WIAK-1-2015

rfwdaten

Klubobmann Egger: ”Blum-Bonus

neu” umsetzen Seite 3

Steuereinnahmen: Einkommens- und

Vermögenssteuern Spitzenreiter Seite 2

Wirtschaft aktiv

RING FREIHEITLICHER WIRTSCHAFTSTREIBENDER Nr. 1a/2015

P.b.b. / Zul.Nr.: GZ 02Z031033 M / Ring freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RFW), 4020 Linz, Pochestraße 3 / Retouren an “Postfach 555, 1008 Wien”

Ing. Edi Fischer

Überbordender Verwaltungsaufwand ist

für die Wirtschaft untragbar geworden!


Steuer

Steuereinnahmen steigen

Einkommens- und Vermögenssteuern Spitzenreiter.

Kalte Progression machts möglich.

Mehr als 18 Milliarden an Einnahmen

brachten Einkommens- und

Vermögenssteuern in Österreich im

ersten Halbjahr. Das ist ein Plus von

6,9% gegenüber dem Vorjahr.

Ein Plus von 660 Millionen Euro

kommen aus dem Titel der Lohnsteuer,

100 Millionen Euro mehr

wurden an Einkommensteuer abgeführt.

Die Lohnsteuereinnahmen haben

sich um 4,8% erhöht, während die

Löhne um 2% stiegen. Dies zeigt die

Wirkungsweise der kalten Progression.

Als Untergrenze der kalten Progression

werden 400 Millionen im Jahr

angegeben. „Seit vielen Jahren weisen

wir auf die Ungerechtigkeiten

durch die kalte Progression hin und

haben eine Reihe von Anträgen zur

Abschaffung eingebracht“, so der

RfW-Oberösterreich Landesobmann

Ing. Wolfgang Klinger. „Ich hoffe,

dass das derzeitige Aufgreifen unserer

Forderungen durch den Finanzminister

nicht nur ein Sommertheater

ist.“

Die eben beschlossene Steuerreform

gibt den Menschen mit jahrelanger

Verspätung nun das zurück, was

vorher durch versteckte Steuererhöhungen

bereits an den Staat geflossen

ist. Es sei jetzt höchste Zeit, endlich

eine Anpassung der Steuergrenzen

durchzuführen, damit in Zukunft

diese Belastung über die

Hintertüre abgeschafft wird, so

Klinger abschließend.

WKV Vizepräsident und RfW-Vorarlberg

Landesobmann Ing. Edi Fischer:

Österreich braucht das

Schweizermodell der

Schuldengrenze

Österreichs Staatsverschuldung steigt

von Jahr zu Jahr, ohne dabei Impulse

für die Wirtschaft zu setzten. Waren

wir unter der konservativen Regierung

noch die „besseren Deutschen“,

sind wir heute in vielen Bereichen das

Schlusslicht in der EU. Niemand will

griechische Verhältnisse im Land,

aber der Weg dorthin ist unter dieser

untätigen Regierung nicht mehr weit.

Österreich braucht das Modell der

Schweizer Schuldenbremse. Es handelt

sich dabei um eine Fiskalregel

auf der Bundesebene mit dem Haushaltsergebnis

als Steuerungsgröße.

Durch diese Verfassungsregelung

wird der Bund verpflichtet, Einnahmen

und Ausgaben über den Konjunkturzyklus

hinweg im Gleichgewicht

zu halten. Dies bewirkt bei

wachsender Wirtschaft eine sinkende

Verschuldungsquote. Gegenstand der

Schuldenbremse ist eine Steuerung

des Bundeshaushaltes, genauer gesagt

der Ausgaben. Die Schuldenbremse

ist somit als Ausgabenregel zu

verstehen.“

Die österreichischen Staatschulden

sind zwischen gemessen am BIP von

über 60 % auf nun 84,9 % gestiegen,

jene der Schweiz von über 45 % auf

unter 40 % gesunken – und das ohne

Sozialabbau, ohne Beschäftigungsabbau

und mit mehr Wachstum und weniger

Schulden. Warum ist zwischen

Neusiedlersee und Bodensee nicht

möglich, was zwischen Bodensee und

Genfer See möglich ist?

Mit einfachen Reformschritten könnte

die Politik die notwendige Gesundung

der österreichischen Staatsfinanzen

einleiten. Wir müssen die

strukturellen Reformen, die die Verantwortungsträger

immer verschlampt

haben, endlich in Angriff

nehmen Mit nur 5 % weniger Ausgaben

durch eine strukturelle Erneuerung

beim Bund, den Ländern und

Gemeinden wäre der Haushalt im

Gleichgewicht.

Und wir dürfen nicht mehr ausgeben

als wir einnehmen. Was für jeden Betrieb

und für jeden Privathaushalt

gilt, muss auch für die öffentliche

Hand gelten. Die Finanzmärkte können

nur überzeugt werden, indem das

Richtige und Notwendige getan wird.

Darauf müssen wir uns konzentrieren.

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Wirtschaft Aktiv Sept. / 15


Wirtschaft stärken

Klubobmann Dieter Egger:

"Blum-Bonus neu" umsetzen!

FPÖ Vorarlberg will betriebliche Lehrausbildung stärken

Vorarlberg ist ein Bundesland, das

aufgrund seiner leistungsstarken

Wirtschaftsbetriebe von hochqualifizierten

Fachkräften und somit

auch von gut ausgebildeten Lehrlingen

abhängig ist. Das betrifft sowohl

den Industriesektor und dessen Produktion,

als auch die Klein-und

Mittelbetriebe in Handwerk, Gewerbe

und Tourismus.

„Duale Ausbildung ist das ideale

Ausbildungssystem“

Die duale Ausbildung ist das ideale

Ausbildungssystem für zukünftige

Fachkräfte. Festzuhalten ist dabei,

dass sich die duale Ausbildung aus

der theoretischen Ausbildung in der

Schule und der praktischen Ausbildung

im Betrieb zusammensetzt.

Überbetriebliche Lehrausbildungsstätten

sollten nur in Ausnahmefällen

als Überganglösung dienen und

nicht zur Regel werden.

„Mehr direkte Anreizförderung

statt Beschäftigungsprogramme“

Ein entscheidender Eckpfeiler zur

Forcierung der Lehrlingsausbildung

auch in Vorarlberg ist aus unserer

Sicht die Wiedereinführung des so

genannten „Blum Bonus Neu“, der

in den Jahren 2004 bis zu seiner Abschaffung

2008 positive Impulse in

der Lehrlingsausbildung nach sich

gezogen hat.

Nachdem der Bund den Blum Bonus,

ein absolutes Erfolgsmodell,

abgeschafft hat, wurden jährlich

über 230 Mio. Euro in sogenannte

ÜLAS – also staatliche Ausbildungszentren

- gesteckt, welche

aber praxisfremd sind und die betriebliche

Ausbildung nicht ersetzen

können. Überbetriebliche Ausbildungszentren

sind wichtige Ergänzungen

zur betrieblichen Lehrlingsausbildung,

vor allem für nicht vermittelbare

Jugendliche, können diese

aber nicht ersetzen. Es ist daher

ein Umdenken notwendig: mehr direkte

Anreizförderung der betrieblichen

Lehrlingsausbildung anstatt

staatlicher „Beschäftigungsprogramme“.

Ein Blick auf die Entwicklung der

betrieblichen Lehrlinge im 1. Lehrjahr

in Vorarlberg zeigt, dass auch

unser Bundesland von der bundesweit

erkennbaren Negativentwi–

cklung im Bereich der Lehrlinge

nicht verschont bleibt.

Haben z.B.. im Jahr 2011 noch 2625

junge Menschen eine betriebliche

Lehre begonnen, so waren es im Jahr

2012 bereits 2431, im Jahr 2013 noch

2264 und im vergangenen Jahr laut

Wirtschaftskammer nur mehr 2085

Jugendliche.

Dieser Negativtrend verlangt nach

entsprechenden Gegenstrategien.

Dieter Egger:

Lehrlinge sind die Facharbeiter von morgen –

Öffentliche Gelder sind daher eine

Zukunftsinvestition.

„Forcierung der betrieblichen

Lehrausbildung“

Im Volkswirtschaftlichen Ausschuss

im Juli erläuterte Kommerzialrat

Egon Blum eindrücklich die Bedeutung

und die Notwendigkeit eines

zusätzlichen Anreizsystems zur Forcierung

der betrieblichen Lehrausbildung.

Letztendlich ist man im

Landtag übereingekommen, basierend

auf einem FPÖ-Antrag, die

Landesregierung aufzufordern, sich

bei der Bundesregierung für die

grundsätzliche Entwicklung eines

Fördermodells – welches auf dem

Blum-Bonus aufbaut – einzusetzen.

Für uns wurde damit ein Schritt in

die richtige Richtung gesetzt.

Wirtschaft Aktiv Sept. / 15 3


Ing. Edi Fischer: “Das Einhalten der sich täglich ändernden Vorschriften,

Richtlinien, Regeln sowie Melde- und Informationspflichten

ist für Unternehmer umständlich und aufwendig.”

Kommentar WKV-Vizepräsident Ing. Edi Fischer:

Bürokratieabbau ist Gebot der Stunde!

Immer mehr Vorschriften, Auflagen

und statistische Auswertungen machen

der Wirtschaft das tägliche Leben

zum bürokratischen Spießrutenlauf.

Unternehmer sein macht oft keine

Freude mehr. Freie Entscheidungen

sind kaum machbar. Das Damoklesschwert

„Staat“ wacht dauernd über

uns. Geringfügige Überschreitungen

werden teilweise mit drakonischen

Strafen geahndet. Innovationen und

Investitionen werden mit teuren Auflagen

und hohen Steuerzahlungen an

den Rand der Verwirklichung gebracht.

Gesetze, Verordnungen und

Reglements im Übermaß verhindern

wirtschaftlichen Aufschwung und Erfolg.

Um wettbewerbsfähig zu sein

braucht es eine massive Reduzierung

von Bürokratie und Gesetzesflut!

Jährlich werden rund 150 Gesetze, etwa

40 Staatsverträge und an die 60

Entschließungen beschlossen bzw. angenommen.

Dazu kommen hunderte

Gesetzesänderungen der Landtage

und eine Vielzahl von Ministerverordnungen,

sowie Anpassungen an EU

Richtlinien. Daraus resultieren tausende

Paragrafenänderungen.

Das Einhalten der sich täglich ändernden

Vorschriften, Richtlinien, Regeln

sowie Melde- und Informationspflichten

ist für Unternehmer umständlich

und aufwendig. Mehr als 1.000 Stunden

schaffen die Unternehmer schon

kostenlos für den Staat. Zeit, finanzieller

Aufwand und Engagement, das

man besser in den Betrieb stecken sollte,

um im täglichen Wettbewerb bestehen

zu können. Damit muss endlich

Schluss sein. Statt verwalten, will der

RfW die Leistungskraft der Betriebe

erhalten, indem Unternehmer nicht

kostenlos für den Staat arbeiten, sondern

ihre ganze Arbeitskraft in die Zukunft

des Betriebes investieren können.

Wenn es der öffentlichen Verwaltung

nicht gelingt, die ausufernde Verwaltung

für die Wirtschaft zu verringern,

dann verliert das politische System

die KMU als wichtigsten Arbeitsplatz-Erhalter

der Republik. Ein moderner

Staat braucht eine effiziente,

effektive, qualitätsvolle, bürgernahe

und serviceorientierte Verwaltung, die

mehr leistet und weniger kostet. Dieser

Wandel muss ehest vorangetrieben

werden, denn eine überbordende Verwaltung

ist wachstumshemmend und

beschäftigungsfeindlich.

Wohnbausprecher LAbg. Joachim Weixlbaumer:

Althaussanierung forcieren!

Die Wohnbauförderung ist eine der

wichtigsten Finanzierungshilfen, um

möglichst vielen Menschen in unserem

Land den Wunsch nach einem Eigenheim

oder einer eigenen Wohnung zu

erfüllen und stellt weiter einen maßgeblichen

Impulsgeber für die heimische

Wirtschaft dar.

„Noch nicht am Ende des Weges“

Mit den für die Jahre 2014 und 2015

beschlossenen Wohnbauförderungsrichtlinien

wurde ein Schritt in die

richtige Richtung – hin zu einer Vereinfachung

gesetzt, am Ende des Weges

sind wir jedoch noch nicht angelangt.

Das zeigen auch Zahlen der

Vorarlberger Bauinnung. Vorsichtige

Schätzungen der Innung gehen dabei

davon aus, dass jährlich 600 bis 700

Wohneinheiten in Vorarlberg ohne

Förderungen errichtet werden, um

sich die Vorgaben für die Inanspruchnahme

der Wohnbauförderung im

wahrsten Sinne des Wortes zu ersparen.

Diese Entwicklung darf man nicht

aus dem Auge verlieren.

Ebenso sollten wir nicht die Entwi–

cklung im Bereich der Wohnraumsanierungen

aus dem Auge verlieren. Aus

dem aktuellen Rechenschaftsbericht

2014 geht hervor, dass 2.091 Wohneinheiten

in der Wohnhaussanierung gefördert

wurden. Im Jahr 2013 lag die

Zahl der Wohnhaussanierungen noch

bei 2.892. Nun hat es zwar gewisse

Vorzieheffekte in den vergangenen

Jahren gegeben, aber dennoch muss

die Landesregierung angesichts des

Zieles einer 3%igen jährlichen Sanierungsrate

bemüht sein, auch hier Impulse

zur Attraktivierung der Sanierungsförderung

zu setzen.

„Wirtschaftliche Impulse im Bau- und

Baunebengewerbe setzen“

Wir schlagen damit letztendlich zwei

Fliegen mit einer Klappe, einerseits

sparen die Haus- und Wohnungsbesitzer,

die sich für eine energetische Sanierung

entscheiden, bares Geld durch

ihre Energieeinsparungen und steigern

zusätzlich den Wert ihres Hauses oder

ihrer Wohnung und andererseits wird

dadurch ein wichtiger Impuls für die

heimische Wirtschaft gesetzt. Das

Bau- und Baunebengewerbe ist ein

verlässlicher Partner der Häuslebauer

und es muss das gemeinsame Ziel sein,

diese Partnerschaft auszubauen und

über attraktive Fördermechanismen

wirtschaftliche Impulse zu setzen. Bei

den im Herbst anstehenden Verhandlungen

zur Neugestaltung der Wohnbauförderungsrichtlinien

werden wir

dem Aspekt der Sanierungsförderung

besonderes Augenmerk schenken und

entsprechende Impulse einfordern.

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Wirtschaft Aktiv Sept. / 15


Kommentar Wirtschaftssprecher Dr. Hubert Kinz zum Thema

Steuerreform und Tourismus

Abgesehen von massiven Verlusten der

Regierungsparteien bei den Landtagswahlen

in der Steiermark und Burgenland

müsste Rot-Schwarz angesichts

der Wirtschaftsdaten langsam ein

Licht aufgehen, dass mit der geplanten

Steuerreform kein großer Wurf gelandet

wurde. Kanzler und Vizekanzler

schaden damit dem Wirtschaftsstandort

Österreich. Gut ist, dass sie damit

ihre Wähler in Scharen vertreiben. So

hoffen wir auf eine bessere Ausgangslage

für echte Reformen. Ein Gesetzespaket

mit unausgegorenen Tarifreformen,

schleichenden Steuererhöhungen

und Überbürokratisierung liegt vor.

Die Tourismuswirtschaft wird unter

gesetzlichen Generalverdacht genommen.

So etwas kann nur jemandem

einfallen, der selber nie einen Tourismusbetrieb

geführt hat. So wird man

das Arbeitsmarktproblem nicht lösen,

sondern verstärken und die schwache

Konjunktur nicht ankurbeln! Die Zahl

der Arbeitslosen zeigt, dass es der

Wirtschaft in Österreich nicht gut geht

und viele Unternehmen keine Arbeitsplätze

mehr erhalten, geschweige denn

neue schaffen können.

Die Wirtschaft kann sich noch so viel

anstrengen und Steuern zahlen. Es

wird alles damit pulverisiert, wenn es

eine Regierung gibt, die nicht mit ihrer

Verantwortung umgehen kann, die

Steuereinnahmen in bodenlose Löcher

versenkt und nicht die Probleme erkennt,

die wir tatsächlich haben: zu

hohe Lohnneben- und Zusatzkosten,

keine echte Arbeitszeitflexibilisierung

und nachhaltige Anreize für die Wirtschaft.

Im Endeffekt helfen nur Arbeitsmarktreformen,

die Senkung von

Lohnnebenkosten bzw. Lohnzusatzkosten,

ein nachhaltiger Bürokratieabbau

und das Aufbrechen von starren

Kollektivvertragsstrukturen sowie der

geringen Arbeitszeitflexibilität, um

die massiven Probleme in den Griff zu

bekommen. Nur damit können unsere

heimischen Unternehmer neue zukunftsorientierte

Arbeitsplätze schaffen

und die Wertschöpfung erhöhen.

Hier versagen die Regierung und das

Parlament in Wien.

Bei der Vier- und Fünfsternehotellerie

ist der Zimmerpreis laut Informationen

der Österreichischen Hotel- und

Tourismusbank (ÖHT) pro Person und

Nächtigung im Median von 45 Euro im

Jahr 1995 auf 71 Euro 2013 gestiegen.

Bei den Dreisternhotels stieg der Preis

im selben Zeitraum von 30 auf 47 Euro

an. Laut ÖHT-Geschäftsführer

Franz Hartl sind die tatsächlichen

Zimmerpreise viel zu niedrig, um die

von den Hotels getätigten Investitionen

wieder hereinzuspielen. Ein Gast

müsste theoretisch ein Tausendstel

vom Zimmer-Errichtungspreis zahlen,

um die getätigten Investitionen hereinzuspielen.

Das wären im Schnitt 80

Euro bei Dreisterne-, 200 Euro bei

Dr. Hubert Kinz.

Der Tourismus ist der große Verlierer der

Steuerreform

Viersternehotels. Schon jetzt ist die

Ertragssituation der Hotels keine gute.

Laut ÖHT liegt das Ergebnis der gewöhnlichen

Geschäftstätigkeit (EGT)

der Vier- und Fünfsternebetriebe im

Median bei zwei Prozent, bei Dreisternebetrieben

bei fünf Prozent. Im Jahr

2013 hatten nur 55 Prozent der österreichischen

Hotels ein positives EGT.

Hartl schätzt, dass durch die Erhöhung

der Mehrwertsteuer bereits 2016

nur mehr zehn bis 20 Prozent schwarze

Zahlen schreiben werden.

In 22 von 28 EU-Staaten ist der Mehrwertsteuersatz

auf Logis laut Wirtschaftskammer

niedriger als in Österreich.

In Deutschland wurde der

Mehrwertsteuersatz 2010 von 19 auf

sieben Prozent reduziert. In der

Schweiz beträgt er nur 3,8 Prozent, in

Italien und in Frankreich zehn Prozent.

Es gibt eine Empfehlung der EU

bezüglich des Mehrwertsteuersatzes

auf Logis: Er soll fünf Prozent nicht

übersteigen. Hier werden Fakten ignoriert,

die volkswirtschaftlichen Schaden

zur Folge haben!

Rekordarbeitslosigkeit mit Arbeitszeitflexibilisierung bekämpfen!

Lohnnebenkostensenkung dringend notwendig.

Angesichts der Rekordarbeitslosigkeit

auch im Ländle sind neue Wege

gefragt. Statt Milliarden von Steuergeldern

in Qualifizierungsmaßnahmen

zu stecken, sollt man die Wirtschaft

entlasten. Nur die Unternehmer

schaffen die Arbeitsplätze, die

das Land dringend braucht. Da

kann man noch so qualifiziert sein,

ohne Bedarf gibt es keinen Job.

Ein Exportland wie Vorarlberg benötigt

wettbewerbsfähige Kostenstrukturen.

Die Wirtschaft wartet

schon seit Jahren auf eine Modernisierung

des geltenden Arbeitszeitgesetzes

und einer entsprechenden

Umsetzung in den Kollektivverträgen.

Weiter braucht es eine Senkung

der Lohnnebenkosten, um international

wettbewerbsfähig zu sein.

Nicht Arbeitsverteilung, sondern

Arbeitszeitflexibilisierung ist das

Rezept aus einer Krise. Das enge

Zeitkorsett gefährdet den Wirtschaftsstandort

und daher braucht

es endlich die Bereitschaft auch seitens

des ÖGB zu flexibleren Arbeitszeiten

statt Arbeitszeitverkürzung.

Die Arbeitsmarktkrise verlangt

nach einer raschen Lösung. Festhalten

an alten Zöpfen bringt nichts.

Man muss die Zeichen der Zeit nutzen,

um neue Rahmenbedingungen

für die Wirtschaft zu schaffen. Jetzt

kann die Sozialpartnerschaft zeigen,

ob sie über eine Lösungskompetenz

in Sachen Wirtschaftsstandortsicherung

verfügt.

Daher müssen sich neben der Gewerkschaft

und der Industrie auch

die Vertreter der KMU´s an einen

Tisch setzen und das neue Arbeitszeitgesetz

endlich umsetzen.

Schließlich ist der Mittelstand die

tragende Säule der Wirtschaft.

Wirtschaft Aktiv Sept. / 15 5


Service

Eine Mausefalle für Eigenkapitalgeber

Nach der beschlossenen Steuerreform

verliert der Anteilsinhaber einer

Kapitalgesellschaft die bisherige

Wahlmöglichkeit, Einlagen als

steuerneutrale Kapitalrückzahlungen

zu behandeln. Die Neuregelung

gilt erstmals für Wirtschaftsjahre,

die ab dem 1. August 2015 beginnen.

Bei Ausschüttungen gibt es in Zukunft

eine zwingende Verwendungsreihenfolge,

die nicht mehr

an bilanzrechtliche Tatbestände

knüpft, sondern an die betriebswirtschaftliche

Unterscheidung

von Außen- und Innenfinanzierung.

Solange operative Gewinne vorhanden

sind, müssen diese vorab

als Dividende behandelt werden.

Bei Privatpersonen fällt dann die

27,5 prozentige Kapitalertragssteuer

an. Nur bei einer ordentlichen

Kapitalherabsetzung kann die Auszahlung

als Einlagenrückzahlung

behandelt werden.

Die Veränderungen bringen neben

erhöhten Aufzeichnungspflichten

eine massive Schlechterstellung bei

der Sanierung von Körperschaften.

Zudem fehlt der steuerliche Anreiz

zur Eigenkapitalzufuhr. Bei ausreichender

Liquidität sollte jedenfalls

geprüft werden, ob noch steuerneutral

rückführbares Eigenkapital

vor Inkrafttreten der neuen Regelung

zurückgezahlt werden kann.

(Quelle VN)

Elektroautos bei der Steuer begünstigt!

Laut dem Ministerialentwurf zur

Steuerreform werden Elektroautos ab

dem 1.1.2016 steuerlich entlastet. Begünstigt

werden jedoch nur reine

Elektroautos, nicht aber Autos mit

Notmotoren oder Hybridantrieb.

Auch Elektrofahrräder und andere

Fortbewegungsmittel sind von der

Steuerbegünstigung ausgeschlossen.

Für diese Fahrzeuge soll es künftig einen

Vorsteuerabzug bei Anschaffungen

oder für laufende Leasingraten

sowie Betriebskosten geben. Die Regelung

über die Eigenverbrauchsbesteuerung

und über die Luxustangente

für PKW bleibt bestehen. Weiter

gilt, dass generell für Anschaffungen,

die ertragssteuerlich nicht überwiegend

abzugsfähige Ausgaben darstellen,

kein Vorsteuerabzug zusteht.

Auch muss für solche Fahrzeuge

kein Sachbezug verrechnet werden,

wenn die Autos als Dienstfahrzeuge

zur Verfügung gestellt werden. Die

Steuerreform sieht zwar eine Erhöhung

des Sachbezuges für Dienstfahrzeuge

von 1,5 auf 2 Prozent vor,

wobei für Autos unter einem Co2

Ausstoß von 130g/km weiter nur 1,5

Prozent als Sachbezug verrechnet

werden müssen. Daher ist eine Investition

in Elektroautos rein steuerlich

sicher sinnvoll.

(Quelle VN)

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Wirtschaft Aktiv Sept. / 15


unter der Lupe

„Zitiert“

Schilda

Kürzlich ging die Meldung durch die Gazetten, dass die Wachsoldaten am Fliegerhorst

Vogler im oberösterreichischen Hörsching allesamt entwaffnet würden mit der

Begründung, es handle sich dabei um eine Maßnahme zur Attraktivierung des

Bundesheeres.

Ihr Agilus fühlte sich sogleich ins Reich der Schildbürger versetzt. Von diesen wird ja

berichtet: Wenn jemand zu ihnen sagte „Bei Euch piept es ja“, so blieben sie ganz

ruhig, um genau hinzuhören und sagten dann: „Es tut uns leid, wir können nichts piepen

hören.“

“Wir haben einen Wechsel in der Position

des Finanzministers. Und man

glaubt es gar nicht: Finanzminister sind

manchmal, auch was die Person anbetrifft,

nicht völlig irrelevant.”

Der deutsche Bundesfinanzminister

Wolfgang Schäuble zur Ablöse der

griechschen Finanzministers Gianis Varoufakis

durch Euklid Tsakalatos.

“Ich habe gestern eine Caipirinha mit

ihm getrunken (...) Er hatte einen 30-

Stunden-Flug und eine harte Woche

hinter sich. (...) Und brasilianische Caipirinha

macht die Leute müde.”

Original nichts piepen hörte offenbar auch die österreichische Frauenministerin, als

sie geradezu in Euphorie verfiel, weil nun die Strafzettel der Polizei gegendert wurden.

Dies sei ein Meilenstein zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Danke für

diesen unglaublichen Fortschritt. Die gleiche Strafe bezahlen dürfen Männlein und

Weiblein ja ohnehin schon länger.

Ebenfalls ein wenig in sich hineinhören sollte der Sozialminister, bevor er das nächste

Mal mit Forderungen wie der Einhebung eines Strafeuro pro Überstunde von den

Unternehmen daherkommt.

Mit seiner Äußerung, er habe nichts gegen eine Abschaffung des Bargelds, hat der

Bankensprecher in der Wirtschaftskammer wohl den Vogel abgeschossen. Folglich

konnte er auch nichts mehr piepen hören. Dass diese Abschaffung auch von sogenannten

Wirtschafts-Weisen gefordert wird, zeigt deutlich, was heutzutage alles unter

den Begriff der Weisheit fällt.

Da sei die Frage erlaubt, wo denn dann die Dummheit anfängt. Fündig wird man dabei

sicherlich bei diversen EU-Verordnungen. Jüngste Forderung aus Brüssel ist ja,

Nährwertangaben für Alkohol auf die Gebindeetiketten zu drucken. Hintergrund

könnte sein, dem alten Volksspruch „Des hot jo kan Nährwert“ den Boden endgültig

zu entziehen.

Vielleicht kommt als nächstes die verpflichtende Anbringung von Sicherheitsgurten

an Fernsehsesseln, um Stürze von angesichts des ORF-Programms Eingeschlafenen

hintanzuhalten.

Die Ehrenbürgerschaft von Schilda verdient hat zweifellos aber jener ehemalige

schwarze Finanzminister, der ernsthaft behauptete, die nach Griechenland fließenden

Milliarden seien ein gutes Geschäft für Österreich.

Noch ein paar so gute Geschäfte und wir können zusperren, meint

Ihr Agilus

Rios Bürgermeister Eduardo Paes ironisch

zum Fehlen von IOC-Präsident

Thomas Bach bei einer Pressekonferenz

zum Thema “Ein Jahr vor den

Olympischen Spielen 2016”.

“Die betreffenden Personen üben ihre

Funktionen zwar grundsätzlich ehrenamtlich

aus, erhalten aber für ihre

Tätigkeit monatlich eine vom Obmann

festzulegende freiwillige Prämie.”

Die Interpretation im Kontrollamtsbericht

lt. der Tageszeitung Kurier

über die ehrenamtliche Tätigkeit im

Innsbrucker Technikerhaus, wo

Amtswalter Dienstwohnungen und

Aufwandsentschädigungen erhielten.

Wenn man die Hälfte seines politischen

Lebens mit stumpfsinnigen Angelegenheiten

wie der Umwelt zu tun

hatte, ist es aufregend, eine richtige

Krise an der Hand zu haben.

Margaret Thatcher über den Konflikt

mit Argentinien um die Falkland-Inseln/Malvinas

von 1982.

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Ring freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RfW) - Vorarlberg, Belrupstraße 27, 6900 Bregenz

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3 zugl. Anschrift Redaktion, Verwaltung, Anzeigen. Druck: NÖ Pressehaus, St. Pölten; Redaktion Vorarlberg: Mag. Michael Brduscha.

Offenlegung (gemäß &25 Mediengesetz): Medieninhaber ist der Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RFW), Oberösterreich (100 %), 4020 Linz, Pochestraße 3.

Vereinszweck (gem. § 2 der Satzungen): Der RFW vereinigt Selbständige oder in leitender Stellung Erwerbstätige in der gewerblichen Wirtschaft und in den freien Berufen zum Zwecke der Durchführung

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