

Prozent an reinen Elektrofahrzeugen.

VW werde die neue Kleinwagenfamilie

„New Small Family“ rund um den Up

nutzen, um ab 2013 die ersten E-Fahrzeuge

anzubieten.

Der Wasserstoff BMW

Mit dem Abtransport von 15 BMW

750hl Fahrzeugen von München Richtung

Dubai begann im Januar 2001 die

„CleanEnergy WorldTour“ von BMW.

Vor 3 Jahren präsentierte BMW mit

dem Hydrogen 7 das erste serienmäßig

produzierte Wasserstofffahrzeug. Der

BMW Hydrogen 7 setzt als praktisch

emissionsfreie Luxuslimousine mit

Wasserstoffantrieb bereits Maßstäbe.

Das Fahrzeug auf Basis der BMW 7er

Limousine hat den vollständigen Serienentwicklungsprozess

durchlaufen und

macht die zukunftsweisende Antriebsenergie

Wasserstoff schon heute im All-

tag nutzbar. Der bivalente Zwölfzylinder-Motor

leistet nicht nur 191 kW/260

PS, sondern verbrennt in denselben

Zylindern wahlweise Wasserstoff oder

Benzin. Dieses Umschalten erfolgt ohne

jede Verzögerung im Fahrverhalten

und ermöglicht eine Reichweite von

700 Kilometern (200 km im Wasserstoff

betrieb, weitere 500 Kilometer mit

Benzin). Wie das funktioniert? Erleben

Sie es unmittelbar mit den interaktiven

Exponaten im BMW Markenschaufenster

am Kurfürstendamm.

Der BMW Hydrogen 7 erfüllt so

höchste Ansprüche an Fahrdynamik

und Komfort ohne Probleme und ist

damit wesentlicher Bestandteil der

Energiestrategie BMW CleanEnergy,

die auf Wasserstoff als Energieform

der Zukunft setzt.

Drei Modelle von Mercedes

Auf Basis der sogenannten Sandwichbodenarchitektur

haben die Mercedes- Benz

Ingenieure drei Fahrzeuge entwickelt.

Concept BlueZERO mit der Integration

der Technologien F-CELL, E-CELL und

E-CELL PLUS ermöglicht genau dieses.

So kommt bei F-CELL ein Brennstoffzellenantrieb

zum Einsatz, der schon

heute in einer Kleinserie in der B-Klasse

eingesetzt wird. Der Antrieb erzeugt

6557J_periodico_195x142_S:347x198standard durch 3-09-2009 eine chemische 10:55 Reaktion Pagina zwischen 1

Wasserstoff und Sauerstoff elektrische

Energie – ohne dabei fossile Kraftstoffe

verwenden zu müssen. Das zweite Antriebskonzept,

E-CELL, arbeitet mit einer

innovativen 120V-Lithium-Ionen-Batterie.

Das dritte BlueZERO Aggregat heißt

E-CELL PLUS. Hier ist im Heck des Fahrzeugs

ein 1,0-Liter-Turbo-Benzinmotor

als Antrieb für den Stromgenerator eingebaut.

Bei Bedarf lädt der Dreizylinder

den Lithium- Ionen-Akku nach. Mit einer

Tankfüllung kann das Fahrzeug so bis zu

600 km zurücklegen, ohne Benzinmotor

immerhin 100 km. Ein weiterer Vorteil

dieser drei Antriebe ist, dass das maximale

Drehmoment bereits beim Start zur

Verfügung steht und so hohe Beschleunigungswerte

ermöglicht.

48 07/2009

07/2009 49

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Haben Wasserstoffautos wirklich

eine reelle Zukunftschance?

Sind sie vielleicht nur ein

Nischenprodukt wie viele andere

Überlegungen auf dem

Verkehrssektor der Zukunft?

Lohnt es sich tatsächlich für

Südtirol, sich mit diesem Thema

auseinanderzusetzen? Wie sicher

oder wie gefährlich ist

Wasserstoff eigentlich? Es antwortet

Dr. Walter Huber.

Wasserstoff ist im Unterschied zum

Erdöl eine sekundäre Energiequelle.

Wasserstoff kommt als reines

Aktuell

WasserstoffEnergie der Zukunft

Gas in der Natur nur in geringsten

Mengen vor, allerdings kommt er in

fast allen Substanzen und chemischen

Verbindungen vor, daraus muss er

hergestellt werden. Vor allem ist er Bestandteil

des Wassers. Doch auch Erdöl

wird nicht so verwendet, wie es aus

dem Boden kommt. Es müssen erst die

Lagerstätten erkundet werden, dann

erfolgt das Heraufpumpen des Erdöls

aus großen Tiefen, worauf es über

Pipelines oder große Tankschiffe zu

den Raffinerien transportiert wird,

dort wird es gecrackt, reformiert, raffiniert,

destilliert, mit entsprechenden

Additiven versetzt und kommt so

als Benzin, Diesel, usw. in den Handel.

Auch Erdöl wird also nicht so verwendet

wie es aus dem Boden kommt,

sondern erfährt viele Modifikationen.

Wasserstoff wird nach der Produktion

gereinigt und in komprimierter Form

zur Verwendung gebracht, ist also relativ

einfach herzustellen.

Wie funktioniert Einführung der

Wasserstofftechnologie in Südtirol?

Südtirol baut die erste Produktionsstätte,

die Wasserstoff vorerst für die

Nutzung durch städtische Autobusse

herstellt. Gleichzeitig werden neue

Tankstelleninfrastrukturen entlang der

Brennerautobahn projektiert, private

Anwendungen durch Aufbau einer Autoflotte

vorbereitet, zuerst bei firmeneigenen

Autos, Autos für Serviceleistungen.

Weitere Produktions- und Versorgungsstrukturen

in Südtirol sind ebenso

Ziel der längerfristigen Planung. Auch

bei Forschung und Entwicklungen auf

diesem Sektor werden wir mitmachen.

Ist Wasserstoff zu teuer?

Wir vergleichen dabei die Technologie

des Wasserstoffs, die am Anfang einer

Entwicklung steht und auf breiter Ebene

Schritt für Schritt die

Technologie der fossilen

Treibstoffe ersetzen soll.

Der Vergleich mit der

Erdöltechnologie, die

150 Jahre Entwicklung

und Optimierung hinter

sich hat, ist deshalb nicht

korrekt. Eines zeichnet

Walter Huber

sich heute schon ab, je

schneller sich die Technologie

entwickelt und in

die alltägliche Nutzung Eingang findet,

je mehr Menschen sich mit Wasserstoff

auseinandersetzen, umso kostengünstiger

wird auch dessen Herstellung und

Verwendung.

Wo wird der Wasserstoff hergestellt?

Wasserstoff ist überall auf der Welt verfügbar,

wo es Wasser gibt. Er kann also

überall dort, wo er gebraucht wird,

auch hergestellt werden, sinnvollerweise

durch erneuerbare Energien. Wenn

es auch noch einige Zeit dauern wird,

bis die technologischen Verfahren dazu

voll entwickelt sind, lässt sich die Entwicklung

dennoch nicht mehr aufhalten.

Dies kann die Versorgung mit Treibstoffen

auf eine ganz neue Ebene stellen, sie

kann sogar regionale Selbstversorgung

Aktuell

erreichen, zum Vorteil der Bürger. Im

Unterschied dazu können die fossilen

Treibstoffe nur in bestimmten Regionen

gefördert werden, man ist also von den

Förderländern und den multinationalen

Konzernen abhängig, wann, wie viel und

zu welchem Preis man mit den fossilen

Treibstoffen versorgt wird.

Wann kommen H 2 -Autos, wann die

Tankstellen?

Die Autohersteller warten auf den Bau

der Tankstellenstrukturen, damit eine

entsprechende Reichweite der Autos garantiert

werden kann, die Tankstellenhersteller

geben die Schuld den Autoherstellern,

mit der Begründung, solange es

nicht ausreichend Autos gibt, macht es

keinen Sinn, Tankstellen aufzubauen.

Dieser Kreislauf muss durchbrochen

werden. Dem Bau der Tankstellen muss

Vorrang gegeben werden, denn das

Versorgungsnetz muss bereits zu 70 %

Realität sein, wenn der Autopark 10 %

Wasserstoffautos erreicht, so die Aussage

des Wuppertal Institutes. Deshalb

auch die Initiative Südtirols, entlang der

Brennerautobahn H 2 -Tankstellen zu errichten

und die Inbetriebnahme von H 2 -

Fahrzeugen zu fördern. Nach Norden

gesehen sind mit Tirol und Bayern Gespräche

im Gang, um auch dort entlang

der Autobahn dieselben Strukturen zu

schaffen. Dieser fast 650 km lange Abschnitt

entlang eines wirtschaftlich intensiven

Gebietes ist für die Autohersteller

interessant, sich verstärkt auf diese

Strecke zu konzentrieren.

Wie sicher ist Wasserstoff?

Wasserstoff ist hochexplosiv, ist gefährlich,

es wäre wie mit einer Bombe

herumfahren, so die häufig geäußerte

Meinung. Tatsache ist, dass Wasserstoff

das leichteste Gas ist, etwa 14-mal

so leicht als Luft, etwa 8-mal so leicht

wie Methan. Wenn Wasserstoff austritt,

verflüchtigt es sich deshalb sofort in die

Atmosphäre, es kann im Freien niemals

die kritische, explosive Mischung

mit Luft erreichen. Anders ist es in geschlossenen

Räumen, wie z.B. in Garagen.

Dort muss für eine gute Durchlüftung

im Deckenbereich gesorgt werden,

sollte unvermutet Wasserstoff austreten.

Wasserstoff ist nicht gefährlicher

als Erdgas. Man wird mit Wasserstoff

umzugehen ebenso lernen, wie mit jeder

anderen Substanz auch.

Nicht Wasserstoff-, sondern

Elektroautos sind die Zukunft

Elektroautos sind für den Stadtbetrieb

gedacht, sie haben eine Reichweite

von 60 bis 80 km. Längere Reichweite

kann nur mit Wasserstoff abgedeckt

werden. Im Übrigen haben Wasserstoffautos

mit Brennstoffzellen einen

Elektroantrieb. Elektroautos können

gewissermaßen als Vorläufer der Wasserstoffautos

gesehen werden. Elektroautos

müssen immer wieder aufgeladen

werden, doch woher stammt der

Strom? Aus Öl-, Gas- oder Atomkraftwerken?

Nur an wenigen Standorten

kann der Strombedarf mit erneuerbaren

Energien abgedeckt werden. Reine

Elektroautos mit Batteriebetrieb auch

neuester Entwicklung decken einen

Bedarf ab, sind aber nicht für lange

Strecken geeignet.

Zweitautos mit Elektro-Motor

E-Autos werden sich als Zweitwagen

durchsetzen, das ist die Meinung der

Experten.

„Das reine Elektrofahrzeug wird auch

in den nächsten 20 Jahren ein Kurzstrecken-Fahrzeug

bleiben“, sagte

Professor Dirk Uwe Sauer von der

RWTH Aachen. Aber auch hier sieht

der Experte ein enormes Marktpotenzial,

schließlich würden in Deutschland

gut zehn Millionen Autos als

Zweitwagen genutzt.

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07/2009 51


52

07/2009

paginierung

Qualität mit Sicherheit

Wer sein Auto zur Kontrolle oder

Reparatur in die Werkstatt bringt,

erwartet Qualitätsarbeit, auf die

er sich hundertprozentig verlassen

kann. Garantiert perfekte

Ausführung liefern 150 KFZ-

Fachbetriebe, die sich unter dem

Qualitätssiegel „Blauschild“ in

Südtirol zusammengeschlossen

haben.

Strenge Kriterien werden den

KFZ-Technikern und Karosseriebauern

auferlegt, die sich um das

neue Qualitätssiegel bewerben. Eine

Werkstatt erhält diese Güteplakette

erst nach einem umfangreichen Anerkennungsverfahren.

Die Kriterien

betreffen den Empfangs- und Wartebereich,

die Werkstatt, den Außenbereich

der Werkstatt, die Verwal-

tung, den Kundendienst, die Arbeitsabläufe,

die Aus- und Weiterbildung

der Mitarbeiter, die technische Ausstattung,

die Verwendung originaler

Ersatzteile und die Einhaltung der

gesetzlichen Pflichten.

„Wenn an einer Werkstätte in ganz Südtirol

das Qualitätssiegel „Blauschild“ zu

sehen ist, kann jeder Autobesitzer sicher

sein, dass eine hochwertige Arbeit

ausgeführt wird, bei der die Sicherheit

im Mittelpunkt steht“,betont Manfred

Huber, Präsident des Südtiroler Autogewerbe.„Ein

zuverlässiger Kundendienst

wird durch gut ausgebildete Fachleute

gewährleistet, die technisch auf dem

neuesten Stand sind und ausschließlich

Qualitäts-Ersatzteile verwenden. Jede

'Blauschild'-Werkstatt wird in dieser

Hinsicht sorgfältig geprüft, bevor sie die

Plakette erhält.“

Das Qualitätssiegel „Blauschild“ wurde

im April 2008 offiziell in Südtirol eingeführt.

Von den über 500 Südtiroler KFZ-

Fachbetrieben führen fast ein Drittel,

das heißt 150 Betriebe das „Blauschild“-

BRUNECK –

Fabrikstrasse 1

Tel. 0474/552286

Service

Zertifikat. Der Südtiroler Autogewerbe

Verbund (SAG) ist bestrebt, die Anzahl

weiter zu erhöhen, um so das Netzwerk

der „Blauschild“-KFZ-Fachbetriebe und

den garantierten Kundendienst für die

Autofahrer zu erweitern.

Gutes muss nicht teurer sein

„Blauschild“-zertifizierte Betriebe garantieren

einen geprüften hohen Standard

bei Service, Beratung und Qualität.

Dem Kunden entstehen dabei keine

Mehrkosten, er kann aber auf eine hohe

Sicherheit bei der Ausführung der Arbeiten

und Kontrollen zählen. Vor allem

durch Transparenz wird das Vertrauen

der Kunden gewonnen.

„Kunden der 'Blauschild'-Werkstätten

können sicher sein, dass ihnen das

richtige Preis-Leistungsverhältnis geboten

wird und dass sie in sicheren

Händen sind“, erklärt Manfred Huber.

„Dazu gehören unter anderem eine

kompetente Beratung und gemeinsame

Besprechung des Arbeitsaufwandes im

Reparaturfall bis hin zur transparenten

Rechnungslegung und genauen Erklärung

der erfolgten Reparaturarbeiten.“

„Blauschild“-KFZ-Fachbetriebe bieten

dem Kunden ein Plus an Qualität.

Die Arbeiten werden von qua-

Karosserie | Abschleppdienst | Mietauto

39028 Schlanders/Vetzan | Industriezone 127

Tel. 0473 742 061| Fax 0473 740 843

wetha@rolmail.net

> www.wetha.karosserie.lvh.it


lifiziertem Fachpersonal

ausgeführt, das regelmäßig

geschult und weitergebildet

wird. In den modernen

Werkstätten kommen ausschließlich

originale oder

originalgleiche Ersatzteile

Manfred Huber zum Einsatz.

Der Service umfasst natürlich

auch einen großzügigen Kundendienst

wie Pannenhilfe, Leihwagen,

Fahrzeugwäsche bis hin zur gesamten

bürokratischen Schadensabwicklung

Handwerkerzone 32

39054 Ritten

Tel. 0471 356 097

Fax 0471 358 428

km.karosserieservice@dnet.it

Service Service

bei Unfällen sowie die fachmännische

Karosserie-Instandsetzung mit modernsten

Geräten. Als „Blauschild“-

Kunde ist man in ganz Südtirol sorgenfrei

unterwegs. Sollte man doch einmal

Hilfe benötigen, genügt ein Anruf in der

Vertrauenswerkstatt, die sich sofort

mit der nächstgelegenen „Blauschild“-

Werkstatt in Verbindung setzt. Diese ist

sofort zur Stelle.

Die nächste „Blauschild“-Werkstatt

in Ihrer Nähe ist im Internet unter

www.info-auto.it zu finden.

Eine Broschüre für mehr

Sicherheit beim Autofahren

Regelmäßige Wartung und Pflege des

Wagens sind Voraussetzungen für

problemloses Fahren, ganz nach dem

Leitsatz: Vorbeugen ist besser als reparieren.

Sollte jedoch trotz allem was dazwischenkommen,

hat der SAG – Südtiroler

Autogewerbe Verbund – zusammen

mit der Berufsgemeinschaft der

KFZ-Techniker und Karosseriebauer

im LVH, eine Broschüre für mehr Sicherheit

der Autofahrer herausgegeben,

die in Problemfällen dazu beitragen

soll, Ruhe zu bewahren und das

Richtige zu tun.

„infoAuto – Ratschläge für sicheres Autofahren“

ist eine Broschüre, die aufzeigt,

wie man sein Auto auf Verkehrstauglichkeit

prüfen kann und gibt Tipps

für korrektes und souveränes Verhalten

in Pannensituationen.

Die „infoAuto“ ist sowohl in deutscher

als auch in italienischer Sprache in allen

Blauschild-Fachbetrieben in ganz

Südtirol kostenlos erhältlich.

Ihre Blauschildkarosserie am Ritten

J.-G.-Mahl-Str. 4 39031 Bruneck Tel. 0474 551 938 www.huber-car.it

Ihr

BLAUSCHILD KAROSSERIEBETRIEB

im Pustertal.

Die ökologische Offensive des Jahres

Das ökologische Rad erobert

Südtirol! Man kommt

überall hin, bleibt fit, muss

dafür aber nicht unbedingt

ein Spitzensportler sein! Den

Wind in den Haaren, ohne

Schweißperlen im Gesicht!

Kein Nummernschild, kein Helm,

keine Steuer und Versicherung, nie

tanken ... Raimund Genetti, Unternehmer

mit Sinn für Zukunft und Innovation,

mit Umweltmoral und professioneller

Anteilnahme am Projekt eine

Wirtschaftsidee zu schaffen, die nicht

nur profitorientiert ist, sondern, die in

erster Linie die Ethik in dieser Zeit des

wirtschaftlichen Umbruchs stärkt und

zudem naturbewusst ist!

Das Unternehmen Genetti ist seit 1957

im Vertrieb von landwirtschaftlichen

Produkten tätig und erfolgreich. Der

Erfolg der Firma spornt Raimund Genetti

an, immer neue erfolgreiche Ideen

in die Tat umzusetzen.

Sein momentanes Hauptziel ist es, das

elektrische Fahrrad „Volksrad“, qualitativ

hochwertig, bis ins kleinste Detail zu

perfektionieren und trotzdem für jedermann

erschwinglich auf den Markt zu

platzieren! Mittlerweile verkauft Genetti

das Volksrad südtirolweit, nach Ös-

LED–Light, viel Licht für wenig Geld

Sparlampen enthalten hochgiftiges

Quexsilber, LED-Lampen

nicht. „LED“ Das Licht der

Zukunft!

Als besondere Neuheit vertreibt die

Firma Genetti seit kurzem auch

energiesparende Led–Lampen. Die

klaren Vorteile des Led–Lights gegenüber

alten Leuchtstofflampen, sieht

Genetti vor allem im niedrigen Stromverbrauch,

der sehr langen Brenndauer,

der hohen Lichtausbeute, der geringen

Wärmeentwicklung und natürlich

seiner Umweltfreundlichkeit, um

nur einige zu nennen. Unter anderem

liegt die Stromersparnis der neuen

Led – Lampen bei bis zu 80 %. Anders

als bei den Energiesparlampen, ist in

den „Leds“ auch keinerlei Quecksilber

enthalten und bei den vielen Formen

terreich und auch auf dem italienischen

Markt erweist sich dieses Projekt als

außerordentlich erfolgreich. „Ökologie

ist die Zukunft“, so Genetti’s Worte, „es

braucht nur den Mut, diese Erkenntnis

in die Tat auch umzusetzen.“

und Arten, die sich im Sortiment von

Raimund Genetti befinden, ist auch

für jeden Geschmack etwas

dabei.

INFO

Genetti Landwirtschaft- und Umweltvertrieb

Goldeggstr. 4 A - 39012 Meran

Tel. 0473 550 215 - Fax 0473 559 042

info@genetti.it - www.genetti.it

07/2009 55


paginierung

Geht nicht – gibt‘s nicht!

Seit 1994 ist „Autotest”

Lieferant der VW-AUDI-Gruppe.

Begonnen hat die erfolgreiche

Zusammenarbeit, als Autotest

– damals noch für Autogerma

– eine Sonderserie des Golf III

Yachting montierte.

Josef Unterholzner, Gründer und

Chef von Autotest hat als Lehrling

in der Werkstätte von Josef

Genetti in Lana begonnen. Genetti

war bei Insidern bekannt als Tüftler

und Bastler, der es verstand, immer

noch einige

PS mehr heraus zu

holen, oder Fahrwerke

ganz besonders

abzustimmen.

Die Begeisterung

und das besondere

Feeling des Chefs

haben sich wohl

auf den Lehrling

übertragen. 1983

trennte sich der

Sepp Unterholzner: Energie „Josef“ vom „Sepp“

für seinen Job holt er sich und hat sich selb-

in Südtirols Bergen.

ständig gemacht.

„Wenn ich daran

denke, dass ich

beim Genetti Porsche repariert habe

und heute Teile für Porsche liefere,

dann ist auch für mich ein Traum in

Erfüllung gegangen“, erzählt Josef,

selbst seit einigen Jahren begeisterter

Porschefahrer.

Golf-Yachting und chip-Tuning

Aufsehen erregte Unterholzner mit

Autotest in den 90er Jahren nicht nur

durch die Teile für den Golf Yachting,

sondern auch mit dem Chip-Tuning für

Turbodiesel-Motoren. Besonders stolz

ist der Firmenchef auf die Tatsache, dass

seit dem Golf III bis heute zum Sechser-

Golf durchgehend Autotest-Teile für das

Golf-Sportpaket verwendet werden. Ein

schlüssiges Konzept, Funktionalität, ein

ansprechendes und innovatives Design

sowie höchste Qualität waren Voraussetzung

für die Aufnahme in die Liste

der offiziellen Zulieferer der VW-Gruppe.

Zu diesem Konzern gehören zehn

Firmen unter anderem AUDI, Porsche,

Seat, Skoda, Lamborghini, Bentley, die

Quattro GmbH und andere. Weitere

Kunden sind noch Mercedes, BMW,

KTM, ABT und bekannte Sportwagenbauer

aus Italien.

Ganz unterschiedliche Teile

Chromteile, verchromte Kunststoffteile,

Außenteile wie Schweller, Spoiler und

Leisten werden genauso produziert wie

Luftführungen (Heizungsteile) und weitere

technische Teile auch für den Innenbereich.

Wenn man derzeit einen Besuch

in den verschiedenen Autotestwerken

macht, dann sieht man Teile für alle VW-

und Audimodelle inkl. dem Q7, für den

neuen Porsche Panamera und für neue Seat-

Modelle. Firmenniederlassungen gibt

es derzeit in Lana (Zentrale), in Mittewald

bei Franzensfeste, in Bratislava (Slowakei)

und neu ein Vertriebsbüro in Eisenach

direkt neben dem neuen Opelwerk

in Thüringen. Die Fertigung entspricht

den Standards nach ISO TS 16949, was

die Erfüllung der höchsten Qualitätsanforderungen

der Automobilindustrie garantiert

– eine Voraussetzug, um bei den

namhaftesten Automarken der Welt als

Lieferant gelistet zu werden.

Ein umkämpfter Markt

„Im Herbst 2008 hat es uns so wie alle

Zulieferer voll erwischt. In Lana und

Franzensfeste haben wir bis zum Sommer

im Dreischichtbetrieb gearbeitet.

Im September gab es Einbrüche von

insgesamt 60 % bis 70 %, bei einigen

Modellen sogar bis 90 %. Trotzdem war

für mich im Herbst 2008 schon klar,

dass wir aus der Krise gestärkt her-

Die Frontschürze des neuen Seat Exeo

vorgehen würden“, erzählt der Chef. „Wir haben letztes

Jahr mit knapp 30 Mio. Euro Umsatz trotzdem noch

ganz gut abgeschlossen. Für dieses Jahr erwarten wir

ein ähnliches Ergebnis.“ Auf die Frage, wie so was trotz

der Durststrecke möglich ist, antwortet der Lananer Unternehmer

ganz locker: „Wir haben die weltweit angesehensten

Automarken als Kunden und ich habe weltweit

die besten Mitarbeiter! In weniger rosigen Zeiten hat ein

hoch motiviertes und eingespieltes Mitarbeiterteam einen

unbezahlbaren Stellenwert!”

Hartlöten-Ventil für Motor Fiat EGR

Wie der Herr, so s`Gscher!

Dieser bekannte Spruch kommt bei Autotest voll zum

Tragen. Beim Gespräch mit Sepp Unterholzner an einem

Freitag nach 18.00 Uhr läutet immer wieder das

Telefon. Führende Mitarbeiter vom AUDI- und VW-

Einkauf sind genauso an der Strippe wie der Betriebsleiter

aus der Slowakei oder ein möglicher Neukunde

aus Japan. Für die Chefeinkäufer der Autobranche

ist Autotest in den vergangenen zehn Jahren zu einer

Qualitätsmarke mutiert. Deshalb gilt für besondere

Kundenwünsche in der Entwicklungsabteilung in Lana

auch bei den Mitarbeitern die Überzeugung des Chefs:

Geht nicht – gibt's nicht!

Der Neue Seat Exeo

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07/2009 57

INFO

Service

Autotest GmbH

Industriestr. 1/5 - 39011 Lana

Tel. 0473 564 124 - Fax 0473 550 319

info@autotest.it - www.autotest.it


paginierung

klusive angrenzendem Trocken- und

Tiefkühlsortiment) – mit garantierter

Verfügbarkeit und immer frisch lieferbar

innerhalb von 24 Stunden.

Immer frisch – Logistik, die zählt

Der Großteil der Südtiroler Hotels

und Restaurants wird täglich und flächendeckend

von der Gastrofresh mit

Frischeprodukten beliefert. Für den

einwandfreien Lieferservice und die

Qualität der Frischeprodukte ist die

Logistik von herausragender Bedeutung.

Von der Anlieferung der Frischeprodukte

im hochmodernen Versand-

und Kühllager in Bozen (Blumau)

bis zur Verladung und persönlichen

Zustellung durch den Gastrofresh-

Mitarbeiter muss alles wie am Schnürchen

klappen. Zur Sicherung der Produktqualität

setzt Gastrofresh auf eine

penible Wareneingangs- und Warenausgangskontrolle.

Alle Produkte werden

genauestens auf die vorgegebenen

Qualitätsstandards wie Produktgüte,

Mindesthaltbarkeit, Verpackung, Zuschnitt

und Gewicht überprüft. Bei

Abweichungen informiert der Einkauf

umgehend den Außendienst. Somit ist

sichergestellt, dass der Kunde immer

das Frischeprodukt von bester Qualität

erhält. Gewissenhaftigkeit und Technologie

kombiniert mit modernster EDV

sorgen für eine gesicherte Kühlkette.

Frischegeschäft ist Transportgeschäft

und deshalb nicht immer frei von Vorbehalten

vor allem in Bezug auf die Umwelt.

Aber gerade in diesem Punkt ist die

Gastrofresh bemüht, ihren Beitrag zu

leisten. So beispielsweise durch die laufende

Investition in eine umweltfreundliche

Fahrzeugflotte, die den strengsten

Abgasrichtlinien gerecht wird.

Gastrofresh – Partner des vertrauens

Die Gastrofresh ist regionaler Marktführer

mit dem entsprechenden Umschlag

an Waren. Das erlaubt eine sehr

attraktive Produkt- und Preispolitik für

die rund 2500 Stammkunden des Frischespezialisten.

Weiters wird großes

Augenmerk auf die kontinuierliche

Qualifikation der Mitarbeiter gelegt.

Vor allem der Außendienst steht den in

Service

Frisch aus Südtirol: „Gastrofresh“ setzt auf Regionalität

Die Gastrofresh ist nun bereits

seit vielen Jahren der Südtiroler

Frischespezialist für Hotel und

Gastronomie. Das Unternehmen

mit Sitz in Blumau beliefert

fast 80 % aller Südtiroler Hotels

und Restaurants tagtäglich

mit einem Vollsortiment an

Frischeprodukten erster Qualität.

Was die Gastrofresh im Laufe der

Jahre zur Nummer 1 gemacht

hat, ist eine kompromisslose Geschäftsstrategie:

das Beste aus Südtirol,

sprich regionale Frischeprodukte

kombiniert mit optimaler Frischelogistik

und perfektem Service.

Regional – die erste Wahl

Frisch auf den Tisch! Immer mehr

Menschen, immer mehr Gäste verlangen

nach Lebensmitteln aus der

Region. Bereits frühzeitig hat die

Gastrofresh diese Entwicklung erkannt

und setzt wie kaum ein anderer

Frischelieferant in Südtirol so

konsequent auf die Vorzüge heimischer

Lebensmittel. Der Großteil der

Frischeprodukte, die Gastrofresh

seinen Kunden anbietet, stammt aus

dem Genussland Südtirol, stammt

aus der Hand heimischer Produzenten.

Naturliebhaber kommen dabei

voll auf ihre Rechnung. Gastrofresh

hat durch enge Partnerschaften mit

den wichtigsten regionalen Milchhöfen

(Mila, Senni, Brimi, Sennerei Algund,

Sennerei Drei Zinnen, Sennerei

Sexten) und den Fleischereibetrieben

(Gasser, Senfter, Siebenförcher Max,

Moser, Metzgerei Steiner, Südtiroler

Kleintierzuchtverband) einen klaren

Heimvorteil: ein Vollsortiment bestimmt

von Frische und Spezialitäten

aus Südtirol. Allen voran Milch, Käse

und Molkereiprodukte, Fleisch und

Fleischwaren, Frühstück, Fruchtsäfte,

frische Teigwaren, Eier, Mehlspeisen

und mehr. Mittlerweile können

Köche und Hoteliers aus mehr als

1400 Frischeprodukten wählen (in-

der Regel sehr anspruchsvollen Kunden

beratend zur Seite. Nur so ist es möglich,

das Frischesortiment laufend auf

die Marktbedürfnisse abzustimmen.

Besonders die Meinung der Köche ist

gefragt. Deren Wünsche und Vorstellungen

werden bei der Sortimentspolitik

berücksichtigt, um stets ein attraktives

und abgerundetes Angebot im Frischebereich

anbieten zu können.

Bei Frische zählen kurze Wege und

schneller Service. Kommt dann noch wie

bei der Gastrofresh der Fokus Regionalität

hinzu, wird aus einem austauschbaren

Frischelieferanten ganz schnell

ein Frischepartner, der aus der Qualitätsküche

nicht mehr wegzudenken

ist. „Regional, erste Wahl!“: Das Motto

der Gastrofresh sorgt für einen lokalen

Wirtschaftskreislauf mit Nachhaltigkeit.

Die Wertschöpfung bleibt im Land,

Arbeitsplätze werden gesichert, unverfälschte

und frische Produkte kommen

auf den Tisch – mit einem Höchstmaß

an Frische und Geschmack.

Das Unternehmen in Zahlen:

• Geschäftssitz in Bozen/Blumau

• Beliefert werden die Märkte Südtirol,

Trentino, Gardasee

• Derzeit 75 Mitarbeiter. Davon 23

im Außendienst, zwei im Verkaufsinnendienst,

vier in Einkauf/Disposition,

23 in der Logistik, 20 in

der Lagerwirtschaft und drei in der

Verwaltung

• Hochmodernes Versand- und Kühllager:

3.500 Quadratmeter

• Auträge im Jahr: ca. 150.000

• Stammkunden: ca. 2.500

• Anzahl LKW: 21

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INFO

Gastrofresh GmbH

Blumauer Straße 1/a - 39054 Ritten (Blumau)

Tel. 0471 353 800 - Fax 0471 353 888

info@gastrofresh.it - www.gastrofresh.it


portrait Aktuell

Im Herzen ein Südtiroler Bauer

Er lebt wie er selbst ironisch sagt,

im „profondo nord“ von Südtirol,

ist Chef eines weltweit agierenden,

erfolgreichen und beispielhaft

innovativen Unternehmens, liebt

klassische Musik und Jazz, Karl

Valentin und Heinrich Heine, jettet

durch die Kontinente und ist

ein durch und durch zufriedener

Mensch. Michael Seeber, Präsident

der Leitner Technologies.

Michael Seeber ist ein Philosoph. Er

setzt seine Worte gewählt, spricht

langsam und seine angenehme warme

Stimme verleiht dem Gesagten noch

zusätzlich Gewicht. Er mag Sprüche,

zumindest einige wenige, die ihm

Lebenskonzepte auf einen Punkt zu

bringen helfen. Seeber ist ein Großindustrieller,

dem man ansieht, dass er

sich auf dem internationalen Parkett

bestens zu bewegen und zu behaupten

weiß. Gleichzeitig aber ist er so geblieben,

wie er immer war. In seinem

Herzen, so sagt er selbst von sich, ist

er ein Sterzinger, ein Südtiroler Bauer

geblieben. „Ich bin in Sterzing geboren

und hier werde ich auch eines Tages

mein Leben beenden.“ Was dazwischen

liegt, schreibt Geschichte.

Gewinn und Gewissen

Als Musikliebhaber ist Michael Seeber

immer wieder in die Organisation von

Konzerten involviert, zuletzt im Rahmen

des Südtiroler Jazzfestivals, das schon

zum 6. Mal hintereinander ein Konzert

in der Betriebshalle der Leitner Technologies

in Sterzing abgehalten hat. Als

Mäzen mag er deshalb nicht bezeichnet

werden. Überhaupt mag Michael Seeber

keine plakativen Bezeichnungen.

„Die Philosophie meines Lebens lässt

sich mit GG beschreiben: Gewinn und

Gewissen. Meine erste Aufgabe ist Gewinn

zu machen, aber mit Gewissen.“

Im Klartext heißt das, wenn er etwas

tut, was gut bzw. umsatzfördernd für

den Betrieb ist, dann legt Seeber Wert

darauf, dass dies entsprechend publik

gemacht wird. „Wenn es darum geht,

der Gemeinschaft, der Bevölkerung, der

Gemeinde etwas zurückzugeben, dann

ist es für mich in Ordnung, wenn das

bekannt wird. Wenn ich Menschen etwas

spende, die meine Hilfe brauchen, dann ist

das eine ganz persönliche Angelegenheit.“

Wenn man im Gespräch ist mit Michael Seeber,

fallen einem viele Begriffe ein, die ihn

charakterisieren: Er ist ein Gentleman, ein

feiner Mensch, kultiviert, sehr bestimmt,

stellt sich auf sein Gegenüber ein. Wenn es

um ihn selbst geht, ist er eine Mischung

aus offen und reserviert. Was er an Persönlichem

herauslässt, zeigt einen Menschen,

der zufrieden ist und dem bewusst ist, dass

das Leben es gut mit ihm meint.

Eine wunderbare Familie

„Ich habe eine wunderbare Frau, die mich

akzeptiert, wunderbare Kinder und Enkelkinder.

„Die vierjährige Karolina“, erzählt

er lachend, „ist die einzige, die mir erklären

kann, was ich zu tun habe.“ Wenn er

Zeit hat liest er gerne. Viel Sachbezogenes,

aber auch Heine, die russischen Klassiker,

Goethe. Wenig zeitgenössische Literatur.

„Dafür fehlt mir die Zeit.“ Apropos Zeit.

Wenn er mehr davon hätte, was würde er

gerne tun? „Mehr Zeit für meine echten

Freunde haben.“

Nahverhältnis zum Tod –

aber ohne Angst

Vor einigen Jahren hatte Michael Seeber

einen spektakulären Skiunfall, der ihn

fast das Leben gekostet hätte und unter

dessen Folgen er immer noch zu leiden

hat. Eine Zäsur? „Ganz klar“, erklärt Michael

Seeber offen, „ich war damals dem

Tode so nahe, dass ich mich – zum Entsetzen

meiner Frau – vor nichts mehr in

irgendeiner Form fürchte.“ Vor dem Unfall,

so Seeber, habe er nie über den Tod

nachgedacht. „So als ob ich ewig lebte.

Heute habe ich eine Nähe zum Tod, aber

er macht mir keine Angst.“

Wünsche für die Zukunft? Viele, aber

sprechen möchte er darüber eigentlich

nicht. Zumindest nicht im privaten Bereich.

„Ich habe sehr viele Wünsche, es

wäre tragisch, wenn dem nicht so wäre.“

Viele in Bezug auf sein Unternehmen.

Dass die erarbeitete Position gehalten und

ausgebaut werden kann, dass die neuen

Sparten wie Windtechnik, sich weltweit

etablieren, mehr Verständnis auf politischer

Ebene für Projekte wie Minimetro

oder Straßenbahn Kaltern–Bozen ...

„Neid ist dumm!“

Was er nicht leiden kann, ist Neid. „Leider

ein Problem von Südtirol. Neid ist

dumm und wenn ich als Unternehmer

neidisch auf den Erfolg des Mitkonkurrenten

bin, bin ich doch einfach kurzsichtig.

Wenn es den anderen gut geht,

geht es mir auch gut und umgekehrt.“

Ein Motto, das seine Lebenseinstellung

auf den Punkt bringt? „Ein wunderbarer

Spruch, der mehr sagt als lange

philosophische Ausführungen: Man

muss Glück haben im Leben, aber man

darf nicht vergessen, dem Glück die Tür

zu öffnen!“ Und Michael Seeber hat die

Hand an der Klinke ...

Flugplatz sichert Arbeitsplätze

Seit Jahren beschäftigt

das Thema Flugplatz die

Öffentlichkeit. Meist geht es dabei

ums liebe Geld, welches die

öffentliche Hand in diese wichtige

Infrastruktur investiert.

Die Lärmbelästigung wegen der

möglichen fünf bis sechs Linienflugzeuge

pro Tag ist, wie sich herausgestellt

hat, nur minimal. Eine klare

Aussage hat Rosa Thaler dazu gemacht.

Sie meint sinngemäß, dass die

öffentliche Hand am Ball bleiben muss,

da sonst das Militär und die Privatflieger

wieder das Sagen haben. Alle jene,

die fürs Zusperren plädieren, fordern

diese entgegen aller Realität. Bozen ist

der nördlichste Militärflugplatz und

somit bleibt er auch bestehen!

Der Wirtschaftsstandort Südtirol ist von

der Erreichbarkeit abhängig. Eine wirtschaftlich

gesunde Region braucht einen

Regionalflugplatz, dafür gibt es viele Beispiele

im Alpenraum. Für Topmanager

und hohe Firmenvertreter, für den Kongresstourismus,

für hochgestellte Persönlichkeiten

aus Politik, Gesellschaft und

Air Alps wieder im Steigflug

Der Ausgleich wurde im August

angenommen und es gibt ein

klares Bekenntnis der Südtiroler

Wirtschaft zur Fluglinie und

zum Flughafen Bozen. Mit einer

Kapitalerhöhung von einer weiteren

Million Euro im Herbst soll

der Steigflug abgesichert werden.

Die Air Alps steht zu rund 76 Prozent

im Besitz der BZS Holding, einem Konsortium

namhafter Südtiroler Unternehmer

rund um Franz Senfter. Die

Eigentümer bekennen sich klar zur Air

Alps Aviation: „Wir investieren auch

in Zukunft in die Air Alps, weil wir an

die neue strategische Ausrichtung der

Fluglinie, den Flughafen Bozen und die

Notwendigkeit einer Anbindung der

Region Südtirol an die nationalen und

internationalen Netze über Rom glauben“,

erläutert Senfter.

Bei der Ausschreibung für die Förderung

der Strecke Bozen–Rom durch das italie-

Kultur ist die Erreichbarkeit eines Zieles

per Flugzeug oft von ihren Aktivitäten in

der Region abhängig. Die immer wieder

angepriesenen Busverbindungen nach

Verona und Innsbruck sind wegen der

teilweisen Überlastung der Brennerautobahn

nur eine unzureichende Lösung!

Nehmen wir einmal einige große Firma im

Unterland und Bozen als Beispiel. Wenn

der Chef bzw. seine Topmanager nicht

mehr Bozen anfliegen können, warum

sollten sie die Firmenzentrale (und damit

den Steuersitz) in Südtirol behalten? Verona

ist dann die bessere Lösung. Damit

nische Ministerium für Infrastruktur und

Transport hat sich Air Alps beteiligt. Diese

sieht einen Zuschuss von jährlich 1,1

Millionen Euro für drei Jahre vor. „Wir

sind zuversichtlich, diese für den Standort

Südtirol und den Flughafen Bozen so

wichtige Verbindung auch in Zukunft bedienen

zu können“, sagt Leitner. Die Entscheidung

über die Förderung erfolgt voraussichtlich

noch im Oktober und wird

mit 1. Dezember 2009 wirksam.

„Durch die rechtzeitig eingeleiteten,

zum Teil drastischen strukturellen und

gingen erhebliche Steuereinnahmen und

auch Arbeitsplätze verloren. Auch Institutionen

wie die Freie Universität Bozen,

die EURAC, das BIC oder das Forschungszentrum

Laimburg sind von internationalen

Verbindungen abhängig!

Und noch ein Wort zu den Urlaubsflügen.

Da sollten sich viel Südtiroler/Innen

selber an der Nase nehmen. Zu Hause

dagegen sein und anderswo (Innsbruck,

Verona, …) den Flugplatz mit all den

Vorteilen nutzen, das ist aus der Sicht

des Umweltschutzes auch nicht die feine

nachbarliche Art …

finanziellen Maßnahmen ist die Air

Alps für die Zukunft gut aufgestellt“,

erklärt Leitner. „Ab dem Winterflugplan

2009/2010 konzentrieren wir uns

verstärkt auf unsere Position als regionaler,

profitabler Nischenanbieter und

fliegen mit drei Maschinen die Strecken

Bozen–Rom und Parma –Rom sowie

saisonale Linien und Charter. Wir wollen

und werden uns in einem kleinen,

wirtschaftlich tragfähigen Segment behaupten.“

2010 soll die Fluglinie wieder

schwarze Zahlen schreiben.

60 07/2009

07/2009 61


62

Zur Einweihung des neuen

Porsche Zentrums wurde die

Fassade in der Siemensstraße

so richtig auf Porsche getrimmt.

Die Porsche-Strategen

geben in Sachen Design und

Verkaufsstruktur einiges vor.

Die Automobilbranche ist in Bewegung

und das gilt auch für Südtirol.

Die Staffler-Gruppe hat auf die Zeichen

der Zeit reagiert und umstrukturiert.

Die Porsche-Niederlassung

wurde in die Siemensstraße verlegt

und damit sind die beiden Prämium-

Marken Porsche und BMW am selben

Standort. Dazu gehören noch Mini, Toyota

und Alfa Romeo. Geschäftsführer

des neuen Autozentrums ist Dr. Paolo

Pettriccione.

07/2009

paginierung

Das Porsche Zentrum Bozen

Verkaufsleiter Sandro Colombo, Moderator Markus Frings und

der Chef des Hauses Dr. Paolo Pettriccione

Die 4. Dimension –

der Porsche Panamera

Der Star der Einweihung war zweifellos

das neue 4-türige Modell von Porsche,

der Panamera, von dem es drei Varianten

gibt: Panamera S, den 4S und den

Turbo. Die beiden Motorenvarianten

leisten 400 PS und der Turbo 500 PS.

Von 0–100 Km/h kommt man in 4,2

bzw. 5,0 sec. Die Höchstgeschwindigkeit

liegt bei 300 Km/h.

Zur Entwicklung des Panamera die

interessante Aussage eines führenden

Porsche-Techniker: „Zum Glück haben

wir absolut keine Erfahrung im Bau

großer, schwerer Limousinen. Zum

Glück! Es ist immer besser, die Lösung

zuerst in den eigenen Reihen zu suchen.

Die Vorgabe war deshalb nicht starr an

ein bestimmtes Konzept gebunden. Die

Vorgabe war nicht Limousine, nicht

Kombi, nicht Coupé. Die Vorgabe war

Porsche – und das Ergebnis: vier Türen,

vier Sitze, Sportwagenfahren

zu viert und ohne Kompromisse bei

Komfort, Gepäckraum und Alltagstauglichkeit.“

Ein gelungene Premiere

Etwa 400 (!) Porsche-Kunden, -Freunde

und -Fans kamen zur Präsentation des

Porsche Panamera. In Rekordzeit war

über den Sommer der Umbau vorangetrieben

worden, um einen porschegerechten

Autosalon einzurichten. Für den

Chef der Auto Ikaro-Gruppe und dem

Porsche Zentrum Dr. Paolo Pettriccione

war es laut eigener Aussage eine ganz

besondere Herausforderung: „Eine komplexe,

aber zugleich interessante und

schöne Aufgabe.“ Unterstützt wurde er

durch den gesamten Mitarbeiterstab und

besonders auch durch die Marketingchefin

Dr. Alice Zeni. Die Porsche-Familie

mit dem Boxter, dem Cayman, dem Klassiker

911 und dem Cayenne hat jetzt eine

vierte Dimension – den Panamera!

Strahlen um die Wette: Marketingchefin Dr. Alice Zeni

und „der Nachbar“ von BMW-Ikaro Martin Widmann

Die Kampagne „No Credit“, mit der

das Bautenressort des Landes für

mehr Verkehrssicherheit wirbt,

läuft heuer bereits im vierten

Jahr. Grund genug, eine neue

Phase einzuläuten, nicht zuletzt

mit einem neuen Plakatmotiv, das

seit Anfang August an Südtirols

Straßen zu sehen ist. Gleichzeitig

ist dies der Auftakt für verstärkte

Sensibilisierungsarbeit der beiden

Ressorts Bauten und Mobilität.

Wir sind vor vier Jahren mit der

Kampagne gestartet, um vor allem

– aber nicht nur – Motorradfahrer

für die Gefahren auf der Straße

zu sensibilisieren. Die Daten zeigen,

paginierung

Neues Plakat für „No credit“

dass die Zahl der Verkehrstoten ist

in den letzten Jahren stetig gesunken

ist. Vielleicht hat auch die Sensibilisierungskampagne

hierzu einen kleinen

Beitrag geleistet.

Trotzdem: Jeder Verkehrstote und jedes

Unfallopfer ist einer zuviel.

Ein emotionales Motiv

Aus diesem Grund wird die Kampagne

zur Verkehrssicherheit nicht nur fortgesetzt,

sondern stetig erneuert und in

diesem Jahr auch mit Hilfe des Mobilitätsressorts

von Landesrat Thomas

Widmann vorangetrieben. Sichtbarstes

Zeichen: Die neuen „No Credit“-Plakate.

Sie zeigen eine EKG-Linie in einer

Schrecksekunde und die Frage „arrived?“

(also: angekommen?).

Wir setzen in diesem Jahr wieder weniger

auf ein schockierendes, als auf ein

emotionales Motiv“, Hervorgegangen

ist es aus dem Entwurf, mit dem Fredy

Fahrner aus Mals den im Vorjahr ausgeschriebenen

„No Credit“-Ideenwettbewerb

für sich entschieden hatte.

Neben dem neuen Plakatmotiv, das

auch auf 200 Linienbussen durch das

Land getragen wird, umfasst die Kam-

pagne einen neuen Radiospot zum

Thema „SOS-Zebra“ der ab Herbst gesendet

wird, und ein Internetangebot

(www.nocredit.it). Auch die Montage

der Leitplanken mit Unterfahrschutz

wird fortgesetzt.

Zusammenarbeit mit Safety Park

Neu ist zudem die Gestaltung der mit

den Ordnungskräften durchgeführten

Aktion „Scharf“. In diese beziehen wir

heuer Mitarbeiter des Safety Park ein,

die Verkehrsteilnehmer über die Gefahren

zu schnellen und gefährlichen

Fahrens aufklären.

Verantwortungsbewusstes Verhalten

auf den Straßen, das Erkennen und

richtige Einschätzen der Gefahren und

die richtige Reaktion in kritischen Situationen

sind entscheidend dafür, Unfälle

zu verhindern und den Familien

viel Leid zu ersparen.

Ein besonderes Auge hat man schließlich

wieder auf die Kleinsten. „Zu

Schulbeginn werden die ‚SOS-Zebra‘-

Plakate, mit denen zu Vorsicht an Zebrastreifen

gemahnt wird, an den Bushaltestellen

in Südtirol angebracht und

der neue Radiospot gesendet.

07/2009 63


BBT-Logistikzentrum Grasstein

Ganz im Sinne der Umwelt

entsteht nördlich von Franzensfeste

auf dem ehemaligen

Verschubbahnhof

Grasstein ein Logistikzent-

Hermann Mitterhofer, Walter Huber

und Klaus Vale

rum zum Abtransport des

Ausbruchmaterials vom

Brenner Basistunnel (BBT).

Etwa fünf Millionen Tonnen

müssen von der BBT-Bau-

Das Lächeln der Sieger

Vincent und Fernando: Dreimal

Zweite und jetzt der erste

Platz und das ganze innerhalb

von vier Jahren hintereinander.

Bisher gab es noch keine

Gruppe, die in der „Grand

Prix der Volksmusik“-Geschichte

erfolgreicher war.

stelle Mauls abtransportiert

werden. Das wären 200.000

Lkw-Ladungen voll (100

LKW's pro Tag), die nun

auf der Schiene transportiert

werden können. Das

Unternehmen CombiNord,

bei dem die Spedition Brigl

an führender Stelle beteiligt

ist, hat ein etwa 2,5 ha

großes Arial für diese Infrastruktur

gepachtet. Laut

Geschäftsführer Klaus Vale

werden in das Projekt etwa

14 Millionen Euro investiert,

Baubeginn ist Frühjahr

2010 und funktionieren

soll es ab 2011.

Im Bild oben die Weichenstellung

im Beisein von LH

Durnwalder und Bürgermeister

Wild.

Im Bild: die Sieger und die

drei Kinder von Fernando

nach dem Motto: Geteilte

Freude ist dreifache Freude

… von li nach rechts: Vincent

(Ulrich), sowie Carmen,

Simon, Fernando (Otto) und

Ramona.

bunte meldungen bunte meldungen

Die Qualität der Äpfel

Am 1. September erscheint

die Neuauflage

des Handbuches „Südtiroler

Apfelsorten. Colour

& Quality“, herausgegeben

vom Verband der

Südtiroler Obstgenossenschaften

aus Terlan.

Das dreisprachige Buch

(deutsch, italienisch und

englisch) enthält Farbtafeln

zur Beurteilung von

Qualität und Standards der

Südtiroler Äpfel.

Die Qualität der Äpfel ist

nicht Ansichtssache, sondern

kann objektiv beurteilt

werden. Aber wie? Indem

man die vom Verband der

Südtiroler Obstgenossenschaften

(VOG) herausgegebene

und auch in der neuen

Fassung wieder vom Apfel-

Experten Kurt Werth gestaltete

Publikation „Südtiroler

Apfelsorten. Colour & Quality“

zur Hand nimmt.

Auf 100 Seiten und an Hand

von mehr als 200 Fotos wer-

Brass and comedy

Mit virtuosen Bläser-Eskapaden,

Witz, Ironie, meisterhaftenArrangierkünsten

und medienwirksamen

Bühneneffekten sichert sich

das aus München stammende

einschlägig routinierte

Spitzen-Ensemble „Blechschaden“

bei jedem Konzert

Beifallsstürme. Bereits seit

1985 ist „Blechschaden“ in

aller Munde und begeistert

weltweit ein breites Publikum.

Vor beinahe dreißig

Jahren ließ sich eine Gruppe

Spitzenmusiker aus den

den für

alle derzeit in Südtirol angebauten

und vermarkteten

Apfelsorten die formen-, farben-

und merkmalrelevanten

Schalenparameter definiert.

Mit deren Hilfe kann die Zugehörigkeit

zur Kategorie 1

oder 2 nach den von der EU

vorgegebenen Normen bestimmt

werden.

Reihen der Münchner Philharmoniker

nämlich von der

Begeisterung des quirligen

schottischen Dirigenten Bob

Ross und dessen Liebe zur

Musik anstecken. Und er,

Bob Ross, zeichnet bis heute

für den berühmten, runden

und schönen Klang des Ensembles,

der als „Bruckner-

Klang“ eine lange und hehre

Tradition hat, verantwortlich.

Am Sonntag, den 04.

Oktober 2009, ist „Blechschaden“

im Kursaal von

Meran zu hören.

Der Mercedes S 400 HYBRID

Exklusives Design, bestmöglicher

Komfort und

zukunftsweisende Innovationen

– die Neuauflage der

Mercedes-Benz S-Klasse gilt

erneut als Gradmesser des

automobilen Fortschritts.

Bei der Entwicklung der erfolgreichstenLuxuslimousine

der Welt stand jedoch

nicht nur die weitere Verbesserung

der klassischen

Kernwerte im Mittelpunkt.

Vielmehr konnten die Ingenieure

und Techniker auch

entscheidende Fortschritte

bei der Optimierung der

Umweltverträglichkeit erzielen.

Auf diesem Gebiet

überzeugt neben den verbrauchsgünstigen

Versionen

mit V6- oder V8-Motor besonders

der S 400 HYBRID.

Modernste Hybrid-Technologie

macht dieses Modell zur

Schon eine Bergrennen vor

Schluss der Italienischen

Meisterschaft, sicherte sich

Rudy Bicciato wieder den Italien-Meistertitel

in der Gruppe

N. Im Bild das gesamte Team

sparsamsten Luxuslimousine

mit Ottomotor. Das ist

Luxus für die Umwelt!

Das umfassende Umweltengagement

über den gesamten

Lebenszyklus des S 400

HYBRID, von der Produktion

über die Nutzungsphase bis

zur späteren Entsorgung,

haben jetzt die unabhängigen

Prüfer des "Technischen

Überwachungsverein

(TÜV) Süd" mit dem begehrten

Umwelt-Zertifikat honoriert.

Diese Anerkennung

hatte bereits das S-Klasse-

Vorgängermodell 2005 als

erstes Automobil weltweit

erhalten, ebenso wie die

Mercedes-Baureihen der

A-, B-, C- und E-Klasse. Mit

dem GLK bekam zu Beginn

2009 das erste SUV von

Mercedes-Benz das gefragte

Zertifikat.

Das Team des Italienmeisters

von li. nach re.: Rudi Bicciato

und dahinter sein Sohn Christian,

Sergio Giacomu, Lukas

Wimmer, Wolfgang Herbst

und Maurizio Pioner der 2.

Fahrer des Teams.

Ein spitzen

Jahrgang

„Die Ernte 2009 verspricht

wieder einen ganz

besonderen Tropfen“

davon ist Pepi Staffler

überzeugt!

64 07/2009

07/2009 65


66

Jubiläum: 40 Jahre FINSTRAL

Ausgehend von einer bescheidenen

kleinen Tischlerei

im Bergdorf Unterinn am

Ritten ist FINSTRAL im Jahr

1969 von Hans Oberrauch

und Max Lintner gegründet

worden. Auf 150 m² wurde

mit der Produktion von

Kunststoff-Fenstern und Türen

mit Profilen des Systems

„Petal“ aus Hamburg begonnen.

Aufgrund der ausgezeichneten

Entwicklung des

Baumarktes in der zweiten

Hälfte der 1970er Jahre, entschied

man sich zum Ankauf

einer großen Produktions-

Joachim Oberrauch erklärt das neue

Aluminiumfenster von Finstral

Die beiden Messeveranstalter

Centro Fiera del Garda Montichiari

und Messe Bozen gehen

gemeinsame Wege. Das

Messezentrum Fiera del Garda

Montichiari und Messe Bozen

sind die Veranstalter der

beiden bedeutendsten Messen

Italiens im Notfall-, Brand-,

Zivilschutz- und Erste-Hilfe-

Bereich: Die Rettungsmesse

R.E.A.S. in Montichiari feiert

in diesem Jahr ihre zehnte

Auflage und wird jährlich in

der Provinz Brescia abgehalten,

wo es Tausende Freiwil-

07/2009

Finstralchef: Luis Oberrauch,

Hans Oberrauch und Joachim Oberrauch

halle in Scurelle/Valsugana.

Ein weiterer großer Schritt

war die Entscheidung, Profile

selbst zu extrudieren und

das von FINSTRAL entwickelte

Profilsystem 200 wurde

am Markt positiv bewertet

und angenommen.

In den Jahren darauf wurden

weitere Niederlassungen in

Südtirol und in Deutschland

gebaut und die Märkte in

Mittel- und Südeuropa systematisch

erschlossen.

Heute ist FINSTRAL mit dem

Unterinner Stammhaus,

vier Werken in Südtirol und

weiteren zwölf Niederlassungen

in ganz Europa ein

gut strukturierter Betrieb,

der über 1300 Mitarbeiter

beschäftigt und in 15 europäische

Länder exportiert.

Der Gesamtumsatz 2008 belief

sich auf 184,5 Millionen

Euro und diese Zahlen werden

auch für das Jahr 2009

erwartet. In anbetracht der

momentanen Wirtschaftslage

ein wirklich beachtliches

Ergebnis.

Messeallianz im Zivilschutz

lige gibt, während die “Civil

Protect” in Bozen seit 2007

im Zweijahresrhythmus stattfindet

und das Know-how der

Region Trentino Südtirol auf

diesem Gebiet in den Mittelpunkt

rückt. Ziel des Abkommens

ist es, das Angebot für

die Aussteller dieser Branche

zu optimieren, den organisatorischen

und wirtschaftlichen

Aufwand zu verringern

und der Branche in wirtschaftlichen

schwierigen Zeiten

als Partner für die Zukunft

zur Seite zu stehen.

bunte meldungen

Doppelmayr-cable für venedig

Die Bauarbeiten zum Doppelmayr-Paradeprojekt

in Venedig

schreiten zügig voran. Ein

weiterer Meilenstein wurde

nun mit der Fertigstellung des

„Herzstückes“, den beiden

200-Personenzügen, erreicht.

Im Zuge einer kleinen Feier

am Firmengelände in Lana

wurden am Freitag, den 4.

September 2009, die neuen

Züge offiziell an die Vertreter

der Stadtverwaltung von Venedig

übergeben. Die Assessorin

für Öffentliche Bauten

Mara Rumiz und der Assessor

für Mobilität Enrico Mingardi

Er ließ seinen Wagen mit Bilstein

umrüsten und konnte

1978 bzw. 1983 zwei Rallye-

Weltmeistertitel für sich gewinnen.

Genau dieser „Dienstwagen“

aus dem Jahre 1978

und ebenso der Lancia 037

Rally waren bei der 20-Jahr-

Feier Anfang September

vor Ort, umrestauriert und

fahrtüchtig. Wenn man nahe

genug neben Walter stand,

konnte man eine kleine Träne

der Stadt Venedig haben die

Züge in Empfang genommen.

Bereits im Herbst 2006 wurde

der Seilbahnbauer Doppelmayr

aus Lana mit der Projektierung

und Errichtung des

seilgezogenen APM-Systems

(Automated People Mover)

durch ASM SpA (Azienda Servizi

Mobilità), ein Unternehmen

der Gemeinde Venedig,

beauftragt. Mit einem Jahr

Verzögerung (wegen Rekurse

am Verwaltungsgericht) wird

die neue Stadtbahn von Doppelmayr

nun Ende des Jahres

in Betrieb genommen.

Mara Rumiz, Othmar Eisath (GF Doppelmayr), Enrico Mingardi,

NTP Trettl: Bilstein & Eibach

entdecken. Neben Eibach und

Bilstein vertritt NTP in Italien

die Marken BBS und K&N.

Das Unternehmen fertigt auf

Basis von Bilstein-Einzelteilen

auch eigenständig Stoßdämpfer

an und legt deren

Abstimmung fest. Aktuelle

Beispiele hierfür sind Alfa

Romeo Brera TI, Alfa Romeo

8C und Pagani Zonda. Im Bild

die Familie Trettl samt Mitarbeitern.

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07/2009 67


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