NEUROMEDIZIN.de_MAGAZIN_Mai-2016

medred

Das NEUROMEDIZIN.MAGAZIN ist die ePaper-Ausgabe des Onlineportals NEUROMEDIZIN.de mit medizinisch-wissenschaftlichen Informationen aus der Neurologie, Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Neuropädiatrie, Neuro-Chirurgie, Intensivmedizin, Schmerzmedizin, Neuro-Onkologie, Neuro-Gerontologie und -Geriatrie, Neuro-Radiologie, Neuro-Physiologie, Neuro-Reha und weiterer verwandter Themengebiete. Ergänzt wird das redaktionelle Angebot mit aktuellen Karriere- und Jobthemen ausgerichtet auf niedergelassene und klinisch tätige Ärzte.

NEUROMEDIZIN.MAGAZIN

FACHARZT-JOURNAL FÜR NEUROLOGIE UND PSYCHIATRIE | WISSENSCHAFT | FORSCHUNG | PRAXIS

3. Jahrgang 2016 | MAI 2016 www.NEUROMEDIZIN.de ISSN 2364-0472

EPILEPSIE

Studie: Neuer Ansatz gegen

infektionsbedingte Epilepsie

Durch die Blockierung eines zur

Gruppe der Chemokine gehörenden

Proteins können Häufigkeit und

Intensität von Epilepsie-Anfällen

gesenkt werden.

Das haben Forscher des zum Nationalen

Forschungsrat CNR gehörenden

Istituto di Neuroscienze herausgefunden.

„Epileptische Anfälle werden oft

durch akute entzündliche Vorgänge

verschlimmert“, so Projektleiterin

Chiara Cerri. Bei dem erstmals mit der

Krankheit in Zusammenhang gebrachten

Chemokin handelt es sich

um das Eiweiß CCL2, das bei vielen

Epileptikern als pro-inflammatorisches

Molekül vorkommt. Durch die

Deaktivierung dieses Proteins können

Häufigkeit und Ausmaß epileptischer

Anfälle signikant reduziert werden.

Ein Vorteil besteht laut Cerri darin,

dass sich bereits im Handel erhältliche

Pharmaka einsetzen lassen. Bei den

Tests verwendet wurde das vom italienischen

Pharmaunternehmen Angelini

hergestellte „Bindarit“. Die Studie

wurde in enger Zusammenarbeit mit

dem Istituto di Fisiologia der Università

del Trento durchgeführt. Details

sind in der internationalen Fachzeitschrift

„Journal of Neuro science,

30 March 2016, 36(13): 3777-3788

veröffentlicht. (map)

Link zum Abstract

MFA erhalten ab 1. 4. 2016 mehr

Datenschutz in der Praxis

Der Facharztstellenmarkt auf

Geld

NEUROMEDIZIN.de

> Seite 2 > Seite 3 > Seite 3

KREBSFORSCHUNG

Neue Standards in Parkinson-, Alzheimer-, Diabetes- und Aids-Therapie

Das Jahr 2015 stand im Zeichen

des medizinischen und technischen

Fortschritts. Zahlreiche Errungenschaften

in der Krebsforschung,

die einen nie dagewesenen

Behandlungserfolg versprechen,

sowie neue Erkenntnisse bei

Diabetes haben ebenso starken

Einfluss wie neue Studien zum

Thema Parkinson und Alzheimer.

Auch im Kampf gegen die bis dato

aussichtslose Erkrankung Aids

wurden bahnbrechende Ergebnisse

erzielt. Dabei rückt stets die

für das körperliche Wohlbefinden

unverzichtbare psychische Gesundheit

in den Fokus der Wissenschaft.

Ein Übersichtsartikel listet

Highlights. (pte)

Mehr

Foto: Fotolia, Marco Wydmuch

Medizinische, diagnostische und technische Fortschritte im Blick

Neue Diagnostikmöglichkeiten läuten ein neues Zeitalter ein

Foto: Fotolia, momius

DAS NEUE KARRIEREPORTAL

Foto: Fotolia, Luis Louro

FORSCHUNG

PSYCHIATRIE

NEUROCHIRURGIE

NEURORADIOLOGIE

Künstliche Mini-Gehirne –

Nutzung für alle Forscher durch

Lizenzabkommen

2013 ist es Jürgen Knoblich, dem stellvertretenden

Direktor des Instituts für

Molekulare Biotechnologie der Österreichischen

Akademie der Wissenschaften

(IMBA), und seiner Mitarbeiterin

Madeline Lancaster gelungen,

aus Stammzellen die ersten funktionsfähigen

menschlichen Gehirnstrukturen

im Labor zu züchten. Diese Mini-

Gehirne entsprechen der frühen Entwicklung

des Gehirns, etwa auf der

Stufe eines Embryos. Somit eröffneten

sich nicht nur völlig neue Möglichkeiten

für die Erforschung der Gehirnentwicklung,

sondern auch ein enormes

Potenzial für die zukünftige Diagnostik

und Behandlung neurodegenerativer

Erkrankungen wie Alzheimer oder

Parkinson. Diese wissenschaftliche Errungenschaft

sorgte daher weltweit

> Seite 2

Zeitlich begrenzte Ultra-Niedrig-

Dosis-Therapie mit Buprenorphin

mindert Selbstmordgedanken

Eine kurze und zeitlich begrenzte Therapie

mit sublingualem Buprenorphin in einer

Ultra-Niedrig-Dosis führt bei stark suizidalen

Patienten, wenn sie keinen Substanzmissbrauch

betreiben, zu einer Verringerung

der Selbstmordgedanken. Hierauf

deuten die Ergebnisse einer vor Kurzem im

„American Journal of Psychiatry“ publizierten

randomisierten, plazebokontrollierten

Doppelblindstudie von Wissenschaftlern

des Institute for the Study of

Affective Neuroscience der University of

Haifa, Israel, hin. Primäres Endziel war eine

Änderung in puncto Suizidgedanken,

die am Ende von jeweils 4 Therapiewochen

anhand der “Beck Suicide Ideation

Scale“ ermittelt wurden. Die Analysen ergaben,

dass die Effektivität, Sicherheit und

adäquate Dosierung einer Therapie mit

Buprenorphin bei schwer suizidalen Patienten

noch genauer untersucht werden

muß. (drs)

Mehr

Anthropomorphe Roboterhand –

nah an menschlicher Hand

– Forscher entwickeln neue

revolutionäre Bauweise

In einer menschlichen Hand dienen Bänder

dazu, die Gelenke zu stabilisieren und

ihre Bewegungsreichweite zu kontrollieren.

Diese wurden von Wissenschaftlern

der University of Washington (UW) jetzt in

einem aktuellen Projekt durch starke

Spectra-Fasern nachgebildet. Die Forscher

der University of Washington (UW) haben

die bisher detaillierteste und menschenähnlichste

Roboter-Hand entwickelt. Das

Modell basiert auf den 3D-Scans des Skeletts

einer menschlichen Hand und ist mittels

3D-Druck aus künstlichen Knochen

hergestellt worden. Den Wissenschaftlern

zufolge ist beim Festhalten eines Objektes

ein eigenhändiges Bearbeiten möglich,

ohne dass dafür ein taktiles Feedback notwendig

ist. Ein Video auf Youtube zeigt

wie extrem nah die Roboter-Hand an der

menschlichen ist. (pte)

Mehr

Wie sicher ist ein frühes Karotis-

Stenting zur Behandlung der

symptomatischen Karotis-Stenose?

Bei Patienten mit einer symptomatischen

Karotis-Stenose scheint der frühzeitige

Einsatz des Karotis-Stenting (CAS) als erste

therapeutische Maßnahme zur Wiederherstellung

der Gefäßdurchlässigkeit sicher

zu sein, und zwar bereits bei Durchführung

innerhalb der ersten 2 Wochen

nach Beginn der Symptomatik. Hierauf

deuten die Ergebnisse einer im Juni 2015

im „Journal of Neuroradiology“ publizierten

Studie der University of São Paulo,

Ribeirão Preto, São Paulo, Brasilien, hin.

Das CAS stellt mittlerweile eine effektive

Behandlungsalternative zur Karotis-

Thrombendarteriektomie (CEA) dar. Die

Forscher werteten in ihrer Studie retrospektiv

die Daten von 127 konsekutiven

Patienten aus, die wegen einer symptomatischen

Stenose der Arteria carotis in

die Stroke-Unit in São Paulo eingeliefert

wurden. (drs)

Mehr

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FACHARZT-JOURNAL FÜR NEUROLOGIE UND PSYCHIATRIE | WISSENSCHAFT | FORSCHUNG | PRAXIS

> „Künstliche Mini-Gehirne...",

Fortsetzung

für großes Aufsehen. Jetzt soll das

neue Modellsystem allen Forschern

zugänglich gemacht werden. Ein Lizenzabkommen

zwischen dem IMBA

und dem kanadischen Biotechnologie-Unternehmen

Stemcell Technologies

ermöglicht es zukünftig allen

Wissenschaftlern, auf ein bahnbrechendes,

am IMBA entwickeltes

Gehirn-Modellsystem zuzugreifen.

(idw/map)

Mehr

MORBUS PARKINSON

Ist die tiefe Hirnstimulation des

Nucleus subthalamicus der Stimula -

tion der Pars interna des Globus

pallidus in der Therapie des Morbus

Parkinson überlegen?

In einer aktuellen Studie konnten Forscher

des Academic Medical Centers und der

Universität von Amsterdam, Niederlanden,

kürzlich zeigen, dass bei Patienten

mit einem Morbus Parkinson in der medikamentöse

Off-Phase die tiefe Hirnstimulation

des Nucleus subthalamicus (= STN

DBS) offenbar zu einer stärkeren Verbesserung

der motorischen Symptome führt als

die Stimulation der Pars interna des Globus

pallidus (= GPi DBS). Die Wissenschaftler

teilten 128 Parkinson-Patienten,

bei denen eine DBS (= deep brain stimulation)

durchgeführt werden sollte, randomisiert

in zwei Gruppen ein. In Gruppe 1

waren Personen, bei denen eine bilaterale

GPi DBS zum Einsatz kam, der Gruppe 2

wurden Patienten zugeordnet, die sich der

STN DBS unterzogen. Primäre Endziele der

Studie waren eine Verbesserung der motorischen

Symptome in der Off-Phase der

Medikation, gemessen anhand der Unified

Parkinson Disease Rating Scale (UPDRS),

sowie die Effekte der Therapie auf die Kognition,

die Stimmung der Patienten und

die Fähigkeit, das dreimonatige postoperative

Follow-up der Studie durchzuhalten.

Diese drei letzten Zielkriterien wurden

in einem gemischten Score zusammengefasst.

Zur Auswertung kamen so letztendlich

die Daten von 90 der ursprünglich 128

Studienteilnehmer. Die Auswertung dieser

Daten ergab, dass sich 3 Jahre postoperativ

die motorischen Symptome in Gruppe

2 signifikant mehr verbessert hatten als in

Gruppe 1.

Abstract aus Neurology 2016, Jan 27,

(Epub ahead of print). (drs)

Mehr

CHIRURGIE

Neues innovatives Verfahren

regeneriert Gewebe

Italienische Forscher haben ein innovatives

Verfahren für die rekonstruierende

Medizin entwickelt. Es handelt sich um ein

Gebilde aus Seidenfäden in Mikro- und

Nanogröße, die im menschlichen Körper

das Gerüst zur Bildung neuer Blutgefäße

liefern. Mithilfe von Seidengarn kann ver-

loren gegangenes menschliches Gewebe

zurückgewonnen werden, so Wissenschaftler.

„Dieses feinfaserige Material ist

vollkommen biokompatibel und regt die

Zellvermehrung im Gewebe an“, erklärt

der für die Techniksparte zuständige Ingenieur

Antonio Alessandrino des Start-up-

Medizintechnikunternehmens Silk Biomaterials,

Como, Italien. Während das mikrofibrose

Fibroin für die biologischen

Eigenschaften zuständig ist, sorgt das

nanofibrose Fibroin für die mechanische

Stabilität. Es sei auch für Einsatzzwecke

im peripheren Nervengewebe und in der

Onkologie geeignet. „Wir rechnen damit,

dass die vorklinische Testphase bis 2018

abgeschlossen sein wird“, so Silk-Biomaterials-Hauptgeschäftsführerin

Gabriele

Grecchi. Danach soll das weltweit bisher

einzigartige Verfahren an Menschen getestet

werden. Damit eröffnen sich neue

Heilungsmöglichkeiten für Millionen von

Menschen. (map)

Mehr

MULTIPLE SKLEROSE

Viel versprechende Therapieoption

der pädiatrischen Multiplen Sklerose

Bisher gibt es offensichtlich keine

spezielle medikamentöse Therapie für

Kinder und Jugendliche mit Multipler

Sklerose (POMS = Paediatric onset

multiple sclerosis).

In einem aktuellen Beitrag des “Journal of

Neurology” berichten nun jedoch schwedische

Wissenschaftler der Umeå University,

des Sahlgrenska University Hospitals in

Göteborg, des Karolinska Institute in

Stockholm und der Uppsala University

von ihren Erfahrungen, die sie mit Rituximab,

einem monoklonalen Antikörper gegen

das Oberflächenantigen CD20, in der

Therapie der POMS gemacht haben. In einer

retrospektiven Studie werteten die Experten

die Krankenunterlagen von insgesamt

14 Kindern und Jugendlichen mit einer

POMS aus, die in 4 spezialisierten

MS-Zentren in Schweden jeden 6. bis 12.

Monat mit 500 bis 1.000 mg intravenösem

Rituximab behandelt wurden. Bei Erkrankungsausbruch

waren die Patienten im

Mittel 14,7 Jahre alt, ihr Durchschnittsalter

zu Beginn der Rituximab-Therapie lag

bei 16,5 Jahren. Die durchschnittliche Therapiedauer

betrug 23,6 Monate. Die Analyse

des gesammelten Datenmaterials ergab,

dass es bei keinem der mit dem monoklonalen

Antikörper behandelten

Patienten zu einem Rückfall der Erkrankung

gekommen war und der EDSS (= Expanded

Disability Status Scale)-Score stabil

geblieben bzw. in 13 der 14 Fälle sogar

abgenommen hatte. Außerdem zeigte

sich, dass nach einer Behandlungsdauer

von einem halben Jahr insgesamt nur eine

einzige neue Läsion im MRT gefunden

wurde. Unerwünschte Nebenwirkungen

der Rituximab-Therapie waren nicht zu

beobachten. Die sogenannte „Drug survival“-Rate,

die Periode während der ein Medikament,

das einem Patienten kontinuierlich

verabreicht wird, adäquat wirkt, lag

bei 86 %. Diese Studienergebnisse sind

nach Meinung der schwedischen Experten

ein Hinweis darauf, dass eine Therapie mit

Rituximab eine sichere und effektive Behandlungsoption

der POMS ist. (drs)

Mehr

MFA-Leistung anerkannt

MFA erhalten rückwirkend ab

1. 4. 2016 mehr Geld

Die medizinischen Fachangestellten

(MFA) erhalten ab 1. April 2016 mehr

Geld. Die Tarifpartner haben sich am

13.4. in Berlin darauf verständigt, dass

sich die Gehälter für die MFA gemäß

dem neuen Gehaltstarifvertrag um

linear 2,5 % auf Basis der Tätigkeitsgruppe

I erhöhen. Dies teilte der Verband

medizinischer Fachberufe e. V. mit.

In der zweiten Tarifverhandlungsrunde

einigten sich die Tarifpartner der niedergelassenen

Ärzte und der Medizinischen

Fachangestellten auf neue Tarifverträge.

Die Gehälter erhöhen sich gemäß

ONLINEWELT

British Pathé Archive:

Sensationen und Katastrophen

Ob der Untergang der Titanic oder

die Krönung von Königin Elisabeth:

Über Jahrzehnte hinweg waren Wochenschauen

die wichtigsten Informationsquellen

zum Weltgeschehen.

Nun macht das British Pathé Archive

seine Schätze online frei zugänglich.

Rund 80.000 historische Film- und Tonaufnahmen

aus den Jahren 1910 bis 1976

lassen sich künftig auf Youtube betrachten.

Der Großteil der Daten stammt dabei

aus den Beständen der Pathé News, die

zwischen 1910 und 1970 weltweit auf der

Jagd nach Nachrichten waren. So finden

sich ikonische Motive des 20. Jahrhunderts

wie der Absturz der Hindenburg,

Marilyn Monroes legendäres Geburtstagsständchen

für John F. Kennedy oder

Muhammad Alis Siege zuhauf im

Youtube-Kanal.

Die alten Wochenschauaufnahmen zeigen

nicht nur die großen Themen aus

Politik, Sport und Kultur, sondern auch

wichtige und kuriose Erfindungen und

das Alltagsleben in aller Welt. Nicht nur

für Historiker interessant sind die Rück -

blicke, die die wichtigsten Ereignisse jeden

Jahres in wenigen Minuten zusammen -

fassen. (mmh)

Mehr

PERSONALWESEN

neuem Gehaltstarifvertrag ab dem

01.04.2016 um linear 2,5 % auf Basis der

Tätigkeitsgruppe I.

Die Ausbildungsvergütung steigt in

allen drei Ausbildungsjahren um 30,00

Euro monatlich, und zwar auf 730,00

Euro im 1. Ausbildungsjahr, auf 770,00

Euro im 2. Ausbildungsjahr und 820,00

Euro im 3. Ausbildungsjahr. Die Laufzeit

des Gehalts- und des Manteltarifvertrages

beträgt zwölf Monate bis zum

31.03.2017, die des Tarifvertrages zur betrieblichen

Altersversorgung und Entgeltumwandlung

bis zum 31.12.2019. (map)

Die ab 1.4.2016 gültigen Tarifverträge

finden Sie hier

ARZTWERBUNG

Vorsicht bei Facebook-Videos

Schranken für Heilberufler

Auch wenn das ärztliche Standesrecht

die Werbemöglichkeiten für Ärzte in den

vergangenen Jahren gelockert hat:

Gerade im Social-Media-Bereich ist

schneller gegen Vorgaben verstoßen als

gedacht.

Knackpunkt sind dabei Videos, die eventuell

nicht einmal mit dem Hintergedanken

online gestellt wurden, für eigene Leistungen

zu werben. Tückisch sind in diesem

Zusammenhang nämlich jene witzigen

„viralen“ Videos, die Unternehmen in der

Hoffnung auf weite Verbreitung durch

„Gefällt mir“-Klicks auf Facebook produzieren.

Teilt etwa ein Arzt ein solches Video nicht

auf seinem privaten Facebook-Profil, sondern

auf der Facebook-Seite seiner Praxis,

verstößt er gegen 27 Abs. 3 S. 3 der Musterberufsordnung.

Dieser Passus verbietet

nämlich auch die Werbung für fremde gewerbliche

Tätigkeiten oder Produkte im

Zusammenhang mit seiner ärztlichen

Tätigkeit. Und letztendlich ist ein noch so

witziges Video eines Rasierwasser- oder

Autoherstellers eben Werbung und damit

unzulässig. Selbst ein „Like“ im Namen der

Praxis-Seite ist in diesem Zusammenhang

riskant. (mmh)

Link

2 ■ NEUROMEDIZIN.MAGAZIN


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KARRIERE

DATENSCHUTZ

Datenschutz und Schweigepflicht

Das sensible Thema Datenschutz gewinnt

an Brisanz, wenn es dabei um medizinische

Daten geht. Deshalb haben

Bundesärztekammer und Kassenärztliche

Bundesvereinigung ihre Empfehlungen

zur ärztlichen Schweigepflicht, Datenschutz

und Datenverarbeitung in der

Arztpraxis aktualisiert. Im Mittelpunkt

steht dabei das Arzt-Patienten-Verhältnis

unter Berücksichtigung der ärztlichen

Schweigepflicht und des Rechts auf informationelle

Selbstbestimmung des

Patienten. Der Leitfaden gibt Empfehlungen

für die daraus erwachsenden besonderen

Schutzvorkehrungen beim Computereinsatz

in der Arztpraxis. So werden

die Sicherheitsanforderungen bei Einsichtnahme

in die Patientenakte und

deren Übermittlung an Dritte auf elektronischem

Weg ausgeführt, aber auch

Foto: Fotolia, GiZGRAPHICS

Lebensplanung verändert sich stark

Datenschutz in der Praxis

Aspekte der Dokumentation wie Ersetzendes

Scannen oder der Umgang mit

externen Speichermedien. Der Leitfaden

weist außerdem auf vielfach unterschätzte

Risiken hin, die sich aus dem

Einsatz von DECT-Telefonen oder der Vernetzung

der Praxiscomputer über das

Stromnetz ergeben. (map)

Mehr (PDF-Download)

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ARZTRECHT

Arzt mit beschränkter Haftung

Vor einem medizinischen Eingriff muss

ein Arzt den betroffenen Patienten über

die Maßnahme und ihre Risiken aufklären.

Er ist jedoch nicht dazu verpflichtet zu

prüfen, ob der Patient seine Erläuterungen

verstanden hat, hat das Oberlandesgericht

Koblenz entschieden (Az. 5 U 713/

11). Im verhandelten Fall hatte das Gericht

die Schadenersatzklage einer Patientin

abgewiesen. Diese war der Ansicht, ihr

Einverständnis zu einer Operation sei unwirksam

gewesen, weil sie die medizinische

Aufklärung nicht verstanden hätte.

Hier sahen die Koblenzer Richter jedoch

die Klägerin in der Pflicht - sie hätte dann

von sich aus nachfragen müssen. Der Arzt

hätte deutliche Anhaltspunkte haben

müssen, dass die Patientin mit seinen Erklärungen

überfordert gewesen sei. Und

selbst dann sei die Patientin zum Nachfragen

verpflichtet. Ein Arzt müsse weder von

sich aus ein Aufklärungsgespräch intensivieren

oder wiederholen, noch sei er ohne

weiteres haftbar zu machen, so das abschließende

Fazit des OLG Koblenz. (mmh)

Link

ARZTRECHT

Vertragsarztsitze nicht blockierbar

Wird eine Vertragsarztstelle frei, kann

sie grundsätzlich besetzt werden, solange

einsatzfähige Praxisräume vorhanden

sind und damit eine Weiterbehandlung

des Patientenstamms möglich ist.

Foto: © fotomek – Fotalia.com

Diese Regelung gilt nach einem Urteil des

Bundessozialgerichts (Az. B 6 KA 23/11 R)

jedoch nicht, wenn es sich um eine Vertragsarztstelle

in einem Medizinischen

Versorgungszentrum handelt. Für diesen

Fall begrenzten die BSG-Richter die

Nachbesetzungsfrist auf sechs Monate.

Damit soll verhindert werden, dass ein

MVZ eine Vertragsarztstelle dauerhaft

blockieren kann, weil die anderen MVZ-

Ärzte die Patienten bruchlos weiterbehandeln

könnten. Stattdessen sah das

Gericht eine strukturelle Analogie zum

Wegfall der Gründungsvoraussetzungen

eines MVZ durch das Ausscheiden eines

Arztes. Allerdings gilt dieses Urteil nur,

wenn es mindestens eine halbe Arztstelle

betrifft. Im konkret verhandelten Fall ging

es um eine Viertelstelle, für die das BSG

keine konkrete Nachbesetzungsfrist bestimmen

wollte, berichtet die Fachanwältin

für Medizinrecht, Frau Annette Lieb

aus Erlangen. (mmh)

Link

IMPRESSUM

Zeitschrift: NEUROMEDIZIN.MAGAZIN

Online: www.NEUROMEDIZIN.de

3. Jahrgang 2016

Ausgabe: Mai 2016

Herausgeber und Verlag:

MedienCompany GmbH

Medizin-Medienverlag

Amselweg 2 | 83229 Aschau i.Chiemgau

Tel. 08052-9511966 | Fax: 08052-9511968

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E-Mail: info@mediencompany.de

Geschäftsführung: Beate Döring

Redaktion: Dr. med. Susanne Schweizer

Manfred A. Peter

E-Mail: redaktion@neuromedizin.de

Publikation im Internet verfügbar:

http://www.NeuroMedizin.de/uploads

NEUROMEDIZIN | ISSN Internet 2364-0464

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ISSN Print / E-Paper 2364-0472

© 2016 MedienCompany GmbH,

Aschau i.Ch.

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