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OCEAN7 2013-03

Ein nahezu unberührtes tropisches Segelparadies. Das ist Kuba im Herzen der Karibik. Aber man muss sich auf so manches einstellen, wenn man in dem streng kommunistischen Land für seinen Törn einkaufen will. Dafür entschädigen dann wundervolle Korallenriffe und viel Ursprüngliches, meint OCEAN7-Autor Tahsin Özen.

Ein nahezu unberührtes tropisches Segelparadies. Das ist Kuba im Herzen der Karibik. Aber man muss sich auf so manches einstellen, wenn man in dem streng kommunistischen Land für seinen Törn einkaufen will. Dafür entschädigen dann wundervolle Korallenriffe und viel Ursprüngliches, meint OCEAN7-Autor Tahsin Özen.

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www.ocean7.at

DAS YACHTMAGAZIN für Österreich

03/2013 Mai/Juni

Ein marxistisches Segelabenteuer

frühstück

auf Kuba

So war die Austrian Boatshow

Frischer Wind

Korallenriffe

128 Inseln

Mit Yacht Club Austria-News

und Hochseeverband-News


SEGELN SIE

DEM FRÜHLING

ENTGEGEN

YACHTURLAUB

DER EXTRAKLASSE

Segeln Sie mit Master Yachting in

mehr als 30 Destinationen weltweit.

Master Yachting Deutschland

Yachtcharter 1a

97286 Sommerhausen

Fon +49(0)9333-904400

info@master-yachting.de

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Editorial

Am Steg

gesunken

„Yacht unmittelbar nach dem Kranen im Frühjahr am Steg gesunken!“

Was soll das denn? Was ist das für Blödsinn, dachte ich, als

ich diese Meldung auf den Schreibtisch bekam.

„Das kommt sogar ziemlich häufig vor,“ erklärte mir Yacht Club

Austria-Commodore Christian Schifter auf der Austrian Boatshow

in Tulln. Und da er auch Österreich-Chef des Yachtversicherers

Pantaenius ist, hatte er sogleich eine eindrucksvolle Statistik zur

Hand, die seine Aussage bewies. Das war Grund genug, gemeinsam

mit den Experten der Versicherung und einem Bootsbauer der

Sache auf den Grund zu gehen, die Ursachen aufzulisten und festzustellen,

was dagegen vorbeugend unternommen werden kann.

Was sonst noch so alles im Frühjahr bedacht werden sollte, wenn

man sein Boot zum Wassern klar macht, haben wir dann in einer

Reihe von Check-Listen zusammengefasst. Sie finden diese auf den

Seiten 52/53 in dieser Ausgabe.

gerettet werden. Auch darüber – und was die Werft Erstaunliches

dazu zu sagen hatte – lesen Sie in dieser Ausgabe von OCEAN7.

Jetzt aber zu wesentlich erfreulicheren Themen: Wir haben OCEAN7

Online einen weitgehend verbesserten Internet-Auftritt verpasst,

das Portal ist jetzt noch spannender, noch besser, noch multi -

medialer. Unsere Besucher können mittels einer neuen Gratis-App

exklusiv Kurzvideos, Bilder und gesprochene Texte im Handumdrehen

und nahezu vollautomatisch von ihrem iPhone auf unsere

Homepage hochladen. Sozusagen ein lebendiges, bewegtes Infoportal

für unsere User. Von denen gibt es inzwischen rund 3.000,

die täglich unser Newsangebot nutzen – Tendenz steigend.

Nun wünsche ich Ihnen interessante und informative Leseerlebnisse

und schöne Musestunden mit den Reportagen in dieser Ausgabe.

Foto: Shutterstock

Genauso wenig erfreulich, wenn auch wesentlich gefährlicher für

die Crews ist das, was zwei Eignern sogenannter teurer „Qualitätsschiffe“

auf hoher See passiert ist: Fenster im Rumpf sind unterwegs

einfach herausgefallen. In einem Fall konnte die Yacht nur durch

gute Seemannschaft des erfahrenen Skippers vor dem Untergang

Mit herzlichen Grüßen,

Thomas D. Dobernigg

Mai/Juni 2013 | OCEAN7 03-2013 3


03/2013 Mai/Juni 4,50 EUR

Mit Yacht Club Austria-News

und Hochseeverband-News

9 190001 016481

OCEAN7InhaltImpressum

Inhalt

03/2013

Mai/Juni

www.OCEAN7.at

DAS YACHTMAGAZIN FÜR ÖSTERREICH

Ein marxistisches Segelabenteuer

FRÜHSTÜCK

auf Kuba

So war die Austrian Boatshow

Frischer Wind

Korallenriffe

128 Inseln

P. b. b. Verlagsort: 9020 Klagenfurt am Wörthersee · 12Z039473 M

Revier

14 News

16 Kuba

Wie Bergsteigen im Himalaya

24 Südliche Karibik

Weniger ist mehr

Coverfoto: Tahsin Özen

16

People

32 Volkmar Baurecker

Begegnung mit den Altkanaren

Service

38 News

40 Das war Tulln 2013

Men at work – die Auffaller

46 Philippinen

128 Inseln der Calamian-Gruppe

52 Checklisten für die neue Saison

Bevor das Boot ins Wasser geht

24

32


56

46

Impressum

Medieninhaber:

Satz- und Druck-Team GmbH | Feschnigstraße 232 | A-9020 Klagenfurt

Tel. +43(0)463/4619025 | www.ocean7.at

redaktion@ocean7.at | office@ocean7.at

Firmenbuchnummer 105347 y | Landesgericht Klagenfurt | UID ATU 25773801

Anwendbare Vorschrift: Österreichische Gewerbeordnung, Mediengesetz

(www.ris.bka.gv.at)

Yachten

54 News

56 Fenster herausgefallen

Eine unerwartete Katastrophe

40

Geschäftsführer: Wolfgang Forobosko

Redaktion: Thomas D. Dobernigg

Lilienthalstraße 30 a, A-9020 Klagenfurt

Tel. +43(0)664/73622140, thomas.dobernigg@ocean7.at

Art-Direktion: Catharina Pichler

Mitarbeiter dieser Fritz Abl, Volkmar Baurecker, Stefan Detjen,

Ausgabe:

Birgit Hackl, Horst Juan, Dominic Marsano,

Dr. Reinhard und Lilly Kikinger, Tahsin Özen,

Alexandra Schöler

Produktion: Satz- und Druck-Team GmbH

Anzeigen:

Ing. Thommy Woels

Tel. +43(0)676-3814736, thommy.woels@ocean7.at

Robert Rainer

Tel. +43(0)664-2011699, r.rainer@ocean7.at

Druck:

Satz- und Druck-Team GmbH

Einzelverkaufspreis: Österreich 4,50 Euro

Abo-Preise: Bezugspreis Inland für sechs Ausgaben: 25 Euro

Abo-Bestellung: abo@ocean7.at | www.ocean7.at

Vertrieb:

Presse Großvertrieb Austria Trunk GmbH

St. Leonharder Straße 10, 5081 Anif/Salzburg

Verbände

60 Yacht Club Austria

64 Hochseeverband

Rubriken

3 Editorial

6 OCEAN7-Panorama

8 Best of

12 OCEAN7-Woman

66 Bücherschapp

Offenlegung für OCEAN7

(Offenlegung gem. § 25 Mediengesetz)

Medieninhaber: Satz- und Druck-Team GmbH,

Feschnigstraße 232, A-9020 Klagenfurt

Geschäftsführer: Wolfgang Forobosko

OCEAN7 steht im Alleineigentum von Satz- und Druck-Team GmbH,

FN 105347 y

Unternehmensgegenstand: Druck bzw. Herstellung von

Druckwerken und Magazinen.

Grundlegende Richtung: OCEAN7 ist ein Magazin, das

sich an yachtsportinteressierte Österreicher richtet.

Verantwortlich für YCA-Mitteilungen

Yacht Club Austria, Generalsekretariat

A-4020 Linz, Lederergasse 88, www.yca.at

Verantwortlich für Mitteilungen des Hochseeverbandes

Österreichischer Hochseeyachtsport-Verband/

ABA – Austrian Boating Association

1030 Wien, Am Heumarkt 7/6/49m www.hochseeverband.at

Diese Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen einzelnen Beiträge und

Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der

engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes bedarf der Zustimmung des

Herausgebers. Die Ver wendung von Zitaten aus Berichten für Anzeigen ist

möglich. Durch Annahme eines Manuskriptes erwirbt der Herausgeber das

ausschließliche Recht zur Veröffentlichung. Für unverlangt eingesandte

Manuskripte und Fotos wird keine Haftung übernommen.

Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2.

Urheberschutzgesetz, sind durch den Herausgeber genehmigungspflichtig.

Bei Nichtbelieferung ohne Herausgeber-Verschulden oder wegen Störungen

des Arbeitsfriedens bestehen keine Ansprüche gegenüber dem Herausgeber.

www.ocean7.at


OCEAN7Panorama

Knallharte Positionskämpfe bei

den Starts und an den Luvtonnen –

Feindberührung nicht ausgeschlossen.

Entspannte Abende im Ragattazelt bei

kulinarischen Delikatessen. Interessante

Gespräche am Rande. All das erwartet

Teilnehmer und Gäste wieder bei der

Alpe Adria Sailing Week 2013 vor und in

der slowenischen Marina Izola vom 5. bis

9. Mai 2013.

Foto: gindlfoto.at

Hot Stuff

6 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


Alpe Adria Sailing Week

in der Adria

Mai/Juni 2013 | OCEAN7 03-2013 7


Bestof

Erinnern Sie sich noch an die Zeiten der

Friesennerze? Die Urgroßeltern der modernen

wasserdichten Hochsee-Funktionsbekleidung?

Das klassische, meist signalgelbe Ölzeug?

Marinepool hat diese Designs neu entdeckt,

die Klassiker modisch geschnitten und – wie

könnte es bei Marinepool anders sein – aus

den modernsten Materialien gefertigt. Die

modische Jacke im glänzenden Friesennerz-

Look, Brusttasche, verstellbare Kapuze,

Régates Royales Artwork am Ärmel,

wasserresistent, 100 % Polyurethan,

kostet 99,90 Euro. Den modischen Mantel

im glänzenden Friesennerz-Look mit Zwei-

Wege-Reißverschluss, aufgesetzten Hüfttaschen, Régates

Royales-Artwork am Ärmel, Stickerei auf dem Rücken,

verstellbarer Kapuze, wasserresistent, 100 % Polyurethan,

gibt es für 119,90 Euro.

www.marinepool.de

Zurück zur Klassik

Sails East

Familienbetrieb in Österreich, Marktführer mit 100

Mitarbeitern in Hongkong. Familie Rataj vertritt den

Segelhersteller für Österreich und den Mittelmeerraum:

„Wir sehen uns als Alternative auf dem Markt, der dem

Breitensport nahe steht und dem Segler ermöglicht, sein

Hobby bezahlbar zu halten.“

www.sailseast.at

Zwei in einem

Energieversorgung auf Yachten ist eine wichtige

Angelegenheit. Meist sind mindestens zwei voneinander

unabhängige und unterschiedliche Batteriekreise

notwendig. Statt zwei Ladegeräten hat Votronic

mit seiner Serie VAC-Duo die perfekte Lösung –

überwachungsfrei und sicher für alle unterschiedlichen

Batterietypen. Preis: ab 692 Euro inkl. MwSt.

www.votronic.de


Alte Denker

Meine Gegner werfen mir vor, ich stelle die

Segel nach dem Winde. Darin besteht

ja gerade die Kunst des Segelns!


Otto Fürst von Bismarck, preußisch-deutscher Staatsmann, 1815–1898

8 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


Mit gewinnen

!

Boots-Schuhe im Trend-Design

Ponyfell für Damen

Der Slipper Boat Shoe Audrey von Sperry Top-Sider für Damen besteht

aus hochwertigen Materialien wie weichem Leder, glänzenden Lacken

und Ponyfellmuster. Er hat eine 350°-Schnürung mit rostfreien Ösen für

einen sicheren Sitz und ein Fußbett aus Leder für mehr Komfort. Der Boat

Shoe Audrey bietet ultimative Rutschfestigkeit auf trockenem und nassem

Untergrund durch seine abriebfeste Gummilaufsohle mit Razor-Cut Wave-

Siping. Das leichtere Design machen den Audrey ideal für tägliche

Freizeitabenteuer an Bord und an Land. Preis: 100 Euro.

Klassik-Look für Herren

Der Boat Oxford Wing Tip von Sperry Top-Sider ist ein Herren-

Bordschuh im Design der eleganten britischen Klassiker.

Lockeres Obermaterial aus Leder und Wildleder sorgt für

zwanglosen Komfort, die stoßdämpfende EVA-Fersenkappe für

zusätzliche Polsterung. Die abriebfeste EVA-Gummilaufsohle

mit Wave-Siping bietet ultimative Rutschfestigkeit auf

trockenem und nassem Untergrund. Preis: 130 Euro.

Mit OCEAN7 gewinnen

Wir verlosen je ein Paar dieser trendigen Boat Shoes für Damen und für Herren unter allen

Einsendungen. Beantworten Sie folgende Frage, mailen Sie uns die Antwort bis 6. Mai 2013

mit dem Betreff „Damenschuh“ oder „Herrenschuh“ und der Angabe Ihrer Postadresse und

Schuhgröße an: gewinnen@ocean7.at

Die Frage: Wie heißt der Abenteurer, der im

Pensionistenalter per Anhalter um die Welt gesegelt ist?

Tipp: Seine Reportage lesen Sie in dieser Ausgabe!

Die Ziehung der Gewinner erfolgt unter Ausschluss

der Öffentlich keit, die Gewinner werden per E-Mail

verständigt. Eine Barablöse der Gewinne ist nicht

möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen,

Angaben ohne Gewähr. Mitarbeiter von OCEAN7

und deren Angehörige sind von der Teilnahme am

Gewinnspiel ausgeschlossen.

SkipperTraining

Das praxisbezogene nautische Lehrbuch

„Hafenmanöver, Ankermanöver und

Bojenmanöver“ von Thomas Brückner ist

jetzt in seiner fünften, überarbeiteten

Auflage erschienen und behandelt noch mehr

wissenswerte Finessen für den Skipper.

Im Format DIN A5 passt das nützliche

Buch sowohl in die Jacken -

tasche als auch in das

Bücherschapp an Bord.

53 Manöver auf 112 Seiten,

88 Abbildungen.

Preis: 21 Euro.

UmsatzPlus

Die französische Werft Beneteau meldet

Umsätze von 294,7 Millionen Euro und ein

Plus von 2,4 Prozent zum Vorjahresvergleich

für die ersten sechs Monate im Geschäfts -

jahr 2012/2013.

www.masteryachting.com

Mai/Juni 2013 | OCEAN7 03-2013 9


Bestof

praktische

2Knoten-Tricks

von Otto Waczek

Der Zweiknoten-Trick: Vor vielen Jahren, als man beim Windsurfen

den Gabelbaum noch mit einer Leine am Mast befestigte, hatte ich

immer das Problem, dass sich der Stopperstek am Mast löste – er

„drehte“ sich auf. Ich brauchte drei Tage, bis er festsaß und einen

weiteren halben Tag am Ende des Urlaubs, bis ich

ihn wieder lösen konnte.

Dieses Problem hätte ich noch heute beim Segeln

– insbesondere, wenn der Gegenstand um den der

Stopper- oder auch

der Webeleinstek

gelegt werden soll,

drehbar ist oder der Stek fest zugezogen werden

soll – wenn ich nicht auf den Zweiknoten-Trick

gekommen wäre – siehe Bild.

Der „innere“ Knoten verhindert das Aufdrehen des

Steks OHNE etwas an der Festigkeit zu ändern. Der Knoten am freien

Part des Tampens dient als Haltehilfe. Ohne abzurutschen kann man

den Webeleinstek leicht wieder aufziehen und lösen.

Leinenverlängerung: Anstelle eines Kreuzknotens (der oft verpönt

ist) verwende ich seit Jahren einen anderen Knoten zum Verlängern von

Leinen. Dieser ist unter Bergsteigern gang und gäbe – bei den Seglern

aber praktisch unbekannt. Trotzdem ist er in meinen Augen dem

Kreuzstek überlegen. In der Praxis mache ich noch an den Enden einen

Achterknoten – damit kann man die Verbindung auch nach längerem

Einsatz leichter auseinander ziehen.

Er besteht (s. Bild) nur aus je einem halben Schlag an jedem Tauende.

Er hält auch ohne Zug bombenfest.

Vorteile gegenüber dem Kreuzstek:

• leicht herzustellen

• lässt sich auch bei längerem Einsatz gut lösen

• man kann nichts verkehrt machen

SelbstbauOfen

Das hat OCEAN7 beim Segler Anton Kuzmanic

abgeschaut: Falls es an Bord einmal zu kalt werden

sollte, einfach ein Fenster in einen alten Blecheimer

schneiden, ein oder zwei Kerzen auf einen feuerfesten

Untergrund stellen und den Eimer darüberstülpen.

Binnen kurzer Zeit wird es so im Salon behaglich warm.

Kuzmanic bietet auch perfekte Reinigungs- und Pflegeprogramme

an.

www.akuline.at

Klicktipp:

OCEAN7

3.000 tägliche unterschiedliche Besucher auf der

Homepage von OCEAN7 – knapp 100.000 waren es

im Monat März – signalisieren, dass hier tagtäglich

Spannendes passiert. Damit unser Webauftritt noch

interessanter, abwechslungsreicher und multimedialer

wird, arbeiten wir derzeit mit unserem IT-Entwickler an

tollen neuen Angeboten. Darunter auch eine iPhone-

App, die unseren Besuchern und Lesern die kostenlose

Möglichkeit bieten wird, ein Video-Logbuch auf einer

OCEAN7-Map zu veröffentlichen. Näheres

lesen Sie in dieser Ausgabe auf Seite 15.

www.ocean7.at

www.ts-animations.com

10 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


Mit Master Yachting Deutschland ganz im

Norden der Ostsee segeln: Stützpunkt ist

Klaipeda, der nördlichste eisfreie Hafen an der

Ostküste der Ostsee und eine der Attraktionen

der Region. Klaipeda ist die drittgrößte

Stadt in Litauen und hat einen spektakulären

Burghafen. Von hier werden zwei verschiedene

Routen angeboten: Die kurische Nehrung, eine

schmale, aber fast hundert Kilometer lange

Landzunge. Die Ostsee entlang der Küstenzone

und im offenen Meer. Zur Verfügung stehen

fünf Yachten (Jeanneau Sun Odyssey 36i und

409i). Die Törns können als Bareboat oder

inklusive Skipper und Schulungsprogramm

gebucht werden. Wochenpreis für Mai bis

November 2013 ab 2086 Euro.

www.master-yachting.de

Segeln im Norden

Wer auch dann, wenn er

nicht an Bord einer Yacht ist,

seine Segelbegeisterung zur

Schau stellen will, ist mit den

maritimen und handgefertigten

Armbändern des Wiener

Design-Unternehmens

Vista-Fashionista gut bedient.

Ab 49 Euro.

www.vista-fashionista.com

Seglerschmuck

Happy

birthday!

Sir William Robin Knox-Johnston, der

britische Ausnahmesegler, feierte am

17. März seinen 74. Geburtstag. Er war

der erste Mensch, der die Welt nonstop

und einhand umsegelte. 1994 wurde er von

der International Sailing Federation zum

„Weltsegler des Jahres“ ernannt und 1995

in den Adelsstand erhoben. 2007 segelte er

im Alter von 68 Jahren zum zweiten Mal solo

um die Welt.

www.robinknox-johnston.co.uk


OCEAN7Kolumne

Gefangen

im Netz

!

Und da war ich mal wieder. Auf der BOOT Tulln. OCEAN WOMAN

wurde ja einst dort aus der Taufe gehoben. Die erste Kolumne ging

damals erfolgreich, wenn auch „bootsmessenkritisch“ über die Seebühne.

Es war der kritische Blick einer Seefrau, die zwar gern segelt,

aber Hallen mit aufgebockten Plastik yachten, schlechter Luft und

noch schlechterem Kaffee definitiv nichts abgewinnen konnte. Und

daran hat sich bis heute nichts geändert.

Aber dennoch, irgendwie

bedeutet die Bootsmesse

in Tulln immer:

Die Segelsaison rückt

näher! Ich setzte mich an

diesem Samstag auf eine

knallorange Plane unter

einer großen Yacht irgendeiner

Marke – sorry,

keine Ahnung, welche –

während meine Seemänner

eine drei Meter hohe

Leiter bestiegen, um sich

in eine Menschenschlange

ohne Schuhe

einzureihen. Vor mir lag

ein Hund und blickte

mich erwartungsvoll an.

Vielleicht wegen der typischen Bootmessen-Snacks, die sich auf einem

Kaffeehaustisch neben mir türmten? Soletti, Zuckerl, Chips,

Speckbrotreste.

Der Yachtvertreter und Hundebesitzer steuerte freudenstrahlend auf

mich zu. Ich schenkte dem Hund meine Chips und flüchtete. Meine

Seemänner winkten mir fröhlich von Deck und verschwanden im

Polyesterbauch der Yacht. Einige Meter weiter stoppte ich abrupt, da

ich – oh Schreck – ein

iPhone in einem Aquarium

versinken sah.

Tragödie? Nein! Werbung!

Das iPhone trug

eine Art Handy-Plastikkondom

und schwebte

langsam auf den falschen

Sandgrund seines

Wassergrabes zu. Rund

um das Becken stand

eine staunende Messe -

besuchermenge, einer

von ihnen warf sein

iPad dem iPhone nach.

Mit Kondom natürlich.

„Toll, praktisch, perfekt,

cool, genial – wozu?“

Foto: Shutterstock

12 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


OceanWoman

fügte ich der Lobeslitanei leise zu. Zu leise, keiner beachtete mich.

„Jederzeit einsteigen ins Netz, überall Wetter runterziehen, Mail

checken, absolute Freiheit.“ Etwas abseits stellte ich mir diese begeisterten

Messebesucher im Sommer auf ihren Charter yachten vor,

wie sie gerade online ihr Handy im Bora-aufgewühlten Adria-Gewässer

versenkten und die neueste Wetterkarte auf dem nassgespritzten,

salzkrustigen iPad-Gehülse nicht entziffern können. „Scotty, es

könnte sein, dass wir eine Bora kriegen, beam uns hier weg!“

Der Artikel „Life without the Web“ vom amerikanischen Comic -

zeichner James Sturm rückte in mein Gedächtnis. Der hatte sich

freiwillig vier Monate ohne Internet verschrieben. Das Handy hatte

er zwar eingeschalten, aber nur, um zu telefonieren und sonst nix.

Leben ohne Internet? Wäre das möglich? Wäre das lebbar? Wäre das

sinnvoll?

Ich erinnere mich an meine erste Bekanntschaft mit Facebook. Wir

waren gerade vier Tage von Sri Lanka zu den Malediven gesegelt.

Ein Minidorf ganz im Norden der Inselgruppe, Häuser mit hohen

Lehmmauern, Männer die sich allesamt als Agents, Tourist guides

oder Ship Chandler ausgaben.

Nach einigen Tagen lernten wir die Menschen etwas näher kennen.

Die unverheirateten Mädels waren mitten im Geschehen, fröhlich

und mit Handys ausgestattet, die in selbstgenähten funkigen Täschchen

an ihren Hälsen baumelten. Als wir so ins Plaudern kamen,

fragten mich die Girls, ob ich denn Michael Ballack kenne. Sorry,

keine Ahnung. The Soccer Star! German guy, very good looking! Und

schon zückten sie ihre Handys, stiegen ins Netz ein und Facebook

erleuchtete vor meinen erstaunten Fahrtenseglerinnenaugen.

Heute bin ich selber dabei. Klar. Ich weiß, natürlich könnte ich hier

schreiben, dass mich so etwas gar nicht interessiert – aber ehrlich:

So stimmt das nun auch wieder nicht.

Aber dafür im Sommer auf dem Schiff einen kroatischen Internetstick

kaufen? Sicher nicht. Auch mein Skipper pfeift auf Internet auf dem

Schiff, wenn wir drei Wochen durch die kroatische Inselwelt zuckeln.

Wenn unbedingt nötig, frequentieren wir ein Internetcafé, dies aber

auch eher aus nostalgischen Gründen. Auf unserer Weltumsegelung

war dies nun mal die beste Verbindung nach Hause. Und ich spreche

hier von Weltumsegelung. Mit fernem Pazifik, wildem Jemen, indonesischem

Dschungel. Nicht von Mali Lošinj, Korcula und Murter.

Braucht es Internet an Bord? Im Urlaub? Nein. Bei uns nicht. Nicht

auf dem Schiff. Wetter gibt es auch im Radio oder noch besser:

Schaut euch die Wolken an, riecht die Luft und

sucht einen sicheren Hafen (in Kroatien gibt es

den wahrscheinlich alle zehn Seemeilen).

Alexandra Schöler ist

WOMAN@ocean7.at

Und was ist mit meinen Mails, Blogs, Jobs, Networks, Google, Twitter,

Whats App …?

Ok., bei der nächsten Weltumsegelung sind wir wieder online beim

Segeln, aber sonst: Vielen Dank für Ihre Nachricht! Ich bin am

TT.MM.JJJJ ab hh:mm Uhr wieder erreichbar. Ihre Nachricht wird

nicht weitergeleitet! Mit besten Grüßen Ihre OCEAN WOMAN.

Pago pur.

Pago pur.

Pago pur.

seit 125 Jahren

seit 125 Jahren

seit 125 Jahren

Sei eins mit der Natur.

Und das seit 125 Jahren.

Sei eins mit der Natur.

Und das seit 125 Jahren.

Sei eins mit der Natur.

Und das seit 125 Jahren.

Wer Pago liebt, weiß: Unser Fruchtsaft schmeckt

nur so gut, weil wir ihn seit 1888 ohne künstliche

Zutaten zubereiten. Es freut uns sehr,

dass wir mit diesem Erfolgsrezept heuer unser

bereits 125. Jubiläum begehen. Nur dadurch

ist es uns gelungen, ein unvergleichliches

Geschmackserlebnis aus erlesenen Fürchten

zu kreieren. Das möchten wir nun feiern und

uns gleichermaßen dafür bedanken – bei allen

Pago-Fans und unserer geliebten Natur.

Denn ohne euch gäbe es kein Pago. Das werden wir

nie vergessen, auch nicht die kommenden 125 Jahre.

Pago pur. Sei eins mit der Natur.

Wer Pago liebt, weiß: Unser Fruchtsaft schmeckt

nur so gut, weil wir ihn seit 1888 ohne künstliche

Zutaten zubereiten. Es freut uns sehr,

dass wir mit diesem Erfolgsrezept heuer unser

bereits 125. Jubiläum begehen. Nur dadurch

ist es uns gelungen, ein unvergleichliches

Geschmackserlebnis aus erlesenen Fürchten

zu kreieren. Das möchten wir nun feiern und

uns gleichermaßen dafür bedanken – bei allen

Pago-Fans und unserer geliebten Natur.

Denn ohne euch gäbe es kein Pago. Das werden wir

nie vergessen, auch nicht die kommenden 125 Jahre.

Pago pur. Sei eins mit der Natur.

Wer Pago liebt, weiß: Unser Fruchtsaft schmeckt

nur so gut, weil wir ihn seit 1888 ohne künstliche

Zutaten zubereiten. Es freut uns sehr,

dass wir mit diesem Erfolgsrezept heuer unser

bereits 125. Jubiläum begehen. Nur dadurch

ist es uns gelungen, ein unvergleichliches

Geschmackserlebnis aus erlesenen Fürchten

zu kreieren. Das möchten wir nun feiern und

uns gleichermaßen dafür bedanken – bei allen

Pago-Fans und unserer geliebten Natur.

Denn ohne euch gäbe es kein Pago. Das werden wir

nie vergessen, auch nicht die kommenden 125 Jahre.

Pago pur. Sei eins mit der Natur.

www.pago.at

www.pago.at

www.facebook.com/PagoFruchtsaft

www.facebook.com/PagoFruchtsaft


RevierNews

In die Karibik

GEO Reisen, das Salzburger Unternehmen für

Abenteuerurlaube, veranstaltet vom

20. August bis 1. September 2013 eine

13-tägige Schiffsreise, die einen Aufenthalt

in New York mit einer Karibik-Kreuzfahrt

verbindet. Nach zwei Tagen im Big Apple geht

es mit der Explorer of the Seas über

Bermuda, St. Maarten und Puerto Rico

zum Privatstrand von Royal Carribean

in Labadee. Ab 2.190 Euro.

www.georeisen.com

Flussreisen

in Europa

Vergessener Golf

Master Yachting Deutschland bietet Schiffe für Törns in einem

unberührten und ruhigen Segel-Idyll an der türkischen Südwestküste

an – und das nur wenige Meilen von den mondänen Jet-Set-Orten

Bodrum und Marmaris entfernt. Der Golf von Hisarönü bietet große

und kleine Buchten, Halbinseln, Gebirge, ungewöhnlich viele Ankerbuchten

und Häfen. Ideal für Segler, die nur eine Woche Zeit haben

oder einfach keine großen Schläge machen wollen. Der Stützpunkt

Orhaniye liegt im Herzen des zauberhaften Golfes. Günstige Direktflüge

von Wien nach Dalaman oder nach Bodrum.

www.masteryachting.de

Von den offenen Küstengewässern in die

sagenumwobenen Flüsse und Lochs in den

schottischen Highlands auf der Lord of the Glens

vom 22. bis 31. Juli 2013. Maximal 52 Gäste,

Preis ab 3.690 Euro.

Quer durch Schweden, von Göteborg nach

Stockholm durch den Naturpark auf dem

Göta-Kanal mit der MS Diana, bekannt aus

Kommissar Becks erstem Fall.

Zwölftägige Tour, ab 4.220 Euro.

14 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013

14 Tage Portugal erleben, dabei acht Tage

über den Douro-Fluss und das UNESCO-

Weltnaturerbe Douro-Tal. Ab 3.750 Euro.

Alle drei Reisen bei Lernidee Erlebnisreisen.

www.lernidee.de


OCEAN7Online

Viel Neues bei

OCEAN7

Online

Noch spannender, noch besser, noch multimedialer! So ist das neue OCEAN7

Online. Ab sofort wird OCEAN7 Online zu Ihrer persönlichen Video-Plattform für

Ihre Törnberichte. Außerdem können Sie interessante Revierberichte, die bisher im

Magazin erschienen sind, herunterladen – und das alles völlig kostenlos.

Viele Leser von OCEAN7 erinnern sich daran, im Magazin einen

interessanten Bericht über genau das Revier gelesen zu haben, in

dem sie demnächst segeln möchten. Jetzt hat das mühsame Herumsuchen

nach dem Bericht ein Ende: Ab sofort geht das ganz bequem

bei OCEAN7 Online über eine Landkarte: Sie suchen auf der

Karte das Revier, klicken auf den roten Pin und schon ist die Revierreportage

mit allen wichtigen Tipps – von Chartermöglichkeiten,

Marinas, Ankerbuchten und Tavernen – zum Download bereit.

Anders als bei fast allen anderen Yachtmagazinen ist dieser Service

bei OCEAN7 Online gratis!

Revolutionär neu und ebenfalls gratis ist ein anderer Service,

den OCEAN7 Online ab sofort seinen Besuchern ganz exklusiv

bietet: Sie laden sich eine kostenlose App für Ihr iPhone herunter

und schon kann es losgehen: Wenn Sie ein besonderes Lokal

entdecken, über eine Gefahr in der Einfahrt zu einer Ankerbucht

berichten wollen oder einfach nur eine schöne Szene während

ihres nächsten Törns festhalten und der OCEAN7-Seglergemeinde

zugänglich machen wollen: Wir haben die perfekte Lösung für Sie.

Sie heißt fomito und platziert ihre Nachricht inklusive Video und

Fotos mit gesprochenem Text ebenfalls mit einem Pin auf einer

OCEAN7-Landkarte.

fomito für OCEAN7 funktioniert ganz einfach: Im Prinzip vereint

fomito Ihre Bilder mit einer von Ihnen aufgenommenen Videooder

Sprachnachricht und setzt diese Informationen auf der Website

von OCEAN7 zusammen. Machen Sie ein Video oder ein paar

Fotos, sprechen eine persönliche Nachricht auf oder drehen Sie ein

Kurzvideo. Den Rest erledigt fomito für Sie und gestaltet daraus im

Handumdrehen Ihre Website, die Sie dann bequem per Mail, Twitter

oder Facebook versenden oder einfach für eine spätere Verwendung

archivieren. fomito ist für Ihre Verwendung bei OCEAN7

gratis!

Probieren Sie fomito aus! Sie können eine mittels

fomito erstellte Website auf jedem Endgerät ansehen, welches einen

Webbrowser integriert hat. fomito erstellt Ihre Website so, dass

keine zusätzliche Software oder Plugins notwendig sind. Egal ob

bei einem Sonnenuntergang in einer schönen Ankerbucht, bei einem

Crewabend in der Taverne, oder weil Sie sich über Missstände

in einer Marina ärgern – fomito ist immer zur Hand. Innerhalb

weniger Minuten erstellt man mit fomito eine Website mit Video

oder mit bis zu fünf

Bildern und zugehöriger

Audionachricht.

Über diese und die

vielen anderen spannenden

Neuerungen

auf der Homepage

von OCEAN7 Online

informieren wir sie detailliert

und regelmäßig

auf www.ocean7.at

und Facebook.

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René Meschuh und sein Team entwickeln seit

über zwölf Jahren Webanwendungen und

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Mai/Juni 2013 | OCEAN7 03-2013 15


OCEAN7Revier

mission:

[im]possible

Segeln in Kuba ist wie Bergsteigen im Himalaya: Ein Extrem, dem

man sich nur im Vollbesitz seiner körperlichen und geistigen Kräfte

stellen sollte. Dies nicht nur, um das Segelabenteuer in einer

der letzten kommunistisch-marxistisch durchwirkten

(Volks-)Diktaturen zu bestehen. Sondern vielmehr auch, um

hier die Karibik in ihrer ursprünglichsten und gehaltvollsten

Form in sich aufnehmen zu können.

Text und Fotos: Tahsin Özen

16 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


Kuba

2

Zu beneiden ist Uwe nicht. Mit einer Zigarre

in der linken und einer Flasche

braunem Rum in der rechten Hand steht

der 44-jährige Hamburger an der Kaimauer

der Marina in Cienfuegos und

blickt auf einen einsamen Kompass, der

nur gelegentlich zwischen den Wellen

der aufgewühlten See zum Vorschein

kommt. Den Rest des Bootsrumpfes seiner

46-Fuß-Segelyacht hatte sich letzte

Nacht Hurrikan Sandy geholt und inmitten

der Marina versenkt.

„Da segelt man wochenlang problemlos

übers Meer – und dann passiert so was!“,

ruft Uwe unserem Vercharterer Adolph

Platten zu, der uns gleich gegenüber mit

dem Katamaran, einer Athena 38, vertraut

macht. „Von Juli bis Oktober muss man

mit Hurrikans rechnen, die beste Segelzeit

in Kuba ist von Dezember bis Mai“, erklärt

uns der Barkeeper am frühen Abend

bei unserem ersten Mojito an der Marina-

Bar. Nach dem zweiten erfahren wir von

anderen Seglern, dass die kubanische

Bürokratie fast noch schlimmer ist als ein

Hurrikan. So werden viele Wochen, wenn

nicht Monate vergehen, bis Uwe alle behördlichen

Formalitäten erledigt, alle Bewilligungen

eingeholt und alle Gebühren

entrichtet hat, ehe er offiziell an die Bergung

seiner Yacht denken kann. Und bis

Ersatzteile verzollt eingeführt und die

1

1 Koloniale Pracht in der Marina von Cienfuegos

2 Revolutionärer Empfang in der

Bahia de Cienfuegos

Mai/Juni 2013 | OCEAN7 03-2013 17


OCEAN7Revier

1

Törn around. Den dritten Mojito trinken wir mit unserem

Skipper Domingo, der sich mit den neuesten Wetterberichten sowie

einer guten und einer schlechten Nachricht zu uns gesellt hat. Die

gute: Wir können morgen auslaufen. Die schlechte: Die „Jardines

de la Reina“ als Highlight des geplanten Törns fallen sprichwörtlich

ins Wasser. Schuld ist wieder Sandy, der den aus ca. 660 Koralleninseln

bestehenden Archipel südöstlich von Kuba im Vorbeiziehen

überschwemmt und jegliche Sicht auf das Unterwasserparadies

genommen hat. Dass wir eines der letzten unberührten Korallenriffe

und faszinierendsten Tauchreviere der Welt – Christoph Kolumbus

persönlich hat das Archipel wegen seiner Schönheit zu Ehren Ihrer

Majestät Isabella von Spanien „Gärten der Königin“ genannt – nun

doch nicht zu Gesicht bekommen werden, bricht uns beinahe das

Herz, als uns Domingo auch schon einen neuen Plan präsentiert.

Erstes karibisches Ziel im Osten: Trinidad – Kubas Perle der Kolonialzeit,

danach mit dem Wind zurück nach Cienfuegos. Zweites

karibisches Ziel im Westen: Cayo Largo – die „Lange Insel“ im

3

2

Eine Handbreit Sand

unter dem Kiel hat man

in Cayo Largo immer

Reparaturarbeiten in einer halbstaatlichen Werft aufgenommen

werden können – ja, das kann schon eine Weile dauern. Da aber in

einem marxistisch-sozialistischen Land wie Kuba sowieso zuerst

jeder staatliche (und somit i. d. R. schrottreife) Versorgungs-, Fischoder

Transportkutter bevorzugt behandelt wird, ehe man sich der

Yacht eines kapitalistischen Ausländers widmet (Uwe hat etwas Geld

mit Wertpapieren gemacht und gibt sich nun als Privatier), bringt

man mit etwas Glück, viel Rum und stoischer Ruhe letztlich doch

alles wieder ins Lot.

Canarreos-Archipel. Das der Insel vorgelagerte

Korallenriff ist zwar nicht ganz so groß wie jenes

der Königinnengärten, aber nicht minder

artenreich und farbenprächtig – und gegen

lange, zuckerweiße Strände unter Palmen sowie

kristallklares Wasser unterm Kiel haben wir nun

wirklich nichts einzuwenden.

Nach dem vierten Mojito sehen wir alle Sterne,

Zeit fürs Bett. Müde von der Anreise via Ha-

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Kuba

4

5

vanna schleppen wir uns zurück an Bord, um nur wenige Augenblicke

später von Piraten, Haien und im Sand vergrabenen Schatzkisten

zu träumen.

Oh Mann, ein Katamaran! „Buenvenidos Socialista“

lautet der Morgengruß, der uns in riesigen Lettern von einer Betonwand

am Ufer gegeben wird, als wir kurz nach dem Auslaufen

verschlafen an Deck kommen. Nur wenige Meter längsseits des

unter Motor gleitenden Katamarans stürzt sich ein Pelikan in artentypischer

Kamikaze-Manier in die Fluten, hier ein halsbrecherisches

Unterfangen in Anbetracht der Tatsache, dass die weite Bahia de

Cienfuegos oft weniger als zwei Meter tief ist. Völlig entspannt

beobachten wir vom Netz unseres Katamarans aus eine Einrumpf-

Segelyacht, deren Skipper mit seiner schweißnassen Stirn am GPS

zusammengewachsen zu sein scheint. Mit gespielter Langeweile

lassen wir ihn links liegen und genießen die Aussicht auf dutzende

bunt bemalte Holzhütten am Ufer. Um uns herum winken Fischer

aus winzigen Booten, die wohl nicht ganz dicht sind. Aber nicht

aus Seenot, wie man beim Anblick der Nuss-Schalen meinen

möchte, sondern aus Liebe zu unserer Blondine an Bord, die zum

Glück Kuba-Expertin ist und den schmachtenden Fischern mit

knappen Worten klar macht, dass sie ihnen bestimmt nicht ins Netz

gehen wird …

Kaum ist die Bucht in südöstlicher Richtung verlassen, wendet sich

das Blatt völlig. Gleich nach dem Leuchtturm am Punta de los Colorados

steigt der Tiefenmesser auf 1.000 Meter und mehr, was typisch

für die kubanischen Gewässer ist. Der Gegenwind nimmt unserem

Skipper die Lust am Segeln, Strömung und Festland lassen die Wellen

ordentlich tanzen. Während wir auf unserem Katamaran kräftig

durchgeschüttelt werden und jede Welle zweimal in der Magengegend

zu spüren bekommen, zieht plötzlich der Skipper von vorhin

sehr entspannt und höflich winkend mit seiner schweren Einrumpf-

Yacht an einer Linie an uns vorbei. Doch Poseidon ist uns gnädig,

sodass wir ab dem Leuchtturm Yaguanabo in Ruhe die Aussicht auf

die Sierras de Trinidad genießen können, die ab der Küstenlinie

schnell und eindrucksvoll auf bis zu 1.140 Meter anwachsen.

Wir steuern Ihren Erfolg sicher

durch unruhige Gewässer!

1 Arm, aber stimmungsvoll

2 Seeräuber-Romantik am Schwimmsteg

3 Einsame Sandbank vor der Marina von Cayo Largo

4 Sonnensegeln in der Karibik, mit tollen Ausblicken auf Flora und Fauna

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OCEAN7Revier

2

1

Während wir unsere Blicke auf die hohen Berge richten, verbeißt

sich unter uns in tiefer See ein gewichtiger „Dorado“ in die Schleppleine.

Skipper Domingo macht kurzen Prozess und serviert uns

seinen Fang nach einer knappen Stunde direkt aus der Bratpfanne

auf den Tisch. Das feste und doch saftig-aromatische Fleisch der

Goldmakrele wird uns noch lange in guter Erinnerung bleiben.

3

4

Trinidad – Tor in die Vergangenheit. Gut versteckt

auf der Halbinsel Ancón liegt die Marina von Trinidad. Wer es nicht

bei Tag in diesen sicheren Hafen schafft, hat nach Einbruch der

Dunkelheit seine liebe Not. Neben mehreren Untiefen sind vor

allem die letzten 50 Meter vor dem Ziel eine echte Herausforderung:

Die kurvige Fahrrinne zwischen den dichtgewachsenen

Mangroven ist nicht nur eng, sondern auch noch unbeleuchtet. Mit

den letzten Sonnenstrahlen legen wir an einem leeren Schwimmsteg

an und werfen uns in Schale, schließlich erwartet uns in der

UNESCO-geadelten Stadt Kultur und Musik, wie sie hier schon seit

Jahrhunderten gelebt und gefeiert wird. Zu verdanken ist diese

einzigartige Konservierung einerseits der Tatsache, dass Trinidad

zur Kolonialzeit als Zuckerrohr-Hochburg Berühmtheit und Reichtum

erlangte – beides verging rasch nach der Sklavenbefreiung.

Andererseits hatte die 1513 gegründete Stadt bis tief ins 19. Jh. keine

Straßenverbindung ins Landesinnere und lag somit lange Zeit in

einem Dornröschenschlaf. Heute karren täglich dutzende Busse

Touristen aus allen Ecken und Enden der Insel hierher, doch gottlob

machen sich diese vor Sonnenuntergang wieder aus dem Staub

und die Stadt gehört uns.

20 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


Kuba

Oldies sind Goldies. Die Zeitreise in die Vergangenheit

begehen wir passenderweise mit einem azurblauen Chevrolet-

Oldtimer-Taxi Baujahr 1952 mit roten Ledersitzen, Rumba-Musik

aus dem Originalradio begleitet uns auf dem rund zehn Kilometer

langen Weg nach Trinidad. Am Schranken vor der Altstadt steigen

wir aus und begehen mit gemischten Gefühlen das grob gehauene

Kopfsteinpflaster, das von Sklaven unter unvorstellbaren Bedingungen

in den Boden eingelassen worden war.

Wenige Minuten später stehen wir auf dem prächtigen Plaza Mayor

und bewundern die pastös gestrichenen Kolonialhäuser der ehemals

reichsten und vornehmsten Gutsbesitzer. Bei einem Straßenverkäufer

laben wir uns an einer eisgekühlten Piña Colada, ehe

wir die Casa de la Trova betreten und uns im Hof des Hauses

unter einer Laube niederlassen. Was sich nun vor unseren Augen

und Ohren abspielt, ist pure Magie: Zwar stimmen die Musiker auf

5

ihr weißhaariger Tanzpartner mit der überdimensionierten Kapitänsmütze

da entrückt aufs Parkett legen, geschweige denn mithalten.

Berauscht von der kolonialen Pracht, den heißen Rhythmen

und zwei weiteren Piña Coladas kehren wir so glücklich zurück

an Bord, dass uns selbst das Schnarchen unseres Skippers vorkommt

wie der Gesang einer (etwas schwerfälligen) Nachtigall.

100 Feuer und keine Zwiebel. Als wir am nächsten

Tag wieder in der Marina von Cienfuegos anlegen, ist Proviant und

Wasserfassen für die Überfahrt nach Cayo Largo oberstes Gebot.

Doch wer meint, dass man in Kuba einfach in den nächsten Supermarkt

geht und sich kauft, was man braucht, irrt gewaltig. Es gibt

diese Supermärkte zwar, doch sind viele Regale nach altem DDR-

Vorbild schlicht und ergreifend leer. „Wir benötigen einen Food-

Guide“, so der gute Rat unserer blonden Kuba-Expertin. Wir finden

ihn in Person eines Bici-Taxifahrers an der nächsten Kreuzung und

machen uns sogleich auf die Jagd. Nach einem Dutzend aufgesuchter

Märkte und Kleinmärkte dampfen wir unsere Einkaufsliste auf

das Existenzminimum ein. Vier Passantenanfragen und neun aufgesuchte

Miniläden später verzichten wir schließlich auch auf

Zwiebel und begnügen uns mit einer Handvoll Schalotten, die

kleiner sind als Walnüsse.

Ernüchterndes Resümée: Die Stadt, in der dem Namen nach hundert

Feuer leuchten, sind keine zehn Zwiebel zu bekommen. Aber

immerhin haben wir auf diesem Weg die „sauberste Stadt“ Kubas

kennengelernt und im Restaurante Las Mamparas vorzüglich zu

Abend gegessen. Da uns nicht weniger als 80 (Hochsee-)Meilen

von Cayo Largo trennen, einigen wir uns gleich im Anschluss an

Bord auf eine Nachtfahrt und schwärmen bei einem Sundowner

vom bevorstehenden Frühstück unter Palmen.

Zum Bunkern braucht man auf

Kuba einen „Food-Guide“

der kleinen Bühne noch ihre Instrumente, dennoch scheint sich

die Luft elektrostatisch aufzuladen, der Boden unter den Füßen

beginnt zu vibrieren – und von einem Augenblick auf den nächsten

folgt die explosive Entladung, die einen fast vom Stuhl katapultiert.

Die Band spielt mit transzendenter Leidenschaft den legendären

Son, Voodoo-Vibrations durchdringen jede einzelne Pore

und geht unter die Haut, das junge Publikum tanzt völlig losgelöst

von Raum und Zeit den Salsa, begleitet von den strengen Augen

der Alten.

Sittenwächter? Weit gefehlt! Es wird nur darauf geachtet, dass die

von Generation zu Generation tradierten Tänze auch perfekt wiedergegeben

werden. Da lehnt die Big Mama vom Nachbartisch

auch schon den Gehstock an die Hauswand und zeigt, was beim

Tanzen bis zum Schluss nie fehlen darf: emocion. Wir können

kaum fassen, was die mindestens 60-jährige Kubanerin in Rot und

Wenn Träume in Erfüllung gehen. Das Bild, das sich

uns am nächsten Morgen bietet, könnte einer Szene aus der Filmreihe

„Fluch der Karibik“ entnommen sein: Wir liegen vor einem unendlich

langen, weißen und menschenleeren Sandstrand. Eine sanfte Brise

weht von den schön gewachsenen Palmen herüber, die Sonne strahlt

uns freundlich ins Gesicht. Ein Gefühl von grenzenloser Freiheit

1 Cayo Largo – the Carribean at its best: weiße Sandstrände, türkises Wasser,

volle Sonne und viel, viel Kuba Libre

2 Skipper Domingo mag Fisch, die meisten Kubaner essen ihn

kurioserweise ungern …

3 … und ernähren sich lieber von der Sonne am Malecón wie hier in Cienfuegos

4 Der große Markt von Cienfuegos – die Auswahl ist bescheiden,

die Ware dafür frisch vom Bauernhof

5 Zeitreisen: US-Oldtimer aus den 1950ern bringen Nostalgie und

Lebensfreude auf die Straßen Kubas

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OCEAN7Revier

durchströmt unsere Körper, als wir achtern in genau das türkise

Wasser eintauchen, das wir schon als Kinder beim Piratenspielen vor

Augen hatten. Ein Traum ist soeben in Erfüllung gegangen.

Es sind zwar keine Piratenschiffe, sondern zwei Ausflugsboote, die

wir etwas später erspähen, dennoch – oder gerade deswegen –

lichtet Domingo sofort den Anker, um ihn eine halbe Seemeile vor

der Insel am Cayo Hijo de los Ballenatos wieder auszuwerfen. „Wer

zuerst kommt, schwimmt mit den Fischen!“, erklärt der sonst eher

wortkarge Domingo und öffnet die Kiste mit der Schnorchelausrüstung.

Mit einem kräftigen Sprung katapultieren wir uns inmitten

eines bunten tropischen Fischschwarms, die See um uns herum

brodelt wie ein Whirlpool. Etwas abseits des vorgelagerten Korallenriffs

zieht in aller Ruhe ein kleiner Hai vorbei und direkt unter

dem Katamaran streift ein Rochen über einen lichtdurchfluteten

Seegras-Teppich, als wolle er nachsehen, ob unser Anker auch

ordnungsgemäß hält. Fehlt nur noch, dass der legendäre Jacques

Cousteau im Mini-U-Boot um die Ecke biegt. Was leider wirklich

kommt, sind die Ausflugsboote und mit ihnen dutzende Touristen.

Wir suchen Zuflucht am „Playa Sirena“, dem Strand der Meerjungfrau.

Der über Millionen Jahre hinweg aus abgestorbenen Korallen

entstandene, feinkörnig-weiße Kalksand ist trotz Mittagshitze angenehm

kühl, ein paar Sonnenschirme aus Schilf spenden genug

Schatten, um in einfachen Liegestühlen völlig entspannt die Seele

baumeln zu lassen. Siesta.

Im Dschungelcamp. Das Signalhorn, mit dem uns Domingo

aus unseren Träumen reißt, könnte man genauso gut zur

Abwehr von Piraten vor Somalia einsetzen. Mit klappernden Gliedern

erklimmen wir den Katamaran und fluchen wie alte Seebären

1

Kuba-Törns

Planen: Master-Yachting ist auf Kuba-Törns spezialisiert

und kümmert sich nicht nur um die Charteryacht, sondern auch

um An- und Abreise, die obligate Touristenkarte und sämtliche

Transfers. Infos unter www.master-yachting.de

Ankommen: Z. B. mit Condor via Frankfurt

nach Havanna.

Bezahlen: Neben dem weichen Peso Cubano gibt es auf

Kuba den harten Peso Cubano Convertible (CUC), dem wichtigsten

Zahlungsmittel auf Kuba, der fix an den US-Dollar gebunden

ist. Detaillierte Infos sind auf Wikipedia nachzulesen. Bezahlung

per Kreditkarte ist i. d. R. nicht möglich, daher unbedingt

aus reichend Euros am Flughafen eintauschen – provisionsfrei, da

alle Devisenläden verstaatlicht sind (1 Euro ~ 1,30 CUC).

An Bord gehen: Marina Cienfuegos (22° 7.58 ’ N/

80° 27.17 ’ W), die Kurtaxe in der Höhe von 12,– CUC pro Tag

ist bei Ankunft in der Marina im Voraus zu bezahlen. Generelle

Liegegebühr für kubanische Marinas: 21,– CUC pro Nacht.

Segeln: Zur Auswahl stehen Katamarane von 38 bis 46 Fuß

und eine Bavaria 50 (Monohull) des deutschen Vercharterers

„Platten Sailing Cuba“. Zu haben ab 2.450 Euro pro Woche, ab

zwei Wochen 5 % Rabatt, bei Buchung mind. sechs Monate vor

Reisebeginn werden noch einmal 5 % abgezogen.

Erleben: „Cayo Largo del Sur“, die lange Karibik-Insel im

Süden, ca. 80 sm westlich von Cienfuegos (21° 38’ N/81°

28’ W). Mind. eine Woche ist für ihre Erkundung einzuplanen.

„Jardines de la Reina“ – die Gärten der Königin (20° 50’ N/

78° 55’ W), ca. 100 sm südöstlich von Cienfuegos. Gut zwei

Wochen sind erforderlich für die Erkundung des Archipels, das

von professionellen Tauchern und Wissenschaftlern auch als die

„Galapagos-Inseln“ Kubas bezeichnet wird.

Nicht versäumen: Havanna mit seinem einzigartigmaroden

Charme, der mittelalterlichen Festung „El Morro“ zum

Schutz vor Piraten in der Hafeneinfahrt, mit der Flaniermeile

„Malecón“, an dessen Kaimauern sich der Atlantik bricht und

die Jugend tanzt, musiziert und lacht, mit der UNESCO-geschützten

Altstadt „Habana Vieja“ im bezaubernden Kolonialstil,

in der schon Ernest Hemingway allabendlich durch die Kneipen

zog auf der Suche nach den besten Mojitos und Daiquiris der

Stadt …

Zwei bis drei Tage im Anschluss an den Segeltörn genügen, um

sich einen bleibenden Eindruck von Havanna zu verschaffen,

danach wird die Luft in der Stadt leider zu dick. Master-Yachting

ist auch bei der Organisation eines individuellen Aufenthaltes in

Havanna gerne behilflich.

2

22 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


Kuba

3 4

Kuba ist Karibik ohne Make-Up.

Und das ist gut so.

auf unseren wasserscheuen Skipper, dessen Reaktion auf unsere

20-minütige Ausweitung des Landgangs mehr als nur unangemessen

erscheint. Auch wenn man die Marina von Cayo Largo am

besten bei Tag erreicht, ist sie dennoch viel einfacher anzusteuern

als jene von Trinidad – und viel schöner, wie sich bei moderatem

Halbwindkurs zeigt. An Steuerbord passieren wir einen mit lautem

Vogelgezwitscher geschwängerten Mangrovenwald, an Backbord

eine blendend weiße Sandbank, die man in anderen Gefilden leicht

für eine frische Schneewechte halten könnte. Voraus eine Kulisse

wie aus dem Dschungelbuch, nur die modernen Schwimmstege im

smaragdgrünen Wasser passen nicht so recht ins Bild, machen aber

das Anlegemanöver zum Kinderspiel. Achtern versinkt die tropische

Sonne in der Karibik, während unter uns kolossale Sábalos (Tarpun-

Fische) bedächtig ihre Kreise ziehen. Alles von der Marina über das

Restaurant bis zum Shop wirkt sehr gepflegt und bemüht westlich,

sodass uns sogleich die Lust am Schwelgen im Überfluss überkommt

und wir auf der weit übers Wasser gezogenen Terrasse des

Restaurants unsere Plätze einnehmen.

Schon bei der Bestellung zeigt sich, dass alles nur Fassade ist und

hinter den Kulissen alles seinen gewohnt kubanischen Weg geht.

Speisekarte? Gibt’s nicht. Frischen Fisch? Leider aus. Languste? Ja,

aber tiefgefroren. Das Tagesmenü: ein halbes Huhn aus der Fritteuse

mit Reis und Bohnen.

1 Unterwasserparadies am Cayo Hijo de los Ballenatos

2 Im Paradies: am Playa Paraíso auf Cayo Largo, Kubas einzigem FKK-Strand

3 Am Leuchtturm von Cayo Guano, die Insel bietet den Leguanen ein

sonniges Heim und dem Segler windgeschützte Ankerplätze

4 La Perla: Die Athena 38 ist ein komfortabler Wegbereiter in der

karibischen See

Wo sich Leuchtturmwärter und Leguan „Gute

Nacht“ sagen. Am letzten Tag machen wir noch einen kurzen

Abstecher ins Paradies – genauer gesagt an den Playa Paraíso, dem

einzigen FKK-Strand in Kuba (überall sonst ist das Nacktbaden verboten).

Nur mit Mühe erspähen wir ein einziges Pärchen im Adamund-Eva-Kostüm,

ansonsten ist der

lange Sandstrand überraschend frei

von Touristen. Der Kuba Libre, den uns

der flotte Kellner von der etwas abseits

gelegenen „Mini-Bar“ serviert,

schmeckt vorzüglich, sodass wir uns

hier tatsächlich wie im siebten Himmel

fühlen und gerne noch weitere sieben

Tage verweilen würden. Doch Skipper

Domingo, Herr über das Signalhorn,

drängt höflich, aber bestimmt zur Weiterfahrt.

Vor dem Leuchtturm des Cayo Guano,

der östlichsten Insel des Archipels,

werfen wir zum letzten Mal den Anker

in kubanische Gewässer. Wie der

Name schon verrät, sind die wahren

Herrscher über die Insel nicht die beiden

Leuchtturmwärter, sondern die

unzähligen Leguane, die sich tagsüber

wie ein riesiger Ledergürtel über die

schroffen Felsen legen. Dieselben Felsen

sind es auch, die dem Segler

nachts Schutz vor den teils heftigen

Ostwinden bieten, ehe er am nächsten

Morgen den Schlag zurück nach Cienfuegos

wagt.


OCEAN7Revier

Durch die

Text und Fotos: Birgit Hackl

südliche

Karibik

„Have you been up and down the Antilles?“ („Seid ihr

die Antillen schon rauf- und runtergesegelt?) ist die

Standardfrage, wenn man im Süden der Karibik mit

anderen Fahrtenseglern ins Gespräch kommt. Antworten

wir darauf: „Nein, und wir haben es auch nicht vor,“

ernten wir meist erstaunte Blicke. Doch wir wollen auch

in der Karibik unserem Motto treu bleiben: Weniger

ist mehr. Anstatt also alle Antillen im Schnelldurchlauf

abzuklappern, beschränken wir uns auf wenige Inseln und

erkunden diese dafür genauer.

24 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


Südliche Karibik

Von Suriname kommend sind die ersten logischen Stopps für uns

Tobago und Grenada. Yachties mit 20 Jahren Karibikerfahrung

hatten uns Appetit gemacht: Auf diesen beiden mit dichtem Regenwald

bewachsenen Inseln könne man die Karibik noch so erleben,

wie sie vor Ankunft des Massentourismus war. Von dort aus segeln

wir dann immer vor dem Wind westwärts zu den trockenen, wüstenhaften

ABC-Inseln, die unterhalb des Hurrikan-Gürtels liegen

und deshalb auch im Sommer zum Cruisen einladen.

Tobago – „Liming“ und unberührte Natur. Wir

steuern als erstes die Man O’ War Bay im Norden von Tobago an.

Nach einer ruhigen Überfahrt von Suriname mit freundlicher Unterstützung

der Guyana-Strömung erreichen wir Tobago kurz vor

Sonnenuntergang. Normalerweise warten wir vor der Einfahrt in

eine unbekannte Ankerbucht das Tageslicht ab, aber wir wollen

keine weitere Nacht mit Nachtwachen auf See zubringen, die Bucht

vor Charlotteville ist groß und so wagen wir die nächtliche Einfahrt.

Am Morgen bietet sich uns ein Anblick wie auf einer Postkarte: Die

weite Bucht leuchtet türkis, rundherum saftig grüner Regenwald,

bunt bemalte Fischerboote bestückt mit starken Außen-bordern

sausen vorbei, ein ebenso buntes Dorf mit kleinen, gepflegten

Häusern, dazwischen blühende Büsche – wir sind begeistert.

Laut Noonsite (www.noonsite.com) ist mit den Behörden nicht zu

spaßen. Alles sei sehr strikt und man müsse sich sofort nach Ankunft

melden, wird in drohendem Tonfall vermerkt. Die Realität

sieht ganz anders aus: Zoll und Immigration sind praktischerweise

im gleichen Raum gegenüber, die Beamten sind freundlich, hilfsbereit

und nach einer Viertelstunde sind alle Formalitäten abgeschlossen.

Tobago hat eine turbulente Geschichte, die Kolonialmächte wechselten

sich ständig ab und es war ein Versteck für Piraten und

Freibeuter. Die Namen zeugen noch von dieser Zeit: Wir ankern in

der Pirate’s Bay und die Nachbarbucht heißt Bloody Bay. Heutzutage

ist es friedlich hier, nur wenige Touristen verirren sich in das

verschlafene Städtchen Charlotteville. Hier gehen die Uhren langsamer.

Entlang der Hauptstraße reihen sich bunte Standln, in denen

einheimische Rasta-Männer und hängengebliebene Europäer und

Amerikaner von Andenken über Lebensmittel bis Kleidung allerlei

Krimskram vertreiben. Überall liest man „Liming area“. Raum zum

Limonisieren? Wir sind verwirrt, finden aber bald heraus, dass „Liming“

Herumhängen, Bier trinken, Entspannen bedeutet und hier

der Nationalsport ist. Es verirren sich nur wenige Yachten nach

Charlotteville, obwohl das Wasser perfekt zum Schnorcheln ist und

der Strand zum Grillen einlädt. Wasser kann man direkt am Dinghi-

Steg in Kanister abfüllen und an der Straße dahinter liegt gleich

eine Tankstelle, daneben ein kleiner Supermarkt und auf dem

nahen Fischmarkt wartet der Fang des Tages für wenig Geld. Nach

drei wunderschönen, aber rolligen Wochen (das Wetter ist für die

Jahreszeit ungewöhnlich rau und regnerisch) machen auch wir uns

auf den Weg nach Süden.

Weil Charlotteville und Scarborough zwei getrennte Distrikte sind,

muss man regional ausklarieren und darf laut strikter Theorie keine

Zwischenstopps auf dem Weg einlegen. Der Beamte erklärt uns

Wellen brechen

bedrohlich

aber zwinkernd, wie schön die Buchten an der Nordseite sind und

dass wir einfach nicht allzu lange bleiben sollen. So machen wir

uns trotz hohem Seegang auf den Weg. Die Bloody Bay wird im

Segelführer nur bei ruhiger See empfohlen. Nach einem Blick auf

die Brecher am Strand drehen wir wieder ab und segeln weiter zur

Parlatuvier Bay. Diese wird im Segelführer als ruhig und geschützt

beschrieben, ist aber winzig und so voll mit Fischerbooten an Bojen,

dass wir keine Chance auf ein Ankermanöver sehen. Langsam

zweifeln wir, ob aus dem Zwischenstopp noch etwas wird, die

Wellen brechen bedrohlich an der klippenbewehrten Küste, doch

1 Englishman’s Bay, Tobago

2 Waschtag im Paradies

3 Charlotteville

4 Dschungelwanderung

Foto: Shutterstock (1)

2 3 4

Mai/Juni 2013 | OCEAN7 03-2013 25


OCEAN7Revier

sobald sich der Blick auf die Englishman’s Bay öffnet, wissen wir:

Hier bleiben wir. Schwarze Klippen an der Einfahrt, im Inneren ein

golden leuchtender Sandstrand, Kokospalmen wiegen sich im

Wind, eine einzelne mit bunt gefärbten Tüchern geschmückte Bar

lädt zum Sundowner – Minuten später ziert auch noch eine einsame

Segelyacht das Postkartenmotiv. Wir ankern ganz im Norden der

Bucht, wo ein Felsvorsprung Schutz vor der immer noch beachtlichen

Dünung bietet.

Zwei Tage später segeln wir entlang der spektakulären Nordküste

Tobagos weiter Richtung Store Bay, machen einen weiten Bogen

um das vorgelagerte Buccoo Reef und ankern inmitten einer

Gruppe von Yachten vor dem Strand (Achtung, in Verlängerung

der Straße verläuft ein Hochspannungskabel, vor dem Hotel zur

Rechten soll man zum Schutz des Riffs ebenfalls nicht ankern, aber

in der Mitte bleibt genug Platz). Store Bay ist auf den ersten Blick

nicht übermäßig attraktiv, aber praktisch: Mit dem Dinghi landet

man neben Bagos Beach Bar, John Stickland’s Yachtservice ist

gleich nebenan, dahinter Restaurants und Bars. Store Bay ist auch

ein Super-Ausgangspunkt für Erkundungen. Alle Autos, deren

Nummerntafel mit P beginnt, sind Sammeltaxis und so kommt man

billig und schnell in die Hauptstadt Scarborough (zum Einklarieren

muss man nicht hinsegeln). Die lebhafte Stadt Scarborough ist sehenswert,

Wanderungen im Nationalpark im Inselinneren sind

ebenfalls empfehlenswert. Der Reiseführer warnt vor Horden von

Touristen, aber wir sind keinem anderen Wanderer begegnet –

scheinbar wurde die Tourismusindustrie auf Tobago von der Wirtschaftskrise

hart getroffen.

Grenada – Rasta, Reggae und Reparaturen.

Nach den einsamen Buchten auf Tobago versetzt uns der Blick auf

die Südküste von Grenada einen ordentlichen Schreck: Hunderte

Masten in den Buchten – wollen wir da wirklich hin? Nach kurzem

Zögern ankern wir an der Außenseite des Ankerfelds in der Prickly

Bay. Wir haben uns für die Prickly Bay entschieden, weil man hier

problemlos einklarieren kann, an der Tankstelle der Marina gibt es

Diesel und Wasser und das Yachtzubehörgeschäft „Budget Marine“

lockt mit Ersatzteilen. Außerdem ist die Prickly Bay ein guter Ort,

um alte Freunde wiederzutreffen und neue Leute kennenzulernen.

Erst wollen wir uns ein Mietauto leisten, um die Insel zu erkunden,

entscheiden uns aber schnell dagegen: Grenada hat das perfekte

Bussystem. Minibus-Linien verbinden alle Orte auf der Insel. Kaum

steht man neben der Straße, hört man schon laut dröhnende Reggae-Musik.

Jeder Bus ist individuell bemalt, während der Fahrer

sich auf den Verkehr konzentriert, ist es die Aufgabe des Kassiers,

laut schreiend und gestikulierend Leute einzusammeln. Die Einheimischen

sind freundlich und hilfsbereit, man kommt schnell mit

1

2

26 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


ihnen ins Gespräch und bekommt Tipps zu Sehenswürdigkeiten und

Wanderungen. Wir wandern auf den Mount Qua Qua im Grand Etang

Rainforest Reserve, zu den Seven Sisters Falls, besuchen die Fischerdörfer

Grenville und Guyave. Guyave an der Westküste hat es uns besonders

angetan. Der Ort ist gänzlich untouristisch, es gibt keine Hotels und die

wenige Lokale werden von Einheimischen frequentiert. Die Leute wohnen

in ärmlichen, aber gepflegten Häuschen, doch das Besondere ist die

freundliche Atmosphäre. Man fühlt sich als willkommener Gast, alle lächeln

und grüßen. Hauptattraktion ist der Fish Friday: Jeden Freitag ab 6.00 Uhr

werden Standln aufgebaut und bald duften verschiedenste Fischköstlichkeiten

und verlocken zum Gustieren in Volksfestatmosphäre mit Live-

Musik.

Die Altstadt liegt

hoch über dem Meer

Die Hauptstadt St. George besteht aus zwei durch einen Hügel getrennten

Stadtteilen und zieht sich schmuck um zwei große Buchten herum. In der

Südbucht (Lagoon) findet sich die Port St. Luis Marina, doch in der Bucht

dahinter gibt es auch geschützte Ankerplätze. Die Altstadt liegt hoch über

dem Meer, vom Fort aus bieten sich atemberaubende Blicke über die Bucht.

Grenada liegt am Rand des Hurrikan-Gürtels und wird selten getroffen,

doch 2004 hat Hurrikan Ivan die Insel verwüstet. Noch heute sind die

Zerstörungen unübersehbar. Viele Gebäude werden renoviert, doch die

meisten Kirchen warten als Ruinen ohne Dach auf Reparaturen. Wem der

Anstieg in die Altstadt bei den schweißtreibenden Temperaturen zu anstrengend

ist, kann auch durch einen Tunnel in den Nordteil der Stadt

marschieren. Dort befindet sich der Gemüsemarkt und die unüberriechbare

Markthalle: Grenada hat den Beinamen Spice Island (Gewürzinsel): Säcke

mit Zimt, Muskatnuss, Kakao und Gewürzketten veranstalten hier ein

olfaktorisches Feuerwerk. Unten am Meer findet sich der Fischmarkt und

gleich daneben der Busbahnhof.

1 St. George auf Grenada

2 St. Davids Harbour


OCEAN7Revier

1

2

Im Süden von Grenada reihen sich tief eingeschnittene, gut geschützte

Buchten aneinander. Je weiter man nach Osten segelt, desto weniger Yachten

trifft man. Beim Segeln hier ist Vorsicht geboten, man muss sich durch

ein Labyrinth aus Riffen tasten, die Einfahrten zu Buchten und Häfen sind

aber betonnt und die meisten Untiefen markiert. An der Westküste befinden

sich auch einige attraktive und angeblich wenig besuchte Ankerplätze, doch

erst einmal ist bei uns Arbeit angesagt.

Nach einem Jahr im Wasser hat unsere Pitufa dringend einen neuen Anstrich

Antifouling nötig, das Hempel Alusafe, das wir in Kroatien aufgebracht

hatten, wurde mit dem Getier in karibischen Gewässern absolut nicht fertig

(obwohl wir wöchentlich Muscheln und Algen manuell abschabten). Außerdem

wollen wir checken, warum unsere Steuerung immer steifer wurde. Auf

der Atlantiküberfahrt quietschte sie schon so furchteinflößend, dass wir uns

nicht mehr viel weiter wagen wollten, ohne vorher den Grund herauszufinden.

Wir vergleichen also Werftpreise in Grenada, den ABC-Inseln und

Kolumbien und haben bald einen Gewinner: Grenada Marine liegt in der

schönen, ruhigen Bucht St. David’s Harbour im Südosten von Grenada. Sie

bietet nicht nur vernünftige Preise, sondern erlaubt Yachties auch, selbst am

eigenen Boot zu arbeiten (was in der Karibik nicht selbstverständlich ist).

Grenada Marine stellt sich für uns bald als Glücksgriff heraus, denn sobald

Der schmale, seichte

leuchtet

3

4

5

Pitufa auf dem Trockenen ist, entdecken wir immer mehr Probleme. Grenada

Marine bietet versierte Handwerker in verschiedensten Fachgebieten (Mechaniker,

Rigger, Fieberglas-Experten, Schweißer, Tischler etc.), die alle

Reparaturen professionell erledigen. Ein Kran (bis 70 Tonnen) hebt Katamarane

bis 32 Fuß Breite, am Werftgelände kann an bis zu 20 Yachten gleichzeitig

gearbeitet werden, weiter hinten bietet das Lagergelände 240 Booten

Platz. Spezielle Halterungen und Gurte bieten auch in der Hurrikan-Saison

genug Schutz, um das Boot ruhigen Gewissens hier zu „übersommern“.

Wir heben Pitufa am 17. April 2012 aus dem Wasser und beginnen sofort

die Arbeiten an unseren beiden Hauptprojekten: Ruder und Antifouling.

Um das Ruder abnehmen zu können, muss Christian erst den Skeg abmontieren

– keine leichte Aufgabe, wenn die Bolzen hinter einer dicken Schicht

Filler versteckt sind und auch nachdem der Skeg endlich ab ist, steckt der

Ruderschaft noch fest. Nach einem halben Tag Hämmern, Schieben und

Ziehen kommt der Schuldige zum Vorschein: ein aufwändiges, doppeltes,

selbstausrichtendes Rollenlager. Der Chef der Mechaniker findet schnell

eine einfachere, stabilere Lösung: Delrin-Lagerbuchsen. Das Heraushebeln

des alten Lagers erfordert aber noch einmal einiges an Brutalität … Auch

das ausgeschlagene Propellerwellenlager wird ersetzt und ich gehe mit

einem Exzenterschleifer den Muschelresten und dem losen Antifouling auf

Pitufas Rumpf an den Kragen. Es ist nicht so leicht, ein effektives Antifouling

für ein Aluminiumboot zu finden und letztendlich entscheiden wir uns für

Seahawk Biotin Plus und hoffen, dass das ein paar Jahre Schutz bietet.

Während die Rigger die Oberwanten tauschen, bessern wir einige Lackschäden

aus. Eigentlich sind wir somit fertig, doch dann lassen wir den

28 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


Südliche Karibik

Rigger vorsichtshalber unser stehendes Rigg prüfen. Als der Rigger

vom Mast herunterklettert, bringt er jedoch niederschmetternde

Neuigkeiten mit: Er hat einen etwa 30 cm langen, vertikalen Riss

fast oben an der Mastspitze entdeckt. So loszusegeln steht außer

Frage. Der Mast muss gezogen und genau inspiziert werden.

Sobald der Mast auf dem Boden ist, gibt

der Schweißer Entwarnung:

Das Alu rund um den Riss

sieht gesund aus und er kann

den Riss reparieren.

Nun, da wir den Mast schon auf

dem Boden haben, nutzen wir

gleich die Chance, die alte, abblätternde

Farbe abzuschleifen (das hatten

wir uns schon seit Ewigkeiten vorgenommen).

Außerdem wollen wir Maststufen montieren,

die wir schon seit Kroatien mitschleppen.

Wir lassen den Mast blank, er wird mit der Zeit

grau und fleckig werden, aber das stört uns nicht.

Es kostete uns trotzdem eine Woche harte Arbeit

6

Uferbereich

pastellig türkis

7

Foto: Shutterstock (1)

in der prallen Sonne (über 30 Grad, 97 % Luftfeuchtigkeit), den

Mast fertigzumachen. Zusätzlich lassen wir das Vorstag und das

innere Vorstag tauschen, um für den Pazifik gerüstet zu sein.

Nach drei Wochen (anstatt der erwarteten zehn Tage) ist Pitufa

bereit, wieder ins Wasser zu hüpfen – jetzt in viel schlumpfigerem,

blauem Outfit. Die Crew ist erschöpft, aber glücklich.

Bonaire – im Land der Taucher und Kakteen.

Auf der Überfahrt von Grenada nach Bonaire fliegt Pitufa vor dem

Wind nur unter stark gereffter Genua mit 7 Knoten dahin. Schon

nach drei Tagen nähern wir uns nach 380 Seemeilen der Insel. Laut

Kartenplotter sind es noch 15 Meilen, dann noch zehn Meilen, noch

fünf – doch wo ist die Insel? Im Norden zeichnen sich Hügel ab,

sind wir so weit ab vom Kurs? Doch nein, direkt vorm Bug ist ein

Antennenmast – der Süden von Bonaire ist so niedrig, dass man

fast darüberstolpert, bevor man es sieht. Wir umrunden das Kap

ganz knapp, denn schon wenige Meter neben der Insel fällt der

Meeresboden schon wieder auf hundert Meter ab. Im Wellenschatten

der Insel brettern wir mit 8 Knoten nordwärts Richtung Kralendijk

und schwelgen im Farbenrausch. In den Salinen wird Salz

gewonnen und in strahlend weißen Hügeln an der Küste aufgetürmt.

Der schmale, seichte Uferbereich leuchtet in pastelligem

Türkis, dahinter das Meer in tiefem Azur.

Kralendijk, die Hauptstadt, liegt geschützt in einer großen Bucht mit

der vorgelagerten Insel Klein Bonaire. Ganz Bonaire ist von einem

schroff abfallenden Riff umgeben, Ankern ist zum Schutz des Riffs

verboten, doch vor Kralendijk sind Bojen für Yachten ausgelegt. Als

wir ankommen, liegen ca. 50 Yachten vor der Stadt und es sind noch

Bojen frei. Unter Pitufas Bug liegt der Betonblock der Muring auf

8 Metern Tiefe, bunte Rifffische tummeln sich im glasklaren Wasser.

Direkt unter uns fällt das Riff steil ab – wir sehen deutlich Korallen

und Schwämme – hinter dem Heck hat es bereits 34 Meter. Die

Privatsphäre hält sich allerdings in Grenzen: Die Boote liegen dicht

an dicht, Schnorchler plantschen neben dem Cockpit, unter dem

Rumpf tummeln sich Taucher und die Straße samt Bars verläuft

direkt am Ufer. Für die Benutzung der Bojen zahlt man pro Tag 10

US-Dollar an die Marina (dort gibt es auch eine Tankstelle und

Wasser), dazu kommen 25 Dollar pro Person für die Taucherlaubnis

im Marinepark rund um die Insel (bei allen Tauchbasen erhältlich,

gilt für ein Jahr). Das Einklarieren im gelben Zollgebäude gleich

neben dem Stadtpier ist schnell erledigt und schon dürfen wir in

die Unterwasserwunderwelt Bonaires abtauchen.

1 Pitufa wird aus dem Wasser gehoben

2 Bauchmassage für Pitufa

3 Ein Rastafari als zuverlässiger Machaniker

4 Überprüfen des Riggs

5 Karibisches Bier nach einem Tag schleifen

6 Tierwelt über Wasser auf Bonaire

7 ... und unter Wasser

Mai/Juni 2013 | OCEAN7 03-2013 29


OCEAN7Revier

Wer keine Tauchausrüstung dabei hat, kann sie von den diversen

Tauchbasen ausborgen, eigene Tauchflaschen kann man günstig

auffüllen lassen (z. B. bei yellow submarine kostet ein Sammelpass

für 21 Füllungen 110 US-Dollar). Die Dive-Sites sind auf Plänen

genau beschrieben und mit gelben Bojen markiert. Bei diesen kann

man mit der Yacht – oder noch besser mit dem Dinghi – festmachen

und auf eigene Faust das Riff erkunden. Die Sicht ist unglaublich,

an der geschützten Westseite gibt es keine starken Strömungen,

spektakuläre Röhrenschwämme wachsen meterweit in die Höhe,

Fächerkorallen wiegen sich in der Dünung, die Fischpopulation

begegnet Tauchern unerschrocken (Harpunieren ist verboten), mit

etwas Glück begegnet man Barracudas, Rochen und gelegentlich

Schildkröten. Bei den meisten Dive-Sites kommen auch Schnorchler

auf ihre Kosten.

Aus Blow-Holes

spritzt Wasser

50 Meter hoch

1

Leider gibt es auf Bonaire keine Linienbusse, man muss sich also

ein Mietauto nehmen, um die Insel zu erkunden. Für den Washington-Slagbaai

Nationalpark im Norden der Insel braucht man ein

geländegängiges Fahrzeug. Der Eintritt ist mit Marinepark-Ticket

frei (Rechnung und Lichtbildausweis nicht vergessen!), Kartenmaterial

und Info gibt’s bei der Einfahrt. Die holprigen Straßen führen

durch Wüstengebiete mit riesigen Säulenkakteen, vorbei an bizarren

Felsformationen, durch stachelige Wälder (jegliche Vegetation auf

der Insel ist wehrhaft), bis an die klippengesäumte Küste, an der

sich die rauhe See bricht. Bei „Blow-Holes“ spritzt das Meer oft

über 50 Meter hoch (sämtliche Sehenswürdigkeiten sind im Nationalparkplan

vermerkt und beschildert). Überall, wo man aussteigt,

flitzen bunte Eidechsen und manchmal sogar Leguane heran und

fordern ganz unerschrocken ihren Anteil am Picknick. Auch im

Nationalpark kann man an diversen Stellen schnorcheln und von

der Küste aus tauchen.

Curaçao – koloniales Europa trifft quirliges

Südamerika. Nach Curaçao (früher Teil der niederländischen

Antillen, jetzt ein Land im niederländischen Königreich) sind es

gerade mal 35 Seemeilen. Trotzdem warten viele Boote wochenlang

auf ein „Wetterfenster“, denn der Passat bläst hier meist um die 30

Knoten stark und die Wellen sind dementsprechend hoch. Wir sind

wiederum nur unter gereffter Genua unterwegs und brauchen

trotzdem nur fünf Stunden für die Strecke.

Unser Ziel ist „Spanish Waters”, eine rundum geschützte Ankerbucht

an der Westküste, deren Einfahrt bei rauen Bedingungen etwas

abenteuerlich ist: Die Wellen heben Pitufa hoch hinauf und wir

fühlen uns beim Hinuntersurfen auf die schmale Einfahrt zu mit

Felsen links und einer Sandbank rechts nicht sehr wohl. Der Kanal

öffnet sich dann in eine Art See mit vielen Inseln und Mini-Buchten.

Es gibt mehr von diesen natürlichen Häfen auf Bonaire und Curaçao

und sie scheinen ein geologisches Wunder: Eine steile abfallende

Küste umgibt die niedrigen Inseln, doch dann hat das Ufer

plötzlich ein „Loch“ und drinnen befindet sich eine rundum abgeschirmte,

künstlich anmutende Bucht.

Innerhalb von Spanish Waters gibt es vier Ankerzonen

(Info dazu findet man auf www.noonsite.com)

und mehrere Marinas. Die Dinghi-Anlegestelle befindet

sich beim Fisherman’s Jetty (zwischen den

Stegen hinter der Ankerzone A). Sämtliche Ankerzonen sind voll

mit Yachten, viele warten hier die Hurrikan-Saison ab. Hängengebliebene

(meist holländische) Cruiser bieten diverse Services auf

dem Cruising-Net (jeden Morgen 7.45 Uhr auf VHF-Kanal 72): Ein

Boot verkauft Internet-Zugang um zehn US-Dollar/Woche, ein

anderes liefert Wasser direkt ans Boot, Mechaniker bieten Reparaturservices

und auch Watermaker sind im Angebot. Zwei große

Supermärkte offerieren ein tägliches Gratis-Shuttleservice zum

Einkaufen.

Zum Einklarieren nimmt man den Bus nach Willemstad. Das Zollgebäude

liegt unweit des Busbahnhofs (an der Markhalle vorbei)

am Schottegatt. Am besten beginnt man bei den freundlichen Beamten

hier. Diese schicken die Yachties dann weiter zu Immigration

und Hafenmeister (Achtung, Mittagspause!) auf der anderen Seite

der Hafeneinfahrt. Wir spazieren Richtung Zentrum am „Floating

Market“ vorbei, wo venezolanische Händler direkt vom Boot frisches

Gemüse verkaufen. Die meisten Häuser sind frisch renoviert,

die Stadt ist bunt und freundlich, Geschäfte und Restaurants reihen

sich aneinander. An der Hafeneinfahrt angekommen, sind wir erstaunt

und begeistert: Wäre es nicht so heiß, wäre die Illusion einer

30 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


Südliche Karibik

2

nordeuropäischen Hafenstadt perfekt. Die zwei Teile der Altstadt

(Punda und Otrobanda) sind durch eine schwimmende Fußgängerbrücke

verbunden, die mehrmals täglich geöffnet wird, um

großen Schiffen die Einfahrt in den riesigen Naturhafen mit – Gott

sei Dank weit hinten versteckter – Petrochemie zu ermöglichen.

Von der Brücke aus bieten die bunten Fassaden der Altstadt das

perfekte Fotomotiv.

Am Ufer von Otrobanda liegt die Mole für Großschifffahrt auf einem

abgesperrten Gelände. Dort befinden sich auch Immigration

und Hafenmeister. Auf Curaçao ist nur das Ankern in Spanish Waters

länger möglich. Wer in einer der anderen Buchten ankern

möchte, muss beim Hafenmeister um Genehmigung anfragen und

für Dreitagesgenehmigungen jeweils zehn Dollar bezahlen.

Tauchen ist auch auf Curaçao die Haupttourismusattraktion. Die

Dive-Sites sind jedoch weniger leicht zugänglich und vom Schwierigkeitsgrad

her höher als in Bonaire. Man sollte sich also einer

geführten Gruppe bei einer Tauchbasis anschließen. Abgesehen

von Willemstad und den Korallenriffen bietet die Insel wenige

Touristenattraktionen. Bei jeder noch so unspektakulären Sehenswürdigkeit

und an vielen Stränden und Buchten wird Eintrittsgeld

kassiert. Ein Mietauto zahlt sich also nicht wirklich aus. Wir bleiben

trotzdem einen Monat lang und nutzen den geschützten Ankerplatz

und die gute Infrastruktur in Spanish Waters für Wartungsarbeiten

am Motor und weitere Reparaturen, bevor es uns dann wieder

westwärts Richtung Horizont weiterzieht.

1 Bonaire,Wandern im Land der Kakteen

2 Ein Stück Niederlande in der Karibik: Willemstad auf Curaçao

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OCEAN7People

Von Linz nach Gran Canaria

Begegnung

Altkanaren

mit den

Volkmar Baurecker ist ein echter Abenteurer. Der 72-jährige

Linzer segelte per Anhalter um die Welt (Bericht in OCEAN7

Ausgabe 02/2013). Hier schildert er, wie alles begann. Wie es

kam, dass es ihn in die Welt hinauszog. Die erste Etappe der

spannenden Reise seines Lebens.

Text und Fotos: Volkmar Baurecker

32 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


Volkmar Baurecker

2

Ich stehe auf einer Anhöhe und blicke nach Süden. Im Dunst sehe

ich blaues Meer – den Atlantik, davor die Stadt Maspalomas mit

ihrem Meer an Häusern und Hotels. Ringsum kahles Felsgebirge,

Geröllhalden und tiefe Schluchten.

Ich fühle mich schwach am Körper. Zwei Wochen hat die Fahrt

von Mallorca nach Gran Canaria gedauert.

Stets mehrere Nächte am Stück – ich weiß

endlich, wie das ist und wie sich das

hinterher anfühlt. Ich bin wirklich geschafft.

1 Im Freilichtmuseum

2 Blick auf die marokkanische

Hafenstadt Agadir

1

Und nun treffe ich auf die Zeugnisse der Altkanaren. Deren grausame

Ausrottung durch uns Europäer wird mir vor Augen geführt.

„Mundo Aborigen“, heißt das Freilichtmuseum im Süden von Gran

Canaria. Es berichtet vom Leben und Sterben der Guanchen, wie

die Altkanaren auch genannt werden.

Aus versteckten Lautsprechern dringt sanfte Musik an mein Ohr

und tief ins Herz. Schritt um Schritt wandle ich durch die nachgebaute

Guanchen-Siedlung. Ich schaue den lebensgroßen Abbildern

von Altkanaren beim Tagwerk zu und fühle mich wie auf einem

Kriegerfriedhof.

In der Eroberung des Kanarischen Archipels hatten die Spanier die

Nase vorn, vor den Portugiesen. Hier sei die planmäßige Invasion

Mittel- und Südamerikas geprobt worden, schreibt Harald Braem

(Harald Braem: Auf den Spuren der Ureinwohner ISBN 978-84-

934857-3-3, 2008 bei Zech, Santa Ursula, Teneriffa). Und Braem

weiter: „Die Folgen der gnadenlosen, menschenverachtenden Invasionspolitik

sind bekannt: Unterwerfung, Vergewaltigung und

Versklavung fremder Rassen, die als minderwertig, weil heidnisch,

eingestuft wurden, systematischer Völkermord im Namen des Kreuzes

an den Ureinwohnern …“

So beginnen meine ersten Tage nach dem ersten Landgang zu

Beginn meiner Reise um die Welt.

Und so war das von Anfang an. Seit meine Augen

sehen, blicken sie auf die Donau und die Schiffe auf ihr. In Puchenau,

einem damals kleinen Dorf nahe Linz, kam ich 1940 zur Welt.

Ziellos in die weite Welt zu fahren, versuche ich erstmals als 26-jähriger,

spät reif gewordener Absolvent einer HTL. Per Autostopp

durch Schweiz, Frankreich, Belgien und Deutschland finde ich auf

einem Bananendampfer einen Job als Tellerwäscher. Die erste Fahrt

geht nach Martinique und wieder zurück. Aufgemustert zum

E-Assistenten komme ich nach Kolumbien. Es folgt ein Monat Seemannsheim

in Hamburg. Tagsüber verkaufe ich Christbäume. Doch

Liebesfäden ziehen mich nach Hause. Familie und berufliche

Karriere verankern mich auf dem österreichischen Festland. Es ist

Mai/Juni 2013 | OCEAN7 03-2013 33


OCEAN7People

mir Freiheit genug, mit dem jugoslawischen Kaffeepatent in der

Tasche hin und wieder die Adria zu besegeln.

Ins Pensionsalter gekommen, löse ich mich aus Erwerbsarbeit und

familiären Bindungen. Zunächst sichere ich die neue Freiheit mit

dem Erwerb des FB3-Segelscheines ab und chartere mit Freunden

im Mittelmeer.

Eine meiner Töchter hatte nach Neuseeland geheiratet. „Mein Vati

wird mich mal mit dem Segelboot besuchen“, hat sie sich getröstet,

denn sie wusste von meiner Abneigung zu fliegen. Das war ein

wesentlicher Impuls, meinem wiedererwachenden Fernweh auf die

Beine zu helfen.

Andreas aus Bayern sucht Mitsegler im Ionischen

Meer auf seiner Reinke, einem Selbstbau-Stahlschiff. Ich bin

„Hand gegen Koje“ dabei und gewinne Vertrauen in diese Verein-

20 Jahre vorher hatte ich mehr Glück. Es war

nach einem vierwöchigen Balearentörn. Ich schlafe nachts vor dem

Bahnhof, den Rücken an die Wand gelehnt, Arme in Rucksack und

Reisetasche gehakt. Als einer mit der Rasierklinge meine Gesäß -

tasche bearbeitet, werde ich wach und vereitle den Verlust meines

Barvermögens.

Ich kenne Barcelona und bin auf der Hut! Ich setze mich nachts

nicht mehr vor den Bahnhof, sondern tags in den Wartesaal zur

Fähre nach Barcelona und vertiefe mich ins Tagebuch. Reisetasche

und Rucksack stehen wieder neben mir auf dem Boden. Ich bin

der einzige Gast im riesigen Wartesaal und merke nicht, dass Diebe

mich belauern. Die Kellnerin sieht einen Mann in dunklem Anzug

mit einem Laptop davoneilen – es ist der meine. Ich eile nach, sehe

weder Mann noch Laptop. Einfach aus der Reisetasche gezogen!

Das nenne ich dreist!

1 2

3

Hand sucht Koje – Schiff sucht Crew

barung für gemeinsames Segeln. Daraufhin entwickle ich den Plan,

auf der Grundlage von „Hand gegen Koje“ um die Welt zu reisen.

Einen Schiffseigner aus Wien habe ich im Internet gefunden. In

Italien beschnuppern wir uns. Drei Tage bohren, schleifen, sägen,

schrauben und pinseln wir gemeinsam an seinem Schiff. Bei Pizza,

Pasta und Antipasti – wir haben uns wenig zu sagen. Er hat den

Mut, es auszusprechen: Chemie passt nicht. Als Kapitän zur See

geht er mir verloren. Ich empfinde es nicht als Niederlage, denn

dazu schnuppert man ja.

Der Bernd aus Deutschland findet mich im Internet. Ich besuche

ihn. Wir können uns riechen und werden handelseins: Von Trinidad

nach Panama wollen wir zusammen segeln, vielleicht auch in den

Pazifik. Das ist doch schon mal was.

Es geht los – mit Paukenschlag. Mit Johannes sitze ich in München

zusammen. Das Ergebnis: Ich packe meine Sachen und gehe am

31. August 2008 in Mallorca auf die Yacht seines Freundes Heinz

aus Schwaben. Mit an Bord ist mein Freund Erwin aus Nieder -

österreich. Er braucht ein paar Meilen für den FB3 und außerdem

mögen wir uns.

Um durch die Straße von Gibraltar zu navigieren, ist es für den

Segler unerheblich, ob er Kenntnis hat von der Messinischen Salinitätskrise

oder nicht. Was man heute über sie weiß, ist noch keine

zehn Jahre alt. Und ich finde das sehr spannend:

Es war einmal vor sechs Millionen Jahren. Man nennt es das erdgeschichtliche

Zeitalter des Messiniums. Da hat es eine Hebung der

Landmassen gegeben. Afrika und Europa wurden in der Folge über

Land verbunden, Mittelmeer und Atlantik voneinander getrennt.

Das Mittelmeer ist mit den Jahren ausgetrocknet und zum Salzsee

geworden. Das ist die Messinische Salinitätskrise.

Dem heutzutage westfahrenden Fahrtensegler begegnet in der

Straße von Gibraltar ein stetiger, ostsetzender Strom von etwa

1 Knoten. Wenn Westwind weht, kommen je Bft etwa 0,1 Knoten

Windstrom dazu. Schließlich überlagert sich dem der Gezeitenstrom

mit weiteren plus/minus 3 Knoten, schwankend je nach mondstandabhängiger

Gezeitenstärke.

Wer mit Rahsegeln in den Atlantik hinaus unterwegs ist, hat es

schwer bei Gibraltar: Viel Strom von vorne, Wind meist auf die

Nase, aber auch unvermutet wechselnd in Stärke und Richtung.

34 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


Volkmar Baurecker

4

Foto: Shutterstock (1)

Heutzutage mit unseren Schratsegeln tun wir uns da leichter, wenngleich

nicht immer. Man sollte die aktuellen Gezeiten kennen und

beim Rechnen keine Vorzeichen vertauschen.

Genau das scheint mir unsere Schwachstelle gewesen zu sein. Wir

haben es nicht gewollt, doch es hat sich so ergeben: Es ist Nipptide.

Hart am Wind und gegen den Gezeitenstrom segeln wir ein in die

Straße von Gibraltar. Mitten in der Straße machen wir eine Wende.

Das GPS zeichnet die Spur über Grund auf. Es ist eine Schleife nach

hinten. Erst in Ufernähe gewinnen wir wieder Höhe. Hier haben

wir den nördlichen Neerstrom. Sein Zyklus weicht ab von dem des

Hauptstromes. In Ufernähe heißt es dann wieder wenden. Das Spiel

beginnt von Neuem. Nach der Wende draußen fahren, auf der

gleichen Spur wieder zurück. Das machen wir dreimal. Dann wird

der Strom schwächer.

Es kann ja eigentlich gar nichts schief gehen. Der Strom kentert

irgendwann ja doch. Man muss es nur erwarten können. In dieser

Haltung werde ich mich auf meinem „Hitchhiking by sailing“ noch

öfter finden.

Ich habe es natürlich gleich gewusst. Aber auf mich hört ja keiner.

Ich habe Recht behalten. Bloß freut das niemanden so richtig. Mein

Freund Erwin gesteht es mir heimlich ein. Der Kapitän gibt keinen

Kommentar ab. Das Bordklima ist angekratzt. Ich lerne daraus: Sei

nie gescheiter als der Kapitän! Lass es ihn – ohne Not – zumindest

nicht anmerken. Der Heinz segelt doch schon seit Jahrzehnten in

aller Welt herum! Warum in aller Welt sollte er nicht auch die Straße

von Gibraltar schaffen?

Vorabend des Ramadan in Casablanca. Zwei

Tage nach Gibraltar haben wir kaum noch Wasser im Tank, völlig

unerwartet. Ich halte es für nötig, mich ungemütlich zu zeigen. Eine

Nacht lang ist Stummfilm. Es gelingt mir, das Frühstück mit ein paar

freundlichen Worten einzuleiten. Das befreit uns alle. Jetzt geht es

uns besser als je zuvor.

Wir laufen Casablanca an. Hier gibt es frisches Wasser. Und ganz

viele Menschen in Festtagsgewand auf den Straßen: Es ist der Vorabend

zum Ramadan!

In wunderschöne Tücher gehüllt promenieren junge wie reife

Frauen an uns vorbei. Sie bewegen sich würdevoll, jedoch locker.

1 Taktische Gespräche vor dem Wetterfax

2 Blick in die Segel

3 Der Autor schreibt Tagebuch

4 Am Affenfelsen mit Blick nach Afrika

5 „The Rock“ – Gibraltar von See her

5


OCEAN7People

1

Sie zeigen sich. Man sieht es! Von den Männern sehe ich viele in

den Kaffeehäusern an der Straße. Mit Blick und Körper signalisieren

sie unbeteiligte Langeweile. Selbstverständlich sind sie voll dabei.

Was wirklich vorgeht in ihnen? Phantasien vom Paradies? Furcht

vor dem/der Unbekannten? Manchmal kommt es mir so vor, als

rätselten sie. Welche Rolle wartet auf sie als Mann? Soll bei uns auch

vorkommen. Die Regie jedenfalls haben heute die Frauen. Etwa ein

Fünftel von ihnen ist westlich gekleidet: nackte Arme, enge Hosen,

kein Kopftuch. Bei den Männern dürften es neun Zehntel sein, die

westlich gekleidet sind. Ein Zehntel wandelt heute in langen, meist

weißen Kleidern herum.

Ich muss an unser Salzkammergut denken. Dort ist es vielen Frauen

und Männern selbstverständlich, wochen- wie feiertags Dirndl und

Lederhosen zu tragen. Ist es in Marokko die religiöse Vorschrift des

Ramadan oder schlicht Tradition und Eigenart, sich so zu zeigen?

Wenn ich höre, dass im Ramadan nachts mehr gegessen wird als

an anderen Zeiten am Tag, dann kommt mir vor, dass auch hier

die Lebensfreude Vorrang bekommen hat vor religiöser Zwanghaftigkeit.

Allah ist groß!

2

3

Lanzarote erschüttert mich. Asche. Berge, Täler.

Grauer Kies, soweit das Auge reicht. Es liegt eine herbe Schönheit

in dieser Landschaft, als ob da etwas schliefe. Diese Insel ist ein

Wesen, das nicht drauf aus ist, uns zu gefallen oder nicht zu gefallen.

Die Natur ist so wie sie ist. „Die Ros ist ohn’ Warum, sie blühet,

weil sie blühet“. Der Wind ist der Wind, auch wenn er von vorne

bläst. Das Meer ist das Meer und Lanzarote ist Lanzarote. „Wir sind

um die ganze Insel gefahren. Die kannst du vergessen.” Das tut

weh. Das wird dem Wesen einer Insel nicht gerecht. Wohin führt

das, wenn wir die Welt in Kategorien unseres Gefallens oder Missfallens

be- und verurteilen?

Freilich, wer möchte hier – ich meine in den grauen Bergen – wirklich

leben? Ich schau’ jetzt nicht auf die üppig blühenden Gärten,

die öffentlichen, wirklich gut gepflegten Grünanlagen. Das alles

gibt es tourismushalber. Das ist nicht die Natur der Insel. Das drängen

wir der Insel auf. Auf wie lange? Was ist das für eine Kultur – zu

Hause betonieren und asphaltieren wir immer mehr zu, die Städte

machen wir immer unwohnlicher, unmenschlicher. Wer kann flüch-

4

36 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


Volkmar Baurecker

Es liegt eine herbe Schönheit

in dieser Landschaft

tet für ein paar Tage, Wochen oder Monate, zum Beispiel hierher?

Daraus entstehen große Ferienhotel-Anlagen, Flughäfen mit Dreiminutentakt,

eine aufgesetzte Wohnkultur, die Flucht aus der einen

Skurrilität in eine andere. Ich sehe Lanzarote leiden unter einer

neuen Eroberungswelle.

Einen Tag nur sind wir auf der Insel. Einklarieren, frühstücken,

Vorräte ergänzen, ein Eis noch, die Stadt Arrecife anschauen, unsere

Lieblingsspeisen auftischen lassen, zurück im Taxi und Schiff klar

zum Auslaufen. Mit Einbruch der Dämmerung segeln wir an der

SE-Küste von Lanzarote entlang. Ja, wir segeln! Es hat Wind aus N,

dazu wieder schöne Welle aus ebendieser Richtung.

Las Palmas de Gran Canaria. Am nächsten Tag

machen wir in der Marina von Las Palmas fest. Ich tauche zur

Schraube. Da haben wir doch tatsächlich ein paar Leinen von den

Fischern vor Marokko dran! Dann Sachen packen, klar Schiff für

die nächste Crew und Abschiedsabendessen.

Um 8.00 Uhr Früh stehen wir vor dem Tor der Marina. Eigentlich

wollten wir noch gemeinsam frühstücken, der Erwin und ich. Und

so ein wenig nachbesprechen, was war denn da, meine Wahrnehmung,

deine Wahrnehmung und überhaupt …

Da kommt auch schon das Taxi mit der neuen Crew vom Flugplatz.

Erwin ist in Gedanken schon daheim bei seinen/seiner Lieben. Es

hält es ihn nichts mehr. Die Gelegenheit ist günstig. Schon steigt

er ins Flughafen-Taxi und weg ist er. Wenn bei uns Männern die

Hormone schieben …

Da stehe ich nun mutterseelenalleine, segelfreundverlassen und

morgenhungrig auf der Pier in der Marina von Las Palmas de Gran

Canaria. Was will diese Stadt von mir?

Hans im Glück. So

alleine bin ich schon

lange nicht mehr gewesen.

Die fremde

Stadt auf der fremden

Alle Informationen

über Vorträge des

Autors, Mitsegelmöglichkeiten

bei ihm

und vieles mehr:

www.segelnumdiewelt.at

Insel. Weit und breit keine Bäckerei. Wo bleibt meine innere Ordnung?

Ich beginne in der Außenwelt: Meine Knie schmerzen. Ich

habe einen Rucksack und zwei Gepäckstaschen. Aus Zweien mache

ich eine. Immerhin: Ich bin erleichtert vom Laptop. Hat ja auch

was Gutes. „Hans im Glück” ist das dazupassende Märchen.

An Land: Hand gegen Koje plus Futter. Auf

den Kanarischen Inseln will ich WWOOFen. WWOOF steht etwa

für „Weltweite Organisation für Ferienjobs auf Bio-Höfen”. Man

arbeitet einige Stunden täglich, dafür gibt’s Schlafen und Essen. Man

lernt dabei gut Land und Leute kennen. Meine Kinder haben das

vor Jahren gemacht. Jetzt bin ich dran.

Ein Bewerbungsschreiben in Englisch habe ich auf meinem Laptop

gespeichert. Doch den hat der Bandit geklaut. Abends sitze ich in

Gran Canaria in einem chinesischen Internetcafé vor einer spanischen

Tastatur, die weder Umlaute noch „ß“ kennt. Und dort, wo

ich das „z“ suche, steht hartnäckig ein „y“ und umgekehrt! Auf

geheimnisvolle Weise ist ein englisches Rechtschreib-Korrekturprogramm

aktiv geworden, während ich meine Bewerbung eintippe.

Sonst säße ich wohl heute noch dort.

Sechs Bio-Betriebe gibt es auf Gran

Canaria. Nach einer Stunde habe ich

alle bemailt. Es ist inzwischen 22.00

Uhr geworden. Ich begebe mich erschöpft

in ein Café ohne Internet, jedoch

mit Kaffee (den gibt’s im Internet-Café

nämlich gar nicht).

Noch am gleichen Abend bekomme

ich Antwort. Eine Frau namens Nuria

schreibt was auf Spanisch. Eine Absage

ist es nicht, als Zusage kann ich

es auch nicht erkennen. Am nächsten

Morgen rufe ich einfach an. Sie staunt:

„You stay in Las Palmas?“ Einen halben

Tag später kommt sie nochmal

ins Staunen, als nicht ein junger Student,

sondern ich, der reife Mann von

gefühlten 60, vor ihr steht.

1 Dünen von Maspalomas

2 Schlafkabine im Biogarten

3 Im Hochland von Gran Canaria

4 Chefin im Biogarten

5 Erschöpft von harter Arbeit

DECLARE YOUR

INDEPENDENCE

Die Frauscher Bootswerft setzt

bei Ihren edlen Elektroyachten

in vielen Bereichen auf Mastervolt

Li-Ion Batterien, da es im Moment

keinen besseren und innovativeren

Partner in Bezug auf Sicherheit und

Leistungsfähigkeit gibt.

Stefan Frauscher, Managing Director, Head of Sales,

Frauscher Bootswerft GmbH & Co KG

Die am weitesten fortgeschrittenen,

leistungsfähigsten und zuverlässigsten

elektrische Systeme der Welt.

5


ServiceNews

Sonnenkraft

Für die Segelsaison 2013 stellt SunWare zwei neue Solar-

Laderegler vor. FOX-260 und FOX-360. Die Ladetechnik reizt

alle Möglichkeiten der aktuellen Batterietypen aus – schnellere

schonende Ladung. Merkmale: großes beleuchtetes Display,

auch in schummriger Umgebung sehr gut lesbar. Robuste

Ausführung für dauerhaft störungsfreien Betrieb. Kombinierbar

mit Solarmodulen aller Hersteller. FOX-360 ist auch für

2-Batterie-Systeme geeignet. Einstellbar für AGM-, Gel- und

Blei-Säure-Batterien. Beim Start ermittelt der Regler, ob

12V- oder 24V-System. Das FOX-260 kostet 179 Euro, das

FOX-360 gibt es für 199 Euro.

Infos und Videos unter www.sunware.de

Logbuch

elektronisch

TripCon ist eine neue, moderne Logbuchsoftware,

die von den Entwicklern optimal auf die Bedürfnisse

von Fahrtenseglern abgestimmt wurde.

Sie lässt sowohl die automatische Erfassung der

wichtigsten Parameter der Schiffsreise zu, als

auch manuelle Eingaben eines Reisetagebuches

inklusive einfacher Übertragung auf die Homepage,

als Diashow oder mit Google Earth. Selbst

eine Mann-über-Bord-Überwachung ist ohne

Zusatzhardware mit Bluetooth-fähigen Mobiltelefonen

möglich.

www.bernwieser.at

Sturmfahrt

Speziell für sportliche Jollensegler wurde

die Camaro‘s Boardshort entwickelt – mit

einer wärmenden Titanium Tight darunter.

Schnitt und Taschen sind optimal auf diese

Sportart ausgerichtet. Das SCS Open

Cell Titanium hält perfekt warm und sorgt

für ein angenehmes, trockenes Gefühl

auf der Haut. Ein Mal ausschütteln und

alles ist wieder trocken! Kein Gefühl mehr

von nasser Kleidung auf der Haut. Gibt es

auch für Kinder. Preis: 129,95 Euro.

www.celox-sailing.eu

38 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


Fisch in Gefahr

Von Greenpeace gibt es einen neu aufgelegten

Fisch-Ratgeber, der erklärt, welchen Fisch man

mit gutem Gewissen noch essen kann. So soll auf

gefährdete Arten wie Alaska-Seelachs, Zander

oder Makrele besser verzichtet werden. Die

Orientierungshilfe gibt es auch als Mobilversion für

Smartphones.

www.greenpeace.org

Gegen Kratzer

Die neue Ahoy-Bootspflegeserie besteht aus insgesamt fünf Produkten,

der Hochglanz-Politur, der Schleif-Politur, dem Langzeitschutz-Wachs,

dem Decks- und GFK-Reiniger sowie dem Wasserpass-Reiniger. Preis

pro 480 Milliliter jeweils 9,95 Euro.

www.yachticon.de

Für Hochsee

Das neue High-Tech Produkt von Marinepool heißt Mandurah Ocean-Modell

und wurde speziell für den harten Einsatz im Salzwasser entwickelt Die Jacke

ist aus Stretch-3-Lagen-Material gefertigt, hat eine verstell- und verstaubare

Kapuze, Reflektoren. wasserdichte Reißverschlüsse und einen mit Microfleece

gefütterten Kragen. Die atmungsaktive Mandurah Ocean-Hose ist die ideale

Ergänzung zur Jacke. Beide Kleidungsstücke sind in gelb oder anthrazit

erhältlich. Die Jacke gibt es um 499,90 Euro, die Hose um 359,90 Euro.

www.marinepool.com

®


OCEAN7Service

Men at work

Frischer

Tulln ist eine ganz besondere Bootsmesse – das war auch 2013

wieder so. Während von Friedrichshafen über Hamburg und

Amsterdam bis Düsseldorf eher Flaute herrscht, funktioniert das

Messekonzept in Tulln einfach perfekt: Rekordzahl zufriedener

Aussteller, tolle Schiffe und staunende Besucher. Hier einige

Höhepunkte von der Austrian Boatshow.

Haber.

Polnische Handarbeit

in Perfektion

bieten die tollen

Fahrtenyachten

von Haber –

präsentiert von

Barbara und

Olgierd Kajak.

Palmetshofer. Er gilt als der

absolute Profi unter den Yachtausrüstern

und arbeitet weltweit vor Ort:

Thommy Palmetshofer.

Grand Soleil. Peter Pöschl ist

der neue Österreich-Vertragshändler

für die italienischen Edel-Schiffe.

Kräutler. Die Firma aus Lustenau führte ihre

neueste Entwicklung vor: Einen Elektro-Saildrive

mit enormer Kraft, um 360 Grad drehbar.

Raymarine. Willkommen zurück! Nach

zwei Jahren schwerer Krankheit war Hubert

Ober in Tulln wieder im Einsatz.

40 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


Fotos: Gernot Weiler!

Wind

in Tulln

Aufgefallen in Tulln

Hinnerk Weiler. Zwei Vorträge täglich über seine Segelreise

von Europa zum Mississippi und über die Taktik mit kleinen Booten

im Sturm hielt Hinnerk Weiler am Stand von OCEAN7.

Czajka & Frank.

Die beiden österreichischen

Ausnahmesegler

besuchten das Team von

OCEAN7 und blätterten

interessiert im Magazin.

Wolfgang Schmalzl. Der

innovative Bootsbauer aus Velden am

Wörthersee freut sich, endlich mit dem

Wiederaufbau seiner Anlage beginnen

zu können.

Olivum. Feinstes Olivenöl,

gepresst in ihrer 300 Jahre

alten Mühle in Kobas am

kroatischen Peljesac, und

Energieöle bot Sandra

Stibor-Milovcic am Stand von

OCEAN7 an.

Mirno More. Schwimmstar und Friedensbotschafterin Mirna Jukic

unterstützte das Team der Friedensflotte.

Ecker Yachting. Weltumsegler Peter

Schöler präsentierte UK-Sails und Michael

Simharl den Charterbereich.

Phoenix Türkei-Charterinfos und

Partystimmung mit Berni, seine charmanten

Damen Steffi und Judith – und Efes Bier.

Seidl. Die Weltmarke North-Sails

präsentierte Familie Seidl – gemeinsam mit

Weltmeister Hans Spitzauer und seiner Lago 26.

Mai/Juni 2013 | OCEAN7 03-2013 41


OCEAN7Service

Hochseeverband. Seemannschaft und die

Frage der korrekten Versteuerung der Yachten im

neuen EU-Land Kroatien waren Hauptthemen.

Yacht Club Austria. Eine stark vertretene Crew Kärnten

warb vor allem für ihre Ausbildungsveranstaltungen und die Alpe

Adria Sailing Week im Mai in Izola.

Freytag & Berndt. Der Spezialist

für maritime Literatur präsentierte den Autor

Otto Waczek und sein Standardwerk, das

„Handbuch für Segler und Motorbootfahrer“.

Maletschek. Laser-Ass Andreas

Geritzer beriet auf dem Stand des

Zentrums für Bootssport am Neusiedler

See über alle Fragen zum Segeln.

Pantaenius. Die Versicherungsprofis für Wassersportler

erklärten die einzelnen Versicherungen. Legendär wie jedes

Jahr die Pantaenius-Suppenparty.

42 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


Aufgefallen in Tulln

Die in der

großen Halle

Marinekart. Das leichteste Designer-Funboat

der Welt erreicht 27 Knoten und darf ohne Führerschein

gefahren werden.

Yachten Meltl. Der Bavariahändler zeigte die

Neuen der Werft aus Giebelstadt, darunter den

Regatta-Hit B/One.

Masteryachting. Die

österreichische Charteragentur ist

auch Vetragshändler für Beneteau,

Lagoon und Allures.

Frauscher. Österreich-Premiere der eleganten

und außergewöhnlichen 1017 GT der Edel-Motorbootwerft

aus Gmunden.

PAF. Weltumsegler

auf Besuch.

Peter, OCEAN-

Woman Alexandra

und Finn informierten

sich über

Neuheiten und

besuchten den

Stand von

OCEAN7.

Sunbeam. „Ist das ein geiles Boot“, waren die

begeisterten Kommentare zur neuen Sunbeam 28.1

– einer Weltpremiere in Tulln.

Offshore. 51 Fuß lang, hoch

wie ein Haus, innen wie eine

Villa. Die Adagio 51.5 war das

größte Schiff der Messe.

Aichfeld. Der neue Salona-Händler brachte die

41 als Österreich-Premiere nach Tulln und bot die

schnittige Kroatin um 184.756 Euro an.


OCEAN7Service

Besuch in der Lagune

Yachtpool. Dr. Schöchl, Erfinder des Sicherungs -

scheins, informierte in seinen Vorträgen über die

Situation mit der Mehrwertsteuer für Schiffe in Kroatien.

Jugendarbeit. Josef Oppelmayer vom Polizeisportverein Wien

engagiert sich seit Jahren für Kids. Hier bei einem OCEAN7-Besuch.

Dauergast.

Hinnerk Weiler

referierte täglich

zweimal über seine

Segelabenteuer.

Trend Travel & Yachting. Die

Familie Grassl präsentierte ihre Charterstützpunkte

und Yachten von Dufour, Fountaine

Pajot und die Langfahrtyachten Sonate Ovni.

Sleipnir2. Mit einem Wharram-

Katamaran umsegelten sie die Welt,

in Tulln kamen Evi und Wolfgang

zu Besuch bei OCEAN7.

Otto Waczeck. Er gilt als

Österreichs „Mr. Seemannschaft“

und ist Autor der wichtigsten

Standardwerke zu diesem Thema

für Segler und Motorbootfahrer.

Volkmar

Baurecker. Der

Abenteurer, der per

Anhalter die Welt umsegelte,

im Gespräch mit

OCEAN7-Chefredakteur

Thomas Dobernigg.

Celox. Die Experten für

Sicherheit auf See

demonstrierten unter

anderem auch den Einsatz von

Seenot-Signalmitteln.

44 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


Aufgefallen in Tulln

CBS One Sails.

Österreichs Regatta-Star

Christian „Bimbo“ Binder

berichtete über Wing Sail, die

Neuentwicklung von OneSails:

„Schnell wie ein Flügel, leichter

als ein Segel und bereit, in

Serie zu gehen.

Norbert

Sedlacek. Der

Extremsegler plant

Neues und

präsentierte es auf

der Messe: Mit

einem nur 16 Fuß

kleinen Boot aus

Vulkanstein-Fasern

will er solo über

den Atlantik und

wieder zurück.

SeaHelp. Wolfgang Dauser, der Mann hinter

dem Seenot-Rettungsdienst in der Adria,

organisiert auch die korrekte Mehrwert-

Versteuerung der Eigneryachten in Kroatien.

Zwei Viecher

Südost Yachting. Der Hanse-Importeur für Österreich

stellte in Tulln die Hanse 415 und die 445 vor.

Der Floh. Kreativ und hochklassig sind die Speisen und

Weine in diesem Restaurant in Langenlebarn.

AYC. Willkommen

zurück, Andrè Leers! Er berät

jetzt AYC, Charter -

unternehmen in Kroatien

und neuer Jeanneau-

Vertreter für Österreich.

Der Wolf. Wenige Meter weiter werden Besucher in

elegantem Ambiente mit erlesenen Speisen bewirtet.

Mai/Juni 2013 | OCEAN7 03-2013 45


OCEAN7Service

1 Unter Naturschutz. Die Insel Coron besticht durch ihre

spektakuläre Küstenlinie, besitzt schroffe Felsformationen, hat

urzeitlichen Charakter und ist als Naturschutzgebiet ausgezeichnet.

2 Sea Runner 44. Dieser Katamaran brachte uns zu interessanten

Tauch- und Schnorchelplätzen. Durch seinen geringen Tiefgang und

den absenkbaren Propeller ist er auch im flachen Wasser bestens

zu manövrieren.

3 Ausguck. Am Bug des Tauchbootes hält der dive guide Ausschau.

Das ist wichtig, um nicht in eine der zahlreichen Perlenzucht-

Anlagen zu geraten.

4 Okikawa Maru. Dieses Schiff der japanischen Kriegsflotte wurde

am 9.10.1944 von der amerikanischen Luftwaffe versenkt.

Das 160 m lange Wrack hat sich in der Zwischenzeit zu einem

künstlichen Riff entwickelt.

2

46 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


Philippinen

Philippinen

Die Calamian Inselgruppe

Text und Photos: Dr. Reinhard und Lilly Kikinger

Zwischen Südchinesischem Meer und

Sulusee liegen die 128 Inseln der Calamian

Gruppe. Sie befinden sich im Nordosten der

bekannten Insel Palawan. Die Calamian Inseln

bestehen aus Kalkstein, der durch Erosion

bizarre Formen angenommen hat. Unser

Ziel war die Hauptinsel Busuanga, um von

dort aus die umliegenden Korallenriffe zu

erkunden.

Mit dem Katamaran durch die Inselwelt.

Von Manila erreicht man nach fünfzig minütigem Flug Coron

Town, die Hauptstadt Busuangas. Dort trafen wir im „Sea

Dive Resort“ einen Freund und Kollegen, der uns als Eigner

und Skipper mit seinem Katamaran durch die Inselwelt

segelte. Wir hatten auf diese Weise die Gelegenheit, an

entlegene Riffe zu kommen, die von den Ausflugsbooten

nicht angefahren werden. Eine weitere Woche verbrachten

wir in einem Resort an der Westküste Busuangas. Die angeschlossene

Tauchschule ermöglichte Tauchgänge in den

umliegenden Riffen und das Betauchen der zahlreichen

Wracks der Umgebung.

3 4

Mai/Juni 2013 | OCEAN7 03-2013 47


OCEAN7Service

1

Die Korallenriffe – zwischen Überfluss und

Todeszonen. Das Meer um die Philippinen zählt zu den artenreichsten

Regionen der Welt. Eine Küstenlänge von mehr als

36.000 Kilometern bietet Lebensraum für ein reiches Spektrum

tropischer Organismen. Korallen, Rifffische, Weichtiere, Krebse,

Ascidien und viele andere Arten kommen in gewaltiger Vielfalt vor.

Allerdings nur dort, wo die Riffe geschützt sind und zusätzlich

bewacht werden. Der Bevölkerungsdruck von mehr als 92 Millionen

Einwohnern führt zur Ausbeutung natürlicher Ressourcen und

4

2

3

48 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


hinterlässt auch in den Riffen deutliche Spuren. An erster Stelle ist die Verwüstung durch

Dynamitfischen bzw. mit selbst gemischtem Sprengstoff zu nennen. Das zerstört nicht

nur das Korallenriff, sondern mit der Fischbrut auch den potentiellen Fang der Zukunft.

Dazu kommt die ebenfalls verbotene Cyanid-Fischerei, die gegenüber dem geräuschvollen

Dynamitfischen den „Vorteil“ der Geräuschlosigkeit hat und damit schwerer

auszumachen ist. Taucher spritzen Natriumcyanid zwischen die Korallen. Die lebensnotwendige

Zellatmung der Fische wird dadurch unterbrochen und die bewegungslosen

Fische können eingesammelt werden. Sie landen je nach Art und Zustand in Restaurants,

auf dem Fischmarkt oder im Zierfischhandel für die Aquaristik. Korallenpolypen reagieren

auf Cyanid empfindlicher als Fische, die Auswirkungen auf das Riff sind verheerend.

Wie viele Menschen

kann das Meer

noch ernähren?

5

1 Drachenkopf. Auch er ist ein Lauerjäger und wartet geduldig auf Beute. Seinen Umriss löst er optisch

durch viele Hautanhänge auf (Scorpaenopsis oxycephalus).

2 Neugierig. Einer der Bewohner des Wracks ist dieser Plattkopf (Cymbacephalus beauforti). Gut getarnt

lauert er auf kleine Fische und Krebse, die auf seinem Speisezettel stehen.

3 Nahrungsspezialist. Der Kupferstreifen Pinzettfisch (Chelmon rostratus) kommt mit seinem

röhrenförmigen Maul in Spalten und Ritzen, die für andere Fischen unzugänglich sind. Das

Verbreitungsgebiet dieses prächtigen Fisches liegt zwischen der Andamansee und Neuguinea.

4 Achtung, Lebensgefahr! Würfelquallen haben extrem starkes Nesselgift. Sie werden auch Seewespen

oder box jellyfish genannt. Im Bild ist Chiropsalmus sp. in ein Meter tiefem Wasser zu sehen. Seine

Nesselung kann für Menschen lebensbedrohlich sein.

5 Familienausflug. Die traditionellen Auslegerboote werden Bancas genannt und sind entlang der Küsten

in großer Zahl unterwegs.

6 Grazile Schönheit. Nacktschnecken besitzen keine Schale und zählen wegen ihrer Schönheit zu den

Favoriten der Unterwasser-Fotografen. Das kronenförmige Gebilde ist das Kiemenbüschel, die beiden

Fühler am Kopf sind mit zahlreichen Sinnesorganen bestückt.

6

Reguliert das

Feuchtig keits -

gleichgewicht der

Haut und wirkt

hautglättend.

Schützt die

Haut vor freien

Radikalen und

Photooxidation

(UV-Strahlung).

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OCEAN7Service

1

Vom Korallenriff zu Algenwäldern. Manche Riffe

der bereisten Region sind so schwer geschädigt, dass sie nicht mehr

regenerieren. Sie werden von raschwüchsigen Algen überwachsen

und sind damit verloren. Mit den Korallen verschwindet auch die

Vielzahl von Riffbewohnern, für die das Riff der Lebensraum war.

Auch Algenwälder haben in der Natur ihre Berechtigung. Sie können

aber die vielfältigen Funktionen eines Korallenriffs nicht erfüllen.

Der Verlust eines funktionierenden Riffs ist ökologisch und

ökonomisch schwerwiegend.

3

4

5

2

50 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


Philippinen

6 7

Erwärmung, Überfischung, Sprengstoff

und Gift sind ein tödlicher Cocktail

Synergieeffekte. Komplexe Ökosysteme wie Korallenriffe

haben eine Stabilität, die durch einzelne Einwirkungen meistens

nicht dauerhaft zerstört werden kann. Kommen jedoch mehrere

negative Faktoren zusammen, kann das zum Totalverlust führen.

In der gegebenen Situation ist die Erwärmung der Meere, die Überfischung,

der Einsatz von Sprengstoff und Gift, zusammen mit

weiteren anthropogenen Störungen ein tödlicher Cocktail für Korallenriffe.

Nach den gebleichten Riffen der Andamanen (OCEAN7

01 und 02/2013) und den übernutzen Riffen der Calamian Inseln

steht in der nächsten Ausgabe ein Besuch der Riffe in Papua Neuguinea

bevor.

1 Prächtiges Gewürm. So schön können Würmer sein. Der Kalkröhrenwurm

Spirobranchus giganteus hat eine doppelte, rückziehbare Fiederkrone. Die Tiere

sind individuell unterschiedlich gefärbt und siedeln bevorzugt auf massiven

Korallenstöcken.

2 Farbenpracht. Die Muscheln der Gattung Tridacna zählen zu den buntesten

Riffbewohnern. Sie ernähren sich von Plankton und ähnlich wie viele Korallen leben

sie in Symbiose mit einzelligen Algen.

3 Verwüstung. Wo mit Sprengstoff gefischt wird bleibt von der komplexen und

bunten Vielfalt des Korallenriffs nur Schutt übrig.

4 Es war einmal … nämlich ein Korallenriff. Es wurde so geschädigt, dass es

nun komplett von Braunalgen überwachsen ist. Dadurch sind die Korallen vom

lebenswichtigen Licht abgeschnitten und damit dem Untergang geweiht.

5 Waffenstarrende Armada. In geschlossener Front zieht der Diademseeigel dahin

(Diadema savignyi). Überfischung hat viele seiner Fressfeinde entfernt. Das fördert

lokales Massenauftreten dieser Seeigel, mit negativen Konsequenzen für das

Korallenriff.

6 Puerto del Sol. Dieses kleine aber feine Resort liegt an einem Berghang oberhalb

einer geschützten Ankerbucht. Vor dem Buchteingang laden mehrere gut

bewachsene Wracks zu Tauchgängen ein.

7 Abenteuerlich. Die Fahrt durch das Innere der Insel Busuanga ist für

Überraschungen gut. Hochwasser führende Flüsse und überladene LKWs

fordern ihren Tribut von so mancher Brücke.

eigene Basen in Kroatien und Italien

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Mai/Juni 2013 | OCEAN7 03-2013 51


OCEAN7Service

Checklisten

5Die fünf häufigsten

Gründe, warum Boote

im Frühjahr sinken

• Fehlende oder beschädigte Schlauchschellen: Diese

Schellen werden oft im Herbst entfernt, um den Motor

winterfest zu machen; im Frühling nach Inbetriebnahme

der Yacht, werden sie vergessen. In den engen Zwischenräumen

im Motorraum sind ungesicherte oder verschlissene

Schellen schwer zu erkennen.

• Ungesicherte Schläuche: Im Winter kann gefrierendes

Wasser Schläuche aus den Seeventilen herausheben.

• Frühjahrsniederschläge: Undichte Anschlüsse oder Deckluken,

geborstene oder schlecht abgedichtete Anschlussstücke

oder Püttinge in Kombination mit z. B. durch Laub

verstopfte Speigatten, können Ihr Boot schnell zum Sinken

bringen.

• Defekte Seewasserfilter: Filterbehälter aus Glas, Plastik

und sogar Bronze können den Winter über bersten oder

sich verbiegen, wenn sie nicht richtig winterfest gemacht

wurden. So kann Wasser hineintropfen, wenn das

Seeventil geöffnet ist.

• Undichte Stopfbuchse: Durch ständiges Tropfen einer

schlecht angepassten Stopfbuchse (falls vorhanden; die

„Packung“ der Antriebswelle), kann bekanntermaßen ein

Boot überschwemmt werden.

für die neue Saison

Jeden Frühling, kurz nach dem

Zuwasserlassen, sinken viele am Kai

vertäute Boote. OCEAN7 hat mit Experten

des Yachtversicherers Pantaenius die

häufigsten Sinkursachen ermittelt und gibt Tipps

zur Schadenprävention, damit Bootseigner

unbeschwert und sicher in die Saison starten

können.

Tipps zur Prävention:

Vor dem Stapellauf

• Inspizieren Sie die Schlauchschellen und ersetzen Sie diese bei

Bedarf. Sinnvoll sind doppelte Klemmschlauchverbindungen mit

seefesten, rostfreien Schlauchschellen. Schließen Sie Seeventile

bei Abwesenheit.

• Überprüfen Sie Kühlschläuche auf Starrheit, Zerfall, undichte

Stellen oder Risse. Stellen Sie sicher, dass sie gut sitzen.

• Tauschen Sie verbrauchte Opferanoden aus.

• Überprüfen Sie den/die Schiffspropeller auf Beulen, Rostfraß und

Verformung.

• Stellen Sie sicher, dass die Splinte fest sitzen. Greifen Sie an den

Propeller und versuchen Sie, die Achse zu bewegen – wenn sie

zu locker ist, muss das Lager der Propellerachse (bei Innenbord-

Antriebssystemen) eventuell ausgewechselt werden.

52 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


Checklisten für die neue Saison

• Stellen Sie sicher, dass der Ruderschaft nicht verbogen ist.

• Überprüfen Sie die Bootshaut auf Blasen, Verzerrungen und

Spannungsrisse.

• Stellen Sie sicher, dass der Seewasserfilter des Antriebs nicht

geborsten oder verbogen ist, und dass er rostfrei, sauber und

korrekt gesichert ist.

• Prüfen Sie bei Innenbordmotoren, ob die Motorwelle und die

Stopfbuchsen der Steuerruder locker sitzen. Eine Stopfbuchse

sollte nur undicht sein, wenn die Gelenkwelle sich dreht und

muss regelmäßig inspiziert werden.

• Prüfen und schmieren Sie die Seeventile.

• Verwenden Sie einen Gartenschlauch, um die Anschlüsse und

Luken auf undichte Stellen an Deck zu prüfen. Erneuern Sie die

Fugen oder Abdichtungen bei Bedarf.

• Stellen Sie sicher, dass die Heck-Ablassschraube installiert ist,

falls vorhanden.

Booten mit Kraftstofftanks aus Glasfaser sollten einen professionellen

Spezialisten bei allen Fragen zu Ethanol zu Rate ziehen.

• Alle paar Jahre muss der Abgaskrümmer entfernt und auf Rost

überprüft werden.

• Gummimanschetten und Faltenbälge an Z-Antrieben und Saildrives

prüfen und nach Angaben der Hersteller oder sichtbaren

Verschleiß auch eher wechseln.

• Reinigen und spannen Sie elektrische Verbindungen, besonders

beide Enden der Batteriekabel. Reinigen Sie Batterieklemmen

mit einer Drahtbürste und füllen Sie die Zellen mit destilliertem

Wasser auf (falls zutreffend).

• Überprüfen Sie den Schlauch des Bilgenlüfters auf Löcher.

Bootsanhänger

• Inspizieren Sie Reifenprofile und Seitenwände auf Risse oder

fehlendes Profil und ersetzen Sie diese, wenn nötig. Prüfen Sie

den Luftdruck - auch beim Ersatzreifen.

• Inspizieren Sie die Radlager und erneuern Sie diese, wenn nötig.

• Testen Sie die Rücklichter und Reservelichter und winden Sie

diese hoch, um sicherzustellen, dass sie korrekt funktionieren.

Inspizieren Sie die Ketten des Anhängers.

• Inspizieren Sie den Rahmen des Anhängers auf Rost. Schleifen

und streichen Sie ihn, um weiterem Verschleiß entgegen zu

wirken.

• Überprüfen Sie die Bremsen und den Bremsflüssigkeitsbehälter.

Außenbordmotoren

• Inspizieren Sie die Gummis des Außenbordmotors auf rissige,

getrocknete und/oder verschlissene Stellen (schauen Sie besonders

in die Falten) und ersetzen Sie diese bei Verdacht.

• Überprüfen Sie die Servolenkung und den Ölstand des Power -

trimms.

• Ersetzen Sie Anoden, die über die Hälfte abgenutzt sind.

• Inspizieren Sie die Umhüllung der Steuerungskabel. Risse und

Quellungen deuten auf Korrosion hin und bedeuten, dass das

Kabel ersetzt werden muss.

Motoren und Kraftstoffanlagen

• Inspizieren Sie Kraftstoffleitungen, auch Füll- und Ablassschläuche

auf Nachgiebigkeit, Brüchigkeit oder Risse. Überprüfen Sie

alle Anschlüsse auf undichte Stellen und stellen Sie sicher, dass

alle Leitungen durch feuerfeste Clips oder Gurte mit abgerundeten

Kanten gut abgestützt sind.

• Inspizieren Sie Kraftstofftanks, -pumpen und Filter auf Undichtigkeit.

Die Schellen sollten gut sitzen und rostfrei sein. Reinigen

oder ersetzen Sie Kraftstofffilter. Besitzer von benzinbetriebenen

Verschiedenes

• Prüfen Sie das Verfallsdatum der Leuchtsignale und Feuerlöscher.

• Prüfen Sie den Herd und äußeren Tank auf lose Aufbauten und

undichte Schläuche.

• Inspizieren Sie die Bilgenpumpe und fluten Sie den Schalter, um

die korrekte Funktion zu überprüfen.

• Prüfen Sie, ob die Dock- und Ankerleitungen durchgescheuerte

Stellen aufweisen.

• Prüfen Sie die Kabelverbindungen für die Fremdeinspeisung auf

verbrannte Stellen, die bedeuten, dass das Kabel und/oder der

Stecker für die Fremdeinspeisung ausgewechselt werden müssen.

• Stellen Sie sicher, dass Ihre Bootslizenz und/oder Registrierung

aktuell sind. Vergessen Sie Ihre Anhänger-Kennzeichen nicht.

• Sehen Sie Ihre Bootsversicherungspolice an und aktualisieren Sie

die Deckung falls nötig.

• Stellen Sie sicher, dass Sie tragbare Schwimmwesten in der richtigen

Größe und in gutem Zustand haben, und zwar für jeden

Passagier, auch für Kinder. Prüfen Sie die Zylinder für aufblasbare

Schwimmwesten.

• Testen Sie den Rauchmelder, und den Kohlenstoffmonoxid-,

Dampf- und Bilgenalarm.

Stellen Sie sicher, dass Sie tragbare Schwimmwesten in der richtigen

Größe und in gutem Zustand haben, und zwar für jeden an Bord,

auch für Kinder. Prüfen Sie die Zylinder für aufblasbare Schwimmwesten.

Beachten Sie auch die Wartungsintervalle von Schwimmwesten

und Rettungsinsel.

Mai/Juni 2013 | OCEAN7 03-2013 53


YachtNews

Polen-

Sieger

Gerade in dieser

Klasse der kleinen

Yachten hat Polen sehr

viele hervorragende

eigene Schiffe auf dem

internationalen Markt.

Dennoch machte eine

„Deutsche“ in der

Klasse Segelboote bis

7,5 Meter das Rennen

um die „Boat of the

Year 2013“ Trophäe in

Polen: Die Varianta 18.

www.varianta.info

Ganz einfach

Speziell für die Bevölkerung von Entwicklungsländern

wie Sri Lanka hat der Produktionsdesign-Student

Felix Großklaus ein Boot entwickelt, das einfach

und kostengünstig zu bauen ist und zu 100 Prozent

recycelt werden kann. Die Baustoffe sind Sand,

Zement, Wasser, Holz, Hanfseile und Kokosfasern.

Der Entwurf orientiert sich an der Bauweise

traditioneller Katamarane.

www.hs-coburg.de

Kraftpaket

Dynamisch und kraftvoll präsentiert

sich diese 55 Meter lange Yacht

Acapulco 55 Christian Grande –

benannt nach seinem Designer,

dem jungen italienischen

Yacht-Architekten, der 1992

erstmals ein Schiff für die

traditionsreiche Werft

Sessa Marine entwickelt

hat. Die Acapulco 55 verfügt

über einen Hydrojet-Antrieb und

soll mit zweimal 2.400 und

einmal 4.000 PS-Motoren

ausgestattet werden.

www.christiangrande.com/

works/acapulco-55

54 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


Vielkönner

Das erste neue Dienstboot der Donau-Schifffahrtsaufsicht

ist seit März im Einsatz. Konstruiert

wurde es von Daniel Huber von Spirit Design

in Wien: „Die Mischung aus Schnell-, Transportund

Arbeitsboot ist absolut neuartig“. Reinhard

Vorderwinkler von der Obersten Schifffahrtsbehörde:

„Neue Personenbergungseinrichtung,

Schleppmöglichkeiten, neues Feuerlöschsystem

und diverse Informationssysteme sorgen für

optimale Erfüllung aller Behördenaufgaben“.

www.spiritdesign.com

Geschenk

von Bavaria

Mit einer Limited Edition bietet Bavaria zwei seiner Erfolgs-Yachten zum

absoluten Sonderpreis an: Die Cruiser 36 gibt es in überkompletter

Ausstattung inkl. MwSt. bereits um 112.913,15 Euro – Preisvorteil

somit 24.990 Euro! Die Bavaria Cruiser 40 kostet in der Limited

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OCEAN7Yachten

Eine unerwartete

Katastrophe

Sie gelten als „Rolls Royce“ unter den

Segelyachten, Inbegriff für Sicherheit auf

Hoher See – die Schiffe mit dem markanten

marineblauen Streifen am Rumpf und der festen

Windschutzscheibe. Lesen Sie hier, was der

erfahrene Segler Wilfried Krusekopf erleben

musste. Der Bericht erschien zuerst auf Bobby

Schenks Homepage www.bobbyschenk.de

Text und Fotos: Wilfried Krusekopf

An einem Nachmittag liefen wir mit unserer jahrelang hochseerprobten

Cassiopeia (35 Fuß, Baujahr 1988) in Le Palais, dem Haupthafen

der Belle-Île vor der französischen Atlantikküste aus mit Ziel

Port-Joinville zu der gut 50 Meilen südöstlich gelegenen Île d‘Yeu.

Ein frischer Südwest bläst mit etwa 5 Bft, sodass wir zwar am Wind,

aber immerhin ohne zu kreuzen unser Ziel anliegen können. Zum

Sonnenuntergang legt der Wind etwas zu und ich binde vorsichtshalber

ein zweites Reff ins Groß. Seegang etwa ein bis eineinhalb

Meter. Es sind noch etwa 20 Meilen bis Port Joinville. Das Boot

stampft zwar recht grob in der bewegten See, nicht zuletzt, weil

der Tidenstrom gegen die vorherrschende Windrichtung steht, aber

es gibt keinen Grund, sich irgendwelche Sorgen zu machen. Frank,

der zweite Mann an Bord, ruht sich in der Achterkajüte etwas aus

und ich halte Kurs in Richtung des Leuchtfeuers von Yeu, das inzwischen

in der Dunkelheit auszumachen ist.

Plötzlich erblicke ich voller Entsetzen durch den geöffneten Niedergang

ein silbriges, wild spritzendes Glitzern auf der Leeseite im

Salon. Mit einem Knopfdruck übergebe ich das Ruder dem Autopiloten

und zwei Sekunden später sehe ich unter Deck das Desaster:

Das etwa 40 x 15 cm große Fenster im Rumpf unter der Scheu-

56 OCEAN7 03-2013 | Mai/Juni 2013


Seemannschaft

erleiste, durch das man etwa ab 20° Krängung normalerweise geschützt

in die grüne See schaut, ist nur noch ein großes Loch, durch

das sturzbachähnlich die See in den Salon schießt. Ich springe den

Niedergang hoch zurück zum Ruder, entkoppele den Autopiloten

und gehe, so schnell ich kann, über Stag auf den anderen Bug, um

das havarierte Fenster so hoch wie möglich über die Wasserlinie

zu bringen. Frank ist natürlich inzwischen auch aus der Koje, erkennt

sofort die Situation und drückt ein großes Salonkissen in das

gähnende Loch.

Die Gefahr des weiteren Wassereinbruchs ist vorerst sehr provisorisch

gebannt, doch führt dieser neue Kurs eher zu den Azoren als

nach Ile d’Yeu. Was tun? Vermutlich hatte die Werft unseres Schiffes

schon bei der Neuauslieferung gewisse Bedenken gehabt hinsichtlich

der Seefestigkeit der Fenster im Rumpf, denn diese Bauserie

wurde werftseitig von Anfang an in der Standardausrüstung mit

zwei hölzernen Brettern ausgeliefert, die – in den Maßen etwas

größer als die Rumpffenster – mittels einer ausgeklügelten Verschraubung

von innen durch ein „geöffnetes“ Fenster gesteckt

werden konnten, um dann mit zwei drehbaren Innenbrettchen

gesichert zu werden. Zum Glück konnte ich mich recht schnell an

den Stauraum erinnern, in den ich vor vielen Jahren die Schlagbret-

ter gelegt hatte und wo sie inzwischen fast in Vergessenheit geraten

waren. Binnen weniger Minuten war das Loch von den Ausmaßen

eines Schuhkartons ausreichend verschlossen und wir konnten es

wagen, wieder zu wenden und zurück auf den alten Kurs in Richtung

Hafen zu gehen. Angesichts des völlig durchnässten Salons

waren die kleinen Rinnsale, die zwischen Schlagbrett und Fensterrahmen

nach wie vor ins Boot flossen, vernachlässigbar. Die Bilgepumpe

hatte gut zu tun.

Drei Stunden später erreichten wir Port Joinville und konnten mitten

in der Nacht mit dem Aufklaren beginnen. Unter Deck war im

Salon natürlich alles klitschnass, meine drei Werkzeugkisten unter

der Salonkoje inklusive … Ich räumte dann im Hafen den kompletten

Salon leer, brachte alles Nasse auf den Ponton und spülte mit

Süßwasser ab, versprühte drei Dosen WD 40 über meine Werkzeuge

(davon habe immer genug mit an Bord) und spritzte ebenfalls

den gesamten Salon mit dem Süßwasserschlauch ab.

Zum Glück war das Wetter am nächsten Tag sonnig (Sommer) und

das meiste trocknete schnell genug (Polster auf dem Steg). Nicht

auszudenken, wenn mir dies während schlechten Wetters nachts

mitten in der Biskaya 150 Meilen vom nächsten Land bei Schwerwetter

mit eingesteckten Niedergangsschotten passiert wäre. Wenn

dann bei einer solchen Havarie niemand unter Deck ist, würde man

das Leck möglicherweise erst bemerken, nachdem bereits soviel

Wasser im Rumpf wäre, dass die Bootsbewegungen ungewöhnlich

träge würden. Und das wäre dann möglicherweise zu spät.

Am nächsten Tag im Hafen, nachdem der Schreck einigermaßen

verdaut war, wagte ich es, die anderen verbleibenden fünf Scheiben

einer Belastungsprobe durch Drücken von innen auszusetzen.

Tatsächlich war es ohne größere Anstrengung möglich, zwei weitere

Scheiben von innen nach außen zu drücken.

Mai/Juni 2013 | OCEAN7 03-2013 57


OCEAN7Revier

Die Werft putzt sich ab: Der

Skipper trage die Verantwortung

Ein paar technische Infos dazu: Die Fenster waren bei dieser Bauserie,

wie auch heutzutage wieder auf einigen modernen Yachten

zu sehen, in den Rumpf nur etwa einen guten halben Meter über

der Wasserlinie eingeklebt. Wären die Scheiben zwischen einem

Innen- und einem Außenrahmen stabil eingesetzt worden, so wäre

es vermutlich niemals zu dieser Havarie gekommen. Indes waren

bei den eingebauten Fenstern die Scheiben lediglich von außen auf

einen Flansch des Innenrahmens geklebt worden. Der Außenrahmen

verdiente seinen Namen nicht, denn er diente lediglich dekorativen

Zwecken und hielt in keiner Weise die Scheiben. Man kann

zwar dem Hersteller zugute halten, dass in den 1980er Jahren die

Qualität der Klebstoffe nicht dem heutigen Niveau entsprach, aber

dies wissend hätte man die äußere Aluminiumdekoration tatsächlich

als Rahmen bauen sollen. Und auch bei heutigen modernen

Yachten ist die Frage erlaubt, wie lange denn eine lediglich eingeklebte

Scheibe der UV-Strahlung im Mittelmeer oder gar in den

Tropen standhalten wird. Natürlich hatte ich nach dieser Erfahrung

die Werft angeschrieben und eine ausführliche Beschreibung der

Probleme geliefert.

Was meint die Werft? Die Antwort des Werftchefs im

Hinblick auf meinen Vorwurf der unverantwortlichen Verwendung

nicht seefester Fenster im Rumpf nahe oberhalb der Wasserlinie

beschränkte sich auf die Bemerkung, dass es zu den Pflichten eines

jeden verantwortungsbewußten Skippers gehört, vor jedem Auslaufen

auch die Festigkeit der Fenster zu prüfen. Kommentar überflüssig.

Fakt ist, dass die Werft in allen nachfolgenden Serien keine

Fenster mehr in den Rumpf unter der Scheuerleiste eingebaut hat.

Auch bei heutzutage verfügbaren Hightech-Klebern muss ernsthaft

in Frage gestellt werden, ob das Einbauen von lediglich geklebten

Fenstern in den Rumpf von Yachten zu verantworten ist.

Wilfried Krusekopf

Seit 35 Jahren auf Yachten unterwegs – als Fahrtensegler und

Profiskipper – segelt der Fachjournalist mit Schwerpunkt

Nordatlantik/Bretagne.

Von Wilfried Krusekopf sind

folgende Bücher erschienen:

„Der Yachtskipper, Training

für die optimale Schiffsführung“,

Delius-Klasing.

„Praxiswissen für Chartersegler“

Delius-Klasing.

„Segeln bei Dunkelheit“,

Praxistipps für Skipper und

Crew auf Nachtfahrt.

Lehre hieraus: Nachdem dieses Ereignis leider kein Einzelfall

ist, muss Eignern und Skipper tatsächlich geraten werden, die

Festigkeit von geklebten Stellen von Zeit zu Zeit zu überprüfen.

Ein zweiter Fall. Es kann einem Angst und Bange werden!

Daran denkt man normalerweise nicht: Dass man auf hoher See

plötzlich im Rumpf mehrere große Lecks hat, die bei stürmischem

Seegang in kurzer Zeit soviel Wasser schöpfen können, dass sie die

Yacht in wenigen Minuten zum Absaufen bringen. Sigfried Waskewitz

hat dieses traumatische Erlebnis gehabt und kam – mit Glück

– glimpflich davon. Er schreibt:

Mir sind im September vor Barcelona Fenster aus meiner Segelyacht,

Baujahr 1984, ohne äußeren Einfluß, auf dem Meer aus den

Alurahmen gefallen. Gemerkt haben wir es erst in Mataro im Hafen,

als meine Frau das Schiff außen abgespritzt hatte. Es hätte für uns

lebensbedrohend werden können, da sich die Fenster bei diesen

Modellen im Freibord kurz über der Wasserlinie befinden.

Nachdem ich mich vom ersten Schrecken erholt hatte,

schaute ich mir die fensterlosen Rahmen an. Es ist

schon bemerkenswert: Die Scheiben sind nur in Silikon

eingesetzt, ohne zusätzlich gesichert zu sein. Ich

denke, dass die UV-Belastung in der südlichen Sonne

das Silikon in seiner Haftung zerstört hat und die

Fenster dann nach außen gefallen sind. Da sie nicht

getönt sind, fällt der Verlust natürlich nicht sofort auf.

Man bemerkt es eigentlich erst, wenn das Schiff voll

Wasser ist, oder, wie Gott sei Dank bei uns, im Hafen.

Der Verlust der Fenster betraf die zur Sonne gewandte

Seite auf meinem Liegeplatz. Das bedeutet,

dass das Silikon seine Haftung bei längerer Sonneneinstrahlung

verliert. Das wiederum kann auf See

zum Totalverlust der Yacht führen.

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Mai/Juni 2013 | OCEAN7 03-2013 59


Yacht Club Austria

Diesmal wage ich mich an ein absolutes No-Go in unserer

schnelllebigen Welt: Ich berichte hier über unsere Aktivitäten im

abgelaufenen Jahr. Manche werden nun sagen „Geh bitte, ist ja

eh alles Schnee von gestern!“

Ist der

Schnee

Text: Gottfried „Titzl“ Rieser

von gestern ?

wirklich schon geschmolzen

Allerdings, man kann es fast nicht glauben, auf welche Fülle und

Schätze der Yacht Club Austria zurückgreifen kann:

Beginnen wir mit der

Ge schichte. Wir sind 40

Jahre jung: 1972 hob Prof. Claus

Krieger den YCA aus der Taufe,

seitdem blicken wir auf eine wechselvolle

Geschichte zurück …

Jetzt kommen wir

mit zur Ausbildung.

Heftig diskutiert, Vorschläge gemacht,

wieder verworfen, mit Nationalräten aller Couleurs gesprochen, im

Parlament gewesen, Sitzungen über Sitzungen und zum Schluss eine

gute Lösung gefunden: Es gibt nunmehr sieben Prüfungsorganisationen,

unsere beiden Dachverbände

MSVÖ und HSV haben die Lizenzen

vom Ministerium erhalten und nehmen

nun unsere Prüfungen ab.

Wir im YCA bekennen uns zu qualitativ

hochwertigen Ausbildungen,

wir wollen nicht, dass unsere Mitglieder

aus Nichtwissen und Ahnungslosigkeit

in Seenot geraten.

Damit sind wir bei der

OSI-Ausbildung: 2012 haben

wir den 2. Lehrgang zum „Offshore

Sailing Instructor © “ gestartet.

Die Teilnehmer durchlaufen Theorie-

und Praxismodule unter der Leitung

von Heinz Ressl von Sea-Man-

Ship Austria.

Bitte vormerken: Der 3. Lehrgang

startet im Herbst 2014, wir sind bereits

jetzt bei der Sondierung der

Interessenten.

Und dann natürlich „unsere“ Austrian Boat

Show – die Messe Tulln. Wir präsentierten ein wahres

Feuerwerk an Highlights und Aktivitäten: Spleißen mit dem Pantaenius-Knotenmann,

Versteuern der Yachten in Kroatien, Energieversorgung

auf Yachten, Ankern und Bojenmanöver, Kärnter

Schmankerl – es war eine Freude zu erleben, wie unsere Angebote

von den Messebesuchern angenommen wurden.

Die tatsächliche Arbeit passiert aber in den

Crews. Und an dieser Stelle darf ich ein herzliches Dankeschön

an alle engagierten Mitglieder richten: Ohne euch geht gar nichts!

Und bitte verzeiht mir, wenn ich nicht alles erwähnen kann – ich

habe ja nur 4.000 Zeichen vom Redaktionsteam zur Verfügung …

Die Alpe-Adria-Sailing-Week. Die Kärntner Freunde

führen eine der besten Regatten in der oberen Adria duch.

2012: 27 Schiffe, 170 Teilnehmer, schwarze Bora (bis 40 Knoten

Wind), 6 Wettfahrten, prominente Teilnehmer (Christian „Kletzi“

Bayer, Helmut Raudaschl, Helmut Mayr, Karl Müllner, u.v.a), Sensationelle

Organisation und würdige Sieger:

Alpe Adria Cup Gesamt und Gruppe B: Helmut Raudaschl (Lithos)

Alpe Adria Cup Gruppe A: Helmut Mayr (IMA III)

23. Austria Cup – Einheitsklasse: Gottfried Rieser (YCA Crew OÖ)


News Mai/Juni 2013

Der Gebirgssegler-Cup. Nomen est omen, da haben die Eisenerzer den Nagel

auf den Kopf getroffen. Der GSC ist die ideale Einsteiger-Regatta für uns Alpensegler. 25

Yachten, 150 Teilnehmer, und es geht natürlich heiß her – die Kameradschaft, die Seemannschaft

und der Spaß, all das kommt sicher nicht zu kurz.

Der Clubtörn 2012 führte

uns nach Norwegen: Segeln am 70.

Breitengrad, Mitternachtssonne und

Schnee in Sichtweite! Dieser Explorer-

Törn der Oberösterreicher war ein

Highlight der Extraklasse, das Revier

bietet eine Vielzahl an Spezialitäten:

pittoreske Landschaften, Sonnenschein

rund um die Uhr, Fische bis zum Abwinken

und das Bier um € 10,00!

Das Jugendlager in Krumpendorf

am Wörthersee: Die Jugendarbeit

der Steirer ist Vorbild im Club: 25 Kinder

lernen Segeln – das ist eine der Kernaufgaben

bei uns im Club!

Und, und, und … Jedenfalls wird 2013 wieder so ein erfolgreiches Jahr – das

zeichnet sich jetzt schon ab! Anregungen für Clubaktivitäten, Ideen und Visionen nehme

ich als Generalsekretär gerne entgegen.

„In einem schwankenden Schiff fällt um, wer sich nicht bewegt!“ – Ist doch ein schönes

Zitat, nicht wahr?

Prominente Mitglieder

im Yacht Club Austria

Bobby Schenk

Blauwassersegler par excellence,

ehemaliger YCA-Commodore und

„Deutschlands berühmtester

Hochseesegler“ (Süddeutsche Zeitung)

Wie sind Sie zum

Wassersport gekommen?

1965 habe ich aufs Geradewohl auf dem

Wörthersee ein Segelboot (Kajütboot mit

Skipper) angemietet, also habe ich hier

österreichische Wurzeln.

Was sind Ihre

seemännischen Highlights?

In meinem Seglerleben war die

Umrundung von Kap Hoorn mit meiner

Frau Karla auf der Thalassa (20-Tonnen-

Stahl-Segler) auf der offenen See direkt aus

Tahiti kommend das persönliche Highlight.

Man muss die brüllenden Vierziger einmal

erlebt haben – diese Erfahrung möchte ich

nicht missen

Was schätzen Sie am

YCA?

Seine Weltoffenheit und dass dieser Yacht

Club gleichermaßen den Seglern und den

Motorbootfahrern offen steht. Außerdem,

dass er in Richtung Mittelmeer

Pionierarbeit für das gesamte

deutschsprachige Europa geleistet hat.

Was möchten Sie noch

anmerken?

Dass ich den YCA als Commodore vier

Jahre lang leiten durfte und dass ich

anschließend zum Ehrencommodore des

YCA gewählt wurde, war für mich die

höchste der zahlreichen Auszeichnungen,

die ich wegen des Segelns erhalten habe.

Mai/Juni 2013 | OCEAN7 02-2013 61


Yacht Club Austria

Gute Gründe, Mitglied

beim YCA zu sein!

1. Sie bekommen Ocean7 als unsere Clubzeitschrift

kostenlos.

2. Wir haben eine Clubyacht in der Adria im

Dienst. Unsere Adventus, eine Sun Odyssey

42.2 ist bestens ausgestattet – jedes Mitglied

kann sie nutzen.

3. Unsere Clubyacht am Attersee, eine Gibsea

32 kann jedes Mitglied gegen eine geringe

Benützungsgebühr nutzen.

4. Wir organisieren Spi-Training, Manöver unter

Segeln, Erste Hilfe am Motor u.v.m.

5. Wir führen die Funkkurse für SRC-GMDSS

durch.

6. Wir bilden die Skipper für Fahrtenbereiche

Binnen, 1, 2 und 3 aus.

7. Wir sind ein anerkanntes Trainingscenter der

Royal Yacht Association und führen

Ausbildungen zum „Yachtmaster Offshore“

durch.

8. Unsere Clubtörns erfreuen sich großer

Beliebtheit – 2013 befahren wir den

Ärmelkanal und besuchen die Kanalinseln

Jersey, Guernsey, Sark, Herm, etc.

9. Wir veranstalten die Alpe-Adria-Sailing-Week

mit dem Austria-Cup und damit eine der

größten Regattaveranstaltungen in der Adria.

10. Der Gebirgssegler-Cup der Crew Steiermark

ist die ideale Einsteiger-Regatta.

11. Die ÖSV-Mitgliedschaft kostet ab 2013 nur

mehr € 23,50 und die „Yachtrevue“ und die

ISAF-Lizenz ist dabei inkludiert.

12. Die Clubabende sind für unsere Mitglieder

kostenlos, Sie erleben berühmte Weltumsegler

und interessante Menschen.

13. Brauchen Sie günstige Sommer- oder

Winterreifen? Wir haben Spezialkonditionen

bei Profi-Reifen: Unsere Kundennummer

lautet 45911!

14. Sind Sie Schiffseigner? Sie bekommen

Rabatte und Preisnachlässe bei Ausrüstern.

15. Sollte Ihre Yacht in Kroatien noch unversteuert

liegen: Wir organisieren Zoll und MwSt.

16. Brauchen Sie eine Yacht-Versicherung?

Pantaenius gibt Ihnen einen Spezialrabatt.

17. Günstig chartern mit dem YCA-Sonderrabatt

– Details im Generalsekretariat!

18. Suchen Sie Infos über Reviere, suchen Sie

Antworten auf spezielle Fragen?

19. Unser Büro ist ganztägig (9.00 bis 16.00

Uhr) für unsere Mitglieder geöffnet.

20. Unsere Stützpunkte sind im ganzen

Mittelmeer präsent! Ein Beispiel gefällig? Ein

Mitglied ist auf dem Weg von Kroatien nach

Mallorca, dabei werden seine Medikamente

nass und unbrauchbar, er läuft den Stützpunkt

in Catania/Sizilien an. Rino und Bea

Anfuso helfen unkompliziert und direkt.

21. Brauchen Sie einen Seebrief für Ihre Yacht?

Vielleicht ein Yachtzertifikat?

22. Und das Wichtigste: Sie dürfen unseren

Clubstander führen.

Karibik …

das Paradies

Es gibt kein anderes Segelgebiet auf der Welt, das die Schönheit und Vielfalt an Farben sowie ideale

Wetterbedingungen miteinander besser verbindet als die Antillen.

Vor allem um die Grenadinen sind die Gewässer besonders idyllisch und bereiten ein erstklassiges

Segelerlebnis. Der Clubtörn des Yacht Club Austria führt uns 2014 in dieses Revier!

Die kleinen Antillen bilden einen Kreis zwischen Puerto Rico im Nordwesten und Venezuela im Süden.

Die Inseln unterscheiden sich erheblich voneinander – doch bieten alle Inseln herrliche, geschützte

Ankerplätze mit schneeweißen Sandstränden und Palmen, die bis zum kristallklaren Wasser reichen.

Die karibische Sonne scheint fast ununterbrochen zwölf Stunden am Tag. Das Klima ist ideal. Die

Temperaturen bewegen sich das ganze Jahr über bei durchschnittlich 27 Grad.

Die Trockenzeit dauert von Dezember bis Mai – es regnet dann nur gelegentlich.

Und genau in dieser Zeit planen wir den Törn: 22.3. bis 5.4.2014

Der Passat weht das ganze Jahr über aus östlicher Richtung und überschreitet selten eine Windstärke

von 5. Dieser Wind sichert uns einmalig schöne Segelbedingungen, und kombiniert mit den zahlreichen

herrlichen und menschenleeren Ankerplätzen auf den Inseln wird dies ein Explorer-Törn der Extraklasse.

Interessenten bitte bei Crewcommander für OÖ Gottfried „Titzl“ Rieser (gottfried.rieser@yca.at) melden.


News Mai/Juni 2013

Clubabende

Wien/NÖ/Burgenland

Clublokal Restaurant Pistauer, 1110 Wien, Ravelinstraße 3 · cschifter@pantaenius.com

Dienstag, 14.5.2013 Crewcommander Christian Schifter: Verhalten in Seenot – Bergung!

Salzburg/Tauern

Clublokal Jägerwirt, Kasern 4, 5101 Salzburg · zimmer_christian@ymail.com

Mittwoch, 12.6.2013 Bordfest im Grünen

Crewtörn 2013 Malta – hier suchen wir noch Mitsegler –

Interessenten bitte beim CC Zimmer Christian melden!

FB2 Theorie- FB2 in Portorož – Kursleiter Sepp Höller – 14 Tage Intensivkurs

Intensivkurs FB2 Theorie mit Prüfung (vormittags Theorie, nachmittags Segeln)

Trainingtörns Wir veranstalten wieder Trainingstörns mit praktischer Prüfung.

mit prakt. Prüfung Termine stehen noch nicht fest. Anmeldung bitte beim

CC Christian Zimmer.

Kärnten

Clublokal Gasthof Jerolitsch, Jerolitschstraße 43–44, 9201 Krumpendorf ·

office@yca-crew-ktn.at

jeden Dienstag Themenabende werden jeweils auf der Website

ab 19.00 Uhr www.yca-crew-ktn.at veröffentlicht

5.–9.5.2013 ALPE ADRIA SAILLING WEEK in Izola

Freitag, 28.6.2013 Sommerfest um 18.00 Uhr bei der Seenixe in Reifnitz

Herbstvorschau Theoriekurs für Begfähigungsaus BFA: Fahrtbereich-2 Kurs (FB2)

2013 Küstenfahrt 20 Seemeilen – für Motor- und Segelboot

Kursbeginn: Okotber/November 2013 in Klagenfurt

Oberösterreich

Clublokal Volkshaus Dornach, Niedermayrweg 7, 4040 Linz-Dornach · gottfried.rieser@yca.at

Dienstag, 30.4.2013 Um 19.30 Uhr – Ewald Pöchtrager – Segeln in den Phillipinen

Dienstag, 28.5.2013 Um 19.30 Uhr – Helmut Biberle – Weltumsegler – Esperanza

Eisenerz/Steiermark

Clublokal Eisenerzer Hof, Hieflauerstraße 17, 8790 Eisenerz · mike@gebirgssegler.at

jeden ersten Montag Programme der Clubabende und der Stammtische werden per Mail

im Monat, 18.00 Uhr bekannt gegeben und können auch auf www.yca.at abgerufen

werden. Die Jugendstunde ist jeweils 1 Stunde vor dem Crewabend!

8.4.2013 Crewabend Eisenerz – „Die Steirischen Sieger“

6.5.2013 Crewabend Eisenerz – „Filmpremiere GSC 2013

Tirol/Vorarlberg

Clublokal Cafe-Restaurant Pirmin Stub’n, Radetzkystraße 47, 6020 Innsbruck

albert.plachel@aon.at

Mittwoch, 15.5.2013

Vortrag von Manfred Ober von Ober-Yachtelektronik Lustenau.

Manfred Ober bringt uns auf den aktuellen Stand der Yachtelektronik

und zeigt die neueste Generation an Kartenplottern. Auch das Thema

Sicherheit wird nicht zu kurz kommen: EPIRB und AIS sind ebenfalls

Bestandteil seines Vortrages, entsprechende Geräte werden vorgestellt.

!

Es sind noch

Plätze frei

Jugendtörn in der Adria

vom 17. bis 24. August 2013

Als Skipper ist ein erfahrener OSI © (Offshore

Sailing Instructor) an Bord. Wir vom Yacht Club

Austria übernehmen die Charterkosten fürs Schiff

– als Unkostenbeitrag werden 150 Euro pro

TeilnehmerIn eingehoben.

Teilnahmeberechtigt sind YCA-Mitglieder

im Alter zwischen 16 und 25 Jahren.

Anmeldungen per E-Mail: gottfried.rieser@yca.at

YACHT CLUB AUSTRIA

Generalsekretariat

Lederergasse 88 · A-4020 Linz

+43(0)732/781086 · Fax +43(0)732/771345

office@yca.at · www.yca.at

Crew Salzburg/Tauern

Crew-Commander Arch. DI Christian Zimmer

Fadingerstraße 6 · 5020 Salzburg

+43(0)650/4229647

zimmer_christian@ymail.com

Crew Wien, Nö, Burgenland

Crew-Commander Christian Schifter

Ludwiggasse 3, Haus 4

1140 Wien · +43/(0)1/7109222

cschifter@pantaenius.com

Crew Oberösterreich

Crew-Commander Gottfried Rieser

Fischillstraße 1

4063 Hörsching · +43/(0)7221/72353

gottfried.rieser@yca.at

Crew Tirol und Vorarlberg

Crew-Commander Albert Plachel

Laningerweg 1 · 6410 Telfs +43/(0)699/15267890

albert.plachel@aon.at

www.yca-tirol.at

Crew Kärnten

Crew-Commander und Vize-Commodore

Univ.-Prof. Dr. Jürgen Adlmannseder

Rudolf Kattnigweg 3 · 9201 Krumpendorf

+43/(0)650/3400475

juergen.adlmannseder@uni-klu.ac.at

office@yca-crew-ktn.at · www.yca-crew-ktn.at

Crew Eisenerz/Steiermark

Crew-Commander Mike Hecker

Freiheitsplatz 4 · 8790 Eisenerz

+43/(0)664/3458529

mike@gebirgssegler.at · www.gebirgssegler.at

Crew Bayern

Yacht Club Austria, Generalsekretariat

Lederergasse 88, 4020 Linz

Tel. +43(0)732/781086 · Fax +43(0)732/771345

office@yca.at · www.yca.at

Crew Kroatien

Ehren-Commodore und Crew-Commander

Kapitän Miljenko Zanic · Lucka Ispostava

HR-51250 Novi Vinodolski · Tel./Fax +385/51/244345

Crew Schweiz

Yacht Club Austria, Generalsekretariat

Lederergasse 88, 4020 Linz

Tel. +43(0)732/781086 · Fax +43(0)732/771345

office@yca.at · www.yca.at

Mai/Juni 2013 | OCEAN7 02-2013 63


HochseeVerband

Logbuch in der

64 OCEAN7 02-2013 | Mai/Juni 2013


News Mai/Juni 2013

Seit Beginn der Seefahrt ist das Logbuch, auch Schiffstagebuch

oder Schiffsjournal genannt, fester Bestandteil des seemännischen

Alltags. Trotz modernster Technik findet sich auch heute noch auf

jedem Berufsschiff ein solches Protokoll, in dem alle Vorgänge und

Ereignisse eingetragen werden. Mit der Reform des österreichischen

Seeschifffahrtsrechts im Vorjahr wurde das Logbuch auch wieder im

Freizeityachtsport in den Mittelpunkt gerückt.

Die österreichischen gesetzlichen Bestimmungen um die Sportsschifffahrt

schreiben bekanntlich seit dem Mai 2012 vor, dass die

seemännische Praxis und die Seefahrtserfahrung nur mittels Logbuch

vom Schiffsführer unterfertigter, auszugsweiser Abschrift

(Kopie) des Logbuchs oder sonstiger logbuchähnlicher Aufzeichnungen

nachgewiesen werden kann. Eine Seemeilenbestätigung

alleine ohne dazugehöriges Logbuch reicht jetzt nicht mehr aus,

um einem Mitsegler seine „Seemeilen zu bestätigen“. Auch die

Prüfungsorganisationen müssen Prüfungs-Logbücher mindestens

drei Jahre für die Einsichtnahme durch die Behörde bereithalten.

Die neuen Vorschriften bedeuten für Skipper, Seefahrtschulen,

Ausbilder, Kandidaten und Prüfer einerseits Aufwand, bringen aber

andererseits ein Instrument zur Sicherheit und ein Stück guter

Seemannschaft wieder an Bord zurück.

Was ist nun so ein Logbuch? Ein formgerecht geführtes

Logbuch ist vor allem ein Dokument und was im Logbuch

steht, das gilt als Tatsache. Zumindest so lange nicht das Gegenteil

bewiesen werden kann. Im Logbuch müssen alle Fakten, Tätigkeiten

und Vorfälle im Zusammenhang mit der Schiffsführung, die für

die sichere Schiffsführung von Bedeutung sind, aufgezeichnet

werden. Diese Aufzeichnungen müssen so ausreichend ausführlich

sein, dass nachträglich ein vollständiges Bild von der Reise erstellt

werden kann.

Natürlich kann ein Logbuch im Fall des Falles entscheidende Bedeutung

in zivil- und strafrechtlichen Verfahren haben.

Beispiele: Der Skipper unterliegt bekanntlich einer Einweisungspflicht.

Er muss alle Personen an Bord auf die Gefahren und ihre

Aufgaben hinweisen. Steht im Logbuch, dass die Einweisung vor

Fahrtantritt durchgeführt wurde, so ist auch davon auszugehen.

Entsprechendes gilt für das Mannschaftstraining wie das Verhalten

bei Mann über Bord, Feuer an Bord, Wassereinbruch usw. Ordnet

der Skipper an, dass Rettungswesten angelegt werden, so sollte dies

auch in das Logbuch eingetragen werden. Ist mit Uhrzeit verzeichnet,

dass die Yacht unter Segel und ohne Maschine läuft, hat das

klare Auswirkungen im Fall einer Kollision. Mit einem Logbuch

kann der Skipper seine Sorgfalt nachweisen und eine Diskussion

über eine mögliche Fahrlässigkeit verhindern.

Besondere Formvorschriften für derartiges Tagebuch gibt es nur

hinsichtlich der Dokumentenechtheit, wie dass alle Eintragungen

unradierbar und in Echtzeit mit Angabe der Bordzeit gemacht

werden, Korrekturen lesbar bleiben, Streichungen und Zusätze mit

Datum und Unterschrift versehen sind und erkennbar ist, wenn

Seiten entfernt wurden. Und das Logbuch ist natürlich an Bord zu

führen und mitzuführen.

Alle Einträge

müssen

unradierbar

erfolgen

Darüber hinaus muss jeder Skipper selbst auf den möglichst sinnvollen

Inhalt achten: Schiffsname, Daten des Schiffes, des Schiffsführer

und der kompletten Crew, Funkrufzeichen, Wetterlage,

Vorhersage und Warnungen, technische Überprüfungen, Reparaturen,

Reiseplanung, Vorräte an Wasser, Lebensmittel, Treibstoff,

Position, beobachtete Orte, Kurse, Gezeiten, Strom, Antriebsart,

tägliche Unterschrift des Schiffsführers usw.

Die Aufzählung könnte beliebig lange fortgesetzt werden. Wer

lieber Vordrucke verwenden will, findet solche im Internet, im

Buch- und Yachtsporthandel oder bei unseren Vereinen.

Beratung und Infos auch unter www.hochseeverband.at oder per

Mail an: info@hochseeverband.at

Sportschifffahrt

Mai/Juni 2013 | OCEAN7 02-2013 65


OCEAN7 Bücherschapp

Tim Kröger

Ich bin Wir

Strategien für erfolgreiches Teambuilding

192 Seiten | 112 Farbfotos | 2 S/W-Fotos | 14,8 x 21,9 cm |

Verlag Delius Klasing | 20,50 Euro

Profisegler Tim Kröger wirbt mit seinem Buch „Ich bin wir – das Crew-Konzept“ für

effiziente Teamführung und Strategien, die Menschen für unterschiedliche Aufgaben stark

machen können. So sehr, dass sie über sich hinauswachsen. „Wer sich von der See

inspirieren lässt“, so Krögers Überzeugung, „der segelt überall auf gutem Kurs“.

Cees de Reus

Auf gutem

Kurs

Um die Welt mit einem Lächeln

Humorvoller Törnbericht

304 Seiten | 13,5 x 21,4 cm | gebunden mit Schutzumschlag |

Verlag Delius Klasing | 20,50 Euro

Cees de Reus, Privatier, Segler und Besitzer einer wunderschönen

12 Meter langen Yacht, beschließt gemeinsam mit seiner Frau zum

Ende seines Berufslebens, den neuen Lebensabschnitt mit einer

Weltumsegelung unlimitiert zu feiern. Einzige Bedingung: Jeder Tag

sollte mit einem Lächeln erhellt werden. Wer meint, schon alles über die Barfußroute

gelesen zu haben, wird hier schnell eines Besseren belehrt. Ungetrübtes Lesevergnügen

auch für Nicht-Segler.

Inserenten-

verzeichnis

59 Alles Yacht

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59 Bernwieser Seekarten

www.bernwieser.at

49 Calen Cosmetics

www.calecosmetics.at

37 Doma Elektro Engineering

www.doma.at

35 Haber Yachts

www.haber-yachts.eu

55 Hirsch Armbänder

www.hirschag.com

59 Inschallah Sailing Team

www.inschallah-sailing-team.at

U2 Masteryachting

www.master-yachting.de

59 Nano Tours

www.nano-tours.com

27 Werner Ober GmbH Yachtelektronik

www.yachtelektronik.at

13 Pago International GmbH

www.pago.at

U4 Pantaenius Yachtversicherungen

www.pantaenius.com

23 Phoenix Yachting

www.phoenixyachting.at

31 Satz- und Druck-Team GmbH

www.sdt.at

59 Segelschule Attersee

www.segelschule.at

Jan Christophersen

Ein extraherrlicher

Meersommerabend

Achtzehn Geschichten mit Salzwasser

320 Seiten | gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen |

Verlag Mare | 320 Seiten | 18,50 Euro

Achtzehn Meeresgeschichten von prominenten deutschsprachigen Autoren wie Artur

Becker, Ulla Hahn, Ricarda Junge, Stefan Moster, Leif Randt oder Roger Willemsen. Das

Meer wird ersehnt, gefürchtet, durchschwommen, verflucht; am, im oder auf dem Meer

wird sich verliebt, sich erinnert, sich selbst gesucht (und manchmal sogar gefunden).

Entwurf_neu_fertig.qxd 21.01.2008 16:24 Seite 1

39 Sea-Help

www.sea-help.eu

19 Treuhand Union Österreich

www.treuhand-union.com

59 Yachticon

www.yachticon.de

51 Yachting 200

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66 OCEAN7 02-2013 | Mai/Juni 2013


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