Nr. 13 (I-2016) - Osnabrücker Wissen

kreativkompass

Nr. 14 (II-2016) - Osnabrücker Wissen

Wir beantworten Fragen rund um die Osnabrücker Region. Alle drei Monate als Printausgabe. Kostenlos! Und online unter www.osnabruecker-wissen.de

Nr. 13 · kostenlos · Ausgabe I / 2016

www.osnabruecker-wissen.de

AUFGEWECKT DURCH STADT UND LANDKREIS

KOSTENLOS!

13

LEBEN & GESELLSCHAFT

Die 13 - Glücksbringer oder Schicksalszahl?

Wo schlagen

Osnabrücker

um?

33

NATUR & UMWELT

Wer war nochmal Herr Nilsson?

43

DIE BESTEN KÖCHE DER REGION

Teil 1: Christian Meijer, Sporthotel Ankum

48

SPORT & GESUNDHEIT

Welche Tiger tragen Schutzhelme?

Titelfoto © Blendeneffekte.de, Oliver Schratz

Spannende Fragen & Antworten

zu Osnabrück Stadt &

Landkreis auf

68 Seiten!


IMPRESSUM

Ein Medienprojekt der

Medienagentur KreativKompass

UG (haftungsbeschränkt)

Geschäftsführer: Stephan Buchholz

Natruper Straße 23

49076 Osnabrück

Telefon: +49 541 / 440 220 03

E-Mail: kontakt@kreativkompass.de

Internet: www.kreativkompass.de

in Zusammenarbeit mit der

Hochschule Osnabrück

Projektverantwortlich:

Prof. Volker Gehmlich und

Abigail Joseph-Magwood

www.hs-osnabrueck.de

REDAKTION

Chefredakteur:

Dr. Thorsten Stegemann (TS)

Weitere Redaktionsmitglieder

dieser Ausgabe:

Yörn Kreib (YK)

Ebba Ehrnsberger (EE)

Anna Warnking (AW)

Sebastian Bodmer (SB)

Moritz Jacobsen (MJ)

Nils Beumer (NB)

Kathrin Prelle (KP)

Ina zum Hingst (IH)

Gina Schulte (GS)

Farina Wilmes (FW)

Sebastian Peistrup (SP)

Beiträge der Redaktion (RED)

Gastbeiträge in dieser Ausgabe:

Daniela A. Ben Said (DBS)

Quid agis*

Rolf Spilker (RS)

Museum Industriekultur Osnabrück

Hanna Rickert (HR)

Zoo Osnabrück

Bodo Zehm (BZ)

Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück

Beatrice le Coutre-Bick (BCB)

Literaturbüro Westniedersachsen / Osnabrück

Christel Schulte (CS)

Kunsthalle Osnabrück

Norbert Niedernostheide (NNi)

Museum am Schölerberg

AUFGEWECKT DURCH STADT UND LANDKREIS

Ein Medienprojekt von:

Mit freundlicher Unterstützung von:

Leitung Vermarktung & Mediengestaltung

Stephan Buchholz

Mediengestaltung

Laura Fromm

Projektmanagement & Vermarktung

Igor Hafner

MUSEUM

INDUSTRIEKULTUR

OSNABRÜCK

Projektmanagement & Distribution

Sebastian Buchholz

BILDMATERIAL

Jana Lange · www.jana-fotografiert.de

Oliver Schratz · www.blendeneffekte.de

sowie www.fotolia.com, www.istock.com

und siehe Bildnachweise

DRUCK & PRODUKTION

Levien-Druck GmbH

Eduard-Pestel-Straße 16

49080 Osnabrueck

Telefon: +49 5 41 / 9 59 29-0

Internet: www.levien.de

REDAKTIONSSCHLUSS

März 2016

COPYRIGHT

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, Veröffentlichung im

Internet oder Vervielfältigung auf Datenträgern nur nach

vorheriger schriftlicher Genehmigung der Medienagentur

KreativKompass UG (haftungsbeschränkt). Trotz sorgfältiger

Prüfung keine Gewähr für eventuelle Druckfehler. Unsere Redaktion

ist selbstverständlich bemüht, alle Ansprüche im Bereich der

Urheberrechte (insbesondere der Bildrechte) vor Drucklegung

zu klären und zu berücksichtigen. Sollte uns trotzdem einmal ein

unbeabsichtigter Fehler unterlaufen, wenden Sie sich bitte direkt

an: redaktion@osnabruecker-wissen.de, damit wir schnell eine

einvernehmliche Lösung finden.


EDITORIAL

Foto © Jana Lange

- Anzeige -

„Wer den Hafen nicht kennt,

in den er segeln will, für den

ist kein Wind der richtige.“

Lucius Annaeus Seneca (1-65 n. Chr.)

18. März bis 1. Mai 2016

Sie halten gerade die 13. Ausgabe unseres Magazins in Händen. Keine Sorge, die 68 Seiten

werden Ihnen garantiert kein Unglück bringen, sondern Sie hoffentlich einmal mehr mit

interessanten, aufregenden und faszinierenden Geschichten aus Stadt und Landkreis

erfreuen. Aber wie halten es die Osnabrücker mit der ominösen Zahl? Gibt es die 13, darf

es sie geben – in Hotels, Banken, am Flughafen oder im Theater? Dieser Frage mussten wir

natürlich nachgehen.

Unser Topthema ist allerdings einer deutlich größeren Zahl gewidmet. Unser Hafen wird

100 Jahre alt. Anlass genug, seine lange Geschichte zu erkunden und viele spannende

Entdeckungen zu machen.

Außerdem starten wir eine neue Serie über vergessene Bücher – mit der Vorstellung des

Romans „Mein Vaterland“. Sein Autor, der in Osnabrück geborene Heinz Liepman, starb

vor 50 Jahren. Darüber hinaus werfen wir einen Blick auf die Osnabrücker Fußballgeschichte,

mittelalterliche Pilger, das erste Steampunk-Festival in der Region und die Gründerszene

in Osnabrück.

Tickets

ab 23 Euro,

Schüler und

Studenten

15 Euro

Schließlich freuen wir uns über zwei neue, den Osnabrückern bestens bekannte Mitglieder

im wachsenden Kreis unserer Kooperationspartner: Die Stadt- und Kreisarchäologie und

das Museum am Schölerberg. Herzlich willkommen!

Auch 2016 wünschen wir: Viel Spaß beim Lesen und Entdecken!

Ein poetisches

Varieté-Spektakel

Dr. Thorsten Stegemann

Chefredakteur

Stephan Buchholz

Herausgeber

www.

Jetzt auch online noch mehr Fragen zur Region entdecken!

Einfach „liken“ und regelmäßig weitere spannende Antworten finden:

www.osnabruecker-wissen.de/facebook

3

Im Kurgarten 8 (Navi Morsbachallee)

32545 Bad Oeynhausen

Tickets und Gutscheine:

(0 57 31) 74 48-0 und variete.de


GRUSSWORT

Hallo Wissende,

es passiert immer wieder

aufs Neue: Die Archäologen

unternehmen enorme

Anstrengungen, um besondere

fachliche Fragen zu

klären, manchmal auch um

rätselhaften, sagenumwobenen

oder geheimnisvollen

Spuren der Vergangenheit

nachzuspüren – und am

Ende ihrer Ausgrabungen

und Archivforschungen

stehen sie nicht vor neuen

bahnbrechenden Erkenntnissen,

sondern vor einer Vielzahl

neuer Fragen.

Zugegeben: So haben sich die

mit diesen Nachforschungen

befassten Akteure das

Ergebnis eigentlich nicht

vorgestellt, aber das Ganze ist

trotzdem positiv zu bewerten,

weil es eine wesentliche und

unverzichtbare Wesensart der

Weiterentwicklung unseres

Zusammenlebens beschreibt:

Nur wer konkrete Fragen hat,

ist in der Lage, sich mit allen

das Leben an sich betreffenden

Perspektiven zu befassen, egal

ob es dabei um unsere Vergangenheit,

Gegenwart oder Zukunft

geht.

Forschung, die nicht nur gewünschte

Ergebnisse produziert,

sondern zu neuen

Fragestellungen führt, ist

auch zugleich ein Motor zur

Gestaltung unserer Zukunft –

und daher unverzichtbar. In

diesem Sinne bleibt auch die

Archäologie ein wichtiger

Partner. Schließlich haben

wir ja schon als Kinder gelernt:

„Wer nicht fragt, bleibt

dumm“.

Bodo Zehm

Stadt- und Kreisarchäologe

Archäologische

Denkmalpflege Osnabrück

INHALT

Welche Fragen zur Osnabrücker Region

beantworten wir in dieser Ausgabe?

Nr.

13

AUFGEWECKT DURCH STADT UND LANDKREIS

TOPTHEMA

Wo schlagen Osnabrücker um? 5

LEBEN & GESELLSCHAFT

Wer lebt im WirQuartier? 10

Die 13 - Glücksbringer oder Schicksalszahl? 13

Wo fahren Teekessel auf Rädern? 14

Wer blickt beim Schlossgarten Open Air hinter die Kulissen? 16

WIRTSCHAFT & TECHNIK

Der Hafen als Wimmelbuch? 18

Wer arbeitet im Kino? 19

Wie wiel Pflege braucht eine Bushaltestelle? 20

Wie kaufkräftig ist die Region? 21

Wie können Unternehmen Flüchtlinge integrieren? 22

Wie lackiert man ein Flugzeug? 23

HOCHSCHULE & KARRIERE

Wer baut die größten Biogasspeicher Deutschlands? 24

Wie gründerfreundlich ist Osnabrück? 26

Wem hilft Diversity? 27

Wer bietet Alternativen zu einer betrieblichen

Ausbildung im Medien- und Eventbereich? 30

NATUR & UMWELT

Warum stranden Wale? 31

Was klappert am rauschenden Bach? 32

Wer war noch mal Herr Nilsson? 33

MOMENTAUFNAHMEN

Was strahlt am Himmel über Melle? 34

STADT- & LANDGESCHICHTEN

Wer zieht nach Osnabrück? 36

Wo kann man Dinosaurier füttern? 36

In welches Museum traut sich keine Maus? 37

Was suchten Jakobspilger im mittelalterlichen Osnabrück? 38

Über welche Steine stolpern Osnabrücker? 40

Was trieb Biso in Bissendorf? 42

DIE BESTEN KÖCHE DER REGION

Wer kocht mit Lakritztagestes & tasmanischem Bergpfeffer? 43

HINTER DEN KULISSEN

Wer reinigt täglich 35.000 Kilo Wäsche? 44

SPORT & GESUNDHEIT

Wann kommt Rettung aus der Luft? 46

Welche Tiger tragen Schutzhelme? 48

In welchem Land werden große Dalmatiner geritten? 51

Wann wurden Fußlümmel zu Volkshelden? 53

Wie viele Basketball-Körbe hat Osnabrück? 54

Wo ist Fußball nicht ganz sauber? 55

Wer ist pflegebedürftig? 57

KUNST & KULTUR

Was konnten drei Monate in Deutschland verändern? 60

Intervention im öffentlichen Raum oder:

„Hä, was machen die denn da?“ 62

FAMILIE & SOZIALES

Was erlebt Hella auf lautlosen Stufen? 63

SCHÖNE GRÜSSE & GOLDENES BUCH

Hallo, wie geht‘s? 64

Wer trug sich ins Goldene Buch ein? 64

HANDGEZEICHNET

In welcher Wüste gibt es einen Dschungel? 65

RÄTSELN & GEWINNEN

Wie viel Wissen steckt in Ihnen? 66

4


TOPTHEMA

Hafen Osnabrück © Detlef Heese / Kleine Bilder Hafen © Yörn Kreib

Wo schlagen

Osnabrücker

um?

Wenn es Frühling wird, steigen die Osnabrücker wieder aufs Rad. Entlang der Hase und

Nette geht es gut gelaunt ins Umland. Sehr gerne werden die eben verlaufenen Uferwege

entlang des Stich- und Mittellandkanals genutzt. Motorjachten, Segel- und Ruderboote

sorgen hier für maritimes Flair. Ab und zu tuckern aber auch große Lastkähne vorbei.

Wohl die wenigsten kennen das Ziel, das diese Schiffe ansteuern. Dabei feiert es in

diesem Jahr seinen 100. Geburtstag.

WAS LIEGT NUR ZWEI KILOMETER

LUFTLINIE VOM RATHAUS ENTFERNT?

„Erstaunlich, aber es gibt noch immer Osnabrücker,

die nicht einmal von der Existenz eines Hafens wissen“,

erzählt Marco Hörmeyer von den Stadtwerken

Osnabrück. Der städtische Energieversorger und

Mobilitätsdienstleister betreibt dieses vermeintlich gut

gehütete Geheimnis bereits seit dem 1. Januar 1958.

Den Osnabrücker Stadtteil Hafen im Nordwesten der

Stadt kennen sicher einige, das dortige Gelände aber

die wenigsten. Dabei sind die Schornsteine, Schrottund

Baustoffhalden der angesiedelten Betriebe von

den umliegenden Ausflugszielen

Pies- und Westerberg

bestens

auszumachen.

Die Hafenbecken selbst sind sehr viel schlechter

einzusehen. Allein wer häufig auf der Römereschund

Brückenstraße unterwegs ist, weiß, dass sich

das Hauptbecken fast bis zur Wachsbleiche ins

Stadtzentrum ausdehnt. „Dabei sind es nur zwei

Kilometer Luftlinie vom Rathaus bis zum Hafen“,

betont Hörmeyer.

WIE KOMMEN SCHIFFE IN DIE STADT?

Mit größter Sicherheit gab es bereits im Mittelalter

einen Schiffsverkehr nach Osnabrück. Händler

gelangten mit ihren Plattbodenschiffen über die Hase

bis in die Stadt. Größeren Schiffen aber bleibt dieser

Weg bis heute verwehrt. Überlegungen zur Schaffung

eines Wasserzugangs beschäftigte Osnabrücker

Gewerbetreibende und Ratsherren bereits Ende des

19. Jahrhunderts. Auftrieb erhielten diese Überlegungen

aber erst mit dem Bau des Rhein-Weser-Kanals.

Die Planungen zu dieser Wasserverbindung vom

Ruhrgebiet über den Rhein zur Weser und Elbe

begannen 1856. Erst 1906 wurde jedoch mit

den Bauarbeiten am Ems-Weser-Kanal, der

Verbindung vom Dortmund-Ems-Kanal

zur Weser, begonnen.

5


TOPTHEMA

Dieses Stück wird heute Mittellandkanal

genannt. Kurze Zeit später begannen die

Arbeiten am Stichkanal, der Osnabrück

endlich den ersehnten wasserseitigen Anschluss

bescherte. Er zweigt bei Bramsche

vom Mittellandkanal ab und verläuft über

14,5 km bis in die Stadt. Möglich war der

Kanalbau allein durch einen unvorstellbaren

Arbeitsaufwand, sowohl von Maschinen

wie riesigen Ketten- und Löffelbaggern,

als auch durch menschliche Arbeitskraft.

15 Brücken mussten gebaut werden, zahlreiche

Gewässer und Abflüsse durch Düker

unter dem Kanalbett hindurch geführt

werden. Um den Höhenunterschied zwischen

dem Abzweig bei Bramsche und

dem geplanten Hafenbecken in Osnabrück,

immerhin handelt es sich um 9,50 Meter,

auszugleichen, wurde in Hollage und Haste

jeweils eine Schleuse errichtet. Eine der

treibenden Kräfte beim Bau des Stichkanals

war die Georgsmarienhütte. Das Unternehmen

erwog sogar, den Kanalbau bis

Georgsmarienhütte weiter zu führen. Die

Umsetzung scheiterte aber an den immensen

Kosten für diese Verlängerung. „Dafür

wurde ein großer Erzumschlagsplatz an

der Südseite des geplanten Kanalhafens

vorgesehen. Der Georgsmarien-Hüttenund

Bergwerksverein war damit praktisch

der erste Pächter am Kanalhafen“, weiß

Lothar Hülsmann in seinem lesenswerten

Buch über den Stichkanal Osnabrück, zu

berichten.

WARUM GAB ES KEINE

ERÖFFNUNGSFEIER?

Die Inbetriebnahme des Hafens und des

Gleisanschlusses im Jahr 1915 fiel in den

1.Weltkrieg – die Eröffnungsfeier damit ins

Wasser. Dazu kam, dass die Stadt mit ihren

Plänen, den neuen Güter- und Rangierbahnhof

am Standort Hafen zu bauen, am

„Nein“ der Bahn gescheitert war. Die Bahn

entschied sich für den Standort Fledder.

So müssen wir uns den Einlauf des ersten

Schiffes am 3. April 1916, als der Schleppkahn

„Minden 52“ mit der Ladung von 475

Tonnen Hafer vor Anker ging, wohl auch

wenig spektakulär vorstellen. Die Osnabrücker

waren mit der Bewältigung der

kriegsbedingten Probleme voll und ganz

beschäftigt.

Neben dem Getreide wurden 1917 bereits

70.000 Tonnen Kohle umgeschlagen. Probleme

tauchten beim Weitertransport der

Kohle auf. Der Bahn fehlten die nötigen

Waggons. Unter städtischer Beteiligung

wurde deshalb die „Hafenwagengesellschaft

m.b.H.“ gegründet, die mit 20 offenen

Güterwaggons den Weitertransport

übernahm. Die Papierfabriken Schoeller

und Kämmerer erwarben im Frühjahr

1917 sogar eigene Binnenschiffe, um ihre

Kohleversorgung zu gewährleisten.

WO BLIEBEN DIE PFERDE?

Die ersten Schiffe, die den Hafen Osnabrück

ansteuerten, waren dazu aus eigener

Kraft gar nicht in der Lage. Die Kähne

wurden getreidelt. Menschen und Pferde

zogen sie über die Kanäle. „Wahrscheinlich

gab es im Osnabrücker Hafen auch

Ställe für die Treidelpferde“, vermutet

Peter Krzeminicki, bei den Stadtwerken

Osnabrück für die Verwaltung der Hafengrundstücke

verantwortlich. In den 20er

Jahren lösten Motorschlepper das Treideln

ab – und ab den 1950er Jahren verdrängen

selbstfahrende Motorschiffe die Schleppschifffahrt.

Die einstigen Treidelpfade nutzen

wir heute zum Radfahren.

Hafen Osnabrück unten, Kran im Hafen © Detlef Heese / Historische Hafenbilder © Museum Industriekultur / Hellmann © Yörn Kreib

Bau des Hafenbeckens

1912-1913

Schleuse Haste um 1920

Akkulok auf der Kaimauer um 1920

Hafen heute

Hafen heute

6


TOPTHEMA

Rohstoff Recycling Osnabrück an der Rheinstraße

Rohstoff Recycling Osnabrück GmbH © Yörn Kreib

WER KOMMT NICHT DURCH

DIE SCHLEUSEN?

Die „Selbstfahrer“ sind zum Teil auch

heute noch in Betrieb und laufen regelmäßig

den Osnabrücker Hafen an.

Mit ihrer maximalen Länge von 86

Metern stellen die beiden Schleusendurchfahrten

für sie

kein Problem dar. Für

die modernen Frachtschiffe

mit einer Länge

von teilweise mehr

als 130 Metern liegt

der Hafen deshalb in

unerreichbarer Ferne.

Den Umbau der beiden

Schleusen hatte man

bereits zum 50-jährigen

Bestehen des Hafens

auf dem Zettel.

Sie scheiterte damals

an der fehlenden Finanzierung.

Anfang

dieses Jahres startete

die CDU-Fraktion im

Niedersächsischen Landtag erneut eine

Initiative in Richtung Schleusenerweiterung.

„Als Hafenbetreiber begrüßen

wir den politischen Vorstoß ausdrücklich“,

betont Marcel Haselof, Geschäftsführer

der Eisenbahn- und Hafenbetriebsgesellschaft

Region Osnabrück

mbH (EHB), einer Tochtergesellschaft

der Stadtwerke. Doch mit dem Schleusenumbau

allein (immerhin ca. 30 – 50

Mio. Euro je Schleuse) sei es noch nicht

getan. In der Folge müssten das Wendebecken

erweitert, die Abladetiefe erhöht

und einige Brückenbauwerke angehoben

bzw. ersetzt werden. Ein teures Unterfangen,

bei dem völlig offen ist, wie

es finanziert werden kann.

WAS VERDIENT EIN HAFEN?

Die Haupteinnahmequelle des Hafenbetreibers

Stadtwerke Osnabrück ist die

Vermarktung bzw. Verpachtung der eigenen

Gewerbeflächen. „Von den insgesamt

1 Million Quadratmetern ist gut die Hälfte

verpachtet. Die zweite Hälfte entfällt auf

Verkehrsflächen wie Hafenbecken, Gleisanlagen

und Straßen“, sagt Krzeminicki.

Lediglich eine Restfläche von 60.000 qm

am ehemaligen Piesberger Werkshafen sei

im Angebot. Dazu erzielen die Stadtwerke

Einnahmen aus den sogenannten Uferentgelten.

Diese sind in Abhängigkeit von der

zu löschenden Ware in sechs Güterklassen

unterteilt. Massengüter wie Sand und

Kies werden mit 0,46 €,

wertvolle Güter wie

Mineralöl etwa mit

0,74 € je Tonne berechnet.

WAS KOSTET

EIN HAFEN?

„Der Osnabrücker Hafen

ist gezeitenunabhängig“,

stellt Krzeminicki

augenzwinkernd

fest. Das bedeutet, es

findet keine Sedimentation

statt und es

muss nicht regelmäßig

ausgebaggert werden.

Trotzdem müsse das Hafenbecken einmal

jährlich „gepeilt“ werden, um eventuelle

Verlagerungen am Boden des Hafenbeckens

zu erfassen und natürlich zu

beheben. Verursacht werden diese, wenn

Schiffe beim Beladen die Maschine laufen

lassen und die Schiffsschraube große

Mengen des Bodensubstrats aufwirbelt.

Die Auskolkungen müssen verfüllt, die

Erhöhungen abgetragen werden, damit

7


TOPTHEMA

andere Schiffe dort nicht auf Grund laufen.

„Gefunden haben wir beim Peilen

aber auch schon Kühlschränke, Autos,

Fahrräder und Tresore“, sagt Haselof gegenüber

Osnabrücker Wissen“.

WAS WIRD HIER

UMGESCHLAGEN?

Diese Dinge gehen beim Entladen der

Schiffe schon mal über Bord. Sie weisen

auf einen der großen Akteure im Hafen

Osnabrück hin, die Rohstoff Recycling

Osnabrück GmbH (RRO), eine Tochter

der Georgsmarienhütte GmbH. Hier wird

Metallschrott sortiert und gemäß den Anweisungen

aus der Stahlproduktion zusammen

gemixt, um dann über die Bahn

direkt in das Werk in Georgsmarienhütte

Ahlstrom das Hafenbild. Dazwischen aber

auch die Werkstätten des Theaters in Osnabrück

und ein Relikt aus den Hafenanfängen,

die Futtermittelfirma Carl Wolf

direkt am Wendebecken. Hier sind noch

die früher gängigen pneumatischen Hebeanlagen

zu bestaunen. Mit einem Saugrüssel

wird die Ladung aus dem Schiff gesogen

und über unterirdische Förderbänder in

die Speicher gepumpt.

Diese Saug- und Speicheranlagen der

ehemaligen Osnabrücker Lagerhausgesellschaft

sind heute weitestgehend verschwunden.

Mitte der 50er-Jahre hätten

zum Teil drei Schiffe nebeneinander an

der Pier gelegen, schwärmt Krzeminicki.

Heute würden etwa 650 Schiffe pro Jahr

den Hafen anlaufen, stellt Haselof klar.

Das sind etwa zwei pro Tag.

Wissenswerte Fakten

über den Osnabrücker Hafen

Infrastruktur

• Fläche: ca. 1.000.000 m²,

davon Wasserflächen (Hafenkopf bis

Schleuse Haste) ca. 90.000 m²

• Tiefe Hafenbecken: 2,30 m

• Länge Gleisanlagen: 21 km

• Anzahl der eigenen Lokomotiven: 4

• Umschlagszahlen (Auszug):

2015: 1.765 Tsd. Tonnen Schiff: 597 / Bahn: 1.168)

2009: 1.057 Tsd. Tonnen (Schiff: 440 / Bahn: 617)

2004: 1.279 Tsd. Tonnen (Schiff: 629 / Bahn: 650)

1999: 878 Tsd. Tonnen (Schiff: 406 / Bahn: 472)

• Anlieger: rund 60 Unternehmen

Hauptgüterarten

• Eisenschrott

587.119 Tonnen Bahn + 187.926 Tonnen Schiff

• Container

375.405 Tonnen Bahn

• Zellstoff und Papier

183.496 Tonnen Bahn + 70.098 Tonnen Schiff

• Mineralölerzeugnisse

57.755 Tonnen Bahn +168.771 Tonnen Schiff

• Steine und Erden

11.005 Tonnen Bahn + 169.121 Tonnen Schiff

• Eisen und Stahl

54.811 Tonnen, Bahn

• Holz und Holzwaren

5.000 Tonnen, Bahn

• Schwergut

498 Tonnen Schiff www.swo.de/hafen

Quelle: Stadtwerke Osnabrück

pleite hier bestehende Schwergutumschlagsanlage

abgerissen und sogar ein Teil des

Hafenbeckens verfüllt. Darauf steht heute

die Werkstatthalle der NWB.

Neue Lokomotiven © Stadtwerke Osnabrück / Titelbild Fakten © Oliver Schratz

gebracht zu werden. Wie riesige Spinnen

bewegen sich die Ladekräne zwischen Kaimauer,

Bahngleis und markanten Schrottgebirgen.

Über 185.000 Tonnen Schrott

wurden im letzten Jahr per Schiff angeliefert.

Neben den Recyclingfirmen (u.a. Herhof

Recyclingcenter Osnabrück, Münz &

Söhne GmbH & Co KG) prägen die Lager

der Mineralölhandelsfirmen Fip

GmbH & Co KG und Petrotank Tanklager

GmbH sowie die Materiallager

der Asphalt Mischwerke Osnabrück

(AMO) und die Schornsteine der Firma

WER BRAUCHT

DAS WASSER NICHT?

Die meisten der heutigen Akteure im

Hafen benötigen den Wasserzugang

auch gar nicht. Insbesondere die Firma

Hellmann Worldwide Logistics GmbH

& Co KG, die nahezu die komplette Fläche

zwischen Hansastraße und Hafenbecken

einnimmt, setzt auf die Kombination

Schiene / Straße. Ebenfalls ohne

Wasser kommt die seit 2000 am Hafenkopf

angesiedelte Nordwestbahn (NWB)

aus. Dafür wurde die bis zur Klöckner-

ÜBER WIE VIELE LOKS

VERFÜGT DIE HAFENBAHN?

21 Kilometer messen die Gleise der Hafenbahn.

Mit ihren vier Lokomotiven gewährleistet

sie einen Großteil des anfallenden

Güterverkehrs im Hafen. Immerhin werden

mittlerweile doppelt so viele Güter

über die Bahn als über das Wasser umgeschlagen.

2015 wurden von den insgesamt 1,765 Mio.

Tonnen nur 597.000 Tonnen per Schiff,

aber 1,168 Mio. Tonnen über die Schiene

abgewickelt. Heute müssen immerhin

8


TOPTHEMA

Fässer © Yörn Kreib / Luftaufnahme © Stadtwerke Osnabrück

sechs Bahnbetreiber auf dem Gleissystem

im Hafen koordiniert werden: Hafenbahn

der Stadtwerke, NWB, DB, ITL, Captrain,

Osthannoversche Eisenbahn/OHE.

WER HIELT DIE HAFENBAHN

IMMER WIEDER AN?

Eine große Zäsur für den Hafen bedeutete

der Abzug der britischen Armee 2008.

Einst von der deutschen Wehrmacht als

Kaserne und Heerlager genutzt, gehörte

das Gelände der Winkelhausen-Kaserne

von 1945 bis 2008 den Briten. Jede Fahrt

der Hafenbahn vom Piesberger Werkshafen

zum Stadthafen endete deshalb am

Kasernentor. Tore öffnen, einfahren und

dann wieder anhalten bis das Tor zur Ausfahrt

geöffnet wurde. Diese Zeiten sind

vorbei.

Heute befindet sich ein Großteil der Fläche

im Eigentum einer Tochtergesellschaft der

Stadtwerke (ESOS) und die Hafenbahn hat

wieder freie Fahrt. Inmitten der Gleisanlage

auf dem ehemaligen Kasernengelände

befindet sich eine massive Betonrampe.

Sie wurde Anfang der 80er Jahre von den

Stadtwerken Osnabrück finanziert, damit

die britischen Panzer zur Bahnverladung

nicht mehr durch die Stadt fahren mussten.

Ob diese historische Kuriosität den

geplanten Umbau dieses Teils des Hafens

überstehen wird, kann bezweifelt werden.

WIE LÄSST SICH DER HAFEN

BEKANNTER MACHEN?

Über diese Frage machen wir uns intensive

Gedanken, sagt Hörmeyer – und

verweist auf die bereits seit einigen Jahren

in Kooperation mit „Zeitseeing Stadtführungen“

und dem Verein Traditionsbus

angebotenen Rundfahrten. Die beliebte

„Industrietour“ startete am 19. März in

die neue Saison und wurde anlässlich

des 100-jährigen Hafengeburtstags entsprechend

überarbeitet. Aber auch für

Schulklassen wollen die Stadtwerke mehr

machen. Noch in diesem Jahr soll ein Online-Tool

mit allen Angeboten entstehen.

Und natürlich wird es eine Festschrift

geben. Der Hafen mit seiner spannenden

Geschichte hätte die damit angestrebte

größere Aufmerksamkeit in jedem Fall

mehr als verdient! | YK

WISSEN KOMPAKT

Infos zur Stadtrundfahrt

„Industrietour“

(steuert auch den Hafen an)

www.swo.de/stadtrundfahrten

Empfehlenswerte Lektüre

über den Stichkanal

Stichkanal Osnabrück. Vom Mittellandkanal

zum Hafen Osnabrück.

(umfangreiches Bildmaterial!):

Lothar H. Hülsmann. Eigenverlag

Osnabrück 2012.

Jubiläumspublikation

Eine geplante Festschrift zu 100

Jahren Osnabrücker Hafen wird

derzeit von Rolf Spilker (Museum

Industriekultur) koordiniert und erscheint

im Oktober 2016.

9


Grenzenlos

Fußball verbindet unendlich

Fußballtraining nach einem Konzept von

Ex-ProFi Thomas Reichenberger!

www.kreativkompass.de

Die Idee

In kleinen Trainingsgruppen werden fußballspezische

Ü bungen angeboten. Unterschiedliche

Leistungsstä rken sind absolut erwü nscht. Die

Trainer gehen individuell auf die Trainingsgruppe

ein und steuern entsprechend nach Stä rke - ohne

die Kinder zu überfordern.

In den Fußballcamps wird der Integrations- und

Inklusions-Gedanke gelebt - ebenso wie der

geschlechterü bergreifende. Auf diesem Weg

werden spielerisch Grenzen ü berschritten und

Vorurteile abgebaut.

Die nächsten Camp-Termine:

06.05. - 08.05.2016 TuS Engter

04.07. - 06.07.2016 Nettebad Osnabrück

11.07. - 15.07.2016 Feriencamp auf Juist

18.07. - 22.07.2016 Feriencamp auf Juist

20.07. - 22.07.2016 TuS Neuenkirchen

25.07. - 29.07.2016 Feriencamp auf Juist

01.08. - 03.08.2016 Nettebad Osnabrück

01.08. - 03.08.2016 Quakenbrücker SC

04.10. - 06.10.2016 SC Melle 03

Weitere Termine folgen, siehe Internetseite!

Gegen Vorurteile:

Integration und Inklusion!

unterstützt vom

Wer lebt im

WirQuartier?

In Osnabrück, wo gut 160.000 Menschen leben, wird bezahlbarer

Wohnraum immer seltener. Gerade für Menschen mit Behinderungen

ist es häufig schwer, barrierefreie Wohnungen zu finden,

deren Mieten im Bereich des Wohngeldsatzes liegen. Da sich

auch Studierende mit der Problematik des finanzierbaren Wohnraums

konfrontiert sehen und um Menschen mit Behinderung

aktiv in die Gesellschaft zu integrieren, haben sich vier Partner

zusammen getan und mit dem WirQuartier ein ganz neues

Konzept der gelebten Inklusion geschaffen.

Schon im Jahr 2013 lebten im Raum Osnabrück

weitaus mehr Menschen mit

Behinderungen (ca. 790) in ambulanter

Betreuung als in Wohnheimen (ca. 430).

Um diese Menschen aktiv in die Gesellschaft

zu integrieren und ihnen ein möglichst

unabhängiges Leben zu ermöglichen,

eröffnete am 1. September 2015

das WirQuartier am Borkumweg in der

Osnabrücker Weststadt.

28 Studierende und 18 Menschen mit

Behinderung wohnen hier unter einem

Dach und bilden eine lebendige Hausgemeinschaft.

Durch telefonische Erreichbarkeit,

die als eine Art garantierte

Nachbarschaftshilfe zu verstehen ist,

verpflichten sich die Studierenden zu 18

Diensten im Jahr. Hierbei wird jedoch

nicht mehr erwartet, als von einem „normalen“

Nachbarn auch. Es müssen und

dürfen demnach keine Medikamente

gegeben oder Fachpflege geleistet werden.

Bei den 46 Appartements handelt

es sich folgerichtig um reguläre Einzimmer-Wohnungen

mit einer kleinen

Kochnische und einem eigenen Badezimmer,

zu denen weder die Heilpädagogische

Hilfe (HHO) noch die Studenten

über einen Zentralschlüssel verfügen.

Um sich untereinander besser kennenzulernen

und die Gemeinschaft zwischen

den Bewohnern zu stärken, hat sich der

Mehr Infos, Termine & Anmeldung:

www.sportagentur-profits.de

10


LEBEN & GESELLSCHAFT

Bilder WirQuartier © Rabea Giesser, Marketing und Kommunikation der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück

Donnerstagabend als fester Zeitpunkt für

gemeinsame Aktivitäten etabliert. Außerdem

haben die Studierenden die Möglichkeit,

an verschiedenen Fortbildungen teilzunehmen.

Hierzu gehört zum Beispiel ein

Gebärdensprachkurs, der auf sehr großes

Interesse bei den Studierenden stößt und

Basiswissen vermittelt, welches das Zusammenleben

in der Gemeinschaft fördert

und die Integration von Menschen mit einer

Hörschädigung unterstützt.

WISSEN KOMPAKT

Von der ersten Idee bis zur

Fertigstellung

Die ersten Impulse für das Projekt

wurden mit der Gründung der Elterninitiative

„Ablösen/Wohnen“ von

dem Ehepaar Margitta Schneider

und Manfred Müller im Jahr 2006

gesetzt. Sechs Jahre später begannen

dann die Planungen mit einem

Osnabrücker Architektenbüro

und am 16. September 2014 folgte

schließlich die Grundsteinlegung

auf dem Grundstück am Borkumweg.

Die offizielle Einweihung des

WirQuartiers fand am 26. November

2015 statt.

Welche Institutionen

haben die Umsetzung des

Projektes ermöglicht?

Für das Projekt des WirQuartiers wurde

ein Kapitalbedarf von über vier Millionen

Euro benötigt. Da solch eine Summe

auch die finanziellen Möglichkeiten der

Heilpädagogischen Hilfe übersteigt und

mögliche Kredite den Bau eines solchen

Projektes unrentabel gemacht hätten, holte

sich die HHO starke Partner ins Boot: Die

Bohnenkamp-Stiftung, die das Projekt mit

1,4 Millionen Euro unterstützt sowie die

Lebenshilfe Osnabrück (280.000 Euro).

Die restlichen 2,1 Millionen Euro stemmte

die HHO und die Förderstiftung HHO u.a.

mit der Unterstützung des Diakonischen

Werkes Hannover (150.000 Euro), der

Stiftung Wohnhilfe (100.000 Euro) und

einem günstigen KfW Kredit (800.000

Euro). Schließlich sicherte das Studentenwerk

Osnabrück durch einen langfristigen

Vertrag die Mieteinnahmen für die Wohnungen

der Studierende für die nächsten

20 Jahre.

Was studieren die

Bewohner des WirQuartiers?

Bei den Studierenden, welche die 28 Appartements

des Studentenwerkes bewohnen,

handelt es sich keineswegs nur

um Angehörige sozialer Studiengänge.

Ganz im Gegenteil: Das Spektrum reicht

von Lehramtsstudenten, Sozialer Arbeit

bis hin zum Bereich Wirtschaft, Jura,

Medieninformatik und sogar „Aircraft

and Flight Engineering“. Die Bewohner

mit Behinderung haben überwiegend

eine geistige und/oder psychische

Beeinträchtigung. Es gibt zudem vier

Wohnungen für Menschen mit einer

starken körperlichen Einschränkung, die

rollstuhlgerecht ausgestattet sind. Eine

dieser Wohnungen wird vom Studentenwerk

Osnabrück genutzt. Generell ist das

WirQuartier offen für alle Menschen egal

welcher Hilfsbedarfsgruppen.

Nach einem guten halben Jahr fällt das Resümee

des WirQuartiers durchweg positiv

aus. Besonders die tolle Akzeptanz der

Nachbarschaft zeigt, dass es als selbstverständlich

angesehen werden sollte, wenn

Menschen mit und ohne Behinderung

zusammenleben, füreinander da sind und

eine lebendige Gemeinschaft schaffen. | SB


Glücksbringer oder Schicksalszahl?

Plötzlich war sie da – die Zahl 13. Nicht mehr 12, noch nicht 14, sondern „Osnabrücker Wissen“ mit der

Nummer 13. Ein Moment des Innehaltens. Abergläubisch? Nein, wir doch nicht! Oder doch? Die Zahl 13 hat es

zweifellos in sich, sie bewegt, sie beunruhigt, den einen mehr, den anderen weniger. Aber was steckt hinter

dieser Zahl? Jetzt schlägt’s aber 13! Wir wollten es genauer wissen.

WER BLEIBT GANZ COOL?

„Bei uns spielt das Thema Glücks- oder

Unglückszahl 13 keine Rolle“, teilt Wulf

Padecken, Pressesprecher der Sparkasse

Osnabrück mit. Es gibt Schließfächer mit

der Nummer 13 und auch in Kontonummern

ist die 13 zu finden.

Ähnlich entspannt sieht dies auch Marco

Hörmeyer von den Stadtwerken Osnabrück.

„Bei uns spielt die Zahl 13 keine

besondere Rolle. In unseren drei Bädern

sind sowohl die Umkleide- als auch die

Schließfächer fortlaufend – also inkl.

der Nummer 13 – durchnummeriert.

Bei der Buslinie 13 gab es zu keiner Zeit

irgendwelche Überlegungen, ihr eine neue

Liniennummer zu geben. Es gab auch

noch nie Stimmen seitens unserer Bäderund

Buskunden, die 13 auszulassen oder

zu ersetzen.“

In der Spielbank Osnabrück genießt die

Zahl 13 ebenfalls keine abschreckende

Wirkung. Marketing-Leiter Maik Janßen

erklärt: „Unsere Stammgäste wissen

ganz genau, dass zum Beispiel beim

Roulette die Kugel keine Günstlinge

kennt – weder bei Zahlen, noch bei

Farben. Auch neue Gäste vermeiden die

Zahl 13 beim Setzen nicht, sondern

wählen sie eher häufiger.“ Janßen führt

das darauf zurück, dass Spieler oft

Zahlen favorisieren, die besonders erscheinen

und präsent sind. Neben der

13 übrigens auch oft Geburtstage oder

andere Datumszahlen, mit denen die

Gäste etwas Persönliches verbinden.

GIBT ES IN OSNABRÜCK

PARASKAVEDEKATRIAPHOBIA?

Freitag, der 13. – eine Kombination, die

viele Menschen zu Stubenhockern macht.

Aus Angst vor einem Unglück, das vielen

an diesem Tag sehr viel wahrscheinlicher

erscheint als an allen übrigen Tagen des

Jahres. Der Fachbegriff für diese Angst

lautet „Paraskavedekatriaphobia“. Aber

lässt sich für diese Schicksalstage tatsächlich

eine signifikante Häufung von

Schicksalsschlägen feststellen?

Marco Ellermann von der Osnabrücker

Polizeidirektion verneint dies. „Von den

gesamten Verkehrsunfällen in 2015 geschahen

rund 6 % an einem Freitag. Dass

mehr Unfälle an den Freitagen, welche

auf den 13. fielen, passierten, kann nicht

bestätigt werden. Richtig ist, dass u.a.

durch das höhere Verkehrsaufkommen,

generell an den Freitagnachmittagen,

tendenziell mehr Unfälle geschehen als

an anderen Wochentagen.“ Auch im

Hinblick auf begangene Straftaten sei

Freitag, der 13. kein auffälliger Tag.

WER TRAUT SICH AM

FREITAG, DEN 13.?

Bei der Suche nach dem geeigneten Trautermin

sind sich Osnabrücker Brautpaare

nicht einig. Viele meiden diesen Tag.

Manches Paar aber kommt freudig ins

Standesamt und fragt: „Wir wollen Freitag,

den 13. heiraten. Da ist doch bestimmt

noch alles frei, oder?“ Die Antwort, dass

12


LEBEN & GESELLSCHAFT

Roulette © Spielbank Osnabrück / Sabine Meyer © Max Ciolek / Standesamt Osnabrück © Janin Arntzen, Stadt Osnabrück / Kalender © by-studio, fotolia.de / Kinosessel © Peter Zurek, fotolia.de

Trautermine für diesen

Tag belegt sind, stößt

auf Erstaunen. Dies

gilt beispielsweise auch

für den einzigen Termin

in diesem Jahr.

Freitag den 13. Mai

2016 ist das Standesamt

Osnabrück

komplett ausgebucht.

Egal ob Glücksoder

Unglückstag - „Der

Aberglaube spielt auch in unserer aufgeklärten

Welt eine große Rolle“, ordnet

Nina Hoss von der Stadt Osnabrück die

Beobachtungen ein. Unabhängig davon

seien aber auch andere Rituale zu

beobachten. So glauben manche türkischen

Brautpaare, dass nach dem Ja-Wort

Derjenige in der Ehe das Sagen habe, der

dem Partner zuerst auf den Fuß tritt.

WO FEHLT DIE 13, WO NICHT?

„Im Hotel arcona LIVING Osnabrück

haben wir keine Zimmer mit der Nummer

13“, sagt Maren Ganser vom Steigenberger

Hotel Remarque. Im Remarque aber gibt

es zumindest auf der 4. und 5. Etage durchaus

je ein Zimmer mit der Nummer 13. Der

Aberglaube sei eben immer noch bei vielen

Gästen präsent, erklärt sie das weitgehende

Fehlen dieser Zimmernummer.

Die Lufthansa verzichtet bei ihren Flügen

ab / bis FMO in ihren Flugzeugen ebenfalls

auf Sitze bzw. Reihen mit der Nummer

13. Die Fluggesellschaft Condor hat

nach der Trennung von der Lufthansa

2013 in ihren Flugzeugen jedoch wieder

Sitzplätze mit der

Nummer 13 eingeführt. Mal

so, mal so. Und wie sieht es

im Sport aus? „Grundsätzlich

wird die Zahl 13 bei der

Handball-Spiel-Gemeinschaft

Osnabrück (HSG)

nicht anders behandelt,

als jede andere auch. Sie

taucht also, ebenso wie

die anderen Nummern,

als Trikotnummer auf.

Möglicherweise erfreut sie sich

aber unterbewusst geringerer Beliebtheit

als andere Trikotnummern. Von den neun

Herren- und Damenmannschaften der

HSG treten sieben mit einer Spielerin oder

einem Spieler an, der die 13 auf dem Trikot

trägt“, erklärt Mathias Wygold von der

HSG gegenüber „Osnabrücker Wissen“.

„Von Vereinsseite aus jedenfalls wird die

13 nicht als negativ behaftet betrachtet“,

betont Wygold.

Dies handhabt auch Anja Thies in der

Filmpassage Osnabrück so: „Wir haben

alle Sitzplätze durchnummeriert – inklusive

der 13“. Das emma-Theater verzichtet

ganz auf Platznummern – also auch auf

die 13. Im Theater am Domhof existiert

der Platz mit der Nummer 13 durchaus –

und bisher hat sich auch noch kein (deutscher)

Zuschauer daran gestört. Nora Vogt

vom Theater Osnabrück weiß allerdings

von einer französischen Gruppe, die bei

einer Theaterführung schier entsetzt darüber

war, dass ein solcher Platz existiert.

WER IST BESONDERS

ABERGLÄUBISCH?

„Von der Zahl 13 mal abgesehen, gehören

Theaterleute wohl zu der abergläubischsten

Zunft überhaupt“, sagt Nora Vogt vom

Theater Osnabrück. Pfeifen sei beispielsweise

tabu. Ein Grund könnten die bis ins

20. Jahrhundert verwendeten Gaslampen

gewesen sein. Wenn denen nämlich der

Sauerstoff ausging, begannen sie zu pfeifen

– ein nicht zu überhörendes Warnsignal

vor einer möglichen Explosion. Ein pfeifender

Theatermitarbeiter hätte damals

sicher eine Panik ausgelöst.

WO LANDET DAS

TRIUMPHGEMÜSE?

Eine Prise Aberglaube schwingt auch mit,

wenn Sabine Meyer vom Erzähltheater

Osnabrück vom Weg ihres „Triumphgemüses“

berichtet. Die so bezeichneten

Blumen, die ihr begeisterte Besucher am

Ende der Vorführung auf die Bühne werfen,

gibt sie alle an ihre Nachbarin weiter. „Die

darf ein Schauspieler nicht behalten, denn

Blumen verwelken. Der eigene Ruhm soll

das aber natürlich nicht“, erklärt sie gegenüber

Osnabrücker Wissen“. | YK

VORSCHAU

Für was aber steht die

Zahl 13 wirklich?

Was ist Aberglaube, wo hat er seine

Wurzeln und welche Funktion erfüllt

er auch heute noch?

Diesen Fragen gehen wir in der

nächsten Ausgabe (Nr.14) nach.

13


Wo fahren

Teekessel auf Rädern?

Ein leeres Terrarium. Daneben Professor Abraxo mit gezwirbeltem Bart,

einem Zylinder mit runden Goggles, einer Art Schutzbrille, und einem

geheimnisvollen Lächeln im Gesicht. Rasch deckt er ein schwarzes Tuch

über das Terrarium. Als er es mit einer schnellen Bewegung wegzieht,

befindet sich plötzlich eine gelbe Python darin. Das Publikum ist

begeistert.

- Anzeige -

Was ist Steampunk?

Marc Mense, alias Professor Abraxo, ist einer

der Veranstalter des ersten Steampunk-

Festivals, das im Museum Industriekultur

in Osnabrück stattfindet. „Steampunk ist

Science-Fiction aus einer Vergangenheit, die

so nie stattgefunden hat“, erklärt Mense. Der

Begriff setzt sich aus den beiden englischen

Wörtern „steam“ und „punk“ zusammen.

„Steam“ ist der englische Begriff für Dampf

und mit „punk“ ist in diesem Zusammenhang

vor allem die künstlerische Freiheit zur Darstellung

von Science-Fiction gemeint.

Steampunker fragen sich, wie Personen aus

dem Viktorianischen Zeitalter (1837-1901)

die Zukunft gesehen haben könnten. Sie lassen

sich dabei beispielsweise von Autoren wie

Jules Verne und H.G. Wells beeinflussen, die

Science-Fiction-Klassiker wie „20.000 Meilen

unter dem Meer“, „In 80 Tagen um die

Welt“ oder „Die Zeitmaschine“ schrieben.

So werden futuristische und phantastische

Zukunftswelten erschaffen. Eine große Rolle

spielt die Industrialisierung. Die sogenannten

„Maker“ unter den Steampunkern nutzen

Elemente wie Zahnräder oder Dampfgetriebe

und entwickeln so neue oder modifizieren

schon bestehende Erfindungen.

Wie kleidet sich ein Steampunker?

Viele Steampunker erschaffen kunstvolle

Kostüme und versetzen sich so in andere

Rollen hinein. Marc Mense hat die Figur des

Professor Abraxo erschaffen, könnte aber in

anderen Rollen auftreten.

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Steampunker orientieren sich mit ihrer

Kleidung an der Mode des Viktorianischen

Zeitalters, setzen aber mit Accessoires aus

Metall, Zahnrädern oder Taschenuhren

eigene Akzente, sodass die Kleidung oft

sehr futuristisch wirkt. Fehlen dürfen auch

nicht die Goggles, die eine Art Markenzeichen

vieler Steampunker sind.

Was bietet das Festival?

„Es wirken circa 300 internationale Steampunker

beim Festival mit“, erzählt Mense,

„und wir freuen uns ein breites Angebot an

Makern, Kleinkünstlern & Buchautoren“.

Zusätzlich treten drei Musikbands im

Wechsel auf, außerdem gibt es eine

WISSEN KOMPAKT

„ Steampunkspass“

7. und 8. Mai 2016

Beginn jeweils um 10.00 Uhr

Museum Industriekultur Osnabrück

www.steampunkspass.de

Tickets:

www.nordwest-ticket.de

sowie bei diversen

Vorverkaufsstellen

14


LEBEN & GESELLSCHAFT

L. Schürmann & I. Baum © InaBaum / A. Abraxo © AbraxoStdio / Bild Steampunkfrau © fotoatelie, fotolia.de / Steampunk-Figuren © Lothar Niwa / Zahnräder © Nneirda, fotola.de

Modenschau. Auch kulinarisch kommen

Besucher stilecht auf ihre Kosten.

„In die Viktorianische Zeit passt auch

das Haseschachtgebäude des Museums,

das 1871 fertiggestellt wurde. Auch die

beiden Dampfmaschinen des Museums

können die Besucher an diesem Wochenende

selbstverständlich in Betrieb sehen.

Außerdem ist die neue Sonderausstellung

,Waren Welt und Wirtschaftswunder. Die

große Straße um 1900 geöffnet,", so Margret

Baumann vom Museum Industriekultur.

Obendrein ist eine Fahrt mit der

Feldbahn auf dem Piesberg möglich.

Ein ganz besonderes Highlight ist sicherlich

das Teapot Racing, welches eines

der ersten seiner Art in Deutschland ist.

Hierbei wird auf einem ferngesteuerten

Fahrzeug ein Teekessel angebracht – und

los geht's durch einen eigens abgesteckten

Parcour. Die Bewertung erfolgt durch eine

Jury in vier Kategorien. Neben dem Aussehen

des Fahrzeugs und der Zeit kommt

Programm-Highlights 2016!

Fr., 24. - So., 26. Juni

Campingtreff

für jedermann!

Mit Livemusik: Oldie-Band „Just for Fun“

außerdem ein Abend mit DJ Andi,

Hüpfburg, Bastelecke u.v.m.

es auch auf die Show des Fahrzeuglenkers

und die Bestechung der Jury an. Organisiert

wird das Ganze vom Dampfzirkus

Papenburg.

Wie komme ich

stilecht zum Festival?

Die Osnabrücker Dampflokfreunde

bieten Zubringerzüge sowohl vom Hauptbahnhof

als auch vom Altstadtbahnhof

Osnabrück an. Die Fahrt führt dann zum

Zechenbahnhof und zurück. „Jeder Besucher

ist herzlich willkommen", sagt Marc

Mense, „egal, ob mit oder ohne Verkleidung.

Bei uns steht der Spaß im Vordergrund

und wir sind ganz klar familienfreundlich."

Auf jeden Fall wird man sich

auf dem Festival auch von ihm und seinen

Schlangen verzaubern lassen können. | IH

Eintritt frei!

Fr., 30. Sept. - So., 02. Okt. 2016

Oktoberfest

I M F E S T Z E L T

Freitag & Samstagabend mit einer

Live-Band vom Tegernsee

Oktoberfest-Bier, bayrisches Buffet*

Leberkäse-Brötchen, Brezel u.v.m.

Sonntag Frühschoppen!

Eintritt

- Anzeige -

pro Person10,- €

Kinder bis 14 Jahre 7,- €

* Samstagabend auf Vorbestellung / 12 € pro Person, Kinder bis 14 Jahre zahlen 8 €

www.kreativkompass.de

Ganz in der Nähe des

Museumspark Kalkriese

Campingplatz Waldwinkel

Inh. Kai Stickelbroeck

Zum Dreschhaus 4 · 49565 Bramsche - Kalkriese

Telefon: +49 54 68 / 93 82 35 · campingplatz-waldwinkel.de

15


HINTER DEN KULISSEN

NACHWUCHSREPORTER GESUCHT!

WER BLICKT BEIM SCHLOSSGARTEN OPEN AIR

HINTER DIE KULISSEN?

Rea Garvey, Cro, Mark Forster – Das Schlossgarten

Open Air wartet auch 2016 mit absoluten

Top-Acts auf. Am 5. und 6. August verwandeln

Tausende Musik-Fans die barocke Gartenanlage

wieder in eine stimmungsvolle Partymeile. Ein

OsWi-Nachwuchsreporter kommt den Stars

dabei näher als (fast) alle anderen.

Wir suchen einen jungen, engagierten und neugierigen, musikund

schreibbegeisterten Nachwuchsreporter (weiblich oder

männlich), der Lust hat, das Geschehen vor und hinter der

Bühne aus nächster Nähe zu verfolgen. Unser Nachwuchsreporter

führt Interviews, erhält Einblicke in den Backstagebereich

und Infos zu technischen und organisatorischen

Abläufen dieser Großveranstaltung, sammelt

Kommentare der Besucher und notiert persönliche

Eindrücke und Stimmungsberichte.

Unser Redaktionsteam steht dem Junior-

Journalisten dabei im Vorfeld mit einem

Coaching zur Seite und unterstützt sie

oder ihn im Folgenden mit wertvollen

Tipps während der Recherche sowie

beim Erstellen des späteren Hintergrundartikels.

Erste Texte und Bilder werden noch während

des Festivals auf der Facebook-Seite von „Osnabrücker Wissen

veröffentlicht, in einer der nächsten Printausgaben erscheint

dann ein großes Special „Hinter den Kulissen des Schlossgarten

Open Airs 2016“. | RED

Hakenstraße 4a · 49074 Osnabrück

Telefon 05 41 / 2 22 92

www.posthalterei-osnabrueck.de

Jetzt unsere frischen

Grünkohl-Gerichte

zum Winter genießen!

Bilder Schlossgarten Open Air © Katharina Leuck / Schlüsselband © Foto-Ruhrgebiet, fotolia.de

Kreative Bewerbungen schickt bitte bis zum 10. Mai 2016 an:

redaktion@osnabruecker-wissen.de

16


»Zu Hause ist nie weiter

als die 300 Meter bis zur

nächsten Haltestelle.«

Rebecca (20) rockt mit Anthemdown die Bühne.

Für

Bühnenhelden.


WIRTSCHAFT & TECHNIK

Auch 2016 wirft „Osnabrücker Wissen“ wieder einen Blick

in das umfangreiche, aber kaum bekannte Depot des

Museums Industriekultur. Diesmal geht es um die

Fotografie eines Jubilars, der in diesem Jahr seinen

100. feiert, zur Zeit der Aufnahme aber erst 20 war. Die

Fotografie ist – parallel zum Erscheinen dieser Ausgabe –

seit März im Museum Industriekultur zu sehen.

Mit ein wenig Fantasie kann man sich

vorstellen, dass sich aus der Szenerie, die

Rudolf Lichtenberg 1936 fotografiert hat,

hervorragend ein „Wimmelbild“ gestalten

ließe. Es gibt viel zu sehen: hauptsächlich

geht es um das Verladen einer großen

Kupferschale, die im Osnabrücker Kupfer

und Drahtwerk (OKD) produziert wurde.

Um diese Aktion auf die Platte zu bannen,

hatte sich der Fotograf in den Hafen

begeben. Galt es doch festzuhalten, dass

dort ein ganz besonderes Produkt auf den

Weg gebracht wurde. Allein der Größenvergleich

mit den um die Schale herumstehenden

Arbeitern macht ihre Dimension

deutlich. Und wer immer es nun war, der

entschied, das Foto genau hier zu machen,

ihm gelang damit eine bemerkenswerte

Inszenierung.

An der Kaimauer, auf der sich unsere

Handlung abspielt, etwas weiter in Richtung

Lagergebäude, wurde übrigens auch

das erste in den Osnabrücker Hafen einlaufende

Binnenschiff mit einer Ladung

von 475 Tonnen

Hafer gelöscht. Es war

der 3. April 1916, es

herrschte Krieg und die Hafenanlagen

hatte das Militär beschlagnahmt. Anlässlich

dieser „Eröffnung“ gab es keine Feierlichkeiten.

Nur ein Foto dokumentiert

diese Situation. Zwar existierte damals

bereits die Reihe der Lagergebäude, die

auch auf dem Foto von 1936 zu sehen ist,

die Gleise der Hafenbahn waren verlegt

und ein Kran war auch vorhanden, ansonsten

herrschte an diesem historischen

Tag jedoch eine beklemmende Leere, da

das Hafengelände noch nicht besiedelt

war. Lichtenbergs Fotografie vermittelt ein

völlig anderes Bild.

Etliche Binnenschiffe sind zu sehen und

an der westlichen Kaianlage liegen sogar

zwei Fahrgastschiffe und spiegeln sich in

der glatten Wasserfläche. In diesem Teil

des Hafens haben sich zahlreiche Betriebe

angesiedelt. Deutlich auszumachen sind

die Spänetürme der Holz verarbeitenden

Betriebe, wie der von Stracke, Langner

& Menke. Deren Existenz verdankt sich

nicht zuletzt der Tatsache, dass bis in die

1930-Jahre Holz, z.B. aus dem Weserbergland,

zusammengefügt zu Flößen über

Kanäle und Schleusen in

den Osnabrücker Hafen

transportiert wurde. Nicht zu übersehen

ist auch die lange Reihe der aufgestellten

Eisenbahnwaggons, bei denen es sich um

„Kübelwagen“ der Georgsmarienhütte

handelt, die an der, auf dem Bild nicht zu

sehenden, Verladestelle mit Eisenerz befüllt

werden sollen. Die gefüllten Waggons

wurden zum Hüttenwerk gefahren, wo

man die Kübel mit einer speziellen Verladeanlage

vom Fahrgestell abhob, direkt

zu den Hochöfen transportierte und entleerte.

Die Erzverladestelle, die bereits zur

Eröffnung des Hafens vorhanden war, sicherte

dem Werk die Rohstoffbasis. Noch

heute wird in diesem Bereich des Hafens

Metall umgeschlagen.

Aber zurück zur Fotografie, zu deren Reiz

es auch gehört, dass der Betrachter mit

Blick auf die weit fortgeschrittenen Vorbereitungen

geradezu erwartet, dass der

Kranführer, der auf dem Bild schon angesichts

der auf ihn zukommenden Maßarbeit

gespannt verharrt, die bildwürdige

Schale endlich auf das Schiff hievt. Das

aber hat Lichtenberg nicht mehr dokumentiert.

| RS

Bilder © Museum Industriekultur

18


- Anzeigensonderteil -

WIRTSCHAFT & TECHNIK

Wer arbeitet im Kino?

Der legendäre Beruf des Filmvorführers ist

längst Geschichte. Trotzdem bieten Kinos eine

Vielzahl attraktiver und zukunftsorientierter

Arbeitsplätze. Auch die Filmpassage Osnabrück sucht immer wieder Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter für unterschiedlichste Aufgabenbereiche.

Bilder © Filmpassage Osnabrück / Icons © christine krahl, fotolia.de

Neben der Geschäftsführenden Gesellschafterin

Anja Thies und ihrem

Assistenten Robin Ehlert setzt sich die

Betriebsleitung der Filmpassage aus

vier Mitarbeitern zusammen, die für die

operativen Abläufe im Kino verantwortlich

sind. Jeder einzelne betreut

außerdem Kerngebiete, für die sie oder

er federführend zuständig ist. Dazu

gehören beispielsweise die Bereiche

Personal, Gastronomie, Events/Marketing,

Technik oder Programm.

Vier „Teamleiter Service“ bilden das

Bindeglied zwischen den Service-Mitarbeitern

und der Betriebsleitung. Die

Service-Mitarbeiter sind so geschult,

dass sie in allen Aufgabenbereichen

eines Kinos arbeiten können. Sie werden

im Ticket- und Gastronomieproduktverkauf

eingesetzt, kümmern

sich aber auch um Einlass und Ticketkontrolle,

die Saal-Zwischenreinigung,

das 3D-Brillenhandling und das Starten

der Filme.

Einige Service-Mitarbeiter können darüber

hinaus die technische Betreuung

während der Spielzeiten übernehmen.

Außerdem sind zwei Haustechniker in

der Filmpassage tätig.

Warum gibt es keine

Filmvorfuhrer mehr?

Der technische Fortschritt und die damit

einhergehenden tiefgreifenden Veränderungen

in der Berufswelt machen auch

vor den Kinos nicht Halt. Filmvorführer

im klassischen Sinne, die im analogen

Zeitalter unverzichtbar waren, gibt es

nun nicht mehr. Mit der Digitalisierung

wurden in der Filmpassage alle Mitarbeiter

zu „Allroundern“ ausgebildet, die

in allen Bereichen eingesetzt werden und

auch die Digitalprojektoren bedienen

können, die mehr an Computer als an

herkömmliche Filmprojektoren erinnern.

Die einzelnen Schritte,

die zur modernen, digitalen

Filmvorführung gehören, müssen nämlich

programmiert werden. Die Filmvorführer

von heute schreiben sogenannte

„Shows“, welche die Lichtregie, Werbeeinblendungen

oder das Trailering steuern.

Wenn alles richtig programmiert ist,

läuft das Programm dann fast von alleine.

Aber auch andere klassische „Kino-

Berufe“ verlieren nach und nach an

Bedeutung. Die Eisverkäufer, die regelmäßig

nach der Eiswerbung in den Saal

kamen, arbeiten heute fast überall an

modernen Servicetheken.

Wen sucht die Filmpassage?

Die Filmpassage Osnabrück, die selbst

Veranstaltungskaufleute ausbildet, sucht

immer engagierte Mitarbeiter, die sich

für das Medium „Kino“ begeistern

können. Für den Servicebereich werden

hauptsächlich sozialversicherungspflichtige

oder studentische Teilzeitmitarbeiter

eingestellt.

„Man sollte Spaß am Kino mitbringen

und gerne mit Menschen und für Menschen

arbeiten, da Dienstleistung bei

uns eine entscheidende Rolle spielt“,

beschreibt Gesellschafterin Anja Thies

die Voraussetzungen für eine Beschäftigung

in der Filmpassage.

Bewerberinnen und Bewerber sollten

sich allerdings über die Tatsache im

Klaren sein, dass es keine üblichen

Arbeitszeiten gebe, denn in einem Kino

arbeite man schließlich, wenn viele andere

frei hätten. Besonders wichtig ist

Anja Thies, dass künftige Mitarbeiter

aufgeschlossen und freundlich sind.

„Unsere Kunden kommen zu uns, um

ihre Freizeit zu genießen!“

Die Mitarbeiter sollen sich auch filmisch

informieren, d.h. möglichst viele Filme

und Trailer sehen, um den Gast besser

beraten zu können.

Gibt es Aufstiegschancen?

Wer in der Filmpassage eine Ausbildung

zur/zum Veranstaltungskauffrau/-mann

absolviert, hat die Chance, bei entsprechendem

Bedarf in die Betriebsleitung

aufzusteigen. Aber auch engagierte

Servicemitarbeiter können entweder

zum Teamleiter aufsteigen oder in die

Betriebsleitung integriert werden.

Den Haustechnikern stehen ebenfalls

viele Möglichkeiten offen – schon deshalb,

weil die Kinos immer älter werden

und ihre Instandhaltung einen wachsenden

Aufwand in Anspruch nimmt. | RED

Weitere Infos und Bewerbungen an:

Filmpassage Osnabrück

Frau Anja Thies

Johannisstraße 112 - 113

49074 Osnabrück

bewerbung@filmpassage.de

Filmpassage

Osnabrück

19


WIRTSCHAFT & TECHNIK

Wie viel Pflege braucht eine

Bushaltestelle?

Daran, dass an jeder einzelnen Haltestelle alles reibungslos funktioniert, arbeiten täglich viele unterschiedliche

Menschen: Für die Aushänge an den Haltestellen ist zum einen das Marketing-Team aus dem Mobilitätsbereich

der Stadtwerke zuständig, zum anderen auch Werbefirmen, die einzelne Flächen vermieten. Die

Reinigung der Mülleimer und einiger Bushaltestellen erfolgt durch den Servicebetrieb der Stadt Osnabrück.

Prinzipiell sind aber die jeweiligen Anwohner in der Pflicht, die Haltebuchten zu kehren oder im Winter von Eis

und Schnee zu befreien. Wenn mal etwas kaputt geht, repariert das der Service der Stadtwerke.

Die Stadtwerke Osnabrück erstellen im

Mobilitätsbereich die einzelnen Fahrpläne

für die Aushänge an den Haltestellen

in der Stadt Osnabrück. Diese

hängt der Streckendienst dann zum

Fahrplanwechsel oder bei kurzfristigen

Änderungen, z.B. durch Baustellen, aus.

In Osnabrück wechselt der Busfahrplan

traditionell jedes Jahr am ersten Schultag

nach den niedersächsischen Sommerferien.

In vielen deutschen Städten befindet sich

an den Haltestellenschildern eine sogenannte

"Blinkaufforderung" in Form eines

farbigen Dreiecks oder gestreiften Aufklebers,

die den Busfahrer darauf hinweist

das Warnblinklicht anzuschalten. Solche

optischen Markierungen gibt es an den

Osnabrücker Haltestellenschildern nicht

- diese Aufgabe übernimmt der Boardcomputer,

der die Busfahrer mithilfe eines

Signals auf problematische Haltestellen

hinweist. Das gilt insbesondere an Haltestellen

vor Kindergärten und Schulen sowie

in Tempo 30-Zonen, um die ein- und

aussteigenden Fahrgäste auf der Straße vor

Gefahren zu schützen.

Vor der Eröffnung der ersten Buslinie,

die im Dezember 1929 vom Hauptbahnhof

über den Rosenplatz zur Meller Straße

führte, gab es keine Bushaltestelle

in Osnabrück. Bis heute ist ihre Zahl

auf rund 4.000 Haltepunkte in der gesamten

Verkehrsgemeinschaft Osnabrück

angewachsen, davon liegen über

800 im Stadtgebiet und in Belm. | RED

1960:

Endstation

L1 HBH "

"

Hält ein Bus mit eingeschalteten

Warnblinkern an einer Haltestelle,

dürfen andere Autofahrer laut

Straßenverkehrsordnung „nur mit

Schrittgeschwindigkeit und in einem

solchen Abstand vorbeifahren,

dass eine Gefährdung von Fahrgästen

ausgeschlossen ist“ (§ 20

Abs. 4 StVO). Das gilt auch für den

Gegenverkehr auf derselben Fahrbahn.

Wenn nötig, müssen die

Fahrzeuge sogar warten.

1930:

Haltestelle

Zur Spitze "

"

Rißmüllerplatz © Stadtwerke Osnabrück AG; Endstation © Dr. Günter Böckmann; Haltestelle zur Spitze © Frankenberg Sammlung

20


WIRTSCHAFT & TECHNIK

Wie kaufkräftig

ist die Region?

Einmal im Jahr veröffentlicht die IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim den sogenannten

Einzelhandelsatlas, um aktuelle Erkenntnisse über die Attraktivität der Kommunen und die Kaufkraft

der Bürgerinnen und Bürger zu gewinnen.

Shopping-Bild © Osnabrück-Marketing und Tourismus GmbH

2015 war demnach ein gutes Jahr, denn

durch steigende Einkommen wuchs

die einzelhandelsrelevante Kaufkraft

der Menschen auf knapp sechs Milliarden

Euro. Davon profitierte natürlich

auch der Einzelhandel der Region, der

mehr als 5,5 Milliarden Euro umsetzen

konnte.

15 Kommunen banden die Kaufkraft

der eigenen Bevölkerung, aber auch die

Schönen

Feierabend!

von auswärtigen Besuchern. Das galt

besonders für die Mittelzentren und das

Oberzentrum Osnabrück, das rund 300

Millionen Euro von außerhalb binden

konnte. Gleichzeitig verlor die Region

aber auch 400 Millionen Euro an andere

Handelsstandorte oder Vertriebskanäle

im Online-Bereich.

„Der Wettbewerbsdruck im Einzelhandel

bleibt hoch, auch aufgrund des stetig

BLAUE STUNDE

steigenden Online-Handels. Auf die Veränderungen

der Strukturen müssen Unternehmen

wie Kommunen planvoll reagieren“,

bilanzierte Eckhard Lammers,

IHK-Geschäftsführer für den Bereich

Standortpolitik. | RED

Jeden Donnerstag von 17.30 bis 19.30 Uhr

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In entspannter Atmosphäre den Tag ausklin-

gen lassen, interessante Menschen treffen,

Bekanntschaften pflegen und neue Kontakte

knüpfen.

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21


WIRTSCHAFT & TECHNIK

Wie können Unternehmen

Flüchtlinge integrieren?

Viele Osnabrücker Unternehmen sind bereit, geflüchteten

Menschen eine Berufsperspektive in der Region zu geben,

meint Martin Schlichter, Präsident der Industrie- und Handelskammer

Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim.

Allerdings wüssten viele noch nicht genau, „wie man

Integration ganz praktisch und erfolgreich umsetzt“. Das

Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ soll diese

Lücke nun schließen.

Das Projekt wurde vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag

und vom Bundeswirtschaftsministerium initiiert und hat bereits

Interessenten aus der Region gefunden. Zu den hiesigen Gründungsmitgliedern

gehören Unternehmen wie die Akademie Überlingen N. Glasmeyer

GmbH, die Bernard Krone Holding GmbH & Co. KG, die Meyer

& Meyer Holding GmbH & Co. KG oder die Q1 Energie AG.

Das Netzwerk informiert seine Mitglieder zum Beispiel in Veranstaltungen

und via Internet kostenlos über die nicht immer leicht

verständlichen rechtlichen Vorgaben. Hier gibt es aber auch Hinweise

zu Integrationsinitiativen sowie praktische Tipps zur Ausbildung

und Beschäftigung von Flüchtlingen, zu Deutschkursen und Fördermöglichkeiten

oder zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse.

Auf der Website www.unternehmen-integrieren-fluechtlinge.de sind

die wichtigsten Informationen des Netzwerkes gebündelt abrufbar. Bei

der IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim arbeitet man derzeit

am Aufbau eines regionales Arbeitskreises, der die Idee des

Netzwerks vor Ort verankern

soll. Es gibt bereits Beratungsangebote,

einen umfangreichen

Leitfaden (www.osnabrueck.

ihk24.de/standortpolitik/Arbeitsmarkt/Fluechtlinge-in-Ausbildung-und-Beschaeftigung-bringen)

und im Sommer auch ein

kompaktes Tagesseminar, in

dem alle wesentlichen Fragen

beantwortet werden, die sich

für Arbeitgeber aus der Anstellung

von Flüchtlingen ergeben.

„Außerdem wollen wir junge

Flüchtlinge mit Sprachkenntnissen

gezielt in Unternehmen vermitteln,

damit sie dort ein Praktikum,

eine Einstiegsqualifizierung

oder eine Ausbildung absolvieren

können“, sagt IHK-Referentin

Sonja Splittstößer.

Weitere Informationen über das

Netzwerk „Unternehmen integrieren

Flüchtlinge“ erteilt Frau

Splittstößer unter der Rufnummer

0541 / 353-495 oder per E-Mail

splittstoesser@osnabrueck.ihk.de.

| TS

FORSCHUNGSPROJEKT

ZUR INTEGRATION

Die Frage, wie Flüchtlinge

in der Region erfolgreich

integriert werden können,

beschäftigt aktuell auch ein

Forschungsprojekt der Hochschule

Osnabrück.

16 Studierende erarbeiten

in einem Seminar, das von

Osnabrücker Wissen“ begleitet

wird, eine Übersicht

zur aktuellen Situation. Die

wichtigsten Ergebnisse veröffentlichen

wir in der nächsten

Ausgabe, die im Juni 2016

erscheint.

Haben Sie bereits wichtige

Erfahrungen zum Thema

zu berichten oder auch Interesse

an den Ergebnissen?

Dann melden Sie sich

gerne unter: redaktion@

osnabruecker-wissen.de

Bild "Arbeit für Flüchtlinge" © Coloures-pic, fotolia.de

22


WIRTSCHAFT & TECHNIK

WIE LACKIERT MAN EIN FLUGZEUG?

Germania-Flieger © Karsten Kiessling; alle anderen Bilder © FMO Flughafen Münster/Osnabrück

Flugzeuge bekommen nicht mehr nur zu Wartungszwecken einen neuen

Anstrich. Sie werden außerdem häufig zum fliegenden Werbeträger der

Markenbotschaften ihrer jeweiligen Airline oder sogar komplett von außen

mit einem Motiv versehen. Egal ob orange, rot oder grün - oft erkennt man

die Airline eines Flugzeugs schon an der Farbe.

Neben Flugzeugen, die wie Züge, Taxis

oder eine Gummibärentüte aussehen,

ist im Moment am Flughafen Münster/

Osnabrück eine sehr auffällige Boeing

737-700 der Fluggesellschaft Germania

zu sehen: Zum 30-jährigen Firmenjubiläum

wurde die Maschine nicht nur fast

komplett in ein sattes Grün getaucht,

sondern auch mit einem Jubiläumslogo

auf dem Seitenruder versehen, das sich

vor dem Dunkelgrün des Rumpfes abhebt.

Darauf „fliegen“ viele kleine Flugzeuge,

die aus einer hellgrünen Folie

darüber geklebt sind. Als oberste Schicht

schließt ein Klarlack das Motiv ab,

auch um den Luftwiderstand möglichst

gering zu halten.

Eine Flugzeuglackierung ist sehr

aufwendig und erfolgt in mehreren

Arbeitsschritten. Zuerst muss das Flugzeug

abgeklebt und vorbereitet werden.

Dann wird die alte Farbe entfernt und

die Oberfläche abgeschliffen, wie bei

allen anderen Malerarbeiten zu Hause

auch. Dann wird eine weiße Grundierung

aufgetragen, bevor alle weiteren

Farbschichten schrittweise hinzukommen.

„Für die Jubiläumsmaschine der

Germania haben unsere Mitarbeiter

acht Tage lang in 1.000 Arbeitsstunden

rund 200 Liter Basisfarbe sowie weitere

100 Liter Aktivatoren und Härtemittel

verarbeitet“, erklärt Arran Ganner,

Herstellungsleiter bei EMA Air Livery.

In den nächsten eineinhalb Jahren

ist die Maschine am Flughafen

Münster/Osnabrück

immer wieder auf ihrer

Abschiedstournee zu sehen,

bevor sie dann endgültig außer

Dienst genommen wird.

Die Chancen, vielleicht sogar

in der Jubiläumsmaschine in

den Sommerurlaub nach

Málaga, Varna,

Burgas, Adana,

Mallorca und Ibiza

sowie zur griechischen Ferieninsel

Rhodos starten zu können,

stehen also gut: Ab diesem Jahr sind

wöchentlich 19 Starts und Landungen

der Fluggesellschaft Germania zu diesen

neuen und vielen anderen beliebten

Ferienzielen rund um das Mittelmeer,

das Schwarze Meer und die Kanarischen

Inseln geplant. | MJ

23


HOCHSCHULE & KARRIERE

WER BAUT DIE GRÖSSTEN

BIOGASSPEICHER DEUTSCHLANDS?

- Anzeigen-Sonderseite -

BIOENERGIE GILT ALS EINE DER WICHTIGSTEN ZUKUNFTSTECHNOLOGIEN, DA SIE SOWOHL EINE

BEDARFSGERECHTE STROMERZEUGUNG ALS AUCH EINE INTELLIGENTE WÄRMENUTZUNG ERMÖGLICHT.

EIN INGENIEURBÜRO AUS OSNABRÜCK STÖSST MIT EINEM REKORDVERDÄCHTIGEN PROJEKT NUN IN

NEUE DIMENSIONEN VOR.

Die energethik ingenieurgesellschaft, die

ihren Sitz im Innovationszentrum Osnabrück

hat, arbeitet an der Modernisierung

einer Biogasanlage in Bad Salzdetfurth,

die bis jetzt im Dauerbetrieb

eingesetzt wurde. Durch

eine Flexibilisierung

der Anlage entstehen

kostengünstige und

ökologische Spitzenlastkraftwerke,

die einen

wichtigen Beitrag zur dezentralen

Energiewende leisten.

Die energethik errichtet in Bad Salzdetfurth

den größten bisher gebauten Biogasspeicher,

der mehr als 10.000 m³ fasst.

Außerdem entstehen hier die beiden größten

mit Biogas betriebenen Blockheizkraftwerke

Deutschlands, die eine elektrische

Leistung von 1.200 kW (1.631 PS)

bzw. 2.000 kW (2.719 PS) erreichen.

„Mit den neuen Blockheizkraftwerken

können wir die tägliche Stromerzeugung

der bestehenden Anlage in wenigen Stunden

genau dann produzieren, wenn ein

hoher Strombedarf besteht und Sonne

und Wind nicht ausreichen. Darüber hinaus

können wir im Winter mehr Strom

produzieren als im Sommer und damit die

ebenfalls anfallende Wärme noch effektiver

im bereits angeschlossenen Solebad

verwerten. Zu guter Letzt reduziert sich

sogar noch der Substrateinsatz, weil die

neuen Heizkraftwerke effizienter sind als

die alten“, erklärt Robert Wasser, Geschäftsführer

der energethik ingenieurgesellschaft.

Technisch betrachtet arbeitet die

flexible Biogasanlage genauso wie

eine überdimensionierte Batterie

für Strom und Wärme. Sie sorgt

dafür, dass die Energie dann vorhanden

ist, wenn man sie braucht.

Um zumindest auf der Stromseite den

gleichen Effekt zu erzielen, müssten mehr

als 400 Haushalte mit 100 Kilogramm

schweren Batterieanlagen ausgestattet

werden. Stattdessen benötigt die flexible

Biogasanlage "nur" einen zusätzlichen Biogas-

und Wärmespeicher sowie zusätzliche

Blockheizkraftwerke. Sie kann damit

die benötigte Flexibilität für die Energiewende

deutlich kostengünstiger bereitstellen.

| RED

24


HOCHSCHULE & KARRIERE

HOCHSCHULE & KARRIERE

Blockheizkraftwerk (oben); Biogasanlage (unten) © Energethik Ingenieurgesellschaft mbH / Bild ICO © Innovationscentrum Osnabrück

+++ osna.com GmbH - Die Regman GmbH, u.a. Herausgeber der

Website „www.HASEPOST.de“ firmiert ab sofort als osna.com

GmbH. Mit der Umfirmierung soll auch der regionale Bezug des

Unternehmens dokumentiert werden. Der knackige Domainund

Firmenname osna.com ist bereits seit 20 Jahren in Besitz

des Unternehmensgründers Heiko Pohlmann. +++ ICO InnovationsCentrum

Osnabrück – Einladung zum ICO-Breakfast am

19. April 2016 im ICO. Sie haben bei einem Frühstücksbuffet

in lockerer Atmosphäre die Gelegenheit einem Vortrag zum

Thema „Crowdfunding“ zu lauschen und Kontakte zu knüpfen.

Weitere Infos und Anmeldung unter: www.innovationscentrum-osnabrueck.de/ico/veranstaltungen

+++ Motion Media GmbH

- Kick-Off! Die virtuelle Touren Websoftware Immo-Tours der

ICO ansässigen Firma Motion Media GmbH geht an den Start.

Weitere Infos unter www.immo-tours.com +++ Energethik

Ingenieurgesellschaft mbH – Am 03. März 2016 nahm die Firma

am Strong Viking Obstacle Run in Fürstenau teil. Bei dem Lauf

geht es darum, Hindernisse als Team gemeinsam zu meistern.

+++ ICO InnovationsCentrum Osnabrück - Der Termin für die

nächste Prototypenparty steht fest: 26.05.2016 im ICO. Auf der

Party werden Prototypen von Produkten und Dienstleistungen

in einer zwanglosen Atmosphäre vorgestellt und getestet. www.

prototypenparty.com +++ BK Process Engineering GmbH – Seit

dem 01.02.2016 ist die Firma neuer Mieter im ICO. Sie bieten

Produkt- und Prozessoptimierung mittels Strömungssimulation

an. www.bkcfd.de

Kontakt

ICO InnovationsCentrum Osnabrück GmbH

Albert-Einstein-Straße 1

49076 Osnabrück

fon +49 541 202 80 - 0

info@innovationscentrum-osnabrueck.de

www.innovationscentrum-osnabrueck.de

L

25


HOCHSCHULE & KARRIERE

Wie gründerfreundlich ist Osnabrück?

Mit dieser Fragestellung beschäftigten sich im Wintersemester 2015/16

acht Studierende der Hochschule Osnabrück in Zusammenarbeit mit

der Wirtschaftsförderung Osnabrück (WFO) und „Osnabrücker Wissen“.

Dabei untersuchten sie die Motive der Jungunternehmer sowie Chancen

und Risiken für Gründer in der Region. Die Ergebnisse wurden abschließend

im Innovationscentrum Osnabrück vorgestellt.

Die Studenten führten zunächst Interviews mit

Gründerhelfern - wie zum Beispiel der IHK, der

Handwerkskammer, dem Gründerhaus und der

WFO. Anschließend wurden Gründer

und Start-ups aus den Bereichen

„Gründungen aus Hochschulen“, „Unternehmungen

aus Handwerk, Industrie

und Handel“ sowie „Freiberufler“

(Ärzte, Berater, Kreative) befragt. Aus

den Fragestellungen „Welche Arten

und konkreten Angebote gibt es für

Gründer in Osnabrück?“ und „Was

fehlt oder könnte aus Sicht der Gründer

verbessert werden?“ wurden positive

und negative Kritiken gesammelt. Zudem

entwickelten die Studenten Verbesserungsvorschläge,

wie man die Gründerlandschaft in

Zukunft attraktiver gestalten kann. Einer der Kritikpunkte

der befragten Gründer war die fehlende

konkrete Hilfe beim Ausfüllen von

Fördermittelanträgen. Außerdem gibt

es aus ihrer Sicht keine kostengünstige,

fachspezifische Beratung (Steuerrecht,

Wirtschaftsrecht etc.). Ein weiterer negativer

Aspekt sei das geringe Angebot

an monetären Mitteln in Osnabrück,

auf welches die Gründer zurückgreifen

können und das Fehlen eines Netzwerks

unter jungen Gründern. Generell

sei die Selbständigkeit nicht selbstverständlich

genug.

Im Gegensatz dazu wurden auch viele

positive Aspekte von den Gründern

genannt, so etwa das große und vielfältige Hilfsangebot

der Gründerhelfer (IHK, WFO etc.), auf das

die jungen Unternehmer bereits in der Frühphase

ihres Gründungsprozesses zurückgreifen können.

Außerdem habe Osnabrück im Vergleich zu anderen

Großstädten wie Hamburg, Berlin oder Köln

geringe Mieten für Büro- und Arbeitsräume.

Wie können die Rahmenbedingungen

für Gründungen verbessert werden?

Nachdem alle Interviews mit den Gründern und

Start-ups ausgewertet wurden, entwickelten die

Studenten Vorschläge, wie man die Gründerlandschaft

in Osnabrück verbessern und attraktiver

gestalten könnte. Ein Ansatzpunkt wäre

die Aufnahme von Seminaren in das Programm

der Gründerhelfer, bei dem wesentliche Inhalte

von Anträgen individuell besprochen werden.

Sprechstunden und eine „Hotline“ mit Steuerberatern,

Anwälten und anderen Experten, wie

zum Beispiel aus Marketing oder Controlling,

würden die Gründer bereits frühzeitig beim Gründungsprozess

unterstützen. Eine Veranstaltung

(Business-Jam-Abend mit Gründern und Investoren),

die nach Branchen gegliedert ist und bei der

interessierte Risikokapitalgeber erste Kontakte

mit den zukünftigen Gründern knüpfen können,

könnte den Jungunternehmern den Einstieg in die

Selbstständigkeit vereinfachen. Ebenfalls auf der

Vorschlagsliste: Ein Stammtisch, an dem Gründer/

Start-ups sich einmal in der Woche oder einmal im

Monat austauschen und voneinander

profitieren.

Außerdem müsse die Kommunikation

bzw. die Auseinandersetzung

mit dem Thema „Gründer“ in Schule,

Hochschule oder Universität verbessert

werden, meinten die Studierenden.

Es sollten mehr Informationsveranstaltungen

im und vor dem Studium

angeboten werden, zudem Seminare

oder Wahlpflichtmodule, in denen die

Studenten einen ersten Überblick zum

Thema Gründen bekommen. Der „Gründerzünder“,

eine Broschüre, die als Gründerhelfer in Stadt

und Landkreis Osnabrück dienen soll, wurde von

der großen Mehrheit der Befragten nicht wahrgenommen.

Der Inhalt müsste deutlicher

markiert werden, damit der zukünftige

Gründer ihn sofort erkennt.

Wie gründerfreundlich ist Osnabrück

nach Betrachtung dieser Aspekte

jetzt eigentlich? Die Bedeutung von

Neugründungen wird erkannt und

die Stadt ist generell aufgeschlossen

gegenüber diesem Thema. Es gibt eine

große Angebotsvielfalt für Gründer.

Sie muss aber noch besser kommuniziert

und vermarktet werden. Außerdem

gilt es, die Netzwerkmöglichkeiten

weiter auszubauen. | SP

Fotos Abschlusspräsentation © Jana Lange, www.jana-fotografiert.de

26


HOCHSCHULE & KARRIERE

Mitarbeiter © Rawpixel.com, fotolia.de / Daniela A. Ben Said © Quid agis GmbH

Die Osnabrückerin Daniela A. Ben Said arbeitet seit fast 20 Jahren als Business-Trainerin,

Key-Note Speakerin und Coach. Sie hat mehrere Bücher geschrieben und mit „Quid agis*“

1998 ein eigenes Weiterbildungsinstitut gegründet. Neben ihren Kernthemen Kundenbindung

und Mitarbeiterführung beschäftigt sie sich unter dem Stichwort „Diversity“ auch mit

interkultureller Kommunikation und der Integration verschiedener Gruppen in Unternehmensprozesse.

Daniela A. Ben Said wurde 2008 mit dem Coaching Award und 2014 vom Magazin

Wissen + Karriere“ mit dem Titel „Female Speaker of the Year 2014“ ausgezeichnet.

Diversity bedeutet Verschiedenartigkeit, Vielfalt und

Vielseitigkeit in einer Gruppe, zum Beispiel in der

Belegschaft eines Unternehmens. Unterschiede in

Geschlecht, Herkunft, Alter, Hautfarbe oder Religion

können bereichernd, belebend und erfolgsstiftend

wirken.

Statt Unterschiede und Verschiedenartigkeit mit

Begriffen wie „unbekannt“, „fremd“ oder gar „befremdlich“

zu belegen, zielt der Begriff Diversity auf

das Positive von Vielfalt ab. Ist das Wunschdenken

und graue Theorie oder bietet Diversity tatsächlich

einen Mehrwert? Selbstverständlich meint Diversity

nicht das Zusammenwürfeln nach dem Zufallsprinzip.

Diversity setzt bei den Führungskräften entsprechendes

Management-Know How und strukturiertes,

planvolles Handeln voraus. Ein schönes

Etikett ist noch lange kein Konzept. Das haben wir

zum Beispiel bei der Frauen-Quote, der Multi-Kulti-

Gesellschaft oder der Inklusion erfahren. Erst

wenn Ideen gelebte Wirklichkeit werden und allen

Beteiligten erkennbaren Nutzen bringen, sind sie

zukunftsfähig.

Diversity beginnt im Kopf jedes einzelnen

Menschen! Jeder muss sich also fragen:

• Wie offen bin ich für Neuerungen?

• Wie gehe ich mit meinen eigenen

(Vor-)Urteilen um?

• Wie tolerant und offen bin ich wirklich, wenn

jemand anders ist als ich: die Rollstuhlfahrerin,

die Mitarbeiterin mit Kopftuch, die ältere Person,

die nicht so versiert im Umgang mit den neuen

Medien ist, der Quereinsteiger, die alleinerziehende

Mutter oder der Kollege, der nach einem Burnout

an den Arbeitsplatz zurückkehrt ...?

Daniela A. Ben Said

27


Mit Glossolalia

in nur einer

Woche Spanisch*

lernen!

Sie wollen schnell und

effektiv in einer ganz

entspannten Atmosphäre

Spanisch lernen?

Mit der Lernmethode von

Glossolalia ist dies in kürzester

Zeit möglich, für Anfänger und

Fortgeschrittene.

Der Erfolg unserer Methode ist die von uns angewandte Praktik

der Suggestopädie und des Superlearnings in Kombination mit

einer speziell entwickelten Software.

Ihr ganz persönlicher Sprachkurs:

Wir kommen auch zu Ihrem Feriendomizil auf Mallorca!

Entscheiden Sie selbst über die Dauer Ihres Sprachkurses.

Wählen Sie zwischen einem 5-Tage-Komplett- oder Halbtageskurs

als Einzeltraining oder in Gruppen bis zu maximal 5

Personen.

So macht lernen Spaß! Wenden Sie Ihre neuen Sprachkenntnisse

doch gleich in Ihrem Urlaub in der Praxis an.

* oder auch Englisch und Russisch!

Was muss sich ändern?

Nichts kann bleiben, wie es ist, weil sich die Gesellschaften

vieler Länder in ihrer Zusammensetzung deutlich verändern.

Ein Beispiel: Im 20. Jahrhundert war der durchschnittliche

berufstätige Amerikaner ein 29 Jahre alter weißer Mann mit

Frau und Kindern. Im Verlauf des 21. Jahrhunderts wird der

durchschnittliche berufstätige Amerikaner eine über 40 Jahre

alte farbige Frau sein. Demografischer Wandel, Globalisierung

und weltweite Migration führen überall auf der Welt zu

gravierenden Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur.

Diese Veränderungen erzwingen in naher Zukunft Diversity

auch in den Betrieben.

Warum ist Vielfalt gut?

Es gibt einen guten Grund, schon jetzt freiwillig auf Diversity

zu setzen: Wir wissen aus vielen Studien, dass ein Team umso

effizienter und kreativer ist, je mehr unterschiedliches Wissen

und unterschiedliche Berufs- und Lebenserfahrung sich

positiv vereinen. Vielfalt in den Führungsetagen macht Unternehmen

nachweislich erfolgreicher! Entscheidend ist: die

Abkehr vom Defizitmodell und die Hinwendung zum Kompetenzmodell!

Das heißt, wir schauen nicht auf die Schwächen

des Einzelnen, sondern auf seine Stärken. Jeder Mensch hat

spezifische Fähigkeiten, welche für eine Gruppe bereichernd

wirken! Diversity heißt: „Lasst uns voneinander lernen und

nicht immer nur aufzeigen, warum etwas „etwas anderes“

nicht funktionieren kann!“

Gibt es konkrete Tipps für Unternehmer?

1. Analysieren Sie Ihre Produkte und Kunden. Dann sorgen

Sie durch unterschiedliche Testimonials dafür, dass die Produkte

auch die Vielfalt der Zielgruppe ansprechen. Findet der

Kunde in Ihrem Team sich und seine Wünsche wieder? Eine

30-jährige Frau weiß, was sich eine 30-jährige Frau wünscht.

2. Dimension Alter: Planen Sie rechtzeitige Übergaben

von älteren an jüngere Mitarbeiter und erhalten Sie die

Leistungsfähigkeit aller Beschäftigten möglichst lange aufrecht

(Work-Life-Balance, Lebenslanges Lernen…)

Ausschneiden & einlösen für einen

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Gültig für Gruppenkurse in Spanisch bis

zum 31. März 2017. Keine Barauszahlung.

Pro Person ein Gutschein einlösbar.

3. Dimension Herkunft: Sorgen Sie für Schulungen der interkulturellen

Kompetenz der Belegschaft. Pflegen Sie Kontakte

zu ausländischen Hochschulen (z. B. in den Bereichen IT und

Telekommunikation). Weiten Sie Ihre Werbung um Arbeitskräfte

in fremdsprachigen Medien, in digitalen Medien und

sozialen Netzwerken aus. Passen Sie das Kantinenangebot an

ausländische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an (auch bei

Betriebsfeiern) und stellen Sie neuen Mitarbeitern aus einem

anderen Kulturkreis einen erfahrenen Mitarbeiter zur Seite

um die Integration zu erleichtern.


Wie wertvoll ist Diversity?

Diversity ist sicher keine Wunderwaffe! Sie ist nicht die einzige

Strategie für mehr Erfolg, aber eine unverzichtbare. Das bestätigen

viele Ökonomen. Kommunikation und der Umgang mit

Diversity sind zentrale Ressourcen für die Arbeitswelt der

Zukunft, sagt Zukunftsforscher Matthias Horx. Talents, technology

und tolerance hat Prof. Richard Florida von der Universität Pittsburgh

als Strategien für Unternehmenserfolg ausgemacht.

HOCHSCHULE & KARRIERE

Knoten © freshidea, fotolia.de / Bücher © Quid agis GmbH

Diversity senkt die Personalkosten, weil die Mitarbeiter

motivierter sind, verhindert das Vergeuden von Talenten durch

Diskriminierung, sorgt für mehr Auswahl bei Neueinstellungen,

optimiert die Ansprache ganz verschiedener Kundengruppen

und macht international wettbewerbsfähiger. Diversity

ist aus moralischen Gründen geboten, aus juristischen Gründen

erforderlich und aus wirtschaftlichen Gründen sinnvoll. | DBS

Gemeinsam

mit Quid agis verlost

Osnabrücker Wissen

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HOCHSCHULE & KARRIERE

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Wer bietet Alternativen zu einer betrieblichen

Ausbildung im Medien- und Eventbereich?

Die Vorteile einer privaten Ausbildung liegen auf der Hand: In den IHK-zertifizierten Ausbildungen im

Medien-, Marketing- und Eventbereich der KOMM.AKADEMIE kommen die Dozenten selbst aus der

Praxis und vermitteln in qualitativ hochwertiger Lehre mit modernster Technik unter persönlicher Betreuung

ihre eigenen Erfahrungen aus dem Berufsleben.

„Durch die intensive Vermittlung von

Schulungsinhalten in den ersten zwölf

Monaten entstehen im 18-monatigen

Praktikum keine Berufsschulunterbrechungen“,

wie der Geschäftsführer

und bisherige Leiter der Macromedia

Akademie, Albrecht Schulze, erläutert:

„Im Anschluss an das Berufspraktikum

folgen weitere sechs Monate schulische

Ausbildung und die Vorbereitungen zur

Abschlussprüfung.“

Die Auszubildenden können sich so nicht

nur besser auf ihre Aufgaben konzen-

KOMM.AKADEMIE GmbH

Im Nahner Feld 1 · 49082 Osnabrück

Tel.: +49 (0) 541 582990-200

komm@komm-akademie.de

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trieren, sondern haben auch größere

Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Die Kosten

bleiben mit unter 500,- € pro Monat

für eine dreijährige Ausbildung überschaubar,

zumal im betrieblichen Teil

auch eine Vergütung gezahlt wird und es

zusätzliche Fördermöglichkeiten, wie das

Schüler-BAföG gibt. Je nach gewünschter

Zahlungsart, ob vorab oder halbjährlich,

sind zudem günstigere Konditionen

möglich.

Die KOMM.AKADEMIE ist die regionale

Nachfolgerin der bundesweit tätigen

Macromedia Akademie, die sich in den

letzten 20 Jahren als privater, überbetrieblicher

Medienausbilder bei Unternehmen

in der Wirtschaftsregion Osnabrück fest

etablieren konnte. Dadurch sind langjährige

Partnerschaften und Kooperationsmöglichkeiten

entstanden, von denen

die rund 100 eingeschriebenen Schülerinnen

und Schüler weiterhin profitieren

können. Hintergrund der Loslösung

ist laut des neuen Gesellschafters und

Akademiedirektors, Martin Kater, der

Wunsch, mehr Gestaltungsspielraum für

das lokale Akademiegeschäft zu haben:

„Unser Ziel ist es, die regionale Verzahnung

auszubauen, um hier mit einem

topaktuellen Aus- und Weiterbildungsangebot

den globalen Wandel der digitalen

Arbeitswelt zu begleiten.“ | RED

WISSEN KOMPAKT

Mögliche Fachrichtungen

Aktuell bietet die KOMM.AKADEMIE

vier verschiedene IHK-Ausbildungen

zu Veranstaltungs-, Sport- und Fitnesskaufleuten,

zum Kaufmann/-frau

für Marketingkommunikation sowie

zum Mediengestalter Digital und Print

an. Zusätzlich können in Lehrgängen

Zertifikate als Medien- und Eventassistent

erworben werden. Auch

berufsbegleitende Weiterbildungen

und spezielle Angebote für Osnabrücker

Unternehmen im Online und

Social Media Marketing, E-Commerce,

Web und Content Management sowie

zur Medienfachkraft Print und Design

oder Web sind hier möglich.

Bildmaterial © KOMM.AKADEMIE Osnabrück

30


NATUR & UMWELT

Geschichte(n) aus dem

Warum stranden Wale?

Hintergrund © Rainer Fuhrmann, Fotolia.de; Wal-Skelett & Gebäude © Museum Am Schölerberg

Die Pottwal-Strandungen zu Beginn des Jahres 2016 an den Küsten der Nordsee veranlassten die

Mitarbeiter des Museums am Schölerberg, sich einmal näher mit diesem Phänomen zu beschäftigen.

Hierfür wird ein wahrer Schatz aus der Sammlung ausgestellt: das Skelett eines im Juli 1984 auf

Norderney gestrandeten Schweinswals.

Diese eher kleinen Vertreter kommen als

einzige Wale vor den Küsten Deutschlands

natürlich vor. Pottwale hingegen

treten nur als Irrgäste in der Nordsee

auf. Dieser „Umweg“ bedeutet allerdings

nicht immer ihr Todesurteil. Einige

Tiere finden auch wieder in den offenen

Ozean zurück. Die Gründe dafür sind

bisher allerdings noch nicht vollständig

geklärt. Als „natürliche“ Ursachen werden

Krankheiten und Verletzungen

aufgeführt. Erstaunlicherweise können

auch Schwankungen im Magnetfeld

der Erde, ausgelöst durch eine erhöhte

Sonnenaktivität, ein Verirren der Wale

auf ihren Wanderungen in den Ozeanen

bedingen. Forscher gehen davon aus, dass

sich die Tiere an diesem Feld orientieren

und so sehr präzise durch die Meere

navigieren können, so als hätten sie einen

inneren Kompass.

Allerdings ist der Mensch durch seinen

Einsatz moderner Technologien und die

Umweltbelastung mit den verschiedensten

Schadstoffen eine nicht zu unterschätzende

Bedrohung. So gelangt jährlich

eine immer größere Menge an Müll und

chemischen Substanzen in die Ozeane.

Wale leben zumeist in Gruppen und

zeigen ein stark ausgeprägtes Sozialverhalten.

Innerhalb dieser sogenannten

Schulen verständigen sie sich mithilfe

von Schall, den sie ebenso für ihre Orientierung

nutzen. Durch die zunehmende

Lärmbelastung in den Meeren – verursacht

durch Schiffsverkehr, Bauvorhaben

in und an den Meeren, den Einsatz von

Echolotung bei U-Boot-Übungen und

seismologischen Untersuchungen mithilfe

von Schallkanonen – werden diese

empfindlichen Meeressäuger stark in

ihrem Verhalten gestört. Dies kann zum

Verlassen ihres natürlichen Lebensraumes,

Verletzungen am Gehör bis hin

zu ihrem Tod führen. Die Walvitrine

ist noch bis Ende Mai im Museum am

Schölerberg zu sehen. | NNi

Museum am Schölerberg

Natur & Umwelt -

Planetarium -

Umweltbildungszentrum

Klaus-Strick-Weg 10

49082 Osnabrück

Telefon: 0541 56003-0

Öffnungszeiten:

Montag: geschlossen · Dienstag: 9 bis 20 Uhr

Mittwoch bis Freitag: 9 bis 18 Uhr

Samstag: 14 bis 18 Uhr · Sonntag: 10 bis 18 Uhr

www.museum-am-schoelerberg.de

31


NATUR & UMWELT

- Teil 3 -

WAS KLAPPERT AM

RAUSCHENDEN BACH?

Die in dem um 1830 komponierten Kinderlied besungene Mühlenromantik kennt wohl fast jeder.

Dabei zeugen die drei Mühlen an der Nette von einem ganz anderen Aspekt des Lebens als Müller.

Knollmeyer’s Mühle, die Nackte Mühle und die Haster Mühle entstanden am Ufer der Nette, um sich die

Kraft des Wassers zu Nutze zu machen. Dies können große und kleine Besucher in der Sägemühle in

Haste auf eindrucksvolle Weise erleben.

Wer ist Chef an der Säge?

Wenn Wolfgang Runge, die Kinder nennen

ihn „Wolle“, die um 1900 gebaute und

1995 nach aufwendiger Sanierung wieder

in Betrieb genommene Sägemühle anstellt,

beginnt es im Gebälk der Mühle zu ächzen

und zu vibrieren. Gebannt hängen die

Kinder an Wolles Lippen und dürfen unter

seiner Aufsicht auch schon mal selbst den

Starthebel betätigen. In puncto Sicherheit

aber hat Chef Wolle, ein gelernter Sägemüller

aus dem Südharz, das Sagen.

Wieviel Wasser treibt die Säge an?

Die Säge wird nicht durch ein Mühlrad,

sondern durch eine Francis-Schachtturbine

angetrieben. Sie nimmt das Wasser

auf und treibt über große Lederriemen

die Säge an. Mit dem Umwelt- und Erlebnispädagogen

Kai Kaldrack dürfen die

Kinder einen Blick von oben in den Wasserzulauf

werfen. „Die Kinder sind jedes

Mal völlig überrascht, wenn ich ihnen

erzähle, dass dort jede Sekunde 446 Liter

Wasser durchrauschen – der Inhalt von

zwei Badewannen“, lacht Kaldrack.

Welche Kraft hat Wasser?

Sowohl im Mühlengebäude als auch auf

dem Außengelände finden interessierte

Besucher Schautafeln, die Geschichte und

Funktionsweise der Wassermühle sehr anschaulich

erklären. Die Kraft des Wassers

lässt sich aber natürlich am besten draußen

am „Buddelberg“ erleben. „Gemeinsam

lassen wir dort einen Fluss entstehen und

erleben die Kraft des Wassers“, sagt Lisa

Beerhues, Leiterin der Nackten Mühle.

Was passiert am Buddelberg?

Oben entsteht aus Steinen ein Gebirge,

in dem der Fluss seinen Anfang nimmt

(Quelle). Am Hang darunter wird eine

Folie ausgelegt, die dann mit Erde bedeckt

wird. Aus Holz, Steinen und anderen

Naturmaterialien bauen die Kinder ihre

Landschaft mit Bäumen, Sträuchern, Kirchen

und Wohnhäusern. Sind alle Kinder

mit dem Aussehen ihrer Landschaft zufrieden,

kommt das Wasser ins Spiel. „Die

Kinder holen das Wasser mit Gießkannen

aus der Nette und gießen es oben in die

Steine“, erzählt Beerhues. Über der Folie

tritt das Wasser dann irgendwann aus dem

Erdreich, bahnt sich seinen Weg durch die

Landschaft – und verändert sie dabei. Es

32

entsteht ein natürlicher

Bachlauf, ähnlich dem

der Nette. „Wir schauen

nach einer Stelle, an

der ein Wasserrad eingebaut

werden kann

– und bringen die aus

zwei Nägeln, einem

Korken und Schaufeln

aus einem Joghurtbecher

gebaute

Wassermühle in

Gang. Ein Supereinstieg

in das Thema

Wasserkraft“, findet

Beerhues. | YK

GS Lechtingen (Kinder), Wassermühlenmodell © Nackte Mühle

restliche Bilder © Yörn Kreib


„Ich hab ein Haus, ein kunterbuntes Haus! Ein Äffchen

und ein Pferd…“. Seit 47 Jahren reitet Pippi Langstrumpf über

die Leinwand, auf dem gepunkteten Pferd „kleiner Onkel“ und mit „Herrn Nilsson“ auf der Schulter.

Und wohl genauso lange hört man in Zoos vor den Anlagen der Totenkopfaffen begeisterte

Kinder rufen: „Guck mal, Herr Nilsson!“ – so auch im Osnabrücker Zoo vor dem Gehege der

Bolivianischen Totenkopfaffen, die im Südamerika-Areal leben. Ohne Astrid Lindgrens Kindergeschichte

„Pippi Langstrumpf“ hätten die kleinen Primaten wahrscheinlich nie so viel Bekanntheit erreicht – und das,

obwohl Herr Nilsson im Originalbuch eigentlich eine Meerkatze und kein Totenkopfaffe ist. Doch Meerkatzen

sind bedeutend weniger zutraulich und so war es für den Dreh einfacher, sich von einer Stockholmer

Familie einen Totenkopfaffen zu leihen.

Bilder © Zoo Osnabrück

Im Osnabrücker Zoo leben elf Bolivianische

Totenkopfaffen: drei Männchen, fünf

Weibchen und drei Jungtiere. Ihr dichtes

Fell ist an der Oberseite grau oder olivgrün

und Unterarme, Hände und Füße

sind orangegelb. Ihren Namen haben die

Primaten aufgrund ihrer weißen Gesichtszeichnung,

die einem Totenkopf ähnelt.

Von Kopf bis Fuß messen Totenkopfaffen

rund 25 bis 35 Zentimeter, dazu kommt

eine Schwanzlänge von 37 bis 46 Zentimetern.

Meist bewegen sie sich auf allen Vieren

vorwärts und sind dabei schnell und

geschickt – was ihnen ihren englischen

Namen „squirrel monkey“ („Eichhörnchen-Affe“)

eingebracht hat. Beheimatet

sind sie im westlichen Südamerika, wo sie

sich von Früchten und Insekten ernähren.

Beide Geschlechter der tagaktiven Affen

bilden eine eigene Rangordnung, außerdem

sind die Weibchen den Männchen

gegenüber dominant. Und so halten sich

diese eher am Rand der Gruppe auf.

Dicke Männchen bevorzugt?

In der Fortpflanzungszeit legen die Männchen

rund 20 Prozent ihres Körpergewichts

zu, das normalerweise bei bis zu 1

Kilogramm liegt. Weibchen bevorzugen

bei der Paarung das Männchen, das am

stärksten ist und am meisten zugenommen

hat. Die Weibchen tragen etwa 160 bis

180 Tage, bevor sie in der Regel ein Jungtier

gebären. Weibchen einer Gruppe bringen

annähernd zeitgleich ihre Jungen zur Welt.

Neugeborene Totenkopfaffen bringen ein

hohes Geburtsgewicht auf die Waage, das

bei 15 bis 20 Prozent des Gewichts der

Mutter liegt. Im Vergleich: Beim Menschen

wären das 7 Kilogramm und mehr. Die

ersten Wochen klammert sich das Jungtier

am Rücken der Mutter fest und rutscht nur

zum Säugen an den Bauch. Nach vier bis

sechs Monaten wird es dann entwöhnt.

Nach und nach erkunden die Kleinen

auf eigene Faust ihre Umgebung, immer

unter den wachsamen Augen der älteren

Weibchen. Anfangs kümmert sich nur die

Mutter um das Junge, später aber auch die

Tanten und älteren Weibchen oder die anderen

Mütter. Totenkopfaffen-Weibchen

zeigen ihren älteren Töchtern so, wie die

Jungenaufzucht funktioniert. Neben den

Menschen haben diese Primaten das am

stärksten ausgeprägte Spielverhalten. Das

ist auch im Osnabrücker Zoo toll zu beobachten,

wenn die drei Jungtiere kopfüber

an Seilen hangelnd Futter stibitzen, über

die Kletterseile wetzen oder hintereinander

her flitzen. Außerdem sind Totenkopfaffen

sehr kommunikativ: sie keckern,

zwitschern, bellen und schnurren. In Relation

zur Körpergröße haben Totenkopfaffen

innerhalb der Primaten außerdem

das größte beziehungsweise schwerste

Gehirn: Bei ihnen liegt dieses Verhältnis

etwa bei 1:17, bei Menschen bei rund 1:35.

Aber so faszinierend und süß Totenkopfaffen

sind – als Haustier eignen sich die

Primaten nicht, denn sie brauchen die Gesellschaft

anderer Artgenossen. Außerdem

rupfen sie mit ihren geschickten Fingern

alles Mögliche auseinander. Als die Serie

„Pippi Langstrumpf“ das erste Mal ausgestrahlt

wurde, gab es einen regelrechten

Totenkopfaffen-Hype und viele hielten die

Primaten dann tatsächlich als Haustier –

was die meisten sicherlich im Nachhinein

bereuten. | HR

33


Was strahlt am Himmel über Melle?

Wie das Foto von Oliver Schratz an

der Sternwarte in Melle am 17. März

2015 zeigt, sind auch am Himmel über

dem Osnabrücker Land hin und wieder

Polarlichter zu sehen. Sie werden auch

Aurora borealis genannt und entstehen,

wenn Stickstoff- und Sauerstoff-

atome der Sonne auf das Magnetfeld der

Erde treffen. Dies geschieht normalerweise

in der Nähe der beiden Erdmagnetpole,

die in etwa auch am geografischen

Nord und Südpol liegen.

Der Osnabrücker Landschaftsfotograf

geht nicht nur in aller Welt auf Motiv-

suche: Neben seinen Reisen, zum Beispiel

nach Island oder der norwegischen Inselgruppe

Lofoten, inspiriert ihn immer

wieder auch die Natur rund um Osnabrück

für neue Aufnahmen. | RED

www.blendeneffekte.de


MOMENTAUFNAHMEN

35


STADT- & LANDGESCHICHTEN

Wer zieht nach Osnabrück?

Lange Zeit sah es so aus, als ob die Bevölkerungszahl Osnabrücks mittelfristig

abnehmen würde. Doch 2015 kehrte sich der Trend um. Erstmals lebten über

165.000 Menschen in der Friedenstadt.

deutsch 61 %

syrisch 10 %

bulgarisch 4 %

165.626 Bürgerinnen und Bürger

zählte die amtliche Statistik zum

Jahresende 2015 – Osnabrück

hat damit mehr Einwohner als

jemals zuvor. „Dieses starke

Wachstum ist zum einen auf

eine deutliche Steigerung der

Zuwanderungen und zum anderen

auf die Einführung der

Zweitwohnsitzsteuer zurückzuführen“,

erklärte Oberbürgermeister

rumänisch 2%

polnisch 2 %

kosovarisch 2 %

irakisch 1 %

albanisch 1 %

türkisch 1 %

Wolfgang Griesert. Im vergangenen Jahr war die Zahl der

Zuzüge (15.252) und Wohnstatuswechsel (2.390) deutlich größer

als die der Fortzüge (11.345).

Knapp zwei Drittel der neuen „Hauptwohnsitz-Bürger“ besitzen

die deutsche Staatsangehörigkeit, an zweiter Stelle stehen Menschen

aus Syrien (1.476). Zuzüge gab es außerdem aus vielen europäischen

Ländern wie Bulgarien (614), Rumänien (348) oder

Polen (333), aus den krisengeschüttelten Staaten Irak (218) und

Afghanistan (149), aber auch aus China (152) oder dem Sudan

(100). | RED

chinesisch 1 %

afghanisch 1 %

italienisch 1 %

sudanesisch 1 %

übrige Staaten 12 %

Haus mit Schlüssel © marcus_hofmann, fotolia.de

WO KANN MAN DINOSAURIER FÜTTERN?

Das Museum am Schölerberg zeigt in der

Sonderausstellung „Tricture – Naturgeschichte

in 3D“ bis zum 13. November

2016 Pflanzen und Tiere aus über 460 Millionen

Jahren Erdgeschichte. Große und

kleine Besucher können die von Künstlern

handgemalten Bilder durch Posen und Fotoapparate

zum Leben rwecken. Denn die

imposanten dreidimensionalen Gemälde

vermitteln durch spezielle Perspektiven

und ihren Schattenwurf den Eindruck,

tatsächlich lebendig zu sein. So kann man

hier ausnahmsweise auch heute noch Dinosaurier

füttern, sich gegen Höhlenbären

wehren oder vor Wildschweinen flüchten.

Für die Reise in die Urzeit sollten unbedingt

Fotoapparate und Smartphones mitgenommen

werden, um viele schöne Erinnerungsfotos

zusammen mit Osnabrücks

Urzeittieren zu erhalten. | RED

Öffnungszeiten:

Dienstag: 9 bis 20 Uhr

Mittwoch bis Freitag: 9 bis 18 Uhr

Samstag: 14 bis 18 Uhr

Sonntag: 10 bis 18 Uhr

www.tricture.de

www.osnabrueck.de/mas

Bilder © privat

36


STADT- & LANDGESCHICHTEN

IN WELCHES MUSEUM

TRAUT SICH KEINE MAUS?

Mühlengeschichte war immer schon eine Geschichte der Mäusebekämpfung. Der Lechtinger

Windmühlenverein ist deshalb sehr glücklich, dass sein Mitglied Wolfgang Himmel einer

besonderen Sammelleidenschaft nachgeht: mit viel Liebe zum Detail hat er zum Schrecken jeder

Maus, die sich einmal hierher verirren sollte, in einem alten Transformatorturm ein Museum für

seine Mausefallensammlung eingerichtet. Hier können große und kleine Besucher den

menschlichen Erfindungsreichtum bestaunen, der bis heute durch den Kampf gegen die kleinen

Nahrungskonkurrenten freigesetzt worden ist.

Bilder Museum © Moritz Jacobsen / Mäuse © yevgeniy11, fotolia.de

Dabei war es eine große Herausforderung,

den sehr begrenzten Platz des Turms bestmöglich

auszunutzen. Kurzerhand wurde

einfach ein „Mausefallenpaternoster“

gebaut, an dem

die mörderischen Exponate

mit ihren unterschiedlichen

Fangapparaten, Tötungsvorrichtungen

und Abwehrmechanismen

betrachtet

werden können.

„So ist in unserem ‚Mäuseturm‘

sogar noch Platz

für die eine oder andere

Maus, die aber angesichts der über 100 Fallen

lieber Reißaus nehmen sollte“, scherzt

Wolfgang Himmel.

Welche Mausefalle

tragt Landesfarben?

Angefangen hat alles mit der handgefertigten

Mausefalle eines Klosterbruders

von der griechischen Insel Kreta. Seitdem

bringt der Sammler immer mal wieder ein

Exemplar von seinen Reisen aus der ganzen

Welt mit. Dabei sind mittlerweile auch

Rattenfallen aus Japan und China, eine

schwedische in den Landesfarben blau und

gelb oder auch die besonders teuflische

„Lucifer“ aus Frankreich: In dieser Würgefalle

muss die Maus einen gespannten Faden

selbst durchbeißen, um an den Köder

zu gelangen. Leider ist das auch ihr Todesurteil,

weil die Falle dann zuschnappt.

Dabei empfiehlt der passionierte Fallensammler

seinen Besuchern ausschließlich

Lebendfallen zu verwenden: „Das ist nicht

nur besser für die Mäuse, sondern auch

für viele andere Tiere in der Natur. Denn

Mäuse stehen zum Beispiel bei Eulen oder

Greifvögeln auf dem Speiseplan.“ Einmal

gefangene Mäuse sollte man aber erst mit

einem Kilometer Abstand wieder aussetzen.

Sonst kann es passieren, dass sie am

nächsten Tag wieder in der Falle sitzen. Das

hat der Experte selbst ausprobiert, indem er

gefangene Mäuse mit Lippenstift markiert

hat. Mit Rosinen als Köder sollte das Mäusefangen

auf jeden Fall klappen – die mögen

Mäuse noch lieber als Käse oder Speck.

Das Mausefallenmuseum kann von

April bis Oktober an jedem 1. Sonntag im

Monat von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr sowie

auch nach vorheriger Absprache besichtigt

werden. Die Mühle und der Mühlenladen

sind zusätzlich ganzjährig jeden Samstag

von 10.00 bis 12.00 Uhr geöffnet.

sind außerdem der Deutsche Mühlentag

am 16. Mai 2016 (Pfingstmontag) und der

Mühlenmarkt am 11. September 2016 zum

Tag des offenen Denkmals. | MJ

Kontakt:

Verein Windmühle Lechtingen e.V.

Mühlenstraße 41 | 49134 Wallenhorst

Mail: info@windmuehle-lechtingen.de

www.windmuehle-lechtingen.de

Anleitung für eine Lebendfalle:

1. Ein hohes Gefäß mit glatten

Wänden verwenden, beispielsweise

einen Tonkrug oder einen Eimer.

2. Eine Leiter für die Mäuse

aufstellen, damit sie oben auf das Gefäß

klettern können oder das Behältnis

im Boden versenken.

3. Einen Deckel aus Papier über die

Öffnung spannen und in der Mitte

kreuzweise, nicht ganz bis zum Rand,

einschneiden.

4. Ein paar Rosinen als Köder in das

Gefäß legen.

5. Jetzt muss die Falle täglich

kontrolliert werden,

damit die gefangenen

Mäuse schnell

und am besten

mindestens einen

Kilometer entfernt in

der Natur wieder frei gelassen

werden können.

Veranstaltungshöhepunkte des Vereins

Windmühle Lechtingen e.V. in diesem Jahr

Viel Erfolg!

37


Foto von der Ausgrabung

des Heilig-Geist-Hospitals

Was suchten Jakobspilger im

mittelalterlichen Osnabrück?

Seit über 1.000 Jahren genießt der Ort Santiago de Compostela in Nordspanien unter den europäischen

Christen ein besonders hohes Ansehen. Hier führte die angebliche Entdeckung des Apostelgrabes von Jacob

dem Älteren im 9. Jahrhundert zu einem wahren Boom an Pilgerreisen, der im 15. Jahrhundert seinen

Höhepunkt erreichte. Doch schon kurze Zeit später kam es in Folge der Reformation sowie den kriegerischen

Auseinandersetzungen des 16./17. Jahrhunderts zu einem drastischen Rückgang der Pilgerzahlen.

Erst Ende des 20. Jahrhunderts,

so auch 1987

nach einem Aufruf

des Europarats zur

Erforschung und

Pflege des europäischen

Pilgerwesens,

setzte in weiten

Teilen Europas eine

Wiederbelebung dieser

drittwichtigsten christlichen

Fernwallfahrt (nach

den Wallfahrten nach

Rom und Jerusalem)

ein. Der „Jakobsweg“

zog 2014 fast

238.000 Menschen

in seinen Bann.

Gezählt wurden alle,

die wenigstens 100 km

des Hauptweges zu Fuß

zurückgelegt haben.

Warum ist das

Pilgern so populär?

Unter den vielen Möglichkeiten, seine tiefe

Verbundenheit mit der christlichen Religion

zu zeigen, nimmt der unmittelbare Kontakt

zu den Heiligen einen außerordentlich

hohen Stellenwert ein. Da auch das Leben

dieser Symbolfiguren endlich war, die Verehrung

aber andauern sollte, wurden deren

sterbliche Überreste oder andere wichtige

materielle Zeugnisse zu Reliquien (von lat.:

reliquiae = Zurückgelassenes, Überbleibsel)

erklärt und damit zum Gegenstand der

Verehrung. Je bedeutender diese Reliquien,

desto größer war der Zuspruch von Seiten

der Gläubigen. Daher gab es unter den

vielen mittelalterlichen Kirchen, die über

keine eigenen hochrangigen Heiligen verfügten,

auch ein starkes Bemühen um besonders

populäre Reliquien wie z. B. einen

Splitter vom Holzkreuz der Jesus-Kreuzigung.

Dabei ergaben sich gelegentlich

durchaus fragwürdige Behauptungen wie

z. B. in der nordspanischen Stadt Santiago

de Compostela, in der im 9. Jahrhundert

vor Ort entdeckte Skelettreste zu Überresten

des Apostels Jakob d. Ä. erklärt wurden.

Für die christliche Welt des Mittelalters

war dies eine Sensation und wurde durch

entsprechend hohe Teilnehmerzahlen an

den Pilgerreisen gewürdigt.

Wo verlief im Mittelalter der

Jakobsweg?

Wer in Spanien nach dem Jakobsweg fragt,

bekommt die Antwort: „Der Weg beginnt

an Ihrem Haus“. Ähnlich könnte die Antwort

auch in fast allen anderen Teilen Europas

lauten, denn einen exakten Wegeverlauf

gab es nicht. Nur der letzte Abschnitt der

Pilgerreise, der auf dem nordspanischen

„camino de santiago“ parallel zum Hauptkamm

der Pyrenäen verlief, war genau

festgelegt. Fernpilger aus dem nördlichen

Mitteleuropa benutzten im Mittelalter zunächst

allgemeine Handelsrouten, soweit

sie in Richtung Köln, Aachen oder Trier

führten. Von dort aus ging es weiter bis zu

einem der vier offiziellen Hauptzubringer

in Frankreich, die im Norden in Paris und

im Süden in Arles in Südfrankreich.

Die große Beliebheit der Fernwallfahrt

nach Santiago de Compostela führte dazu,

dass es über ganz Mitteleuropa verteilt eine

extrem hohe Zahl an offiziellen Einkehrorten,

Rastplätzen und Kapellen für Jakobspilger

gab. Sie trugen als Zeichen ihrer

Bestimmung eine vereinfachte Darstellung

der Jakobsmuschel, ähnlich dem heutigen

Logo der Mineralölfirma Shell. Mit diesem

Symbol wurden zugleich auch bestimmte

Wegeabschnitte gekennzeichnet. Insgesamt

entstand dadurch der Eindruck, es

gäbe auch außerhalb Nordspaniens genau

festgelegte Pilger-Routen. Diese Vermutung

konnte jedoch nicht bestätigt werden.

Übrigens: Folgt man dem kürzest möglichen

Wegeverlauf von Osnabrück nach

Santiago de Compostela, beträgt die Streckenlänge

etwa 2.200 km.

Gab es auch in Osnabrück

bedeutende Pilgerstätten?

Genau wie heute bemühte sich auch im

Mittelalter jede Stadt um einen möglichst

großen Zustrom an Reisenden. Dieses

38


STADT- & LANDGESCHICHTEN

Bilder © Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück

„Tourismusmarketing“ führte schon im

12./13. Jahrhundert zu „Reiseführern“, bzw.

zu Empfehlungen für Orte, die besonders

für Wallfahrer sehr attraktiv sind. In Osnabrück

war dies die Jakobskapelle. Im Zuge

der Ausgrabungen vor dem Bau der Altstadtgarage

an der Turmstraße im Jahre

2003 konnte ihr Grundriss vollständig

freigelegt werden. Sie entstand um 1295

als Nachnutzung der Kapelle des „Heilig-Geist-Hospitals“,

nachdem das Hospital

wegen der Seuchengefahr stadtauswärts

verlegt worden war. Der ursprüngliche

Krankensaal konnte als Herberge für die

Jakobspilger genutzt werden. Der gesamte

Gebäudetrakt wurde beim großen Stadtbrand

im Jahre 1612 vollständig zerstört

und danach nicht mehr aufgebaut. Noch

heute erinnert die in der Nähe befindliche

Jakobstraße an diesen Standort.

Vermutlich gehörte auch das 1307 erstmals

erwähnte „Heilige Grab“ in der Katharinenkirche

zu den attraktiven mittelalterlichen

Pilgerstätten in Osnabrück. Es dürfte

bereits um 1217 entstanden sein und lag

im Zentrum eines Oktogons, das sich etwa

dort befand, wo heute der mächtige Turm

in den Himmel ragt. Mit dem Oktogon,

einem Nachbau der Grabkirche von Jerusalem,

wollte man an die Teilnahme der

Osnabrücker Ritterschaft an einem Kreuzzug

ins Heilige Land unter Friedrich Barbarossa

erinnern.

Welche Ausrüstung

besaß ein Jakobspilger

im Mittelalter?

Die Ausrüstung eines mittelalterlichen

Wallfahrers

war im Vergleich zu

der eines heutigen Trekking-Wanderers

extrem

bescheiden. Wichtigste

Utensilien waren eine

robuste Kleidung, ein

breitkrempiger Hut, eine

Umhängetasche, eine

Trinkflasche aus Keramik

und ein Gehstock. Wichtigstes

Zeichen, um auf

sich aufmerksam zu machen,

damit ihn Wegelagerer

verschonen

und um in den

Pilgerherbergen

aufgenommen

zu werden, war

die Jakobsmuschel.

Sie wurde

deutlich sichtbar

an der Kleidung

(meistens am

Hut) oder auf

der Tasche getragen.

Bei den

Ausgrabungen

auf der Südseite

der Marienkirche

im Jahre 1985

wurde das Grab

eines Pilgers aus

dem 15. Jahrhundert

entdeckt, bei

dem die Jakobsmuschel

in Höhe

der Hüfte lag.

Vermutlich hatte

man ihm bei der

Beisetzung seine

Pilgertasche mit ins Grab gegeben.

Einer der bedeutendsten spätmittelalterlichen

Bildhauer Westfalens, der „Meister

von Osnabrück“ schuf mit einer hölzernen

Jakobsstatuette eine besonders anschauliche

Darstellung eines Jakobspilgers.

Das Kunstwerk ist heute im Osnabrücker

Diözesanmuseum

zu sehen.

Ist Pilgern heute

noch zeitgemäß?

In Deutschland steigerte

die Erzählung von Hape

Kerkeling aus dem Jahre

2006 „Ich bin dann mal

weg“ maßgeblich das Interesse

am Jakobsweg. Das

Buch belegte monatelang

Platz 1 der Bestseller-Listen

und ließ die Zahl der

deutschen Pilgerreisenden

gleich nach seinem Erscheinen

im Jahre 2007 von

8.000 auf 14.000 steigen.

Postadresse: Bierstraße 17/18 49074 Osnabrück

Tel. 0541-750 23 40 Fax 0541-20 20 622

zeitseeing@osnanet.de

www.osnabrueck-stadtfuehrungen.d e

Inh. Renate Frankenberg

Beispielhaft für viele andere Reisende beschrieb

Kerkeling aus seiner Sicht, wie es

einem heutigen Pilger ergeht, wenn er die

Mühsal einer mehrwöchigen entbehrungsreichen

und strapaziösen Wanderung auf

sich nimmt. Inzwischen gibt es eine große

Zahl an weiteren Büchern, die sich mit dem

gleichen Phänomen beschäftigen. Mal sind

es Reiseführer, mal historische Abhandlungen,

mal persönliche Erlebnisberichte.

In ihnen geht es sowohl um die Geschichte

des bekanntesten mittelalterlichen Pilgerweg

Europas als auch um die Frage, was

es heißt, wochenlang freiwillig auf die Annehmlichkeiten

und technischen Möglichkeiten

der modernen Freizeitgesellschaft zu

verzichten, den Launen der Natur ausgeliefert

zu sein und sich mit den Eigenarten

fremder Menschen befassen zu müssen,

mit denen man zufällig zur gleichen Zeit

auf dem Jakobsweg unterwegs oder auf

engstem Raum in den Herbergen zusammen

ist. Für viele macht genau das den besonderen

Reiz einer Pilgerfernwanderung

aus. Ob das im Mittelalter auch so war? | BZ

Holzstatuette des heiligen Jakobs

(Jakobus d.Ä.) aus der Werkstatt

des "Meisters von Osnabrück"

(ca. 1520)

39


STADT- & LANDGESCHICHTEN

Über welche Steine

stolpern Osnabrücker?

Christine Grewe

Christine Grewe ist Mitarbeiterin des Büros für Friedenskultur der Stadt Osnabrück. Zusammen mit ihren

Kolleginnen koordiniert sie verschiedene Projekte aus dem Bereich Interkultur oder Erinnerungskultur,

die den Anspruch an eine Friedensstadt mit Inhalt füllen sollen. Eines dieser Vorhaben geht in diesem

Jahr nun vorerst zu Ende.

OsWi: Was genau sind „Stolpersteine“?

Grewe: Es handelt sich um ein Projekt des

deutschen Künstlers Gunter Demnig, der

die Idee der Stolpersteine bereits in den

1990er Jahren entwickelte. Ziel ist, die Erinnerung

an die Verfolgung, Vertreibung

und Vernichtung der Juden, der Sinti und

Roma, der politisch Verfolgten, der Homosexuellen,

der Zeugen Jehovas und der Opfer

der Krankenmorde im Nationalsozialismus

lebendig zu erhalten. Um dem Leben

und Leiden dieser Menschen zu gedenken,

werden vor den ehemaligen Wohn- oder

Arbeitsstätten 10x10 cm große Betonquader

in den Boden eingelassen. Oben auf den

Steinen sind Messingplatten angebracht,

auf denen die Grundlebensdaten der Opfer

eingeschlagen sind. Die Steine enthalten

den Namen, das Geburtsdatum, den

Hintergrund und das Schicksal eines jeden

Menschen.

Mittlerweile werden die Stolpersteine

nicht nur in Deutschland verlegt, sondern

europaweit. Gunter Demnig und sein

Team können pro Monat max. 440 Steine

herstellen und verlegen, wobei der Künstler

bis auf einige Ausnahmen alle Steine selbst

verlegt.

Welchen Symbolcharakter haben

Stolpersteine und welche Botschaft

sollen sie der Nachwelt vermitteln?

Grewe: Die Idee hinter diesem Projekt spiegelt

sich im Namen selbst wieder. Dadurch

dass die Steine in den Boden

eingelassen sind, stolpert

man buchstäblich über sie.

Gleichzeitig hält man inne,

beugt sein Haupt nach unten

und zeigt somit Respekt gegenüber

den Opfern und einzelnen

Schicksalen. Die alltägliche

Begegnung mit diesen

Steinen macht uns bewusst,

wie wertvoll die Achtung der

Menschenrechte und die allgemeine

Toleranz in unserer

Gesellschaft ist.

Wie viele Steine gibt es

mittlerweile bei uns in Osnabrück?

Grewe: Das gesamte Projekt ist 2015

auf ca. 55.000 verlegte Steine in 17

europäischen Ländern angewachsen.

Allein in Deutschland beteiligten

sich bislang über 800 Kommunen

an dem künstlerischen Projekt;

Tendenz steigend. Aktuell gibt es

274 Stolpersteine in Osnabrück. Im

April 2016 wird es eine weitere

Verlegung geben.

Wie viel kostet ein Stein

und wie wird er finanziert?

Grewe: Ein Stein liegt mittlerweile bei 120

Euro. Dabei werden die Kosten von Paten

übernommen, welche sowohl aus dem privaten

als auch aus dem öffentlichen Bereich

stammen: Schulklassen, Vereine, Kirchengemeinden,

Osnabrücker Firmen, etc.

Welche Quellen haben Sie

für Ihre Arbeit genutzt

und wer war für die Recherche

zuständig?

Grewe: Wir haben in der

Hauptsache im Niedersächsischen

Landesarchiv

- Standort Osnabrückrecherchiert,

aber auch

zahlreiche Auskünfte aus

auswärtigen Archiven eingeholt:

Hauptstaatsarchiv

Hannover, Bundesarchiv

Berlin, Bundesarchiv

Koblenz, ITS - International Tracing Service

- Bad Arolsen, Bundesarchiv Militärarchiv

Freiburg, Gedenkstätten: Hadamar,

Neuengamme, Lüneburg etc. Die Recherchen

wurden größtenteils in ehrenamtlicher

Arbeit durchgeführt. Teilweise haben wir

bei auswärtigen Recherchen auch den Auskunftsdienst

der Archive genutzt oder die

Arbeit von vor Ort ansässigen, freiberuflichen

Historikern in Anspruch genommen.

Die Rechercheergebnisse werden durch ein

Gremium, das mit Historikern und fachlich

versierten Vertretern des Initiativkreises

Stolpersteine besetzt ist, überprüft. Erst

40


STADT- & LANDGESCHICHTEN

Christine Grewe © privat / restliche Bilder © Angela von Brill, Stadt Osnabrück

dann werden die Biografien für die Veröffentlichung

und eine Stolpersteinverlegung

freigegeben.

Wie ist die Resonanz der Osnabrücker

zum Thema Stolpersteine?

Grewe: Unterm Strich haben wir bislang

nur positives Feedback erhalten. Oftmals

erreichten uns so viele Anfragen bezüglich

der Übernahme von Patenschaften,

dass die zukünftigen Paten teilweise zwei

bis drei Jahre auf die nächste Verlegung

warten mussten. Diese Paten sind dann

u.a. auch verantwortlich für die Pflege

der Steine, was bislang reibungslos funktioniert.

Insbesondere bei jungen Menschen findet

das Projekt großen Anklang, angeregt

durch Schule oder Studium. Aber auch die

ausführliche Medienberichterstattung

über jeden verlegten Stein hat das historische

Bewusstsein der Osnabrücker weiter

gefördert.

Aber warum geht

das Projekt nun zu Ende?

Grewe: Als wir das Projekt hier in Osnabrück

gestartet haben, konnten wir auf

sehr viele bereits recherchierte

Ergebnisse zurückgreifen. Die

Stadt hat in den 1980er Jahren

eine Studie zur Geschichte der

Osnabrücker Juden in Auftrag

gegeben, worin die Einzel-

schicksale sehr umfassend erforscht

und zusammengetragen wurden. Des

Weiteren hatten wir zu dem Zeitpunkt

bereits Zugriff auf die Lebensläufe von

Euthanasieopfern und Osnabrücker

Sinti. Es fand ein enormer Forschungsschub

statt, insbesondere in Hinblick auf

Deserteure und politisch Verfolgte, aber

auch bezüglich anderer Opfergruppen.

Es haben sich im Laufe der Zeit immer

wieder neue Quellenbestände aufgetan,

deren Sichtung nun weitestgehend abgeschlossen

ist. Dennoch lassen sich leider

nicht alle Schicksale so weit recherchieren,

dass die Verlegung eines Stolpersteins

in Frage kommt. Daher wird dieses

Projekt 2016 vorerst für uns hier in Osnabrück

enden.

Wir behalten uns allerdings vor, bei neuen

relevanten Rechercheergebnissen jederzeit

auf die Stolpersteine zurückzukommen,

soweit der Künstler Gunter Demnig

dann noch das Projekt weiterführt

und Steine produziert. Im Übrigen steht

jeder einzeln verlegte Stein symbolisch

für zahlreiche andere Opfer, dessen Geschichte

wir (bisher) nicht kennen. | AW

Gratis-

Zustellservice!

Die nächste Ausgabe von

Osnabrücker Wissen

erscheint im Juni 2016.

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Redaktions- und Anzeigenschluss:

20. Mai 2016

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Telefon: 0541 / 440220 03

41


STADT- & LANDGESCHICHTEN

Ortsnamen im Osnabrücker Land (6)

Was trieb Biso in Bissendorf?

Einen Bissen für Papa, einen Bissen für Mama, einen Bissen für Biso... Moment, wer mag das gewesen

sein? Und was hat er mit dem Namen Bissendorf zu tun? Seine Spuren führen zum Sonnensee.

Wer heute Bissendorf besucht, findet im

Nordosten der Dionysiuskirche ein kleines

weiß verputztes Lehm-Fachwerkhaus. Es

ist vermutlich als Rest einer ehemaligen

großräumigen Wohn- und Wehranlage

aus dem 11. Jahrhundert stehen geblieben.

Dieses so genannte „Haus Bissendorf“

kann als Keimzelle des heutigen Ortes angesehen

werden. Bei den 2011 bis 2012 dort

durchgeführten Ausgrabungen fanden

Osnabrücker Archäologen heraus, dass der

alte Ortskern mindestens seit dem 8. Jahrhundert

kontinuierlich besiedelt gewesen

ist - und die Geschichte Bissendorfs somit

in die Zeit fällt, als Osnabrück gegründet

wurde. Der Name „Bissendorf“ wird

erstmals 1160 urkundlich erwähnt. Der

Name des Adelsgeschlechts der Ritter von

Bissendorf taucht dann 1182 auf. Sie sollen

sich nach dem Ort benannt haben, und der

lautete damals Bissenthorp. Aus derselben

Zeit ist der Bau der steinernen Saalkirche

mit Turm überliefert. Sie wurde nach ihrem

Schutzheiligen Dionysius benannt.

Woher kommt nun

der Name Bissendorf?

Leicht nachvollziehbar ist, dass es sich

hier um eine Siedlung handelt. Die

Bedeutung des Grundworts „-dorf“,

entwickelte sich aus thorp, thorpe und

dorp(e), wie der Heimatforscher Hermann

Jellinghaus schreibt. Daraus

lässt sich ableiten, dass bereits bei der

Entstehung des Ortsnamens eine Ansiedlung

vorhanden war. Den Überlieferungen

nach wohnte eine Gruppe

verwandter Menschen im „Tal des Sonnenbachs“,

also am heutigen Sonnensee. Das

Bestimmungswort des Ortsnamens mit der

Form „Bis(s)en-„ weist auf einen schwach

flektierten Personennamen hin. Nach den

Recherchen der Ortsnamens-Forscherin

Dr. Kirstin Casemir ist dieser Name mehrfach

in alter Zeit bezeugt. So lebte schon im

5. Jahrhundert in Thüringen ein Herzog

Biso und im 9. Jahrhundert der Paderborner

Bischof mit eben diesem Namen. Es

ist aber wohl auszuschließen, dass es hier

verwandtschaftliche Beziehungen gab, da

Bissendorf über eine Eigenkirche verfügte,

die im Bistum Osnabrück lag.

Die Bedeutung dieses althochdeutschen

Rufnamens ist bis heute nicht eindeutig geklärt.

Die Vermutung liegt aber nahe, dass

ein Mann namens Bis(s)o in dieser Sippschaft

tonangebend war. Somit haben wir

es in Bissendorf mit der „Siedlung des Biso“

zu tun. | EE

Bilder © Ebba Ehrnsberger

42


ESSEN & TRINKEN

Die Besten köche

der

region

präsentiert von

www.dransmann.com

Christian Meijer beim kochen © Jana Lange, jana-fotografiert.de / Bild Christian Meijer © medienpark-ankum.de

Wer kocht mit Lakritztagestes & tasmanischem Bergpfeffer?

In der neuen Rubrik „Die besten Köche der Region“ verraten Osnabrücker

Profi-Köche ab sofort ihre persönlichen Lieblingsrezepte, regionale

Geheimtipps und ihr reichhaltiges Expertenwissen. Den Anfang macht

Christian Meijer, der als erster auch seinen Nachfolger für die kommende

Juni-Ausgabe von Osnabrücker Wissen nominieren kann.

Christian Meijer ist vielen Osnabrückern

aus der Sendung „Wat cookst du?“ bekannt.

Seit dem Beginn seiner Lehre mit 15 Jahren

kochte Meijer unter anderem auf dem

Kreuzfahrtschiff „MS Hanseatic“ oder

als Experte für Kräuter auf Schloss Ippenburg.

Nach weiteren Stationen im Ess-

Theater oder im Walhalla sowie als Leiter

von zahlreichen Seminaren zum Thema

Kochen und Kräuter hat der 42-Jährige

jetzt im See+Sporthotel Ankum die Möglichkeit,

seine Passion für Kräuter neu zu

präsentieren: „Dadurch, dass die Kräutergärtnerei

Zierleyn in Nordhorn in unserem

Familienbesitz ist, beschäftige ich mich

schon seit vielen Jahren mit Hunderten

von außergewöhnlichen Kräutern, wie z. B.

Zitronenverbene, Lakritztagetes oder dem

tasmanischen Bergpfeffer“, erklärt Meijer

seine Leidenschaft und ergänzt: „Kräuter

gehören für mich einfach zum Kochen

dazu und ich hoffe, die Gäste in Ankum

werden sie genauso lieben wie ich!“ | MJ

WISSEN KOMPAKT

Die Zitronenverbene

(lat. Aloysia citrodora)

Sie zählt zu der Familie der Eisenkrautgewächse

(Verbenaceae). Sie wächst

als ausdauernder und Laub werfender

Strauch auf eine Größe von bis zu zwei

Metern heran, ursprünglich in Südamerika,

aber auch in den gemäßigten Klimazonen

Europas. In allen Pflanzenteilen

sind verschiedene ätherische Öle enthalten,

deren frischer Duft an Zitrone und

andere Zitrus-Aromen erinnert. In der

Küche lassen sich ihre Blätter für Salate,

zu Fleisch- und Pilzgerichten, aber auch

für Süßspeisen wie Obstsalate, Pudding

oder Speiseeis verwenden.

Rezept für 4 Personen:

Gebratenes Steinbeißerfilet

auf Kartoffel-Rucola-Gemüse mit

Macadamia-Limonen-Pesto

Der Steinbeißer:

800 - 1.000g Steinbeißerfilet, 100g Butter,

50 ml Limonenöl, Zitronenverbene oder

Zitronenmelisse, Salz, Pfeffer

Limonenöl erhitzen und den Steinbeißer in

ca. 100g große Stücke schneiden. Pro Stück

ca. 3 Blätter von der Zitronenverbene oder

–melisse auf den Fisch legen. Mit Salz und

Pfeffer würzen. Den Fisch gleichmäßig scharf

anbraten, dann auf kleiner Stufe ziehen

lassen und Butterflocken hinzugeben.

Das Kartoffel-Rucola-Gemüse:

500g Drillinge (z.B. Risoleekartoffeln), 500g

Rucola, 1 gelbe Paprika, 200g Kirschtomaten, 3

Stangen Zwiebellauch, 10-15g frischen Majoran,

Salz, Pfeffer und Olivenöl

Die Kartoffeln (ganz, mit Schale) kochen, abkühlen

lassen und halbieren. Paprika würfeln,

Kirschtomaten halbieren, Zwiebellauch in Streifen

schneiden. Pfanne mit Olivenöl erhitzen,

dann Kartoffeln, Majoran und das vorbereitete

Gemüse hinzugeben und alles schön durchschwenken.

Ca. 1 Minute vor dem Anrichten den

Rucola untergeben, mitschwenken und würzen.

Das Pesto:

300g Macadamia Nüsse, 5 Kirschtomaten, 3

Stangen Frühlingslauch, 500 ml Limettenöl, 50ml

Pflanzenöl, 50ml Olivenöl, 1 TL Ingwer-Trauben-Essig,

150g Parmesan, Salz, ca. 5 g japanischer

Wasserpfeffer

Macadamia Nüsse sowie Kirschtomaten mit dem

japanischen Wasserpfeffer und Lauch farblos

anschwitzen, abkühlen lassen. Öl und Essig hinzugeben

und grob pürieren. Jetzt den grob geriebenen

Parmesan untergeben und salzen. Mit Öl

kann die Festigkeit des Pestos variiert werden.

Nominierung von Christian Meijer für die nächste Ausgabe:

Carsten Dierker, Restaurant zum Forellental in Hagen a.T.W.

43


Wer reinigt täglich 35.000 Kilo Wäsche?

Als eines der erfolgreichsten Osnabrücker Familienunternehmen von Eduard und Maria Glosemeyer

1954 in Voxtrup gegründet wurde, befand sich ihre Wäscherei noch in einem umgebauten Schuppen.

Die Waschmaschinen wurden mit Kohle beheizt und die Wäschestücke mit dem Fahrrad ausgeliefert.

Seit 1988 befindet sich das Unternehmen an der Südstraße in Osnabrück.

In Hygienefachbetrieben ist es üblich

und notwendig, Schmutzwäsche von

der sauberen Wäsche räumlich zu

trennen. Aus diesem Grund befindet

sich in der Wäscherei eine „Schmutzseite“

und eine „saubere Seite“. Die

sogenannten Durchlademaschinen

können auf der einen Seite schmutzig

beladen werden – auf der anderen

Seite kommt die saubere Wäsche

-Anzeige-

wieder raus. Zudem erledigen „Waschstraßen“

mit mehreren aneinander

gebauten Maschinen die Vorwäsche,

Klarwäsche und das anschließende

Spülen.

Was passt in Osnabrücks

größte Waschmaschine?

Im Textil-Service Glosemeyer gibt es

heute keine haushaltsüblichen Waschmaschinen

mehr. Die kleinste Maschine

ist für immerhin 30 Kilo Wäsche ausgelegt,

die größte lässt sich sogar mit 200

Kilo beladen.

In der Waschstraße, die mit 1.200 kg

beladen wird, passiert der Waschgang

automatisch, sodass alle zwei Minuten

75 kg Wäsche nachgeladen werden. Die

Waschstraße ist 18 m lang, hat einen

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Osnabrück von oben entdecken!

Eine Zeitreise der besonderen Art.

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44


HINTER DEN KULISSEN

Durchmesser von 2,50 m und umfasst

16 einzelne Kammern. Glosemeyer verwendet

ein spezielles Waschmittel, das

keine Zusatzstoffe enthält, weil diese erst

bei Bedarf separat zugegeben werden.

Das Unternehmen gebraucht pro Kilogramm

Wäsche 4,5 – 6 Gramm Waschmittel.

In Relation zur Haushaltswäsche

ist dies allerdings wenig, denn eine

übliche Maschine braucht ungefähr 20

Gramm. Auch beim Wasserverbrauch

ist die Großwäscherei nachhaltiger: Bei

Glosemeyer werden drei bis fünf

Liter Wasser pro Kilo Wäsche,

in einer Haushaltsmaschine

15 bis 20 Liter pro Kilo

Wäsche benötigt.

Warum

brauchen

Wäschestücke

Barcodes?

Glosemeyer reinigt

rund 35.000 Kilo Wäsche

am Tag – für ca. 700

Kunden aus allen Bereichen.

„Überall und in jedem Bereich

des Lebens gibt es Wäsche“,

sagt Burkhard Glosemeyer und verweist

auf Hotels, Krankenhäuser, Fleischereien,

Apotheken, Autowerkstätten,

Gaststätten, Altenheime,

Rettungssanitäter, Straßenbauer oder

Steinmetze. Das Unternehmen arbeitet

Am Tag verlassen

100.000 Wäschestücke

das Haus Glosemeyer!

mit sogenannter „Leasingwäsche“. Ungefähr

90% der Wäsche ist hauseigen

und wird an die Kunden verliehen.

Damit es zu keinen Verwechslungen

kommt, ist die Mietwäsche mit einem

Transponder bzw. Barcode versehen.

Bettwäsche, Tischdecken oder Servietten

kommen vom Kunden zurück -

im direkten Austausch werden neue

Stücke angeliefert. Jeder Kunde wird

aus einem Wäschepool bedient, um

den schnellstmöglichen Wechsel, aber

auch Anpassungen und Reparaturen

zu ermöglichen. So verlassen jeden

Tag über 100.000 einzelne Wäschestücke

das Haus. Das bedeutet: Saubere

Wäsche wird gebracht, schmutzige

Wäsche wird abgeholt. Anhand der

Barcodes kann erkannt werden, wann

die Wäsche in welchem Zustand ein-,

beziehungsweise ausgeliefert, wurde.

Auch Privatwäsche, beispielsweise aus

Seniorenheimen, wird lückenlos kontrolliert.

Jede einzelne Socke, Jacke, Hose

etc. erhält ihren eigenen

Code.

| FW

Glosemeyer GmbH & Co. KG

Textil-Service

Südstraße 39

49084 Osnabrück

Telefon: 0541 / 770 7 80

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45


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Wann kommt Rettung aus der Luft?

Allein 146 Landungen von Rettungshubschraubern gab es im Jahr 2015

am Klinikum Osnabrück. Täglich sind Piloten, Ärzte und Luftrettungshelfer

auch in der Luft im Einsatz, um besonders schwer verletzten Menschen

schnellstmöglich helfen zu können. Dafür gibt es am Klinikum sogar einen

richtigen kleinen Flughafen mit Flutlicht für Nachtflüge, einer Wetterstation,

einem Windmesser, besonderem Streusalz gegen Glätte und einer kleinen

Flughafenfeuerwehr, die in einen großen Metallschrank passt.

An derzeit 92 Standorten in Deutschland sind Rettungshubschrauber

stationiert. Da es in Osnabrück

selbst keinen Standort gibt, sind hier hauptsächlich

die drei nächstgelegenen Hubschrauber „Christoph

Westfalen“ aus Greven, „Christoph Europa 2“

aus Rheine und „Christoph 13“ aus Bielefeld sowie

der zusätzliche Transporthubschrauber „Christoph

4“ aus Hannover im Einsatz. Nicht nur diese

vier, sondern alle Rettungshubschrauber heißen

„Christoph“: Der Name leitet sich vom Schutzheiligen

Christophorus ab, der die Menschen vor einem

unvorbereiteten Tod bewahren soll. Daher ist er

auch der Schutzpatron von Seefahrern, Reisenden,

Lastenträgern, Kraftfahrern und Luftschiffern.

Die gängigsten Maschinen vom Typ BK 170 und

EC 135 haben einen Einsatzradius von jeweils 50

bis 70 km um ihren Standort herum. Aber alle haben

eine Reichweite von mindestens 500 km und

erreichen ihre Ziele mit 220 Stundenkilometern

per Luftlinie - ohne Staus und rote Ampeln. Alle

Rettungshubschrauber haben heute zwei Turbinen

und sind damit deutlich sicherer und trotzdem

leiser als die früheren Modelle des Typ Bell UHD,

welche nach ihrem Fluggeräusch auch „Teppichklopfer“

genannt wurden. Jeder Ort auf der Landkarte

kann mit den Hubschraubern viel schneller

als ‚nur‘ mit Blaulicht und Martinshorn erreicht

werden

Symbol © teracreonte, Fotolia.de ; Hubschrauberbilder © Silvia Kerst, Klinikum Osnabrück

46


SPORT & GESUNDHEIT

WISSEN KOMPAKT

Die größten Betreiber von Rettungshubschraubern

in Deutschland

1. Der Allgemeine Deutsche Automobil

Club ADAC betreibt 55 Hubschrauber an

37 Luftrettungsstationen, eine davon in

den Niederlanden sowie eine in Österreich.

Zusammen fliegen sie mehr als 54.062 Rettungseinsätze

pro Jahr.

2. Die DRF-Luftrettung hat derzeit 31 Standorte,

zwei davon in Österreich, mit rund 50

Hubschraubern. 2015 wurden damit 38.653

Einsätze geflogen. Dafür sind hier rund 160

Piloten, 300 Rettungsassistenten und 80

Techniker im Dienst.

3. Aktuell fliegen 16 Zivilschutz-Hubschrauber

an zwölf Stationen verwaltet durch das

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und

Katastrophenhilfe vom Bundesinnenministerium.

Seit Beginn der organisierten

Luftrettung in Deutschland 1971 wurden so

insgesamt rund 1,8 Millionen Rettungseinsätze

geflogen; mehr als ein Drittel davon

durch die Piloten der Bundespolizei.

Wie sind Rettungs-

Helicopter ausgestattet?

Die Hubschrauber werden hauptsächlich

bei Unfällen angefordert,

bei denen es viele Verletzte oder weite

Wege gibt. Aber auch wenn die Patienten

eine schnelle Behandlung von Fachärzten

benötigen, wie bei einem Schlaganfall.

Oder bei Erkrankungen, die einer

speziellen Behandlung in einer Fachklinik

bedürfen, wie etwa Verbrennungen.

Neben diesen Primäreinsätzen werden

auch Sekundäreinsätze geflogen, bei denen

Patienten von einem Krankenhaus in ein

anderes gebracht werden. Weitere Aufträge

wie Suchflüge, lebenswichtige Transporte

von Spenderorganen oder Blutkonserven,

gehören ebenfalls dazu. Für diese Sekundäreinsätze

werden seit den 1990er

Jahren immer häufiger besondere

Intensiv-Transporthubschrauber

eingesetzt. Sie sind

etwas größer und haben so

mehr Platz für die Ausrüstung.

So kann beispielsweise

eine komplexe Beatmung eines

Patienten in der Luft lückenlos

weitergeführt werden.

Die medizinische Ausstattung der

einzelnen Hubschrauberstandorte unterscheidet

sich zum Teil deutlich. Alle haben

jedoch eine Basisausstattung, die mit der

eines Notarztwagens am Boden vergleichbar

ist.

In

vielen

Hubschraubern

kann ein Brutkasten mitgeführt werden.

Auch technische Rettungsmittel wie

Rettungswinden, Fixtausysteme zur Bergrettung,

Stehhaltegurtsysteme oder Hilfsgeräte

zur Wasserrettung dienen mancherorts

der Erweiterung des Einsatzspektrums.

An Bord sind außerdem natürlich die

Piloten, die von der jeweiligen Organisation

gestellt werden, die die Hubschrauberstation

betreibt. Das sind am häufigsten

der Allgemeine Deutsche Automobil

Club ADAC, die DRF-Luftrettung und

das Bundesministerium des Innern. Die

Rettungshelfer kommen meist von den

örtlichen Rettungsdiensten, wie Feuerwehren

oder Rettungsverbänden. Die

Ärzte arbeiten normalerweise

in Krankenhäusern und

Kliniken rund um

den Einsatzstandort,

wie ihre Kollegen

am Boden.

Sie werden aber

speziell aus- und

fortgebildet, um ein

bis zweimal im Monat

ihre 24 Stunden-Schicht

im Hubschrauber absolvieren

zu können. Deswegen ist es auch nicht

verwunderlich, dass eine Flugminute weit

mehr als 100 € kostet. | MJ

Klinikum Osnabrück GmbH

Am Finkenhügel 1 · 49076 Osnabrück

Telefon: : 0541 405 0 · Fax: 0541 405 4997

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47


Welche Tiger

tragen Schutzhelme?

Stille. Plötzlich ertönt aus den Lautsprechern „Eye of the Tiger“. Das passt - nicht nur zum Songtitel,

sondern zum ganzen Ambiente der Sportanlage Atter. Es knistert förmlich in der Luft. Die

Menge jubelt, als die Mannschaft einläuft. Mit ihren Trikots taucht sie den Rasen in ein knalliges

Orange. „14:00 Uhr. Kickoff der Osnabrück Tigers!“, hallt die Stimme des Kommentators über den

Platz. Der Punter schießt den Ball, mehr als 1.000 Zeugen verfolgen die Flugbahn atemlos. Der

gegnerische Spieler wird gestoppt. Das Spiel beginnt.

Faszination American Football.

Nicht nur die zunehmende Anzahl

der Vereine, sondern auch

die steigenden Zuschauerzahlen

des Jahresereignisses Superbowl

zeigen, dass das Interesse an

dieser Sportart immer weiter

wächst. Wer ein Spiel besucht

hat, versteht, dass es sich hierbei

nicht nur um ein einmaliges Erlebnis,

sondern um ein Lebensgefühl

handelt. Der Grundstein

für das erste Spiel der Tigers

wurde 1999 gelegt. Damals setzen

sich Thomas und Sladana

Krätzig, Nik Soupidis und Jovica

Stojceski zusammen und

beschlossen eine neue Mannschaft

aufzubauen. Nach kurzer

Vorbereitungsphase spielten die

Osnabrück Tigers im Jahr 2000

ihre erste Saison.

Der nächste Spielzug. Die Mannschaften

stehen sich gegenüber.

Wie Tiger in der Wildnis beobachten

sie das gegnerische Team

Bilder Tigers © Rudolf Lüttecke / Helm © bertys30, fotolia.de / Icon Football © teploleta, fotolia.de

48


SPORT & GESUNDHEIT

und legen danach ihre

Taktik und die genauen,

vorher einstudierten Spielzüge aus.

Das Leder-Ei fliegt, die Helme der

Tiger donnern aufeinander, die Ausrüstungen

scheppern gegeneinander.

„Hier muss jeder seinen Job perfekt

machen, nur so führt jeder einzelne

Spielzug zum Erfolg“ erklärt Nils Sundermann,

ein Spieler der Osnabrück

Tigers.

In den nun 16 Seasons brachte es das

Team auf 14 Winning-Seasons (eine

Saison mit mehr Siegen statt Niederlagen),

4 Perfect-Seasons (komplette

Saison ungeschlagen), 6 Meisterschaften

und 4 Vizemeisterschaften. Zwei

Mal gewannen sie den LEO-Award,

den Preis für die beste Mannschaft

Osnabrücks. Sportchef Jovica Stojceski

erklärt, was die Mannschaft auszeichnet:

„Es gibt keine Stars, das Team ist

der Star.“

Zwei Quarter (24 Minuten) sind nun

gespielt. „Halbzeit für die Teams“ ertönt

es wieder aus den Lautsprechern.

Lange Schlangen bilden sich vor dem

Essens-Wagen und die ersten Fans verschlingen

Burger und Steaks. Der Geruch

von süßlichem Popcorn liegt über

den Tribünen. Die Sweet Tigers, die

Cheerleader der Mannschaft, fliegen

am Spielfeldrand durch die Luft und

zeigen ihre Choreographien.

Die Fans jubeln. „Sieg für die Osnabrück

Tigers! Was für ein grandioses

Spiel“, schallt es über das Gelände.

Die Menge verlässt langsam den

Schauspielplatz. Das Team hat sich im

Huddle, der Versammlung der Spieler,

zusammengefunden und gibt eine erste

Stellungnahme zum Spiel ab. „Nun

gilt die 24 Stunden-Regel“, erläutert

Nils Sundermann, „man darf sich 24

Stunden freuen oder ärgern, danach

bereitet man sich auf das nächste Spiel

vor“. In der emotionalen Runde wird

nochmals an den Teamgedanken und

den Zusammenhalt aller erinnert. Die

letzten Worte des Quarterbacks durchdringen

die Stille auf dem Rasen: „We

are one family.“ | GS

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SPORT & GESUNDHEIT

Panorama Springstationen © Thomas Hellmann // Janne Friederike Meyer © Stefan Lafrentz // Big Band © Johannes M. Langendorf // Gruppenfoto © Mark gr. Feldhaus // Knabstrupper © Marion Flemming, Fotolia.de

In welchem Land werden

große Dalmatiner geritten?

Auch in diesem Jahr wird Hagen am Teutoburger

Wald wieder zum Mekka des internationalen Reitsports. Als Partnerland

präsentiert sich das ebenfalls pferdeverrückte und von den angeblich

glücklichsten Menschen Europas bewohnte Nachbarland Dänemark.

Horses & Dreams 2016 bietet damit

einmal mehr die Gelegenheit, in die

kulturellen Besonderheiten eines

Gastlandes einzutauchen. Im dänischen

Dorf gibt's landestypische

Musik und kulinarische

Spezialitäten wie „Smørrebrød“

und Legosteine zum

Selberbauen. Außerdem sind

die „Flying Superkids“

aus Århus mit einer

packenden Show aus

Akrobatik, Tanz,

Gesang und weiteren

wilden Sprüngen zu

Gast. Unsere Redaktion hat sich einmal

etwas näher mit dem Partnerland Dänemark

beschäftigt und ist auf einige wissenswerte

Facts gestoßen: Bereits seit dem

16. Jahrhundert gehören die aus Dänemark

stammenden „Knabstrupper“ zu den Lieblingspferden

der europäischen Kaiser und

Könige. Ihre sehr auffällige gepunktete

Tigerscheckung lässt sie aussehen wie übergroße

Dalmatinerhunde. Sie werden heute

meist in der Hohen Schule eingesetzt und

gehen auf Züchtungen der weltberühmten

dänischen Frederiksborger auf dem Gut

Knabstrup zurück. Damals wie heute ist

es selbst für den Hochadel noch etwas sehr

Seltenes und Besonderes, einen großen

Dalmatiner zu besitzen und zu reiten.

Aber auch „Drahtesel" werden von Dänen

sehr gerne zur Fortbewegung genutzt -

kein Wunder, denn es gibt im Land keinerlei

nennenswerte Steigungen. Mit 4,2 Millionen

Fahrrädern gibt es dort über doppelt so viele

wie Autos. Nachvollziebar, dass über

die Hälfte der Dänen zur Arbeit

radelt, wo sie im Schnitt ganze

vier Tassen Kaffee pro Tag

trinken - Platz drei weltweit!

Dänemark ist eine der letzten

Monarchien auf der Erde und die älteste

in Europa - übrigens

existiert die dänische Flagge

schon seit 1219 und ist damit

auch die älteste auf der

ganzen Welt. | RED

WISSEN KOMPAKT

DKB-RIDERS TOUR 2016

Seit über 14 Jahren ist der Hof Kasselmann

in Hagen a.T.W. eine feste

Adresse im professionellen internationalen

Reitsportkalender: Vom 20. bis 24.

April 2016 findet hier wieder der offizielle

Auftakt der DKB-Riders Tour 2016 statt.

Als Verteidigerin des „Rider of the Year“-

Titels 2015 geht die Hamburgerin Janne

Friederike Meyer an den Start.

Sie und die anderen Weltklasse

Spring- und Dressurreiter werden

auf dem Hof Kasselmann das erste

Mal in diesem Jahr im Freien antreten und

das Turnier auch als Vorbereitung auf die

Olympischen Spiele in Rio de Janeiro im

August 2016 nutzen.

WER IST NOCH ZU GAST?

Unter dem Motto „WIR L(I)EBEN DIE

MUSIK“ wird am Samstag, 23. April, die

Big Band der Bundeswehr nach ihrenAuftritten

in Moskau, New York, Oslo, Madrid,

Kapstadt, Rio de Janeiro und Berlin

auch in Hagen am Teutoburger Wald ein

Benefizkonzert für den Reit-Sport-Club

Osnabrücker Land e.V. geben.

Die insgesamt 26 Berufssoldaten des

Orchesters werden dafür sowohl aktuelle

und bekannte Hits, aber auch Titel aus Swing,

Rock und Pop live präsentieren. Das ca. 8

Tonnen schwere Equipment bewegen zusätzlich

Bühnentechniker, meist junge Zeitsoldaten

mit elektrotechnischen Vorkenntnissen,

zivile Kraftfahrer, Tonmeister, Veranstaltungsmeister

und Lichttechniker. Seit der

Gründung vor 45 Jahren im rheinischen

Euskirchen spielte das Orchester bereits über

17 Millionen Euro für wohltätige Zwecke

ein. Die aktuelle Schirmherrin des Projekts

ist Bundesverteidigungsministerin Dr.

Ursula von der Leyen, die dafür wieder

in Hagen a.T.W. zu Gast sein wird.

51


SPORT & GESUNDHEIT

Wann wurden Fußlümmel zu Volkshelden?

Woche für Woche ziehen die Fußballstadien zehntausende begeisterter Fans an. Vor 100 Jahren sah das

völlig anders aus. Auch in Osnabrück wurden Freunde des runden Leders als „Fußlümmel“ oder Träger der

„englischen Krankheit“ beschimpft. In seinem Buch „Fußlümmel und Lila-Weiße“ beschreibt Heiko Schulze

die Geschichte des Osnabrücker Fußballs, die im späten 19. Jahrhundert begann.

Bilder: Bernhard Lanfer/VfL-Museum

1899 wurde einer der Vorgängervereine

des VfL gegründet, doch bis die neue

Sportart die Massen begeisterte, dauerte

es noch Jahrzehnte. Wie schwierig

dieser Weg war, zeigt Schulzes Hauptquelle,

ein Band mit Aufzeichnungen

des späteren Lehrers Friedel Hunecke.

Wer war mit dem Fußball

„passionabel verwachsen“?

Friedel Hunecke wurde am 3. März

1898 in der Großen Straße geboren.

Erst sechs Tage später erschien sein

Vater, der Friseur Georg Hunecke, auf

dem Standesamt und vermeldete, dass

seine Frau Elisabeth einen Sohn geboren

habe. Aus Friedel wurde ein begeisterter

Sportler, der zwischen 1918 und

1968 die Entwicklung des Fußballs in

der Region entscheidend prägte.

„Mit 6 Jahren erlernte ich bereits

das Schwimmen und besuchte jahrelang

täglich das Osnabrücker

Hallenschwimmbad. Neben dem

Schwimmsport begeisterte mich das

Fußballspiel, das zwar zu damaliger Zeit

von der breiten Masse des Volkes als rohes

Spiel verpönt war“, schrieb Hunnecke

in seinen Notizen, die über den Hagener

Heimatforscher Rainer Rottmann

zu Bernhard Lanfer, einem der Leiter

des VfL-Museums, und schließlich zu

Heiko Schulze gelangten.

Huneckes Vater schenkte seinem Sohn

zu Weihnachten 1908 das erste Paar

Fußballschuhe. Doch Jugendmannschaften

gab es nicht. Auch sechs Jahre

später war es Friedel und seinen Kameraden

noch streng verboten, einer Vereinsmannschaft

beizutreten, da sonst

der Ausschluss aus der Schule drohte.

Anfang 1919 traf sich Hunecke mit

anderen Kriegsheimkehrern im Kaiser-Cafe

am Nikolaiort und gründete

die „Osnabrücker Sportvereinigung“.

Nachdem diese sich 1920 dem Osnabrücker

Turnverein anschloss, begann

Huneckes erfolgreichste Zeit. Als Mittelläufer,

eine Position die vielen besser

als Vorstopper bekannt sein dürfte,

sorgte er in der noch jungen Szene für

Aufsehen.

Im April 1924 fusionierten der „Osnabrücker

Ballspiel-Verein 99“ und der

Klub „Spiel und Sport“ zuerst unter den

Namen „Spiel und Sport“ und nach einem

Jahr zum „Verein für Leibesübungen

von 1899 Osnabrück“, kurz VfL. Der

neu gegründete Verein unterrichtete

die Öffentlichkeit alsbald über die Qualitäten

einzelner Spieler. Zu Hunecke

hieß es: „Hunecke ist der alte Kämpe

und zeigt ebenfalls durch sein lückenloses

Erscheinen auf dem Kampffelde,

daß er mit dem Fußball passionabel

verwachsen ist. Seine spielerischen Fähigkeiten

wechseln von Spiel zu Spiel.“

Der Fußball fand nun immer mehr Anhänger

und wurde innerhalb weniger

Jahre zum regelrechten Volkssport.

Als der VfL am 26. Februar 1939 seinen

legendären 3:0-Sieg gegen den

Deutschen Meister Hannover 96 feierte,

drängen sich rund um das Spielfeld

18.000 Zuschauer. Anfang der 1950er

Jahre spielten mit dem VfL und Eintracht

Osnabrück dann gleich zwei Vereine

aus der Hasestadt in der damals

erstklassigen Oberliga Nord und später

gelang auch noch TuS Haste der Sprung

in die seinerzeit immerhin zweitklassige

Regionalliga.

Friedel Hunecke wurde nach seiner

Osnabrücker Zeit Lehrer an der Katho-

lischen Volksschule in Hagen a.T.W

sowie Spielertrainer der DJK Hagen.

Dem Fußball blieb er bis zu seinem

Tode eng verbunden. | NB

WISSEN KOMPAKT

Das Buch

Friedel Huneckes persönliche Notizen

bilden die Basis des Buches

„Fußlümmel und Lila-Weiße“, das

auf 160 Seiten, mehr als 120 Fotos

und Reproduktionen enthalt. Nur

durch die finanzielle Hilfe mehrerer

Stiftungen und durch freiwillige Unterstützung

aller Beteiligten war es

dem VfL Museum möglich das Buch

herauszugeben. Es ist natürlich für

„18,99“ Euro - unter anderem in beiden

Fanshops des VfL Osnabrück,

sowie in der Buchhandlung Wenner

erhältlich.

53


SPORT & GESUNDHEIT

Buersche Straße

Jahnplatz

Wie viele Basketball-Körbe hat Osnabrück?

Augustenberger Straße

Der Sommer steht vor der Tür, also warum nicht mal ein paar Körbe werfen an der frischen Luft? Die

meisten werden sich eher auf einem Bolzplatz treffen, um das Runde ins Eckige zu befördern, doch

einige dürften sich auch für den orangenen Ball entscheiden und das Runde ins Runde werfen wollen.

Aber, kann man das in Osnabrück denn auch so, wie man will?

Es gibt Freiplätze, ja, laut Webseite der

Stadt sogar 35 davon. Das ist eine gute Zahl

für eine Stadt dieser Größe. Gefühlt sind

es jedoch zu wenige, die man zum "echten"

Basketballspielen nutzen kann. Denn die

Spieler, die wirklich 3 gegen 3, 4 gegen 4

oder sogar 5 gegen 5 (wie es üblich ist) antreten

wollen, können das nur auf den wenigsten

Plätzen, wie zum Beispiel auf dem

neu angelegten am Quartiersspielplatz

(Ruller Weg). Ein Großteil der

Plätze ist viel zu klein (z.B.

am Jahnplatz) und hat

nichts mit den eigentlichen

Maßen eines

Basketballfeldes gemein.

Der Platz an der

Augustenburgerstraße

ist mit einigen zusätzlichen

Pflastersteinen angelegt

worden, was schon mal ein guter Anfang

ist. Doch ins Schwitzen wird man auf

so einer kleinen Fläche immer noch nicht

kommen. Diese Plätze sind für maximal

ein "1 gegen 1“-Spiel groß genug oder für

einzelne Spieler, die an ihren Fähigkeiten

arbeiten wollen. Es gibt nur wenige Plätze,

die überhaupt zwei Körbe besitzen und somit

eine ganze Gruppe anlocken würden.

Einige Plätze sollen multifunktional sein

und teilen sich das Feld mehr oder weniger

mit einem Fußballfeld (Buerschestraße).

Keine guten Bedingungen für die Basketballer.

Meistens sind sie nämlich in der

Unterzahl und müssen den Fußballern

weichen. Gleichzeitig kann kaum gespielt

werden.

Basketball ist derzeit noch eine kleine

Sportart in Deutschland mit knapp

192.000 organisierten Mitgliedern. Schön

wäre es trotzdem, wenn mehr und bessere

Möglichkeiten geschaffen würden, um

Menschen für diese Sportart zu begeistern.

Der Fußball hat mit derzeit fast 6.900.000

Mitgliedern doch schon genug ... ;-) | KP

WISSEN KOMPAKT

Das Spielfeld

Laut dem Basketball- Weltverband

"FIBA" soll ein Basketballfeld 15 m

breit und 28 m lang sein. An den beiden

kurzen Seiten ist jeweils eine

Korbanlage. Die Dreierlinie ist 6,75 m

entfernt und bildet einen großen

Halbkreis um den Korb und die Zone

herum. Gespielt wird 5 gegen 5.

Bilder © Kathrin Prelle / Basketball © Carlos Santa Maria, fotolia.de

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SPORT & GESUNDHEIT

Wo ist Fußball

nicht ganz sauber?

Achtung Rutschgefahr! Vom 3. bis zum

5. Juni 2016 findet am Dümmer See bei

Lembruch die Deutsche Meisterschaft

im Moorfußball statt. Bis zu 80 Teams aus

ganz Deutschland treten hier auf äußerst

glitschigem Geläuf gegeneinander an: Das

Spielfeld ist sehr nass, matschig und bis zu

40cm tief.

Die Sieger können sich dann ebenfalls gute

Hoffnungen auf eine erfolgreiche Teilnahme

an der Weltmeisterschaft im finnischen

Ukkohalla machen. Der olympische Gedanke

steht bei der deutschen Meisterschaft

aber im Vordergrund, wie der Veranstalter

Karsten Lammers augenzwinkernd

betont: „Wer das Turnier gewinnt, hat den

Sinn nicht verstanden!“ | RED

Informationen und Anmeldung unter:

www.moorfussball.com

Foto: Marco Gallmeier, www.fotografie-mg.com

55


Internationale

Niedersachsen-

Rundfahrt

der Radsport-Junioren

29.–31. Juli 2016

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SPORT & GESUNDHEIT

Pflegeeinrichtung © Peter Atkins, fotolia.de / Frau mit älterer Dame © Robert Kneschke, fotolia.de

Wer ist pflegebedürftig?

Rund ein Viertel der Bevölkerung in Stadt und Landkreis Osnabrück ist derzeit über 60 Jahre alt.

Bereits im Jahr 2013 erhielten insgesamt 15.420 Einwohner der Region finanzielle Leistungen von den

Pflegekassen, und es werden von Jahr zu Jahr mehr. Seit dem 1. Januar 2016 gibt es erstmals seit der

Einführung der Sozialen Pflegeversicherung vor 20 Jahren wieder Veränderungen für alle Betroffenen.

Insbesondere pflegende Angehörige sollen dadurch im Zweiten Pflegestärkungsgesetz PSG II ab 2017

entlastet werden. Pflegende und Gepflegte sollen dann finanziell und im Alltag besser ausgestattet und

unterstützt werden.

Aus diesem Anlass startet „Osnabrücker

Wissen“ eine neue Serie zum Thema

Pflege, in der die Veränderungen von

den drei bestehenden Pflegestufen zu

den fünf neuen Pflegegraden erläutert,

aber auch Themen wie Altersvorsorge

durch Pflegeimmobilien, lebenslanges

Lernen oder gemeinsames Altern

in besonderen Wohnprojekten vorgestellt

werden sollen.

Wie wird Pflegebedürftigkeit definiert?

Pflegebedürftigkeit wird aktuell nicht

daran gemessen, wie schwer eine

Krankheit oder eine Behinderung

ist. Ausschlaggebend ist

derzeit noch, wie die

betroffene Person

mit ihren Einschränkungen

im

Alltag zurechtkommt.

Welche

Tätigkeiten können

noch allein

bewältigt werden, bei welchen wird Hilfe

benötigt? Im Elften Buch des Sozialgesetzbuches

sind genau diese Fragen definiert:

Pflegebedürftig ist demnach jeder, der

Hilfe bei den „gewöhnlichen und regelmäßig

wiederkehrenden Verrichtungen im

Ablauf des täglichen Lebens“ benötigt. Dabei

wird zwischen der Grundpflege und der

hauswirtschaftlichen Versorgung unterschieden.

Der Hilfebedarf muss außerdem

auf „Dauer“ bestehen, also mindestens für

sechs Monate oder länger.

Zur Grundpflege gehört die Körperpflege

wie Waschen, Duschen, Zähneputzen

und Kämmen oder auch das Rasieren.

Genauso wichtig wie die

alltägliche Hygiene, zu

der natürlich auch die

Toilettengänge gehören,

ist die Ernährung.

Auch die Mobilität der

Betroffenen

spielt eine

Rolle:

Beispielsweise das Aufstehen aus dem Bett,

das tägliche Anziehen, Treppensteigen

und Verlassen der eigenen Wohnung.

Bei der hauswirtschaftlichen Versorgung

kann das Einkaufen, Kochen,

Putzen, Spülen, Wechseln und Waschen

der Wäsche und Kleidung sowie das

Beheizen der Wohnung berücksichtigt

werden. Die Hilfe durch Pflegepersonal

kann dann grundsätzlich durch Unterstützung,

Übernahme oder Anleitung

und Beaufsichtigung der Tätigkeiten

erfolgen.

Für die Pflege von Kindern gelten spezielle

Regelungen. Auch gesunde Kinder

haben bis zu einem gewissen Alter einen

Hilfebedarf bei den alltäglichen Verrichtungen,

z. B. bei der Körperhygiene

oder beim Anziehen. Bei kranken oder

behinderten Kindern wird daher der

krankheitsbedingte Mehrbedarf berücksichtigt,

der über den natürlichen

Hilfebedarf eines gesunden Kindes

hinausgeht.

57


SPORT & GESUNDHEIT

WISSEN KOMPAKT

Pflegestufen

Der Zeitaufwand, den eine ehrenamtliche

Pflegeperson für die

Grundpflege und die hauswirtschaftliche

Versorgung benötigt,

muss im Tagesdurchschnitt

- in der Pflegestufe I mindestens

90 Minuten betragen; davon müssen

mindestens 46 Minuten auf die

Grundpflege entfallen

- in der Pflegestufe II mindestens

3 Stunden betragen; davon müssen

mindestens 2 Stunden auf die

Grundpflege entfallen

- in der Pflegestufe III mindestens

5 Stunden betragen; davon müssen

mindestens 4 Stunden auf die

Grundpflege entfallen. Außerdem

muss der Hilfebedarf rund um die

Uhr vorhanden sein – also auch

nachts.

WIE WIRD EINE PFLEGE-

BEDÜRFTIGKEIT FESTGESTELLT?

Wird ein Pflegeantrag gestellt, lassen die

Pflegekassen durch den Medizinischen

Dienst der Krankenversicherung (MDK)

oder durch einen anderen unabhängigen

Gutachter prüfen, ob die Voraussetzungen

der Pflegebedürftigkeit erfüllt sind und

welche Pflegestufe vorliegt. Dies geschieht

in der Regel durch einen zuvor angemeldeten

Hausbesuch einer Pflegefachkraft oder

eines Arztes.

Für die Einordnung in eine Pflegestufe ist

es wichtig, wie eingeschränkt die betroffene

Person bei welchen Verrichtungen

ist und wie viel Zeit folglich die Pflege im

Durchschnitt erfordert. Abhängig davon

werden Pflegebedürftige einer von drei

Pflegestufen (I, II und III) zugeordnet. Dabei

gilt: je höher die Pflegestufe, desto höher

auch die Leistungen. Diese Zuordnung

kann selbstverständlich bei Bedarf erhöht

werden, wenn sich z. B. die Grunderkrankung

verschlimmert.

Wir bieten Dienstleistern aus

der Branche eine Plattform!

Schon in der nächsten Ausgabe

(ab Juni 2016) und darüber hinaus

berichten wir weiter über das Thema

„Pflege in der Region Osnabrück".

Möchten Sie Ihre Produkte und Dienstleistungen

an dieser Stelle gezielt

bewerben oder haben zusätzliche

wissenswerte News und Fakten für

unsere Redaktion?

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58


SPORT & GESUNDHEIT

Drei Fragen an ...

... Stefan Voltz, Experte und

Ansprechpartner für die

Pflegerische Versorgung

bei der BARMER GEK

OsWi: Herr Voltz, wie wichtig ist aus Ihrer

Sicht das Thema Pflegeversicherung und Vorsorge?

Stefan Voltz: Das Thema ist deshalb so wichtig, weil unsere

Gesellschaft immer älter wird: Wir erwarten, dass im Jahr

2020 rund 325.000 Pflegebedürftige in Deutschland leben

werden. Gegenüber dem Jahr 2010 ist das ein Anstieg von

21,3%. Fast jeder kennt daher heutzutage einen Pflegefall in

der Familie oder im Freundeskreis.

OsWi: An wen kann ich mich wenden, wenn ich

Informationen zur Pflege eines Angehörigen benötige?

Stefan Voltz: Die erste Anlaufstelle ist immer die zuständige

Krankenkasse oder die Pflegekasse der betroffenen Person.

Dort kann dann ein Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung

gestellt werden. Zusätzlich erhalten Sie hier alle

nötigen Informationen über Beratungsangebote. Im Internet

bekommen Sie in der Suchmaschine „Pflegelotse“ sofort eine

umfassende Übersicht zu Pflege- und Betreuungsangeboten

in Ihrer Nähe, wenn eine Pflegeeinrichtung gefunden werden

muss.

OsWi: Welche Angebote bietet Ihre Krankenkasse,

die BARMER GEK, in diesem Fall?

Stefan Voltz: Die Pflegekasse der BARMER GEK bietet

verschiedene Pflegekurse und individuelle Schulungen zu

Hause an. Die Mitarbeiter in der Pflegeberatung sind speziell

dafür geschult, alle Fragen in dieser nicht einfachen Lebenssituation

zu beantworten: vom Leistungsangebot der Pflegeund

Krankenversicherung bis zu Angeboten und Beratungsstellen

in Stadt und Landkreis Osnabrück, aber auch kirchlichen

oder anderen Einrichtungen vor Ort.

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KUNST & KULTUR

Heinz Liepman (l.) und Erich Maria Remarque (r.) in der "Kronenhalle" in Zürich, Ende November 1962

Vergessene Bücher (1): Heinz Liepmans Roman „Das Vaterland“

W as konnten drei Monate in

Deutschl and ver Andern?

Am 2. Weihnachtstag des Jahres 1932 bricht der Dampfer „Kulm“ zu

einer Fahrt nach Island auf. Als er drei Monate später wieder in Hamburg

einläuft, erkennt die Besatzung ihre Heimat nicht wieder. In der

gerade noch weltoffenen Metropole wehen Hakenkreuzfahnen, in

den Straßen marschiert die SA. Doch Deutschland hat sich nicht nur

äußerlich verändert.

Wie tief das selbsternannte „Tausendjährige Reich“ in alle Lebensbereiche

seiner Bewohner – in Behörden, Verbände und Schulen,

aber auch in Familien und Freundeskreise - eingedrungen ist, erfahren

die Seeleute schneller als den meisten von ihnen lieb ist.

Der deutschnationale Kapitän Schirmer protestiert gegen die

Misshandlung von vermeintlichen „Marxistenschweinen“ auf

dem Bahnsteig der Hochbahn und landet mit lebensgefährlichen

Verletzungen im Krankenhaus. Der Jude Arthur Jacobson versucht,

Freunde und Verwandte vor dem Staatsterror zu schützen

und wird in ein Konzentrationslager gebracht. Der Matrose Karl

Baumann und der Heizer Jonny Sudde müssen im Untergrund

verschwinden und die Wahrheit in verbotenen Schriften drucken.

Hans Petersen, der 1. Offizier der „Kulm“, sowie der Maschinist

Fretwurst finden sich im neuen Deutschland dagegen bestens zurecht.

Auf sie warten nun Aufgaben, die ihrer skrupellosen Gesinnung

entgegenkommen.

Wer Heinz Liepmans 1933 erschienenen Roman mit Blick auf die

folgenden Jahre hellsichtig nennt, liegt nicht falsch, berücksichtigt

aber zu wenig, dass der totale Zivilisationsbruch des Nationalsozialismus

nicht mit dem Zweiten Weltkrieg oder der Wannsee-Konferenz

begann. Schon in den ersten Tagen, Wochen und Monaten

60


KUNST & KULTUR

Bilder © Sammlung Weinke, Hamburg / Liepmann Porträt: Fotograf: Emil Bieber / Liepmann und Remarque: Fotografin: Isabelle Wettstein

etablierten die Nationalsozialisten eine

Gewaltherrschaft, der schnell Hunderte

und Tausende zum Opfer fielen.

Liepman zeigt aber auch, wie sich Hitler

und seine Gefolgsleute dank der politischen

Indifferenz der Anhänger der Weimarer

Republik und seiner Unterstützung

von Führungskräften aus Politik, Militär,

Wirtschaft und Gesellschaft einen vergleichsweise

bequemen Weg an die Macht

bahnen konnten.

Im Schat ten von Remarque?

Der Autor wurde 1905 als Heinz Liepmann

in Osnabrück geboren, arbeitete seit Mitte

der Zwanziger Jahre als Dramaturg, Bühnenautor

und als Journalist. 1929 erschien

sein erster Roman „Nächte eines alten

Kindes“, ein Jahr später folgte „Die Hilflosen“,

für den er den Harper-Literaturpreis

erhielt. Nach der „Machtergreifung der

Nationalsozialisten wurden seine Werke

verboten. Liepmann gelang die Flucht, die

ihn in die Niederlande, nach Frankreich

und England und schließlich in die USA

führte. Dort amerikanisierte er seinen

Namen und schrieb sich fortan „Liepman“.

1947 kehrte er nach Hamburg zurück,

gründete hier eine Literaturagentur, die

noch heute unter seinem Namen existiert.

Im Dezember 1961 siedelte er gemeinsam

mit seiner Frau in die Schweiz über, wo

Heinz Liepman, der jahrzehntelang an

einer schweren Morphiumsucht litt, am 6.

Juni 1966 starb. Noch in seiner letzten Publikation

„Kriegsdienstverweigerung oder

Gilt noch das Grundgesetz?“ engagierte

er sich für ein neues, demokratisches und

friedfertiges Deutschland.

Liepman erreichte nicht annähernd den

Bekanntheitsgrad des sieben Jahre älteren

Erich Maria Remarque, der in „Das

Vaterland“ eine kurze Erwähnung findet.

Trotzdem gibt es zwischen den beiden Osnabrückern

erstaunliche und vielfältige

Parallelen, die beim Geburtsort beginnen

und mit dem Tod in der Schweiz enden.

Spätestens seit dem Interview, das Heinz

Liepman mit Erich Maria Remarque im

November 1962 führte und das unter der

Überschrift „So denk‘ ich über Deutschland“

in der Tageszeitung „Die Welt“ abgedruckt

worden war, verband die beiden

Autoren eine enge Freundschaft.

"In ihren Geschäften saßen die Juden. Sie saßen

auf Hockern und sahen vor sich hin. Sie

hatten es ganz vergessen, dass sie Juden waren.

Sie hatten ihr Vaterland geliebt, die Sprache

ihrer Heimat und deren Bäume, Wiesen und

Seen. „Deutsche, kauft nicht bei Juden! Die

Juden sind euer Unglück.“ Sie sind das Unglück.

Gestern waren sie noch Menschen, Leidensgefährten,

Kameraden, heute sind sie dasUnglück.

Sie saßen auf den Stühlen und Hockern,

sie starrten ins Leere. Und da geschah es, dass

Juden, die keine Juden mehr gewesen waren,

plötzlich wieder Juden wurden. Ihre Arme wurden

ihnen zentnerschwer. Ihre Rücken krumm

und die Augen groß und traurig."

Wem empf ahl Heinrich Bol l den

Roman von Heinz L iepman?

Als Liepmans Roman „Das Vaterland“

1979 in der Reihe „Bibliothek der verbrannten

Bücher“ im Hamburger "Konkret

Literatur Verlag" erschien, schrieb

kein Geringerer als Heinrich Böll das Vorwort

zu der überfälligen Neuauflage. Der

Literatur-Nobelpreisträger gab damals der

Hoffnung Ausdruck, dass Liepmans Buch

gerade die jüngeren Leser daran erinnern

möge, „wie viel Deutschland aus Deutschland

vertrieben, wie viel Deutschland in

Deutschland ermordet und verhöhnt worden

ist.“ | TS

WISSEN KOMPAKT

Heinz Liepman lesen

Liepmans Tod, der sich in diesem

Jahr zum 50. Mal jährt, könnte

ein Anlass sein, sich wieder

intensiver mit seinen Texten zu

beschäftigen. Der Hamburger

Historiker und Publizist Wilfried

Weinke hat genau das

getan und im vergangenen

Jahr eine Dissertation mit dem

Titel "´Ich werde vielleicht

später einmal Einfluß zu gewinnen

suchen´. Der Schriftsteller

und Journalist Heinz

Liepman (1905-1966)" abgeschlossen.

Diese fast 800

Seiten umfassende Rekonstruktion

von Leben und Werk soll

noch 2016 erscheinen. Liepmans

eigene Bücher führen heute nur

noch ein Schattendasein. Sie

sind allenfalls antiquarisch erhältlich

– auf verschiedenen Online-

Portalen allerdings zu mitunter

extrem günstigen Preisen. „Das

Vaterland“ kann auch in der Universitätsbibliothek

Osnabrück ausgeliehen

werden.

Das Erich Maria Remarque-

Friedenszentrum hat eine kleine

Online-Präsentation zu Heinz Liepman

eingerichtet:

Zitat aus „Das Vaterland“, Hamburg 1979,

S. 119-120.

Heinz L iepman

um 1932

www.remarque.de/liepmann/

liepmann.html

Das Foto wurde anlässlich der Uraufführung von

Liepmans Schauspiel "Columbus" im Deutschen

Schauspielhaus in Hamburg im Februar 1932 aufgenommen.

61


KUNST & KULTUR

Intervention im öffentlichen Raum oder

„Hä, was machen die denn da?“

Wer kennt ihn nicht, den Kapuzenpullover? Im englischen, uns

geläufigen Sprachgebrauch heißt er "Hoodie" und ist längst nicht

mehr aus unserem Alltag wegzudenken: als praktischer Begleiter

in Sachen legerer Kleidung und auch als Signum für meine Peer-

Group!

Natürlich tragen wir Kleidung zunächst

einmal, um uns vor Kälte, Nässe oder gar

Hitze zu schützen, jedoch dicht gefolgt

von dem Wunsch, unserer Besonderheit

Ausdruck zu verleihen.

Überraschenderweise folgen wir bei dieser

Individualitätsversicherung an uns selbst

der "Mode" - und sind mittendrin in der

Diskussion um Gemeinschaftsbildung

und die dazugehörigen Regeln. Regeln

sind hier Verabredungen, die sich damit

befassen, wer dazu gehört und wie man

aussehen muss, um dazuzugehören.

Im Herbst 2015 befasste sich das Seminarfach

Kunst des Ratsgymnasiums Osnabrück

im Rahmen eines Kooperationsprojektes

mit der Kunsthalle Osnabrück

intensiv mit der Kunstform der Performance,

der Intervention, die im öffentlichen

Raum stattfindet und mit der Frage

nach dem, was künstlerisches Material

sein kann und wie sich Alltägliches und

oft Gesehenes in seiner Wirkung ästhetisch

umwenden lässt.

Warum erobern Hoodies

eine Fußgängerzone?

Angeregt durch die Ausstellung des slowenischen

Künstlerkollektivs IRWIN in der

Kunsthalle Osnabrück sowie inspiriert

durch die Projekte des österreichischen

Künstlers Willi Dorner, war die Arbeitsgruppe

dem "Alltäglichen im Alltäglichen"

auf der Spur und dem, wie mittels leicht

versetzter Perspektive, vermeintlich Bekanntes

einer überraschende Intervention

begegnen kann.

Einheitlich, in neon-pink-farbenen Hoodies,

schwarzen Hosen und nach Körpergröße

sortiert, eroberte sich der aktive

Teil der Gruppe einen zentralen Abschnitt

des Osnabrücker Fußgängerbereichs.

Insgesamt fünf achtsam ausgewählte

Stationen wurden zum Schauplatz einer

performativen Intervention. Ein Eingriff,

eine Einmischung in die Seh- und

Gehgewohnheiten des regulären Fußgängers

und Einkaufenden und gleichzeitig

eine ästhetische Komposition aus in

Hoodies gekleideten Körpern als Kommentar

zu vorgefundenen Situationen wie

die einer Passage oder eines Schaufensters.

Die seriellen Kompositionen begegneten

dem Publikum ganz unvermittelt beim

Schlendern und Flanieren oder auch auf

dem eiligen Weg ins Büro. Der aktive Teil

der Gruppe lag beispielsweise mitten in der

Deutsch-Passage in auffallend geordneter

Weise bäuchlings für drei (lange) Minuten

auf dem Boden oder verstellte im Wortsinn

und im übertragenen Sinn den Haupteingang

eines großen Osnabrücker Modegeschäftes

und markierte so zunächst den

Übergang vom öffentlichen Raum in den

des Konsum- und Kaufbegehrens.

Die unmittelbar folgende Positionierung

im sich direkt über dem Haupteingang

befindlichen Schaufenster reflektierte

offensichtlich die eigene Haltung zur Wirkung

von Werbung, der jeder ausgesetzt ist

und die jeder konsumiert - zufälliges, verwundertes,

fragendes und bannig erstauntes

Publikum inklusive!

Wie geht man mit

Unvorhersehbarem um?

Die Reaktionen waren ganz unterschiedlich:

einige Menschen verharrten erstaunt

vor der Gruppe und ihrer Intervention.

Manch einer reagierte auf die Aktion, da

er seine ihm geläufige Perspektive auf die

Welt kurzfristig verändert sah, und suchte

die Diskussion. Wiederum andere äußerten,

beileibe nicht wohlwollend, spontan

ihr Missfallen. Hier war der zweite Teil

des Kurses gefragt: die Kommunikationsgruppe

nahm Reaktionen des Publikums

zum Anlass, über Erscheinungsformen

von Kunst, Umwendung von Alltagssituationen

und die künstlerische Strategie

der Irritation zu diskutieren - kurz den

Sinn und Unsinn einer performativen

Intervention im öffentlichen Raum mit all

denjenigen zu verhandeln, die mit neugierigem,

offenen Blick die überraschend

andere Sicht auf "ihren" öffentlichen Raum

kurzzeitig vollkommen verändert wahrnehmen

konnten. Die Gruppe derer, die

sich der fotografischen und filmischen

(hier lohnt der Blick auf youtube unter

62


FAMILIE & SOZIALES

Bilder © Kunsthalle Osnabrück mit dem Seminarfach Kunst, Ratsgymnasium Osnabrück

www.youtube.com/watch?v=FPxqaQ-

VfB54) Dokumentation des Projektes

verschrieben hatten, leistete übrigens

wertvolle Arbeit für eine anschließende

interne Reflexion des Projektes. Dies gilt

besonders im Hinblick auf eine Untersuchung

der Formen des gemeinsamen

Umgangs mit Unvorhersehbarem, die bewusste

Betrachtung der unterschiedlichen

Ebenen der Aktion in deren Bedeutung

für die vorangestellten Fragestellungen.

Wie machen sich Menschen

ein Bild von der Kunst?

Wie orientieren sie sich, wie reflektieren

sie ihren Standpunkt? Die Vermittlung

der Kunsthalle Osnabrück möchte mit

diesem wie anderen Programmen stetig

neue Formen der Raum- und Weltaneignung

erfassen.

Gleichzeitig geht es in der Kunst um

eine andauernde Beschäftigung mit den

Dingen, die uns nicht geläufig sind. Mit

Vermittlungs-Programmen möchte die

Kunsthalle dazu beitragen, die Angst vor

dem Anderen in Neugierde und lustvolles

Interesse für das Neue zu verwandeln.

Denn: Kunst schafft Situationen, in denen

die bekannten Erwartungen gestört werden.

Kunst schafft manchmal auch ein

Befremden, wenn Regeln und Gebräuche

gebrochen werden. Das Motiv der Kunsthalle

bleibt die Entdeckung frischer, unbekannter

Denkweisen, innerhalb derer oft

Unvorhersehbares und Unkalkulierbares

offenbar wird – und ein Handlungsraum

entsteht, der offen ist für stetige Veränderung

und vor allen Dingen für eine aktive

Beteiligung! | CS

Was erlebt Hella auf lautlosen Stufen?

Das üble Gedankengut der Nationalsozialisten drang bis Ende der

1930er Jahre bis in die abgelegenen Kleinstädte Nazideutschlands vor.

Inge Bechers sehr einfühlsam geschriebene Geschichte des kranken

Mädchens Hella zeigt auf, wie jede Familie mit dem rassistischen

Gedankengut der Nazis hautnah konfrontiert wurde.

Hella Arnold ist 10 Jahre alt, als sie eine

rätselhafte Krankheit bekommt. Da sie

viel Zeit im Krankenhaus verbringen

muss, fehlt sie häufig in der Schule und

kann nicht, wie ihre Freundinnen, bei

den „Jungmädeln“ mitmachen.

Nach seiner Machtergreifung setzte

Hitler alles daran, junge Menschen für

seine menschenfeindlichen Ziele zu gewinnen.

Mit Kinderorganisationen wie

»Jungmädel« und »Jungvolk« wurden

Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren

zunächst mit einem interessanten Programm

der Partei der Nationalsozialisten

gezielt angelockt. Das zunächst noch

freiwillige Angebot wird jedoch bald zur

Pflicht. Eine Verweigerung der Teilnahme

hat schwerwiegende Folgen und

führt zu ernsthaften Repressalien.

Hella jedoch, die sich nichts sehnlicher

wünscht, als wie alle anderen Mädchen

zu sein, fühlt sich durch die Tatsache,

nicht bei den „Jungmädeln“ dabei sein

zu können, mehr und mehr als Außenseiterin.

Mit 14 hört sie von Spezialkliniken, in

denen schwerkranken Kindern wie ihr

geholfen werden kann. In ihrer Verzweiflung

bittet sie den Chefarzt des Krankenhauses

auf eigene Faust, ihr eine

Überweisung dorthin auszustellen. Zum

großen Entsetzen ihres Hausarztes und

ihrer Eltern: Aus diesen Kinderfachkliniken

kam noch kein Kind lebendig zurück.

Die Autorin und Historikerin Inge Becher

beschreibt sehr berührend und lebendig

am Schicksal eines Kindes die

drastischen Auswirkungen der Schreckensherrschaft

Adolf Hitlers. Mit der

Geschichte des als „lebensunwert“ angesehenen

Mädchens Hella schildert

sie auf sehr ehrliche Weise jedoch nicht

Der Kinder- und

Jugendbuchtipp wird

präsentiert vom

Unsere Redaktion verlost 3 Bücher "Lautlose Stufen"

von Inge Becher bei unserem Gewinnspiel auf Seite 67!

nur die vielfältigen Einschränkungen.

Sie zeigt darüber hinaus auch, in welch

hohem Maße die Menschen überall in

Deutschland Berührungen mit den Naziverbrechen

hatten. Ob der Judenmord,

die Tötung von Kranken als „unwertem

Leben“, die grausame und unmenschliche

Behandlung von Zwangsarbeitern,

die Repressalien gegenüber Andersdenkenden

bis hin zur Verschleppung und

Krieg – die Nazi-Greuel vergifteten das

ganze Land.

Ein höchst lesenswertes Buch, das unter

die Haut geht. Es verdeutlicht nicht

nur jungen Lesern ein sehr dunkles

Kapitel deutscher Geschichte auf eindrucksvolle

Weise, sondern ist auch

für Erwachsene eine berührende Lektüre,

die zum Nachdenken bringt.

| BCB

WISSEN KOMPAKT

Zur Autorin

Die Historikerin Inge Becher leitet

das Museum Villa Stahmer in

Georgsmarienhütte. „Geschichte

vermittelt am man besten in Geschichten“,

sagt sie und hofft, dass

mit vorliegenden Buch junge Menschen

begreifen, was das Dritte

Reich für den Einzelnen bedeutete.

Inge Bechers Buch „Lautlose Stufen“

ist seit dem 22. März im Buchhandel

erhältlich, umfasst 105 Seiten und

kostet 8,95 Euro.

63


SCHÖNE GRÜSSE & GOLDENES BUCH

Hallo, wie geht‘s?“

"

GRÜSSE AUS DER REGION!

Postkarte: Privatarchiv

Wer trug sich ins

Goldene Buch ein?

Teil 13: Rigoberta Menchú Tum

Im Guatemaltekischen Bürgerkrieg, der das zentralamerikanische

Land mehr als drei Jahrzehnte verwüstete, erlebte Rigoberta

Menchú Tum die Schrecken von Gewalt, Terror und Fanatismus

aus nächster Nähe. Vater, Mutter und Bruder der 1959

geborenen Menschenrechtlerin wurden gefoltert und ermordet

– doch Rigoberta Menchú setzte ihr Engagement für ein Ende

der Militärdiktatur und die Rechte indigener Völker unbeirrt

fort. 1992 wurde sie mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet

und zur UN-Sonderbotschafterin ernannt.

Neun Jahre später eröffnete sie in Osnabrück die internationale

Konferenz „Exit - Wege aus der Gewalt für Kinder und Jugendliche“.

Anlässlich dieses Besuchs trug sich Rigoberta Menchú

Tum am 7. Mai 2001 in das Goldene Buch ein und verewigte

dort den denkwürdigen Satz: „La vida es paz.“ – „Das Leben ist

Frieden.“ | TS

Gute Genesungswünsche gingen im März 1959 von Bad Rothenfelde

nach Paderborn. Anna A., die Absenderin, machte

sich große Sorgen um die erkrankte Maria. „Ich denke sehr oft

an doch – gebetet habe ich auch“, heißt es in der Karte, die auf

der Vorderseite den imposanten Weidtmanshofs zeigt.

Das Gebäude wurde in den Jahren 1917/18 als Kurhaus des

„Allgemeinen Knappschaftsvereins zu Bochum“ errichtet.

Bergbauangestellte sollten sich hier von ihrer Arbeit erholen,

die Natur genießen und viel salzhaltige Luft atmen. Der

Geheime Bergrat Dr. Viktor Weidtman (1853-1926), der seit

1896 im Aufsichtsrat der „Rothenfelder Salinen- und Solbad

AG“ tätig war, gab der Einrichtung ihren Namen.

Ende der 1990er Jahre wurde der Weidtmanshof komplett

umfunktioniert. Heute hat die „heristo aktiengesellschaft“,

die zu den erfolgreichsten Unternehmen der deutschen Nahrungsmittelindustrie

gehört, hier ihren Hauptsitz. | TS

Bild Menchú © terre des hommes | Unterschrift © Thorsten Stegemann | Postkarte: Privatarchiv

64


HANDGEZEICHNET

In welcher Wüste

gibt es einen Dschungel?

Karikatur © Olaf Thielsch

Um von der Wüste direkt in den Dschungel zu gelangen, musste

man als Osnabrücker bisher ziemlich lange und weit reisen. Im

Moskaubad ist das nun ohne Umwege möglich.

Denn im Kampf gegen das typische

Osnabrücker Klima mit zuletzt leider sehr

wenigen freibadetauglichen Sommertagen

hat der Betreiber jetzt in eine Saison

verlängernde Maßnahme investiert:

Als Ergebnis einer Besucherbefragung

ist ein 75 Meter langer Seilgarten zum

Saisonstart Mitte März entstanden. Auf

dem Pfad kann man sich wie Tarzan durch

die Bäume der Liegewiese im Osnabrücker

Stadtteil Wüste schwingen.

An der neuen Attraktion können an 14

Stationen alle großen und kleinen Kletterfans

ab fünf Jahren ihre artistischen Fähigkeiten

im Hangeln, Schlängeln und ihren

Gleichgewichtssinn testen. Unter anderem

gilt es, eine knifflige Dschungelbrücke,

einen verschlungenen Schlaufenpfad und

einen verwinkelten Klettertunnel zu überwinden.

Außerhalb der Freibadsaison kostet der

Eintritt 1,90 Euro für Kinder unter 13 Jahren

und 1,30 Euro für Erwachsene. Während

der Freibadsaison ist das Angebot bereits

im regulären Eintrittspreis enthalten. | MJ

Weitere Informationen:

www.moskaubad.de/dschungel

WISSEN KOMPAKT

Über den Zeichner dieser Karikatur

Zukünftig veröffentlichen wir an

dieser Stelle Karikaturen zu Neuigkeiten

und Besonderheiten aus der

Region. Für diese Idee konnten wir

Illustrator und Diplom-Designer Olaf

Thielsch gewinnen. Der gebürtige

Georgsmarienhütter hat unter anderem

für verschiedene deutsche

Tageszeitungen, den Tourismusverband

Osnabrücker Land oder auch

für das Studentenwerk Osnabrück

gezeichnet. In einigen Büchern für

Kinder und Erwachsene finden sich

ebenfalls seine Illustration.

www.olaf-thielsch.de

65


Wie viel Wissen

steckt in Ihnen?

AUFGEWECKT DURCH STADT UND LANDKREIS

Kleinere

Maßeinheit

als dm

Jmd. der in

einer unbedeutenden

Sache belogen

wurde

Reptil, das

zur Jagd &

Verteidigung

Giftstoffe

einsetzt

Angehöriger

des

Christentums

7

Gefäß für

heißes

Nachmittagsgetränk

der einzelne

Mensch (im

Gegensatz

zur Masse)

12

Name der

Friedensnobelpreisträgerin

z.B. aus Mais

Was wird

von 1992 erzeugt?

das Zurückwerfen

von

Wellen

Was wird

u.a. am dt. Wort für

Piesberg Mortalität

abgebaut?

10

8

der vom

Menschen

bewohnte

Planet

4

der Glaube

an einen

oder mehrere

Götter

Sittenlehre

englisches

Wort für

Film (pl.)

anderes

Wort für

Boote

- Anzeige -

nicht

sorgfältig

Anlage um

Schiffe zu

heben oder

senken

anderes

Wort für

Kogge

5

1

Infoabende zu aktuellen Ausbildungsthemen,

Umschulungs- & Weiterbildungsmöglichkeiten:

14. April / 26. Mai 2016

2 KOMM.KREATIV-CAMPs

23. - 24. Juni / 11. - 12. Juli

3

15. - 16. August sowie

10. - 11. Oktober 2016

Infos & Anmeldungen:

www.komm-akademie.de

schlank und

durchtrainiert

13

undeutlich

vermuten

oder vorhersehen

Maßeinheit

für Wasser

zu

religiösen

Stätten

reisen

Gefühl von

starkem Ärger

und Zorn

Orte zum

Stehenbleiben

6

Welches

Osnabrücker

Wasser-Bassin

feiert 100.

Geburtstag?

Sieger eines

Wettbewerbs

11

daraus

schlüpfen

Hühner

14

9

Lösungswort:

Die Gewinner werden von uns benachrichtigt. Bitte Kontaktdaten nicht vergessen ...

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14

Auch dieses Mal können Sie mit unserem

regionalen Kreuzworträtsel Ihr (vielleicht

gerade erst neu gelerntes?) Wissen

testen und unter Beweis stellen. Mit etwas

Glück gewinnen Sie sogar einen der attraktiven

Preise, die wir mit freundlicher Unterstützung

einiger Partner verlosen.

Einsendeschluss: 31. Mai 2016.

Die Gewinner werden benachrichtigt. Sollten

mehr richtige Antworten eingehen als Preise

zur Verfügung stehen, entscheidet das Los.

Das Redaktionsteam wünscht viel Erfolg!

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, keine Auszahlung der Preise in bar.

Mitarbeiter und Angehörige der teilnehmenden Unternehmen sind

von der Verlosung ausgeschlossen.

Schicken Sie uns ganz einfach das

Lösungswort per E-Mail an:

gewinnspiel@osnabruecker-wissen.de

Alternativ auch gerne per Post:

Medienagentur KreativKompass

Stichwort OsWi-Gewinnspiel

Natruper Straße 23, 49076 Osnabrück

66


Preise

Filmpassage

Osnabrück

2x 2 Karten

für das

GOP Varieté

Bad Oeynhausen

für ein Programm

im Jahr 2016

3x 2 Kisten

Zischke

Kellerbier

von Karlsberg

Zur Verfügung

gestellt von

Getränke

Schröder

1x 2 Gutscheine

für die

Filmpassage

Osnabrück

2D Film inkl. 2 x

Popcorn klein,

2 Softgetränk 0,5 l

1 Verzehr-

Gutschein

im Wert von

50,- € für

bayerische

Spezialitäten

im Restaurant

„Alte Posthalterei“

1x Buchpaket

von Daniela A.

Ben Said

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Buchpaket mit und

von Daniela A. Ben

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über 120,- Euro!

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Tagesticktes

für den Zeitraum

vom 20.-24. April

2016. Siehe auch

Seite 51

Diese Gutscheine

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Tag der

offen Tür

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3. April 2016

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3x Buch

„Lautlose

Stufen“

von Inge Becher

"Ein höchst lesenswertes

Buch, das

unter die Haut

geht"

Tipp zur Gewinnspiel-Teilnahme:

Geben Sie beim Lösungswort auch gerne

mit an, welche(n) der Preis(e) Sie am liebsten

gewinnen möchten. Nach der Auslosung

versuchen wir, die Preise den Gewinnern

dann möglichst passend zuzuordnen.

67

Steigenberger

Hotel Remarque

Natruper-Tor-Wall 1

49076 Osnabrück

www.osnabrueck.steigenberger.de


ist, sich überall sicher zu fühlen

VGH Vertretung Hendrik Klein

Große Straße 32

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Tel. 05407 895050 Fax 05407 895035

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hendrik.klein@vgh.de

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