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OCEAN7 2014-05

Das ist Segeln mit allen Sinnen: Im slowenischen Izola vermieten Doris und Olaf von www.meerflair.at das historische und perfekt restaurierte hölzerne Folkeboot.

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www.ocean7.at

Unabhängiges YACHTMAGAZIN für Österreich

05/2014 September/Oktober

Folkeboot im Chartereinsatz

Segeln mit

allen Sinnen

Seemannstreffs rund um die Welt

Hafenkneipen

Mit News der Verbände YCA, MSVÖ und SFVS


Riesige Auswahl

tolle Angebote

spannende Wassersportevents

entspannte Atmosphäre!

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Die neuesten Tipps und Trends erleben Sie für die

kommende Wassersport-Saison auf der INTERBOOT.

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48°

49°

50°


Editorial

Happy

Birthday

Marina Punat!

Ende Juni trafen sich Eigner und Freunde der Selene Trawler-

Yachten zu ihrem zweiten „Rendezvous“ in der Marina Punat und

feierten dort auch gleich den 50. Geburtstag dieser kroatischen

Marina der Extraklasse.

Die Marina liegt in der bestens geschützten Bucht in der Oberen

Adria, nur wenige Autostunden von Österreich entfernt. Hier

ist alles perfekt. Solide Stege, ein exklusives Spitzenrestaurant,

Pizzeria, Kaffeehaus, ein Geschäft für Yachtzubehör, österreichische

Bankfilialen und eine Werft mit mehr als 90 Jahren Tradition. Dazu

eine zuvorkommende, freundliche und hilfsbereite Marinacrew. Die

Marina Punat darf mit Recht die beste kroatische Marina genannt

werden.

Dazu tragen viele einzigartige Dienstleistungen bei. Ich habe noch

nie in einer Marina, egal wo, derart gepflegte und sichere Liegeplätze

gesehen wie hier. Marina-Geschäftsführerin Renata Marevic

erzählt: „Wir tauschen jedes Jahr 40 Kilometer Mooringleinen und

nach dem verheerenden Brand kurz vor Weihnachten 2012 haben

wir den schlagkräftigsten Feuerschutz eingerichtet, den es gibt.

Unsere Teams sind rund um die Uhr standby und binnen weniger

Minuten in jedem Teil der gesamten Marina einsatzbereit.“

Besonders groß geschrieben wird in der Marina Punat der Service

für Dauerlieger. Renata Marevic: „Jeder Eigner bekommt jeden

Freitag eine E-Mail mit einem tagesaktuellen Foto seines Schiffes

und eine Dokumentation, was während der täglichen Kontrollen

aller Stege von unseren Marineros festgestellt und erledigt wurde.

Zum Beispiel: Festmacherleinen nachgespannt, Persennig und

Bimini vom Regenwasser befreit. Aber auch Hinweise, wo Schäden

aufgetreten sind, die behoben gehören.“ Dazu hat die Marinaleitung

eine eigene Software entwickelt und die Marineros mit handlichen

elektronischen Geräten ausgestattet, mit denen die Fotos gemacht,

die Kontrollen dokumentiert und dann automatisch auf den Server

übertragen werden. Kein Wunder, dass viele Eigner der bulligen,

schönen Selene Trawler-Yachten ihre Schiffe dieser Marine anvertrauen

und hier bereits zum zweiten Mal in Folge ihr jährliches

Rendezvous veranstaltet haben.

Aber jetzt lasse ich Sie, liebe OCEAN7-Leser, mit dieser Ausgabe

allein. Es gibt wieder viele Anregungen, Tipps und Reportagen –

zum Träumen und Informieren. Viel Freude beim Lesen,

Ihr

Thomas D. Dobernigg

thomas.dobernigg@ocean7.at

September/Oktober 2014 | OCEAN7 05/2014 3


05/2014 September/Oktober 4,50 EUR

Mit News der Verbände YCA, MSVÖ und SFVS

05

9 190001 016481

OCEAN7InhaltImpressum

Inhalt

05/2014

September/Oktober

www.OCEAN7.at

UNABHÄNGIGES YACHTMAGAZIN FÜR ÖSTERREICH

Folkeboot im Chartereinsatz

Segeln mit

allen Sinnen

Seemannstreffs rund um die Welt

Hafenkneipen

P. b. b. 12Z039473 M · OCEAN7, Feschnigstraße 232, 9020 Klagenfurt

Coverfoto: Dr. Udo Reichmann

24

Revier

14 News

16 Chesapeak Bay/USA

Größtes Segelrevier an der Ostküste

24 Îles Gambier

Südseeparadies am Rande der Tropen – Teil 2

Service

30 News

32 Haie

Gefürchtet, gejagt und gefährdet

38 Triebwerke vom Magier

Schnelle Motoren

40 Hafenkneipen

Die besten Bars rund um die Welt

32

16


Impressum

Medieninhaber:

Satz- und Druck-Team GmbH | Feschnigstraße 232 | A-9020 Klagenfurt

Tel. +43(0)463/4619025 | www.ocean7.at

redaktion@ocean7.at | office@ocean7.at

Firmenbuchnummer 105347 y | Landesgericht Klagenfurt

UID ATU 25773801

Anwendbare Vorschrift: Österreichische Gewerbeordnung,

Mediengesetz (www.ris.bka.gv.at)

Yachten

44 News

46 Folkeboot Wiki

Berauschend schön

52 Oceanis 38

Yacht für alle Fälle

Verbände

58 Seefahrtsverband Süd

60 Yacht Club Austria

64 Motorsport und Seefahrtsverband

Österreich

Rubriken

3 Editorial

6 OCEAN7-Panorama

8 Best of

12 OCEAN7-Woman

66 Bücherschapp

40 46

52

Geschäftsführer: Wolfgang Forobosko

Redaktion: Thomas D. Dobernigg

Lilienthalstraße 30 a, A-9020 Klagenfurt

Tel. +43(0)664/73622140

thomas.dobernigg@ocean7.at

Art-Direktion: Catharina Pichler

Mitarbeiter dieser Mag. Christian Abl, Fritz Abl, Stefan Detjen,

Ausgabe:

Wolfgang Hausner, Christian Feldbauer,

Joachim Feyerabend, Birgit Hackl,

Dr. Reinhard Kikinger, Tahsin Özen,

Alexandra Schöler, Gernot Weiler

Produktion: Satz- und Druck-Team GmbH

Anzeigen: Robert Rainer, Tel. +43(0)664-2011699

r.rainer@ocean7.at

Bernd Hofstätter, Tel. +43(0)664-5520932

b.hofstaetter@ocean7.at

Druck:

Satz- und Druck-Team GmbH

Einzelverkaufspreis: Österreich 4,50 Euro

Abo-Preise: Bezugspreis Inland für sechs Ausgaben: 25 Euro

Abo-Bestellung: abo@ocean7.at | www.ocean7.at

Vertrieb:

Presse Großvertrieb Austria Trunk GmbH

St. Leonharder Straße 10, 5081 Anif/Salzburg

Offenlegung für OCEAN7

(Offenlegung gem. § 25 Mediengesetz)

Medieninhaber: Satz- und Druck-Team GmbH,

Feschnigstraße 232, A-9020 Klagenfurt

Geschäftsführer: Wolfgang Forobosko

OCEAN7 steht im Alleineigentum von

Satz- und Druck-Team GmbH, FN 105347 y

Unternehmensgegenstand: Druck bzw. Herstellung von

Druckwerken und Magazinen.

Grundlegende Richtung: OCEAN7 ist ein Magazin, das

sich an yachtsportinteressierte Österreicher richtet.

Verantwortlich für YCA-Mitteilungen

Yacht Club Austria, Generalsekretariat

A-4020 Linz, Lederergasse 88, www.yca.at

Verantwortlich für Mitteilungen des

Seefahrtsverbandes Süd

8052 Graz, Villenstraße 11, 0664/1512226,

info@sfv-sued.at, www.sfv-sued.at

Verantwortlich für Mitteilungen des Motorbootsport

und Seefahrtsverbandes Österreich

Ketzergasse 30, 1230 Wien,

msvoe@msvoe.at, www.msvoe.at

Diese Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen einzelnen Beiträge und

Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb

der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes bedarf der Zustimmung

des Herausgebers. Die Ver wendung von Zitaten aus Berichten für

Anzeigen ist möglich. Durch Annahme eines Manuskriptes erwirbt der

Herausgeber das ausschließliche Recht zur Veröffentlichung. Für

unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Haftung

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Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2.

Urheberschutzgesetz, sind durch den Herausgeber genehmigungspflichtig.

Bei Nichtbelieferung ohne Herausgeber-Verschulden oder wegen

Störungen des Arbeitsfriedens bestehen keine Ansprüche gegenüber dem

Herausgeber.

www.ocean7.at


OCEAN7Panorama


Philippinen

Segeln

mit

Aussicht

Im glasklaren Wasser vor Anker, eine traumhafte Palmeninsel mit

feinstem Sandstrand voraus. Am Backbordbug der Taboo III sonnt sich

Lin, die junge Lebensgefährtin des österreichischen Ausnahmeskippers

Wolfgang Hausner. Lin ist nicht nur ein erfreulicher Anblick, sie ist auch

die perfekte Gastgeberin an Bord des 18 Meter-Katamarans.

Charterbuchungen unter www.hofinger-yachtcharter.at

Foto: Wolfgang Hausner


Bestof

Navigieren mit TouchScreen

Raymarine hat die a-Serie um ein 9“ (a9)- und ein 12“

(a12)-Display erweitert und bietet nun auch für größere

Schiffe eine preisgünstige Lösung mit Kartenplotter/

GPS sowie Radaranschluss, mehrfach

Fischfinder und möglicher Video/

Thermokamera-Integration – alles extrem

bedienerfreundlich. Diese neuen 9“- und

12“-Displays sind ebenso schnell und

einfach wie die bewährten a6- und a7-

Geräte, aber mit größeren TouchScreens in

der besten verfügbaren Qualität dieser

Klasse: Sie verwenden die neueste

Version der Raymarine LightHouse-

Software. Einfachste Bedienung, leicht

konfigurierbar und mit dem neuen Multi-

Sonar kompatibel! Beste Ablesbarkeit im

Sonnenlicht, zwei-Finger-Zoom. Direkter Zugriff von überall an

Bord über das eingebaute WiFi und die Raymarine-Apps!

Der a95 Kartenplotter/GPS mit Navionics EU Silver Karte kostet

1.695 Euro ohne MWSt., der a125 Kartenplotter/GPS mit

Navionics EU Silver-Karte

2.495 Euro.

www.yachtelektronik.at

Gewinner

Die Gewinner der Bücher „Die Seglerküche“

(OCEAN7 04/2014):

Sebastian K. aus Moosbrunn

Elfriede S. aus Rust

Das OCEAN7-Team gratuliert sehr herzlich!

Bernwieser

umgezogen

Die bestens sortierte nautische Buchhandlung hat nach

34 Jahren im 14. Wiener Gemeindebezirk ihre Adresse

geändert. Bernwieser Seekarten + Flight Shop ist ab

sofort in der Engerthstraße 237/10 in 1020 Wien zu

Hause. Telefon: +43(0)1-9855166.

www.bernwieser.at

8 OCEAN7 05/2014 | September/Oktober 2014


Halbwind

Victor Schupfer, Maler aus Sierning,

liebt das Segeln. Jetzt stellt er in seiner

Galerie unter dem Titel „Halbwind“ neue

Werke vor: Farblich ist das Konzept der

maritimen Welt angepasst. Elemente der

Navigation, Ruder, Segel und Seekarten,

Leuchttürme und Seezeichen werden

bildnerisch umgesetzt. In die Bilder

eingearbeitet sind Logbucheinträge,

Positionsbestimmungen, Kreuzpeilungen.

Viele Bilder sind auf altem Segeltuch

gearbeitet. Die Steppnähte der Segelnaht

und die Ösen der Reffpositionen, wo

noch die originalen

Reffleinen zu sehen

sind, verleihen

diesen Werken ihren

besondern Charme.

www.vic-art.at

DECLARE YOUR

INDEPENDENCE

Die Frauscher Bootswerft setzt

bei Ihren edlen Elektroyachten

in vielen Bereichen auf Mastervolt

Li-Ion Batterien, da es im Moment

keinen besseren und innovativeren

Partner in Bezug auf Sicherheit und

Leistungsfähigkeit gibt.

Riesige

Wasserhose

Was für ein beängstigendes Erlebnis! Der

österreichische Segler Victor Schupfer war im

Juni vor Korfu im Ionischen Meer unterwegs,

als er diese gewaltige Wasserhose entdeckte.

„Wir segelten in der Nähe von Sivota, als sich

plötzlich dieser Tornado entwickelte. Das war ein

echt spektakuläres Naturschauspiel. Zum Glück

war das rund acht Seemeilen entfernt,“ berichtet

Victor Schupfer, der dieses Foto aufnahm.

Stefan Frauscher, Managing Director, Head of Sales,

Frauscher Bootswerft GmbH & Co KG

Die am weitesten fortgeschrittenen,

leistungsfähigsten und zuverlässigsten

elektrische Systeme der Welt.


Bestof

Alles für

die Jungen

Bei der Crew-Tauern aus Kaprun wird seit 29 Jahren aktiv und

erfolgreich Jugendarbeit betrieben. Zahlreichen Jugendlichen

wurde der Segelsport nahe gebracht und viele wurden zu Skippern

ausgebildet. Begründer der Crew Tauern ist Fritz Breitenstein.

Klicktipp:

Wissen testen

Auf dieser Homepage können Sie nicht nur interessante

Bücher bestellen, sondern auch mit täglich neuen Fragen

zu sechs Wissensgebieten, die im Zusammenhang mit

Wassersport stehen, ihr Wissen testen.

www.aequator.com

Warum diese Jugendarbeit so erfolgreich ist? Weil im Vordergrund

die Freude am Segeln steht. Weil an den Jugendlichen, an den

Törns und an der Ausbildung niemand verdient, niemand sein

Schiff über die Jugendarbeit finanziert und niemand – außer den

Jugendlichen – profitiert. Alle Kosten sind transparent. Jetzt

hat die Crew Tauern ihren 29. Jugendtörn durchgeführt. Die

Törnbbeiträge für die einwöchige Veranstaltung kosteten pro

Jugendlichem 320 Euro. Sie segelten auf fünf Bavaria 33, einer

Elan 43, einer Elan 514 und einer Sun Odyssey 39. Prüfungsyacht

für die FB 2-Kandidaten war eine Elan 444. Gechartert wurde zu

Sonderkonditionen unter anderem bei Trend Travel Yachting.

Hier ein kurzer Auszug aus dem Törnbericht.

Sonntag. Die Boote legen kurz nach 10 Uhr eines nach dem

anderen ab, kritisch beobachtet von Törnleiterin Stefanie, motoren

aus der Marina hinaus, machen vor der Hafeneinfahrt noch ihre

Boje-über-Bord-Manöver und setzen anschließend die Segel. Der

Nordwestwind von anfangs 2 Windstärken nimmt langsam zu, die

Spinnaker gehen hoch. Die Boote segeln durch den Pasmanski-

Kanal raumschots in Richtung Südost – ein Traum-Spi-Tag kündigt

sich an! 38 Seemeilen in weniger als 8 Stunden großteils unter

Spinnaker gesegelt– eine Super-Leistung am ersten Tag!

Mittwoch. Bei der morgendlichen Besprechung wird als

Zielhafen die Marina Frapa festgelegt. Starkwind ist angesagt –

Bora in Böen bis 40 Knoten. Den Skippern wird empfohlen, einen

10 OCEAN7 05/2014 | September/Oktober 2014


Kurs südlich der Insel Šolta zu wählen, um in der Abdeckung eine

geringere Welle zu haben. Die Crews machen auslaufklar und

rüsten sich für einen Starkwindsegeltag, d. h. unter anderem

„Kampfanzug“, Lifebelts und Schwimmwesten schon vor dem

Auslaufen anziehen. Ablegen und dahin geht’s! Zuerst in Richtung

Südwesten zwischen den Inseln Brac und Šolta durch und dann auf

einem „Anliegerkurs“ mit gerefften Segeln. Ab der Westspitze der

Insel wird’s dann zum Kreuzen – Streckbug-Holebug/Streckbug-

Holebug – in Richtung des Leuchtturmes Hrid Mulo – mühsam

und feucht und „schief“.

Donnerstag. Die Bora hat in der Nacht geringfügig

abgenommen, zwitschert aber nach wie vor in den Masten. Der

Himmel ist bedeckt, später „reißt“ es dann auf und die Sonne

lässt sich sehen. Die Bora hat gegenüber dem Vortag etwas

Alte Denker

Man muss seine Segel in den

unendlichen Wind stellen.

Dann erst werden wir spüren,

welcher Fahrt wir fähig sind.

Alfred Delp

deutscher Theologe, 1907–1945

abgenommen, jedoch mehr auf Nord gedreht. Wende folgt auf

Wende. Übrigens, auch heute ist die Welle nicht von schlechten

Eltern.

Am Ende des Jugendtörns bestehen drei Teil -

nehmer die Praxisprüfung: Bernhard Binderitsch,

Lukas Klima und Wolfgang Laube.

ww.crew-tauern.at

Gold-Lara

Acht Jahre nach Sylvia Vogl und Carolina Flatscher gewinnt

Österreich in der 470er-Damen Klasse wieder einen

Europameistertitel. Für Lara Vadlau und Jolanta Ogar, die sich

seit Ende 2012 das Cockpit teilen, ist es die bereits dritte

Medaille bei internationalen Titelkämpfen. Nach Silber bei

der Welt- und Europameisterschaft 2013 ist die Goldene

in Athen die erste, die nach Ogars Einbürgerung als rein

österreichisches Team gewonnen wurde.

September/Oktober 2014 | OCEAN7 05/2014 11


OCEAN7Kolumne

Alexandra Schöler ist

WOMAN@ocean7.at

Segelfrauen

Männer

Latein

Roger. Treffen uns in der Marina, direkt bei

der Einklarierungsmole. Können danach frei

ankern, wenn der Wind nicht auflandig dreht.

Vor dem Ablegen müssen wir aber noch die

Bilge mit Getränkevorräten füllen! Haben

Netze an der Reling, also keine Sorge wegen

der Kinder! Over and out.

12 OCEAN7 05/2014 | September/Oktober 2014


OceanWoman

Dies sind klare Worte für Segler, jedoch Rätsel für Chartergäste,

Bordgreenhorns, Inselhüpftouristen. Ja, es gibt Mitmenschen, die

über ein Regal voller nautischer Bücher und frisch gedruckter

OCEAN7-Magazine nicht entzückt nach Luft schnappen! Gerade

jetzt in der schönen Feriensegelzeit sollte besondere Rücksicht

auf sie genommen werden.

Wenn mich jemand danach fragt, wo sich unser Schiff gerade

befindet und ich drauf sage, am Trockendock in der Werft und

der jemand dann meint, hey, ich bin da ganz in der Nähe, wann

seid ihr dort, ich schau mal vorbei. Ja, dann ist Vorsicht geboten!

Trockendock heißt, beim Pipi gehen mitten in der Nacht zur

Marina-Toilette eine steile Leiter runter- und raufkraxeln zu müssen,

in der heißen Koje schmachten mit (wahrscheinlich) Antifouling-Geruch

in der Nase.

Eine Freundin, Musikschuldirektorin, beneidete mich kürzlich,

als ich ihr erzählte, wir hätten Pfingsten auf dem Schiff in der

Werft verbracht. Sie sah uns segelnd bei sanfter Brise, dann im

Sonnenuntergang einen schönen Hafen anlaufend, direkt vor dem

Fisch lokal über die Nacht festgemacht. Ja – so etwas gibt es natürlich!

Aber wir hatten zu Pfingsten das Mittelcockpit geschliffen und

den Mast gelegt, damit er sich nicht selbst zu einem sicher ungünstigen

Zeitpunkt legt. Die Freundin schaute mich sichtlich

verwirrt an. Dachte aber wahrscheinlich insgeheim, na so

schlimm kann dieses Werftgelände nicht sein, wenn man davon

derart gut gebräunt heimkommt.

Natürlich – Relingstützen polieren kommt einem Besuch im

Sonnenstudio sehr nahe. Relingstützen?

Als ich mein erstes Mal auf unserer Risho Maru segelte, war ich

extrem verwirrt von Ausdrücken wie aufschießen, fieren, wenden

und besonders gefährlich klang auslaufen.

brauchte ich lange, um zu kapieren, dass das Klo an Bord bei

den Engländern als „Head“ bezeichnet wird. Warum „Kopf“ für

genau das Gegenteil? Weil früher auf den alten Segelbooten das

Klo ganz vorne angebracht war, über dem Wasser, um alles gleich

sauber zu entsorgen. Und diese Bezeichnung gilt bis heute.

Viele dieser nautischen Ausdrücke stammen aus alten Zeiten und

scheinen Segelneulingen etwas altmodisch. Dabei sind sie einfach

präzise und sorgen für Klarheit und Sicherheit. Es ist nun mal

wesentlich klarer, wenn der Kapitän die Anweisung „Großsegel

fieren“ gibt als zu beschreiben, man soll doch das Seil rechts von

einem, das um diesen Metalltopf gewickelt ist, etwas locker lassen.

Klar, wenn’s gemütliches Flachwasser/Schönwetter Segeln ist,

kann so eine Erklärung perfekt sein, doch wenn die Gewitterfront

im Anmarsch ist, könnte es ungemütlich werden.

Immer wieder fragten mich Nichtsegler, wie es denn sei mitten

auf dem Atlantik zu ankern.

Die Vorstellung, wie lange eine Ankerkette sein müsste, um den

Ozeanboden zu erreichen, dringt in nicht nautisch geprägte Gehirne

nicht ein. Das hat aber nichts mit Dummheit zu tun. Es ist

doch in jedem Interessensgebiet so. Ich komme vom Theater und

ein Durchlauf bedeutet nichts Medizinisches, sondern die Anweisung,

einmal das Theaterstück im Ganzen durchzuspielen. Mein

Sohn erzählt mir, ein gewisser Typ hat den Swag, was nicht bedeutet,

dass er an einer gefährlichen Infektionskrankheit leidet,

sondern einfach, dass er cool ist. Oder mein Mann greift gerne

zum Ruder und meint damit nicht das alte Plastikruder in unserem

Dinghi, sondern seine Stratocaster E-Gitarre. Swag? Strat?

Dinghi? Man kann immer und überall dazulernen, oder?

Und das war es, was mir schließlich unglaubliche Freude auf dem

Schiff machte. Als ich plötzlich auch diese Sprache zu sprechen

begann und Segel-Kataloge und -Magazine nicht verwirrend und

Ein Boot im Trockendock ist kein

Ort für einen Wellness-Urlaub

Was würde wo wie sehr auslaufen und könnte das meine Gesundheit

gefährden?

Nach einem Sommer mit dem geduldigsten Kapitän von allen

wusste ich, dass die „Schnürdln“ Taue heißen und hatte ohne

deswegen extra die Toilette zu besuchen gelernt, was ein Bootsmannsstuhl

ist. Zur Toilette fällt mir der „Pützkübel“ ein. Den

Ausdruck hörte ich das erste Mal von deutschen Fahrtenseglern,

die mit ihrem (randvollem) Pützkübel jeden Morgen zur Marina-

Toilette gingen. Wir waren am Trockendock, eh klar! Übrigens

irritierend auf mich wirkten. Und jetzt noch die Lösung des

Sprachrätsel vom Beginn der Kolumne – extra für Segeleinsteiger

und OCEAN Woman-Kolumnen-Neulinge:

Alles verstanden (amerikanische Funkersprache). Ruft mich

am Handy an, wenn ihr da seid, ich hol’ euch beim Eingang

ab (Kurzfassung). Wenn alles passt, gehen wir heut noch Segeln

(frei ankern lasse ich aus – kann man in Kroatien eh bald

nicht mehr). Hoffe, ihr habt ihr die Kids bei der Oma gelassen!

Ciao.

September/Oktober 2014 | OCEAN7 05/2014 13


RevierNews

Mit Sicherheit

unterwegs

Auf einer eigenen Yacht segeln und doch die Unterstützung

eines erfahrenen Skippers bekommen, wenn es nötig ist:

Flottillen bieten eine Kombination aus Freiheit, Geselligkeit

und sorgenfreiem Segeln. Sunsail bietet in der Saison

2014 weltweit 24 Flottillen-Routen an. Die Vorteile liegen

auf der Hand: In einer Gruppe Gleichgesinnter findet man

leicht Anschluss, lernt neue Menschen kennen und tauscht

sich über gemeinsame Interessen aus. Sunsail bietet in

Ferienzeiten auch ausgewiesene Familienflottillen an, bei

denen ein Kinderanimateur dabei ist.

Sunsail-Flotillien in der Türkei, den British

Virgin Islands und St. Lucia.

www.sunsail.at

www.master-yachting.at

AMS-Yachting

in der Türkei

Schnell mal

um die Welt

Mit seiner 2Fast4You, einem 48’ Aluminium-Katamaran,

segelt Hermann Schwarz um die Welt. Chartergäste

sind willkommen. Schon die Jungfernfahrt mit einer

Notbesegelung mit erreichten 15 KN ließ erahnen, dass

dieses Schiff zum schnellen Segeln gebaut wurde.

www.hofinger-yachtcharter.at

Ab sofort bietet

die deutsche

Charterfirma neben

ihren Stützpunkten

in Kroatien auch

Yachtcharter

in der D-Marin

Turgutreis in der

türkischen Ägäis

an. Turgutreis gilt

als reizvolles Revier

für Segler – nicht zuletzt auch wegen des vorgelagerten

Insel-Archipels. Nur sieben Seemeilen entfernt liegt

die griechische Insel Kos. Die Marina D-Marin gehört

weltweit zu den exklusivsten Sporthäfen

mit Pool, Shoppingmall, Supermärkten

und Restaurants. Zum Kennenlernen

des Reviers bietet AMS-Yachting unter

Anleitung von AMS-Seniorchef Walter

Simm auch Mitsegeltörns an.

www.ams-yachting.de

14 OCEAN7 05/2014 | September/Oktober 2014


Segeln

mitten im Atlantik

Master Yachting Deutschland präsentiert ab März 2015 eine neue Segelbasis auf der

größten Azoreninsel São Miguel Island in Ponta Delgada – mit Monohulls von 37 bis 45

Fuß. Die Azoren sind ein Geheimtipp für Naturbegeisterte wie auch Segler. Rund 1.300

Kilometer westlich des europäischen Festlands liegen die portugiesischen Azoreninseln

mitten im Atlantischen Ozean. Jede für sich stellt ein kleines Segleridyll dar und häufig

begleiten Delfine und auch Wale Segler auf deren Törns durch die Azoren. Passende

Flüge in die Azoren kann man über Master Yachting gleich mitbuchen.

www.master-yachting.at

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Kompromisslos sportlich, elegant … und voll elektrisch!

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Cruisen neu definiert: der brandneue Tender 06O Outboard von

designboats.ch mit dem Deep Blue von Torqeedo – jetzt umsteigen!

Die perfekte Liaison von Design

und Sportlichkeit.

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Boot in purer Extravaganz bekommt

mit dem Deep Blue von

Torqeedo einen kraftvollen Elektroantrieb,

der weltweit einzigartig

ist. Eine extrem harmonische

Verbindung, nicht nur in Design

sondern auch in Technik: Ob rasante

High-Speed-Fahrten oder

relaxtes Cruisen – mit der bewährten

Akku-Technologie von Torqeedo

erreicht der Tender 06O Outboard

Fahrleistungen, die ihresgleichen

suchen: kompromisslos sportlich

und zugleich in punkto Qualität und

Sicherheit unübertroffen.

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verführerische Verbindung, die für

Aufmerksamkeit und neugierige

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September/Oktober 2014 | OCEAN7 05/2014 15

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OCEAN7Revier

103.000 km² Wasserfläche, 18.673 km

Es gibt zwei Arten Skipper in der Chesapeake Bay: „Die, die schon

mal auf Grund gelaufen sind – und die Lügner!“, sagt Craig und lacht

ein Lachen, das uns unweigerlich an Larry Hagman in der Rolle des

Dallas-Bösewichts J. R. Ewing in den 1980ern erinnert. Aber Craig

ist nicht böse, sondern betont höflich und geduldig, als er uns mit

dem Katamaran am Steg der Port Marina in Annapolis vertraut macht.

Und ein Muskelprotz. Mit Stolz präsentiert er seinen Sixpack unter

dem hautengen T-Shirt, während wir verschämt unsere Budweiser-

Sixpacks zum Kühlschrank schleppen und in Gedanken schon beim

Abendessen sind.

Craig will uns nicht nur ein Restaurant in Annapolis empfehlen,

sondern erklärt sich spontan bereit, uns vorher die Stadt zu zeigen.

Annapolis, die Hauptstadt des US-Bundesstaates Maryland, zählt

gerade mal 40.000 Einwohner. Kaum zu glauben, dass dieses verträumte

Städtchen mit seinen bunten Backstein-Häusern und kleinen

Gässchen nach Ende des Unabhängigkeitskriegs einmal die Hauptstadt

der ganzen Nation war. Heute trägt sie den Spitznamen „Sailing

Capital of the World“ und ist Sitz der United States Naval Academy.

Hier hat Kadett Jimmy Carter erst einmal gelernt, wie man das Ruder

in die Hand nimmt, bevor er zum 39. US-Präsidenten avancierte.

Am City Dock kehren wir schließlich ein im berühmten Pusser’s

Waterfront Dining und genießen nicht nur den „Blackened Swordfish“

auf Wildreis und knackigem Gemüse, sondern werden auf

unseren Plätzen direkt am Wasser auch Zeuge eines typisch-ameri-

16 OCEAN7 05/2014 | September/Oktober 2014


Chesapeake Bay

Mit 103.000 km² Wasserfläche, die von

neun Flüssen gespeist wird, 18.673 km

Küstenlinie und einer Länge von 311 km bis

zum Atlantik ist die Chesapeake Bay das mit

Abstand größte Segelrevier an der Ostküste

der USA. Von den Einheimischen wird sie

aber einfach nur „The Bay“ genannt.

The Bay

Text und Fotos: Tahsin Özen

Küstenlinie, 311 km bis zum Atlantik

kanischen Schauspiels: Wie im Gänsemarsch fahren große und kleine

Motor- und Segelyachten in den kleinen Kanal entlang der Stadtpromenade,

die von schaulustigen Touristen ausgepolstert ist, um an

deren Ende auf engstem Raum zu wenden und wieder auszufahren.

Ein Show-Karussell, das man als frisch eingeflogener Europäer nur

mit einem Pusser’s Painkiller-Cocktail in der Hand konsumieren

sollte. Wir brauchten zwei bis zur vollen Akklimatisation.

Weite Wasser, böses Blut. Als wir am nächsten

Morgen Back Creek im historischen Stadtteil Annapolis’ unter Motor

verlassen, ist das Wasser glatt gestrichen wie das Bett eines Kadetten

der Naval Academy, deren festungsartige Mauern wir nach der Ausfahrt

im Nordwesten erblicken. Im Nordosten grüßt uns die 6,5 km

lange Chesapeake Bay Bridge, die hier an der engsten Stelle über

die Bay zieht wie ein Tausendfüßler über ein Ahornblatt. Der Wind

aber kommt von Süden und bringt 18 Knoten mit, sodass wir mit

voller Wäsche über die große Wasserstraße auf Kent Island zusegeln

als wären wir auf dem offenen Meer – nur ohne aufdringliche Wellen.

An der Südspitze der Insel runden wir das Bloody Point Bar

Lighthouse backbords, unser angepeilter Exit in die Eastern Bay.

„Bloody“ ist übrigens in dieser Gegend der USA ziemlich viel gewesen,

wie die Geschichtsbücher und viele historische Namen belegen.

1 Sonnenaufgang in der Dun Cove, Chesapeake Bay, Maryland, USA

September/Oktober 2014 | OCEAN7 05/2014 17


OCEAN7Revier

So waren beispielsweise bis ins 18. Jh. die Gewässer der Chesapeake

Bay so dicht mit Austernbänken bestückt, dass sie sogar die Schifffahrt

behinderten und auf Seekarten vermerkt werden mussten. Die

Siedler jedoch witterten das große Geschäft mit der begehrten Delikatesse

und der Bestand schrumpfte bis in die 1860er so rapide, dass

sich die Fischer aus Maryland mit der Konkurrenz aus Virginia bis

aufs Blut um das rar gewordene Gut bekämpften (Austernkriege von

1867 bis 1868). Es folgten strenge Fangverbote, die ein neues Berufsbild

schufen: „Austernpiraten“. Diese rekrutierten arme und

ungebildete Menschen auf ihre Schiffe, die nach nicht ertragsreichen

Beutezügen einfach über Bord geworfen wurden, was als „Paid by

the boom“ in die Geschichte einging: „Vom Großbaum bezahlt“.

Über den Wye River verlassen wir wieder die unendlichen Weiten

der Chesapeake Bay und versenken in der gut geschützten Shaw

Bay den Anker im schlammigen Grund.

Die grüne Meile. Motorenlärm zerreißt am frühen Morgen

die Stille, die sich nachts wie eine sanfte Decke über unsere Ankerbucht

gelegt hatte. Watermen at work. Craig hatte uns vorgewarnt:

„Spaß bei der harten Arbeit haben die Watermen (wie die Fischer

der Bay genannt werden), wenn sie unbedarfte Segler aus dem Schlaf

katapultieren können“. Uns soll’s recht sein, denn so werden wir bei

Espresso und Schokocroissant Zeuge, wie die Sonne über die mächtigen

Eichen von Bruffs Island in den Himmel klettert, während sich

die Watermen recht voraus mit ihren Reusen plagen …

Bevor wir Kurs Richtung St. Michaels nehmen, machen wir noch

einen kleinen Abstecher nach Norden in das Wye Island Naturreservat

und lassen uns in die Dividing Creek treiben. Hier zeigt sich die

Bay von ihrer naturgewaltigsten Seite. Wie ein grüner Vorhang ver-

1 Wie in einem schönen Gartenteich liegt man in der Marina von Annapolis

2 Einst US-Hauptstadt, zählt Annapolis heute gerade einmal 40.000 Seelen

3 Das Nachtleben beginnt im Pusser‘s oft schon nach dem Mittagessen

4 Auf Pocahonta‘s Spuren im Wye Island Naturreservat

5 Landgang: Kadetten der US Naval Academy am City Dock

1

dichten sich gigantische Bäume und Büsche zu einem blickdichten

Urwald, der sich langsam hinter uns zu schließen beginnt. Auf gefallenen

Urwaldriesen im Wasser wärmen sich Diamantschildkröten

an den wenigen Sonnenstrahlen, die es durch die dichten Kronen

schaffen. Ein Kanadareiher stolziert majestätisch das Ufer entlang,

begleitet vom Gezwitscher hunderter anderer Vögel, die lieber im

Verborgenen bleiben. Ob hier Captain John Smith bei seiner Erforschung

der Bay 1608 der Indianerprinzessin Pocahontas begegnet

ist? Der Legende nach soll sie ihn ja damals vor der Hinrichtung

durch ihren Vater Häuptling Powhatan gerettet haben. Auffrischender

Wind holt uns zurück in die Gegenwart, sodass wir dieses Naturparadies

unter Segel wieder verlassen. 15 Knoten wehen uns nach

Süden und über den Miles River bis in die Marina von St. Michael.

2 3 4

18 OCEAN7 05/2014 | September/Oktober 2014


Chesapeake Bay

Zwei Arten Skipper gibt’s

in der Bay: Die, die schon

mal auf Grund gelaufen

sind – und die Lügner.

September/Oktober 2014 | OCEAN7 05/2014 19


OCEAN7Revier

1

Chesapeake Bay

Planen. Master Yachting ist auf Törns sowohl an der West-, als auch an

der Ostküste der USA spezialisiert und kümmert sich nicht nur um die

Charteryacht, sondern auch um An- und Abreise und die Transfers.

www.master-yachting.de

Ankommen. Z.B. via Flughafen Frankfurt nach Baltimore oder

Washington. Tipp: Nehmen Sie sich ein Leihauto mit GPS, das Sie

in Annapolis wieder zurückgeben können. Auch für die

Rückfahrt ist ein Leihauto die beste Lösung.

An Bord gehen. Die Charterbasis liegt in der

perfekt ausgestatteten Port Annapolis Marina auf Back

Creek im historischen Teil der Stadt.

Das Segelrevier. Die Chesapeake Bay ist ein

riesiges und zugleich gut geschütztes Revier mit

ganzjährig guten Windverhältnissen (bis zu 25 kn) bei

leichter See. Gut zwei Wochen sind für einen Törn zu

veranschlagen, wobei man sich entweder für eine

Südroute (Harrington Harbour, St. Michaels, Tilghman

Island, Oxford, Cambridge, Solomons Island …) oder eine Nord- route

(Chestertown, Baltimore Harbor, Georgetown …) entscheiden sollte.

Die Ostküste bietet viel Natur und zahlreiche Fischerdörfer, während es an

der Westküste die größeren Städte und mehr Kultur zu entdecken gibt. Das

3 4

2

Kanonenkugeln und Kuchen. Könnten

die unzähligen US-Flaggen an den schmucken

Häusern im Kolonialstil sprechen – sie würden

alle dasselbe Lied von den Dächern singen:

„We are the town, who fooled the British

…“, und das kam so: Britische Kriegsschiffe

wollten im August 1813 ein großes

Feuerwerk in dem kleinen Fischerstädtchen

veranstalten, doch die Einwohner

löschten in der Dunkelheit alle Lichter

in den Häusern und entzündeten Laternen weit außerhalb in

den Bäumen. Die britischen Kanonenkugeln gingen ins Leere

und die Bewohner von St. Michaels als Erfinder der militärischen

Verdunkelung in die Geschichte ein.

Heute beherbergt der Ort das „Chesapeake Bay Maritime Museum“,

das neben einer Schiffswerft, in der historisch wertvolle

Schoner originalgetreu restauriert (und gezeigt) werden, auch

Ausstellungsräume, in denen die Geschichte der Austern- und

Krabbenfischerei perfekt aufbereitet sind. Das Highlight ist jedoch

das „Hooper Strait Lighthouse“, ein für die Chesapeake Bay typisches

„Screw-Pile Lighthouse“ (Schraubpfahlleuchtturm) aus

dem Jahre 1879, das die Seefahrer einst durch Hooper und

Bloodsworth Island lotste.

Der mehrstöckige Turm kann frei besichtigt werden, wobei das

originalgetreue Interieur sehr authentisch den damaligen Alltag

eines Leuchtturmwärters zeigt, der mindestens ein Jahr im Turm

20 OCEAN7 05/2014 | September/Oktober 2014


Chesapeake Bay

Annapolis

Kent

Island

Galesville

Shaw Bay

Deale

Rose

Haven

Knapps Narrows

Kanal Brücke

Tilghman

Island

St. Michaels

Dun Cave

Oxford

Easton

Brackwasser ist zwar ideal für die leckeren Blue Crabs, aber nicht gut zum

Schwimmen geeignet. Allerbeste Reisezeit ist im Herbst, wenn der „Indian

Summer“ die Bay in ein buntes Farbenmeer verwandelt.

Generell ist zu beachten, dass man oft wirklich nur eine handbreit Wasser

– oder weniger – unterm Kiel hat (auch wenn bei den meisten Grundberührungen

eher der Schlamm Schaden nimmt als die Yacht). Gezeitentafeln der

Station Chesapeake Bay Bridge unter http://tidesandcurrents.noaa.gov

Segeln. Zur Auswahl stehen Katamarane und Monohulls von Dream

Yacht Charter, Listenpreise ab ca. 1.200 Euro (Monohull) bzw. 2.650 Euro

(Katamaran) pro Woche. Individuelle Angebote auf Anfrage bei

Master Yachting, www.master-yachting.de

Abstecher Washington. Von Annapolis sind es nur 50 km

bis Washington D.C., wer also noch ein paar Tage Reserve hat und über

den Dulles International Airport zurückfliegt, sollte den Abstecher in die

US-Hauptstadt wagen. Neben Klassikern wie dem Weißen Haus, dem

Lincoln Memorial oder dem Kapitol sollte man vor allem auch dem

National Air and Space Museum seine Aufwartung machen. Denn wie

oft hat man schon die Gelegenheit, z. B. einer echten NASA-Mondlandefähre

oder der Spirit of St. Louis, mit der Charles Lindbergh 1927 den

Atlantik als erster Pilot nonstop überquerte, gegenüberzustehen?

http://airandspace.si.edu/

Austern &

Blue Crabs sind

gute Begleiter

Segel noch weiter in den Süden trägt. Kurz vor Tilghman Island steigt

die Spannung, während der Tiefenmesser kontinuierlich fällt: Wir

nähern uns dem kleinen Kanal von Knapps Narrows, der ziemlich

verschlammt ist und an manchen Stellen schon die kleinste Abweichung

von der Fahrrinne sozusagen mit einem Touchdown bestraft.

Dank Gezeitenkalender (monatlich neu, erhältlich in der Basis) haben

wir einen guten Rutsch, dank Schallsignal (1 x lang, 1 x kurz)

öffnet sich auch die Schwenkbrücke wie die Schnauze eines Krokodils,

sodass wir nach einer guten halben Stunde wieder Segel setzen

Richtung Etappenziel, dem La Trappe Creek am Chop tank River.

1 Highlight in St. Michaels: Das Hooper Strait Lighthouse

2 Sehen, staunen und schmunzeln im Chesapeake Bay Maritime Museum

3 Hingucker: Schwarz-Weiß-Fernseher statt Full-HD-Projektion

4 Austern-Konserve aus einer Zeit, in der nicht nur die US-Cars Stil hatten …

5 Öffnet auch auf Zuruf (1x kurz, 1x lang): Die Brücke von Knapps Narrows

La Trappe

Creek

mitten in der Bay ausharren musste. Ernährt hat er sich jedenfalls

traditionell von den Meeresfrüchten der Bay wie z. B. der delikaten

Blaukrabbe, die wir uns am Abend im „Crab & Steak House“ gleich

neben der Marina in Form von leckeren „Crab Cakes“ servieren lassen.

In der Falle von La Trappe. Nach einem ganzen Tag

in der Zivilisation zieht es uns wieder in die Wildnis, was in der

Chesapeake Bay die leichtere Aufgabe ist. Über den Eastern River

schrauben wir uns zurück in die Bay, die uns dann wieder unter

5

September/Oktober 2014 | OCEAN7 05/2014 21


OCEAN7Revier

1 2

Jeder Skipper küsst einmal den Bode

Nimmt man nach Martins Point gleich die erste Ausfahrt backbords,

kann man in einem großen Ententeich vor Anker gehen. Da die

Jagdsaison noch nicht eröffnet ist, bereitet uns der getarnte Jägerstand

recht voraus kein Kopfzerbrechen, als wir uns nach dem

Abendbrot ziemlich erschöpft in unsere Betten fallen lassen. Dann

der Traum: Als Millionär liege ich auf einer Lounge an einem Karibik-

Strand und werde von beiden Seiten mit Palmwedeln befächert, als

das Rascheln der Wedel plötzlich von mehreren dumpfen Schlägen

gegen die Lounge durchbrochen wird. Ich fahre aus dem Schlaf und

stelle mit Schrecken fest, dass das Rascheln und Pumpern immer

noch zu hören ist. An Deck wird klar: Ein über Nacht aufgekommener

Sturm hat uns samt Anker gepackt und nach Westen in den

hintersten Winkel der Bucht verschleppt, um uns dort mit dem Bug

gegen das schlammige Ufer und mit dem Mast in das dichte Laubwerk

einer tief ins Wasser hängenden Eiche zu schubsen. Daher dass

Rascheln und Pumpern.

Wir kommen schnell und ohne Schaden aus der Falle frei und ankern

noch einmal an anderer Stelle, die besseren Schutz vor dem aus dem

Nichts gekommenen Ostwind bietet. Craigs Prophezeiung hat sich

also erfüllt: „Jeder küsst einmal den Boden der Chesapeake Bay!“

Ice Cream und Grüner Veltliner. Es sind nicht leere

Wasser-, sondern zu klein dimensionierte Abwassertanks, die uns am

nächsten Tag zum Einlaufen in eine Marina bewegen. Wasserlassen

in der Bay ist nämlich streng verboten, sowohl das mechanische

unter, als auch das natürliche auf Deck. Mit acht Knoten nehmen wir

uns den Choptank River vor und schießen nach nur fünf Seemeilen

nördlich in den Tred Avon River auf, um in aller Ruhe die Segel zu

bergen. Während uns am rechten Ufer bereits die ersten Holzhäuser

von Oxford begrüßen, legt am linken Ufer gerade die Oxford-Bellevue-Fähre

– die älteste privat betriebene Fähre der USA (seit 1683)

– ab, mit nur einem Auto und dem Fahrer an Bord. Postkartenidylle.

Die Tankstelle in Oxford ist erfreulicherweise genauso sauber wie

die Marina, lediglich den Schlauch zum Absaugen der Tanks sollte

man nur mit Handschuhen übernehmen. Danach führt uns ein kleiner

Spaziergang durch die 700-Seelen-Gemeinde zum Greißler an

der Hauptstraße, der uns mit himmlischer Ice Cream aus einer

Eistheke im Stile der 1960er den weiteren Weg bis zum Robert

Morris Inn versüßt.

Hier sollen wir am Abend nicht nur die besten Fish & Chips (aus

frisch gefangener Flunder) und ein fantastisches Bay-Welsfilet aus

der Pfanne auf Kokosnuss-Jasminreis und Tropical-Fruits-Salsa serviert

bekommen. Hier überrascht uns auch die Getränkekarte mit

einem Grünen Veltliner aus Niederösterreich (Weingut Leth, Fels am

Wagram). Wir erheben das Glas auf die Heimat, sind in Gedanken

aber bei unserem nächsten Etappenziel, dem Dun Cove nördlich von

Tilghman Island.

Wo die Sonne mit dem Wasser tanzt. Dun

Cove bedeutet frei übersetzt die „mattfarbene Bucht“ – und genauso

präsentiert sie sich auch, als wir langsam unter Motor in ihre Wasser

einlaufen. In bezaubernder Symbiose schmiegen sich hier Villen im

Kolonialstil an die weitläufige Aulandschaft wie frisch Verliebte.

Kleine, klapprige Holzstege drängen sich durch das Schilf aufs Wasser

hinaus, als wollten sie sich die beste Aussicht für die soeben

eröffnete Sunset-Show sichern. Wie dünne Wasserfarbe auf Pergamentpapier

scheint die Sonne gleich hinter dem Horizont zu zerfließen,

ehe sie sich nach einem kurzen Aufbäumen hinter dem hohen

Schilf der hereinbrechenden Nacht ergibt.

Den Sundowner trinken wir mit dem verrückten, aber liebenswerten

Professor James aus Virginia, der mit einem alten Whiskey von seiner

Monohull auf unseren Katamaran geswitcht ist, um kurz „Hello“ zu

sagen. Seit 40 Jahren segelt er in der Bay und seit seiner Pensionierung

schläft der 76-jährige auch am liebsten hier. Seine Frau nicht,

darum freut er sich immer über Gesellschaft in der Dun Cove. Als

wir zu Bett gehen, scheint James noch zu lesen – bei Kerzenlicht.

22 OCEAN7 05/2014 | September/Oktober 2014


Chesapeake Bay

n der Chesapeake Bay

3

So schwach und zerbrechlich die Sonne bei ihrem Untergang war, so stark und

verspielt zeigt sie sich im Morgengrauen. Auf breiter Front taucht sie den Himmel

in die schönsten Pastellfarben zwischen Blau und Rot und lässt ihre Strahlen

über die spiegelglatte Dun Cove tanzen. Ein paar schüchterne Wolkenstreifen

spiegeln sich im Wasser wie Objekte im Radar der Sonne. Die mystische

Stille wird nur durch die Rufe einiger über dem Wasser kreisender Fischadler

zerrissen. Mit ihren breiten Schwingen scheinen sie den indianischen Namen

der Bay in den Himmel zu malen: „Chesepiooc“ – Der große Fluss.

1 Schild-Bürgerstreich in Oxford, dahinter die Fähranlegestelle

2 Sonnenuntergang für Genießer in der Shaw Bay

3 (Kulinarisches) Highlight in Oxford: Das Robert Morris Inn

4 In den Dörfern der Bay scheint die Zeit stehengeblieben zu sein

5 Fragen Sie nicht nach der Marina (Fettnäpfchen!), sondern nach der „Port of Oxford“ –

und Maryland spricht man „Marylin“

4

5


OCEAN7Revier

Parad

Südseeam Rande

Die Crew der Pitufa verbrachte zwischen Mai und August drei Monate auf der süd -

östlichen Inselgruppe Französisch-Polynesiens. Im August flüchteten sie vor dem Winter

der südlichen Hemisphäre zu den warmen Marquesas nahe dem Äquator. Anfang

November zog es sie aber wieder zu den Îles Gambier zurück. Sie verbrachten die

Zyklonsaison (im Südpazifik von November bis Mai) dort am Rand der

Zugbahnen dieser gefährlichen Tropenstürme und erkundeten im milden,

südlichen Sommer das weitläufige, abwechslungsreiche Archipel.

Text: Birgit Hackl | Fotos: Christian Feldbauer

24 OCEAN7 05/2014 | September/Oktober 2014


Teauaone

Papuri

Tepapuri

Puaumu

Îles Gambier

ies

der Tropen

Teil 2

Totegegie

Tarauro Roa

Gaioio

Mangareva

Taravai

Motu-o-ari

Agakauitai

Aukena

Tauna

Tekava

Akamaru

Motu Teiku

Kouaku

Makaroa

Manui

Kamaka

„Fast wie Heimkommen!”, grinst Christian, als der Anker vor Rikitea,

der kleinen Hauptstadt der Gambierinseln, fällt. Die Überfahrt von

den Marquesas war angenehm: Eine Woche war Pitufa zwar hart am

Wind im Ostpassat unterwegs, geringe Windstärken um die 15 Knoten

bescherten uns aber eine ruhige See und eine gemütliche Reise.

Nach drei Monaten in offenen, rolligen Ankerbuchten der Marquesas

steht Pitufa hier vor der Hauptinsel Mangareva hinter dem schützenden

Rifflabyrinth endlich wieder einmal ganz ruhig. Wir lassen die

Kleinstadtidylle und die sanften, bewaldeten Hügel dahinter auf uns

wirken. Hinter der türkis glitzernden Lagune locken drei weitere

hohe, pinienbewaldete Inseln und unzählige Ankerplätze an niedrigen

Motus gleich am Außenriff. Ein schönes Gefühl zu wissen, dass

wir jetzt fast ein halbes Jahr nicht weiter müssen und uns auf diesen

schönen Ort einlassen können. Der lange Aufenthalt gibt uns auch

die Möglichkeit, in Ruhe an Pitufa zu werkeln, denn eine dauernd

bewohnte Fahrtenyacht braucht viel Aufmerksamkeit.

September/Oktober 2014 | OCEAN7 05/2014 25


OCEAN7Revier

1

Strände, Riffe und

viele bunte Fische

Taravai – polynesische Idylle pur. Zuerst zieht es uns nach

Taravai, der zweitgrößten Insel. Drei Buchten auf der unbewohnten Westseite

der Insel bieten guten Schutz vor dem vorherrschenden Südostwind.

Eine ist schöner als die andere: ein goldgelber Strand, dann ein

paar schwarze, vulkanische Felsen, daneben ein puderzuckerweißer

Strand und am anderen Ende der Bucht glänzt schwarzer

Sand, dahinter Pandanen, Kokospalmen und pinienbedeckte Berge

im Hintergrund – wir sind begeistert. Will man auf die

Berge hinauf, muss man sich allerdings mit einer

Machete einen Weg durchs Dickicht bahnen – was

von weitem aussieht wie Gras, stellt sich als übermannshohes,

scharfkantiges Schilf heraus. Beim Stolpern

durchs Unterholz sind wir dankbar, dass es auf

den Gambier weder Schlangen noch andere giftige Tiere

gibt. Nur verwilderte Hühner, Katzen, Schweine und Ziegen

leben hier. Der Gipfelsturm ist ein schweißtreibendes, aber

durchaus lohnendes Unternehmen.

Eine weitere Attraktion der Gambier ist da weitaus einfacher

zugänglich: Überall ragen Riffe bis knapp an die

Oberfläche, im glasklaren Wasser kann man schon

vom Schlauchboot aus das bunte Treiben beobachten.

Beim Schnorcheln begegnen wir riesigen Papageien-,

Drücker- und Doktorfischen und vielen anderen

bunten Riffbewohnern, auch Schwarz- und Weißspitzenriff-

Foto: Shutterstock (1)

26 OCEAN7 05/2014 | September/Oktober 2014


Echtes Teamwork –

jeder Handgriff sitzt!

Genau wie bei Ihrem

Versicherungspartner.

2 3

haie sind bei jedem Schnorchelausflug dabei. Die Fische sind generell

groß, nicht scheu und lassen Schnorchler nah heran. Der Grund

für dieses Verhalten ist, dass niemand sie jagt, und zwar wegen einer

Krankheit, die in subtropischen und tropischen Gebieten häufig

vorkommt: Ciguatera. Mikroskopisch kleine Dinoflagellaten, in denen

Ciguatoxin enthalten ist, bevölkern die Riffe. Sie sind harmlos für

Fische, die sie aufnehmen, das Gift akkumuliert sich aber in Einzelfischen

und besonders entlang der Nahrungskette (große Raubfische

enthalten besonders viel). Ciguatoxin ist für Menschen (und andere

Säugetiere) hochgiftig. Es ist ein Nervengift und die Symptome reichen

von Übelkeit, Kribbeln in den Extremitäten bis zu Krämpfen

und Tod. Leute, die einen starken Fall von Ciguatera überleben,

leiden den Rest ihres Lebens unter den Folgen. Einheimische wissen,

welche Fische kein Risiko bedeuten, aber am sichersten ist es, keinen

in der Lagune gefangenen Fisch zu essen. Das ist schlecht für die

Menüplanung an Bord, garantiert aber eine wunderbare Unterwasserwelt!

Das Meer an der Südseite von Taravai ist nicht kartografiert und so

tasten wir uns mit Hilfe von Wegpunkten anderer Cruiser zwischen

den Riffen hindurch. Am Südkap von Taravai stampft Pitufa in einer

hohen Windsee, links und rechts brechen sich die Wellen an den

Felsen und am Riff. Christian steht am Bug, ich steuere das Boot auf

die schmale Durchfahrt zu. Gerade jetzt verdunkeln Wolken den

Himmel, das Meer reflektiert die Wolken und die Riffe sind nicht

mehr zu sehen. Mit angehaltenem Atem und zitternden Knien steuere

ich den Wegpunkten entlang – wieder ein paar graue Haare

mehr. Alles geht gut und kurz darauf schwojt Pitufa friedlich in der

weiten Bucht.

An der Ostseite von Taravai liegt ein verlassenes Dorf, auch hier kann

man hinter einem mit Bojen markierten Riff ankern. Wir ziehen das

GER14159 www.hqhh.de 07/2014

1 Hot chicks on the beach

2 Schnorcheln ohne nass zu werden

3 Unberührte Korallen und neugierige Bewohner

Deutschland · Großbritannien · Monaco · Dänemark

Österreich · Spanien · Schweden · USA · Australien

pantaenius.at


OCEAN7Revier

Dingi auf den Strand und werden freundlich begrüßt. Didier ist vor

elf Jahren mit seinem Stahlboot hierher gesegelt und gleich auf seiner

ersten Südseeinsel hängengeblieben. Die Bürgermeisterin von

Mangareva hat ihm ihr verfallenes Zweithaus auf Taravai zur Verfügung

gestellt, er hat es renoviert und ausgebaut und einen großen

Garten angelegt. Sein altes, rostiges Stahlboot hat er irgendwann vor

der Insel versenkt, doch jetzt hat er ein neues Boot und will bald

aufbrechen, um den Rest des Pazifik zu erkunden. Didier wartet noch

mit der Abfahrt, bis sein langjähriger Gefährte, ein achtzehnjähriger

Labrador seine eigene Reise in den Hundehimmel antritt. Ein Stück

weiter nördlich wohnt eine Familie, die als „Dorfmeister” angestellt

ist. Hervé und Valerie halten die Kirche instand und kümmern sich

um die Gärten. Sie freuen sich über Besucher, wir werden gleich auf

eine Tasse Tee eingeladen und nachdem beide gut englisch sprechen

(eine Seltenheit hier), ist die Unterhaltung informativ und viel einfa-

Nach einer kurzen Unsicherheitsphase ist klar, dass sie nicht aggressiv

sind, sondern sich freuen, wenn Besuch kommt. Sie wollen

hinter den Ohren gekratzt und am dicken Bauch gestreichelt werden.

Zwischen schwarzen Perlen und Rosenkranz.

Als nächstes besuchen wir Aukena, die drittgrößte Insel

der Gambier. Die Lagune zwischen Mangareva und Aukena ist mit

Perlfarmbojen gespickt, ein Durchkommen für Yachten ist hier unmöglich,

Ankern im Norden verboten. Man muss sich zwischen den

äußersten Bojen und dem Riff, das zwischen Aukena und der Hauptinsel

fast bis an die Oberfläche reicht, durchschlängeln. Wiederum

kommen wir ziemlich ins Schwitzen, wünschen uns einen klar

markierten Kanal, doch Yachten bringen dem Tourismus nur wenig

Geld, die Perlfarmlobby regiert und somit sind die Segler hier klar

zweite Sieger. Unter den Bojen wachsen auf Seilen und Netzen

1

Drei Schweine wohnen unter dem

Haus und begrüßen alle Besucher

cher als das holprige Französisch mit viel Gestik und Mimik, mit dem

wir uns sonst plagen. Früher gab es auf Taravai ein richtiges Dorf,

aber in den letzten 25 Jahren sind die Bewohner nach und nach auf

die Haupt insel Mangareva abgewandert. Nur am Wochenende kommen

sie manchmal auf Besuch. Valerie unterrichtet ihre zwei Buben

mit dem Material einer französischen Fernschule selbst und ist außerdem

Künstlerin: Sie nutzt den vielfarbigen Sand der Insel, um

Sandbilder mit traditionellen Motiven herzustellen. Sie sind glücklich

in ihrem kleinen Paradies, nach Rikitea fahren sie nur zum Einkaufen

– es ist ihnen zu laut und hektisch in der „großen” Stadt …

Im Süden der Insel haben Edouard und Denise ein Stück Land gerodet,

ein schmuckes Haus gebaut und leben hier mit ihrer Enkelin.

„Enakoto! Peeakoto?” (Guten Tag! Wie geht’s?) rufe ich, als wir mit

dem Dingi anlegen und bin stolz, dass ich meine bei Valerie erfragten

Mangarevan-Vokabel gleich anbringe. Denise schüttelt nur den

Kopf und antwortet auf Französisch – sie kommt von den Tuamotus

und spricht Tahitienne – eine ebenfalls polynesische, aber völlig

unterschiedliche Sprache. Wir schreiben uns in ihr Gästebuch ein,

kaufen einen aus Muscheln gefertigten Anhänger und fahren mit

Basilikum, Minze und Rosmarin beladen zu Pitufa zurück. Auf der

kleinen vorgelagerten Insel Agakauitai steht das Häuschen von Hervés

Tante. Sie kommt allerdings auch nur am Wochenende, die

permanenten Bewohner wohnen unter dem Haus: drei Schweinchen,

die auf Besucher lautstark grunzend und quietschend zurennen.

Austern. Die jungen Austern werden mit einem kleinen Fremdkörper

versehen und produzieren dann innerhalb von einem Jahr eine in

verschiedenen Farbtönen von rosa bis grünlich schimmernde,

schwarze Perle. Die meisten Perlen werden exportiert, doch es gibt

auch eine eigene Kunsthandwerksschule in Rikitea, in der Perlen

und Perlmutt graviert und zu kreativen Schmuckstücken verarbeitet

werden.

Auch um die Nachbarinsel Akamaru werden Perlen gezüchtet. Hier

wohnen nur wenige Menschen, in der Kirche findet nur einmal im

Jahr eine Messe statt – zum Feiertag der Ankunft der ersten Missio -

nare im Jahr 1834 auf den Gambier. Der Legende nach hatte kurz

vor der Ankunft der Missionare eine Priesterin das Kommen eines

neuen Gottes prophezeit, Vater Laval und seine Ordensbrüder machten

sich diese Legende zunutze, inkludierten geschickt Elemente des

alten Glaubens in die Liturgie und brachten bald die ganze Bevölkerung

zur Annahme des katholischen Glaubens.

Im Anschluss installierten die Missionare

einen rigorosen Gottesstaat,

zerstörten die traditionellen

Kultstätten,

ver-

Foto: Shutterstock (1)

28 OCEAN7 05/2014 | September/Oktober 2014


Îles Gambier

boten die polynesische Kultur und zwangen die Einheimischen zur

Errichtung der pompösen Kathedrale und zehn weiterer Kirchen –

eine angesichts der schwindenden Bevölkerung unglaubliche Zahl.

Trotz dieser negativen Erfahrungen sind die meisten Leute auf den

Gambier auch heute noch religiös, die Sonntagsmesse in der Kathedrale

von Rikitea ist gut besucht und wegen der zahlreichen gesungenen

Elemente eine Besucherattraktion.

2

3

Die andere Seite der Gambier: flache Sandinseln

am donnernden Außenriff. Die zwei anderen östlichen Inselgruppen

Französisch-Polynesiens sind sehr unterschiedlich: die Marquesas

bestehen aus hohen, spektakulären Inseln ohne Außenriffe. Sie sind

daher der Gewalt des Ozeans ausgesetzt und das Wasser ist dunkel

und oft trüb. Die Inselgruppe der Tuamotus hingegen besteht nur

aus flachen, palmenbewachsenen Ringatollen mit einer geschützten

Lagune in der Mitte. Auf den Gambier findet man beides innerhalb

weniger Seemeilen. Nach den Berginseln zieht es uns nun zu den

„Motus” (kleine Inselchen) am Außenriff.

Totegegie im Nordosten des Archipels ist ein guter Beginn, denn

diese Insel kann man entlang eines offiziellen Kanals relativ einfach

ansteuern. Der Norden der schmalen Insel ist gerodet, hier liegt das

Flugfeld der Gambier. Ein- bis zweimal pro Woche landet eine kleine

Maschine, bringt Passagiere und Waren aus Tahiti, manchmal sind

auch ein paar Touristen dabei, die in einer der zwei kleinen Pensionen

auf Mangareva absteigen, oder Yachten besuchen. Die restliche

Woche liegt das Flugfeld verlassen da. Das Außenriff ragt hier im

Norden bis an die Oberfläche und bildet in Verlängerung von Totegegie

eine Kette von Motus. Wir ankern in einem tiefen Becken

umgeben von Riffen und fahren zum Schnorcheln an einen Durchbruch

im Außenriff, wo das Dingi über kitschig leuchtenden Pastelltönen

zu schweben scheint.

Das winzige, unbewohnte Motu Tauna im Osten des Außenriffs ist

von weitem kaum mehr als eine steile Sandbank mit einigen Kokospalmen.

An der Lagunenseite plätschert das Meer sanft, doch auf der

Außenseite donnert der Pazifik. Die Brecher nagen unerbittlich am

Korallenstock und bieten auch an ruhigen Tagen eine beeindruckende

Geräuschkulisse. Bei einem Landgang entpuppt sich das

Motu als unerwartet dicht bevölkert: In jedem Baum sitzen brütende

Seevögel und flauschige Küken. Die Eltern fliegen zur Abschreckung

waghalsige Manöver über unseren Köpfen, die Flauschkugeln bestaunen

uns mit großen Augen. Sie sind hier vor den von Europäern

eingeschleppten Ratten sicher, die auf den anderen Inseln solche

Brutkolonien unmöglich machen. Am Strand leuchtet blendend

weißer Korallensand, überall liegen zarte, abgebrochene Korallenäste

und bunte Muschel- und Schneckenhäuser. Steht man einen Moment

still, bewegt sich plötzlich der ganze Boden: tausende Einsiedlerkrebse

in allen Größen bevölkern die bunten Häuser. Wir nehmen

einen der munteren Krebse mit an Bord, doch unsere Schiffskatze

Leeloo interessiert sich kaum für den neuen Spielgefährten und so

darf er am nächsten Morgen schon wieder zurück an den Strand.

Eine weitere magische Erfahrung ist ein Besuch des südwestlichen

Außenriffs. Hier ragen keine Motus an die Oberfläche, nur pastellblaugrüne

Sandstreifen und die sich überschlagenden Brecher des

Ozeans zeigen die Position des Riffs. Wir motoren an einem völlig

windstillen, brennend heißen Tag über die spiegelglatte Meeresoberfläche

südwärts. Christian steht als Ausguck am Bug und fragt ständig

nervös nach den Tiefen, denn im kristallklaren Wasser scheinen die

zarten Äste der Korallenstöcke nach Pitufas Kiel zu greifen, doch das

Echolot zeigt stetige Tiefen zwischen zehn und zwölf Meter, was der

Karte entspricht. Näher am Riff zeigt die Karte leider nur noch ein

drohendes Grau – der Teil wurde nicht kartographiert, doch genau

dort wollen wir hin, um einen Sandfleck für unseren Anker zu finden.

Wir tasten uns im Schneckentempo zwischen Korallenstöcken durch

und finden schließlich einen Ankerplatz. Pitufa schwebt über dem

türkisfarbenen Swimmingpool, gleich hinter dem Heck ein Blick wie

ins Aquarium mit bunten Korallen und noch bunteren Fischen.

Scheinbar verirren sich nur wenige Taucher oder Schnorchler hierher,

denn die Weißspitzenriffhaie beäugen uns Zweibeiner mit unseren

blauen Watschelfüssen, der Schnorchelmaske und dem lustigen

Atemrüssel neugierig, fast schon aufdringlich.

Immer wenn wir meinen, alles gesehen zu haben, was die Gambier

bieten können, überraschen sie uns von Neuem. Zwischen Bootsprojekten,

Besuchen an altbekannten Lieblingsplätzen und dem

Erkunden bisher unbekannter Ecken wird uns auch in den nächsten

Monaten hier sicher nicht langweilig. Mehr Info und Bilder finden

sich auf unserer Homepage www.de.pitufa.at

1 Motu am Außenriff mit Palmen neben Kiefern

2 Schweinerei am Strand

3 Die Dorfmeisterfamilie von Taravai

September/Oktober 2014 | OCEAN7 05/2014 29


ServiceNews

Katamarane von Bavaria

Bavaria übernimmt Nautitech Catamarans.

Damit erweitert Bavaria, der zweitgrößte

Hersteller der Welt für Segel- und

Motoryachten, sein Produktportfolio

von Einrumpf-Yachten auf den stark

wachsenden Markt für Katamarane:

„Mit Nautitech Catamarans und seinem

versierten Team um den Gründer Bruno

Voisard haben wir den richtigen Partner für

den Einstieg in den Markt der Katamarane

gefunden“, erklärt Constantin von Bülow,

CEO der Bavaria Yachtbau GmbH.

www.bavaria-yachtbau.com

www.nautitech

Polieren

ganz

einfach

Das Premium Polish von Yachticon gibt es

jetzt auch als Spray mit Teflon ® surface

protector“. Die Arbeit mit dem Spray ist

einfach. Kräftig aufschütteln, aus kurzer

Entfernung gleichmäßig aufsprühen und

mit einem weichen Lappen einpolieren.

Dadurch werden in nur einem Arbeitsgang

die zu bearbeitenden Flächen gereinigt,

poliert und versiegelt. Nach kurzer

Eintrocknungszeit kann dieser Teil auf

Hochglanz poliert werden. Dose mit

400 ml kostet 18,95 Euro.

www.yachticon.de

Herzinfarkt

auf See

Im Mai 2014 lag Wolfram

Henkel aus Hohenahr mit seiner

Bavaria 34 an einer Boje vor dem

istrianischen Küstenstädtchen

Medulin, als er einen Herzinfarkt

erlitt. SeaHelp-Einsatzleiter

Christian Manzinger erreichte

schon 15 Minuten später die

Bavaria 34 und nahm Wolfram

Henkel an Bord. Ein Notarzt

übernahm den Patienten in der

Marina Pomer. Seit einiger Zeit

fahren auf SeaHelp-Einsatzbooten

auch Notärzte mit, wenn es die

Einsatzlage erfordert.

www.sea-help.eu

30 OCEAN7 05/2014 | September/Oktober 2014


Friedensflotte

Griechenland

hat einen Vogel

Projektwoche der World Peace Fleet im Juli

im Ionischen Meer: Kinder tollen im Wasser

rund um die Hallberg Rassy 42 Arma die Re.

Plötzlich gibt es an Bord großes Geschrei.

Im Masttopp ist ein kleines Vogelnest, und

aus diesem ist ein Küken heruntergefallen.

Spontan beschließt die Crew, das Vogelbaby

aufzunehmen und großzuziehen. „Chanel

Nr. 1“ wird es getauft. Die Friedensflotte

Griechenland hat jetzt einen Vogel als

Maskottchen. Nach dem Pilotprojekt im

Vorjahr waren 2014 schon drei Yachten und

die ersten griechischen Kinder dabei. Acht

Kinder kamen aus einer

niederösterreichischen

Betreuungseinrichtung.

www.worldpeacefleet.org

E-Power von

Fischer Panda

Die Motoryacht Solagüen, eine Broom 37 mit 12 Tonnen Gewicht,

wird von zwei Fischer Panda 30 kW Shaft-Motoren angetrieben.

Die Versorgung der Motoren kommt aus einer 288V-Batteriebank

mit 110 Ah-Kapazität. Als Generatoren hat die Yacht einen 36 kW

288V-Generator und einen 13 kW 288V-Generator. Die Broom 37

ist zusätzlich mit nahezu allen Möglichkeiten des neuen 288V Hybrid

Drive Systems ausgestattet. Mit 20 kW (von 60 kW installierter

Leistung) erreicht die Broom 37 eine Geschwindigkeit von etwa

12,5 km/h. Mit voller Leistung (60 kW) etwa 15,5 km/h. Zum

Erreichen von 80 % der Rumpfgeschwindigkeit reichen bereits

30 Prozent der Leistung aus.

www.fischerpanda.de

September/Oktober 2014 | OCEAN7 05/2014 31


OCEAN7Service

Haie:

Gefürchtet, gejagt,

gefährdet

Millionen Menschen plantschen, schwimmen,

schnorcheln, tauchen, surfen, und kiten

entlang der Meeresküsten. All das erfolgt

in einem Medium, das für uns terrestrische

Zweibeiner nicht das angestammte ist:

Wasser. Es ist jedoch der Lebensraum

für eine Fülle von Meerestieren,

in deren Reich wir eindringen.

Text und Fotos: Dr. Reinhard Kikinger


Haie

2

Die meisten Kontakte mit den Bewohnern aus

Poseidons Reich sind für uns durchaus erfreulich:

bunte Fische, prächtige Seesterne, schöne Muscheln

und mit Glück vielleicht sogar neugierige Meeresschildkröten

und verspielte Delfine. Zu den unangenehmen Andenken

aus dem Urlaub am Meer zählen neben Sonnenbrand und

den Spuren schroffer Felsküsten manchmal auch Seeigelstachel in

der Fußsohle und Nesselungen von Quallen. Diese Tiere sind daher

nicht sehr geschätzt. Einer hält jedoch unangefochten die Spitze in

der Skala der unbeliebtesten und gefürchtetsten Meeresbewohner:

der Hai.

Warum gefürchtet? Die Antwort ist anscheinend einfach:

„Der Hai“ ist eines der wenigen Tiere, die einen Menschen auffressen

können. Erstes Missverständnis: es gibt nicht „den Hai“. Heute sind

mehr als 500 Hai-Arten bekannt. Manche sind zwergenhaft klein,

einige ernähren sich von Muscheln und Schnecken, viele konsumieren

Fische, Krebse und verschiedene Wirbellose, andere sind harmlose

Planktonfresser, und dann gibt es natürlich den Weißen Hai

(Carcharodon carcharias). Den kennt dank Hollywood jeder. Natürlich

ist ein Raubfisch dieser Größe auch für Menschen potentiell

gefährlich. Das gilt auch für manche seiner Verwandten wie Tigerhai

(Galeocerdo cuvier), Bullenhai (Carcharhinus leucas) und

einige weitere Hai-Arten. Begegnungen mit diesen Haien sind

selten und damit kommen wir zum zweiten Missverständnis: undifferenzierte

Angst vor allen Haien, egal welche Art es ist. Respekt ist

immer gut, Angst ist die falsche Reaktion. Der Gruseleffekt, mit dem

der Begriff Hai verbunden ist, hat viele Ursachen: eingeschränktes

Sichtfeld durch die Taucherbrille; Wasser, das in dunkle bodenlose

Tiefen abfällt; in uns hochsteigende Bilder aus Filmen, wo mit dumpfer

Musik untermalt ein großer Schatten aus der Tiefe zu uns hochkommt;

Erinnerung an den letzten Zeitungsbericht von einer Hai-

Attacke… In vielen Medien wurden und werden Haie als instinktgesteuerte,

blutgierige Fressmaschinen dargestellt. Der Tauchpionier

Hans Hass war der Erste, der dieses Bild korrigiert hat. Aber nach

wie vor haben Haie im Gegensatz zu Delfinen, Tigern und vielen

anderen spektakulären Tierarten keine Lobby. Preisfrage: Wer frisst

mehr Fische, ein Hai oder ein gleichgroßer Delfin? Antwort: der

Delfin. Als Säugetier braucht er zur Aufrechterhaltung seiner Körpertemperatur

mehr Energie als der Haifisch. Trotzdem wird der Hai als

böser Räuber, der scheinbar ewig lächelnde Delfin als guter Freund

und Spielkamerad gesehen.

Wie kommt es zu Hai-Angriffen? Details zu den

Umständen und Folgen verbürgter Hai-Angriffe finden sich unter

www.sharkattackfile.net. Laut dieser Statistik wurden im Jahr 2013

weltweit 13 Menschen durch Haie getötet. In den Jahren 2012 und

2011 gab es 9 beziehungsweise 12 tödliche Hai-Attacken. Diese

Zahlen bedeuten: Es gibt letale Haiangriffe auf Menschen und jeder

einzelne Fall ist eine Tragödie. Die Zahlen bedeuten aber auch, dass

bei millionenfachem Wassersportvergnügen die Chance durch einen

Hai zu Tode zu kommen verschwindend gering ist. Die An- und

Abreise in den Urlaub, Bootsunfälle, sogar herabfallende Kokosnüsse

fordern jedes Jahr weit mehr Todesopfer als Hai-Angriffe. Dazu

kommt, dass die letztjährigen Zahlen der Hai-Attacken über dem

1 Haie – gefürchtet, gejagt, gefährdet. Annäherung an einen Mythos.

Grauer Riffhai (Carcharhinus amblyrhynchos)

2 Begleitgeschwader. Regenbogen-Makrelen (Elegatis bipinnulata) begleiten

einen Grauen Riffhai (Carcharhinus amblyrhynchos). Die raue Haut des Hais

wird von Begleitfischen gerne verwendet, um sich daran zu scheuern.

September/Oktober 2014 | OCEAN7 05/2014 33


OCEAN7Service

1 2

Der qualvolle Tod vieler Haie

langjährigen Durchschnitt liegen. Die Ursachen dafür sind unbekannt.

Vielleicht ist es die Überfischung der Meere, die Haie durch

Nahrungsmangel öfter in Küstennähe führt. Dort hat die steigende

Zahl der Wassersport-Aktivitäten häufigeren Kontakt mit Haien zur

Folge. Dass es vereinzelt zu Angriffen kommt, kann verschiedene

Ursachen haben: akustische und olfaktorische Überreizung des Hais

in trübem Wasser, z. B. können Stresshormone von harpunierten

oder geangelten Fischen in Kombination mit geringer Sichtweite zu

einem Probebiss führen. Hai-Fütterungen konditionieren die Tiere,

und das kann auch mal aus dem Ruder laufen. Taucher können

eventuell als Konkurrent oder Reviereindringling empfunden und

angegriffen werden. Surfer, Schnorchler oder Schwimmer können

für potentielle Beute gehalten werden. Auch mangelnder Respekt

mancher Menschen, die Haie als Streicheltiere behandeln oder an

den Flossen ziehen, führt zu Unfällen.

Mit welchen Sinnen orientieren sich Haie?

Haie haben hochentwickelte Sinne, die über unterschiedliche Reichweiten

verfügen und helfen, Objekte zu orten und zu erkunden. Von

fern zu nah sind das: Hören – Riechen – Sehen – Druckwellen im

Wasser werden über ein Seitenlinienorgan wahrgenommen – die

Lorenzini’schen Ampullen erkennen bioelektrische Felder – an der

Schnauze sitzen Tastsensoren, daher stupsen Haie

manchmal Objekte prüfend an – und schließlich

der Geschmackssinn. Haben alle

anderen Sinne keine

eindeutigen Ergebnisse geliefert, dann kann ein Probebiss den Geschmacksknospen

am Gaumen letzte Gewissheit über die Schmackhaftigkeit

geben. Im Fall des Menschen fällt dieser Test für beide

Seiten meist negativ aus: Für den Hai, dem Menschen nicht schmecken,

und der danach noch gnadenloser gejagt wird. Und für den

Menschen, den ein solcher Biss tödlich verletzen kann. Hai-Experten

sind sich einig, dass der Mensch aus mehreren Gründen nicht in das

angestammte Beuteschema der Haie passt. Dass der Fotograf der

Hai-Aufnahmen diesen Artikel schreiben kann und nicht in die marine

Nahrungskette eingegangen ist, bestätigt diese Annahme.

Warum werden Haie gejagt? Aus bekannten und

weniger bekannten Gründen. Zahlenmäßig an erster Stelle steht das

mörderische „shark finning“. Den geangelten Haien werden bei lebendigem

Leib die Flossen abgeschnitten. Der lebende

Torso wird über Bord geworfen, sinkt und stirbt einen

qualvollen Tod. Die Flossen werden auf

dem asiatischen Markt zu hochpreisigen

Haifischflossen-Suppen verarbeitet.

3

34 OCEAN7 05/2014 | September/Oktober 2014


Haie

4

Größter Lieferant an Haifischflossen ist erwartungsgemäß China, an

zweiter Stelle findet sich die EU mit den Fischereiflotten Spaniens

und Portugals. Auch bei uns sind Haiprodukte im Handel: Die sogenannten

Schillerlocken sind der Bauchlappen vom Dornhai (Squalus

acanthias), seine Rückenstücke sind als Seeaal auf dem Markt. Haie

zählen zu den Knorpelfischen, und auch das eröffnet zweifelhafte

Marktchancen: Haifischknorpelextrakt wird als Nahrungsergänzungsmittel

angeboten und fördert angeblich die Knorpelbildung. Souvenirläden

machen Geld mit den Gebissen von Haien, und in Taiwan

steht „tofu shark“, das eingedoste Fleisch vom Walhai (Rhincodon

typus), hoch im Kurs. Heuer hat die Regierung Westaustraliens Schlagzeilen

gemacht, weil sie gegen den Protest vieler Australier die Jagd

auf Haie, auch geschützter Arten, freigab.

1 Perfekte Effizienz. Ein wahres Meisterwerk der Evolution, optimiert über

Jahrmillionen. Schwarzspitzen-Riffhai (Carcharhinus melanopterus)

2 Geballte Kraft. Der Graue Riffhai (Carcharhinus amblyrhynchos) ist am

dunklen Saum der Schwanzflosse gut zu erkennen. An beiden Haien hat sich

jeweils ein Schiffshalter (Echeneis naucrates) festgesaugt.

3 Neugieriges Interesse. Dem hellen Saum der Flossen verdankt diese Art

ihren Namen, Silberspitzen-Hai (Carcharhinus albimarginatus). Er kann drei

Meter groß werden.

4 Im Fressrausch. Im weißen Kanister sind Fischabfälle, die im wahrsten Sinn

des Wortes ein gefundenes Fressen für Haie sind.

5 Restrisiko. Haifütterungen sind spektakulär, verändern aber das Verhalten

der Haie. Wenn der driftende Fischabfall sich im Blitzarm verfängt (siehe

linker Bildrand) und der Hai danach schnappt, kann die Situation eskalieren.

Sollte der UW-Fotograf dabei verletzt werden, so lautet die Schlagzeile in den

Medien: Taucher von Hai attackiert. Auf die näheren Umstände wird oft nicht

eingegangen. Silberspitzen-Hai (Carcharhinus albimarginatus)

5


OCEAN7Service

Literatur und Links

1

Warum sind Haie gefährdet? Weil zu viele getötet

werden. Die genaue Zahl ist nicht feststellbar, da es einen Schwarzmarkt

gibt. Die Organisation Sharkproject (www.sharkproject.org)

betreibt Aufklärung über Haie. Sie spricht von 100–200 Millionen (!)

Haien, die weltweit jährlich geschlachtet werden. 100–200

Millionen Haie stehen jährlich auf unserer Todesliste,

5-15 Menschen werden jährlich von Haien getötet.

Zieht man noch die jeweilige Motivation in

Betracht – menschliche Geschäftemacherei und

Prestigesucht versus Nahrungssuche der Haie –

dann stellt sich schon die Frage: Wer ist hier eigentlich

das Raubtier? Zu dem kommerziellen Haifang auf

solch hohem Niveau kommt erschwerend die Reproduktionsbiologie

dieser Fische: Haie brauchen lang, um geschlechtsreif zu werden

und die meisten Arten bekommen nur wenige Junge. Diese Komponenten

– hohe Fangzahlen und wenig Nachkommen – haben

einige Hai-Arten drastisch im Bestand reduziert. Zwei Beispiele: Der

Bestand des Dornhais, der bei uns als Schillerlocken und Seeaal

angeboten wird, hat weltweit laut Sharkproject um 95 % abgenommen.

Als zweites Beispiel sei der berüchtigte Weiße Hai angeführt:

Manche Experten halten diese Art bereits für „biologisch tot“, weil

die Zahl der Weißen Haie vielleicht schon zu gering für ihr langfristiges

Überleben ist.

· HASS,H. & I.EIBL-EIBESFELDT (1998). Wie Haie wirklich

sind. DTV. 254 S. ISBN 3423105747

· RITTER,E. (2003). Über die Körpersprache von Haien.

Praktische Anleitung zur Interaktion mit Haien.

Verlag Dr. Steinert. 257 S. ISBN 3-931309-08-8

· www.sharkattackfile.net

· www.sharkproject.org

2

Welche Folgen hätte die Ausrottung der

Haie? Es gibt den Slogan „Sterben die Haie, dann stirbt das Meer“.

Das ist natürlich übertrieben. Das Fehlen der Haie hätte aber große

Auswirkungen auf die marinen Nahrungsnetze. Als „Top-Räuber“

spielen sie eine wichtige Rolle in dem Gefüge aus Destruenten,

Produzenten und Konsumenten. Sie stehen sozusagen an der Spitze

einer Nahrungspyramide und haben eine regulierende Funktion auf

die untergeordneten Ebenen. Geht diese Funktion verloren, dann

3

kann das über komplexe Wechselwirkungen zu vorhersehbaren, aber

auch zu unerwarteten Konsequenzen führen. Mögliche Szenarien

sind das Absterben von Korallenriffen durch Veralgung oder weiter

sinkende Fischbestände. Der Ruf nach verbessertem Schutz der Haie

ist daher nicht eine romantische Forderung, sondern entspringt vor

allem der Einsicht in ökologische Kreisläufe.

36 OCEAN7 05/2014 | September/Oktober 2014


Wir müssen versuchen,

mehr über Haie zu lernen

Entweder wir beenden die 150 Millionen Jahre alte Erfolgsgeschichte der Hai-Evolution, indem

wir ihre Bestände weiter reduzieren. Oder wir versuchen mehr über sie zu lernen, um unser

Zusammenleben mit diesen Spitzen-Prädatoren der Meere konfliktfreier zu gestalten.

4

Wir lieben

Segeln, denn …

1 Spitze Zähne. Der Sandtigerhai (Carcharias taurus) hat ein Furcht einflößendes Gebiss und wurde deswegen

fälschlicherweise lange Zeit als sehr gefährlich eingestuft.

2 Elegante Erscheinung. Die leopardenartigen Flecken und eine extrem lange Schwanzflosse sind Kennzeichen

des Leopardenhais (Stegostoma varium). Dieser Grundhai stirbt häufig als Beifang in Bodenschleppnetzen.

3 Gut getarnt. Der Fransen-Wobbegong (Eucrossorhinchus dasypogon) ist ein nachtaktiver Bodenhai, der

tagsüber an Küstenriffen und in Lagunen ruht.

4 Der Größte von allen. Der Walhai (Rhincodon typus) ist der größte Hai und auch der größte Fisch. Der

größte Wunsch vieler Taucher und Schnorchler ist es, einmal diesem harmlosen Riesen zu begegnen.

5 Stopp! Auch Taucher können demonstrieren, dass sie gegen die brutale und tierquälerische Methode des

„shark finning“ sind.

5

LAND

IST

NICHT

GENUG.

TEL. +49 (0)9333 90 440-0

WWW.MASTER-YACHTING.DE


Triebwerke

vom

Magier

Was macht ein Motorenhersteller, der auf der Strasse

so ziemlich alles an Siegen abgeräumt hat? Logisch:

Er geht aufs Wasser. Und baut Motoren, die dem

Freizeitkapitän ebenso gefallen wie dem Racing-Piloten.

Text: Stefan Detjen | Fotos: Thomas Hulliger, Peter Ohlsson/ZVG

Nach den Rennerfolgen auf der Straße (aktuell 280 Siege bei IndyCar- und 18

Siege bei Indy500- Rennen sowie zwei Weltmeistertiteln in der Formel 1) war es

nur ein logischer Schritt, das siegreiche Know-how der Ilmor Engineering auch aufs

Wasser zu bringen. Den Anfang machte 2002 ein von Motorenmagier Mario Illien

modifizierter V-10 Dodge-Viper-Motor für die SuperCat Offshore Racing Series. Im

gleichen Jahr wurden zwei 550-PS-Prototypen auf einem 32-Fuß-Rennkat installiert.

Diese Anfangserfolge führten zur Lancierung des langfristig angelegten Ilmor-

Projektes der Marinemotoren-Serienherstellung.

Seit 2010 haben die Bootsmotoren in Mooresville in den USA sogar einen eigenen

Produktionsstandort. Die moderne Fabrik mit 50-000 Quadratmetern

Fläche ist Geburtsort der V8- und V10-Triebwerken, die hier nach dem

Zusammenbau ausgiebigen Tests unterzogen werden. Bereits ein knappes

Jahr nach Eröffnung verließ der 1000ste V-8-Motor die Montagehalle.

Einer der Hauptabnehmer von Ilmor-Marinemotoren ist die

Mastercraft Boat Company, die alle ihre Boote mit

Antrieben aus der Illien-Motorenschmiede ausrüstet. Daneben

kommen im Powerboat-Rennzirkus

die eigentlichen Kraftpakete von Ilmor zum

Einsatz. Gleich mehrere Teams

donnern mit bis zu


Neue Motoren

725 PS starken Twin-Maschinen

übers Wasser – und

zum Sieg. Und Ilmor Marine

Motors wächst weiter. Im

März 2014 konnten zwei

wichtige Deals unter Dach

und Fach gebracht werden.

Nach dem Zukauf von Phil Harper

Motorsports zielt Ilmor mit der Übernahme der Scorpion Racing

Engines ab sofort auch auf das Offshore Racing.

Leichter und damit grüner. Der Ilmor MV8 6.0L

Benzin-Bootsmotor erhielt die Bodensee-Zulassung als Ergebnis

eines speziellen Entwicklungsprojekts. In Verbindung mit einer

neuen Motor-Kalibrierung, den Aluminium-Zylinderköpfen und

geregelten Katalysatoren, werden die Abgasemissionen reduziert und

gleichzeitig die Leistung des Ilmor MV8 6.0l-Motor weitgehend erhalten.

„Die BSO II-Zulassung des MV8 6.0L ist ein großer Erfolg“, sagt

Ronald A. Brown, Präsident von Ilmor Marine. „Es bietet Freizeitkapitänen

in der Bodenseeregion ein leistungsfähiges, aber dennoch

ökologisch sensibles Motorenpaket, um die Freuden des Wassersports

in einer der schönsten, größten sowie umweltbewussten

Gegenden der Welt genießen zu können.“

Alle Ilmor MV8 und aktuelle Hochleistungs- MV10 Marine-Motoren

erfüllen bereits die CE-Norm sowie die US EPA, California ARB-

Vorschriften und -Normen. Kalifornien ist innerhalb der bereits

strengen USA einer der führenden Staaten, wenn es um die Einhaltung

von Emmissionslevels geht.

Der CE-zertifizierte Ilmor Hochleistungs-MV10-725-Motor ist der

stärkste Benzinmotor, der in der EU zugelassen ist. Die Kunst besteht

darin, viel Power mit wenig Gewicht zu kombinieren. Ein leichterer

Motor verbraucht auch weniger und kann somit immer mehr seine

„grüne“ Seite zeigen.

30 Jahre volle Power. Ilmor hat 30 Jahre Erfahrung im

Motorsport, von der Formel 1 über die amerikanische Cart-Serie bis

zu Motorrad-Rennen und Erfolge in der P1

Offshore-Bootsrennserie. Seit einem Jahrzehnt

baut Ilmor Marine Hochleistungs-Bootsmotoren.

Ilmor MV8- und MV10-Marinemotoren wurden

unter einem Dach mit Formel-1-Motoren nach

strengsten Vorgaben und neustem Stand der Technik entwickelt

und eignen sich ideal für Anwendungen im maritimen

Freizeit- und Wettbewerbsbereich. Die Motorenpalette reicht von

235 bis zu 533 kW (725 PS) und alle Antriebe nutzen Ilmors Eigenentwicklungen

für eine hervorragende Gesamtleistung bei maximaler

Zuverlässigkeit. www.ilmor.com

Leistungsstark und zuverlässig. Das Cinzano

Bianco-Raceteam hatte seinen ersten Auftritt 2008 am Cowes-Torquay-Cowes

Powerboat Race mit einem MV10-625-Motor. Die Crew

mit Tim Grimshaw, Eric Smillie und Nik Keyser schloss dieses Marathonrennen

auf dem 5. Overall-Platz und auf Platz 2 seiner Klasse

ab. Ein Jahr später belegte Cinzano Bianco mit neuer Crew (Marcus

Hendricks, Eric Smillie und Tim Grimshaw) alle Spitzenplätze. 2010

bekam das Boot die neuen MV10-725-Motoren. Im Langstreckenrennen

Around Ireland 2010 holte sich der Racer unschlagbar den

Overall-Sieg und den 1. Platz in seiner Kategorie. Weiter fuhren die

Ilmor-Motoren zwei P1-Championships mit anderen Teams ein.

www.cinzano558.co.uk

Power für Edelholz. Selbst edle Holzboote lassen sich mit

Ilmor-Power ausrüsten. Für das Flagschiff Comandante aus der

Manufaktur von Pius Wäger stehen die V-8-Versionen 6.0L 380 PS,

6.2L 420 PS und 7.4L 522 PS zur Auswahl. Für so viel zusätzliche

Power empfiehlt sich eine Stringer-Verstärkung der Schale und beim

stärksten Motoren-Modell ev. auch der Einbau eines größeren Tanks.

Auch Boesch hat bereits Ilmor-Motoren geordert und baut diese auf

Kundenwunsch als Alternative zu den bisherigen „normalen“ Motoren

oder Elektroantrieben ein.

www.boote-schmalzl.at

www.boesch-boats.ch

September/Oktober 2014 | OCEAN7 05/2014 39


OCEAN7Service

Hafenkneipen

Text: Joachim Feyerabend

Seemannsbars

Auch heute

eine Attraktion!


Hafenkneipen & Seemannbars

Fotos: Wikicommons, privat, ZVG, Shutterstock

Im Schellfischposten scheint die Zeit stehen geblieben zu

sein. Das frühere Flair des Hamburger Fischmarktes mit den alten,

urigen Kneipen ist erhalten geblieben. Viele Fotos von bekannten

Schauspielern, die irgendwann einmal hier Gast waren oder in der

Kneipe ihren Dreh hatten, legen Zeugnis für die Faszination einer

vergangenen Zeit ab. Der Geruch von Salz, Tang und Teer der Segelschiffs-Ära

weht dem Gast schon unter der Tür entgegen und weckt

heute wie gestern jenes unstillbare Fernweh, dem sich auch Landratten

nicht erwehren können.

Das Alter der Kaschemme lässt sich nicht genau feststellen. Sicher ist

jedoch, dass es sich um die letzte und älteste Seemannskneipe

in Hamburg-Altona handelt, die schon weit über 100 Jahre existiert.

Einst wurde der Fisch mit der sogenannten Schellfischbahn vom

Fischmarkt zum Altonaer Bahnhof transportiert. Die Arbeiter fuhren

mit der elektrischen Eisenbahn zur Arbeit und wieder nach Hause.

Die Haltestelle am Fischmarkt nannte sich „Schellfischposten“. Der

jetzige Schankraum war damals das Wartezimmer für die Passagiere.

„Alle Mann an Bord, ihr Mühseligen und Geladenen, in meine himmlisch

verschwimmende Hafenkneipe, komme, wer ein Gelüste

hat auf Lust, in See zu stechen und anderswo. Verlasst den schwanken

Boden der Nüchternen und kommt in das undichte Boot meiner

Dichtung, zu einer Hafenrundfahrt um die Welt. Kommt, ihr Sehleute

(ein Blick ins Glas gibt mehr Sehschärfe als das beste Scherenfernrohr),

und dann zwei Blicke ins Leben: einer von oben herab, vom

Mastkorb, und einer von unten, auf die Planken hingestreckt, kühn

der Zeit unter die Röcke geblinzelt.“

So besingt der Seemann und Dichter Joachim Ringelnatz die Institution

Hafenkneipe, die von Valparaiso bis Yokohama, von San Franzisco

bis Hamburg Treffpunkte der Fahrensleute und oft eine Art Heimat

waren. „Lasst uns eins zwitschern wie die Nachtigalle, dass es an Herz

und Nieren geht, ins Auge, und meistens ans Zwerchfell. Dies sagt

euch der Ringelnatz, erfahren in allen Untiefen und in mehr als dreißig

Berufen.“

Filmschauspieler wie Hans Albers oder Kurt Jürgens („Kaschemmen-

Lilly, Kaschemmen-Lilly, ihr Herz war so eiskalt wie Eis. Aber sie hat

mich geliebt, wie man einmal im Leben nur liebt“) vermittelten dem

Publikum die verruchte Romantik der Seemannsbars.

Und der Segler von heute, auch er genießt alkoholisiert rund um den

Globus die wehmutsvolle Stimmung. So wurde etwa das Peter‘s

Café Sport auf den Azoren zu einem Muss für alle Blauwassersegler,

die aus der Neuen Welt nach Europa unterwegs sind und die

Bar als Wetterstation, Nachrichtenzentrale

und Poststelle nutzen oder sogar

Mitsegler finden.

Zahlreiche Schriftsteller fanden in den

schrägen Treffs der Fahrensmänner Anregungen und Romanstoffe.

Das gilt vor allem für Jack London („Der Seewolf“), der sich an Seemannsgarn

zu gleichen Teilen mit Rum und Gin in Heinold’s

First und Last Chance in Oakland berauschte. Der Namenszusatz

„First and Last Chance“ (dt. „Erste und letzte Gelegenheit“)

verweist auf den Umstand, dass das Heinold’s in früheren Zeiten für

viele Seeleute die erste oder die letzte Möglichkeit war, vor oder nach

einer längeren Schiffsreise größere Mengen an alkoholhaltigen Getränken

zu konsumieren. Das bis heute in seiner ursprünglichen

Gestalt erhaltene Gebäude wurde im Jahr 1880 aus den Überresten

eines alten Walfängerschiffes am Fuße der Webster Street in Oakland

erbaut. Nachdem es in den ersten Jahren als Schlafstätte für die Arbeiter

von den nahegelegenen Austernbänken gedient hatte, kaufte

der deutschstämmige Johnny Heinold († 1933) es im Jahr 1883 für 100

US-Dollar und wandelte es mit der Hilfe eines Schiffszimmermanns

in eine Kneipe um.

Die nur spärlich beleuchtete Kneipe verwendet bis heute – und damit

als letzte kommerzielle Einrichtung in Kalifornien – Gasbeleuchtung.

Stühle, Tische und viele andere Einrichtungsgegenstände stammen

noch aus der Zeit, als Johnny Heinold die Kneipe betrieb. An den

September/Oktober 2014 | OCEAN7 05/2014 41


OCEAN7Service

Wänden hängen Geldscheine mit den Unterschriften von Matrosen,

die in den Krieg zogen und bei ihrer Rückkehr Geld für ein Getränk

parat haben wollten. An Decke und Wände sind Hunderte von Visitenkarten

geheftet. Charakteristisch für die Kneipe ist auch ihr abschüssiger

Fußboden. Die einseitige Absenkung resultiert aus dem

Jahr 1906, als infolge des großen San-Francisco-Erdbebens ein Teil der

Pfähle, auf die die Kneipe gebaut ist, im morastigen Untergrund versank.

In einer Ecke des Heinold’s befindet sich eine Uhr, die seit genau

diesem Moment stillsteht. Der Saloon steht heute auf der Liste bedeutender

historischer Stätten der USA im National Registers of Historic

Places.

Dazu gehört auch in San Franzisco Fisherman’s Warf und

Pier 39 oder in Bremerhaven der Leuchtturm Brinkamhahof

in der Nordesee-Yachting Marina. Dort dient er seit

über 25 Jahren als Wahrzeichen und gemütliche Kneipe.

Selbst in Zürich wollen Salzwasser angefressene Eidgenossen nicht

auf ihre Hafenbar in der Militärstraße verzichten, wo Käpt’n

Roger und Crew einem den Drink an die Cargo-Kiste servieren.

Weitere sehenswerte Etablissements Marcel Pagnols Refugium: Sie gilt

als eine Ikone der Hafenbars, die Bar de la Marine am Quai

de Rive Neuve beim alten Hafen im südfranzösischen Marseille. Der

Schriftsteller Pagnol nahm sie als Vorlage für seine bittersüsse Trilogie

„Marius, César et Fanny“. Besonders hervorstechend ist ihre originelle

Inneneinrichtung mit einem Tresen aus Zink.

Maritime Gastronomie gibt es auf der Bark Seute Deern (Süßes

Mädel) in Bremerhaven. In der Kapitäns-Kajüte kann man sich heute

das Ja-Wort für den gemeinsamen Lebensweg geben.

Eine der schönsten Seemannskneipen in Europa ist die Kogge,

vollgestopft mit Nautiquitäten. Sie galt schon Erich Honecker während

DDR-Zeiten als Vorzeigeobjekt für ausländische Besucher, die mit der

Seefahrt zu tun hatten, und ist die älteste Hafenkneipe (150 Jahre) der

Hansestadt. Freitags und samstags gibt es Shantys auf dem Schifferklavier.

Kneipe auf dem Feuerschiff: Im Hamburger Hafen

vertäut liegt ein ehemaliges Feuerschiff. Es bietet einen prächtigen

Ausblick auf den Schiffsverkehr, verfügt über Bar, Restaurant und

bietet sogar Übernachtungsmöglichkeiten und einen „Jazzkeller“.

Ein Methusalem unter den Hafenkneipen: Das Gasthaus Zur

Fähre am Alten Markt und in der Nähe des Hafens Stralsund ist

Wir Fahrensleute lieben die See. Die Seema

to-day. Die Mädchen, die weinen, sind schwa

42 OCEAN7 05/2014 | September/Oktober 2014


Hafenkneipen & Seemannbars

Fotos: Wikicommons, privat, ZVG

erstmals 1332 erwähnt und damit eine der ältesten Hafenschänken

in ganz Europa. Als Geschäftsvorteil bei der Gründung gilt die damalige

Nähe zu einer Vielzahl von „Hurenhäusern“ in der stadtseitig vom

Fährtor liegenden Mauerstraße.

Washington Bar: Sie ist die Geburtsstätte des Sängers

Freddy Quinn, dessen maritime Songs („Junge komm bald wieder“)

noch heute begeistern. Keine tolle Seemannskneipe, aber ein Stück

Musikgeschichte. Im Gegensatz zur Großen Freiheit oder zum Hans-

Albers-Platz liegt diese eher kleine Bar ruhiger und etwas ab vom

Schuss in Richtung Hamburger Hafen (St. Pauli).

Haus der Schiffergesellschaft: Hinter dem Staffelgiebel

im Renaissancestil hat das Innere im Haus der Schiffergesellschaft

in Hamburg seine malerische Einrichtung einer alten Seemannskneipe

bewahrt: Kupferlampen, Kronleuchter und Schiffsmodelle

hängen von den Balken herab. Ein sehenswertes Ambiente

maritimer Kultur.

Torre d’Alta Mar: Zugegeben, diese Location mitten im

Hafen von Barcelona ist keine Bar im herkömmlichen, sondern ein

Spitzen-Restaurant im wortwörtlichen Sinne. 75 Meter über dem

Mittelmeer sitzt sie auf der Plattform eines Turms, der seit der Weltausstellung

1929 den Hafen per Seilbahn mit dem Berg Montjuïc

verbindet. Das Panorama ist einmalig. Tipp: Nicht nur einen Drink

nehmen, sondern sich auch von Capitain Mauresa und Team mit

mediterraner Küche verwöhnen lassen.

Im chilenischen Valparaiso schließlich geht der maritime Kneipenbummler

im Hamburg in der Calle O’Higgins vor Anker. Sie

weist alle Insignien einer richtigen Hafenspelunke auf: Schummriges

Licht, keine Schicki-Micki-Plastik-Extravaganz,

sondern urige Atmosphäre,

und dazu einen

Kneipenwirt, der sich

zu seinen Gästen setzt,

eine Runde „Araucano“-

Schnaps ausgibt und

dabei am liebsten mit

der weiblichen Begleitung

des Barbesuchers

schäkert.

Auch Bert Brecht

konnte sich am Hafen

des dänischen Svendborg

dem maritimen

Charme der berühmten Svendborger

Schoner nicht

entziehen und dichtete eines der

schönsten Seemannslieder: „O

Himmel strahlender Azur, enormer

Wind die Segel bläh. Lasst

Wind und Himmel fahren nur,

lasst uns um St. Marie die See.“

Und die damit verbundenen Kaschemmen,

ist der Nostalgiker

versucht anzufügen.

nnsbräute gelten für heute, sind nur für

ch auf den Beinen. Was schert uns ihr Weh!

September/Oktober 2014 | OCEAN7 05/2014 43


YachtNews

Neu von Bavaria

Die neue SPORT 360

von Bavaria ist laut

Werft Design in neuen

Dimensionen. Neben den

Versionen als OPEN,

HARD- oder SOFTTOP

wird es die SPORT 360

von BAVARIA auch erstmals als COUPÉ geben. Ein Novum

auch die neu gestaltete Sitzgelegenheit auf dem Heck der

SPORT 360, die im Handumdrehen in eine großzügige

Sitzliege umgebaut werden kann. Unter Deck überzeugt

jetzt noch mehr Luxus und Großzügigkeit und die drei neue

Ausstattungslinien Classic, Style und Modern. Basispreis

der Bavaria 360 mit 2 x 260 PS: Coupé 149.900 und

Sport 129.900 Euro ohne MwSt.

www.bavaria-yachtbau.com

Ein teurer Spaß

Einen kühlen und windigen Tag im Mai hat sich der schwedische Sportbootbauer

Agapi ausgesucht, um sein neuestes und derzeit einziges

Boot, die Agapi 750, in einer Donau-Marina in Bratislava vorzustellen.

Text und Fotos: Christian Abl

Es sollen 90 km/h Böen kommen, schreibe ich per SMS an Kristian

Sandberg, einen der Investoren bei Agapi, der auch die Vorstellungstour

durch Europa gemeinsam

mit seinem Vater koordiniert,

“No Problem, we can test at

any weather!”, antwortete er

mir skandinavisch trocken. Und

tatsächlich, nach abenteuerlicher

Anfahrt zur Marina und

dem Zugang zum Steg durch ein

schon optisch kaum empfehlenswertes

Marina-Restaurant

steht sie da, die Agapi 750, mit

hochgeschlossenem Verdeck,

geschützt vor Wind und Regen.

Kristian Sandberg und sein

Vater können es kaum erwarten,

uns bei einem Gläschen spanischen Cava mehr

von der Geschichte und dem Konzept zu

erzählen.

Peder Asplund hat die Firma 2006

gegründet, um für sich selbst das perfekte

Sportboot zu bauen. Das Konzept soll wesentliche

Attribute wie Familienfreundlichkeit, Geräumigkeit,

Mobilität, Flexibilität, Sicherheit und Spaß sinnvoll

miteinander vereinigen. Dass Herr Sandberg sen. selbst mit

dem Boot am Trailer von Schweden nach Bratislava gereist ist

und dabei wie in einem Wohnwagen unterwegs genächtigt hat,

unterstreicht die flexiblen Einsatzbereiche dieses Bootes allemal.

Die Koje vorne ist geräumig, zum Stehen genügt es aber lange

nicht, unter der Sitzbank am Steuer versteckt sich eine kleine

aber komplette Bordküche, sogar ein paar Dosen Bier können die

Skandinavier hier in fremden Revieren kostengünstig und gekühlt

bunkern.

Im Sitzbereich kann man es sich zu viert gerade noch gemütlich machen,

wobei es wohl am besten ist, wenn nur zwei voll ausgewachsen

sind – was der Zielgruppen-Definition „Jungfamilie” ja voll entspricht.

Senkt man den Tisch ab, so entstehen hier die weiteren zwei Schlafplätze.

Bei dem gut verarbeiteten und geschlossenen Verdeck lässt

es sich auch bei ungemütlichem Wetter ganz gut aushalten, sofern

die Temperaturen menschlich bleiben.

44 OCEAN7 05/2014 | September/Oktober 2014


56Knoten schnell

Weltpremiere im September in Cannes! Der österreichische

Bootsbauer Frauscher präsentiert dort sein allerneuestes Modell, die

Frauscher 747 Mirage. Der futuristisch designete Daycruiser ist 7,47

Meter lang, wiegt 1.800 Kilo und erreicht mit dem 430 PS-Motor

rasante 56 Knoten. Preis ab 117.900 Euro ohne MwSt.

www.frauscherboats.com

Agapi wird demnächst die 950 nachreichen, dort sollen die

auf der 750 fehlenden oder zu improvisierenden sanitären

Einrichtungen, bei Stehhöhe in der Koje mitvorhanden sein.

Das Boot ist auf einem Fiberglas-Rumpf aufgebaut, der mit

Gummischläuchen seine Abgrenzung nach oben hin findet.

Gemeinsam mit der Kabine und dem Deck aus Carbon-

Fasern und der V-Form unterstreichen die Herren Sandberg

das einzigartige Sicherheitskonzept bei maximalem

Fahrspaß.

Befeuert wird wahlweise mit Yamaha oder Mercury

Außenbord-Motoren von 200 bis 300 PS oder einem 220

Volvo Penta Diesel-Innenbord.

Im Test bei widrigen Wetterbedingungen und starker Strömung

überzeugt das Boot mit sofortiger Gleitfahrt, Wendigkeit

und einer ordentlichen Portion Sicherheit, die einem

immer das Gefühl gibt Herr der Lage zu sein, auch wenn der

Skipper noch Erfahrung sammeln muss.

Der solide Eindruck bei der Testfahrt, die makellose Verarbeitung

und das schlüssige technische Konzept erklären

jedoch nicht den üppigen Preis von 75.000 Euro ohne Antrieb

für die Basis-Konfiguration – und die Liste der Extras

ist lang. Negativ hervorzuheben ist außerdem, dass Agapi in

China produzieren lässt, wenngleich die Schweden das bei

diesem Preis sicher selbst und für Europa sozial verträglicher

und nachhaltiger hinbekommen würden.

Bei der Frage nach dem nächsten Konkurrenten wollen mir

Agapi Mit-Eigentümer keine klare Auskunft geben, nur eines

machen sie mir klar, „Agapi is not selling boats, Agapi sells

boating“. Agapi Services versucht über ownership sharing

und einem eigenen sozialen Info-Netzwerk ein neues Konzept

an eine neue, junge Zielgruppe zu verkaufen und will dies

auch mittels der Agapi-App und einem iPad on board noch

weiter intensivieren. Ob hier der Google-, Foursquare- und

facebook-Zug nicht schon zu lange abgefahren sind?

Agapi 750 – ein tolles, aber teures Boot aus China, oder

wie mein Mit-Tester, ein waschechter Wiener Donau-Motorboot-

Kaptain sagte: „A sauteurer Gummischlapf’n“.

Sonnenliege

inklusive

Typisch Hanse – und doch mit vielem Neuem präsentiert die

Werft aus Norddeutschland ihre 455.

Sie hat eine Länge über alles von 13,95 m bei einer Breite von

4,38 m. Ausgestattet ist sie standardmäßig mit drei Kabinen,

optional gibt es im Vorschiffsbereich eine Ausbauvariante mit

zwei Kabinen als Charterversion. Eine Besonderheit ist das

größte Cockpit ihrer Klasse.

Das Deck ist so gestaltet, dass die Yacht

auch mit kleiner Crew zu segeln ist, mit

Selbstwendefock und Winschen am Steuerstand.

Auf dem Kajütaufbau vor dem Mast gibt es

eine große Sonnenliege. Die Hanse 455 kostet

169.900 Euro ohne MwSt.

www.hanseyachts.com

September/Oktober 2014 | OCEAN7 05/2014 45


Wiki,

die Schöne

OCEAN7 war an Bord von Wiki, dem klassischen Folkeboot, unter Segel

vor der Küste Istriens unterwegs. Was für ein Gefühl für alle Sinne.

Doris und Olaf von www.meerflair.at haben diese Yacht eigenhändig

restauriert und zu einem edlen Schmuckstück gemacht.

Text: Thomas D. Dobernigg, Fotos: Dr. Udo Reichmann


Folkeboot Wiki

1

Die weißen Segel sind gesetzt und getrimmt. Wiki nimmt rasant

Fahrt auf. Sie ist voll und ganz in ihrem Element. Das ist Segeln mit

allen Sinnen, ganz nah am Wasser, wie ich es fast schon vergessen

habe, in den vielen Jahren der Dickschiff-Segelei. Da ist das Rauschen

der Wellen am hölzernen Rumpf; da ist der Wind, der nicht

nur die Segel bläht und das Schiff in Schwung hält, sondern auch

die Haare zerzaust und über das Gesicht streicht; da ist dieser

wundervolle Geruch nach Holz und Firnis; das Gefühl der glänzenden,

verleimten Pinne in der Hand; der ungetrübte Blick unter

Deck auf die Strukturen des Holzes an der Innenseite des Rumpfes

und die faszinierende Klarheit und schlichte Schönheit des Innenlayouts,

jahrzehntelang erprobt, von Generationen begeistert genutzt.

Da sind die polierten Messingwinschen und Beschläge.

Eine Wohltat für die Augen ist die Optik dieses Klassikers

unter Segel. Wie Wiki die Wellen durchschneidet, wie das

Wasser am Bug aufschäumt und das glänzende Holz des Rumpfes

umspielt, ohne dass bei den drei bis vier Windstärken auch nur ein

Tropfen Spritzwasser in das Cockpit dringt; kein hoher Decksauf-

2

3

1 Wiki – die pure Leichtigkeit des Segelns

2 Funktion ist Schönheit in jedem Detail

3 Die Wärme des jahrzehnte alten Holzes im Innenraum

4 Schlicht und klar ist jeder Beschlag

4

September/Oktober 2014 | OCEAN7 05/2014 47


OCEAN7Yachten

1

Jeder sollte einmal im Leben ein Boot

bau, keine Sprayhood, nichts, das den Blick über das elegante

flache Deck zu dem hölzernen Mast mit seinen hölzernen Blöcken

und Klampen trüben würde. Das Meer und das Schiff Wiki

– das sind nicht Gegner, wie man bei so mancher Serienyacht

den Eindruck hat, hier sind es Verbündete, Freunde, eine intakte

Symbiose.

Wiki chartern

Sie ist der Blickfang in der Marina Izola: Die Wiki, ein

Folkeboot, liegt direkt vor der Rezeption an der Mole. In weit

mehr als 1.000 Arbeitsstunden von zwei hochengagierten

jungen Leuten liebevoll und wunderschön restauriert, segelt die

schöne Yacht nicht nur schnell sondern auch sicher. Unter Deck

vermittelt sie mit ihren offenen Holzstrukturen und den

naturfarbenen Pölstern den Eindruck von Gemütlichkeit und

Geborgenheit. Hinter der Wiedergeburt dieses historischen

Bootes stehen Doris Schmid und Olaf Weiss und ihr mutiges

Unternehmen „meerflair“. Beide verbindet die Liebe zum

Segeln, Reisen in ferne Länder, Begegnungen mit fremden

Völkern und alten Schiffen. Zuletzt das Beste: Es gibt die

Möglichkeit, die restaurierte Traditionsyacht Wiki zu chartern

– ab 299 Euro pro Wochenende.

www.folkebootcharter.at www.meerflair.at

Und wie Wiki segelt! Mit welcher Leichtigkeit! Einmal

getrimmt, bleibt sie dank ihres Langkieles kurstabil und taucht

sanft und glatt in die Welle ein. Auf jede noch so leichte Böe

reagiert sie mit deutlichem Geschwindigkeitszuwachs. Hier, im

offenen Cockpit, spürt der Segler noch jeden halben Knoten

mehr oder weniger – etwas, das auf einer der modernen großen

Yachten längst verloren gegangen ist. Segeln mit dem Folkeboot

Wiki heißt archaisches Segeln, wie es früher war. Segeln in seiner

ursprünglichen Art. Sozusagen Segeln zurück zur Natur.

Dabei bietet Wiki dem Segler an Bord niemals das Gefühl von

Unsicherheit. Zu sehr zeigt Wiki in jeder Situation, wie sehr sie

in ihrem Element ist. Sie liegt stabil im Wasser und das mit einer

Selbstverständlichkeit, die nichts als reine Freude verbreitet. Das

gibt auch Seglern, die weniger Erfahrung mit kleinen Booten

haben, sofort Vertrauen in die Seetüchtigkeit dieses Langkielers.

Schließlich ist diese durch zahlreiche Reisen von Folkebooten

über große Ozeane belegt.

48 OCEAN7 05/2014 | September/Oktober 2014


Folkeboot Wiki

2 3 4

Ich kann jedem Segler, ob Eigner einer Yacht oder Charterer, nur raten, sich

einmal auf dieses Erlebnis einzulassen, mit einem kleinen Boot zu segeln.

„Nimm zuerst ein kleines Boot: Von den Gezeiten des Lebens“, heißt eines der

schönsten Segelbücher, die ich kenne. Richard Bode beschreibt darin auf sehr

Fakten

Baujahr ...........................1966

Länge ..........................7,64 m

Breite . ......................... 2,20 m

Tiefgang ........................ 1,20 m

Masthöhe .........................11 m

Segelfläche .......................24 m 2

1 Dieses Boot hat Charakter und Leben

2 Der Kurs stimmt immer

3 Holz statt Kunststoff

4 Selbst die Baumgabel ist aus Holz gearbeitet

5 Hart am Wind – das liebt Wiki besonders

wie Wiki gesegelt haben

Ausrüstung

Lenzpumpe (manuell und elektrisch) |

Fender | Festmacher | Anker | Paddel |

Wasserkanister | Batterie mit Ladegerät |

Badeleiter | Ankerball & Motorkegel |

Bootshaken | Außenbordmotor 4 PS |

Benzintank | Scheinwerfer 12 V | Stromkabel

inkl. Adapter | Werkzeugset | Radio | GPS

Sicherheit

Schwimmwesten | Feuerlöscher | Seenotraketen

| Erste Hilfe-Kasten | Lifesling

5

September/Oktober 2014 | OCEAN7 05/2014 49


OCEAN7Yachten

poetische Weise die Para llelen zwischen der Kunst des Segelns und

der Bewältigung des Lebens. Wie schon der Buchtitel verrät, meint

der Autor, dass vor dem Segeln mit großen Yachten das Beherrschen

eines kleinen Bootes stehen sollte. Ich meine allerdings, es

ist nie zu spät, diese Erfahrung zu machen. Es geht auch anders

rum – erst die große Yacht, dann die kleine, wundervolle Wiki. Sie

bietet nämlich die Gelegenheit dazu, denn Doris und Olaf verchartern

das Folkeboot im slowenischen Izola – ab 299 Euro pro Wochenende.

Mehr als 1.000 Arbeitsstunden haben Doris und

Olaf eigenhändig in die Wiederherstellung dieses Bootes gesteckt.

Fällt es da nicht schwer, die Wiki fremden Händen anzuvertrauen?

„Klar ist es nicht leicht und kostet Überwindung – aber ich habe

Vertrauen in eine gute FB2- oder FB3-Ausbildung unserer Gäste.

Wer mit einem derartigen Boot segeln möchte, wird auch die entsprechende

Liebe dafür mitbringen,“ sagt Olaf. Und Doris ergänzt:

„Mein Herz hängt an Wiki wie an einem Baby – aber ich habe nach

unseren ersten Segelerlebnisen mit ihr in der Adria die Nabelschnur

durchtrennt“.

1 Wikis Heck – viele Segler werden nur das zu sehen bekommen

2 Segel sauber getrimmt und sie bleibt eisern auf Kurs

3 Behaglicher geht es nicht: Holz und naturfarbene Pölster

4 „205“ – die Baunummer der Wiki

5 Licht für abendliche Stunden unter Deck

6 Ein edler Platz für die Großschot

2

1

50 OCEAN7 05/2014 | September/Oktober 2014


Folkeboot Wiki

Jedes Detail ist berauschend schön

3 4 5 6

3Fragen an Olaf und Doris, von meerflair

OCEAN7: Was wisst ihr über die Vergangenheit von Wiki?

meerflair: Sie wurde 1966 bei Lindbau, die als beste

Folkewerft bekannt ist, gebaut. Lärche auf Eschenspanten und

die Planken sind für dieses Baujahr wunderschön und sehr

selten. Wikis erster Besitzer war übrigens Hein Dahlinger, ein

berühmter deutscher Handballspieler und erster Folkeboot-Weltmeister.

OCEAN7: Ist Wiki der Name, den ihr dem Boot gegeben

habt?

meerflair: Nein, ganz am Anfang hieß sie tatsächlich anders,

nämlich Daddel. Das war Hein Dahlingers Spitzname. Das Boot

wechselte im Laufe der Jahre dreimal den Besitzer, der zweite

taufte es auf Wiki um. Der letzte hatte keine Zeit mehr für das

Boot und vernachlässigte es sehr. Von ihm haben wir es gekauft

– und er fährt jetzt auch wieder ein Folkeboot, aber eines

aus Gfk.

OCEAN7: Ihr habt es in rund 1.000 Arbeitsstunden

restauriert und in den heutigen Zustand

versetzt. Was alles habt ihr

gemacht?

meerflair: Mehrere

Spanten und Wrangen

wurden durch Olafs

Dad Horst Weiß,

einem Ingenieur für

Schiffsbetriebstechnik,

getauscht und

von uns komplett geschliffen. Wir haben neuen Primer und

neues Antifouling aufgetragen, und einen komplett neuen

Lackaufbau. Es war ein sehr schönes Erlebnis, das durch die

Sonne gebleichte Mahagoni nach vielen Schleifstunden wieder

rot leuchten zu sehen. Die neuen Segel kommen von OneSails,

alle Leinen wurden erneuert und getakelt, teilweise gespleißt

und verjüngt. Wir haben eine neue Elektrik eingebaut, mit zwei

Innenlampen, 12-Volt und 220-Volt Steckdosen und eine neuen

elektrische Bilgepumpe, die Pinne, den Reitbalken, das

Schiebeluk und den Cockpittisch neu gebaut, neue Fenster aus

Sicherheitsglas eingesetzt, neue Kaltschaum-Matratzen und eine

originale Kuchenbude der dänischen Werft Folkeboot Centralen

gekauft. Wiki ist heute nach österreichischer Yachtzulassungsverordnung

für den FB2 ausgestattet.


OCEAN7Yachten

Ocea Daysail


Oceanis 38

Eine Yacht

für alle Fälle

Die Oceanis 38 besitzt einen flexiblen Charakter

und passt sich der Lebenslage potentieller

Kunden an. Daysailer, Weekender oder Cruiser?

Anstatt der Qual der Wahl hat man mit dem

neuesten Wurf von Bénéteau dreimal Spaß im

Nass. Und immer die Gewissheit, auf das richtige

Schiff gesetzt zu haben.

Text: Stefan Detjen | Fotos: Nicolas Claris, Stefan Detjen

Wie entsteht eigentlich ein neues Yachtkonzept? Bei Bénéteau beginnt

alles mit einem Brainstorming, wo sämtliche Ideen, mögliche

und unmögliche, auf den Tisch gelegt werden. Thomas Gaillard,

verantwortlich für die Modellentwicklung Segel, gibt die Leitlinien

vor. Zusammen mit Pascal Conq vom Studio Finot-Conq entsteht so

ein erstes Ideengerüst von möglichen Projekten. Im Zusammenspiel

mit Markttendenzen und Trends kristallisiert sich dann langsam das

zukünftige Konzept heraus. Keine neue Erkenntnis ist z. B., dass der

moderne Kunde von einer Lebenssituation in die andere wechselt.

Wer heute noch Single ist, kann in einem Jahr bereits verheiratet und

Vater sein. Und selbst wer Segeln als Hobby angibt, hat meistens

noch zwei, drei andere Dinge im Leben, die ihn interessieren: Tauchen,

Mountainbiken, Golfen. Ein weiterer Faktor ist der chronische

Zeitmangel. Segeln muss heute schnell gehen. Time is Money, deshalb

rar und damit wertvoll.

nis 38

er · Weekender · Cruiser


OCEAN7Yachten

Mit der neuen Oceanis 38 will Bénéteau möglichst vielen Anforderungen

und verschiedenen Märkten Rechnung tragen. Herausgekommen

ist zwar keine eierlegende Wolfmilchsau, aber die Versalität des

Newcomers ist erstaunlich.

Angeboten wir der 38er als Daysailer, als Weekender und als Cruiser.

Diese drei Bezeichnungen umschreiben schon ziemlich treffend das

Profil der verschiedenen Konfigurationen unter Deck. Das Open

Space-Prinzip ist auf den ersten Blick ziemlich verblüffend. Wer in

den eigenen vier Wänden bereits einen modernen und großzügigen

Loftstil pflegt, wird damit keine Probleme haben. Andere werden

zuerst ihren Augen nicht trauen: So groß hat man unter Deck noch

nie einen 38-Füßer gesehen. Die Wand ist weg, freier Blick bis zum

Bug. Ein völlig neues Raumerlebnis im wahrsten Sinne des Wortes,

hier lässt es sich leben.

Wer eher den klassischen Stil pflegt, wählt die Cruiser-Disposition.

Dabei wird der vordere Teil ganz konventionell abgetrennt – rein

optisch, denn die Wand lässt sich auch genauso schnell wieder

entfernen.

Ziemlich spartanisch aber optisch großzügiger kommt die Daysailer-

Konfiguration daher. Diese ist für die Glücklichen gedacht, die am

Meer oder an einem See wohnen, um 17.00 Uhr der Arbeit den

Rücken kehren und dann noch rasch ein paar Schläge machen.

Daysailer

Cleveres Konzept, gelungene Lösungen. Gefallen

hat uns auch das Pack-Konzept. Wenn ich mich recht erinnere,

hatte Wally schon früher die Idee, flexible Hängeschränke einzubauen.

Bei Toblers Saphire und bei der neuen O38 ist diese Idee

durch die Zusammenarbeit mit Gepäckhersteller Longchamps weiter

perfektioniert worden. Plötzlich darf man auch ein Sakrileg brechen,

denn die Longchamp-Version sieht einen Trolley vor, der dann einfach

in der Kabine aufgehängt wird. So braucht der Skipper nicht

mehr sein Mantra zu predigen: keine harten Koffer, nur weiche Taschen,

die sich verstauen lassen. Der Seesack hat also definitiv

ausgedient (das Ding war sowieso galaktisch unpraktisch, aber das

ist eine andere Geschichte). Der moderne Segler packt somit zu

Hause und hängt den Trolley dann an die Kabinenwand – voilà,

fertig ist der Kleiderschrank. Auspacken

erübrigt sich damit auch und er

kann sofort die Leinen loswerfen.

Wir tun es gleich bei unserem Test in

Palma de Mallorca. Mit an Bord die

beiden geistigen Väter der Oceanis

38, Thomas Gaillard und Pascal

Conq. Bei der Ausfahrt durch den

weitläufigen Hafen frage ich Pascal,

wo er Kompromisse eingehen

musste. Ein Boot, dass alles sein

muss, was die Marketingleute fordern,

muss doch irgendwo Abstriche

hinnehmen? „Absolument pas!“, antwortet

er mit einem schelmischen

Seitenblick auf Thomas. Sie beide

Weekender

54 OCEAN7 05/2014 | September/Oktober 2014

Cruiser


Technische Oceanis Daten 38

Länge (Weekender & Cruiser) ........11,5 m

Breite ..........................3,99 m

Verdrängung ........... 6.095 kg (Daysailer)

6.850 kg (Cruiser)

Motor .....................Yanmar 30 PS

CE-Zertifizierung ...............A8/B9/C10

Preis in Euro ..................ab 150.000

Architekt: Finot-Conq Architectes

Innendesign: Nauta Design

Master Yachting GmbH

Landstrasser Hauptstrasse 60/14

1030 Wien

www.masteryachting.com

seien quasi die zweite Generation der Zusammenarbeit von Bénéteau

und dem Studio Finot, die bereits Jahrzehnte andauert. Da kenne

man sich und man wisse, was man wie weit ausloten kann. „Doch

am Ende muss es funktionieren, sonst verkauft es sich nicht.“

Gesagt und die Segel gesetzt. Die Bucht von Palma

zeigt sich von ihrer besten Seglerseite: Sonnenschein und die typische

Nachmittagsbrise mit 12 Knoten. Wir gehen hart an den Wind, die

Oceanis 38 legt sich auf die Seite. Am Steuer ein angenehm sensibles

Gefühl, man spürt die sofortige Reaktion auf kleine Korrekturen.

Wellen ansteuern, dann ein bisschen abfallen und sofort wieder anluven.

Segeln mit dem Hintern, man spürt förmlich, wie die Yacht in

den Wellen in ihrem Element ist. Auffieren und auf raumen Kurs

gehen, jetzt spielt die Oceanis ihre Gleitereigenschaften aus.

Die Yacht liebt

Wind und läuft

herrlich leicht

Es wird klar, dass man bei Finot-Conq viel Erfahrung mit erfolgreichen

Open-Rissen hat. Der Code Zero wird ausgerollt, das Speedometer

legt noch ein paar Zahlen zu. Wir überholen ein älteres Boot

locker in Luv. Der „Gegner“ nimmt es sportlich und winkt zurück.

Der französische Flitzer sieht nicht nur schnell und sportlich aus, er

ist es in der Tat. Die Steuerposition scheint für kleinere Staturen

bequemer, auf der Kante wird es für Leute mit über 1,80 Meter mit

der Zeit unbequem, dafür kann hinter dem Rad bequem sitzen, die

beiden Sitzbänke werden im Hafen einfach hochgeklappt.

Der nächste Schlag geht wieder Richtung Palma. Der Wind bläst jetzt

mit 14 bis 16 Knoten, das Steuer bleibt angenehm leicht, die Oceanis

38 läuft mit acht Knoten voll in ihrem Element.

Wer allein segelt, kann sich optional eine Selbstwendefock gönnen

oder sich von motorisierten Winschen helfen lassen. Auch beim

Ankern gibt es nützliche Gadgets für Solosegler: eine Ankerspill-

Steuerung mit Zähler – vom Cockpit aus zu bedienen.

Unter Deck. Nauta Design hat seinen Job gut gemacht. Die

mehrfache Nutzung des Wohnraumes für die verschiedenen Segler-

Typologien ist gelungen. Bei den Versionen Weekender und Cruiser

kann man zusätzlich noch zwischen zwei und drei Kajüten wählen.

Der Niedergang ist trotz seiner Neigung bequem, die aufklappbare

Türe wird verriegelt – eine saubere und sichere Lösung. Die Inneneinrichtung

in heller Eiche passt gut zum Loft-Charakter, dank den

gut platzierten Fenstern und Luken findet auch viel Licht den Weg

in den Wohnteil.

Ebenso schön wie gelungen präsentiert sich das Bad. Stehhöhe im

Salon bei 1,95 Meter (in der Pantry sogar noch zwei Zentimeter

mehr), selbst in der Achterkabine bekommt man mit 1,85 Metern

keine Platzangst.

Der 30 PS-Yanmar mit Saildrive bringt uns ab Hafeneinfahrt wieder

an unseren Liegeplatz beim Real Club Nautico. Anlegen, die Heckklappe

öffnen und die aufblasbare Gangway platzieren. Alles ganz

easy und zeitsparend, auch das gehört zum modernen Segelsport.

September/Oktober 2014 | OCEAN7 05/2014 55


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September/Oktober 2014 | OCEAN7 05/2014 57


Die Prüfungsorganisation

Jugendkurse

2014

1

Wie alle Jahre veranstalteten einige unserer

Ausbildungsstätten wieder Kurse und Ferienlager

für Kinder und Jugendliche. Wieder waren alle mit

großem Einsatz dabei. Der Lohn war der A-Schein

bzw. Junior A-Schein. Der Seefahrtsverband Süd

dankt den Ausbildungsstätten für ihre exzellente

Jugendarbeit.

Text und Fotos: Peter Schörkmaier

2

3

1 Entspannt am Lagerfeuer nach einem anstrengenden Tag

2 „Rund achtern“

3 Posieren für die Kamera in der Segelschule Schwarzlsee

Seefahrtsverband Süd · 8052 Graz, Villenstraße 11, 0664/1512226 · info@sfv-sued.at, www.sfv-sued.at

58 OCEAN7 05/2014 | September/Oktober 2014


News September/Oktober 2014

2 Jahre Seefahrtsverband

Süd – ein Zwischenbericht

Heinz Schörkmaier

Das 2. Jahr am freien Markt ist vorbei. Die Ordner füllen sich, die

Verwaltung wird von Fall zu Fall perfekter. Die Überprüfung unseres

Büros durch die Oberste Schifffahrtsbehörde

(OSB) gibt uns die Sicherheit, dass bei uns alles

seine Richtigkeit hat.

Die fachliche Seite verbessern wir laufend. Neue

und mehr Fragenkataloge gibts für den FB 1. In die

Upgradeprüfungen FB 3 und 4 wurden neue Erkenntnisse

und Vorschläge eingearbeitet. Bei den

Kartenarbeiten zum FB 1, 2 und 3 hat die jeweilige

Ausbildungsstätte ab Herbst die Wahl zwischen

mehreren Seekarten. Jedenfalls arbeiten wir nicht

mehr ausschließlich auf kroatischen Karten.

Auch im Herbst plant die OSB die Einführung einer

allgemein gültigen Prüfungsordnung. Die ARGE

Pro, deren Mitglied wir sind, hat einen gemeinsam

erarbeiteten Vorschlag der OSB übermittelt.

Diese Prüfungsordnung entspricht genau dem geltenden Gesetz

und der Verordnung. Einigen, nicht zur ARGE gehörenden Organisationen,

sind die gesetzlichen Forderungen zu wenig. Ich vermute

man übersieht, dass gesetzliche Forderungen Mindestanforderungen

sind. Bessere und umfangreichere Ausbildung schadet

nie. Jetzt schon praktizieren einige Vereine und

Schulen, übrigens mit regem Zulauf, 10 tägige

bzw. zweiwöchige Ausbildungs- und Prüfungstörns.

Je besser und effizienter die Ausbildung, desto

lockerer schafft man die Prüfung - eigentlich

nichts Neues!

SFV Süd organisiert

auch:

• Binnenpatente - A Junior und A Schein

• Motorboot – Seen und Flüsse sowie

internationale Wasserstrassen

(Donaupatent).

Die uns angeschlossenen Ausbildungsstätten (siehe Liste) informieren

gerne. OCEAN 7 Leser bekommen in einigen Ausbildungsstätten

bessere Konditionen !

Vereine und Ausbildungsstätten, die mit dem SFV Süd zusammenarbeiten

Adria Yachting Austria AYA

Rudolf Frühwirt, 8051 Graz, Göstingerstraße 198 · Binnen-, Hochseeausbildung, Seminare,

Workshops 0676/523 50 15 · rudolf.fruehwirt@gmx.at · www.ayasegeln.at

ASVÖ Yacht Club Pack AYCP

Segelrevier Packer Stausee, Jugendlager, Regatten, gesellige Club veranstaltungen · Franz

Sagmeister · 0664/2111791 · info@aycp.at

Boote Kamper, Yachtcharter

Segel- Motorboote, Mono und Katamarane, Führerscheine, Skipper training, Beratung · Ing. Karl

Kamper, 8600 Bruck/Mur, Murstraße 7, 0664/3552802 · office@bootekamper.at · www.bootekamper.at

SFV Süd – Region Oberösterreich

Grimm Wolf-Dieter, 4650 Edt bei Lambach, Traunstraße 9, 0676/6276399 · wgrimm@me.com

Kärntner Yachtclub Pörtschach – KYCPö

Binnen-, Hochseeaubildung, Jugendkurse, Regatten · www.kycpoe.at

Polizeisportverein Burgenland

Sektion Segeln, Andreas Hochegger · Binnen- Hochseeaubildung, Schiffsfunk · hochegger@aon.

at

Marinekameradschaft Prinz Eugen

Schiffsführerschule Bruck/Mur, Binnen und Küste – FB 1, Freizeitclub

für die ganze Familie · josef@stadler.co.at · www.prinz-eugen.at

Motorbootfahrschule St. Pölten

Dr. Karl Prisching, 3100 St.Pölten, Widerinstraße 8, 0676/3303451 · prisching@mbfs.at · www.

mbfs.at

Ocean Yachtclub OYC – Freizeitinsel Pibertstein

Ing. Helmut Theinschnak, 8582 Rosental, Hörgasstraße 30, 0664/1257071 · homebase@oyc.at

Schiffsführerschule Erwin Hinterleitner

4371 Dimbach Nr. 27/2 · 0664/2313622 · office@auf-kurs.cc

Segelcrew Hartberg

Clubrevier und Clubanlage am Stubenbergsee · A-Schein, FB2 und FB3, Clubregatten · Martin

Höfler · 0664/1977094, office@segelcrew-hartberg.at · www.segelcrew-hartberg.at

Segelschule Pack (Packer Stausee)

Binnen- Hochseeaubildung, Bootsverleih, Übungsleiterausbildung · Franz Sagmeister, 8053 Graz,

Am Jägergrund 49 · 0664/2111791 · sagmeister@segelschule-pack.com · www.segelschule-pck.

com

Segelschule Schwarzlsee – Peter Schörkmaier

Binnen- und Hochseeausbildung, Schiffsfunk, Radarseminare

0650/7425718 · peter@segeln.st · www.segeln.st

Segel- und Yachtclub Steiermark SYCS

Segelrevier Waldschacherteich · Jugendkurse, Binnen- und Hochseeausbildung, Regatten,

Clubabende · Erich Alfred Pernold, 0664/4416091, www.sycs.org, club@sycs.org

Steiner Nautic Bootsbau und

Segelschule Mattsee

Elektroboote, Segelboote und Motorboote sowie Surfschule,

Bootsverleih & Salzburger Seenland Schifffahrt · www.steiner-nautic.at

Steirische Seebären

Binnen- und Hochseeausbildung, Übungsleiter, Regatten, Sport &

Freizeitverein, Vorträge, Erfahrungsaustausch · www.seebären.at

Yachtclub Odysseus Steiermark YCO

Segelrevier Schwarzlsee · Jugendkurse, Motorbootpatent – 10 Meter Seen

und Flüsse · Heinz Schörkmaier, 0664/1512226, heinz@segeln.st

Yachtclub Schwarzlsee YCS

Segelrevier Schwarzlsee · Jugendkurse, Binnen- und Hochseeausbildung, Schiffsfunk · Peter

Schörkmaier, 8052 Graz, Nikolaus Schön bacherstr. 10/6, 0650/7425718, peter@segeln.st, www.

segeln.st

Wir sind ein Vertragspartner von:

via donau

Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH

einer 100 %-Tochter des BMVIT (Bundesministerium Verkehr, Innovation, Technik)

September/Oktober 2014 | OCEAN7 05/2014 59


Yacht Club Austria

YCA Jugend

SailDay2014

Heuer fand zum zweiten Mal der YCA Jugend SailDAY am Traunsee

statt. Im Vordergrund stand dabei wieder jungen SeglerInnen die

sportliche Seite des Binnensports zu zeigen, wobei der Segelspaß

ganz bestimmt nicht zu kurz kam.

Es kam, wie es kommen musste, die Wettervorhersage stand auf

Regen und die Windprognose prophezeite Sturm. Doch als ich bei

der Segelschule Celox am Traunsee ankam und bereits einige

Nachwuchssegler auf mich warteten, zeigte sich, dass auf die Wetterprognose

zum Glück wieder mal kein Verlass war. Die Veranstaltung

im Vorjahr dürfte überzeugt

haben und es waren viele

bekannte Gesichter dabei. Wir waren

elf höchst motivierte Jugendliche,

die es nicht mehr erwarten

konnten, mit den vier Laser SB20

auszulaufen. Die Youngsters waren

auf die vier Skipper verteilt, die

Segel waren gesetzt, der Gennaker

angeschlagen und die Schwimmwesten

verteilt. Noch ein kurzes

Briefing und los ging es. Bei optimalen

8 Knoten erklärten wir das

Zusammenspiel von Windrichtung

und Segelstellung, übten wenden

und halsen und brachten die Boote raumschots unter Gennaker

ins Gleiten. Die Skipper gaben dabei nur Hilfestellung, das Steuern

und Trimmen war vollständig der Crew überlassen. Die Jugend

lernt sich leicht – anfänglich mit flatternder Fock unterwegs und

zum Schluss wurde nur noch nach den steigenden Luv-Fähnchen

gesegelt.

Gegen Mittag zeigte sich, dass die Wettervorhersage doch richtig

lag und eine graue Wand aus Nebel und Regen zog auf uns zu.

Eilig versuchten wir, trocken in die Mittagspause zu starten, doch

als wir am Ufer ankamen, waren wir alle nass bis auf die Unterhosen.

Nach einer kleinen Stärkung rüsteten wir uns mit Ölzeug von

der Segelschule aus und ab ging es wieder auf das Wasser. Die

etwas frischere Brise am Nachmittag ließ uns allen das miese Wetter

vergessen und wir konnten noch ein wenig mehr aus dem Boot

rausholen. Alles in allem war es auch heuer wieder ein voller Erfolg

und einer Fortsetzung steht nichts im Wege. Also dann, bis zum

nächsten Mal.

Eure Crew Jugend, Jugendbeauftragter Matthias Eckerstorfer

60 OCEAN7 05/2014 | September/Oktober 2014


News September/Oktober 2014

YACHT CLUB AUSTRIA

Generalsekretariat

Lederergasse 88 · A-4020 Linz

+43(0)732/781086

office@yca.at · www.yca.at

Crew Salzburg/Tauern

Crew-Commander Arch. DI Christian Zimmer

Fadingerstraße 6 · 5020 Salzburg

+43(0)650/4229647

zimmer_christian@ymail.com

YCA Crew Jugend

The next

Generation

Die YCA Crew Jugend repräsentiert alle NachwuchsseglerInnen im

Club und nimmt sich gezielt den Interessen junger SeglerInnen an.

Neben dem Hochseebereich wird besonders der Binnensegelsport

für die Jugend attraktiv gestaltet. Veranstaltungen bei denen sowohl

die jüngsten der Jungen mitsegeln können, als auch die Jugendlichen

ihre Grenzen beim sportlichen Segeln erweitern, stehen im

Vordergrund. Mit dem Jugendtörn verschaffen wir der Jugend einen

ersten Eindruck von Hochseesegeln. Das Fördern der Jugendcrews

beim Austria Cup, Gebirgssegler Cup oder der Hochseemeisterschaft

ermöglicht den Einblick in den Regattazirkus. Mit dem Jugend

SailDAY oder den Segeltrainings auf der Sarai am Attersee

versuchen wir das Binnensegeln mehr in den Vordergrund zu rücken.

Der See ist für die nächste Generation des YCA die optimale

Umgebung um spielerisch und ohne Gefahren den Segelsport zu

erlernen. Die Formung der Crew Jugend unter dem Vorsitz von

Jugendbeauftragten „Matthias Eckerstorfer“ verleiht nun der „next

Generation“ eine eigene Stimme im Verein.

Zur Person

Matthias Eckerstorfer

Meine Faszination am Segelsport hat mit acht

Jahren im Optimist am Traunsee begonnen. Später

versuchte ich mich am Laser und machte

mit 14 meinen A-Schein. 2002 kam ich

durch den Jugendtörn mit dem

Yacht Club in Berührung. Fünf

Jahre später folgte dann mein FB3

Patent und seither segle ich in der

Adria Hochseeregatten und

Urlaubtörns.

Crew Wien, Nö, Burgenland

Crew-Commander Christian Schifter

Ludwiggasse 3, Haus 4

1140 Wien · +43/(0)1/7109222

cschifter@pantaenius.com

Crew Oberösterreich

Crew-Commander Thomas Hickersberger

Haiderstraße 14 · 4030 Linz

+43/(0)676/3067224

thomas.hickersberger@yca.at

Crew Tirol und Vorarlberg

Crew-Commander Johannes Lindig

Scheuchenstuelgasse 9/11, 6020 Innsbruck

+43/(0)660/5208136

j.lindig@tsn.at

Crew Kärnten

Crew-Commander

Univ.-Prof. Dr. Jürgen Adlmannseder

Rudolf Kattnigweg 3 · 9201 Krumpendorf

+43/(0)650/3400475

juergen.adlmannseder@uni-klu.ac.at

office@yca-crew-ktn.at · www.yca-crew-ktn.at

Crew Eisenerz/Steiermark

Crew-Commander Mike Hecker

Paradiesgasse 34/1/5 · 8053 Graz

+43/(0)676/86643046

michael.hecker@stmk.gv.at · www.gebirgssegler.at

Crew Jugend

Jugendbeauftragter Matthias Eckerstorfer

Neufahrergasse 30 - 4040 Linz

+43/(0)650/5583470

matthias.eckerstorfer@gmail.com

Crew Bayern

Yacht Club Austria, Generalsekretariat

Lederergasse 88, 4020 Linz

+43(0)732/781086

office@yca.at · www.yca.at

Crew Kroatien

Ehren-Commodore und Crew-Commander

Kapitän Miljenko Zanic · Lucka Ispostava

HR-51250 Novi Vinodolski · Tel./Fax +385/51/244345

Crew Schweiz

Yacht Club Austria, Generalsekretariat

Lederergasse 88, 4020 Linz

+43(0)732/781086

office@yca.at · www.yca.at

September/Oktober 2014 | OCEAN7 05/2014 61


Yacht Club Austria

Gute Gründe, Mitglied

beim YCA zu sein!

1. Sie bekommen Ocean7 als unsere Clubzeitschrift

kostenlos.

2. Unsere Clubyacht am Attersee, eine Gibsea 32

kann jedes Mitglied gegen eine geringe

Benützungsgebühr nutzen.

3. Wir organisieren Spi-Training, Manöver unter

Segeln, Erste Hilfe am Motor u.v.m.

4. Wir führen die Funkkurse für SRC-GMDSS

durch.

5. Wir bilden die Skipper für Fahrtenbereiche

Binnen, 1, 2 und 3 aus.

6. Wir sind ein anerkanntes Trainingscenter der

Royal Yacht Association und führen Aus bil -

dungen zum „Yachtmaster Offshore“ durch.

7. Unsere Clubtörns erfreuen sich großer

Beliebt heit – 2014 besuchten wir die Karibik.

Und 2015 steht Südnorwegen (Bergen …) auf

dem Törnplan.

8. Wir veranstalten die Alpe-Adria-Sailing-Week

mit dem Austria-Cup und damit eine der

größten Regattaveranstaltungen in der Adria.

9. Der Gebirgssegler-Cup der Crew Steiermark

ist die ideale Einsteiger-Regatta.

10. Die ÖSV-Mitgliedschaft kostet ab 2014 nur

mehr € 24,90 und die „Yachtrevue“ und die

ISAF-Lizenz ist dabei inkludiert.

11. Die Clubabende sind für unsere Mitglieder

kostenlos, Sie erleben berühmte Weltumsegler

und interessante Menschen.

12. Brauchen Sie günstige Sommer- oder

Winter reifen? Wir haben Spezialkonditionen

bei Profi-Reifen: Unsere Kundennummer

lautet 45911!

13. Sind Sie Schiffseigner? Sie bekommen Rabatte

und Preisnachlässe bei Ausrüstern.

14. Sollte Ihre Yacht in Kroatien noch unversteuert

liegen: Wir organisieren Zoll und MwSt.

15. Brauchen Sie eine Yacht-Versicherung? Pantaenius

gibt Ihnen einen Spezialrabatt.

16. Günstig chartern mit dem YCA-Sonderrabatt

– Details im Generalsekretariat!

17. Suchen Sie Infos über Reviere, suchen Sie Antworten

auf spezielle Fragen?

18. Unser Büro ist ganztägig (9.00 bis 16.00 Uhr)

für unsere Mitglieder geöffnet.

19. Unsere Stützpunkte sind im ganzen

Mittelmeer präsent! Ein Beispiel

gefällig? Ein Mit glied ist auf dem

Weg von Kroatien nach Mallorca,

dabei werden seine Medikamente

nass und unbrauchbar, er läuft den

Stützpunkt in Catania/Sizilien an.

Rino und Bea Anfuso helfen

unkompliziert und direkt.

20. Wollen Sie Ihr Schiff registriert

haben? Brauchen Sie vielleicht ein

Yachtzertifikat?

21. Und das Wichtigste: Sie dürfen

unseren Clubstander führen.

ASSW

Regatta-Höhepunkt

in der Adria

Die Alpe Adria Sailing Week 2014 im Mai mit dem Austria Cup war auch in diesem

Jahr wieder ein absoluter Höhepunkt in der oberen Adria – sportlich, gesellschaftlich,

kulinarisch. Ausgetragen mit großer Fairness und hervorragender Seemannschaft.

So hat Peter Schicho mit seiner Crew auf der Solaris 44 One Trinity+, schließlich

Gewinner des Blauen Bandes, des Alpe Adria Cups und der Kärntner Cruising

Trophy, einen berechtigten Protest gegen den zu diesem Zeitpunkt Führenden

zurückgezogen. „Ein ganz großer Sir nicht nur auf dem Wasser und ein verdienter

Sieger“, sagt Fritz Abl, „ohne den es die AASW nicht gäbe“.

Und was meint Peter Schicho bescheiden? „Der Trinity+-Crew hat die AASW 2014

natürlich sehr viel Spaß gemacht. No na, wenn man auf der Gewinnerseite steht.

Dass wir mit zwei Wanderpokalen, fünf normalen Pokalen und zehn Medaillen nach

Hause gehen, ist schon fast peinlich.“ Noch ein weiterer Regattasegler soll hier

gesondert genannt werden: Christof Dittrich, am Wörthersee mit seiner Elliott erfolgreich,

gewann den traditionsreichen Austria Cup bereits zum zweiten Mal. Der

gelernte Croupier baut nie auf das Glück und überlässt nichts dem Zufall.


News September/Oktober 2014

Ergebnisse ASSW 2014

Austria Cup:

Einheitsklasse mit Elan 350

1. Christof Dittrich auf November vom UJCWÖ

2. Reinhart Kerndle auf Yankee vom SYCS

3. Karl Florian auf Romeo vom YCA-Crew-Tirol

Alpe Adria Cup:

Offene Klasse nach ORC

1. Peter Schicho auf Trinity+, einer Solaris One 44

vom YCA-Crew Kärnten

2. Stefano Furlan auf Cuore Matto, einer Hanse 375

vom SV Barcola Grignano

3. Helmut Mayr auf Ima VI, einer Solaris One 42, vom KYCO

AAC Gruppe A, GPH < 610

1. Peter Schicho auf Trinity+, einer Solaris One 44

vom YCA-Crew Kärnten

2. Helmut Mayr auf Ima VI, einer Solaris One 42 vom KYCO

3. Manfred Raunig auf Madame, einer Dufour 45

vom YCA-Crew Kärnten

AAC Gruppe B, GPH 610 – 650

1. Stefano Furlan auf Cuore Matto, einer Hanse 375

vom SV Barcola Grignano

2. Josef Kucera auf Mitte, einer Centurion 40s

vom YCA-Crew Kärnten

3. Peter Pöschl auf Ariosa, einer Grand Soleil 39

AAC Gruppe C, GPH > 650

1. Walter Schamschula auf Advanture III, einer Feeling 416,

vom YCA-Crew-Kärnten

2. Sepp Hoeller auf Aislinn, einer Bavaria 39 Cruiser

vom YCBS

3. Marlen Rauchenwald auf KomproMiss, einer Voyage 12,50

vom YCA-Crew Kärnten

Kärntner Cruising Trophy

Der rein Kärntner Bewerb nach ORC

1. Peter Schicho auf Trinity+, einer Solaris One 44 vom

YCA-Crew Kärnten

2. Helmut Mayr auf Ima VI, einer Solaris One 42 vom KYCO

3. Walter Schamschula auf Advanture III, einer Feeling 416

vom YCA-Crew Kärnten

Grand Soleil Trophy

Der neue Bewerb für Grand Soleil Schiffe nach ORC

1. Otto Sattmann auf Desperado, Grand Soleil 46.3

vom YCA-Crew Kärnten

2. Wolfgang Eichinger auf Papagena, einer Grand Soleil 37

vom YCA-Crew-Tirol

3. Peter Pöschl auf Ariosa, einer Grand Soleil 39

Das Blaue Band, der Bewerb für die schnellste Fahrtenyacht

und die Gesamtwertung der Alpe Adria Sailing Week

nach ORC wurden ebenfalls von Peter Schicho auf Trinity+

gewonnen.

An den sieben Wettfahrten, die von Montag bis Donnerstag

gesegelt wurden, beteiligten sich 27 Schiffe mit 181 Seglern.

Clubabende

Kärnten

Stammtisch jeden Dienstag

ab 19.00 Uhr im Gasthof Jerolitsch

in Krumpendorf.

Themenabende im Rahmen des

Stammtisches werden jeweils auf

unserer Website verlautbart.

Ausbildung: Theoriekurse für

Befähigungsausweise BFA: Fahrtbereich-2

Kurs (FB2) vom 07. bis 29.

November 2014 in Klagenfurt,

Fahrtbereich-3 Upgrade-Kurs (FB3),

Kurs und Termin sind in Vorbereitung

Seefunk-Kurse: SRC-Kurs (Short Range

Certificate), Wochenendkurs am 13.

Und 14. Dezember 2014 in Klagenfurt

Anfragen und Anmeldungen bitte an:

office@yca-crew-ktn.at oder

seefahrtschule@yca-crew-ktn.at.

Aktuelle Informationen zu unseren

Terminen finden Sie auf

www.yca-crew-ktn.at

Generalversammlung YCA

Commodore Christian Schifter wurde einstimmig

wiedergewählt. Der von ihm eingeschlagene

Weg, notwendige Reformen

durchzuführen, aber auch die gute Seemannschaft

im YCA zu stärken, wird damit

vom gesamten Club honoriert. Ebenso

einstimmig war Wahl des Vorstand-Teams

für die kommenden Jahre, das sich dem

Versprechen des alten und neuen Commodores

anschloss, die Arbeit aller Crews in

den Bundesländern ideell und materiell zu

stärken. Näheres zur 42. ordentlichen Generalversammlung

finden Sie auf unserer

Homepage unter www.yca.at.

Der neue

YCA-Vorstand

Commodore: Christian M. F. Schifter

Vize-Commodore: Florian Karl

Vize-Commodore: Fritz Abl

Assistent des Vst. Thomas Hickersberger

Schatzmeister: Eva-Maria Zauchner

Generalsekretär: Frank Albrecht

Koordinator: Bernhard Propper

Ausbildungsreferent: Jürgen Praprotnik

Rechnungsprüfer: Ernst Kocher

Rudolf Hanke

V.l.n.r: VC Fritz Abl, Thomas Hickersberger, Jürgen Praprotnik, Commodore Christian Schifter,

Schatzmeisterin Eva-Maria Zauchner, Ass. Sabine Mayer, RP Rudolf Hanke, Ass. Gabi Stumvoll,

Bernhard Propper, GS Albrecht Frank - Nicht auf dem Foto: VC Florian Karl, RP Ernst Kocher

September/Oktober 2014 | OCEAN7 05/2014 63


Motorbootsport und SeefahrtsVerband Österreich

European Boating

Association

EBA

Da der MSVÖ Mitglied bei der EBA ist, dies aber für die Meisten nur

ein Begriff ist, gebe ich hier als EBA – Delegierter des MSVÖ einen

kurzen Überblick über deren Aufgabengebiet.

Die EBA ist der europaweite Verband für die Freizeitschifffahrt. Sie

wurde 1982 gegründet und setzt sich dafür ein, dass Bootseigner

über die EU Gesetzgebung informiert und beteiligt werden. Die EBA

arbeitet an vielen Projekten, die direkten Einfluss auf den Wassersport

in Europa haben, und macht der nationalen oder europäischen

Politik konkrete Vorschläge bezüglich Fragen der Umwelt, der

Technik, der allgemeinen Gesetzesgebung und vertritt auch die

Interessen der Freizeitschifffahrt auf den Binnengewässern gegenüber

dem UNECE Inland Transport Committee, International Maritime

Organisation und anderer internationaler Organisationen.

Die EBA fühlt sich als Stimme des europäischen Freizeitschifffahrt:

Mit mehr als 30 nationalen Verbänden, welche die Interessen von

insgesamt über 20 Millionen aktiven Wassersportler vertreten. Das

Leitmotiv der EBA ist es, den Wassersport in Europa zu fördern und

dafür zu sorgen, dass Vorschriften und Gesetze angemessen und

Einschränkungen möglichst minimal gehalten werden.

Damit kümmert sich die EBA um die Interessen aller, die ihre Freizeit

auf dem Wasser verbringen.

Nationale Verbände und Interessensvereinigungen können sehr viel

effektiver arbeiten, wenn sie vorab über europaweite Initiativen und

Entwicklungen informiert sind. Weil sie gemeinsam Millionen von

Wassersportlern vertreten, haben diese Verbände auch gemeinsam

die Kraft und den Einfluss, europäische Politik auf diesem Gebiet

mit zu gestalten. Spezifische Fragen, mit denen sich die EBA beschäftigt,

sind beispielsweise die Einführung der Internationale

Befähigungesnachweise, Verbesserungen bezüglich der Yachtcharter

– Verträge, Hafensicherheit, Informationen für Wasserwanderer

bezüglich der Gasanschlüsse in den verschiedenen Ländern zur

Befüllung von Bordgasanlagen, Bestimmungen bez. Antifouling,

Freigabe der Durchfahrt von Windparks etc..

Eine Arbeitsgruppe, bei der ich die Interessen der österreichischen

Bootsfahrer vertrete, ist dabei, Vorschläge für die Verwendung von

Inland – AIS für Freizeitboote unter 20 m auszuarbeiten.

Eine weitere, vor Kurzem ins Leben gerufene Arbeitsgruppe beschäftigt

sich z.B. mit der Entsorgungsmöglichkeit speziell von GFK –

Booten, wenn diese ihr “Lebensende” erreicht haben.

Weitere Informationen kann man auf der Homepage www.eba.

eu.com abrufen, wobei ein Teil dieser Homepage den eingetragenen

Vetretern der Mitgliedsverbände vorbehalten ist.

MSVÖ

Donauhandbuch

12. Ergänzung 2015. Für die Sportschifffahrt,

von Dkfm. Helmut Knotzinger (Herausgeber)

Das Donauhandbuch für die Sportschifffahrt, das unter der

Patronanz des Motorbootsport und Seefahrts Verbandes

Österreich (MSVÖ) herausgegeben wird, gibt es seit 1978.

Im März 2015 erscheint zur Tullner Bootsmesse die 12.

Ergänzungslieferung und bringt das Loseblattbuch wieder

auf den neuesten Stand.

Im August 2014 werden an alle im Handbuch unter „Unterkunft

und Versorgung“ aufscheinenden Einrichtungen Kopien der

derzeitigen Eintragung mit der Bitte um Überprüfung und

Korrektur übersandt, die mittels beigelegtem, frankierten

Rückkuvert bis 31. Oktober 2014 zurück zu senden sind.

Die Einrichtungen in der Slowakei und in Ungarn werden mit

Begleitbrief in Slowakisch bzw. Ungarisch angeschrieben.

Das MSVÖ Donauhandbuch ist ein unentbehrlicher Begleiter

für Wasserwanderer auf der Donau von Kelheim bis Mohacs.

Fotos: ycm (2), Shutterstock (1)

64 OCEAN7 05/2014 | September/Oktober 2014


Motorboot

Landesverbände

Text: DI Hans Lux

Als Ergänzung zu dem Artikel in der Ausgabe

06/2013 über die Tätigkeit des MSVÖ sind noch die

unter der Patronanz des MSVÖ besonders in den

Bundesländern Oberösterreich, Niederösterreich

und Wien angesiedelten Motorboot Landesverbände

zu erwähnen.

So wie der MSVÖ neben der Lizenzvergabe für die

Motorbootrennfahrer und die Tätigkeiten bezüglich

Befähigungsausweisen und Seefahrer auch die Interessen

der Bootssportler gegenüber der OSB –

Oberste Schifffahrtsbehörde im Ministerium vertritt,

werden diese Aufgaben, nämlich die Vertretung der

Motorbootsportler besonders entlang der Donau,

gegenüber den Landesbehörden, den regionalen

Behörden und der ViaDonau (ehemals Wasserstraßendirektion)

großteils von den entsprechenden

Landesverbänden wahrgenommen.

Die Verflechtung und Zusammenarbeit der Verbände

kann auch daraus ersehen werden, dass auf

dem Messestand des MSVÖ auf der Messe Tulln

auch immer ein Vertreter des niederösterreichischen

Verbandes anwesend ist.

News September/Oktober 2014

Clubvorstellung

YCM – Yacht Club

Muckendorf

Der YCM wurde im Jahre 1969 gegründet. Seine Steganlage befindet sich bei

Strom-km 1955,6 am rechten Donauufer.

Bei der Gründung erhielt er den Namen „Motor Yacht Club Muckendorf“,

der 1980 auf „Yacht Club Muckendorf“

geändert wurde. Unter anderem sollte

mit dem allgemeineren Namen auch

angezeigt werden, daß der Club, der

nach dem Bau des Kraftwerks Greifenstein

seine Liegeplätze im Staubereich

hat, auch für Segler offen ist.

Allerdings hat sich die Anzahl der

Segler, z.T. auch bedingt durch den

nach Fertigstellung des Hafens neu

gegründeten Segelclub (TSC), mit

dem es übrigens ein sehr gutes nachbarschaftliches

Verhältnis gibt, wieder auf wenige Boote reduziert. Auch für

Gäste, die herzlich willkommen sind, sind einige Stegplätze vorgesehen,

wobei es von Vorteil ist, wenn sich Gäste vorher anmelden, da das Clubgelände

eingezäunt und abgesperrt ist.

Das beim Hafen befindliche Clubhaus, welches kurz vor der 25-Jahrfeier

fertiggestellt werden konnte, bietet einen gemütlichen Rahmen für zwanglose

Unterhaltungsvorstellungen (Sonnwendfeier, Clubabende, Saisonabschlußheuriger

etc.).

Die heute vorhandenen Clubeinrichtungen konnten durch Idealismus, aber

auch finanzielle und große manuelle Leistungen der Clubmitglieder geschaffen

werden. Die ursprünglich im Muckendorfer

Altarm gelegene Steganlage mußte im

Zuge des Kraftwerkbaus Greifenstein aufgegeben

werden. Auf Grund des vorhandenen

Wasserrechtes wurde von der DOKW das

jetzige Hafenbecken mit einem anschließenden

Clubgelände errichtet. Beim Hafen gibt

es auch eine Slipanlage, einen 6t-Bootshebekran,

sowie Strom- und Wasseranschlüsse.

Am alten Clubgelände, welches ca. 100 m

vom Hafen entfernt ist, existiert neben einem

Sanitärhaus noch ein 4t – Kran für Arbeiten

am Boot. Diese Einrichtungen stehen den

Clubmitgliedern natürlich kostenlos zur Verfügung.

Der Club hat derzeit ca. 130 ordentliche

Mitglieder, einige unterstützende und

einige Segelmitglieder. Für Auskünfte ist der

Präsident des Clubs, Hr. Dipl.-Ing. Hans Lux,

1170 Wien, Braung. 5, zuständig. Gäste können sich beim Hafenwart, Hrn.

Ing. Herbert Hölzl, Tel.: +43(0)699/12345680, anmelden. Weitere Informationen

sind der Homepage des Clubs, www.ycm.at, zu entnehmen.

September/Oktober 2014 | OCEAN7 05/2014 65


OCEAN7 Bücherschapp

Segel

setzen

und loslesen!

Heinrich

Breidenbach

Lagunen

von Venedig

bis Grado

Mit Po-Delta – Häfen,

Inseln, Wasserwege

Edition Maritim, Hamburg, 3.

aktualisierte Auflage 2014, 248

Seiten, 185 Farbfotos, 79 farbige Pläne, 17 x 25 cm, gebunden,

ISBN 978-3-89225-715-8, 25,60 Euro

Der Autor stellt in dieser aktualisierten Auflage 18 Touren durch die

Lagunen von Venedig bis Grado und ins Po-Delta vor. Sie führen zu

bunten Fischer-, Bauern- oder Klosterinseln, vor den berühmten

Markusplatz, auf dem Fluss Sile und dem „Naviglio Brenta“ in das

Landesinnere, über Binnen-Kanäle in das weit verzweigte Delta des

Pos und auf dem historischen Binnen-Wasserweg „Litoranea Veneta“

von Venedig bis Grado.

Steve Sleight

Segeln.

Das neue Praxishandbuch

Dorling Kindersley Verlag, gebundene Ausgabe, 448 Seiten, 24,2 x

20,2 cm, ISBN-10: 3831022208, ISBN-13: 978-3831022205, 24,95 Euro

Praxisnah und aktuell: Dieses umfassende Handbuch erläutert alle

Fragen rund ums Segeln. Von An- und Ablegemanövern über Sicherheitsmaßnahmen

bis zum Grundkurs in Navigation und Meteorologie.

Der Leser erfährt zudem alles Wissenswerte über Ausrüstung

und Bootswartung – von der Jolle bis zur Hochseeyacht. Die Tipps

des erfolgreichen Regattaseglers Steve Sleight eignen sich gleichermaßen

für Laien wie für den passionierten Skipper. Ein Klassiker!

Nils Theurer

Segeln mit Kindern:

Vom Tagestörn bis zur

Weltumsegelung

Verlag Delius Klasing, gebundene Ausgabe, 184 Seiten, 24,2 x 17 cm,

ISBN-10 3768837785, ISBN-13 978-3768837781, 24,90 Euro

Was ist zu bedenken, wenn man mit Kindern an Bord gehen will?

Welche Yachten sind geeignet? Welche Rettungssysteme, Reviere,

Fahrtdauer? Nils Theurer hat den derzeitigen Stand aller Erkenntnisse

zum Familiensegeln zusammengetragen. Wer noch nie mit Kindern

an Bord einer Segelyacht war, bekommt erste Informationen. Wer

schon ein „alter Hase“ auf diesem Gebiet ist, findet zahlreiche Tipps

und Empfehlungen.

Wilfried Krusekopf

Yachtsegeln –

Basiswissen für Mitsegler

Verlag Reise Know-How; Taschenbuch, 160 Seiten, neu bearbeitete

und aktualisierte 3. Auflage, 16,8 x 10,4 cm, ISBN-10 3831721203,

ISBN-13 978-3831721207, 8,90 Euro

Dieses Buch richtet sich vorrangig an Segelneulinge, die einen Törn

auf einer größeren Yacht gebucht haben. Mit seiner Hilfe versteht

der Mitsegler das „Segelchinesisch“ des Skippers und die Vorgänge

auf der Yacht bald ausreichend, um an Bord mit zugreifen zu können.

Grundlagen der Segeltechnik und der Navigation werden

ebenso beschrieben wie meteorologische und rechtliche

Aspekte des Segelns. Darüber hinaus

geht der erfahrene Autor auf alle Bereiche

des Lebens und Zusammenlebens

an Bord ein und hilft dem Segelneuling

mit vielen Praxistipps.

66 OCEAN7 05/2014 | September/Oktober 2014


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