Wasserstoff: Energie der Zukunft - Mediaradius

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Wasserstoff: Energie der Zukunft - Mediaradius

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07/2009

Aktuell

Kommt die neue Bahn?

Bozen hat täglich mit einem

hohen Pendleraufkommen zu

kämpfen. Darunter leidet die

Lebensqualität der Bozner in den

Einfallsstraßen.

Täglich sind rund 23.000 Schüler

und Pendler aus Kaltern, Eppan

und Tramin auf dem Weg nach Bozen,

20 Busse sind zu Stoßzeiten im

Einsatz und bringen die Menschen

wie Sardinen eingezwängt an ihren

Arbeitsplatz bzw. in die Schule. Um

diesem Missstand entgegenzuwirken,

wären 40 Busse nötig, damit

würde der Verkehr gänzlich zum

Erliegen kommen.

Der alltägliche Pendlerstau hat seit

Jahren schon dazu geführt, dass die

Forderung nach einer neuen Bahnverbindung

ins Überetsch immer lauter

wird. Die Gemeinden Bozen, Eppan

und Kaltern sowie das Land Südtirol

beraten auch schon seit längerem über

ein innovatives öffentliches Verkehrskonzept,

das die beiden Ballungsräume

verbinden soll.

vom Ritten bis zur Mendel

Bis in die 1960er Jahre gab es zwei

Bahnen, die Bozen mit dem Ritten und

dem Überetsch verbanden. Die Rittner

Trambahn verkehrt heute nur noch

zwischen Oberbozen und Klobenstein,

die Strecke Bozen–Oberbozen wird

von einer Umlaufbahn bedient. Die

Überetscher Bahn, wegen der Weintransporte

auch liebevoll „Lepsbahnl“

genannt, wurde hingegen völlig aufgelassen

und durch Busse ersetzt.

Als Fotomontage:

Die Überetscher Bahn im Warttal

Die Überetscher Bahn fuhr die zwei

Bahnhöfe Eppan und Kaltern an, eine

Weiche kurz vor dem Bahnhof Kaltern

garantierte einen Anschluss zur Talstation

der Mendelbahn.

Die Rittnerbahn – sie wurde im August

1907 in Betrieb genommen – führte einst

vom Waltherplatz in Bozen direkt bis

nach Klobenstein am Ritten. Die knapp

1000 m Höhenunterschied wurden mit

Hilfe eines Zahnradantriebes überwunden.

Im Jahr 1966 wurde die Zahnradstrecke

durch eine Seilschwebebahn und

diese heuer nach 40 Jahren durch eine

neue Umlaufbahn ersetzt. Die neue Rittner

Seilbahn und die Rittner Trambahn

fahren seit 1. August täglich durchgehend

zwischen 6.40 Uhr und 23 Uhr. Dieses

Angebot wird bereits stark in Anspruch

genommen. Zum Publikumsmagnet hat

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sich auch die Standseilbahn auf die Mendel

mit ihren neuen Kabinen entwickelt.

Die gute Anbindung der Standseilbahn

an das öffentliche Verkehrsnetz und der

20-Minuten-Takt bieten zusätzlichen

Anreiz für einen spontanen Ausflug auf

die Mendel.

Innovative Lösung

Die drei interessierten Gemeinden haben

sich im Frühsommer mit LR Thomas Widmann

getroffen und dabei vereinbart, dass

bis zum Herbst eine Entscheidung getroffen

wird. Wie die Verbindung aussehen

wird, steht dabei allerdings noch nicht

fest. „Wir werden uns in den Monaten bis

Herbst mit verschiedenen innovativen Lösungen

befassen und sie eingehend überprüfen“,

erklärt Widmann.

Um Eindrücke verschiedener Möglichkeiten

zu gewinnen, wird man bis zum

nächsten Treffen auch beispielhafte

Projekte vor Ort anschauen. „Damit

kann man sich am besten einen Eindruck

vom jeweiligen Verkehrsmittel

verschaffen und ausloten, inwieweit

sich dieses Verkehrsmittel als Lösung

der besonderen Verkehrssituation zwischen

Bozen und den Überetscher Gemeinden

eignen würde. Klar ist, dass

wir eine maßgeschneiderte Lösung anstreben“,

ist der Landesrat überzeugt.

Grobe Studie für Überetscher Bahn

„LR Widmann hat uns zugesichert, er

würde prüfen, was effektiv technisch

und ökonomisch die beste Lösung sein

könnte und auf diese Entscheidung

müssen wir warten“, bestätigt auch Bozens

Stadtrat Klaus Ladinser. Die drei

Gemeinden haben bereits von einem

Ingenieurbüro eine grobe Studie erstellen

lassen, derzufolge die Straßenbahn

„das beste Modell“ ist, wie Ladinser

betont. Als nächster Schritt wird nun

geprüft, welches andere Modell besser

oder ökonomischer sein könnte. „Es

Aktuell

muss natürlich besser

sein, aber ich bin offen

auch für andere Modelle.“

Ladinser sieht kein Finanzierungsproblem.

„Es ist

ein Zeichen der Zeit, dass

man sowohl die Protokolle

von Kyoto ernst nimmt, als

auch die Verkehrsprobleme,

die Wirtschaftslage und den

Großraum Bozen in Verbindung

mit dem Überetsch. Da

sind sehr viele Aspekte, die

nicht nur vom vorhandenen

Geld abhängig gemacht werden

können.“

Bahn, Bus oder Gondel?

Die Bahnvariante hat einen entscheidenden

Nachteil. Die Beförderungskapazität

zu den Verkehrsspitzen am Morgen etwa

von 7.00 Uhr bis 8.00 Uhr (Ähnliches gilt

auch am Abend) ist viel zu gering. Nur ein

Bruchteil könnte mit der Bahn fahren. Ob

es sinnvoll ist eine derart teure Variante

für etwa 10 % der Pendler ins Auge zu

fassen, ist mehr als zweifelhaft. Größere

Busse (Ziehharmonikabusse) und eine

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Die alte Überetscher Bahn genannt auch „Lepsbandl“

wesentlich höhere Frequenz auf Vorzugsspuren

sind eine machbare Variante. Dabei

könnten zusätzlich direkte Busse von

Kaltern und Eppan nach Bozen fahren;

einige davon auch über die Industriezone

und von Süden her in die Stadt. „Heute

ist es doch so, dass es von der Oberen

Gand mit dem Citybus zum Tetterparkplatz,

weiter mit der SAD bis zum Hadrianplatz

und wieder umsteigen, um in die

Industriezone zu kommen, weit über eine

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