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Wirtschaft aktiv - Bezirk Perg April 2016

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Dipl. Ing. Thomas Hofko setzt sich<br />

intensiv mit wirtschaftswissenschaftlichen<br />

Themen auseinander. Das Modell des<br />

Deficit Spending verursachte chronische<br />

Dauerverschuldung in vielen Staaten. Immer<br />

mehr Gelder müssen für Zinszahlungen<br />

verwendet werden.<br />

Die Illusion von Wachstum auf Pump<br />

Kommentar von Dipl. Ing. Thomas Hofko über Grenzen des Deficit Spending<br />

Es gilt als ausgemachte Sache: Lahmt<br />

die Konjunktur, so soll der Staat eingreifen<br />

und gleichsam echte wie eingebildete<br />

Probleme mit viel Geld bewerfen.<br />

Hat er dasselbe nicht, soll er<br />

sich eben verschulden. Das verstärkte<br />

Wachstum soll dann höhere Steuereinnahmen<br />

zur Rückzahlung der Schulden<br />

generieren. Wäre es tatsächlich so<br />

einfach, müssten wir heute eigentlich<br />

im Schlaraffenland leben, denn seit<br />

Jahrzehnten folgt Europa den Vorgaben<br />

des Deficit Spending. Die Ursachen<br />

für das Scheitern dieses Rezepts<br />

können heute im historischen Rückblick<br />

gut analysiert werden. Zunächst<br />

fällt die mangelnde Qualität staatlicher<br />

Investmententscheidungen auf. Politiker<br />

und Beamte sind nämlich leider<br />

nicht so genial, wie in der Theorie des<br />

Deficit Spending vorgesehen ist.<br />

Jeder Unternehmer weiß aus eigener<br />

Erfahrung, wie schwierig es ist, die<br />

Zukunft richtig einzuschätzen und<br />

die dafür passenden Investitionen zu<br />

tätigen. In den getroffenen Entscheidungen<br />

stecken Wissen und Lebenserfahrung<br />

jedes einzelnen. Besonders in<br />

Österreich kommt noch erschwerend<br />

hinzu, dass der Großteil der politischen<br />

Klasse aus wirtschaftsfernen Milieus<br />

stammt.<br />

Deficit Spending: Der Staat soll umfangreiche <strong>Wirtschaft</strong>s- und Infrastrukturprogramme<br />

finanzieren und zwar - falls es nicht anders geht - durch Neuverschuldung.<br />

Man erhofft sich dadurch Wachstumsimpulse für die <strong>Wirtschaft</strong>.. Idealtypischer<br />

Weise soll das entstandene Defizit in einer Expansions- oder in einer Hochkonjunkturphase<br />

(antizyklisch) durch Haushaltsüberschüsse wieder ausgeglichen werden.<br />

In letzter Zeit hören wir von linken Politikern,<br />

Ökonomen und Medien wieder<br />

häufiger die Forderung nach einer<br />

Politik des “Deficit Spending”: Der<br />

Staat soll umfangreiche <strong>Wirtschaft</strong>sund<br />

Infrastrukturprogramme finanzieren<br />

und zwar - falls es nicht anders<br />

geht - durch Neuverschuldung. Man<br />

erhofft sich dadurch Wachstumsimpulse<br />

für die <strong>Wirtschaft</strong>. Doch dieses vielgepriesene<br />

Allheilmittel erweist sich<br />

bei näherer Betrachtung als schwerer<br />

Fehler.<br />

Ein recht anschauliches Beispiel für die<br />

mangelnde Qualität politischer Investitionen<br />

liefert uns die EU. Seit den späten<br />

1990ern wurden auf Geheiß Brüssels<br />

umfangreiche Straßenbauprojekte<br />

in den Südländern durchgeführt, um<br />

die dortige <strong>Wirtschaft</strong> anzukurbeln.<br />

Man errichtete Schnellstraßen und Autobahnen<br />

etwa auf dünn besiedelten<br />

griechischen Inseln, in der Hoffnung,<br />

diese würden den Auftakt zur Industrialisierung<br />

bilden. In den vergangenen<br />

13 Jahren sind etwa 65 Milliarden<br />

EU-Gelder in die Förderung von Straßenbau-Projekten<br />

geflossen. Doch viele<br />

der Gelder sind verschwendet worden.<br />

Vor allem Spanien setzte die EU-Mittel<br />

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<strong>Wirtschaft</strong> Aktiv <strong>April</strong> / 16

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