Mauritiushof Natur Magazin Mai 2016

mauritiushof

Hier finden Sie unsere Maiausgabe 2016 - neu mit vielen Videos !

Mauritiushof

Das online Naturmagazin

Ausgabe 3/2016

Neu - mit

vielen

Videos !

Offizielle News der

Österreichischen Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie ÖGTT


Inhaltsverzeichnis

in unserer Maiausgabe 2016 finden Sie folgende Beiträge:

Unser neuer Mauritiushof Film:

Der Kräuterarzt vom Mauritiushof

Handwerk:

Möbel aus Wildholz

Kräuter:

Ernten statt Jäten, Kochen mit Löwenzahn

Stall und Hof:

Hoflader und Traktoren für Kleinhöfe

Pilze:

Die Speisemorchel und ihre Verwandtschaft

Serie:

Polski Owczarek Podhalanski

Sinn und Unsinn von Wellenkursen

Österreichische Gesellschaft für Tiergestützte Therapie ÖGTT:

Sektion Tiergestützte Aktivitäten

Special:

Nachhaltigkeit in der Fischerei, ein Interview mit Mag. Bernhard Berger

Kleintiere:

Erlebnisse eines Rassegeflügelzüchters und Preisrichters

Pferde:

Natural Horsemanship, Interview mit ***Parelli-Instruktor Martin Wimmer

Impressum -Offenlegung

Herausgeber, Eigentümer und Verleger:

Mauritiushof Kreativteam - Dr.med. Dieter Schaufler , Rappoltschlag 13, 3914 Waldhausen

www.zentrum-mauritiushof.at, Tel 0043287720059

Chefredaktion: Dr.med. Dieter Schaufler

Grundsätze und Ziele: Mauritiushof Naturmagazin dient der Information über Natur, Pflanzen und Tiere, weiters sollen

altes Erfahrungswissen und neue innovative Ideen dem Leser näher gebracht werden. Ein kleiner Teil informiert über

die Aktivitäten der Österreichischen Gesellschaft für Tiergestützte Therapie ÖGTT

Kooperationspartner: Österreichische Gesellschaft für Tiergestützte Therapie ÖGTT, www.oegtt.at

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die persönliche und/oder wissenschaftliche Meinung des jeweiligen

Autors wieder und fallen in den persönlichen Verantwortungsbereich des Verfassers. Entgeltliche Einschaltungen fallen

in den Verantwortungsbereich des jeweiligen Auftraggebers und müssen nicht die Meinung von Herausgeber und

Redaktion wiedergeben. Angaben über Dosierungen, Applikationsformen und Einnahme angeführter Produkte,

Lebensmittel und pharmazeutischer Spezialitäten müssen vom jeweiligen Anwender auf ihre Richtigkeit überprüft

werden.Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen Herausgeber und Medieninhaber keinerlei Haftung für drucktechnische

und inhaltliche Fehler. Alle Rechte, insbesondere das Recht auf Vervielfältigung und Verbreitung sowie der

Übersetzung, beim Eigentümer und Herausgeber.

Bezug: Gratisausgabe


Editorial des Herausgebers

Mauritiushof Naturmagazin goes multimedia !

Mit großer Freude starten wir neue Schritte beim Magazin: die digitale

Technologie ermöglicht uns die Einbettung von Videos und damit werden wir

wahrhaft lebendig für Sie !

Wir denken, dass Videos oft mehr aussagen können als reine Texte oder

Audiodateien, da wir Ihnen auch die Menschen von Angesicht zu (digitalem)

Angesicht vorstellen können, die wir in Interviews befragen und Sie sich Ihr

eigenes Bild auch von diesen Menschen selbst machen können, die uns auf

diesen Seiten begleiten. Auch kommen wir vielleicht dadurch auch jenen

LaserInnen entgegen, die auf kleinen Handyscreens unser Magazin verfolgen -

dort ist das Lesen mühselig....

Wir freuen uns sehr, dass wieder so viele tausend Menschen unser letztes

Naturmagazin gelesen haben und gehen als Redaktionsteam mit Begeisterung

weiter. Ich hoffe, dass wir wieder interessante Themen für Sie zusammentragen

konnten und ich wünschen Ihnen viel Vergnügen mit unseren Seiten und Videos !

Herzlichst Ihr

Dr. Dieter Schaufler


Der Mauritiushof Film ist endlich online !

Es ist geschafft !!!!!! Hier der Trailer zum Film:

Mit großem Stolz und großer Freude dürfen wir Ihnen unseren neuen

abendfüllenden Film

Der Kräuterarzt vom Mauritiushof

präsentieren.

Hier der Verkaufslink zum Film

https://vimeo.com/ondemand/mauritiushof

Film ausleihen 5€

Film kaufen 12€


Ein Großprojekt für uns am Mauritiushof

ist nun endlich geschafft !

Kräuterarzt Dr.med. Dieter Schaufler lädt zu einem Besuch auf seinen

Mauritiushof im österreichischen Waldviertel und führt durch eine sommerlichreiche

Kräuterwelt. Er stellt selten verwendete Wildkräuter und deren traditionelle

volksheilkundliche Anwendung vor und läßt tief in seine naturverbundene

Lebensweise inmitten vieler Tiere und Pflanzen blicken. Begleitet von seiner

Packziege "Schecki" wandern wir auf Kräutersuche durchs wildromantische

Waldviertel - ein wahres Paradies für Kräuter- und Naturliebhaber.

Gesamtlänge des Film 1 Stunde und 27 min.

10 Wild- und Heilkräuter werden im Film vorgestellt. Ehrenpreis, Kriechender

Günsel, Beinwell, Labkraut, Schafgarbe, Stinkender Storchenschnabel,

Gemeine Braunelle, Gänsefingerkraut, Stadtnelkenwurz und das

Gänseblümchen.

Neben einigen bekannten

Heilkräutern hat Dr.

Schaufler in diesem Film

auch ein Auge auf fast in

Vergessenheit geratene

Wildkräuter geworfen und

deren volksheilkundliche,

auf Erfahrung basierende

frühere Einsatzgebiete

dargelegt. Dieser Film ist

selbst für Kräuterkenner

noch eine Quelle der

Inspiration. Insbesondere

das alte Wissen um die

psychische Wirkung

dieser Kräuter auf uns

Menschen und deren

Umlegung auf die heutige Zeit liefert viele spannende und interessante Momente.

Genießen Sie aber vor allem auch unsere „tierische“ Rahmenkulisse hier am

Mauritiushof. Viele unserer tierischen Mitbewohner und Therapietiere haben im

Film ihren großen Auftritt und gestalten ihn äußerst souverän und gelassen.

Kamerascheu sind unsere schnatternden, gackernden, meckernden, wiehernden,

muhenden, miauenden und bellenden Stars vom Mauritiushof offensichtlich

keineswegs und sie alle zeigen sich von ihrer Schokoladenseite !


Es waren viele anstrengende Drehtage, insbesondere mussten wir ja auch auf

jahreszeitliche und witterungsbedingte Aspekte achten.

Eine Herausforderung war die für jede Pflanze individuelle Hauptblütezeit zu

beachten und dann auch Zeit und das passende Wetter für die entsprechenden

Filmaufnahmen zu finden.

Ja und auch unsere zweite Hautdarstellerin, die Steirische Scheckenziege

namens „Schecki“ - von den Hörnern bis zu den Klauen eine echte Diva - sorgte

für mancherlei Unruhe am Set. Tonkabel und Equipment mussten immer wieder

von Schecki auf Essbarkeit untersucht werden und manche tolle Aufnahme war

unbrauchbar geworden dank durchgebissener Mikrofonleitungen. Nicht zuletzt

sind ja eben gerade die Heilpflanzen auch das Sahnehäubchen auf der

Ziegenspeisekarte - mehr müssen wir dazu wohl nicht ausführen…..

Aber gerade diese tierische Naturkulisse macht ja den Reiz dieses Films aus,

denn genau die Tiere, allen voran Schecki, verkörpern Authentizität,

Erdverbundenheit und Echtes.


Und dann erst die Wildkräuter ! Allein die Orte an denen sie besonders wachsen

und gedeihen - diese Orte haben manchmal schon etwas Geheimnisvolles,

Mystisches und Magisches. Die Pflanzen selbst sind meist so klein und

unscheinbar und doch haben sie uns Menschen seit Jahrtausenden begleitet und

in früheren Zeiten bei Krankheit geholfen und errettet. Manche ihrer Wirkungen

sind bis heute geschätzt und in der Behandlung im Einsatz. Andere wieder sind in

Vergessenheit geraten und schlafen still ihren Dornröschenschlaf, um vielleicht

später einmal wieder erweckt zu werden. Wir hoffen sehr, dass wir die

Atmosphäre dieser Orte und ihrer pflanzlichen Bewohner in diesem Film für sie

einfangen konnten, damit wir diesen Zauber auch mit Ihnen teilen können.

Wir hatten viel Freude bei der Produktion dieses Films und hoffen, dass wir vor

allem für Sie einen schönen und interessanten Naturfilm gestalten konnten. Auch

wollen wir jetzt schon verraten, dass das sicher nicht unser letzter Film 2016 sein

wird ….


Möbel aus Wildholz

Interview mit Eva und Herbert Hochstöger, Besitzer einer erfolgreichen Wildholz-

Tischlerei im Waldviertel. Lebendig erscheinen die Möbel, die von den

Hochstögers hergestellt werden und lebendig erscheinen auch sie selbst, wenn

sie über ihre Arbeit sprechen. Wildholz begeistert sie sehr. „So lange wir noch

irgendwie eine Flex halten können, werden wir das machen.“, so Eva

schmunzelnd.

Nehmen, wie es ist

Was fasziniert euch am Arbeiten

Wildholz?

Eva: Weil man alles so nehmen kann,

wie es gewachsen ist. Wir nehmen

ein Stück Holz und können uns

vorstellen, was wir daraus bauen

können. Es könnte eine Armlehne,

ein Sessel, eine Türschnalle oder

sonst irgendetwas werden.

Viele charakterstarke Holzstücke

landen oft letztendlich im Ofen. Für

uns ist es schön, auch diesen

Stücken eine Chance zu geben,

eigentlich gilt für uns: je krummer,

umso schöner.

Die natürliche Form des Holzes zu

erhalten ist uns wichtig.

Herbert: Und nicht alles ins

Energieholz schmeißen! Wir fahren oft bei Hackholz-Haufen vorbei, wo wir viele

Stücke sehen, die wir gut verwenden könnten, da tut mir das Herz weh! Man

glaubt nicht, was man aus so manchem Abfallstück noch herausholen kann. Das

gefällt mir sehr am Wildholzbau.


Habt ihr das Gefühl, als würden Menschen bei ihrer Einrichtung wieder etwas

mehr in Richtung Naturbelassenheit zurückgehen?

Beide: Ja, auf jeden Fall.

Eva: Das bestätigt sich auf jeden Fall bei unseren Kunden. Teilweise möchten sie

wieder zurückgehen, wissen aber nicht, wie sie es angehen sollen. Das Interesse

ist aus meiner Sicht da. Wenn man ins Gespräch kommt, findet man für die

meisten Ansprüche eine Lösung.

Wildholz bringt Ruhe

Herbert: Ein gewisses Umdenken findet meiner Meinung nach überall statt. Nur

sind wir momentan noch in dem Rad der Schnelllebigkeit drinnen. Alles muss von

heute auf morgen fertig sein. Das geht halt beim Wildholzbau nicht. Das braucht

seine Zeit.

Was hat euch überhaupt dazu bewegt, mit Wildholz zu arbeiten?

Eva: Bei einem Bekannten von uns, haben wir das erste Mal ein Stück aus

Wildholzbau gesehen. Das hat uns so fasziniert. Das war ein Sessel. Wir haben

uns sofort gedacht, das wär unser Ding! Wir waren schon immer auf der Suche

nach etwas Außergewöhnlichem.

Herbert: Wir haben ihn gefragt, ob wir auf diesem Gebiet zusammenarbeiten

möchten, worauf er mit, „ja, sofort!“ antwortete. Da er kurz vor der Pension stand

und seine Arbeit abgeben wollte, hat er uns sein Spezialgebiet überlassen. Seine

Kunden hat unser Bekannter teilweise auch an uns weiter verwiesen. Der ganze

Aufbau war trotzdem nicht so einfach. Es dauerte mehrere Jahre, bis wir ein

anständiges Lager an rohen Stämmen, Ästen und Wurzeln beisammen hatten, mit

dem wir arbeiten konnten.

Copyshop

Das hört sich nach viel Arbeit an. Gibt es vergleichbare Tischlereien in Österreich?

Herbert: Ja, die gibt es. Wir sind auf jeden Fall vorne mit dabei. Im Web sind wir

auf Google an der ersten Stelle, wenn man nach Wildholz sucht. Wir haben auch

sehr viele Zugriffe auf unserer Homepage, durchschnittlich sind es 20.000 im

Monat. Leider können wir beobachten, dass in letzter Zeit die Zahl unserer

„Nachbauer“ steigt. Aber damit müssen wir leben. Es entwickelt auch jeder seinen

eigenen Stil. Auf jeden Fall sind wir etwas vorsichtiger geworden, wir geben nicht

mehr jede neue Idee auf unserer Website preis. Schmunzelnd: Wir müssen ja

nicht unbedingt einen Copyshop zur Verfügung stellen.


Wildholz-Kurs

Ich habe auf eurer Homepage gelesen, dass ihr auch Kurse leitet. Was kann man

da bei euch machen?

Herbert: Wir bauen mit den Kursteilnehmern einen Sessel. Dieser wird aus

ausgewählten Wildholzstücken aus unserem Sortiment zusammengestellt. Jeder

hat dann ein individuelles Stück, das er sich mit nachhause nehmen kann.

Eva: Wir zeigen wie man Zapfen schleift, damit unsere Teilnehmer die Verbindung

verstehen, damit sie auch zuhause selbständig an eigenen Projekten arbeiten

können. Jeder hat dann die Möglichkeit sich Einzelstücke für sich selbst zu

fertigen.

Herbert: Das Schöne dabei ist, jeder entwickelt seinen eigenen Stil. Mittlerweile

haben wir schon ein Gefühl für die Menschen und können im Vorhinein schon

etwas einschätzen, wie das fertige Stück dieses Teilnehmers aussehen wird. Der

eine möchte einen bequemen, zierlichen Sessel haben, der andere einen

pompösen Thron. Das kann schon mal etwas ausarten, es gibt Fälle wo wir

eingreifen und sagen müssen: „He, Leute, den Sessel müsst ihr auch tragen

können.“

Eva: Ich finde man kann von einem selbstgebauten Wildholzsessel oft ein paar

Rückschlüsse auf die Persönlichkeit ziehen. Es gibt Teilnehmer, bei denen jedes

kleinste Detail passen muss, andere legen nicht so viel Wert auf Schnick

Schnack, was zu viel ist, ist zu viel.

Wir haben oft großen Spaß mit unseren Kursteilnehmerinnen und

Kursteilnehmern. Wir möchten die Kurse auch in einer gemütlichen Atmosphäre

abhalten. Am Nachmittag gibt es immer Kaffee und Kuchen. Viel Arbeit passiert

auch im Freien, wenn vom Wetter her möglich.

Herbert: Außerdem halten wir die Teilnehmerzahl gering. Wir möchten uns den

einzelnen Teilnehmern auch widmen können. Ja kein Stress!

Eva: Wir haben die Arbeit mit Wildholz von Anfang an sehr erfüllend gefunden,

das möchten wir unseren Teilnehmern mitgeben. Für uns ist es auch sehr schön,

sich mit Gleichgesinnten unterhalten zu können.

Wann findet euer nächster Kurs statt?

Unser nächster Kurs findet von 11. bis 15. Juli statt. Das ist ein Wochenkurs. Auf

Anfrage bieten wir auch Wochenendkurse an.


Hm, ich überlege mir gerade, wie wohl mein Sessel aussehen würde. Naja, vielleicht werden

wir es einmal herausfinden. Diese Kurse finden in eurem selbst gebauten Blockstammhaus

statt. Das ist voller kleiner Wildholz-Details. Sogar eine Türschnalle aus Wildholz ist mir

aufgefallen. Auch euer Wohnhaus ist natürlich mit Wildholz-Möbeln ausgestattet. Auf mich

wirkt das so lebendig und heimelig. Habt ihr zu einem Möbelstück eine besondere Geschichte?


Die abenteuerliche Reise des Kriecherlbaums

Eva: Ja, in unserer Sitzbank im Wohnzimmer ist unser Kriecherlbaum verarbeitet,

der früher vor unserer Werkstatt stand. Unser Schwiegervater konnte sich nicht

trennen von diesem Baum. Wir haben dann unsere Werkstatt renoviert und leider,

der Baum musste doch gehen. Das war noch vor unserer Zeit als Wildholz-

Tischler. Wir wurden von so einem schlechten Gewissen geplagt, dass wir den

Baum jahrelang lagerten, bis wir dann auf die Idee kamen, ihn in unser erstes

Wildholz-Möbelstück einzubauen.

Herbert: Ja dieser Baum ist, sag ich mal, um 5 Meter verlagert worden. Davor

stand er direkt gegenüber von unserem Wohnzimmerfenster, jetzt steht er im

Wohnzimmer.


Eva lachend: Ja, der ist nur um 5 Meter weiter gegangen, liegend! Aber es ist

nicht nur mit unserer Wohnzimmergarnitur so. Oft, wenn wir Möbel bauen und es

kommt wieder ein spezieller Ast oder Stamm zu Tage, erinnern wir uns daran, wo

wir dieses Stück her haben. Einmal haben wir von einem Obstbauern vom Hagel

beschädigte Marillenbäume abgeholt, die waren noch voller Marillen.

Herbert: Das war eine Gaudi! Zuerst haben wir Marillen gegessen und dann

haben wir die Bäume verladen. Wenn wir Stücke von diesen Bäumen verwenden,

erinnern wir uns wieder an diese Geschichte.


Das hört sich sehr spannend an! Habt ihr eigentlich ein Lieblings-Holz?

Beide: Ja, der Apfel. Apfel ist unser Holz!

Eva: Oder auch die Birne. So wie auch unsere Küche und unser Wohnzimmer

gehalten ist. Ich denke wir würden unser Haus von vorne bis hinten mit Apfel und

Birne einrichten, aber dieses Holz ist halt eine Rarität. Dass man einen Apfel in

einer dicken Stammgröße bekommt ist ja fast schon wie ein Lottosechser.

Herbert: Leider gibt es viele Menschen, die alte Obstbäume wegschneiden und zu

Brennholz verarbeiten. Solche Bäume können durchaus bis zu 200 Jahre alt sein.

Die wissen nicht, was sie zerstören. Leider kommt man oft zu spät dazu.

Im Apfelholz hat man von hell, bis dunkel alles drin. Man kann auch teilweise die

Apfelsorte am Holz erkennen. Er hat ein breit gefächertes Farbenspiel und er ist

angenehm zu verarbeiten. Sogar beim Arbeiten mit dem Holz riecht man Apfel.

Zirbe oder Kiefer?

Wie steht ihr beide zu dem Trend um die Zirbe?

Herbert: Ja, es ist sicher etwas dran, an der wohltuenden Wirkung dieses Holzes.

Eva: Das auf jeden Fall, aber was mich etwas besorgt ist, dass eine Sorte so

ausgeschlachtet wird. Man sieht es am Zirbenpreis. Der hat sich vom vorigen Jahr

auf das heurige Jahr fast verdoppelt.

Die Nachfrage ist irrsinnig hoch. Das geht bereits so weit, dass es

Einschätzungen gibt, dass in ein paar Jahren keine Zirbe mehr am Markt

erhältlich sein wird. Ich glaube nicht, dass es notwendig ist, dass unsere

Zirbenbestände nur wegen einem Trend derartig gefährdet werden.

Für mich ist die Föhre von der Intensität des Geruches fast gleichwertig. Die

Föhre wächst auch schneller nach. Jedoch ist sie halt etwas schwerer zu

verarbeiten, da sie reich an Harzen ist. Die erschweren etwas die Schleifarbeit.

Do it yourself

Habt ihr Tipps für Bastler, die sich selbst kleine Gegenstände aus Wildholz

herstellen wollen?


Eva: In erster Linie ist es einmal wichtig, mit offenen Augen durch die Gegend zu

gehen. Sei es im eigenen Garten oder im Wald, man findet überall schöne Stücke.

Von der Qualität her sollte man darauf achten, dass das Holz noch fest ist und

nicht zerbröselt, wenn man es aufhebt. Es kommt dann immer darauf an, was

man daraus bauen möchte und wie viel Last das Stück dann tragen soll.

Herbert: Kleine Wurzeln, Stämme, Stöcke, Äste auch in Kombination mit Steinen

sind auf jeden Fall Rohmaterialien, die jeder im Wald finden kann. Auch bemooste

Stücke sind sehr dekorativ.

Eigentlich braucht

man nur mehr

seiner Kreativität

freien Lauf zu

lassen.

Kleiderbügel,

Vogelhäuschen,

Türschilder,

Vorhangstangen,

Schmuckhalterungen, und so weiter. Für solche kleinen Gegenstände braucht

man auch fast kein Werkzeug. Mit einer feinen Handsäge und etwas Schleifpapier

kommt man schon weit.


Das gesammelte Holz kann man auch waschen und langsam wieder trocknen,

damit es schön sauber ist.

Die Sonne hat einen Schlitz!

Das klingt nach einer einfachen Sache! Ihr beide motiviert mich auf jeden Fall. Ich

denke, ich werde dann noch spazieren gehen und nach Holz suchen. Ihr schafft

es, Menschen für Wildholz zu motivieren. Für meine Begriffe leistet ihr hier etwas

Pionierarbeit.

Eva: Ja das stimmt, doch ganz so angekommen ist diese Philosophie bei

manchen unserer Kunden noch nicht. Ich hatte einmal eine Kundin, die eine

dekorative Sonne aus Wildholz bei mir kaufte und am nächsten Tag reklamierte.

Die Kundin rief mich an und meinte, sie hätte nicht gesehen, dass da ein Spalt in

einem der Sonnenstrahlen ist. Sie wollte sie unbedingt umtauschen. Ich versuchte

Sie aufzuklären, dass ich die einzelnen Teile genauso schneide, dass kleine

„Schönheitsfehler“ hervortreten. Dadurch wirkt ja das Wildholz. Ich konnte sie

jedoch nicht überzeugen. Ich tauschte ihr die Sonne um.

Daraufhin erzählen sie mir von einem Gedicht, das ihnen sehr am Herzen liegt

und ein bisschen ihre Philosophie widerspiegelt. Auswendig funktioniert es nicht

so ganz, Herbert druckt es aus und drückt mir den Zettel in die Hand, ich lese:


Die Fuge

Gott schuf das Holz, mal hart, mal weich,

doch eins, sprach er, ist immer gleich,

es wird nie rasten, wird nie ruh´n,

wird arbeiten, wird stets was tun.

Und so gab er dem Holz die Zellen,

jetzt konnt‘ es schwinden und auch quellen,

doch als es schwand, wurd’s plötzlich klar,

da war ein Stück, wo nichts mehr war.

Und da sprach unser Herr, der kluge:

Mein liebes Holz, das ist die Fuge.

Trag sie mit Achtung und mit Stolz,

an ihr erkennt man dich als Holz,

auch Fugen sind ein Stück Natur,

begreif es Mensch, sei nicht so stur.

Tischlerei Hochstöger Herbert

3925 Altmelon Nr. 54

Tel: +43 2827 312 Fax: +22

Mobil: 0664/3454731

office@tischlerei-hochstoeger.at

www.tischlerei-hochstoeger.at


Kleines Wildholz

Do – it – yourself

Beflügelt von dem Interview mit Eva und Herbert gehe ich am nächsten Tag

spazieren und schaue, was ich an passenden Materialen finde, die sich für

Gegenstände eignen könnten, die ich gerade brauchen könnte.

Wonach soll ich Ausschau halten?

„Kleine Wurzeln, Stämme, Stöcke, Äste auch in Kombination mit Steinen sind auf

jeden Fall Rohmaterialien, die jeder im Wald finden kann. Auch bemooste Stücke

sind sehr dekorativ. Eigentlich braucht man nur mehr seiner Kreativität freien Lauf

zu lassen.“ (Herbert Hochstöger)

„Von der Qualität her sollte man darauf achten, dass das Holz noch fest ist und

nicht zerbröselt, wenn man es aufhebt. Es kommt dann immer darauf an, was

man daraus bauen möchte und wie viel Last das Stück dann tragen soll.“ (Eva

Hochstöger)

Brauche ich zum Sammeln Werkzeug?

Wenn man größere Stücke findet, ist es praktisch, wenn man eine kleine Säge zur

Hand hat, damit man diese gleich zurechtschneiden kann und nicht unnötig

schleppen muss.

Ein paar Tipps zum Einstieg:

- Holz ist oft leichter zu entrinden, wenn es noch etwas feucht ist.

- Zum Verarbeiten muss Holz trocken sein.

- Zu schnelles Trocknen, etwa in der Sonne oder auf einem Heizkörper kann

Risse verursachen

- Holz mit einem scharfen Messer entrinden, dabei immer vom Körper weg

schneiden.

- Getrocknete, entrindete Stücke kann man mit einer Bürste von Staub und

feinen Rindenfasern befreien.

Viele Ideen gehen mir bereits beim Sammeln durch den Kopf. Ich komme mit

mehr Holz nachhause als ursprünglich geplant. Zuhause in der Werkstatt

angelangt, versuche ich mein Bestes. Probieren geht über Studieren.


Vorhangstange

Vorhangstangen aus Wildholz sind vor allem

dekorativ. Wenn sie jedoch Biegungen und Äste

beinhalten, eignen sie sich eher für Vorhänge, die

selten geschlossen werden.

Sie brauchen: Handsäge, Stanleymesser,

Akkubohrer, Dübel, Schrauben

Gesammelte Wildholzstange auf die gewünschte

Länge zuschneiden. Und mit dem Stanleymesser

vorsichtig entrinden.

Als Auflage für die Vorhangstange eignen sich 2

gleich dicke ca. 10cm lange Stücke. Mit einem

Bohrer, der denselben Durchmesser hat, wie die Schrauben zum Befestigen, ein

ca. 7cm tiefes (einigermaßen) gerades Loch in den innersten Jahrring bohren.

Von der anderen Seite mit einem Bohrer, der dieselbe Dimension wie das

Schraubengewinde hat, durchbohren. An der Wand befestigen, Vorhang auf die

Stange fädeln, auf die Halterungen legen und mit einem Spagat oder einem Band

daran festbinden. (Wenn so eine massive Holzstange auf den Kopf fällt, schmerzt

es mehr, als man glaubt. Ich spreche aus Erfahrung :-) )


Schlüsselhalter

Dieses Stück stammt aus einem Stamm

einer umgestürzten jungen Fichte. Der

Stamm sollte jedenfalls so dick sein, dass

der Schlüsselhalter von selbst steht.

Sie brauchen:

Handsäge,

Stanleymesser

Stück in gewünschter

Länge

herausschneiden,

entrinden, trocknen,

hinstellen, fertig.


Dekorativer Kleiderbügel

Ein alter, vertrockneter Stock mit Fraßgängen

eines Borkenkäfers kann super in der

Garderobe in Szene gesetzt werden. Dieser

Kleiderbügel eignet sich für Schals und

Hauben, genauso wie für Postkarten

oder Notizzetteln.

Sie brauchen: Handsäge,

Stanleymesser, Akkubohrer,

Schraubhaken für Kleiderbügel, wenn

gewünscht: Zwirn, Clips

Stock entrinden, auf gewünschte

Länge zuschneiden. Genau in der Mitte

vorsichtig vorbohren und den

Schraubhaken hineindrehen. Wenn

man Clips befestigen möchte, geht es

Klebstoff oder mit Zwirn.

Soll der Kleiderbügel mehr Last tragen,

empfiehlt es sich, den

Schraubhaken vor dem

Hineindrehen mit Klebstoff zu

beschmieren. Das hält etwas

besser. Ebenso sollte das Holz

stabiler sein.


Dekorative Halterung für leichte Gegenstände

Über diesen Ast stolperte ich fast beim

Spazierengehen. Mir gefielen die

schwungvollen, filigranen Ästchen. Dieses

Stück Holz wollte ich an einem Ort haben,

wo ich es oft sehe. Ich interpretierte

diesen Fichtenast als eine Halterung für

Schmuck oder für Geschirrtücher.

Sie brauchen: Handsäge,

Stanleymesser, Akkubohrer, Schrauben

Die Ästchen auf die gewünschte Länge

einkürzen, den Ast entrinden und

trocknen lassen. Mit einem feinen

Bohrer zwei Befestigungslöcher bohren.

Schon geht es an die Wand.


Klopapierhalter

Dem Wildholz sind keine Grenzen gesetzt.

Auch am stillen Örtchen kann man sich seiner

Anwesenheit freuen.

Sie brauchen: Handsäge, Stanleymesser, Akkubohrer, Schrauben

Den Ast in die gewünscht Länge

schneiden. Entrinden,

Befestigungslöcher vorbohren und an

die Wand dübeln.

Tipp: Die Halterung nicht waagrecht

sondern in einer leichten Steigung

montieren. Die Rolle bleibt dadurch

besser am

Platz.

Autorin: Gerda Holzmann BSc,

Dipl. Wildkräuterguide, Zertifizierter

Wildkräuterguide der Österreichischen Gesellschaft für

Tiergestützte Therapie,

Dipl. Holistische Kinesiologin

Mail: praxis@gerdaholzmann.at,

Web: www.gerdaholzmann.at


Ernten statt Jäten! Kochen mit

Löwenzahn

Nicht zu übersehen ist der Löwenzahn mit seinen strahlend gelben Blüten. Auf

den Wiesen des Waldviertels blüht er im Moment in seiner ganzen Pracht.

„Löwenzahn“ beschreibt die gezähnte Form der Blätter. Auch die Blätter des

Blütenkelches ähneln einer Löwenmähne. Das sieht man gut, bei den

Blütenknospen.

In Frankreich wird Löwenzahn auch als Kultur geführt und ist in der Küche

geschätzt. Der Kultur-Löwenzahn bildet größere Blätter aus, die weniger gezähnt

sind. Außerdem schmeckt er milder als sein wilder Verwandter.

Sein wissenschaftlicher Name, Taraxacum officinialis, leitet sich vom griechischen

„taraxis“, die Bezeichnung für eine Augenkrankheit, und dem griechischen

„akeomai“, was so viel wie „heilen“ bedeutet, ab. Auch der im deutschen

Sprachraum bekannte Volksname „Augenwurz“, deutet darauf hin, dass der

Löwenzahn bei Augenleiden eingesetzt wurde.


Auch Milchdistel, Marienzahn, Kuhblume, Wilde Zichorie, Bettpisser oder

Pusteblume wird er genannt. In der Schweiz trägt er auch den Namen

„Sonnenwendling“, da seine Blüten im Laufe des Tages der Sonne folgen.

Sie dienten früher oft als Wetterfrosch, sollten die Blüten gegen Abend noch offen

sein, gab es Aussicht auf eher schlechtes Wetter.

Pusteblume zum Orakeln

Nach der Blüte bildet der Löwenzahn Samen, mit haarigen Flugschirmchen aus.

Die luftigen weißlich-grauen Bällchen laden geradezu zum Pflücken und pusten

ein.

Junge Mädchen orakelten früher mit dem Löwenzahn. Sie pusteten kräftig gegen

die Samen, jedes stehen gebliebene Schirmchen stand für ein Jahr, das noch bis

zu ihrer Hochzeit vergehen würde. War der Blütenboden weiß, würde sie nach

ihrem Ableben der Himmel erwarten, war er dunkel, würde die Seele in die

Gegenrichtung wandern.

Löwenzahn zeigt reichhaltigen Boden

An seinen Standort stellt der Löwenzahn keine speziellen Ansprüche. Man findet

ihn in niedrigen Lagen genauso wie auf 2500m.

Der Löwenzahn ist ein Stickstoffanzeiger, wo er in Massen gedeiht, ist der Boden

reichhaltig. Auch auf eine Überdüngung kann er hinweisen. Sollte der Boden zu

stark mit Stickstoff angereichert sein, kann die Pflanze mit übermäßigem Wuchs

und schwachem Gewebe reagieren.

Löwenzahn räumt auf mit alten „Schlacken“

Mit Ausnahme der Blüten sind alle Teile des Löwenzahns im Geschmack vor allem

bitter. Der mittelalterliche Pflanzenfreund und Mediziner Leonhard Fuchs

beschrieb den Löwenzahn daher als zusammenziehend, magenstärkend,

blutreinigend, harntreibend und stopfend.

Für Pfarrer Kneipp war der Löwenzahn ein gutes Mittel bei Leiden welche die

Nieren oder die Unterleibsorgane betreffen. Benennungen wie „Bettpisser“,

„Herba urinaria“ oder dem französischen „Piss au lit“ zeugen von diesem

traditionellen Einsatzgebiet.

Man bediente sich des Löwenzahns bei Hautleiden, Leber- und Blasenleiden,

Wassersucht, der Gliederkrankheit genauso wie bei Hämorrhoiden oder

Samenverlust.


Besonders der Wurzel wurde eine auflösende Eigenschaft bei Stauungen und

Verschleimungen im Körper zugeschrieben. Zudem sollen Gesichts- und

Augenwaschungen aus über Nacht kalt angesetzter Löwenzahnwurzel die

Augenkraft stärken.

Zum Fressen gerne

Für Tiere bietet der Löwenzahn eine gute Nahrung. Löwenzahnwiesen sind eine

gute Bienenweide. An den feinen Härchen die den Bienenkörper übersehen,

bleiben die Löwenzahnpollen gut hängen. Man kann oft Bienen beobachten, die

von oben bis unten mit gelben Blütenstaub übersäht sind.

Kaninchen haben Löwenzahnblätter zum Fressen gerne. Kürzlich nahm ein Jäger

bei einer meiner Kräuterwanderungen teil. Beim Löwenzahn angelangt, erzählte

er mir, dass er des öfteren Hasen beim Fressen von Löwenzahnblüten beobachtet

hätte. Geschäftig fressen sie nur die Blütenköpfe und eilen zur nächsten Pflanze

weiter.

Auch wir Menschen können uns am Tierreich ein Beispiel nehmen. Der

Löwenzahn ist eine reichhaltige Salat- und Gemüsequelle. Seine Blätter, Blüten

und Wurzeln können roh oder gekocht verzehrt werden. Tees können sowohl aus

der frischen als auch von der getrockneten Pflanze zubereitet werden.


Während der Blütezeit kaum zu verwechseln

Während der Blütezeit ist der Löwenzahn leicht zu identifizieren. Der runde,

unbehaarte und hohle Stängel, aus dem Milchsaft austritt ist dem Löwenzahn

eigen.

Von der Gestalt her ähnlich sind Verwandte des Löwenzahns, wie zum Beispiel

das Ferkelkraut oder der Herbst-Löwenzahn, deren Stängel sind jedoch nicht

hohl.

Löwenzahnblätter

Löwenzahnblätter haben dreißig Mal mehr Eisen als herkömmlicher Spinat und

sie übertreffen Karotten in ihrem Reichtum an Provitamin A.

Seine länglich gezähnten Blätter sind kaum zu verwechseln, jedoch können sie je

nach Standort sehr unterschiedlich geformt sein. In jedem Fall sind sie glatt und

unbehaart und bilden am Boden eine Rosette.

Die Blätter kann man das ganze Jahr über ernten. Je älter die Blätter werden

umso herber ist ihr Geschmack.


Ein paar Tipps zum Sammeln von Kräutern finden Sie unter: http://www.gerdaholzmann.at/kr

%C3%A4uterkunde/sammelregeln/

Löwenzahn-Karottensalat

Man nehme Karotten, Stangensellerie, frisch gepflückten Löwenzahn und wer es

etwas deftiger mag, ein gekochtes Ei, geröstete Speckwürfel oder Käse.

Löwenzahnblätter waschen, abtropfen lassen und mundgerecht schneiden. Unter

die geraspelten Karotten mischen, geschnittenen Stangensellerie hinzufügen und

marinieren.

Je nach Belieben Ei, Speck oder Käse hinzugeben.

Kartoffeln passen ebenfalls sehr gut dazu!

Löwenzahnpizza

Vom Geschmacksprofil her ist Löwenzahn ähnlich wie Rucola. Frische

Löwenzahnblätter auf die fertige Pizza legen und noch kurz im Rohr lassen, so

dass die Blätter erweichen. Schmeckt hervorragend!


Blütenknospen

Löwenzahn Kapern

Die frischen Blütenknospen lassen sich ganz einfach einlegen. Vor der Blüte

sammeln und weiter verarbeiten.

Die Löwenzahnknospen haben

einen leichten „Kapern-

Charakter“ und passen gut in

Salate, Gemüsepfannen,

Aufläufe usw.

250g Blütenknospen

125ml Wasser

125ml Apfelessig

1 TL Salz

1 TL Zucker (Honig als

Alternative möglich)

Löwenzahnknospen in

wenig Wasser 1-2min kurz

weich dünsten. Wasser,

Essig, Salz und Zucker

vermischen und erwärmen.

Die Löwenzahnknospen

abtropfen lassen, in

saubere (ev. ausgekocht)

Gläser füllen und mit der

heißen Marinade

vollständig bedecken. Die

Gläser noch heiß

verschließen und langsam

abkühlen lassen.


Löwenzahnstängel

Von den Löwenzahnstängeln glauben manche, dass diese wegen ihres weißen

Milchsaftes giftig sind. Für Wolfsmilchgewächse oder Hundsgiftgewächse

(Immergrün) beispielsweise trifft das auch zu, jedoch nicht für den Löwenzahn.

Wilder „Schnittlauch“

Dekorativ, herb und würzig-peppig machen sich Röllchen aus fein geschnittenem

Löwenzahnstängel. Sie passen hervorragend in Suppen (kurz vor dem Servieren

einstreuen), in Aufstriche oder auf das Butterbrot.


Löwenzahnblüten

Löwenzahnblüten sind besonders dekorativ. Abgezupfte Blütenblätter verleihen

Salaten, Suppen, Aufstrichen und Desserts einen optischen Pepp. Blütenpollen

beinhalten wichtige Nährstoffe wie Fette und Eiweiß genauso wie Vitamine,

Mineralstoffe und Spurenelemente.

Löwenzahnsirup („Löwenzahnhonig“)

3-4 gute Handvoll Löwenzahnblüten in 2 Liter Wasser gut kochen, abseihen und

11/2 kg (Voll)Zucker einrühren. Den Saft von 2 Zitronen hinzufügen und unter

ständigem Rühren einkochen bis eine sirupartige Masse entsteht. In Gläser füllen,

kühl und dunkel aufbewahren.

Dem Löwenzahnsirup sagt man eine blutreinigende, stärkende und eröffnende

Wirkung nach.


Löwenzahnlikör

300ml klarer Schnaps (Korn, Obst, Wodka,…)

100ml Rum

1 EL abgezupfte Löwenzahnblütenblätter

1 Zitrone

3 EL Honig

Löwenzahnblüten in ein weithalsiges Glasgefäß geben (zB: Marmeladeglas).

Alkohol, Zitronensaft und Honig gut vermischen und über die Blüten gießen. Das

Glas verschließen und 3-4 Wochen stehen lassen. Täglich schütteln. Danach

abseihen und in Fläschchen füllen.


Löwenzahnwurzel

Die Löwenzahnwurzel enthält im Frühjahr viel verdauungsanregenden Milchsaft,

den man auch im Stängel findet. Ab Herbst tritt an Stelle des Milchsaftes ein

zuckerähnlicher Stoff namens Inulin. Dieses Kohlenhydrat wird von Diabetikern

besonders gut vertragen.

Löwenzahnwurzeln können roh oder gekocht Gemüse beigefügt werden. Da die

Wurzeln sehr bitter schmecken, sollte man sie sparsam dosieren.

Für den Winter kann man die Wurzeln auch trocknen:

Wurzeln graben, waschen, der Länge nach halbieren und klein schneiden. Auf

einem saugfähigem Tuch auflegen und an einem schattigen und gut gelüfteten Ort

trocken lassen. Große Wurzelstücke können auch auf einem Baumwollfaden

aufgefädelt und zum Trocknen aufgehängt werden.

Die getrocknete Wurzel kann wieder weich gedünstet werden.


Löwenzahn Karamell

100g getrocknete Löwenzahnwurzel in einer Pfanne mit 20g braunem Zucker

karamellisieren lassen, mit 50ml Wasser bedecken und eine halbe Stunde lang

zugedeckt ziehen lassen. Anschließend abseihen und abkühlen lassen.

Passt hervorragend zu Topfennockerln, Tiramisu, Pudding,…

Löwenzahnkaffee

Aus getrockneter und gerösteter Löwenzahnwurzel lässt sich auch Kaffee

herstellen:

Getrocknete Löwenzahnwurzeln in einer ungefetteten Pfanne bei niedriger

Temperatur ca. 5-10 min. rösten, abkühlen lassen und mahlen.

Eine Tasse Wasser in einen Kochtopf geben, Wasser zum Kochen bringen, einen

gehäuften Teelöffel Wurzelpulver hinzufügen und je nachdem wie kräftig man den

Kaffee haben möchte, 1-5 min. köcheln lassen. Vom Herd nehmen, 1 min. ziehen

lassen, abseihen und genießen.

Autorin: Gerda Holzmann BSc,

Dipl. Wildkräuterguide, Zertifizierter

Wildkräuterguide der Österreichischen

Gesellschaft für Tiergestützte Therapie,

Dipl. Holistische Kinesiologin

Mail: praxis@gerdaholzmann.at,

Web: www.gerdaholzmann.at


Allradtraktoren und Hoflader für

Kleinhöfe

Warum haben wir uns diesem Thema gewidmet ? Nein, es soll keine

Werbeveranstaltung für hier gezeigte Markern sein. Wir bekommen auch kein

Werbehonorar - das sei nur am Rande vermerkt.

Andrea, unsere Eltern als Helfer und ich haben unseren Mauritiushof in

jahrelanger, sehr mühevoller Arbeit in der heutigen Form aufgebaut. Meist in

kompletter Eigenleistung, ohne Baufirmen oder ähnliches. Das konnten wir uns

einfach nicht anders leisten. Mühsam haben wir das bäuerliche Handwerk erlernt -

ehrliche gesagt in Form von try and error.

Dann erst die tägliche Bewirtschaftung unseres Hofes. Von einer anfänglichen

Stall- und Boxenhaftung unserer damals noch wenigen Tieren mit Freilauf, das

konnte man noch händisch bewältigen, wollten wir aus mehreren Gründen auf die

so genannte Extensivhaltung, das bedeutet im Prinzip ganzjährige Weidehaltung

mit Stallzugang, umstellen.

Warum ?

Einerseits natürlich aus Gründen der artgerechten Tierhaltung und andererseits,

damit wir mit

Maschinen die

händische

Kleinarbeit

ablösen konnten.

Erst dadurch

konnten wir

letztlich unseren

Betrieb in einen

wirtschaftlich

erfolgreichen

Kleinhof

umwandeln.

So wurde zu

allererst ein heute

50 Jahre alter

Steyr 188 Traktor

mit 28 PS gekauft,


Wir waren so stolz auf unseren ersten kleinen roten Traktor! Zum ersten Mal

konnten wir nun die großen Rundballen transportieren und damit wurden die

Heupreise und auch die damit verbundene Arbeit kleiner.

Es war erstmals kein Problem mehr, Heu zu kaufen und damit die neu

angeschafften Rundraufen auf den Weiden zu befüllen. Na ja, wir mussten die

Rundballen eben mit eigener Körperkraft in die Raufen kippen. Das ging natürlich

nur zu zweit.

Und dann kam der erste Winter. Trotz Schneeketten schaffte unser kleiner roter

Hinterradtraktor die Fahrt durch den tiefen Schnee oft nicht mehr. Das waren dann

immer mehr oder weniger kleine Katastrophen bei der Versorgung unserer Tiere.

Am Bild sieht man auch den ersten Miststreuer, damit wurde unser Stallmist gleich

auf den Weinfern verteilt und wir hatten dadurch viel Arbeitsersparnis.

Ein in weiterer Folge nach 3 Jahren zugekaufter Steyr 760 Hinterrradtraktor mit

Frontlader um etwa 5000 Euro brachte zwar mehr Leistung (70PS), eine

Aufteilung der Anbaugeräte auf nunmehr 2 Traktoren, aber bei Matsch und tiefem

Schnee im Winter weiterhin keine wirkliche Lösung der täglich notwendigen

Versorgung.

In den nächsten Jahren suchten wir daher nach einer wirklichen Lösung für

unseren Betrieb, die wir aber auch wirtschaftlich tragen konnten. Wir brauchten

einen Hoflader, aber einen, der auch im Winter und im Matsch täglich seinen

Dienst versehen kann. Außerdem musste er für uns im Waldviertel auch

geländetauglich sein - unbedingt !

Dies ist ein äußerst wichtiger Punkt ! Die meisten Hoflader der preisgünstigeren

Klasse haben auf

Grund der geringen

Spurweite

zugunsten der

Schmalheit für den

Einsatz innerhalb

von Großställen

auch ein großes

Risiko umzukippen.

An einen Einsatz auf

schrägen Feldwegen

im nassen Terrain ist

da eher nicht zu

denken.

So fanden wir dann

bei Franz Rauner

unseren günstigen

Allradhoflader ER10,

der bis heute im Einsatz steht.


Ja preisgünstig, für kleine Betrieb wie unseren ein absolutes Muss ! Wir können

nicht 30.000 Euro für einen neuen Allradhoflader bezahlen. Wr müssen diese

Beträge ja letztlich wieder erwirtschaften und von unseren Erträgen abzahlen

können. Vielleicht für die mittleren und großen Betriebe kein Problem, für uns aber

sehr wohl.

Zuletzt folgte vor 2 Jahren dann ein neuer Allradtraktor der Foton 504 mit 50 PS,

der allen Wetterunbilden trotzt, uns bei klimatisierter Kabine rundherum Schutz

bietet - nicht unwesentlich bei rauhen waldviertler Bedingungen. Ganz Abgesehen

vom Schutz für den Fahrer bei eventuellem Kippen und Umstürzen einer

landwirtschaftlichen Maschine.

Am Foto sehen Sie links auch das

kleinere, noch preisgünstigere Modell, das beinahe so viel kostet wie ein guter

Rasentraktor, allerdings ohne Frontlader.

Klein und wendig sind diese Traktoren und trotzen mit ihrem Allradantrieb wirklich

vielen schlechten Bedingungen.

Erst wenn man so oft wie wir im Matsch oder Schnee steckengeblieben ist, weiß

man einen Allradantrieb wirklich zum schätzen.

Die sichere Versorgung unsere Tiere lässt und ruhiger schlafen und die kleinen

und großen Katastrophen am Hof sind seltener - Gott sei Dank !


Es war mir ein Bedürfnis ein wenig aus unseren eigenen Erfahrungen zu

plaudern, vielleicht sind Sie ja gerade selbst dabei, einen kleinen Hof zu

erwerben oder quälen sich durch die harte Arbeit im Pferdestall oder am

Ziegenhof.

Ich weiß wohl, wie sehr wir alle an wirtschaftliche Zwänge gebunden sind und

gerade deswegen müssen wir für die tägliche Arbeit - die Erhaltungsarbeit, mit der

wir eigentlich kein Geld verdienen - reduzieren.

Man hat nur EINE Energie zur Verfügung. Je mehr davon Sie in Marketing,

Kundenkontakt und Verkauf stecken können, umso besser werden Sie

wirtschaften und Ihren Umsatz steigern können.

Stellen wir uns unsere Lebensenergie wie ein Torte vor. Eine Torte hat auch nur

eine definierte Anzahl von Teilen. Je mehr von diesen Tortenecken an die

Erhaltungsarbeit verloren gehen, umso weniger bleibt für die anderen so

wichtigen wirtschaftlichen Themen übrig. Jedenfalls haben wir das so kennen

gelernt und erfahren.

Nützen Sie vielleicht auch die günstige Form des Leasings wo eigentlich wenig

Risiko besteht, Sie können das Gerät ja zurück geben, wenn Ihre Rechnung nicht

aufgeht.

Ich wünsche Ihnen von Herzen viel Erfolg !


Die Speise-Morchel und ihre Verwandtschaft

Portrait einer Passion

Autor: Thomas Bardorf

Österreichische Mykologische Gesellschaft

Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien

A-1030 Wien, Rennweg 14

http://www.myk.univie.ac.at

irmgard.greilhuber@univie.ac.at

Wie immer um die Iden des März, fühlt ein ganz spezieller Kreis der Wiener Bevölkerung sich von

wachsender Unruhe und ungeduldiger Erwartung heimgesucht.

Akribisch werden Temperaturverläufe studiert und die tatsächlichen Niederschlagsmengen mit

den erhofften abgeglichen, trachten in Jahrzehnten erworbene Kenntnisse, Erfahrung und

gereiftes Bauchwissen, den meteorologischen Kontext augurenhaft zu deuten.

Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft von Gourmets, Pilzfreunden und kommerziellen

Sammlern, die jedes Frühjahr das Erscheinen einer begehrten Waldesfrucht möglichst auf die

Woche genau zu prognostizieren sucht. Ein zunehmend schwieriges Unterfangen, denn die

Kapriolen von Pilzen, insbesondere hinsichtlich der Erscheinungszeit ihrer Fruchtkörper,

sind nicht geringer als die des Wetters auch.

Schon jetzt beobachten Mykologen, die Vertreter der wissenschaftlichen Pilzkunde, eine durch

die rezente Klimaverschiebung bedingte Änderung der Erscheinungszeiten vieler Pilzarten von

bis zu mehreren Monaten. Die zunehmend milden und schneearmen Winter der vergangenen

Dekaden haben zur Folge, dass Frühjahrsblüher und auch die ersten Pilze des Jahres früher als

gewohnt erscheinen. Nicht ohne Grund sieht man Morchelsucher einzelne besonders

wärmegetönte Reviere schon gegen Ende März begehen. Die eigentliche Morchelsaison eröffnet

aber nach wie vor der April, an dessen Wochenenden Legionen von mit Korb und Messer

Bewaffneten die Auen von Donau, March und Leitha durchstreifen.

Woher aber rührt nun die Faszination Morchel?

Sind ihre kulinarischen Qualitäten tatsächlich so außergewöhnlich, um den alljährlichen Hype

und erst recht die nicht eben bescheidenen Kilopreise auf den Viktualienmärkten zu

rechtfertigen?

Für Nichteingeweihte: Je nach Verfügbarkeit löhnt man auf dem Markt für 1kg frischer Morcheln

zwischen € 30.- und € 60.-. (1 kg getrocknete Pilze schlagen mit rund € 100.- mehr zu Buche).

Die zu lukrierende Vergütung ist mithin ein plausibles Motiv für den kommerziellen Sammler,

lange vor Sonnenaufgang aufzubrechen, denn das Heer der "Amateure" lässt nicht lange auf sich

warten, und für die einen wie die anderen gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Der Handel ist auf die hervorragenden Revierkenntnisse "alter Hasen" angewiesen, nicht anders

die zahlreichen direkt belieferten gastronomischen Betriebe.


Denn die Morchel zählt zu den bis dato nicht züchtbaren Pilzen (zumindest nicht in wirtschaftlich

lohnendem Rahmen; siehe hierzu auch die Ausführungen am Schluss zum Thema Anzucht im

Garten).

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht gut streiten, doch in Bezug auf die Morchel herrscht

unter Feinschmeckern geschlossene Einigkeit: Kundig zubereitet, gilt insbesondere die Spitz-

Morchel als das Nonplusultra pilzlicher Gaumenfreuden. Im Gegensatz zu den wohl etwas

überschätzten und maßlos überteuerten Trüffeln riechen sie auch durchaus appetitlich.

Durch schonendes Trocknen der Fruchtkörper werden diese nicht nur haltbar gemacht, die so

erzielte Konzentration der Geschmacksstoffe lässt getrocknete Morcheln erst das Vollbild ihres

aromatischen Potenzials entfalten.

Welchen Pilzen auch immer die Suche gilt und egal zu welcher Jahreszeit:

Die Passion des Pilzesammelns ging immer schon über den eigentlichen Selbstzweck hinaus.

"Sucht kommt von Suchen!", weiß jeder eingefleischte Liebhaber der Materie zu bestätigen.

Die Beschäftigung mit Pilzen mündet früher oder später fast zwangsläufig zu vertieftem Interesse

und lässt den Sammler buchstäblich über den Tellerrand blicken. Viele namhafte Mykologen

fanden als leidenschaftliche Schwammerlsucher letztlich zu ihrer wahren Berufung.

2013-04-27 Stockerauer Au, reife Fruchtkörper der Speisemorchel (Morchella esculenta s. l.)

aufgelockerter Mischbestand von Esche, Pappel, Eiche und Holunder


Wo finden und sammeln wir Morcheln - und wo ist Zurückhaltung geboten?

Die Vielfalt pilzlichen Lebens lässt selbst in den spärlich begrünten Innenhöfen urbaner

Betonfluchten immer wieder Spannendes entdecken. Auch die Speise-Morchel und deren

Verwandtschaft finden sich nicht selten in solchen gänzlich von Menschenhand geschaffenen

Lebensräumen ein. Gemulchte Beete bilden in der zunehmend zersiedelten Landschaft

willkommene Verbreitungsinseln der Morchel, aber selbst Bauschutt und andere vermeintlich

lebensfeindliche Substrate werden gelegentlich besiedelt.

Für den Sammler ist in diesem Zusammenhang wichtig zu wissen, dass die Morchel zu jenen

Pilzarten zählt, die Schadstoffe aufnehmen und anreichern können, wie etwa Schwermetalle,

Dioxine, Pestizide und andere Umweltgifte. Manche Pilzarten sind hierbei äußerst effizient,

weswegen man ihre Myzelien bereits erfolgreich zur Sanierung belasteter Böden einsetzt.

Der Verzehr solcher an sich essbarer Pilze kann schwere gesundheitliche Störungen nach sich

ziehen und zu paradoxen Vergiftungsbildern führen. Darunter versteht man Vergiftungen, die

nicht im Zusammenhang mit den natürlichen Inhaltstoffen der jeweiligen Pilzart zu sehen sind,

also nicht durch eigentliche Pilzgifte hervorgerufen werden.

Deswegen hat unbedingt zu gelten:

Pilze niemals von Sonderstandorten sammeln! Hierzu zählen insbesondere Deponien aller Art,

die Umgebung von Industriestandorten und stark befahrener Verkehrswege, aber auch

Agrarland, wo mit dem Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln zu rechnen ist.

Es empfiehlt sich generell, Speisepilze ausschließlich in ihrer natürlichen Umgebung zu sammeln.

Im Fall der Speise-Morchel sind dies in erster Linie die schon erwähnten Auwälder.

Funde an anderen Standorten, wie etwa in Obstgärten und mehr noch solche von gemulchten

Beeten, sind dagegen mit einiger Vorsicht zu genießen.

Wie eingangs erwähnt, ist die Morchel ein kapriziöses Wesen. Die ihrem unsteten Erscheinen

zugrunde liegenden Zusammenhänge, wie die Ökologie der Morchel generell, liegen noch

weitgehend im Dunkel der Unkenntnis. Aus dem Nähkästchen gereifter Felderfahrung

plaudernd, gestatten sich aber doch einige Aussagen über ihre Ansprüche:

Ein primärer Laubwaldbewohner, hat die Speise-Morchel eine deutliche Vorliebe für Eschen.

Den Grund für diese Affinität betreffend, ist die Fachwelt geteilter Meinung. Einige vermuten

eine Symbiose zwischen Pilz und Baum (Mykorrhiza), andere wiederum machen das kaliumreiche

Bodenmilieu unter Eschen geltend. Hierfür spräche auch das relativ häufige Auftreten in alten

Obstgärten, denn Fallobst zeitigt nach Jahrzehnten gleichfalls ein kaliumreiches Milieu.

Die Wahrheit dürfte, wie so oft, in der Mitte liegen. Tatsächlich scheint es sich um einen

sogenannten fakultativen Mykorrhizabildner zu handeln, einen Pilz also, der es sich quasi

aussuchen kann, ob er sein Dasein lieber mit oder ohne Partner fristet.

Im Walde erscheinen die Fruchtkörper gerne in der Nähe von liegendem Totholz, nicht selten bei

oder unter Asthaufen und, gut geschützt vor Wind und Wetter, zwischen liegenden Stämmen.

Nämliches gilt auch für die weiteren Vertreter der Morchel-Verwandtschaft.

Der Fäulnisprozess schafft behagliche Wärme in den oft noch kühlen Frühjahrsnächten, und das

Myzel der Morchel (der eigentliche Pilz) profitiert von dem üppigen Nährstoffangebot vor Ort.

Mineral- und stickstoffreiche, sandig-lehmige Böden werden deutlich bevorzugt, unbedingte

Voraussetzung sind aber neutrale bis deutlich basische und karbonatreiche Böden; auf saurem

Untergrund findet man die Speise-Morchel bestenfalls an kalkgeschotterten Wegrändern.


Böschungen und Mulden sind weitere bevorzugte Standorte, so wie allerlei durch Erdbewegung

entstandene anthropogene Geländeformationen (Dämme, Aufschüttungen, Baugruben, etc.), die

der Mykologe unter dem Begriff gestörte Standorte zusammenfasst. Als solche haben auch

Wegränder zu gelten, ein für Morcheln und viele andere Pilzarten besonders attraktives Umfeld.

In den höheren Lagen des Wienerwaldes erscheint die Morchel etwas später als in den Auen der

Ebene; in den sogenannten Eschen-Gipfelwäldern trifft man sie erst ab Mitte Mai an, dafür kann

man dort gelegentlich bis in den Frühsommer fündig werden.

Im verbauten Gebiet wachsen die Fruchtkörper desgleichen gerne im Windschutz und in der

abgestrahlten Wärme von Mauern, in Sandkisten, zwischen Stapeln von Bau- oder Brennholz, am

Rande von Hecken, sowie unter diversen Sträuchern in den schon erwähnten Mulchbeeten.

Morchel-Enthusiasten und andere Pilzfreunde fühlen sich nicht ohne Grund von Holzlagerplätzen

geradezu magisch angezogen. Dort findet sich an Rindenabfällen häufig eine dunkelhütige Form

der Speise-Morchel; darüber hinaus die bei günstigem Witterungsverlauf schon Ende Februar

erscheinende Spitz-Morchel, die kulinarische Königin ihrer Gattung.

2013-05-25 Kaltenleutgeben, Mitterberg, reife Fruchtkörper der Spitzmorchel (Morchella elata s. l.)

Gemischter Laub- und Nadelholzbestand, Holzlagerplatz am Rande eines Forstweges

Morchel ist nicht gleich Morchel. Das gilt für Speise- und Spitz-Morchel gleichermaßen.

Bei beiden handelt es sich genau genommen um Sammelarten, die bei uns mit je mindestens

drei selbstständigen Arten vertreten sind; in Südeuropa gibt es deren etliche mehr.

Die Unterscheidung der einzelnen Arten ist selbst für den Mykologen keine leichte Übung

(neuesten Erkenntnissen zufolge gestattet lediglich der DNA-Vergleich eine sichere Trennung).


Für den Speisepilzfreund sind diese Unterschiede jedoch irrelevant, denn in der Küche sind sie

allesamt eitel Wonne. Spitz- und Speise-Morchel werden in dieser Darstellung daher

vereinfachend im weiteren Sinne (sensu lato, abgekürzt: s. l.)gefasst und besprochen.

Durch unterschiedliche Standorte und Verbreitungsschwerpunktesetzen sich die einzelnen

Sippen der Spitz-Morchel untereinander und von jenen der Speise-Morchel ökologisch ab.

Ein Standort, an dem beide Artenangetroffen werden können, sind gemulchte Beete; nur dort

trittgelegentlich auch die Spitz-Morchel, sozusagen "domestiziert", als Kulturfolger in

Erscheinung.

Als einer der ersten Großpilze im Jahr erscheint die Spitz-Morchel in bisweilen großer Stückzahl

bereits an aperen Stellen im Abschmelzbereich von Altschneefeldern, solchermaßen besonders

gerne an den Rändern besonnter Schipisten (in subalpinen Lagen allerdings nicht vor Ende Mai).

Eher den Bergsteigern unter den Pilzfreunden erschließen sich die analogen Vorkommen

in alpinen Schneetälchengesellschaften und an den Rändern von Latschenfeldern.

Im geschlossenen Waldgebiet hält man vorzugsweise an Holzschnittplätzen Ausschau, sowie an

sickerfeuchten Gräben und Böschungen, weshalb der Kundige viel lieber den Forstwegen folgt,

als querwaldein zu stapfen.

Anders als die Speise-Morchel, lässt sie keine Bevorzugung der Esche erkennen; sie kommt in

unterschiedlichsten Laub- und Nadelwaldverbänden vor, mit Abstand am häufigsten aber im

montanen Fichtenwald, dem sie bis an die Baumgrenze folgt, sowie in subalpinen bis alpinen

Beständen von Latsche und Zirbelkiefer.

Das absolute Highlight in Sachen Spitz-Morcheln sind jedoch Brandstellen. Am lohnendsten

erweist sich deren Begehung erfahrungsgemäß im zweiten Jahr nach dem Brandereignis.

Interessant sind primär Brandflächen in Nadelwäldern, besonders solche in Kiefernwäldern.

Im Kontext ein kleiner Insider-Tipp:

Die Kommandozentralen der Landesfeuerwehren geben gerne Auskunft über lokale

Brandereignisse ;Daten zu Waldbränden können außerdem online abgefragt werden.

Vorkommen an Brandstellen und Holzschnittplätzen sind kurzlebig; mit reicher Ausbeute ist

meist nur in einer einzigen Saison zu rechnen, schon im Folgejahr ist die Fruchtkörperbildung

weitaus geringer oder sind die Myzelien bereits erschöpft. Das gilt auch für Morcheln an Mulch.

Wer sein Myzel im Gartenbeet am Leben und bei Laune halten will, muss daher regelmäßig

nachmulchen (was aber gewöhnlich nur dann klappt, wenn man exakt dieselbe Sorte Mulch

verwendet, der auch das gleiche Reifestadium haben sollte). Die Spitz-Morchel ist

säuretoleranter als ihre Verwandtschaft, deshalb dürfen wir auch im Granit des Waldviertels und

im Kristallin des Alpenhauptkammes (z. B. Wechselgebiet) mit ihrem regelmäßigen Erscheinen

rechnen. Eine für Morcheln und andere Schlauchpilze offenbar besonders attraktive geologische

Formation ist Grauwacke (zu finden etwa im Rax-Schneeberg-Gebiet, in den Bereichen des

ehemaligen Abbaugebietes von Bunterzen zwischen Hirschwang und Prein a. d. Rax).

Vergiftungen im Zusammenhang mit Morchelgenuss. Reine Erfindung?

Mitnichten! Wie der geneigte Leser bereits am Beispiel der paradoxen Vergiftungsbilder erfuhr,

können auch als gut verträglich bekannte und weithin beliebte Speisepilze wie Morcheln im

Ausnahmefall ernsthafte Beschwerden verursachen.

Gleich vorweg: Rohe Morcheln sind giftig! Viele beliebte Speisepilze sind roh giftig!

Parasol, Perlpilz, Rotkappen und sogar Steinpilze,..die Liste ließe sich beliebig fortsetzen;


sie alle enthalten Hämolysine (Stoffe, die rote Blutkörperchen zerstören), die nur durch

hinreichendes Erhitzen im Rahmen der Zubereitung deaktiviert werden.

Dessen sollte sich jeder Speisepilzfreund bewusst sein.

Fazit: Der Genuss unzureichend gegarter Morcheln kann ganz selbstverständlich

Vergiftungssymptome nach sich ziehen, so wie der vieler anderer Speisepilze auch.

Andererseits wurden im Zusammenhang mit Morcheln individuelle Unverträglichkeiten

beschrieben, die gänzlich unabhängig vom Zustand des Sammelgutes, von der Zubereitung und

vom Sammelort auftreten. Ein deutlicher Hinweis auf individuelle Unverträglichkeit liegt vor,

wenn bei gemeinsamen Morchel-Mahlzeiten wiederholt lediglich ein einzelner Teilnehmer

auffällige Symptome entwickelt, die von Unwohlsein bis hin zu schweren allergiformen

Reaktionen reichen können.

Besonders der minder erfahrene Sammler sei auf ein weiteres Gefahrenpotenzial hingewiesen,

das vor allem von gealterten Fruchtkörpern der Morchel ausgeht, aber auch von zu lange oder

zu warm gelagerten Frischpilzen oder unsachgemäß getrockneten Pilzen. Hierher gehört auch

das nicht unbedenkliche mehrmalige Aufwärmen von Pilzgerichten:

Die Fruchtkörper der Morchel sind ziemlich ausdauernd; je nach Witterung können sie ohne

weiteres ein bis zwei Monate am Standort ausharren und für den unkritischen Betrachter nicht

wesentlich anders aussehen als die bedeutend frischeren Exemplare gleich daneben.

Pilze generell, die hohlen Fruchtkörper der Morchel und deren Wabenstruktur jedoch ganz

besonders, sind ein Eldorado für Mikroorganismen, Schnecken und eine Unzahl kleiner und

kleinster Insekten, deren Anwesenheit der bakteriellen Verkeimung der Fruchtschicht und

Schimmelbildung beträchtlich Vorschub leistet.

Die Proteine von Pilzen sind hinsichtlich rascher Verderblichkeit durch bakterielle

Zersetzungsprozesse und Autolyse den tierischen in etwa gleichzusetzen.

Wer frische von überalterten Morcheln nicht sicher an den typischen Alterungsmerkmalen zu

unterscheiden gelernt hat, läuft Gefahr, sich eine unechte Pilzvergiftung einzuhandeln.

Unechte Pilzvergiftungen sind durch bakterielle Gifte (Enterotoxine) hervorgerufene Affektionen

des Darmtraktes, die sich primär in Form von Durchfällen äußern. Hierbei handelt es sich also um

vergleichsweise harmlose Lebensmittelvergiftungen, hervorgerufen durch Verzehr verdorbener

Nahrungsmittel. Die mitunter heftigen Entleerungen setzen relativ rasch ein, klingen aber meist

auch bald wieder ab. Nur selten halten sie länger als zwei Tage an.

Wer allerdings zusätzlich andere Pilze als Morcheln verzehrt hat (etwa auch getrocknete Pilze

vom Vorjahr), sollte in jedem Fall auf raschestem Wege ins nächstgelegene Krankenhaus!

Auch Vergiftungen mit tödlich giftigen Pilzen beginnen mehrheitlich mit den Leitsymptomen

Durchfall und Erbrechen, weswegen selbst der erfahrene Kliniker nicht immer ad hoc beurteilen

kann, ob es sich um ein auf den Verdauungstrakt beschränktes Geschehen handelt oder um die

erste Phase einer lebensbedrohlichen systemischen Vergiftung. Der Faktor Zeit spielt hier eine

eminent wichtige Rolle und damit auch die möglichst rasche Abklärung. Etwaige Reste der

Pilzmahlzeit, Putzreste oder auch Erbrochenes sind daher zur Identifizierung der konsumierten

Pilzart(en) unbedingt mitzubringen. Auch etwaige weitere (symptomfreie) Teilhaber an der

Mahlzeit sollten sich sicherheitshalber unter klinische Beobachtung begeben, zumindest aber auf

Abruf bleiben bis Entwarnung gegeben werden kann.

Im Fall des Falles gilt:

Zuwarten, ob’s nicht vielleicht eh von selber besser wird, ist bei Verdacht auf Pilzvergiftung

grundsätzlich die verkehrte Politik!


Wie unterscheidet man reife von überreifen Morcheln?

Um Alter und Mundtauglichkeit von Morcheln zu beurteilen, bedienen wir uns schon am

Fundort eines einfachen Tricks (aus gutem Grund nicht erst zuhause!):

Die Konsistenz der Waben frischer Morcheln ist brüchig und spröde. Streicht man mit etwas

Fingerdruck über einen Fruchtkörper, fallen mehr oder minder glattrandige, kompakte

Fragmente der Fruchtschicht zu Boden. Mit fortschreitendem Alter der Fruchtkörper weicht die

brüchige Konsistenz sukzessive einer schmierig-wächsernen; manche Pilzler verwenden den

Ausdruck teigig. Die Strukturen der Fruchtschicht geben dem prüfenden Fingerdruck nach und

lassen sich sogar ein Stück weit verbiegen, ehe sie brechen; tatsächlich reißen sie mehr als sie

brechen. Häufig erkennt man am Grund der Waben und an den Rippen überalterter Morcheln

Schimmelbildung (Lupe!). Zudem riechen frische Morcheln wohl schwach, aber angenehm;

überalterte dagegen deutlich unangenehm. Fleckiges Bräunen der Fruchtschicht hingegen ist

meist ein Zeichen der Sporenreife und rührt lediglich von Ansammlungen des hellbraunen

Sporenpulvers der Morchel; es kann aber auch ein Zeichen beginnender Austrocknung sein.

Gänzlich vertrocknete Fruchtkörper gestatten keine annähernd zuverlässige Einschätzung ihres

Alters. Solche Exemplare sind auffallend leicht, und ihre Waben sind dünnwandig und hart.

Man behandle sie durchwegs wie überreife Pilze und belasse sie wo sie sind.

Denn wenn wir auch keine Verwendung für sie haben, so erfüllen gealterte Fruchtkörper nach

wie vor den eigentlichen und viel wichtigeren Sinn ihres Daseins:

Als Produzenten von Abermillionen von Sporen sorgen sie noch geraume Zeit für den Arterhalt

und letztlich dafür, dass auch zukünftige Generationen sich an Morcheln delektieren werden

können. Gartenbesitzer können allerdings versuchen, mit überalterten Morcheln ihren

Beetmulch zu "infizieren", wofür viele Sammler auch regelmäßig Putzreste verwenden.

Morcheln und ihre Doppelgänger. Nur Artenkenntnis schafft Sicherheit

Die genaue Kenntnis der Merkmale der gesammelten Pilzarten ist für den Speisepilzfreund

unerlässlich! Wer Lust auf mehr verspürt und den Eierschwammerl-Horizont hinter sich lassen

will, ist gut beraten, sich einem Erfahrenen anzuschließen.

Der zu erwartende Lernaufwand nimmt auch so mehrere Jahre intensiver Beschäftigung mit

der Materie in Anspruch. Dieser Prozesswird durch einen "Pilzvater" nicht nur ganz wesentlich

erleichtert und beschleunigt, vor allem wähnt der Neuling sich auf weitgehend sicherer Seite und

kann kulinarisches Neuland ohne den mulmigen Beigeschmack von Russischem Roulette

genießen.

Das Aneignen sicherer Artenkenntnis ist die einzige Möglichkeit, Verwechslungen mit ähnlichen

Arten und somit auch Vergiftungen vorzubeugen. Das setzt selbstverständlich die nicht minder

eingehende Beschäftigung mit potenziellen Verwechslungskandidaten und ganz besonders mit

ähnlichen Giftpilzen voraus.

Morcheln machen es dem Anfänger leicht, denn wirklich ähnliche Pilzarten finden sich nur in der

näheren Verwandtschaft. Bei diesen Doppelgängern aus den eigenen Reihen handelt es sich

durchwegs um Speisepilze, weshalb Verwechslungen mit ihnen belanglos sind.


Die auf den ersten Blick habituell nichtunähnlichen Lorcheln verdienen eingehendere Widmung,

denn nicht zuletzt ihrer gleichzeitigen Erscheinungszeit wegen werden deren Fruchtkörper von

Unkundigen gelegentlich für Morcheln gehalten.

Was höchst prekäre und selbst tödliche Folgen haben kann, denn bei der sogenannten

Frühjahrs- oder Speise-Lorchel (Gyromitra esculenta) handelt es sich in Wahrheit um einen

gefährlichen Giftpilz. Sie gilt als der klassische giftige Doppelgänger der Morchel, wenngleich die

Arten einander bei genauerer Betrachtung gar nicht so ähnlich sind.

Das Reglement der wissenschaftlichen Nomenklatur gestattet leider nicht die wünschenswerte

Änderung des sanktionierten Artnamens esculenta (= essbar), doch ist zumindest die deutsche

Bezeichnung Speise-Lorchel mittlerweile aus den Pilzbüchern verschwunden und gibt man heute

dem Namen Frühjahrs-Lorchel den Vorzug.

Und dennoch: Das Wissen um die Gefährlichkeit dieser Art wurde und wird immer noch vielfach

unter der falschen Annahme ausgeblendet, dass die Frühjahrs-Lorchel durch Trocknen oder

mehrmaliges Abkochen immer und vollständig zu entgiften sei. Besonders diese Entgiftung aber,

(vor allem im Rahmen der ehemals industriellen Verarbeitung von Lorcheln zu Konserven)führte

immer wieder zu Vergiftungen durch Einatmen des im Wasserdampf gelösten Giftes der Lorchel,

des Gyromitrins. Die besonders hohe Kindersterblichkeit im Zusammenhang mit Lorchel-

Vergiftungen trug entscheidend dazu bei, dass in den Ländern West- und Mitteleuropas ein

generellen Handels- und Verkaufsverbot mit Lorcheln durchgesetzt werden konnte.

In Osteuropa indessen machen Vergiftungen durch die Frühjahrs-Lorchel noch heute etwa 45%

aller Pilzvergiftungen und auch einen Großteil der tödlichen Vergiftungen aus.

Die Frühjahrs-Lorchel ist ein Nadelwaldpilz, sie findet sich hauptsächlich in sandigen

Kiefernwäldern und könnte dort eventuell mit Spitzmorcheln verwechselt werden.

Nächstgelegene größere Vorkommen der Frühjahrs-Lorchel liegen im Voralpengebiet

(z. B. Gutensteiner Alpen, Semmering-Gebiet), im Rosaliengebirge und in der Buckligen Welt.


1974-04-18 Bad Vöslau, Totenkopf, frische Frk. der Frühjahrs-Lorchel (Gyromitra esculenta)

Eichen-Föhrenmischwald, ca. 400 mNN, Fund und Foto: Anna und Kurt Mader

Im Laubwald kommt zeitgleich die nahe verwandte Zipfel-Lorchel (Gyromitra fastigiata) vor,

die bis auf weiteres als ebenso giftig, oder zumindest giftverdächtig, eingestuft zu werden hat.

Die relativierende und unscharfe Formulierung erfolgt deshalb, weil zum Gyromitrin-Gehalt

der Zipfel-Lorchel unterschiedliche und teils widersprüchliche Studienergebnisse vorliegen.

Solange dieser nicht definitiv ausgeschlossen werden kann, hat auch die Zipfel-Lorchel als

potenzieller Giftpilz zu gelten und muss vor deren Verzehr ausdrücklich gewarnt werden.

Diese im Raum Wien nicht seltene Art, die auch in lokalen Morchel-Revieren vertreten ist,

findet in den gängigen Pilzführern keine Erwähnung und ist deshalb unter Pilzfreunden vielfach

unbekannt. Aus diesem Grund soll sie hier etwas ausführlicher beschrieben werden.


2011-04-17 Sulz im Wienerwald, Sulzberg, frischer Frk. der Zipfel-Lorchel (Gyromitra fastigiata)

Buchen-Reinbestand, ca. 500 mNN, geschotterter Wegrand, mäßig steile Böschung

Frische Fruchtkörper der Zipfel-Lorchel sind lebhaft fuchsig gefärbt. Während die in der Jugend

gleichfalls rotbraune Frühjahrs-Lorchel mit zunehmendem Alter zu düsterem Schwarzbraun

nachdunkelt, ändert sich der Farbton der Zipfel-Lorchel nur marginal, ihr anfangs leuchtendes

Rotbraun wird später matt und geringfügig dunkler. Frische Exemplare sind von daher ziemlich

auffällig und leicht zu entdecken, gealterte dagegen sind im wechselnden Braun des Laubes

ähnlich gut getarnt wie Morcheln. Ihre Hüte tragen einen bis drei markante Zipfel (Name);

eine weitere Art mit Zipfelhut, die Bischofsmütze (Gyromitra infula), erscheint ausschließlich im

Herbst an stark vermorschten Nadelholz-Stümpfen; auch deren Speisewert, bzw. Giftigkeit, ist

umstritten.

Frische Morcheln haben einen creme- bis ockerfarbenen oder auch gelblichen Stiel,

die gedrungenen Stiele der Zipfel-Lorchel dagegen sind stets nahezu rein weiß.


Es wird eine Symbiose (Mykorrhiza) mit Hainbuchen vermutet, der Verfasser dieser Zeilen und

Kollegen konnten die Art jedoch auch in Reinbeständen von Buche und Esche nachweisen.

Rezente Funde aus dem westlichen Niederösterreich (Ötscher-Gebiet) belegten das Vorkommen

der Zipfel-Lorchel auch im Buchenwald hochmontaner Lagen.

2013-04-23 Bisamberg, Bisamberg, reife Fruchtkörper der Zipfel-Lorchel (Gyromitra fastigiata)

aufgelockerter Hainbuchen-Eschen-Mischbestand, sandig lehmiger Boden

Morchel und Lorchel zeigen wohl eine gewisse habituelle Ähnlichkeit, unterscheiden sich aber

doch sehr deutlich durch die anders strukturierte Fruchtschicht:

Die der Speise-Morchel ist stets wabenförmig; Größe und Anzahl der Waben sind sehr variabel,

am einzelnen Fruchtkörper jedoch konstant. Durch die Wabenstruktur der rundlichen Hüte

haben Speise-Morcheln eine gewisse Ähnlichkeit mit den Nestern der Feldwespe.

Die Fruchtschicht der vergleichsweise veränderlichen Spitz-Morchel lässt sich an dem konstanten

grundlegenden Muster erkennen: Mehrere deutlich hervortretende Längsgrate fungieren als

Leitstrukturen, zwischen denen Querrippen wie die Sprossen einer Leiter zur Spitze ziehen.

Nachdem die Hütchen der Spitzmorchel, nomen est omen, oben spitz zulaufen, müssten folglich

die Zwischenräume zwischen den Sprossen, die Waben also, nach oben zu immer kleiner

werden. Tatsächlich tun sie das auch, und hierin liegt ein gutes Feldmerkmal zur Unterscheidung

beider Arten; denn die Waben der Speise-Morchel sind überall mehr oder minder gleich groß.

Dessen ungeachtet erweist sich die Unterscheidung junger Exemplare beider Arten auch für den

Kenner zuweilen recht anspruchsvoll.


2005-05-07 Miesenbach, Gebiet der Hohen Wand, reifer Frk. der Speise-Morchel (Morchella esculenta)

"forma rotunda" sickerfeuchte Böschung, flachgründiger Boden über Kalkstein (640 mNN)

Obige Abbildung zeigt einen von drei Fruchtkörpern der Speise-Morchel, die sich diesen Standort

mit Spitz-Morcheln und der Fingerhut-Verpel teilten. Wenn es eine Regel für mögliche Standorte

von Morcheln gibt, egal welcher Art, dann jene, dass es eben keine gibt. Der Pilzfreund entdeckt

immer wieder Standorte, die aus mehr oder minder unerklärlichen Gründen das Aufkommen

diverser Pilzarten sehr begünstigen und solchermaßen stets für Überraschungen gut sind.

An der Fruchtschicht der hier gezeigten forma rotunda der Speise-Morchel ist die Wabenstruktur

besonders anschaulich entwickelt. Die Unterschiede zur Lorchel erklären sich hier einwandfrei

von selbst. Dessen ungeachtet sei auf die wesentlichen Trennmerkmale hingewiesen:

Die Fruchtschichten von Frühlings- und Zipfel-Lorchel haben keinerlei Wabenstruktur, sondern

bestehen aus unregelmäßig angeordneten Wülsten und Buckeln, sowie dementsprechend

unregelmäßigen Vertiefungen, die sich mit zunehmendem Alter immer deutlicher ausprägen.

Generell häufig bei Lorcheln ist Sattelbildung, bei Arten mit mehr als einem Hutzipfel ist der

Sattel quasi die logische Konsequenz. Abgesehen von der Farbe natürlich, erinnert der Aspekt

der Fruchtschicht etwas an die Windungen der Großhirnrinde. Pilzkundliche Novizen mögen sich

daher folgender Merkhilfe zur sicheren Unterscheidung im Felde bedienen:

Morcheln sind Wespennester, Lorcheln haben Hirn!

Wie oben ausgeführt, lieben manche Leute (und sogar ganze Ethnien) offenbar das Risiko und

sammeln ungeachtet der Gefahr weiterhin Lorcheln zu Speisezwecken. Infolge verstärkter

Migration sind in den vergangenen Jahren auch bei uns Vergiftungen mit Lorcheln wieder in


Zunahme begriffen. Wer gegebenenfalls von osteuropäischen Zuwanderern versichert bekommt,

bei ihrem Lorchelfund handle es sich um eine wahre Delikatesse und was in den Büchern steht

sei alles Humbug, lasse sich bitte nicht beirren!

Zum Glück sind bei weitem nicht alle Verwechslungen lebensgefährlich. Mit Abstand am

häufigsten werden Morcheln mit Vertretern aus der eigenen Verwandtschaft verwechselt, die

nicht weniger bekömmlich sind als die Morcheln selbst. Zu den Morcheln im eigentlichen Sinne

zählt auch die sogenannte Halbfreie Morchel (Morchella semilibera).

2008-04-19 Tullner Au, reife Fruchtkörper der Halbfreien Morchel (Morchella semilibera)

aufgelockerter Eschen-Bestand mit Erle und Pappel, grasiger Wegrand

Deren Ökologie ist jener der Speise-Morchel vergleichbar, wir finden sie zeitgleich mit dieser in

Auwäldern und Ufergehölzen, weit seltener an anderen vergleichbar bodenfeuchten oder

zumindest wechselfeuchten Standorten; so gut wie immer aber bei Eschen.

Sie unterscheidet sich von den übrigen Morcheln durch das namensgebende Merkmal: Der

Hutrand weist keine Verbindung mit dem Stiel auf, er ist frei. Die Hüte sind in Relation zum Stiel

wesentlich kleiner als die der Speise-Morchel, manchmal geradezu winzig.

Zwerghütige Exemplare werden auch als Käppchen-Morcheln bezeichnet; bei diesen ist der freie

Hutrand oft nur im Längsschnitt zu erkennen. Die Waben sind weniger tief als die der Speise-

Morchel, ihre Form und Größe variiert auch am einzelnen Fruchtkörper beträchtlich.

Der meist spitzkonischen Form der Hüte wegen haben sie habituell mehr Ähnlichkeit mit Spitzals

mit Speise-Morcheln.

Die Stiele der Halbfreien Morchel sind fein gerunzelt bis gefurcht und kleiig beflockt.


2013-05-08 Wien 14, Steinhofgründe, reifer Frk. der Halbfreien Morchel (Morchella semilibera)

Typus der Käppchen-Morchel, besonnter Gebüschsaum mit Jungwuchs von Esche und Ahorn

Nicht zu den eigentlichen Morcheln zählen hingegen die Verpeln. Sie sind gute Speisepilze,

bleiben aber in geschmacklicher Hinsicht etwas hinter den Morcheln zurück. Sie von den edleren

Morcheln unterscheiden zu können, kann unter Umständen in pekuniärer Hinsicht von Vorteil

sein, denn Verpeln werden zu deutlich niedrigeren Preisen gehandelt als Morcheln.

Wer also, wie erst 2015 am Wiener Naschmarkt geschehen, statt Morcheln die Böhmische Verpel

(Verpa bohemica) angedreht bekommt, wird solchermaßen kräftig übers Ohr gehauen.

Die Kontrollorgane des Wiener Marktamtes wachen mit Argusaugen darüber, dass nicht nur Leib

und Leben der Kunden schadlos bleiben.

Die in Form und Farbe sehr variable Böhmische Verpel kann der Halbfreien Morchel recht

ähnlich sein, zumal auch sie einen freien Hutrand aufweist. Im Unterschied zu dem der

Halbfreien Morchel ist der Hutrand der Verpel aber so gut wie immer hell gesäumt; dieser Saum

wird oft schon beim Blick von oben augenfällig. Die Struktur der Fruchtschicht ist nur

ansatzweise wabig, stattdessen erkennen wir unterschiedlich angeordnete Runzeln und Rippen.

Querverbindungen zwischen diesen liegen deutlich vertieft, wodurch gelegentliche

Wabenbildung buchstäblich in den Hintergrund tritt. Auch für den Laien gut nachvollziehbare

und verlässliche Unterscheidungsmerkmale tragen die Stiele der Verpeln: Im Gegensatz zu den

hohlstieligen Morcheln haben Verpeln einen vollen Stiel; die der jungen Fruchtkörper sind

durchgehend voll, im Inneren der Stiele reifer Exemplare findet sich weiches Gewebe mit oft

nahezu watteartiger Konsistenz, man bezeichnet diese als ausgestopfte Stiele.


2014-03-27 Wien 19, Kahlenberg, reife Fruchtkörper der Böhmischen Verpel (Verpa bohemica)

dichter Jungbestand von Esche, Erle, Pappel und Weide, sandig-lehmiger Boden

Auch die Oberfläche der Verpel-Stiele weist ein gattungstypisches Merkmal auf: Sie zeigt eine

farblich mehr oder minder abgesetzte Querriefung (eine solche ist dem kundigen Leser eventuell

von anderen prominenten Pilzgestalten bekannt, beispielsweise von Parasol oder Grünem

Knollenblätterpilz). In Anlehnung an die ähnliche Zeichnung von Schlangen und anderen

Reptilien nennt man solche Stiele auch genattert. Dieses Charakteristikum ist allerdings

wechselnd stark ausgeprägt und nicht immer so augenfällig wie an der oben gezeigten

Kollektion.

Die Erscheinungszeit der Böhmischen Verpel liegt etwas vor jener der Speise-Morchel,

überschneidet sich aber in weiterer Folge mit dieser, sodass in entsprechenden Revieren nicht

selten beide Arten zugleich gesammelt werden können.

Neben dem Vorkommen in Auwäldern, finden wir sie häufig in wärmegetönten

Laubmischwäldern der hügeligen Stufe, wo sie im schon erwähnten Eschen-Gipfelwald einen

weiteren lokalen Verbreitungsschwerpunkt hat; dort ist sie regelmäßig schon Ende März zu

finden.

Ganz besonders sagen ihr lichte Jungwälder und gebüschreiche Wald- und Wegränder zu,

wo Liebhaber sich oft genug durch dichtes Gestrüpp zu kämpfen haben, um ihrer habhaft zu

werden. Ihre Bindung an die Esche ist geringer als die der Speisemorchel; sie findet sich

vermehrt bei Pappeln.


2013-04-23 Bisamberg, Bisamberg, reife Fruchtkörper der Böhmischen Verpel (Verpa bohemica)

aufgelichteter Eichen-Hainbuchen-Bestand mit Schwarzkiefer, sandig lehmiger Boden

Eine weitere Art der Gattung Verpeln ist mit Morcheln wohl schwerlich zu verwechseln, denn

ihre Fruchtschicht trägt keine der hier bisher beschriebenen Strukturen. Nur wenig erhabene

Leisten und schwache Runzeln tragen die kleinen Hütchen der Fingerhut-Verpel (Verpa conica

oder Verpa digitaliformis). Sie ist die seltenste und kulinarisch am wenigsten ergiebige Art aus

der Morchel-Verwandtschaft, und man sollte sie auch möglichst nicht sammeln, denn ihre

Bestände sind vielerorts weiter rückläufig. Verbreitung und Ökologie vermitteln einerseits

deutlich zu den Ansprüchen der Spitz-Morchel, zum anderen findet sie sich oft an den gleichen

Standorten wie die Böhmische Verpel und zuweilen sogar vergesellschaftet mit dieser.

Wie die Spitzmorchel steigt sie in den Gebirgen bis weit über die 1000 Meter-Marke.

Feuchte Böschungen und Gräben an meist besonnten Stellen sind denn auch ihr bevorzugtes

Ambiente, doch erscheint sie dort meist deutlich später als die Spitz-Morchel. Finden wir sie im

Hügelland schon etwa zeitgleich mit Morcheln, sprießen ihre Fruchtkörper in montanen Lagen

frühestens ab Anfang Mai, im Gebirge oft gar erst im Sommer. Anders als die flexiblere Spitz-

Morchel, darf sie geradezu als Zeigerart für kalkreiche Böden gelten.


2005-05-05 Miesenbach, Gebiet der Hohen Wand,

Reifer Fruchtkörper der Fingerhut-Verpel (Verpa conica)

sickerfeuchte Böschung, flachgründiger Boden über

Kalkstein (640 mNN)

Das letzte der hier präsentierten Portraits behandelt einen Pilz, dessen Verwandtschaft mit

Morcheln für den Laien wohl erst auf den zweiten oder dritten Blick plausibel wird.

Nicht wenige Kenner der Materie sehen im Aderigen Morchelbecherling (Disciotis venosa) die

ungekrönte Königin der Morchelfamilie, und aus eigener Gaumenerfahrung muss der Verfasser

sich deren Meinung unbedingt anschließen; der Morchelbecherling mundet in der Tat ganz

vorzüglich! Manche Pilzfreunde tun sich schwer, den Chlorgeruch frischer Fruchtkörper mit

Essbarkeit, geschweige denn mit Genuss, in Verbindung zu bringen. Dem Verfasser erging es

einst nicht anders, und es dauerte lange Jahre, ehe er es auf einen ersten Versuch ankommen

ließ.

Besagter Chlorgeruch wird im Rahmen der Zubereitung vollständig eliminiert, es bleibt ein sehr

angenehmes feines Aroma. Besonders empfiehlt der Verfasser die Zubereitung natur mit

lediglich etwas Butter in der Pfanne, Salz und frischer Petersilie.

Erscheinungszeit, Verbreitung und Standorte des Morchelbecherlings decken sich weitgehend

mit den entsprechenden Parametern der Speise-Morchel; seine Ökologie ist lediglich etwas

breiter gefächert, zumal er sich häufiger als die Schwesternart auch an unterschiedlichen

anthropogenen (von Menschenhand geschaffenen) Standorten findet. Seine Vorliebe für Gärten

ist unverkennbar, wo er sich aber weniger auf gemulchte Beete fixiert zeigt als die

Verwandtschaft.

Der Name Aderiger Morchelbecherling gibt bereits Auskunft über bestimmungsrelevante

Merkmale des hier besprochenen Pilzes: Seine flache Schüsselform vermittelt zu den

eigentlichen Becherlingen, und die Fruchtschicht (das ist hier die braun gefärbte Innenseite)

erscheint auffällig aderig gerunzelt und gefaltet, ganz ähnlich jener der Morcheln.


2008-04-19 Tullner Au, reife Fruchtkörper des Aderigen Morchelbecherlings (Disciotis venosa)

aufgelockerter Eschen-Bestand mit Erle und Pappel, grasiger Wegrand

Bei genauerer Betrachtung fällt es nicht allzu schwer, in den Fruchtkörpern des

Morchelbecherlings das zu erkennen was er auch tatsächlich ist: Eine ungestielte Morchel!

Spitz-Morcheln von der eigenen Scholle? Die Franzosen wissen, wie’s geht!

Der 1998 in einer pilzkundlichen Fachzeitschrift veröffentlichte Beitrag erregte großes Aufsehen

in der französischen Mykologie: Sollte das Unmögliche, die Anzucht einer als nicht züchtbar

geltenden Pilzart, tatsächlich gelungen sein? Die erfolgreiche Wiederholung des Experiments

bestätigte: Es funktioniert!

Hier das Rezept (anstatt eines Kochrezeptes):

Der angehende Morchelzüchter bepflanze zunächst ein Beet mit Topinambur.

Aus zermatschten Knollen der Topinambur und einigen überreifen Spitz-Morcheln (auch

gekaufte tun es) bereite man einen Brei, den man zusammen mit ein paar Papierschnitzeln in ein

größeres Gefäß verbringe. Dieses stelle man irgendwo ab, wo etwaige unliebsame

Geruchsentwicklung nicht weiter stört. Bei ausreichend warmer Umgebungstemperatur keimen

die Sporen und durchwächst das Morchel-Myzel relativ rasch das solcherart bereitete Substrat.

Im Herbst bringe man das durchwachsene Substrat auf dem nicht gänzlich abgeernteten

Topinambur-Beet aus, in welchem sich auch einige verletzte Knollen befinden sollten.

Im folgenden Frühling mögen dort mit etwas Glück Spitz-Morcheln wachsen.

Laut Beschreiber soll das geschilderte Verfahren analog mit den Knollen der Pfingstrose

funktionieren.

Der Verfasser gibt lediglich Gelesenes wieder und verbürgt sich daher nicht für den Erfolg des

eben geschilderten Procedere, zumal er es selbst bislang nicht ausprobiert hat.


Im Internet findet der Interessierte eine ganze Menge weiterer Informationen zum Thema

Morchelzucht. Es sei nicht verschwiegen: Sensationelle Ernten verspricht wohl keine der

beschriebenen Methoden, und gewiss steht eher der "Kick" im Vordergrund. Sollten sich aber

auch nur einige wenige Fruchtkörper zeigen, muss dies schon als sehr schönes und beachtliches

Ergebnis gelten.

Wer Morcheln doch lieber suchen als anbauen mag und unerfahren in Sachen Morcheln ist, oder

Lust verspürt, ganz allgemein tiefer in die Welt der Pilze einzutauchen oder auch nur ein wenig

hinein zu schnuppern, der sei herzlichst in der Österreichischen Mykologischen Gesellschaft

willkommen! Geführte Exkursionen, auch individuell auf den jeweiligen Kenntnisstand von

Interessenten abgestimmte Privatexkursionen, Pilzkurse, Vorträge, Pilzberatung und einiges

mehr gehören zum laufenden Angebot. Nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf und informieren

Sie sich!

Ohne das verlässliche Fachbuch geht es auch bei Pilzen nicht.

Mit Literaturempfehlungen zum Thema kommt der Verfasser zum Schluss.

Dem an Morcheln Interessierten, ob Anfänger oder Profi, sei besonders ans Herz gelegt:

Faszination Morcheln, Praktischer Ratgeber für Pilz- und Naturfreunde

Heinz Gerber, 2005, Verlag Andreas Mächler, Schwaderloch/CH

ISBN 978-3-905837-41-4

www.maechlerverlag.ch

Die wohl gelungenste Einführung aller Zeiten in die Pilzkunde bietet:

Grundkurs Pilzbestimmung, Eine Praxisanleitung für Anfänger und Fortgeschrittene

Dr. Rita Lüder, 3. Auflage, 2013, Quelle & Meyer Verlag, D-Wiebelsheim

ISBN 978-3-494-01536-1

www.verlagsgemeinschaft.com

Der zurzeit empfehlenswerteste pilzkundliche Feldführer:

Der Große BLV-Pilzführer für unterwegs

Dr. Ewald Gerhardt, 6. Auflage, 2014, BLV-Buchverlag, D-München

ISBN 978-3-8354-0644-5

Soweit nicht anders vermerkt, stammen die Aufnahmen vom Autor.


Sozialisierung des Hundewelpen

Sinn und Unsinn der Welpenkurse

Ende März haben wir nun endlich unseren Polski Owczarek Podhalanski

Rüden „Wicher z Mietustwa“ , genannt „Wichi“, aus Polen nach Hause auf

unseren Mauritiushof geholt.

Der Kleine hat die lange Autofahrt bestens überstanden. Dreimal hielten wir

an, um mit ihm Gassi zu gehen. Es war kein Problem ein Halsband mit

Leine anzulegen, er tapste einfach mit seinem neuen Rudel mit.

Zu Hause angekommen, begrüßten unsere drei Hunde freundlich den

Neuankömmling.

Wichi lernt nun ziemlich schnell durch Beobachten seiner Artgenossen, wie

er sich auf dem Hof zu verhalten hat. Aufgrund seiner Rasse geht er

sowieso zunächst langsam begrüßend und nicht jagend auf andere Tiere

zu. Auch in anderen Situationen kann er sich abschauen, was erlaubt ist

und was nicht. Dieses Aufwachsen im Rudel vereinfacht die Erziehung des

Welpen ungemein.

Natürlich muss mit dem Hundekind nach einer gewissen

Eingewöhnungsphase auch alleine ohne Schutz seiner Artgenossen vieles

unternommen werden, um diesem die Möglichkeit zu geben, selbst mit

potentiell „gefährlichen“ Situationen zurecht zu kommen.

Außerdem wird dadurch das Vertrauen in den ruhigen und souveränen

Hundeführer gestärkt. Gemeinsame Unternehmungen schweißen

zusammen und ein mentales Band zwischen Hund und Halter kann

geknüpft werden! Alles sollte für den Welpen positiv verlaufen, was aber

nicht heißt, dass ihm keine Grenzen gesetzt werden, wenn er z.B beginnt,

die Hausschuhe anzunagen. Wichi hat schnell gelernt, dass nur seine

Spielsachen und etwaige Kaustangerl zum Nagen da sind.

Wie man ein guter Lehrmeister wird, lernt man am besten von den Hunden

selbst durch Beobachten .


Unsere Border Collie Hündin „Sally“ z. B. ist der Chef im Rudel. Sie fordert

ihre Grenzen bedingungslos ein. Ihr Knurren, aber auch kurze Bisse werden

durch den Welpen akzeptiert. Eine zweite Verwarnung wird in Zukunft in

einem bestimmten Zusammenhang nicht mehr nötig sein, da sie ihre Regeln

einmal klargestellt hat.

Hier können wir Menschen uns selbst an der Nase nehmen, denn stellen wir

immer für unseren Hund eindeutig dar, was wir einfordern oder welches

Verhalten wir von ihm nicht dulden?

Das heißt aber keinesfalls, dass wir unsere Hunde wie in früheren Zeiten

durch Schläge erziehen sollen, denn dies entzweit nur die Hund-Mensch

Bindung. Körpersprache, Konsequenz und Alternativen für gewisses

„Problemverhalten“ des Hundes sollten unser Motto sein!

Natürlich ist diese erste Zeit des Zusammenlebens eine zeitaufreibende

Angelegenheit. Der Welpe sollte ständig unter Kontrolle sein, damit er nichts

anstellt, aber auch, dass er schnell nach dem Spielen, Fressen, Aufwachen

etc. ins Freie gebracht werden kann, um draußen und nicht drinnen seine

Geschäfte zu verrichten. Falls einmal ein Missgeschick passiert, sollte der

Welpe auf keinen Fall getadelt werden! Hundewelpen können erst ab ca. 16

Wochen den Harnabsatz kontrollieren. Geduld und Warten sind die besten

Lehrmeister, denn Hunde wollen von sich selbst aus ihre „Höhle“ nicht

beschmutzen.

Anleitungen für das Welpentraining erhält man unter anderem in

Hundeschulen bei sogenannten Welpenkursen. Ich finde diese für

Ersthundebesitzer absolut empfehlenswert, denn meist wird der Umgang

mit dem Welpen und dessen Verhalten gut erörtert. Man hat einen

Ansprechpartner in Erziehungsfragen und hört auch Meinungen und

Anekdoten von anderen Hundebesitzern.


Zum „Problem“ werden Welpenkurse dann, wenn ein Ungleichgewicht im

Alter, in der Größe und im Temperament der Welpen besteht!

Normalerweise dürfen die Hundekinder in der Spielstunde miteinander

herumtoben und Neues entdecken und mit dem Besitzer erarbeiten. Es gibt

aber auch Welpen, die sich schon jetzt, oft rassenbedingt, für große

„Zampanos“ halten und andere verschüchtern, bzw. auch mobben. Oft

schließen sich zwei, drei andere Welpen diesem „Führer“ an, um ein

gemeinsames „Opfer“ zu unterdrücken.

Falls die Hundebesitzer aus Unvermögen oder Unwisse nichts dagegen

unternehmen, sollte an dieser Stelle der/die LeiterIn des Kurses

einschreiten, indem er/sie den „Anführer“ in die Schranken weist, bzw.

nötigenfalls aus der Gruppe ausgliedert. Meist genügt nur ein Anleinen und

Ablenken des Welpen, d.h. sein „Spiel“ wird unterbrochen, wie es auch

schon von der Mutterhündin oder den Geschwistern gehandhabt wurde.

Durch diese Unterbrechung lernen die Welpen ihre Selbstkontrolle, quasi

ein Beherrschen ihrer Beißlustigkeit.

Falls dies nicht passiert, haben die Welpen meiner Meinung nach folgendes

gelernt:

Erstens eine von den Hunden selbst ausgehende Unruhe, die von ihren mit

dieser Situation meist überforderten Menschen nicht in den Griff bekommen

wird.

So wird die Kompetenz als Hundeführer aus der Sicht des Hundes in Frage

gestellt.

Zweitens lernen Welpen andere Hunde zu mobben, bzw. erfahren sie am

eigenen Leibe, wie es ist gemobbt zu werden. Dies kann sich für zukünftige

Hundebegegnungen negativ auswirken!


An solchen unstrukturierten Welpenkursen sollte man mit seinem Hund nicht

teilnehmen, da die Sozialisierungsphase bis zur ca. 16. Woche für das

Hundekind sehr sensibel ist. Umweltbilder und Muster werden eingeprägt,

die das weitere Leben bestimmen. Günstiger wäre es mit Hunden, von

denen man weiß, dass sie verträglich und souverän sind, Spaziergänge etc.

zu unternehmen. Der Welpe kann sich dabei an einen erfahrenen Hund

„anhängen“ und lernt dadurch ein gelassenes Wesen gegenüber

verschiedensten Dingen und Personen zu entwickeln.

Zum Glück haben wir am Mauritiushof nun insgesamt vier unterschiedliche

Hunde, die gegenseitig voneinander profitieren können.

Unser Wichi wird dadurch und durch die vielen verschiedenen Menschen,

die bei uns am Mauritiushof Kurse besuchen, bestens sozialisiert. Trotzdem

habe ich mir einen kompetenten Welpenkurs ausgesucht, auf den wir uns

beide als gemeinsames Erlebnis jeden Samstag freuen können.

Also: Augen und Ohren auf bei der Auswahl der richtigen

Welpenspielgruppe!

Dr.med.vet. Andrea Schaufler

Praktische Tierärztin

Jubiläumstr. 42

3130 Herzogenburg

www.tierarzt-schaufler.jimdo.com


Österreichische Gesellschaft

für Tiergestützte Therapie

ÖGTT

Sitz:

Rappoltschlag 13

3914 Waldhausen

sekretariat@oegtt.at

www.oegtt.at

Tel. 02877 20059

Liebe LeserInnen, Mitglieder und Freunde der Österreichischen Gesellschaft für Tiergestützte

Therapie !

Wir freuen und sehr, dass so viele LeserInnen auch die Aktivitäten der Österreichischen

Gesellschaft für Tiergestützte Therapie ÖGTT über dieses online Magazin mitverfolgen können. Die

Möglichkeiten und Erfahrungen rund um den Einsatz von Natur, Pflanzen und Tieren ganz allgemein

im Dienst für uns Menschen wachsen ständig. Nicht nur die eingesetzten Tierarten und Spezies

nehmen rasant zu, sondern auch das Miteinbeziehen von outdoor Aktivitäten rund um Pflanzen,

Garten und Natur zur Dienstleistung, Förderung und Therapie an Menschen wächst.

Damit wächst aber auch laufend die Breite des Einsatzes im Dienst und zur Freude für uns

Menschen.

Gerade die Tiergestützten Aktivitäten ohne Anspruch auf gezielte Förderung und Therapie boomen.

Kinderferien, Freizeitbetrauung, Tourismusangebote und vieles mehr wachsen aus dem Boden. Es

kann nur gut und sinnvoll sein, wenn Mensch und Natur wieder mehr zusammenwachsen !

In dieser Ausgabe möchte sich daher die ÖGTT Sektion Tiergestützte Aktivitäten bei Ihnen

vorstellen und über ihre Arbeit berichten

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen unserer ÖGTT Seiten !

Der Vorstand der Österreichischen Gesellschaft für Tiergestützte Therapie


Österreichische Gesellschaft

für Tiergestützte Therapie

ÖGTT

Sitz:

Rappoltschlag 13

3914 Waldhausen

sekretariat@oegtt.at

www.oegtt.at

Tel. 02877 20059

Sektion Tiergestützte Aktivitäten der

Österreichischen Gesellschaft für Tiergestützte Therapie

Ich freue mich, als Leiterin der Sektion Tiergestützte Aktivitäten an dieser Stelle die

mittlerweile größte Sektion der ÖGTT vorstellen zu dürfen.

Sie ist all jenen zugänglich, die keine speziellen Quellberufe aus den Bereichen wie

Therapie, Gesundheits- und Krankenpflege, Pädagogik, usw. haben und so den übrigen

Sektionen nicht zuzuordnen sind. Der enorme Zustrom zeigt aber, dass sich Menschen aus

den verschiedensten Berufsgruppen und Lebensbereichen vermehrt mit dem Leben mit

Tieren und der Natur beschäftigen wollen.

Freude im Umgang und an der Arbeit mit Tieren, Pflanzen und der Natur und der Versuch,

diese den Menschen wieder näher zu bringen, ist uns ein Anliegen. Dabei geht es nicht um

gezielte Förderung und Therapie, sondern einfach darum, durch ein vielfältiges Angebot

Menschen mit Tieren und Natur wieder zusammenwachsen zu lassen.

Über tausende von Jahren haben wir Menschen uns mit den Tieren, den Pflanzen und der

Natur entwickelt, erst die letzten Jahrzehnte haben eine zunehmende Entfremdung unserer

Gesellschaft von der Natur mit sich gebracht. Das wachsende Angebot an diversen Outdoor-

Aktivitäten unter Einbeziehung des Gartens, des Waldes und der verschiedensten

Lebensräume und Tiere, aber auch die enorme Nachfrage zeigen, wie sehr wir Menschen –

eben auch ohne spezielle Förder- oder Therapiebedürfnisse – den Wunsch haben, zurück

zu unseren Wurzeln zu finden.


Österreichische Gesellschaft

für Tiergestützte Therapie

ÖGTT

Sitz:

Rappoltschlag 13

3914 Waldhausen

sekretariat@oegtt.at

www.oegtt.at

Tel. 02877 20059

Wer kennt es nicht, einfach in den Wald hinaus zu gehen, vielleicht mit seinem Hund (oder

Ziegen?) als treue(n) Begleiter, dem Vogelgezwitscher und Rascheln der Blätter zu lauschen

– wir können tief durchatmen und den stressigen Alltag hinter uns lassen, im Hier und Jetzt

ankommen und wieder den Boden unter unseren Füßen spüren.

Sei es beim

Packziegen-Trekking

oder bei der

Beschreitung des

Jakobsweges in

Begleitung von Ponys -

der Fantasie sind bei

der Gestaltung des

Angebotes keine

Grenzen gesetzt. Wir

arbeiten mit Pferden,

Ziegen, Schafen,

Katzen ebenso wie mit

Meerschweinchen,

Schnecken, Fischen

u.v.m. im Wald, im

Garten, lassen

Menschen an unserem

Alltag am Hof mit unseren Tieren teilhaben. Kinder können ihren Geburtstag am Bauernhof

mit Spielen im Heustadel verbringen oder bei der Ferienbetreuung über das Leben der

Tiere, ihre Bedürfnisse und artgerechte Haltung lernen – und vielleicht ganz nebenbei

unvergessliche Abenteuer erleben und Freundschaften zwischen Mensch und Tier

schließen.


Österreichische Gesellschaft

für Tiergestützte Therapie

ÖGTT

Sitz:

Rappoltschlag 13

3914 Waldhausen

sekretariat@oegtt.at

www.oegtt.at

Tel. 02877 20059

Es ist für mich schon beruhigend zu sehen, dass sich immer mehr Menschen wieder der

Natur zuwenden und sich für den respektvollen Umgang mit ihr, den Tieren und Pflanzen

begeistern und sich dafür einsetzen. So würde es mich freuen, wenn die Sektion

Tiergestützte Aktivitäten weiterhin so starken Zustrom findet.

Auf diesem Wege möchte ich gleich alle Mitglieder der Sektion zum Sektionstreffen

einladen, bei dem gleichzeitig die Sektionsleitung neu gewählt wird:

Datum: 27.5.2016

Uhrzeit: 19:00

Ort: Gasthaus Schmid in 3004 Ried/Riederberg, Linzer Straße 11

Bitte um verbindliche Anmeldung zwecks Platzreservierung bis 25.5.2016 an post@diegluecksschmiede.at

Ich freue mich auf ein persönliches Treffen mit Ihnen!

Mit lieben Grüßen

Mag Christine Kluger


Nachhaltigkeit in der Fischerei

im Gespräch mit Mag. Bernhard Berger


Bernhard Berger über sich selbst und seine Leidenschaft zu Fischen:

Das wichtigste in meinem Leben ist ganz klar meine Familie. Diese gibt mir auch

die nötige Kraft und Energie die ich im Alltag brauche. Ich bin verheiratet und bin

stolzer Vater zweier Söhne (die auch schon die ersten Gehversuche am Wasser

unternommen haben).

Meine anglerische Laufbahn begann im Alter von vier Jahren, als ich mit meinem

Großvater an einem kleinen Teich mit Regenbogenforellen, Karpfen und kleinen

Flussbarschen meine ersten Fische fangen konnte. Es war ein Setzkescher voller

handlanger Barsche, den ich stolz vorweisen konnte.

Da befiel mich das Angel-Virus und immer mehr Ausflüge ans Wasser waren die

Folge. Zu meinem Glück wohnte ich nur unweit der Kampstauseen Ottenstein und

Dobra entfernt. Das Teichfischen war mir schnell zu langweilig geworden, die

Stauseen beherbergten ganz andere Kontrahenten – nach Karpfen und Schleien

war klar – ein Hecht musste her.

War ich in der Schule damals weniger zielstrebig, umso eifriger war ich beim

Fischen. Ein Tüftler war ich schon immer, die Schleppsysteme baute ich anfangs

aus Eislöffeln, ganz zur Freude meiner Mutter, fängig waren die Teile allemal.

Ich kann mich auch noch bestens an meinen ersten Gummiköder erinnern, es war

ein 8cm langer, weißer Shad von „Mister Twister“ mit rotem Jigkopf – gabs damals

bei uns im Supermarkt um die Ecke.

Meine Eltern waren meist wenig erfreut wenn ich von den herkömmlichen

Methoden abwich und so auch mit dem Gummiköder. Weder mein Vater noch

mein Opa konnten mir genau sagen, wie das Teil nun gefischt wird. Also

montierten wir den Gummi an einer Rute mit Schwimmer und ab ging die Reise –

es dauerte nicht lange und ein Hecht verirrte sich tatsächlich an den Köder. Und

als ich dann die Idee hatte, man könnte das Ding wie einen Blinker verwenden, da

ging die Post erst richtig ab. Das war für mich der Einstieg in die

Kunstköderfischerei. Ich besorgte mir Bücher und Magazine anstatt einer Bravo,

wie dies meine Freunde so taten, und bereicherte mich mit Fachwissen.

Ich verbrachte damals jede freie Minute am Wasser manchmal ging ich auch noch

vor dem Unterricht zum Angeln. Aber die Fische die ich damals am Kamp schon

fing, bestätigten mich in meinem Tun.

Auch abseits vom Angeln war ich schon immer sehr naturverbunden, weshalb ich

mich nach meiner Matura über Umwege, für ein Biologiestudium entschloss.

Sofort suchte ich dort nach den „Fischmenschen“, wollte ich doch genau die

Dinge lernen, die ich über Fische noch nicht wusste. Nach intensiver

Studienphase leistete ich kurz vor meiner Diplomprüfung meinen Wehrdienst ab,

wo ich jede Menge Zeit zum Nachdenken hatte.


Da kam mir erstmals der Gedanke als professioneller Angelguide mein Geld zu

verdienen. Da ich mit meiner Ausbildung als Fischbiologe unbedingt in dem

Fachbereich arbeiten wollte aber keine passenden Jobs vorhanden waren,

machte ich meine Leidenschaft also zum Beruf. Fische fangen konnte ich, wie

aber die Sache auf Schiene bringen? So entwarf und programmierte ich meine

erste Webseite selbst, mein derzeitiger Webmaster würde auf und davon laufen,

es reichte aber für den Anfang. Zusätzlich ließ ich ein Prospekt gestalten und los

gings.

Es dauerte auch gar nicht lange, da flatterten die ersten Buchungen ins Haus, und

mein Job als Guide wurde immer nachhaltiger. Zusätzlich zum Guiding betreibe

ich auch einen Webshop – als Service am Kunden, sowie ein Ingenieurbüro für

Fischökologie. Vielen meiner Gäste ist es besonders wichtig, abseits von

Methoden, Ködern und tollen Fängen auch Spezialwissen zu konsumieren. Dem

gehe ich sehr gerne nach, zählt beim Guiding doch nicht nur der gefangene Fisch,

sondern viel mehr etwas zu lernen und selbst in der Praxis umzusetzen.

Mittlerweile biete ich seit mehreren Jahren Guidingtouren an verschiedenen

Gewässern an, die Kampstauseen sind meine Stammreviere, auf Salmoniden

angle ich unter anderem am Stausee Klaus bzw. in meinem eigenen Salmoniden-

Pachtrevier. I

ch bin auch ständig auf der Suche nach neuen Revieren und erschließe mir diese

fischereilich, um meine Stammgäste mit neuen Möglichkeiten begeistern zu

können.

Methodisch bin ich komplett auf die Fischerei mit Kunstködern eingestellt,

Schleppfischen, Jiggen und Vertikalangeln sind meine wichtigsten Disziplinen,

Drop Shot Angeln, Fischen mit Jerks – alles mein Metier.

Fliegenfischen ist meine nicht mehr ganz so geheime Leidenschaft, ich angle

damit nicht nur auf Salmoniden sondern auch auf Hecht, Zander und Co.

Meine Paradedisziplin ist das Vertikalangeln vom Boot, dazu passend mein

Lieblingsfisch, der Zander. Da habe ich auch schon viel Energie in die

Produktentwicklung gesteckt – z.B. spezielle Bleiköpfe zum Vertikalangeln.

Mein „Angeljahr“ beginnt im Winter mit Eisangeln am Kampstausee Ottenstein.

Saison ist meist Ende Jänner, bis Anfang März. In dieser Zeit bin ich auch immer

auf Messen unterwegs um meine Bekanntheit zu steigern.

Im April startet dann die Saison am Fluss, im Mai biete ich die ersten Einsteiger-

Angelkurse sowie Schnupperfischen für Kinder an.

Ab Juni startet dann die Guiding-Hauptsaison und dauert bis Ende November. In

der Zeit zwischen Guiding und Eisfischen bin ich auf der Huchenpirsch.


Alles in allem verbringe ich mehr als 2/3 des Jahres am Wasser – eine absolute

Notwendigkeit um permanent am Ball zu bleiben um die Gäste zum Fisch führen

zu können. Im August bin ich öfters mit meinem Boot im Schlepp unterwegs um

neue Gewässer kennenzulernen – dieses flexible Arbeiten ist mir besonders

wichtig und erschließt mir viele Möglichkeiten fischereilich voranzukommen.

Bernhard Berger

Hintermühle, 3923 Jagenbach 56 - Austria

0043-676-5502580

E-Mail: Bernhard Berger

UID: ATU65329879

Webseite: http://www.stauseefischer.at

Facebook: Bernhard Berger


Folgen Sie unserem Interview mit dem Fischbiologen Mag. Bernhard Berger,

einem der ausgewiesenen Fischexperten Österreichs, zu dem aus unserer

Sicht sehr wichtigen Thema der Nachhaltigkeit in der Fischerei in diesem

Video :

Herzlichen Dank nochmals an dieser Stelle an Bernhard Berger, dass Du Dir

die Zeit genommen hast, mit mir über dieses so wichtige Thema zu plaudern,

dank auch für Deine Gastfreundschaft.

PS: ein Angel-Guiding mit Bernhard Berger kann ich aus persönlicher

Erfahrung und Überzeugeng nur jedem passionierten Fischer wärmstens

empfehlen ! Qualität und Erfahrung gepaart mit ökologischem Verständnis,

was will das Fischerherz mehr…….


Erlebnisse eines

Rassegeflügelzüchters und

Preisrichters!

von Klaus Reinermann

Meine erste Taube war im Jahre 1952 ein rotgeherztes Weibchen der Rasse

Norwichkröpfer. Mit einer weißen (Land-)pfautaube gepaart erbrachte dieses

Elternpaar auf Anhieb einen Norwichkröpfer in rein weiß. Die Gestalt und das

Blaswerk waren vollständig von der Mutter übertragen, nur für die (fehlende)

Farbe war der Vater verantwortlich. Figürlich und in der Schwanzform war vom

Pfautaubenvater nichts zu sehen. Für mich als Bub war das damals schon recht

erstaunlich.

Bevor die Westdeutschen Junggeflügelschauen in Münster abgehalten wurden,

war diese Schau in Hamm beheimatet. Ende der fünfziger Jahre waren wir von

unserem Ortsverein mit einem großen Bus nach Hamm unterwegs und ich durfte

als ganz junger Bub mit.

Auf der Hinfahrt hat ein ein etwas vorlautes, neureiches Neumitglied mit dem

Vornamen Bernhard zwei alte, erfahrene Züchter angesprochen und sie gefragt,

ob sie ihm wohl beim Kauf eines Rhodeländer-Hahnes beratend zur Seite stehen

würden. Schließlich müsse man ja regelmäßig für "frisches Blut" sorgen, um

Inzucht auf jeden Fall zu vermeiden. Ein „blutsfremder“ Hahn sei somit

unabdingbar. Beide sahen sich an und bejahten die Frage.

In der Halle in Hamm war der beste Rhodeländer-Hahn mit sehr gut

und Landesverbandsehrenpreis bewertet (die Note hervorragened gab es damals

noch nicht und vorzüglich wurde selten benotet). Dieser Hahn war auch

verkäuflich gemeldet! 75,-- DM stand dort geschrieben. Zur damaligen Zeit ein

stolzer Betrag! Bernhard lief sofort aufgeregt zu den beiden alten Züchtern und

bat sie an den Käfig. Dort fragte er sie: „Kann ich den Hahn hier kaufen?“ Die

beiden Altmeister sahen sich an und einer sagte umgehend zu Freund Bernhard:

„Den kannst du kaufen!“ Bernhard eilte sofort zum Schaubüro.

Abends im Bus auf der Rückfahrt sagte einer der alten Zuchtfreunde: "Meine

Herren, ich muss was erzählen! Unser Bernhard hat sich heute ein Dromedar

gekauft!" Bernhard war außer sich und sagte erbost: "Ihr habt mir doch gesagt,

dass ich den kaufen kann!"

„Ja“, erwiderte einer der Alten darauf hin, „kaufen konntest du den, aber das ist

ein Dromedar!“ So ging man früher mit Arroganz um!


Als ich mit etwa zehn Lebensjahren - wie mein Freund Kurt - porzellanfarbige

Antwerpener Bartzwerge züchtete, fehlte uns in einem Jahr beiden ein

entsprechender Zuchthahn. Da diese Rasse zur damaligen Zeit in diesem

Farbenschlag nur schwer zu bekommen war, wussten wir zunächst keinen Rat.

Bei einer Radtour sahen wir dann an einem Bauernhaus einen porzellanfarbigen

Zwerghahn, der unseren Hennen ähnlich sah. Zwar hatte er keinen Bart und

einen Stehkamm sowie befiederte Läufe, doch der Typ stimmte. Wir fragten nun

die Bäuerin, ob wir den Zwerghahn kaufen konnten. Sie ließ uns zum Abend

erneut „anreisen“, damit wir den Bauern fragen konnten. Der bedeutete uns, dass

wir den kleinen Gockel selber fangen sollten.

Als wir das geschafft hatten, fragte ich, was er den kosten solle. Die Antwort war:

"Gib mir nen Taler (3 DM)!" Als ich gezahlt hatte und wir uns bereits dankend und

grüßend entfernen wollten,

fragte der Bauer noch: "Wisst ihr eigentlich

wie der heißt?“

Stolz antwortete ich: "Ja,

porzellanfarbig". Worauf

"Nee, Anton!“

Mein Freund Kurt

mein sehr

wusste ich die

Farbenschlag

sagt

ANTON!

federfüßige Zwerghühner,

der Bauer grinste und sagte:

bog sich vor Lachen, als er

verdutztes Gesicht sah. Da

Rasse und den

und der


Vor über 20 Jahren habe ich als Schreiber bei einem erfahrenen, sehr netten,

älteren Preisrichter mit der Preisrichterausbildung begonnen. Wir sind einmal im

Januar zur Bewertung auf einer Taubenschau in eine Ausstellungshalle

eingetreten. Als erstes sahen wir von weitem eine größere Kollektion

Luchstauben. Sofort sagte der alte Richter, noch ehe er an einem der Käfige

angelangt war, „da muss ich ein vorzüglich vergeben oder mindestens zweimal

hervorragend“. Auf meine Frage, warum er das denn bereits von weitem so sehen

könne, antwortete er: “Weil das ein guter Züchter ist“!

Dieser liebe alte Kollege, von dem ich auch viel Gutes, Fachliches gelernt habe,

zog bei der Bewertung alter Dragoontauben, deren Nasenwarzen und Augenringe

im Alter üppig werden, einen Zettel mit Ringnummern aus der Tasche und sagte

dann zu mir, „diesem Täuber muss ich mindestens ein hervorragend geben, der

hat im letzten Jahr auch gut abgeschnitten. Auf mein Bemerken, dass dieses Tier

inzwischen eine überdeutliche und damit fehlerhafte Unterschnabelwarze

aufweisen würde, sagte er: „Trotzdem, sonst bekomme ich Ärger mit dem

Züchter“.


Anlässlich einer Westdeutschen Junggeflügelschau in Münster hatte ich u. a.

orangehalsige Bantam ausgestellt. Eine sehr feine Junghenne erhielt zu Recht

hervorragend mit Bundesmedaille. Als kleiner Wunsch war vermerkt: „Bei etwas

mehr Kopfblüte höhere Note.“

Zwei Wochen später stand die Henne auf der Kreisschau und hatte inzwischen

die erforderliche "Kopfblüte" und mit dem Legen begonnen. Der gleiche

(Sonder)Richter notierte in der Mängelspalte: „Farbliche Mängel.“ Diesmal war

dann nicht mehr als „gut“ drin!

Eine Arabische Trommeltaube hat eine Kritik erhalten, die nur zur Note „gut“

reichte, denn in der Mängelspalte stand lediglich: „Kein Kopf.“

Bei der Bewertung von Hühnern stellte ein Richterkollege fest, dass einige der zu

bewertenden Tiere wohl mit Ungeziefer behaftet waren. Offensichtlich wollte er

dem Aussteller nicht zu sehr weh tun, denn er notierte bei einigen, befallenen

Hühnern in der Mängelspalte der Bewertungskarte: „Bewegliche Unebenheiten in

der Aftergegend verhindern höhere Benotung!

Bei einem schwarzen Zwerg Wyandotten Hahn war offensichtlich reichlich Schilf

in den Schwingen vorhanden. Der Züchter hatte sich zu helfen gewusst (!?) und

war mit schwarzem Eddingstift schilfbeseitigend tätig gewesen. Der Preisrichter

hat – da die Handlung nicht zu beweisen war – in der Mängelspalte der

Bewertungskarte vermerkt: „Versagt völlig in der Schwingenfärbung!“ Der Hahn

bekam die unterste Bewertungsnote ungenügend. So kann man sich helfen!

Jedenfalls hatte der Aussteller reichlich Gelächter zu erdulden. Auch eine Art

„Strafe“!

Anlässlich eines Bewertungsauftrages bei einer Taubenschau richtete ein Kollege

in dem gegenüberliegenden Gang zwischen den Käfigreihen in entgegengesetzter

Richtung. Als wir etwa auf gleicher Höhe waren nahm ich einen sehr intensiven,

beißenden Knoblauchgeruch wahr. Auf meine Frage, ob der Kollege am Vortag

wohl beim „Griechen“ war oder ansonsten reichlich von dieser gesunden Knolle

zu sich genommen hätte, entgegnete dieser zu meiner Verwunderung entrüstet,

dass er keineswegs Knoblauch verzehrt hätte. Danach stellte sich bei

entsprechender Geruchsprobe heraus, dass es die in diesem Augenblick von mir

zu bewertenden Deutschen Schautauben waren, die überdeutlich aus dem

Schnabel rochen. Offensichtlich hatte der Aussteller seinen Tauben vor dem

Einsetzen noch entsprechende Kapseln eingeflößt.

Als ich mit einem älteren Kollegen zusammen bei einer Sonderschau für

Antwerpener Bartzwerghühner bewertete, sah dieser, dass ich – wie üblich – auf

den Bewertungskarten recht viel notierte, um den Ausstellern auch die nötigen

Hinweise zu geben und die Karten bei schlechteren Tieren voll schrieb. Darauf

sagte er vorwurfsvoll zu mir: „Junge, du schreibst viel zu viel; du gibst zu viele

Angriffspunkte!“


Bei der Bewertung silberhalsiger Bantam auf einer Hauptsonderschau dieser

Rasse musste ich wegen unkorrekter Finkenschnäbel, Entenzehen,

Dachschwänzen und schwertförmigen Kammdornen einige sehr niedrige Noten

vergeben (befriedigend und ungenügend). Der Aussteller hat später zu anderen

Züchtern getönt: „Die Fehler kannte ich wohl, ich wollte nur mal den Preisrichter

testen.“

Ein toller scharzer Rostower Positurtümmler (die Rasse zeigt einen hoch

getragenen sehr breiten "Spachtelschwanz") hatte offenbar eine Lücke in der

Schwanzmitte. Der Züchter wollte dies wohl korrigieren und hat die beiden

mittleren Steuerfedern am Grund mit einem Zwirnsfaden zusammengebunden

(unstatthafte Maßnahme). Er hat wohl ein wenig zu fest geknotet, denn der die

Bewertung vornehmende Kollege hat dem Tier ein "ungenügend" verpasst und als

Hauptmangelpunkt vermerkt: "Doppelfeder in der Schwanzmitte!" Das kommt

davon….

Bei einer Ortschau hatte eine Züchterin von etwa 40 Lebensjahren als

Neuzüchterin erstmals ihre Zwerg Wyandotten ausgestellt. Der die Bewertung

vornehmende Kollege hatte einige Male zu Recht sehr tiefe Noten vergeben und

dies jeweils mit der Bemerkung „Steckdorn“ begründet. Nach Abschluss der

Bewertungstätigkeit fragte die Züchterin den Kollegen, was denn wohl mit

Steckdorn gemeint sei. Dieser fragte zurück. „Sind Sie verheiratet“? Nachdem die

Züchterin dies bejaht hatte, antwortete der Kollege: „Dann muss ich Ihnen das

nicht erklären!“


Da sagt ein alter Preisrichterkollege zu einem jüngeren Kollegen, der ihm

assistierte und für ihn schreibt: "Nun schreib auf die Bewertungskarte unter

Wünsche: "Mehr Volumm!" Der Jüngere: "Was soll ich schreiben?" Die Antwort

des Älteren: "Mehr Volumm." Das ging so eine Weile hin und her bis ich dem

Jüngeren sagte, "schreib Volumen" und da war das Rätsel gelöst.

Mitunter ist man aufgrund der schlechten Qualität einiger zur Bewertung

vorgestellten Tiere geneigt, so zu formulieren, wie es vor vielen Jahren mal ein

Kollege tat: “Wenn Kopf ab, dann gut!“ Aber heute gilt es, in diesen Fällen die

Wahrheit elegant zu umschreiben und nüchtern die konkreten Mangelpunkte zu

vermerken. Die Konsequenz bleibt dem Aussteller überlassen.

Bei der Nationalen Rassegeflügelschau 2004 in Leipzig stand eine sehr feine

wachtelfarbige Henne der Watermaalschen Bartzwerge, die lediglich mit sehr gut

und 93 Punkten bewertet worden war. In der Wunschrubrik war vermerkt: "Bart

geschlossener und Flügel angezogener!" Allerdings ist der dreigeteilte Bart und

sind die typischen Hängeflügel Standardforderungen!!!

Auf der Preisrichterversammlung kam es zur Diskussion über durchgefärbte

Ortfedern (die äußeren Schwanzfedern) bei blauen Tauben. Hierzu erklärte ein

alter Würdenträger: Die haben dunklen Rücken, hellen Schnabel und eine

dunklere Farbe; das liegt am Smokingfaktor! Sicher meinte er den von

Genetikkennern bekannten Smokyfaktor!

Bei der Bewertung gelockter, weißer Zwerg Cochin auf der Dt. Zwerghuhnschau

2006 in Münster hat sich folgendes zugetragen: Bei der ersten Durchsicht fiel mir

gleich der dritte Hahn ins Auge. Er überzeugte durch volle, allseits runde Form,

tiefen Stand, vorgeneigte Haltung, sehr feine, wie gemalt anmutende Kopfpunkte,

üppiges, entsprechend gelocktes, rein weißes Gefieder. Ich hatte sofort den

Gedanken, diesen Hahn dem Obmann für die Vergabe der Höchstnote

„vorzüglich“ vorzuschlagen. Als ich ihn bei der Bewertung aus dem Käfig nahm,

um u. a. die Ringnummer zu notieren, stellte ich fest, dass er statt der geforderten

leuchtend gelben, stark grüne Läufe hatte. Somit war es nicht möglich, hier eine

hohe Note zu vergeben. Zwei Sonderrichterkollegen, denen ich dies zeigte,

bestätigten mir die Richtigkeit der Feststellung und die Vergabe der Note

„befriedigend mit 90 Punkten“! Die genaue Kritikformulierung lautete: „Vorzüge:

Exzellente Figur mit vorgeneigter Haltung, enormes Federvolumen, feine

Lockung, sehr feine Kopfpunkte; Wünsche: -; Mängel: Stark grün

überzogene Läufe. Note: b 90; Ringnummer 83 W 2006“.

Am Sonntag kam ich zur Schau und stellte gleich fest, dass in den Reihen der

Zwerg Cochin offensichtlich Unzufriedenheit herrschte. Auf Befragen nach dem

Grund wurde mir dargelegt: „Da züchtet man einmal im Leben so einen Hahn und

dann bekommt der so eine Note“! Ich versuchte dem Züchter zu verdeutlichen,

dass der Hahn am Donnerstag bei der Bewertung doch sehr grün in der Lauffarbe

war.


Der Züchter nahm den Hahn aus dem Käfig, zeigte dessen Läufe und fragte nach

der beschriebenen grünen Farbe. Tatsächlich hatte der Hahn, der mir da gezeigt

wurde, im Wesentlichen eine gelbe Lauffarbe. Ich habe in diesem Moment leider

nicht die Ringnummer des Tieres mit der auf der Bewertungskarte notierten

Ringnummer vergleichen können, doch glaube ich nicht, dass hier ein Austausch

vorgenommen worden ist. Vielmehr vermute ich, dass sich bei diesem Tier

aufgrund der veränderten Bedingungen (seit Mittwoch im Käfig mit ggf. anderem

Futter!?) die Lauffarbe bis zum Sonntag verändert hat!? So etwas habe ich

bislang noch nicht erlebt. Vielleicht gibt es bei den Lesern dieser Zeilen

diesbezügliche Erkenntnisse. Über entsprechende Hinweise würde ich mich

freuen.

Ich nehme diesen Fall zum Anlass, einmal ganz allgemein über das Thema

„Bewertung und die Reaktionen darauf“ ein paar Gedanken zu formulieren:

An all diejenigen, die sich in der zuvor beschriebenen Situation wieder mal

hinterher als oberschlau empfunden haben, richte ich den Appell: „Meldet euch

bei eurer Preisrichtervereinigung als Preisrichteranwärter an! Zumindest aber

erwarte ich die Bereitschaft, einmal als Schreibhilfe bei einer Bewertung dabei zu

sein, um mitzuerleben, wie die Abläufe sich darstellen und die Gedanken des

amtierenden Richters auf das Papier zu bringen sind. Nehmt euch einmal einen

Tag Urlaub und macht mit!

Wir brauchen noch einige intelligente, erfahrene Richter, die bereit sind,

Erholungsurlaub zu opfern, in der dunkleren Jahreszeit nächtens aufzustehen und

z. T. weite Strecken zu fahren, um dann von morgens sieben Uhr bis in den

Nachmittag hinein Tiere zu bewerten. Mitunter sind dabei auch viel mehr (ganz

kleine) Tiere im Käfig, als angemeldet waren. Gleichwohl sind Handbewertungen

und eine vollständige Kritik hier vorgeschrieben!

Oft wird dann auch erwartet, dass die nach den zugrunde zu legenden

Vorschriften zustehenden finanziellen Entgelte (Aufwandsentschädigung 28 €,

Tagegeld 23 €, Fahrtkosten 0,30 €) nicht in diesem Maße in Rechnung gestellt

werden! (Warum sollen die Preisrichter eigentlich einen wesentlichen Beitrag zur

Finanzierung einer Schau beitragen?)

Sie müssen allerdings bereit sein, sich regelmäßig beschimpfen zu lassen und

dafür herzuhalten, dass es „Züchter“ gibt, deren schlechte Qualität der Tiere der

Richter zu verantworten hat.

Die andere Möglichkeit wäre die von einigen „Kollegen“ angewandte Methode,

entweder nur zwei bis drei oder höchstens fünf Worte auf der Bewertungskarte zu

notieren, „damit man nicht angreifbar ist“, oder regelmäßig die zur Bewertung

vorgestellten Tiere derart hochzujubeln, dass man als Richter auf jeden Fall

wieder eingeladen wird. Kritikgestaltungen wie z. B. „ Vorzüge: sg Form, Farbe,

Kopf – Wünsche: mehr Blüte – Mängel: Schwanz stört“ sind nicht selten, doch

was hat der Züchter davon? Ich frage mich nur, wem damit gedient ist.


Es sollte doch jedem, der des Lesens und Schreibens kundig ist, möglich sein,

das, was er bei der Bewertung am einzelnen Tier feststellt, zielgenau zu

formulieren und auf der Bewertungskarte niederzuschreiben.

Besser als Allgemeinplätze sind doch konkrete Hinweise für die Züchter. Jede

allzu allgemein gehaltene Kritikgestaltung ist für mich gesehen Unsicherheit des

bewertenden Kollegen oder Angst, nicht wieder verpflichtet zu werden.

Es musste einfach mal deutlich gesagt werden, was so abläuft.

Die Motivation noch lange derartige Bewertungsaufträge zu übernehmen und

hinterher dafür herhalten zu sollen, dass es bei einigen Züchtern Versäumnisse

oder Unkenntnisse unterschiedlichster Art gibt, hält sich daher in Grenzen.

(Update 2016: Das Geschimpfe und Gemeckere über Bewertungen ist in den

letzten Jahren erfreulicherweise stark zurück gegangen)

Vermehrt sieht man bei Schauen in der letzten Zeit Hühner (speziell verzwergte

Großrassen), bei denen die unteren Steuerfedern nicht mehr parallel zueinander

stehen. Sie sind schräg eingebaut, so dass im unteren Schwanzbereich eine Art

Dachform gegeben ist. Hier sollte konsequent gegen gesteuert werden, damit sich

dieses Bild von hinten offener Abschlüsse nicht im Erbgut verfestigt.

Feine Deutsche Modeneser sollen m. W. einen nach oben sich verjüngenden Hals

mit guter Kehlung aufweisen. In der letzten Zeit fällt mir auf, dass diese Hälse bei

der Rasse kaum noch anzutreffen sind. Zumeist sieht man schlauchförmig

erscheinende Halsformen, bei denen keine oder kaum Verjüngung feststellbar ist.

Auch fehlt eine klare Auskehlung, so dass man meinen könnte, es läge ein

leichter Wammenansatz vor. Vielleicht liegt der Grund für diese Entwicklung in der

Einführung von Modena-Erbgut oder der überzogenen Forderung nach immer

größeren und runden Köpfen. M. E. sollte hier konsequent gegengesteuert

werden, damit diese Rasse wieder die erforderliche Eleganz aufweist.

Bei der Hauptsonderschau für eine Tümmlerrasse war in einem Käfig, für den eine

andalusierfarbene Taube gemeldet war eine dominant rote Taube eingesetzt

worden. Der amtierende Richter hat im Bereich der Vorzüge und Wünsche korrekt

bewertet. In die Mängelspalte schrieb er für mich völlig unverständlich hinein:

„Kein andalusier, deshalb keine höhere Note möglich: befriedigend 90 Punkte“.

Die vorgefundene Formulierung in der „Vorzügerubrik“: „Gefällige Raumaufteilung“

bei einem Zwerghuhn ist zumindest ungewöhnlich.

Ein Richterkollege wird von einem Anderen nach seiner Meinung zu einer

vorgestellten Taubenkollektion befragt. Dieser antwortet abfällig: „Die sind sicher

vom Taubenmarkt!“ Sowas macht man nicht!

Leider wird dem größten Teil der jährlichen Nachzuchttiere, ja wohl fast allen –

zumindest bei Hühnern, Zwerghühnern und Rassetauben – der Fußring falsch

herum aufgezogen. Es ist dann für den amtierenden Richter schwer, bei der

erforderlichen Handbewertung die Ringnummer und die Zeichen, die er allesamt

auf der Bewertungskarte zu notieren hat, abzulesen.


Wenn das Tier steht, hat der Fußring quasi falsch herum zu sitzen. Dann stehen

die Ziffern und Buchstaben auf dem Kopf. Nimmt man das Tier in die Hand, dann

kann man in diesem Fall den Fußring gut ablesen, weil Ziffern und Buchstaben

dann richtig herum erkennbar sind.

Liebe Züchter, denkt bitte daran, künftig so zu verfahren. Ihr erleichtert den

bewertenden Richtern die Arbeit dadurch sehr.

Auf einer Ortsschau in Hessen stand u. a. in einem einzelnen "Käfig", der aus

dem Rahmen eines alten Röhrenfernsehers mit Draht davor bestand, ein

offensichtlich älterer Stockentenerpel ohne Fußring. Auf die Frage des

amtierenden Preisrichters was damit geschehen solle, antwortete der Schauleiter:

"Den bewertet immer der XY." Dies Praxis wurde wohl mit dem gleichen Erpel seit

18 Jahren betrieben. Jedenfalls stand später auf der Bewertungskarte zu lesen:

"Schöner alter Erpel, sehr gut Zusatzpreis.“

Liebe Leser, all das, was

zuvor ausgeführt wurde,

ist so geschehen bzw.

erlebt worden, auch

wenn es mitunter sehr

erstaunlich ist.

Klaus Reinermann,

Ahaus, Telefon 0049

2561-67309.


Natural Horsemanship

Interview mit ***Parelli-Instruktor

Martin Wimmer auf der Fohlenweide

Wir sind hier zu Besuch bei Martin Wimmer auf der Fohlenweide, sozusagen ein

Kindergarten für junge Pferde. Genügend große und sicher eingezäunte Weiden

und befestigte Ausläufe, angepasste Gruppengröße, ausgewogene Fütterung und

ausreichend Bewegung, aber auch die tägliche Betreuung und eine grundlegende

Erziehung sind für ein Pferd entscheidend für einen guten Start ins Leben. Auf

dieser Anlage werden all diese Punkte umgesetzt, um eine erfolgreiche Zukunft

Ihres Pferdes zu sichern.

Hier werden aber nicht nur Pferde ausgebildet, sondern v.a. auch Menschen – für

den Umgang mit ihrem Pferd, aber auch zur persönlichen Weiterentwicklung.

Redaktion:

Pat Parelli sagt „The beginning isn’t something, it’s everything.“ Martin, wie sieht

für dich ein guter Beginn für ein Pferd aus, was ist dir wichtig?

Was sollen Menschen für das Zusammenleben mit ihrem Pferd mitnehmen?

Wie entstehen die sogenannten „Problempferde“?

Martin:

Wichtig ist zuerst zu klären, was bezeichnen wir als Start?

Für viele ist der Start der Moment des Anreitens.

Für mich aber ist der Start der Augenblick, in dem der Mensch auf der Bildfläche

des Pferdes erscheint. Das Pferd sieht ein zweibeiniges Individuum und beginnt

sich eine Meinung darüber zu bilden, es sind die ersten Erfahrungen, die das

Pferd mit der Spezies Mensch macht.

Man soll es zwar nicht überbewerten, man kann nicht alles gleich so kaputt

machen, dass der Rest des Lebens für das Pferd zerstört ist.

Der Mensch kann beispielsweise als neutraler Zuschauer auftreten, über den

Weidezaun schauen, Stute und Fohlen beobachten und wird dann wahrscheinlich

auch als neutral wahrgenommen. Pferde leben bei uns in einer durch den

Menschen geschaffenen Umwelt, und früher oder später muss der Mensch in

dieser Umwelt in das Geschehen zwischen Fohlen und Stute eingreifen.

Beispielsweise müssen wir das Fohlen das erste Mal aufhalftern, weil wir es

irgendwo hinführen. Das sollte in dieser Umwelt auch später funktionieren, weil es

ja ein Partner für den Menschen werden soll.


Hier stellt sich schon die Frage, kann mich in die Hufe des Pferdes stellen, also

kann ich die Welt aus Sicht der Pferde sehen?

Redaktion:

Wie würde ein junges Pferd diese

Situation sehen? Was bedeutet es,

ein Halfter angezogen zu bekommen

und geführt zu werden?

Martin:

Stellen wir uns ein 3-4 Tage altes

Fohlen vor. Für uns ist es völlig

normal, ihm ein Halfter anzuziehen.

Es ist die Standardvariante, weil wir

es ja von A nach B führen wollen.

Aber ist es für ein Fohlen normal,

irgendetwas auf den Kopf gebunden

zu bekommen? Wahrscheinlich nicht

– in seiner Genetik, in seinem Leben

gibt es das einfach nicht. Als

Fluchttier wird es eher sagen, dass

es nicht angenehm ist, etwas um die

Ohren gebunden zu bekommen.

Trotzdem wird es noch relativ leicht

sein, ein so kleines Pferd

festzuhalten und ihm das Halfter

dennoch anzuziehen.

Im nächsten Schritt wollen wir es

führen. Ein Fohlen geht zumindest in

den ersten Tagen überall dorthin, wo auch seine Mutter ist, später wird der

Abstand schon größer. Wenn aber der Mensch anzieht und sagt, du gehst dorthin

wohin ich will, gibt es schon die ersten Diskrepanzen in der Kommunikation.

Für den Menschen bedeutet es, er will das Pferd doch nur an einen anderen Platz

bringen, beispielsweise zum Putzen. Aber für das junge Pferd wird der Abstand

zur Mutter immer größer – und Pferde sind sich der räumlichen Distanz immer

sehr bewusst. Hier kann ein Problem in der Kommunikation entstehen, weil der

Mensch das ja nur möchte, aber das Pferd sagt „Das verstehe ich aber nicht“ und

zieht vielleicht das erste Mal am Halfter. Und je nachdem, wie fest es anzieht,

schafft es der Mensch, sein Pferd in eine andere Richtung zu ziehen. Oder aber

das Pferd bemerkt das erste Mal, dass hier doch etwas nachgegeben wird.

Und hier schon werden die ersten Ideen geprägt, wie das Pferd mit der Frage

eines Menschen umgeht. Wichtig zu verstehen ist auch, ob das Pferd meine

Frage überhaupt beantworten kann – wenn es erst ein paar Tage alt ist, darf ich

nur zu seiner Mama hingehen, aber nie verlangen von ihr wegzugehen. Hier ist

die Antwort viel leichter zu finden.


Wir sehen, jetzt sind wir erst ein paar Meter vom Stall hinausgegangen, und

schon hier können Diskrepanzen entstehen zwischen dem, was wir gerne

möchten und dem, was wir bewusst oder unbewusst im Verhalten des Pferdes

kreieren.

Redaktion:

Das heißt, dass eigentlich von Anfang an Widerstand vorprogrammiert ist…

Martin:

Ja, genau – entweder das Pferd passt sich an, sagt es hat keine Wahl und geht

einfach mit. Oder es beginnt schon mit dem leichten Gegendrücken und sagt

„naja, ok…aber nur, wenn ich nicht anders kann…“

Am Anfang kann ich so ein junges Pferd mit vielleicht 100kg noch leicht aus der

Balance bringen und es letztendlich dort hinbringen, wo ich will. Aber irgendwann

hat es 200kg, 500kg und bekommt immer mehr eigene Meinung. Und wenn es

schon am Anfang gelernt hat, dagegen zu ziehen, aber nicht das Verständnis,

diesem körperlichen Gefühl zu weichen, dann kann das in der weiteren

Ausbildung zu dem Problem führen, dass das Pferd einfach nicht weitergehen will

oder einfach stehen bleibt um zu grasen und sagt „Du musst jetzt warten bis ich

mit dem Grasen fertig bin“. Oder es steigt beim Anbinden und reißt sich dann vom

Halfter los.

Redaktion:

Das kann dann schon einmal gefährlich werden…

Martin:

Diese „großen Auswüchse“ werden vom Menschen als Problem wahrgenommen

– die vielen kleinen Ursachen, die dazu führen, aber nicht. Es ist wie bei jeder

Krankheit oder bei jeder Entwicklung, dass wir die kleinen Schritte nicht sehen,

die dazu führen.

Redaktion:

Es wird also auf das Symptom geschaut, aber nicht auf die Ursachen.

Martin:

Ja, richtig. Es ist wie in einer Beziehung, warum man plötzlich auseinander geht –

es sind die vielen kleinen Ursachen, die dazu führen. Hier geht es um die

Beziehung zwischen Menschen, aber bei der Beziehung zum Pferd ist es nicht

anders, es geht um eine Partnerschaft. Was waren die vielen kleinen Schritte,

dass wir vom Weg abgekommen sind? Wir waren doch am Anfang so glücklich!

Es hat auch sehr viel damit zu tun, dass ich mir bewusst bin in dem, was ich

mache und bewusst, wie das der andere wahrnimmt. Der Mensch hat den großen

Vorteil zu sagen „das will ich nicht, damit kann ich nicht leben“. Das Pferd sagt

das auch, aber nicht verbal, sondern wie wir wissen über seine Körpersprache.

Wir müssen daher genau schauen und beobachten – wie sieht das Gesicht aus,

wie die Augen, die Nüstern, ist eine Anspannung da?


Und wenn das Pferd irgendwann die Ohren anlegt, zwickt, böse schaut, muss ich

mir überlegen, woher das kommt – ohne gleich zu verzweifeln.

Ich schaue, ob es vielleicht etwas damit zu tun hat, was ich gerade tue.

Ein anderes Beispiel ist das Putzen: Menschen putzen ihr Pferd oft jahrelang und

sagen „jaja, er zwickt immer ein bisschen“ – aber sie kommen nicht auf die Idee

dort anders zu putzen oder einfach einmal eine andere Bürste zu nehmen. Es

wird akzeptiert, solange nichts Schlimmeres passiert. Aber auch das Zwicken ist

eine kleine Äußerung, die ich beachte.

Redaktion:

Worauf achtest du noch beim Start eines Pferdes?

Martin:

Ich stelle mir auch die Frage „Auf welche Koppel gebe ich mein Pferd?“

Es gibt rassespezifische Merkmale, z. B. Arbeitspferde wie Noriker oder Haflinger

sind darauf gezüchtet, gegen Druck zu gehen, weil sie ja arbeiten und ziehen

müssen. Wenn ich also eine Koppel ohne stabile Einzäunung habe und diese

Pferde dagegen drücken – weil natürlich das Gras auf der anderen Seite besser

schmeckt – dann lerne ich ihnen, dass sie durchgehen. Oder wenn ich einmal das

Seil nicht richtig halte und mein Pferd davon läuft, dann lerne ich ihm, dass es

auch davon laufen kann. Viele dieser Dinge bekomme ich dann erst im Alltag

präsentiert, wenn es ernst wird, ca. ab 3,5 Jahren, wenn die Menschen glauben,

das Pferd muss sich führen lassen und muss die Hufe heben, etc.


Aber es muss nicht – genau darum geht es, es sind Dinge, die ICH will. D.h. ich

muss es dem Pferd auch so erklären, dass es meinen Wunsch verstehen kann

und dass es für das Pferd ok ist.

Redaktion:

Aber wie erklärst du deinem Pferd, was du möchtest?

Martin:

Darum haben wir die Fohlenweide, weil es auf Art zu lernen ankommt. Und jetzt

gibt es nochmals einen Unterschied, auf den wir eingehen müssen:

So wie unsere herkömmliche Schule den Kindern nicht unbedingt die Freude am

Lernen vermittelt und fördert, sondern vielen die Freude am Lernen nimmt.

Genauso kann das bei der Ausbildung des Pferdes auch passieren. Jedes

Individuum möchte lernen. Lernen ist ein natürlicher, überlebenswichtiger

Prozess, es ist die Neugierde, sich mit Dingen zu beschäftigen.

Auch Pferde sind von Natur aus sehr neugierig, nur machen sie damit oft Dinge

kaputt. Sie beißen in Gegenstände hinein – sie haben ja keine Hände, und

deswegen nehmen sie dafür ihr Maul. Es ist von der Sensibilität her mit unseren

Händen vergleichbar. Ein Pferd kann die eingesetzte Kraft auch gut dosieren, und

so beginnt es zu lernen. In der Ausbildung von Pferden kann man dafür sorgen,

dass man sie zu guten Lernern macht und dass sie Freude am Lernen haben.

Junge Pferde bleiben oft nicht genau dort stehen oder gehen nun einmal nicht

immer genau dort, wo wir wollen oder nicht genau in der Gangart wie wir wollen.

Aber wenn wir immer nur „nein, nein, nein“ sagen, dann kämpfen wir immer gegen

seine Energie.

Nehmen wir z. B. ein Warmblut – wenn das sich bewegt, dann tut sich etwas. Sie

sind auch dafür gezüchtet – würden wir dagegen ankämpfen, kämpfen wir gegen

seine Genetik. Und so entsteht entweder ein Widerstand, in dem das Pferd

zunehmend frustriert wird, oder es wartet auf den Moment, wo es nicht kontrolliert

wird und dann seine Energie abrupt hinaus lassen kann. Damit hat der Mensch

keine Freude, egal ob beim Reiten oder am Boden.

Daher ist es unsere Aufgabe zu schauen, mit dieser Energie, die oft beim Lernen

heraus kommt, umzugehen. Das Pferd muss lernen mit dieser Energie zu leben,

es kann sie nicht beliebig heraus lassen. Ich bin nicht immer in der Verfassung,

aber ich muss ihm Ventile geben, wo es das tun kann.

Das ist wie beim Menschen: Ich habe früher gerne Kindergruppen unterrichtet, sie

müssen anders unterrichtet werden als Erwachsene, interessieren sich für andere

Dinge. Ich muss mir überlegen, wie ich die Inhalte für diese Zielgruppe

schmackhaft und interessant mache.


Redaktion:

Siehst du Parallelen in der Arbeit mit jungen Pferden und Kindern?

Martin:

Die Arbeit mit Kindern und jungen Pferden ist sehr ähnlich, nur die Sprache und

das Wertesystem sind unterschiedlich.

Es geht aber darum, Leichtigkeit zu erzeugen – auf Englisch kann man das

schöner ausdrücken: Man erreicht diese Leichtigkeit durch love, language and

leadership.

Redaktion:

Was meinst du mit Leichtigkeit?

Martin:

Leichtigkeit im

Umgang, bei

der

Hilfegebung,

einfach im

ganzen

Verhalten.

Jeder, der mit

einem Pferd

arbeitet,

möchte kein

Pferd, das am

Halfter oder

Zügel zieht,

nicht auf den

Schenkel

reagiert. Es

soll willig

reagieren –

genau hier geht es um Leichtigkeit, ich muss nicht viel tun, und es passiert

einfach.

Und bei den Parallelen in der Arbeit mit Pferden und Kindern geht es um ein

Erziehungskonzept: Erziehung heißt, gewisse Grenzen zu setzen, dem anderen

zu sagen, warum sie wichtig sind. Mit der Zeit möchte man diese Grenzen wieder

wegnehmen, weil das Individuum ja dann selbst versteht, und dann braucht es

diese Grenzen nicht mehr.

Die Sprache beim Menschen ist eine andere als beim Pferd – natürlich gibt es

eine Körpersprache, aber das Pferd legt auf andere Dinge wert als wir Menschen.

Bei beiden aber ist leadership – Führungsqualität – wichtig.


Redaktion:

Wie stelle ich meine Führungsqualität unter Beweis? Wie wird man ein guter

leader?

Martin:

Gute Frage - Wie wird man ein leader, der kein dominanter Nörgler ist, der immer

sagt, was zu tun ist? Es steckt fest in uns Menschen drinnen, dass wir, um

Respekt zu verdienen, ständig sagen, was zu tun ist. Diese Nörgler in unserer

Umgebung nehmen wir aber nicht als angenehme Zeitgenossen wahr. Oft haben

wir im Beruf Vorgesetzte, die wir nicht wirklich respektieren. Wir machen das, was

sie sagen, weil wir damit Geld verdienen wollen, aber es ist kein Respekt.

Pferde haben die wunderbare Eigenschaft, dass sie nicht käuflich sind wie wir. Wir

können ihren Respekt verdienen, aber nur, wenn wir es wert sind. D.h. wir

müssen uns entsprechend verhalten und in ihren Augen für ihre Bedürfnisse

kompetent sein.

Hier kommen wir zurück zur Führungsqualität – auch beim Menschen ist es so,

dass er von seinem Umfeld als kompetent betrachtet werden muss um Respekt

zu verdienen. Und mit der Kompetenz kommt das Vertrauen – so ist das

Grundkonzept für eine Partnerschaft schon vorhanden: Vertrauen und Respekt.

Eben auch dadurch, dass wir vielleicht einmal NICHT sagen, was zu tun ist. Hier

bewegen wir uns in einem Spannungsfeld, das beim Umgang mit Pferden auftritt

– meine Erfahrung als Instruktor zeigt, dass sich Menschen oft zwischen

extremen Polen befinden: Wenn man sagt „du musst nicht immer sagen, was zu

tun ist“ verstehen sie Laissez-faire. Damit hat es aber nichts zu tun – ich muss nur

wissen, was ich wann sage und was es beim anderen auslöst. Oder sie verstehen

dieses extreme, dominante „ich muss mein Pferd versklaven“, aber ich möchte ja

die Persönlichkeit des Pferdes entwickeln.

Redaktion:

Wie würde Laissez-faire beim Pferd aussehen?

Martin:

Laissez-faire würde bedeuten keine Grenzen zu setzen, aber jeder braucht einmal

Grenzen. Die Natur setzt uns Grenzen! In unserer vom Menschen geschaffenen

Umwelt ist leider die Natur die letzte Grenze, und die versuchen wir zunehmend

zu entschärfen. Irgendwann aber setzt sich die Natur doch durch, und dann hat

man gelernt.

Manchen Menschen reicht es aus, eine Erklärung zu bekommen, andere müssen

die Erfahrung selbst machen und sich quasi auf der heißen Herdplatte verbrennen

um zu glauben, dass sie heiß ist. Hier ist nicht das eine richtig oder falsch, jeder

braucht etwas Anderes. Und wenn jemand da ist, der schon vorher sagt, „es ist

aber so“ dann hat er vielleicht schon vorher genug Respekt als Führungsperson

und ich sage „ok, ich glaube dir das“. Er hatte mit seinen Hinweisen schon so oft

Recht, dass ich es glaube und beim nächsten Mal gar nicht mehr selbst probiere.


Redaktion:

Bei den Pferden ist es ja genauso – wenn ich oft genug Recht hatte, dann

glauben sie mir und respektieren mich.

Martin:

Ja, genau – dann macht es Sinn, auf den zu hören. Das haben die Pferde

untereinander ja genauso. Es gibt eine ganz klare Hierarchie, die aber der

Mensch oft schon wieder negativ interpretiert. Viele glauben „ich habe mein Pferd

so lieb, deswegen muss es mich ja auch lieb haben und deswegen macht es

alles“.

Stimmt, Liebe ist schon wichtig, aber Liebe ist v.a. die Akzeptanz der Natur des

anderen. Und Pferde sind nun einmal anders. Sie beißen und treten einander,

sogar die, die sich jahrelang gut vertragen. Es ist aber nicht, weil sie böse

aufeinander sind, sie nehmen das nicht so persönlich wie wir. Es war einfach in

irgendeinem Prozess wichtig.

Wir müssen daher lernen, ohne Emotion jemandem die Grenzen zu zeigen.

Redaktion:

Um welche Grenzen geht es bei der Arbeit mit Pferden?

Martin:

Beispielsweise muss ich meinem Pferd verständlich machen, dass ich einen

persönlichen Raum habe. Und wenn es meinen persönlichen Raum nicht

wahrnimmt, dann sagt es etwas darüber aus, wie es über mich denkt. Wenn es

beginnt mir auf die Zehen zu treten oder mich an der Jacke zu zupfen, dann ist es

ja nichts Böses. Sie müssen es ja herausfinden.

Aber es kann sehr schleichend sein, zuerst wuschelt das Pferd in meinen Haaren,

dann spielt es mit dem Zipp meiner Jacke, und wenn es den Zipp ausreißt, sagen

wir, das darf es nicht.

Aber die vielen kleinen Schritte bis dahin haben wir zugelassen! Und nur weil der

Zipp kaputt ist oder die neue Jacke ein Loch hat, ist es plötzlich ein Problem. Das

Pferd kennt sich aber dann nicht aus und weiß nicht, wo die Linie ist.

Deswegen muss ich dem Pferd verständlich machen, dass ich einen persönlichen

Raum habe, der respektiert werden muss – weil er genauso wichtig ist wie der

persönliche Raum der anderen Pferde. Aber natürlich, wenn es mich fragt, ob es

herein kommen darf, dann kann ich das erlauben und die Nähe zulassen und das

ist auch wichtig!

Es liegt an uns, dass wir auf diesen Raum Wert legen und unser Pferd auf dessen

Wahrung hinweisen. Es sollte sich nicht einfach das Recht nehmen, den Raum zu

betreten.


Einem anderen Menschen gegenüber würde es uns vermutlich ja auch nicht

einfallen, diesen persönlichen Raum freizugeben, z. B. uns in der U-Bahn von

einer wildfremden Person durch die Haare wuscheln zu lassen.

Das sind die Kleinigkeiten, die im Umgang einen großen Unterschied machen.

Und hier kommen wir wieder zurück zu diesem Start. Vor allem junge Pferde

werden – genau wie Kinder – die Grenzen austesten. Nicht, weil sie böse sind,

sondern weil sie es wissen wollen. Deswegen sagen wir ihnen nicht, das ist gut

oder böse, sondern wir vermitteln ihnen das Konzept, dass wir einen persönlichen

Raum haben, den es zu wahren und respektieren gilt.

Es hat aber auch einen Grund, warum wir manchmal dominant sein müssen – wir

sind für die Sicherheit unseres Pferdes verantwortlich: Unsere Welt um uns ist

geschaffen von Menschen. Pferde kennen keinen Traktor und nehmen an, dass er

gefährlich ist, ebenso eine Motorsäge. Ich bin aber derjenige, der es weiß und es

ihnen kommunizieren kann. Wenn sie auf mich hören, können sie sicher durch die

Welt gehen ohne dass sie sich wehtun, ohne dass sie in ihre Panik geraten und

als Fluchttier agieren müssen. Es ist aber mein Job ihnen zu sagen, dass sie sich

wirklich auf mich verlassen können. Beim Hufschmied, Tierarzt, etc. wird es dann

genauso sein.


Redaktion:

Es sind also alle Situationen, die es im Konzept des Pferdes nicht gibt…

Martin:

Genau, die existieren in ihrer Genetik nicht. Wären wir in der Steppe, wäre es

sicher besser ich höre auf mein Pferd.

Aber in unserer menschlichen Welt ist alles kleiner, es macht einen Unterschied,

ob mein Pferd 10cm weiter links oder rechts geht – sonst geht es ja am Hänger

vorbei! Ich muss mein Pferd entsprechend bewegen.

Pferde haben das untereinander, das ranghöchste Pferd kann die Bewegungen

der anderen kontrollieren. Und das ist genau das, was wir den Pferden mit der

Zeit zeigen wollen.

Hier kommen wir wieder zur Frage mit dem Problem bzw. wo die Menschen ein

Problem sehen: Weil sich die Pferde oft nicht bewegen oder leicht dirigieren

lassen oder sich bewegen wie sie wollen – angaloppieren, wenn sie nicht sollen,

steigen, etc. – und all das, weil sie sich nicht dirigieren lassen.

Redaktion:

Aber wie kann man so ein Problem lösen? Hast du mit sogenannten

„Problempferden“ gearbeitet?

Martin:

Ich bin grundsätzlich ein skeptischer Mensch und greife lieber selbst auf die heiße

Herdplatte. Wenn ich nicht seit mittlerweile über 10 Jahren selbst Menschen

unterrichten würde und das, was ich erzähle, vielfach ausprobiert hätte, würde ich

es nicht unterrichten. Pferdetraining ist für mich die logische Ergänzung dazu.

Ich habe schon Pferde bekommen, wo es angeblich keine Lösung dazu gegeben

hätte. Mit dem Parelli-Konzept habe ich aber das richtige Werkzeug, damit

Menschen enorm schnell das Handwerk Pferd erlernen können.

Wenn man das jetzt bei vielen Pferden, auch den sog. Problempferden,

ausprobiert und sieht, dass es eigentlich immer diese Lösung gibt, weil wir das

Pferd verstehen, dann ist das Problem gelöst! Wir müssen wieder diese Basis, die

Grundverantwortung erarbeiten.

Redaktion:

Das heißt, wenn es ein Problem gibt, das durch einen grundlegenden

Kommunikationsfehler am Anfang entstanden ist, geht man zurück an den Start

und beginnt einfach von vorne?

Martin:

Ja, wobei hier eine Schwierigkeit besteht:

Stellen wir uns ein weißes Blatt Papier vor, ich will für die Hochzeit meines besten

Freundes etwas schreiben. Ich fange an ohne mir vorher etwas zu überlegen. Es

mag bei manchen funktionieren. Aber wenn ich später bemerke, dass ich etwas

anders hätte schreiben sollen, kann ich es vielleicht noch auskillen oder

radieren…


Redaktion:

…aber die Spuren bleiben…

Martin:

Die Spuren bleiben.

Deswegen: The beginning isn’t something, it’s everything.

Ein Beispiel wäre, der Tochter ein junges Fohlen zu kaufen, die beiden wachsen

miteinander auf. Die Eltern glauben, für das Fohlen ist es gut, es hat ja nichts

Schlechtes erfahren. Es mag dann nicht an Zuwendung mangeln, aber das

Problem der schlechten Erfahrung wird sein: Wie bringe ich denn dem jungen

Pferd etwas bei? Es mag bei manchen funktionieren, aber viele haben mitten im

Prozess abgebrochen und die Pferde verkauft. Aber sie waren vorher nicht für

irgendwelche Argumente zugänglich. Ich muss niemanden bekehren, und jeder

muss seine Erfahrung selbst machen und darin besteht das Lernen.

Ich habe bei meiner Arbeit auch Fehler gemacht, aber durch kritisches

Hinterfragen meiner eigenen Arbeit habe ich gelernt.

Es ist ein never ending self-improvement.

Das kann schon auch frustrierend sein, aber der längste Weg fängt mit dem

ersten Schritt an.

Redaktion:

Martin, vielen Dank für das interessante Interview und die schönen Schlussworte!

Kontakt:

Martin Wimmer

Rohrmühle

A-2020 Sonnberg/NÖ

www.martinwimmer.net

Mag. Christine Kluger

Dipl. Personal Coach im Tiergestützten Setting

Dipl. Natur Kinesiologin

Zertifizierte Trainerin der ÖGTT

Zertifizierter Wildkräuterguide der ÖGTT

Sektionsleiterin Tiergestützte Aktivitäten der

ÖGTT


Seminarzentrum

Die Glücksschmiede

Hauptstraße 18

3004 Ried/Riederberg

Tel.: 0699/12 13 6082 (abends)

e-mail: post@die-gluecksschmiede.at

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Mauritiushof - Mensch und Natur

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Trainer: Dr. med. univ. Dieter Schaufler, Arzt für Allgemeinmedizin

und Kneipparzt.

Waldhausen 8.4. - 5.11.2017

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Sa, So 10.00 - 18.00

Prüfung: 17.11.2017, Fr 10.00

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Dieser Lehrgang versucht, sich mit Hilfe kinesiologischer

Muskeltestung unseren menschlichen energetischen Wurzeln

in der Natur zu nähern. Welche Energien aus der Natur können

wir nutzen, um Menschen wieder ins Gleichgewicht zu

bringen, Harmonie in uns selbst zu finden? Wie setzen wir

das praktisch kinesiologisch um? Im reflektierten Umgang mit den

Tieren erhalten Sie während des Kurses ein Spiegelbild Ihrer eigenen

energetischen Ausstrahlung und Wirkung auf andere. Gerade dieses

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sinnvolle Dienste zur energetischen Harmonisierung leisten zu können.

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Trainer: Dr. Dieter Schaufler

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Waldhausen 18.3.2017 - 21.1.2018

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Sa 9.00 - 19.30

So 9.00 - 18.30

Prüfung: 2.2.2018, Fr 10.00

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TE = Trainingseinheit (50 Minuten) / Vorbehaltlich Änderungen und Druckfehler


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Mindestalter: 21 Jahre, Eigene Erfahrung im Umgang mit

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■ Körpersprachliche Aspekte bei Mensch und Tier

■ Tierschutz und Tierhalteverordnung

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Tierhaltung, tiergestütztes Arbeiten, Tierschutzverordnungen

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