leo Mai 2016

blumediengruppe

Technik 51

GLASFASERAUSBAU

Der Breitbandausbau in München ist deutschlandweit einmalig: Bis 2021 werden 70 Prozent aller Haushalte Zugang zu einem echten Glasfaseranschluss haben

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Eine starke Antwort auf den stark wachsenden Datenverkehr:

Das Münchner Glasfasernetz wird ab sofort und mit maximaler

Manpower weiter ausgebaut. Ab diesem Jahr sollen Bits

und Bytes auch außerhalb des Mittleren Rings auf Lichtwellen

in die Gebäude surfen. Knapp 70 Prozent aller Münchner

Haushalte werden bis 2021 Zugang zum Highspeed-Internet

haben.

„Zu dir oder zu mir?“ „Kommt drauf an, wo du wohnst! Ich

hätte noch Lust, ein Filmchen zu streamen. In meinem

Viertel geht das inzwischen richtig schnell – und das

Ergebnis ist ultrascharf.“ Tja, wer eine Wohnung

mit Glasfaseranschluss hat, kann attraktive

Vorschläge machen. Und auch allein

daheim ist er in einer komfortablen

Position: Mit Bandbreiten bis zu

300 Mbit/s bieten die Datenleitungen

der nächsten Generation enorme

Kapazität und rasante Geschwindigkeiten.

Alles ist möglich, sogar

gleichzeitig: das Smartphone updaten,

ein Magazin auf dem Tablet lesen,

mit dem Laptop im Internet ein

Ticket für das schon ausverkaufte

Konzert ersteigern, Urlaubsbilder

in die Cloud laden, Serien streamen,

einen Video-Chat starten,

online spielen ...

In den kommenden fünf Jahren

erschließen M-net und die SWM

weitere 230.000 Wohnungen. Die

Bauarbeiten beginnen am Hasenbergl

und in Harthof

Bis dato profitieren in München 340.000 Haushalte von dieser

hochmodernen digitalen Infrastruktur, weil die Stadtwerke

München und der Telekommunikationsanbieter M-net zwischen

2010 und 2014 – vor allem im Zentrum der Stadt – ein

engmaschiges Glasfasernetz verlegt haben. Gut 250 Millionen

Euro wurden in dieser ersten Ausbauphase investiert. Nun

nehmen die SWM und ihr Tochterunternehmen erneut einen

dreistelligen Millionenbetrag in die Hand, um den nächsten

Ring zu bauen – mit 230.000 Wohneinheiten. Für 27 weitere

Erschließungsgebiete kündigten sie jüngst ihre Baupläne an.

Wie bisher wird der Hausanschluss kostenlos sein.

In den Netzen von M-net verdoppelt sich das Datenaufkommen

inzwischen alle neun Monate, denn auch die Digitalisierung unseres

Privatlebens schreitet in großen Schritten voran: Smart-TVs lassen sich

mit dem Internet verbinden, Formate wie Ultra-HD bringen mit höchsten

Auflösungen großes Kino ins Haus. Gleich, wohin man schaut:

Überall melden sich innovative Anwendungen an. Bildung findet nun in

Webinaren, virtuellen Workshops und Onlinekursen statt. Der Gesundheitsmarkt

präsentiert sich mit E-Health-Produkten und verspricht

Früherkennung sowie effektive Notfallmedizin.

Nur circa 15 Prozent der

Internetzugänge in Deutschland

übertragen heute mehr als 15

Mbit/s. Im globalen Vergleich der

durchschnittlich höchsten Verbindungsgeschwindigkeiten

liegt

Deutschland zwar über dem

Durchschnitt, allerdings auf

keinem guten Rang. Die Spitzenplätze

belegen Singapur,

Hongkong und Südkorea.

Aber München hat ehrgeizige

Ziele und befeuert die

nationale Aufholjagd. „Mittelfristig

ist Glasfaser das einzige

Medium, das den Bandbreitenbedarf

bewältigen wird. Alle aktuellen

Parameter und jegliche Zukunftsprognosen weisen

einhellig darauf hin, dass dieser exponentiell weiter wachsen,

ja explodieren wird“, erklärt Jens Prautzsch, Vorsitzender der

M-net-Geschäftsführung. Dabei nennt er eine Zahl: „In nur wenigen

Jahren werden Privathaushalte Internetanschlüsse mit 100 Mbit/s und

mehr benötigen – vor allem solche, in denen mehrere Personen leben.“

Besonders gut wird dann übrigens derjenige beraten sein, der den

Baggerfahrern, die die Glasfaser jetzt bis zum Haus verlegen, nicht nur

wohlwollend zunickt, sondern die Einser und Nullen auf Lichtwellen

gleich bis in die eigene Wohnung rasen lässt. Für die Höchstgeschwindigkeit

von 300 Mbit/s müssen nur noch die im Haus liegenden Kupferkabel

durch Glasfaserkabel ersetzt werden.

FACHCHINESISCH – KURZ UND KNAPP

Bandbreite:

Digitale Daten bestehen aus endlosen Folgen

von Nullen und Einsen. Computer können daraus

Webseiten, Urlaubsfotos, Videos oder Telefongespräche

machen. Wie viele Informationen

zeitgleich vom Sender zum Empfänger gelangen,

hängt von der Bandbreite ab. Denk an ein Flussbett:

Je höher die Bandbreite, desto breiter der

Fluss und flüssiger das Surf-Erlebnis.

Mbit/s:

Megabit pro Sekunde ist die Maßeinheit für die

Bandbreite, ähnlich wie Kilometer pro Stunde für

die Geschwindigkeit. Ganz praktisch: Über einen

Anschluss mit einer Bandbreite von 100 Mbit/s

lassen sich maximal 12,5 Megabyte pro Sekunde

herunterladen.

Glasfaser:

Glasfasern sind ein vielseitiges Material. In

der Informationstechnologie nutzt man ihre

Fähigkeit, Lichtsignale nahezu verlustfrei über

hunderte von Kilometern zu transportieren – und

das unglaublich schnell. Die Signale können eine

Geschwindigkeit von 200.000 km/s erreichen

oder anders: Sie würden in einer Sekunde fünfmal

um den Äquator rasen.

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