Vorarlberg-2-2014

rfwdaten

Service

Krankenversicherung

bei Auslandsreisen

Die Sozialversicherung der gewerblichen

Wirtschaft (SVA) übernimmt

die Kosten einer medizinisch notwendigen

Behandlung bei vorübergehendem

Aufenthalt im Ausland (unabhängig

ob in Österreich Sachleistungs-

oder Geldanspruch gegeben

ist). Dafür gelten folgende Regeln:

1. Bei Erkrankung in EU-Mitgliedsländern,

Island, Liechtenstein,

Mazedonien, Norwegen und der

Schweiz:

Voraussetzung ist die Vorlage einer

gültigen Europäischen Krankenversicherungskarte

(EKVK) – siehe

Rückseite der „e-card“. Man kann

sich im Bedarfsfall vor Antritt der

Reise eine EKVK-Ersatzbescheinigung

auf Wunsch von der SVA ausstellen

lassen. Die EKVK ermöglicht

die gleiche medizinische Betreuung,

wie sie für die Bevölkerung im ausländischen

Staat gilt.

Achtung: Daher richten sich auch der

Leistungskatalog und eventuelle

Selbstbehalte nach den Bestimmungen

des Gastlandes. Die EKVK ist direkt

dem ausländischen Leistungsbringer

(Arzt, Spital …) vorzulegen.

Müssen die Kosten dennoch im Ausland

selbst bezahlt werden, z. B. weil

keine EKVK vorgelegt werden kann

oder weil kein Vertragspartner der

gesetzlichen Krankenversicherung

zur Verfügung steht, kann die Honorarnote

nach Rückkehr bei der SVA

zum Kostenersatz eingereicht werden.

Die Vergütung der SVA richtet

sich dann aber nach den Grundsätzen

und Tarifen wie für eine private im

Inland gezahlte Behandlung.

Wichtig bei Rechnungen: Saldierungsvermerk,

detaillierte Anführung

aller erbrachten Leistungen.

2. Bosnien/Herzegowina, Montenegro,

Türkei:

Für diese Länder wird anstelle der

EKVK eine eigene Bescheinigung von

der SVA ausgestellt, die man vor der

Reise besorgen muß und die vor Beginn

der Behandlung bei der örtlich

zuständigen Zweigstelle des ausländischen

Krankenversicherungsträgers

vorzulegen ist. Man erhält dort

dann einen sogenannten nationalen

Patientenschein.

In Serbien ist die EKVK vor Beginn

der Behandlung beim zuständigen

Krankenversicherungsfonds des Aufenthaltsortes

vorzulegen. Dieser stellt

einen nationalen Patientenschein

aus, mit dem man den Leistungserbringer

aufsuchen kann.

3. Übrige Staaten:

Hier sind Behandlungskosten immer

selbst zu bezahlen, die Rechnungen

können der SVA zur Vergütung vorgelegt

werden.

4. Sonstiges:

Fremdsprachige Rechnungen sollen

lesbar und mit Stempel der Behandlungsstelle

versehen sein. Wenn Honorarnoten

(z. B. wegen mangelnder

Lesbarkeit – Handschrift!) nicht

übersetzt werden können, gibt es keine

Vergütung.

Bei Auslandsreisen aus beruflichen

Gründen zahlt die SVA einen Kostenzuschuß

zu vorgeschriebenen Schutzimpfungen

(z. B. Gelbfieber, Cholera...).

Die E-Card ist der Schlüssel zur Behandlung in vielen europäischen Ländern.

Ist die E-Card in einem Land nicht anwendbar, sind die Rechnungen

selbst zu bezahlen und nachher bei der SVA zur Vergütung einzureichen.

Kosten für Heimtransporte werden jedoch nur in besonderen Fällen

übernommen.

Foto: SVC

Für Heimtransporte werden Kosten

nur in besonderen Fällen übernommen

und dann nur ab Staatsgrenze.

Es empfiehlt sich daher, eine entsprechende

zusätzliche Versicherung

abzuschließen.

Wirtschaft Aktiv Sept. / 14 7

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