Fiat 500 IG Magazin 2014

fiat500

Das Jahresmagazin der Fiat 500 IG München

Die Jahresausgabe der Fiat 500 IG München 2014

www.fiat500ig.de

Fiat 500 Ruine

Transport

Einmal Sahara und zurück

13.555 km

mit 23 PS

Italienisches Straßenfest

in München

Wir sind

Europa

Österreich

Ebbser

Roas

PS-Boliden der Anderen Art

American

Style

Vienna Classic Days 2014

Einfach

phenomenal!


Editorial

Liebe Fiat 500 Freunde,

Damit unsere Ausgabe nicht immer zu einem reinen Reisemagazin

mutiert, bitte ich Euch mir technische Berichte

zu liefern, zum Beispiel Tipps und Tricks, Restaurationsberichte,

Probleme und wie sie gelöst wurden. Ich bin gerne

bereit diese Artikel für das Heft aufzubereiten. Auf gutes

Gelingen für 2015.

Was ist mir dieses Jahr mit dem

Fiat passiert?

Stuttgart 2013

4 Das 10jährige Jubiläum

Fiat 124 Abarth Spider Treffen 2013

5 Die Superlative

6 Kurz notiert

Inhalt

Foto: Angie Schlegel

Abgeschleppt

Vielen Dank nochmal

Ulli, der nette Fahrer

dieses Abschleppfahrzeugs,

für das nach

Hause bringen und die

nette Unterhaltung auf

der Tour. Ist totaler Fiat

500 Fan.

Sehr unangenehm war das totale Versagen der Bremsen am Harras

in München. Meine Werkstatt hat mir neue Bremstrommeln

eingebaut. Der Wagen bremste danach wie

ein Neuwagen. Aber nicht lange, durch

mehrmaliges Pumpen bzw. betätigen der

Bremse zeigte sich noch eine zeitlang

Wirkung bis zu dem Moment, wo das Pedal

einfach durchfiel. Mit einem riesigen

ADAC-Lkw wurde ich zu der Fiat-Werkstatt

verfrachtet. Hätte ich nur vorher mit

dem Loreto gesprochen, wenn man die

Bremstrommeln wechselt, sollte man

auch gleichzeitg die Radbremszylinder wechseln. Der Kostenfaktor

ist lächerlich und ich hätte mir das Erlebnis des totalen

Ausfalls von Bremsen ersparen können. Also Hinweis: Beides

wechseln lassen.

Ich fahre auch einen neuen Fiat 500 Abarth. Mit sehr hoher Geschwindigkeit

fahre ich die Starnberger Autobahn hinunter und

bremse voll runter wegen einer Geschwindigkeitsbegrenzung

von 60 km/h (steht oft Radar an einer bestimmten Stelle). Kurz

darauf stoppt mich eine rote Ampel. Das Getriebe erlaubte mir

keinen 1sten und keinen 2. Gang mehr zu betätigen. Im dritten

Gang konnte ich dann anfahren, der später auch nicht mehr ging.

Was ist passiert. Marder haben einen Heidenspaß mit Steinen

zu spielen. Die Steine wurden oben irgenwo platziert und sind

durch mein extrem starkes Bremsen auf das Getriebegestänge

gefallen und haben es so blockiert, daß ich nicht

mehr Schalten konnte. 3 Steine in Form und Größe

von Eiern hat die Werkstatt rausgeholt. Eine Sache

von nicht mal 3 Minuten. Auf das muß man erst mal

kommen.

Ich freue mich schon auf die Saison 2015, wir haben

schon einige Termine für nächstes Jahr bekommen.

Herzlichst Eure Angie von der Fiat 500 IG München

Burkhard Hildebrandt

8 Einmal Sahara und zurück

mit 23 PS

13 Wie kommt der Fiat da rein?

PS-Boliden der Anderen Art

14 American Style

Italienisches Straßenfest München

16 Wir sind Europa

Puch 500/Fiat 500 Treffen

20 Ebbser Roas

Vienna Classic Days

28 Einfach phenomenal!

Inpressum

Verfasser: Angelika Schlegel,

Bismarckstraße 12, 82319 Starnberg

angieschlegel@yahoo.de

info@fiat500ig.de

Erscheinungsweise: 1 mal im Jahr

Druckerei: Rainbowprint,

Druckerei Ganz, Inhaber: Norbert Ganz,

Paradiesstr. 10,

97225 Zellingen-Retzbach

Murnau

Einer unserer ersten Ausfahrten war Murnau am

Palmsonntag.

Foto: Angie Schlegel

www.fiat 500ig.de/500er 2014 3


Report aus 2013

Stuttgart, September 2013

Das 10jährige

Jubiläum

Zum ersten Mal in diesem Jahr hatte ich das große Vergnügen

in einem SUV, Marke BMW mit Anhänger, auf

dem der Fiat 500 vom Loreto stand, Richtung Stuttgart

zu fahren. Im Fond zu sitzen, die Landschaft zu genießen

oder auf meinem Tablett zu lesen, einfach herrlich.

Der Wagen, der nicht

wollte

Ein Auto und viele

Männer. Das neue

Cabrio von Mario

(der Mann mit der

roten Mütze) war

nicht in Gang zu

bringen. Er mußte

vom Platz abgeschleppt

werden,

natürlich mit einem

Fiat.

Ziel war die Burgfalknerei Hohenbeilstein.

Es ist eine private Greifvogelwarte,

Zucht- und Rehabilitierungsstation.

Die Flugvorführung

war ein echtes Highlight, vor allem

die Geier mit einer Spannweite von

3m, die man auch die Jumbos unter

den Vögeln nennt. Vorgeführt

wurden noch die Eule, sowie Falken

– die Ferraries der Lüfte. Man

sitzt wunderschön neben einem

fünfeckigen Turm „Langhans“, den

man auch erklimmen kann (was ich

nicht gemacht habe), von dessen

Plattform aus man eine herrliche

Aussicht ins „Bottwartal“ hat. Diese

Aussicht konnte man (fast) auch

unten geniessen.

Ein Schraubertreffen

Wir stehen am Ende der Saison und

anscheinend melden sich jetzt die

Verschleißteile, wie Unterbrecher

oder Kondensatoren und ähnliches.

Mario hatte sich einen aufgeschnitten

Fiat 500 gekauft, der ums Verrecken

nicht anspringen wollte.

Mehrere Helfer unter anderem auch

Loreto scheiterten daran den Wagen

zum Laufen zu bringen. Er wurde

wieder vom Platz geschleppt. Auch

bei der Burg wollte der ein oder andere

Fiat nicht mehr anspringen.

D

ie 240 km zogen sich dann allerdings

doch in die Länge, wir

(Gabi, Loreto und meine Wenigkeit)

brauchten fast 3,5 Stunden,

man muss dazu sagen, wir fuhren

mit einem Navi – womit wir mal

wieder bei meinem Lieblingsthema

sind – dass nicht auf dem neuesten

Stand war. Aber die Strecke war

schön, kostete uns aber mindestens

30 Minuten. Der Grund unserer

Reise war das 10jährige Jubiläum

des Fiat 500 Club Fellbach/Oeffingen.

Es erwarteten uns 51 Fahrzeuge,

davon war ein Topolino in der Farbe

silber, am altbekannten Platz in

Fellbach/Oeffingen. Wir waren zu

dritt mit einem Fahrzeug da, ich

kümmerte mich um einen Beifahrerplatz,

den ich auch sofort organisiert

hatte. Danke Dillingen. Es

sollte allerdings anders kommen, da

Loreto beschlossen hatte, dass ich

mit seinem Fiat fahren sollte. Kurzum,

er wurde dann zu Carmen reingesetzt.

Werner gab uns eine kurze

Einführung in Sachen Ausfahrt (ca.

70km), „es gibt 2 Ampeln bei denen

nur 5 Fahrzeuge durchkommen,

aber wir werden uns später wieder

alle auf einem Parkplatz sammeln“.

Alle haben auch ein Roadbook bekommen,

aber Dank der fantastischen

Streckenpostenorganisation

brauchte man es gar nicht. Also

immer geradeaus bis zum Streckenposten,

der einem den Weg zeigte.

Fiat mal anders:

Ist das nicht

nett, ein Fiat mit

Wimpern. Der Hingucker

auf diesem

Treffen.

Der Abend, wie schon öfters, fand

in der Turnhalle statt. Es wurde

wieder ganz toll gekocht. Sehr viele

Leute kamen zu diesem Event,

schließlich feierte der Club 10jähriges

Jubiläum. Höhepunkt der Veranstaltung

war der Auftritt der Jumpers

mit ihrem Fiat namens „Bolizei“.

Sieben gestandene Männer

entstiegen einem völlig zerbeulten

pinkfarbenen Fiat 500 und turnten

auf, in und um den Wagen herum.

Eine Supershow. Mario’s Rede war

kurz und knapp. Danach gab es

noch eine Tombola.

Fazit: Das Treffen war super organisiert,

die Ausfahrt echt klasse.

Gratulation an alle Organisatoren:

Mario, Britta, Werner, Ulla und

Sylvie.

von Angie Schlegel, Fiat 500 IG München

Fotos: Angie Schlegel

4 500er 2014/www.fiat500ig.de


Report aus 2013

Fiat Abarth 124 Rally Stradale, ein Sportwagen der gebaut wurde zwischen 1972 und

1975. Kotflügelverbreiterungen, Leichtmetallfelgen und Gummihörner verleihen ihm den

Rallye-Look. Er wurde gerade mal 1012mal gebaut, Einzelradaufhängung, ca. 128 PS und

damals für 20.000 DM zu haben.

Fiat 124 Abarth Spider Treffen 2013

Die Superlative

Ich war noch nie auf einem Treffen, bei dem die Fahrzeuge

sich eigentlich nur durch die Farben unterscheiden:

weiß/schwarz; rot/schwarz und hellblau/schwarz.

M

ein Mann besitzt einen 124er Abarth

Spider und er fragte mich,

ob ich ihn auf eine Abarth-Spider

Treffen begleiten würde. Es erwarteten

uns ca. 16 Fahrzeuge gleichen

Bautyps im Schloß Pommersfelden,

daß liegt zwischen Bamberg und Erlangen.

Natürlich kannte ich auch

einen 124er-Fahrer von der Squadra

Celeste Ausfahrt von 2012. So klein

ist die Welt.

Sebastian Zeitz hatte diese Veranstaltung

organisiert. Die Ausfahrt

hatte er komplett über Google geplant

und war im Gegensatz zu einer

Fiat 500 Ausfahrt sehr rasant.

Ziel war der Abarth-Spezialist

Aumüller, Schönbrunn im Steigerwald.

Er gehört zu den größten

Abarth-Sammlern weltweit. Ich

hatte das Vergnügen, mit ihm in

einem echten Fiat 500 Abarth zu

fah ren. Die Führung durch seine

Hallen war gigantisch. Zu jedem

Auto gab es eine Geschichte und

jedes Auto ist fahrbereit.

Abends dinierten wir im Schloß

Pommersfelden und hatten das Vergnügen

einem klassischen Konzert

beizuwohnen, gekrönt von einem

Feuerwerk.

Vielen Dank an Herrn Leo Aumüller

und Familie für die tolle Führung

durch die Hallen.

Und großes Kompliment an Sebastian,

daß hast Du ganz toll gemacht.

Von der Fiat 500-Frau, so nannte

mich Herr Aumüller.

Leo Aumüller, (unten mit rotem Hemd) in seinem Element, beim

Erzählen und Vorführen dieses Abarth Simca 2000 von 1965.

Abarth-Halle, (unten) ein kleiner Ausschnitt aus der Sammlung. Die

Werkstatt und das Ersatzteillager läßt jedes Oldtimer-Herz höher

Fotos: Angie Schlegel

Fiat 500 Abarth:

Das ist ein echter

Abarth, heute

unbezahlbar.

schlagen und so ordentlich und sauber. Alle Fahrzeuge sind jederzeit

fahrbereit.

www.fiat 500ig.de/500er 2014 5


Kurz notiert

Abensberg

Liebe Leute, wir machen unsere Ausfahrt

nach Abensberg im nächsten Jahr. Ich hatte

die Tour ja schon mal vorbereitet und war

auch vor Ort, aber der Odeonsplatz kam ja

dazwischen. Da gehts zum Kaffee und Kuchen

hin. Siehe Bild.

Was für ein Fuhrpark!

Ein Freund zu Gast bei uns mit einem Daimler Dart

SP 250 aus dem Jahre 1964. Einen Sound hat dieser

Wagen, Wahnsinn! Außerdem habe ich so ein

Auto noch nie gesehen. Rechts hinten ein Renault

Alpine A 110 und vorne rechts mein Fiat.

Startnummer 45:

Der Fiat vom Ralf.

Als Beifahrer ist es

ziemlich anstrengend,

gleichzeitig

Roadbook lesen,

Kilometerangaben

beachten und

die Zeit im Auge

behalten.

Die zwei Jungs in

einer KCC Cobra

427 S/C, Baujahr

1982 hatten auf

jeden Fall viel Spaß

auf der Rallye.

Oberland-Classic 2014

Ralf hat es nochmal mit mir probiert, 2012 hatten wir ja gemeinsam

die 333-Minuten-Rallye bestritten bei dem mein

Fahrzeug damals nach 70 km gestreikt hatte. Diesmal machten

wir die Rallye mit seinem 500er.

T

reffpunkt gegen 9.00 Uhr war

der Marktplatz in Miesbach, wo

er schon auf mich wartete, ausgestattet

mit Roadbook, Stoppuhr und

guter Laune.

Veranstalter war der AMC Miesbach

e.V. im ADAC. Bei einem Weißwurstfrühstück

studierten wir das

Roadbook, rechneten Zeiten aus,

hörten uns die Fahrerbesprechung

an und um 9.30 Uhr startete das

erste Fahrzeug. Nachdem wir die

Startnummer 45 hatten, hatten wir

Zeit uns die Starts (im Minutentakt)

der anderen Teilnehmer anzuschauen.

Die zum Teil sehr professionell

ausgestatteten Fahrzeuge mit Tripmaster

und mehreren Stoppuhren

vermittelten mir den sportlichen

Ehrgeiz der Fahrer, wo es sich

laut Ausschreibung um eine

sportlich-touristische

Oldtimerfahrt

über 200 km mit Gleichmäßigkeitsprüfungen

nach dem Motto „Stressfrei,

aber mit hohem Spaßfaktor”

handelte. Der Streckenverlauf der

Verbindungsetappen und Gleichmäßigkeitsprüfungen

wurde durch

das Roadbook vorgegeben, maßgeblich

ist die genaue Einhaltung

der vorgegebenen Durchschnittsgeschwindigkeit,

die maximal 50

km/h betragen sollte.

Um 9.45 starteten wir und vor lauter

Aufregung meiner Wenigkeit haben

wir gleich mal eine Ehrenrunde gedreht,

zu früh links abgebogen!

Aber voll konzentriert ging es dann

eine längere Strecke reibungslos.

Nun, die Veranstalter haben sich

so einiges ausgedacht, um uns

Neulinge auch zu verwirren, wieso

kommt da jetzt ein Oldtimer von

rechts? Sind wir falsch gefahren,

aber es stellte sich raus, dass eine

Zeitschranke mehrmals verwendet

wurde, also einem Oldtimer hinterherfahren

war nicht, sondern

man mußte sich schon genau ans

Roadbook halten.

Die größte Herausforderung war für

uns die Zeit einzuschätzen, die man

von der gelben Pilone bis zur roten

Pilone, die man ab und zu nicht sehen

konnte, zu fahren. Man durfte

auch nicht zwischen der Gelben und

Roten stehenbleiben. Man konnte

aber bei der gelben Pilone warten.

Wir hielten uns eher an das Motto

„Stressfrei, aber mit Spaßfaktor”.

Wir konnten auch einmal beobachten,

wie der ehrgeizige Fahrer vor

uns immer einen Kopfhörer aufsetzte,

wenn er bei der gelben Pilone

losgefahren ist, vielleicht sagte

ihm ja eine Stimme die Sekunden

durch, auf jeden Fall nahm ein

Landwirt mit einem gigantischen

Traktor keine Rücksicht auf ihn und

fuhr vor ihm auf die Straße, nicht

nur das der ganze Dreck auf den

Oldtimer geschleudert wurde, seine

Zeit ging damit flöten.

Fazit:

Lauter professionelle Teilnehmer.

Die Strecke war absolut gigantisch,

die Organisation sehr gut. Die Siegerehrung

bekamen wir nicht mehr

mit, da sie um 20.45 Uhr immer

noch nicht stattgefunden hatte und

wir die Heimfahrt angetreten haben.

Wir sind 48igster von 55 geworden.

Fotos: Angie Schlegel

6 500er 2014/www.fiat500ig.de


Augenschmaus

Robert machte

mich auf diese

Veranstaltung

aufmerksam.

Freitag, 11. Juli

standen wir mal

als Zuschauer am

Wegesrand und

erlebten ca. 52

Oldtimer aus einer

Zeit, in der noch

nicht mal unsere

Eltern geboren

waren.

Herkomer-Konkurrenz

Die Rallye der besonderen Art. Es waren nur Fahrzeuge bis

1930 zugelassen. Autos, die man sonst nur aus Filmen kennt

machten Pause in Leutstetten bei Starnberg.

D

ie Traditionsstrecke beginnt in

Landsberg und geht durch die

bayerisch-schwäbische Heimat des

Hubert von Herkomers am Rande

des Allgäus.

Sir Hubert von Herkomer, geboren

im Mai 1849 in Bayern, verstorben

im März 1914 in England, war ein

britisch-deutscher Maler

und Bildhauer, Musiker,

Theater- und Filmemacher

und Schriftsteller.

Außerdem gilt er als

einer der Wegbereiter

des Automobilsports in

Deutschland. Er galt als Au-

1902

Ein Oldsmobile Curved

Dash Type R, USA mit

4,5 PS. Er lenkt mit

einer Stange!

Kurz notiert

Fotos: Angie Schlegel

Rolling Oldies 2014 in Reith im Alpbachtal

Gabi und ich hatten 2013 bei unserem 1sten Besuch beschlossen, wir wollen

das nochmal allerdings bei schönem Wetter erleben (siehe Artikel im

Heft 2013). Leider wurde Gabi so krank, dass ich alleine losziehen mußte.

tonarr und fuhr mit einem Panhard

& Levassor, später British Daimler

durch die Gegend. Er kam auf die

Idee, einen Wettbewerb mit absolut

alltagstauglichen Fahrzeugen ins

Leben zu rufen. Und als das wegen

der Beschränkungen in England

nicht funktionierte, dann in seiner

eigentlichen Heimat, in Deutschland!

Harte Arbeit für den Fahrer

Le Zebre von 1909 mit 5 PS.

D

as mit dem schönen Wetter

hat dann wieder nicht so ganz

geklappt. Es war nicht besonders

warm und von Regen bis trocken

ohne Sonnenschein hat es

alles gegeben. Die Anreise verlief

ohne besonderen Ereignisse.

Ein bekanntes Gesicht, Werner,

aus der Stuttgarter Riege war mit

seiner Freundin an gereist. Und

so mit war ich nicht mehr alleine.

Die Ausfahrt ging ausgerechnet

zu den Kristallwelten in Wattens.

Das ist von meiner Mutter

gerade mal 20 Minuten entfernt

und ich war schon sehr oft dort.

Danach fuhren zum Glungezer,

ein Skigebiet, wo ich skifahren

gelernt habe. Dort habe wir vorzüglich

im Tuxerhof gespeist.

Danach ging es wieder zurück

zum Hotel „Der Kirchenwirt“,

der die Rolling Oldies schon seit

den 60er Jahren veranstaltet. Der

Samstag war zur freien Verfügung

und Werner schloß sich mir

an und wir fuhren zum Hundskopf.

Dort spazierten wir von der

Hinterhornalm zur Walderalm.

Abends spielten Bands Musik

aus den 50er, 60er und

70er Jahren. Auch die

Pettycoatverleihung

war sehr sehenswert.

Und das Tanzbein

wurde geschwungen.

Bilder:

Oben; eine ganze

Menge Isettafahrer

waren dabei. Eine

sehr lustige Truppe.

Links; das helle

Auto ist ein Peugeot

mit Selbstmördertüren.

Unten; der bekannte

voll getunte Fiat

500 vom Werner

Geier.

Aufstellung

v. l. n. r.: Peugeot BL 177 v. 1923 mit 20 PS,

daneben ein Benz 8/20 v. 1912 mit 20 PS,

dann ein Locomobile M48 Speed Car von

1916 aus USA mit 90 PS.

Zum 100jährigen Todestag Herkomers

2014, fand die Jubiläums-

Konkurrenz bereits 1 Jahr nach der

Letzten statt. Die Aufgaben sind

denkbar einfach, keine Zeitschranken

oder Ähnliches sondern z.B. in

Leutstetten mußten die Fahrer eine

Kiste Bier schnellstmöglich umsortieren

in eine andere Kiste.

Es war eine Augenschmaus für alle

Oldtimer-Interessierten. Hochachtung

für alle Fahrer, das ist wahrlich

Schwerstarbeit mit diesen Automobilen

zu fahren.

www.fiat 500ig.de/500er 2014 7


Report

© Burkhard Hildebrandt

Der Mann, Burkhard Hildebrandt, der 13.355 km mit einem Fiat 500 fuhr

Einmal Sahara und

zurück mit 23 PS

Axel Gerstl, Fiat-500-Teilehändler bei München, machte mich auf einen Vortrag über einen Mann

aufmerksam, der 13.355 km mit seinem Fiat gefahren ist. Ich habe mir den Vortrag angehört.

Sehr beeindruckend. Er hat auch ein Buch geschrieben „Einmal Sahara und zurück mit 23 PS“,

es hat mich gefesselt, weil es so real, so ehrlich und so echt ist. Burkhard Hildebrandt beschreibt

seine Abenteuerreise durch Marokko, seine Probleme und seine Beweggründe in einer

sehr einfachen Sprache.

Kennengelernt habe ich ihn auf

seiner Deutschlandtour „Impressionen

einer erlebnisreichen Reise“

in München. Die Oldtimerfreunde

Obermenzing organisierten im

März 2014 einen Raum in der Fahrgaststätte

in der Verdistraße. Ganz

unkompliziert hielt Burkhard seinen

Beamervortrag, beginnend mit

seinen gesundheitlichen Schwierigkeiten.

8 500er 2014/www.fiat500ig.de

Warum die Reise

1994 HIV positiv getestet, erreichte

seine Krankheit vor ca. 5 Jahren

den absoluten Tiefpunkt durch ein

Koma. Als er aus diesem Koma

erwachte, hatte er einen Traum:

einmal in die Sahara zu fahren.

Durch die unheilbare Krankheit

verlor nicht den Lebensmut, es war

aber am Anfang nach der Diagnose

HIV keine leichte Zeit für ihn. Heute

kann er frei über seine Krankheit

sprechen und auch damit leben. Er

Seine Tour:

Von Deutschland in

die Schweiz, nach

Frankreich, Spanien,

Marokko bis in

die Westsahara und

zurück.


Report

möchte anderen Betroffenen Mut

machen, sich trotz der Krankheit

nicht aufzugeben und besuchte

viele Aids-Stationen auf seinem

Weg durch Westafrika. Leider ist

die Diskriminierung und auch die

Stigmatisierung von HIV-Erkrankten

in Marokko und der West-Sahara

extrem hoch. In islamischen

Ländern passt auch aufgrund der

kulturellen, gesellschaftlichen bzw.

der Glaubensrichtung die Krankheit

nicht ins Bild. Entweder man ist

in der Prostitution tätig oder man

ist fremdgegangen. Er erklärte uns

auch, dass ein HIV-Erkrankter, der

eine Aids-Organisiation aufsucht

und gesehen wird, ein großes

Risiko eingeht, von Freunden,

Verwandten und der Familie ausgegrenzt

zu werden, bis hin zum

Arbeitsplatzverlust. Und da kommt

ein Europäer daher und spricht ganz

offen über seine Krankheit, die ihm

viele seiner Leidensgenossen zuerst

nicht glaubten, da sie selbst durch

diese Krankheit kein Leben mehr

hatten.

Der Fiat

Er kaufte 2010 einen Fiat 500, Baujahr

1969, mit Motorbrand, günstig

im Internet. Da er nicht über üppige

Finanzressourcen verfügte, gab es

keine andere Möglichkeit als mit

diesem Fiat 500 seine Reise anzutreten.

Genauere Informationen zum

Thema Instandsetzung des Fiats findet

man auch auf seiner Internetseite.

Er betrachtete die Restaurierung

auch als Therapiearbeit.

Nach Erscheinen eines Artikels in

einer Tageszeitung über sein Vorhaben,

wurde ihm auch das Interesse

eines Fernsehsenders zuteil. Und

auch das Bundeskriminalamt wurde

durch den Zeitungsartikel und die

Schlagwörter wie z. B. „Sahara“

aufmerksam. Burkhard wurde über

die Gefahren einer Entführung und

die damit verbundenen Leistungen,

die Deutschland für seine Freilassung

erbringen müsste, aufgeklärt.

Mit SAT 1 wurde ein Film gedreht,

der 2 Tage später im Fernsehen gezeigt

wurde.

Die Tour

Nun zur Tour, die Februar 2010

begann: Seine Reise sollte von

Deutschland (Hameln) nach Italien,

Tunesien, Algerien, Marokko,

Spanien und wieder zurück nach

Deutschland führen.

© Burkhard Hildebrandt

Burkard Hildebrandt

1965 geboren,

wohnhaft in der

Nähe der Rattenfängerstadt

Hameln. Nach dem

Schulabschluss begann

er eine Lehre

als Zimmermann.

1989 bis 1994 lebte

er mit seiner Frau

und seinen zwei

Kindern in Namibia

und baute Fachwerkhäuser.

Wieder

zurück in Deutschland,

dann 1994

die Diagnose HIV

positiv, wie er die

Krankheit bekommen

hatte, weiß er

nicht. Viele Jahre

verdrängt und verheimlicht

er diese

schwere Krankheit.

Erst durch seine

neue Partnerin

macht er seine

Krankheit öffentlich

und outet sich.

Mittlerweile lebt

er seit 20 Jahren

mit dieser Krankheit.

Er möchte

Berührungsängste

abbauen und sein

gelber Fiat ist sein

Türöffner.

Das abgelehnte Visum

Allerdings hatte er Probleme wegen

einem abgelehnten Visum für

Algerien. In der Landessatzung

steht, dass HIV positiv getestete

Menschen nicht einreisen dürfen.

Nun stellt sich die Frage, woher

wußten die von seiner Krankheit.

Auf seiner Website hatte Burkhard

seinen Traum und auch den Grund

seiner Reise beschrieben und sich

als HIV-Positiver geoutet. Er mußte

nun eine andere Reiseroute wählen.

Von Deutschland in die Schweiz,

nach Frankreich, Spanien, Marokko

bis in die Westsahara und zurück.

Was wir Fiat-500-Fahrer bereits

gewöhnt sind, wie zum Beispiel auf

der Autobahn langsam von anderen

Fahrern überholt zu werden, damit

man Fotos von uns schießen kann,

ein Lächeln auf dem Gesicht der

Leute, wenn man uns sieht, angesprochen

zu werden u.s.w. war für

Burkhard eine neue Erfahrung. Ich

bin mir auch sicher, dass er nicht soviel

Aufsehen erregt hätte, wenn er

ein unauffälliges Auto

gefahren hätte.

Allein auf der Strecke

nach Mhamid

Zitat: „Wir wählten

die einzige Variante,

die sich anbot.

Durch die größeren

Steine, die rechts

und links neben

der Fahrspur lagen,

blieb uns keine

Möglichkeit, außer

dass wir mit einer

Radseite auf dem

Mittelkamm fahren

und mit der anderen

am Wegesrand.

...Bea so zu lenken,

dass sie nicht in

die tiefen Fahrspuren

abrutschte,

war ziemlich anstrengend

und es

ging nur langsam

voran.”

Der Name Bea

Zu dem Namen „Bea” für sein Auto

kam er, als er durch die verschneite

Schweiz fuhr und im Radio dieser

Name genannt wurde. Zitat: „Er

war kurz und weiblich, genau wie

mein Auto. Kurz und weibliche

Rundungen, das war’s. Der Name

BEA war geboren.”

Wie bereits erwähnt, waren die

finanziellen Ressourcen nicht gerade

üppig, deswegen übernachtete

er öfters in Bea im Schlafsack auf

der Beifahrerseite oder auf Campingplätzen.

Kontakt zu seiner Frau

hielt er über diverse Internetcafes

per E-Mail.

In Marokko erfuhr er von seiner

Frau, dass der Fiat-500-Oldtimer

Ersatzteilehändler Axel Gerstl die

Sendung im Fernsehen gesehen

hatte und ihm anbot, ihn mit allen

Ersatzteilen kostenlos zu unterstützen.

Axel wird ihn auch bei seiner

www.fiat 500ig.de/500er 2014 9


Report

Alle Bilder auf dieser Seite: © Burkhard Hildebrandt

nächsten Reise Kapstadt – Hameln

mit allen Ersatzteilen ausstatten.

Das Buch

Das Buch hat 224 Seiten, deswegen

werde ich nur auszugsweise seine

Erlebnisse, die ich persönlich am

Interessantesten finde, hier erwähnen.

Die Einreise nach Marokko ist sehr

zeitintensiv. Klar, das die Grenzer

Bea und ihn rauswinkten.

Zitat: „Alles auspacken, dachte ich,

und dann die von mir mitgeführten

Medikamente, das könnte Stress

geben, als ich Bea neben einem solchen

Tisch platzieren sollte. Aber

alle meine Befürchtungen waren

falsch. …Bea erregte solch ein Aufsehen,

dass alle Grenzer, ca. 10 an

der Zahl mich fragten, ob sie sich

mal ins Auto setzen dürften, um sich

gegenseitig mit der Handykamera

zu fotografieren. …Nach einer

Weile sagte einer, ich möge doch

jetzt die vordere Haube öffnen.

So, dachte ich, dann geht es also

los mit dem Auspacken. Doch sie

waren erstaunt. Wo ist der Motor,

fragten sie. Darum geht es, dachte

ich erleichtert.”

Unterwegs

Die Bilder zeigen

auch das unwegsame

Gelände,

das er mit Bea

befahren hat.

Tolle Landschaften

durchquerte er.

Man hat ihm sogar

ein Kamel für Bea

geboten.

Oben links:

„Augenblicke der

Ruhe taten gut“

Oben rechts:

„Landschaften, die

einen begeistern“

Unten links:

„Das Atlasgebirge

mit seiner Schönheit“

Unten rechts:

Andere Länder,

andere Tiere

Nach Überqueren des Atlasgebirges

kehrte Burkhard im nächsten

Ort in ein kleines Restaurant ein.

Dort saßen ein europäisches Paar

mit zwei Marokkanern an einem

Tisch, diese entpuppten sich als

Niederländer, die mit einem großen

Bedford Truck unterwegs waren,

auf dem stand: Dental – Zahnarzt.

Zitat: „Es war eine voll ausgebaute

Zahnarztpraxis inklusive einer

Röntgenanlage im Inneren. Er

war so ausgerüstet, dass er 1000

Patienten behandeln konnte. Er behandelte

überwiegend hochgradig

verunreinigte Zähne, die aufgrund

des hohen Zuckerkonsums selbst

in den entlegensten Gegenden zu

finden waren. Niemand sagte der

Bevölkerung wie wichtig Zähne

putzen ist und Zahnbürsten gibt es

nicht. Er ist also ein Aktivist, der

etwas zum Wohle der Menschheit

verändern will.”

Auf dem Campingplatz in Foum-

Zguid lernte er Traveller mit Geländewägen

kennen. Sie wollten

am nächsten Tag nach Mhamid

fahren, eine Strecke von 140 km

auf einer nicht befestigten Straße,

die am dichtesten an der algerischen

Grenze verläuft. Zitat: „Als

ich einige gefragt hatte, ob sie mir

mit Bea die Strecke zutrauen, war

das Erstaunen groß. Wie ich denn

überhaupt auf die Idee käme, eine

solche Strecke mit meinem Auto

zu fahren. Ein wenig konnte ich

sie verstehen, da sie tausende von

Zusatzausrüstungen in ihre ohnehin

schon teuren Geländewagen

gesteckt hatten und dann kommt so

einer wie ich und will es mit einem

Fiat 500 probieren!”

Später am Abend lernte er eine

Truppe Schweizer kennen, die aus

Mhamid kamen. Zitat: „Es sei über

ein ruppiges Gelände bis zu versandeten

Strecken und weggespülten

Wegen gegangen. …Ich erntete

dieselben Sprüche wie bei vielen

anderen. Das schaffst du nicht, die

Strecke ist zu hart für dich und dein

Miniauto. Lediglich Michael meinte,

dass es sehr schwierig werden

würde, aber nicht unmöglich. Er

gab mir Tipps und Hinweise, wie

und wo ich aufpassen sollte.”

10 500er 2014/www.fiat500ig.de


Report

Allein auf der Strecke

nach Mhamid

Zitat: „Wir wählten die einzige

Variante, die sich anbot. Durch

die größeren Steine, die rechts und

links neben der Fahrspur lagen,

blieb uns keine Möglichkeit, außer

dass wir mit einer Radseite auf

dem Mittelkamm fahren und mit

der anderen am Wegesrand. ...Bea

so zu lenken, dass sie nicht in die

tiefen Fahrspuren abrutschte, war

ziemlich anstrengend und es ging

nur langsam voran.”

© Burkhard Hildebrandt

Die Straßen

Er erzählte uns

auch, dass er nie

abends gefahren

ist. Überraschungen

wie links auf

dem Bild gab es

immer wieder.

Die technischen Probleme

Was uns Fiat-Fahrer natürlich auch interessiert sind die technischen Probleme, mit denen er zu tun hatte. Mangels

fehlender Ersatzteile konnte er nicht alles reparieren, auch war jeder Defekt immer mit großem Aufwand verbunden.

Das Öl beispielsweise mußte in der Stadt besorgt werden, er brauchte auch mal eine Grube.

Nach dem Atlasgebirge war die

Schweißnaht der Luftfilterhalterung

gerissen und vibrierte

stark bei laufendem Motor. Er

konnte den Luftfilter nur mit

einem Draht befestigen.

Leistungsabfall zwischen Rissani

nach Tazzerine

Es befand sich Dreck im Tank,

der in die Leitung gelangte

und diese verstopfte. Ein

Blastest bestätigte diesen

Verdacht. Das Problem wurde

von einem zufällig vorbeikommenden

Mann mit einem

Esel, mittels einer Rolle Draht

behoben. Diese Begegnung

wird auf fast 5 Seiten im Buch

beschrieben und ist sehr emotional.

Auf dem Weg nach Agadir

Der Absatz vom Teer zum

Randstreifen war zu hoch für

Bea. „Sie” setzte mit dem

Bodenblech auf. Das Schaltgestänge

hatte einen Schlag

bekommen. Der 3. und 4.

Gang war nur mehr schwer zu

schalten. Die Schraube, die

das Schaltgestänge mit dem

Getriebe verbindet, hatte sich

verbogen. Mit Hammer und

Montiereisen, sowie durch

Wechseln der Schraube wurde

der Schaden behoben.

Auf dem Weg Richtung Foum-

Zguid

In einer leichten Biegung

knallte es im hinteren Bereich.

Ein spitzer Felsen unter dem

Sand beschädigte eine Felge

am äußeren Kranz. Um im

Sand fahren zu können, hatte

Burkhard Luft aus den Reifen

gelassen. Mit dem Hammer

schlug er die Dellen der Felge

fast wieder in Form so das er

weiterfahren konnte.

In Erfoud

stellte er fest, daß Öl aus der

Achsmanschette vom Getriebe

ausgelaufen war. Durch besonders

dickes Öl wurde das Leck

geschlossen.

In Richtung B-Tajjite

„…wußte ich jetzt, dass meine

Stoßdämpfer defekt waren“.

In Richtung Midelt

„…und da war das Geräusch

(Schleifgeräusch). In die hinteren

Bremstrommeln waren

kleine Steine hineingekommen“.

Er reinigte die Bremstrommeln.

Marrakesch

„...nur mit Gewalt bekam

ich den 4. Gang heraus. Das

Getriebe hing ganz schief und

klemmte das Schaltgestänge

ein. Eine Getriebehalterung

hatte sich gelöst“.

Kurz vor der Grenze zu Ceuta

„…sah ich nach demTanken,

dass Bea hinten rechts einen

Platten bekam. … denn der

Riss im Gummi war genau da,

wo das Ventil saß. Flicken ging

also nicht. Ich musste auf meinen

letzten Schlauch zurückgreifen.

…Es lagen noch viertausend

Kilometer vor mir“.

Richtung Alicante

„…Bea wieder starten wollte,

sprang sie nur an, wenn ich

Vollgas gab. Sie lief auch

nicht im Standgas. Der Versuch,

die Standgasschraube

anders einzustellen, brachte

auch nichts. Es muß wohl

etwas im Vergaser sein, eine

Düse wird wohl zu sein, mutmaßte

ich”. Das Reinigen der

Düse brachte nicht wirklich

was, also musste es am Vergaser

liegen.

Dieses Problem verfolgte ihn

bis nach Hause

„…als ich am Vergaser im

eingebauten Zustand noch mal

Hand anlegte, da stellte ich

fest, dass der Hebel, an dem

der Gaszug hängt, im Gehäuse

völlig ausgeschlagen ist. Dies

ist nicht zu reparieren. Vielleicht

hat der Sand über die

Länge der Fahrt den Schaden

ausgelöst:

…Mit Halbgas und dem Ziehen

der Handbremse, um Gas

im oberen Bereich zu halten,

fuhr ich in Köln ein“.

Fazit:

In 9 Wochen 13.355 Kilometer

und das war „Alles!”

„Wenn ich zurückblicke (20

Jahre Fiat 500, Baujahr 1962),

habe ich schon mehr technische

Defekte erlebt und da

mußte ich nur 50 km fahren

und schon hatte ich ein Problem.

Auf den vielen Fiat 500

Treffen auf denen ich war,

erlebt man oft Besitzer, die

im Motorraum werkeln, weil

irgendwas seinen Geist aufgegeben

hatte“.

Die meisten Probleme sind

aufgrund des unwegsamen

Geländes zustande gekommen.

www.fiat 500ig.de/500er 2014 11


Report

Hier in München,

mit den „OFO‘s“

(Oldtimerfreunde

Obermenzing) als

er seinen Vortrag

„Impressionen einer

erlebnisreichen

Reise“ hielt. Burkhard

Hildebrandt hat aber

schon sein nächstes

Ziel vor Augen. Einmal

Kapstadt und zurück.

Das ist ein verdammt

weiter Weg. Eine

Krebsdiagnose letztes

Jahr zwang ihn,

diesen Termin um ein

Jahr zu verschieben.

Sein Sohn hat ihm

aus einem 2. Oldtimer

einen Anhänger

gebaut. Mehr Platz

für Reservereifen,

Reservekanister und

für Gepäck wie z.B.

einen Stuhl oder

einen Tisch, den er

so manchesmal auf

seiner Saharatour

vermisst hatte.

Foto: Angie Schlegel

Nach vier Stunden

Zitat: „Diese Strecke galt auch

als sehr selten gewählte Route. In

die Landschaft schauend, suchte

ich nach etwas, was sich bewegte,

aber es gab nichts. Weder Tiere

noch Staubwolken von anderen

Fahrzeugen. Ich war völlig allein

auf mich gestellt. Sollte mir etwas

zustoßen, so würde nie genug Zeit

für eine Rettung bleiben, wurde mir

bewusst.”

Ich vermute, dass dieser Streckenabschnitt

wohl der intensivste gewesen

sein mußte. Allein auf sich

gestellt, schon sehr wagemutig. In

dieser Einöde auch noch zu übernachten.

Er brauchte für die Strecke

2 Tage, mußte auch große Steine

wegrollen, damit der Weg passierbar

wurde, hatte auch noch ein

Problem mit einer Felge, das durch

einen spitzen Felsen verursacht

wurde, aber er hat es geschafft.

Im Ort Mhamid auf dem Campingplatz.

Zitat: „Ich war noch gar nicht

ganz durch das Tor gefahren, als

mich schon Traveller ansprachen.

Sie konnten nicht glauben, dass ich

diese Strecke gefahren sei.”

In diesem Ort wurde er von einem

Engländer, der ein kleines Cafe

besaß, auf das Sahara Festival

angesprochen. Per Hubschrauber

landete der District Manager, der

verantwortlich für die ganze Sahara

Das Buch

Über 200 Seiten

dick. Im Mittelteil

Fotos von seiner

Reise.

Das Buch kann

man für 12,90 Euro

bei Axel Gerstl,

webshop.fiat500

126.com erwerben.

Schaut auch mal auf

Burkhards Internetseite:

www.reiseder-hoffnung.info/

Man findet auch

einige Fernsehberichte

über ihn.

Burkhard ist auf

der Suche nach

Sponsoren für seine

nächste Reise nach

Kapstadt. Bea steht

als Werbefläche zur

Verfügung. Auf seiner

Homepage unter

Sponsoren findet ihr

alle Informationen.

in Marokko war. Er lernte diesen

Mann kennen. Zitat: „Ich will eigentlich

nur wissen, ob es mit der

Diskriminierung stimmte oder nicht

und das ich zeigen will, dass egal

wen ich auch frage, derjenige mir

die Hand reicht und ich willkommen

bin. Er verstand mich auf Anhieb,

stand auf und forderte mich auf,

aufzustehen, gab mir die Hand und

sagte: „Welcome to Marokko”. Ist

ja irre, dachte ich. … Alles war nur

zustande gekommen, weil ich einfach

gefragt hatte. Wie oft habe ich

aus verschiedenen Gründen nicht

gewagt, etwas zu sagen. Und dann

wurde mir so viel geboten. Verwunderung

machte sich in mir breit und

die Erkenntnis kam mir, dass, wenn

ich mich für etwas interessiere oder

ich Menschen ansprechen möchte,

das nach meinem Gefühl tun sollte

und nicht nach irgendwelchen

Richtlinien oder Regeln, die uns

anerzogen wurden oder der Gesellschaft

entsprechen.”

Es gibt noch viele Erlebnisse, die

er in diesem Buch beschreibt. Menschen,

die er kennengelernt hatte,

auch in so manch schwieriger Situation.

Was mich am meisten erstaunt

hat, ist die Tatsache, daß er keine

Magen-Darm-Schwierigkeiten bekommen

hat, so wie wir es alle

schon mal erlebt haben, wenn wir

außerhalb Europas reisen. Hält man

sich an gewisse Regeln, wie z.B.

Wasser aus Flaschen, Schälobst und

nur gekochtes Essen, dann kann es

gutgehen, obwohl bei vielen Menschen

die Wärme, diverse Gewürze

bereits ausreichen um Probleme zu

bekommen.

Außerdem, im Notfall als fast 2m

großer Mann im Fiat zu schlafen,

nicht gerade das, was ich mir unter

einem erholsamen Schlaf vorstellen

könnte. Nicht zu vergessen die zum

Teil sehr kalten Nächte, bei denen

eine Pet-Flasche mit heißem Wasser

als Wärmeflasche für den Schlafsack

diente. Alles in allem eine sehr

anstrengende Reise, wo sich unsereiner

schon 2mal überlegen würde,

ob er sich das antun will. Aber wer

vom Reisefieber mal gepackt ist,

der lässt sich durch nichts erschüttern,

räumt alle Steine aus dem Weg

und fährt los.

Fazit: Eine überwältigende Gastfreundschaft,

gigantische Landschaften

und Bea, die ihn nicht im

Stich gelassen hat, haben diese Reise

zu etwas sehr Besonderem gemacht.

Vor allem der Beweggrund

seiner Reise: als „Botschafter” für

HIV-Erkrankte durch ein Land der

Diskriminierung und Stigmatisierung

zu reisen.

Sein nächstes Ziel

Einmal Kapstadt und zurück.

von Angie Schlegel, Fiat 500 IG München,

April 2014

www.fiat500ig.de

12 500er 2014/www.fiat500ig.de


Report

Wie

kommt

der

Fiat

da rein?

Man nehme einen SUV mit

Anhängerkupplung und ziehe

den Fiat mit einem Seil unterm

Baum hervor.

Fahre den Transporter rückwärts

zum Fiat und entnehme diesem eine

Holzpalette.

Platziere die Holzpalette vor den Fiat

und positioniere den Fiat mit verein -

ten Kräften davor.

Nun hebe man den Fiat an und schiebe

die Palette soweit wie möglich unter

den Fiat.

Mittels einer Eisenstange und

zweier Hubwagen wird der Fiat

hinten hochgehoben.

Den Fiat noch mittig auf die Palette

schieben bzw. hieven und an den

Vorderreifen festzurren.

Wieder hochpumpen, bis der Fiat fast

waagerecht steht.

Jetzt die Eisenstange im vorderen

Palettenteil durchschieben und mit den

Hubwägen hochpumpen.

Mit einer Ameise die Palette mit

dem Fiat nach innen in den

Transporter ziehen.

Mit dem Transporter rückwärts unter

den Fiat fahren, bis er am Transporter

ansteht.

Das wiederhole man, hinten hochpumpen,

innen mit der Ameise ziehen.

Das wiederhole man ein paar Mal.

Und schon ist der Fiat im

Transporter. Das Ganze dauerte

knappe 30 Minuten.

Jetzt schiebe man die Hubwägen

unter den hinteren Teil der Palette.

Fotos: Angie Schlegel

Wie der Fiat in den

Transporter kommt

eine Dokumentation

von Angie

Es handelt sich hier

um einen restaurationsbedürftigen

Fiat 500 Baujahr

1967. Man konnte

diesen nicht mal

rollen, geschweige

denn schieben.

Zum Nachmachen

geeignet:

4 Mann, 1 SUV,

1 Abschleppseil,

1 Transporter,

1 Holzpalette,

2 Hubwägen mit

Fixierplatten,

1 Eisenstange

Mai 2014

www.fiat 500ig.de/500er 2014 13


Report

v.l.n.r. 1957 Oldsmobile Coupe, 1951 Chevrolet Fleetline,

1951 Chevrolet Lead Sled, Auburn Boattail.

Der Oldsmobile und der Auburn wurden in der Kategorie

„US Car“ ausgezeichnet, die beiden Chevrolet in der Kategorie

„Wild Thing“.

Fotos: Angie Schlegel

PS-Boliden der Anderen Art

American Style

Die Aufstellung

zur Verleihung des

„Wild- Thing-Wettbewerbs.

Im schönen Ambiente rund um die historische Tiefstollenhalle fand das 3. Gasoline-Gang

Oldtimertreffen in Peißenberg (bei Weilheim, Bayern) am 14.06.2014 statt. Spontan beschlossen

Gabi und Loreto, sowie Dagmar und Jürgen und meine Wenigkeit dieses Treffen (für uns ja nur

läppische 40km Entfernung) zu besuchen.

Cars & Bikes bis Baujahr 1975

waren zu Bestaunen. Und auch die

Besitzer dieser Fahrzeuge. Man

fühlte sich zurückversetzt in die

60er Jahre. Frauen wie zum Teil

auch die Männer erinnerten an die

Rock‘N‘Roll-Zeiten.

Von Modellen aus dem Beginn

der Automobilgeschichte bis hin

zu neueren Exemplaren, wie zum

Beispiel der DeLorean aus dem

Film „Zurück in die Zukunft“,

14 500er 2014/www.fiat500ig.de

war alles vertreten. Die langen

und breiten Karossen liebevoll

restauriert, aber auch unrestaurierte

mit Patina waren zu finden. Nicht

zu vergessen die Zweiräder.

Ein wunderschöner Biergarten mit

einigen Ständen, bei denen man

sich ganz dem amerikanischen

Motto, mit Burger und Pommes gut

gehen lassen konnte.

Durch ein Spalier von Menschen

wurden wir zu Michael Krabler

(Moderator) gelotst, der Fragen wie

Ein wunderschönes

Auto

und die Farbe:

Ford Super Deluxe

Business Coupe,

Baujahr 1942


Report

Die Kategorie „Wild

Thing“

beinhaltet alle in

irgend einer Form

umgebauten oder

außergewöhnlichen

Fahrzeuge (Auto

oder Motorrad),

ein „wildes Ding“

also. Das kann z.B.

eine besondere

Lackierung, Motor

Tuning, Karosserie

Umbau, Sonder-

Interieur usw sein

– je verrückter

desto besser.

Fotos: Angie Schlegel

Aus Österreich

Das Auto mit

Patina.

Ein unrestaurierter

Buick Super, Baujahr

1950.

Bild ganz links:

Auburn Boattail

Speedster.

Der rote Wagen ist

ein Ford Business

Coupé, Baujahr

1940 in einem

Traumzustand.

z.B. welches Baujahr oder wie bist

Du zu dem Auto gekommen und

ähnliches gestellt hat.

Höhepunkt am Nachmittag war die

Charity-Vespa Versteigerung. Die

Gasoline-Gang hatte eine Vespa

restauriert. Der Erlös kam einem

jungen Mann zugute der an AMC

(Arthrogryposis multiplex con -

genita, eine angeborene

Gelenkversteifung) leidet.

Außerdem gab es noch die

Verleihung des „Wild-Thing-

Wettbewerb“, den ein Garmischer

mit seinem gechopten (bedeutet

tiefer gelegtes Dach) Chevrolet Styline

Deluxe, Baujahr 1950 gewonnen hat (siehe

oben Bild mit Motorrad).

Gegen 16.00 Uhr sind wir in

Richtung Heimat gefahren,

es kamen uns noch ganz viele

amerikanische Oldtimer entgegen,

da diese Veranstaltung noch bis

spät in die Nacht ging, gekrönt von

einem Feuerwerk.

P.S.: Kurz vor dem Ziel ist bei

meinem 500er die Feder vom

Gasseilzug gerissen, kein Problem,

Jürgen hatte eine Feder dabei. Ich

habe mir auch dann mal gleich

2 Federn gekauft, also neben

einem Unterbrecher und einem

Kondensator unbedingt auch Federn

dabeihaben! Na und so andere Teile

zwar auch, aber somit können kleine

Fehler schnell behoben werden.

von Angie Schlegel

Fiat 500 IG München

www.fiat500ig.de

Der goldene Wagen

ist ein Buick Electra,

Baujahr 1962

(Lowrider mit Flakemetal-Lackierung).

Fazit: Super organisiert und ein

fantastischer Augen- bzw. Gaumenschmaus!

www.fiat 500ig.de/500er 2014 15


In eigener Sache

Das italienische Straßenfest in München auf

dem Odeonsplatz am 26.-27. Juli 2014

Wir sind

Europa

oder L‘Europa siamo noi

Unter diesem Motto und aufgrund der italienischen

EU-Ratspräsidentschaft fand ein

deutsch-italienisches Kulturtreffen mitten

in München statt und wir, die Fiat 500 IG

München, waren dabei.

Der Hauptveranstalter

war das „Italienische

Generalkonsulat in München“.

Loreto (links im

Bild) wurde kontaktiert

von dem Generalkonsul Filippo Scammacca

del Murgo (rechts im Bild), der uns (Loreto

und mich) zu einem Gespräch ins Konsulat

eingeladen hatte. Er erzählte uns, daß er ein

italienisches Fest veranstalten möchte und er

wollte ein paar Fiats (möglichst viele Fiats) als

Dekoration.

Siegestor:

Sammeln und

warten vor dem

Siegestor am

Sonntag.

Odeonsplatz:

Am Samstag

brachten wir 3

Fiats als Ausstellungsstücke

zum

Odeonsplatz.

Fotos: Angie Schlegel

16 500er 2014/www.fiat500ig.de


In eigener Sache

Warten am Siegestor in München

Jürgen kam mit Anhänger und Vespa. Impressionen auf der

Leopoldstraße auf Höhe vom Siegestor.

Danke

an Jürgen, Regina, Hermann und Gabi für die Fotos.

www.fiat 500ig.de/500er 2014 17


In eigener Sache

Eine Woche vor dem Fest kam dann die Genehmigung

vom KVR für 4 Fiats auf dem Odeonsplatz. Außerdem

sollten wir noch einen Fiat Corso organisieren.

Es fanden sich immerhin 12 Fahrzeuge zusammen.

Treffpunkt war um 11.45 am Siegestor. Was wir später

erst erfahren haben, dass der Corso per Internet um

14.30 Uhr angekündigt war. Viele kamen nur oder auch

wegen dem Auto Corso.

Gegen 12.30 Uhr machte sich der Corso vom Siegestor

zum Odeonsplatz auf den Weg. Ursprünglich sollten

wir nur vorbeifahren, aber man lotste uns dann vor die

Feldherrnhalle.

Es gab vom Espresso über Pizza und Pasta alles was das

italienische/bayerische Herz begehrte auf dem Odeonsplatz.

Eine große Bühne war aufgebaut und italienische

Musik wurde gespielt.

Der Grundgedanke dieses Festes

Ziel ist es, durch die Darbietung der kulturellen Fähigkeiten

der hier lebenden Italiener, die italiensche

Gemeinde in all ihren Facetten zu präsentieren und ihre

Bedeutung für die deutsch-italienischen Beziehungen

aufzuzeigen (Red.: übernommen aus dem Grußwort des

italienischen Generalkonsuls).

Der italienische Generalkonsul Filippo Scammacca del

Murgo dankte allen für die spontane und freiwillige

Mitarbeit der Zusammenstellung des Kulturprogramms,

der Gastronomiestände, dem Ausländerbeirat und der

Landeshauptstadt München für den kostenlos zur Verfügung

gestellten Odeonsplatz sowie Unternehmen aus

der Wirtschaft.

Unser neuer Münchner Ober bürgermeister Dieter Reiter

sprach von der nördlichsten Stadt Italiens (München),

von dem weltoffenen, toleranten und multinationalen

Charakter unserer Stadt München und gratulierte dem

italienischen Konsulat für die gute Wahl des Veranstaltungsortes,

nämlich den Odeonsplatz, eingerahmt von

der Theatinerkirche (leider zur Zeit versteckt hinter einem

Gerüst), Feldherrnhalle, Residenz und Hofgarten.

Fotos: Angie Schlegel; Jürgen Lenich

Der Corso

12 Fahrzeuge auf dem Weg zum Odeonsplatz.

18 500er 2014/www.fiat500ig.de


In eigener Sache

Aufstellung am Odeonsplatz

Großes Interesse zeigten viele Menschen an unseren Fiats.

Kleine Bilder: Aufstellung der Fiats, darunter Loreto „Il

Dottore“ ist tatsächlich unser Fiat-Doktor. Bild ganz unten:

Der Kombi wurde Ausstellungs- und Verkaufsfahrzeug für die

Buchhandlung „Ital Libri“.

Für uns Fiatbesitzer war es mal so richtig schön, dass

unsere Fahrzeuge bewundert wurden, interessante Gespräche

zu führen, sich auszutauschen und Leuten die

Möglichkeit zu geben sich in einen Fiat 500 zu setzen.

Wir alle waren von diesem Event begeistert.

von Angie Schlegel, Fiat 500 IG München, www.fiat500ig.de

www.fiat 500ig.de/500er 2014 19


Report

Fotos: Angie Schlegel

20 500er 2014/www.fiat500ig.de


Report

Puch 500Fiat 500 Treffen vom 15.08. bis 17.08.2014

Ebbser Roas

Oben: Die Gastgeber Andrea Gasser und

Albert Schmider, ganz in Tracht, aufgenommen

am Sonntag bei schönstem Wetter.

Albert Schmider und Andrea Gasser, die Gastgeber

haben ein wunderschönes Wochenende in der Nähe

von Kufstein (Österreich) organisiert. Die deutsche Liga,

vertreten durch Lenichs, Thanners, Cinellis und meine

Wenigkeit machten sich am Freitag gegen 15.00 Uhr auf

den Weg in Richtung Kufstein.

Alberts blauer Fiat:

Liebevoll „Magiolina“

genannt ist

ein Eigenumbau

basierend auf

einem Umbausatz

der Fa. Yesterday

Cars ebenfalls mit

einem 823ccm 3

Motor – allerdings

auf Fiatbasis gefertigt

durch Norbert

Bittermann.

Treffpunkt Loretos Werkstatt

Jürgens Fiat, dahinter Alfons Fiat. Meinen und Loretos Kombi kennt ihr ja alle!

T

reffpunkt war Loreto’s Werkstatt

in Unterhaching. Weil ich einen

Adapter für ein Navigationsgerät

habe und Alfons ein TomTom dabei

hatte, wurde entschieden, daß ich

das Führungsfahrzeug sein sollte.

Allerdings ist Loreto die ersten

paar Kilometer mit seinem Kombi

vorgefahren. Sein Kombi allerdings

streikte schon nach kurzer Zeit,

sodass er entschied zurückzufahren,

seinen schwarzen Fiat auf den

Hänger zu stellen und über die Autobahn

nachzukommen. Und somit

waren wir nur noch 3 Fahrzeuge.

Nach ca. 50 km machten wir eine

(Zwangs-)Pause. Man ist als Fiat-

Fahrer sensibilisiert für Gerüche

oder Geräusche vom Fahrzeug.

Obwohl ich vorneweg gefahren

bin, habe ich einen Geruch wahrgenommen,

als ob irgendwas brennen

würde. Panisch checkst Du erstmal

dein Auto ab, siehst Du was im

Rückspiegel (Qualm oder sonstiger

Rauch). Bei der nächsten Möglichkeit

bin ich dann stehen geblieben.

Dann seh ich es schon. Es qualmte

aus dem hinteren Radlauf beim Jürgen.

Der Alfons (letztes Fahrzeug)

versuchte schon vorher den Jürgen

darauf aufmerksam zu machen, der

das auch bemerkte, aber sich dachte

– na dann überhol mich doch!

www.fiat 500ig.de/500er 2014 21


Report

Freitagabend:

Per Shuttleservice

ging es nach Kufstein

in ein uriges Traditionslokal

namens

„Batzenhäusl“.

Fotodokumentarisch

bewiesen: Loreto mit

Frau Nr. 1, 2 und 3.

Es wurde ein Junggesellinnenabschied

an

diesem Abend gefeiert,

dementsprechend

war es laut und sehr

gesellig.

Das Bild mit den

Leuten die nur mit

dem Kopf über die

Tischkante schauen

konnten: Dieser Tisch

wanderte immer wieder

rauf oder runter,

ein anderer Tisch

konnte vibrieren und

die Trinkspiele dazu,

ergaben ein sehr

lautes und temperamentvolles

Getöse.

Die Handbremse war fest. Wir warteten

eine Weile, praktischerweise

genau gegenüber eines Eiscafes,

Jürgen konnte die Handbremse

dann mittels Hammer lösen.

Wie anfangs schon geschrieben

hatte ich ein Navigationsgerät vom

Alfons geliehen bekommen. Mich

traf der Schlag, als ich zum Fiat zurückkam.

Es war nicht mehr da.

Mein Fiat war nicht verschlossen

und da wir die Autos eigentlich im

Blick hatten, habe ich meinen Fiat

auch nicht verschlossen. Jürgen

meinte am Stammtisch zu mir, er

hätte mich noch nie so gesehen, mir

wäre jegliche Farbe aus dem Gesicht

gewichen. 1. Ein geliehenes

Navi, welches ziemlich neu war, 2.

offenes Auto. Wie bescheuert muss

man (ich) eigentlich sein?! Selber

Schuld. Ich konnte mir eigentlich

nicht vorstellen, dass in diesem

Kaff, noch dazu, wo wir die Autos

im Blick hatten, das Navi geklaut

wird. Ich habe es dann gefunden,

es lag im Fußraum, es ist einfach

von der Scheibe gefallen (schwitz,

fluch, happy end).

Eine wunderschöne Strecke

Die restliche Fahrt verlief dann

ohne Probleme nach Kufstein/Ebbs

über den Grenzübergang Landl.

Samstag 9 Uhr:

Fahrerbesprechung

bei Albert & Andrea.

Hier wird nicht geschneckt,

sondern

flott gefahren. Wir

erreichten unser

33km entferntes

Ziel in knappen 50

Minuten. In der Nähe

von Kramsach besichtigten

wir das Tiroler

Bauernhof Museum.

Loreto und Gabi kamen zeitgleich

mit Gespann im Hotel an, wie ich.

Eine halbe Stunde später waren

wir dann bei Albert & Andrea zum

„Warm Up” geladen. Per Shuttle-

Service (Albert hat einen 7-Sitzer,

mußte zweimal fahren) brachte man

uns nach Kufstein zum Abendessen

ins „Batzenhäusl“. Ein uriges traditionelles

Gasthaus in der Innenstadt

Kufsteins. Da ging die Post ab.

Brüllend laute Musik, viele junge

Frauen feierten den Junggesellinnenabschied.

Ein Tisch konnte

vibrieren, am anderen Tisch saß

man so tief, daß nur der Kopf

über die Tischkante schaute

und die vielen Saufspiele wurden

lautstark kommentiert.

Wir trugen es mit Fassung,

brüllten uns gegenseitig ins

Ohr und verließen das Lokal

Fotos: Angie Schlegel; Andrea Gasser; Jürgen Lenich; Evelyn und Sepp

22 500er 2014/www.fiat500ig.de


Report

Aufstellung:

Alle in einer Reihe auf

dem Parkplatz des

Museums „Tiroler

Bauernhöfe”.

Fotos: Angie Schlegel; Andrea Gasser; Jürgen Lenich; Evelyn und Sepp

Alberts Puch

Das Führerfahrzeug

am

Samstag.

nach 2 Stunden. In Ebbs sind wir

dann noch auf einen Absacker zum

Unterwirt gefahren. Diese Stille,

sowas von erholsam.

Der Samstag begann mit einem

Fahrerbriefing beim Albert. Es

hatte geregnet und sah auch sonst

wettertechnisch nicht besonders gut

aus, aber es war zum Zeitpunkt der

Abfahrt trocken.

Albert erklärte uns die vorgesehene

Route die über Kufstein, Maria

Stein, Breitenbach nach Kramsach

führen sollte, wo wir das Tiroler

Höfemuseum per Führung besichtigen

würden. Ungefähr 50 Minuten

später trafen wir dann auf dem

Gelände des Museum Tiroler Bauernhöfe

ein.

Das Freiluftmuseum

Wir wurden von einer sehr netten,

kompetenten und sympathischen

Führerin namens Anna in Empfang

genommen. Sie erklärte uns auf

sehr interessante und zum Teil auch

sehr lustige Weise die Bauernhöfe.

Die Bauernhöfe werden aus Österreich,

Italien und Deutschland

abgetragen und wie ein Puzzle auf

dem Museumsgelände aufgebaut.

Das ist natürlich sehr zeitintensiv

und kann bis zu 1 Jahr dauern. Ich

versuche mich jetzt an ein paar

Dinge zu erinnern, die mir hängengeblieben

sind.

Die Bauern waren sehr abergläubisch.

Über oder neben der Eingangstür

gibt es das Seelenloch. Es

ist meist ein rechteckiges offenes

Loch, damit die verstorbenen Seelen

raus konnten.

Der Bauer herrschte allmächtig

über seine Schar unter dem Kruzefix

in der Wohnstube, es hatte seinen

Anweisungen bedingungslos zu

folgen, die Frau hatte sich um den

www.fiat 500ig.de/500er 2014 23


Report

Anna

Sie führte uns mit Witz

und Charme durch

die Bauernhöfe, sie

erzählte uns sehr viel

aus dem Leben der

Bauern. Einiges was

mir hängengeblieben

ist, könnt ihr dem

Artikel entnehmen.

Großes Bild:

Die Truppe vollzählig

fürs Bild.

Haushalt zu kümmern. Wenn die

Frau schwanger war, hing sie ihre

Unterhose über das Ehebett und

somit wußte der Bauer, jetzt ist 9

Monate Ruhe im Bau. Die Küchen

waren meist dunkel, hatten höchstens

1 Fenster und es wurde auf

offenem Feuer gekocht. Das bedeutete

eine starke Rauchbildung an

der Decke, wo Wurst- und Fleischwaren

gleichzeitig geräuchert wurden.

Das Leben der Bäuerin war ein

hartes Leben. Mithilfe von Mägden

hatte sie für viele Leute zu kochen

und waschen.

Die Kinder schliefen meist über

dem Wohnzimmer, dem einzigen

beheizten Raum im Winter.

Mittagessen

Aufstellung vor

dem Kaiserhaus in

Brandenberg. Hier

machten wir Rast von

der „anstrengenden“

Führung, wir mussten

ja zuhören und ein

bisschen laufen!

Wärme steigt ja bekanntlich nach

oben, es gab hier so eine Art Abzugsloch,

das ins Kinderzimmer

führte. Es gab damals harte Winter,

in den Räumen die nicht beheizt

waren, herrschten arktische Temperaturen,

also jeden Abend unter

angefrorenen Bettdecken schlüpfen!,

die Kinder teilten sich ein

Bett und wärmten sich gegenseitig.

In den Schlafräumen hielten die

Bauersleute auch Vogelkäfige mit

Zeisigen, warum? Wenn die Vögel

tot im Käfig lagen, mußte der Raum

gelüftet werden – da eine Gefahr

der Vergiftung durch Kohlenmonoxid

bestand – das waren die Feuermelder

von damals.

Man schlief übrigens damals nicht

ausgestreckt im Bett, sondern in

halbsitzender Position. Die Leute

waren damals kleiner, aber die

Betten waren auch für sie zu klein

um ausgestreckt zu schlafen. Ausgestreckt

zu schlafen bedeutete den

Tod zu rufen, da man nur im Sarg

ausgestreckt lag, ein Aberglaube.

Nachdem die Frauen soviel zu tun

hatten, stellten sie die Babys ruhig.

Und wie? Sie tunkten Stofffetzen in

Alkohol und ließen ihre Babys daran

nuckeln. In anderen Gegenden

machte man das mit Mohn. Fazit:

Die Babys waren permanent „blau“

oder „high“. Nur, wie man heute

weiß, Alkohol oder Drogen töten

Gehirnzellen, was zur Folge hatte,

daß viele Kinder nicht besonders

helle waren.

Die Führung absolut

empfehlenswert

Sie erzählte uns noch was über den

Dauermisthaufen, den der Bauer so

hoch ansteigen ließ, bis die Kühe

an der Decke des Stalls anstießen.

Die Futtertröge konnte man in der

Höhe verstellen. Dann ließ man die

Kühe im Sommer raus. Man hackte

den festgetretenen Dung in Platten

(Schwerstarbeit) und verteilte

sie auf der Wiese, den der Regen

aufweichte und somit als Dünger

diente.

Die Führung dauerte 1 1/2 Stunden,

aber das ist mir im Kopf hängen

geblieben. Eines weiß ich aber,

Gott sei Dank lebe ich im 21. Jahrhundert!

Spannend, interessant und

sehr lustig war diese Führung.

Loretos’s Scheibenwischer verabschiedeten

sich, natürlich fing es

wieder an zu regnen. Leider waren

diese auch nicht zu reparieren,

Fotos: Angie Schlegel; Andrea Gasser; Jürgen Lenich; Evelyn und Sepp

24 500er 2014/www.fiat500ig.de


Report

Rufname „Sepp“

Fiat 650 T, Bj. 1963,

totalrestauriert

2010 durch Franz

Petzelsberger, 2

Zylinder Boxer Motor

mit 823ccm 3 (Müller

Joe), Besitzer Albert.

Fotos: Angie Schlegel; Andrea Gasser; Jürgen Lenich; Evelyn und Sepp

irgendwas war gebrochen! Aber:

Scheibenwischer werden total

überbewertet, wer braucht schon

Scheibenwischer!!

Mittagessen

Danach fuhren wir zum Mittagessen

ins Kaiserhaus, daß ungefähr 20 km

entfernt war. Nach dem Mittagessen

ging es weiter nach Rattenberg.

Es gab ein kleines Parkproblem,

dass souverän von uns durch hintereinander

parken gelöst wurde.

Wir bummelten durch sehr schön

restaurierte mittelalterliche Bürgerhäuser.

Es gibt viele glasveredelnde

Betriebe, Man nennt die Stadt

auch Glasstadt Rattenberg. Nach 2

Stunden bummeln fuhren wir über

Kundl, Angerberg, Maria Stein zurück

nach Ebbs.

Um 18.45 Uhr pünktlich sollten wir

uns wieder bei Albert und Andrea

einfinden, denn dann gäbe es eine

Überraschung. Wir wurden von

einem Bummelzug, angezogen von

einem Traktor abgeholt. Dieses Gefährt

brachte uns über Wanderwege

Abendüberaschung

Wir wurden mit dem

Ebbser Bummelzug

abgeholt gezogen von

einem Traktor. Mit

Schnaps und prachtvollem

Sonnenuntergang

zockelten wir

zum Sattlerwirt.

Fröhlich: Lisa Schwaiger

und Angela

Allnoch (Puch Club

Salzburg – Frau vom

Präsidenten).

zum Sattlerwirt. Ein wunderschöner

Sonnenuntergang begleitete

diese Fahrt. Wegzehrung: 1 Flasche

Schnaps pro Wagen, die freilich

geleert wurde. Jürgen war in Trinkerstimmung

und nötigte mich

gleiches zu tun. Nein eigentlich

alle in unserem Waggon waren dem

Gebräu sehr zugetan. Nach gut 20

Minuten war die Fahrt zu Ende und

ein Haufen gut gelaunter Menschen

enterten den Sattlerwirt! Wir haben

Alberts Garage

6 Fiats bzw. Steyr

Puchs passen in seine

Garage.

www.fiat 500ig.de/500er 2014 25


Report

Sonntag:

Wir machten einen

Stopp bei dem Tiroler

Festspielhaus in Erl.

Ein Glas Prosecco für

alle Beifahrerinnen

sollte es sein, aber

wie man auf dem Foto

sieht haben alle ein

Glas in der Hand.

uns trotzdem alle gut benommen.

Zu Fuß mit Fackeln bewaffnet

machten wir uns nach dem Essen

auf den Heimweg zu unseren Hotels

bzw. Pensionen.

Der Sonntag, ein Prachtwetter

A bisserl Bayern, so nannte Albert

unsere Ausfahrt, die nach Erl,

Nussdorf nach Brannenburg führte.

Ein Halt bei dem sehr modernen

Tiroler Festspielhaus in Erl, dort

wurde uns ein Glas Prosecco kredenzt,

spendiert von Heinz Repka

(eine liebgewonnene Geste für die

Beifahrerinnen, zumindest offiziell).

Das Festspielhaus wurde von

2010 bis 2012 erbaut. Die 36 Millionen

Euro Baukosten wurden zum

größten Teil durch die Haselsteiner

Familien-Privatstiftung getragen.

Im Sprengverfahren wurden von

Tiroler Festspielhaus in Erl

Im Hintergrund kann man das super-moderne Gebäude erkennen.

26 500er 2014/www.fiat500ig.de


Report

der STRABAG als Generalunternehmer

ca. 110.000 Tonnen Fels

abgetragen. Ein besonderes Anliegen

war die Erhaltung des Naturdenkmals

Blaue Quelle. Es hat 862

Sitzplätze, der Orchestergraben hat

stolze 160m 2 , der größte der Welt!

Auf dem Spielplan stehen vor allem

Bach, Händel, Mozart, Belcanto

und das übrige italienische Repertoire.

Weiter ging es über Bad Feilnbach

zum Sudelfeld. Das ist ja die berühmte

Motorradstrecke, in den fast

180 Grad Kurven standen lauter

Motorradfahrer und warteten auf

die Raser, die mit funkenspeienden

Fußrasten um die Kurve brausten.

Sehr aufregend, vor allem für die

Autofahrer von solchen Irren überholt

zu werden und diesem Schauspiel

beizuwohnen!

Das Ziel war der Berggasthof

Bichlersee bei Oberaudorf. Ein

wunderschön am Berg gelegener

Gasthof mit See. Dort ließen wir,

mit bayerischen Schmankerln,

dieses fantastische Treffen ausklingen.

Albert verabschiedete sich mit

einer kleinen Rede von uns und so

langsam machte man sich auf den

Heimweg.

Thanners, Lenichs und meine Wenigkeit

reihten uns in den Stau gen

München ein. Jürgens Fiat hatte

dann noch ein kleines Problem,

der Kondensator hatte sich verabschiedet,

die Auswechslung dauerte

keine 5 Minuten.

Bei Oberaudorf

Hier endete das

wunderbare Wochenende

im Berggasthof

Bichler See.

Vielen Dank

an Evelyn und Sepp für die vielen

tollen Bilder die ihr gemacht habt. Ich

hatte zum ersten Mal keine Kamera

dabei und war somit angewiesen auf

die Bilder von Anderen.

Vielen Dank an Jürgen, auch von Dir

habe ich ein paar Bilder gewählt

und zu guter Letzt, danke Andrea,

die leider ihre gesamten Bilder

zu klein eingestellt hatte, aber

von Dir habe ich trotzdem 2 Bilder

verwenden können.

Fazit:

Das Treffen war super gut organisiert,

flottes Fahren (mir hat es

gefallen), tolle Ziele vor allem das

Bauernhofmuseum. Die Truppe war

super und Kompliment an die Organisatoren

Albert und Andrea, das

habt ihr echt super gemacht.

www.fiat 500ig.de/500er 2014 27


Report

© Photographie Georg Haaser, Salzburg

Vienna Classic Days 2014

Einfach phenomenal!

Über den Newsletter von Austro Classic wurde ich auf die „Vienna Classic Days“ aufmerksam.

Das Nenngeld sensationell – 1 Euro pro Baujahr ab 1900. Auch das gesamte Programm hörte sich

toll an. Oldtimer-Festival vor dem Wiener Rathaus, Oldtimer-Parade auf der Wiener Ringstraße und

mehrere Rallies. Toni und Eva, Freunde von mir, sagte ich auch Bescheid, die hatten sich erst eine

Corvette C2 gekauft und mich schon gelöchert, auf was für ein Oldtimertreffen sie fahren sollen.

E

igentlich wollte ich diese Veranstaltung

mit meinem Fiat

500 besuchen, aber es kam dann

ganz anders. Mein Mann wollte

plötzlich mit, aber natürlich nicht mit

dem Fiat, sondern mit dem Renault

Alpine A 110, Baujahr 1976.

Am Abend vor unserer Abreise

checkte mein Mann das Auto nochmal

durch und entdeckte Risse an

der Hardischeibe von der Lenkung.

Um 20.30 Uhr setzte ich mich ins

Auto und fuhr 90 km einfach zu

28 500er 2014/www.fiat500ig.de

© Photographie Georg Haaser, Salzburg

einem Alpine-Teile-Händler bzw.

Werkstatt, die dieses Teil vorrätig

hatte. Um 22.15 Uhr war ich zurück

und er baute das Teil noch in

der Nacht mit einem Freund ein und

so konnten wir am nächsten Tag die

Reise antreten. Danke, lieber Michi,

unser Nachbar, für deine Hebebühne.

30 km vor Wien blieb der Wagen

allerdings das erste Mal stehen.

Der Keilriemen rutschte durch.

Was auch immer er gemacht hatte,


Report

Tolle Kulisse

Präsentation auf der Rampe des

Wiener Parlaments in unserem Renault

Alpine A 110, dahinter ein Jaguar MK2.

Das ist normalerweise nur den Staatsgästen

erlaubt. Zum Gedenken an

die erst kürzlich verstorbene Barbara

Prammer, Präsidentin des Nationalrats

haben wir hier eine Rose abgegeben.

Bild links unten: Das Rathaus, hier war

der Start der Samstags-Rallye, die VIP

Lounge und der „check in“.

Fotos: Angie Schlegel

der Wagen lief dann wieder und

wir fuhren zur ersten Werkstatt in

Wien. Es wurde sofort eine Hebebühne

freigemacht und es beugten

sich 4 Männer über den Motor. Mit

Keilriemen spannen war es dann

doch nicht getan, ein Keilriemen in

der richtigen Größe wurde bestellt,

der am nächsten Morgen eingebaut

wurde. Somit stand der ersten Rallye

in Wien nichts mehr im Wege.

Der Freitag:

Am frühen Freitag-Nachmittag liefen

wir bei MVC Motors in Wien

Floridsdorf ein. Hier gab es das

gesamte Rallye-Paket inklusive

Roadbook. Das Rallye-Plaudern

entpuppte sich für mich als ziemlich

komplizierte Erklärung von Wertungsprüfungen

bzw. Zeitfahren.

Das ist eine echte Herausforderung

für den Beifahrer: Roadbook lesen,

Schauen wo sind wir, wo muß ich

abbiegen, Zeit messen und in der

Gesamtzeit bleiben. Man kann das

auch lernen, dass habe ich bei der

Oberland-Classic-Rallye, die ich

mit Ralf gefahren bin, erfahren.

Unsere Autoparknachbarn am MVC

Parkplatz war ein Pärchen, mit ei-

Eingespieltes Team

Die Organisatoren, links Marion Pitlik und

rechts Rudolf Bromberger (Bromberger

BROmotion – ein Betrieb der Bromberger

Holding GmbH). Seit 25 Jahren organisieren

Rallies von der Idee bis zur Durchführung.

12mal haben Sie bereits die Vienna Classic

Days organisiert.

Die Rallye begann um 17.01 Uhr

und wurde im Minutentakt gestartet,

vorher hatte ein anderer

Renault Alpine-Fahrer mir freundlicherweise

noch eine Stoppuhr

geliehen. Viele waren sehr gut mit

Stoppuhren und anderen legalen

Mitteln ausgestattet. Eine Strecke

von ca. 130 km rund um Wien und

Niederösterreich erwartete uns. Die

Wertungsprüfungen wurden nach

Weinen benannt. Die waren nicht

ohne z.B.: Diese Wertungsprüfung

befindet sich so rund um Kilometer

31. Sie werden Zaina kennen und

lieben lernen. Durchfahren Sie die

ersten Lichtschranken so, dass ihre

Durchfahrtszeit möglichst exakt 46

Minuten und 27 Sekunden nach der

Echtzeit (volle Minute) „Grüner Veltliner“

erfolgt. Nun,

die Landschaft war

wirklich toll, aber es

wurde dann schnell

dunkel. Da es die

letzte halbe Stunde

durch den kurvenreichen

Wienerwald

ging, war es

etwas mühsam

mit der Lichtnem

Maserati Quattroporte. Er ein

ungarischer Gentleman (Gabor)

und sie eine farbenfreudige und erfrischende

Wienerin (Gabriele). Ich

erwähne die beiden deshalb, da die

beiden die letzten der Freitags-Rallye

waren.

Bild ganz oben:

So sieht das aus,

wenn die Fahrzeuge

sich bereit

gemacht haben

für den Start. Der

Steyr Puch 500

ist ein Baujahr

1969. Wenn ich

mit meinem Fiat

500 gefahren wäre,

wäre es der einzigste

gewesen!

Bild darunter:

Das Objekt der

Begierde. Das erlebten

nicht nur wir

so, es ging allen

Oldtimerbesitzern

so, daß ihre Fahrzeuge

fotografiert

wurden.

www.fiat 500ig.de/500er 2014 29


Report

Lächeln für‘s Foto aus einem Kellison Stallion,

Baujahr 1972.

Das Paar im Fiat 850 Spider Sport Abarth,

Baujahr 1971.

quelle eines Oldtimers zu fahren.

Aber es beklagten sich viele Fahrer,

da die Lichter bei den Oldtimern

nicht der Hit sind. Damals gab es ja

noch nicht Xenon-Licht, geschweige

denn Kurvenlicht und ähnliches!

Irgendwann haben wir den Heurigen

in Gumpoldskirchen erreicht.

Und gerade als wir gehen wollten,

kam das vorhin erwähnte Maserati-

Ehepaar, die völlig müde und entnervt

erzählten von Mähdreschern

und anderen landwirtschaftlichen

Gefährten die im Wege waren, daß

sie sich hoffnungslos verfahren hätten

und dann den direkten Weg zu

dem Heurigen nahmen.

Das Paar im riesigen Buick GMC Super Eight Sedanet

Coupe, Baujahr 1950.

Jarolin im Mercedes Benz 190 Db, Baujahr 1960.

Sie ist alles selber gefahren.

Das Maserati-Paar Gabor und Gabriele von

Izay, sie waren die letzten der Freitagsrallye.

Total cool, Frau in einem Riley Special (Adelphe),

Baujahr 1936.

Das Ehepaar Meci im Renault Alpine A110, 1300 VC,

Baujahr 1975, fotografiert aus unserem Alpine.

Man sollte für diese Rallye ausgeschlafen

sein, also nicht am Freitag

anreisen und im Anschluß diese

Rallye fahren.

Das Paar beim Aufkleben der Startnummer auf

einen Mercedes Benz 170 SAC, Baujahr 1951.

Warten auf den Start im Jaguar E-Type S1,

Baujahr 1965.

Passend gekleidet in einem Ford GPW Jeep,

Baujahr 1943.

30 500er 2014/www.fiat500ig.de

Startbereit für die Freitagsrallye im Daimler Benz

220S, Baujahr 1958.

Das Pärchen im bequemen Mercedes 200 D,

Baujahr 1967.

Aus dem Alpine fotografiert, die blicken zu uns herunter

aus einem Porsche 911 Carrera, Baujahr 1986.

Fotos: Angie Schlegel

Der Samstag

Aufstellung der Fahrzeuge war

am Rathausplatz. Es waren mittlerweile

schon über 250 Autos da,

meine Freunde mit der Corvette

auch. Absperrungen, roter Teppich,

Vip-Bereich und viele Zuschauer.

Der Wahnsinn. Der Start fand in der

Reihenfolge der Startnummern um

11.01 Uhr statt, dann im 20-Sekunden-Takt,

also, wir hatten die Startnummer

109, wir waren dann so

gegen 11.36 dran.

Dann ging es durch die City von

Wien. Überall Menschen, die Spalier

standen, der Weg führte uns

zum Parlament, bei der wir eine

Rose übergaben, die für die erst

kürzlich verstorbene Barbara Prammer,

Präsidentin des Nationalrats

zum Gedenken war. Sonst fahren

diese Rampe nur Staatsgäste entlang.

Weiter ging es zum Burgtheater,

Freyung, Hoher Markt und

zur Börse, bei der sich Jaguar präsentierte.

Irgendwo dazwischen war

mal eine einfache Wertungsprüfung

dabei, man mußte einen Ball aus

dem fahrenden Auto in ein Cabrio

werfen. Ich habe einen Tanzkurs gewonnen,

den ich dem Maserati-Pärchen

schenkte.


Report

Unsere Mittagsrast war im Zentrum

„the mall“, ein großes und sehr modernes

Einkaufszentrum. Es war ein

einziges Kommen und Gehen, weil

die Mittagsrast zeitlich begrenzt

war. Danach ging es in Richtung

Donaukanal zum modernen Wien

weiter. An einer großen Tankstelle

gab es noch eine Jause und preiswertes

Tanken war möglich.

Der absolute Höhepunkt: Die Oldtimerparade

auf der Wiener Ringstraße.

Um 17.00 Uhr wurde die Ringstraße

gesperrt, damit sich „das rollende

Museum“ präsentieren kann. So ein

Spaß, man konnte so schnell fahren

wie man wollte, überall standen

Leute und klatschten und nur Oldtimer

unterwegs. Und dann fing es

bei der 2ten Runde zu schütten an,

aber wie. Besonders schlimm hat es

die Familie mit einem Willys-Jeep

(kein Dach, keine Frontscheibe) erwischt,

aber tapfer wurde die Runde

zu Ende gefahren. Auch die mit

den Plastikfenstern, die erst bei Beginn

des Regens noch schnell eingezogen

wurden, erzählten uns am

nächsten Tag wie nass sie wurden.

Die Veranstaltung war dann sehr

schnell vorbei, weil alle einfach nur

ins Hotel und ihre Oldtimer unterstellen

wollten. Die Rallye für den

Samstag-Abend wurde abgesagt.

Zwei Frauen im Flower-Power Porsche. Jeder wußte

sofort mit welchem Auto sie dabei waren.

Der totale Hingucker, ein VW T1, Baujahr1967.

Der einzigste Traktor, ein Steyr 80a, Baujahr 1956.

Das 5.085igste zugelassene Fahrzeug in Wien, siehe

Nummernschild, ein Studebaker Champion, Bj. 1949.

Meine Freunde, Toni und Eva in der Chevrolet

Corvette C2, Baujahr 1963.

Die Startnummer 10, passend gekleidet im Buick

D45, Baujahr 1915.

Der Sonntag

fing mit Sonnenschein an. Verschiedene

Wertungsprüfungen später

landeten wir am Donaupark, den

wir mit unseren Oldtimern zum

50igsten Jubiläum durchfahren

durften. Echt toll. Die Besichtigung

des Donauturms ließen wir uns

nicht entgehen. Wie unser Olympiaturm

in München (291,28m), auch

mit Drehrestaurant nur nicht ganz

so hoch, 252m. Danach ging es

zurück zum Wiener Rathaus. Die

Sieger-Ehrung fing so gegen 16.00

Uhr an. Es zog sich ewig hin, da so

viele Preise zu vergeben waren. Eigentlich

war es zum Schluß so, daß

immer die gleichen Leute auf der

Bühne standen, weil die in den verschiedenen

Prüfungen immer unter

den ersten 3 Plätzen waren.

Ein wunderschön restaurierter Steyr Puch 650 TRII,

Baujahr 1966.

Die Aufstellung zur Oldtimer-Parade auf der Wiener

Ringstraße, da fing es zu regnen an.

Ein riesiges Auto, ein American La France, Baujahr

1923.

Bei strömendem Regen offen fahren ist doch sehr

originell im MG TC, Baujahr 1947.

Fazit

Ein ganz toller Event, tolle Leute,

sehr schöne Oldtimer. Super organisiert,

wer die Rallies machen will,

eine gewisse Vorkenntnis sollte sein.

Wer es locker sieht, wir haben Wien

und sein Umland kennengelernt,

wie man es vielleicht als normaler

Tourist so nicht kennengelernt hätte.

von Angie Schlegel, Fiat 500 IG München

Fotos: Angie Schlegel

Auch sie hat es bei der Parade voll erwischt, kein

Verdeck, keine Frontscheibe im MG A, Bj. 1959.

Warten auf den Start im Ford A, Baujahr 1930.

www.fiat 500ig.de/500er 2014 31


Puch Rudi mit seinem Kombi und Anhänger.

Fotografiert von Regina

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