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OCEAN7 2008-03

Gegensätzlicher könnten die Reviere nicht sein, die in dieser Ausgabe von OCEAN7 beschrieben werden: karibisches Segeln vor den Küsten des kommunistischen Kuba und Besonderheiten aus der Inselwelt der dänischen Südsee.

Gegensätzlicher könnten die Reviere nicht sein, die in dieser Ausgabe von OCEAN7 beschrieben werden: karibisches Segeln vor den Küsten des kommunistischen Kuba und Besonderheiten aus der Inselwelt der dänischen Südsee.

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03I08

KUBA

Wo Karibik-Segeln

noch ein

Abenteuer ist

tipps für fahrtensegler

OCEAN7 Experten

für alle Fälle

Dänische Südsee

Liebeserklärung

an ein Revier

Die down-under-yacht

Mit dem Herzen

aus Österreich

Bavaria-Yacht nach 233 Charterwochen im ocean7 härtetest / die richtige bordapotheke

Ocean7 facts: muränen / Segelbekleidung: sechs seiten special


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fotos YVONNE KIENESBERGER

editorial

03

Liebe ocean7-Leser

Gerade war es noch friedlich in der kleinen Fischerbucht

am südlichsten Ende Afrikas, da kommt einer

der berüchtigten Stürme auf. Lange halten wir

es daher nicht am Kap Agulhas aus – wir werden

vom Wind in ein gemütliches Fischerlokal vertrieben, in dem

wir alles über den „Fliegenden Holländer“ erfahren.

Weiter geht es Richtung Kuba, wo der „wind of change“ ja gerade

für eine große Änderung sorgte: Fidel Castro trat Mitte Februar

nach 49 Jahren von allen seinen Ämtern zurück und überlässt

von nun an seinem Bruder die Geschäfte. OCEAN7 hat es dem

Fahrtensegler Clemens Lackner überlassen, mit einem Charter-

Katamaran die Küsten Kubas zu erkunden. Er berichtet über die

schönsten Plätze auf der Insel für Segler und Genießer.

Ein „Sturm der Entrüstung“ hat nach unserer letzten Ausgabe

in der OCEAN7-Redaktion geblasen, nachdem einige Leser

nicht mit dem Ostseeartikel von Andrea Sikorski einverstanden

waren. Sie haben die Ostsee in sehr schöner Erinnerung, wie es

stellvertretend Harald Hübner in seinem Beitrag „Torlauf in der

Südsee“ auch beschreibt.

Schnell wie der Wind sind Österreichs Regattaseglerinnen – wie

die Berichte über das Matchrace-Team Verena und Ute Wagner,

Stephanie Breitenstein und Simona Höllermann sowie das

Porträt der 470er-Damen Sylvia Vogl und Carolina Flatscher

belegen.

Wie stark der Wind wird, das wird uns sicherlich einer der vielen

OCEAN7-Experten genauer sagen können. Wir stellen Ihnen in

dieser Ausgabe in einem ersten Teil Spezialisten u.a. zu den

Themen Wetter, Kochen an Bord, Unterwasseranstrich

und Seemannschaft vor. Gerne nehmen

wir schriftliche Anfragen entgegen und leiten

Sie an die Experten weiter. Wie das genau

funktioniert, erfahren Sie auf Seite 42.

Ist die Wettervorhersage schlecht, dann kann

der Wassersportler nur hoffen, die neueste

Bekleidungstechnik am Leib zu tragen. Ja, da

kann man schon von Technik sprechen, sieht man

sich – in unserem Bekleidungsspecial – die Entwicklung

der letzten Jahre an. Henri Lloyd hat sogar eine Klimaanlage in

Jacken eingebaut. In einem großen OCEAN7-Gewinnspiel verlosen

wir zwei dieser Jacken. Den glücklichen Gewinnern kann

dann wohl kein Wetter mehr etwas anhaben.

Allen unseren Lesern wünsche ich

„always fair winds“!

yvonne.kienesberger@ocean7.at


04

32 Südafrika: Reise von Kap zu Kap.

Revier

14 Kuba

Wo Karibik-Segeln noch Abenteuer ist.

24 Canal du Midi

Mit dem Hausboot durch Frankreich.

30 Dänische Südsee

Liebeserklärung an die Ostsee.

32 Südafrika

Reise von Kap zu Kap.

People

42 OCEAN7-Experten

Mit Rat und Tat für unsere Leser im Einsatz.

44 BMW-Damenteam

Neue österreichische Matchrace-Crew.

46 Eric Tabarly

Ein Museum für den Segelhelden.

Service

50 Bekleidungsspecial

Von Leinöl zu Hightech.

56 OCEAN7-Härtetest

Bavaria 50.

60 OCEAN7-Facts

Muränen – verkannt und ungeliebt.

70 Bordapotheke

Gut, dass man sie hat, wenn

man sie braucht.

74 Energie an Bord

Teil 2 der OCEAN7-Serie.

51

OCEAN7

GEWINNSPIEL

2 Superjacken

von Henri Lloyd


inhalt

05

88 Regatten in der Adria.

84 Edle Modelle.

60 OCEAN7-Facts: Muränen.

Editorial 03 / Best of 06

foto des monats 10 / YCa-news 94 / Bücher-Schapp 102

impressum 105

Yachten

80 Pegiva

Ein Aussie mit dem Herzen aus Österreich.

84 Hot Fingers

Modellbauer Hirsch im Porträt.

Regatta

88 Adria-Regatten

Überblick für Fahrtensegler.

91 470er-Damen

Sylvia Vogl und Carolina Flatscher.

03I 08

alle infos und vieles mehr unter

www.ocean7.at

coveRFoto – kubA

Clemens Lackner berichtet von einer

Charter-Reise aus einem Teil der

Karibik, der noch ursprünglich und

abenteuerlich geblieben ist.


06

Neuer Bareboat Charter:

mit Sunsail nach Tonga

Über Master Yachting kann die neue Charterdestination Tonga gebucht werden.

Der Veranstalter vor Ort in Neiafu/ Vava’u ist Sunsail. Tonga besteht aus 169 Inseln und

Atollen im Pazifi k östlich von Fidschi und nördlich von Neuseeland. Kapitän Cook taufte die

Inselgruppe im Jahr 1777 „Freundschaftsinseln”, weil er von den Eingeborenen freundlich

empfangen worden war. Auch die Charterkunden von Master Yachting können sich

auf diese Gastfreundschaft freuen, denn sie ist in Tonga sprichwörtlich. Kulinarisch kann

man sich in Tonga ebenfalls auf Entdeckungsreise begeben, denn die Festbankette der

Polynesier können schon mal bis zu 30 Gänge beinhalten.

Schiffe auf Tonga

Sunsail Oceanis 331 ab 1.680 Euro/Woche

Sunsail Oceanis 361 ab 1.930 Euro/Woche

Sunsail Oceanis 393 ab 2.560 Euro/Woche

Sunsail Cyclades 43 ab 2.660 Euro/Woche

www.master-yachting.de

Segeln mit TWOFAST

OCEAN7-Autor Michael Köhler (Seite 74) ist mit seinem schnellen und hervorragend

ausgestatteten Katamaran TWOFAST derzeit in der Karibik unterwegs. Er hat

sich entschlossen, auch zu den beiden Highlights der Saison dort zu bleiben – zur

Antigua Racing Week und zur Classical Week. Dabei hat er für bis zu maximal

acht Gäste noch Plätze am Boot frei. Informationen und Buchungen über seine

Website.

www.twofast.at


OCEAN7

empfiehlt

best of

07

Wussten

sie, DAss

Commander Pro

Das neue Steiner

Der neue Commander Pro ist der Rolls-Royce

unter den professionellen Marine-Ferngläsern

und besticht durch seine überragend

präzise, schwimmend gelagerte High-Definition-Optik.

Das überaus robuste Gehäuse

ist aus extrem stoßfestem, aber überaus

leichtem Polycarbonat. 30 Jahre Garantie.

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Euro. Ohne Kompass 669 Euro.

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11 sprachen

in Südafrika als Amtssprachen

gelten?

auf 1.500 m 2

Fläche im frz. Lorient ein

ganz neue Segelmuseum

entstanden ist?

auch nach 233

Charterwochen ein

gut gepflegtes Boot

den OCEAN7-Härtetest

bestehen kann?

Alter Denker

Der Hit von AWN

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kompakte Polier- und Schleifmaschine, ideal

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OCEAN7-KLICK-TIPP

Leseratten können auch im Internet auf ihre

Kosten kommen. Hier ein Link, unter dem

man Segel- und Meeresliteratur vollständig

und kostenlos downloaden kann.

cruisenews.net/db/books.php

„es gibt drei Arten

von Menschen:

Die Lebenden, die

toten und die, die

zur see fahren.“

Platon (427 v. Chr. - 347 v. Chr)


08

best of

OCEAN7-Kolumnist Luis Bentele über:

Die ernieDrigung namens Bootsmesse

Es bläst von hinten. Wie ein Stanleymesser schneidet der Bug durch das schnapsklare Wasser. mächtig und mit gut 10

Knoten Speed schiebt der blitzblanke Rumpf kleine Gebirgszüge aus Gischt von sich weg. Der Wind zieht wie von Poseidon

gepeitscht an den Spinnakerschoten und man hat das Gefühl, das himmlische Kind will einen mit göttlicher Kraft immer

näher zu sich holen. So gebläht wie der Spi zeigt sich die Brust des mannes am Steuer. Stolz, Erhabenheit, natur, Endlosigkeit:

Segeln, der Sport der Könige. Ein adelstitel, der dem Kapitän der Wally ebenso zusteht wie dem des Jollenkreuzers. Was

für ein Sport, was für eine Welt! Wer jetzt aus Zufriedenheit über die Zugehörigkeit zu diesem maritimen adelsgeschlecht die

lippen spitzt, dem sei die Kehrseite der medaille präsentiert, das Jammertal dieser Könige, das Exil, die Verbannung aus der

Welt des Stils, das asylantenheim für Seebären namens Bootsmesse:

Jahr für Jahr kehrt sie wieder, ob in tulln, Düsseldorf, Genua oder Friedrichshafen. Sie ist der reziproke Wert der eingangs

erwähnten Szene, der tiefe Fall vom Stern des maritimen Glücks. Gleich Kühen trotten diese Kapitäne, die noch vor kurzem

erhabenen Hauptes mit geschultertem Seesack über die Bootsstege zwischen Rio und dem achensee schlenderten, durch

endlose Hallen. aus dem Bootsdeck werden Spannteppiche, aus dem Sonnenuntergang wird fahles neonlicht, das himmlische

Kind hat abgesehen von einer Windmaschine fürs Opti-Planschbecken Hausverbot, die Gischt findet sich maximal in

einem überteuerten Becher Bier und statt der Pinne greift die eben noch vom Seewasser benetzte Hand in Prospekthaufen.

Die ausbeute wird in stetig schwerer werdenden Plastiksackerln gesammelt. Welch armseliger anblick. Das Schlagen der

Fallen an den mast weicht den Durchsagen von autokennzeichen, deren dazugehörigen Wagenbesitzern das abschleppen

droht, und die stolze Brust weicht einer immer mehr einfallenden Schulter. Der Höhepunkt, pardon tiefpunkt, wird schließlich

in einer langen menschenschlange erreicht. an deren Ende wartet ein Körbchen, das einen mit der würdelosesten Situation

eines Seglerlebens konfrontiert: Hier herrscht das Gesetz, die Füße in ausgelatschte Plastiktüten zu wringen, um wie in Ketten

mit einer Herde Gleichgesinnter hoch oben ein Schiff ohne mast besichtigen zu dürfen, das nach dem Schmarren, den

die anderen Herdenkapitäne von sich geben, sowieso keiner mehr haben will. Das ist die große Freiheit nummer 7, pardon

Halle nummer 7.

Für alle, die das Besondere wollen

und nicht nur

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Was erwartet Sie in Deutschlands modernstem

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norweger üBernimmt

Vor-ruDer

Knut Frostad folgt Glenn Bourke als Volvo Ocean Race Director

und übernimmt damit die sportlichen Geschicke einer der prestigeträchtigsten

Hochsee-Regatten weltweit. Der 40-Jährige aus

Harstad, der bereits 1993/94 als Steuermann der damals zweitplatzierten

IntRum JuStItIa fungierte und zuletzt auf der BRaSIl

1 Hand anlegte, bezeichnet das Volvo Ocean Race wohl zu Recht

als teil seines lebens.

www.volvooceanrace.org

(Foto: Oskar Kihlborg/Volvo Ocean Race)


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** Zinssatz variabel, zuletzt geändert am 15.10.2007. 287819


10

foto HERBERt BuCHNER

in sicherheit

Kostenlose Überfahrt. Auf dem Weg von Montenegro nach Italien nützte dieser kleine blinde Passagier

den trockenen Platz unter dem Rettungsring für eine Rast. Für das eindrucksvolle Foto gibt es 150 Euro

von OCEAN7 in die Bordkasse von Herbert Buchner, Eigner der Reinke S11 KIORE MOANA.


ocean7-foto des monats

11

Liebe OCEAN7-Leser, haben auch Sie auf einem Ihrer Törns ein außergewöhnliches

Foto geschossen? Schicken Sie es an uns! Bei Veröffentlichung als Foto

des Monats zahlt Ihnen OCEAN7 150 Euro in die Bordkasse für Ihren nächsten

Törn. Bitte denken Sie daran, dass nur Fotos ab 300 dpi Druckqualität haben.

redaktion@ocean7.at


12 foto YVONNE KIENESBERGER

Segeln zu den

Vulkanen

Tropea in Kalabrien und Palermo auf Sizilien als Ausgangspunkte

für Chartertörns zu den Äolischen Vulkaninseln. Das bietet Sunsail

jetzt ganz neu in seinem Programm an.

Tropea (Foto rechts) an der südlichen tyrrhenischen Küste gehört

zu den schönsten Städten Kalabriens. Sehenswürdigkeiten

der Stadt reichen bis in das 16. Jahrhundert zurück. Von der

Stadt aus überblickt man kristallklares, tiefblaues Wasser und

kilometerlange weiße Sandstrände. Die Sunsail-Basis liegt in

der Stadtmarina und ist idealer Ausgangspunkt für Törns zu den

Äolischen Inseln oder nach Sizilien.

Palermo (Foto oben) ist der zweite neue Sunsail-Stützpunkt in

Süditalien. Hier, an der Nordwestküste Siziliens, treffen römische,

griechische und arabische Kulturen zusammen. Sizilien ist bekannt

für seine Naturschönheit und den höchsten aktiven Vulkan

Europas, den Ätna. Die Sunsail-Basis ist etwa 30 Kilometer

vom Flughafen Palermo entfernt.

Das Angebot der Sunsail-Flotte wird bestens ausgestattete

Charteryachten von 31 bis 50 Fuß umfassen.

Sunsail verfügt weltweit über eine Flotte von 1.000 Schiffen in

30 Segelrevieren. In Österreich wird Sunsail über ein ausgewähltes

Agenturnetz vertrieben.

www.sunsail.eu

Radln auf Krk

130 Kilometer lang ist der Fahrradweg, der neuerdings zahlreiche

Attraktionen auf der beliebten Touristeninsel miteinander verbindet.

Die Inseltransversale ist beschildert und mit GPS-Daten kartiert worden.

Die Radler durchqueren die schönsten Regionen der Insel Krk: die

Höhlen von Biserujka bei Dobrinje, den Heilschlamm in der Bucht von

Soline, die Seen Jezero und Ponikva, Flüsse und vieles mehr.

www.krk.hr

Lefkas baut aus

Die griechische Marina Lefkas ist zwar erst seit wenigen Jahren in Betrieb,

platzt aber jetzt schon aus allen Nähten. Jetzt werden weitere 600 Meter

Schwimmstege installiert, um die Anzahl der Liegeplätze von bislang 420

auf 640 zu erweitern. Neben den Eigneryachten profitieren davon die Charterunternehmen,

die größere Flotten in diesem beliebten Revier stationieren

können.

www.lefkasmarina.com


Schnorcheln auf

den Bahamas

Master Yachting Deutschland macht es möglich:

Ab sofort können Sunsail-Yachten ab der neuen

Basis in der Conch Inn Marina auf den Bahamas

als reine Bareboat Charter (falls gewünscht mit

Skipper) oder als Flottillenyacht inmitten der

traumhaften Inselwelt der Abacos gebucht werden.

Die Abacos-Inseln – ein Traumrevier für Segler

aller Erfahrungsstufen – bieten geschütztes

Segeln mit kurzen Distanzen zwischen den Inseln

mit malerischen Häfen im Kolonialstil und

langen, weißen Sandstränden. Das Revier ist wie

geschaffen fürs Familiensegeln. Sun Odyssey

36i ab 2.555 Euro/Woche.

www.master-yachting.de

die bahamas gelten

als eines der

schönsten schnorchelreviere

der

welt.

Leuchtfeuerverzeichnisse

2008

Die in Zusammenarbeit mit den Hydrographischen

Instituten der Mittelmeerländer und

Großbritanniens seit 10 Jahren erarbeiteten

Leuchtfeuerverzeichnisse Mittelmeer sind jetzt

wieder mit den Ausgaben 2008 erschienen.

Die Änderungen des Jahres 2007, jeweils ca.

200 Neu-Installationen oder Berichtigungen,

wurden in die aktuellen Ausgaben eingearbeitet.

Nachträge werden jeweils nach amtlicher

Veröffentlichung der Berichtigungen in den Notices

to Mariners der hydrographischen Dienste

der Mittelmeerländer und Großbritanniens im

Internet unter www.leuchtfeuerverzeichnismittelmeer.de

in der Weise veröffentlicht, dass

sie kostenlos heruntergeladen und in das Verzeichnis

eingeklebt werden können.

news revier

13

AYC - neue Basis in Krvavica

besonderes angebot: Chartern ohne kaution

Das Adria Yacht Center hat neben seinem Stammstützpunkt in Vodice eine zweite Basis

in Krvavica (nahe Baska Voda) eröffnet. Die seit Jahren bestehende qualitätsvolle Betreuung

der Gäste und Schiffe soll auch hier fortgesetzt werden. In der Flotte finden sich

viele Boote für den gepflegten Familientörn (z.B. Bavaria 50 oder Sun Odyssey 45) wie

auch für den anspruchsvollen Segler (First 47.7 oder Elan 434 impression).

www.ayc.at


14 TexT und foTo clemens lackner


REVIER

15

SONNE, RUM

UND BARRAKUDAS

Die andere Karibik. Unberührte Natur, kilometerlange, menschenleere Sandstrände, Ursprünglichkeit

und freundliche Menschen. Fernab vom Massentourismus trifft man tagelang auf keine einzige Yacht.

Chartern auf Kuba ist noch ein besonderes Abenteuer.

Havana

VARADERO

nueva gerona

Cayo Largo

CienFuegos

SANTIAGO

DE CUBA

Atlantischer

Ozean

Karibisches meer

HAITI

DOM. REP.

JAMAICA


16

stilvoll. Die Marina mit dem Club Cienfuegos im Hintergrund. Ausgangspunkt

für den zweiwöchigen Segeltörn an Kubas Südküste.

elegant. Ein Zuckerbaron ließ sich einst die edle Villa Rocha in Cienfuegos

erbauen. Heute dient sie als staatlich geführtes Restaurant.

In Varadero nehmen wir die erste

Hürde: den kubanischen Zoll. Drei

Stunden werden wir und unser Gepäck

überprüft. Alleine das Wort

„waterproof“ löst eine genauere Untersuchung

unseres Fernglases aus. Aber es

gibt noch mehr an verdächtigem Equipment

bei uns zu finden. Die mitgebrachten

Seekarten, eine umfangreiche

Fotoausrüstung, GPS, ein Handfunkgerät,

Laptop, Handheld­PC, Ladegeräte,

Medikamente und jede Menge

Bücher über Kuba. Rund ein Dutzend

Zöllner kümmert sich um uns. Sie alle

sind ausgesprochen höflich

und sehr korrekt, aber penibel.

Endlich dürfen wir den

Flughafen verlassen. Unser

GPS und das Handfunkgerät

sind konfisziert. Das Handfunkgerät

werde ich gegen

eine kleine Gebühr von 30 Euro bei der

Ausreise wiederbekommen, das GPS

bleibt für immer auf Kuba.

Der neunsitzige Transferbus ist klimatisiert,

der Fahrer ein Routinier auf

Kubas Straßen, der den gewaltigen

Schlaglöchern geschickt ausweicht.

Fahrräder, Eselkarren, Reiter, PKW

und LKW nutzen gemeinsam die Autobahn.

Als wir spät – kurz vor Mitternacht –

in Cienfuegos eintreffen, plagt uns ein

starkes Verlangen nach einem Mojito.

Der Club Cienfuegos, gleich neben der

permanent bewachten Marina, lockt

mit lauter Musik. Am Eingang werden

wir, da wir ja als Touristen leicht zu

Egal, wir schlucken den Ärger

zu Beginn unseres Kuba-

Törns hinunter und geniessen

die Fahrt nach Varadero.

erkennen sind, sofort eingelassen. Die

Drinks sind wunderbar, die Küche ist

allerdings schon geschlossen.

Wer kennt Che Guevara?

Der nächste Morgen vergeht mit Einkaufen

in Cienfuegos. Wir wechseln

unsere Euros im nahe gelegenen Hotel

in konvertible Pesos, die offizielle

Touristenwährung. Die kubanischen

Pesos sind den Einheimischen vorbehalten.

Die Marina bietet eine Auswahl

an wichtigen Lebensmitteln und Gütern.

In der Stadt gibt es Supermärkte,

in denen Touristen und Kubaner mit

Touristenpesos einkaufen können. Das

Angebot in den Supermärkten ist sehr

variabel, die Preise sind europäisch.

Bei den kleinen und verstreuten

Marktständen in der Stadt

treiben wir Obst und Gemüse

auf. Wir nehmen, was wir

finden und vernünftig lagern

können, und beschließen, am

nächsten Tag Richtung Cayo

Largo auszulaufen.

Als wir wieder auf unserem Boot sind,

besuchen uns die kubanischen Behör­

Kuba – Wissenswertes

Währung

Der kubanische Peso ist die Währung der Einheimischen und wird von

den Kubanern untereinander sowie auf den vielen kleinen Märkten

verwendet. Der konvertible Peso gilt in Restaurants, in Touristengeschäften

und -supermärkten, in denen auch Kubaner mit dem konvertiblen

Peso bezahlen müssen. Die Preise haben europäisches Niveau. In den

Supermärkten, die ausschließlich ausländische Produkte führen, erhält

man vieles, aber nicht alles. Spanischer Wein kostet zwischen 6 und

9 Euro die Flasche.

KontaKte

Kuba ist kommunistisch und vielerorts bemüht, dass Kubaner und Touristen

keinen zu engen Kontakt haben. Ausgenommen Marinapersonal

und Behörden ist es Kubanern verboten, Yachten zu betreten.


evier

17

angenehm. So viel Platz bei einem Anlegemanöver

wie auf Cayo Largo erlebt man selten.

den. Passkontrolle, ein paar Fragen,

wo wir hinwollen, warum wir in Kuba

sind – einem Zöllner sticht die Postkarte

mit dem Konterfei von Che Guevara,

die ich im hotel gekauft habe, ins Auge.

er fragt mich auf englisch, ob ich weiß,

wer das ist. Ich nicke und antworte: „Che

Guevara.“ er erwidert: „er ist unser

held.“ Ich sehe ihn an und sage: „Viele

bei uns in europa kennen Che Guevara

und seine Geschichte.“ Der junge Mann

lächelt, die Beamten trinken noch ein

Glas Orangensaft, das war es schon.

Den Abend wollen wir noch mit Adi

Platten, dem Chef der Charterfirma, in

der Villa Rocha verbringen. ein Zuckerbaron

ließ einst diese edle Villa erbauen.

heute dient sie als staatlich geführtes

Restaurant.

Carmen Iznaga, eine alte, Zigarren rauchende

Dame und offensichtlich ein kubanisches

Original, singt und spielt auf

dem Klavier. Neben ihr lehnt ihr Gehstock.

erinnerungen an den Buena Vista

Social Club.

Frischer Fisch

und spanischer Wein

Am nächsten Morgen, nach dem Besuch

der Behörden und nachdem Carlos, unser

Skipper und Fremdenführer, noch

zwei große Kühlboxen mit eis an Bord

verstaut hat, laufen wir nach Süden

Richtung Cayo Largo aus.

Nachdem wir die vorgelagerten Inseln

hinter uns gelassen haben, macht Carlos,

der früher bei der kubanischen Marine

war, einen kleinen Abschneider durch

das Sperrgebiet der Schweinebucht. Auf

der Karte ragt dieses Sperrgebiet weit in

Richtung offenes Meer hinaus, Carlos

steuert weiter westlich, das spart uns

viel Zeit und außerdem können wir den

günstigeren Kurs unter Segeln laufen.

Ohne Carlos hätten wir uns das nicht

getraut.

Kurz bevor wir zu einer kleinen Insel

kommen, in deren Leeseite wir heute

Nacht ankern wollen, lasse ich noch

hundert Meter Schleppleine von meiner

Rolle laufen. Knapp fünf Minuten später

beißt ein kapitaler Barrakuda an. Nachdem

wir geankert haben, wird der schön

metallisch glitzernde Raubfisch zubereitet.

Während in weiter Ferne Blitze

aus Gewitterwolken schießen, genießen

wir unseren ersten selbst gefangenen

kubanischen Fisch zusammen mit ein

paar Gläsern spanischem Rotwein.

Schwimmende Schmetterlinge

und der Sturm

Am nächsten Tag machen wir unsere

ATheNA 38 vor Cayo Largo am vorgelagerten

Riff an einer Boje fest, um ein

wenig zu schnorcheln. Die Unterwasserwelt

ist faszinierend. Wir beginnen

die Fische anzufüttern. Innerhalb einer

Minute brodelt das Wasser von gelben

und blauen Fischleibern. Inmitten des

Schwarms fühlen wir uns wie in einer

anderen Welt. In einer Unterwasserwelt,

in der Fische wie Schmetterlinge

umherflattern.

kein Mensch. Nur weisser Sand,

warmes Wasser, Seesterne und

riesenmuscheln – ein Traum

von Karibik.

Wir bemerken, dass schwarze Wolken

aus Nordosten aufziehen. Schnell türmen

sie sich zu einer gewaltigen, bedrohlich

wirkenden Wand auf. Nach

15 Minuten und auf halbem Weg in die

Marina auf Cayo Largo bricht die Sintflut

über uns herein. Der Wind peitscht

die Regenflut quer über das Wasser und

frontal gegen uns. Das Meer ist glatt.

Die Fetch war zu kurz, um eine Windsee

aufzubauen. Nach 15 Minuten ist

die sturmartige Warmwasserdusche so

schnell vorbei, wie sie gekommen ist.

Nur dreimal in diesen knapp zwei Wochen

vor Kuba wird es regnen, was uns

sehr erstaunt, schließlich ist Regenzeit.


18

locker. Das Leben der Kubaner spielt sich auf der Straße ab.

Eine Garageneinfahrt dient als Friseursalon und Treffpunkt.

betagt. Carla, die 60 Jahre junge Schildkröte, begeistert die Besucher der

Schildkrötenzuchtstation auf Cayo Largo.

Kurz bevor wir den Kanal zur Marina

erreichen, drehen wir bei und lassen

den Anker fallen. Die Luft ist angenehm

„gewaschen“ und wir genießen das

Abendessen.

Früh am nächsten Morgen laufen wir

die Marina von Cayo Largo an. Wir

sind anscheinend die einzige Segelyacht.

So viel Platz bei einem Anlegemanöver

erlebt man im Mittelmeer selten.

Die Schildkrötenzuchtstation ist das

absolute Highlight von Cayo Largo.

10.000 Schildkröten schlüpfen hier

jährlich unter der Obhut des Menschen

und werden nach einer Woche an den

Strand gebracht und in die weite Welt

entlassen. Einige Exemplare verschiedenen

Alters, darunter eine 60 Jahre

„junge“ Wasserschildkröte, werden in

Becken gehalten.

Auf dem Weg zurück zum Boot treffen

wir auf einen Einheimischen, der mit

einer langen Stange Kokosnüsse vom

Baum stößt. Mit einigen Hieben köpft

er geschickt mithilfe einer Machete ein

paar am Boden liegende Nüsse und

reicht sie uns zum Trinken. Köstlich!

Private Restaurantes werden immer mehr

– Oma kocht, Mama serviert, Papa öffnet das

Bier und die Kinder bereiten den Nachtisch

Ankern ist eine

tolle Sache

Nach dem obligatorischen Besuch dreier

Uniformierter laufen wir aus und verbringen

den restlichen Tag unmittelbar

vor einem Strand der vielen Cayos vor

Anker. Weit und breit kein Mensch außer

uns, weißer Muschelkalksand und

warmes Wasser, Seesterne und Riesenmuscheln

– ein Traum von Karibik.

Bis jetzt hatten wir immer ausreichend

Wind zum Segeln. Die Maschinen brauchen

wir nur, um zu ankern. Jedes Ankermanöver

zwischen Riff und Insel ist

ein wahres Vergnügen. Der feine weiße

Sand aus Muschelkalk bietet ausgezeichneten

Ankergrund; in den zwei Wochen,

in denen wir unterwegs waren, genügte

stets ein Versuch: Der Anker hielt immer

beim ersten Mal. Bleibt man innerhalb

des Riffgürtels, ist das Meer ruhig

wie ein See. Für die Fahrten nahe der

Cayos eignet sich ein Katamaran natürlich

besonders, aber auch ein Monohull

ist bei gründlicher Navigation innerhalb

der Riffe kein Problem.

Auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit

treffen wir auf ein

Fischerboot. Freundlich winkt uns die

etwa 20 Mann starke Besatzung. Wir

legen bei und nach kurzer Zeit wechseln

eine Flasche Rum und fünf Langusten

sowie einige Eimer Crash-Eis den

Besitzer.

Die Pirateninsel

Die Einfahrt nach Nueva Gerona ist ein

Flussarm, an dessen Ufern die Einheimischen

fischen. Sie stehen dabei mit

den Netzen im Wasser. Alle sehen uns

mit neugierigen Blicken nach, die Kinder

winken und rufen; auf Kuba ist man

als Tourist noch kein Massenereignis.

Direkt hinter den Anlegestellen der

großen Fähren finden wir einen Liegeplatz.

Diesmal erscheint neben den

Beamten noch ein Mann in blauem Arbeitsanzug

und groben Arbeitsschuhen.

An einer Leine führt er einen Hund.

Der stöbert in allen Ecken, läuft aufgeregt

zwischen den Kabinen umher und

hat nach kurzer Zeit unser schwimmendes

Heim als sauber befunden.

Carlos kennt hier eine Familie, die in

der Calle 37, Hausnummer 2613, ein

privates Restaurant, die Villa Margarita,

betreibt. Die Familie Garcia kümmert

sich herzlich um uns. So wie die Villa

Margarita gibt es mittlerweile einige private

Lokale in ganz Kuba. Sie bieten den

Gästen ein heimeliges Ambiente und

die Chance, einen echten kubanischen

Haushalt kennenzulernen. Oma kocht,

Mama serviert, Papa öffnet die Bierdosen

und die Kinder pflücken einstweilen

das frische Obst für den Nachtisch von

den Bäumen im Garten.

Im Süden der Insel befanden sich früher

die Verstecke vieler berühmter Piratenkapitäne

und ihrer Mannschaften.

Von der Isla de la Juventud starteten sie

ihre Kaperfahrten oder sie lockten die

schwer mit Gold beladenen spanischen


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20

rHytHmus. Musik à la Buena Vista Social Club. In jeder Bar Livemusik.

Trinidad ist touristisch mehr erschlossen als Cienfuegos oder Nueva Gerona.

VergangenHeit. Blick vom Museum in Trinidad. Koloniale Bauten beherrschen

das Stadtbild. Und noch heute allgegenwärtiges Thema: die Revolution.

Galeonen mit falschen Leuchtfeuern

auf die Riffe und raubten sie aus.

Einkaufen

mit dem Pferdegespann

Wir mieten uns zum Einkaufen eines der

vielen Pferdegespanne. Ausgestattet mit

einem Einkaufszettel lenkt der Kutscher

sein Gefährt durch die Straßen. Kreuz

und quer lernen wir so das gesamte

Städtchen kennen. Manchmal hält er

bei einem Haus, geht hinein und kommt

mit ein paar Eiern, einer Melone oder

Kartoffeln wieder. Nach drei Stunden

ist unser Einkauf komplett. Wir zahlen

einen Bruchteil dessen, was wir in einem

Supermarkt zahlen würden, geben dem

Kutscher noch ein saftiges Trinkgeld

und bunkern unsere Schätze.

Leguane und Langusten

Auf dem Weg nach Cayo Largo möchte

uns Carlos noch einige Sehenswürdigkeiten

zeigen, die normal für Touristen

nicht zugänglich sind. Wir wissen längst,

dass man mit Englisch auf Kuba nicht

weit kommt, und freuen uns, dass wir

uns entschieden haben, einen Kubaner

mitzunehmen. So manchen Kontakt

und manche Begegnung mit Einheimischen

hätte es ohne ihn nicht gegeben.

Mit dem Pferdegespann

fahren wir

einkaufen und geniessen

gleichzeitig eine

Rundfahrt.

Mit dem Schlauchboot setzen wir zu

einer Insel über, auf der sich eine Leguan-Zuchtstation

befindet. Drei Männer

begrüßen uns. Sie leben ein einfaches,

bescheidenes Leben in Abgeschiedenheit.

Alle drei Wochen werden sie abgelöst.

Um den Weg abzukürzen, beschließt

Carlos, mitten durch eine Cayokette

zu fahren. Die Fischer stecken sich mit

Stangen Wege durch die flachen Gewässer,

um schneller zu ihren Fanggründen

zu gelangen. Auf handelsüblichen

Seekarten findet man diese Wegweiser

nicht. Ein bisschen mulmig wird uns

schon, als das Wasser immer flacher und

die Fahrrinne immer schmaler wird.

Wir gleiten mit leise laufenden Motoren

ganz langsam durch den Dschungel der

Cayos.

Nach zwei bis drei Kabellängen erreichen

wir die andere Seite der Cayos.

In der Ferne sehen wir einen flachen

Pfahlbau mitten im Wasser stehen. Wir

halten darauf zu und eine halbe Stunde

später trinken wir mit drei Fischern

Kaffee. Diesmal zeigt uns Carlos eine

Langusten-Fangstation. Die Fischer der

Umgebung bringen ihre gefangenen

Langusten hierher, dann werden die

Tiere nach Größe sortiert und in Unterwasserkäfige

gegeben. Alle paar Tage

kommt ein Schiff zur Station und nimmt

Medizin

Die medizinische Versorgung an Land ist ausgezeichnet. Für Segler gilt

aber: eine mobile Schiffsapotheke mit den notwendigsten Medikamenten

für Kopfschmerzen, Durchfall etc. ist sinnvoll. Kuba ist nicht so dicht

besiedelt wie die dalmatinische Küste. Wer im Sommer reist: Mückenschutzmittel

nicht vergessen. Am besten fragt man seinen Apotheker,

welches Mittel für die Tropen geeignet ist. Die in Kuba erhältlichen

wirken sehr gut, sind aber nicht überall zu bekommen.

RestauRants

Sehr zu empfehlen sind die privaten Restaurants, die sich im reinen

Familienbetrieb um ihre Gäste kümmern. Meist werden den Touristen

von Einheimischen auf der Straße solche Restaurants empfohlen.

Ein Versuch schadet nicht.

Alle Kubaner nehmen mit Freude Trinkgeld – auch für Kleinigkeiten. Kein

Wunder, verdient ein Kubaner doch nur rund 17 Euro im Monat. Wer es

mit dem Trinkgeld übertreibt, ist selbst schuld.


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Einsatz. Freundliche

Besatzung eines Fischerbootes.

den begehrten Fang mit, der dann an

Land an die verschiedenen staatlichen

Restaurants verteilt wird. Wie bei jedem

Besuch bedanken wir uns mit einer Flasche

Rum. Auch die drei Fischer lassen

sich nicht lumpen und versorgen uns

mit Meeres-Spezialitäten.

Angriff der Blutsauger

Die Dämmerung bricht herein, als wir

wieder Richtung Cayo Largo unterwegs

sind. Delphine spielen um unsere

Rümpfe, zischen zwischen den Bügen

hin und her und begleiten uns rund eine

halbe Stunde. Wir liegen auf dem Netz

und können uns gar nicht sattsehen.

Aber ein verheerender Fehler wird uns

für einige Nächte die Ruhe rauben. Wir

kommen einer der Cayos etwas zu nahe

und urplötzlich überfallen uns Schwärme

von Moskitos. Wir können gar nicht

schnell genug unsere offenen Luken

schließen, schon brechen die Blutsauger

zu Hunderten über uns herein. Es

wird drei Nächte dauern, bis wir die stechende

Begleitung wieder loswerden.

Nach zehn Stunden Fahrt laufen wir

am Vormittag in Trinidad ein.

Kubanische Rhythmen

Trinidad ist touristisch mehr erschlossen

als Cienfuegos oder Nueva Gerona. In

jedem Lokal spielt Livemusik, alle paar

Meter fragen Einheimische, ob man

Fotos, Zigarren oder Schmuck kaufen

möchte oder ob sie uns ein gutes Privatrestaurant

vermitteln sollen.

Jedes Lokal hat seinen eigenen Charme,

nur die Speisekarte ist fast überall

gleich. Die Preise sind, was die Höhe

betrifft – wie übrigens in ganz Kuba –

eindeutig europäisch. Ein Kubaner

verdient extrem wenig Geld, erhält allerdings

Lebensmittelmarken, die den

Bedarf an Grundnahrungsmitteln abdecken.

Das ist der Grund, warum wahrscheinlich

nirgendwo auf der Welt so

viele Akademiker als Kofferträger oder

Kellner arbeiten. Wer in der Touristik-

Branche einen Job bekommt, kann sich

glücklich schätzen – er verdient wesentlich

mehr an Trinkgeldern, als er Lohn

bekommt. Wechselgeld sollte man auf

jeden Fall immer kontrollieren, auch

wenn das hübsche junge Mädchen noch

so zuckersüß lächelt. Aber dafür ist Kuba

eines der sichersten Länder in der Karibik.

Von brutalen Überfällen auf Touristen

hört man sehr selten.

Äußerst zu empfehlen ist in Trinidad

der Besuch des Museums. Neben der

Ausstellung zum allgegenwärtigen Thema

Revolution zeigt das Museum viele

Artefakte über die Zeit als Kolonie und

den feudalen Lebensstil der Herrscherschicht.

In der Nähe des Museums bietet

sich die Bar La Canchanchara zum

Rasten an.

Nach zwei Tagen und Nächten in Trinidad

treten wir die Heimreise in den

Heimathafen unserer Yacht an. An der

Festlandküste entlang darf man nicht

einfach anlegen wie bei den Cayos oder

Inseln. Der Hafenmeister des Hafens,

von dem das Schiff ausläuft, muss vorher

informiert werden und seine Erlaubnis

geben. Die Angst der Behörden, dass

Kubaner die Yacht benutzen, um außer

Landes zu gelangen, ist spürbar. Kubaner,

außer Marinepersonal, dürfen weder

das Hafengelände noch die Schiffe

betreten. Wir haben auf jeden Fall immer

vermutet, dass die „Blaumänner“

mit ihren Hunden eher Kubaner als

Drogen gesucht haben.


evier

23

individuell. Auf Kuba ist man als Tourist

noch kein Massenereignis. Besonders

Segler finden hier noch Ursprünglichkeit.

EinrEisE

Normalerweise haben Touristen bei der Einreise keine besonderen Kontrollen zu

befürchten. Uns hat es leider erwischt, wobei unser segeltechnisches Equipment

so große Aufregung verursachte, dass die Grenzkontrolle rund drei Stunden

dauerte.

sEEkartEn

Seekarten mitzunehmen ist nicht notwendig. Die Yachten von Adi Platten hatten

alle ausgesprochen detaillierte Karten an Bord, auf denen auch die Einfahrten

durch die Riffe mit genauen Gradangaben für die Durchfahrt sehr gut eingezeichnet

waren, und alle Platten-Yachten haben GPS.

sprachE

Wer Spanisch spricht, hat eindeutig Vorteile, nur wenige Kubaner sprechen Englisch.

Eine Lösung ist ein kubanischer Skipper, man könnte auch Fremdenführer

sagen, der Land und Leute kennt und durch das niedrige Lohnniveau auch leistbar

ist. Unser Skipper war eigentlich Mädchen für alles und hat uns den Törn sehr

vereinfacht. Außerdem war er ein super Kumpel.


24

TexT und foTo bernHArD SCHreglMAnn

wasserwandern

iM süden frankreichs

Der Canal du Midi in Südfrankreich bietet eine einzigartige Möglichkeit,

der Hektik des Alltags zu entfliehen.

hilfsbereiT. Jede Schleusenanlage ist mit

einem Schleusenwärter besetzt.

Mag sein, dass ein Hausboot

für einen eingefleischten

Motorbootfahrer ein etwas

langweiliges Image

hat. Mag auch sein, dass eine Hausbootreise

nichts ist für Menschen, die ein

volles Urlaubsprogramm suchen.

Wer sich allerdings auf einen Hausboottörn

auf dem Canal du Midi in Südfrankreich

einlässt, hat die Garantie für

ein außergewöhnliches und vielseitiges

Erlebnis. Hier kann man sich wirklich

„fallen lassen“ und in eine andere Welt

eintauchen. Eine Welt auf einer künstlichen

Wasserstraße und entlang einer

nicht enden wollenden Platanenallee.

Schon die Vorbereitungen auf die Reise

versetzen einen in eine andere Welt:

Toulouse, das spektakuläre Weltkulturerbe

Carcassonne, südfranzösische kulinarische

Spezialitäten, das Mittelmeer,

Weinberge, Sonnenblumenfelder und,

und, und.

All das steht dem Wanderer auf dem

Wasser offen. Der Canal du Midi ist

eines der „klassischen“ Hausbootreviere

der Welt. Zu verdanken haben die Franzosen

dieses Meisterstück der Ingenieurkunst

dem 1609 in Béziers geborenen

Pierre-Paul Riquet. Er hat mit Engagement

und Hartnäckigkeit erreicht, dass

ab dem Jahr 1667 eine künstliche Verbindung

zwischen Mittelmeer und dem

Atlantik geschaffen wurde. Der Kanal


REVIER

25

FLEXIBEL. STRECKENANGABE. Dieser demontierbare Bei jeder Schleuse Windgenerator

hängt fi nden am sich Spifall metergenaue über dem Distanzangaben

Vordeck.

bis zur nächsten Anlage.

CARCASSONNE. Die gewaltige Burganlage wurde in

das Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen.

Meisterstück der

Ingenieurkunst des

17. Jahrhunderts.

GEMÜTLICH. Das Schleusen ist auch für

Laien nicht allzu schwer.

Atlantischer

Ozean

Bordeaux

Toulouse

Carcassone

Spanien

BÉZIErs

SETÉ

Mittelmeer

Weltkulturerbe Carcassonne

Die Stadt Carcassonne wird beherrscht von einer imposanten Burganlage, die wohl einzigartig in

Europa ist. Deshalb wurde die Anlage auch in die Liste des Weltkulturerbes der Unesco aufgenommen.

Zehntausende Besucher pro Jahr bewundern die Anlage, deren guter Zustand überrascht.

Das ist allerdings auf sehr weitreichende Wiederaufbau- und Sanierungsmaßnahmen zu Beginn

des 19. Jahrhunderts zurückzuführen.

Die Burgstadt selbst liegt auf einer Anhöhe und erlaubte durch die Jahrhunderte die Kontrolle von

Handelswegen zwischen Atlantik und Mittelmeer. Verschiedene Funde deuten auf die Existenz einer

Niederlassung schon im 6. Jahrhundert v. Chr. hin. Die Römer errichteten im 3. Jahrhundert n.

Chr. einen von Türmen fl ankierten Mauerring. Um 1100 wurde das heutige Grafenschloss errichtet.

Innerhalb der Burgstadt bilden seine Mauern ein Rechteck, das von fünf Türmen und einem trockenen

Graben beschützt wird. Die ehemals hölzernen Hürden wurden im 19. Jahrhundert teilweise

rekonstruiert. Das Eingangstor verschlossen zwei Fallgatter und eine eisenbeschlagene Tür,

die von verschiedenen Personen bedient werden mussten, um Verrat zu verhindern.

So wurden im Laufe der Jahrhunderte weitere Teile hinzugefügt, bis das jetzige gewaltige Ausmaß

der Anlage erreicht wurde. Faszinierend ist, dass es sich bei der Festungsanlage quasi um ein befestigtes

Dorf handelt, mit Geschäften, Lokalen und einer gotischen Kathedrale. Das ist auch heute

noch so. Der Besucher kann innerhalb der Festung in Hotels wohnen und dort auch einkaufen.

Innerhalb der Festung gibt es dann noch eine eigens befestigte Burg, die durch die Jahrhunderte

der letzte Zufl uchtsort vor Belagerungen war. Von diesen gab es genug, denn Carcassonne war in

dieser Zeit Grenze zwischen Frankreich und Spanien. Mit der Verlegung dieser Grenze nach Süden

verlor die Burg auch ihre Bedeutung und begann zu verfallen. Erst mit der erwähnten Rekonstruktion

konnte diese Entwicklung gestoppt werden.

Die Kulisse ist heute noch imposant, nicht nur bei Tag, sondern auch bei Nacht, wenn die Mauern

und Türme im Scheinwerferlicht erstrahlen. Carcassonne auszulassen wäre in jedem Fall ein

großer Fehler.


26

bequem. Der Nachwuchs genießt das „Kinderzimmer”

zum Lesen und Spielen.

190.000 Platanen säumen

den künstlichen Wasserweg.

führt von der Mittelmeerküste bei Port

Cassafieres bis Toulouse. Dort befindet

sich die Wasserscheide. Wer dem gesamten

Weg folgen will, kommt dann in

den Canal de Garonne und schließlich

über die Garonne in die Biskaya.

Heute hat die Wasserstraße ihren

Zweck als „Abkürzung“ für den Frachtverkehr

zwischen Mittelmeer und Atlantik

weitgehend verloren. Doch ein

anderer Wirtschaftszweig hat sich des

Kanals bemächtigt: der Tourismus. Und

zwar eine sehr sanfte Form des Tourismus.

Hausboote folgen heute dem Lauf

des Kanals, der von 190.000 (!) Platanen

gesäumt wird. Rund 160 Kilometer lang

ist die Strecke zwischen Port Cassafieres

und Castelnaudary in der Nähe von

Toulouse.

Die Hausboote von Crown Blue Line

oder Connoisseur sind aber nicht nur

für eingefleischte Bootfahrer verfügbar.

Das Revier ist ganz ohne Bootsführerschein

befahrbar. Wissen über das

Führen eines Bootes, Manöver und

Knotenkunde sind dennoch von Vorteil,

denn zwischen den beiden Orten warten

immerhin 64 Schleusen, da sollte

man schon wissen, wie man schnell und

sicher eine Leine am Poller oder auf der

Klampe belegt.

Auch bei der Auswahl des Schiffes sollte

man einige Dinge beachten. Grundsätzlich

ist es besser, ein Boot zu buchen,

das für mindestens zwei Personen mehr

ausgelegt ist, als tatsächlich Reisende

an Bord sein werden. Und noch etwas

ist wichtig: Das Schiff sollte unbedingt

über eine Flybridge verfügen. Gibt es

nur einen Innensteuerstand, versäumt

der Schiffsführer nicht nur viele Eindrücke

des Kanals, sondern hat, besonders

in den Schleusen, auch einen wesentlich

schlechteren Überblick.


evier

27

wasserfall. Bei höheren Stufen und Schleusentreppen

sieht man sich einem wahren „Wasserfall”

gegenüber.

Mikrokosmos

auf dem Wasser

Der Kanal schlängelt sich entlang der

Weinberge, durch malerische Orte und

wunderbare Hügellandschaften. Oft

ist man (künstlich) hoch oben über der

Umgebung und überfährt auf Aquädukten

andere Wasserwege, mal liegt

der Wasserweg eingebettet inmitten der

Naturlandschaft.

Da die Höchstgeschwindigkeit acht Kilometer

pro Stunde beträgt, gibt es auf

dem Wasser keine Hektik, kein nervöses

Motorengeheul und keine riskanten

Überholmanöver. Jedes Boot tuckert

gemütlich dahin, Gegenverkehr erzeugt

ebenso wenig einen Adrenalinstoß wie

eine Schleuse.

Jede der Schleusen wird von einem

Schleusenwärter (oder einer Schleusenwärterin!)

betreut, der normalerweise

auch in dem dazugehörenden Häuschen

wohnt. Da die Schleusenwärter sich etwas

dazuverdienen dürfen, kann man

hier direkt beim Erzeuger Marmelade,

Honig oder frisches Obst und Gemüse

aus dem Garten erstehen. Manche

Schleusenanlagen sind so liebevoll gepflegt,

dass man sich in einen kleinen

Park versetzt fühlt. Durch die Anwesenheit

des Wärters ist auch garantiert,

dass der Schleusenvorgang erst dann

beginnt, wenn wirklich alle Boote sicher

festgemacht sind.

Nach den ersten Schleusen hat auch ein

ungeübter Laie eine Technik entwickelt,

wie man diese künstlichen Hindernisse

in aller Ruhe bewältigen kann. Apropos

Ruhe: Von 12.30 bis 13.30 Uhr ist überall

Mittagspause! Auch für den Morgen

und Abend gibt es genau festgelegte

Beginn- und Schließzeiten, die je nach

Jahreszeit variieren.

Ein spektakuläres Hindernis ist die

kulinarisch. Was wäre Frankreich ohne seine

lukullischen Genüsse?


28

durch den hügel. Der Canal du

Midi führt sogar durch einen Tunnel.

Schleusentreppe Fonserannes in Béziers,

die gleich über sieben Stufen verfügt,

wobei eine davon inzwischen stillgelegt

ist. Sie ist auch Touristenattraktion und

so kann es leicht passieren, dass man

während der Passage von einer Autobusladung

Interessierter begleitet wird.

Komfortable Schiffe

ohne Krängung

Die Schiffe selbst sind schwimmende

Ferienhäuser, mit Schlafzimmern,

Sanitärräumlichkeiten, Küche und

Wohnzimmer. Auf der Flybridge oder

im Vorschiff hat man seine eigene Sonnenterrasse

und auch die Infrastruktur

an Bord ist vertraut. Die Trinkwassertanks

reichen für viele Tage, Strom gibt

es ebenfalls genug an Bord. Für Segler

ungewöhnlich ist, dass es keine Krängung

gibt. Aufgrund fehlenden Schwells

liegt man immer völlig ruhig und sicher,

selbst bei starkem Seitenwind. Faszinierende

Erkenntnis: Ein volles Glas

steht auch nach zwei Stunden Fahrt und

mehreren Schleusen noch immer dort,

wo man es hingestellt hat.

Und noch einen wesentlichen Unterschied

gibt es zum Törn auf dem Meer

oder einer üblichen Wasserstraße: Man

kann jederzeit und an jedem Ort am

Ufer festmachen. Entweder wird das

Schiff an einer der Platanen festgebunden

oder mittels der am Bord befindlichen

Festmacher-Eisen fixiert. Damit

steht auch einer Mittagspause in romantischem

Rahmen unter dem Blätterdach

der alten Bäume nichts im Wege.

Wer Wert auf historische Stätten legt,

ist auf jeden Fall gut beraten, einen

Tag in Carcassonne zu verbringen. Die

Stadt, deren gigantische Burganlage als

Unesco-Weltkulturerbe eingestuft wurde,

ist eine unglaubliche Kulisse und ein

Blick in die Vergangenheit. Kaum eine

andere Burganlage Europas kann mit

einer solchen Größe und einem so guten

Erhaltungszustand aufwarten. Das liegt

auch daran, dass Anfang des 19. Jahrhunderts

umfangreiche Wiederherstellungs-

und Renovierungsmaßnahmen

eingeleitet wurden, die den Verfall der

Burganlage stoppten.

Um all die wunderschönen Plätze entlang

des Canal du Midi entdecken zu

können, empfiehlt es sich, One-Way zu

fahren. So hat man auch ausreichend die

Möglichkeit, die kulinarischen Genüsse

Südfrankreichs zu genießen. Denn davon

hat das Land wahrlich genug, das

beginnt am Morgen mit knusprigen

Croissants und endet abends mit frischem

Fisch oder heimischen Spezialitäten

des Languedoc.


evier

29

Infobox

Buchung

Das Schiff der Testcrew wurde beim österreichischen Anbieter Terramarin (www.

terramarin.com) gebucht. Es handelte sich um eine Tango Salsa Elite (14, 2 Meter)

des Charterunternehmens Crown Blue Line, das für acht Personen (plus zwei

im Salon) ausgerichtet ist und über einen Innen- und einen Außensteuerstand verfügt.

Beim Start gibt es eine kurze Einweisung durch das Personal. Das Schiff war

mit einem Bugstrahlruder (wichtig!!) ausgerüstet. Leinen, Rettungswesten etc. sind

an Bord. Fender und Leinen sind fix montiert, ebenso wie starke Scheuerleisten.

An Bord gibt es lediglich einen Drehzahlmesser sowie einen Kompass. Navigationsgeräte

sind nicht notwendig.

Führerschein

Ein Schiffsführerschein wird nicht verlangt. Dennoch ist es empfehlenswert, sich

vorher mit der Handhabung eines Schiffes vertraut zu machen. Vor allem bei

den Schleusen ist es wichtig, manövrieren zu können und auch Kenntnisse der

wichtigsten Knoten zu haben. Zwar sind die Schiffe auf fehlendes Können der

Fahrer durch massive Scheuerleisten und fixe Fender ausgerichtet, deutliche

Spuren an manchen Schiffen und Schleusen zeugen jedoch von einem oft wenig

professionellen Umgang.

touristenattraktion. Die Schleusentreppe Fonserannes

bei Béziers verfügt gleich über sieben Stufen.

anreise

Die Anreise muss selbstständig organisiert werden. Entweder benützt man das

Auto (1.500 Kilometer!) oder den Zug. Die Testcrew buchte einen Flug München

– Toulouse – München. Von dort ging es per Zug weiter nach Béziers, wo ein

Marina-Taxi bereitstand. Nach der Ankunft in Castelnaudary ging es wieder per

Zug nach Toulouse zurück.

Preise und VerPFlegung

Sowohl im Startort Port Cassafieres als auch in den Dörfern entlang des Kanals

kann man sich mit Lebensmitteln eindecken (zum Teil in schwimmenden

Geschäften). Touristenramsch und Souvenirs gibt es entlang der Strecke nicht, da

die Dörfer nicht auf Touristen ausgerichtet sind. Das generelle Preisniveau in Frankreich

empfindet ein Österreicher als exorbitant, sowohl in Restaurants als auch in

Supermärkten. Selbstversorgung an Bord kann hier beim Sparen helfen. Allerdings

kann man dann die kulinarischen Highlights Südfrankreichs in den Restaurants

nicht ausreichend genießen.

entlang des Kanals kann man überall

ohne Probleme festmachen.

liegegeBühren

Liegegebühren fallen entlang des Kanals keine an, da man jederzeit überall am

Ufer anlegen kann. Die wenigen „Marinas” sind kostenpflichtig, allerdings nur

dann, wenn sie von einem Konkurrenzunternehmen betrieben werden. In den

eigenen Stützpunkten ist der Liegeplatz kostenlos, ebenso wie die Benützung der

Sanitärräume. Die persönliche Hygiene ist durch die extrem großen Wassertanks

der Schiffe und permanentes Warmwasser während der gesamten Reise

gewährleistet.

canal du Midi

Vor der Eröffnung des Canal du Midi musste mit dem Schiff der lange und

beschwerliche Weg rund um Spanien genommen werden. Die Reise erforderte

hochseetaugliche Schiffe, die auch dem atlantischen Wetter standhalten konnten.

Vor der spanischen Küste war man oftmals mit dem Problem der Piraterie konfrontiert.

Zudem musste die von Spanien kontrollierte Straße von Gibraltar passiert

werden, was – je nach politischer Lage – schwierig oder kostspielig war. Die

Distanz von der französischen Atlantikküste bei Bordeaux zur Mittelmeerküste bei

Sète beträgt 450 km Luftlinie, der Seeweg rund um Spanien beträgt 2.970 km.

Eine Verbindung zwischen der französischen Atlantik- und Mittelmeerküste war

auf natürlichem Weg schon zur Hälfte gegeben: Die Strecke von Toulouse bis zum

Atlantik war auf dem Fluss Garonne und seinem Mündungsarm, der Gironde, mit

Schiffen befahrbar. Im Herbst 1667 begannen die Arbeiten am eigentlichen Kanal

bei Toulouse. Bereits vier Jahre später war der 52 Kilometer lange westliche Teil

des Kanals zwischen Toulouse und dem Scheitel bei Naurouze fertig gestellt und

ging in Betrieb, 1674 führte der Kanal bereits bis Castelnaudary. Am 24. Mai 1681

wurde der Canal du Midi feierlich eröffnet. Weitere Ausbauarbeiten wurden noch

bis Dezember 1682 fortgeführt.


30

TexT HARALD HübNER FoTo DäNISCHES TOuRISmuSbüRO

torlauf

in die „südsee”

Ostsee – Traum oder Albtraum für Segler? Die Reportage „Torlauf auf See” im letzten OCEAN7 hat

eine Flut an Reaktionen ausgelöst. Stellvertretend dafür diese Liebeserklärung von Harald Hübner an

das Revier, die paradiesische Inselwelt rund um Fünen, auch „dänische Südsee” genannt.

land- (gesprochen: Smoland) Fahrwasser

angrenzt (Astrid-Lindgren-Leser

werden es kennen), ist wunderschön

– bei gutem Wetter! Ist das Wetter

schlecht, wie es der Crew passiert ist,

muss die Route angepasst werden. In

der „dänischen Südsee“ gibt es viele Alternativen

– bei fast jedem Wetter. Fast

… da wir hier oben durchaus schon einmal

„einwehen“ – wie wir das nennen.

Hier fährt kein einheimischer Segler bei

solchem Wetter in den Guldborg Sund,

sondern wartet ab oder fährt andersherum.

Es würde auch kein vernünftiger

Schiffer in der Adria bei „schwarzer

Bora“ auslaufen und Schiff und Mannschaft

gefährden – oder? In fast jedem

Revier gibt es spezifische Erscheinungen

und Ausnahmeerscheinungen.

Auf beides muss man sich als Schiffer

einstellen, vorbereiten und reagieren.

Befremdend fand ich die Kritik an

der Menge der Fahrwasserkennzeichnungen.

Zum einen waren der Autorin

die 163 Seezeichen verteilt auf 32 Meilen

zu viel, zum anderen beklagt sie sich,

dass sie „wenn überhaupt, (nur) alle ein

bis zwei Seemeilen aus dem Nichts“ auftauchen.

Das durchfahrene Gewässer ist

eines der schwierigsten überhaupt, eine

Ausnahme in der überwiegend leicht zu

navigierenden Ostsee. Unsere dänischen

Nachbarn haben sich ausgesprochen viel

Mühe gegeben und enorme Kosten auf

sich genommen, damit wir dieses Fahrwasser

trotz seiner Enge und geringen

Tiefe sicher mit unseren Yachten passiejung

und alT. Spielplätze in jedem Hafen

und kurze Etappen sind ideal fürs Segeln mit

Kindern. unterwegs begegnen dem Segler

immer wieder klassische Schönheiten.

in der letzten Ausgabe berichtete

OCEAN7 unter dem Titel „Torlauf

auf See“ vom Stress durch die zahlreichen

Seezeichen und das schlechte

Wetter bei einem Törn durch die Ostsee.

Die Reportage klingt wie die Rache

am Revier von einer bedauernswerten

Crew, die viel Pech hatte und persönlich

den sich selbst gestellten Aufgaben

nicht gewachsen war.

Bedauernswert – ja! Aber wenn man

in einen Fuchsbau hineinkriecht, kann

man sich nicht beklagen, dass es da drin

eng und dunkel ist, und anschließend

den ganzen Wald dafür verantwortlich

machen.

Die Ostsee ist ein phantastisches Segelrevier!

Nicht ohne Grund hatte schon

der Kaiser seine Yachten in Kiel liegen.

Ich selbst kenne die Ostsee seit ca. 25

Jahren von den Planken kleinerer und

größerer Segelyachten. Ich habe großes

Verständnis für die Ängste, die die Crew

durchlebt hat. Muss aber sagen, dass sie

selbst schuld ist. Der Törn war offenbar

von vornherein falsch geplant. Bei

der Planung, sowohl länger- als auch

kurzfristig, sind immer vier Aspekte

zu berücksichtigen: Kompetenz und

Leistungsfähigkeit der Crew, Leistungsfähigkeit

des Schiffes, Eigenarten und

Gefahren des Reviers und das Wetter.

Der Guldborg Sund, der an das Små-


service

31

ganz im norden. Dünenlandschaft und ein ehrwürdiger, eingesandeter Leuchtturm

bei der Künstlerkolonie nahe Skagen.

stimmungsvoll. Paddelboot-Tour zwischen den Reusen der Fischer, wie hier vor

der Insel Langeland.

ren können. Ohne diese Zeichen wäre

dies in keiner Weise möglich.

Beeindruckend fand ich die Aufforderung,

dass, „wer in der Ostsee nicht

auf Grund laufen will, (..) sattelfest

im Lesen von Karten und Seezeichen

sein“ sollte. Das ist nun wirklich keine

ostseespezifische Forderung, sondern

gute Seemannschaft und gilt meines

Erachtens für jeden Schiffer auf jedem

Revier!

Bei der Beschreibung der navigatorischen

Probleme kam mir ein Satz

meines Großvaters in den Sinn: „Wenn

der Bauer nicht schwimmen kann, dann

liegt das an der Badehose.“

Ich kann Wenigseglern nur ans Herz

legen, vor jedem Törn die Grundlagen

der Navigation und nautischen Gesetzeskunde

noch einmal aufzufrischen.

Das gilt für Segeltörns in der Adria

genauso wie für solche auf der Ostsee.

Jeder Tagestörn muss vom Schiffer so

vorbereitet werden, dass nicht „plötzlich

zwei rot gestrichene Dreiecke an

Land“ auftauchen und den Navigator

in hektische Panik versetzen. Oder

der Navigator fassungslos feststellen

muss, dass ein Fahrwasser eine definierte

Richtung hat (definiert durch

das fälschlich als „Umkehrzeichen“

benannte Symbol, falls die regelmäßige

Ausrichtung in Richtung Hafen nicht

zweifelsfrei gewährleistet ist), nach der

sich richtet, wo die Steuerbord- und

damit die grüne Seite des Fahrwassers

ist.

Die Dänen aufgrund einer möglicherweise

nicht ganz ungerechtfertigten

Zurechtweisung der Crew durch den

Brückenwärter von Nykøbing (gesprochen:

Nüköbing) als unfreundliche,

brüllende Gesellen darzustellen,

ist ungerecht. Ich kenne die Dänen

im Allgemeinen als sehr nette, weltoffene

und hilfsbereite Menschen, deren

Gelassenheit der österreichischen in

nichts nachsteht! Wenn der Germane

aus einem österreichischen Skilift fällt

und einen riesigen Stau verursacht,

wird er sicher auch nicht nur die österreichische

Gelassenheit zu spüren

bekommen – oder?

Gefreut hat mich jedoch, dass der Autorin

die Schönheit und Beschaulichkeit

des Reviers nicht ganz entgangen ist.

Die kleinen Fischer- und Yachthäfen,

die gemütlichen Holzhäuser im nordischen

Stil und die kleinen Hübschheiten

der dänischen Städtchen. Hinzu

Skippertraining

kommen tolle Ankerbuchten, Fisch

einkaufen vom Kutter oder ausgezeichnete

Restaurants, dänische Pølse essen

(so etwas wie „Hot Dog“) oder das leckere

dänische Eis lecken.

Das Revier der westlichen Ostsee

ist nicht gefährlicher als

andere Reviere, in denen

zumeist die Gefahrstellen

nicht einmal markiert

sind. Jeder, der

sich zutraut, einen

Törn in der felsigen

Adria oder in der

von Riffen durchzogenen

Karibik zu

segeln, sollte auch nicht

vor einem Törn in der

Ostsee zurückschrecken.

Der Autor dieser Geschichte, Harald Hübner,

ist Kapitän, Dipl.-Wirtsch.-Ing. für Seeverkehr

und lebt in Kappeln an der Schlei.

Als Vorbereitung für einen Ostseetörn bietet sich selbstverständlich, wie auch für

Törns in anderen Revieren, ein Skippertraining an. An seinem neuen Stützpunkt in

Kappeln an der Schlei bietet Ecker Yachting jetzt auch im Norden sein seit vielen

Jahren erfolgreiches Skippertraining an. Aufgrund des Berichtes „Torlauf auf See”

wurde der Inhalt des Trainings erweitert und den Besonderheiten des Reviers

angepasst. So werden „sicheres Befahren enger Fahrwasser”, „Manövrieren bei

Strömung” und „Verhalten bei Brückendurchfahrt” zusätzliche Komponenten sein.

ostsee@eckeryachting.com


32

TexT und foTos YvOnne KIeneSBerger

südafrika

Reise von kap zu kap

Vielfalt. Atlantischer und Indischer Ozean, Küste, Berge, Steppe, Wälder, Weinbaugebiete,

dazu verschiedenste Bevölkerungsgruppen und 11 Amtssprachen.

Südafrika hat reichlich von allem – und für jeden etwas.


evier

33

WILD. Die Schroffheit der Küste in der südafrikanischen

Provinz Westkap macht die Reise zu einem

unvergesslichen Erlebnis.


34

Republik Südafrika

11 (!) Amtssprachen:

Afrikaans, Englisch, isiNdebele, isiXhosa, isiZulu,

Nord-Sotho, Süd-Sotho, Setswana, Siswati,

Tshivenda, Xitsonga

Hauptstadt: Tshwane/Pretoria

Regierungssitz:

Exekutive: Tshwane/Pretoria

Legislative: Kapstadt

Judikative: Bloemfontein

Staatsform:

Präsidialrepublik mit föderalen Elementen

Staatsoberhaupt und Regierungschef:

Präsident Thabo Mbeki

Fläche: 1.219.912 km²

Einwohnerzahl: 46.880.220 (Stand Mai 2005)

Währung: Rand

Unabhängigkeit: 31. Mai 1910

Schnell kann es gehen, praktisch

von einer Sekunde auf die andere!

Der Tafelberg war gerade

noch da – und jetzt hat er sich

unter einer großen, dichten Wolke

versteckt. Das berühmte Wahrzeichen

von Kapstadt ist von einer weißen

Nebelwand völlig verschluckt worden.

Wir wären nicht in Afrika, wenn es

dafür nicht eine mystische Erklärung

gäbe: Es war einmal ein Pirat holländischer

Abstammung, genannt Van

Hunk, der neben einem guten Profit

seine Pfeife am liebsten hatte. Er verkaufte

dem Teufel seine Seele, um dafür

Reichtümer zu erhalten. Als es ans

Bezahlen seiner Schuld ging, bekam er

es mit der Angst zu tun und bot dem

Teufel ein „Wettrauchen“ an. Wer es

am längsten aushalten würde, seine

Pfeife zu rauchen, der würde als Sieger

aus dem Streit hervorgehen. Der Teufel

wusste offenbar nicht, worauf er sich da

einließ – denn wenn jemand rauchen

konnte, dann war das Van Hunk. Deshalb

ist der Wettbewerb auch heute

noch nicht beendet – und deshalb zieht

noch heute fast täglich die berühmte

(Rauch-)Wolke vom (seither so genannten)

„Devil’s Peak“ her über den

Tafelberg.

Kapstadt

Kapstadt ist nach Johannesburg und

Durban die drittgrößte Stadt Südafrikas.

Seit 2004 ist sie ausschließlicher Sitz des

südafrikanischen Parlaments und die

Hauptstadt der Provinz Westkap.

Zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten

gehört neben dem Tafelberg die

„Waterfront“, die mit Boutiquen, Restaurants

und Museen viel Abwechslung

bietet. Hier kann man nach dem ergiebigen

Shoppen sehr gute Wild- und

Fischkreationen genießen. Abgerundet

mit dem berühmten Wein aus der Gegend,

kommt man bei einem gleißend

roten Sonnenuntergang schnell in Urlaubsstimmung

und beginnt, das südafrikanische

„Savoir-vivre“ zu verstehen.

Natürlich sind an dieser Ecke der Stadt

auch „Touristenfänger“ unterwegs, die


evier

35

arbeit. Direkt an die Vergnügungszeile angeschlossen befindet

sich der große Hafen Kapstadts, in dem ankommende Frachter

gelöscht werden.

vergnügen. Auch bei regnerischem und kaltem Wetter werden nach

einem anstrengenden Alltag im Büro die Segel gesetzt.

besonders Naive kurzfristig auf eine

Wal- oder Haibesichtigungstour mitschleppen

wollen. Darauf sollte man

sich aber nicht einlassen, denn so etwas

muss doch einigermaßen geplant sein.

Kapstadt vorgelagert und ein weiterer

Touristenmagnet ist die ehemalige Gefängnisinsel

Robben Island, auf der Nelson

Mandela gefangen gehalten wurde.

Wer sie besuchen will, sollte schon zwei,

drei Tage im Voraus die Überfahrt reservieren!

Segeln unterm Tafelberg

Es ist ein Wochentag, es ist kalt, es regnet

in Strömen, selbst der Tafelberg

hat sich unter einer schützenden Wolkendecke

versteckt. Kurz: Es ist wieder

einmal einer dieser Tage, an denen man

gemütlich auf dem Sofa sitzenden Menschen

sehr schwer erklären kann, warum

man segeln gehen will. Da hilft es

auch nichts, dass man davon schwärmt,

wie herrlich es doch wäre, in Kapstadt

mit einem Segelschiff anzukommen

und dann auch noch im königlichen

Yachtclub anzulegen! Mit einem Kopfschütteln

werde ich daher vor dem

Royal Cape Yacht Club abgesetzt. Hier

soll die wöchentliche Clubregatta stattfinden

und ich bin eingeladen worden,

mitzusegeln. Andächtig betrete ich die

mit dunklem Holz ausgekleidete Halle.

Aus einem Büro winkt mir eine Angestellte

zu, ansonsten tut sich nichts.

Nervös schaue ich auf die Uhr. An die

vereinbarte Zeit hatte ich wohlweislich

schon die „südafrikanische Viertelstunde“

addiert, trotzdem ist noch niemand

da. Ob vielleicht doch das Wetter …?

Doch plötzlich geht alles ganz schnell.

Einer nach dem anderen kommen

Männer und Frauen im Business-Outfit

bei der Tür herein, verschwinden für

ein paar Minuten und erscheinen dann

im Ölzeug wieder. Ein älterer Herr

„Long time – no sea?

Welcome at the Waterfront!“

Werbung für das vergnügungsviertel

direkt am meer in kapstadt

hakt sich einfach bei mir unter und

entführt mich auf sein 30 Jahre altes

Segelschiff. Gemeinsam mit der Crew

machen wir es startklar. Als es dann

losgeht, traue ich meinen Augen nicht:

An die 80 Schiffe fahren aus dem großen

Hafenbecken Kapstadts an riesigen

Tankern vorbei auf das offene Meer! Es

ist ein Wochentag, es ist kalt, es regnet

in Strömen – aber die Clubregatta lässt

sich hier keiner entgehen. Direkt vom

Büro hüpft man auf sein Boot. Ich bin

wohl im Paradies gelandet. Schon bei

der Ausfahrt wird mir das Steuer überlassen,

denn das Vorsegel muss noch

gesetzt werden, einer hört am Funk die

Regattaroute ab und ein anderer kümmert

sich um die Verpflegung. Für Minuten

bin ich also alleine am Steuer, bin

stolze Kapitänin auf einem Schiff, das

in der Bucht von Kapstadt segelt!

Hochseesegeln pur!

Gestalten Sie ihren individuellen

Urlaub mit uns:

Ab dem 16.03.2008 Gran Canaria –

Portugal – engl. Kanal – Nordsee.

Tagestörn zur Kieler Woche dem

Segel-Event der Ostsee.

Entspannte

Urlaubstörns in den

Westschären Schwedens,

Ausgangshafen nähe Göteborg.

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36

KÖNIGLICH. Der Yachtclub in Kapstadt wurde schon 1905 gegründet.

TRADITION. Die Clubregatta fi ndet in der Segelsaison jeden Mittwochabend statt.

ATLANT.

Ozean

kapstadt

Simons town

kap der guten

hoffnung

Kap Aghulas

„vom ende der welt aus

kann man nur nach brasilien,

australien oder gar

in die antarktis segeln.“

autorin

Indischer

Ozean

Wie das Abenteuer ausgegangen ist?

Also, welchen Platz wir gemacht haben,

weiß ich nicht, darauf kam es auch

niemandem an. Viel wichtiger war das

Trinken der Flasche Wein auf dem Boot

nach der Regatta. Im völlig durchweichten

Ölzeug wurden da im dämmrigen

Licht Seefahrtsgeschichten erzählt.

Und danach ging es in den Club auf einen

Whiskey, einige Segler hatten sich

dort in der Zwischenzeit in Musiker

und Tänzer verwandelt. Es war einfach

nur zum Wohlfühlen und Träumen,

denn wenn der Südafrikaner von seinen

Segeltörns erzählt, dann ging es nach

Australien, Brasilien oder gar in die Antarktis!

Klar, wo sollte es sonst hingehen

– vom Ende der Welt aus.

Kap der Guten Hoffnung

Das hohe und steile Kliff mit seinem

vorgelagerten Felsstrand liegt neben

Cape Point am Südende der Kap-Halbinsel,

etwa 45 km südlich der nach ihm

benannten Metropole Kapstadt. Es handelt

sich nicht um den südlichsten Punkt

Afrikas (s. Kap Agulhas)! An der Küste

entlang erstreckt sich unter Wasser eine

gefährliche Felsenlandschaft. Die meisten

Felsen befinden sich nur 50 cm bis 3

Meter unter der Wasseroberfläche und

ragen mit ihren Spitzen zu Ebbezeiten

manchmal mehr, manchmal auch gar

nicht aus der Wasseroberfläche heraus.

Hier wird der Atlantik nach einer langen

offenen Fläche plötzlich von Land

abgefangen. Bei schlechter Sicht und

starkem auflandigen Wind (dafür ist die

Gegend berüchtigt) musste dieses Gebiet

zur Hölle für die Seefahrt werden

– wie mehr als 3.000 Schiffswracks am

Meeresgrund rund um die Kaps auch

beweisen.

Umso leichter ist es heute, das Kap zu

erreichen: auf dem Landweg nämlich.

Busladungen voll Touristen werden täglich

hierher gekarrt. Es empfiehlt sich

also, zu einer saisonal ungewöhnlichen

oder zu einer recht frühen Tageszeit

zu kommen. Allerdings befindet sich

das Kap inmitten eines großen Nationalparks,

der nachts für Gäste gesperrt

wird. Schön muss es sein, durch diesen

Park zu wandern. Hier entfaltet sich ungestört

die wundervolle südafrikanische

Flora. Wer sich die Zeit nimmt, wird auf

seinem Ausflug sicher auch auf Wildtiere

wie Affen (Baboons), Zebras oder

Sträuße stoßen. Die Betonung liegt hier

auf „wild“ – auch wenn so ein kleines

Afferl noch so süß dreinschaut, seine

Mutter hat garantiert zentimeterlange

scharfe Zähne!

Der fliegende Holländer

Es gibt ihn wirklich! Glaubt man den

Aussagen von Leuten, die in dieser Gegend

viel auf Schiffen unterwegs sind,

dann fährt der „Fliegende Holländer“

noch immer Unheil bringend in der

Gegend um das Kap herum. Die letzte

dokumentierte Sichtung geht auf 1959

zurück, aber auch heute noch könnte

man dem verfluchten Schiff begegnen.


evier

37

01 falsch. Vom Kap der Guten Hoffnung

aus sieht man direkt auf Cape Point.

Dahinter liegt die „False Bay”, so

genannt, weil viele von Osten kommende

Schiffe im Sturm meinten, sie hätten

das Kap schon umrundet und daher

nach Norden fuhren – und schiffbrüchig

in der Bucht landeten.

02 leicht. Heutzutage erreicht man das

Kap ganz leicht auf dem Landweg

– gemeinsam mit vielen anderen

Touristen.

03 schwer. Brodelndes Wasser macht

eine Kapumrundung auf dem Seeweg

auch heute noch zum Abenteuer.

01

02 03


38

einsam. An der südlichsten Spitze Afrikas weist ein alter Leuchtturm den Schiffen

den Weg um das Kap.

frech. Es kommt schon mal vor, dass sich die Pinguine auf Nahrungssuche in

die nicht weit entfernten Villen begeben.

„Wer sein auto startet,

sollte vorher einen

blick darunter werfen,

ob da nicht ein pinguin

sein schläfchen hält!“

Autorin

Darauf befinden sich der untote Kapitän

und seine Mannen. Meistens versuchen

sie, an ein anderes Boot heranzukommen,

um Post an ihre Angehörigen

aufzugeben. Nimmt man

diese Post an, so ist man selbst

verflucht (ganz abgesehen

davon, dass die Angehörigen

schon sehr lange nicht

mehr leben dürften). Das

Schiff ist ein Phänomen: Es

kann gegen den Wind sowie

bei Flaute und sogar rückwärts

segeln! Schuld an dem ganzen

Drama soll der Kapitän selbst gewesen

sein. 1641 segelte Van der Decken

für die Ostindische Handelskompanie.

Auf dem Weg um das Kap zog einer

der berühmten Stürme auf. Tagelang

kämpfte das Schiff, konnte aber keine

Meile gutmachen. Nach vielen Tagen

im Sturm stellte sich Van der Decken

im Bug in den Wind, fuchtelte wütend

mit seiner Faust in der Luft herum und

schrie, er würde immer so weiterkämpfen

– und wenn es bis zum jüngsten Tag

dauern würde. Da kam ein Engel vom

Himmel herab und verdammte ihn und

sein ganzes Schiff ob dieser Blasphemie

zu einem ewigen Segeln im Sturm auf

allen Weltmeeren, „bringing death to all

who sight your ship, and to never make

port or know a moment’s peace.“

Die Pinguine

von Simon’s Town

Nach einem gruseligen Schauer, der angesichts

der gehörig angestiegenen Tagestemperaturen

ganz angenehm war,

wenden wir uns auf unserer Reise etwas

Vergnüglicherem zu – kleinen, watschelnden

Pinguinen nämlich! Brillenpinguine

sind die am weitesten nördlich

lebenden Pinguine, so lebt beispielsweise

eine Kolonie am Boulder’s Beach in

Simon’s Town, an der Ostseite der Kap-

Halbinsel. Ihre vier Arten zeichnen sich

durch schwarze Streifen an den Flanken,

ein charakteristisches schwarz-weißes

Kopfmuster und nackte Haut am Kopf

aus. Die Vögel bleiben das ganze Jahr

über bei ihren Kolonien, Brutzeit und

Mauser sind meist sehr variabel und

recht unabhängig von der Jahreszeit.

Die „Boulders“ sind ganz schön frech!

Während Touristen geradezu entzückt

sind von den kleinen Vögeln im Frack,

stöhnt die Bevölkerung schon unter ihrer

Anwesenheit. Die Pinguine haben

nämlich herausgefunden, dass es bei den

Menschen in ihren Mülltonnen und

Küchen (durch Katzenklappen kom-

Weiterführende Informationen

Royal Cape yaCht Club RCyC (Hauptsaison zwischen Oktober und März)

www.rcyc.co.za

RauCht deR teufel geRade wiedeR mit Van hunk um die wette?

www.capetown-webcam.com

weiteRe gesChiChten, wahRheiten und mäRChen Rund um Cape town gibt es in dem Buch

„Cape town stories” von Madeleine Barnard nachzulesen. OCEAN7 findet: ein wundervoller Begleiter

für die beschriebene Reiseroute!


evier

39

Schwarz-Weiß-Denken

Große Probleme und Unruhen zwischen der weißen

Bevölkerungsminderheit und der schwarzen Mehrheit

beherrschten bekannterweise die Geschichte und

Politik Südafrikas. Die National Party, Partei der

niederländischstämmigen Buren, richtete nach ihrem

Wahlsieg im Jahr 1948 das weltweit geächtete

System der Apartheid ein, das bis kurz nach der Wahl

des gemäßigten Präsidenten Frederick Willem de

Klerk 1990 Bestand hatte. Die Wende in der Politik

wurde durch den jahrelangen Kampf der schwarzen

Bevölkerungsmehrheit unter ihrem politischen Führer

Nelson Mandela erreicht.

Die Apartheid verschwand Schritt für Schritt aus der

Verfassung und ermöglichte so die ersten für alle

Bewohner freien Wahlen am 27. April 1994. Der

ANC errang einen überwältigenden Wahlsieg und

ist seitdem die Regierungspartei. Nelson Mandela

wurde zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes

gewählt und erhielt zusammen mit de Klerk den

Friedensnobelpreis.

01

men die Vögel direkt ins Haus) einiges

an gutem Fressen gibt. So ist es auch

nicht ungewöhnlich, dass man mal wieder

so einen Vogel mitten in der Stadt

über die Straße watscheln sieht.

Hermanus und Gansbai

Jedes Städtchen an der Küste hat sein

eigenes Tier adoptiert. Das wir um die

Weihnachtszeit unterwegs sind, merkt

man auch schnell an der Weihnachtsbeleuchtung.

Da blinkt schon einmal

ein bunter Pinguin von einer Hauswand

oder Wale ziehen ein Boot, auf

dem der Weihnachtsmann sitzt. Was

der Pinguin für Simon’s Town, ist der

Glattwal für Hermanus. Ein Anhalten

an der Küstenstraße ist da Pflicht

(der Südafrikaner nimmt die Staus mit

Humor, hat er es doch an sich nie sehr

eilig). Es ist ein herrliches Gefühl, die

Wale zu sehen, und aufgeregt stehen da

Touristen neben Einheimischen – oft

mit ausgestrecktem Finger auf eine

Fontäne in der Nähe deutend. Fazit:

Hermanus zur Wal-Paarungszeit ist

eine Reise wert. Mit im Gepäck sollte

allerdings unbedingt ein Fernglas sein

– oder man bucht am besten gleich eine

Bootstour zu den großen Säugetieren.

Wieder ein Stückchen weiter liegt dann

Gansbai, das sich dem White Shark Diving

verschrieben hat (ja, es gibt hier

Hai-Weihnachtsbeleuchtung, die wirkt

aber eher gruselig). In der Februar-Ausgabe

von OCEAN7 wurde ja schon ausführlich

über einen solchen Tauchgang

berichtet.

Kap Agulhas

Dann ist es geschafft. Wir stehen am

südlichsten Punkt Afrikas, dem Kap

Agulhas. Es wurde 1488 erstmals von

Bartolomeu Diaz erreicht. Cabo das

Agulhas ist portugiesisch für „Kap

der Nadeln“. Vermutlich gaben ihm

die Seefahrer den Namen wegen der

zahlreichen Felsen und Riffe in der

Gegend. Deshalb und wegen des Aufeinandertreffens

verschiedener Meeresströmungen

gelten die Gewässer um

Kap Agulhas als sehr gefährlich. Weiße

Gischt stürmt wild an den Strand, am

Himmel treiben schwarze Wolken und

der Wind nimmt ständig zu. Gemütlich

ist es wirklich nicht an diesem Kap, an

dem der Indische auf den Atlantischen

Ozean trifft. Da ist es gut, dass man sich

schnell in eines der vielen kleinen, aber

ausgezeichneten Fischrestaurants setzen

und im Trockenen auf alle tapferen Seefahrer

anstoßen kann.

02

Trotz der Aufwärtstendenzen gibt es noch immer sehr

große soziale Probleme. So werden Schwarze auch

nach dem Ende der Apartheid meist immer noch

weitaus schlechter bezahlt als Weiße. Große Teile der

Bevölkerung leben in Townships außerhalb der Städte,

in denen der Lebensstandard auch heute noch sehr

niedrig ist, während die reichen Einwohner des Landes

(nach wie vor vorwiegend Weiße, mittlerweile auch

zunehmend Schwarze) in abgeschlossenen Wohnsiedlungen

leben, die oft von Stacheldrahtzäunen,

Alarmanlagen und Sicherheitspersonal umgeben sind.

01 gefährlich. Kap Agulhas präsentiert

sich der Autorin stürmisch und wild.

02 übertrieben. Können Weiße sich

wirklich nur hinter Zäunen aus Rasierklingen

sicher fühlen?


40

die Laser-Klasse

hat mit dem australischen

jungstar

Tom Slingsby

(23) ein neues

Zugpferd.

Goldenes Verdienstzeichen

für Alfred Zellinger

Er ist Sanierer und Banker. Schriftsteller und Musiker. Und er ist begeisterter

Segler: Dr. Alfred Zellinger wird am 14. März 2008 das Goldene Verdienstzeichen

des Landes Wien überreicht. Zellinger hat den traditionsreichen, 1828

gegründeten Klavierhersteller Boesendorfer aus der Verlustzone geführt

und für den heutigen Weltmarkt fit gemacht. Seine tiefe Leidenschaft aber

gilt der Kunst und der See. Am Traunsee segelt er mit seiner klassischen

Schönheit ISABELLA, einem liebevoll restaurierten Schärenkreuzer, nach

seiner Tochter benannt. In der Adria liegt seine KATAWA, eine elegante und

superschnelle Grand Soleil 46.3, mit der er auch an Regatten teilnimmt.

OCEAN7-Lesern ist Dr. Alfred Zellinger als Autor von Reportagen mit dem

besonderen literarischen Touch bekannt.

Abschied von Heinz Ambrosi

Er war ein Pionier des Segelsports in der Adria – Kapitän Heinz Ambrosi auf seiner AKOS.

Am 10. Februar starb er auf seinem geliebten Schiff überraschend an einem Herzinfarkt.

Kapitän Ambrosi wurde 64 Jahre alt. Er gilt für viele als Inbegriff der Freude am Wassersport

und der perfekten Seemannschaft. Von 1977 bis 1981 leitete er seine eigene

Charterflotte in der Adria. Für den MSVÖ war er Prüfer für die Fahrtbereiche 2 und 3. Seit

1988 führte er auf seiner AKOS zahlreiche Prüfungstörns durch.


news people

41

Prominente Unterstützung für

sunshine4kids

Bobby Schenk wird sunshine4kids ab 2008 als Schutzpatron

begleiten. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht,

Kindern und Jugendlichen, die sich in einer schwierigen

Lebenssituation befinden, durch kostenlose Segelferien

ihre Lebensfreude zurückzugeben und neue Perspektiven

aufzuzeigen. In Kooperation mit dem Verein Mirnomore

(www.mirnomore.org) aus Österreich startet

Sunshine4Kids erstmalig mit 15 Segelyachten, die von

Master Yachting kostenfrei zur Verfügung gestellt werden,

bei der Friedensflotte im September 2008.

www.sunshine4kids.de

Frank Stracke bei Navico

Nach acht Jahren erfolgreicher beruflicher Tätigkeit bei Eissing/

Raymarine arbeitet Frank Stracke ab sofort für die Navico GmbH in

Schleswig. Der deutsche General Manager Nils Thoss freut sich über

diese Verstärkung seines Teams. Frank Stracke wird sich im Südosten

Deutschlands, Österreich und Slowenien um den Vertrieb aller

Marken unter dem Dach von Navico (B&G, Simrad, Lowrance, Eagle

und Northstar) kümmern sowie Händler und Werften betreuen.

www.navico.com


42

ocean7-experten

stehen rede & antwort

Teil 1. Wie koche ich bei schwerem Seegang? Welchen Unterwasseranstrich sollte ich verwenden?

Was muss ich beim Einklarieren laut Seemannschaft beachten? Die interessantesten

Leseranfragen an unsere Experten werden im Magazin mit Antwort abgedruckt.

Schreiben Sie uns einfach an redaktion@ocean7.at, mit dem jeweiligen Stichwort im Betreff. Wir leiten Ihre Fragen an die Experten weiter!

OCEAN7-Kochexperte

hubert Schieber (Carpe Diem, Salzburg)

„Über den Rauchgenuss zum Hochgenuss der Freiheit auf

dem Meer!” In den besten Restaurants, in denen ich tätig war

und bin, ist es üblich, dass den Gästen nach dem Mahl ein erstklassiger

Whisky und erlesene Zigarren angeboten werden. Nur:

Erlesene Zigarren aus Havanna zu bekommen, das war einmal nicht

so einfach. Es gab fliegende Händler, die mehrere Wochen in den Zigarren

produzierenden Ländern unterwegs waren, dort Zigarren einkauften und

in Österreich mit dementsprechendem Aufschlag wieder verkauften.

Einer meiner langjährigen Zigarren-Lieferanten hatte noch etwas Entscheidendes:

nämlich 3 Yachten, stationiert in Marmaris in der Türkei. Als wir wieder einmal nach einem

abgeschlossenen Zigarrengeschäft zwecks Qualitätskontrolle eine Davidoff Nr. 3 genossen,

fragte er mich, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm und seiner Freundin eine Woche in der Türkei

einen kleinen Segelausflug zu unternehmen. Er würde mich einladen und als Gegenleistung

sollte ich mich um die Verpflegung kümmern. Als Landratte willigte ich mit einem etwas

mulmigen Gefühl ein, aber schon ab dem ersten Törntag war meine Begeisterung nicht

mehr zu bremsen. Ich entwickelte eine große Leidenschaft für das Segeln. Es sprach

sich unter den Seglern schnell herum, dass wenn ich mit an Bord war – egal welche

Wind- und Wetterverhältnisse herrschten – es immer erstklassiges Essen

und Menüs bis zu vier Gängen an Bord gab. Ich segelte 1.000 Meilen Ecker

Cups, machte Atlantiküberquerungen, war einige Monate segeln in der

Karibik und fuhr viele, viele weitere Segeltörns – immer vereint mit

kulinarischem Genuss.

STiChwOrT: KOChEN

OCEAN7-Experte für

Seemannschaft, Navigation und

Ausbildung Mag. Martin Kempf

( www.segeln.co.at)

Ich bin ein leidenschaftlicher Segler, habe mit 12 Jahren den A-

Schein am Neusiedler See gemacht und bin seither vom Segeln nicht

mehr losgekommen. Folgerichtig habe ich meine Leidenschaft zum Beruf

gemacht und betreibe seit vielen Jahren meine eigene Segelschule.

Ein Standort (für die Binnenausbildung) befindet sich am Neusiedler See.

Für die Seefahrtsausbildung steht eine eigene Schulyacht zur Verfügung.

Mittlerweile habe ich natürlich die Segel- & Motorbootscheine für alle

Fahrtbereiche und noch viele andere einschlägige Zertifikate und

Zeugnisse. Ehrenamtlich bin ich für die beiden Dachverbände ÖSV

und MSVÖ als Prüfer tätig.

OCEAN7-Ausrüstungsexperte

Thomas Palmetshofer

(www.palmetshofer-nautic.at)

Mit 14 Jahren baute ich mein erstes Segelboot im Keller meines

Elternhauses. Schon in meiner Jugendzeit habe ich einige alte Segelyachten

restauriert (teilweise komplett neu ausgebaut, usw.). Gemeinsam

mit meiner wundervollen Frau Heidi gründete ich unsere Firma für

Bootszubehör und Yachthandel in Luftenberg. Es entwickelte sich seit

unserer Firmengründung ein sehr freundschaftlicher Kontakt zwischen

uns und unseren Kunden, die zum Teil ihre Schiffe selber bauen und

hauptsächlich aus dem Blauwasserbereich kommen. Seit nunmehr

fünf Jahren haben wir unseren Schwerpunkt daher in Richtung

Langfahrt verlegt. Wir betreiben ein Segel- sowie Riggingservice

und verkaufen Bootselektronik inklusive Montage im ganzen

Mittelmeer.

STiChwOrT: AuSrüSTuNg

STiChwOrT: SEEMANNSChAfT


people

43

OCEAN7-Unterwasserund

Farbenexperte Thomas Zeller

(International Farbenwerke, Börnsen, Deutschland)

Ich bin in Lübeck an der Ostsee aufgewachsen und hatte von jeher eine Vorliebe

für Wasser, das Meer und für Schiffe. Schon früh entstand der Wunsch, einmal Kapitän

zu sein – was sicher nicht ungewöhnlich für ein Kind an der See ist. Mit dem Eintritt in die

Oberstufe (ich war damals 17) bestand das Bedürfnis, in den Sommerferien Geld verdienen

zu wollen, aber andererseits wollte ich auch etwas von der Welt sehen. Den entscheidenden Tipp

erhielt ich von einem Mitschüler, dessen Vater zur See fuhr. Eine Lübecker Reederei stellte mich

als ungelernte Deckskraft (Decksmann) für die Sommerferien ein und ich fuhr auf einem 1599 BRT

Containerschiff eine Reise von Hamburg nach Israel und zurück.

Diese erste Reise war entscheidend für meine Berufswahl: Kapitän. Meine Ausbildung begann ich bei

einer Bremer Reederei und fuhr als Offiziersassistent auf einem VLCC (Rohöltanker, 365 m lang), Gastankern

und Stückgutschiffen. Nach zwei Jahren begann ich mein Studium an der Seefahrtsschule in

Hamburg (Fachhochschule Hamburg, Fachbereich Seefahrt). Am Ende des Studiums schrieb ich eine

Diplomarbeit zum Thema Antifouling. Dann begann meine Zeit als Schiffsoffizier: Endlich angekommen!

Verantwortlich auf der Brücke eines Schiffes. Bedingt durch den Wunsch, den Sohn aufwachsen

sehen zu wollen und ein Familienleben zu führen, und durch die nicht mehr vorhandene

Seefahrerromantik entstand dann der Wunsch, eine Beschäftigung an Land zu finden. Im Jahre

1992 übernahm ich bei International die Kundendienstleitung der Yachtfarben, was die

Verantwortung für die Technik einschloss. Wieder erfolgten zahlreiche Weiterbildungstermine,

konzernintern, aber auch extern. Viele Jahre habe ich die technische Infoline

für International bedient. Seit 2006 bin ich Verkaufsleiter und verantwortlich für

den Bereich Retail in Deutschland.

STiChwOrT: FArbEN

OCEAN7-Wetterexperte

Otto Lustyk

Ich bin am 26.10.1940 in Wien geboren. Nach der Absolvierung

meiner 15-monatigen Militärzeit war ich sieben Jahre bei der

Firma Philips als Radio- und Fernsehtechniker tätig. Da mein Interesse

der Fliegerei und Meteorologie galt, trat ich 1967 bei der Flugsicherung

in Schwechat beim Flugwetterdienst ein. Nach mehreren Schulungen übte

ich die Tätigkeit bei der Wetterberatung als Berater bis zu meiner Pensionierung

im Jahre 1999 aus. Zwischendurch legte ich die Prüfung für die Studienberechtigung

ab und besuche seit drei Jahren die Uni mit Vorlesungen für

Geologie. Mein Hobby ist nach wie vor die Meteorologie und seit sieben Jahren

erstelle ich für die Segelschule Kempf während der Segelsaison meine

Prognosen für den Neusiedler See (mit relativ guten Erfolgsquoten, wie

ich den diversen Feedbacks entnehmen kann). Außerdem erstelle ich

Wetterberichte für Regattacrews für Fahrtenregatten. Ich besitze

seit vielen Jahren den Segelschein A und B.

STiChwOrT: wETTEr

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44

TexT YvONNE KIENEsBERgER FoTos svEN KIENEsBERgER, sIMONA hÖllERMANN

VorsichT. Ein österreichisches

Damenteam ist auf dem Weg, die

internationale Matchrace-szene

aufzumischen.

racing girls

Matchrace-Damenteam. Zum Abschied von René Mangold lud BMW zu einem Rennen auf die

ÖAMTC-Teststrecke in Melk. Dabei durfte natürlich auch das neue BMW-Damenteam nicht fehlen.

OCEAN7 traf die Mädels zu einem „schnellen” Interview.

V

erena glaubte zuerst an

ein Spam-Mail, als sie

eine Nachricht von einem

Scheich in ihrem Posteingang

fand. Und dann musste alles

ganz schnell gehen: „Die Ute war gerade

am Atlantik unterwegs – und eine

Kollegin war beruflich verhindert.“

Glücklicherweise erinnerte sie sich an

Simona, die sie in Hamburg (damals

als Gegnerin) kennengelernt hatte.

Die war sofort mit dabei und brachte

Stephanie mit ins Team. Getroffen

hat man sich dann erst am Flughafen

in Wien – auf dem Weg nach Bahrain

zum ersten gemeinsamen Wettkampf.

Auf dem Boot war es trotzdem so, als

würde man schon ewig miteinander

segeln. „Bei uns ging es vom ersten

Augenblick an harmonisch zu und –

was ja auch ganz wichtig ist – wir hatten

eine Menge Spaß!“ Wer welche

Position fährt, wer welchen Handgriff

macht, das war allen von Anfang an

klar – ohne groß darüber zu diskutieren.

Es waren eben auch Profis,

die sich da gefunden hatten. Alle vier

Mädels bringen eine langjährige Erfahrung

auf dem Wasser mit, die einen

im Wettkampfsegeln in der Jolle, die

anderen im Fahrten(regatta)segeln.

Ganz schön zeitintensive Geschichte,

wenn man bedenkt, dass alle das Segeln

in ihrer Freizeit betreiben und

voll beruflich tätig sind. „Leider können

wir vom Segeln nicht leben – noch

nicht?“, lachen die vier verschmitzt.

Die BMW-Damen sind vom Matchracen

begeistert. „Es ist wie Schach


people

45

AEZ RÄDER

aez-wheels.com

01 02

am Wasser. Man muss sich mit den

Regeln beschäftigen und die dann

zu nutzen wissen – für sich und gegen

die anderen!“ Es fahren immer

zwei Boote gegeneinander, die Disziplin

ist also sehr publikumswirksam,

weil sie leicht zu verstehen ist. „Man

sieht gleich, wer vorne ist. Penaltys

werden sofort am Wasser vergeben.“

Das macht die Sache natürlich auch

anstrengend, weil man in Sekunden

entscheiden muss, welches Manöver

jetzt wohl am günstigsten wäre.

Äußerste Konzentration von der gesamten

Crew ist gefordert, denn die

muss die Kommandos der Steuerfrau

Verena sofort durchführen – wenn

nicht sogar vorausahnen. „Oft handeln

wir nur aus einem Reflex heraus.“

Jeder einzelne Charakterzug der

Mädels trug schließlich zum beachtlichen

Erfolg in Bahrain bei (sie gewannen

sechs von elf Wettfahrten):

Stephanie Breitenstein ist die Älteste

im Team und bringt auch den größten

Erfahrungsschatz aus dem Fahrtenseglerbereich

in die Mannschaft

mit ein. Mit ihren vielen gesegelten

Seemeilen hat sie einiges an Tipps

und Tricks im Päckchen mit dabei.

Steuerfrau Verena Wagner führt das

Team stark und gelassen in den Wettkampf.

Abends sitzt sie oft noch lange

über ihren Aufzeichnungen. Ihre

Schwester Ute Wagner ist der große

Organisator im Team. Als „Bugkatze“

behält sie dabei, aber auch während

der Wettfahrten den Überblick. Die

recht quirlig und aufgedreht wirkende

Simona Höllermann ist schließlich

01 Schnell. Nicht nur auf dem Wasser, auch auf

der Rennstrecke machen die Mädels eine gute

Figur.

02 einig. Man hat sich gesucht und gefunden.

(man glaubt es kaum) der Ruhepol

an Bord. Vor allem in der Startphase

wirkt sie beruhigend auf die Crew ein –

und behält immer einen kühlen Kopf.

Wie es weitergeht? Zunächst einmal

geht es wieder auf die Autorennstrecke.

Matchracing ist wie

schachspielen, das team

mit der besten taktik

gewinnt.

Die Damen sind eben nicht nur am

Wasser rasend schnell unterwegs! Und

dann werden die nächsten Matchrace-

Teilnahmen geplant. Es gilt ja, den guten

Namen, den man sich in Bahrain

gemacht hat, zu verteidigen.

Matchraces

Beim Matchrace segeln jeweils zwei Yachten

direkt gegeneinander. Die taktische Situation

ist völlig anders als im Fleet Race, wo eine

ganze Flotte gegeneinander segelt. Bereits in der

Vorstartphase ist es einem (auch langsameren)

Boot möglich, das gegnerische zu kontrollieren.

Das taktische Duell steht im Matchrace im

Vordergrund. Viele der bekanntesten Segler sind

Matchrace-Spezialisten.

SOTARA

8,5 x 18 | 8,5 x 20 | 10,0 x 22

TACANA

6,5 x 15 | 7,0 x 16 | 7,0 x 17

8,0 x 17 | 8,0 x 18 | 8,0 x 19

Minimalistisches Design

Maximaler Effekt


46

TexT Ingeborg WaLDInger foTo Yvan ZeDDa, SeLLor, arTe FaCTo, JaCQUeS vaPILLon

SegelmuSeum

der superlative

„Cité de la Voile Éric Tabarly”: Die bretonische Hafenstadt Lorient eröffnet eine Hochburg für Segelfans.

die See zeigte sich von ihrer

rauen Seite, in jener Nacht

vom 12. zum 13. Juni 1998.

Der Oldtimer PeN Duick

(breton. Tannenmeise) befand sich auf

dem Weg von Frankreich nach Schottland,

zu einer Parade historischer Boote.

Die Segelyacht hatte eben ihren 100.

Geburtstag gefeiert. PeN Duick hieß

ursprünglich Yum und war nach Plänen

des schottischen konstrukteurs William

Fife gebaut worden. Seit den 1950er-

Jahren gehörte sie dem französischen

Star-Segler Éric Tabarly. er hatte das

Segelschiff von seinem Vater übernommen,

unter großem Aufwand restauriert

und den modrigen Originalrumpf in

kunstharz nachgebaut. PeN Duick

und Tabarly, das war ein erprobtes, ein

untrennbares Team. Bis zu jenem Törn

im Juni 1998.

Der damals 66-jährige Bretone steuert

seine kultyacht durch die schwere

irische See. es ist 01.00 uhr und an der

Zeit, die Segel zu reffen. Das Bordteam

macht sich ans Werk. möglicherweise

ist Tabarly nur dürftig gesichert. So ist

nun einmal sein Temperament, seine

Philosophie: kompromisslos. Die See

kümmert das nicht. Sie ist weder gnädig

noch gnadenlos, sondern schlicht in

ihrem element. Sie gibt sich einem wilden,

im wahrsten Sinn des Wortes mitreißenden

Tanz hin. Tabarly geht über

Bord. Tage später wird sein Leichnam

von irischen Fischern gefunden.

mythos zu lebzeiten

Éric Tabarly war schon zu Lebzeiten

ein mythos, als Hochseesegler und als

innovativer konstrukteur von Regattayachten.

1964 baute er mit den Architekten

Gilles und marc constantini den

Langstreckensegler PeN Duick ii

(ein ketsch von 13,6 m Länge) und gewann

die einhand-Transatlantikregatta

„Ostar“ von Plymouth nach Newport.

Frankreich feierte seinen Helden mit


people

47

seglerlegende. Éric Tabarly war

auch Marineoffizier und zählte zu den

innovativsten Rennboot-Konstrukteuren.

ausstellung. „Der Mensch und der

Ozean” in der Cité de la Voile.

Pomp, verlieh ihm das Ritterkreuz

der Ehrenlegion. Den zweiten Ostar-

Sieg holte Tabarly 1976 mit PEn

Duick Vi. 1980 brach er mit dem

Trimaran Paul RicaRD den von

charlie Barr 75 Jahre zuvor aufgestellten

Rekord der nordatlantiküberquerung.

Die liste der Regattasiege und Rekorde

ist noch lang. Éric Tabarly prägte den

französischen Segelsport auf Generationen.

Viele Stars gingen durch seine

Schule: alain colas, Olivier de kersouan,

Éric loizeau, Marc Pajot, Philippe

Poupon, um nur einige zu nennen.

Cité de la Voile

Zehn Jahre nach dem Tod des legendären

Seglers wird nun im bretonischen

lorient, auf dem Gelände der

ehemaligen u-Boot-Basis, die „cité

de la Voile Éric Tabarly“ eröffnet. Das

ausstellungs- und Begegnungszentrum

für Profi- und amateursegler

geht auf die initiative der „association

Éric Tabarly“ und „cap l’Orient“

(siehe info) zurück. Der luftigfuturistische

Metall- und Glasbau des

Pariser architekten Jacques Ferrier

gibt sich umweltfreundlich: 150 m 2

Solarzellen produzieren 20 Prozent

des Strombedarfs, eine mit Meerwasser

gespeiste Wärmepumpe sorgt für

thermischen ausgleich, und im „Turm

der Winde“, den ein Steg mit dem

ausstellungsgebäude verbindet, laufen

Windmotoren.

Ein großer Teil des komplexes

(1.500 m 2 ) ist der interaktiven Dauerausstellung

gewidmet, die sich in folgende

Bereiche gliedert:

1) „Der Mensch und der Ozean“: Mythen

und Geschichte der Segelschifffahrt,

wissenschaftliche Segel-Expeditionen,

umwelt. 11 Riesenbildschirme

versetzen den Besucher auf hohe See,

ein virtueller Supersturm sorgt für nervenkitzel.

2) „Segelschiffe“: Typen, konstruktion,

Technik, leben an Bord; viele Modelle,

Spiele, Videos, Materialproben, virtuelles

Steuern eines Seglers.

3) „Segeln“: Grundlagen, Hochseesegeln,

Porträts großer Segler, nautische

Orientierung, Wetterfunk und -vorschau,

Regatta-Spiel mit ferngesteuerten

Modellen. Eric Tabarly ist in allen

Bereichen präsent.

Ein weiterer Saal ist saisonalen ausstel-

spiel. Regattafahren mit

Modellbooten.

Tabarly war schon zu

lebzeiten ein mythos – als

segler und konstrukteur.

lungen vorbehalten. Durch riesige luken

blickt man von hier in den angrenzenden

Reparatur-Hangar der PEn Duicks,

welche am Ponton der cité einen neuen

Heimathafen bekommen haben. Das

Dokumentationszentrum, ein aktualitäts-corner

und ein auditorium bieten

den Rahmen zum fachlichen austausch.

auf hungrige Segler wartet ein Restaurant

mit „World“-küche, auf Souvenir-Jäger

eine Boutique. Die Formel

„Embarquement immédiat“ („Sofort

an Bord“) eröffnet Besuchern der cité

noch die Möglichkeit, im geschützten

Revier der Reede auf modernsten Seglern

(Typ kaidoz 31) das Steuer in die

Hand zu nehmen und diverse Manöver

auszuführen.

Informationen:

Cité de la Voile ériC tabarly (Eröffnung: 5. April 2008)

Base de sous-marins

F – 56323 Lorient Cedex

T: +33 (0)2 97 65 56 56

www.citevoile-tabarly.com

Öffnungszeiten:

April – Juni (außer 5. + 26. Mai 2008) und September:

tgl. 10 – 18 h

Juli, August: tgl. 10 – 20 h

Oktober – Dezember: Montag geschlossen, Di – So tgl. 10 – 18 h

Sprachen (Führungen, Erklärungen): Französisch, Englisch (und für Spezialisten:

Bretonisch)

assoCiation ériC tabarly

www.asso-eric-tabarly.com

Hafenstadt lorient

(Departement Morbihan, Region Bretagne):

www.lorient-tourisme.com


48

Fragen an

den Regatta-

Experten

Sportliches Segeln bewegt ganz

offensichtlich. Taktik, Trimm und Vorrangregeln

sind viel mehr Gesprächsthema,

als wir angenommen haben. Wir möchten

uns herzlich für Ihre vielen Zusendungen an unseren

OCEAN7-Regatta-Experten Christian Binder bedanken! Hier

zwei Anfragen zur Materialwahl:

Gennaker oder Spinnaker? Matthias S. aus Wien hat die

diesbezügliche Qual der Wahl und weiß auch im Detail

nicht, was auf ihn zukommen würde. Zumindest der zweite

Teil der Frage lässt sich recht einfach beantworten: Ein Spinnaker,

der auf Raumschotkursen und vor dem Wind zum

Einsatz kommt, kann nach Luv und somit aus der Abdeckung

des Großsegels geholt werden. Punkto Handling gestaltet

sich vor allem die Halse als schwieriger und bedarf in

der Regel einiger wissender Hände mehr an Bord. Das liegt

zum einen daran, dass zwei Schoten zu bedienen sind, und

zum anderen am Spinnakerbaum, der beim Manöver umgesteckt

werden muss. Der Gennaker, asymmetrisch und

fl acher geschnitten, kann bereits auf Halbwindkurs gesetzt

werden, bringt dafür bei Wind von Achtern wenig Vortrieb.

Am Bugbereich fi x montiert, gestaltet sich das Handling

einfacher, sowohl auf Kurs als auch bei den Halsen. Bei

den Anschaffungskosten halten sich beide Produkte – getreu

dem Motto gleiche Fläche, gleicher Preis – die Waage.

Das Nonplusultra in Sachen Schoten wurde gleich mehrfach

hinterfragt und lässt sich mit Spectra oder Vectran

simpel beantworten. Beide Materialien weisen die geringste

Dehnung und die größte Haltbarkeit aller auf dem Markt

befi ndlichen Taue auf, die Kehrseite der Medaille ist allerdings

der recht stolze Preis. Wer auf 100 % Spectra bzw.

Vectran in den Fasern seiner Fallen besteht, muss in etwa

den drei- bis vierfachen Preis im Vergleich zu Polyestertauwerk

gleichen Durchmessers bezahlen.

Fragen an OCEAN7-Experten? E-Mail an redaktion@ocean7.at!

Spectra Watermakers

Die verschiedenen Modelle der Spectra-Wasseraufbereiter produzieren

zwischen 25 und 153 Liter Frischwasser pro Stunde. Das Prinzip

der Wassergewinnung ist ein ultrafeiner Filterungsprozess, die Umkehrosmose,

bei der kein Trinkwasser gemacht, sondern Meerwasser

entsalzt wird. Das Besondere an Maschinen von Spectra sind die

hochwertigen Clark Pumpen, äußerst effi zient, laufruhig und automatisiert.

Bei diesen Pumpen sind keine Druckeinstellungen mehr

erforderlich. Somit ist die wichtigste Wartungsarbeit an den Spectra-

Systemen das Reinigen und Auswechseln der Vorfi lter, die je nach

den örtlichen Bedingungen bis zu zwei Jahre halten können. AP-Bus

in Flensburg hat nun die Vertretung der weltweit anerkannten Wasseraufbereiter

übernommen.

www.apbus.de

Die magische Schot

Speziell für den extremen Einsatz auf Dinghies, Sportbooten sowie Katamaranen

bis 35 Fuß wurden die LIROS Magic Sheet und die LIROS Magic

Pro Sheet entwickelt. Schoten, die perfekt in der Hand liegen und alle

notwendigen Eigenschaften eines Spitzentauwerks bieten. Diese Leine,

speziell als Groß- und Fockschot entwickelt, vereint erstmalig paradoxe

Eigenschaften miteinander. Extrem kompakt gefl ochten sorgt die aufwendige

Mantelkonstruktion für besten Halt in Klemmen und auf Winschen.

Dennoch bleibt die LIROS Magic Sheet reibungsarm in Blöcken, ermöglicht

somit immer perfekte und schnelle Manöver.

www.liros.com

„Unzerstörbares” Handy

Der US-Handyhersteller Sonim Technologies bringt das neue Sonim XP1 auf

den europäischen Markt. Die lang ersehnte Markteinführung erfolgt auf der

„World’s Toughest Phone Tour”, die letzten Monat in Schweden begonnen hat

und dann in Deutschland weitergeführt wird. Entwickelt für die Anforderungen

von Außendienstlern, begeisterten Outdoor-Sportlern und allen, die im Freien

arbeiten, überzeugt das Sonim XP1 selbst in rauesten Umgebungen. Laut Zertifi

zierung hält das Mobiltelefon Stößen, Wasser, Wind, Staub, Schmutz und

extremen Temperaturen problemlos stand.

www.toughestphone.com


NEWS SERVICE

49

Schlafkomfort aus Kärnten

für alle Weltmeere

Die Megayacht MALTESE FALCON (Foto) hat alle ihre überaus luxuriösen Kabinen mit

Matratzen der Firma Aurora-Marine aus Kärnten ausgestattet: Sie heißen Spirello und

haben ein innovatives, überdurchschnittlich gutes Belüftungssystem. Durch die nach

außen offenen Hohlräume wird bei jeder Bewegung feuchte und warme Luft direkt aus

dem Matratzenkern gepumpt. Feuchtigkeit und Schimmelpilze haben keine Chance!

Der Matratzenkern besteht aus hochwertigem Kaltschaum. Eine Spiralfeder aus glasfaserverstärktem

Kunststoff (GFK) ist in das Innere integriert und sorgt durch hunderte

selbstständige Federpunkte für eine optimale Stütze des Körpers. Matratzen-Erfi nder Willi

Bretis: „Massagepunkte verhindern das Einschlafen von Armen und Beinen und verlängern

die Tiefschlafphasen. Besonders gute Erfolge hat die Spirello bei Personen mit Verspannungsproblemen.

Einige Schiffseigner haben die Matratze auch schon für zu Hause

nachbestellt, weil sie auf der Spirello besser liegen als im heimischen Bett.”

www.aurora-marine.com

Kleiner, leichter, stärker

Sie heißt SunPower SPR-90, kommt aus den USA und ist

die derzeit leistungsfähigste monokristalline Solarzelle der

Welt. Sie vereint hohe Ladespannung bei hohen Temperaturen

mit hervorragender Ladeleistung auch bei schwacher

Einstrahlung. Das bietet optimale Batterieladung bei jedem

Wetter und zu jeder Jahreszeit.

www.clever-solar.de


50 T TexT daria kinzer foTo Herstelleroto xxx

Von leinöl

zu high tech

Die Geschichte der Seefahrt

ist auch eine Geschichte der

Entwicklung wetterfester

Kleidung. Vom Leinöl, mit

dem Leinenstoffe bestrichen wurden

bis zu den heutigen High Performance

Materialien, die nicht nur wasserdicht

sind, sondern sogar wie Klimaanlagen

wirken.

Gehalten hat sich der Oberbegriff

„Ölzeug“ bis heute. Wie auf unserem

historischen Bild unten

links muss wohl auch der Niederländer

Willem Schouten

ausgesehen haben, der mit

seiner Windjammer als angeblich

erster die sturmumtoste

Südspitze Amerikas umrundete

und dem Kap den Namen seiner

nordfriesischen Heimatstadt

Hoorn gab.

Einer der Hersteller innovativer Funktionskleidung

ist Musto. Er arbeitet mit

dem Material HPX. Darüber sagt der

Hersteller: „Was bisher als undenkbar

galt, wurde zum Maßstab für jede Art

von Offshore-Ölzeug. Selbst unter widrigsten

Bedingungen bot das HPX den

Seglern den Schutz und Komfort, der

den seglerischen Höchstleistungen der

letzten Jahre den Weg ebnete. Egal, ob

Vendée Globe, Jules Verne Trophy oder

Ellen McArthurs Rekordjagden um die

Welt, das MUSTO HPX war mit der

von Partie.“

Eine ähnlich revolutionäre Technologie

mit dem Material TP2, das sozusagen

mitdenkt und auf kleinste Veränderungen

der Außen- und Innentemperatur

sofort regiert und wie eine Klimaanlage

wirkt, stammt von Henri Lloyd.

Zwei dieser außergewöhnlichen und

obendrein eleganten Funktionsjacken

mit eingebauter Klimaanlage gibt es für

OCEAN7-Leser gratis.

Sie müssen nur bei unserem Gewinnspiel

mitmachen. Näheres erfahren Sie

auf der Seite daneben.


BEKLEIDUNGS

SPECIAL

SERVICE

51

Deck Grip Profile II

Henri Lloyd

Dieser Aufsehen erregende Decksschuh unterstützt

seinen Träger selbst unter rauhesten Bedingungen.

Eine völlig neuartige Zwei-Komponenten-Messerschnitt-Außensohle

mit einem optimierten Wasserablauf

und einer besonders griffi gen Gummierung an

Ballen und Ferse sorgen dafür, dass er nie den

Boden unter den Füßen verliert. 99 Euro

www.henrilloyd.de

Musto – Handschuhe

Dank des neuen Power-Grip Materials bleiben die neuen

Performance Handschuhe auch nach dem Trocknen in Form.

Griffi gkeit und Haltbarkeit der Handschuhe wurden tig verbessert. Auch in Kindergrößen erhältlich. 42 Euro

nachhal-

www.frisch.de

Klimajacke

Henri Lloyd

Das neu entwickelte Material, das in dieser Jacke

steckt, nimmt Veränderungen der Körperwärme wahr

und reagiert automatisch darauf. Sobald die Temperatur

im Inneren der Jacke steigt, lockert sich die Mikrostruktur,

um so den Abtransport von überschüssiger Feuchtigkeit

und Wärme zu ermöglichen. Wenn die Außentemperatur

allerdings sinkt, kompaktieren die Faserbausteine.

169 Euro

www.henrilloyd.de

Mitmachen und gewinnen!

2 HIGH TECH JACKEN MIT KLIMAANLAGE

Diese sensationelle Jacke von Henri Lloyd ist die absolute Revolution auf dem Gebiet der Funktionsbekleidung und war der Hit auf der BOOT in Düsseldorf. Sie heißt

„Atmosphere Jacke“ und besteht aus einem neuartigen Material, das unmittelbar auf geringste Veränderungen der Außen- und der Innentemperatur ragiert und so wie

eine Klimaanlage wirkt. Wird es kalt, dann wärmt die Atmosphere von Henri Lloyd den Träger behaglich. Steigt aber die Körpertemperatur über ein angenehmes Maß,

dann wirkt die Jacke kühlend. Und das beste an dem allen: OCEAN7-Leser können jetzt zwei dieser außergewöhnlichen Jacken gewinnen. Sie müssen dafür nur eine

einzige Frage richtig beantworten. Als aufmerksame Leser dieser Ausgabe von OCEAN7 wird Ihnen das bestimmt nicht schwer fallen:

Wie viele Sprachen gelten in Südafrika als Amtssprachen?

Ihre richtigen Antworten schicken Sie bitte per Mail an: gewinnen@OCEAN7.at

Einsendeschluss ist Freitag, der 21. März 2008.Die Gewinner werden per Mail verständigt und in der Ausgabe 04/2008 von OCEAN7 veröffentlicht. Ziehung unter Ausschluss des Rechtsweges.


52

BEKLEIDUNGS

SPECIAL

Ocean Jacket

von Musto 828 Euro

www.frisch.de

Brisbane Jacket von MarinePool

Hoher Tragekomfort, dauerhafte Wasser dichtigkeit, hohe

Atmungs aktivität und eine markante Optik zeichnen das

innovative 2-Lagen Stretch XPU Membran Material aus.

Ausgestattet mit wasserdichten Außen taschen, 3M-Sicherheitsrefl

ekstreifen, Handy-Tasche und einer signalfarbigen

Kapuze mit Schild und 3M-Refl ektor. 319,90 Euro

www.marinepool.de

Ocean Racing Suit

Gemeinsam mit dem Ericsson Racing Team

hat Helly Hansen diesen einteiligen Anzug

für härteste Bedingungen entwickelt. Absolut

wasserdichte Reißverschlüsse und Tasche

für elektronische Geräte. Wasserdichte und

atmungsaktive Socken.

Größen XS-XXL 2.000 Euro

www.hellyhansen.com

HH Helly Welly Stiefel

Der innovative Helly Welly Stiefel von Helly Hansen bietet ein Höchstmaß

an Komfort und ist zudem noch komplett wasserdicht. Die EVA

Mittelsohle bietet exzellenten Tragekomfort. Durch eingesetzte C-

Zone erzielt man die optimale Dämpfung. Die Ultra Storm Grip

Außensohle bietet zudem stabilen Stand auch bei rutschigem Untergrund

oder stürmischen Verhältnissen. 199,95 Euro

www.hellyhansen.com


Unbenannt-2 1 25.02.2008 12:55:12

SERVICE

53

X40 Racing Cap

29,90 Euro

www.tommyhilfiger.at

Coastal Racing

Jacke und Hose

für Herren und Damen.

Diese Wasserdicht, atmungsaktive, aus 3-lagigem

Laminat. Extrem leicht. Nähte komplett

verschweisst, Windschutz an den Reissverschlüssen

garantiert. Die wasserfeste und atmungsaktive

Hose hat statt Schulterriemen

ein Westenoberteil. Jacke 399 Euro, Hose

289 Euro

Sportliche Herrenbrille

www.tommyhilfiger.at

www.tommyhilfiger.at

Offshore Race Jacket

und Hose von Puma

superleise Schalldämmkapsel

alle gängigen Spannungsvarianten

kompakte und leichte Bauweise

Generator und Motor wassergekühlt

weltweiter Vertrieb und Service

Wind- und wasserfeste Jacke aus 3-

lagigem Gore-Tex Material bewahrt den

Körper vor Kälte und Nässe. Weist Wasser

ab und überträgt Feuchtigkeit nach außen.

Wasserfeste Nähte und wasserfeste Zippe.

Puma Jacke 575,00 Euro

Puma Hose 395 Euro

www.puma.com


54

So ist der Skipper immer

richtig gekleidet.

Fusta Sweat Shirt aus

grauem Zippercardigan

149 Euro

Polots Sweat Shirt aus

weißer Baumwolle mit

Kopfl eiste

99,90 Euro

Menges Boxer Nylonshorts

84,90 Euro

www.murphynye.com

Tabarca

LS Sweat Shirt

und Opening Shorts

Dieses modische Sweatshirt, kombiniert

mit den Canvasshorts, mit Streifen ist ideal

für den sportlichen Landgang. Sweat

Shirt 99,90 Euro Shorts 99,90 Euro

www.murphynye.com

Typhoon Gore-Tex

Der perfekte Stiefel für harte Einsätze! Durch

spezielle weiche Stückeinsätze (Vibram Sohle)

wird der Druck, der auf den Fuß einwirkt, gleichmäßig

verteilt. Das Fußbett ist belüftet und besteht aus

gewebten Fasern. Somit dringt keine Feuchtigkeit

ein und Stöße werden absorbiert. Die rutschfesten

Einlagen bieten immer und überall Halt.

Sebago 299 Euro.

www.sebago.com

Northland-Tasche

Der neue Skipper-Bag XXL von Northland ist in navy und white erhältlich.

Bietet ordentlich Stauraum für den Törn. Northland 59,95 Euro

www.northland-pro.com


BEKLEIDUNGS

SPECIAL

Wave extrem

Dieser Schuh bietet durch sein durchgehendes Fußbett optimalen Komfort. Neopren-Einsätze,

Gummi-Schnürungen und synthetisches Leder. Die spezielle Oktopus-Sohle

gibt dem Schuh den richtigen Griff. Sebago 90 Euro

www.sebago.com

Coastal Racing

Waterproof Pack

Wasserdichter Rucksack aus der

neuen Segellinie von Tommy Hilfi ger

149,90 Euro

www.tommyhilfiger.at

SERVICE

55

Ultramodische

Sonnenbrille

Akka Dakka 108 Euro

www.quiksilver.com

Movement 22

Modische Boardshort von

Quiksilver 59,95 Euro

www.quiksilver.com

Ocean Extreme Boot

von Henri Lloyd

Das neue Spitzenprodukt ist komplett mit

Dri-Lex ® und Outlast ® gefüttert und baut

daher ein angenehmes Klima auf, das

auch nach stundenlangem Tragen für

warme, trockene Füße sorgt. Mit seinem

Äußeren aus Leder und TP wurde der Ocean

Extreme Boot speziell als hochwertiger

Stiefel zum Offshore-Segeln konzipiert.

Henri Lloyd 299 Euro

www.henrilloyd.de


56

T TexT und foTo thOMAS d. dOBErNiggexT und foTo xxx

schwachpunkT. Bei unsachgemäßer handhabung

durch Chartercrews immer wieder anfällig ist

die Ankerwinsch. tipp: Stets die teufelskralle (rechts

unten) verwenden.

Härtetest

233 CharterwoChen

Bavaria 50 im Dauereinsatz. Skippertraining, ständig wechselnde Chartercrews, höchste

Beanspruchung. OCEAN7 machte mit der Segelyacht EMMA eine Bestandsaufnahme.


service

57

Toll für jeden Teilnehmer –

aber eine enorme Belastung

für das schiff, vor allem

für Getriebe und Motor.

Ein Skippertraining ist eine der

besten Übungsmöglichkeiten

für Freizeitkapitäne. Da fährt

jeder einzelne Teilnehmer an

einem verlängerten Wochenende mehr

Hafenmanöver unter Maschine als sonst

vermutlich in seinem gesamten Skipperleben.

Tagelang wird dabei beschleunigt,

abgebremst, abrupt vom Rückwärts- in

den Vorwärtsgang geschaltet, um das

Schiff zentimetergenau römisch-katholisch

an den Steg zu manövrieren.

Immer und immer wieder. Bis das Manöver

unter allen nur denkbaren Bedingungen

wie im Schlaf abläuft und dem

Hobby-Skipper die Sicherheit für seine

kommenden Törns verschafft.

Eine solche, durch zahlreiche Skippertrainings

und mehr als 200 Charterwochen

geplagte Yacht unterziehen wir

diesmal dem OCEAN7-Härtetest. Es

ist die EMMA, eine Bavaria 50, Baujahr

1999, mit insgesamt 233,5 Charterwochen

im Kielwasser.

Wie sieht eine Segelyacht nach dieser

Megabelastung aus? Wie ist sie technisch

in Schuss? Kann die überhaupt

noch bedenkenlos für einen Törn angemietet

werden? Oder ist das einer dieser

Seelenverkäufer, mit denen man sich

seinen hart verdienten Urlaub versaut?

Punat in Kroatien. Es ist ein sonniger,

kühler Dezembertag. Gerhard Robl,

Stützpunktleiter von Eckeryachting,

geht mit uns den Chartersteg entlang,

wo die Yachten nach einer langen, harten

Saison inklusive zusätzlicher 1.000

Meilen Eckercup und Rücküberstellung

aus Samos an den Moorings liegen und

darauf warten, generalüberholt und für

die nächste Saison fit gemacht zu werden.

Mittendrin die EMMA. Die betagte

Lady sieht ziemlich jugendlich-frisch

aus. Rundum sauber und ordentlich, als

wäre sie gerade erst ins Wasser gekommen.

Lediglich die Segel fehlen. Die

sind zur Wartung beim Segelmacher.

Ihr Alter von neun Jahren und die

vielen Charterwochen, insgesamt

sind das mehr als vier ganze Jahre

Einsatz am Stück, sind ihr optisch

nirgendwo anzumerken.

Alles laufende und stehende

Gut, Gelcoat und Decksbelag, Teak im

Cockpit, Winschen und Klemmen, ist in

tadellosem Zustand. Wie neu.

„Der Chartergast soll schließlich ein

rundum perfektes Schiff bekommen,

egal wie alt es ist. Und der Eigner will

den Wert seiner Investition auch nach

zehn Jahren möglichst hoch halten. Damit

das so ist und bleibt, stecken wir Jahr

für Jahr intensive Arbeit in jedes Schiff

unserer Flotte“, sagt Gerhard Robl.

Diese Wartungsarbeit beginnt für die

wie neu. Dank der intensiven Betreuung durch Stützpunktleiter

Gerhard Robl (oben links) und sein Team wirkt die

betagte Lady EMMA fast wie neu.

Welche regelmäßigen Wartungsarbeiten werden

jedes Jahr durchgeführt, damit ein Schiff nach neun

Jahren so in Schuss ist wie die EMMA?

»

»

»

»

»

»

»

»

Die Yacht kommt jedes Jahr aus dem Wasser.

Propeller werden mit Säure gereinigt. Alle zwei bis

drei Jahre tauschen.

Getriebe wird gewartet.

Ankerwinsch wird zerlegt. Verbogene oder beschädigte

Teile werden ersetzt.

Jede Toilette wird komplett zerlegt, alle Schläuche

und Schlauchverbindungen werden erneuert.

Angesaugtes Plankton beginnt sonst im gesamten

Schiff zu stinken.

Jeder Gasherd wird in seine Einzelteile zerlegt,

gereinigt, mit Trennmittel behandelt und wieder

zusammengebaut.

Motoröl, Impeller, Keilriemen, Dieselfilter und

Simmeringe werden jährlich getauscht – egal wie

der Zustand ist.

Rollsysteme für Segel und alle Winschen werden

komplett zerlegt, vom Salz gereinigt und mit hochwertigem

Haftfett geschmiert.

SY EMMA im

Chartereinsatz

23,0 Wochen 1999 Kroatien

28,5 Wochen 2000 Kroatien

27,0 Wochen 2001 Kroatien

21,5 Wochen 2002 Türkei

28,0 Wochen 2003 Kroatien

19,5 Wochen 2004 Kroatien

26,0 Wochen 2005 Kroatien

19,5 Wochen 2006 Kroatien

24,0 Wochen 2007 Kroatien

16,5 Wochen Eignernutzung seit 1999

erneuert. Regelmäßig wird alles laufende Gut auf den

Charteryachten ersetzt.

gewartet. Alle Beschläge werden gewissenhaft überprüft

und gegebenenfalls ausgetauscht.


58

Auszug aus der

Wartungsliste der

SY EMMA, Bavaria 50,

Baujahr 1999

03_01: neue Ankerwinde

04_01: Motorwartung

03_02: Niro-Wassertank

03_02: beide Segel neu

08_02: Nachrüstung Ankergurtrolle

03_03: neue Lichtmaschine

03_03: neuer Masthalter für Radom

03_03: Reparatur Heizung

06_03: neuer Propeller für Beiboot

04_03: neue Signalmittel

04_03: neue Decken

04_03: neues Bimini

05_03: neue Einspritzdüsen

07_03: Regler Volvo neu

11_03: Generalüberholung Groß und Genua

03_04: neues Schlauchbeiboot Bombard AX4 Aero 290

03_04: neues Radio mit MP3-Player

03_04: neuer Block Harken 3010

05_04: neue Festmacher

06_04: neue Kühlschrankelektronik

06_04: neue Polstergarnitur Salon

09_04: neue Druckwasserpumpe

09_04: neues Fernglas Atlantik

12_04: Wassertank Niro Salon

12_04: neue Lichtmaschine

03_05: neue Waschbeckenarmatur

03_05: 4 neue Batterien

04_05: neue Schaltung

07_05: neuer Starter Motor

10_05: neuer Kurscomputer Autopilot

11_05: neue Rollgenua

02_06: Getriebeüberholung

03_06: 4 neue Luken

03_06: neue Ankerwinde

05_06: Magnetstop Motor

12_06: Relingsdurchzüge komplett erneuert

11_06: Reparatur Sprayhood

03:07: Gehäuse für Turbo neu

02_07: Getriebe neu

04_07: Signalmittel neu

05_07: Bedienpanel Bugstrahlruder

06_07: Bugkorb neu

01 UNTER DECK. Gerhard Robl (links) überprüft, welche

Lackierarbeiten ausgeführt werden müssen.

02 im CoCKpiT. Jedes Jahr werden alle Winschen zerlegt,

gereinigt und mit Spezialfett gängig gemacht.

01

Schiffe in der Flotte nicht erst nach

der ersten Chartersaison, sondern bereits

unmittelbar nach der Auslieferung

durch die Werft, noch bevor die erste

Meile gesegelt wurde. Zwei Mitarbeiter

sind dann bis zu drei Arbeitstage

damit beschäftigt, das nagelneue Schiff

nach einer genauen Checkliste in jedem

Detail zu überprüfen. „Das ist Ecker-

Standard und wird an jedem Stützpunkt

so gehandhabt“, erklärt Robl.

Grundsätzlich werden dabei alle Winschen

zerlegt und mit einem speziellen

Haftfett geschmiert, der Volvo-Motor

wird generalgewartet, noch bevor er die

erste Motorstunde hinter sich hat. Alle

Schraubverbindungen werden gefettet

und nachgezogen, die Ventile gecheckt,

teilweise gegen leistungsfähigere getauscht.

„Durch diese Maßnahmen sichern wir

den Langzeitwert jeder yacht. Ist zwar

viel Arbeit, aber eine, die wir jedem

Eigner eines neuen Schiffes empfehlen

würden“, erzählt Gerhard Robl.

Wir interessieren uns ganz konkret für

die bisherigen neun Lebensjahre der

EMMA und gehen für die weiteren

Gespräche unter Deck. Hier merkt man

zum ersten Mal, dass es sich um ein älteres

Baujahr handelt. Nicht, weil sie

Gebrauchsspuren hätte und abgelebt

erscheint. Sondern einfach deshalb, weil

yachten heute innen nicht mehr in dem

dunklen Holz ausgebaut werden.

Aber auch hier glänzt alles, alle Hölzer

sind sauber lackiert, die Polster frisch

und ordentlich, Schapps und Türen

funktionieren und die Bilge ist staubtrocken.

Ich hole ein Papier hervor, auf dem alle

Reparaturen im bisherigen Leben der

EMMA aufgelistet sind. Auffallend,

02

dass im März 2001, also gerade mal im

dritten Lebensjahr des Schiffes, eine

neue Ankerwinde eingebaut werden

musste – ebenso im März 2006. Wie

das? Hat Bavaria bei ihrer 50er da nur

Schrott eingebaut?

„Überhaupt nicht. Derartige Schäden

sind immer auf Bedienungsfehler durch

unaufmerksame Crews zurückzuführen.

Manche Gäste verwenden die

Teufelskralle für die Kette nicht, und

so wirkt dann bei Wind und Schwell

enormer Druck auf den Bremskonus

und die Welle. Deshalb zerlegen wir

jedes Jahr die Winsch komplett und

bei dem leisesten Verdacht tauschen

wir beschädigte Teile oder die gesamte

Winsch aus. Da gehen wir bei einem

für die Sicherheit einer Fahrtenyacht so

wesentlichen Teil kein Risiko ein“, sagt

der Stützpunktleiter.

Im Jahr 2002 wurde der Wassertank gegen

einen Niro-Tank ersetzt. Gerhard

Robl: „Das war bei den älteren Modellen

eine Schwachstelle, die inzwischen

von der Werft behoben ist. Die Tanks

waren schlecht entlüftet. Wurde mit

großem Wasserdruck betankt, wie das

in kroatischen Marinas häufig der Fall

ist, konnte die Luft nicht so schnell entweichen,

wie Wasser nachströmte. Die

Tanks blasen sich auf und Haarrisse

entstehen. Unser Tipp deshalb: lieber

das Wasser langsam einfüllen.“

Selbst bei intensivem Suchen finden

wir an der EMMA keine Mängel, die

uns abhalten würden, mit ihr sofort auf

einen längeren Törn zu starten. Und das

zu einem – aufgrund des Alters – um bis

zu 390 Euro günstigeren Chartertarif

pro Woche als beispielsweise für die

gleich große, allerdings vier Jahre jüngere

LADy LIBERTy.


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60 TexT & FoTo reinhard KiKinger

bereiTs bekannT. Mehrere Lippfische

Sowohl die art – netzmuräne – als auch das

abgebildete Verhalten – atmen – kennen wir

bereits. Mit diesem Wissen finden wir einen

anderen Zugang zu diesen Tieren und können

sie und ihr Verhalten besser einschätzen.


service

61

OCean7

Facts

Muränen

verkannt und ungeliebt

Jeder kennt sie, kaum einer mag sie – die Muränen. Zugegeben, sie gehören nicht gerade zu den

schönsten Meeresfischen und sie sehen grimmig aus. Aber sind sie tatsächlich so gefährlich wie ihr Ruf?


62

01

02 03

OCEAN7

Facts

01 ausguck. Die Gelbgefleckte Muräne (Gymnothorax flavimarginatus) ist nach klassischer Muränenart in

einer Riffspalte versteckt und beobachtet die Umgebung.

02 zart und bunt. Die Geistermuräne (Rhinomuraena quaesita) gehört zu den seltenen Arten. Sie wird

bis 120 Zentimeter lang, hat einen schlanken Körper und zwei große Riechlappen am Oberkiefer. Das abgebildete

Exemplar ist ein Männchen. Die weiblichen Tiere sind größer und dunkel gefärbt.

03 sorgenvoller blick. Diese Muräne scheint traurig in die Welt zu blicken. Ob es am schlechten Image

liegt? Natürlich nicht! Ihr Ausdruck hat nichts mit ihrer Gemütsverfassung zu tun, sondern ist durch ihren

Körperbau bedingt. Die beiden röhrenförmigen Fortsätze sind die Eingänge zu den Nasenöffnungen.


service

63

„Hässlichkeit ist relativ. Wenn wir Muränen

als hässlich empfinden, ist die Frage,

wie empfinden sie uns?“

ie meisten von uns mögen

Muränen nicht. Wir emp-

D

finden sie als hässlich und

gefährlich. Woran mag

das liegen? Es hat wohl mit unserer

anthropomorphen Sicht der Welt zu

tun. Wir sind „Augen-Wesen“, orientieren

uns hauptsächlich optisch,

und haben deswegen auch eine so

genannte „Welt-Anschauung“. Was

wir sehen, wird von uns nach unseren

menschlichen Maßstäben interpretiert.

Das ist meistens auch sinnvoll,

manchmal aber völlig falsch. Dem

Aussehen von Tieren vermeintliche

Charaktereigenschaften zuzuordnen

führt zu falschen Schlüssen.

So frisst ein Delfin in Wirklichkeit

eine sehr große Menge an Fischen

- so viel wie ein gleich großer Hai,

der von uns aber verteufelt wird.

Der „kühne“ Blick der Greifvögel

ist ausschließlich durch ihr Schädelskelett

bedingt, etliche sind Aasfresser.

Die gespaltene Zunge der

„falschen“ Schlange dient ihr als hoch

entwickeltes Chemo-Sinnesorgan,

gilt in unserem Sprachgebrauch

aber als Sinnbild für Unehrlichkeit

und Heimtücke. Das sind nur einige

wenige Beispiele von vielen. Zu den

Opfern solcher Verwechslungen und

Missinterpretationen zählen auch die

Muränen.

Muränen –

wie sie wirklich sind

Sie bilden innerhalb der Knochenfische

(Osteichthyes) eine eigene Familie,

die Muraenidae. Es sind etwa

200 Arten bekannt, die meisten kommen

in tropischen und subtropischen

Meeren vor. Es sind schuppenlose, aalförmige

Fische, deren größte Vertreter

drei Meter Länge erreichen können.

Die lang gezogene Rückenflosse

geht in die Schwanzflosse über und

bildet zusammen mit der Analflosse

einen durchgehenden Flossensaum.

Brust- und Bauchflossen fehlen. Die

meisten Muränen sind tagsüber in

Spalten und Kleinhöhlen versteckt. In

der Dämmerung schwimmen sie mit

schlängelnden Bewegungen durch das

Riff und gehen auf Jagd. Sie ernähren

sich von Fischen und Krebsen, aber

auch Tintenfische stehen auf ihrem

Speiseplan. Sie haben einen hoch

entwickelten Geruchssinn, der ihnen

beim Aufspüren ihrer Beute

hilft.

Missverständnis Nr.1

„Die Muräne hat mich angedroht.“

Das Öffnen und

Schließen ihrer Mundöffnung

gibt den Blick auf das eindrucksvolle

Gebiss frei und sieht

tatsächlich bedrohlich aus. Das

vermeintliche Drohverhalten ist

aber nur die Atembewegung der Muräne.

Im Gegensatz zu anderen Knochenfischen

besitzen Muränen keinen

Furcht erregend.

Weit aufgerissenes Maul, spitze Zähne … die meisten

Betrachter werden wohl aggressives Drohverhalten

dieser Riesenmuräne vermuten. Das ist aber falsch. Das

regelmäßige Öffnen und Schließen ihres Maules ist keine

Drohgebärde, sondern die Atembewegung der Muränen.


64 service


service

65

01 lauschiges plätzchen. Auch Korallenstöcke eignen sich als Quartier für Muränen.

Die lang gestielten Polypen der Margeritenkoralle (Goniopora sp.) vermitteln den

Eindruck einer Blumenwiese.

02 kontemplation. Minutenlang verharrt diese Netzmuräne bewegungslos in ihrem

farbenprächtigen Unterwasser-Dom. Man könnte meinen, sie meditiert. Solch spezielle

Körperhaltungen sind jedoch oft die Aufforderung an Putzerfische und Putzergarnelen,

mit ihrem Werk zu beginnen. Diese reinigen dann Zähne, Rachen, Kiemen und Körperoberfläche

ihres Kunden.

03 gefleckte muräne. Das gefleckte Farbkleid dieser Muränenart (Gymnothorax

fimbriatus) macht dem Namen alle Ehre. Der Eingang zu ihrem Versteck im Riff ist von

Scheibenanemonen und bunten Schwämmen umgeben.


66

01 02

01 ausatmen. Diese Riesenmuräne ist gerade dabei, das aufgenommene Wasser durch ihre Kiemen zu

pressen. Dabei wird Sauerstoff zur Atmung aufgenommen. Anschließend wird das Atemwasser durch die

seitliche Kiemenöffnung ausgestoßen.

02 ebony and ivory. An diesen schönen Song von Paul McCartney erinnert die Harmonie der beiden

Muränen. Auch die kleinen roten Fahnenbarsche wissen, dass die beiden Raubfische momentan nicht in

Jagdstimmung sind.

OCEAN7

Facts

„Muränen sind ein

Paradebeispiel für

unsere Fehlinterpretationen

von tierischen

Verhaltensweisen.“

Literatur

– KUITER, R.H. & H. DEBELIUS (2006).

Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.

– LIESKE, E. & R.F. MYERS (1994).

Korallenfische der Welt. Jahr Verlag.

www.fishbase.org

Kiemendeckel, mit dem die Kiemen

ventiliert werden können. Sie müssen

daher durch regelmäßiges Öffnen und

Schließen Wasser in die Mundhöhle

aufnehmen, durch die Kiemen leiten

und durch die beiden Kiemenöffnungen

wieder ausstoßen.

Missverständnis Nr.2

„Muränen sind aggressiv.“ Auch das

trifft in der Regel nicht zu. Von den

vielen verschiedenen Muränenarten

gibt es einige wenige, die beißfreudiger

sind als andere. Aber auch diese

beißen nur zu, wenn sie überrascht, in

die Enge getrieben oder provoziert

werden.

Missverständnis Nr.3

„Muränen sind giftig.“ Dafür gibt es

keine Belege. Giftdrüsen wurden bei

Muränen bis jetzt nicht nachgewiesen.

Beim Biss kann jedoch Schleim

oder Blut der Muräne in die Wunde

eingetragen werden, wo sie unter Umständen

toxische Wirkung haben können.

Dasselbe gilt für Nahrungsreste

zwischen den Zähnen der Muräne,

eine Infektion der Bisswunde kann die

Folge sein.

Missverständnis Nr.4

„Muränen sind Streicheltiere.“ Dies

ist das andere Extrem und trifft natür-

lich auch nicht zu. Kein Fisch ist ein

Streicheltier. Man sollte Fische prinzipiell

als Taucher und Schnorchler

nicht berühren oder füttern. Man tut

den Fischen damit nichts Gutes und

kann außerdem gestochen, gebissen

oder geschnitten werden.

tipps für schnorchler

und taucher

Beim Umgang mit Muränen gilt dasselbe

wie generell unter Wasser: Man

sollte nicht als Eroberer, Plünderer

und Zerstörer auftreten. Wer immer

noch Steinzeit-Mentalität besitzt und

Muränen eine Harpune in den Leib

jagt, darf sich nicht wundern, wenn das

Opfer sich wehrt. Wenn wir uns aber

wie gern gesehene Gäste in einem

fremden Wohnzimmer benehmen, die

Einwohner respektieren und auf ihre

Eigenheiten eingehen, dann werden

wir durch interessante Beobachtungen

und Interaktionen belohnt. Gerade

Muränen sind für Unterwasser-Sportler

besonders interessant, weil sie

eine geringe Fluchtdistanz besitzen.

Man kann nahe an sie herankommen

und mit der Kamera formatfüllende

Porträts schießen. Rasche, hektische

Bewegungen sind dabei zu vermeiden,

je ruhiger, desto besser. Sobald

die Muräne beginnt, sich tiefer in ihr

Versteck zurückzuziehen, sollte man


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68

01 doppelpack. Zwei der größten

Muränenarten in friedlicher Eintracht. Die

braune Riesenmuräne (Gymnothorax javanicus)

und die Große Netzmuräne (Gymnothorax

favagineus) betrachten gemeinsam den

Fotografen.

02 mächtig. Die charakteristischen Merkmale

der Muränen sind schuppenlose Haut,

fehlender Kiemendeckel, fehlende Brust- und

Bauchflossen und eine weit vorne ansetzende

Rückenflosse, die bis zur Schwanzflosse reicht.

Die Mundöffnung ist groß und mit zahlreichen

spitzen Zähnen versehen.


service

69

sie in Ruhe lassen. Wird sie zu sehr

in die Enge getrieben, gilt auch für

sie: Angriff ist die beste Verteidigung.

Taucher, die von Muränen gebissen

wurden, haben fast immer einen dieser

beiden Fehler gemacht: sich entweder

im Riff festgehalten (was man aus

Riffschutz-Gründen prinzipiell nicht

machen sollte) oder Muränen gefüttert

oder gestreichelt (es ist eine Frage

der Zeit, bis dabei mal was schiefläuft).

Es liegt an uns, solch unangepasstes

Benehmen zu unterlassen. Wenn

wir Muränen erst mal näher kennengelernt

haben und über ihr Verhalten

Bescheid wissen, dann können sie in

unserer Favoritenliste der Meeresfische

von hässlichen Widerlingen in

das Spitzenfeld aufsteigen.

Schönheit.

Die Weißmaulmuräne (Gymnothorax meleagris) ist

zweifellos eine Schönheit. Sattes Braun mit weißen Punkten,

bernsteinfarbene Augen sowie Zähne und Mundhöhle in

strahlendem Weiß sind eine Klasse für sich.

GREY GOOSE –

WORLD’S BEST TASTING VODKA

Die Wurzeln von Grey Goose liegen in der Region Cognac im Westen Frankreichs,

einer Region, die prädestiniert ist für die Herstellung des besten

Vodkas der Welt. Bereits seit Jahrhunderten praktizieren die weltbesten

Experten der Brandweindestillation ihr Handwerk in dieser Region, die

sich ebenso durch perfektes Klima und beste Anbaubedingungen auszeichnet.

Die Erfahrung und Vision der Destillationsspezialisten waren die Basis für die Erschaffung

einer einzigartigen Spirituose, die schließlich zur Neudefinierung des Vodkas

geführt haben. Jedes Element, das in die Produktion von Grey Goose einfließt,

zeichnet höchste Qualität aus. Dafür sorgt das wachsame Auge des Grey Goose

Mâitre de Chai, Francois Thibault. Die Herstellung der Spirituose beginnt mit 100 %

feinem französischem Weizen aus der Region La Beauce.

Ein fünffacher Destillationsprozess garantiert die Herstellung eines feinen, veredelten

Vodkas. Der Geschmack der Spirituose wird in jeder Phase der Herstellung optimiert

um die einzigartige Qualität des französischen Weizens zu erhalten. Dadurch erreicht

die Spirituose den unvergleichlichen Geschmack von Grey Goose.

Da am Ende des Destillationsprozesses die Spirituose noch rund 96% Alkoholstärke

aufweist, ist das nächste wichtige Element daher reines artesisches, durch den

Kalkstein der Champagne gefiltertes, Quellwasser. Das reine Quellwasser aus den

Bergen des Massif Central im Herzen Frankreichs wird schließlich mit der Spirituose

vermischt bis für Francois Thibault das richtige Mischverhältnis – optimale Stärke

und optimaler Geschmack - erreicht ist.

„Die Produktion von Grey Goose ist umgeben von Magie“, so Francois Thibault.

„Grey Goose wäre nicht der weltbeste Vodka, wenn wir nicht mit größter Sorgfalt

jede Stufe des Produktionsprozesses genau kontrollieren würden. In Cognac sind wir

sehr stolz auf unser Erbe. Der Erfolg von Grey Goose ist nicht nur eine Anerkennung

des Erbes sondern auch ein Beweis, dass wir heute noch immer die weltbesten

Spirituosen erzeugen.“

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70 TexT und foTos yvonne kienesberger

Gut, dass man sie hat,

wenn man sie braucht:

die bordapotheke

Wichtige Aufgaben. vor einem Törn werden die Proviant- und getränkeverwaltung oder das Führen

einer bordkasse unter der Crew aufgeteilt. vor allem bei Urlaubs- und Chartertörns kommt es dagegen

selten vor, auch jemanden zu ernennen, der sich um die bordapotheke kümmert.

eigentlich ist es ganz einfach:

Jeder von uns wird eine Hausapotheke

haben. Auch diese

gehört ja von Zeit zu Zeit gepflegt

und aussortiert. Gefüllt wird sie

mit den üblichen Basismedikamenten

wie Schmerzmittel und Aspirin; auch

Verbandsmaterial und Pflaster werden

nicht fehlen. Ganz ähnlich ist eine

Bordapotheke ausgestattet, wobei sich

der dafür Zuständige zunächst einmal

an den folgenden Fragen orientieren

sollte:

In welchem Revier bin ich unterwegs?

• In welcher Zeit kann ich einen Hafen

erreichen?

• Wie sind grundsätzlich die Versorgungsmöglichkeiten?

Mit welcher Crew bin ich unterwegs?

• Wie viele Personen sind an Bord?

• Sind ältere Leute und/oder Kinder

mit?

Auf welche Art von Törn begebe ich

mich?

• Urlaubstörn im Charter oder Atlantiküberquerung?

Vorbereitung

Die Bordapotheke ist für alle da. Crew­

Mitglieder sollten daher schon vor dem

Törn angeben, welche Wirkstoffe sie

NICHT vertragen, eventuell kann man

die Mittel, die diesen Stoff enthalten,

dick mit einem Stift markieren. Außerdem

sollten die Törnteilnehmer daran

erinnert werden, dass sie für persönliche

Medikamente und Sonnenschutz entsprechend

selbst zu sorgen haben.

bordtauglichkeit

Jeder kennt das beschränkte Platzangebot

an Bord eines Schiffes, schon aus

diesem Grund sollten die Mengen jedes

einzelnen Medikamentes gering gehalten

werden. Fast von jedem Arznei­ und

Verbandsmittel gibt es kleine Packungen

zu kaufen. Das ist auch finanziell

günstiger. Außerdem sollte man davon

ausgehen, dass viele Medikamente an

Bord nicht lange haltbar bleiben – und

es wäre sinnlose Verschwendung, jede

Saison Großpackungen an Tabletten

und Cremen wegzuwerfen.


service

71

Aktuell. Rechtzeitig vor

einem Törn sollte die gesamte

Bordapotheke nachkontrolliert

werden.

„Die Bordapotheke gehört

vOr dem Törn kontrolliert

und aussortiert – dann,

wenn man noch Zeit hat!“

OceAN7-experte Dr. Müller-Uri

Haltbarkeit

Herr Dr. Müller-Uri, Apothekenbesitzer

und Vorstandsmitglied des

Österreichischen Apothekerverbandes,

ist DER OCEAN7-Experte, was Bordapotheken

angeht – ist er doch auf den

Törns, auf denen er mitsegelt, natürlich

immer auch selbst für die Crew-Versorgung

mit Medikamenten zuständig.

Während unseres Gesprächs packt er

seine eigene Bordapotheke aus, wie er

es auch immer rechtzeitig vor einem

Törn macht. Man kann nämlich davon

ausgehen, dass durch die hohen Temperaturunterschiede

auf einem Schiff

Medikamente oft kürzer haltbar sind

als auf den Verpackungen angegeben.

Vor allem Flüssigkeiten sollte man

regelmäßig austauschen. Schon zu

Hause, wenn die Möglichkeit besteht,

wichtige Dinge nachzukaufen, sollte

man also seine Apotheke kontrollieren.

Kommt man erst auf dem Schiff

drauf, dass etwas fehlt, ist es meistens

zu spät.

Sonnenschutz

Sehr beliebt ist das Vergessen von Sonnencremen

und Sonnenschutz. Herr

Dr. Müller-Uri kann da nur den Kopf

schütteln, denn das sind die Dinge, die

auf einem Schiff nicht fehlen dürfen!

Deshalb lieber auch eine Extra-Portion

Sonnencreme in die Bordapotheke, um

vergesslichen Crew-Mitgliedern auszuhelfen.

Sonnenbrand und Sonnenstich

sind sehr schmerzhaft und gefährlich –

und können an Bord kaum behandelt

werden. Auch hier wieder der Rat: geöffnete

Sonnencremen nur eine Saison

lang verwenden!

Insekten/Quallen

Es gibt Kombinationspräparate, in denen

sich neben dem Sonnenschutz auch

ein Wirkstoff gegen Insekten befindet.

Davon rät der Experte aber ab. Reagiert

man auf das Mittel allergisch, weiß man

nicht, auf welchen Inhaltsstoff man reagiert.

Auf die skeptische Frage, ob

Mückenmittel denn überhaupt wirken

würden, lacht Dr. Müller-Uri. Grundsätzlich

sollten die Mittel schon wirken

– aber man müsse sich wirklich am

gesamten Körper damit einsprühen,

was kaum einer mache. Außerdem

ist ein Segelurlaub ja auch meist ein

Wohin mit …

… der Bordapotheke im Flugzeug?

Die Bordapotheke sollte mit dem restlichen Gepäck eingecheckt werden

und gehört nicht in das Handgepäck! Die vielen Flüssigkeiten, Schere

usw. würden in jedem Fall schon an der ersten Sicherheitskontrolle

eingezogen werden.

… der Bordapotheke am Schiff?

Die Bordapotheke muss an einem gut und schnell zugänglichen Ort am

Schiff verstaut werden. Ausnahmslos jedes Crew-Mitglied sollte wissen,

wo sich Verbandsmaterial und Medikamente befinden! Am besten eignet

sich ein offenes Schapp in der Sitzecke. Sehr ungünstig wären Orte direkt

beim Herd oder mit direkter Sonneneinstrahlung. Auch bei den Lebensmitteln

haben Medikamente nichts verloren (Verwechslungsgefahr)!

… abgelaufenen Medikamenten?

Abgelaufene Medikamente gehören nicht in den Abfall, zum einen aus

umwelttechnischen Gründen, zum anderen, um Missbrauch zu vermeiden!

Nicht mehr gebrauchte und alte Medikamente können jederzeit

kostenlos in Ihrer Apotheke abgegeben werden.


72

Checkliste

Bordapotheke

(Es handelt sich um eine beispielhafte Aufzählung,

am besten lassen Sie sich in einer Apotheke speziell für

Ihren Törn beraten!)

Schmerzmittel

Aspirin (verträgt nicht jeder!)

Thomapyrin (ist ein Kombinationspräparat, davon sollte

man also auch absehen!)

Empfehlung: Ibometin

Schnupfen/halSweh/augenentzündung

Aspirin gegen Grippe, Heiße Zitrone, Schnupfenspray,

Aeromuc, Resyltropfen, Augentropfen, Lutschtabletten

achtung: bei Fieber, Husten und starken Grippesymptomen

sollte der Patient an Land gebracht werden

(auch um Ansteckung zu vermeiden)

antiallergikum

Clarityn (kann auch vorsorglich eingenommen werden)

Salben/SprayS

Insecticum (Gel oder Sprayform)

Wund- und Heilsalbe, z.B. Bepanthen

ExpErtE. Dr. Müller-Uri ist auch auf seinen Törns für die Bordapotheke zuständig.

magen/darm

Verstopfung: z.B. Dulcolax

durchfall: Kohletabletten, Imodium;

empfehlung: Normakut Brausetabletten und auch die

alten Hausmittel wie Cola und Salzstangen

Seekrankheit

z.B. Travelgum, Neo-Emedyl, Echnatol (+)

VerbandSmittel

Compeed Blasenpflaster

(Sprüh-)Pflaster

empfehlung: Fixomull Stretch

Wundauflage, Mullbinden

antiseptikum: Wundreinigungstücher, Betaisodona;

empfehlung: Octenisept (färbt nicht!)

nicht vergessen: Schere!

rezeptpflichtige medikamente (nur im Notfall!)

Antibiotikum

Paspertin-Tropfen gegen Übelkeit

Cortisoncreme, z.B. Decoderm

Buscopan (bei Nierenkolik)

„sonnenschutz ist lebenswichtig!

ich komme

lieber blass aus dem

Urlaub zurück als mit

Hautschäden!“

Dr. Christian Müller-Uri

Badeurlaub – und im Wasser geht die

Wirkung von Insektensprays natürlich

verloren. Übrigens auch ein Grund,

um sich noch öfter mit Sonnencremen

einzuschmieren!

Das Baden in quallenverseuchten

Gewässern sollte man grundsätzlich

vermeiden. Weiß man aber, dass

man ins Wasser muss, dann gibt es

Antiallergika, die man auch vorsorglich

einnehmen kann (s. Kasten links).

Beim Kontakt mit einer Qualle ist der

allergische Schock dann nicht mehr so

groß.

Seekrankheit

Dr. Müller-Uri erklärt: „Die Seekrankheit

entsteht dadurch, dass der Gleichgewichtssinn

(lokalisiert im Innenohr)

mit den Eindrücken der anderen

Sinnesorgane nicht übereinstimmt.

Sie kann mit Medikamenten behandelt

werden, über eventuelle Nebenwirkungen

sollte man sich aber (wie

bei jeder Einnahme von Medikamenten)

im Klaren sein. Ganz abzuraten ist

von den Pflastern, die man sich hinter

das Ohr kleben konnte. Mittlerweile

gibt es sie nicht mehr im Handel. Ihr

Wirkstoff war jener der Tollkirsche –

und entsprechend „toll“ konnten die

Patienten auch werden.

Kombinationspräparate

Wie bei den Cremen ist auch bei

Medikamenten von Mischprodukten

abzuraten. Der Verantwortliche für

die Bordapotheke sollte sich immer

bewusst sein, dass er für alle Crew-

Mitglieder einkauft, d.h. Tabletten,

die er verträgt, könnten für andere unverträglich

sein. Mischprodukte sind

noch problematischer. Reagiert der

Patient mit Nebenwirkungen, kann

man nicht sagen, auf welchen Stoff er

reagiert.

Verschreibungspflichtige

Medikamente

Hier sollten drei Regeln eingehalten

werden:

- nur im äußersten Notfall geben

- der Patient sollte wissen, was er bekommt,

und damit einverstanden sein

- der Patient sollte die Möglichkeit haben,

in den nächsten Tagen einen Arzt

aufzusuchen

Runter vom Schiff

Ganz kurz und klar: Patienten mit Fieber,

starkem Husten, Infektionserkrankungen

und viralen Infektionen haben

auf einem Schiff nichts mehr zu suchen!

Sie müssen so schnell wie möglich runter

vom Boot.


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74

TexT und foTo MichAEL KöhLEr

stromversorgung

an bord

Teil 2 der OCEAN7-Serie. Nach der Analyse der großen Verbraucher an Bord erarbeitet der erfahrene

Langzeitsegler Michael Köhler von der SY TWOFAST diesmal ein Energiesparkonzept.

selbsTversorger. Wer in solchen

Traumrevieren segelt und ankert,

muss weitgehend unabhängig seine

Energieversorgung steuern können.


service

75

stark und sparsam. Eine

42-cm-LED-Leiste unter der Saling

(rundes Foto) sorgt für genügend

Licht an Deck.

Im 2. Teil unserer Serie über die Stromversorgung

an Bord beschäftigen wir

uns mit der Energiebilanz und Ihrem

Energiesparkonzept. Ausgegangen

wird dabei von einer „durchschnittlichen

Segel- oder Motoryacht“, 10 – 15 m

lang, bewohnt von 2 – 6 Personen. Dass

es große individuelle Unterschiede geben

kann, ist klar. Es sollen Tendenzen

und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt

werden, und dafür eignen sich konkrete

Beispiele nun mal am besten. Ist die Verbraucherliste

unten nicht erschreckend?

Weil sich das fast niemand leisten kann

oder will, wird gerade auf See meist sehr

gespart. Navi-Lichter werden nur eingeschaltet,

wenn sich ein anderes Schiff

nähert, der Wassermacher ist sowieso

aus, Laptop und Lampen laufen nur,

wenn es unbedingt notwendig ist. Viele

fahren mit warmem Bier über den Atlantik.

Die Verbraucherliste:

Es wurden nur die Verbraucher berücksichtigt, die sich auf den meisten Booten befinden.

Bei Reisekrankheit

Neo-Emedyl

Dragees

rezeptfrei

Verbrauch: s/n ampere s/n amph pro tag (24h)

Navi-Elektronik, AP 3 / 8 72/120 (Radar läuft nicht 24h)

Laptop 5/10 10 / 20 (2h)

Lampen 2/15 8 / 60 (4h)

Navi-Lichter 1 / 6 10 / 60 (10h)

Kühlung 6 36/72 (25% / 50% Laufzeit) pro Kühlschrank

Summe auf See 136/332

Summe vor Anker 64/212

dazu kommen dann noch bei bedarf:

Kombüse** 150

Wassermacher 20/40 40/80 (ca. 80 Liter/Tag)

Tipps und Tricks:

Verteilen des Verbrauchs auf bestimmte Tageszeiten oder Situationen. Beispiel: Eine herkömmliche

Lichtmaschine (LM) erzeugt 70 Ampere. Aber nur wenige Minuten lang – das erkennen

Sie, wenn Sie ein Amperemeter haben, schon kurz nach dem Starten fällt die Leistung ab, es fließen

nur noch 40, 30, 25 Amp – obwohl die Batterie noch lange nicht voll ist! Überlisten können

Sie den Laderegler (LR) der LM, indem Sie entweder einen externen LR (Powerbooster) einbauen

oder bewusst Verbraucher (z.B. Kühlschrank, Wassermacher, Inverter mit den Ladegeräten

für Handy, Kamera ...) zuschalten, um die Energie zu „speichern”, die sonst vom Laderegler

ohnehin nur abgeregelt werden würde. Dasselbe gilt für die Solarpaneele und andere Erzeuger.

Über Wirkung und mögliche Nebenwirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.

rechtzeitig einnehmen

Reise genießen

Bei Schwindel,

Übelkeit und Erbrechen


76

01

02

01 So Sehen volle Batterien auS, die Spannung

hat ihren Grenzwert erreicht, er lädt mit 14,5V jedoch mit

schwachem Ladestrom von nur 1,9 Ampere, 0 Amph

fehlen zur Vollladung.

02 Wäre der KühlSchranK nicht eingeschaltet, würde

der Solarladeregler die erzeugte Energie abregeln – so

jedoch wird die produzierte Energie sinnvoll in Form

von Kälte gespeichert. Die Differenz zwischen 10,1 und

1,9 Ampere ist der dzt. Verbrauch – Kühlschrank und

sonstige Kleinverbraucher.

der autor dieser serie,

Mag. michael köhler aus

kärnten, lebt in der Karibik

auf seinem bestens

ausgerüsteten katamaran.

er nimmt auch zahlende

gäste mit: www.twofast.at

Ein Energiesparkonzept für ein Boot ist

vergleichbar mit einem Unternehmenskonzept.

Man muss die Kostenstellen

kennen und wissen, wie viel jeder einzelne

Verbraucher tatsächlich konsumiert.

Dann kann man entscheiden, ob bei einer

Änderung der Aufwand in Relation

zum zu erwartenden Nutzen steht. In

der Folge nimmt man einen Verbrauch

entweder bewusst in Kauf. Oder nicht –

und entwickelt sinnvolle Strategien,

damit entweder weniger Energie verbraucht

oder mehr erzeugt wird.

Das Hauptproblem der meisten elektrischen

Anlagen ist die fehlende Überwachung

– Volt UND Ampere – und

das daraus resultierende fehlende oder

falsche Energiebewusstsein. Haben

Sie auf Ihrem Boot einen Amperestundenzähler?

Ja? Gratuliere! Nein?

Sie könnten ohne sich einzuschränken

wesentlich mehr Strom sparen und Sie

würden sich über den Energiedurst

Ihrer Verbraucher ebenso wundern wie

über die Leistung der Energieerzeuger!

Ein analoges Zeigerinstrument ist untauglich,

digital ist besser. Auf dem erkennen

Sie zumindest, wie viel z.B. Ihr

Kühlschrank im Moment verbraucht.

Die beste Lösung ist ein digitaler

Amperestundenzähler mit Voltmeter,

bei dem Sie ablesen können, wie viel der

Kühlschrank in 24 Stunden verbraucht

und das Solarpaneel in 24 Stunden liefert.

Die Realität schaut meist anders aus

als die Zahlen im Prospekt.

Energiesparen muss nicht Abschalten

bedeuten. Bewusstes Erkennen der Verbrauchskennzahlen

der einzelnen Geräte

und deren sinnvoller Einsatz sowie

das Ersetzen veralteter Technologien

durch moderne Anlagen ist der erste

Schritt zu einem autarken Boot – und

damit zu mehr Bequemlichkeit!

Wie sieht ein Energiesparkonzept für

Ihr Boot aus?

* Installieren Sie einen Amperestundenzähler

(ca. 280 Euro) – ohne ihn geht

es nicht. Ein Zangenamperemeter***

(100 Euro) ist die billigere Notlösung

für kleine Boote mit geringem Verbrauch.

* Erstellen Sie eine Liste und ermitteln

Sie Ihre persönlichen Verbrauchswerte

wie folgt: Alles abschalten. Anzeige 00.

Navi ein – Wert notieren. Navi aus und

den nächsten Verbraucher ein und so

weiter. Stellen Sie fest, wie viele Amph

der Kühlschrank verbraucht, wenn er

über mehrere Stunden nicht geöffnet

wird und in der Zeit alle anderen Verbraucher

abgeschaltet sind (z.B. in der

Nacht). Bsp: Stromaufnahme 6 Amp.,

Verbrauch in 10 Stunden 20 Amph =

pro Tag 48 Amph zum Kühlhalten. In

der letzten Folge haben wir gelernt, dass

er zum Hinunterkühlen ca. 1 Amp pro

Kilo und 10 °C Temperaturunterschied

benötigt. Wenn Sie 20 kg um 20 Grad

hinunterkühlen, so kommen noch mal

40 Amph dazu. So einfach ist das! Überprüfen

Sie, wie viel Strom jede einzelne

Lampe (jeder Verbraucher) benötigt,

und schreiben Sie es auf die Liste.

* Ermitteln Sie den typischen Tagesverbrauch

in Amph (ohne nachzuladen) vor

Anker in einer Bucht, Paneele (wenn

vorhanden) werden abgedeckt.

* Ermitteln Sie den typischen Abendverbrauch

in Amp**** und Amph (In-


service

77

nen- und Außenbeleuchtung, Musik,

Lüftung, Kühlung ...)

* Die Richtwerte in oben stehender Liste

zeigen Ihnen, wo Handlungsbedarf

besteht. Liegt Ihr Wert unter dem linken

s-Wert (sparsam) – gratuliere, sind

Sie im Bereich des rechten n-Wertes

(normal), dann können Sie entweder

technologisch aufrüsten oder das Gerät

sparsam verwenden.

Ein Stromfluss von 20 Amp. ist am

Abend durchaus normal, der Kühlschrank

läuft, weil ständig entnommen

und nachgekühlt wird, Lampen brennen,

vielleicht auch noch das Salinglicht

und die Heckbeleuchtung, Musik …

und in dieser Abend-Idylle müssen viele

Fussnoten:

*s ...... sparsam + neueste Technologie

n ..... normal

** siehe vorherige Folge

*** eine Art Multimeter, mit dem die

Skipper den Motor starten, weil sonst

die Batterie leer werden würde.

Trotz aller Technik müssen wir uns

mit dem Gedanken anfreunden, dass

die Zeiten vorbei sind, an denen wir

20 Amph pro Tag verbraucht haben.

Wie viele Steckdosen haben Sie hinter

Ihrem Fernseher und der Stereoanlage?

Wie viele Mehrfachverteiler? Genauso

ist es am Boot. Früher kam man mit

50 Amph aus. Heute ist es weit mehr.

Ein Verbrauch von 100 bis 200 Amph

pro Tag ist bei einem Fahrtensegler

normal.

Gewisse Dinge sind an Bord notwendig.

Vieles ist praktisch und so manches

ist Luxus. Wo für jeden Einzelnen die

****Amp ...

Ampere gemessen werden, die durch

ein Kabel fließen. Sollte auf keinem

Boot fehlen.

Ampere – der momentane Stromfluss

Grenze liegt, ist individuell verschieden.

Aber eines ist klar: Ohne großzügig bemessenes

Energiekonzept werden die

meisten von uns nicht auskommen.

Die Lösung auf der Verbraucherseite

ist ein ausgeprägtes Energiebewusstsein.

Verwenden, nicht verschwenden.

Die Lösung, wie wir die Energie – seien

es nun 50 Amph oder 200 Amph pro

Tag – wieder nachladen, besprechen

wir in der nächsten Folge.

Wir werden über verschiedene Arten

der Energiegewinnung sprechen, was

sie bringen und wie viel sie kosten. Wir

werden für verschiedene individuelle

Aufgabenstellungen passende Konzepte

und Lösungen entwerfen.

Amph ...

– Verbrauch oder Eintrag

Amperestunden – Verbrauch oder

Eintrag pro Stunde


78

Grand Soleil 54 –

Blickfang auf der BOOT

Sie war eine der Hauptattraktionen auf der weltgrößten Bootsmesse,

der BOOT in Düsseldorf: das neue Flaggschiff aus dem

Hause Cantiere del Pardo. Gezeichnet hat sie der Designer

Luca Brenta, und sie kompromisslos auf schnelles, bequemes

Segeln auch mit ganz kleiner Crew ausgelegt. So wurde zum

Beispiel an Deck der Großschot-Traveller versenkt eingebaut,

so dass die typische Stolperfalle wegfällt. Die Sprayhood kann

weggeklappt und unter einer Kunststoffabdeckung verborgen

werden. Sogar die Anker-Halterung ist mit einer Feder in den

Ankerkasten einklappbar. Insgesamt ergibt das ein glattes,

klares und stets aufgeräumtes Deck. Die Grand Soleil 54 ist

16,35 Meter lang, 4,65 Meter breit und hat eine Segelfl äche

von 175 Quadratmetern am Wind. Es gibt Kielvarianten zwischen

2,70 und 3,10 Meter Tiefgang.

In Österreich kann dieser elegante Performance Cruiser über

Mayer-Yachten bezogen werden. Mayer-Yachten verchartert

auch Grand-Soleil-Yachten.

www.mayer-yachten.com

High-Speed-Spaß

Das ist der ultimative Geschwindigkeits-Kick auf drei Kufen: Seacarts

sind Offshore-Trimarane, die komplett aus dem superleichten und äußerst

stabilen Carbon von der Maarström Composite AB in Schweden

gefertigt werden. „Der Spaßfaktor ist riesengroß und es ist ein Erlebnis,

einmal Seacart segeln zu dürfen”, sagt Thomas Reinke von Sportmohr.

Er hat jetzt neu den Vertrieb dieser rasanten Sportgeräte übernommen

und einen Seacart in Kiel für Probeschläge bereitgestellt.

www.mainsail-multihull.de

Aufblasbarer Katamaran

Zusammen mit den Vorgängern von Semperit gibt es den Happy Cat Light bereits seit 54 Jahren. Trotz vieler

Innovationen, die im Laufe der Zeit realisiert wurden, ist die Grundidee immer gleich geblieben: klein verpackt,

leicht zu transportieren, rasch auf- und abzubauen und vor allen Dingen traumhaft und sicher zu segeln. Durch

jahrelange Forschung ist bei den Luft-Schwimmkörpern nun ein sensationeller Fortschritt gelungen. Bisher

konnte man aufblasbare Schwimmkörper nur rund, allenfalls aufgebogen oder symmetrisch spitz erzeugen,

niemals aber mit V-förmig geformter Bugspitze. Aber so wie bei Hartschalen-Katamaranen schneidet nur eine

V-förmige Spitze das Wasser optimal. Außerdem hat eine 3-D-Form weniger Wasserwiderstand, ist schneller


NEWS YACHT

79

Moderner Klassiker

Die Venecia 28 ist eines der Prunkstücke aus der edlen Comitti-Werft in den Hügeln

von Como. Charakteristisch für alle Schiffe aus dem Hause Comitti ist die Kombination

moderner Baustoffe wie GFK mit edlem, handgearbeitetem Mahagoni. Die Comitti-Werft

hat in ihrer über 50-jährigen Geschichte rund 500 Boote verkauft. Derzeit

werden jährlich 15 bis 18 der eleganten Runaboats in alle Welt geliefert. Besonders

bei Eignern von Megayachten sind die rasanten Motorboote als Tender sehr gefragt.

Neben den Venezias gibt es von Comitti auch noch die klassische, handgearbeitete

Holzlinie mit dem 6,5-Meter-San-Remo und dem 7,5-Meter-Portofi no.

www.comittigroup.com

und spritzt kaum. Moderne Reifentechnologie und Heißvulkanisations-Technik machen es

möglich, diese tolle Schwimmerform herzustellen. Durch den hochwertigen Kautschuk ist

auch der höchste Betriebsdruck aller aufblasbaren Schwimmkörper möglich. Gegenüber

PVC-Schläuchen besteht außerdem der Vorteil der hohen Abriebfestigkeit, längste Lebensdauer,

leichte Reparatur und umweltfreundliche Recyclingmöglichkeit.

www.grabner-sports.at


80

text floRIan t. mRazek foto HeRStelleR

die riva

aus down under

Das perfekte klassisch-italienische Runabout stammt nicht von der Riviera oder aus Sarnico am

Iseosee – sondern von der australischen Gold Coast. Und sein Herz kommt aus Österreich: ein Steyr

Reihensechszylinder-Diesel mit 250 PS.


yacht

81

österreichisches herz.

250 PS aus sechs Zylindern verhelfen

dem Steyr Turbo Diesel zu einer

Reisegeschwindigkeit von 30 Knoten.

Hotel Intercontinental, Düsseldorf.

Nach einem langen Tag

auf der hiesigen Bootsmesse,

bekanntlich die weltweit

größte ihrer Art, trifft man sich hier

nach dem Abendessen zu einem wohlverdienten

Gute-Nacht-Vierterl. Nach

einem 16-Stunden-Tag voll mit anmutigen

neuen Segelyachten, eleganten

Motoryacht-Premieren sowie Unmengen

von mehr oder weniger nützlicher

Bootsausrüstung und sonstigem Klimbim

(zur Auswahl standen etwa ein so

genannter Bord-Hängestuhl namens

„Traumschwinger“ oder eine Wärmebild-Kamera

mit dem sinnigen Namen

„FLIR“) war es nun so weit: Zu viele

Boote an einem Tag führten nachweislich

zu Halluzinationen, und das auch

noch in der Lobby des eigenen Hotels.

Denn nun stand dort, gegenüber der

Bar, doch tatsächlich ein Motorboot,

wo heute in der Früh noch ganz sicher

keines gewesen war! Und noch

dazu ein besonders prächtiges, das

mit seiner bezaubernden italienischen

Designsprache unmissverständlich die

legendäre Aquarama des unsterblichen

Carlo Riva zitierte. Jenes Mahagoni-

Kunstwerk also, das einem gewissen

Gunter Sachs schon 1966 dazu diente,

Brigitte Bardot von seinem tadellosen

Geschmack zu überzeugen.

Der Träumer

aus Australien

Da standen wir nun Aug in Aug, ein

Prachtexemplar von einem Motorboot

mit dem Schriftzug „Pegiva“ an den

Flanken und ein doch recht ahnungsloser

Motorboot-Redakteur, der damit

aber auch gar nichts anzufangen wusste.

Hilfe kam dann gottlob von Antje

Leifert vom Italien Yacht Center aus

der Nähe von Hannover, wo man auch

für den Österreichvertrieb der Marke

Pegiva zuständig ist. Sie erzählte dann

auch die Geschichte von der Verwirklichung

eines australischen Lebenstraums.

Geboren wurde Gerald Wyllie 1938

an der australischen Gold Coast im

Südosten von Queensland. Hier, an

dieser von zahllosen Wasserstraßen

zerteilten und vom warmen Südpazifik

umschmeichelten Küste, besitzt man

ohne Boot auch noch heutzutage einen

ähnlich eingeschränkten Aktionsradius

wie ohne die Motorrikschas in Thailand

oder die traditionellen Metro

Caps in London. Aus diesem Grund

baute Gerald Wyllie dort schon als

Teenager in seiner Freizeit die an der

Gold Coast gebräuchlichen Flussschiffe

und Segelboote. Trotzdem

wählte er den ehrbaren Beruf des Baumeisters

als Broterwerb und verdiente

Pegiva Retro

Sun Sports Convertible

Technische DaTen

Länge ü. a.:

7,50 m

Breite ü. a.:

2,20 m

Tiefgang/antrieb hochgestellt:

0,32 m

Tiefgang/antrieb nach unter gestellt: 0,77 m

höhe ü. a.:

1,66 m

Gewicht unbeladen:

1,95 t

Treibstofftank:

220 l

Max. Personenzahl: 5

MoToren

Mercruiser 350 mpi horizon V8 300 Ps

Max. Geschwindigkeit 1/3 beladen:

reisegeschwindigkeit:

reichweite bei reisegeschwindigkeit:

steyr 256h Turbo Diesel 6 in-line 250 Ps

Max. Geschwindigkeit 1/3 beladen:

reisegeschwindigkeit:

reichweite bei reisegeschwindigkeit:

45 kn

26 kn

180 SM

42 kn

30 kn

222 SM

Gesamtpreis inkl. Mwst und Transport: € 197.421,-


82

in dem rasanten feger

schlägt ein herz

aus österreich.

01

03

02


yacht

83

01 wellenreiter. 45 Knoten Topspeed

rechtfertigen die Bezeichnung „Sports

Convertible”.

02 erste reihe fussfrei. Vorne rechts:

Kapitän. Vorne links: Navigator. Dahinter:

staunendes Fußvolk.

03 insignien der macht. Klassische

Rundinstrumente und Wurzelholz dominieren

das Blickfeld des Kapitäns.

sein Geld mit dem Bau von Häusern

anstatt von schwimmbaren Untersätzen.

Das hinderte ihn jedoch nicht

daran, in der Freizeit weiter bis zu 50

Fuß große Holzboote zu konstruieren.

Damit wäre wohl alles gesagt, hätte

Gerald nicht Zeit seines Lebens eine

starke Passion für die schlanken, klassischen

Bootstypen gehabt, die auf dem

Gardasee und dem Lago Maggiore elegant

ihre Kreise zogen. So kam es, dass

Gerry – so ruft ihn seine Frau Dorothy

noch heute – im Jahr 2001 noch einmal

aus dem wohlverdienten Ruhestand

zurückkehrte und kurzum sein eigenes

Traumboot baute.

Das Comeback

der Aquarama

Während der Trend weltweit zu immer

größeren Yachten ging, sich die Flybridges

auf dem Markt behaupteten und

Rümpfe und Motoren immer perfekter

wurden, hing Gerald Wyllie in Gedanken

stets der längst vergangenen Ära

der wundervollen Mahagoni-Holzboote

nach. Bis zum Jahr 2001, als er

schließlich das schlichtweg perfekte

Klassik-Boot aus der Taufe hob: Die erste

Pegiva Classic wurde die Vorläuferin

aller folgenden handgefertigten Boote

aus der Pegiva Yacht. Deck und Rumpf

werden bei der Classic noch heute aus

Mahagoni-Holz gefertigt.

Mit dem Modell Retro Sun (eines davon

verirrte sich als „Geisterschiff“ in

die Düsseldorfer Hotelbar) präsentiert

Pegiva nun die logische Weiterentwicklung.

Länger und schlanker als die

Classic stellt sie für Gerry Wyllie die

„perfekte Kombination aus Ästhetik,

Proportionen und Performance“ dar.

Obwohl sie sich in vielen Details an die

klassische Vorgängerin, die Riva Aquarama,

anlehnt, vereint sie den Retro-Stil

der „Roaring Sixties“ mit der Leistungsfähigkeit

eines modernen Sportboots.

Beim Aussehen ist sie – entschuldigen

Sie an dieser Stelle bitte die Befangenheit

– ohnehin über jeden Zweifel erhaben.

Obwohl ihr Erfinder am Rumpf

das Mahagoni größtenteils durch glasfaserverstärktes

Karbon ersetzte, kann

und will die Retro Sun SC (SC steht

für Sports Convertibles und meint das

im Cabrio-Stil nach vorne klappbare

Sonnendach) ihre Herkunft nicht verleugnen.

Exzellente Verarbeitung, feinste

Materialien wie etwa brasilianisches

Mahagoni, die klassische Cockpitgestaltung

und die obligatorische Sonnenliege

über dem Motorraum sind absolut

Aquarama-like.

Täuschen und tarnen

Trotz ihres klassischen Äußeren hält die

Pegiva Retro Sun technisch ohne Weiteres

mit anderen aktuellen Runabouts

mit: Über einen hochmodernen Z-Antrieb

sorgen wahlweise ein Mercruiser

Benziner-V8 mit 300 PS oder ein österreichischer

Steyr Reihensechszylinder-

Diesel mit 250 PS für ausreichend Vortrieb.

Die maximale Geschwindigkeit

beträgt beim Benziner 45, beim Diesel

42 Knoten. Die 200 Liter im Tank reichen

für 180 bzw. 222 Seemeilen am

Stück. Obwohl nur 7,50 Meter lang und

2,30 Meter schlank, finden bis zu fünf

Personen in der Retro Sun Platz.

Wer jetzt Lunte gerochen hat: Inklusive

MwSt. und Container-Transport

nach Europa kostet der moderne Klassiker

knapp 198.000 Euro. Reicht das

nicht aus, so heißt es warten: Geralds

Sohn Peter Wyllie baut derzeit an einer

33-Fuß- bzw. 10-Meter-Yacht namens

Eclipse. Passen Sie also auf, wenn Sie

das nächste Mal in der Bar eines Hotels

sitzen!


84 text & fotos: dominic marsano

MagIc

fingerS

Josef Hirsch, einer der besten Yachtbauer weltweit,

hat sein Geschäft in Wien, Talent mit Leidenschaft

kombiniert und den Neusiedler See satt.

OCEAN7 hat seiner Werft einen

Besuch abgestattet.

siegeryacht. Josef Hirsch mit dem

Nachbau des Yacht-Europameisters

2007/08, einer Sunbeam 34.

So stellt man sich eine Werkstatt

vor, so muss sie sein: ein

organisiertes Chaos in ziemlich

kleinen, mit wenig frischer

Luft und ebenso wenig natürlichem

Licht, aber umso mehr Feinstaub

durchzogenen Räumen. Frischer

Lackduft hängt in der

Atmosphäre, die Fensterscheibe

ist innen definitiv

dreckiger als draußen,

und das auf der Johnstraße,

wo Verkehr durchaus

Thema ist. Abgesehen

von Werkzeug, Baumaterialien

und dem jeweiligen

Patienten gibt es nichts, weder

eine Sitzecke noch Prospekte, und

schon gar keinen Schauraum. Was unterm

Strich auch überhaupt nicht notwendig

ist, denn Yacht-Modellbauer

Josef Hirsch bezieht seine Kundschaft

fast durchwegs aus dem Ausland. Der

60-jährige Wiener hat das gemacht,

was alle wollen: sein Hobby zu seinem

Beruf erklärt. Und lebt ganz ausgezeichnet

damit.

Irgendwie erinnert der

Mann an den Bockerer

Buschiger Oberlippenbart, buschige

Augenbraue, beides in Grau gehalten,

ebenso wie der Haarsatz, dazu listiginteressierte

Augen, ein sympathisches

Schmunzeln, kein Blatt vor dem Mund

und einen guten Schmäh obendrauf.

Und wie Karl Merkatz hat Josef Hirsch

seine Brille um den Hals baumeln.

25 edle Sonderanfertigungen verlassen

jährlich die Werkstätte des Meisters, der

seine Vorliebe für Finger-Stunts paradoxerweise

beim Motorsport entdeckt

hat. Zu einer Zeit übrigens, als Hirsch

von Beruf Fleischhauer war und den

elterlichen Betrieb übernehmen sollte.

Der PS-Narr kurvte emsig und durchaus

erfolgreich in der Tourenklasse um

die Meisterschaft mit und lernte „by

doing“. Schweißen, Löten und vor allem

Polyesterarbeiten. Damals ein Novum.

Darüber hinaus gewann der Rennfahrer

Fingerspitzengefühl; je kleiner die

Dinge, umso größer der Hirsch. Als

neue Motoren nur noch in preislichen

Höhen von einer Million guter alter

Schillinge zu haben waren, stieg Hirsch

auf die Bremse und begann Talent mit

Spaß zu koppeln. Sein erstes Schiff benannte

er nach Ehefrau Margot, mit

dem Auftrag, die Schiffsmodelle im

Technischen Museum zu restaurieren,

schaffte er endgültig den Durchbruch.

Josef Hirsch baut originalgetreue Nachbauten

von nostalgischen Holzschiffen

bis zu hypermodernen Yachten. Die

elterliche Fleischerei dient als exklusive

Brutstätte, unter 2.500 Euro macht

der Baumeister mittlerweile keinen

Finger mehr krumm. Das Büro öffnet


yacht

85

um 9.00 Uhr und schließt neun Stunden

später. Außer am Wochenende.

Ein Ablauf wie so viele, mit dem feinen

Unterschied, dass Josef Hirsch der

Broterwerb auch augenscheinlich Spaß

bereitet. Von jedem seiner Modelle

kennt er die komplette Vergangenheit,

von der ersten Latte bis hin zum letzten

Anstrich. Seine Kinder hängen in Eingangshallen

von Bootswerften oder in

aristokratischen Räumlichkeiten. Fürst

Schwarzenberg zählt ebenso zur Kundschaft

wie die Spedition Böhm, deren

schnittiger Hochsee-Racer im Format

1:15 gerade finalisiert wird.

Parallel zum Yacht-Nachbau entdeckte

der Taucher seine Leidenschaft für

den Segelsport. Von Breitenbrunn aus

zogen er und seine Margot ihre maritimen

Kreise auf dem Neusiedler See, bis

das Wasser irgendwann knapp wurde.

„Was die hinsichtlich Zuleitung nicht

alles versprochen haben, und zwar im-

01 auf und unter deck. Die maßstabsgetreue

Liebe zum Detail ist augenscheinlich.

02 skurril bis witzig. Meister Hirsch hat

eine Menge zu erzählen.

mer und immer wieder, und passiert

ist genau nichts.“ Boot und Besatzung

übersiedeln seitdem lieber an die Adria,

zuletzt war man in venezianischen Gewässern

auf Kurs. „Es ist schön hier“,

sagt Hirsch, der segelnd schon ziemlich

herumgekommen ist. Der Neusiedler

See bleibt tabu, von seinem

Betrieb trennt sich Hirsch dafür nur

indirekt. Sohn Christian, der in Sachen

Bootsbeschriftung längst Hand

anlegt, bastelt bereits fleißig mit. „Das

hat sich erst unlängst so ergeben und

freut mich schon sehr“, gesteht der

Bootsbauer, der seine ruhige Hand

ganz offensichtlich weitergegeben hat.

03 einblicke. Organisiertes Chaos anstelle

eines unnötigen Schauraumes.

04 fingerfertig. Kein Job für zittrige

Hände.

Was unbedingt vonnöten ist, denn

Präzision ist bei dem detailintensiven

Tagesgeschäft das A und O. Winschen,

Travellerschienen, Wantenspanner,

Baumniederholer, Blöcke, alles wird

perfekt nachgebaut, selbst das Innenleben

sieht täuschend echt aus.

Einige Glanzstücke stehen öffentlich

zur Schau, wer die XARIFA, das Forschungsschiff

von Hans Hass, und das

Expeditionsschiff der Habsburger, die

NOVARA, im Naturhistorischen Museum

erblickt, sieht die Handschrift

von Josef Hirsch.

Infos: www.yachtmodellbau.com


86

Round Palagruza Cannonball

13. bis 18. April 2008

ErsTE ösTErrEiCHisCHE ADriA-rEGATTA DEs jAHrEs sTEHT vor DEr Tür!

Kein vorsprung durch eine bessere Yacht oder durch ein besseres rating, beinharter direkter vergleich und echt sportliches segeln

in Einheitsklasse ist angesagt. Mit 380 seemeilen nonstop ist die regatta zwischen Ecker Cup und bMW offshore Challenge angesiedelt.

obwohl diese regatta nur für Crews mit Erfahrung geeignet ist, ist es laut reglement trotzdem gestattet, bei schlechtwetter

einen schutzhafen (oder eine sichere Ankerbucht) anzusegeln, um nach Wetterbesserung das rennen wieder aufzunehmen.

Wertungslinien entlang der strecke sorgen dafür, dass jede Yacht gewertet werden kann.

Weitere informationen zu route, Kosten, Ausschreibung etc. auf www.roundpalagruza.at.

Gebirgsseglercup

7. bis 9. April 2008

Die YCA-Crew Eisenerz veranstaltet in der 15. Kalenderwoche eine sternfahrt. Da die Eignerschiffe

in den verschiedensten Marinas verstreut liegen, wurde ein Treffen in primosten

am 7. 4. vereinbart. Alles, was noch fehlte, war ein besonderes Highlight. so wurde

der Gebirgsseglercup ins leben gerufen. Damit auch schwächere Mannschaften eine

Chance haben, gibt es eine langstrecke nach Trogir. Um die spannung etwas zu steigern,

wird eine Zwischenetappe eingeplant. Hauptsponsor Wimmer Yachting stellt mit einem

1.000-Euro-Chartergutschein den Hauptpreis! www.gebirgssegler.at


news Regatta

87

Fluch

oder Segen?

Oracle steigt in den TP52 Medcup ein, und zwar so, wie man

es von Oracle eben gewöhnt ist: zwei Boote, fünf Kiele und eine

hauseigene Segelmacherei. War der Medcup bisher kaum Thema für

Leichtbetuchte, explodieren die Kosten damit weiter. Kolportiert wird

ein Jahresbudget von 5 Millionen Euro, im Vergleich dazu kam der

Vorjahressieger mit weit weniger als der Hälfte aus. Ob Oracle der

Szene durch sein Engagement einen Bärendienst erweist, wird sich

weisen. Die Zweiklassengesellschaft nimmt wohl oder übel ihren

Lauf, ob das heimische Syndikat C-Quadrat Astro den Milliardären

die Stirn bieten kann, bleibt abzuwarten.

Foto: Diego Yriarte/Medcup


88

TEXT CHRISTIAN BAYER FOTO PITTER, HOFBAUER

FRÜHSTART

Chartercups liegen bei Österreichs Seglern ungebrochen im Trend. Kick-off für die Regattasaison in

der Adria ist im April. Zeit, die Frühjahrssession einer näheren Betrachtung zu unterziehen.

KORNATI CUP

Die Mutter aller Cups findet traditionell in Murter

statt. Ursprünglich als Ansegeln für Chartergäste erfunden,

hat der Kornati Cup im Lauf der Jahre nichts

an Attraktivität verloren, war Vorlage für viele ähnliche

Regatten und ist heute die größte österreichische Veranstaltung

ihrer Art in der Adria.

Das Teilnehmerfeld umfasst Regattaeinsteiger ebenso

wie erfahrene Profis. Gesegelt werden nautische

Wettfahrten zum jeweiligen Etappenziel, bevor es am

letzten Tag wieder zurück nach Murter geht. Dem Zug

der Zeit folgend, wird die Flotte in diverse Klassen unterteilt,

Sieger des Kornati Cups ist jedoch immer die

schnellste Yacht nach berechneter Zeit.

Den gesellschaftlichen Rahmen bieten diverse Buffets

und Stegfeste, die Regatta zählt zur BMW-Austria

Race Trophy.

VERANSTALTUNGSDETAILS:

Termin: 26.4.-1.5.2008

Ort:

Murter

Modus:

5 Wettfahrten

Klassen:

Yachten mit Spi

Yachten ohne Spi

Katamarane

Einheitsklasse Bavaria 42match (mit Spi)

Einheitsklasse Salona 37 (mit Spi)

Einheitsklasse Bavaria 38 (ohne Spi)

Einheitsklasse Bavaria 36 cruiser

(ohne Spi)

Gebühren: € 195,-/Boot – € 185,-/Person

Veranstalter: Pitter Yachtcharter

Webseite: www.kornaticup.at

Sieger 2007: Robert Blecha (mit Spi)

Fritz Renner (ohne Spi)

Franz Martin Prucha (Katamarane)

HOFBAUER CUP

„Wir sollten für unsere Stammkunden auch eine Regatta

am Meer veranstalten!“ Jutta Hofbauer sprach’s

und organisierte vor mittlerweile acht Jahren den ersten

Hofbauer Cup. Bis heute ist diese Veranstaltung ihrem

familiären Motto treu geblieben, ebenso die Klientel.

Der Wettkampf ist hier nicht wichtiger als das gesellige

Beisammensein mit alten Bekannten im gemütlichen

Marinarestaurant. Der sportliche Anspruch ist deswegen

jedoch nicht gering, es gibt eine Racerklasse und

Einheitsklassen mit und ohne Spinnaker.

Bei vielen Seglern ist der Hofbauer Cup als Ansegeln

beliebt, außerdem zählt die Regatta zur BMW-Austria

Race Trophy. Aufgrund des kleinen Teilnehmerfeldes

von etwa 25 Booten bleibt die Atmosphäre stets entspannt.

VERANSTALTUNGSDETAILS:

Termin: 16.-20.4.2008

Ort:

Portorož

Modus:

6 Wettfahrten

Klassen:

Yachten mit Spi

Yachten ohne Spi

Einheitsklasse Bavaria 35match (mit Spi)

Einheitsklasse Elan 333 (ohne Spi)

Gebühren: € 195,-/Boot – € 210,-/Person

Veranstalter: Segelschule Hofbauer

Webseite: www.hofbauer.at

Sieger 2007: Wolfgang Rendl (mit Spi)

Gregor Pelzmann (ohne Spi)

Alfred Minassian (Bavaria 35match)

Robert Dornstädter (Elan 333)


REGATTA

89

ADRIATIC SAILING WEEK „NEU”

„Ich habe diese Regatta vor über 10 Jahren ins Leben gerufen und werde sie jetzt weiterleben lassen.

Denn Freunde lässt man nicht im Stich“, versprach André Leers, Gründer dieser Veranstaltung, nach

dem Konkurs von Blu Balu.

Ähnlich dem Kornati Cup stehen auch hier nautische Kurse zum jeweiligen Tagesziel am Programm.

Hier wie dort werden die Mannschaften mit Buffets und Festen verwöhnt.

Vergleichbar auch die Qualität des Feldes, bunt gemischt von Regattaeinsteigern bis zu alten Hasen

der Szene. Gesegelt wird in offenen Klassen mit und ohne Spinnaker sowie diversen Einheitsklassen.

Anders als in den Vorjahren will Leers nicht auf Masse, sondern auf Qualität setzen, daher wird die

Flotte auch entsprechend schrumpfen. 40 Boote sind das Ziel, dafür gibt’s garantiert keine gelben

Luftballons.

VERANSTALTUNGSDETAILS:

Termin: 3.-8.5.2008

Ort:

Murter

Modus:

6 Wettfahrten

Klassen:

Yachten mit Spi

Yachten ohne Spi

Einheitsklasse Bavaria 42match (mit Spi)

Einheitsklasse Salona 37 (mit Spi)

Einheitsklasse Elan 340 (mit Spi)

Gebühren: € 195,-/Boot – € 185,-/Person

Veranstalter: Leers Yachting

Webseite: www.leers.com

Sieger 2007: -

ROUND PALAGRUŽA CANNONBALL

Eine Regatta, die so gar nicht in den üblichen Rahmen

der Chartercups in der Adria passt. Miša Strobl, Ronnie

Zeiller und Georg Kleiber organisieren dieses unabhängige

Mittelstreckenrennen, das ressourcenschonend

an die sportliche Fairness der Teilnehmer appelliert.

Gesegelt wird nonstop von Biograd um die kleine Insel

Palagruža und retour, was einer Wegstrecke von knapp

400 Seemeilen entspricht. Insgesamt 20 Mannschaften

können teilnehmen, gesegelt wird auf baugleichen

Bavaria 42match.

Dieser Event ist jedenfalls nicht für Regattaneulinge

zu empfehlen, richtet sich auch eindeutig an erfahrene

und an den Umgang mit Spinnaker gewöhnte Teams.

Die Initiative der Organisatoren kommt an, die Flotte

ist seit Monaten fast ausgebucht.

VERANSTALTUNGSDETAILS:

Termin: 12.-19.4.2008

Ort:

Biograd

Modus:

1 Langstreckenwettfahrt

Klasse:

Bavaria 42match

Gebühren: ca. € 3.300,-/Boot inkl. Charter

Veranstalter: Nautikverein sail attack

Webseite: www.roundpalagruza.at

Sieger 2007: -


90

ALPE ADRIA SAILING WEEK

Unter dem Titel Alpe Adria Sailing Week versteckt sich die Paraderegatta des Yacht Club Austria. Als

Moni Eisl den Austria Cup gründete, war sportliches Segeln mit Spinnaker seine Intention. Dabei ist

es geblieben, von der einst stolzen Regatta blieb zuletzt allerdings wenig übrig.

Der traditionelle Austria Cup ist damit nur mehr Teil des Ganzen und wird wie bisher in der Einheitsklasse

ausgesegelt. Sportlich gesehen eine tolle Herausforderung mit 6 Wettfahrten vor Izola,

auch wenn sich im Vorjahr gerade mal 18 Boote an der Startlinie einfanden. Man kann davon ausgehen,

dass es heuer wieder mehr sein werden.

Vor allem das Izola Open, nur am Sonntag ausgetragen, findet naturgemäß guten Zuspruch, auch

von slowenischen Crews.

VERANSTALTUNGSDETAILS:

Termin: 18.-22.5.2008

Ort:

Izola

Modus:

6 Wettfahrten

Klassen:

Racer

Yachten mit Spi

Yachten ohne Spi

Einheitsklasse für Austria Cup (mit Spi)

Gebühren: € 190,-/Boot – € 150,-/Person

Veranstalter: Leers Yachting

Webseite: www.yca.at

Sieger 2007: Wolfgang Rendl (Izola Open)

Richard Vojta (Racing Cup)

Hubert Raudaschl (Cruising Cup)

Thomas Zech (Austria Cup)

LINZ CUP

Still und heimlich hat sich der Linz Cup zu einer der

größten österreichischen Regatten in der Adria entwickelt.

2006 nahmen insgesamt 57 Yachten teil, heuer

werden es mindestens genauso viele sein.

Im Zweijahresrhythmus veranstaltet, unterscheidet

sich das Grundkonzept im Wesentlichen nicht von

dem vergleichbarer Veranstaltungen: Jeden Tag steuert

das Feld in nautischen Wettfahrten das jeweilige Etappenziel

an.

Besonderen Wert legen die Veranstalter auf die Mischung

aus Sport und Geselligkeit. Teilnahmeberechtigt

sind Mitarbeiter und Freunde der Linz AG.

VERANSTALTUNGSDETAILS:

Termin: 14.-21.6.2008

Ort:

Šukosan

Modus:

5 Wettfahrten

Klassen:

Einheitsklasse Elan 340 (mit Spi)

Einheitsklasse Elan 333 (ohne Spi)

Einheitsklasse Elan 31 (ohne Spi)

Einheitsklasse Bavaria 32 (ohne Spi)

Gebühren: € 250,-/Person + Charter

(€ 1.100,- bis € 1.500,-)

Veranstalter: Leers Yachting

Webseite: www.linz-cup.at

Sieger 2007: -


TexT DominiC mArSAno foTo ChriS CAmEron

regatta

91

die kehrseite

der medaille

Dank eines totalen Umkehrschwunges haben Sylvia Vogl und Carolina Flatscher ihre in Schutt und

Asche gelegene Sportler-Ehe wieder gekittet und 99 Prozent des Weges nach Qingdao gemeistert.

mit dem Rücken zur Wand

sind Österreichs 470er-

Damen Anfang des

Jahres nach Melbourne

gereist – die Weltmeisterschaft galt als

definitiv letztes Quoten-Sprungbrett für

die Olympischen Spiele, entsprechend

groß waren Druck und Anspannung.

In Anbetracht der prickelnden Begleiterscheinungen

war die Galavorstellung

in Down Under, das Duo segelte auf

den tollen sechsten Gesamtrang, durchaus

bemerkenswert. Womit Sylvia Vogl

und Carolina Flatscher nur noch ein

bestätigendes Resultat in Form einer

B-Leistung benötigen, um ihren großen

Traum tatsächlich wahr werden zu lassen.

Die Olympiapremiere des Power-

Duos wäre eine im doppelten Sinne,

denn erstmals in der Historie des österreichischen

Segelsportes würde ein heimisches

Damen-Team im Angesicht der

fünf Ringe Flagge zeigen.

die erste Ohrfeige

Der geniale Ist-Zustand war für Sylvia

Vogl und ihre Tiroler Partnerin vor

sechs Monaten noch ein völliges Hirngespinst.

Eine katastrophale Weltmeisterschaft

mutierte zum unrühmlichen

Höhepunkt eines Pleiten-Pech-und-

Pannen-Jahres, das mit der Kündigung

des Hauptsponsors Ende Dezember

2006 eingeläutet worden war. „Das hat

uns auch mental sehr hart getroffen,

die Partnerschaft mit Skandia war harmonisch

und für beide Seiten absolut

zufriedenstellend.“ Die Seglerinnen

kamen aufgrund der Konzernpolitik

unfreiwillig zum Handkuss und mussten

aus dem Nichts ein Budgetloch in

sechsstelliger Höhe stopfen. „Was neben

dem Leistungssport eben schwer

gelingt“, gesteht Vogl, die den Laden

wirtschaftlich schmeißt und generell die

Hosen anhat. Das merkt man und das

akzeptiert man. Die Dominanz der ehrgeizigen

Steuerfrau ist aber nicht jedermanns

Geschmack, was der durchaus

beachtliche Vorschoter-Verschleiß verdeutlicht.

„Eine professionelle Olympiakampagne

ist halt kein Honigschlecken

und letztendlich eine Frage der Einstellung“,

so Vogl, deren unerschütterliche

Konsequenz nicht immer und überall

mit gleichem Enthusiasmus geteilt wurde.

Sylvia Vogl weiß definitiv, was sie

will, ihr erfolgreicher Weg war bereits in

mit Roman Hagara an der Vorschot,

um zwei Jahre später das Fastnet Race

auf hoher See in Angriff zu nehmen.

Vogl steuert die Mumm 36 einer reinen

Frauen-Crew um Brigitte Bach und erinnert

sich: „Wir waren nicht perfekt,

aber wir sind durchgekommen, und das

war viel wert.“

drittes standbein

Durch ein Praktikum 1995 ein halbes

Jahr lang auf der Insel stationiert, entdeckte

die heute 33-Jährige während

ihres England-Aufenthaltes aber nicht

nur die Reize der Big-Boat-Szene, sonhoffnungsvoll.

on the road to Beijing: Sylvia Vogl und Carolina

Flatscher stehen unmittelbar vor ihrer olympiapremiere.

jungen Jahren augenscheinlich. Von den

segelbegeisterten Eltern auf zwei Kufen

großgezogen, wird der Teenager 1993

Dart-Vize-Europameisterin, übrigens


92

rückenwind. Nach krisengebeutelten Zeiten lacht Österreichs

Nummer 1 im olympischen Damen-Segelsport verdientermaßen

die Sonne.

dern auch die herzhaften Vorzüge des

Skiff-Segelns. Mit einem Laser 5000 im

Gepäck kehrte sie an den Attersee heim,

was fehlte, war allerdings der Vorschoter.

Die Suche begann, und endete mit Caro

Flatscher erst 2002. Dazwischen reichte

sich ein halbes Dutzend Vorschoter die

Klinke, standen eine Olympiakampagne

im 49er sowie zwei IMS-Meistertitel

auf hoher See zu Buche. Vogl dockte

2001 bei einem italienischen Syndikat

an und war abwechselnd für die Taktik

oder das Steuern zuständig. Die Oberösterreicherin

stand seglerisch gesehen

auf zwei gesunden Beinen, konnte einerseits

auf eine solide Katamaran- und

Skiffausbildung verweisen und hatte

andererseits auf großen Booten in der

Afterguard eine Menge dazugelernt.

„Der Rest“, sagt Vogl, „ist aber definitiv

zu kurz gekommen.“ Gemeint war das

Jollensegeln, aus Sicht der Steuerfrau

„die fehlende Basis“. Was letztendlich in

einer 470er-Karriere mündete und das

Ziel Olympische Spiele zu Folge hatte.

Mit Simona Höllermann fand Sylvia

Vogl wen für vorne, aber die Trainer

servierten Carolina Flatscher quasi auf

dem Servierteller. Die Tirolerin, die ihrerseits

die gemeinsame 470er-Karriere

mit Steuerfrau Judith Miller nach der

Matura auf Eis gelegt hatte, brachte den

Bonus ein, bereits einige Zeit auf Jollen

im Trapez gestanden zu haben, und

hatte genau das, was Vogl suchte: Erfahrung

und den bedingungslosen Willen,

dem Segelsport alles unterzuordnen.

Aufstieg und Untergang

Nur eine Woche nach dem ersten Telefonat

stach das Neo-Gespann vor Hyeres

in See und zog beim Segelklassiker

an der Cote d’Azur einen beachtlichen

vierten Wettfahrtsplatz an Land. Ein

Einstand nach Maß, der Lauf begann.

2005 gelang mit dem Sieg der Olympic

Garda und Platz neun bei der Weltmeisterschaft

vor San Francisco der

internationale Durchbruch, ein Jahr

später war man auf der europäischen

Bühne ständig im Bild: Eine EM-Silbermedaille

war ultimativer Höhepunkt

einer unglaublichen Saison, die aufgrund

des Skandia-Ausstiegs allerdings

mit Schrecken endete. Von diesem

Zeitpunkt an ging es mehr oder weniger

bergab, man kam vom ehrgeizigen

Weg ab und lag sich vermehrt in den

Haaren. „Es muss mitunter orgeln“, sinniert

Flatscher, die von ihrer Steuerfrau

als „eine, die keiner Fliege etwas zuleide

tun kann“ beschrieben wird. „Caro ist

der unverdorbenste Mensch, den ich

kenne, sie ist eine, die immer nur positiv

denkt.“ Echte Gefühlsausbrüche seien

bei ihrer Vorschoterin eher selten der

Fall, „sie ist halt eher der ruhigere Typ“.

Stimmt genau. Die 25-Jährige, wie Vogl

beim Bundesheer unter Vertrag, gehört

nicht unbedingt der Gruppe der Quasselstrippen

an und lacht lieber wortkarg,

aber einfach sympathisch in ihrer Art,

mit der Sonne um die Wette. Flatscher,

die vor zwei Jahren das Wirtschaftsstudium

vorübergehend unterbrochen

hat, besticht durch ihre Geduld und Beharrlichkeit.

Aber richtig streiten kann

sie nicht immer.

Untergang und Aufstieg

Nach der EM 2007, die in Anbetracht

der Silbermedaille aus dem Vorjahr mit

Rang neun enttäuschend verlief, folgte

mit dem Sieg der Kieler Woche ein

Zwischenhoch, doch unabhängig von

diesem weiteren Meilenstein schien die

Chemie an Bord verdorben, Cascais

brachte das Fass endgültig zum Überlaufen.

Mit Rang 30 verlief die Weltmeisterschaft

an der portugiesischen Algarve

ganz und gar nicht nach Wunsch, nicht

einmal das für die Spiele notwendige

Nationenticket, eigentlich Minimalziel,

konnte eingesackt werden. Die Kriegskassa

war gähnend leer, sportlich gab es

rein gar keine Vorwärtsbewegung, das

Ende der Zweisamkeit war beschlossene

Sache. Doch bereits am Heimweg wurde

aufgrund mangelnder Perspektiven

der Umkehrschwung eingeläutet. „Ein

Leben ohne Segelsport erschien uns

beiden als verfrüht, weder Caro noch

ich hatten Lust auf einen Bürojob. Als

uns das klar wurde, stand fest, dass wir

uns einfach zusammenraufen müssen.“

Gemeinsam mit Interimstrainer

Christian Binder wurden im Herbst

die Ärmel hochgekrempelt, der ful-


egatta

93

perfektion in reinkultur. Die Nummer 10 der

Welt hat in allen Lagen Herzeige-Format.

„anstatt aufs Wasser in ein Büro

zu fahren, war sowohl

für Caro als auch mich

undenkbar.“

Sylvia Vogl über den rücktritt vom rücktritt

minante Rest ist bekannt. Vogl, in der

Regel extrem fokussiert, hat gelernt,

„dass man auch abschalten muss.

Mein Flow-Zustand ist besser geworden,

und auch Caro hat viel zum

verbesserten Klima an Bord beigetragen.

Hätten wir so weitergemacht

wie bisher, wäre die Weltmeisterschaft

in die Hose und unsere gemeinsame

Karriere mit Sicherheit den Bach

runtergegangen.“ Dank des erfolgreichen

Krisenmanagements, bei

dem OESV-Sportpsychologe Univ.-

Prof. Dr. Günter Amesberger mit

Sicherheit seinen Beitrag geleistet

hat, steht Segel-Österreich vor einer

weiteren Premiere: Die erste Damen-

Olympiamedaille ist durchaus im Bereich

des Möglichen.


94

CrEw SAlzBUrG

CREW-CoMMANDER ING. GEoRG BUHL

Lotte-Lehmann-Promenade 14, 5026 Salzburg

M. 0664 / 910 10 40, georg.buhl@aon.at

YAChT ClUB AUSTriA

Einladung zur 36. Ordentlichen

Generalversammlung des YCA

Samstag, 29. 03. 2008,

Beginn: 14 Uhr, in Salzburg - beim Jägerwirt in Kasern

(5101 Salzburg-Nord, Kasern 4, Tel.: 0043 (0) 662/452177,

Fax: 45 21 77 - 43)

Sollte die Generalversammlung nicht beschlussfähig sein, so ist gemäß § 13,

Ziffer 7 und 8 der Satzung eine zweite Generalversammlung auf 14.30 Uhr einzuberufen,

die dann ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden und vertretenen

Mitglieder beschlussfähig ist.

Tagesordnung:

1. Begrüßung durch den Commodore.

2. Feststellung der Beschlussfähigkeit.

3. Genehmigung des Protokolls der GV vom 24.3.07. – Siehe YCA News 2/2007.

4. Beschlussfassung über diverse Änderungen der Satzung des YCA:

a) Änderung des § 13 „Der Vorstand“ Abs. 1 mit dem Ziel der

Verkleinerung der Personenzahl.

b) Änderung des § 13 „Der Vorstand“

Ergänzung eines Absatzes mit dem Ziel, den Vorstand vorwiegend

aus Crew-Commandern zusammenzusetzen.

c) Streichung Lit. h in § 13 Abs.1 mit dem Ziel, Fachreferenten dem

erweiterten Vorstand zuzuordnen.

d) Änderung des § 15 „Der erweiterte Vorstand“ Abs. 1 Lit. c mit dem Ziel

Fachreferenten vom erweiterten Vorstand kooptieren zu lassen und

ihnen das Stimmrecht für ihr Fachgebiet zu erteilen.

e) Änderung des § 14 Abs.4. Die Beschlussfassung ist mit einfacher

Mehrheit fernschriftlich möglich. Der Beschluss und ggf. das Ergebnis sind

dem erweiterten Vorstand bei nächster Gelegenheit vollinhaltlich,

schriftlich vorzulegen.

f) Ergänzung in § 17 Abs.5: Anträge, die einer qualifizierten Mehrheit

bedürfen, müssen bereits in der Tagesordnung so beschrieben sein,

dass die Mitglieder Ziel und Zweck oder unausweichlichen Grund des

Antrages erkennen können.

g) Änderung der Fristen in §17 Abs. 5: 8 Wochen ist zu ändern auf

3 Monate.

h) Änderung der Satzung für Zweigvereine und ggf. zusammenhängend

der Satzung des Hauptvereins nach Vorgabe des Vereinsgesetzes, wie

sie von der Vereinsbehörde in Innsbruck vorgeschrieben wurde

(Vorzutragen durch einen Vertreter der Crew Tirol/Vorarlberg).

5. Jahresbericht des Commodore.

6. Jahresbericht der Ämterführer.

7. Jahresbericht des Schatzmeisters.

8. Bericht der Rechnungsprüfer.

9. Antrag auf Entlastung des

a) Schatzmeisters,

b) gesamten Vorstandes.

10. Neuwahl des Vorstandes

11. Allfälliges

Seglerabend jeweils am zweiten Mittwoch des Monats, ab 19.30 Uhr beim Jägerwirt

in Kasern.

PrOGrAMMvOrSChAU

MiTTwOCh 12. März 2008

Kollege Toni Knierzinger aus Linz hält einen Vortrag über sein Lieblingsrevier CUBA

dung ergeht monatlich an e-mail adressen!

MiTTEilUNGEN

Ausbildungs- und Prüfungstörns organisiert der Crewcommander. Einladung ergeht

monatlich an e-mail adressen

Neue Mitglieder Crew Salzburg:

CrEw wiEN, Nö, BUrGENlANd

Crew-Commander Christian Schifter

Ludwiggasse 3, Haus 4, 1140 Wien

T. +43 / 1 / 710 92 22, cschifter@pantaenius.com

Roland Pöschl, YCA.WNB@utanet.at

Jeden 2. Dienstag im Monat (Abweichungen werden angekündigt, Juni/Sommerfest,

Juli u. August/Sommerpause) ab 19.00 Uhr im Clublokal „Restaurant Pistauer“,

1110 Wien, Ravelinstraße 3, beim Simmeringer Friedhof, Tel. 01-767 25 10

Die letzte Einladung und Aktuelles findest du auch unter:

www .yca.at - crews - crew wien, niederösterreich, burgenland

11. März 2008 – ClAUS GiNTNEr

Der bekannte, österreichische Weltumsegler erzählt von seinen Abenteuern auf den

Meeren der Welt.

8. APril 2008 – MAG. wOlFGANG Pröhl

„DER GANGES – Mit dem Boot vom Himalaya zum Indischen ozean“

2.700 Kilometer unterwegs auf dem heiligsten Fluß der Welt. Vom Quellgebiet des

Ganges im Himalaya mit seinen Gletschern bis zum tropischen Gangesdelta führt uns

diese spannende Expedition. Großartige Bilder und ein toller Vortrag erwarten Euch!

wETTErSEMiNAr MiT iNG. hANS wOlFGANG

Ein Thema, das uns alle betrifft! Hans Wolfgang hat bereits beim Crewabend im November

über das „Wetter“ referiert und uns begeistert. Nun haben Interessierte die

Gelegenheit, ihr Wissen über die Thematik zu vertiefen bzw. zu aktualisieren.

Termin: Freitag, 4. April 2008 (18.00-21.00) und Samstag, 5. April (09.30-17.00,

1,5 Std. Mittagspause!)

Programm: Theoretische Grundlagen, Wettervorhersagen, praxisorientierte Übungen,

Fallstudien, Spezielles (Seegebiete, KW-Fax, Internet…) wenn bei Anmeldung bekannt

gegeben.

Anmeldung: Tel. 01-710 92 22 (Christian Schifter) oder

per e-mail: cschifter@pantaenius.com

ort (Wien) und Kostenbeitrag werden bei der Anmeldung bekanntgegeben!

„rOUNd PAlAGrUzA CANNONBAll 2008 (Für YCA-Mitglieder)

Die beiden organisatoren der Murter-Dubrovnik Challenge, Mischa Strobl und Ronnie

Zeiller, planen für April 2008 eine komplett neue Mittelstrecken-Regatta in der Adria.

Auf 18 baugleichen Bavaria 42match soll „Round Palagruža“ über 400 Meilen nonstop

gesegelt werden.


Ausbildungs- und ProgrAmmübersicht für

YcA-mitglieder

95

Am 13.4.2008 ist der Start von Biograd aus geplant. Vercharterer ist Adriatic Callenge

die über eine Flotte von 18 identen Bavaria 42 Match verfügen. Das garantiert sportliches

Segeln mit Spinnaker ohne Messbrief-Diskussionen.

Die knapp 400 Mailen lange Nonstop-Route führt über Dugi Otok, dann rund Palagruza

nach Mljet, Korcula und Hvar wieder nach Biograd. Die komplette Strecke muß

unter Segel zurückgelegt werden, Motornutzung gibt es nur zum Stromladen.

Über ein Trackingsystem kann die Flotte über das Internet verfolgt werden und der

deutsche Seewetterexperte Meeno Schrader versorgt die Crews vor dem Start mit einer

Regattaberatung und Wetterkarten.

facts:

– Round Palagruža Cannonball 2008

– Termin: Sonntag, 13. April bis Freitag, 18. April 2008

– Route: Biograd-Dugi Otok-Palagruža-Mljet-Korcula-Hvar-Biograd (ca. 400 nm)

– Boote: Einheitsklasse Bavaria 42match von Adriatic Challenge mit Spinnaker

– Motor: Motorverwendung ist nicht gestattet

– Tracking: Professionelles Tracking im Internet

– Sportliche Leitung: Sport Consult; Mag. Gert Schmidleitner

– Organisation: Miša Strobl & Ronnie Zeiller

– Yachtcharter: Buchung nur über den Veranstalter;

Abwicklung in Zusammenarbeit mit dem Reisebüro Suntours, Graz

Informationen und Anmeldung unter www.roundpalagruza.at

info bei:

Miša Strobl, T. +43 / 699 / 16-68-90-18, mischa.strobl@gmail.com

crew oberösterreich

Crew-Commander Klaus Czap

Haydnstraße 47, 4020 Linz

t. +43 / 732 / 34 10 85, m. 0664 / 260 85 92

czap@austriaone.at

Liebe Clubmitglieder!

Zukünftig wird der O.Ö. Newsletter (Mail-Info) von Wolfgang Hoffmann, Fa. Netpark, Niederranna,

ausgesandt. Wir können daher unsere Mitglieder wieder mit Neuigkeiten aus

der Crew O.Ö. informieren. Wichtig ist aber, daß wir auch Ihre Mail-Adresse haben.

Wir danken für eine Spende zur Jugendausbildung!

Auf Euren regen Besuch freut sich der Crewcommander

Aktuelles:

Unser Weltumsegler Claus Gintner bringt sein Schiff ESCAPADA von Venezuela zurück

ins Mittelmeer. Für alle Teilstrecken sucht er noch Mitsegler. Genaue Infos beim

Crewcommander oder direkt bei Claus Gintner, Tel.: 0664-3843515, oder Mail: claus.

gintner@yahoo.de

Zwei Yachten der YCA-Crew O.Ö. sind zur Zeit auf Weltumsegelung. Die „Black Pearl“

und die „Golden Tilla“ Wir wünschen Gut Wind und immer eine handbreit Wasser

unterm Kiel !

Aktivitäten

Für Seemeilenhungrige und Prüfungskandidaten liegen uns verschiedene Angebote

vor (Meilentörns, Überfahrten, Überstellungen, Praxistörns)

Für Mitglieder des YCA-Crew O.Ö. veranstalten wir Updateprüfungen zur Fahrtbereicherweiterung

(MSVÖ) und Zusatzprüfungen. Technik für Inhaber eines ÖSV-Befähigungsausweises

zur Erlangung eines MSVÖ-Befähigungsausweises

Vor der Prüfung erfolgt ein Unterricht über Motortechnik.

Diese beiden Veranstaltungen werden von der Crew O.Ö. veranstaltet und sind nur für

YCA-Mitglieder zugänglich!

Alle Termine werden auf unserer Homepage bekanntgegeben. Außerdem erfolgt eine

Aussendung per E-mail. Auskünfte über diverse Möglichkeiten zur Fahrtbereichserweiterung/Umschreibung

etc. beim Crew-Commander anfordern!

stAmmtischinfo

YcA-stammtisch der crew o.ö. im raum lambach

14.03., 11.04., 09.05., 13.06., 12.09., 10.10., 14.11.

und 12.12.2008 ist auch gleich die Weihnachtsfeier

Beginn: jeweils um 19.00 Uhr

Stammtischleitung: Wolf –Dieter Grimm 4650, Edt bei Lambach,

0676-6276399, mail: grimmsailing@tele2.at

stammtisch seewalchen (Leiter: Erich JANSCH)

Der YCA-Stammtisch Attersee findet jeden ersten Samstag im Monat statt,

zu dem alle „Seefahrer“ recht herzlich eingeladen sind! Auf euer Kommen

freut sich Erich Jansch

Gmundnerstr. 9 (Eingang Hafnergasse), 4861 Schörfling, Tel.: 0664-4300711

stammtisch freistadt (Leiter: Sieghard LIST)

Die Benachrichigung über Termin und Ort erfolgen per SMS und sind auf

der Home Page unter: members.aon.at/crlipe abzufragen.

stammtisch ried (Leiter: Paul HAFNER)

findet jeden ersten Donnerstag im Monat in Paul Hafners Hafenkneipe,

Kellergasse 6, 4910 Ried, statt.

stammtisch linz (Leiter: Rudolf HANKE)

findet jeden zweiten Mittwoch im Monat ab 19 Uhr statt!

Im Bratwurstglöckerl, Angerholzerweg 38, 4020 Linz

crew tirol, vorArlberg

Crew-Commander Dr. Wolfgang Gold

An der Lan-Straße 27, 6020 Innsbruck

m. 0676 / 600 23 54, w.gold@chello.at, www.yca-tirol.at

Zweigverein des Yacht Club Austria mit Sitz in Linz, ZVR 356118755

clublokAl

APT-Club, A-6020 Innsbruck, Grabenweg 72, www.apt-club.at

Crewabende jeden 2. Mittwoch des Monats ab 20.00 Uhr

vorstAnd

Dr. Wolfgang Gold (Crew-Commander), Karl Florian (Vize-Crew-Commander), Johann

Angelmayer (Schatzmeister), Ernst Kocher (Yachtmeister), Marisa Kocher

(Schriftführerin)

crewProgrAmm

12.03.2008 Crewabend: Thomas Wiltner „Griechenland“

09.04.2008 Crewabend: YES „Atlantiküberquerung Herbst07“

14.05.2008 Crewabend: Christian Kargl/Andreas Hanakamp

„Volvo Ocean Race“

11.06.2008 Sommerfest

Ausbildungskurs befähigungsAusweis fb 2 + 3 (ösv und msvö)

Seit 15.01.2008, 16 (FB2) bzw. 18 (FB3) Abende, jeweils Dienstag und Donnerstag,

19:00 bis 22:00 Uhr, Prüfungstermin: 05.04.2008 in Hall in Tirol.

gmdss-betriebszeugnis (src + lrc)

Aussteller Royal Yachting Association London. Grundlagen der englischen Sprache

in Wort und Schrift müssen vorhanden sein. Kurs und Prüfung an einem Wochenende

in Tirol.

12.-13.04.2008 SRC (jeweils 09:00 bis 17:00 Uhr)


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InteressentInnen (v.a. auch GMDSS-Kurse wegen beschränkter TeilnehmerInnenzahl

– 10) bitte beim Yachtmeister Ernst Kocher, Tel. 0650/9063548, anmelden.

YCA-ClubArtikel

Ab sofort sind die YCA-Clubartikel direkt über den Crew-Commander zu beziehen.

Das Angebot findet Ihr auf unserer Homepage unter www.yca-tirol.at/shop.htm.

Die Ausgabe der Waren kann aus organisatorischen Gründen nur an den Crewabenden

erfolgen, daher bitten wir um rechtzeitige Vorbestellung.

Aktueller Hinweis unseres Yachtmeisters: Telefonieren ohne Roaminggebühren

im Ausland. Weiterführende Informationen dazu findet Ihr auf seiner Homepage

unter www.ekocher.at

Dr. Wolfgang Gold e.h.

Crew-Commander

Crew kärnten

Crew-Comm. Prof. Univ. Ass. Dr. Jürgen Adlmannseder

Rudolf Kattnigweg 3, 9201 Krumpendorf

t. 0650 / 340 04 75, juergen.adlmannseder@uni-klu.ac.at

www.yca-crew-ktn.at oder www.businessclub.at,

office@yca-crew-ktn.at

YCA-StAmmtiSCH klAgenfurt

Jeden Dienstag ab 19.00 Uhr Crew-Kärnten Stammtisch beim Gasthof Jerolitsch

in Krumpendorf.

A-Schein Praxis jederzeit möglich.

office@yca-crew-ktn.at Tel. 0650 5005799

egon.kollitsch@gmx.net, T. 0676 3041720,

rauchenwald.helmut@aon.at, T. 0676 5213814

generAli AlPe AdriA SAiling week 2008

18. bis 22. Mai 2008, Marina Izola - Slowenien

bewerbe

– Hypo Alpe Adria Cup: Offene Regatta für alle Fahrtenyachten nach ORC mit Spi.

– Pantaenius Austria Cup Traditionelle Einheitsklasse. Gesegelt wird auf den

schnellen Giro 34 Yachten.

– Hobas Kärntner Cruising Trophy

Wertung für Kärntner Fahrtenyachten.

– Alpe Adria Racing Cup

Wettbewerb für Rennyachten.

– Alpe Adria Cruising Cup

Fahrtenyachten ohne Spi

– Izola Open Cup

Wettfahrt - offen für alle Yachten.

wettfahrten

Eine „Lange Wettfahrt“, eine „Navigationswettfahrt „ zwei „Dreiecke“ und zwei

„Up-and-Down“. Ab sechs Wettfahrten wird ein Resultat gestrichen. (Die Langeund

die Navigationswettfahrt können nicht gestrichen werden.)

Schiffe und regeln:

Cruiser: Zugelassene Eigner- oder Charteryachten (Innenbordmotor, Innenausbau,

Bordfunk, Seereling, Rollgenua) Spi- oder Gennaker. Bei entsprechender

Nachfrage ist auch eine Wertung ohne Spi möglich.

Einheitsklasse und Racer: Rennschiffe und Schiffe der Einheitsklasse fahren in

jeweils eigenen Klassen.

Ein ORC Messbrief für 2008 ist für alle Schiffe Voraussetzung. (ORC-Vermessung

vor Ort gegen Barzahlung ist möglich.)

Es gelten die Regeln der ISAF und die jeweiligen Segelanweisungen. Wertungen nach

Low-Point-System.

nenngeld:

Das Nenngeld (Startgeld) beträgt pro Yacht 190,-- Euro (inkl. Liegeplatzgebühren für

den Zeitraum vom 18. bis 22. Mai 2008). Auf Wunsch werden gerne Sonderwertungen

ausgesegelt, für einen Mehrkostenbeitrag von zusätzlich 30,-- Euro pro Schiff. Das

Nenngeld pro Person beträgt 150,-- Euro.

Mit dem Nenngeld werden alle Kosten für die Regattainfrastruktur sowie die Verpflegung

im Veranstaltungsbereich abgegolten.

infos und Anmeldungen:

office@yca-crew-ktn.at, www,yca.at, www.yca-crew-ktn.at

Crew SteiermArk

Yacht Club Austria, The Austrian Cruising Club

Clubbüro: Nordberggasse 6-8, 8045 Graz

t. 0664 / 534 78 99, f. 03132 / 4269,

office@yca-steiermark.at, www.yca-steiermark.at,

Verbandsverein des Österreichischen Segelverbandes und des Motorboot

Sportverbandes Österreichs

YCA Crew Stmk - Club termine 2008m: 18.00 Uhr, Videovorführung, 18.00

Bürozeit jeden 1. Donnerstag im Monat von 19.00-20.00 Uhr

01.05.2008 Ansegeln am Waldschachersee, Clubregatta, Beginn 11.00 Uhr,

Start 15.00 Uhr

06.-12.07.2008 YCA-Jugendwoche, Zeltlager

12.07.2008 Abschlussfeier Jugendwoche anschließend Strandfest

25.09.2008 Fahrtenbereich 2 u. 3 ÖSV und MSVÖ (B-Schein) Infoabend,

Clubraum: 18.00 Uhr, Videovorführung, 18.00 Uhr

Waldschach Clubzentrum Tel.: 03185 / 80 07, Nur am Wochenende der Segelsaison

besetzt.

leiHServiCe

leihgegenstände miete/woche kaution reservierung

Bordapotheke 14 EUR 200 EUR Mag. Roswitha Fricke

Schutzengel Apotheke

Vinzenzgasse, Graz

Skipperkoffer

14 EUR 200 EUR Clubbüro

Navtexempfänger 14 EUR 200 EUR

NASA TARGET PRO

Rettungswesten für Kinder 14 EUR 200 EUR

Crew tAuern

Crew-Commander Ing. Fritz Breitenstein

5710 Kaprum 327

t. 06547 / 7159 oder 7065, office@crewtauern.at

www.crewtauern.at

CrewStAmmtiSCH


Ausbildungs- und ProgrAmmübersicht für

YcA-mitglieder

97

Jeden ersten Sonntag im Monat ab 10.00 Uhr im Gasthof SCHETT - in Piesendorf

- Fürth

crewAbende

Veranstaltungsort - Veranstaltungssaal OPTIMUM in Kaprun. Jeweils monatlich! Die

Einladungen ergehen wie immer persönlich an unsere Mitglieder!

theorieKurse

uKw - sPrechfunKzeugnis gmdss für den seefunK (deutsch src)

Kursleiter: Ing. Fritz Breitenstein

beginn: Voraussichtlich Freitag, 28. März 2008 um 19.00 Uhr,

7 Kursabende am Freitag und Samstag abends

Kursort: Kaprun

Prüfung: Voraussichtlich Ende April 2008 in Bad Reichenhall

Mindestteilnehmerzahl - 8 Personen (max. 16 Personen)

tÖrns

2 dreitägige wochenend-sKiPPertrAinings

24.04. bis 27.04.2008 / 15.05. bis 18.05.2008

2 Ausbildungs- und PrüfungstÖrns

29.03. bis 05.04.2008 / 05.04. bis 12.04.2008

oster - JugendtÖrn 2008

törnleiter: Ing. Fritz Breitenstein

termin: Samstag, 15. März bis Samstag 22. März 2008

revier: Mitteldalmatien (Ausgangshafen ist VODICE)

Voraussetzungen: A-Schein, Alter 12 bis 19 Jahre, Crewmitgliedschaft

Details aller unserer Veranstaltungen, Kurse und Törns finden Sie auf unserer Homepage:

www.crewtauern.at

Anmeldungen können gleichfalls direkt über diese Adresse vorgenommen werden!

crew eisenerz

Crew-Commander Mike Hecker

Freiheitsplatz 4, 8790 Eisenerz

t. 0664 / 34 58 529, mike@gebirgssegler.at,

www.gebirgssegler.at

clubAbend

Jeden 1. Donnerstag im Monat (Abweichungen werden angekündigt) um

18.00 Uhr im „GH zur alten Mühle“ Fam. Längauer, Hieflauerstraße 100,

8790 Eisenerz.

crewProgrAmm

06.- 09.03. BOOT TULLN, dadurch entfällt der Clubabend

29.03. Gemeinsame Fahrt zur Generalversammlung nach Kasern

03.04.Clubabend: Vorbereitung der Sternfahrt und Bilder vom Eigenbau der „ Christine“

von unserem Mitglied: Harald Schrammel

05.- 12.04. Sternfahrt in Dalmatien

07.- 09.04. 1.Gebirgssegler- Cup

Auch anderen Crews sind dazu herzlich eingeladen. Nähere Infos sind auf unserer

Homepage. Hauptpreis ist ein € 1.000,- Chartergutschein von Wimmer Yachting.

25.04. Multimedia- Show von Walter (Yogi) Hofstätter: Kroatien- Sizilien 19.00

Uhr im Eisenerzerhof

Mit Crew- Eisenerz- Schnaps- Bar. Eintritt: freie Spende.

bordAPotheKe

Die Leihgebühr beträgt € 5,- pro Woche (inkl. verbrauchtem Verbandsmaterial). Die

Medikamente werden individuell nach Verbrauch berechnet.

Auf Grund der Informationsveranstaltung am 07.02.

in Leoben kamen folgende Termine zu Stande:

A- schein theorie: Freitag 14.03. von 13.00 - 19.00 Uhr

Samstag 15.03. von 09.00 - 19.00 Uhr

Sonntag 16.03. von 09.00 - 18.00 Uhr incl. Prüfung

Bruttokosten /Person € 150.-- , Prüfungsgebühr € 25.--

ort: Painted Country Club Leoben

Zgmdss Kurs: Über Termin und Preis wird noch verhandelt. Im April steht dieses

Programm fest, da wir diese international gültige Lizenz in Kroatien absolvieren

wollen, wo die Prüfung auch in Deutsch abgelegt werden kann.

fb- 2, fb- 3 theorie: Ab September bzw. Oktober könnten wir einen Kurs- entweder

1 ganze Woche, von Samstag bis Sonntag machen, oder an 3 aufeinanderfolgenden

Wochenenden jeweils Freitag ab 0900, Sa und So ab 0900 - am 3.

Sonntag wäre bereits die Prüfung.

2. Möglichkeit wäre 2 Wochenenden, jeweils ab Donnerstag bis Sonntag jeweils

ab 0900. und eine Woche später die Prüfung, welche durchaus auch unter der

Woche stattfinden könnte, z.B. ab 1600 oder 1700.

Bruttokosten/Person: € 340.-- plus Skriptum und Seekarte € 40.-- ab 10 Teilnehmer

Prüfungsgebühr € 70.-- .

meilentörns: Erforderlich für Alle die nicht 500 Seemeilen nachweisen können.

Diese müssen 250 Seemeilen als Wachführer und 3 Nachtfahrten enthalten.

Dazu eignet sich einmal super die 15 KW in der auch unser Gebirgssegler Cup

enthalten ist. Kosten durchschnittlich € 250,-- (inklusive Nenngeld) + Crewkassa

/ pro Person. Einträge in die Crewbörse bitte an: sabine.rauch@twin.at Infos

unter: www.gebirgssegler.at

Oder die KW 19 von: 03.- 10.05 für € 360,-- + Crewkassa / pro Person, auf meiner

„JustforFun“ bei einer Mindestteilnehmerzahl von 4 Personen. Anmeldungen bitte

an: mike@gebirgssegler.at oder 0664/ 3458529

crew bAYern

Crew-Commander Dipl.-Päd. Barbara Lange-Hofmayer

Waldinger Str. 28, D-85084 Reichertshofen

t./f. +49 / 8453 / 8699, m. +49 / 160 / 735 82 09

Versammlung der Crew Bayern am 29.3.08 Beginn 1200 Uhr im Gasthof Jägerwirt

in Kasern bei Salzburg, Adresse siehe Einladung zur Generalversammlung

crew KroAtien

Ehren-Commodore und Crew-Commander

Kapitän Miljenko Zanic

Lucka Ispostava, HR-51250 Novi Vinodolski

t./f. +385 51 244 345

clubloKAl

Die YCA-Crew Kroatien lädt jeden Sonntag ab 10.00 Uhr im „Captains Club“ HR-

51250 Novi Vinodolski, Obala Kneza Branimira 3 zum YCA-Stammtisch ein.

crew schweiz

Crew-Commander Bruno Gerber

Alte Gasse 14, CH-3704 Krattigen

t. +41 / 338 / 22 95 24, f. +41 / 338 / 22 95 39,

www.yca-crew.schweiz.ch, office@yca-crew-schweiz.ch


THE INTERNATIONAL AUSTRIAN CRUISING CLUB

Information Ausbildung Regatten Assistenz

Versicherung Zulassung Küste Hochsee

Der Yacht Club Austria ist einer

der größten Hochseevereine Europas.

Seine ca. 3.500 Mitglieder sind über die

Grenzen Österreichs hinaus auch überall

zwischen Schweden und Zypern, Spanien

und Ungarn beheimatet.

...WENN´S UM KÜSTE ODER

HOCHSEE GEHT ...

Service

Unsere ca. 3.500 Mitglieder sind assoziierte

Mitglieder beim CCS (Cruising Club der Schweiz, 6.000 Mitgl.)

und beim DHH (Deutscher Hochseesportverband „HANSA“ e.V.,

16.000 Mitglieder). Mit dem SVBG (Società Velica di Barcola e

Grignano) gibt es einen Freundschaftsvertrag.

Eigene Hochseeregatta - „Austria Cup“

Sonderkonditionen bei Pantaenius, dem Yachtversicherer

Sonderkonditionen in diversen Marinas und bei Segelausstattern

Pannenhilfe unter anderem bei YCA-Stützpunkten der Firma Ecker

Yachting, einem Stützpunkt von Trend Travel Yachting und einem von

Sprungmann Yachting

Mitfahr- und Mitsegelmöglichkeiten. Diese bieten sich

häufig im Kreise unserer Mitglieder an

Vermittlung des Seebriefes der Republik Österreich und

Beratung bei allen technischen Schiffsproblemen

Interventionen im Ausland

Laufend Crewabende mit interessanten Vorträgen und

geselligen Veranstaltungen der einzelnen Crews

Hilfestellung bei Beantragung des Internationalen

Sportbootzertifikates der Republik Österreich (IC)

Information

Gleichgültig, ob Sie sich für die Adria, für eine Atlantiküberquerung,

eine Fahrt vom Fernen Osten nach Europa oder für eine

Weltumsegelung interessieren, im YCA finden Sie Mitglieder, die

entsprechende Erfahrungen gesammelt haben und Ihnen

wertvolle Informationen geben können.

Täglich steht Ihnen unser Generalsekretariat für Auskünfte

von Mo-Fr 9.00 - 13.00 Uhr zur Verfügung.

Info-Stände bei Bootmessen - z.B. in Tulln

Neu: 11 x im Jahr das neue Wassersportmagazin "Ocean 7"

mit den integrierten YCA-News!

Infos auf unserer Homepage unter: www.yca.at

Ausbildung

Kurse zur Erlangung von amtlichen Befähigungsausweisen

für Küsten - oder weltweite Fahrt für Segel- oder Motoryachten.

Sprechfunkzeugnis für den Seefunk

Moderne Navigationsverfahren - Radar, GPS

Astronomische Navigation

Bordmedizin

Wetterkunde - Wetterberichte

Yachttechnik - Motoren, Elektrik und Elektronik

Anmeldebon

Ich möchte Mitglied beim YCA werden!

Ich bin:

Vollmitglied

(Jugendmitglied = bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres)

Familienmitglied Jugendmitglied

Ich möchte folgender YCA-Sektion angehören:

Motoryachtsport Segelyachtsport

Bitte schicken Sie mir Informationsmaterial zu!

Name/Vorname:

Anschrift:

Geb.Dat.:

Telefon:

Geworben von: (Name)

Mitgl.Nr.:

Unterschrift:

Beruf:

e-mail:

Anmeldekarte bitte einsenden an: YCA-Generalsekretariat: A-4020 Linz, Lederergasse 88, Tel. 0732/78 10 86, Fax 0732/77 13 45

e-mail: office@yca.at, Internet: www.yca.at

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0 2 / 2 0 1 3 M ä r z / A p r i l 4 , 5 0 E U R

0 1 / 2 0 1 3 J ä n n e r / F e b r u a r 4 , 5 0 E U R

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Mehrwertsteuer Kroatien

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100

TexT IngeBorg WAldInger foTo roBert BreSSAnI

Leere. „es ist allzu viel Platz da …” (thomas Mann)

So Weit daS auge Reicht?

Das phänomen horizont.

Begrenzt. Über einen bestimmten Winkel hinaus kann das menschliche Auge nicht sehen.

Und auch WAS gesehen wird, liegt rein im Auge des Betrachters.

und stolz ist das Dahinziehen

so eines Schiffes

durch die Horizonte, als

„schön

Bewegungsart würdiger,

entschieden, als das Um-die-Kurven-Rasen

der Schnellzüge. Auffallend die absolute

Leere des Gesichtskreises ... Es ist allzu viel

Platz da. Die Geräumigkeit hat etwas Kosmisches.“

(Thomas Mann, „Meerfahrt

mit Don Quijote“.)

Der Horizont zeigt sich als messerscharfe

Kontur oder als diffuse Grauzone;

als gerader Strich, zackiger Kamm

oder sanfte Wölbung. Er verschlingt

die Sonne und gibt sie wieder frei. Der

Mensch hat eine besondere Beziehung

zu dieser Linie, an der Himmel

und Erde scheinbar zusammenstoßen.

Der Horizont markiert eine mythische

Schwelle, die viele Fragen aufwirft. Das

verleiht ihr den Nimbus eines Mysteriums:

Wie real ist diese Grenze? Und

was kommt dahinter? Das Ende der

Welt?

Der menschliche Gesichtskreis (griech.

horízon) ist „begrenzt“. Über einen

bestimmten Winkel hinaus vermag

das Auge nicht zu sehen. Doch die

Wahrnehmung der Welt ist keine bloße

Frage der Sehkraft, sondern auch

des geistigen Horizonts. Und der wird

wesentlich durch soziale und kulturelle

Faktoren bestimmt. Der hanseatische

Feingeist und Patriziersohn Thomas

Mann sieht die Welt (und deren Grenze

zum Himmel) mit anderen Augen als

der ums Überleben kämpfende Küstenfischer,

die bangende Seemannsbraut

oder der Entdeckungsreisende.


OCEAN7

essay

essay

101

Die Kimm scharf zu beobachten war für

Neuland-„Jäger“ in mehrfacher Hinsicht

lohnend. So notierte Kolumbus

in sein Bordbuch: Wer als Erster „Land

in Sicht!“ vermeldete, sollte „außer all

den Belohnungen, die das Herrscherpaar

versprochen hatte, nämlich die Auszahlung

eines lebenslänglichen Ruhegehaltes von

10.000 Maravedis“ auch noch eine seidene

Jacke als Geschenk erhalten. Welche

Küste Kolumbus erreicht zu haben

glaubte, ist Legende. Die Grenzen des

alten christlichen Kosmos waren ins

Wanken geraten. Die Vorstellung, die

Erde sei eine fixe Scheibe im Zentrum

des Planetensystems, und der Himmel

eine darübergesetzte Kuppel, hielt

dem neuzeitlichen Forscherdrang nicht

stand. Fremde Horizonte taten sich auf,

neue Karten waren zu zeichnen, erstaunliche

Geschichten zu erzählen. Die

unendliche Ferne war nicht länger eine

metaphysische, sondern eine berechenbare

Dimension.

Das Zeitalter der Aufklärung deutet den

Horizont als Sinnbild der Erkenntnis.

Man beginnt, die Welt aus immer neuen

Perspektiven zu erfassen. Die Erschließung

der Berggipfel ermöglicht den

„Panoramablick“ auf die Schöpfung.

Ein Flug mit der „Montgolfière“ legt

dem Ballonfahrer die Welt zu Füßen.

Allmählich unterscheidet man den wahren

vom scheinbaren, den mathematischen

vom nautischen Horizont. Der

Wissensdurst des Menschen ist groß, die

rein sachliche Erfassung von Welt und

All aber macht ihn nicht selig. Immer

wieder lädt er die entzauberte Natur mit

Sentiment und Transzendenz auf. Der

Horizont wird zur Projektionszone diffusen

Verlangens. Solange der Mensch

auf diese Sehnsuchtslinie zusteuert, hält

er an seinen Träumen fest – und vielleicht

auch an seiner Vision von einer

besseren Welt.

Der Horizont ähnelt einem Chamäleon.

Er wechselt sein Aussehen, und das

selbst hinter dem Rücken des Betrachters:

Die Erinnerung verklärt bekannte

Horizonte – oder lässt sie dem Herzen

langsam entschwinden. So erging

es wohl manchem Europäer, der New

York erreichte und noch einmal Rückschau

hielt: Jener „... blickte auf die See

hinaus … und glaubte, dass die Wolkenbahn

knapp über dem Horizont ein Umriss

von Land sei ... Immer wieder sagte er sich,

dass es kein Land sei und dass der östliche

Horizont kein Versprechen enthalte. Aber

der Eindruck blieb, entgegen aller Logik.

Als er dann endlich die Wolken als Wolken

erkannte und sah, dass es nichts als Wolken

waren – und wenn es ihm nicht gelang, gelang

es bestimmt seinem Sohn –, wurde er

Amerikaner und ließ seine Verwandtschaft

nachkommen.“ (John Berger, Essayband

„Das Sichtbare und das Verborgene“.)

Nicht selten entzaubert der Geschichtslauf

diesen Limes. Dann verblasst

der sprichwörtliche Silberstreif

am Horizont. Doch Götter sind ewig

und Utopien zäh. Solange sie den Horizont

beseelen, verheißt diese Linie

immer neue Hoffnung.

Das Phänomen Horizont.


102 TexT yvonne Kienesberger foTo www.amazon.de, www.robinKnox-johnston.co.uK, www.wiKipedia.de

Entwurf_neu_fertig.qxd 21.01.2008 16:24 Seite 1

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BücHeR

schapp

die erste zweihandregatta um die welt wurde gerade beendet und

außerdem ein neuer weltrekord im einhandsegeln aufgestellt. vor

allem die technik macht immer schnellere und spektakulärere segelrennen

möglich. doch wie war das, als es noch keine elektronik an

bord gab, teilweise noch kein Funk zur verfügung stand und man seine

Koordinaten noch nicht durch einen einfachen Knopfdruck auf

ein gps-gerät erfahren konnte?

„You do not ask a tame seagull why it needs to

disappear from time to time toward the open sea.

It goes, that’s all.“

Bernard Moitessier

Moralischer sieg. moitessier verzichtete auf seinen schon

sicher geglaubten sieg im ersten golden globe race.

Francis Chichester hatte eindeutig

einen neuen Maßstab gesetzt:

1966 hatte er die Welt in seinem

Segelboot einhand in 226 Tagen

– mit nur einem Zwischenstopp

in Australien – umrundet. Vor allem in

seinem Heimatland England wurde er

als Held gefeiert und bald nach seiner

Rückkunft von der Königin zum Ritter

geschlagen. Aber schon während seines

Törns begannen andere (erfahrene

und unerfahrene) Segler mit einem

völlig neuen Gedanken zu spielen: die

schnellste Weltumsegelung einhand,

ohne Zwischenstopp.

Golden Globe Race

Zu dieser Zeit entdeckten auch die britischen

Tageszeitungen den positiven

Publikumseffekt, den ein Segelrennen

um die Welt auslösen konnte. Die Sunday

Times war am schnellsten und lobte

für 1968 das erste Golden Globe Race

aus. Damit brachte die Tageszeitung

sämtliche Segler, die ohnehin schon mit

dem Gedanken einer Weltumsegelung

gespielt hatten, unter einen Hut – und

sicherte sich gleichzeitig die Rechte

an dem Segelevent. Dann ging alles

sehr rasch. Teilnehmen konnte praktisch

jeder, der über ein Segelboot (ob

Ein- oder Mehrrumpf) verfügte. Auch

starten konnte man – innerhalb eines

fünfmonatigen Zeitraumes –, wann

immer man wollte. Sieger sollte derjenige

werden, der als Erster seine Reise

beenden würde. Außerdem wurde ein

weiterer Preis für die schnellste Fahrt

ausgeschrieben.

Harte Konkurrenz

Unterschiedlicher konnten die Teilnehmer

an einer Segelwettfahrt um die Welt

wahrscheinlich gar nicht mehr sein.

Und ob man wirklich von einer harten

Konkurrenz sprechen kann, bleibt fraglich.

Meistenteils handelte es sich eher

um Träumer als um harte Regattasegler,

die beim ersten Golden Globe Race an

den Start gingen. Neun Segler traten an,

vier davon gaben schon im Atlantik auf.

Mit damals noch keinerlei Segelerfahrung

startete Chay Blyth in das Rennen

und musste kurz nach dem Kap der Guten

Hoffnung aufgeben. Der Trimaran

des lange Zeit führenden Nigel Tetley

sank. Tetley wurde am nächsten Tag aus

seiner Rettungsinsel geborgen. Blieben

nur drei Teilnehmer, die um den Sieg

kämpften.

Sich selbst besiegt

Am 10. Juli 1969 stößt das britische

Postschiff PiCARDy auf 33°11’ N,

040°28’ W auf den unbemannten Trimaran

TEiGNMOUTH ELECTRON,

kaum beschädigt, die Rettungsinsel an


Bücherschapp

103

ihrem Platz, ungewaschenes Geschirr

in der Spüle, auf dem Tisch zerlegte

Funkempfänger. Nur die Schiffsuhr

fehlt. Die Logbücher stecken in der

Navigationsecke, die letzte Eintragung

ist vom 1. Juli. Der Trimaran führte

in der Nonstop-Weltumsegelung, er

war dabei, den Rekord als schnellstes

Boot aller Zeiten nach England heimzuholen.

Sir Chichester, der in der Regattaleitung

in England die Positionsmeldungen

der Teilnehmer entgegennahm,

sprach schon von einem „spooky bird“,

der nur so dahinflog. Doch nun war

das Rennen gelaufen, Crowhurst blieb

verschwunden – und die Logbücher

offenbarten eine Tragödie. In dem

Buch „The Strange Last Voyage of

Donald Crowhurst“ rekonstruieren

Nicholas Tomalin und Ron Hall, was

auf der TEIGNMOUTH während

des Rennens wirklich passiert ist, und

enthüllen eine Sensation: Crowhurst

war NIE auf dem Weg um die Welt gewesen!

Er hatte in einer unglaublichen

(astro)navigatorischen Anstrengung seine

gesamte Reise erfunden, während er

selbst auf seinem Trimaran im Atlantik

an der brasilianischen Küste herumdümpelte.

Ein Rechengenie, das zum

Schluss dann doch die Nerven verlor.

Eine seiner letzten Eintragungen im

Logbuch: „It is finished – IT IS THE

MERCY!“ Der 2007 auf DVD erschienene

Film „Deep Water“ zeichnet die

Reise Crowhursts nach, ein sehr interessantes

Interview mit seinem Sohn

findet man auf www.timesonline.co.uk/

tol/news/article1265280.ece.

Moralischer Sieger

Er war ein segelnder Philosoph, ein Autor

von wunderschönen Segelbüchern

und ein Mensch mit tiefen Empfindungen.

Was er nicht war? Ein Regattasegler

mit dem Ziel, aufs Stockerl zu

kommen und einen Preis einzuheimsen!

Das erfahren er selbst und der Leser

aber erst im Laufe seines Buches „Der

verschenkte Sieg“. Deshalb ist man

dann auch gar nicht mehr verwundert,

als Bernard Moitessier nach der Passage

des Kaps der Guten Hoffnung, von Kap

Leeuwin und von Kap Hoorn in Führung

liegend beschließt, einfach weiterzusegeln,

immer nur weiter. Er verschenkt

bewusst seinen Sieg und findet

sich schließlich in der tahitischen Inselwelt

wieder. Viele werden darüber den

Kopf schütteln, doch andere werden zu

träumen beginnen.

Wahrer Sieger

Und schließlich muss es für das erste

Golden Globe Race natürlich auch einen

Sieger geben. Robin Knox-Johnston,

den man mittlerweile als britische Segellegende

kennt, erzählt in seinem

Buch „A World of My Own“ von seinen

Erfahrungen so ganz allein auf offener

See in einem Rennen der Extreme mit

nicht sichtbaren Segel-Gegnern, aber

vor allem mit sich selbst.

wahrer sieger. Segellegende Knox-Johnston gewinnt die

erste Einhandregatta um die Welt.

EMPFEHLUNGEN

Nicholas Tomalin und Ron Hall

The Strange Last Voyage of Donald Crowhurst

Bernard Moitessier

Der verschenkte Sieg

OCEAN7 meint: Spannender

kann der beste Thriller nicht

sein!

Taschenbuch: 304 Seiten

Verlag: McGraw-Hill Contemporary;

Auflage: Reprint (Mai

2003)

ISBN-10: 0071414290

Ein MUSS für jeden

Fahrtensegler – wie auch

alle anderen Bücher von

Moitessier, dem segelnden

Philosophen.

Broschiert: 276 Seiten

Verlag: Delius Klasing Verlag;

Auflage: N.-A. (1. September

2003)

ISBN-10: 3768807495

Sir Robin Knox-Johnston

A World of My Own

Das erste Golden Globe

Race aus der Sicht des

Siegers.

Taschenbuch: 264 Seiten

Verlag: Adlard Coles Nautical

(30. Januar 2004)

ISBN-10: 0713668997

Peter Nichols

Allein auf hoher See

Allgemeines Buch über

das erste Golden Globe

Rennen.

eXTreM. Einmal um die ganze

Welt sollte das erste Einhandrennen

in den 60er-Jahren führen.

Taschenbuch: 319 Seiten

Verlag: Lübbe; Auflage: 1

(Juni 2004)

ISBN-10: 3404642031


104

Salona 37

Das gesamte Heft 02/08 ist wieder sehr interessant – die Yachtrevue wirkt dagegen

direkt verstaubt. Und so etwas wie die OCEAN7-FACTS ab Seite 76 habe ich noch nie

in einer vergleichbaren Zeitschrift gefunden.

Auch die Berichte über das ÖSV-Prüfungs(un)wesen und über AD BOATS sind sehr

informativ.

Da kann man den Fehler auf Seite 98 (Beschreibung der Salona 37) leicht verschmerzen:

Inklusive der 2 Längskojen im Salon gibt es nur 8 und nicht 10 Schlafplätze.

Helmut Knipp

Lieber Herr Knipp, auch diesen „Fehler” müssen Sie nicht verschmerzen – die

Salona 37 hat in der beschriebenen Ausführung tatsächlich 10 Schlafplätze. Zwei

davon in so genannten Lotsenkojen.

Die Redaktion

Aber, aber, Herr Gazzari …

Sehr geehrter Herr Dobernigg,

Bitte bekommen Sie es nicht in die falsche Kehle, aber nachdem Sie letztes Jahr

unsere Fahrtenregatten-Übersicht 1:1 übernommen haben, vermute ich, dass

Sie das auch heuer gerne tun würden. Auch wenn Sie glauben, dass es dafür

kein Copyright gibt, weil ja öffentlich zugänglich: Diese Zusammenstellung findet

man sonst nirgends, auch was Preise und Leistungen betrifft. Ich glaube auch,

dass Sie es nicht notwendig haben von uns abzuschreiben. Ich würde es jedenfalls

nicht goutieren, wenn Sie es trotzdem tun (und ich bin bekannt bösartig …).

Mit freundlichen Grüßen

Luis Gazzari

Chefredakteur / Yachtrevue

Lieber Herr Gazzari, da OCEAN7 besonderen Wert auf seriöse und wahrheitsgemäße

Berichterstattung legt, können Sie sicher sein, dass wir niemals von der

Yachtrevue abschreiben würden. Aber unsere Zusammenstellung, die bereits in der

letzten Ausgabe von OCEAN7 veröffentlicht wurde, ist zum Download auf unserer

Website www.ocean7.at unter dem Link „Tipps & Tricks” bereit. Selbstverständlich

auch für Sie.

Thomas Dobernigg

Fischen von Bord

Lieber Leserbriefschreiber, Herr Rigler, wenn vier junge Burschen bei verschiedenen

gestellten Aufnahmen lachend ihren Fischfang herzeigen, frage ich mich, was dies

mit der „Achtung vor der Tierwelt des Ozeans” zu tun hat. Der Fisch ist nun einmal

ein Teil der menschlichen Ernährung und unabhängig von der Fangmethode lebt

und leidet er, bis er, vereinfacht gesagt, auf dem Teller landet. Bei einem längeren

Segeltörn ist der Fisch immer eine Bereicherung der Speisekarte (und schont die

Bordkasse). Ich könnte Ihnen viele ähnliche Bilder zeigen, wo die Crew lachend und

voll Freude den gelungenen Fang herzeigt, und ich versichere Ihnen, dass wir vor der

Natur im Allgemeinen und speziell vor dem Leben im Meer großen Respekt haben.

Hannes Kriegl, 8101 Gratkorn

ÖSV wozu?

Darf ich mich auf diesem Weg zur Problematik mit dem ÖSV wie folgt äußern und

Sie auch bitten, meinen Brief zu veröffentlichen: Ich habe Funktionäre des Österreichischen

Seglerverbandes als überhebliche und selbstherrliche Zeitgenossen kennengelernt,

deren Hauptanliegen eigentlich darin bestand, ihre Macht zu demonstrieren

und auf Kosten der Prüflinge Segeltörns in der Adria zu genießen. Aber wozu

brauchen wir den ÖSV eigentlich? Es handelt sich hier doch nur um einen weiteren

Verein in der unermesslichen Anzahl der österreichischen Vereine. Und wie man

auf der Webseite „Internationale Anerkennung österreichischer Schiffsdokumente”

des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie nachlesen kann,

gibt es für eine gegenseitige Anerkennung von Sportpatenten keine internationalen

Abkommen oder EU-Regelungen. Sie liegt somit ausschließlich im Ermessen der

Küstenstaaten. Das bedeutet also, dass der so genannte österreichische B-Schein

von keinem Staat der Welt anerkannt werden muss! Ja warum soll sich dann jemand

mit der Prüfung des ÖSV überhaupt herumschlagen?

Selbstverständlich soll die Kompetenz zur Führung eines Bootes in internationalen

Gewässern in einem entsprechenden Kurs, wie sie von vielen Veranstaltern angeboten

werden, erlangt werden und kein verantwortungsvoller Schiffsführer wird es

verabsäumen, sich die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten anzueignen. Aber

das hat doch bitte nichts mit dem ÖSV zu tun.

Dr. Gerhard Vogl, Hall in Tirol

Streit im ÖSV

Zunächst möchte ich mich für die Zusendung Ihrer Zeitschrift herzlich bedanken. Aufmachung

ist super und auch die Inhalte sehr ansprechend. Gestört hat mich aber der

Artikel auf Seite 48, „Jeder kocht sein eigenes Süppchen”, für den offensichtlich Ihre

ganze Redaktion verantwortlich ist, da kein einzelner Name angegeben wurde. Traut

sich da wer nicht? Hier werden alte Hüte und sonstige Dinge in den Raum gestellt

und ganz besonders hat mich bei der Aufzählung div. Ausgaben der Satz gestört: „Und

hohe ÖSV-Funktionäre bekommen wohl auch einiges vom Kuchen ab ...” Das ist so

nach dem Motto, stimmt’s nicht, wird schon was hängen bleiben, patzen wir sie halt

an. Dieser Stil passt absolut nicht zur Aufmachung und den restlichen sachlichen Artikeln

Ihrer Zeitschrift. Ich würde es mir als ÖSV-Funktionär auch nicht gefallen lassen.

In diesem Sinne – beste Grüße,

Inge Piso

Mehrwertsteuer

Sehr geehrter Herr Dr. Berger. Ich habe mit großem Interesse Ihren Bericht zum Thema

MwSt. verfolgt, war sehr aufschlussreich und in Europa weiß ich jetzt Bescheid. Aber

was ist mit den Inseln Gran Canaria, Teneriffa und mit den Überseegebieten von EU-

Staaten? Was würden Sie empfehlen, wie sollte ich vorgehen, wenn ich mit meinem

unversteuerten Schiff in Martinique einklarieren würde? Mein Schiff wurde in Frankreich

gebaut, ist 10 Jahre alt und wurde nie versteuert. Ich bin der zweite Besitzer.

Josef Dax

OCEAN7 hat sehr viele Zuschriften zum Thema MwSt. beim Bootskauf erhalten – und

alle an den OCEAN7-Steuerexperten, Herrn Dr. Berger, weitergeleitet.

Fragen und Antworten zum Thema sowie weitere Leserbriefe wird OCEAN7 in der

KW 11 auf www.ocean7.at veröffentlichen!

Die Redaktion

Barfuß segeln

Sehr geehrte Redaktion, ich ersuche Sie, wenn möglich, einen wie ich meine bewährten

Tipp an die Segelfreundin Cornelia Schifter weiterzugeben. Unter dem Titel

„Kind der See” sagt sie über ihren Transatlantiktörn unter anderem: „Endlich wieder

Zehen anhauen!” Steht auch am Steuerrad ohne Schuhe. Sie sagt weiters, „es ist immer

gut, nicht nur alte Hasen auf dem Schiff zu haben, die alles besser wissen.” Bei mir

an Bord müssen immer Segel- oder Tennisschuhe getragen werden, um Verletzungen

im Zehenbereich zu vermeiden. Ich hoffe, dass mein Tipp die begeisterte Seglerin

Cornelia vor solchen Verletzungen schützt – falls sie die Empfehlung ernst nimmt.

Mast- und Schotbruch

Richi Rah

Lieber Herr Rah, grundsätzlich haben Sie recht, aber die Passatwind-Route um die

Welt trägt den schönen Namen „Barfußroute”. Warum wohl?

Thomas Dobernigg

Sicherheit

Ich habe die Erlebnisse von Cornelia Schifter durch den Artikel wirklich toll mitempfinden

können. Allerdings finde ich es schon ziemlich fahrlässig, wenn jemand auf

einem langen Törn als Wachführer Dienst tut und die Dinge, die im Ernstfall geradezu


leserbriefe/impressum

105

mechanisch ablaufen sollten, wie z.B. Mann über Bord, gerade mal vom Zuschauen

kennt.

Liebe Grüße,

Wilhelm Moser

Eine ausführliche Sicherheitseinweisung inklusive eines gefahrenen Mann-über-

Bord-Manövers gehört zur guten Seemannschaft und sollte bei jedem Törn Standard

sein. Allerdings ist das nicht Sache der Crewmitglieder, sondern ausschließlich

Pflicht des Skippers.

Die Redaktion

liebe oCean7-leser!

Wir freuen uns über die wahre Flut an leserbriefen, die uns in den vergangenen

Wochen erreicht hat. leider sind wir aus Platzgründen nicht in

der lage, alle schreiben abzudrucken. Wir veröffentlichen aber die interessantesten

in ungekürzter Form auf unserer Webseite. zuschriften bitte ausschließlich

per Mail an: redaktion@ocean7.at

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Suche Segeljacht, 10-12 Meter. Max. Preis 50.000 Euro. Standort bevorzugt

Italien oder Kroatien. Michael Toferer, T: 0043/664/525 37 51.

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Bernhard Rothkappel

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Thomas D. Dobernigg

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106

TexT HaNS werNer HUemer IllusTraTIon DiNo VUJeViC

Der Pechvogel

BEI IHM GEHT ALLES SCHIEF

Versenkt. Nein, versenkt hat unser Unglücksrabe bisher nur mal seine Zahnbürste, sein Handy oder

seine Kamera. Das Schiff haben wir bisher heil zurückgebracht – aber das immer nur knapp.

Wie jedes Jahr brach unsere

Crew – 5 Tiroler – im

letzten Herbst auch wieder

zu einem Segeltörn

auf, diesmal in die Adria. Wir sind alte

Freunde, kennen uns schon seit der

Schulzeit und sind an Bord ein eingespieltes

Team. Obwohl oder gerade weil

ein notorischer Pechvogel seit jeher in

unserer Mitte ist, wird jede Fahrt zu

einem besonderen Abenteuer!

Er heißt Felix, vulgo „Lixl“. Wenn irgendein

Gegenstand versehentlich ins

Wasser fällt, gehört er ihm. Wenn sich

einer beim Kochen in der Pantry die

Finger verbrennt, ist es er. Sein Missgeschick

hört selten auf …

Während einer unruhigen Seglerei von

Split nach Vis – Lixl hatte Küchendienst

– sollte er uns mit einer großen

Schüssel voll Wurstnudeln verwöhnen.

Der Skipper leitete gerade eine Wende

ein, als der Unglücksrabe mit unserem

Mittagessen im Kochtopf nichts ahnend

im Niedergang auftauchte. „REE !“ …

und der Smutje ging samt der Mahlzeit

in hohem Bogen über Bord. Nix Gröberes

passierte! Den Anblick und das

Schmunzeln an Deck könnt ihr euch

aber wohl vorstellen, als er inmitten

seiner Wurstnudeln schwimmend auf

den „patscherten“ Rudergänger fluchte.

Von Beleidigtsein oder gar einem bösen

Wort war nach der Bergung von Koch

und Topf keine Rede mehr! Aus Dankbarkeit

für sein nachsichtiges Verhalten

wurde er für die übrige Fahrt einstimmig

zum „Ersten Offizier“ gewählt.

Diesen Entschluss sollten wir aber bald

bereuen: Nach eingehendem Studium

der Seekarte ordnete unser Lixl als

Der Pechvogel

Wachführer eines Tages knapp vor

der Dämmerung an, dass wir schon in

Zverinac – und nicht wie geplant einige

Meilen weiter in Bozava – in Ruhe die

Nacht verbringen sollten. Seine Kommandos

waren seemännisch kurz und

klar: „Anlegen mit Heck an die Pier

und Buganker setzen! Beiboot vorne

festmachen, es ist hinderlich beim Anlegen!

Hannes ans Ruder, Stefan an die

Landleinen, ich übernehme den Buganker!“

Das Folgende spielte sich dann

wie in Zeitlupe ab: Hannes steuerte

die Yacht unter Motor achteraus langsam

und ruhig an die Pier. Stefan war

mit den Leinen in der Hand klar zum

Landgang, Lixl wartete mit dem Fuß

auf dem Pedal des elektrischen Ankerspills

auf seinen Einsatz. „Anker fallen!“

… „Anker fällt!“… Stefan machte

mit seinen Leinen einen kurzen Schritt

an Land und – rumps – das Heck kollidierte

mit der Kaimauer! Warum? Der

Anker am Bug hatte nicht gegriffen.

Lixl hatte ihn nämlich nicht auf Grund

gesetzt – sondern in das vorne angehängte

Beiboot fallen lassen, ohne das

Malheur zu bemerken! So konnte der

Danforth unser Schiff natürlich nicht

stoppen! Der Schaden am Schiff war

nicht allzu groß, nur das kleine Beiboot

musste geflickt werden. „Gottes

sind Wogen und Wind. Anker aber und

Steuer, dass ihr den Hafen gewinnt,

sind Euer!“

Die Rückfahrt verlief überraschenderweise

ohne gröbere Zwischenfälle. Das

„Bife Ana“ auf der kleinen Insel Zverinac

(44°09’ N, 014°56’ E) werden wir

bei der nächsten Fahrt sicher wieder

anlaufen! Lixl wird dann auf jeden Fall

wieder mit dabei sein …


ICH HATTE GLÜCK.

Damit Querschnittslähmung

keine Frage des Schicksals

bleibt, unterstütze ich

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