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OCEAN7 2010-05-06

Segeln zwischen den griechischen Inseln der Sporaden und entlang der Küsten von Chalkidike: Wer träumt nicht davon! Auf insgesamt 26 Seiten berichtet ein OCEAN7-Reporterteam aus diesem ganz besonderen Revier, in dem sich immer noch neue Plätze entdecken lassen.

Segeln zwischen den griechischen Inseln der Sporaden und entlang der Küsten von Chalkidike: Wer träumt nicht davon! Auf insgesamt 26 Seiten berichtet ein OCEAN7-Reporterteam aus diesem ganz besonderen Revier, in dem sich immer noch neue Plätze entdecken lassen.

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www.OCEAN7.at

DAS YACHTMAGAZIN FÜR ÖSTERREICH

0506/10

26 Seiten Griechenland-special

greek sailing

mit Makis

sleipnir2

Durch das Piratenmeer

AWO Sailingteam

Hübsch, schnell, mutig

Mit Yacht Club Austria News


EDITORIAL

3

Liebe ocean7-leser

Es gibt einen Chefredakteur, der immer wieder einmal vertraulich,

sozusagen „redaktionsintim“, schreibt, wie hart sein Job

doch ist, während „viele Leute glauben“, Redakteur eines

Segelmagazins zu sein „ist echt super“. Ich kann Ihnen, liebe

Leser von OCEAN7 versichern, die Leute haben recht, dieser

Chefredakteur hat unrecht.

Vielleicht liegt es ja daran, dass ich persönlich gerne arbeite.

Vermutlich aber liegt es daran, dass es einfach optimal ist, wenn

man als begeisterter Segler sein Hobby zum Beruf machen

kann, statt ausschließlich in einem Büro zu sitzen, in einem

Lager zu arbeiten, Waren zu verkaufen oder was weiß ich sonst

noch alles, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Die vergangenen Wochen sind das beste Beispiel dafür, was ich

meine. Ich war in Nordgriechenland. Segeln. Fotografieren.

Recherchieren. Darüber schreiben. Erst eine Woche mit der

SEMPER FI aus der Flotte von Eckeryachting ab deren neuem

Stützpunkt in Achilleion im Revier der Nördlichen Sporaden.

Dann eine Woche mit Makis, dem Chef von Geek-Sailing, mit

einer Bavaria entlang der Küsten von Chalkidike.

Auch wenn ich mir etwas wärmeres Wetter gewünscht hätte und

einen normalen Rückflug statt – wegen der Aschewolke – der

27 Stunden langen Fahrt quer über den Balkan in unvorstellbar

verdreckten Zügen. Es war ein faszinierendes Erlebnis voller

neuer Eindrücke. Ich möchte keine Sekunde davon missen.

Schließlich war ich bei der Alpe Adria Sailing Week AASW

2010 des Yacht Club Austria im slowenischen Izola. Von manchen

Teilnehmern zur AARW umgetauft, der Alpe Adria Raining

Week. Aus naheliegenden Gründen. Ich war mit meinem

Kollegen Gernot Weiler während der Wettfahrten in einem

Zodiac mit 50 PS-Außenborder mitten im Regattafeld unterwegs,

um die besten und interessantesten Szenen zu fotografieren

und hautnah mitzuerleben.

Klar hätte ich mir erhofft, es wäre die AASW geblieben, nicht

die AARW geworden. Aber wer hat schon die Gelegenheit, auf

eigene Faust aus wenigen Metern entfernt zu beobachten, wie

die ganz großen des Segelsports – Hubert Raudaschl zum

Beispiel, Helmut Mayr oder Christian „Kletzi“ Bayer – einen

Start hinlegen, dass dir Hören und Sehen vergeht?

Und vor allem: Ich habe in Izola Menschen näher kennen gelernt,

die eine Bereicherung in meinem Leben sind. Allen voran

den Motor der AASW, Fritz Abl. Und die anderen in seinem

Team, das unermüdlich im Einsatz war, um eine perfekt

organisierte Veranstaltung über die Bühne zu bringen. Ich bin

kein Vereinsmeier. Aber jetzt gehöre ich einem Verein an. Ich

habe mich in Izola entschlossen, der Crew Kärnten im Yacht

Club Austria beizutreten, weil ich das Gefühl habe, dass da

viele Menschen gemeinsam an dem Ziel arbeiten, die Jugend

an diesen schönen Sport heranzuführen. Bestes Beispiel sind

Einer der vielen Arbeitsplätze eines Yachtmagazin-Redakteurs.

Vorne Fritz Abl von der Crew Kärnten im Yacht Club Austria.

die jungen, engagierten Nachwuchs-Teams der Crew Tauern

und der Crew N.C.A. mit Bernd Mayr. Sie haben in der Einheitsklasse

erfahrene Regattateams alt aussehen lassen und den

Sieg um den begehrten Austria Cup unter sich ausgemacht.

Sie sehen, die Leute haben recht, die glauben, Yachtmagazin-

Redakteur zu sein ist echt super. Genau an diesen glücklichen

Emotionen wollen wir Sie, liebe Leser von OCEAN7, teilhaben

lassen. Nicht an dem falschen Gefühl, dass unsere Arbeit hart

und entbehrungsreich wäre. Der oben zitierte Chefredakteur

hat also unrecht. Vielleicht liegt es ja daran, dass er entweder

nicht gerne arbeitet oder einfach den falschen Job hat. Mein

Kollege Gernot und ich, wir jedenfalls haben den richtigen Job.

In diesem Sinn viel Spaß bei der Lektüre dieser Ausgabe.

Ganz herzlich,

thomas.dobernigg@ocean7.at


4

Inhalt

DAS YACHTMAGAZIN FÜR ÖSTERREICH

14 erlebnistörn. Segeln in der Nordägais.

0506/10

Ausgabe Nr. 21

Alle Infos und vieles mehr unter

www.ocean7.at

Coverfoto von T. dobernigg

42 SLEIPNIR2. Piraten oder Fischer?.

28 Insidertörn.

Segeln mit Makis.

Revier

14 ACHILLEION. Neuer Charterstützpunkt.

28 porto koupho. Zum Berg Athos.

38 ZAHLMEISTER EU. Hier verkommen Millionen.

People

42 Piratenrevier. Malacca Strait.

48 tokio ii. Das Geburtstagsgeschenk.

52 das erste mal. Segelneulinge auf Langfahrt.

Service

60 Kikinger. Blumen des Meeres.

68 Marinatage. Hundetage.

52 Mutig.

Anfängertörn mit Katze.

10 ANKERN. Die Segelsaison ist eröffnet.


EXTURNEN

Revier 5

60 schön.

Seeanemonen.

Sie schon

oder treiben Sie noch?

Yachten

74 T-34.

Racer mit Komfort.

© 2010 msw werbung

Sicher manövrieren mit EXTURN ®

Bug- & Heckschrauben

74 T-34. Designerstück mit

Racer-Eigenschaften.

76 magellan space.

Von einem anderen Stern.

Regatta

82 Thomas zajak.

Nicht auf den Kopf gefallen.

86 AWO Damencrew.

Hübsch, mutig, schnell.

| 3 Editorial.

| 6 Best of.

| 92 YCA News.

| 96 Bücherschapp.

| 98 Inserentenverzeichnis – Impressum.

Vorsprung durch

Innovation.

· effizenteste Kraftübertragung

· einfache Installation

· längere Laufzeit

· weniger Umbauten Innenbords

· minimale Lautstärke

86 AWO.

Die Mädels lassen es krachen.

Montagemöglichkeiten

www.marinno.com


6

oCEAN7 BEST OF

Foto: Shutterstock

Der Galeerenbauer

Kalimera, kalimera, da bin ich wieder!

Wenn man so wie ich viel mit seinem schwimmendem Untersatz

unterwegs ist, lernt man die außergewöhnlichsten Leute

kennen. Millionäre, Langzeitsegler, Aussteiger, Steuer-und

Eheflüchtlinge, Einhandsegler, ausgeflippte Typen und andere

maritime Spinner.

Für mich ist es dann immer sehr interessant, solche Leute zu

beobachten und manches Mal lässt sich dann auch ein

direkter Kontakt nicht vermeiden.

So war es auch mit Werner, einem urigen Münchner Einhandsegler,

den ich immer wieder in irgendeinem Hafen der Adria

traf, wenn er mit seinem Kahn nach Griechenland unterwegs

war. Über die Wintermonate, so erzählte er mir einmal, war er

Ofensetzer und baute Kachelöfen und offene Kamine. Sobald

aber die Frühlingssonne schien, war er nicht mehr zu halten,

gab seinen Job auf und war mit dem Schiff unterwegs.

Vor einiger Zeit trafen wir zufällig in der Marina von Piskera in

den Kornaten aufeinander. Ich saß hoch oben auf der Klippe,

um den Sonnenuntergang zu bewundern, als er plötzlich hinter

mir stand, zwei Flaschen Rotwein in der Hand und mit breitem

Grinsen „Servas Esterraicha“

spöttelte. Er drückte mir

eine Flasche in die Hand

und dann begann er zu

philosophieren:

„Ich bin wieder zu den

Griechen unterwegs –

alleine, dort geht’s mir

dann wieder gut. Meine

Freundin, die Ute, die ist nämlich

abgehauen mit einem Geschäftsmann,

weißt du, natürlich

nur wegen der Kohle, weißt du.

Porschefahrer und so, weißt du.“

Er hatte schon einen leichten Zungenschlag

und fiel vom Hochdeutschen in seinen urigen

Dialekt und ich hatte so das Gefühl, dass er sich den ganzen

Kram von der Seele reden wollte und hörte ihm zu. „So vül

Kohle hab ich natürli net wia der, aber ich hätt’ ihr dö Stern

vom Himmel g’holt, nur – sie wollt dö Stern auf an Auto. Ich

fahr’ sowieso liawa allane. Wia singt scho Bob Marley: No

woman, no cry! In mein ganzen Leben fang’ ich mir nix mehr

mit dö Weiwa an! Da bist oiwei Zweita!“

Nach etwa einer halben Stunde Selbstzerfleischung und Weltschmerzstimmung

verließ ich ihn kurz und holte schnell vom

Schiff eine Flasche Metaxa.

Als ich zurückkam, war er ganz plötzlich wieder der alte

Werner, so wie ich ihn von allen früheren Begegnungen her

kannte.

„Weißt du“, sprudelte es aus ihm heraus, „irgendetwas machen

wir falsch. Mit normaler Arbeit kannst du in der jetzigen

Zeit nicht reich werden und mit Charter auch nicht mehr.

Wenn du nicht kriminell werden willst, musst du was ganz

Neues machen, etwas für die ganz Geldigen“.

„Ja und möglichst teuer muss es sein, das zieht diese Art von

Leuten an,“ gab ich meinen Senf dazu.

„Weißt du, ich hätte da eine Idee: Wir lassen uns eine Galeere

bauen, was meinst du dazu?“

„Du spinnst ja total“ antwortete ich, doch er spann sein Garn

weiter: „Zwölf Ruderbänke für je zwei Personen, Manager,

Banker, usw. Alles sauteuer und als Takttrommler nehmen wir

den Schlagzeuger von James Last, damit das Ganze etwas

Niveau bekommt. Die neunschwänzige Peitsche schwingt

eine bekannte Domina und jeder Schlag kostet natürlich extra!

Da könnte ich mir zum Beispiel folgendes Gespräch vorstellen:

„Morgen Herr Direktor, hatten sie heute schon Peitsche? Nein?

Darf ich Sie einladen, hallo Fräulein, zweimal Peitsche bitte!

Zu essen gibts nur in Milch eingeweichte Semmerl und keinen

Landgang. Es wird nur geankert und zwar vor den besten

Restaurants. In der Nacht schwimmen sie dann heimlich ans

Ufer, um sich den Wanst mit Schweinsbraten usw. vollzuschlagen

und da schneid’ ich natürlich auch mit.“

An den weiteren Verlauf des Gesprächs kann ich mich nicht

mehr so genau erinnern, weil wir beide schon ziemlich blau

waren. Gegenseitig stützend wankten wir zu unseren Schiffen

und verholten uns in die Kojen. Am nächsten Morgen war er

mit seinem Schiff verschwunden und ich habe nie wieder

etwas von ihm gehört.

Als ich diesen Sommer mit meiner Crew zu den Krka-Wasserfällen

nach Skradin unterwegs war, traute ich meinen Augen

nicht. Es kam mir eine vollbesetzte Galeere entgegen!

Sie lief zwar unter Motor, aber ich war fassungslos. Sollte das

Hirngespinst von Werner tatsächlich wahr geworden sein?

Doch der Mann, der am Ruder stand, war nicht Werner. Der

treibt sich sicher irgendwo in der Weltgeschichte herum.

Also Werner, solltest du diese Zeilen lesen, dann weißt du jetzt,

dass dein Traum von der Galeere in Erfüllung gegangen ist,

aber andere waren wieder einmal schneller als du.

Aber ich weiß: Geld alleine macht dich nicht glücklich.

Wenn ich aber einmal einen

Superplan haben sollte

und ein anderer schnappt ihn

mir weg, na dann Prost!

Ihr sehr ergebener,

Ideen schmiedender

Kapitän Metaxa


NEWS BEST OF

7

Parasailor jetzt noch besser

Der Parasailor ist ein Allround-Vorwindsegel, das ohne Spinnakerbaum

von 60 bis 180 Grad am Wind gefahren werden kann.

Jetzt stellt die Istec AG die nächste Entwicklungsstufe vor: Das

Vorwindsegeln bleibt durch das eingearbeitete, druckgefüllte

Tragflächenprofil nach wie vor so einfach wie ein Kinderspiel.

An diesem Prinzip hat sich nichts geändert. Neu ist das Material,

mit dem die Tragfläche nunmehr auch in der Serienherstellung

ausgerüstet ist. Mit dem Einsatz eines neuen ultraleichten

Tuches kommt erstmals im breiten Yachtsport Hightech-Material

aus dem Bereich des Paragliding-Luftsportwettkampfes zum

Einsatz. Der Flügel der neuen Evolutionsstufe des Parasailors

springt schon bei schwächeren Winden an und stabilisiert sich

dem verringerten Packvolumen des Flügels noch komfortabler

und leichter. Wie schon bisher, nur jetzt noch früher, setzt der

Parasailor den Winddruck über die aerodynamischen Einheiten

Segel, Düse und Flügel gleichzeitig in Vortrieb wie in Auftrieb

um, was Bug und Rigg entlasten. So fliegt das Segel der

Yacht stabil voraus und zieht dieses förmlich über das Wasser.

Dabei kann der Parasailor auch in böigen Verhältnissen genutzt

werden, denn im Gegensatz zu herkömmlichen Spinnakern

wandelt das Flügelprofil einen durch plötzliche Böen

auftretenden erhöhten Druck in Auftrieb um und wirkt der

Böenkraft aktiv entgegen. Zusätzlich wirkt der Flügel wie eine

weiche Segellatte und spreizt so die Lieken des Segels aktiv.

Nach wie vor ermöglichen die aerodynamischen Besonderheiten

des Parasailors die Nutzung der Selbststeueranlage der

Yacht. Das Segel muss nicht wie ein herkömmlicher Spinnaker

ständig beobachtet und getrimmt werden.

Segelschule Attersee, Jan Liehmann, Tel. +43(699)/12266991,

jan@segelschule.at

www.istec.ag

durch den vollen Staudruck des Flügels jetzt noch früher. Dabei

weist das neue Tuch die gleiche hohe Festigkeit wie das bisher

vernähte Material auf. Die verbesserte Leichtwindperformance

des Parasailors ist absolut kompromisslos in Bezug auf die

bekannten Eigenschaften des Segels bei höheren Windstärken.

Seine Einsatzmöglichkeiten erstrecken sich nun von noch

schwächeren bis zu stärkeren Winden, das Segel sorgt dabei

in jedem Bereich für optimalen Vortrieb.

Einfach gesetzt und geborgen wird der Parasailor durch einen

Premium-Bergeschlauch, der auch bei viel Wind noch sicher

funktioniert. Durch das leichtere Tuch verringern sich nicht nur

das Packmaß, auch das Setzen und Bergen wird durch den

speziellen „Easysnuffer“-Bergeschlauch in Verbindung mit

Yachtcharter

Yachtinvest

Yachtservice

Verkauf

Ausbildung

Ocean7-klicktpp: segeljournal

Frisch, modern, übersichtlich. So präsentiert sich die Homepage des derzeit interessantesten

Yachtmagazins aus unserem nördlichen Nachbarland. Das Segel Journal aus der Hamburger

Maximimilian Verlag GmbH & Co. KG ist nicht nur als Printausgabe erfrischend lifestylig und informativ,

es überzeugt auch mit seinem abwechslungsreichen Online-Auftritt.

www.segeljournal.com

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Tel. ++43 7234 84545

Fax ++43 7234 85545

office@yachting2000.at

eigene Stützpunkte in Kroatien:

Marina Dalmacija, Bibinje Sukošan

Marina Mandalina, Šibenik

www.yachting2000.at


8

oCEAN7 BEST OF

Die trockensegler

Der bisher recht unbekannte

Ort Prellenkirchen

in Niederösterreich hat

seit Beginn der Saison

eine eigene seglerische

Attraktion. Aus dem 150

mal 170 Meter großen

Gelände mit dem unverfänglichen

Namen „Rübenplatz“

wurde der „Blokart

FUN Park“. Das

asphaltierte und ebene

Areal eignet sich ausgezeichnet

für rasante Fahrten

mit den originellen

Blokart Segeldreirädern

und soll den Fans des Segelsports

am trockenen

Land die Gelegenheit geben,

ihren Neigungen

nachzugehen. Grund genug,

für Hobbysegler und

Bürgermeister Johann

Köck, Vizebürgermeister

Heinz Gratzer und Christoph Köhler vom Bürgerservice

Prellenkirchen bei der Einweihung des Blokart FUN Parks

dabei zu sein und den Organisatoren des Blokart-CLUB-

Austria alles Gute zu wünschen. Bei durchwachsenem

Wetter, frühsommerlichen Temperaturen und ausreichend

Wind von bis zu 16 Knoten war flottes Fahren mit den kleinen

Landseglern möglich. Auch die Vertreter der lokalen

Politik ließen es sich nicht nehmen, ein paar Runden mit

den Blokarts zu drehen. Nach dem erfolgreichen ersten,

verhinderte jedoch eine unerwartete Flaute am zweiten Tag

die Austragung der geplanten Wettfahrten. Trotzdem war die

Eröffnung des Blokart FUN Parks in Prellenkirchen ein voller

Erfolg für viele österreichische Blokart Fans.

www.blokart-connection.com

Hafenmanöver

leicht gemacht

Klaus Czap ist einer der bekanntesten und erfahrensten

Ausbildner im Hochsee-Segelsport. Mit seinem Inschallah

Sailing Team hat er seit 25 Jahren zahlreiche Segler für die

Prüfungen aller Fahrtbereiche geschult und selbst mehrere

zehntausend Seemeilen zurückgelegt. Jetzt hat er seinen

reichen Erfahrungsschatz in dem Buch „Die Hafenmanöver

der Profis“ klar verständlich dargestellt. Hafenmanöver sicher

und gekonnt fahren, ist der Grundtenor dieses Handbuches.

Darüber hinaus

zeigt der Verfasser Rettungsmanöver

unter Segel und

Motor sowie nützliche Tipps,

die das Seemannsleben erleichtern.

Dieser Leitfaden

für die Praxisausbildung und

das Skippertraining kommt

demnächst in den Buchhandel,

ist aber bereits jetzt über

www.inschallah-sailingteam.at

abrufbar. 161 Seiten,

zumeist farbige Bilder

und Darstellungen, Kostenbeitrag

25 Euro plus Porto.

doppelt ausgezeichnet

Das seit 36 Jahren weltweit tätige Charterunternehmen

Sunsail erhielt bei den diesjährigen Asia Boating Awards

gleich zwei Preise.

Zum zweiten Mal in Folge wurde Sunsail zur „Best Asiabased

Charter Company“ für seine Präsenz in Malaysia und

Thailand ernannt, außerdem kürte die Jury den bereits

mehrfach ausgezeichneten Katamaran Leopard 38/Sunsail

384, der von Robertson & Caine gebaut wird, zu dem „Best

Production Multihull“.

www.sunsail.de

Alter denker

„Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung

derjenigen, die die Welt nicht angeschaut haben.“

A. v. Humboldt (1769–1859)


NEWS BEST OF

9

oCEAN7 empfiehlt

Steyr Motors auf

Binnengewässern

Mit der fortschrittlichen Technologie von Steyr Motors setzt

der holländische Yachthersteller Linssen Yachts auf besonders

robuste und zuverlässige und umweltfreundliche Hybrid

Systeme aus Österreich. Die verlässlichen, starken und

trotzdem leisen Hybrid-Antriebssysteme von Steyr bilden

das Herzstück der gemütlichen, holländischen Schiffe. Linssen

Yachts baut Stahlboote mit Verdrängerrümpfen, die

besonders häufig im Binnencharter eingesetzt werden. Das

erfahrene Team von Steyr Motors, das ständig an der Verbesserung

und Perfektionierung seiner umweltfreundlichen

Schiffsantriebe arbeitet, ist sich dieser Verantwortung der

Umwelt gegenüber bewusst. Die Angebotspalette von

Hybrid- Antrieben umfasst bei Steyr Motors dieselelektrische

Maschinen von 54 bis 306 PS. Eignern, die sich für die

ausgereifte Technik aus Österreich entscheiden, steht das

weltweites Vertriebs- und Servicenetzwerk von Steyr Motors

zur Verfügung.

www.steyr-motors.com

www.linssenyachts.com

Gailileo kommt

Das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo soll

wesentlich präziser als das bekannte GPS-System arbeiten

und wird nicht vom Militär kontrolliert. 2012 sollen mit dem

Start der ersten Rakete gleich zwei Satelliten ins Weltall

befördert werden. Die ersten 14 Satelliten werden in

Deutschland gebaut und kosten etwa 566 Millionen Euro.

Die 32 wegweisenden Himmelskörper werden in einer Höhe

von mehr als 23.000 Kilometern um die Erde kreisen. Start

des Systems ist für 2014 geplant. Die Navigationsdaten für

private Abnehmer sollen kostenlos sein, für Daten mit einer

Genauigkeit im Zentimeterbereich muss bezahlt werden.

Galileo soll mit dem GPS-System kompatibel sein, um eine

wesentlich bessere Abdeckung zu erreichen. Die Präzision

des europäischen Systems soll bei weniger als vier Metern

im zivilen, kostenlosen Bereich liegen. Bisher kostete Galileo

mehr als 1,5 Milliarden Euro, bis zu seiner Fertigstellung

sollen noch 3,4 Milliarden dazukommen.

www.esa.int

SeaHelp:

Neuer Stützpunkt in Grado

Der führende Pannendienst an der Adria eröffnet im Bereich

Grado einen weiteren Stützpunkt. Damit erhöht sich die Zahl

der SeaHelp-Stützpunkte zwischen Venedig und Dubrovnik auf

neun Stationen, die Skippern rund um die Uhr Hilfe leisten.

Lange warten müssen SeaHelp-Mitglieder im Falle eines

Falles nicht, denn das Rib mit zwei satten 320-PS-Cummings-

Diesel und Jet-Antrieb sorgt dafür, dass havarierten Skippern

schnelle Hilfe zuteil wird. Für SeaHelp schließt sich die Lücke

damit zwischen Lignano und Portoroz, dem nächsten Stützpunkt

in Slowenien. Geschäftsführer Walter Ebli: „Diesen

Bereich komplett abzudecken, lag uns immer schon am

Herzen.

www.sea-help.eu


10

SEEFRAU

UND ODYSSEUS

Foto: Shutterstock

Also, es ist soweit! Die Segelsaison ist eröffnet! Und da muss ich gleich ganz

dringend mein Lieblings-Chartersegelurlaub-Thema ansprechen: Ankern.

Kolumne von Alexandra Schöler

Letztes Jahr ließen wir unsere große Reise im Juli in Kroatien

ausklingen. Kreuzten meist gegen den Wind Richtung Heimathafen

Italia – uns entgegen motorten sämtliche Charterurlauber.

Aber das Motoren ist ein anderes Thema und da soll mal

jeder machen, wie er will. Wir sind heute beim Ankern. In der

ersten überfüllten kroatischen Bucht ging es nämlich los.

„Runter damit, Schatzi“ brüllte ein Charterkapitän ohne Badehose

am Steuer seiner Mietyacht. (Auch das Nacktsegeln

würde eine Kolumne füllen, aber wie gesagt heute geht’s ums

Ankern).

Seefrau am Anker bediente locker die elektrische Ankerwinsch

und ließ die Kette runterrasseln. „Passt!“ Kapitän probierte

weder den Rückwärtsgang, um den Halt des Ankers zu testen,

noch tauchte er ab, um sich den Ankergrund anzusehen, sondern

holte sich ein kaltes Getränk. Schließlich vergnügten sich

alle wie die Kinder im Blau der Adria – keiner an Bord.

Da – wie aus dem Nichts – schien sich der Abstand zwischen

unserem Boot und dem des Herrn Kapitän ziemlich verkleinert

zu haben und weiterhin zu verkleinern.

„Der slippt“, meinte mein Skipper. Als alle wieder an Bord in

der Sonne glühten, fiel auch dem Charterkapitän die große

Nähe zu uns – seinen Nachbarn – auf. „I glaub, eicha Anker

slippt“, rief er vom Heck seines Schiffes zu unserem Bug. Seltsam,

gegen den Wind nach vorne zu slippen schien mir ein

ziemliches Kunststück.

Mein Skipper machte sich Luft.

Kapitän schaute beleidigt, aber warf den gerade abgekühlten

Motor doch wieder an, während er gut verständlich für das

Ankerfeld und die umliegenden Inseln seine Frau anpfauchte:

„Anker rauf, aber schnell, Schatzi“! Seefrau stand wieder am

Anker und hantierte verdrossen an der Ankerwinsch.

Bei Fahrtenseglern hatte ich festgestellt, dass meist die Männer

am Anker waren und die Frauen am Steuer. Im Charterbetrieb

war es immer umgekehrt. Warum? Bei Fahrtenseglern müssen


Ocean Woman

Das gibt es

11

so nur bei

Pantaenius

AUT09091 www.hqhh.de

beide erfahrenen Segler sein. Also sollte es eigentlich egal sein

wo man sich positioniert, überall muss man Bescheid wissen.

Und dennoch.

Bei uns war diese Einteilung vorrangig, weil wir keine elektrische

Ankerwinsch haben (ja, so etwas gibt es!). Ankern war

ziemliche Kraftanstrengung, Steuern erforderte gutes Gefühl.

Peter und ich entwickelten uns zu einem richtig guten Team.

Und eines vor allem: Peter brüllt nie.

Charterkapitäne und eventuell auch andere Kapitäne, die ihre

Frauen am Ankerplatz anbrüllen, sind gar nicht so selten, um

nicht zu sagen ziemlich oft, zu erleben. Wir verständigen uns

vorrangig mit Handzeichen. Am Ende der Reise reagierte ich

oft schon vor Peters Zeichen, ich wusste einfach was kommt.

Weibliche Intuition?

Frauen in Kroatien brüllen entweder zurück oder sagen nichts

und gehen nicht mehr segeln. Beides keine besonders guten

Voraussetzungen für einen netten Urlaub ohne Spannungen.

Ich weiß nicht, warum es umgekehrt besser funktioniert, aber

ich denke, man sollte es versuchen. Vielleicht glaubt der Kapitän,

eine Katastrophe könnte passieren, wäre er nicht am Steuer,

denn nur wer lenkt, denkt – denkt ER, der lenkt … oder …

wie auch immer.

Oder die Frauen denken sich, na mit der Maschine kenn’ ich

mich nicht aus, wie war das mit dem Vorwärtsgang?

Hallo!?! Autofahren ist schwieriger! Und wer sind denn bitte

rein statistisch die besseren Autofahrer/innen? Also ran ans

Steuer!

Und vielleicht fällt dem Freizeitkapitän vorne bei der elektrischen

Ankerwinsch mit einem Blick auf den Meeresgrund auf,

dass der Anker auf einem Flecken Seegras nicht so gut hält wie

auf einem Flecken Sand. Oder es fällt ihm sogar ein, ganz archaisch

so wie Odysseus Mannen den Anker runterzulassen

bzw. aufzuholen, ohne Elektrik, nur mit Muskelkraft, die sich

am Ende des Urlaubs auch andeutungsweise an den Oberarmen

und eventuell sogar waschbrettbauchmäßig zeigen wird – was

der Seefrau sicher angenehm auffällt.

Im Idealfall also passiert folgendes: Die Seefrau knallt den

Rückwärtsgang rein bis der Anker einrastet und spart sich so

nächtlich die Panik eines Not-Ankermanövers. Odysseus, pardon,

Kapitän, springt klassisch vom Bug in das Wasser und

schaut, ob sich die Kette spannt, gibt ein Victory-Handzeichen

und beide genießen dann ein kaltes Getränk ihrer Wahl.

Ankern. Segeln. Ehekrisen. Das kennt man doch.

Ankern. Seefrau und Odysseus. Das wäre doch mal was anderes,

oder?

Ihr Plus bei der

Yacht-Kaskoversicherung.

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Werft geschleppt werden?

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12

oCEAN7 REVIER

Traumrevier für den Winter

Die British Virgin Islands liegen in den kleinen Antillen, sind ein britisches

Übersee-Territorium in der Karibik und bestehen aus über 60 Inseln und kleineren

Riffen, von denen nur 16 bewohnt werden. Landschaftlich zählen die British

Virgin Islands zu den schönsten und abwechslungsreichsten Segelrevieren der

Welt. Windmäßig lassen die von den Einheimischen kurz BVI genannten Inseln

jedes Seglerherz höher schlagen. Das Klima ist tropisch und bietet sämtliche

Vorzüge für einen perfekten Törn, auf dem man den kalten Wintermonaten in

Europa entgehen kann. Durch die stabile Wirtschaftslage der Inselgruppe gibt

es kaum Kriminalität und man wird überall freundlich und mit einem Lächeln

begrüßt. Zu den großartigsten Sehenswürdigkeiten zählt mit Sicherheit der

südwestliche Küstenabschnitt von Virgin Gorda, wo man bei den sehenswerten

Baths über einen engen Pfad zwischen gigantischen Granitblöcken zu einem

traumhaften Strand gelangt. Charterboote gibt es auf den British Virgin Islands

in allen Größen und Ausstattungen. Es sind sowohl Törns mit Kapitän als auch

Bareboatcharter möglich, um zwischen den vielen Inseln mit ihren unberührten

Stränden und den belebten Partyspots zu kreuzen und dieses exotische Revier

kennenzulernen. Um ein geeignetes Boot zu bekommen, sollte man sich noch

rechtzeitig vor der Wintersaison über die zahlreichen Angebote informieren.

www.britishvirginislands.de www.master-yachting.de

www.dreamyachtcharter.com

Haus mit yacht

Wer gerne Segelurlaub im Mittelmeer machen würde, dabei aber auf den

Komfort eines Hauses nicht verzichten will, der ist bei casa & barca richtig. In

Sardinien bietet das Unternehmen komfortable Ferienhäuser und die exklusive

Benutzung einer sportlichen 30été an. Es handelt sich dabei um einen Day sailer

mit hervorragenden Segeleigenschaften, der sich ausgezeichnet zum Ent -

decken der einmaligen Landschaft des la Maddalene-Archipels mit seinen 20

Inseln eignet.

www.casaebarca.net


NEWS REVIER

13

Kabinencharter bei Moorings

Alle, die einmal auf Segeltörn gehen wollen, aber nicht über eine

komplette Crew verfügen, um diesen Plan in die Tat umsetzen zu

können, bietet das große weltweite Charterunternehmen Moorings die

Gelegenheit, Einzel- oder Doppelkabinen in den reizvollsten Revieren

der Welt zu buchen. Besonders interessant ist dieses Angebot für

Gäste, die noch nicht über ausreichende Segelerfahrung verfügen und

trotzdem die Freuden des Yachtsports kennenlernen möchten. In

dieser Saison starten entsprechende Schiffe in den traumhaftesten

und exotischsten Revieren auf dem ganzen Globus wie Tortola auf den

British Virgin Islands, in Canouan auf den Grenadinen sowie von Placencia

auf Belize und Abaco auf den Bahamas. Als Schiffe stehen

Moorings 4600- und 4700-Katamarane bereit, die Platz für sechs

Gäste in drei Kabinen bieten. Bei diesem reizvollen Angebot sind

Skipper und Koch, Unterbringung in privater Kabine mit Klimaanlage,

alle Mahlzeiten und Getränke, Kajak, Angel- und Schnorchelausrüstung

sowie ein Beiboot mit Außenborder inklusive. Der Preis für einen siebentägigen

Aufenthalt auf einem 4700-Katamaran in einer Doppelkabine

kostet ab Tortola 1.185 Euro pro Person. In Österreich können die

Kabinen über Trend Travel & Yachting, Müller Yachtcharter oder direkt

bei Moorings Deutschland gechartert werden.

www.mooringscrewed.com

xxxxxxxxxx

Der Neubau der Reederei Ponant, die Le Boréal, hat ihre

Jungfernfahrt ab Marseille angetreten. Im Früjahr kreuzte

die Luxusyacht auf der

Mittelmeer-Route von Marseille über Monaco, Bonifacio,

Neapel, Ischia, Capri, Portoferraio/Elba, Cinque Terre und

Portofino nach Nizza. Bis

Jungfern-fahrt

Der Neubau der Reederei Ponant, die LE BOREAL, hat ihre Jungfernfahrt ab Marseille angetreten.

Im Frühjahr kreuzte die Luxusyacht auf der Mittelmeer-Route von Marseille über Monaco, Bonifacio,

Neapel, Ischia, Capri, Portoferraio/Elba, Cinque Terre und Portofino nach Nizza. Bis Oktober verkehrt

das neue Flaggschiff im Mittelmeer, Nordeuropa und rund um Island. Die neue Yacht von Ponant

wird wie ihr Schwesterschiff, die L’Austral, im Mai 2011 offiziell getauft. Beide Neubauten sind mit

Dieselmotoren ausgestattet, die MDO (Marinedieselöl) verbrauchen und so ohne Probleme in der

Antarktis kreuzen können. Bereits im Winter 2010 wird LE BOREAL dort kreuzen.

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14


Revier

15

Achilleion –

Dorf der Glücklichen

Achillion ist ein zauberhaftes Fischerdorf in der Nordägäis. Drei exzellente Tavernen, ein paar Fischer

mit ihren Booten, ein Friseur alten Stils, ein Metzger, eine Gemüsehändlerin, zwei Tante-Emma-Läden.

Und am blitzsauberen neuen Promenadekai davor liegen elf Schiffe von Eckeryachting.

Sie erschließen das Revier der Nördlichen Sporaden.

Text und Fotos: Thomas D. Dobernigg


16

1

Es waren die einzigen kritischen Momente des gesamten Törns,

als die grellrot als Vodafone-Reklame gestrichene Katamaran-

Fähre in den malerischen Naturhafen von Patitiri auf Alonnisos

brauste, schwungvoll mit viel Maschinenschub drehte, einen

Schwell verursachte, der einem Biskaya-Sturm alle Ehre gemacht

hätte und die Schiffe tanzen ließ, als wären sie auf der

After-Show-Party einer gefeierten Rock’n Roll-Band.

Unsere Bavaria 44 SEMPER FI war zum Glück so gut abgefendert,

dass sie den Wirbel unbeschadet und ohne Kratzer

überstand. Sie lag längs an der Außenseite der Steinmole, an

deren inneren Seite die Fähre schließlich festmachte. Wir

hatten zuvor auf der Suche nach dem besten Liegeplatz in

diesem Hafen mehrere Runden gedreht und uns dann entschlossen,

keinesfalls mit Buganker römisch-katholisch festzumachen.

Nahezu überall im gesamten Hafen liegen nämlich

schwere Eisenketten auf dem Grund und Fischer haben zusätzlich

Mooringleinen kreuz und quer unter Wasser gespannt, die

ein Ankermanöver so gut wie unmöglich machen. Dort, wo laut

Hafenplan Yachten liegen sollen und es Strom und Wasser gibt,

haben Fischer mit ihren kleinen Booten alles verrammelt.

Auch ohne die Fähre kann es in diesem so sicher wirkenden

Hafen zu extremem Schwell kommen. Also Vorsicht!

Strafzettel auf griechisch

Der Kai, an dem unser Schiff festgemacht war, ist zugleich ein

großer, betonierter Platz, der auch zum Be- und Entladen der

Fährschiffe mit Lastwagen dient. Rundum ist er unübersehbar

gespickt mit Halteverbots-Schildern. Es scheint niemanden zu

kümmern, denn die Fläche war vollgeparkt mit Fahrzeugen

aller Art, als wir zum Abendessen gingen.

weiter blick

Vor allem Ausländer haben nach dem schweren Erdbeben 1965 die Ruinen

der Chora auf Alonnisos gekauft und wieder aufgebaut – ein wunder schöner

Ort mit einem Blick über die Sporadeninseln, der seinesgleichen sucht.


Revier

17

Als wir zurückkamen, standen nur noch drei einsame Autos da.

Bei allen war der linke Hinterreifen platt. Seltsamer Zufall. Am

nächsten Morgen konnten wir bei unserem Frühstückskaffee

vom Cockpit aus beobachten, wie zwei der Besitzer angetrabt

kamen, aus dem jeweiligen Kofferraum Luftpumpen holten,

ihre platten Reifen aufpumpten und wegfuhren. Wenig später

war der Platz wieder zugeparkt. Eine Polizeistreife tauchte auf

– ließ die Luft aus den linken Hinterreifen der abgestellten

Autos, und fuhr wieder davon. Sozusagen ein „Strafzettel“ à la

Alonnisos. Kein Wunder, dass Griechenland pleite ist.

Vom Hafen aus führt ein Fußweg in etwa eineinhalb Stunden

in den 250 Meter über dem Meer gelegene Hauptort der Insel,

die Chora. Es soll eine sehr schöne Wanderung durch Weinberge

und Olivenhaine sein. Ich kann das leider nicht beurteilen,

wir nahmen für sechs Euro ein Taxi.

Angst vor bösen Geistern

Die Chora oben am Berg wurde am 9. März 1965 von einem

schweren Erdbeben fast vollständig zerstört. Die meisten Bewohner

glaubten damals an böse Geister, bauten ihre Häuser

nicht mehr auf und zogen in den Hafenort, der sich seitdem

zum Verwaltungs- und Einkaufszentrum entwickelt hat. Das

wiederum kann ich bestätigen: Hier fanden wir den bestsortierten

Supermarkt, einen exzellenten Fleischer und die feinste

Bäckerei in dem gesamten Revier.

2

3

1 kreisrund. Der Naturhafen von Patitiri auf Alonnisos wirkt auf den ersten

Blick sicher und gut geschützt. Cer Eindruck trügt.

2 gefährlich. Nicht nur der Schwell der Katamaran-Fähre, auch Wellengang

von außen bringt längs festgemacht Yachten in Turbulenzen.

3 verwinkelt. Die Chora hoch oben in den Hügeln von Alonnisos bietet ein

gepflegtes, sauberes Dorf mit engen Gassen und einem tollen Ausblick.

-10_210x70.FH10 Mon Jun 14 17:31:11 2010 Seite 4

4 gemütlich. In den Cafés im Hafen Patitiri spielen die Fischer Tavla und

Karten.

C M Y CM MY CY CMY K

4

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18

1

Essen & Trinken

In jedem Ort auf diesem Törn finden Sie gute Tavernen. Insbesondere

die verschiedenen Vorspeisen („Meze“) sind überall zwar

regional leicht unterschiedlich, aber sehr schmackhaft. Gängiger,

guter Fisch ist zum Beispiel gegrillter Barbunia (Rotbarbe) oder

deren kleinere und deutlich billigere kleine Schwester Kurumura.

Köstlich sonnengetrockneter Oktopus vom Grill. Die Hausweine sind

überall gut trinkbar, das Mythos-Bier legendär. Besonderer Tipp:

Zipporo mit oder ohne Anisgeschmack. Ein Traubentrester wie der

Grappa. Kann mit Wasser verdünnt werden. In etlichen Tavernen der

Region werden bei einer Bestellung von Zipporo in Etappen diverse

kleine Gerichte serviert – von gebratenen Sardinen über Oliven bis

zu überbackenen Auberginen und Zucchini.

Taverne Klimataria in Skopelos, direkt am Hafen. Hervorragend der

frische Fisch oder das Lamm aus dem Ofen.

Am Abend vor dem Ablegen oder am Abend nach der Rückkehr ist

ein Bummel durch die Lokale von Achilleion bestimmt kein Fehler.

Bei Kostas, direkt hinter dem Steg von Ecker-Yachting, spricht der

Wirt nicht nur perfekt deutsch, hier wird auch ehrliche und gute

griechische Küche geboten.

Aber zurück zur Chora: Viele Ausländer, vorwiegend Deutsche

und Briten, kauften die Ruinen und bauten den Ort wieder auf.

Er ist absolut sehenswert mit seinen stilvollen kleinen Häusern

und vor allem mit dem wundervollen Blick über die sanften,

grünen Hügel und hinaus zu den anderen Inseln der Nördlichen

Sporaden.

Sie liegen alle so nahe nebeneinander, dass sie in familienfreundlichen,

kurzen Etappen erreicht werden können. An jeder

Ecke findet man eine traumhaft ruhige Bucht mit Sandstrand

und Taverne für einen Badestopp oder sogar ein paar ungestörte

Tage vor Anker. Hier muss keine Crew Angst haben, abkassiert

zu werden wie in Kroatien: Man liegt überall gratis und

selbst in den größeren Häfen kommt kaum jemand, um eine

Liegegebühr einzutreiben.

Tzortzi und Stenivalla auf Alonnisos sind nur zwei Beispiele

für Buchten, in denen man ohne weiteres auch einen ganzen

Urlaub verbringen könnte.

Das allerdings wäre schade, denn man würde so vieles verpassen,

was dieses unverdorbene und noch so ursprünglich griechische

Revier zu bieten hat. Skopelos etwa. Diese herrliche

Insel mit den karibisch anmutenden Buchten im Süden.

Goldfarbene Sandstrände, die sanft und flach vom

türkis schillernden Wasser umspült werden. Mit

Macchia, Olivenhainen und Pinienwäldern dahinter.

Ein Paradies für ruhesuchende Erwachsene

ebenso wie für Kinder, die im Sand und

im flachen Wasser spielen wollen.

Skopelos bietet aber auch einen sicheren und

großen Hafen mit einer Stadt dahinter, wie in

den Kykladen in den Hang gebaut. Mit en-


Revier

19

gen, verschlungenen Gassen, bunten Blumen überall, schneeweißen

Kirchen und Häusern mit strahlend blau gestrichenen

Fensterläden und Türen, wie wir sie sofort vor Augen haben,

wenn wir an Griechenland denken. Und mit dem Ausblick, der

sprachlos macht, auf das herrliche ägäisblaue Meer und die

vielen kleineren und größeren Inseln rundum.

Lebensfreude pur

An der Hafenpromenade befindet sich ein Café neben dem

anderen, Tavernen, Konditoreien, die verführerisch honigsüße

Mehlspeisen anbieten – und Souvenirläden jeder Art. Selbst

außerhalb der Saison erwacht hier abends der Ort zu prallem

Leben mit einer unüberschaubaren Zahl junger Menschen, die

überall unterwegs sind, in den stimmungsvollen Bars ihre

Drinks einnehmen oder im Freien feiern, in Gruppen zusammenstehen

und sich unterhalten. Reine Lebensfreude ist hier

spürbar. Nichts von Krise, Überschuldung, kaputten Staatsfinanzen,

Bankrott, finanzieller Not. Wer könnte in einer derart

pittoresken Umgebung auch solche negativen Gedanken entwickeln.

Und im Übrigen ist die EU ja auch noch da, die wird

das alles schon wieder in Ordnung bringen. Aber das ist eine

ganz andere Geschichte. Auch wir wollen in diesem Ferienparadies

und in unserer Urlaubsstimmung daran erst gar nicht

denken. Hauptinsel und Hauptort der Nördlichen Sporaden

ist Skiathos. Eine Riff- und inselgespickte Einfahrt bringt

Segler in den großen Hafen mit der breiten, von Cafés gesäumten

Uferpromenade. Auch hier, wie in Patitiri auf Alonnisos,

verhindern unüberschaubare Ketten auf dem Grund das Ankern

2

3

4

1 sicher. Der große Hafen von Skiathos bietet alles, was Segler brauchen:

sichere Liegeplätze und einen der schönsten Orte der Sporaden.

2 beschaulich. Im glasklaren Wasser im geschützten Hafenbecken liegen

bunt gestrichene Fischerboote.

3 lebendig. Die Jugend von Skiathos belebt die Uferpromenade und die

zahlreichen, gemütlichen Cafés.

4 geruhsam. Auch wenn unten am Hafen von Skiathos Trubel herrscht, in

den engen Gassen oberhalb geht es ruhig und besinnlich zu.

5 farbenprächtig. Frühling ist die schönste Zeit. Dann erblühen die

Inseln.

5


20

1

1 Familientauglichkeit

Die kurzen Distanzen, der im Sommer gemäßigt wehende Meltemi

und die zahlreichen goldfarbenen, sanft auslaufenden Sandstrände

machen das Revier absolut familientauglich. Bei entsprechender

Planung fühlen sich auch kleine Kinder hier wohl. Wer länger als

eine Woche unterwegs ist, kann problemlos zusätzlich Chalkidike

besuchen. Über dieses Revier lesen Sie in der Reportage „Greek

Sailing mit Makis“ auf den folgenden Seiten.

Schwierigkeitsgrad: Wer die Grundlagen des küstennahen Segelns

beherrscht, wird in diesem Revier gut zurechtkommen. Dazu gehören

insbesondere Ankermanöver, da – anders als in Kroatien – hier

keine Festmacherbojen ausgebracht sind. Dafür ankert man auch

überall gratis.

Versorgung

In Achilleion sehr gute kleine Läden für die ersten Tage: Lebensmittelhandel,

Bäckerei, Fleischerei, Gemüsehändlerin. Den am besten

sortierten Supermarkt mit erstklassiger Fleischabteilung sowie eine

Spitzenbäckerei findet man in Patitiri auf der Insel Alonnisos. Hier

kann man sich zu günstigen Preisen hervorragend mit allem für den

gesamten Törn eindecken.

und am besten geht man längsseits. Terminals mit Strom und

Wasser sind zwar zahlreich vorhanden, es war aber niemand zu

finden, der sie aktiviert hätte. Dafür wurde auch nicht abkassiert.

Bekannt geworden sind Insel und Hauptort Skiathos zuletzt als

Drehort und Schauplatz des Abba-Films und Musicals „Mama

Mia“ und im Sommer soll es da touristisch ziemlich hoch her

gehen. Partytime ohne Ende. Wir haben in der Vorsaison davon

nichts mitbekommen. Außer, dass die attraktiven Kellnerinnen

in ihren Super-Minis in den Cafés und Tavernen mit westlicher

Geschäftstüchtigkeit auf die Kunden zugehen, während überall

sonst im Revier zwar freundlich, aber doch eher reserviert auf

fremde Gäste reagiert wird. Was im Übrigen sehr für die Unverdorbenheit

der Menschen der Nördlichen Sporaden

spricht.

Wo Götter Hochzeiten feierten

Der neue Stützpunkt von Ecker-Yachting liegt im Golf von

Volos, der im Osten von der gebirgigen, bis zu 1.543 Meter

hohen Halbinsel Pilion umschlossen wird. Hier feierten laut

der griechischen Mythologie die Götter diverse Hochzeiten.

Zeus häufig in Tierform, wenn er Frauen begatten und Nachwuchs

zeugen wollte. Die Wälder waren von Zentauren bevölkert,

Mischwesen mit dem Kopf, den Schultern und Armen

eines Mannes und dem Körper und den Beinen eines Pferdes.

Einer von ihnen war Cheiron, er wird als weise und gütig geschildert,

verstand sich auf die Jagd und die Heilkunde. Er soll

mehrere griechische Helden erzogen haben, darunter Achilles.

Äskulap wurde von ihm in der Medizinkunde unterrichtet,


Revier

21

bevor er von Zeus in ein Sternbild verwandelt wurde. Kein

Wunder also, dass er uns nicht mehr begegnet ist.

Der Pilion ist ein wahres Paradies für Kräutersammler – nicht

nur solche für die Bordküche. Es wachsen in den grünen Wäldern

rund 2.000 unterschiedliche Heilpflanzen, die von Kennern

der Naturheilkunde geschätzt werden.

Jason und die Argonauten starteten von der heutigen Hafenstadt

Volos aus mit ihren schnellen Schiffen zur Suche nach

dem Goldenen Vlies.

Genug Mythologie. Wir segelten erst einmal zur kleinen Insel

Palio Trikeri, die dem äußersten Zipfel des Pilion vorgelagert

ist. Es war der Ostersonntag im Christentum, als wir dort

Station machten. Ein Fest, das sich alle vier Jahre mit dem in

Griechenland verwendeten Orthodoxen Kalender überschneidet.

Es herrschte Hochbetrieb in dem winzigen Hafen mit

1 bilderbuchstadt. Skiathos wirkt fast wie ein Ort auf den Kykladen: Viele

Kirchen, schneeweiße Häuser, blaue Fensterrahmen und Türen.

2 flottenschau. Antonia von Ecker-Yachting präsentiert die Flotte, die vor

dem herausgeputzten Dorf Achilleion liegt. Elf Yachten der Extraklasse.

Beste Zeit

Von Mai bis Ende Oktober. Wobei Spätsommer und Herbst beste Badetemperaturen

der Ägäis garantieren, der Frühling dafür das Land in

tausend Grüntönen und Blütenpracht erstrahlen lässt.

Der Meltemi weht im Sommer in diesem Revier. Da er aus dem Norden

von den hohen Bergen kommt, bringt er frische und angenehme Kühle

mit. Erst weiter südlich, über dem heißen Mittelmeer, staut er Hitze

und speichert zusätzliche Energie. Der Meltemi weht daher im Revier

der Nördlichen Sporaden um gut ein bis zwei Windstärken schwächer

als zwischen den Inseln der Kykladen oder des Dodekanes. Dennoch

sollte der Skipper vorsorglich reffen, wenn er aus einer Landabdeckung

in die Düse zwischen zwei Inseln segelt.

Anreise

FY NIKI und AIR BERLIN fliegen Volos in der Saison zweimal wöchentlich

aus Wien direkt an. Von hier dauert der Transfer zum Stützpunkt von

Ecker-Yachting in Achilleion rund 20 Minuten. Außerhalb der Hauptsaison

muss nach Thessaloniki oder Athen geflogen werden. Tägliche

Flüge mit AUSTRIAN. Transferzeit dann rund zweieinhalb Stunden.

Charter

Seit Mai 2010 betreibt Ecker-Yachting in Achilleion, einem Fischerdorf

wie aus dem Bilderbuch am südöstlichsten Ende im Golf von Volos, eine

Charterbasis mit elf hervorragend ausgerüsteten und bestens gewarteten

Schiffen – Einrumpf von 33 bis 49 Fuß sowie einen Katamaran

Privilege 44. Eine Bavaria Cruiser 33 gibt es komplett mit Beiboot, Außenborder,

Bettwäsche, Autopilot, Endreinigung und allen Nebenkosten

in der Vor- oder Nachsaison bereits ab 1.100 Euro pro Woche. Die

Bavaria 44 SEMPER FI, mit der OCEAN7 unterwegs war, kostet in der

Vor- oder Nachsaison 1.990 Euro, im Juli 3.220 Euro pro Woche. Darauf

gibt es Frühbucher-, Mehrwochen- und Familienrabatt.

www.eckeryachting.com

2

2


22

Nördliche Sporaden

Alonnisos

Pelagonisi

Skiathos

Skopelos

Die besten Buchten

Das Revier ist so reich an schönen, bei dem vorherrschenden Meltemi gut geschützten

Buchten mit goldfarbenen Sandstränden, dass jede Crew ihren eigenen Lieblingsplatz

finden wird. Uns haben besonders gut gefallen:

O. Tsortsi im Osten von Alonnisos.

O. Panormou im Südwesten von N. Skopelos.

O. Staphylos im Süden von N. Skopelos.

Die besten Häfen

Skiathos – Sicher und geschützt bei allen Winden. Quirlige und lebendige Stadt mit Cafés,

Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten.

Skopelos – Sicherer, bestens geschützter Hafen mit zahlreichen hervorragenden Tavernen,

Cafés und stimmungsvollen Bars. Schöne, in den Hang gebaute Stadt mit verwinkelten

Gassen, vielen Kirchen, gepflegten Häusern. Alle weiß getüncht mit strahlend blauen

Fensterrahmen und Türen. Tolle Aussicht von der Bar Thalassa am obersten Ende des

Ortes.

Patitiri auf Alonnisos – Erstklassige Einkaufsmöglichkeiten, aber nur bedingt empfehlenswert,

da sehr häufig starker Schwell. Bessere Alternative ist das nur eine halbe Seemeile

nördlich davon gelegene Votsi, wo man in klarem Wasser gut ankern kann. Unbedingt

sollte ein Besuch von Alt-Alonnisos am Berg eingeplant werden.

Oreoi auf Euböa – Hübscher Fischerort in einem perfekt geschützten Revier an einem

kilometerlangen Sandstrand. Sicher bei jeder Wetterlage. Gute Tavernen und Cafés.

Sehenswert: Ein Marmorstier aus dem 4. Jhd. v. Chr. in Lebensgröße, den Fischer aus dem

Meer geborgen haben.

Anders als in Kroatien, insbesondere in den Kornaten, ist dieses ursprüngliche Revier noch

keineswegs vom Tourismus so sehr heimgesucht, dass man bereits mittags versuchen

muss, einen Platz in einem Hafen zu ergattern. Marinas gibt es hier ohnedies keine.

Deshalb bietet es sich förmlich an, den Tag in den diversen Badebuchten vor Anker zu

verbringen und erst am Abend den jeweils kurzen Schlag in den nächsten Hafen zu segeln.

Falls man nicht ohnedies lieber auch über Nacht vor Anker bleibt. Gute Tavernen gibt es

an fast jedem Strand.

1


Revier

23

Ormos Tzortzi

seinem Mini-Pier. Taxiboote brachten im Minutentakt Gäste

vom nahen Festland zum Lammschmaus in die Restaurants auf

die Insel. Und wir machten flüchtig Bekanntschaft mit zwei der

bemitleidenswertesten Opfern der griechischen Wirtschaftspleite,

denen jetzt mit EU-Subventionen geholfen werden soll: Ein

Zahnarzt und ein Rechtsanwalt aus Athen, beide mit einem

geschätzten versteuerten Jahreseinkommen von lediglich rund

12.000 Euro, die sich jetzt empören, dass ihnen das auf einmal

keiner mehr glaubt und sie plötzlich mehr an das Finanzamt

zahlen sollen. Sie landeten direkt rechts und links von unserer

44er Bavaria mit ihren Motoryachten an. Eine davon, eine

Azimut 58 mit Flybridge, pilotiert von einem dynamischen

Zahnarzt aus Athen im schwarzen Anzug und mit scharfkantigen

Gesichtszügen. Auf der Heckplattform warteten bereits

seine Frau in schwarzer Abendrobe und seine kleine Tochter

mit einem Dreirad in der Hand mit gelangweilter Miene darauf,

endlich an Land gehen zu können. Zwei Typen, Marke

„Bodyguard“ mit dicken Goldketten um den Hals, schwarzen

Anzügen und Headsets wie Agenten vom FBI, standen am Kai

bereit, um alle grob handwerklichen Arbeiten zu übernehmen.

Zum Glück waren nur Festmacherleinen zu bedienen und es

musste nicht gleich geschossen werden.

Osteressen mit Dieselgestank

Ich schaffte es gerade noch, den davon stürmenden Motoryachtbesitzer

höflich zu bitten, doch den Generator auszuschalten,

da wir im Cockpit unseren Osterschinken ohne Dieselabgase

genießen wollten. Er sagte „Okay“, rief irgendetwas auf

Griechisch seinen Handlangern zu und war weg. Die Finstermänner

schalteten tatsächlich den Generator aus, dafür aber

wenig später die Hauptmaschine ein, um sie die gesamte Nacht

hindurch laufen zu lassen. Ich sagte dazu gar nichts mehr, weil

die massigen Typen bestimmt auch noch anderes gut können,

als nur die Maschine zu starten. Ich freue mich jedenfalls schon

heute auf meine nächste Steuererklärung, weil ich weiß, dass

mit dem von mir erarbeiteten Geld mit dem kleinen Umweg

über Brüssel jemand wirklich Bedürftigem in Griechenland

geholfen werden kann, seine Dieselrechnungen und die Gagen

für seine Leibwächter leichter zu bezahlen. Aber auch das ist

eine andere Geschichte.

Wir segelten jedenfalls am nächsten Tag nicht wirklich ausgeschlafen,

aber ohne Motorengedröhne, den Pilion im Süden

entlang, vorbei an dem mächtigen Marmorsteinbruch Ay. Vatos

naturnah. Die große Bucht von Tzortzi auf Alonnisos bietet sicheren Ankergrund

auf Sand, einen Strand und eine gute Taverne.

Skopelos

Ormos Skopelou

geschützt. Sicherer, großer Hafen mit vielen guten Liegeplätzen für Yachten

und einer sehenswerten Stadt.

Skiathos

Ormos Skiathou

lebendig. Viele Ankerbuchten zum Schwimmen in der Einfahrt und ein lebendiger

Hauptort, wo der Abba-Film „Mama Mia“ gedreht wurde.

Ormos Panormou

1 blick zurück. Vom kleinen Inselhafen auf Trikerix der stimmungsvolle Blick

zurück in den Golf von Volos und auf Achilleion.

idyllisch. Eine der schönsten Buchten auf Skopelos. Besonders attraktiv ist

der Einschnitt im Süden.


24

1

und dann in nördliche Richtung, wo zwischen dichten Wäldern

und gepflegten Olivenhainen viele Österreicher ihre Villen

besitzen – Medienmanager, Popsänger, Schönheitschirurgen,

Modeanwälte. Alle Häuser dezent versteckt zwischen Bäumen,

aber immer mit eigenem Sandstrand. Einzige Ausnahme: Der

Protzbau eines deutschen Opelhändlers.

Im krassen Gegensatz zur Ostseite des steilen und schroffen

Pilion liegt im Süden davon Euböa, die größte der griechischen

Inseln. Endlos scheinende und menschenleere Sandstrände

säumen die Ufer. Dahinter steigen toskanisch anmutende sanfte

Hügel mit Weinbergen an. Mehrere sichere kleine Häfen

finden sich in dem auch bei schwerem Wetter perfekt geschützten

Revier. Wir waren in Orfei, in Handbüchern auch Oreoi

genannt, wo Fischer 1965 einen riesigen Marmorstier aus dem

4. Jahrhundert v. Chr. aus dem Meer geborgen haben. Er ist

heute unmittelbar nördlich des stimmungsvollen Hafens an der

Promenade hinter dem Sandstrand in einem Behälter aus dickem

Glas ausgestellt.

Vom Glück, hier zu leben

Von hier aus sind es gerade einmal elf Seemeilen zurück nach

Achilleion, vorbei an der schönen kleinen Insel Argyronisos mit

ihrem eindrucksvollen Leuchtturm und hinein in den mächtigen

Golf von Volos. Wir steuern mit der SEMPER FI die neue,

Kostas, der grieche

Direkt hinter dem Promenadekai von Achilleion, an dem die Flotte von Ecker-

Yachting liegt, hat Kostas seine Taverne. Mit seiner Frau bewirtet er Gäste mit

fangfrischem Fisch und ausgezeichneter griechischer Hausmannskost.

www.achillion-restaurant.gr


Revier

25

elegante Steinmole von Achilleion an. Nicht überall

in Griechenland wird mit EU-Investitionen so

sinnvoll umgegangen wie hier. Aber das ist schon

wieder eine andere Geschichte. Die lesen Sie auf

den Seiten 43-44.

Bereits von weitem zeigt sich die gepflegte Schönheit

des kleinen Fischerdorfes Achilleion. Alle

Fassaden der Häuser sind sauber verputzt. Entlang

der Promenade sind Palmen gepflanzt und

die drei Tavernen haben Stühle und Tische mit

sauberen Tischdecken direkt am Ufer aufgestellt.

Es herrscht buntes Treiben. Fröhliche Kinder

laufen herum und spielen, Fischer unterhalten

sich in Gruppen, Frauen machen den Gehsteig

sauber, beim Bäcker und bei der Gemüsefrau wird

eingekauft und getratscht.

Kaum haben wir die Leinen festgemacht, als mir

Kostas eine seiner mächtigen Hände auf die

Schulter legt und sagt: „Willkommen. Schön, dass

du da bist, in unserem Dorf, in dem nur glückliche

Menschen leben“. Ich sehe ihn fragend an. Glückliche

Menschen? „Ja“, sagt er, „glücklich, weil ihr

hier seid. Glücklich, weil eine ganze Charter flotte

hierhergekommen ist und uns die Gäste bringt.

Und überhaupt glücklich, auch ohne das alles,

einfach weil wir hier leben dürfen. Schau’ dich

doch um. Wo hast du schon einen solchen Ausblick,

jeden Tag, wenn du am Morgen die Augen

öffnest“.

1 am promendakai. Skiathos ist die Hauptstadt der Nördlichen

Sporaden. Im großen Hafen liegt man gut und sicher, wie

hier die SEMPER FI.

2 im fischerdorf. Der Blick aus dem gepflegten Park auf

Achilleion, wo die Ecker-Flotte in Eintracht neben den Fischerbooten

ihre Liegeplätze hat.

3 beim gemüsehändler. Obst und Gemüse wird in den

kleinen Dörfern von Kleinlastern oder manchmal auch mit dem

Esel zum Verkauf gebracht.

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1

2

Kostas, der Grieche. Eine Art Alexis Zorbas. Nur ist Zorbas

der Mann, der das Glück des Scheiterns verkörpert, während

Kostas das Glück des Erfolges ausstrahlt. Er betreibt mit seiner

Familie eine der drei Tavernen in Achilleion. Sie liegt direkt

hinter dem Platz, an dem die Ecker-Flotte mit ihren elf Yachten

stationiert ist. Kostas spricht perfekt Deutsch und bietet eine

ausgezeichnete, bodenständige Küche. Vom Mussaka bis zum

fangfrischen Fisch, den er jeden Tag bei den Fischern kauft,

wenn sie im Morgengrauen nach einer Nacht auf See mit ihrem

Fang einlaufen.

Achilleion ist ein so friedlicher, entspannter Ort. Hier hat sich

jeder Euro gelohnt, den die EU investiert hat, denn die Menschen

hier haben etwas aus dem gemacht, was ihnen zur Verfügung

gestellt wurde, sie pflegen es und sie nutzen es sinnvoll.

Es gibt einen Frauenverein, dessen Mitglieder die Straßen und

die Uferpromenade sauber halten, Bäume pflanzen und gießen,

mit Blumen in großen Töpfen bunte Farben hinzaubern und

das alles dadurch finanzieren, dass sie köstlich schmeckende,

handgemachte Bäckereien und Näharbeiten im Tante Emma-

Laden verkaufen. Erstaunlich viel Jugend lebt in Achilleion und

seiner Umgebung ein vom Tourismus noch unverdorbenes,

zufriedenes Leben.

Lasst uns alle, die wir in Zukunft von dort aus in See stechen,

dazu beitragen, dass es noch sehr lange so bleibt, weil gerade

das den Charme dieses Reviers ausmacht.

1 morgenspaziergang. Im Morgengrauen landen die Fischer in Achilleion.,

schaulustige Dorfbewohner begutachten das Fangergebnis.

2 fischverkauf. Frischer können Meeresfrüchte nicht sein. Einkauf direkt bei

den Fischern von Achilleion.

3 abendessen. Alle drei Tavernen in Achilleion bieten ausgezeichnete regionale

Küche und sind jeden Abend gut besucht.

3

4 eselweide. Auf der Insel Alonnisos bietet sich dem Besucher ein prächtiger

Blick über satte Wiesen auf die blaue Ägäis.


Revier

27

5

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Greek Sailing

mit Makis

Segeln mit einem profunden Revierkenner an Bord öffnet immer neue Türen. Der Zugang zu

den Menschen an Land ist ein anderer und man erspart sich den ärgerlichen Lerneffekt,

in der richtigen Bucht die falsche Taverne erwischt zu haben. Ganz im Norden Griechenlands

bietet Makis Theodosiadis, der Besitzer von Greeksailing, diesen ganz besonderen Service.

Text: Thomas D. Dobernigg und Anton Kuzmanic · Fotos: Thomas D. Dobernigg


Revier

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1

Mit einem Schlag war es vorbei mit der Ruhe und Beschaulichkeit,

die wir im Cockpit der ANASTASIA genossen hatten.

Aufgeregte Schulkinder kamen von allen Seiten in den Fischerhafen

des kleinen Dorfes auf der Chalkidike-Halbinsel Sitonia

gerannt. Fischer fuhren mit ihren knatternden Mopeds und

verrosteten Toyotas im Höllentempo am Kai vor, als gelte es,

eine große Katastrophe abzuwenden oder zumindest deren

Zeuge zu werden.

Alle schrien lautstark durcheinander und gestikulierten, als

wäre Krieg unter den Familien ausgebrochen oder ein Tsunami

im Anmarsch.

Die Hektik galt einem großen Tümmler, der unbeirrt von den

entrüsteten Menschen auf den Stegen und an der Mole gelassen

durch den Hafen schwamm. Genau dort, wo knapp zwei Stunden

zuvor ein alter Fischer mit seinem hölzernen Boot begonnen

hatte, ein endlos scheinendes Netz auszulegen. Im Zickzack,

mitten im großen Hafenbecken beginnend, hinaus vor die Einfahrt,

dort weiter im Zickzack und schließlich wieder hinein in

das zweite Becken, wo die kleinen Fischerboote vor Anker lagen.

Ein kilometerlanger Todeswall für alle Fische, groß oder klein.

Es war angerichtet für den Tümmler. Er musste sich nur noch

bedienen. Wir saßen bei einem kühlen Glas Weißwein aus einer

Klosterkellerei vom Berg Athos im Cockpit unserer Yacht und

amüsierten uns darüber, wie der Meeressäuger das Netz abschwamm

und wie ein Kunde in einem gut sortierten

Supermarkt seine Einkäufe aus den gefüllten Regalen die Fische

aus der Falle pickte.

Bis der alte Fischer endlich den Einzylinder-Diesel seines

Fischerbootes in Gang gebracht hatte, um das Netz einzuholen,

hatte der Tümmler sein Mahl längst beendet. Er schwamm

noch eine kleine, letzte Runde durch das Hafenbecken, an

unserer Yacht und am Steg vorbei, wie um sich für den frischen

Fisch und bei seinem Publikum zu bedanken. Ich hätte schwören

können, dass er uns dabei verschmitzt zugrinste, ehe er

verschwand. Auch die aufgeregten Besucherrunden im Hafen

lösten sich allmählich auf und es stellte sich wieder angenehme

Ruhe ein. Nur der alte Fischer, dessen Netz restlos geplündert

war, fluchte noch einige Zeit vor sich hin, bis auch er sich beruhigte.

„War das nicht toll? Mir gefällt das mit dem Delfin“, sagte Makis,

genannt „Mike“: „Niemand darf ein Netz mitten in einem

Hafen auslegen. Wären wir etwas später angekommen, hätten

sich unser Kiel und die Schraube hoffnungslos darin verfangen

und wir hätten tauchen müssen – was in Griechenland in Hafenanlagen

nicht zugelassenen Tauchern untersagt ist“.

Urlaubsgenuss mit Garantieschein

Mike war unser Gastgeber auf diesem Törn entlang der zwei

östlichen Finger von Chalkidike. Er war auch unser Begleiter

an Bord, der uns an wundervolle Strände und in exzellente

Tavernen führte, die wir ohne ihn niemals gefunden hätten.

Mike ist in Griechenland geboren, in Deutschland aufgewachsen

und nach erfolgreicher Karriere vor 20 Jahren zurück in


Revier

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seine ursprüngliche Heimat gegangen – mit seiner deutschen

Frau Josephina und den Töchtern Magdalena und Anastasia.

Seither betreibt der gelernte Mechaniker als Familienbetrieb

mit mehreren eigenen Yachten die Charterfirma Greeksailing.

Sein Stützpunkt ist das kleine Fischerdorf Porto Koufo, am

untersten Ende von Sitonia, der mittleren Halbinsel der Chalkidike.

Von dort aus sind die mit zahlreichen Sandstränden versehenen

Buchten am Festland bis hin zum Berg Athos leicht in einer

Woche zu ersegeln und die reizvollen Inseln der Nördlichen

Sporaden ebenso einfach zu erreichen.

Auch wenn Maik seine gepflegten und gut ausgestatteten Yachten

(unter anderem Bavaria 39 und 46) bareboat verchartert,

kann man ihn als Revierkenner und erfahrenen Schleppangelfischer

sozusagen als „Garantieschein“ für einen gelungenen

Urlaubsgenuss ohne Pannen ganz einfach mit buchen. Er lotst

Segler dann nicht nur – wie eben auch uns – zu den besten

Badebuchten und Fischerdörfern, sondern garantiert mit seinen

Empfehlungen, dass es bei den abendlichen Besuchen der Tavernen

keine unliebsamen Überraschungen gibt, die regional

typischsten Gerichte und der jeweils frischeste Fisch auf den

Tisch kommen.

Begonnen hatte unsere Segelwoche mit einem opulenten Fischessen

und einer viel zu großen Menge köstlich trockenem

Rotwein bei Mama Elena, die in Porto Koufo mit ihrer Familie

eine Taverne betreibt. Weil der Wind am nächsten Morgen

heftig aus dem Süden blies, entschlossen wir uns, erst ein paar

Seemeilen nach Norden zu segeln, wo wir in einer malerischen

Bucht an einem einsamen Sandstrand für einen Mittagsstopp

den Anker fallen ließen. Hier, auf 40°02294‘N und 23°48711‘E,

wächst üppig grüne Vegetation bis direkt an den goldfarbenen

Strand. Es gibt mehrere kleine Buchten und vorgelagerte Felsen,

der Ankergrund ist Sand, der gut hält.

Charter

Greeksailing besteht seit 20 Jahren im Familienbesitz von Makis und

Josefina Theodosiadis. Der gebürtige Grieche Makis hat 20 Jahre in

Deutschland gelebt, seine Frau stammt aus der Gegend von Kaufbeuren.

Die Charterbasis ist in dem kleinen Fischerdorf Porto Koupho,

an der Südwestspitze der Halbinsel Sithonia. Es werden Yachten von

39 bis 51 Fuß angeboten. OCEAN7 war mit der ANASTASIA, einer

Bavaria 39 Cruiser, unterwegs. Sie kostet pro Woche in der Vor- und

Nachsaison 1.700 Euro und im Juli 2.300 Euro.

www.greeksailing.gr

Anreise

FLY NIKI und AIR BERLIN fliegen Thessaloniki in der Saison Montag,

Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag, AUSTRIAN täglich aus

Wien direkt an. Von hier dauert der Transfer zum Stützpunkt von

Greeksailing in Porto Koupho rund eineinhalb Stunden.

Versorgung

Auf der Strecke nach Porto Koupho mehrere gut sortierte Supermärkte,

zum Beispiel in Marmara mehrere griechische Geschäfte oder Lidl.

Essen & Trinken

Überall gute Tavernen. In Koupho frischer Fisch vom Grill, hervorragende

Meze, guter Hauswein bei Mama Eleni. O. Sykia – Taverne

„5 steps in the sand“ bei Manuela aus dem Gailtal. Hervorragende,

authentisch griechische Küche. Ouranopolis – Restaurant „Kritikos“.

Erstklassige Sterneküche, hervorragend sortierter Weinkeller. Olivenöle

in bester Qualität vom Berg Athos.

1 geschützt. In Marmara liegen Yachten sicher an Schwimmstegen. Der Ort

bietet Supermärkte, Tavernen und Cafés.


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1

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Namenstag in Marmara

Gleich um die Ecke im Norden davon liegt das quirlige Marmara,

mit Supermärkten, Cafes, Bars und Restaurants. Ein sicherer

Platz mit Schwimmstegen für die Yacht. Ein verlockend

gefährlicher Ort für die Crew.

Namenstage werden in dieser Region groß gefeiert. „Geburtstage

haben kaum Bedeutung für die Menschen hier, aber Namenstage

sind immer Grund für große Feste. Und irgendwer

hat auch immer Namenstag“, erklärte Mike, als wir spät nachts

an einem kleinen Restaurant vorbeikamen, in dem es hoch her

ging.

Es gab kein Entkommen – wir hatten den Bruchteil einer Sekunde

zu lange die feiernden Griechen beobachtet und waren

jetzt herzlich eingeladen, als wären wir alte Bekannte und

konnten nicht ablehnen. Als bei der Vorstellung auch noch

mein Name fiel, war alles entschieden: „Thomas“ war der

Namenstag und der Wirt namens „Thomas“ der Gastgeber des

Festes. Wieder endete ein Abend mit viel zu viel Wein.

Einen Tag später machten wir an einem winzigen Betonpier im

SW der Ormos Sykas fest. Buganker, Heckleinen. Ein freundlicher

Fischer verholte sein Boot, um uns genügend Platz an

der tiefsten Stelle freizumachen. Wieder waren wir an einem

Ort mit einem ganz einzigartigen Zauber angekommen. Hier

kann man über sanfte Hügel und grüne Wiesen voll herrlich

blühender Blumen von einer stillen Einbuchtung zur nächsten

wandern – und überall findet man golden glänzenden Sandstrand

und eine von tiefblau bis türkis gefärbte Ägäis.

Manuela aus dem Gailtal

Doch die eigentliche Überraschung war die Wirtin der liebevoll

gestalteten Taverne „5 steps in the sand“. Auf mehreren

Ebenen, die als Terrassen sehr naturnah aus Holz vom Strand

weg in die leicht ansteigenden Hügel gebaut sind, sitzt man

gemütlich mit einem atemberaubenden Blick auf die weitläufige

Bucht und das strahlend blaue Meer. Hier kann man sein

Abendessen und ein gutes Glas Wein genießen. Betrieben wird

das blitzsaubere Restaurant von Manuela und ihrem Mann

Mikis. Manuela begrüßte uns in einem unverkennbaren Gailtaler

Dialekt.

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Revier

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Charter&Yacht 21.04.2009.qxp 21.04.2009 22:12 Seite 1

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1 blütenpracht. Im Frühjahr stehen Obst- und Mandelbäume in voller

Blüte, Wiesenblumen sorgen für bunte Farben.

2 wanderweg. Die Insel Diaporos verlockt zu Wanderungen von Bucht zu

Bucht. Eine romantischer als die andere und überall flache Sandstrände.

3 ankerplatz. Die tief eingeschnittene „Piratenbucht“ im Norden von Diaporos

bietet einen bei jedem Wetter sicheren Platz.

4 olivenhain. Ein Spaziergang zwischen alten Olivenbäumen über saubere

Wiesen ist ein Griechenland-Erlebnis der besonderen Art.

5 oktopus. Frisch gefangen, muß das Tier lange weich geklopft werden. Anschließend

wird es an der Sonne getrocknet.

6 barbunia. Rotbarben sind besonders schmackhafte Edelfische mit festem,

weißen Fleisch.

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manuela & mikis

Als junges Mädchen aus dem Gailtal zog Manuela vor 24 Jahren aus dem

Gailtal zu ihrem Mikis in die Bucht nach Sykias. Dort betreiben die beiden

die Taverne „5 steps in the sand“.

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Thessaloniki

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Chalkidiki

P. Carras

Sie stammt aus dem Dorf Kirchberg und lebt seit 1986 in Sykias,

einem schmucken kleinen Dorf mit bunt bemalten Häusern

nur wenige Kilometer hinter dem schönen Strand, an dem sie

jetzt ihre Taverne betreibt. „Bei uns ist alles hausgemacht. Es gibt

nichts, das wir fertig kaufen“. Es ist eine ursprüngliche, ehrliche,

schmackhafte Küche, wie sie für diese Region typisch ist. Zubereitet

von Manuela aus Kirchbach im Gailtal. Wir wurden fürstlich

bewirtet – unter anderem mit gefüllten Kalamari und son-

Die besten Buchten

Die Küsten entlang der Chalkidike sind übersät mit Ankerbuchten mit

Sandstränden. Vorsicht bei der Ansteuerung: Nicht alle Untiefen sind in

den Karten verzeichnet. Am besten immer einen Ausguck in den Bugkorb

und langsamste Fahrt.

Ein Paradies an Buchten, ausreichend für einen ganzen Urlaub, findet

man rund um die Insel N. Diaporos.

Insider-Tipps von Makis

„Nach dem Start in Koupho segle ich gerne zuerst zur nördlichsten und

somit am nächsten gelegenen Sporadeninsel N. Psathoura für einen

ersten Badestopp, um abends in den rundum geschützten Golf von

Planitis einzulaufen.

Einer meiner Lieblingsplätze ist die kleine Insel Skantztoura, die Skiros

vorgelagert ist. Hier macht man am besten mit Buganker und zwei

Heckleinen an Land fest.

Mein Tipp für die Insel Alonnisos ist die Bucht von Stenivalla. Am besten

ist der Platz direkt vor dem Supermarkt. Aber Vorsicht,

es wird zum Ufer hin sehr rasch flach. Deshalb

muss man hier mit Heckanker und dem Bug

voraus festmachen.“ Makis empfiehlt bei einem

Zwei-Wochen-Charter vier Tage an den

Küsten Chalkidikes zu verbringen und den

Rest der Zeit die diversen Inseln der Nördlichen

Sporaden zu besuchen. Makis bietet

mit Greeksailing auch Oneway-Törns an.

Als beste Segelzeit bezeichnet er Mai,

Juni und September.

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Revier

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Ormos Sykias

Skala Sykias

buchtenvielfalt. Der Golf von Sykias bietet zahlreiche Ankerbuchten. Im SW

eine kleine Mole. Hier ist die Taverne „5 steps in the sand“.

Ormos Kriftos

nengetrocknetem Oktopus, der in Balsamico eingelegt und

schließlich kurz und scharf am Grill angebraten war. Man benötigt

kein Messer, um ihn zu essen, er ist so zart und weich, dass

man ihn mit der Gabel in mundgerechte Stücke teilen kann.

„Der Anfang hier war sehr schwer“, erzählt uns Manuela.

„Griechische Schwiegermütter aus den Dörfern haben ganz

eigene Vorstellungen, wenn es um die Frauen ihrer Söhne geht.

Vor allem sollten sie in erster Linie Griechinnen sein. Es war

ein hartes Stück Arbeit von mehreren Jahren, bis ich voll akzeptiert

war. Das konnte ich nur schaffen, weil Mikis meine

ganz große Liebe ist. Wir haben zwei Kinder, der Sohn studiert

Wirtschaft und geht im nächsten Jahr für zwei Semester nach

Wien. Die Tochter geht in Griechenland auf das Gymnasium“.

Kennengelernt hatte Manuela ihren Mikis, als der am Nassfeld

Skifahren war. „Das war in einer Disco, am 1. Jänner 1986. Drei

Monate später bin ich für immer hierher gezogen“.

A. Panagia

O. Dimitri

N. Diaporos

Ormos Mesopangia

Trauminsel. Die Insel Diaporos ist der ideale Ort für einen Yachturlaub. Tiefe

Fjorde, sichere Buchten, herrliche Wandermöglichkeiten, weiße Sandstrände.

Schroff und auf den ersten Blick abweisend von See her zeigt

sich der nächste Platz, den wir mit der ANASTASIA ansteuerten.

Die Insel Diaporos beherbergt aber einige der attraktivsten

und geschütztesten Buchten, die der Norden Griechenlands zu

bieten hat. Gleich der erste fjordartig tiefe Einschnitt im Norden

ist ein natürlicher Ankerplatz von bezaubernder Schönheit.

Der Grund besteht aus Sand und Schlick und es ist genügend

Raum für zahlreiche Yachten zum Schwojen. „Piratenbucht“

nennt Mike diesen Ort, der von satten Wiesen und gepflegten

Olivenhainen umgeben ist, in denen es sich vortrefflich von

Bucht zu Bucht über die gesamte Insel wandern lässt.

Ln. Koupho

1 flaggenparade. Stolz setzt Makis auf seiner Bavaria 39 Cruiser die griechische

Nationale.

greek sailing. Hier in diesem rundum sicheren Naturhafen ist der Stützpunkt

der Charterfirma.


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1

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3

Versteckte Untiefen

In dieser Gegend sollte sauber und vorsichtig navigiert werden.

Die Seekarten basieren allesamt auf den alten Admirality Charts

und es sind bei weitem nicht alle Untiefen verzeichnet. Die

Griechen nehmen das eher gelassen. „Wir kennen die Gefahrenstellen

und Fremde müssen halt aufpassen“, sagen sie. In

engen Passagen und auch in diversen Buchten empfiehlt es sich

daher, einen Ausguck in den Bug der Yacht zu beordern und

sich dem Ankerplatz in Schleichfahrt zu nähern.

Unsere letzte Station dieser Reise war der letztmögliche Punkt,

unmittelbar vor der Mönchsrepublik Athos an Land zu gehen:

Ouranopolis heißt der Ort mit einer kleinen Steinmole, an

deren Außenseite es Platz für große Fähren, Ausflugs- und

Kreuzfahrtschiffe – und gelegentlich innen auch für die eine

oder andere Yacht gibt. Die Ansteuerung ist für Ortsunkundige

ziemlich knifflig, weil der Grund vor der Nordseite der

Mole, genau dort, wo der Anker fallen muss, mit Unterwasserfelsen

gespickt ist. Wird der Anker nicht sorgfältig eingefahren,

droht bei einer Winddrehung Unangenehmes und es kann sein,

dass man nachts durch die riffverseuchte Bucht flüchten muss.

Ohne Radar ein gefährliches Unternehmen. Uns ist es passiert.

Da ist es schon besser, etwas weiter draußen auf rund vier bis

fünf Meter Wassertiefe frei zu ankern und das Dinghi zu benützen.

Die Seegrasfelder sind leicht auszumachen, so dass der

Anker sicher auf Sand fallen kann. Ein paar Meilen nördlich,

an der engsten Stelle der Halbinsel, finden sich noch die Spuren

des gescheiterten Versuches von Xerxes, 480 v. Chr. einen

Kanal zu bauen, um seinen Kriegsschiffen die gefürchtete Fahrt

um das äußere Kap zu ersparen, nachdem dort einige Jahre

zuvor die persische Flotte im Sturm zerschellt war.

Der Ort ist zwar sehr touristisch, weil er das Tor zur Mönchsrepublik

ist. Er hat aber viele schöne Seiten und vor allem auch

eine höchst angenehme: Sie heißt Kritikos, übersetzt: „Der aus

Kreta Stammende“ und ist ein Restaurant der Spitzenklasse,

für das wohlhabende Bürger aus Thessaloniki eine mehrstündige

Autofahrt gerne in Kauf nehmen, um hier zu speisen und

sich mit erlesenen Weinvorräten der hauseigenen Vinothek

einzudecken.

athos, der heilige berg

Wer entlang der Küste der Mönchsrepublik segelt, sollte darauf achten, stets einen

Mindestabstand von 500 Metern einzuhalten. Sonst droht Ärger in Form einer unerbittlichen

Küstenwache, die in Schnellboten herangebraust kommt.


Revier

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4

Wir haben mit Mike „Zipporo“ bestellt. Zipporo ist eigentlich

der Name für den Ouzo der Region, ein Traubentrester wie der

Grappa, mit oder ohne Anisgeschmack. In entsprechenden

Restaurants und Tavernen wird dazu Schritt für Schritt immer

eine ausgeklügelte und reichhaltige Serie an Meze, also typischen

Vorspeisen, serviert. Im Kritikos war das ein üppiges

Mahl, das über mehrere Stunden ging und uns mehr als satt

werden ließ. Es ist im Kritikos nicht so günstig wie in den

Tavernen in den Buchten, aber jeden Euro wert.

Besonders eindrucksvoll ist dann die Fahrt entlang der gesamten

Küste von Athos, mit Blick auf die gewaltigen Klöster und

die gegen Süden immer schroffer und gebirgiger werdende

Halbinsel, die im mächtigen, 2.033 Meter hohen Heiligen Berg

endet.

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1 gemütlich. So stellt man sich einen Platz für seine Urlaubsyacht vor –

neben Fischerbooten, ein paar Minuten von der nächsten Taverne entfernt.

2 nostalgisch. Ein altes Ausflugsschiff aus Holz wird für die Saison hergerichtet.

Es fährt täglich Touristen nach Athos.

3 abenteuerlich. Die Stromversorgung in den diversen Häfen ist fast überall

sehr „griechisch“.

4 einladend. Kann man sich einen schöneren Platz vorstellen für ein abendliches

Glas Wein und einen gegrillten Fisch?

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Pyrgadikia etwa. Das ist ein winziges, abgelegenes Fischerdorf

auf der Halbinsel Chalkidike. Es soll kein Pauschalurteil sein,

aber hier in Pyrgadikia scheinen Menschen zu leben, die es mit

der Ordnung und dem Erhalt von Werten nicht so ganz genau

nehmen – um den Eindruck, den wir bekommen haben, übervorsichtig

zu formulieren.

Die asphaltierte Straße entlang dem Ufer, direkt vor relativ neu

erbauten, aber dennoch bereits total heruntergekommen wirkenden

Häusern, die sich „Hotel“ oder „Taverne“ nennen, sieht

aus, als wäre das schwere Erdbeben von Haiti unter ihr hin-

hier verkommen

milliarden euro

Griechenland am Abgrund. Sie haben Steuern hinterzogen, betrogen, bestochen. Bis das Land nicht

mehr zu retten war. Jetzt durfte die EU erneut Milliarden zur Sanierung zahlen. Dabei hat Griechenland

bereits seit vielen Jahren regelmäßig EU-Gelder für dubiose und teils nutzlose Projekte abgegriffen.

Teure Werte verkommen und verrotten, ohne je genutzt worden zu sein. Hier ein paar Beispiele.

Text und Fotos: Thomas D. Dobernigg

OCEAN7-Reporter waren zwei Wochen in Griechenland

unterwegs und dabei in sehr vielen Ansiedlungen, die peinlich

sauber und gepflegt sind. Wo freundliche und fleißige Menschen

leben. Wir haben uns wohlgefühlt. Es waren ehrliche und

besorgte Griechen, die uns auf das „andere“ Griechenland

aufmerksam machten und uns Beispiele lieferten, die niemand

wirklich verstehen kann.

11 Millionen verkommen im Schmutz

weggebraust. Es kümmert niemanden.

Viele noch unverputzte Neubauten sind völlig verdreckt, die

Scheiben zerbrochen und im Grunde ist alles bereits wieder

renovierungsbedürftig. Vor den Häusern und in den Innenhöfen

lagert massenweise Müll.

Gut. Das mag Angelegenheit jedes Einzelnen zu sein. Individuelle

Freiheit eben, ob jemand im eigenen Dreck leben möchte,

oder es lieber sauber hat.

Ganz so einfach ist es allerdings nicht mehr, wenn man sieht,

wie hier mit Investitionen umgegangen wird, die von der EU

bereitgestellt wurden. Also von jedem von uns mit seinen Steuern

bezahlt wurden.

Ein gewaltiger Hafen wurde aufwändig ausgebaut. Eine massive,

solide Uferbefestigung geschaffen, sehr schön aus Stein

und elegant gepflastert. Breit genug, dass selbst die amerikanische

Armee hier eine Parade abhalten könnte. Mit Besuchertribünen,

Truppeneinheiten, Panzerfahrzeugen und anderen

Schwerfahrzeugen. Palmen wurden angepflanzt und Sitzbänke

aufgestellt, Anschlüsse für Strom und Wasser vorbereitet.


Revier

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5

Schwimmstege, mehrere hundert Meter lang, bilden eine Anlage

mit zwei riesig großen Becken. Eines gedacht für die Fischerboote,

das zweite als Marina, um den Tourismus als Wirtschaftskraft

anzuschieben.

Gekostet hat das Ganze vor einigen Jahren, wie uns versichert

wurde, elf Millionen Euro. Jetzt ist es vielleicht noch ein paar

Hunderttausend wert. Die schweren Eisenketten als Verbindungen

zwischen den Schwimmstegen sind entweder durchgerostet

oder sie wurden absichtlich von Fischern durchtrennt,

damit man von einem Steg nicht zum anderen und dadurch

auch gar nicht erst an Land gelangen kann. Weil Urlauberyachten

ja vermutlich doch nur Arbeit bedeuten und somit stören

würden. Fischer haben zudem im Wildwuchs Mooringleinen

und Ketten kreuz und quer durch die Becken gespannt. Die

Schwimmstege selbst sind halb versunken.

Ein Kühlhaus verfällt

In einem anderen Hafen, und zwar in Ayos Nikolaos, hat die

EU vor Jahren ein perfektes Kühlhaus hingestellt. Gedacht für

die heimischen Fischer, damit sie ihren Fang entsprechend lagern

können. Das Kühlhaus, komplett mit solidem Gebäude

und leistungsstarken Generatoren, wurde dem Staat Griechenland

übergeben. Der wiederum übertrug es der Kommune, wo

jetzt ein kleiner Beamter das Ding verwaltet. Besser gesagt

verwalten sollte. Weil sinnvolles Verwalten einer derartigen

Einrichtung aber Arbeit bedeutet, lässt er es lieber gleich bleiben.

Das Kühlhaus war noch keine einzige Minute in Betrieb.

Generatoren, Motoren, Leitungen sind wie am Tag der Lieferung

vor etlichen Jahren dick in Plastik verpackt. Die wertvolle

Anlage wird wohl auch nie in Betrieb gehen: Alle Maschinenteile

sind unter dem durchsichtigen Plastik bereits so verrostet

und verkommen, dass man sie nur noch wegwerfen kann.

Das Problem liegt aber nur zum Teil an den Griechen. Die

hochbezahlten EU-Herren aus Brüssel, die mit unseren Geldern

spendabel umgehen, hätten die verdammte Pflicht, objektiv

überwachen zu lassen, was aus den Investitionen wird. Es gibt

zwar Kontrolleure der EU in Griechenland. Aber wen erstaunt

es zu hören, dass es Griechen sind, die Griechen überwachen.

Wollen Sie zum Abschluss noch wissen, warum tolle Autobahnen,

zum Beispiel die von Thessaloniki nach Athen, vierspurig

kilometerweit durch das Land führen – und dann abrupt enden?

Ganz einfach: Die EU hat vor Baubeginn 50 Prozent der

Gesamtkosten überwiesen und nach Fertigstellung der Hälfte

des Gesamtprojektes die zweiten 50 Prozent bezahlt. Die mögen

zwar dem einen oder anderen Griechen geholfen haben,

zum Weiterbau der Autobahn jedenfalls wurden sie nicht verwendet.

1 zahlmeister eu. Millioneninvestitionen verkommen und verrotten. Aber

die EU-Flagge markiert die Fischernetze.

2 sinnlos. Diese Millioneninvestition war total daneben. Seit Jahren rosten

die Maschinen dieses Kühlhauses dahin. Es war noch nie in Betrieb.

3 nutzlos. Fischer haben die Verbindungen zwischen den einzelnen Elementen

der Schwimmstege gekappt.

4 unbrauchbar. Von keinem der halb versunkenen Stege hat man Land -

zugang.

5 verkommen. Die einzige Zufahrt zum Hafen – aufgebrochen wie nach

einem schweren Erdbeben.


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oCEAN7 People

TODESTAGE

Eric Tabarly

Geboren am 24. Juli 1931 in Nantes, am 13. Juni 1998

in der Irischen See ertrunken.

Tabarly war ein ausgezeichneter französischer Einhandsegler

und konstruierte in seinem Leben zahlreiche erfolgreiche

Regatta-Yachten. Zu seinen größten seglerischen

Erfolgen gehört der Sieg der Einhand-Transatlantikregatta

von Plymouth in England nach Newport auf

Rhode Island. Alle seine Schiffe wurden auf den Namen

Pen Duick getauft. 1998 ging Eric Tabarly bei einer Nachtfahrt

in der Irischen See über Bord, sein Leichnam wurde

erst Tage später geborgen.

Bernard Moitessier

Geboren am 10. April 1925 in Hanoi, Vietnam, gestorben

am 16. Juni 1994 bei Paris.

Moitessier war ein französischer Segler und Philosoph,

der vor allem durch seine Teilnahme am Golden Globe

Race, einer Nonstop-Einhand-Regatta um die Welt auf

seiner geliebten Joshua und dem Abbruch dieses Rennens

vor dem Ziel bekannt wurde. Der charismatische

Franzose schrieb einige Bücher, die er in einem mitreißenden

und für ihn typischen Stil verfasste. Bernard

Moitessier gilt auch heute noch als Vorbild für viele Weltumsegler.

Jacques-Yves Cousteau

Geboren am11. Juni 1910 in Saint-André-de-Cubzac bei

Bordeaux, gestorben am 25. Juni 1997 in Paris.

Sein ganzes Leben faszinierte Cousteau die Erforschung

der Unterwasserwelt. Er konstruierte viele Tauchgeräte und

Unterwasserfahrzeuge, mit denen er zahlreichen Menschen

das Leben im Meer näher brachte. Seine Filme, die

er auf seinem Forschungsschiff Calypso drehte, machten

ihn weltberühmt. Jacques Cousteau wurde mit vielen

Preisen und Ehrungen, darunter mehreren Oscars, einer

Goldenen Palme, einem Bambi sowie dem Internationalen

Umweltpreis der UNO und vielen anderen ausgezeichnet.

Dem ÖSV laufen

die Funktionäre davon

Der Streit im Österreichischen Segelverband eskaliert.

Jetzt sind die Verhandlungen des neu gegründeten

Hochseeverbandes mit dem ÖSV gescheitert,

worauf die beiden wichtigen

ÖSV-Funktionäre Prüfungsreferent

Ing. Wolfgang Becker (Foto) und

Seefahrtsreferent Bernhard Propper

ihre ÖSV-Ämter zurückgelegt

haben. Sie werden aber im neuen,

bereits über 5.000 Seefahrer starken

Hochseeverband weiter als

Präsident bzw. 1. Vizepräsident

und Fachreferent aktiv sein. Sie

wollen mit prominenten Kollegen

wie Bernhard Kotnig, YCA-Commodore

Christian Schifter und Ronnie

Zeiller, den Prüfern, dem Verband

der Segel- und Yachtsportschulen und vielen anderen

den begonnenen Reformprozess in Österreich

und international weiter fortsetzen. Mit den

beiden letzten Rücktritten ist übrigens bereits ein

Drittel der Mannschaft des ÖSV Präsidenten Dr.

Kornfeld freiwillig aus ihren Funktionen ausgeschieden.

www.hochseeverband.at

jessica

segelte wieder

Nach ihrem triumphalen Empfang in Sydney, wo

die jüngste Weltumseglerin von mehr als 75.000

Begeisterten vor dem Opernhaus bejubelt wurde,

setzte Jessica Watson (17) erneut die Segel, um

zur Sunshine Coast zu segeln, wo sie zu Hause ist.

Dort wurde sie von 50.000 Menschen begrüßt.

Plaudern gegen koje

Weltumsegler Burkhard Pieske begleitet im Herbst die Sea Cloud II über den

Atlantik auf der Kolumbus-Route von Gran Canaria nach Antigua. So bequem war

Pieske, der zehn Jahre lang in einem selbst gebauten Katamaran um die Erde

segelte, noch nie unterwegs: Er reist nämlich nicht „Hand“, sondern „Plaudern

gegen Koje“ und unterhält die Mitreisenden vom 28. November bis 13. Dezember

mit Seemannswissen und Seemannsgarn.

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Soziales Engagement

in der Party-Location

Die in der Great Harbour Bay an der Südküste von Jost van Dyke gelegene Bar von

Foxy Callwood ist eine der besten Locations, um eine ordentliche Strandparty mit

karibischem Flair in den British Virgin Islands zu feiern. Neben seinem Restaurant, der

Bar und dem Souvenirshop betreibt der lebenslustige Gastgeber auch eine kleine

Brauerei und ein soziales Projekt, das den einheimischen Jugendlichen helfen soll,

wertvolle handwerkliche Fähigkeiten zu erlernen und die Freizeit auf vernünftige und

angenehme Art zu verbringen. Hinter der Bar führt ein schmaler Weg zum Bauplatz

der ENDEAVOUR II, einer sogenannten Island Sloop, einem 32 Fuß langen Langkieler,

der in reiner Handarbeit von den Jugendlichen der Region gebaut wird. Zur Zeit sind

bereits der Rumpf und das Deck fertiggestellt. Das Schiff soll als Vorzeigeprojekt die

maritime Tradition der British Virgin Islands repräsentieren und ist auf Unterstützung

von Spendern angewiesen.

www.foxysbar.com

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OCEAN7 ist Lifestyle

OCEAN7 ist Genuss

DAS YACHTMAGAZIN FÜR ÖSTERREICH

09 – 10/09

11 – 12/09

KLASSIKER

MIT DER SLEIPNIR2-CREW NACH FIJI

in der Südsee

DAS YACHTMAGAZIN FÜR ÖSTERREICH

DAS YACHTMAGAZIN FÜR ÖSTERREICH

01 – 02/10

GIBRALTAR

Segeln zwischen

zwei Meeren

MEERESFRÜCHTE

koRnatEn

Genuss und Biologie

EXKLUSIVES MOTORBOOT

tRadition

Frauscher trifft Feltrinelli

OCEAN7-BADEHAUBENKOCH

verpflichtet

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PIRATEN

ODER FISCHER

Im Zuge ihrer dreijährigen Segelreise rund um den Globus passieren

die beiden Blauwassersegler Evi Strahser und Wolfgang Wirtl mit ihrem Fahrtenkatamaran

Sleipnir2 auch die bekannte Malacca Strait – ehemaliges Piratenrevier, dessen

Herausforderungen allerdings auf ganz anderen Gebieten liegen.

Text und Fotos: Evi Strahser und Wolfgang Wirtl


44

1

Die Straße von Malakka in Südostasien verbindet das Südchinesische

Meer, Singapore bzw. die Jawa See im Süden mit

der Andamanen See im Norden.

Bekannt ist diese Wasserstraße auch vielen Nicht-Nautikern eher

durch die erhöhte Piratengefahr in früherer Zeit, denn als eine

der verkehrsreichsten und wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit.

20 bis 25 Prozent des Welthandels der Seeschifffahrt führt

durch die Meerenge, und südlich des Inselstaates Singapore

ziehen Frachter und Container-Riesen im zwölf Minutentakt wie

auf einer Perlenschnur aufgereiht nach Osten bzw. Westen.

Durch ein Kooperationsabkommen der betroffenen Staaten

Singapore, Indonesien und Malaysien im Jahr 1992 wurde die

Piraterie – bis auf vereinzelte Übergriffe auf kommerzielle Frachter

– wesentlich reduziert; von Lloyd’s of London wurde 2006

die Straße von Malakka von der Liste der gefährlichen Seegebiete

gestrichen.

Die Evidenz von bewaffneten Patrouillenbooten entlang der

Küste schränkt darüber hinaus die Schmuggelaktivitäten zwischen

Indonesien und Malaysien ein und vermittelt den Fahrtenseglern

ein ambivalentes, aber doch sicheres Gefühl auf

ihrer Passage durch die Meerenge.

Route für Fahrtensegler

Eine große Zahl von Segelyachten fährt jedes Jahr durch die

Malacca Strait nach Langkawi (Malaysien) oder Phuket (Thailand),

um später über den nördlichen Indischen Ozean und

weiter durch das Rote Meer in das Mittelmeer zu segeln. Die

günstigste Zeit für die ca. 550 Seemeilen lange Durchfahrt

scheint der Übergang zwischen dem Südwest- und dem Nordost

Monsun von etwa Ende September bis Anfang November zu

sein. Unter leichten, variablen Winden wird der überwiegende

Teil der Strecke normalerweise unter Motor zurückgelegt –

gesegelte Meilen finden sich nur wenige in den Logbüchern

(Sleipnir2 liegt mit 100 Meilen unter Segel durchaus im

Spitzenfeld).

Begegnungen mit Fischerbooten

Auch wenn die Seeräuberei weitgehend unter Kontrolle scheint,

bietet die Straße von Malakka für Blauwassersegler eine Reihe

von verschiedenen Herausforderungen und Hürden.

Zunächst sieht man sich mit einer Unzahl von Fischerbooten

unterschiedlichster Größe und Fischereitechniken konfrontiert.

Im südlichen Abschnitt werden nahe unter Land lange Netze

funkkontakt

Während der Fahrt durch schwierige Gewässer ist regelmäßiger Kontakt

zu anderen Yachten ein wesentlicher Sicherheitsaspekt.

www.sleipnir2.at


People

45

mit weißen Bojen ausgelegt, die Durchfahrt zwischen den

kleinen Bojen ist allerdings möglich, da die Netze dazwischen

tief durchhängen. Im mittleren Teil der Wasserstraße prägen

Formationen von Schleppfischern das Bild. Durch ihre besonders

langsame Fahrt durchs Wasser kann auch meist, entgegen

guter Seemannschaft, vor dem Schlepper gekreuzt werden –

heckseitig müsste ohnehin beim Passieren viel Raum gegeben

werden. Auf der Höhe von Penang schwimmen die Netze auf

und werden überdies oft dreist quer über markiertes Fahrwasser

gespannt.

Piraten oder Fischer?

Immer wieder kommt es vor, dass ein Fischereifahrzeug abrupt

den Kurs ändert, mit einer Yacht auf Kollisionskurs geht, oder

„scheinbar“ die Verfolgung aufnimmt – dies geschieht in der

Regel aus reiner Neugierde oder aus der Hoffnung auf ein

Päckchen Zigaretten und Getränke. Die Einschätzung, ob

„Verfolgungen“ dieser Art aggressiver Natur oder wie – in den

allermeisten Fällen – harmlos sind, ist natürlich nicht leicht,

und leider hat gelegentlich ein voreiliger Griff zur Schusswaffe

grobes und absolut vermeidbares Unheil angerichtet.

Spontane Kursänderungen und Annäherungen von Fischerbooten

sind übrigens auch im Seeraum um Sri Lanka und natürlich

im Golf von Aden des Öfteren der Fall.

Waffen an Bord

Nach Meinung der überwiegenden Zahl der Fahrtensegler wird

durch das Zeigen oder gar durch den Einsatz einer Schusswaffe

das Gefahrenmoment einer heiklen Situation eher erhöht.

Für die SLEIPNIR2-Crew gilt, dass wir über keinerlei Ausbildung

im Umgang mit Waffen verfügen und daher unter Stress

mit größter Wahrscheinlichkeit falsch reagieren, oder uns

womöglich sogar selbst verletzen würden …

2

3

1 dreist. Fischer innerhalb der Großschifffahrtslinie.

2 imposant. Frachter vor der Skyline von Singapur.

3 einfach. Fischerboote in Kuah, Langkawi.

4 Fehlkonstruktion. Die Stadtmarina von Penang.

4

5 Knappe begegnung mit einem Kreuzfahrtschiff.

5


46

1

2

3

Weitere Hürden für Fahrtensegler

Man könnte meinen, dass sich die Segler an die häufigen (im

weiteren Umkreis täglichen) Gewitter auf der Fahrt durch

Indonesien gewöhnt haben. Die Hoffnung, dass von Singapore

an mit jedem weiteren Breitengrad nach Norden die Blitze

abnehmen, wird normalerweise nicht erfüllt. So werden sie,

zumindest an Bord der SLEIPNIR2, als umso unangenehmer

empfunden. In jedem Fall unangenehm wäre das Auftreten

eines sogenannten Sumatras, östlich ziehende Squalls mit Regen

und Gewittern, die hohe Windgeschwindigkeiten erreichen

– bis Ende November muss mit diesen Starkwinden eher im

nördlichen Abschnitt der Wasserstraße gerechnet werden. Die

Strömungen zwischen Malaysien und Indonesien können

durchaus drei Knoten betragen, kentern allerdings mit den

Tiden und gleichen sich derart über den Tagesverlauf aus.

Einige Segler, vor allem jene mit starker Motorisierung, meistern

die Straße von Malakka mit bescheidenen Mühen. Vermutlich

spielt ein wenig Neid mit, wenn wir immer wieder den

Eindruck bekommen, dass eine nicht geringe Zahl von Cruisern

weniger um die Welt segelt, als vielmehr fährt …

Der Canossagang der SLEIPNIR2

Für die SLEIPNIR2-Crew wird dieser Abschnitt der Reise zum

ganz persönlichen Drama. Trotz eines 1.100 Euro teuren

1.000-Stunden-Services der Yamaha-Motoren in Singapore

bekommen wir bereits drei Stunden nach Verlassen des Stadtstaates

Probleme mit einem der beiden Außenborder.

Nach einem wind- und strömungsbedingten Notstopp reagiert

der Anlasser des Backbord-Motors erst auf dosierte Hammerschläge.

Abends am ersten Ankerplatz treffen wir den uns gut bekannten

Holländer Hans mit seiner LIBERTIJN. Um die jeweils langen

Tagesetappen zu bewältigen, wird in der Malacca Strait üblicherweise

der Anker im (oder sogar vor dem) Morgengrauen

gelichtet. Unsere Außenborder erweisen sich als Morgenmuffel

und verweigern beide (!) den Dienst. Wolfgang rudert den

hilfsbereiten Hans zur SLEIPNIR2, der die Maschinen im

Schein der Stirnlampe wieder zum Leben erweckt und beschließt,

darüber hinaus, die nächsten Tage mit uns gemeinsam

zu fahren.

4


PEOPLE

47

Tatsächlich wiederholt sich das Szenario am nächsten Morgen,

allerdings eine halbe Stunde früher – also fast noch nachts. Am

dritten Tag gelingt Wolfgang der Startversuch zur Abwechslung

wieder selbst unter bewährter Hammermethode, wobei dieser

schon im Cockpit bereitliegt.

In Port Dickson werden die Außenborder von einer Zweigstelle

des Yamaha-Workshops aus Singapore abgeholt und erneut

einem Service unterzogen. Um verlorene Zeit gutzumachen,

versuchen wir – entgegen der Empfehlung der Seehandbücher

keine Nachtfahrten zu unternehmen – nach Langkawi ohne

weitere Zwischenstopps durchzufahren. Wir wollen entlang

des Verkehrstrennungsgebietes weiter nach Norden – eine

Taktik, die nicht aufgeht, da die Fischereiflotten mutig oder

übermütig auch innerhalb der Großschifffahrtsroute agieren.

Der aufkommende Seegang und vor allem starker Gegenwind

zwingen uns ohnehin wieder zurück zur Küste, wo wir in einer

Flussmündung Schutz suchen wollen.

Mann über Bord

Morgens, bei etwa zwei Meter hohen Wellen, mäßiger Sicht

und 20 Knoten Wind von querab, verliert Wolfgang während

einer an sich unwichtigen Arbeit an den Pinnen das Gleichgewicht

und kann sich gerade noch an der Holzleiste, die ähnlich

einer Fußreling seitlich das Deck abschließt, festklammern.

Jahrelanges Krafttraining machen sich in diesem Moment mehr

als bezahlt, und Wolfgang kann sich aus eigener Kraft rasch

wieder an Bord ziehen.

In Fischernetzen gefangen

Bei nächtlicher Ansteuerung der Südbucht von Penang zwei

Tage später übersehen wir offenbar eine schwarzgeflaggte Fischerboje

und verfangen uns mit der Ankerkette erstmals in

einem Fischernetz. Am folgenden Tag geraten wir durch Übermüdung

und daraus resultierender Unachtsamkeit wieder in

ein Fischernetz – diesmal können wir uns jedoch ohne Messereinsatz

befreien und erreichen wenig später die Tanjong Marina,

nahe Georgetown/Penang.Die Marina ist eine Fehlkonstruktion

der besonderen Art. Über die halbe Länge der

Schwimmstege fallen bei Niedrigwasser selbst Katamarane

trocken – die im Hafenbecken schwimmenden toten Ratten

laden darüberhinaus auch nicht zum längeren Verweilen ein.

Am Ziel in Langkawi

Am 4. Dezember ankern wir einen Tag nach Wolfgangs 50.

Geburtstag endlich vor der Insel Langkawi. Diese nördlichste

Insel Malaysiens und natürlich das 120 Seemeilen entfernte

Phuket/Thailand sind beliebte Tummelplätze für Segelaussteiger

– auch einige österreichische Yachten fühlen sich hier wohl

und verbringen gerne mehr als ein Jahr in diesem Revier.

Die Straße von Malakka hat uns viel abverlangt, und so fühlen

auch wir uns erholungsbedürftig und liebäugeln mit der Möglichkeit,

eine Saison in Thailand und Langkawi „anzuhängen“.

Letztlich brechen wir aber gemäß unseres Zeitplans mit Westkurs

über den Indischen Ozean auf und müssen uns von vielen

liebgewordenen Freunden – darunter einige Landsmännern/

frauen – verabschieden. In diesem Jahr scheint leider nur die

SLEIPNIR2 unter Rot-Weiß-Rot weiterzusegeln.

1 Schiessübungen. am Schießstand in Neuseeland, trotzdem haben wir

keine Waffen an Bord.

2 riesig. Ölplattform vor Singapur.

3 modern. Abstecher nach Kuala Lumpur, Hauptstadt Malaysiens.

4 romantisch. Abendstimmung Kuah, Langkawi.

5 eng. Knappe Begegnung zwischen SLEIPNIR2 und einem Frachter.

5


48

Eine 60er zum 40er

Die TOKIO II ist ein reinrassiger Volco Ocean Racer. 60 Fuß Leistung und Performance pur. Ein Schiff,

das neue seglerische Dimensionen eröffnet. Zumindest jedem normalen Fahrtensegler. Einer davon

ist Michi Gfrorner. Ihm wurde zum 40. Geburtstag der Wunsch seines Lebens erfüllt:

Eine Woche Segeln mit einer echten V.O. 60. Eine 60er zum 40er sozusagen.

Text und Fotos: Gernot Weiler

Es war vor der Küste von Südspanien, 15 Knoten Wind. Die

vollen Segel waren gesetzt, die top-getakelte Genua „Code

Zero“, die Crew kurbelte wie verrückt, um den besten Trimm

zu erzielen und die TOKIO II bretterte mit 14 Knoten raumschots

über die Wellen. Am Steuer Geburtstagskind Michi mit

glänzenden Augen und einem permanent glücklichen Grinsen

im Gesicht. Die einzigen Worte, die ihm dabei über die Lippen

kamen, waren: „Wahnsinn! Das ist einfach nur Wahnsinn!“

Michael Gfrorner lebt für das Segeln. 20.000 Seemeilen. Mehrfach

quer über Mittelmeer und Adria, sogar im Winter. Stürme,

meterhohe Wellen, Materialbrüche. Überstellungstörns, obwohl

man viel dafür zahlt. Einmal sogar das 1.000-Meilen-

Race, mit Bruch des Genuafalls und Bruch einer Saling. Nach

dem ersten Törn gleich den A-Schein gemacht, dann gesegelt,

mit vielen Skippern – 15.000 Meilen, später den FB3. Kaum

etwas, was er im Mittelmehr noch nicht gesegelt hat. Selbst in

seinem Blog www.gfrorner.at im Internet schreibt Michael sehr

oft übers Segeln. Es gab nur einen großen Wunsch, den er sich

trotz mehrerer Versuche bisher nicht erfüllen konnte: Einmal

mit einer Volvo Ocean 60 zu segeln. Immer war das Material

in den Tagen vor seinem Törn schwächer – und das Pech stärker.

Zum Glück aber hat Michi die richtigen Freunde. Denn

zu seinem 40. Geburtstag schenkten sie ihm einen Törn auf der

TOKIO II.

Und jetzt stand er am Steuer dieser blauen Rakete und war

glücklich wie ein kleines Kind vor dem Weihnachtsbaum. 14

Knoten! Und die TOKIO II reagierte sensibel auf die kleinste

Veränderung des Segeltrimms und auf jede noch so feine Bewegung

des Steuerrades. Das Rauschen des Wassers hinter ihm,

die grindenden Segler vor ihm, die Sonne über ihm – ein perfekter

Segeltag im Mittelmeer.

Es fing aber auch diesmal wieder mit Problemen an. Damit, dass

er erfuhr, dass der Mast der TOKIO II nach dem Bruch einer

Salingsbefestigung gelegt werden musste. Jemand, der dieses

Schiff noch nie gesehen hat, kann sich nicht vorstellen, dass ein

so kleiner Fehler einen Törn gefährden kann. Aber vor dem

Schiff stehend sieht man es dann: 27,5 Meter Mast, eine Vorspannung

der Wanten von elf Tonnen, da kann eine gebrochene

Saling – oder irgendein Materialfehler schon Schlimmes

bewirken.

Aber diesmal hatte er Glück, am Tag vor dem Flug nach Spanien

stand der Mast, das Unterwasserschiff war bei der Gelegenheit

gleich gereinigt worden und die TOKIO II lag wieder Stolz

und vor allem segelbereit im Wasser.

Und der erste Eindruck des Geburtstagskindes? Michael berichtet:

„Beim ersten Betreten des Schiffes sah alles nach sehr

vielen Leinen, sehr unpraktisch, sehr technisch aus. Im Schiff

auch nicht besser: Lediglich zwei Türen im gesamten Rumpf,

nämlich vor und hinter der Toilette; stramm gespannte Netze

zum Schlafen, eine Pantry mit weniger als ein mal ein Meter

Standfläche, massig Dinger, an denen man sich gewaltig den

Kopf anhaut oben. Also eigentlich weniger ,oben‘, sondern

immer dort wo man durchgehen muss. Gleich beim ersten

Besichtigen des Schiffes hab‘ ich mir zweimal den Kopf angehauen“.

Michael Gfrorner erzählt weiter von seinen Erlebnissen auf der

TOKIO II. „Die erste Nacht auf den Rohrkojen war nicht mal

so unentspannend, Kaffee zum Frühstück und eine erste Aus-

Der jubilar

Michael Gfrorner. Erfahrener Segler und Skipper. Zahlreiche Urlaubsund

Überstellungstörns. Etwa 20.000 Seemeilen. Begnadeter Bordkoch

und Techniker für alles, was Knöpfe hat.

www.gforner.at


PEOPLE

49

Das war echt ein Traum, der

sich erfüllt hat – am Steuer

einer VO60 stehen, so

schnell wie der Wind zu

fahren und einfach

genießen, wie direkt

und genial sich das

Schiff steuern lässt.

Das lässt alles

andere vergessen.


50

TECHNISCHE DATEN tokio II

Länge:

18,97 m

Breite:

5,05 m

Tiefgang:

3,70 m

Gesamtgewicht:

13,5 t

Kielbombe:

6,00 t

Masthöhe über Deck:

26,00 m

Großsegel: 125 m²

Genua 1: 140 m²

Genua 2: 120 m²

Genua 3: 100 m²

Topspinnaker: 300 m²

Winschen:

12 Stück

Grinder:

2 Stück

fahrt entschädigten dann für alles – im Hafen sieht das Schiff

so groß und massiv aus, am Meer, in seinem Element, bewegt

es sich wie eine viel kleinere Yacht, steuert sich wie eine Jolle.

Ganz im Gegenteil zu einer Jolle sind die Wege, die man auf

der Tokio II zurücklegt – sowohl zum Segelholen unter Deck,

als auch an Leinenweg zum Setzen an Deck – 27,5 Meter Mast,

einfach untersetzt für das Großfall, bedeuten mehr als 50 Meter

Leine, die nach dem Setzen des Großsegels verstaut werden

müssen, 27 Meter Leine für die Fock.

Das Setzen des Vorsegels ist für einen normalen Fahrtensegler

auch gewöhnungsbedürftig. Einfach ausrollen ist da nicht –

nein, zwei Leute am Vorschiff, zwei am Grinder, einer mindestens

noch an den Schoten – das Schiff funktioniert nur gut,

wenn genügend Menschen da sind, das ist wirklich ein Teamsport

auf der TOKIO II.

Michi war auch davon begeistert: Er hatte schon einige Skipper

erlebt, gute, weniger gute, schlechte – Tom Holzner, Eigner und

Skipper der TOKIO II hat aus einem „Haufen Fremder“ innerhalb

kürzester Zeit ein Team gemacht, die gemeinsam recht gut

den Racer bedienen und fahren konnten.

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www.xxxxxxx


People

51

Der erste Segeltag, genial durch die Straße von Gibraltar, einem

kleinen Match gegen eine nagelneue Swan 70, mit Walsichtungen,

Delfinen – und dem Passieren des Felsen von Gibraltar –

auch ein langer Traum von Michi.

Michael: „Das Schönste war aber die zweite Nachtfahrt, in der

ich mit meinem langjährigsten Segelfreund, dem Autor dieser

Geschichte, gemeinsam Wache hatte. Beim zweiten Mal durfte

ich bereits Wachführer sein. Auf dieses Vertrauen des Skippers

bin ich sehr stolz. Wir rauschten mit 14 Knoten durch die

Nacht, das Schiff bewegte sich genial in der Welle, ums Schiff

schwammen stundenlang Delfine – ich glaub‘, meine Augen

waren nicht nur feucht vom Wind, sondern weil es einfach die

Erfüllung vieler meiner Segelwünsche war“.

Als begeisterter – und nicht mal unbegabter – Koch hat Michi

sich auch zur Freude der Crew in der Pantry ausgelebt. Kein

Fertigessen, sondern frisch gekochte Dinge aus lokalen Spezialitäten,

Wursteintopf mit Chorizza, nicht-rote Thunfisch-

Spaghetti, und zwischendurch Brötchen, Kaffee, Getränke. Auch

an die Enge der Pantry hat er sich gewöhnt. Heute sagt er: „War

sogar echt praktisch, weil man im Seegang auch schneiden,

belegen und kochen kann“.

1 schweiSStreibend. Zum Geburtstag am Grinder, hier kommt die ganze

Kraft für die Winschen her.

2 viel tuch. Großsegel bergen bei diesen gewaltigen Dimensionen jede

Menge Arbeit.

3 wenig platz. Pantry – hier werden auf engstem Raum exquisite Gerichte

gekocht.

4 groSSes vergnügen. Die TOKIO II unter vollen Segeln, Segelspaß pur.

5 lange wege. Der Gang aufs Vorschiff, immer eine Hand fürs Schiff, eine für dich.


52

Strand von Hawaii, als wir mit einem (verbotenen) Bier am

Strand saßen und von den Inselparadiesen träumten, die da

draußen im weiten Pazifik nur darauf warteten, von uns entdeckt

zu werden. Doch wie sollten wir dahin kommen? Die

Inseln, zu denen wir wollten, sind ja nur deshalb so unverfälscht

und exotisch, weil sie ohne Flugverbindung für Touristen – wie

eben uns – unerreichbar bleiben. Ein Dilemma also, für das wir

mit Hilfe einiger weiterer Biere schnell eine Lösung gefunden

hatten: Wir mussten hinsegeln.

Wieder in unserer damaligen Wahlheimat England angekommen,

begannen wir gleich, alles an Segelliteratur zu suchen,

und binnen weniger Wochen füllten sich die Regale unserer

Wohnung mit einer bunten Mischung aus Fachliteratur und

Reiseberichten. Die logische Konsequenz unserer Obsession

war bald die Suche nach einer geeigneten Yacht: Sie sollte solide

aus Aluminium oder Stahl gebaut sein, einen gemäßigten

Langkiel und ein robustes Ruder samt Skeg haben.

Nun, nur anderthalb Jahre später, stehen wir an Bord unserer

Traumyacht und können selbst noch kaum glauben, dass wir

jetzt, nach nur einer Woche Training mit einem erfahrenen

Skipper an Bord, gleich ablegen werden. Nur wir beide – und

natürlich unsere Katze Leeloo – werden die nächsten drei

Wochen auf unserer Pitufa (das ist spanisch für Schlumpfiein

etwas anderer

erster segeltörn

Ganz schön mutig. Zwei Segelanfänger überstellten im August 2008 ihre

neu erstandene Yacht von Mallorca nach Istrien. 1.600 Seemeilen in drei Wochen.

Unzählige neue Herausforderungen, Eindrücke und Erfahrungen.

Text: Birgit Hackl · Fotos: Christian Feldbauer

Es ist 6.00 Uhr morgens, die Dämmerung färbt den Himmel

über der Marina von Porto Cristo auf Mallorca rosig. Während

wir unsere neu erstandene Segelyacht zum Ablegen vorbereiten,

werfen wir uns immer wieder lange Blicke zu. Heute beginnt

die erste Etappe unsere Törns. Wir haben drei Wochen Zeit,

um von Mallorca über Korsika, Sardinien und Sizilien unseren

künftigen Heimathafen in Istrien (Kroatien) zu erreichen.

Der geplante Auslauftermin liegt schon drei Tage zurück, da

uns eine Schlechtwetterfront mit Starkwind und Böen bis

Windstärke 8 im Hafen festhielt. Jetzt wird die Zeit schon etwas

knapp, wir wollen endlich los und freuen uns auf die vielen

Seemeilen, die vor uns liegen. Doch wir sind auch nervös. Sehr

nervös. „Tja”, werden Sie als erfahrener Segler sagen, „ein

bisschen Nervosität gehört zu einer Törnvorbereitung dazu”.

Doch unsere Situation ist etwas anders: Wir sind vor genau

einer Woche das erste Mal gesegelt (wenn man von Christians

Schulsportwoche absieht). Ein Faktum, das wir den Besitzern

der zahlreichen Gebrauchtyachten, die wir in den letzten Monaten

besichtigt haben, tunlichst verschwiegen haben. Wir

wollten weder als Neulinge über den Tisch gezogen werden,

noch für verrückt erklärt werden.

Wie kommen also zwei Segelanfänger zu einer Alu-Blauwasseryacht

mit Langfahrtausrüstung? Begonnen hat das ganze am


People

53

ne) unterwegs sein. Die wunderschöne von Sparkman und

Stephens entworfene und 1988 in Australien gebaute Yacht

bringt die 20 Jahre Segelerfahrung mit, die ihren Skippern

fehlt. Wir verlassen uns auf unser theoretisches Wissen und

hoffen, dass wir uns alles weitere Know-How unterwegs aneignen

werden.

Erster Auftritt unserer Windsteueranlage

Der erste Tag bringt super Segelwetter. Bei Sonnenschein und

Wind um die 18 Knoten fliegt Pitufa mit 7 Knoten dahin.

Etwa anderthalb Meter hohe Wellen prüfen Mensch und Katze

auf ihre Seefestigkeit – Gott sei Dank stehen wir sicher auf

unseren acht Seebeinen. Leeloo hat aufgrund ihres niedrigeren

Schwerpunkts allerdings klare Vorteile. Als die Nacht hereinbricht,

wird uns wieder ein wenig mulmig, doch Wind und See

lassen etwas nach und so lassen wir die volle Besegelung stehen.

Christian richtet sich im Cockpit für die erste Nachtwache ein

und ich klettere mit Leeloo in die schwankende, mit Leesegel

gesicherte, kuschelige Lotsenkoje. Als ich drei Stunden später

ins Cockpit komme um Christian abzulösen, traue ich meinen

Augen kaum. Der Vollmond, der unsere erste Nachtfahrt hell

erleuchtet, zwinkert uns zu!

Der nächste Tag beginnt mit unserer ersten Flaute. Wir genießen

sie in vollen Zügen, liegen faul im Cockpit, lesen und

schlemmen. Wir fühlen uns wie auf einer Kreuzfahrt, mit dem

Vorteil, unser Sonnendeck für uns alleine zu haben. Hier gibt

es keine lärmenden Touristen, doch nachmittags ist auch bei

uns Animation angesagt. „Segeltrimm mit Windgott Aeolus”

ist obligatorisch und bei veränderlichem Leichtwind von achtern

eigentlich ein Kurs für Fortgschrittene. Wir als Anfänger

machen aber tapfer mit, baumen die Genua einmal links und

einmal rechts aus und probieren alle Tricks aus unserem Wälzer

„Practical Seamanship” (Steve und Linda Dashew, 2001) aus,

obwohl wir schon bald den Verdacht haben, dass die Dashews

beim Schreiben eher an einen steten Passatwind als an schwankende

Mittelmeerwinde dachten. Gegen Abend geben wir den

Kampf gegen flappende Segel auf und starten den Motor. Wir

sind müde, haben aber viel ausprobiert und Erfahrung sammeln

können. Als Belohnung bekommen wir einen wunderschönen

Sonnenuntergang, der Himmel glüht in allen Schattierungen

zwischen orange, rot und violett, die sich auf der Wasseroberfläche

spiegeln. Als dann auch noch Delfine durch dieses Farbenmeer

springen, ist die Idylle perfekt.

Am dritten Tag stellen wir fest, dass der Autopilot unsere altersschwachen

Batterien schneller als vorhergesehen aussaugt,

wollen aber auch nicht die ganze Zeit von Hand steuern. Kurz

entschlossen montieren wir die Fahne der Windsteueranlage.

Nach einiger Tüftelei haben wir das System verstanden, stellen

die Fahne auf Kurs und siehe da: sie korrigiert fleissig und hält

unsere Schlumpfine auf Kurs! Wir schließen unseren neuen

Steuermann sofort ins Herz und nennen unsere Hydrovane

„Wayne Vaney”, nach Wayne Rainey, dem dreifachen Motorradweltmeister.

Am Abend erreichen wir mit den letzten Sonnenstrahlen unsere

erste Ankerbucht am Südzipfel Korsikas. Nach bangen

Minuten Herumsuchens zwischen Unterwasserfelsen fällt der

Anker ins türkise Wasser und uns ein Stein vom Herzen. Wir

haben unsere erste Etappe ohne Probleme hinter uns gebracht!

Wasser im Boot!

Unser Kurs führt uns nun südlich durchs Maddalena-Archipel

– laut Reiseführer ein „Paradies für Segler”. Landschaftlich sind

die Inseln wirklich sehr reizvoll – schroffe Karstinseln wechseln

mit smaragdgrün bewaldeten Eilanden, dazwischen blitzt karibisch-türkisfarben

das Meer – doch herrscht ein Verkehr wie

auf einer Autobahn in der Rush Hour. Bei relativ starkem Wind

kreuzen wir auf und erfreuen uns an diesem sportlichen Segeltag.

Die See ist aufgrund der vorgelagerten Inseln glatt und das

Glück wäre perfekt, wenn wir nicht ständig ausweichen müssten,

um Kollisionen zu vermeiden. Als das Archipel abends

hinter uns liegt, atmen wir auf. Eigentlich wollten wir der

Küste entlang ein Stück nach Süden, doch wir haben genug

Wasser, Diesel und Vorräte, somit stellen wir Wayne kurz

entschlossen bei idealem Halbwind auf Kurs in Richtung der

Liparischen Inseln, anstatt uns dem Küstenverkehr auszusetzen.

Endlich kehrt Ruhe ein. Die Erde ist wieder eine blaue Scheibe,

der Himmel ihr blauer Deckel und das beste daran ist, die

Scheibe gehört uns allein. Leider zwingt uns der Zeitdruck bei

schwachen Winden immer wieder zum Motorsegeln. Nach

die crew

Birgit Hackl (32). In den Sommerferien war der Bootsurlaub, erst am

Gardasee und später an der Adria, immer ein Fixtermin. Damals entstand

die Liebe zur Freiheit, die ein Boot bringt. Christian Feldbauer (34) erlebte

eine bootsfreie Kindheit, ist ein versierter Hobby-Handwerker. Die beiden

sind seit 1995 ein Paar. Seit 2000 gehört auch Katze Leeloo zur Familie

und mutierte kurz entschlossen zur Schiffskatze, als 2008 ein neuer Lebensmittelpunkt

ins Leben des abenteuerlustigen Trios trat: das Segeln.


54

1

einem Blick auf unsere „Tankanzeige“ – ein Zollstab, den man

in die Tanköffnung hält – entschließen wir uns zu einem baldigen

Zwischenstopp. Ein Blick auf die Karte legt die Insel

Ustica nördlich von Palermo nahe. Ustica? Den Namen haben

wir noch nie gehört, was die Insel gleich noch interessanter

macht. Der Hafenführer bestätigt, es gibt eine Tankstelle, also

nichts wie hin.

Ich habe die letzte Nachtwache von 3 bis 6 Uhr früh und um

halb 6 kann ich die Augen kaum noch offen halten. Als das

erste Schiff der Nacht unseren Kurz kreuzt, ist das eine willkommene

Abwechslung. Unten piepst ein Alarm und ich denke,

„Aha, der Radarwarner funktioniert also”. Plötzlich geht

das Piepsen in einen Dauerton über, worauf ich das Echolot,

das bei großen Tiefen oft falschen Alarm gibt, ausschalte. Der

Alarm schreit weiter, mittlerweile ist auch Christian im Halbschlaf

aus der Koje getaumelt und gemeinsam suchen wir nach

der Quelle. Es ist der Wasseralarm in der Bilge! Fieberhaft

reißen wir die Bodenbretter hoch und der schlimme Verdacht

bestätigt sich. In der Bilge schwappt das Wasser schon bis fast

an die Bodenbretter hoch! Haben wir etwa ein Leck? Schnell

schalten wir die motorbetriebene Bilgepumpe ein, gleich die

elektrische dazu und schon sinkt der Wasserspiegel. Ich stecke

den Finger in die Brühe und koste – es ist Süßwasser. Wir

sinken also nicht, es hat sich bei einem Wassertank ein Schlauch

gelöst und so sind gut 300 Liter Wasser in den Bauch der

Pitufa ausgelaufen.

Gut, dass es nicht weit bis Ustica ist. Die Insel entschädigt uns

mit schroffen, vulkanischen Hängen, an denen grüne Terrassen

angelegt sind. Im Osten liegt die einzige, kleine Ortschaft mit

einem Hafen. Erst sind wir über die vielen Festmacherbojen so

nah an den Felsen erstaunt, doch ein Blick aufs Echolot bestätigt

die Angaben der Karten. So schroff die Hänge vom Gipfel

abfallen, so steil gehen sie unter Wasser weiter. Wenige Meter

vom Ufer ist es noch 40, 50 Meter tief. Wir machen also an

einer Boje dicht am Ufer fest, springen ins azurblaue Nass und

Die yacht

PITUFA (Schlumpfine) wurde 1989 nach einem Design von

Sparkman & Stephens in Australien gebaut. Die gesamte

Yacht besteht aus Aluminium: 5 mm auf Deck, 6 mm unter

der Wasserlinie, 11 mm am Kiel. Die solide Konstruktion mit

gemäßig tem Langkiel und Skeg in Verbindung mit einem

Centercockpit machen sie zu einem sicheren Blauwasserschiff.

Die beim Kauf vorhandene Fahrtenausstattung wurde

in den vergangenen Jahren weiter ergänzt. Sie soll aber

nicht mit technischem Schnickschnack überladen werden

– nach dem Motto „Was man nicht hat, kann nicht kaputt

gehen”.

Länge:

Breite:

Verdrängung:

Tiefgang:

Wassertanks:

Dieseltank:

Motor:

41 Fuß

3,88 m

13 t

2 m

3 x 250 l

250 l

70 PS Yanmar

waschen erst einmal den Schmutz der Bilgenputzaktion ab.

Unser Ankerplatz mit schwarzen Felsen und tiefgrünen Kakteen

lässt uns die Mühen des Tages vergessen.

Am nächsten Tag laufen wir frühmorgens den Hafen an, denn

wir wollen aufgrund mangelnder Übung bei Anlegemanövern

möglichst wenig Trubel haben. Außerdem hat sich bei unserer

Trainingswoche auf Mallorca herausgestellt, dass Pitufa

extrem träge reagiert und rückwärts aufgrund eines starken

Radeffekts auch dann hart Backbord einschlägt, wenn das Ruder

hart steuerbord steht. Wir haben Glück, die Mole ist frei

und wir können mit unserer Zuckerseite, also Backbord, längsseits

anlegen. Ich steuere mit schweißnassen Händen gaaanz

langsam auf die hässliche, harte Betonwand zu, Christian

springt von Bord, zieht den Bug zu sich, ein kurzer Rückwärtsimpuls

und schon haben wir angelegt.

Der kleine Ort ist mit hübschen Häuschen und blühenden

Büschen herausgeputzt und der Blick hinunter auf den Hafen

schlicht atemberaubend.


Revier

55

2 3

4

5

Spektakuläre Küsten und rauchende Vulkane

Wir sind nun eine Woche unterwegs und unser knapper Zeitplan zwingt uns zum

Weiterfahren. Dieser Stressfaktor passt so gar nicht zur Philosophie des Segelns, die

nächste Reise wollen wir ruhiger angehen. Nun geht es weiter zu den Liparischen

Inseln. Die erste, Alicudi, taucht schon bald im Dunst auf. Wir machen kurz halt,

kochen Abendessen und segeln dann in der Nacht weiter zwischen den Vulkaninseln

und ihren beleuchteten Dörfern durch. Unser Ziel ist Vulcano, deren aktiver Vulkan

mit einer deutlich sichtbaren und auch riechbaren Schwefelwolke ein spektakuläres

Naturschauspiel bietet. Wir haben keine genaue Karte des Uferbereichs und so tasten

wir uns im Morgengrauen mit äußerster Vorsicht in eine Bucht, die umgeben von

schwarzen, vulkanischen Felsspitzen, eine ganz eigene Atmosphäre hat. Wir wissen

nicht, ob weitere dieser messerscharfen Felsen unter der Wasseroberfläche auf den

Bauch unserer Pitufa lauern und so lassen wir den Anker in Respektabstand vom

Ufer bei etwa 20 Metern Tiefe fallen. Wir prüfen im Laufe des Tages immer wieder,

ob unser 30 Kilogramm schwerer Bügelanker noch sicher auf seinem Sandfleck liegt

und schreiben eine Tauchausrüstung ganz oben auf unsere Einkaufsliste.

Warum bläst der Wind eigentlich immer von vorn?

In den frühen Morgenstunden lichten wir am neunten Tag unserer Reise – Gott sei

Dank ohne Probleme – den Anker und passieren wenige Stunden später die Straße

von Messina. Es ist ein beeindruckendes Erlebnis, sich mit den riesigen Fracht- und

Passagierschiffen durch dieses Nadelöhr zu drängen. Endlich sind wir südlich des

italienischen Stiefels und liegen ganz gut im Zeitplan. Der Wind weht mit 5 Knoten

aus Süden, das ist zu schwach zum Segeln. So lassen wir wieder einmal den Motor

mitlaufen und fluchen über den Dieselverbrauch. Im Laufe des Nachmittags dreht

1 imposant. Der spektakuläre Blick auf die Klippen von Bonifacio auf Korsika.

2 ärgerlich. Ein Leck in einer Wasserleitung: Nach dem Malheur trocknet der Bauch der Pitufa langsam.

3 vollgetankt. Blick zurück auf die malerische Insel Ustica.

4 eindrucksvoll. Liparische Inseln: Von der Insel Vulcano ziehen uns Rauch und Schwefelgeruch entgegen.

5 routine. Warten auf das Wetterfax in Pitufas Nav-Ecke.


56

der Wind, wie im Wetterfax vorhergesagt, auf Nordosten und

frischt auf. Eine frische Brise freut das Seglerherz, doch leider

bläst uns der Wind – wie schon öfters auf dieser Reise – direkt

auf die Nase. Was solls, Hauptsache wir segeln, ein wenig Kreuzen

hat noch keinem geschadet. In der Nacht gehts also im

Zickzack-Kurs nach Nordosten Richtung Stiefelabsatz, wo wir

unsere letzte Pause vor der Adriaüberquerung einlegen wollen.

In der Nacht hat der Wind weiter an Stärke zugenommen, also

rollen wir die Genua ein wenig ein und binden ein Reff ins

Großsegel. Mittags bläst es schon mit 25 Knoten, die Wellenberge

sind gut zwei Meter hoch und das Wasser spritzt über

die Sprayhood ins Cockpit. Klar haben wir uns während der

Flaute Wind gewünscht, aber das ist nun etwas zu viel des

Guten. Kurz entschlossen schlagen wir unser neu erworbenes

Buch „Storm Tactics” (Lin und Larry Pardey, 2008) auf. Dies

ist zwar noch kein Sturm, aber wir wollen endlich Mittagessen

kochen und das kann man laut Lin und Larry am besten, indem

man beidreht. Die Beschreibung samt Zeichnung ist sehr anschaulich

und so rollen wir die Genua ganz ein, drehen den

Bug unserer PITUFA bis fast zur Wende in den Wind, fixieren

das Ruder im Anschlag und – voila: zweifach gerefftes Großsegel

und Ruder arbeiten wie prophezeit gegen die Windangriffsfläche

des Boots. Unsere Schlumpfine liegt fast ohne Fahrt

50 Grad vom Wind deutlich ruhiger in den Wellen und wir

können in Ruhe kochen und essen. Nach dem Essen geht der

Ritt über die Wellenberge weiter. Der Wind bläst den restlichen

Tag und die folgende Nacht mit unverminderter Stärke

aus Nordosten und wir kommen unserem Ziel nicht näher. Im

schwankenden Salon beraten wir über die Karte gebeugt unsere

Optionen. Wir können weiter hart am Wind zickzack

abwechselnd nach Norden und Osten kreuzen und ohne Zwischenstopp

unser nächstes Ziel Dubrovnik ansteuern. Das

ständige Wache gehen bei rauen Bedingungen hat aber so sehr

an unseren Kräften genagt, dass wir uns für die gemütlichere

Variante entscheiden: Auf einem Halbwindkurs liegt Korfu

direkt vor uns. Als wir am nächsten Tag um 6 Uhr morgens im

Nordwesten der Insel in einer kleinen Bucht ankommen, gratulieren

wir uns zu dieser Entscheidung. Wir hätten kaum einen

idyllischeren Platz als diese Bucht mit ihren grün bewaldeten

Hängen und dem kleinen Fischerdorf finden können. Der

Ankerplatz ist ausreichend geschützt und wir haben ganze 24

Stunden Zeit uns endlich auszuschlafen, schwimmen zu gehen

und auszuspannen.

Rush hour in der Straße von

Otranto und Bora vor Albanien

Der nächste Tag bringt gutes Segelwetter. Bei 16 Knoten Wind

aus Nordwest kommen wir gut vorwärts, doch in der Nacht

wird es ungemütlich. Wir haben bisher wenig Schiffsverkehr

gesehen, doch vor der albanischen Küste kommen plötzlich von

allen Seiten Schiffe auf uns zu. Zwischen ihrer dekorativen

1


People

57

2

'Weihnachtsbeleuchtung' ist es unmöglich Positionslichter

auszumachen und so versuchen wir hektisch mit dem Fernglas

herauszubekommen, welchem der bunt beleuchteten Riesenkähne

wir als nächstes ausweichen müssen. Unser Radarwarner

schlägt nicht an, das heißt, dass die Großschiffe ihre Radargeräte

nicht eingeschaltet haben. Sie rasen wie auf Schienen blind

und taub durch die Nacht, denn auch auf unseren vor einer

Beinahe-Kollision ausgesendeten Warnruf auf Funk antwortet

niemand. Wir sind heilfroh, als wir die Straße von Otranto

passiert haben und wieder weniger los ist. Meine Wache beginnt

um Mitternacht. Erst habe ich noch das Gefühl, das Boot

gut im Griff zu haben, doch gegen Ende der Wache sind die

Wellen schon über zwei Meter hoch, der Wind heult aus Nordost

mit konstant über 30 Knoten und Böen bis 37 Knoten. Die

Nacht ist stockfinster, der Mond zeigt sich nicht und nur die

Schaumkronen der Wellen sind schemenhaft sichtbar. Von Zeit

zu Zeit bricht eine Welle über der Bordwand und ergießt sich

ins Cockpit. Um 3 Uhr morgens haben wir genug und beschließen

beizudrehen. Die Bewegungen der Pitufa werden sofort

ruhiger. Wir können im Cockpit nicht mehr viel tun, und fallen

samt Sicherheitsgurt und Regenzeug im Salon in einen erschöpften

Halbschlaf. Unter Deck scheint es, als ob sich die

Situation beruhigt, doch beim Rundumblick alle 20 Minuten

zeigt sich, dass die Wellen noch weiter an Höhe zulegen. Wir

haben eine typische Bora abbekommen, vor der uns weder

unser Wetterfax noch der Funkdienst gewarnt haben. Obwohl

uns Zweifel und Ängste plagen, sind wir doch auch stolz auf

unsere Schlumpfine, die sich – noch immer beigedreht – tapfer

über die heranrollenden Berge hebt und ganz ohne Hilfe die

Nase in den Wind hält.

Zu Mittag stellen wir erleichtert fest, dass der Wind schwächer

wird und bald darauf können wir unsere Reise fortsetzen. Endlich

können wir unsere nassen Sachen aufhängen, duschen und

es kehrt wieder friedlicher Alltag ein. In der Nacht schläft der

Wind ganz ein und als wir am Morgen des 1. September in

Dubrovnik ankommen, wissen wir, dass wir eine wichtige „Segelprüfung”

bestanden haben.

Endspurt und Lust auf mehr!

Leider bleibt uns auf dieser Fahrt keine Zeit mehr, die kroatische

Inselwelt zu erforschen. Tagsüber sind unzählige Segelyachten

unterwegs, doch nachts sehen wir kaum ein Positionslicht

und viele der kleinen Inseln, die wir passieren, sind

unbeleuchtet. Auch wenn Karte und GPS einen ausreichenden

Abstand zum Ufer bestätigen, verursacht der Geruch der nassen

Felsen in der stockdunklen Nacht doch ein mulmiges Gefühl.

Der konstante Jugo trägt uns schnell nach Norden, wird langsam

stärker und so kommen wir nach einer etwas unruhigen

Kvarner-Überquerung am Morgen des 5. September nach genau

drei Wochen in Pula an. Hinter uns liegen 1.600 Seemeilen,

zahlreiche Nachtfahrten, viel Angstschweiß und Bauchweh, aber

auch jede Menge wertvolle Erfahrungen und wunderschöne

Eindrücke. Wir freuen uns auf die interessanten Destinationen,

die hinter dem Horizont noch auf uns warten.

1 farbenrausch. Die Sonne verschwindet hinter den Balearen: Unsere

erste Nachtwache beginnt.

2 schroff. Vulcano: Pitufa liegt vor der Insel Vulcano zwischen spitzen

Vulkanfelsen vor Anker.


58

oCEAN7 Service

EXTURN:

So einfach zu montieren

Bugstrahlruder sind seit langem als praktische und beliebte

Steuerungshilfe bekannt. Sie erleichtern vor allem das

Manövrieren auf engstem Raum oder bei schwierigen Bedingungen.

Ihre nachträgliche Anschaffung ist jedoch mit

erheblichem Aufwand verbunden.

Mit dem externen Bugstrahlruder Exturn von Marinno können

zahlreiche sonst gewichtige Nachteile ausgeschaltet werden.

Schon die Bezeichnung „externes Bug- und Heckstrahlruder“

lässt die wesentlichen Vorteile dieser neuartigen

Technologie erahnen: Der komplette Bugstrahlruder-Mechanismus

wurde auf ein Mindestmaß reduziert und strömungs-

günstig nach außen verlagert.

Anstatt wie bisher einen kostenund

platzintensiven Querkanal im

Schiffsbug zu legen, wird Exturn mittels drei

Gewindebolzen in Längsrichtung an beliebiger Stelle am

Schiffsrumpf montiert – wobei ein Bolzen als Hohlwelle ausgeführt

ist und so der Kabelführung dient. Dadurch reduzieren

sich der Platzbedarf im Innenraum des Bootes, der Montageaufwand

sowie die Montagekosten auf

ein Minimum.

Entscheidend für den Wirkungsgrad ist

die Wahl der Montageposition. Für maximale

Wirkung wird es so weit unten

und vorne wie möglich positioniert, 30

Zentimeter unter der Wasserlinie sind für

die volle Leistungsfähigkeit ausreichend.

Exturn sollte genau auf der Mittschiffslinie

positioniert werden. Die Kabel können

nun durch die Bohrung geführt und

der Adapter provisorisch verschraubt

Parasailor Seminar

Jan Liehmann von der Segelschule Attersee organisiert immer wieder Probesegeln

für Interessenten, die einen Spi ohne Akrobatik am Vorschiff und mit

kleiner Crew segeln wollen. „Da ich selber Spi-Trainings in meiner Segelschule

gestalte, bin ich immer wieder verwundert, wie schnell und leicht die Leute mit

einem Parasailor zurechtkommen.“

Segelschule Attersee, jan@segelschule.at 0043(0)699/12266991

www.segelschule.at


NEWS Service Revier

59

werden. Erst jetzt werden die Montagepunkte für die vorderen Befestigungsstifte

markiert und die notwendigen Bohrungen ausgeführt. Die

gesamte Montagezeit beträgt weniger als eine Stunde.

Nach der Montage geht es an die elektrische Installation. Da die Spannung

24 Volt beträgt, wird am einfachsten eine 24-V-Batteriebank realisiert.

Das Hauptrelais kann zusammen mit zwei Starterbatterien und einem

Lade- und Spannungswandler 12/24 V (DC/DC) mit 20 A Ladestrom

nahe des Exturn im Bug platziert und verkabelt werden. Der Lade- und

Spannungswandler dient dabei lediglich dem Nachladen der 24 V-Batteriebank.

In den Plus-Kabelstrang sind ebenfalls ein Hauptschalter und

entsprechende Sicherung zu integrieren. Die Steuerbox, genannt E-Box,

erlaubt den Anschluss von bis zu drei Bedienelementen gleichzeitig und

wird zusammen mit dem Joystick am Steuerstand verbaut.

Die Komplettinstallation, also Montage und elektrische Installation von

Exturn, ist locker innerhalb eines Tages zu bewerkstelligen und stellt somit

neben dem optimalen Wirkungsgrad, nicht erforderlichem Platzbedarf,

minimaler Lautstärke und der überlegenen Einsatzdauer einen weiteren

einzigartigen Vorteil gegenüber herkömmlichen Bugstrahlrudern dar.

www.marinno.com


Seeanemonen

die Blumen des Meeres

Seeanemonen werden auch Seerosen oder Aktinien genannt.

Diese Bezeichnungen verdanken sie ihrem blumenartigen Aussehen.

Sie sind aber keine Pflanzen, sondern Tiere. Ihre pflanzengleiche Körpergestalt

und ihre meist festsitzende Lebensweise hat sogar die frühen Naturforscher

verunsichert. Man entzog sich der Verlegenheit,

indem man die ganze Gruppe kurzerhand „Anthozoa“,

das heißt „Blumentiere“, nannte.

Text und Fotos: Dr. Reinhard Kikinger


62

1

2

Steckbrief einer Seeanemone

Diese Tiere zählen zu den auffälligsten Meeresbewohnern, weil

sie oft bunt gefärbt sind. Sie besitzen einen mehr oder weniger

zylindrischen Körper. Am oberen Ende befindet sich die Mundscheibe

mit einer zentralen Mundöffnung. Diese ist von einem

oder mehreren Tentakelkränzen umgeben. Die Tentakel sind

mit Nesselkapseln bestückt und können unterschiedliche Form

und Länge haben. Die Tentakel sind hohl und mit dem Magen

(Gastralraum) der Anemone verbunden. Am unteren Ende des

zylindrischen Körpers ist meistens eine Fußscheibe entwickelt,

mit der sich das Tier am Untergrund festhält. Auf Sandböden

lebende Anemonenarten haben stattdessen einen fleischigen

Fuß, mit dem sie sich im weichen Sediment eingraben können.

Gut entwickelte Längs- und Ringmuskulatur erlaubt es den

Anemonen, sich bei Störung rasch zu kontrahieren. Sie besitzen

kein Skelett.

Stichworte zur Biologie

Die meisten Arten der Seeanemonen sind getrennt geschlechtlich,

es gibt also Männchen und Weibchen. Die Befruchtung

der Eier erfolgt entweder im freien Wasser nach Abgabe der

Gameten, oder intern im Gastralraum der weiblichen Tiere.

Die entstehende Larve (Actinula) ist für mehrere Wochen Teil

des Planktons, wird durch Strömungen verdriftet, setzt sich

schließlich an geeigneter Stelle fest und wächst zu einer neuen

Seeanemone heran. Falls dieser Standort allen Anforderungen

entspricht wird die Anemone für viele Jahre dort bleiben. Bei

ungünstigen Bedingungen wird sie langsam wegwandern. Je

nach Art bevorzugen die Anemonen unterschiedliche Lebensräume.

Man findet sie von der Wasseroberfläche und Fluttümpeln

bis in große Tiefen. Sie besiedeln Felsküsten, Sandböden

und Korallenriffe.

3

Systematik

Stamm CNIDARIA (Nesseltiere)

➔ Klasse ANTHOZOA (Blumentiere)

➔ Unterklasse HEXACORALLIA (Sechsstrahlige Korallen)

➔ Ordnung ANTIPATHARIA (Dörnchenkorallen)

Ordnung CERIANTHARIA (Zylinderrosen)

Ordnung CORALLIMORPHARIA (Scheibenanemonen)

Ordnung ZOANTHARIA (Krustenanemonen)

Ordnung ACTINIARIA (Seeanemonen)

Ordnung SCLERACTINIA (Steinkorallen)

4


SERVICE

63

5

1 Radiäre Symmetrie. Seeanemonen sind radiär symmetrisch, was bei

diesem Exemplar wegen der auffälligen Färbung besonders gut zu sehen

ist. Im Zentrum der Scheibe befindet sich die Mundöffnung (Haddon’s

Seeanemone, Stichodactyla haddoni mit Indischem Anemonenfisch,

Amphiprion sebae).

2 Temporäre Erscheinung. Die Mangrovenanemone lebt im flachen

Wasser auf Sandböden. Sie ist mit ihrem Fuß im Sand eingegraben und kann

sich vollständig in den Untergrund zurück ziehen. Sie macht das regelmäßig

und kann dadurch von einer Stunde auf die andere komplett verschwunden

sein (Mangrovenanemone, Actinodendron sp.).

3 Feurige Schönheit. Diese Anemone ist ein seltener Fund. Obwohl in 17

Meter Tiefe, leuchtet sie in kräftigem Rot. In dieser Tiefe ist der rotwellige Anteil

des Tageslichts bereits absorbiert und rote Farbtöne sind bei Naturlicht nicht

mehr sichtbar. Einzige Erklärung: die Anemone fluoresziert (Phyllodiscus sp.)

4 Spezielle Tentakel. Diese Anemonenart hat an der Spitze blasig

aufgetriebene Tentakel und ist daher leicht zu erkennen. Die Mundscheibe ist

klein und meist in Riffspalten eingezwängt (Blasenanemone, Entacmaea

quadricolor mit Clark’s Anemonenfisch, Amphiprion clarkii).

6

5 Rund und bunt. Die Prachtanemone trägt ihren Namen zu recht. Wenn

sie ihre Tentakel einzieht ist ihre prächtig gefärbte Körperwand zu sehen. Sie

sitzt mit ihrer Fußscheibe auf Hartsubstrat und kann bei Bedarf auch langsam

wegkriechen (Prachtanemone, Heteractis magnifica mit Malediven

Anemonenfisch, Amphiprion nigripes).

6 Wohnungsnot. Die Anemone hat sich zusammen gezogen und der

Anemonenfisch hat dadurch Schwierigkeiten, sich zwischen den Tentakeln der

Anemone zu verstecken. In Relation zu seiner eigenen Größe hat er eine sehr

kleine Wirtsanemone gewählt (Prachtanemone, Heteractis magnifica mit

Clark’s Anemonenfisch, Amphiprion clarkii).

7 Gut getarnt. Nicht alle Seeanemonen sind auffällig und bunt. Manche

Arten sind ausgesprochen gut getrant und werden leicht übersehen. Die

radförmige, graue Struktur in Bildmitte ist ebenfalls eine Seeanemone

(Phyllodiscus sp.).

7


64

1

2

Gesellige Lebensweise

Obwohl Seeanemonen mit Nesselkapseln bewehrt sind und

daher von vielen Tieren gemieden werden, suchen gerade

deswegen einige Spezialisten ihre Nähe. Das bekannteset Beispiel

sind die Anemonen- oder Clownfische der Gattungen

Amphiprion und Premnas. Sie leben in enger Gemeinschaft mit

ihrer Wirtsanemone, werden von ihr nicht genesselt, und sind

zwischen den schützenden Tentakeln der Anemone vor Freßfeinden

sicher. Auch einige Krebse leben zusammen mit Seeanemonen.

Zarte Garnelen der Gattung Periclimenes sind an

diesen sehr speziellen Lebensraum zwischen den Tentakeln

farblich hervorragend angepasst und sind schwer zu entdecken.

Porzellankrebse der Gattung Neopetrolisthes haben sich ebenfalls

das Revier zwischen den Anemonententakeln erobert. Und

schliesslich leben etliche Seeanemonen in einer Endosymbiose

„Seeanemonen sind mit Korallen

verwandt, sind rein marin

mit weltweiter Verbreitung,

und die größten Arten erreichen

über einen Meter Durchmesser“

3


SERVICE

65

1 Kunstvoll. Wie ein kunstvoll gewebter Teppich schmiegt sich diese

braune Seeanemone in das Korallenriff. Sie ist die Wohnstatt für ein Pärchen

Anemonenfische, die mit der Seeanemone in Symbiose leben (Teppichanemone,

Cryptodendrum adhaesivum mit Clark’s Anemonenfisch, Amphiprion

clarkii).

4

2 Zylinderrose. Nicht alles was wie eine Seeanemone aussieht ist auch

eine. Zylinderrosen sehen ähnlich wie Seeanemonen aus, sind aber anders

organisiert. Sie leben in einer selbst gebauten Wohnröhre, in die sie sich

blitzschnell zurück ziehen können (Zylinderrose, Cerianthus sp.)

3 Mediterrane Schönheit. Die Sandgoldrose lebt auf Sandböden des

Mittelmeeres. Die Tentakel liegen flach auf dem Sandboden auf, die

Tentakelspitzen sind violett bis blau gefärbt (Sandgoldrose, Condylactis

aurantiaca).

4 Lederkoralle. Die dünnen Fortsätze sind keine Anemonententakel,

sondern langgestielte Polypen einer Lederkoralle. Im Gegensatz zu den

solitären Anemonen sind Lederkorallen kolonial, bestehen also aus vielen

Einzel Individuen (Lederkoralle, Sarcophyton sp.).

5Haarstern. Auch Haarsterne werden manchmal mit Anemonen

verwechselt, sind allerdings aus einem völlig anderen Tierstamm. Sie gehören

zu den Stachelhäutern und sind mit Seesternen und Seeigeln verwandt

(Goldhaarstern, Comanthus bennetti).

5

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Beratung, Verkauf & Service – Servicestützpunkte im Mittelmeer


66

1

mit einzelligen Algen, sogenannten Zooxanthellen. Diese Symbionten

versorgen die Anemone mit Assimilationsprodukten

ihrer Photosynthese und machen sie unabhängiger von der

üblichen Plankton Nahrung.

2

Verwandtschaft und Verwechslungen

Seeanemonen zählen zu dem Tierstamm Cnidaria, den Nesseltieren.

Innerhalb dieses Stammes werden sie den Anthozoa,

den Blumentieren, zugeordnet. Wegen innerer und äußerer

Merkmale zählen sie zu den Hexacorallia. Ihre nächsten Verwandten

sind damit unter anderem die Steinkorallen, Zylinderrosen

und Dörnchenkorallen. Etwas weiter entfernt sind die

Leder- und Weichkorallen, Venusfächer und Seefedern.

Manche Anemonen sind unverwechselbar, weil sie alle charakteristischen

Merkmale der Gruppe deutlich zeigen, etwa die

Prachtanemone Heteractis magnifica. Andere Anemonenarten

sind nicht auf den ersten Blick eindeutig zuzuordnen.

Und schließlich gibt es Meeresbewohner, die Anemonen ähnlich

sehen, aber keine sind. Dazu gehören die nahe verwandten

Zylinderrosen, die jedoch unterschiedliche Tentakeltypen haben

und in einer Röhre wohnen. Steinkorallen besitzen im

Gegensatz zu den weichen Anemonen ein hartes Kalkskelett.

Scheibenanemonen haben eine andere Anordnung der Tentakel,

vermehren sich hauptsächlich vegetativ und sind im Gegensatz

zu den meist solitären Anemonen oft in dichten Be-

3


SERVICE

67

4

ständen anzutreffen. Leder- und Weichkorallen sind, anders als

die Anemonen, kolonial und besitzen gefiederte Tentakel. Innerhalb

der Quallen kann nur die semisessile Mangrovenqualle

der Gattung Cassiopea mit Anemonen verwechselt werden.

Selbst systematisch weit entfernte Organismen wie Haarsterne,

die zu den Stachelhäutern zählen, werden manchmal irrtümlich

für Anemonen gehalten. Im Lauf der Evolution haben sich

spezielle Lebensformtypen aus verschiedenen systematischen

Gruppen gebildet, die denselben Anforderungen mit ähnlichen

Anpassungen begegnen. Die Seeanemonen gehören zu den

erfolgreichsten und, subjektiv betrachtet, schönsten Modellen

dieser Entwicklung.

1 GroSS und flach. Die Riesenanemone kann einen Durchmesser bis zu

1,5 Meter erreichen. Sie ist mit ihrem Fuß in Spalten verborgen; die große

Mundscheibe liegt lose am Untergrund auf und besitzt an der Unterseite

orangefarbene Punktwarzen (Riesenanemone, Stichodactyla mertensii).

2 VERSTECKT. Das Tentakelfeld der Riesenanemone ist ein reich strukturierter

Lebensraum für Mitbewohner. Wer genau hinsieht wird in Bildmitte eine kleine

Garnele entdecken (Riesenanemone, Stichodactyla mertensii)

3 Untermieter. In der Nahaufnahme ist die Garnele trotz ihrer perfekten

Tarnung nun gut zu erkennen (Pfauenaugen-Partnergarnele, Periclimenes

brevicarpalis).

4 Plankton Fänger. Ein weiterer Untermieter der Riesenanemone ist

dieser Porzellankrebs. Mit seinen fächerförmigen Mundwerkzeugen fängt er

vorüber driftende Partikel und Plankton, das ihm als Nahrung dient

(Anemonen-Porzellankrebs, Neopetrolisthes maculatus).

Literatur

FAUTIN,D.R. & ALLEN,G.R. (1992). Field Guide to Anemone fishes and their Host Sea Anemones.

Western Australian Museum Perth, 157pp. ISBN 0730952169


68

MarinatagE –

hundetage

Es herrscht so die gängige Meinung, auf dem Schiff lernt man sich erst richtig kennen.

Das stimmt, finde ich, nur teilweise. Die Marina ist der wahre Garantietest für Beziehungen.

Text und Fotos: Alexandra Schöler-Haring

Es gibt ja Leute, die sagen, die Enge auf dem Schiff, das Immer-

Zusammensein, würde kaum einer aushalten. Fehler. Eine nüchterne

Marina, auf Asphalt gebaut, hinter einer Erdölraffinerie mit Blick

auf dreckiges Wasser, 35 Grad im Schatten und zwei Marinaklos plus

zwei Duschen für 30 Schiffe sind die wahre Härte. Einen Schiffsrumpf

bis auf die Holzplanken abzuziehen, ohne Küche an Bord zu

leben wegen Renovierungsarbeiten, Moskitos, Epoxystaub,

Schleifgeräusche. Da findet man heraus, ob der Partner

wirklich der ist fürs Leben! So sollten die Partnervermittlungsagenturen

arbeiten und dann ihre volle Garantie

abgeben.

Im kühlen Norditalien trugen wir bei den Vorbereitungen

in der Marina noch Pullis und freuten uns auf

eine abenteuerlich heiße Dusche.

Allein der Gedanke daran brachte mich auf Curacao

in der holländischen Karibik zum Schwitzen. Wir

Foto: Shutterstock


Service

69

1

hatten hier unser Schiff für die zweimonatige Hurricane-Season

an Land gestellt und waren nun dabei, es für die nächste Saison

vorzubereiten. Die gesamte Belegschaft in der Marina in diesen

Tagen vor dem großen Aufbruch Richtung Panama sah aus wie

eine Demo der Clouchard-Vereinigung in Paris.

Ausgebeulteste Shorts, dreckige T-Shirts, die schlimme Gerüche

absonderten, Kopfbedeckungen, die als perfekte Inspiration

für so manch verrückten Modeschöpfer dienen könnten und

Schuhwerk, das die Bezeichnung als solches nicht verdiente. Es

war uns wurscht. Es war mir wurscht, dass ich in den Minispiegel

der Marinadusche blickte und die Frau darin nicht erkannte.

Erst in Cartagena, Wochen später, in einer gut ausgeleuchteten

Restaurant-Toilette, entdeckte ich, dass ich noch Farbe

in den Haaren hatte und nicht schon weiße Haare bekam wie

mein Sohn mir klarmachen wollte.

Besonders hart wurde es, als wir unser Unterwasserschiff bis

auf die letzte Schicht abschleifen mussten, so hart, dass sogar

der Marinachef Mitleid bekam und mitschliff.

Einzige Ablenkung war eine Art Live-Hörspiel vom Nebenschiff

eines Hamburger Pärchens.

Er: „Nach unten drücken hab ich gesagt! Nach unten!“?

Sie: „Mensch, dann mach den Sch… doch alleine.“

Er: „Ich kann es nicht alleine machen!“

Sie (schreiend): „Schrei’ mich nicht an!“

Er (schreiend): „Ich schrei’ dich nicht an!“

So ging es tagtäglich und ich fand mich und Peter ganz schön

dezent, verglichen zu den beiden.

2

3

1 der anfang. Das Schiff wird an Land gezogen. Danach beginnt das Unheil.

2 Der Schleifer. In abgeschiedener Einsamkeit werden alle Unterwasserbereiche

penibel abgeschliffen.

3 der elektriker. In tropischer Hitze werden endlose Strecken Kabel geprüft

und erneuert.

4 der mechaniker. Oft schon dem Wahnsinn nahe.

4


70

1

2

Natürlich verstand ich die beiden auch. Wobei – als die Frau

sich in den klimatisierten Wagen setzte und schmollte, das fand

ich dann doch etwas dick aufgetragen.

Was ich aber wirklich bei den Marinaarbeiten hasste, waren

meine Tätigkeiten als Handlangerin. Ich gebe zu, ich bin kein

Schiffsbauer und kann auch alleine kein Motorservice machen

und so bin ich eben verdammt, Handlangerin zu sein. Was ich

dann immer verfluche. Ständig huscht man zwischen Koje,

Deck, Werkstatt, unter dem Schiff, auf dem Schiff umher und

hat das Gefühl, nirgends rechtzeitig zu sein und nichts Wichtiges

beizutragen.

„Ich brauch den Hammer!“, „Kommt schon!“, „Schleifpapier

bitte!“, „Wo?“, „Unterm Schiff!“.

„Bitte den Exzenterschleifer nach oben“, „Ok.!“. „ Ach, ich hab

das Maßband irgendwo da unten“.

„Klaro“. „Schnell die Nutfräse!“. „Die was?!“?? „In der Werkstatt

links“.

Natürlich, Peter leistete Unglaubliches, immerhin war er verantwortlich,

dass Risho für Pazifik und Neuseeland topfit

war. Doch in diesem Augenblick dachte ich nicht an seine

Belastungen, sondern nur daran, wie ich da durchkommen

würde und dass ich sicher nie, nie, nie, niemals in meinem

Leben ein Schiff bauen oder renovieren würde, außer unser

eigenes, wenn unbedingt nötig.

Nach drei Wochen in der Marina war ich sicher nicht die Einzige,

die an Schiffsverkauf und Scheidung dachte.

Nur unser Sohn Finn war glücklich. Am Morgen verschwand

er, um mit den anderen Kindern der Marinagefangenen zu

toben, zu drecken, auszuhecken.

Schreibt er mal ein Buch über unsere Reise, wird dieses wohl

hauptsächlich von den aufregenden Tagen in den Marinas

dieser Welt von Teneriffa über Curacao, bis Tahiti, Samoa, von

Neuseeland bis nach Singapur handeln.

Er lernte dabei Freundschaften zu genießen und zu schließen,

zu streiten, in Englisch zu kommunizieren, zu tischlern, Rad

3


Service

71

4

zu fahren, Fußball zu spielen, alte Schiffe auszuräumen und

einfach selbstverantwortlich fern der Eltern zu agieren. Wenn

der nicht fürs Leben gerüstet ist, wer dann?

Die Ersten, die fertig waren, waren die Schweizer. Silvie und

Wolfi standen vor ihrem prachtvoll renovierten Gaffelschoner.

Kleiner Motortest – und? Stille! Dichtungsring verschlissen.

Lieferzeit eine Woche aus Europa – mit viel Glück.

Ich kühlte mich beim Wasserhahn der Marina ab, eiskalt rannte

es meinen Rücken hinunter. Eines wusste ich damals schon

ganz genau, dies hier würde eines Tages eine gute Geschichte

werden – und ich hatte Recht, oder?

1 im duett. Ehepaare arbeiten gemeinsam – da ist Ärger vorprogrammiert.

2 hitzeschock. Harte, körperliche Arbeit in den Tropen unter Zeitdruck legt

die Nerven blank.

3 kinderarbeit. Nur die Kleinsten haben an derartigen Tätigkeiten ihre

echte Freude.

4 mühevoll. Ein Schiff auf dem Trockenen ist wahrlich kein angenehmer

Lebensraum.

STEYR MOTORS

MARINE DIESEL POWER

- kompakte, leichte aber extrem robuste Bauweise

- einzigartiges Monoblock Design

- hohe Leistungseffizienz auch im Mulitfuel-Betrieb

- weltweit erstes Hybridsystem (HDS)

- integrierter Schwungradgenerator (IFG)

* entsprechend der STEYR MOTORS Garantiebestimmungen

5 YEARS

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bitte kontaktieren Sie:

STEYR MOTORS GMBH

Im Stadtgut B1, 4407 Steyr

Tel.: +43 7252/222-25

Kontakt: Herr Hubert Boxleitner

h.boxleitner@steyr-motors.com

www.steyr-motors.com


72

oCEAN7 YACHTEN

MC 300: SPORTLICHER LUXUS

Jeder, der schon einmal einen Wasserskifahrer gesehen hat,

kennt auch Mastercraft. Die offenen Speed-Boote aus Maryville

in Tennessee sind seit mehr als 40 Jahren weltweit die

absolute Nummer eins in der Welt des Wasserski- oder Wakeboard-Sports.

Jetzt geht die Traditionswerft mit der brandneuen Mastercraft

300 einen gewaltigen Schritt weiter: Den Luxus einer großen

Yacht mit viel Raum und hohem Wohnkomfort auf einem Boot

von zehn Metern Länge unterzubringen – und dabei vom

Fahrverhalten die typischen Mastercraft-Eigenschaften mit viel

aktivem Fahrspaß beizubehalten, war die Idee hinter der

Konstruktion dieses völlig neuen Schiffs. Ganz klar: Das Ziel

wurde erreicht!

Die Yacht besticht bereits auf den ersten Blick durch ihr kraftstrotzendes

Styling und den Komfort an Bord. Wenn die MC

300 in Fahrt ist, überzeugt sie durch eine beispielhafte Handlichkeit

und Kursstabilität. Engste Kurvenradien werden bei

hohem Tempo ohne starke Seitenneigung wie auf Schienen

absolviert. Von Wellen zeigt sie sich kaum beeindruckt und

setzt weich ein. Der Einsatz der Motoren und des Bugstrahlruders

wird elektronisch geregelt und nimmt so auch schwierigen

Manövern auf engstem Raum ihren Schrecken.

Auch wenn die MC 300 sehr kompakt wirkt, bietet sie unter

Deck erstaunlich viel Raum. Im Bug ein Doppelbett, dahinter

an Steuerbord eine halbrunde Sitzbank und gegenüber ein

Badezimmer mit dem Komfort, den man von zu Hause gewohnt

ist. An Backbord befindet sich eine Küchenzeile. Eine

weitere Doppelkoje gibt es unter dem nach hinten offenen

Cockpit, in dem neben dem Führerstand genügend

Platz für zwei verstellbare Sonnenliegen,

eine Rundsitzgruppe mit Tisch und eine kleine

Freiluftküche mit Elektrogrill, Kühlschrank und

Waschbecken ist.

Mastercraft ist es gelungen,

eine Lifestyleorientierte

Yacht

auf den Markt zu

bringen, die das

markentypische

Feeling in

eine neue Bootsklasse

transferiert und

Komfort mit Leistung optimal

verbindet.

In Österreich ist die MC 300 vom

Wasser sportcenter Mureny in Reifnitz zu

beziehen.

www.mastercraft.at


NEWS YACHTEN Revier 73

J/95: SpaSS ohne kiel

In den Siebzigerjahren bin ich auf einem schnellen Kielschwerter gesegelt“, sagt

Designer Rod Johnstone. „Aber seither hat niemand mehr ein solches Boot gezeichnet.

Zu kompliziert, zu teuer und bei viel Wind wegen des notwendigerweise kurzen

Ruderblatts schwer zu steuern. Bei Starkwind und Welle schossen sie in die

Sonne, waren bei Krängung kaum auf Kurs zu halten. Die neue J/95 ist da ganz

anders. Sie besitzt dank eines Doppelruders hervorragende Segeleigenschaften

und – dank des Kielschwerts – einen Tiefgang, der kaum der Rede wert

ist. Damit kommt sie dem idealen Boot des Designers schon sehr nahe,

das Rod Johnstone einst so beschrieb: „Man kann es unter allen

Wetterbedingungen allein oder zu zweit segeln. Es segelt gut und

stabil, ohne auf Crewgewicht auf der Kante oder auf beweglichen

Ballast angewiesen zu sein. Und es hat einen moderaten Tiefgang“.

Die J/95, der jüngste Wurf von J-Boats scheint voll und

ganz auf diese Kriterien zugeschnitten zu sein. Es ist sportlich,

schnell und kann auch in flachen gewässern wie dem Neusiedler

See noch problemlos eingesetzt werden. Qualität hat

allerdings auch ihren Preis: Das 9,5 Meter lange, 3,05 Mebreite

und knapp drei Tonnen schwere Schiff kostet ohne

gel, aber inklusive MwSt. 139.053 Euro.

www.j-boats.com

t e r

Se-

Die Yacht von morgen

Unter dem Titel „Le voilier de demain“ hat Bénéteau angefangen, Kundenmeinungen

zu sammeln, wie denn die Yacht von morgen auszusehen

hätte. Über das Internet kann jeder, der sich berufen fühlt, seine Traum -

yacht skizzieren und dem weltgrößten Bootshersteller seine Ideen mit -

teilen. So wird eine große Sammlung an Vorschlägen von Experten und

einfachen Seglern zusammengetragen, die dann in neuen Modellen

Einfluss finden werden.

www.levoilierdedemain.fr


74

Der Wolf

trägt prada

Ihr Innenleben ist erfrischend neu, ganz anders, als man es im Salon einer Yacht erwartet. Hell, freundlich,

mit frecher roter Polsterung, wie das Wohnzimmer aus dem Designstudio eines angesagten jungen

Innenarchitekten. Außen hingegen zeigt die T-34, was sie im Wasser kann. Und das ist sehr viel.

Für den Wind gebaut, für die See entworfen.

www.hidrya.at


YACHTEN

75

Die T-34 ist ein reinrassiges Rennschiff, von dem ihre direkten

Konkurrenten auf den Regattabahnen kaum jemals viel

mehr zu sehen bekommen werden als ihr offenes Heck, das

den Blick erst auf das versenkte Karbon-Steuerrad und dann

in ein aufgeräumtes Cockpit mit Teak lenkt.

67 Quadratmeter Segel am Wind bringen die 9,99 Meter

lange Yacht wie eine Jolle auf Touren. Wenn sich auf Raumschotkurs

die 100 Quadratmeter des asymetrischen Spinnakers

öffnen, gibt es kein Halten mehr. Dann geht es ab wie

www.hidra.at

mit dem Super-Turbo.

Aber die T-34 ist nicht nur für die Regattabahnen gebaut. Sie

ist sozusagen der Wolf im Prada-Kleid. Zwei großzügige

Kabinen mit reichlich Stauraum, ein elegantes Bad, eine

funktionale und sehr stilvoll-moderne Pantry sowie Tanks für

122 Liter Wasser und 61 Liter Diesel machen

sie obendrein zu einem angenehmen Schiff

für ausgedehnte und schnelle Familientörns.

Gebaut wird die T-34 im oberitalienischen

Monfalcone, wo man anlässlich des zehnjährigen

Bestandes der Werft die aufsehenerregende

Yacht in einer Sonderaktion anbietet.

Das Spezialpaket nennt sich „Limited 10X10

Edition“ – wie der Name sagt, begrenzt auf

zehn Schiffe. Die Sonderausstattung zum

Preis von 115.000 Euro ohne MwSt. beinhaltet:

Karbon-Steuerrad, Karbon-Spinnaker-

Baum, Elektronic-Paket, Tacktick (wireless

log, depth,wind), Geonav 7" Color-Chartplotter,

VHF, Teak-Cockpit, Teak innen (wenn L. ü. a.: 9,99 m

TECHNISCHE DATEN

gewünscht), neue Harken-Radial-Winschen,

Breite:

3,30 m

neuer, längerer Bugrüssel.

Tiefgang:

2,20 m

In Österreich und Slowenien kann die T-34

Verdrängung: 3.700 kg

über Gösta Pongratz aus Graz bezogen werden.

Ballast:

1.350 kg

1 geräumig. Ob für den Familientörn vor Anker oder als Arbeitsplatz für die

Regattacrew: das Cockpit bietet viel Bewegungsspielraum.

2 rasant. Im Regattafeld werden in seiner Klasse die meisten Schiffe die T-34

wohl nur von hinten sehen.

3 stylish. Einfach, aber hell und freundlich – und vor allem erfrischend

anders zeigt sich das Innenleben der T-34.

4 praktisch. Edelstahl und moderne Armaturen zeichnen die sehr funktionale

Pantry aus.


76

Von einem

Anderen Stern

Keine Kompromisse! Unter dieser Maxime soll die Magellan Space gebaut werden

und maximale Leistungsstärke und Luxus miteinander verbinden.

Fotos: Magellan Marine


YACHTEN

77

1

Die Philosophie, die hinter der Entwicklung und Konzeption

der Magellan Space steht, war und ist es, eine Yacht auf den

Markt zu bringen, die sich vom Design, den Freizeitmöglichkeiten,

dem gefühlten Lebensraum und den technischen Innovationen

von den anderen Anbietern in außerordentlicher

Form abhebt, um damit ein kaum vergleichbares Marktsegment

zu schaffen.

Die innovative und extravagante Yacht wird als Limited Edition

mit einer weltweiten Verkaufszahl von exakt 33 Stück jedem

Eigner das besondere Gefühl vermitteln, ein ganz individuelles

und exklusives Schiff zu besitzen. Mit der professionellen Fokussierung

auf die Positionierung als Semi-Custom-Built-

Hersteller will sich die Magellan Marine deutlich von anderen

Herstellern abheben und den Kundenwünschen auf hohe

Individualität der jeweiligen Yachten nachkommen.

Die Liechtensteiner haben sich entschieden, ihre Yachten in

Aluminium zu produzieren, um sich damit ganz deutlich von

der Konkurrenz abzuheben und damit einen Meilenstein in der

Produktion von Motoryachten unter 40 Meter zu setzen. Moderne

Schiffe zeichnen sich dadurch aus, dass sie schnell, wendig

und zugleich leicht, stabil, belastbar und langlebig sind.

Bauteile aus Aluminium halten höchsten Belastungen stand und

sind beispielsweise auch im Flugzeugbau Standard. Auch die

moderne Automobilindustrie macht sich diese Eigenschaften

bei noblen und exklusiven Modellen, wie unter anderem dem

neuen Bentley Continental, zunutze. Aluminium ist eines der

optimalsten Materialien für den Bau von modernen und hochwertigen

Yachten. Hohe Stabilität gepaart mit geringem Gewicht

garantieren eine wirtschaftliche und umweltschonende

Fortbewegung.

Aggressives Styling

Der senkrecht stehende Bug – nach dem so genannten „Axe

Bow Concept“ – verleiht der Yacht ein dynamisches und mo-

dernes Design mit enormem Raumgewinn in den Kabinen. Im

„19. International HISWA Symposium on Yacht Design and

Yacht Construction“ in Amsterdam wurden folgende Vorteile

dieser Rumpfform bestätigt:

• Reduzierung des Höchstwertes der vertikalen Beschleunigung

(Schlingern) um 50 Prozent gegenüber konventionellen

Rümpfen

• Reduzierung der Lenkbewegungen bei rückwärtigen Viertelwellen

• Bei Geschwindigkeit bis zu 35 Knoten fünf Prozent weniger

Flachwasser-Widerstand

• Komfortableres Leben an Board, verbunden mit Verbrauchsreduzierung.

Das Doppel-Glas-Schiebedach mit integrierten Solarzellen

vermittelt ein Open Air-Gefühl der ganz besonderen Art im

Salon mit der Möglichkeit, die vordere oder die hintere Hälfte

des Daches komplett zu öffnen. Die Solarzellen speichern die

Energie in Lithium-Ion-Batterien und ermöglichen die permanente

Belüftung von Salon, Kabinen und Bädern, als auch

den Weiterbetrieb von Kühlschränken und Leuchteinheiten

auch während der Standzeiten im Hafen oder beim Ankern in

einer Bucht unabhängig von einer externen Stromversorgung

oder dem Betrieb des Generators in umweltschonender und

Kosten sparender Art.

Die Magellan Space ist ausgelegt auf maximalen Komfort für

vier Personen. Ganz bewusst wurde darauf verzichtet, noch hier

und dort eine Kabine ins Layout zu quetschen. Viel Raum für

das Eignerpaar und höchstens zwei Gäste (oder zwei Kinder)

waren die Vorgabe. So finden sich im „Untergeschoß“ nur

gerade die geradezu riesige Eignerkabine mit mehr als großzügigem

Badezimmer und im Bug eine zweite – ebenfalls sehr

1 room with a view. Terrasse mit tollem Seeblick.


78

1

Company & Management

Magellan Marine AG ist ein neues Unternehmen in der Yachtwelt, gegründet im

Frühjahr 2009 von Peter Mintel. Freund und Rechtsanwalt Johannes Viehbacher,

mit Kanzlei-Niederlassungen in Liechtenstein, Deutschland und Österreich, ist

der Verwaltungsrat der AG und unter Anderem spezialisiert auf die Themenbereiche

internationales Wirtschaftsrecht, Gesellschaftsrecht und Yachtrecht. Als Direktor

des Unternehmens ist Peter Mintel zuständig für Entwicklung, Design und

Projektsteuerung, betriebswirtschaftliche Entscheidungen, Marketing und Controlling

sowie das Management des Gesamtunternehmens.

Die Magellan Marine AG hat ihren Hauptsitz mit Verwaltung, Projektleitung und

Projektsteuerung im Fürstentum Liechtenstein. Das Unternehmen wird seine

Yachten in Italien produzieren. Zu diesem Zweck wird ein Produktionsgelände in

Meeresnähe angemietet, das bereits die infrastrukturellen Voraussetzungen für

den Bau und die Fertigung von Yachten bietet. So begann auch der Seefahrer

Magellan 1519 die erste Weltumsegelung im Mittelmeer und kam damit zu

bekanntem Weltruhm. Der Yachtbau hat in Italien eine lange und erfolgreiche

Tradition, die bis ins Römische Reich zurückführt. Italien ist im zivilen Schiffsbau

marktführend in Europa und weltweit – nach den USA.

2

3

angenehme Kabine mit allem Komfort. Auf besonderen

Wunsch wird allerdings auch eine Dreikabinen-Variante angeboten.

Überall werden edle Materialen mit innovativen High-

Tech-Komponenten verbunden.

Die multifunktionale Garage für den Jetski oder Tender bietet

eine Doppelfunktion: Zum einen der wasserdichte Abschluss

der Garage und zum anderen ermöglicht eine großflächige und

gepolsterte Sonnenliege mit aufklappbarem Rückenteil ein

bequemes Sonnenbad für drei bis vier Personen. Bei der Benutzung

als Sonnenliege wird die Garage mit einem innenliegenden

Rollo verschlossen. Die hydraulisch betriebene und

nach Maß gefertigte Badeplattform kann sowohl als Gangway,

Badeplattform, Lift für den Jetski/Tender als auch für das Beladen

des Schiffes benutzt werden. Breite Stufen führen entweder

direkt ins Wasser oder auf die Kaimauer, bei ausgefahrener

gerader Position verdreifacht sich die Länge der

Plattform.

Technische Daten

Länge

18,66 m

Breite

5,7 m

Tiefgang

1,4 m

Rumpf & Aufbauten Aluminium

Motor 2 x Volvo IPS 1200

Leistung

2 x 850 PS

Treibstofftank 2.800 l

Wassertank 650 l

Naval Architect Andrew S.N. Lea B.Sc. Sname Rina

Design

Masimilian Kolb / Magellan Marine

Klassifikation CE A

Werft

Magellan Marine AG, FL-9496 Balzers

www.magellan-marine.com


YACHTEN

79

Maximaler Komfort

Die speziell für Magellan entwickelte Klimatechnik mit Klimatisierungsautomatik

im Salon, den Kabinen und Bädern,

verbunden mit eingebauten Pollenfiltern, wird für angenehme

Kühlung und Erwärmung sorgen und den Ansprüchen im

5-Sterne-Bereich gerecht werden. Es wird enormer Wert darauf

gelegt, dass sich Eigner und Gäste an Board mit einer in

den verschiedenen Räumen individuell einstellbaren Temperatur

wohl fühlen und nicht von unangenehmen Luft- und Ventilationsgeräuschen,

kalten Luftströmen oder zu wenig temperierten

Raumbereichen gestört werden.

Der großzügige Außenbereich im Lounge Stil mit einer Breite

von fast 5,50 Meter vermittelt auf der Magellan Space das

Raumgefühl einer Superyacht. Passend zum Gesamtdesign der

Yacht sorgen die Relaxliege, die bequeme und elegante Sitzgruppe

mit elektrisch höhen- und querverstellbarem Tisch,

Kühlschrank und ein innovativer Außengrill für ein komfortables

Leben an Board. Der Außenbereich geht fließend in den

Salon über und erweitert das enorme Raumgefühl in beide

Richtungen. Das grundlegende Gesamtkonzept, eine Yacht zu

konzipieren, in der Lebensraum, Luxus und der Wohlfühleffekt

verbunden mit modernster Technologie und edlen Materialien

zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen, setzt sich auch

konsequent im Salon, der Eignerkabine mit einem Badebereich,

vergleichbar dem einer wesenltich größeren Yacht und der VIP

Kabine fort.

Magellan Marine erfüllt jeden individuellen Eignerwunsch –

Layout, Farbgestaltung, Wahl der Materialien und technische

Ausstattung werden natürlich an die einzelnen Ansprüche angepasst.

Für adäquaten Vortrieb sorgen zwei IPS 1200-System

von Volvo Penta. Die 13 Liter großen Diesel mit gemeinsam

1.700 PS sorgen gute Fahrleistungen, aber auch für einen tiefen

Verbrauch und das komplette System mit der Joystick-Steuerung

garantiert für kinderleichte Manövereigenschaften.

1 Lichtkonzept. Viel Licht dank grosszügiger Verglasung.

2 ABKÜHLUNG. Schattige Heckterrasse.

3 GESCHMACK. Bar und Küche.

4 HIGH TECH. Salon im modernen Design.

4


80

oCEAN7 Regatta

+++ REGATTA-SPLITTER +++

Profisegler beim Segelprofi

Craig Phillips begann 1984 für die Segelmacherei North

Sails zu arbeiten und hat sich schon weltweit in die verschiedenen

Segelprojekte eingebracht. Zur Zeit arbeitet der weltbeste

Segeldesigner für das BMW Oracle Racing-Team, dem

er 2007 beigetreten ist. Privat segelt er gern ein olympisches

Starboot auf dem Lake Macquarie in Australien. Im Zuge der

RC44 in Gmunden legte der Segelexperte mit einem Teamkollegen

selbst Hand an die edlen

Tücher. Klar, dass der berühmte

Segeldesigner hier am Traunsee

die Einrichtungen und

Werkstatt von Österreichs

Segelspezialisten Thomas

Pehn von UK Halsey Sailmakers

Austria aussuchte, um die

wertvollen Segel des BMW Oracle

Racing Teams für die nächsten

Rennen zu reparieren.

www.phillipssails.com.au

www.uk-sails.at

+++ STARKE MÄNNER +++ Beide kommen aus dem Eiskanal,

beide wechseln das Metier. Während Andre Lange, mit vier Olympiasiegen

der erfolgreichste Bobpilot der Gegenwart, Jochen Schümanns

All4One Team beim Audi Med Cup als 13. Mann verstärkte,

darf Gerd Habermüller so richtig ran. Zuletzt bei Roman Hagara an

Bord, kurbelt der ehemalige Anschieber vor Valencia erstmals am

RC44-Grinder. Habermüllers Einstieg beim AEZ RC44 Sailing Team

bringt zwei weitere Änderungen mit sich. Bernd Mayr wechselt vom

Grinder an den Pit, erstmals wird zu acht gesegelt. Bisher wurde

man dem vorgeschrieben Crewgewicht von maximal 680 Kilogramm

mit neun Mann gerecht, mit Habermüller im Cockpit musste

eine neue Rechnung angestrengt werden. Alleine das niederösterreichische

Kraftpaket bringt 105 Kilogramm auf die Waage.+++

+++ STARKE FAKTEN +++ Ende Mai kam von der ISAF grünes Licht,

nun ist es amtlich: die erste RC44 Weltmeisterschaft wird von 11.

bis 16. Oktober vor Puerto Calero über die Bühne gehen. Integriert

in die sechs Stationen umfassende Championship-Serie 2010,

werden vor den Kanarischen Inseln gleich drei Titelträger prämiert.

Gold geht an die besten Fleet und Match Racer sowie an den Gesamtsieger.

Dieser ergibt sich wie bei den anderen Stationen auch

aus den Punkten der Fleet- und Match Race-Wertung. Bestätigt

wurde mittlerweile auch der letzte Tourstopp, die RC44-Saison endet

am 12. Dezember vor Miami. Aus heimischer Sicht erfreulich: Gmunden

und der Traunsee bleiben dank der neuerlich perfekten Inszenierung

des RC44 Austria Cups auch 2011 im Kalender der Offshore-Superstars.+++

www.rc44.com

+++ STARKES STÜCK +++ Wie der alte kommt auch der neue

Shark-Weltmeister aus Kanada, das Gipfeltreffen der Haifische

wurde zur klaren Angelegenheit der Ahornblätter. Der einzige, der

den crazy canucks am Bodensee erfolgreich die Stirn bieten konnte,

war Urgestein Ernst Felsecker. Bereits dreifacher Weltmeister,

absolvierte der Ebenseer gemeinsam mit Franz Gratzel und Klaus

Kratochwill eine bärenstarke Runde und musste sich erst auf der

Zielgeraden geschlagen und mit Bronze zufrieden geben. Weltmeister

wurden die Champions von 2003, Greg Cockburn, Hal Elbert und

Peter Aker, 2011 ist Kingston mit der Ausrichtung der Titelkämpfe

beauftragt.+++ www.shark24.at

+++ STARKE WORTE +++ Das Internationale Olympische Komitee

(IOC) stellt den Verbänden die Rute ins Fenster. Mehr Dynamik und

Attraktivität sind gefordert, eine globale Vermarktung wird vorausgesetzt.

Bereits im Vorjahr hat die ISAF mit der Installierung der

Olympic Commission reagiert, jetzt liegt die ausgearbeitete Marschrichtung

der siebenköpfigen Expertenrunde, der auch ÖSV Sportdirektor

Georg Fundak angehört, auf den Tisch. Die Reviere in Afrika

und Asien werden forciert, der Weltcup und Kontinentalmeisterschaften

um ein Vielfaches aufgewertet, auch die One Design-Regel wird

wieder verschärft. Einen Materialvorteil soll es künftig nicht mehr

geben, die sportliche Leistung rückt in den Vordergrund. Beschlossen

ist, dass eine Multihull-Disziplin 2016 auf den Olympischen

Parcours zurückkehrt, einer Damen-Skiffklasse werden beste

Chancen eingeräumt.+++ www.isaf.com


NEWS REGATTA Revier 81

Aus Freude an

schönen Booten

Alle zwei Jahre veranstaltet der Wiener Yacht

Club seine Segelnostalgie-Regatta auf der

Alten Donau. Trotz des gemächlichen Windes

am ersten Tag der Segelnostalgie 2010

kamen die wunderschönen Boote in Fahrt

und konnten sich aneinander messen. Im

Vordergrund der Veranstaltung lag aber

hauptsächlich die Freude an den

Booten. Das Starterfeld bestand aus

32 Klassikern, die teilweise restaurierte

Oldtimer oder Nachbauten

nach alten Originalplänen waren.

Um die wertvollen Schiffe nicht ungebührlich

zu strapazieren, wurde

nicht mit aller Verbissenheit gesegelt,

die man von Wettfahrten auf

modernen Klassen kennt.

www.wyc.at

www.woodenboat.at


82

NICHT AUF DEN

KOPF GEFALLEN

Irgendwie ähnelt die Geschichte von Thomas Zajac jenem Stoff der

Drehbuchautoren inspiriert, Hollywood jubeln und die Kinokassen ordentlich

klingeln lässt. Für OCEAN7 plaudert der gebeutelte Held aus dem Nähkästchen.

Text und Fotos: Dominic Marsano


REGATTA

83

1

Einen Absturz aus 14 Metern Höhe zu überleben kommt einem

Wunder gleich und ist ebenso wenig selbstverständlich wie die

Tatsache nach zwei gebrochenen Lendenwirbeln und trotz

Klassenwechsels wieder die Weltspitze zu quälen. Thomas

Zajac hat in den vergangenen 18 Monaten intensiver im

Wechselbad der Gefühle geplanscht als andere in ihrem

ganzen Leben. Das Lachen hat das Wiener Freizeitmodel

(www.amtvienna.com) trotz brutaler Achterbahnfahrt nie verlernt,

aber der Reihe nach:

Das Wunder Mensch

Im Soge von Roman Hagara und Hans Peter Steinacher behutsam

aufgepäppelt, bekamen Thomas Zajac und Buddy Thomas

Czajka jahrelang nur Abwinde zu spüren.

Alles drehte sich einzig und alleine um die Doppelolympiasieger,

wer die zweite Geige wie spielt, war logischerweise und in

etwa so uninteressant wie das umgefallene Rad in China. Die

Hofübergabe war für 2008 geplant, aus sportlicher Sicht schien

die Wachablöse legitim.

Inzwischen Junioren-Welt- und Europameister, durfte man den

beiden Rohdiamanten die Fortsetzung der rot-weiß-roten

Erfolgsgeschichte auf zwei Rümpfen absolut zutrauen, die

Klassenpolitik der ISAF ließ den Traum allerdings platzen. „Als

wir gehört haben, dass der Tornado 2012 aus dem olympischen

Programm fliegt, ist für uns eine Welt zusammengebrochen.

Alles was wir uns mit enormen Einsatz und literweise Schweiß

binnen sechs harter Jahre aufgebaut hatten, war mit einem

Schlag für die Fische.“

Die Karriere zu beenden kam für beide nicht in Frage, der

Umstieg auf den 49er blieb als einzige Alternative. Doch nach

den ersten Trainingsmeilen kassierte Zajac, der das neue Turngerät

bereits fest ins Herz geschlossen hatte und schön langsam

auch in den Griff bekam, die nächste Schallende. Am 5. März

2009 stürzte das maritime Megatalent bei einem Kletterunfall

aus 14 Metern in die Tiefe, brach sich den ersten und zweiten

Rückenwirbel und entging einer Querschnittslähmung nur

aufgrund seiner perfekt austrainierten Rückenmuskulatur.

„Während des Absturzes habe ich nur daran gedacht nicht mit

dem Kopf voran einzuspitzeln, das ist mir gelungen, dafür

waren beide Fersenbeine kaputt.“ Drei Monate in einem Gipskorsett

ruhig gestellt, hing die sportliche Zukunft des heute

25-Jährigen am seidenen Faden. Die Ärzte gaben sich pessimistisch,

doch Zajac ließ die düsteren Prognosen dank unbän-

1 hart im nehmen. Thomas Zajak ist schon an etlichen Tiefschlägen ausgezeichnet

gewachsen.


84

diger Willenskraft links liegen und kehrte keine 24 Stunden

nach seiner Entlassung wieder in das geliebte Element zurück.

Das emotionale Comeback ging auf dem Gardasee und im

Rahmen der Tornado-Weltmeisterschaft über die Bühne und

gipfelte in einem Meer aus Freudentränen. Voll gepumpt mit

Schmerzmitteln schaltete Zajac sein Hirn aus, ließ dem Glücksund

Bauchgefühl freien Lauf und wurde am Ende der Serie mit

Silber belohnt. „Wir wollten lediglich Wasser unter unserem

Hintern haben und waren überhaupt nicht ergebnisorientiert

eingestellt. Ein halbes Jahr zuvor lag ich noch auf der Intensivstation

und dann das.“ Die Glückshormone vom letzten September,

sagt HSZ-Sportler, werden in sein ganzes Leben begleiten.

Die anderen Dinge im Kopf

Nach dem Stück Heldensaga wurden die beiden Rümpfe endgültig

im Trockenen geparkt, die Zähmung des 49ers – in etwa

so prickelnd wie einen mit Steroide aufgeblasenen Bullen zu

reiten – stand an der Tagesordnung. Nach einem zweimonatigen

Crashkurs zelebrierten die beiden Tommies vor Miami ihr

Weltcupdebüt und tingelten mit zufriedenen Gesichtern und

Platz 17 im Gebäck nach Palma weiter. Dort gelang der erste

Tagessieg, den skeptische Stimmen aber als Zufallsprodukt

abhandelten. Eine grobe Fehleinschätzung, denn vier Wochen

später staubten die Rookies den nächsten Einser ab und drehten

beim Frankreich Weltcup, auch als Semaine Olympique

Francaise tituliert, eine sensationelle Runde nach der anderen.

Erstmals für ein Medal Race qualifiziert, hielten die Wiener

mit der Weltspitze locker mit und beendeten die Serie auf Rang

acht. Eine Leistung vor der man zweifelsohne den Hut ziehen

muss und die einer Erklärung bedarf. „Man muss das differenziert

sehen, bei Leichtwind können wir schon ganz gut mitfahren,

ballert es, sind wir allerdings im Niemandsland.“ Das

Bootshandling macht laut Zajac, der einst mit Schwimmstar

Mirna Jukic die Schulbank drückte und nach wie vor mit

Schmerzen ins Trapez steigt, den Unterschied aus. „Alles unter

10 Knoten ist für uns ein gefundenes Fressen, da haben wir den

49er im Griff, zudem sind wir eine sehr leichte Crew. Bei

Starkwind verhält es sich genau umgekehrt, da sind wir mehr

mit dem Boot, als mit der Taktik oder unseren Gegnern be-

1


REGATTA

85

schäftigt“, weiß Vorschoter Czajka der hinzufügt, dass noch ein

Haufen Arbeit ansteht. Zumal mit Nico Delle Karth und Niko

Resch die Nummer drei der Welt aus Innsbruck bzw. Velden

stammt. Eine Trainingsgemeinschaft der beiden OeSV-Boote

lag auf der Hand, die Zusammenarbeit interpretiert Zajac „als

das Beste was uns passieren hätte können. Wir lernen unglaublich

viel und sind phasenweise schon in der Lage ein wenig

Druck auszuüben. Jedes Training wird zum Battle, es macht

tierisch Spaß.“ Das Thema Ausscheidung und Olympiaqualifikation

wischt das Stehaufmännchen aber vom Tisch, noch.

„Wir haben gerade einmal sechs Monate Skifferfahrung in

Armen und Beinen, da hast du andere Dinge im Kopf.“

2

YACHTCHARTER

IN KROATIEN

Ihre Vorteile auf einen Blick:

• Drei Stützpunkte in Kroatien zur Auswahl:

Vodice, Krvavica, Trogir

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Preisklassen, persönliche Beratung

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Törn bei mehr als 3 Tagen

Schlechtwetter

• First Class Service

• Hilfe vor Ort von

Spezialisten in jeder

Situation

• Zusätzliche Sicherheit

mit Webeye-

Satellitensystem

• Ortung jederzeit

möglich, AYC-

Mitarbeiter immer

erreichbar

2

1 auf kurs. Thomas Zajak und sein Buddy Thomas Czajka kennen mit ihrem

45er nur eines: Vollgas!

2 voll voraus. In der perfekten Ballance wollen sie der gesamten Weltelite

davonsegeln.

Kroatien Croatia

Croatia

Vodice

Vodice

Trogir

Krvavica

Trogir

Krvavica

ADRIA YACHT CENTER GmbH

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86


REGATTA

87

AWO SAILINGTEAM

HÜBSCH, SCHNELL, MUTIG

Ein erfreulicher Anblick sind sie allemal – die hübschen jungen Damen vom AWO, dem

Austrian Women Sailingteam. Aber nicht für alle. Denn sie sind nicht nur attraktiv, sondern auch

schnell und mutig. Was so manche Männercrew deutlich frustriert.

Text: Thomas D. Dobernigg · Fotos: Gindlfoto


88

Es war in der Osterwoche im kroatischen Jezera. Von black/

orange Racing war ein Regattatraining mit acht baugleichen

Schiffen organisiert. Mit dabei, neben sieben gestandenen Männercrews,

auch die Mädels vom AWO Sailingteam. Und wie!

Als Starkwind alle Männer veranlasste, im Hafen zu bleiben –

mit der Begründung, das Material müsse geschont werden, kam

die Stunde der jungen Damen. Als einzige Crew machten sie

die Leinen los und segelten mit mehr als 12 Knoten Topspeed

ihre Trainingseinheiten, während die Herren am Steg ihre

Kommentare abgaben und immer wieder zu dem einhelligen

Schluss kamen: Das könne auf keinen Fall gut gehen. Spätestens

das Anlegemanöver im Hafen müsse doch zu Bruch und

Materialschaden führen ...

Doch davon waren die jungen Sportlerinnen mit den mutigen

Herzen weit entfernt. So souverän wie draußen bei böigem

Starkwind und kurzer, steiler Welle, so perfekt steuerte Lisa

Vrecer ihr Schiff bei Seitenwind Heck voraus in die enge Lücke.

Jeder Handgriff der Crew saß. Als wäre Segeln unter solchen

Bedingungen das Einfachste der Welt. Was für eine Demonstration.

CSI-Cup, Performance-Cup und S-Cup stehen für die sportlichen

Damen heuer noch auf dem Regattaprogramm.

www.awo-sailingteam.at


REGATTA

89

Das sind die jungen

Damen vom

AWO Sailingteam

Yasmin Weiss

Am 15. Juni 1987 in Klagenfurt geboren.

Biologiestudentin, die hauptberuflich

in der elterlichen Segelschule arbeitet.

Zeitweise trainiert sie Kids im Optimist

und betreut ihren Bruder im 420er.

Wie bist du zum Segeln gekommen?

„Mir blieb eigentlich nichts anderes übrig als zu segeln, da ich in

unserer Segelschule aufgewachsen bin“.

Dein schönstes Segelerlebnis?

„Auf der alten Donau haben mein Vater und ich auf einem alten

Holzpiraten die Oldtimer-Regatta gewonnen, das war für mich

einfach wahnsinnig toll“.

Deine persönlichen und seglerischen Ziele?

„Persönlich möchte ich mich auch im Trainersektor weiterbilden.

Als aktive Seglerin will ich mit unserem Damenteam Erfolge feiern

und wieder mehr in den Regattazirkus zurückkehren“.

Die schlimmste Segelerfahrung?

„Meine Vorschoterin wäre im 420er fast ertrunken und ich konnte

sie nicht sofort befreien“.

SUSI BLECHA

Am 24. September 1968 in Wien

geboren. Immer für eine freche

Ansage zu haben. Kaufmännische

Angestellte.

Wie bist du zum Segeln gekommen?

„Durch klassisches Fahrtensegeln

mit meinen Mann Robert

und Freunden“.

Dein schönstes Segelerlebnis?

Meine erste Regatta, der Kornaticup

2006.

Deine persönlichen und seglerischen Ziele?

„Viel Erfahrung sammeln, ein gutes Team bilden“.

Die schlimmste Segelerfahrung?

„Seekrank bei einer Überstellung von den Gesellschaftsinseln zu

den Tuamotus auf einem Multihull“.

LISA VRECER

Am 22. Februar 1987 in Graz in eine

Seglerfamilie geboren. Sportstudentin

und Teilzeitbürokraft. Ihr Herz

schlägt neben dem Segeln nur für

ihren süßen Hund „Lilly“.

Wie bist du zum Segeln

gekommen?

„Das habe ich meinen Eltern

zu verdanken. Sie nahmen

mich mit eineinhalb Jahren das erste Mal mit auf ein Dickschiff,

es folgten viele Segeltörns in verschiedenen Gewässern.

Dann war es fast naheliegend, das ich mit sechs Jahren mein Glück

im Opti versuchte“.

Dein schönstes Segelerlebnis?

„Ich bin im Sommer 2009 von den Azoren nach Italien gesegelt.

Obwohl in den ersten Tagen das Wetter nicht gerade angenehm

war, war es doch immer wieder schön zu merken wie weit der Atlantik

ist“.

Die schlimmste Segelerfahrung?

„Ich bin bei der EM 2003 auf dem 420er in Athen fast ertrunken“.


v.links stehend: Yasmin Weiss, Lisa Vrecer, Eve Lederer, Babsi Czajk

v.l. sitzend: Steffi Nickl, Andrea Portele, Gabriele Kiesselbach

90

EVE LEDERER

Am 19. März 1988 in Graz geboren.

Jurastudentin, ausgezeichnete Köchin.

Wie bist du zum Segeln gekommen?

Mit 12 durch meinen Vater, der mich einfach mal

auf den NCA-Ostertörn mitgenommen hat. Ich

war sofort mit dem Segel-Virus infiziert.

Dein schönstes Segelerlebnis?

Meine erste Adriaüberquerung. Der Wind war

herrlich, der Himmel sternenklar und der Vollmond

strahlend hell.

Die schlimmste Segelerfahrung?

Die Erkenntnis, dass manche Charteryachten

nicht in dem Zustand sind, den man sich erhofft.

Knapp gefolgt von Marineros, die sogenannte

Badesegler schon so gewöhnt sind, dass sie einem

in die Leinen greifen, weil sie nicht erwarten, dass Chartergäste

auch Segeln können.

STEFANIE NICKL

Am 17. Mai 1987 in Wien geboren. Medizinstudentin.

Passionierte Violinistin.

Wie bist du zum Segeln gekommen? Da

meine Eltern - vor allem mein Vater - begeisterte

Segler sind, bin ich schon im

Bauch meiner Mama das erste Mal auf

einer Jolle mitgesegelt.

Dein schönstes Segelerlebnis?

Ein Urlaubserlebnis: Aufwachen, den

Sonnenaufgang sehen, weit und breit nix außer Meer, unser Schiff

und das kleine Inselchen, vor dem wir geankert haben.

Die schlimmste Segelerfahrung?

Ist bis jetzt noch nicht eingetreten.

BARBARA CZAJKA

Am 24. April 1984 in Wien als erste

von drei Czajka-Geschwistern geboren.

Studentin.

Wie bist du zum Segeln

gekommen?

Durch die Eltern. So gut wie jeder

Familienurlaub fand auf dem Wasser statt.

Dein schönstes Segelerlebnis?

Der Sieg bei der Round Palagruza 2009.

Die schlimmste Segelerfahrung?

Kann mich an kein schlimmes Erlebnis erinnern.

1 perfektes team.

Yasmin Weiss, Lisa Vrecer, Eve Lederer,

Babsi Czajka, Steffi Nickl, Andrea Portele,

Gabriele Kiesselbach


a

Regatta

91

DR. GABRIELE

KIESSELBACH

Am 25. August 1981 in Wien geboren.

Derzeit auf der Suche nach

einer Assistenzstelle in der Orthopädie.

Wie bist du zum Segeln gekommen?

Meine Tante hatte ein Segelboot in Mörbisch und so hab

ich viele Sommer am Neusiedler See verbracht und dort

mit 12 Jahren das Segeln gelernt.

Dein schönstes Segelerlebnis?

Der Blick auf den Sonnenuntergang aus einer Bucht vor

Premuda beim Urlaubssegeltörn 2009.

Die schlimmste Segelerfahrung?

Gab es bis dato keine.

ANDREA PORTELE

Am 05. Dezember1986 in Graz geboren.

Logopädin. Geht sehr offen auf Menschen

zu und knüpft gerne Kontakte.

Wie bist du zum Segeln

gekommen?

2002 machte ich einen Segelkurs

in Frankreich, um französisch zu

lernen. Im darauffolgenden Jahr betrat ich zum ersten Mal bei einem

Törn in Kroatien ein etwas größeres Segelboot. Nach dem

einwöchigen Segeltörn machte ich gleich meinen A-Schein und ab

dann ließ mich das Segeln nicht mehr los.

Dein schönstes Segelerlebnis?

Die zwei Meter hohen Wellen nach Venedig hinunter zu surfen.

Die schlimmste Segelerfahrung?

Ich habe bei der Nachtansteuerung einer Bucht eine Untiefe übersehen.

Hätte der Skipper nicht schnell genug reagiert hätte, wären

wir aufgelaufen. Das hätte mich fast mein Segelselbstvertrauen

gekostet, wenn ich nicht so tolle Crewmitglieder gehabt hätte, dich

mich aufbauten.

ANGELA GUWAK

Am 27. November 1981 in Mödling

geboren. Technische Angestellte.Liebt

Katzen.

Wie bist du zum Segeln gekommen?

Mein Bruder war Leiter einer Segelschule am Neusiedlersee und

hat mich für ein Wochenende im Sommer 2000 zu Besuch eingeladen.

Daraus wurde eine Woche und die Teilnahme an einem

Segel-Grundkurs.

Dein schönstes Segelerlebnis?

Wenn die Crew stimmig ist, ist jede Minute am Wasser schön.

Die schlimmste Segelerfahrung?

Dass Skipper und Steuermann nach Überanstrengung bei den

Wettfahrten vom Schiff geborgen werden musste und das Team aus

einer sehr unerfahrenen Crew bestanden hat.

Besuchen Sie uns auch auf

www.ocean7.at – täglich aktuell!


92

Eine Crew

stellt sich vor

Wappen der Steiermark

David Liuzzo 2006

Wie bereits in der vorherigen Ausgabe erwähnt, gliedert sich der „Yacht Club Austria“ in zehn Crews.

Mit dieser Serie stellen wir die einzelnen Crews vor, hier beschreiben wir ihre Aktivitäten, die Ideen und

präsentieren die handelnden Personen. In dieser Ausgabe geht es weiter mit der

„Crew Eisenerz/Steiermark“.

1

2

Mike Hecker gründete 2007 mit einer zunächst kleinen Gruppe

von segelbegeisterten Eisenerzen die Crew Eisenerz.

Mike Hecker stürmte von Beginn an mit vollem Einsatz voran,

die Anzahl der Mitglieder ist mittlerweile auf über 250 angewachsen.

Diese segelbegeisterte Gruppe nennt sich nun „Die

Gebirgssegler“ und sie haben auch schon seit drei Jahren eine

eigene Regatta - den „Gebirgssegler Cup“.

Auf dieses tolle Ereignis, welches jedes Jahr in der Osterwoche

stattfindet, arbeitet die gesamte Führung der Crew Eisenerz

schon Monate vor diesem Ereignis hin. Im diesen Jahr hatten

sich 15 Jachten zu diesen Event angemeldet. Neben dem sportlichen

Ereignis waren die Abende wirklich sehenswert, Showereignisse

wie „The Best Outfit“, Multimedia Präsentation

„Bermudas, Mystik und Wahrheit“ und zum Abschluss ein

tolles Feuerwerk, dass waren mitunter Gründe warum im

nächsten Jahr bereits viele wiederkommen wollen. Ein großes

Dankeschön gilt auch Wimmer Yachting, denn ohne die großzügige

Hilfe von Herrn Wimmer hätte der Gebirgssegler Cup

kaum stattfinden können.

Die Crew Eisenerz/Steiermark bietet neben den üblichen

monatlichen Crewabenden auch einen Stammtisch in Leoben

an, dieser Stammtisch wird

von der stets vergnügten und

charmanten Angelika organisiert

und geleitet. Ebenso wird

auch ein Stammtisch in Graz

beim Lindenwirt unter der

Leitung von Herrn Ing. Manfred

Mosing abgehalten.

Auch die Jugend kommt nicht

zu kurz, denn der Reinerlös

von diversen Veranstaltungen

wurde genützt um drei „Optimisten“

und drei „Laser Jollen“

zu erwerben und diese

komplett zu überholen. Diese

Boote stehen segelbegeisterten

Jugendlichen kostenlos zur

Verfügung.

Auch für die Ausbildung und

Weiterbildung der Segler wird

von der Crew Eisenerz enorm

viel getan. An A–Schein Kurse/

FB 2 Kurse/ FB 3 Kurse/Kochkurse

für Fahrtensegler/Knotenkunde

und nicht zuletzt am ISAF

Sicherheitstraining kann man teilnehmen.

Für das Jahr 2010 bis 2011 sind

bereits folgen de zusätzliche Angebote

im Laufen:

• ein weiterer Stammtisch Hall

in Tirol (kein Scherz!) wurde

gegründet und ein Stammtisch

in Schladming ist bereits

im Aufbau

• ein viertägiges Jugendlager

am Wörthersee ist geplant

• Skippertraining mit der Yacht

des Crew-Commanders Mike

„just for fun“

• und im kommenden Herbst

stehen Seminare „Das Wetter

für den Segler“ und „Alles

3

für den Fahrtensegler“ unter

der Leitung vom Weltumsegler

Claus Gintner auf dem

Programm.

Im Rahmen von Crewabenden

präsentiert ein weiteres Mitglied

der Crew Eisenerz/Steiermark -

Hans Marzini - kurze Lesungen

aus seinen maritimen Romanen.

Der nächste „Gebirgssegler Cup 4

2011“ findet wieder in der Osterwoche

statt, ist allerdings begrenzt auf 20 Yachten. Anmeldungen

werden ab sofort unter mike@gebirgssegler.at entgegengenommen.

Das Motto für diese beliebte Regatta ist: Sportliche,

faire Unterhaltung - Miteinander und Füreinander.

1 GEBIRGSSEGLER CUP 2010 – Teilnehmer

2 GEBIRGSSEGLER CUP 2010 – Sieger

3 GEBIRGSSEGLER CUP 2010 – Segeln mit Spi

4 JUGEND – Eigener Laser in Aktion


yca-news

93

Crew Salzburg

CLUBABENDE

Seglertreff jeweils am zweiten Mittwoch des

Monats ab 19.30 Uhr beim Jägerwirt in

Kasern

Vorschau:

Mittwoch, 09. 06.2010: Bordfest im Grünen

ab 18:00 Uhr – Gasthaus Jägerwirt

Juli und August – Sommerpause - der

Crewvorstand wünscht ein erfolgreiches

Segeln

Mittwoch, 08. 09. 2010: Stammtisch

Mittwoch, 13. 10. 2010: Stammtisch

Mittwoch, 10. 11. 2010: Stammtisch

Mittwoch, 08. 12. 2010: Bratäpfelessen

Das aktuelle Programm der Seglerabende und Kurse finden Sie rechtzeitig

auf der YCA-Website „Salzburg“.

Crew Wien,

Nö,Burgenland

CLUBABENDE

Jeden 2. Dienstag im Monat ab

19.00 Uhr im Clublokal „Restaurant

Pistauer“, 1110 Wien, Ravelinstraße 3

beim Simmeringer Friedhof,

Tel. +43(0)1/7672510

Vorschau:

Dienstag, 11. 5. 2010: Günter Reindl

berichtet von seiner Reise mit der Hallberg

Rassy 35 – Cora-Mae von Izola

nach Rio de Janeiro

Crew-Commander

DI (FH) Georg Buhl

STAMMTISCHINFO

Stammtisch Mödling: S‘ Beisl in 2344 M. Enzersdorf, Hauptstraße 84 – bei

Interesse bitte anmelden, da nur begrenzter Raum zur Verfügung steht.

Kontakt

YACHT CLUB AUSTRIA

Generalsekretariat · Lederergasse 88 · A-4020 Linz

+43(0)732/781086 · Fax +43(0)732/771345

office@yca.at · www.yca.at

Crew Salzburg

Crew-Commander DI (FH) Georg Buhl

Lotte-Lehmann-Promenade 14 · 5026 Salzburg

+43/(0)664/9101040 · buhlgeorg57@gmail.com

Crew Wien, Nö, Burgenland

Crew-Commander Christian Schifter · Ludwiggasse 3, Haus 4 ·

1140 Wien · +43/(0)1/7109222, cschifter@pantaenius.com

Crew Oberösterreich

Crew-Commander Gottfried Rieser · Fischillstraße 1 ·

4063 Hörsching · +43/(0)7221/72353 · gottfried.rieser@a1.net

Crew Tirol und Vorarlberg

Crew-Commander Albert Plachel · Laningerweg 1 · 6410 Telfs ·

+43/(0)699/15267890 · albert.plachel@aon.at · www.yca-tirol.at

Crew Kärnten

Crew-Commander und Vize-Commodore

Prov. Univ. Ass. Dr. Jürgen Adlmannseder

Rudolf Kattnigweg 3 · 9201 Krumpendorf

+43/(0)650/3400475 · juergen.adlmannseder@uni-klu.ac.at

office@yca-crew-ktn.at · www.yca-crew-ktn.at

Crew Tauern

Crew-Commander Ing. Fritz Breitenstein · Nikolaus Gassner Straße

327 · 5710 Kaprun · +43/(0)6547/7159 oder 7065

office@crewtauern.at · www.crewtauern.at

Crew Eisenerz/Steiermark

Crew-Commander Mike Hecker

Freiheitsplatz 4 · 8790 Eisenerz · +43/(0)664/3458529

mike@gebirgssegler.at · www.gebirgssegler.at

Crew Bayern

Crew-Commander Dipl.-Päd. Barbara Lange-Hofmayer

Waldinger Straße 28 · D-85084 Reichertshofen

+49/160/7358209 · Tel./Fax: +49/8453/8699

langehofmayer@hotmail.com

Crew Kroatien

Ehren-Commodore und Crew-Commander

Kapitän Miljenko Zanic · Lucka Ispostava ·

HR-51250 Novi Vinodolski · Tel./Fax: +385/51/244345

Crew Schweiz

Schatzmeister Gerhard Kremser · Sulzerhof 2 · CH-8355 Aadorf ·

+41/763854179 · Tel./Fax: +41/523654179

g.kremser.yca@gmail.com

NEUER VORSTAND IM YACHT CLUB AUSTRIA

Kürzlich fand die 38. Generalversammlung in Zell am See statt und dabei wurde der Vorstand neu

gewählt: Commodore – Christian F. Schifter, Vize-Commodore – Karl Florian, Vize-Commodore – Jürgen

Adlmannseder, Schatzmeister – Markus Steiner, Generalsekretär – Gottfried Rieser, Koordinator –

Herbert Rapp, Ausbildungsreferent – Klaus Czap, Rechnungsprüfer – Ernst Kocher, Rechnungsprüfer –

Rudolf Hanke. Der Vorstand bedankt sich für das Vertrauen und freut sich, für Sie und für die große

Gemeinschaft der SeglerInnen und Motorbootfahrer tätig zu sein..

Von links: Ernst Kocher, Jürgen Adlmannseder, Christian Schifter, Herbert Rapp, Rudolf Hanke,

Klaus Czap, Markus Steiner, Karl Florian, Gottfried Rieser (Foto: Albert Plachl)


94

Crew

Oberösterreich

Clubabende

Unsere Clubabende finden immer am letzten

Dienstag im Monat im Volkshaus Dornach, Niedermayrweg

7, 4040 Linz-Dornach statt. Beginn

jeweils 19.30 Uhr.

Newsletter

Wir informieren unsere Mitglieder regelmäßig

über Aktuelles aus dem Segel- und Motorbootbereich.

Um möglichst viele Interessierte zu

erreichen, ersuchen wir um Bekanntgabe der

E-Mail-Adresse an gottfried.rieser@a1.net

Crew-Commander

Gottfried Rieser

PROGRAMMVORSCHAU

Dienstag, 25. 05. 2010, 20:00 Uhr: Volkshaus Dornach, Niedermayrweg 7,

4040 Linz-Urfahr – Der Himmel über uns – Eine kleine Sternenkunde –

Referent Claus Gintner – der Weltumsegler, Freunde sind herzlich willkommen!

ANGEBOT AN DIE JUGEND

Jugendtörn in der Adria vom 07. bis 14. August 2010

Teilnahmeberichtigt sind Jugendmitglieder (15 bis 25 Jahre) der Crew OÖ.

Der Törn findet in der Adria statt. Als Skipper steht mit Matsi Eckerstorfer ein

erfahrener und verantwortungsbewusster junger Mensch zur Verfügung. Die

Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eintreffens vom Crew-Commander

(gottfried.rieser@a1.net) entgegen genommen. Nähere Details:

www.yca.at/index.php/oberoesterreich/113-jugendtoern-2009.

AUSBILDUNG

Für das Jahr 2010 sind sämtliche Theorie- und Praxiskurse vom BFA Binnen

(ehemaliger A-Schein) bis hin zum BFA FB2 und FB3 geplant. Auf Grund

der großen Nachfrage für das Skippertraining werden wir im Sommer noch

eine Woche einschieben! Ebenso ist noch ein Upgrade Kurs BFA FB2 auf

BFA FB3 in Planung! Und ein Motorboot-Theoriekurs ist ebenfalls in Vorbereitung.

Interessenten bitte bei Christian Lininger (c.lininger@linzag.at)

melden.

STAMMTISCH-INFO

Unsere Stammtische erfreuen sich großer Beliebtheit, hier werden in

zwangloser Atmosphäre Gedanken und Erfahrungen ausgetauscht, Seemannsgarn

gesponnen und was halt sonst noch auf der Welt wichtig ist,

besprochen.

YCA Stammtisch OÖ Zentralraum (Leiter: Rudolf Hanke): Jeden 2. Mittwoch

im Monat am 19.00 Uhr im Gasthaus „Bratwurstglöckerl“, Angerholzerweg

38, 4020 Linz.

YCA Stammtisch OÖ Mitte (Leiter: Wolf-Dieter Grimm, +43(0)676/6276399,

wdgrimm@aon.at): Jeden 2. Freitag im Monat im Seglerstüberl bei Wolf-

Dieter Grimm, Traunstraße 9, 4650 Edt bei Lambach.

YCA Stammtisch OÖ Süd (Leiter: Erich Jansch, +43(0)664/4300711):

Jeden 1. Samstag im Monat im Seglerstüberl bei Erich Jansch, Gmunder

Straße 9 (Eingang Hafnergasse), 4861 Schörfling.

YCA Stammtisch OÖ Nord (Leiter: Sieghart Liest): Die Benachrichtigungen

über Termin und Ort erfolgen per SMS und sind auf der Homepage unter

www.members.aon.at/crlipe abzufragen.

YCA Stammtisch Bad Schallerbach (Leiter: Ralph Scholz): Jeden 3. Freitag

im Monat in der Pizzeria Valentino, Trattnachzeile 1, 4701 Bad Schallerbach.

Crew Tirol und Vorarlberg

CLUBABENDE

Volkshaus Reichenau / Cafe-Restaurant Pirmin

Stubn, A-6020 Innsbruck, Radetzkystraße 47,

Crewabende in der Regel jeden 2. Donnerstag

im Monat um 19:30 Uhr

Vorschau:

Donnerstag, 27. 05. 2010:

Vortrag von Herrn Ing. Gerd Kohler –

„Norwegen“ – Beginn: 19:30 Uhr

Freitag, 18. 06. 2010: Crew-Sommerfest -

Treffen im Clublokal ab 18:00 Uhr – Grillen

ab 19:00 Uhr

Juli - August: Sommerpause

Crew-Commander

Albert Plachl

Veranstaltungen: Kochen auf See, dieser Kurs ist in Vorbereitung und wird

bis zum Beginn der Segelsaison noch angeboten. Details und Anmeldungen

bei: Albert Plachel, Laningerweg 1, A-6410 Telfs; Tel.: 0699/15267890,

E.:albert.plachel@aon.at

AUSBILDUNG

GMDSS-Betriebszeugnis (SRC). Aussteller Royal Yachting Association

London. Grundlagen der englischen Sprache in Wort und Schrift müssen

vorhanden sein. Kurs und Prüfung an einem Wochenende.

Details und Anmeldungen zu unserem Ausbildungsprogramm bei Yachtmeister

Ernst Kocher, Tel. 0650/9063548

IN EIGENER SACHE

Wir möchten unsere Mitglieder gerne auf die Möglichkeit hinweisen uns

Ihre Wünsche, Anregungen und Interessen mitzuteilen. Dadurch konnten wir

bisher schon die Schwerpunkte kennenlernen und unser Seminarangebot

entsprechend abstimmen.

ALLGEMEINES

Umschreibung kroatischer bzw. mancher jugoslawischer Küsten patente

(Mornar Motorist)

In der zu Ende gehenden Saison 2009 waren wieder Berichte zu hören, dass

einige Segler in Kroatien mit alten kroatischen Patenten Unannehmlichkeiten

bekamen. Dazu folgender Hinweis: Wer ein Patent hat, welches noch

nicht mit der Seesprechfunkberechtigung auf einem Ausweis kombiniert ist,

kann Schwierigkeiten mit der Behörde bekommen.

Es sind auch immer noch viele jugoslawische Küstenpatente im Umlauf. Da

es den jugoslawischen Staat schon seit langem nicht mehr gibt, gelten

Ich möchte Mitglied beim YCA werden!

Ich bin

m Vollmitglied m Familienmitglied m Jugendmitglied

(Jugendmitglied = bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres)

Ich möchte folgender YCA-Sektion angehören:

m Motoryachtsport m Segelyachtsport

Bitte schicken Sie mir Informationsmaterial zu!

Name/Vorname: _______________________________________________

Anschrift: _______________________________________________________

Geb.-Dat.: ______________________ Beruf: ___________________________

Telefon: _________________________ E-Mail: ___________________________

Geworben von (Name): ________________________________________

Mitgl.-Nr.: _______________________________________________________

Unterschrift: _____________________________________________________

www.yca.at

Anmeldebon


yca-news

95

diese Ausweise natürlich nicht mehr in Kroatien. Mornar Motorist, welche

vor dem Balkankrieg ausgestellt wurden, haben heute keine Gültigkeit mehr.

Detailauskunft: Albert Plachel, Laningerweg 1, A-6410 Telfs; Tel.: 0699

15267890, E.:albert.plachel@aon.at

Crew kärnten

CLUBABENDE

YCA-Stammtisch Klagenfurt – Jeden Dienstag

ab 19.00 Uhr im Gasthof Jerolitsch in Krumpendorf.

THEORIEKURSE

Wir organisieren bzw. vermitteln die erforderlichen

Praxisausbildungen wie A Schein Praxiskurse,

Meilentörns für FB2-3, Ausbildungstörns

für FB2-3, Prüfungstörns für FB2-3, Funkprüfung,

Spinnaker- und Gennakertraining, Skippertraining.

Anfragen und Anmeldungen richten Sie

bitte an: office@yca-crew-ktn.at oder telefonisch an Friedrich Abl

(+43(0)664/2436871 – YCA-Crew Kärnten Ausbildungsreferat). Infos auch

unter www.yca-crew-ktn.at.

Crew tauern

CLUBABENDE

Jeweils monatlich – Veranstaltungsort: Veranstaltungssaal

OPTIMUM in Kaprun. Die Einladungen

ergehen wie immer persönlich an

unsere Mitglieder.

Crew-Commander

Prov. Univ.-Ass.

Dr. Jürgen Adlmannseder

CREW EISENERZ/Steiermark

STAMMTISCHINFO

Stammtisch Eisenerz, Leitung: Mike Hecker

0664/3458529, Crewabend jeden 1. Donnerstag im

Monat (Abweichungen werden angekündigt) um

18.00 Uhr im „GH zur alten Mühle“ 8790 Eisenerz,

Hieflauerstraße 100.

Stammtisch Leoben, Leitung: Angelika Gailberger

0664/5344993, Crewabend jeden 3. Montag im Monat

um 18.00 Uhr im „Schu-Des-Mani-Tu“, 8712 Niklasdorf

bei Leoben, Leobnerstraße 42.

Stammtisch Graz, Leitung: Ing. Manfred Mosing

0664/9158910, Stammtisch jeden Donnerstag,

Crewabend jeden 2. Donnerstag im Monat um 19.00 Uhr beim „Lindenwirt“

8052 Graz, Peter Rosegger Straße 125.

Ausbildung

Für das Jahr 2010 sind sämtliche Kurse vom A-Schein bis zur FB3 Upgrade

Prüfung geplant. Interessenten bitte bei Mike melden.

LEIHSERVICE

Bordapotheke: Die Leihgebühr beträgt € 5,– pro Woche (inkl. verbrauchtem

Verbandsmaterial). Die Medikamente werden individuell nach Verbrauch

berechnet. Seehandfunkgeräte: Die Leihgebühr beträgt € 5,– für ein Gerät

pro Woche, Kaution € 150,–

HERZLICH WILLKOMMEN AN BORD

Helga und Johann Strahounik, Rene Sommer, Ing. John Lobnig,

DI Albrecht Frank, Georg Parz

Crew BAYERN

Crew-Commander

Mike Hecker

STAMMTISCHINFO

Jeden ersten Sonntag/Monat ab 10 Uhr Gasthof

Schett in Piesendorf-Fürth

Crew-Commander

Ing. Fritz Breitenstein

THEORIEKURSE:

Details aller unserer Veranstaltungen, Kurse

und Törns finden Sie auf unserer Homepage www.crewtauern.at. Anmeldungen

können gleichfalls direkt über diese Adresse vorgenommen werden.

Crew-Commander Dipl.-Päd. Barbara Lange-Hofmayer

Waldinger Straße 28

D-85084 Reichertshofen

Mobil: +49/160/7358209

Tel./Fax: +49/8453/8699

E-Mail: langehofmayer@hotmail.com

Crew-Commander

Dipl.-Päd. Barbara

Lange-Hofmayer

Yacht Club Austria

The International Austrian Cruising Club

www.yca.at

Crew Kroatien

STAMMTISCHINFO

Jeden Sonntag ab 10.00 Uhr - Stammtisch in CAPTAINS CLUB, 51250 Novi

Vinodolski, Obala Kneza Branimira 3

Vorschau:

17. - 18.07.2010 Regata NOVI OPEN

31.07. – 01.08.2010 NOVLJANSKA REGATA (Optimist, Laser 4.7, Laser Radial,

Laser)

Trainingstörn 2010 Korsika

Mitte April veranstaltete die Crew OÖ einen Trainingstörn nach Korsika. Das Revier an der Grenze zwischen

Ligurischer See und Thyrrenischen Meer strahlt eine Faszination aus, die ihresgleichen sucht:

einerseits die schneebedeckten Berge des Hinterlandes und andrerseits das tiefblaue Meer. Skipper

Titzl Rieser: „Für mich als Fahrtensegler ist das eines der schönsten Reviere im Mittelmeer. Du bist

immer in Landnähe und du hast diese grandiose Kulisse im Blick. Korsika wird nicht umsonst die Insel

der Schönheit genannt.“


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Entwurf_neu_fertig.qxd 21.01.2008 16:24 Seite 1

Österreichs größte Seefahrtsbuchhandlung

präsentiert den OCEAN7 Bücherschapp!

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Das Richtige für

Kombüse und Pantry

Ob die Aussage stimmt, dass der Schiffskoch die wichtigste Person an Bord ist, muss jedes

Crewmitglied für sich selbst beurteilen. Unbestritten ist auf jeden Fall, dass der Smutje einen großen

Einfluss auf das Wohlbefinden und das gute Gelingen eines Törns hat. Hier einige Kochbücher,

Ratgeber für die Bordküche und was sonst noch damit zusammen hängt.

Harald Mertes und Neil Hollander

Der Koch ist Kapitän

In Blechdose mit Topflappen ·

208 Seiten mit 151 Fotos und

Zeichnungen · Delius Klasing 1997 ·

12,5 x 22 cm · 20,50 Euro

Perfekt als Geschenk vor dem Törn oder

als Dankeschön für den Smutje geeignet

ist dieses witzige Komplettpaket aus den Reihen der nautischen

Kochliteratur, ist es doch in einer attraktiven Dose verpackt

und beinhaltet einen unentbehrlichen Topflappen. Die 200 Rezepte

umfassen sowohl Gerichte mit Meeresfrüchten und Fisch

als auch Fleisch und Geflügel, sowie Brot, Kuchen, Desserts und

einige interessante Getränke. Hilfreich ist auch der Teil, der sich

mit Seekrankheit und deren Abwehr befasst.

Marion Kiesewetter

Küsten-Kochbuch

Fotos Michael Holz · 111 Seiten ·

AV Buch Cadmos 2007 ·

20,50 Euro

Ganz der bodenständigen Küche

der norddeutschen Küste hat sich

dieses Buch verschrieben. Trotz

einiger Anpassungen an die heutigen Ernährungsgewohnheiten

haben die Gerichte ihre Originalität und

ihre Tradition behalten. Die Rezepte sind leicht und schnell

nach zu kochen und mit originellen Namen versehen. Ferner

werden auch noch reviertypische und teilweise gehaltvolle

Anleitungen für Getränke sowie eine unterhaltsame Zusammenstellung

von kurzen Erzählungen aus den norddeutschen

Revieren vorgestellt.

Ferdinand Lichtblau

Kochen auf eigenem Kiel

Spiralisiert · 108 Seiten · folierter Umschlag · Lichtblau 1998 · 14,90 Euro

Schon das bootstaugliche Design mit der praktischen Spiralbindung und dem Wasser abweisenden

Umschlag signalisiert hier ein Werk, das für den Einsatz auf See gemacht wurde. Ferdinand Lichtblau

versucht, das Thema „Kochen auf eigenem Kiel“ auf eine einfache und unkomplizierte Weise

den manchmal unerfahrenen Bordköchen näherzubringen. Davon, dass die Ergebnisse trotz ihrer

Einfachheit nichts desto weniger ausgesprochen schmackhaft sein können, kann sich jede Crew

nach dem Kochen selbst überzeugen.


BÜCHER

97

Hans Mühlbauer

Captain’s Dinner

Kochen und genießen an Bord ·

115 Seiten · gebunden · Pietsch Verlag 2007

15,40 Euro

Der Skipper ist oft der erfahrenste Seemann

an Bord eines Schiffes. Dass dieser Umstand

auch für die Bordküche zutreffen kann,

zeigt dieses handliche Buch. Im ersten Teil

des Ratgebers wird, angefangen von der Verproviantierung

über die schiffstaugliche Lagerung und Haltbarmachung

der Zutaten, sogar über den richtigen Umgang mit frischen

Lebensmitteln wie selbst gefangenem Fisch oder auf

einer Insel gesammelten Gewürzen und Kräutern eingegangen.

In Teil zwei werden die Zutaten in einfach nach zu kochende

Mahlzeiten verwandelt, die sich auch mit begrenzten Bordmitteln

zuzubereiten lassen.

Thomas Ruhl

Die See

Das Culinarium der

Schalen- und Krustentiere

312 Seiten · ge bunden,

reich illustriert · Rezepte

internationaler Spitzenköche ·

Umschau 2008 ·

65,80 Euro

Die exquisiten Schalen- und Krustentiere sind das Thema

dieses wertvollen Bandes, in dem nicht nur Kochrezepte von

internationalen Spitzenköchen dargeboten werden, sondern

auch auf den ökologisch vertretbaren Fang und die Zucht

von Muscheln, Meeresschnecken, Krustentieren und Algen

eingegangen wird. Des Weiteren erlernt man hier den

richtigen Umgang mit den empfindlichen Zutaten und viele

konkrete Hilfen für die Bestimmung und den Einkauf von

schmackhaften Meeresfrüchten. Das Buch ist ausgezeichnet

bebildert und ein wahres Standardwerk für Liebhaber dieser

Meereslebewesen.

Harald Mertes & Angela Pape

Binnen zu Tisch

Leckere Bordküche für Törns auf Europas Flüssen,

Seen und Kanälen · kartoniert 138 Seiten ·

Quick Maritim Medien 2000 · 15,70 Euro

CHARTER - SERVICE - SALES

Speziell für Törns auf Binnengewässern, den Flüssen, Seen und Kanälen

Europas wurde dieses informative Buch von den beiden erfahrenen

Hobby-Smutjes Harald Mertes und Angela Pape verfasst. Neben den

hundert besten Kochrezepten, die meist weder viel Arbeit noch Zeit bedürfen, bietet das Buch

hilfreiche Tipps für den Einkauf der notwendigen Zutaten und der passenden Ausstattung der

Bordküche. Das Besorgen der Zutaten auf den Märkten in Frankreich, Holland, Irland und

Deutschland wird durch einen Einkaufsdolmetscher erleichtert.

Ihr Türkei Spezialist

Almuth Heuner

Mord in der Kombüse

Bilder Bengt Fosshag · 287 Seiten · Gerstenberg 2005 · 22,70 Euro

Krimiunterhaltung und kulinarische Genüsse sind in diesem Mehrzweckbuch

vereint. In dem kurzweiligen Krimiteil wurden Geschichten von

dreizehn verschiedenen Autoren aus aller Welt zusammengetragen, die

unterhaltsame Stunden auf den verschiedensten Törns versprechen und

von zahlreichen, sogenannten Einbildgeschichten von Bengt Fosshag

abgerundet werden. Der kulinarische Teil bietet viele schmackhafte

Fischgerichte, die je nach den Kochkünsten der Ausführenden einfach

bis raffiniert sind. Hier wird die Zusammenstellung durch mehr als 30 Illustrationen aufgelockert.

Geografisch umfasst das Werk den gesamten Globus.

www.phoenixyachting.com


98

Inserentenverzeichnis

85 Adria Yacht Center AYC

www.ayc.at

U4

AEZ Leichtmetall-Räder GmbH

www.aez-wheels.com

25 AMS Yachtcharter

www.ams-yachting.de

17 Boote Feichtner

www.bootefeichtner.at

96 Freytag & Berndt

www.freytagberndt.at

25 Inschallah Sailing Team

www.inschallah-sailing-team.at

63 Marinno maritime Innovationen GmbH & Co KG

www.marinno.com

37 Mastervolt/Doma GmbH

www.doma.at

U2

Master - Yachting

www.Master-Yachting.de

27 MaxMarine GmbH/Jeanneau

www.maxmarine.at

65 MaxMarine GmbH/Jeanneau

www.maxmarine.at

55 Werner Ober GmbH Yachtelektronik

www.yachtelektronik.at

11 Pantaenius Yachtversicherungen

www.pantaenius.com

97 Phoenix Yachting

www.phoenixyachting.com

71 Steyr Motors GmbH

www.steyr-motors.com

13 Sunsail

www.sunsail.at

25 Yacht-Probleme

7 Yachting 2000

www.yachting2000.at

33 Yacht-Pool Versicherungs-Service GmbH

www.yacht-px98ool.com

Impressum

Medieninhaber/Herausgeber/Verleger:

Satz- und Druck-Team GmbH | Feschnigstraße 232 | A-9020 Klagenfurt | +43(0)463/4619025

www.ocean7.at | redaktion@ocean7.at | office@ocean7.at

Firmenbuchnummer 105347 y | Landesgericht Klagenfurt | UID ATU 25773801

Anwendbare Vorschrift: Österreichische Gewerbeordnung,

Mediengesetz (www.ris.bka.gv.at)

Redaktion:

ART-Direktorin:

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Thomas D. Dobernigg, Gernot Weiler,

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Klaus Czap (Kapitän Metaxa), Christian Feldbauer und Birgit Hackl

(PITUFA), Georg Gindl (Gindlfoto), Dr. Reinhard Kikinger,

Alexandra Schöler-Haring (OCEAN WOMAN),

Evi Strahser und Wolfgang Wirtl (SLEIPNIR2), Daniel Wälti

Satz- und Druckteam (Catharina Pichler)

Feschnigstraße 232, A-9020 Klagenfurt

Horst Juan, Catharina Pichler, Susanne Rudolf

Thomas D. Dobernigg

Thomas D. Dobernigg

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Verantwortlich für YCA-Mitteilungen

Yacht Club Austria, Generalsekretariat, A-4020 Linz, Lederergasse 88, www.yca.at

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geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts gesetzes bedarf der Zustimmung

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Geschäftsführer: Wolfgang Forobosko

OCEAN7 steht im Alleineigentum von

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von Druckwerken und Magazinen.

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das sich an yachtsportinteressierte Österreicher richtet.


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