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Cruiser Februar 2012

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CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Dieses Magazin ist schwul<br />

Artist: Marc Bauer<br />

Queeramnesty<br />

Anwar Ibrahim<br />

Rino Galiano<br />

Brigitte Nielsen<br />

Colornation<br />

tribute2life<br />

Saas Fee<br />

La Cage aux Folles<br />

Tim Fischer<br />

Ernst R. Borer<br />

Ed Sheeran<br />

Break The Chain


Photography - STEFAN HEINRICHS<br />

JACK<br />

JACK N o 15<br />

SAturdAy<br />

11.02.12<br />

t he SKIN ANd<br />

S ouL ISSue<br />

terry<br />

VIetheer<br />

L o N doN<br />

LAureNt<br />

ChArBoN<br />

Zoer<br />

GoLLIN<br />

hoNey<br />

BeAr<br />

SLAVe<br />

to the<br />

rhythM<br />

B e P roud!<br />

W e A re!<br />

d oorS 23:00<br />

FeS t SAAL<br />

PeLIKAN P LAt Z<br />

ZurICh<br />

WWW. JACK<br />

C o MPANy<br />

. C o M<br />

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CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Inhalt<br />

Ein neues Jahr beginnt.<br />

Optisch setzen wir in dieser Ausgabe ganz auf Kunst. Marc Bauer präsentiert seine düsteren und<br />

doch realen Zeichnungen. Eine Überraschung bietet «unsere» Lola Sara Arnold-Korf. Abonniert auf<br />

brisante Themen, stellt sie in der <strong>Februar</strong>-Ausgabe ihr neues Buch vor, anstelle vom gewohnten<br />

Dossier. So anders als wir erwartet hätten. Natürlich bringen wir auch im <strong>2012</strong> bewährte Themen.<br />

Unsere Musikkritiken sind noch immer unerreicht und unsere Promi-Seite verdient die Bezeichnung<br />

«Klatschspalte» zu Recht. Nicht zu vergessen Michi Rüeggs Kolumne oder Brankos ganz eigenes<br />

«Saas Fee», und, und, und… lesen erwünscht! Willkommen im <strong>2012</strong>!<br />

Daniel Diriwächter, Stv. Chefredaktor<br />

6<br />

Liebe ist grenzenlos! Oder auch nicht…<br />

CR im Gespräch mit Urs Kilgus von Queeramnesty<br />

10<br />

Malaysia<br />

Schwule leben in einer Atmosphäre der Angst<br />

12<br />

COLORNATION<br />

Ein neues TV-Magazin ist ab <strong>Februar</strong> auf Sendung.<br />

14<br />

tribute2life – ein Rückblick<br />

Wie bleibt der erste «Zürcher Life-Ball» in Erinnerung?<br />

18<br />

Branko B. Gabriel trifft:<br />

Künstler Marc Bauer<br />

24<br />

«Um die Lebensleistung betrogen.»<br />

Die Autobiographie von Ernst R. Borer<br />

News 4 • Prominent 8 • Michi Rüegg 13 • Saas Fee 16 • Kultur 22 • Hot 4 You 26 • Musik 27<br />

Szene 28 • DVD / Blu-ray 30 • Pia 32 • Dr. Gay 32 • Break The Chain 33 • Agenda 34<br />

3


News CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Internationale<br />

News<br />

4<br />

Budapest<br />

Bürgermeister brüskiert<br />

Wowereit<br />

Berlins offen schwuler Regierender Bürgermeister<br />

Klaus Wowereit ist ein aktiver Unterstützer<br />

der Schwulen- und Lesbenbewegung. Dass Budapests<br />

Oberbürgermeister István Tarlós hingegen<br />

kein Freund der Schwulen ist, stellte der<br />

Politiker der konservativen und schwulenfeindlichen<br />

Regierungspartei Fidesz einmal mehr<br />

in einem Schreiben an den Kollegen in Berlin<br />

klar. Darin distanzierte sich Tarlós «privat wie<br />

auch als Oberbürgermeister» von «einer solchen<br />

Lebensweise als auch von der Veranstaltung».<br />

Wowereit hatte Tarlós gebeten die schwul-lesbischen<br />

Eurogames zu unterstützen, zu denen<br />

Ende Juni rund 4000 Sportler aus ganz Europa<br />

in Budapest erwartet werden. Die Eurogames<br />

waren noch von Tarlós‘ liberalem Amtsvorgänger<br />

Gábor Demszky in die Stadt geholt worden.<br />

Teheran<br />

Iran hetzt weiter gegen<br />

Schwule und Lesben<br />

Der Iran hat mit deutlichen Worten seine antischwule<br />

Haltung bekräftigt. Die Ehe für Homosexuelle<br />

sei kein Menschenrecht, wie es der<br />

Westen zunehmend sehe, sondern eine «Sittenlosigkeit<br />

und sexuelle Krankheit», beschied Mohammad-Dschawad<br />

Laridschani dem Vorsitzenden<br />

des deutschen Bundestagsausschusses für<br />

Menschenrechte und humanitäre Hilfe, Tom<br />

Koenigs (Grüne), bei einem Treffen in Teheran.<br />

Der Vorsitzende der «Menschenrechtskommission»<br />

der iranischen Justiz warf dem Westen<br />

vor, seine Sicht der Homosexualität dem Iran<br />

aufdrängen zu wollen. Im islamischen Iran werden<br />

homosexuelle Handlungen mit dem Tod<br />

bestraft. Irans Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad<br />

ist wiederholt mit Hetze gegen Homosexuelle<br />

in die Schlagzeilen geraten.<br />

Oslo<br />

«Mehrheitskultur» statt Asyl<br />

für verfolgte Schwule<br />

Azad Hassan Rasol soll sich bitte schön den<br />

«sozio kulturellen Normen» seines Heimatlandes<br />

anpassen. Das beschied ein Gericht in<br />

Oslo dem 33 Jahre alten Kurden aus dem Irak,<br />

dessen Asylantrag von Norwegen abgelehnt<br />

worden war. Das Gericht konstatierte zwar, dass<br />

Schwule im Irak kein einfaches Leben hätten.<br />

Schwule könnten jedoch «Zwangshochzeiten,<br />

Isolation oder körperliche Gewalt» vermeiden,<br />

wenn sie ihre sexuelle Orientierung nicht öffentlich<br />

machten und sich an die «Mehrheitskultur»<br />

anpassten. Nach einer Abschiebung<br />

drohe ihm zu Hause der Tod, sagte Rasol gegenüber<br />

norwegischen Medien. «Meine Familienmitglieder<br />

werden mich töten, wenn sie denken,<br />

ich hätte ihre Ehre verletzt.» So genannte<br />

«Ehrenmorde» gehören nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen<br />

auch in Kurdistan<br />

noch zur «Mehrheitskultur».<br />

Genf<br />

Vereinte Nationen legen<br />

Homo-Report vor<br />

Ein Ende der staatlichen Diskriminierung und<br />

Gewalt gegen Homosexuelle fordern die Vereinten<br />

Nationen in ihrem ersten Bericht über die<br />

Situation von Homo- und Transsexuellen. In dem<br />

25-seitigen Dokument wird detailliert dargestellt,<br />

wo in der Welt Homosexuelle welchen Verfolgungen<br />

und Diskriminierungen ausgesetzt<br />

sind. In 76 Ländern sei Homosexualität noch illegal.<br />

Kritisiert wurde aber auch, dass viele Staaten,<br />

die zwar inzwischen ihren schwul-lesbische<br />

Bürgern Schutz und Gleichberechtigung garantieren,<br />

verfolgten Schwulen und Lesben kein<br />

Asyl gewähren. Bereits im Sommer 2011 hatte<br />

der UN-Menschenrechtsrat mit den Stimmen<br />

der EU und der USA in einer Resolution die Diskriminierung<br />

Homosexueller verurteilt. Viele<br />

afrikanische und asiatische Staaten stimmten<br />

im Verein mit Russland gegen die Resolution.<br />

Kingston<br />

Homophobe Politiker abgewählt<br />

Schwule und Lesben in Jamaika hoffen auf eine<br />

friedvolle Zukunft. Die homophobe Labour<br />

Partei hatte bei den Wahlen ihre Mehrheit<br />

eingebüsst. Das Ende der Homo-Verfolgung<br />

gehörte zu den Versprechen der Wahlsiegerin<br />

Portia Simpson-Miller von der liberaleren National<br />

Partei. «Niemand sollte wegen seiner sexuellen<br />

Orientierung diskriminiert werden»,<br />

erklärte sie im Wahlkampf während einer


CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

News<br />

live ausgestrahlten Fernsehdebatte. Ob die<br />

homosexuellenfreundliche Politik von Simpson-Miller<br />

im Parlament mehrheitsfähig ist,<br />

muss sich jedoch erst noch zeigen. Homosexualität<br />

ist in Jamaika illegal und kann mit<br />

zehn Jahren Haft und Zwangsarbeit bestraft<br />

werden. Gewalt gegen und Diskriminierung<br />

von Schwulen und Lesben wird in dem Karibikstaat<br />

von Reggae-Bands durch homophobe<br />

Songtexte gefördert.<br />

Chicago<br />

Kardinal setzt Schwule mit<br />

Ku Klux Klan gleich<br />

Ein halbherziges Mea Culpa hat Kardinal Francis<br />

George für seine Gleichsetzung von Schwulen<br />

und Lesben mit dem rassistischen Ku Klux Klan<br />

ausgesprochen. Auf der Webseite seiner Erzdiözese<br />

Chicago drückte der Kirchenfürst sein<br />

«tiefes Bedauern» darüber aus, dass er kurz vor<br />

Weihnachten in einem TV-Interview Schwulen<br />

und Lesben gleiche Methoden wie dem Ku<br />

Klux Klan unterstellt hatte. Es stimme ihn traurig,<br />

dass seine Aussagen den Eindruck erweckt<br />

hätten, er sehe «alle Schwulen und Lesben als<br />

Mitglieder des Klans» an. Wörtlich schrieb der<br />

Kardinal: «Das glaube ich aber nicht, weil es offensichtlich<br />

unwahr ist.» Den Ku-Klux-Klan-Vergleich<br />

selbst, den George in den Wochen nach<br />

dem Interview mehrfach verteidigt hatte, nahm<br />

der Kardinal allerdings nicht zurück.<br />

Kampala<br />

Homosexualität als Wahlkampfthema<br />

Lynette Karenyi ist gegen eine Kaution aus dem<br />

Gefängnis entlassen worden. Die Politikerin<br />

der ugandischen Oppositionsbewegung MDC<br />

war kurz vor Weihnachten wegen «Verunglimpfung»<br />

von Präsident Robert Mugabe verhaftet<br />

worden. Sie soll Mugabe als «schwul» bezeichnet<br />

haben. Laut Staatsanwalt hat Karenyi gesagt,<br />

Mugabe habe mit einigen innerparteilichen<br />

Konkurrenten homosexuelle Beziehungen gehabt.<br />

Das Thema Homosexualität wird im Wahlkampf<br />

eine Rolle spielen. Mugabes Partei Zanu<br />

PF geht mit der angeblichen homosexuellenfreundlichen<br />

Haltung von MDC-Präsident Morgan<br />

Tsvangirai auf Stimmenfang. Mugabe hat<br />

sich als extremer Homosexuellenhasser einen<br />

Namen gemacht. Der Kampf um die Macht in<br />

Uganda hat bereits begonnen, obwohl die Wahl<br />

erst in gut einem Jahr stattfindet.<br />

Lusaka<br />

Lieber arm als schwul<br />

Die katholische und die evangelische Kirche in<br />

Sambia stellen Prinzipientreue über das Wohlergehen<br />

ihrer Gläubigen. Die Kirchen forderten<br />

den Staat auf, lieber auf westliche Entwicklungshilfe<br />

zu verzichten als die Verfolgung von<br />

Schwulen und Lesben einzustellen. Es sei wichtiger,<br />

unmoralisches Verhalten zu bekämpfen<br />

als gegen die Armut vorzugehen, predigen die<br />

Kirchen in dem bitterarmen Sambia. Die Kirchen<br />

reagierten damit auf die Aufforderung<br />

der USA und der EU an Sambia und andere afrikanische<br />

Staaten, ihre schwulenfeindlichen<br />

Gesetze zu reformieren. Einige EU-Staaten haben<br />

die Einhaltung von Menschenrechten für<br />

Schwule und Lesben zu einer Bedingung ihrer<br />

Entwicklungshilfe erklärt. Homosexuellen<br />

droht in Sambia 14 Jahre Haft.<br />

Utah<br />

Outing durch die Schule<br />

Der Fall eines 14-jährigen Schülers einer Schule<br />

in Utah hat für neuen Zündstoff in der Debatte<br />

über Selbstmorde schwuler Jugendlicher in den<br />

USA gesorgt. Nachdem sich der 14-Jährige in der<br />

Schule freiwillig geoutet hatte, setzte die Schulbehörde<br />

die Eltern über die Homosexualität des<br />

Sohnes in Kenntnis. Die Behörde begründete gegenüber<br />

amerikanischen Medien ihr Handeln<br />

mit dem Schutz des Jungen vor einem Mobbing<br />

durch Mitschüler. Die Bürgerrechtsorganisation<br />

American Civil Liberties Union (ACLU) will dieses<br />

Argument nicht gelten lassen. Die Schule<br />

habe dem jungen Mann das Recht genommen,<br />

über die persönlichen Aspekte seines Lebens<br />

selbst zu bestimmen, so ACLU. In den USA waren<br />

im vergangenen Jahr viele Fälle von schwulen<br />

Schülern öffentlich geworden, die sich nach<br />

einem Mobbing in der Schule das Leben genommen<br />

hatten.<br />

Washington<br />

Republikaner gegen liberale<br />

Botschafterin<br />

Nach dem Budgetstreit verhindern die Republikaner<br />

im Senat jetzt die Ernennung von Mari<br />

Carmen Aponte zur US-Botschafterin in El Salvador.<br />

Grund: Aponte setzt sich für die rechtliche<br />

Gleichstellung von Homosexuellen ein.<br />

Die gebürtige Puerto Ricanerin ist bereits in El<br />

Salvador. Präsident Barack Obama hatte 2009<br />

eine Sitzungspause des Senats genutzt, die Zustimmungspflicht<br />

bei der Berufung Apontes zu<br />

umgehen und sie zur vorläufigen Botschafterin<br />

ernannt. Allerdings muss der Senat formal bis<br />

zum Ende der Legislaturperiode die Ernennung<br />

Apontes absegnen, damit diese dauerhaft wird.<br />

Aponte hatte sich während des von der US-Aussenministerin<br />

ausgerufenen «Gay Pride Month»<br />

im Juni 2011 in einer Zeitung in El Salvador für<br />

schwul-lesbische Rechte ausgesprochen. Die Republikaner<br />

sehen darin einen Affront gegen<br />

«die Kultur» des mittelamerikanischen Landes.<br />

Bogotá<br />

Dümmer als Gott erlaubt<br />

Der Schwule an sich treibt’s mit Minderjährigen.<br />

So platt lässt sich die homophobe Haltung<br />

des katholischen Bischofs Juan Vicente Córdoba<br />

zusammenfassen. Es sei doch bekannt, dass<br />

Schwule ein Interesse an Sex mit Minderjährigen<br />

hätten, sagte der kolumbianische Geistliche<br />

in einem Interview aufgrund der Adoption<br />

eines 10- und eines 13-jährigen Jungen aus<br />

Bogotá durch einen schwulen Amerikaner. Es<br />

wäre sicherer gewesen, dem Mann zwei Mädchen<br />

zu geben, betonte der Bischof, der neben<br />

der Theologie auch Psychologie studiert hat.<br />

Kinder, so der Bischof, stellten für Schwule die<br />

gleiche Verlockung dar wie ein Süsswarenladen<br />

für Diabetiker. Das oberste Gericht Kolumbiens<br />

hatte im vergangenen Jahr dem Gesetzgeber<br />

aufgetragen, bis 2013 die Homo-Ehe einzuführen.<br />

Die Kirche läuft gegen diese Reform Sturm.<br />

Istanbul<br />

Gericht gegen Verunglimpfung<br />

von Homosexuellen<br />

Die türkische Zeitung «Yeni Akit» muss umgerechnet<br />

1700 Euro Bussgeld zahlen, weil sie in<br />

einem Artikel Schwule als «Perverse» bezeichnet<br />

hatte. Umgerechnet 850 Euro Strafe bekam<br />

der Autor Sendar Arseven aufgebrummt. Arseven<br />

hatte 2008 in einer Kolumne den Abgeordneten<br />

Zafer Üskül kritisiert. Der damalige<br />

Vorsitzende der Menschenrechtskommission<br />

des Parlaments hatte sich vor einer Veranstaltung<br />

der Schwulenorganisation Kaos GL gegen<br />

die Diskriminierung von Menschen aufgrund<br />

ihrer sexuellen Orientierung ausgesprochen.<br />

Homosexualität ist in der Türkei seit 1858 legal.<br />

Schwule und Lesben werden jedoch immer wieder<br />

wegen «öffentlichem Exhibitionismus» oder<br />

«Verstosses gegen die öffentliche Moral» verfolgt<br />

und Organisationen wie Kaos GL haben mit<br />

staatlichen Repressionen zu kämpfen.<br />

5


Gesellschaft CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Liebe ist grenzenlos!<br />

Oder auch nicht…<br />

«Ich kam mit nichts, und<br />

weinte jedes Mal, wenn mir Menschen helfen wollten»<br />

Von Lola Sara Arnold-Korf<br />

6<br />

Urs Kilgus von Queeramnesty Schweiz <br />

© Stefan Büchi


CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Gesellschaft<br />

In der Winter-Edition berichtete<br />

das CR-Magazin<br />

über das Schicksal von<br />

Homo sexuellen jenseits der<br />

sieben Berge. Der Artikel<br />

schlug hohe Wellen, bis hin<br />

zu Queeramnesty Schweiz.<br />

Wir erinnern uns: In 72 Staaten der Welt droht homosexuellen Männern<br />

noch heute eine Geld- oder Gefängnisstrafe. In weiteren sieben Ländern<br />

sogar die Todesstrafe. Queeramnesty (QAI), der Deutschschweizer LGBTI-<br />

Gruppe von Amnesty International Schweiz, ging dieser Artikel ans Gemüt.<br />

Mit QAI-Flüchtlingsbetreuer Urs Kilgus (46) und Artashes Kocharyan (33),<br />

homosexueller Flüchtling aus dem Kaukasus, sprach Lola Sara Arnold-Korf.<br />

CR-Magazin: Lieber Urs, es ist uns meist nicht bewusst, dass es Menschen<br />

wie dich gibt, die sich seit Jahren für gestrandete Homosexuelle<br />

in der Schweiz einsetzen. Was können wir tun, um dich und deine<br />

Weggefährten zu unterstützen?<br />

Urs Kilgus: Mit dem Beitrag in der CR-Winter-Edition hast du endlich das<br />

Thema auf den Tisch gebracht. Ohne Aufklärung, Öffentlichkeitsarbeit<br />

und Wissen wäre unsere Arbeit nicht komplett. Es ist sehr wichtig, dass die<br />

Betroffenen eine Stimme haben und gehört werden. Die meisten Homosexuellen<br />

in der Schweiz sonnen sich in den Rechten, die wir uns erkämpft<br />

haben und sehen nicht über den Tellerrand der Schweiz hinaus. Ein wichtiger<br />

Beitrag zur Unterstützung, ist, wenn alle aus der LGBTI-Community<br />

die Unterschriftensammlungen und Briefaktionen von Amnesty, welche<br />

Diskriminierungen und Missbräuche an Homosexuellen verurteilen, unterschreiben<br />

oder an die betreffenden Regierungen verschicken.<br />

CR-Magazin: Zum heutigen Interview bis du nicht alleine erschienen.<br />

Urs Kilgus: Ja, um das Thema zu verdeutlichen, habe ich einen wunderbaren<br />

Menschen mitgebracht. Er heisst Artashes und kommt aus einer<br />

ehemaligen Sowjetrepublik im Kaukasus. Er hat studiert, macht Kunst<br />

und hat beim Fernsehen gearbeitet. Nach Falschanklage und sexuellem<br />

Missbrauch auf einer Polizeistation, schwerer nachfolgender Depression<br />

und Jobverlust, floh er mit seiner Familie nach Kaliningrad (Anm. d. R.:<br />

ehemals Königsberg/Ostpreussen). Da verdingte er sich unter Lohn und<br />

landete schliesslich in der Schweiz, dem Land seiner Träume.<br />

CR-Magazin: Artashes, kann ein einziges Menschenleben das ertragen, was<br />

du erdulden musstest? Bist du im Land deiner Träume angekommen?<br />

Artashes Kocharyan: Nun fühle ich mich frei. Jetzt verstehe ich, wer ich bin,<br />

wohin ich gehöre und wie ich leben möchte. In meinem Heimatland wurde<br />

ich als Schwuler verachtet. Schon in der 7.Klasse nahmen mich meine<br />

Mitschüler, legten mich über den Lehrertisch und taten so, als wenn sie<br />

mich von hinten vergewaltigen würden. Dann riefen sie die Mitschülerinnen<br />

herbei und alle lachten auf meine Kosten. Prügel gehörte zum<br />

Schulalltag. Ich durfte auf keine Party und jeder sagte mir: «Du bist nicht<br />

normal, du bist krank!». Es war schrecklich. Ich war die Tunte, der Schwule,<br />

der letzte Dreck! Nicht anders erging es mir an der Universität. Ich<br />

wollte doch nur leben! Auch meine Familie blieb davon nicht verschont.<br />

Deshalb mussten meine Eltern mit mir aus diesem Land der Niedertracht<br />

und Intoleranz gegenüber Minderheiten dringend weg.<br />

CR-Magazin: Wie empfindest du die Schweizer Menschen? Haben sie den<br />

historischen Tiefgang, um auf dich als altes «Mauer-und Russenkind»<br />

einzugehen?<br />

Artashes Kocharyan: Als ich in Basel angekommen bin, war das erste, was<br />

mir auffiel: Jeder wollte mir helfen. Ich kam mit nichts, und ich weinte<br />

jedes Mal, wenn mir Menschen helfen wollten. So was war ich nicht gewohnt.<br />

Erstmals in meinem Leben durfte ich sagen, wer und was ich bin.<br />

Es waren Organisationen wie Pink Cross und Queeramnesty, die mich in<br />

Basel abgeholt haben. Uwe Splittdorf half mir sofort, und später Urs von<br />

Queeramnesty.<br />

CR-Magazin: Wie fühlt man sich als Erste-Hilfe-Retter, Herr Kilgus?<br />

Urs Kilgus: Es ist mir wichtig, nicht nur in meinem eigenen Universum zu<br />

verweilen, sondern auch etwas für andere Menschen tun zu können. Da ich<br />

selber diskriminiert werde als Homosexueller, sowie als HIV-Positiver, weiss<br />

ich, was das bedeutet. Diese Lebenserfahrung kann ich in meine Betreuungsarbeit<br />

einbringen – ohne Entlohnung, ohne materielle Gegenleistung. Ich<br />

denke global, und es ist mir wichtig, für eine grössere Sache einzustehen.<br />

CR-Magazin: Zurück auf den Punkt, Herr Kilgus: Was erwarten Sie von<br />

der Schweiz und was erwartet die Community von Amnesty International<br />

und Menschenmännern wie Kilgus?<br />

Urs Kilgus: Ich erwarte, dass auch endlich hierzulande der Fluchtgrund<br />

Homo- und Transsexualität Gewichtung bekommt, weil LGBTI-Rechte<br />

Menschenrechte sind. Es ist blamabel für eine weltoffene Schweiz, dass<br />

auch im Jahr 2011 vom Bundesamt für Migration (BFM) zum Beispiel<br />

befunden wird, dass homosexuelle Flüchtlinge einfach ihre Homosexualität<br />

im Heimatland vollständig versteckt leben sollen und mit dieser<br />

Begründung selbst in Länder zurückgeschafft werden, wo ihnen langjährige<br />

Haftstrafen, ja selbst die Todesstrafe drohen. Das spricht nicht für<br />

eine humanitäre Schweiz. Wir von QAI wollen dies bekämpfen mit allen<br />

uns zur Verfügung stehenden Mitteln. In den letzten 10 Jahren konnten<br />

von rund 100 Flüchtlingen, die Homosexualität als Fluchtgrund angegeben<br />

haben, aus diesem Grund nur zwei bis drei in der Schweiz bleiben.<br />

Das kann so nicht weitergehen, besonders nachdem der Europarat im<br />

Juni 2011 eine Studie publiziert hat, in der er empfiehlt, die geschlechtliche<br />

Identität zusätzlich zur sexuellen Orientierung, als Fluchtgrund zu<br />

anerkennen. Die Schweiz wird deshalb kritisiert. Ich schäme mich für<br />

mein Land! Erfreulicherweise konnte jedoch Queeramnesty im vergangenen<br />

November an einer internen Weiterbildung im BFM mitwirken. Es<br />

ist zu hoffen, dass dies bald zu einer differenzierteren und professionelleren<br />

Beurteilung der Asylgesuche von LGBTI-Flüchtlingen führen wird.<br />

LGBTI-Asylfachleute konnten in den letzten Monaten bereits eine leichte<br />

Verbesserung feststellen.<br />

Bei Interesse für Mitgliedschaft oder fürs Mitmachen:<br />

info@queeramnesty.ch<br />

Information: www.queeramnesty. ch<br />

Kontoverbindung: Postkonto (Schweiz): 82-645780-9<br />

Leserbrief<br />

«Das schwarze Schaf macht mäh!»<br />

(<strong>Cruiser</strong> Winter 11/ 12)<br />

Danke, dass Ihr Euch – mit einem kritischen Blick auf die behördliche<br />

Praxis in der Schweiz – der poltischen Frage des Schwulseins als Asylgrund<br />

angenommen habt! Erst 2011 hatte das Bundesverwaltungsgericht<br />

in Bern die Rechtmässigkeit der Abschiebung eines schwulen Iraners in<br />

sein Heimatland zu beurteilen. Dabei stellte es fest, dass es «keine Gründe<br />

für die Annahme einer allgemeinen Gefährdungssituation bzw. einer<br />

systematischen Verfolgung Homosexueller im Iran» gäbe. Insbesondere<br />

sei in der iranischen Gesellschaft «eine systematische Diskriminierung<br />

nicht feststellbar»! So stünde das Schwulsein der Ausschaffung nicht entgegen.<br />

Darin kommt unseren Erachtens ein Zeichen von beschämender<br />

Hilflosigkeit, Angst und einem Höchstmass von Ignoranz des höchsten<br />

Schweizer Verwaltungsgerichts zum Ausdruck. LGBT-Emanzipation und<br />

Solidarität unter Schwulen ist auch in der Schweiz noch geboten!<br />

(Mehr zum Fall auf habs.ch/aktuell.html)<br />

Axel Schubert, Sprecher habs<br />

7


Prominent CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Gareth Thomas<br />

Eine Headline, in der «schwul» vorkommt, ist<br />

im Tümpel der TV-Shows stets ein wirksamer<br />

Köder beim Quotenfang. Negatives Beispiel: Vincent<br />

Raven, der Rabenflüsterer auf Nikotinentzug<br />

im Dschungelcamp, von den Moderatoren<br />

«Toblerone-Taliban» genannt, der sich weigerte,<br />

in die rote «Tuntenhose» zu schlüpfen. Positives<br />

Beispiel: Gareth Thomas, die schwule Rugby-Legende,<br />

die im britischen «Celebrity Big Brother»-<br />

Haus das Feld aus Playboy-Häschen und Schauspiel-Sternchen<br />

aufmischt. 100 Länderspiele<br />

bestritt er unter dem Spitznamen «Alfie» mit der<br />

walisischen Mannschaft. Er wurde Captain, seine<br />

Schläge an den Kopf nach einem Score wurden<br />

zum Markenzeichen. 2009 outete sich der<br />

Star der härtesten Männersportart und avancierte<br />

zum Vorbild, weit über den Pitch hinaus.<br />

Lange Zeit hatte er seine sexuelle Orientierung<br />

geheim gehalten, heiratete sogar seine Jugendfreundin<br />

Jemma, um den Heteroschein zu wahren.<br />

«Ich war wie eine tickende Zeitbombe. Ich<br />

dachte, ich kann es unterdrücken und verdrängen,<br />

aber das hat nicht funktioniert», erklärte<br />

er in einem Zeitungsinterview. Die Geschichte<br />

hat bereits Hollywood erreicht, angeblich übt<br />

Mickey Rourke derzeit den walisischen Akzent<br />

und will sich für eine glaubwürdige Darstellung<br />

sogar zwei Schneidezähne ziehen lassen<br />

(was bei ihm wohl unter Schönheits-OP läuft…).<br />

Rino Galiano<br />

Die Casting-Show THE VOICE OF GERMANY vermag<br />

zu überzeugen. Besonders Rino Galiano.<br />

Der 36-jährige Mannheimer arbeitet hauptberuflich<br />

als Schauspieler, verzaubert aber durch<br />

seine zarte Stimme. Schon immer hat sich Rino<br />

Galiano für Musik begeistert, auch wegen seiner<br />

Eltern, waschechte Musiker, welche ihn<br />

schon als Kind mit auf Tournee nahmen. Und<br />

Brigitte Nielsen<br />

Unkraut vergeht nicht, mögen böse Zungen sagen.<br />

Die blonde dänische Riesin wurde schon<br />

oft abgeschrieben und kehrte in irgendeinem<br />

Reality-Format wieder zurück. Jüngst im RTL-<br />

Dschungelcamp. Doch Brigitte Nielsen vermag<br />

zu überzeugen. Erprobt darin, ein Leben vor<br />

der Kamera zu führen, beweist sich der Ex-Hollywood-Star<br />

zwischen Schlangen und Kakerlaken.<br />

Und dass erstaunlich sympathisch – bis<br />

zum Redaktionsschluss. Freilich, Frau Nielsen<br />

muss ihre Miete bezahlen. Und Werbung für<br />

ihre Biographie machen. Zum Start der RTL-<br />

Show erschien auch ihre Lebensgeschichte auf<br />

Deutsch. In Dänemark ein Bestseller, avancierte<br />

Gitte, wie sie wirklich heisst, zur Starautorin.<br />

Wer Alice Schwarzers «Lebenslauf» gelesen hat,<br />

der sollte auch in Brigitte Nielsens «Im Leben<br />

wird dir nichts geschenkt» schmökern. Und<br />

das durchaus ernsthaft. Denn die Nielsen war<br />

keineswegs immer nur das grosse blonde Monster<br />

mit den riesigen Silikon-Titten. Eigentlich<br />

ein dünnes, tollpatschiges Mädchen, das erst<br />

Gareth Thomas selbst ist vom Sport- zum Medienprofi<br />

und zum Society-Darling geworden.<br />

Er ist befreundet mit Prince William und Christian<br />

Louboutin und hat kurz vor seinem Big-<br />

Brother-Einzug eine Getränkefirma gekauft.<br />

Die Chancen stehen gut, dass wir Gareth nie im<br />

Dschungel sehen werden. (rg)<br />

8<br />

Rino Galiano ist offen schwul. Als solcher ist<br />

er keineswegs von sich selbst überzeugt. «Es ist<br />

ein seltsames Gefühl, sich selbst zu beobachten,<br />

aber es beruhigt mich sehr, dass ich bei euch<br />

einen positiveren Eindruck hinterlassen habe,<br />

als bei mir selbst.», so Rino auf seiner eigenen<br />

Facebook-Seite. Ob er die Stimme Deutschlands<br />

wird? Egal, nun will auch das Schweizer Fernsehen<br />

eine eigene Version der Casting-Show<br />

ins Rennen schicken. Ab 2013 dürfen wir für<br />

THE VOICE OF SWITZERLAND anrufen. In den<br />

diversen Internet-Foren wird dieses Vorhaben<br />

eher belächelt. Am Ende wird sowieso wieder<br />

Sven Epiney die Show moderieren. Und es dürfte<br />

schwer werden, ein solch kompetentes Team<br />

wie in Deutschland für die Jury zusammenzustellen.<br />

Voraussichtlich sitzen dort wieder Francine<br />

Jordi und DJ BoBo, so wird befürchtet. Man<br />

darf gespannt sein, wie sich das SF ein Jahr lang<br />

vorbereiten wird. (dd)<br />

spät lernte, die Kontrolle über sein Leben zu gewinnen.<br />

Alkoholsucht inklusive. Sie hat überlebt,<br />

doch zu was für einem Preis. Immerhin<br />

wurde sie bis dato nicht zu den grauenhaften<br />

Dschungelprüfungen geschickt. Was nur bedeuten<br />

kann, dass die Zuschauer Brigitte Nielsen<br />

zu lieben beginnen. Oder dass Stallones Ex<br />

schlichtweg zu uninteressant ist. (dd)


CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Prominent<br />

Taylor Lautner<br />

Noch vor wenigen Monaten enttäuschte der fesche<br />

Twilight-Werwolf in einer «GQ»-Titelstory<br />

seine Gay-Fans. Auf die Frage, ob es beim gemeinsamen<br />

Abendessen mit «Milk»-Regisseur<br />

Gus van Sant und «Milk»-Drehbuchautor Dustin<br />

Lance Black zu Annäherungsversuchen gekommen<br />

sei, antwortet er: «Nein, mit Sicherheit<br />

nicht. Ich denke, die wissen, dass ich hetero<br />

bin.» Das schwul-lesbische Nachrichtenmagazin<br />

«The Advocate» äusserte Kritik: Hätte man<br />

ihm dieselbe Frage gestellt, wenn er mit zwei<br />

älteren heterosexuellen Frauen diniert hätte?<br />

Dann die vermeintlich überraschende Wende:<br />

Unter dem grossen Titel «OUT&PROUD» berichtete<br />

das Klatschblatt «People» über das Comingout<br />

des Teenie-Stars. Angeblich. Das Titelblatt<br />

entpuppte sich als Fälschung, als grösste Internet-Ente<br />

der Saison. Kein Grund zur Panik, liebe<br />

Teenie-Girls, alles hetero im Fantasyland! Aber<br />

Moment, es gibt ja noch Colton Haynes, den<br />

wahren Werwolf. 2007 nahm er am Twilight-<br />

Casting teil und verlor knapp gegen Robert Pattinson.<br />

Daraufhin bekam der Schönling eine<br />

Hauptrolle in der ABC-Serie «The Gates», als Footballspieler<br />

und Werwolf Brett Crezski, später<br />

brillierte er bei MTV als Jackson Whittemore in<br />

«Teen Wolf». Mit 17 liess er sich für ein Gay-Magazin<br />

ablichten, die Fotos wurden inzwischen<br />

vom Management auf sämtlichen Internetseiten<br />

entfernt. Also auch hier: Werwolf und Vampir<br />

– Realität, jederzeit. Schwul – nicht in den<br />

wildesten Träumen… (rg)<br />

Conchita Wurst<br />

Österreich liefert wieder einmal den Beweis,<br />

weshalb wir Schweizer so gerne über unsere<br />

Nachbarn schmunzeln. Erscheint das Volk sebst<br />

ansonsten eher zurückhaltend, so erstaunen<br />

gewisse Vertreter immer wieder mit Verrücktheiten.<br />

Das neuste Beispiel: Conchita Wurst.<br />

In der ORF-Show «Die große Chance», Österreichs<br />

Antwort auf «Das Supertalent», begeisterte<br />

die schrille Travestie-Künstlerin im letzten<br />

Jahr das Publikum als auch die Jury. Conchita<br />

Wurst sang dort u.a. Celine Dions «My Heart<br />

Will Go On». Doch was wirklich erstaunte war<br />

der Bart der jungen Dame. Also fragten sich alle<br />

Beteiligten ausnahmslos: Ist das ein Mann oder<br />

eine bärtige Frau? Des Rätsels Lösung: Es ist ein<br />

Mann! Hinter Conchita Wurst steckt Thomas<br />

Neuwirth, ein junger Schaufenster- Dekorateur,<br />

der es bereits 2007 ins Finale der Casting-Show<br />

«Starmania» schaffte. In Erinnerung blieb er<br />

aber nicht durch seine Stimme, sondern durch<br />

sein Coming-out als Schwuler. Da es mit der<br />

Stimme nicht klappen wollte, verwandelte er<br />

sich flugs in Conchita Wurst. Dies soll ihm/ihr<br />

helfen, um Österreich beim kommenden «Eurovision<br />

Song Contest» zu vertreten. Ob Thomas<br />

Neuwirth alias Conchita Wurst mit dem Lied<br />

«That‘s What I Am» den Vorentscheid gewinnt,<br />

zeigt sich am 24. <strong>Februar</strong> in der Show «Österreich<br />

rockt den Song Contest». (dd)<br />

Richard Nixon<br />

An Skandalen fehlte es nie in der Lebensgeschichte<br />

des 37. US-Präsidenten. Die Watergate-<br />

Affäre zwang ihn als ersten und bisher einzigen<br />

US Präsidenten zum Rücktritt. Biograf Dan Fulsom<br />

erweitert mit seinem soeben erschienenen<br />

Buch «Nixon’s Darkest Secrets» den Reigen um<br />

einige abgründige Anekdoten. Die 53-jährige<br />

Ehe mit Pat sei nur Show gewesen, schreibt der<br />

Journalisten-Veteran. Von Prügeleien ist die<br />

Rede, von getrennten Schlafzimmern im Weissen<br />

Haus, während ein enger Vertrauter Nixons<br />

jederzeit Zugang zu sämtlichen Räumen gehabt<br />

haben soll: Charles Rebozo. Fulsom zitiert einen<br />

«Time Magazine»-Reporter, der während eines<br />

Dinners die Gabel aufheben wollte und dabei<br />

beobachtete, wie Nixon und Rebozo unter dem<br />

Tisch Händchen hielten. Ausgerechnet Präsident<br />

Nixon, der öffentlich stets homofeindlich<br />

auftrat und sich in einem heimlich aufgenommenen<br />

Gespräch für die Reinigung der Pfadfinder<br />

von «gottverdammten Schwuchteln» aussprach.<br />

Die historische Gerüchteküche geht<br />

Spekulationen scharf an, während aktuelle Homorechte<br />

in den USA auf Sparflamme gehalten<br />

werden. Immerhin scheint der amtierende Präsident<br />

Obama in der Gegenwart angekommen<br />

zu sein. Matt Katz und sein Partner Aaron Lafrenz<br />

gingen nach der Legalisierung als eines<br />

der ersten Homopaare in New York im Juli 2011<br />

die Ehe ein. Fünf Monate später erreichte sie ein<br />

überraschendes Schreiben: «Herzlichen Glückwunsch<br />

an Sie zu diesem ganz besonderen Anlass.<br />

Michelle und ich hoffen, dass dieser mit<br />

Liebe, Freude und Glück gesegnet ist.» (rg)<br />

Jean Dujardin<br />

Die Suche nach neuen männlichen Promi-Ikonen<br />

ist ein steiniger Weg. Man wandert entlang<br />

von Machos und Paradiesvögeln, um endlich<br />

einem Exemplar zu begegnen, auf das kein<br />

noch so gelber Wegweiser hinzuweisen gewagt<br />

hätte: Jean Dujardin. Als französische Antwort<br />

auf George Clooney wird er gehandelt, weit untertrieben.<br />

Soeben prämiert mit dem Golden<br />

Globe, liess er bescheiden verlauten, die kühle<br />

Edelstahl-Trophäe werde seinen Teddybären ersetzen.<br />

Ausgezeichnet wurde er für seine Hauptrolle<br />

in «The Artist», einem Stummfilm, der<br />

sich leichtfüssig vor den 1920ern verneigt. In<br />

Frankreich hat sich Dujardin bereits in James-<br />

Bond-Persiflagen einen Namen gemacht, wurde<br />

als Gay-Liebling gehandelt, noch bevor der<br />

gelernte Schlosser und Vater zweier Kinder in<br />

irgendeiner Schublade platziert werden konnte.<br />

In seiner Golden-Globes-Dankesrede sagte<br />

er mit seinem Gesicht mehr aus als mit französischem<br />

Akzent. Die neue männliche Ikone<br />

glänzt nicht mit lauten Statements, sondern<br />

im Kino-Ereignis des Jahres. George Clooney gewann<br />

als gestresster Familienvater einen weiteren<br />

Golden Globe, Meryl Streep als eiserne Lady,<br />

Kate Winslet als ehrgeiziges Scheidungsopfer,<br />

Christopher Plummer als schwuler Witwer<br />

und Michelle Williams als Marilyn Monroe, die<br />

selbst 52 Jahre zuvor den gleichen Preis erhielt.<br />

Willkommen im neuen Zeitalter der alten und<br />

neuen Ikonen. Wenn die Golden Globes ein Wegweiser<br />

sind, führt die Route hoch hinaus. (rg)<br />

9


Ausland CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Malaysia<br />

Schwule leben in einer Atmosphäre<br />

der Angst<br />

von Michael Lenz<br />

«Hier bin ich zu Hause», sagt<br />

Nazir, der Kaufmann. «Aber<br />

es wird immer schwieriger, als<br />

schwuler Mann in Malaysia<br />

zu leben. Die Hetze der Islamisten<br />

auf die Gay Community<br />

wird immer stärker.» Aus<br />

Furcht vor Repressionen wird<br />

Nazir seine Heimat Malaysia<br />

verlassen. Seinen richtigen<br />

Namen will er nicht genannt<br />

wissen.<br />

Für einen kurzen Moment sah es Anfang Januar<br />

so aus, als sei die anti-schwule Kampagne<br />

islamischer und konservativer Kräfte implodiert.<br />

Entgegen allen Erwartungen hatte ein<br />

Gericht in Kuala Lumpur Oppositionsführer Anwar<br />

Ibrahim vom Vorwurf der Homosexualität<br />

freigesprochen. Im Falle einer Verurteilung hätten<br />

dem 64-Jährigen<br />

bis zu 20<br />

Jahren Haft<br />

und der Verlust<br />

des Rechts der<br />

Kandidatur für<br />

ein politisches<br />

Amt gedroht.<br />

Das Verfahren<br />

gegen Anwar<br />

wurde von Menschenrechtsorganisationen<br />

und der internationalen<br />

Gemeinschaft<br />

als<br />

politische Intrige<br />

des Polit-Establishments<br />

des<br />

mehrheitlich<br />

islamischen<br />

Malaysia gegen<br />

einen Politiker<br />

gesehen, der<br />

durch Reformversprechen<br />

und Charisma<br />

bei den Wahlen<br />

2008 die seit<br />

über 50 Jahren<br />

(im Verein mit<br />

einigen kleinen<br />

Parteien) regierende Umno an den Rand einer<br />

Wahlniederlage gebracht hatte.<br />

«Homosexualität» als Waffe gegen<br />

politische Gegner<br />

Kurz nach der Wahl griff die Umno zu einem<br />

scheinbar bewährten Mittel: Durch den Vorwurf<br />

der Homosexualität den politischen Gegner<br />

zu desavouieren, um ihre konservativislamische<br />

Kernwählerschaft bei der Stange zu<br />

halten. Die Umno-Fürsten sind jedoch durch die<br />

jahrzehntelange Macht der Realität entrückt.<br />

Ihnen ist entgangen, dass die Malaysier quer<br />

zu allen Ethnien, Religionen, sozialen Schichten<br />

und Altersgruppen genug haben von Korruption,<br />

Machtmissbrauch, Vetternwirtschaft<br />

und Intrigen und dass der Komplott gegen Anwar<br />

als Zeichen der Reformunfähigkeit des Regimes<br />

gesehen wird. Entgangen war der Machtelite<br />

auch, dass Anwar Ibrahim erst durch eine<br />

frühere Intrige zum Märtyrer, zum Volksliebling,<br />

zu einer Bedrohung der Regierung geworden<br />

ist. 1998 stellte der damalige Premierminister<br />

Mohamed Mahatir seinen designierten<br />

Kronprinzen durch eine Anklage und spätere<br />

Verurteilung wegen angeblicher Korruption<br />

und Homosexualität kalt.<br />

Mohd Saiful und der «Fall Anwar»<br />

Vordergründig löste 2008 Mohd Saiful den «Fall<br />

Anwar» aus. Der damalige Mitarbeiter von Anwar<br />

zeigte seinen<br />

Chef bei der Polizei<br />

an. Anwar habe<br />

ihn zum Sex genötigt,<br />

behauptete<br />

Saiful. Allerdings<br />

lautete die Anklage<br />

nicht auf Vergewaltigung,<br />

sondern<br />

«nur» auf Homosexualität.<br />

Aber nach<br />

m a l a y s i s c h e m<br />

Recht ist auch einvernehmlicher<br />

homosexueller<br />

Geschlechtsverkehr<br />

strafbar. Zu den<br />

vielen Merkwürdigkeiten<br />

des zweijährigen<br />

Verfahrens<br />

gehört, dass<br />

Saiful erst zur Polizei<br />

marschierte,<br />

nachdem er im Privathaus<br />

von Premierminister<br />

Najib<br />

Razak vorstellig geworden<br />

war. Kurios<br />

auch, dass Ärzte in<br />

einem staatlichen<br />

Oppositionsführer Anwar Ibrahim<br />

Krankenhaus zwei<br />

Tage nach dem angeblichen<br />

Sex mit Anwar Samenspuren am<br />

Anus des muslimischen Jungmanns fanden.<br />

Was die Frage nach den Hygienegewohnheiten<br />

Saifuls aufwarf, die allerdings – wie so viele<br />

andere Ungereimtheiten – im Prozess nicht geklärt<br />

wurde.<br />

Umerziehungslager und Morddrohungen<br />

Die in Malaysia immer einflussreicher werdenden<br />

islamischen Hardliner, die längst den<br />

10


CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Ausland<br />

Regierungsapparat und die Umno unterminiert<br />

haben, begleiteten den Anwar-Prozess<br />

mit einer Kampagne gegen sexuelle Minderheiten.<br />

Junge Schwule wurden in Umerziehungslager<br />

gesteckt; islamische Kleriker erliessen<br />

eine Fatwa gegen Lesben; schwule<br />

muslimische Malaien, die sich auf Facebook<br />

outeten oder im Ausland eine Eingetragene<br />

Partnerschaft eingegangenen sind, werden<br />

in den staatlich kontrollierten Medien diffamiert<br />

und erhalten von islamischen Hardlinern<br />

Morddrohungen; Universitätsprofessor<br />

Palaniappan verkündete, Onanieren und homosexueller<br />

Verkehr führten zu Schweinegrippe;<br />

die seit Jahren jeden September in<br />

Kuala Lumpur stattfindende Veranstaltung<br />

Seksualiti Merdeka – Sexuelle Unabhängigkeit<br />

– wurde 2011 aus heiterem Himmel als<br />

Bedrohung des Islam verboten. Die Verfolgung<br />

von Anwar, so Seksualiti-Merdeka-Organisator<br />

Pang Khee Teik, habe «unter sexuellen<br />

Minderheiten eine Atmosphäre der Angst»<br />

geschaffen.<br />

Schlammschlacht im Wahlkampf<br />

Malaysia befindet sich im Vorwahlkampf<br />

-Fieber. Beobachter rechnen damit, dass Premierminister<br />

Najib das Volk bald zu vorgezogenen<br />

Neuwahlen an die Urnen rufen wird.<br />

Den drohenden Machtverlust vor Augen geht<br />

die Schlammschlacht gegen Anwar auf dem<br />

Rücken der Schwulen unvermindert weiter.<br />

Neuster Vorwurf: Anwar werde bei einer Regierungsübernahme<br />

schwul-lesbischer Gleichberechtigung<br />

Tür und Tor öffnen. Anwar Ibrahim<br />

hatte nach seinem Freispruch in einem<br />

Interview mit der BBC die Abschaffung «archaischer<br />

Gesetze» gefordert, die gegen «Unschuldige»<br />

missbraucht werden könnten. In dem Interview<br />

stellte Anwar aber auch klar, dass er<br />

nicht einer Legalisierung der Homosexualität<br />

das Worte rede.<br />

Nazir ist einer von vielen Zehntausenden Malaysiern,<br />

die frustriert von Korruption, Zensur,<br />

Diskriminierung ethnisch-religiöser Minderheiten<br />

und von der Verweigerung demokratischer<br />

Reformen ihrem Land den Rücken kehren.<br />

«Brain drain» heisst diese Massenflucht vor<br />

allem junger, gut ausgebildeter Malaysier, die<br />

zunehmend ein Problem für die Wirtschaft und<br />

Gesellschaft Malaysias darstellt.<br />

Pang Khee Teik bleibt und bietet in Malaysia<br />

dem System die Stirn. Der Organisator von<br />

Seksualiti Merdeka will die Probe aufs Exempel<br />

machen, ob Anwars Freispruch wirklich –<br />

wie von der Regierung gerne betont wird – der<br />

Ausweis der oft angezweifelten Unabhängigkeit<br />

der malaysischen Justiz ist. Pang Teik hat<br />

gegen das Verbot von Seksualiti Merdeka Klage<br />

eingereicht.<br />

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11


Medien CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

COLORNATION<br />

Ein neues TV-Magazin mit<br />

MrGay Stephen Bitterlin<br />

ist ab <strong>Februar</strong> auf Swisscom<br />

TV zu sehen.<br />

Mit «Colornation» bringt der<br />

TV-Sender City Channel 1 ab<br />

Mitte <strong>Februar</strong> eine Sendung<br />

für die LGBT-Community in<br />

sein Fernsehprogramm. Für<br />

das bunte und informative<br />

TV-Magazin konnte Stephan<br />

Bitterlin, der aktuelle Mr. Gay<br />

Switzerland, als Moderator gewonnen<br />

werden.<br />

«Colornation» auf City Channel 1, kurz CC1,<br />

wird wöchentlich am Donnerstagabend um 21<br />

Uhr aus dem Leben der LGBT-Community – Lesben,<br />

Gays, Bisexuelle und Transgender – berichten.<br />

Die Sendung soll Vereine, Organisationen<br />

und Institutionen zeigen, über<br />

bedeutende Veranstaltungen<br />

berichten und befasst sich<br />

zudem mit gesellschaftlichen<br />

und politischen<br />

Themen. Die Inhalte der<br />

Sendungen sollen auch<br />

für heterosexuelle Zuschauerinnen<br />

und Zuschauer<br />

interessant<br />

gestaltet werden. Der<br />

Sender CC1 wird über<br />

Swisscom TV ausgestrahlt.<br />

Marco Blind, Geschäftsführer der Absolute<br />

Networks, die Betreiberin des Senders CC1, hat<br />

hohe Erwartungen und sieht ein grosses Potential<br />

in dieser neuen Sendung: «Für die Sendung<br />

‹Colornation› wurde ein Team motivierter Redaktoren<br />

zusammengestellt, welche die Beiträge<br />

realisieren. Mit den ausgewählten Themen<br />

sollen zwischen Homo- und Heterosexuellen<br />

mehr Brücken gebaut werden».<br />

Herausforderung für Stephan Bitterlin<br />

In das rund zehnköpfige «Colornation»-Team<br />

gehört auch der künftige Moderator Stephan<br />

Bitterlin. Der amtierende Mr. Gay Switzerland<br />

freut sich auf die neue Aufgabe: «Fernsehmachen<br />

ist für mich eine neue Herausforderung.<br />

Mit ‹Colornation› kann ich meine Anliegen und<br />

Botschaften als Mr. Gay ideal platzieren und<br />

verbreiten».<br />

Printmedien, wie das CR-Magazin, sind laut City<br />

Channel 1 für die LGBT-Community reichhaltig<br />

vorhanden. In der elektronischen Medienlandschaft<br />

hingegen ist Homosexualität kaum oder<br />

gar nicht vertreten. Das «Colornation»-Team<br />

freut sich, die bestehende Lücke zu füllen.<br />

Die erste Staffel mit zehn Folgen wird ab dem<br />

16. <strong>Februar</strong> in der ganzen Schweiz von der Absolute<br />

Networks GmbH produziert. Die Reportagen,<br />

Talks und Interviews werden aus aktuellen<br />

Gründen jeweils zeitnah zur Fernsehausstrahlung<br />

produziert.<br />

City Channel 1, Colornation:<br />

ab 16. <strong>Februar</strong> auf Swisscom TV<br />

Box: City Chanel<br />

City Channel 1 setzt auf «Pure Urbanity». Der<br />

junge und innovative TV-Sender, welcher<br />

kürzlich das 3-jährige Bestehen feierte, erreicht<br />

auf Swisscom TV insgesamt 700 000<br />

potentielle Zuschauer in allen Sprachregionen<br />

der Schweiz. Die Themen des City Channel 1<br />

sind vielfältig: Film, Musik, Games, Partys, Kultur<br />

oder Lifestyle lassen die Kiste flimmern.<br />

Stephan Bitterlin<br />

12


CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Kolumne<br />

«As God is my witness,<br />

I shall never<br />

be horny again.»<br />

Von Michi Rüegg<br />

Ist schlechter Sex die Mühe wert? Darüber scheiden<br />

sich nicht nur die Geister, manchmal gehen<br />

ganze Beziehungen an dieser Frage zu Grunde.<br />

Ich hatte schon seit vielen Jahren keine Beziehung<br />

mehr, die lange genug gehalten hätte, damit<br />

der Sex so miserabel hätte sein können wie<br />

dieser Satz. Aber ich habe laufend schlechten<br />

Sex ausserhalb von Beziehungen.<br />

Vielleicht bin ich daran auch nicht ganz unschuldig.<br />

Ein jüngerer Bekannter hielt mir kürzlich<br />

einen Vortrag über meine Generation, die<br />

30 bis 40Jährigen. Wir seien eine bare Katastrophe,<br />

hätten neben Erektions- auch diverse Verhaltensstörungen,<br />

würden immer aktiv sein<br />

wollen, weil wir um die ultimative Entmannung<br />

fürchteten, würden aber mit unseren halberigierten,<br />

weil erektionsgestörten Pimmeln, nicht<br />

mal in die Nähe von Mastdärmen gelangen, auch<br />

wenn wir noch so würgten.<br />

Wir seien keine Hengste, sondern höchstens<br />

kastrierte Shetland-Ponies. Und wenn man von<br />

der grauenhaften Erotik absehe, seien die paar<br />

halbwegs brauchbaren Exemplare unter uns<br />

völlig unfähig, mit Emotionen umzugehen. Dabei<br />

hätten wir das während dieser zehn Jahre<br />

besonders nötig, weil wir nach 40 eh alle zu<br />

hässlich seien, um noch so etwas Ähnliches wie<br />

einen Partner zu finden, es sei denn, wir würden<br />

200 Franken pro Stunde dafür hinblättern.<br />

Sein Urteil war hart, aber nicht ganz unzutreffend.<br />

Wieso sonst suche ich nach Sexualpartnern,<br />

die zwar über 18 wenn möglich aber unter<br />

30 sind? Die Jugend allein kann nicht der ausschlaggebende<br />

Faktor sein. Auch Mitdreissiger<br />

sind mitunter tolle Typen. Jugend ist kein Recht,<br />

sondern ein Privileg, und zwar eines, dessen<br />

viele junge Menschen nicht würdig sind. Zudem<br />

geht die Mehrheit erst Ende Zwanzig ins<br />

Gym, vorher tragen die Babyspeck, der allerdings<br />

nicht aus der Kindheit stammt, sondern<br />

vom Dönerladen um die Ecke. Ihr Reiz liegt keinesfalls<br />

in einer originären Qualität begründet,<br />

sondern in der Absenz dessen, was uns Ü-Dreissiger<br />

so scheisse macht.<br />

Ich schweife ab. Es geht um die Frage, wieso<br />

Sex manchmal so langweilig ist. Meine Lieblingsstrategie<br />

ist, dass ich passiv bin, die Augen<br />

schliesse und mir vorstelle, ein kräftiger<br />

Schwarzer vergewaltige mich. Das Risiko dabei<br />

ist, dass man kurz die Augen aufmacht und den<br />

schmächtigen Weissen sieht, der sich da etwas<br />

abmüht. Ist man nicht bei sich zu Hause, kann<br />

man die Tapete studieren. Oder man geht im<br />

Kopf der Reihe nach alle Primzahlen durch. Ich<br />

landete einmal bei 1373, obwohl meine «Aufmirdrauf»<br />

in der Regel schon bei 37 fertig ist.<br />

Man kann auch alle Bundesräte seit 1848 in<br />

Gedanken aufzählen, aber die Bundesrätinnen<br />

reichen meist aus. Und seien wir bitte auch in<br />

diesem Punkt ehrlich, etwas Schlechtes muss<br />

keine dreieinhalb Stunden dauern. Das wissen<br />

die Besucher der meisten Faust-Inszenierungen<br />

an deutschsprachigen Theatern auch. Also sind<br />

wir froh, wenn der Schrecken kurz und das<br />

Ende nah ist.<br />

Die Alternative zu miesem Sex heisst: gar kein<br />

Sex. Und das werde ich nun ausprobieren. Ich<br />

will nie wieder geil werden. Gott sei mein Zeuge.<br />

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13


Community CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

tribute2life – ein<br />

Rückblick<br />

Wie bleibt der erste «Zürcher<br />

Life-Ball» in Erinnerung?<br />

Von Dani Diriwächter<br />

Im Dezember 2011 ging im<br />

Dolder Grand Hotel die erste<br />

Gala zugunsten der Aids-<br />

Hilfe Schweiz über die Bühne.<br />

Zahlreiche Stars sowie ein<br />

schickes Publikum machten<br />

den Event zum unvergesslichen<br />

Erlebnis. Auch wenn<br />

das Wiener Vorbild, der legendäre<br />

Life-Ball, unerreicht blieb,<br />

zeigen sich die Organisatoren,<br />

als auch die Begünstigten,<br />

glücklich über das Resultat.<br />

Rückblickend betrachtet war tribute2life, der<br />

grosse Charity-Event im Dolder Grand Hotel,<br />

ein voller Erfolg. Zumindest, was den Glamour-<br />

Faktor anbelangt. So wurden die zahlenden sowie<br />

geladenen Gäste im Zürcher Edelhotel hoch<br />

über dem See herzlich empfangen. In diesem<br />

exquisiten Ambiente liess es sich hervorragend<br />

feiern. Eine blendend aufgelegte Sonja Kraus<br />

moderierte an der Seite von Marco Fritsche den<br />

Anlass souverän. Künstler wie Michael von der<br />

Heide oder die amerikanische Transsexuelle<br />

Amanda Lepore sorgten für frenetischen Applaus.<br />

Die Spendensumme<br />

In erster Linie war der Event aber eine Spendengala.<br />

Diesbezüglich legt nun Claude Bravi, neben<br />

Alexander Andreas Prinz zu Schaumburg-<br />

Lippe, der Organisator des Abends, die Fakten<br />

auf den Tisch: «Mit den Einnahmen aus dem<br />

Ticket- und Losverkauf kam eine Spendensumme<br />

von rund 18 000 Franken zusammen. Das<br />

ist ein gutes Resultat und spricht für das aussergewöhnliche<br />

Engagement der Gäste und des<br />

ganzen Teams.»<br />

Claude Bravi erklärt zudem, dass 15 000 Franken<br />

des Betrags der Aids-Hilfe Schweiz überwiesen<br />

werden konnten. «Die Spenden werden dort<br />

eingesetzt, wo es am dringendsten nötig ist. Die<br />

Aids-Hilfe Schweiz finanziert ihr Engagement<br />

für HIV-positive Menschen vollständig aus Spendengeldern.<br />

So etwa die nationale Meldestelle:<br />

Sie interveniert, falls es zu Fällen der Diskriminierung<br />

von HIV-positiven Menschen kommt,<br />

zum Beispiel am Arbeitsplatz.», so Claude Bravi.<br />

Was sich nach einer kleinen Summe anhört,<br />

ist bei genauer Überlegung doch sehr beachtlich,<br />

bedenkt man, dass dies der erste Charity-<br />

Event seinesgleichen war. 600 Gäste waren zugegen<br />

um ihr Engagement zu beweisen. Das<br />

versteht auch die Pressesprecherin der Aids-<br />

Hilfe Schweiz, Bettina Mäschli: «Wir freuen uns<br />

über jede Spende, die unserer Arbeit, neue HIV-<br />

Infektionen zu verhindern und HIV-positive<br />

Menschen zu unterstützen, zugute kommt.»<br />

Das restliche Spendengeld geht an Linus G. Jauslin,<br />

ehemaliger Generalsekretär der Stiftung<br />

«Aids & Kind», der auch den mit 3000 Franken<br />

dotierten SENSAI Award gewonnen hat. Diese<br />

Gewinnsumme kommt dem Verein Swiss<br />

Youth+Group zugute. Dieser unterstützt junge<br />

Menschen und Kinder, die mit HIV und Aids<br />

leben.<br />

tribute2life <strong>2012</strong><br />

Claude Bravi blickt nun bereits auf den 1. Dezember<br />

<strong>2012</strong>. Die Charity-Gala soll auch dann<br />

wieder stattfinden. «Ich wünsche mir, dass die<br />

diesjährige tribute2life die erste Veranstaltung<br />

in Grösse und Glamour noch übertrumpfen<br />

wird.», so Claude Bravi. Und auch Bettina Mäschli<br />

ist davon überzeugt: «Das Konzept ist sehr<br />

sinnvoll und hat uns von Anfang an überzeugt.<br />

Wir werden uns also bald mit den Organisatoren<br />

zusammensetzen, den vergangenen Event<br />

Revue passieren lassen und über die Details der<br />

zukünftigen Partnerschaft sprechen.»<br />

Vielleicht dürfte sich der zweite tribute2life<br />

wohltuend von den üblichen Glamour-Parties<br />

abheben. Nicht zu leugnen war ein charmantes<br />

und schickes Publikum. Mitarbeiter der Aids-<br />

Hilfen wurden jedoch meist vermisst. So handelten<br />

die Small-Talk-Themen weniger von HIV<br />

und Aids, viel eher wurde über die neusten Modetrends<br />

und teuren Champagner gesprochen.<br />

Doch engagiert waren sie alle. So bemerkte ein<br />

gutaussehender Gast gegen Ende des Abends,<br />

dass er tribute2life für einen tollen Event halte,<br />

denn er «wäre auch schon im letzten Jahr dabei<br />

gewesen!».<br />

14


Reisen CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Saas Fee<br />

Die Perle der Alpen!<br />

von Branko B. Gabriel<br />

In der Schweiz ist es am<br />

schönsten – zumindest in den<br />

Alpen. Da auch Branko B. Gabriel<br />

die Finanzkrise spürt,<br />

verschlägt es ihn nicht wie<br />

üblich ins mondäne Engadin,<br />

sondern ins rustikale Wallis,<br />

ins Saastal.<br />

Hotel Jägerhof***<br />

Oben angekommen, holt uns ein kleiner Elektro-Bus<br />

ab, denn Saas Fee ist das erste autofreie<br />

Dorf der Schweiz. Was sofort auffällt: Es ist ungewöhnlich<br />

ruhig, sauber, frisch und unerhört<br />

«stressless». Meine Begleitung und ich tuckern<br />

also mit dem Elektrovehikel durch das pittoreske<br />

Walliser-Dorf und sind nach wenigen Minuten<br />

vor unserem Hotel Jägerhof angekommen.<br />

Der Kluge reist im Zuge – das gilt auch für mich,<br />

denn es ist wesentlich bequemer, zudem stressfrei<br />

und mit dem Halbtax sogar günstiger. Von<br />

Zürich gehts nach Bern, dann via Kandersteg<br />

durch den Lötschbergtunnel nach Visp. Von da<br />

eine halbe Stunde per Postauto ins schöne und<br />

archaische Saastal hinein. Wilde Gebirge und<br />

eine intakte Landschaft springen mir ins Auge.<br />

Herrlich! Das letzte Stück der Strasse liegt 1800<br />

m ü.M. – es geht hoch nach Saas Fee.<br />

Meterhoher Schnee umgibt das Drei-Sterne-<br />

Haus. Das familiäre Gasthaus ist einfach und<br />

zweckmässig eingerichtet. Die Direktion meint,<br />

wir seien ein Pärchen, also drückt sie uns sogleich<br />

den Schlüssel für den Love-Room in die<br />

Hand. Im Dachgeschoss angekommen, wird mir<br />

schnell klar: Hier wurde das Thema etwas ausgeschlachtet!<br />

Es fühlt sich an wie in einem Bordell.<br />

Sogar ein «Playboy» liegt herum (etwas gar<br />

abgenutzt), das Kamasutra und ein anderer<br />

16


CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Reisen<br />

Liebesspiel ratgeber, Kondome und erotisierende<br />

Massageöle sowie eine Kuschelrock-CD<br />

und eine nackte Frau, nicht im Bett, nur an der<br />

Wand. Das einzig Tolle ist die sensationelle Badewanne,<br />

welche alle möglichen Düsen und Schikanen<br />

zu bieten hat. Dies wertet das Boudoir der<br />

Lüste gleich wieder etwas auf. Nichtsdestotrotz,<br />

das Zimmer ist sauber und strahlt auch eine gewisse<br />

Gemütlichkeit aus.<br />

Jetzt wollen wir aber das typische Walliser-Dorf<br />

erkunden. Dick eingehüllt stampfen wir zum<br />

Dorfkern und sind positiv überrascht vom urchigen<br />

Charakter in Saas Fee. Es hat sich seine<br />

Identität erhalten und mit viel Liebe zum Detail<br />

strahlen Hotels und Boutiquen um die Wette.<br />

Vergebens suche ich hier die mondäne Schickeria,<br />

Luxuslabels und Russen in dicken Pelzmänteln<br />

– das ist gut so. Alles hier ist authentisch, auch<br />

der rustikale Charme der Einheimischen. Der<br />

absolute Knaller ist aber die einmalige Lage von<br />

Saas Fee. Das Dorf ist umringt von nicht weniger<br />

als 13 Viertausendern. Der bekannteste ist mit<br />

Sicherheit der Dom, mit 4545m der höchste Berg<br />

ganz innerhalb der Schweiz. Übrigens nennt sich<br />

die Region seit kurzem «Freie Ferienrepublik Saas<br />

Fee», besser könnte ich es nicht beschreiben.<br />

Da das Wetter ziemlich bedeckt ist, entscheiden<br />

wir uns nach dem Sightseeing für eine echte<br />

Hotel Jägerhof***<br />

Hotel Ferienart Resort & Spa*****<br />

Walliser-Rösti. Dies in der Arvenstube des Restaurants<br />

Swiss Alp Style. Nicht nur das Essen<br />

duftet herrlich, auch die Arvenholz-Vertäfelung.<br />

Endlich bin ich angekommen in meinem<br />

Kurzurlaub.<br />

Nach Speis und Trank gehts hinüber zum Feeblitz,<br />

einer 900 Meter langen Rodelbahn. Mit<br />

einer Geschwindigkeit von bis zu 40km / h rast<br />

man den Hang hinunter – ein Höllengaudi, im<br />

Winter wie im Sommer. Da es in Saas Fee bereits<br />

ab 16 Uhr ziemlich kühl wird, kehren wir zurück<br />

in unser Hotel und gönnen uns ein wohltuendes<br />

Sprudelbad und einen Saunagang.<br />

Der kleine Spa- und Wellness-Bereich ist ganz<br />

passabel und erinnert an vergangene Tage. Leider<br />

lassen gewisse Mängel darauf schliessen,<br />

dass das Haus nicht wirklich drei Sterne verdient.<br />

Mein Fazit: ideal für ein kleines Budget,<br />

eine gute Küche und ein freundlicher und zuvorkommender<br />

Service. Ein absolutes «No Go»<br />

sind allerdings die künstlichen Blumen und die<br />

Plastik-Rosenblätter im Zimmer, die hinterlassen<br />

einen schalen Nachgeschmack.<br />

Da ich mir doch bessere Hotels gewöhnt bin, teste<br />

ich auch gleich noch das beste Hotel am Platz,<br />

das Fünf-Sterne-Haus Ferienart Resort & Spa.<br />

Hotel Ferienart Resort & Spa*****<br />

Das zentral gelegene Hotel im Herzen des Gletscherdorfes<br />

verfügt über sechs Restaurants,<br />

zwei Bars und einen riesigen Spa der Extraklasse.<br />

Die feudalen Zimmer sind auf dem neusten<br />

Stand, hier wurde viel Holz verarbeitet, auch für<br />

die Nachhaltigkeit (es war das erste klimaneutrale<br />

Hotel Europas). Im Übrigen setzt das Haus<br />

auf dieses Credo: Luxus und Ökologie auf höchstem<br />

Niveau!<br />

Nach einem kurzen Rundgang zieht es uns endlich<br />

auf die Skipisten und davon hat Saas Fee<br />

jede Menge. Die fantastische Lage der «Perle<br />

der Alpen» besticht nicht nur durch atemberaubende<br />

Panoramen, sie begeistert auch mit<br />

absoluter Schneesicherheit, im Winter wie im<br />

Sommer! Auf insgesamt 48 Abfahrten, sprich:<br />

145 Pistenkilometern, schlägt das Herz eines<br />

jeden Wintersportlers höher. Zudem gibt es in<br />

den 15 Bergrestaurants vom Take Away bis zur<br />

Gourmetküche einfach alles. Natürlich stehen<br />

für die Gäste auch Winterwanderwege (60km),<br />

Schneeschuhwege (54km) und diverse Langlaufloipen<br />

zur Verfügung. Die grosszügig präparierten<br />

Pisten gefallen uns besonders, hier gibts<br />

Platz so weit das Auge reicht. Spektakulär sind<br />

die Aussicht und die Abfahrt vom Allalin auf<br />

3500m. Hier liegen das höchste Drehrestaurant<br />

mit ebensolcher Metrobahn sowie der grösste<br />

Eispavillon der Welt!<br />

Zurück im Hotel ist für uns Wellness und Spa<br />

angesagt. Kein Wunsch bleibt offen, und so verbringen<br />

wir zwei Stunden in verschiedenen<br />

Dampfbädern, der Sauna, dem Aroma-Pavillon,<br />

einem Felsen-Whirlpool und der Quarzit-Grotte.<br />

Wer Lust hat, der gönnt sich eine wohltunende<br />

Massage oder peppt gleich noch schnell mit einer<br />

«!QMS Magic Man»-Kosmetikbehandlung<br />

sein Gesicht auf. Abends lernen wir die sechs Restaurants<br />

kennen. Hier kommen Gourmets voll<br />

auf ihre Kosten! Im eleganten Cäsar Ritz werden<br />

wir mit einem deliziösen Fünf-Gang-Menu verwöhnt<br />

– der Gipfel der Genüsse!<br />

Mein Fazit: Ein charmant und stilvoll eingerichtetes<br />

Hotel, das keine Wünsche offen lässt. Die<br />

sensationelle Küche und der Spa- & Wellnessbereich<br />

sind vom Feinsten. Und absolut top: die<br />

Raucher-Bar!<br />

Aktionen:<br />

Mit GA oder Halbtax-Abo locken im <strong>Februar</strong><br />

50 % Rabatt auf den Tages-Teller in allen Bergrestaurants.<br />

Im März sogar 50 % Rabatt auf den<br />

Skipass!<br />

Info:<br />

www.saas-fee.ch<br />

www.hotel-jaegerhof.ch<br />

www.ferienart.ch<br />

17


Nachgefragt CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Branko B. Gabriel<br />

trifft:<br />

Bekanntlich gehe ich sehr gerne<br />

auswärts essen. Lieber ist<br />

mir allerdings eine Einladung<br />

bei Freunden zu Hause. Dort<br />

trifft man unverhofft auf interessante<br />

und spannende Gäste.<br />

So auch neulich, als ich<br />

den bekannten Künstler Marc<br />

Bauer bei einem Dinner traf.<br />

Seine Zeichnungen sprechen<br />

eine eigene Sprache, sind<br />

meist sehr düster, eher kahl,<br />

und in Schwarz/Weiss<br />

Branko B. Gabriel: Marc, in einem Interview hast<br />

du einmal erläutert, dass sich hinter allem<br />

Schönen in Wirklichkeit etwas Faules verbirgt.<br />

Ist das immer noch deine Feststellung<br />

oder hast du deine Meinung geändert?<br />

Marc Bauer: Noch immer bin ich derselben Meinung.<br />

Schon als Kind hatte ich immer das Gefühl,<br />

dass etwas «Verfaultes» unter allem Schönen<br />

liegen muss. Dinge sind nicht immer so,<br />

wie sie erscheinen. Oft benötigt man einen<br />

zweiten Blick, das ist meine Sicht der Dinge.<br />

Natürlich liebe ich die Schönheit. Sie fasziniert<br />

mich ebenso sehr wie Horror oder Gewalt. Ich<br />

denke, ich bin auch ein Romantiker. Die Realität<br />

betrachte ich dennoch in erster Linie als ästhetisches<br />

Erlebnis. Wie damals beim gemeinsamen<br />

Dinner, als ich dich das erste Mal sah. Du<br />

warst zu spät und bist buchstäblich in die Szenerie<br />

reingeplatzt. Ein grossartiger Auftritt!<br />

Branko B. Gabriel: Erzähl uns doch kurz die<br />

wichtigsten Stationen in deinem Leben,<br />

welches waren für dich bisher die Höhepunkte<br />

in deiner künstlerischen Karriere?<br />

Marc Bauer: Ich habe diesbezüglich ein eher<br />

schlechtes Gedächtnis. Ich vermische sowohl<br />

Daten, Menschen als auch Orte. Betreffend Höhepunkte<br />

habe ich keine Ahnung. Ich hatte<br />

bislang Spass mit meiner Arbeit. Es war immer<br />

sehr intensiv und hoffentlich wird es auch so<br />

weitergehen.<br />

Branko B. Gabriel: Die Welt ist doch trotz all<br />

dem Elend schön. Wieso ist denn bei dir alles<br />

so düster, kahl und schwarz / weiss in deinen<br />

Zeichnungen. Warum bleiben nur Umrisse<br />

und Schattierungen haften?<br />

Marc Bauer: Die Welt ist durchaus schön und ich<br />

liebe Farben. Aber in meinen Arbeiten habe ich<br />

Mühe, Farben einzubauen. Diese würden den<br />

Bildern einen anderen Sinn aufzwingen. Beispielsweise,<br />

wenn ich eine Zeichnung meines<br />

Bettes am Morgen anfertige. Die Farben vom<br />

Laken würden die Aussage der Zeichnung verändern:<br />

Sind die Laken rot, weiss oder schwarz?<br />

Auch sind meine Erinnerungen, welche in meine<br />

Arbeit einfliessen, meist schwarz und weiss.<br />

Branko B. Gabriel: Homosexualität oder Fragen<br />

nach der Konstruktion von Männlichkeit<br />

Künstler Marc Bauer «Ich bin fasziniert von Horror und Gewalt»<br />

18


CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Nachgefragt<br />

spielen immer wieder eine Rolle in deinen Arbeiten.<br />

Du bist selber schwul und seit einiger<br />

Zeit mit deinem Partner verheiratet. Wie<br />

gehst du jeweils an deine Arbeiten heran?<br />

Marc Bauer: Meine Arbeit ist mir sehr nahe, sehr<br />

autobiografisch. Das trifft auch auf die Arbeiten<br />

zu, welche nicht wirklich in mein Leben<br />

passen. Es ist eine Kombination aus persönlichen<br />

Dingen, Fantasien und historischen Fakten.<br />

Ja, ich bin ein verheirateter Schwuler, was<br />

ich selbst als überaus amüsant empfinde. Nie<br />

hätte ich gedacht, dass mir so was widerfahren<br />

würde. Meine Homosexualität ist natürlich ein<br />

wichtiger Teil in meiner Kunst. Sie formt meine<br />

Gedanken in spezieller Weise und machte<br />

mich sensibel für viele Aspekte der Realität,<br />

sei es rein ästhetisch, politisch oder sexuell.<br />

Homosexualität funktioniert wie ein weiterer<br />

Filter auf die eigene Wahrnehmung. In meinen<br />

Arbeiten analysiere ich zudem geschichtliche<br />

Ereignisse oder persönliche Erinnerungen und<br />

versuche, diese in einer anderen Perspektive<br />

zu zeigen.<br />

Branko B. Gabriel: Auch die Themen Macht und<br />

Gewalt widerspiegeln sich immer wieder in<br />

deinen Arbeiten. Ein bekanntes Werk von dir<br />

ist «Abendland, Pope» von 2007. Ein nicht besonders<br />

nettes Bild von unserem Heiligen Vater.<br />

Provokant und gefährlich...<br />

Marc Bauer: Ich fühle mich unbehaglich bei Religion<br />

oder patriarchischen Figuren. Als wir<br />

Papst Benedikt das erste Mal in den Nachrichten<br />

sehen konnten, war ich schockiert. Er sieht eher<br />

wie ein Machtmensch aus, statt wie ein gläubiger<br />

Mann. Dies wollte ich versuchen zu zeigen.<br />

Ich mag dieses Portrait sehr. Der Papst sieht darauf<br />

eher tobend und verrückt aus, wir können<br />

nicht erkennen, ob er uns segnet oder droht. Ich<br />

bin fasziniert von Gewalt und es ist schrecklich<br />

das zu sagen, aber Gewalt ist sehr fotogen. Ich<br />

kann mich darin wirklich gehen lassen.<br />

Branko B. Gabriel: Deine Wurzeln sind in Genf,<br />

seit Jahren lebst du mit deinem Mann in Berlin,<br />

dem Gay- und Sündenbabel schlechthin.<br />

Was bedeutet dir persönlich dein Umfeld<br />

und wie wirkt es sich auf deinen künstlerischen<br />

Prozess aus?<br />

Marc Bauer: Obwohl ich nun schon seit vier<br />

Jahren in Berlin lebe, fühle ich mich oft noch<br />

fremd. Noch kenne ich Berlin nicht so gut und<br />

mein Deutsch ist eher chaotisch. Aber ich bevorzuge<br />

es, nicht wirklich ein Teil der Stadt zu sein.<br />

Sicher, die Gay-Szene in Berlin ist vielfältig, in<br />

welcher Stimmung du auch bist, es gibt immer<br />

einen Event, der sich dir anpasst. Meine Heimatstadt<br />

besuche ich dagegen selten. Mit Genf fühle<br />

ich mich nicht wirklich verbunden.<br />

Branko B. Gabriel: Im Moment bist du mit anderen<br />

Künstler an der Gruppenausstellung<br />

Reality Manifesto, or Can Dialectics Break<br />

Brick in der Kunsthalle Exnergasse in Wien<br />

zu sehen. Steht bald eine Ausstellung in der<br />

Schweiz auf dem Programm?<br />

Marc Bauer: Stimmt, gerade war ich in Wien für<br />

diese Ausstellung und ich muss sagen, Wien ist<br />

eine tolle Stadt, sehr exotisch. Und die Wiener<br />

sind an sich lustige Menschen. Nun konzentriere<br />

ich mich auf meine Ausstellung im Kunsthaus<br />

Baselland. Sie wird am 18. Mai eröffnet. Ich<br />

werde einige neue Arbeiten dafür kreieren, ich<br />

hoffe, du wirst kommen! Vorher, im März oder<br />

April, werden aber auch noch Zeichnungen von<br />

mir in der Galerie Freymond-Guth in Zürich<br />

gezeigt werden.<br />

Aktuelle Ausstellung: Wien, WUK / Kunsthalle<br />

Exnergasse, bis 3.März <strong>2012</strong><br />

Marc Bauer<br />

Marc Bauer, geb. 1975 in Genf, ist ein Schweizer<br />

Künstler, der hauptsächlich in Bleistift zeichnet<br />

und skizziert. Heute lebt er mit seinem Mann<br />

in Berlin. <strong>2012</strong> ist er nominiert für den renommierten<br />

«Drawing Prize Daniel & Florence Guerlain».<br />

Weitere geplante Ausstellungen sind im<br />

Kunsthaus Baselland, in der Galerie Freymond<br />

Guth in Zürich, sowie im La Station in Nizza.<br />

www.marcbauer.ch<br />

Dank an Raphael Gygax<br />

19


Kultur CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Russische Kunst<br />

seit 1970<br />

Das Kunstmuseum Bern gewährt<br />

mit «Passion Bild»<br />

Einblicke in eine umfangreiche<br />

private Sammlung<br />

russischer Gegenwartskunst.<br />

Der Schwerpunkt der Sammlung<br />

liegt in der Wendezeit.<br />

Die private Sammlung von Arina Kowner umfasst<br />

über 200 Werke von 49 Künstlerinnen<br />

und Künstlern. Das Kunstmuseum Bern kann<br />

mit diesen Werken quasi eine kunsthistorische<br />

Dokumentation einer gesellschaftspolitisch<br />

einmaligen Epoche darstellen. In Leningrad<br />

und Moskau entwickelten sich unterschiedliche<br />

Kunstströmungen in Thematik und Bildern,<br />

welche sich in dieser Sammlung widerspiegeln.<br />

Gezeigt werden bekannte russische<br />

«Untergrundkünstler», aber auch solche, welche<br />

hierzulande noch wenig bekannt sind. Beispielsweise<br />

der grosse Provokateur Vladislav<br />

Mamyshev, der sich «Monroe» nennt, und auch<br />

als solche auftritt.<br />

La Cage aux<br />

Folles<br />

La Cage aux Folles ist ab <strong>Februar</strong><br />

im Bernhard-Theater zu<br />

sehen. Erich Vock und Ehemann<br />

Hubert Spiess sind Zsa<br />

Zsa und Albin – in Schweizerdeutsch!<br />

Der Travestie-Club La Cage aux Folles präsentiert<br />

die einzige und einmalige Zaza. Dahinter<br />

verbirgt sich jedoch ein alternder, leicht melancholischer<br />

Mann namens Albin (Erich Vock),<br />

der seit zwanzig Jahren mit dem Clubbesitzer<br />

Georges (Hubert Spiess) zusammenlebt. Die beiden<br />

sind ein glückliches Paar, bis Georges’ Sohn<br />

Jean-Michel – ein «Fehltritt» aus Jugendjahren<br />

– verkündet, er werde Anna (Viola Tami), die<br />

Tochter eines bekannten ultrarechten Politikers<br />

(Hansjörg Bahl), heiraten.<br />

Jean-Michel will den Eltern seiner Braut eine<br />

Die Muppets<br />

Lange hat es gedauert, doch<br />

nun kehrt die Muppet-Show<br />

wieder ins Kino zurück. Die<br />

TV-Serie aus den 70ern konnte<br />

in den Staaten einen Hit<br />

landen.<br />

«The Muppets», der neue Film, handelt von<br />

Gary, Mary und Walter. Oder einfacher gesagt:<br />

einem Mann, seiner Freundin und einer braunen<br />

08/15-Puppe, die ein Leben lang sein bester<br />

Freund war. Diese drei wollen die alte Muppet-<br />

Gang zusammenbringen, um jenes TV-Studio<br />

zu retten, in dem das Original gedreht wurde.<br />

Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Inzwischen<br />

haben sich die Mitglieder der Show, die<br />

wir alle kennen und lieben, von den Brettern,<br />

die die Welt bedeuten, zurückgezogen. Miss<br />

Piggy beispielsweise ist Chef-Redakteurin der<br />

französischen Vogue, und als solche einer Anna<br />

Wintour durchaus ebenbürtig. Warum also<br />

sollten die Muppets ihr neues Leben aufgeben?<br />

Ein schwieriges Unterfangen für Gary, Mary<br />

und Walter. Denn der Tunichtgut Tex Richman<br />

© pd<br />

Vladislav Mamyshev als Marilyn Monroe,<br />

© Sergei Borisov<br />

Arina Kowner selbst ist aus Zürich, verfügt aber<br />

über russische Wurzeln. Sie selbst bezeichnet<br />

die Sammlung als eine Dokumentation von Erinnerungen,<br />

die ihr Leben prägten. Die Ausstellung<br />

wurde bereits im Dezember im Kunstmuseum<br />

Bern eröffnet und ist noch bis Mitte<br />

<strong>Februar</strong> zu sehen.<br />

Bis am 12. <strong>Februar</strong>, Kunstmuseum Bern<br />

www.kunstmuseumbern.ch<br />

untadelige Familie vorführen. Also wird die<br />

leibliche Mutter zum Familientreffen bestellt<br />

und Albin soll solange verschwinden. Man trifft<br />

sich bei Jacqueline (Maja Brunner) in deren Nobelrestaurant<br />

und der Abend scheint gerettet.<br />

Plötzlich fliegt die Tür auf. Eine Frau um die<br />

Fünfzig tritt ein. Die leibliche Mutter? Nein, es<br />

ist Albin – Mutter Albin!<br />

Schweizerdeutsch!<br />

Zum ersten Mal in der Geschichte dieses Musicals<br />

steht auch ein privates Paar auf der Bühne<br />

(Erich Vock und Hubert Spiess). Es ist zudem<br />

die erste schweizerdeutsche Fassung, welche<br />

im Bernhard-Theater ab dem 16. <strong>Februar</strong> zu<br />

sehen ist.<br />

Ab 17. <strong>Februar</strong> im Bernhard Theater Zürich<br />

www.la-cage.ch<br />

© pd<br />

ist entschlossen, unter dem Studiogelände nach<br />

Öl zu bohren. Der einzige Weg, ihn zu stoppen?<br />

Eine Show auf die Schirme zu bringen, die zehn<br />

Millionen Zuschauer begeistert.<br />

Die Story ist natürlich ein Witz und dient den<br />

wunderbaren Puppen nur als Spielplatz, um deren<br />

Charaktere möglichst breit zu präsentieren.<br />

Aber in Zeiten, in denen computeranimierte<br />

Roboter-Autos über die Leinwand krachen,<br />

bringen die Puppen der Muppet-Show eine fast<br />

schon lebensechte Performance auf die Bühne.<br />

Kinostart: 2. <strong>Februar</strong><br />

22


CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Kultur<br />

Marianne<br />

Faithfull<br />

Ein Weltstar besucht im <strong>Februar</strong><br />

das Theater Rigiblick.<br />

Die Sängerin und Schauspielerin<br />

Marianne Faithfull<br />

präsentiert einen Abend, der<br />

ihr persönlich am Herzen<br />

liegt: Sie liest Shakespeares<br />

Liebes-Sonette.<br />

The Artist<br />

Ein Stummfilm erobert derzeit<br />

die internationalen Kinos.<br />

Ausgerechnet. Drei Golden<br />

Globes ebnen den Weg zum<br />

Oscar.<br />

© pd<br />

Sie ist eine lebende Legende, an ihrem Namen<br />

kleben «Sex, Drugs and Rock’n’roll». Und doch<br />

ist sie mehr als das. Marianne Faithfull, einst<br />

Geliebte und Muse der Rolling Stones, begann<br />

ihre musikalische Karriere Mitte der 60er. Singles<br />

wie «As Tears Go By» oder «Sister Morphine»<br />

wurden Hits, dann der totale Absturz in die Heroinabhängigkeit.<br />

Eine Sucht, die sie auch verfolgte,<br />

als sie 1979 ein musikalisches Comeback<br />

vollbrachte mit dem Album «Broken English».<br />

Erst 1985 soll sie endgültig den Drogen abgeschworen<br />

haben.<br />

Es war nicht die Musik, welche Marianne Faithfull<br />

dabei half, sondern ihr Wunsch, auch als<br />

Schauspielerin anerkannt zu werden. Als solche<br />

feierte sie ihren grössten Erfolg mit dem<br />

Film «Irina Palm» (2007). Mittlerweile wurde<br />

aus dem einstigen Luder eine seriöse Künstlerin,<br />

deren Vergangenheit, so verwegen auch<br />

immer, fast schon etwas Cooles anhaftet. Derzeit<br />

befindet sich Marianne Faithfull mit einem<br />

Programm auf Tournee, welches ihr persönlich<br />

sehr am Herzen liegt. Sie liest Shakespeares<br />

Liebes-Sonette und rezitiert die Gedichte in Englisch.<br />

Dank Marianne Faithfull wird die schwierige<br />

elisabethanische Sprache von Shakespeare<br />

plötzlich ganz verständlich… und modern.<br />

2./3. <strong>Februar</strong>, Theater Rigiblick Zürich<br />

www.theater-rigiblick.ch<br />

© pd<br />

Kritik und Publikum sind entzückt vom französischen<br />

Film «The Artist», welcher für Furore<br />

sorgt. Denn «The Artist» ist ein Stummfilm.<br />

Schwarzweisse Bilder im Format 4:3 und die<br />

obligaten Zwischentitel ersetzen Farbe und Dialoge.<br />

Regisseur Michael Hazanavicius erzählt<br />

in seinem ungewöhnlichen Film die Geschichte<br />

eines Stummfilmstars, der sich in eine Komparsin<br />

verliebt. Diese wird bald durch das Aufkommen<br />

des Tonfilms ein grosser Star, der Schauspieler<br />

selbst verpasst den Anschluss.<br />

Bei der diesjährigen Verleihung der Golden<br />

Globes ging «The Artist» mit sechs Nominierungen<br />

ins Rennen, gewann dann in drei wichtigen<br />

Kategorien: beste Komödie, beste Filmmusik<br />

(darf man auch hoffen!) und bester Darsteller<br />

in einer Komödie (Jean Dujardin). Beste Voraussetzungen<br />

also, um bei den Oscars Ende <strong>Februar</strong><br />

so richtig abzuräumen.<br />

Kinostart: 26. Januar<br />

© pd<br />

Tim Fischer<br />

… singt ein Knef-Konzert.<br />

Im <strong>Februar</strong> ist der deutsche<br />

Chansonnier und Schauspieler<br />

im Theater am Hechtplatz<br />

in Zürich zu sehen. Mit seinem<br />

Programm, einer Huldigung<br />

an die grosse Hildegard<br />

Knef, begeistert er sein<br />

Publikum.<br />

Noch immer ist die Anziehungskraft der Hildegard<br />

Knef ungebrochen. Bereits Michael von<br />

der Heide konnte mit seinem Programm «Hilde»<br />

Erfolge feiern. Sein deutscher Kollege, der Chansonnier<br />

Tim Fischer, steht ihm in nichts nach<br />

und präsentiert seine erfolgreiche Hommage<br />

an die Knef dem Zürcher Publikum.<br />

So sagt Tim Fischer selbst: «Hildegard Knef war<br />

zweifellos eine schillernde, faszinierende Persönlichkeit,<br />

eine grosse Dame des Films – eine<br />

Künstlerin. Doch wer mich besonders beeindruckt,<br />

ist die Lyrikerin Hildegard Knef. Sie hat<br />

wunderschöne Texte geschrieben, die sich wie<br />

Gedichte von Christian Morgenstern lesen und<br />

von so grossartigen Komponisten vertont wurden.<br />

Die Songs strahlen eine unglaubliche Wärme,<br />

eine Zärtlichkeit aus. Die Knef hat es verstanden,<br />

auf mutige Art und Weise ihre Gefühle<br />

niederzuschreiben und uns somit unverblümt<br />

Einblick in ihr Leben und ihre Vorstellung von<br />

Menschlichkeit zu gewähren.»<br />

Begleitet von Rüdiger Mühleisen am Flügel, Ralf<br />

Templin an der Gitarre und Sebastian Selke am<br />

Cello, taucht Tim Fischer voller Energie, Liebe<br />

und Freude in den Kosmos der Knefschen Lyrik<br />

ein, die mit Wärme und tiefer menschlicher<br />

Einsicht vom Überleben, von Ängsten, vom Alltag,<br />

vom Glück und vom Unglück erzählt.<br />

13. & 14. <strong>Februar</strong><br />

Theater am Hechtplatz, Zürich<br />

www.timfischer.com<br />

23


Buch CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

«Um die Lebensleistung<br />

betrogen.»<br />

Ernst R. Borer – Für die freie<br />

und wehrhafte Schweiz<br />

– gegen deren Feinde<br />

Von Daniel Diriwächter<br />

24<br />

In der Zeit des Kalten Krieges<br />

solidarisierte sich der Schweizer<br />

Ernst R. Borer mit den Menschen<br />

hinter dem Eisernen<br />

Vorhang. Er prangerte auch<br />

das Schicksal der Tibeter und<br />

polnischer Exilarbeiter schonungslos<br />

an. Weitere Herkulesaufgaben<br />

folgten, aber Ernst<br />

R. Borers Taten und Errungenschaften<br />

wurden «nur» im Ausland<br />

gewürdigt. Eine Autobiographie<br />

von Sara Arnold-Korf<br />

soll das nun ändern.<br />

Sara Arnold-Korf, 41, ist den CR-Magazin-Lesern<br />

durch ihre Dossiers brisanter Themen bestens<br />

bekannt. Aber sie ist u.a. auch Autorin historischer<br />

Romane. Als solche recherchierte sie<br />

vier Jahre lang, um die Autobiographie eines<br />

modernen Wilhelm Tell niederzuschreiben,<br />

dessen Lebenswerk zeitlebens unzureichend<br />

gewürdigt wurde. Die Geschichte des Ernst R.<br />

Borer ist ein mutiges Zeitzeugnis, welches die<br />

SVP nur zu gerne für sich beanspruchen würde.<br />

Doch Sara Arnold-Korf findet tiefere Worte.<br />

CR-Magazin: Dein neues Buch «Ernst R. Borer –<br />

Für die freie und wehrhafte Schweiz – gegen<br />

deren Feinde» ist ab <strong>Februar</strong> auf dem Markt.<br />

Ein doch sehr ungewöhnliches Thema für<br />

dich.<br />

Sara Arnold-Korf: Überhaupt nicht. Ich wollte mit<br />

dem Buch einen wertvollen Beitrag zur Aufklärung<br />

leisten. Es geht um neun Jahrzehnte<br />

aus der Sicht eines bürgerlich-konservativen<br />

Mannes, der für die Demokratie, die Unabhängigkeit<br />

und für den Föderalismus in der Schweiz<br />

stand. Ernst R. Borers Geschichte wurde meiner<br />

Überzeugung nach sehr missverständlich dokumentiert.<br />

Nach mehr als vier Jahren in der<br />

Schweiz fühle ich mich hier zuhause. Insofern<br />

war es mein persönliches Bedürfnis, diese Geschichte<br />

niederzuschreiben. Es geht in erster<br />

Linie um die Würdigung eines Menschen, eines<br />

Demokraten und des Gründers der «Aktion für<br />

das Selbstbestimmungsrecht aller Völker».<br />

CR-Magazin: Du hättest jedoch auch einen Liebesroman<br />

schreiben können.<br />

Es gibt nichts Spannenderes, als die Geschichte!<br />

Und als Historikerin war dieses Buch eine Herausforderung.<br />

Im Mittelpunkt steht das Zeitzeugnis.<br />

Es würde meine Intelligenz beleidigen,<br />

wenn ich Bücher wie Rosamunde Pilcher oder<br />

Charlotte Link schreiben würde. Natürlich erreichen<br />

diese ein gewisses Publikum. Als Autorin<br />

einer Biographie oder eines historischen<br />

Romans konzentriere ich mich aber auf ein gewisses<br />

Niveau. Persönlich denke ich, dass reale<br />

Geschichte um einiges spannender ist. Verlage<br />

in der heutigen Zeit stehen unter dem Druck der<br />

Aktionäre. Zwei Drittel der Bücher sind nichtssagende<br />

Kriminalromane. Die heutige Literatur<br />

ist ein Geschäft der Globalisierung. Volksverdummung<br />

und allgemeine Verblödung sind<br />

Verlagsprogramm.<br />

CR-Magazin: Weshalb ist dein Buch so anders?<br />

In meinem Buch «Ernst R. Borer – Für die Freie<br />

und wehrhafte Schweiz – gegen deren Feinde»<br />

gibt es zur Abwechslung etwas zum Überlegen.<br />

Und was wäre dabei besser geeignet als ein<br />

realer Mensch, der nicht passiv dem Konsum<br />

folgte, sondern sich aktiv für die Freiheit jedes<br />

Einzelnen und für die Demokratie und die Wahrung<br />

der Menschenrechte eingesetzt hat?<br />

CR-Magazin: Du als Deutsche kannst dich derart<br />

für einen Schweizer begeistern?<br />

Was ist daran so schlimm, wenn es um Nationalstolz<br />

einer Heimat geht, die auch meine wurde?<br />

Und was ist daran so fremd, wenn ich über einen<br />

Patrioten, einen modernen Wilhelm Tell,<br />

ein Buch schreibe? Schliesslich hat auch der<br />

deutsche Literat Schiller das Schweizer Nationalbuch<br />

«Wilhelm Tell» geschrieben.<br />

CR-Magazin: Dein Buch wird aber insbesondere<br />

die SVP begeistern.<br />

Diese Bemerkung erscheint mir in diesem Kontext<br />

nicht sinnvoll. Spannender ist doch, dass<br />

ich als ehemalige Oppositionelle und Mitbegründerin<br />

der Grünen Partei in der damaligen<br />

DDR, deren Vater der Chef der Spionage-Abwehr<br />

war, erzähle, wie die demokratische Eidgenossenschaft<br />

damals den Kalten Krieg wahrgenommen<br />

hat. Wer sich für diese Sicht der Dinge interessiert,<br />

dem empfehle ich das Buch.<br />

CR-Magazin: Inwiefern hat dich Ernst R. Borer<br />

persönlich beeinflusst?<br />

Wenn es überhaupt in meiner eigenen Biographie<br />

jemanden gab, der mich fesseln konnte,<br />

so war dies Ernst R. Borer. Ich hatte Zugang zu<br />

seiner umfangreichen privaten Bibliothek. Die<br />

in dem Buch getroffenen Aussagen und Wertungen<br />

sind Borers individuelle. Ich habe das<br />

Buch geschrieben, Ernst R. Borer hat es autorisiert.<br />

Wir haben oft zusammen gelacht, die<br />

Luft angehalten und uns in Anbetracht der historischen<br />

Begebenheiten gewohnheitsmässig<br />

übergeben. Ernst R. Borer hatte grosses Vertrauen<br />

in mich. Ich bin sehr betrübt, dass er letzten<br />

November gestorben ist. Er wurde um die Würdigung<br />

seiner Lebensleistung betrogen.<br />

CR-Magazin: Welchen Wert hat das Buch von<br />

Ernst R. Borer für die Schweiz?<br />

Es gibt mittlerweile Hunderte von Büchern über<br />

die angebliche Opposition der Schweizer Linken<br />

in der Zeit des Kalten Krieges. Als literarisches<br />

Trüffelschwein habe ich in diesem Buch einen<br />

Protagonisten gefunden, der sich nicht der entsprechenden<br />

Politik der 70er-Jahre untergeordnet<br />

hat, sondern beharrlich die Ostdiktaturen<br />

angeprangert hat, wohlgemerkt ein Schweizer!<br />

Ich hatte damals hinter der Mauer schon immer<br />

das Gefühl, dass es im Westen Menschen<br />

gab, die mit uns fühlten. Die Erkenntnis, dass<br />

es einen Ernst R. Borer gab, der aktiv mit uns ge-


CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Buch<br />

litten hat, hat mich zutiefst berührt. Die<br />

Schweiz sollte stolz sein, dass sie durch<br />

ihre Philosophie einen solch grossartigen<br />

Menschen hervorgebracht hat. Ernst R.<br />

Borer wollte den Nationalstolz wahren,<br />

pflegen und schützen. Denn, wie Borer<br />

schon sagte, es genügt nicht, einfach nur<br />

die Nationalhymne an einem Anlass abzuspielen.<br />

Als 1991 am 700. Geburtstag<br />

der Eidgenossenschaft der Ruf ertönte<br />

«700 Jahre sind genug!», entgegnete Borer:<br />

«Immerhin sieben Jahrhunderte! Sozialistische<br />

Völker hatten schon nach 70<br />

Jahren genug!»<br />

Sara Arnold-Korf, Ernst R. Borer – Für<br />

die freie und wehrhafte Schweiz –<br />

gegen deren Feinde, Verlag: Books on<br />

Demand GmbH<br />

Ernst R. Borer<br />

Bis in die 60er-Jahre bestimmte Ernst R.<br />

Borer als Vorstandsmitglied des Christlichen<br />

Metallarbeiterverbands (CMV)<br />

massgeblich dessen politisch-gewerkschaftliche<br />

Ausrichtung. Sein Einsatz<br />

galt einem modernen christlichen Sozialprogramm.<br />

1962 gründete Borer die «Aktion für<br />

das Selbstbestimmungsrecht aller Völker».<br />

Diese erreichte durch ihre Gedenk- und Informationsveranstaltungen<br />

im In- und Ausland<br />

grosses Interesse. Die Anteilnahme der Schweiz<br />

während des Kalten Krieges am Schicksal der<br />

Menschen hinter dem Eisernen Vorhang fand<br />

Anzeige<br />

© Shadowangle<br />

bei den Betroffenen grosse Dankbarkeit. In<br />

den 70er-Jahren engagierte sich Borer für das<br />

Schicksal der Tibeter und wurde mehrmals vom<br />

Dalai Lama dafür gelobt. Weiter kämpfte Ernst<br />

R. Borer für die Zürcher Ehrenbürgerschaft des<br />

russischen Schriftstellers Alexander Solschenizyn,<br />

welcher das Schweizer Exil als dringenden<br />

Schutz benötigte, leider ohne Erfolg.<br />

In den 80er-Jahren lag Borers Fokus<br />

auf der atomaren Abrüstung. Nach dem<br />

Fall der Berliner Mauer engagierte er sich<br />

zudem für den Aufbau demokratischer<br />

christlicher Gewerkschaften in der ehemaligen<br />

DDR. Bemerkenswert auch sein<br />

geheimdienstliches Wissen, welches er<br />

sich zur Arbeit an seinem Buch «Heer<br />

und Haus» aneignete. Die Autobiographie<br />

«Ernst R. Borer – Für die freie und wehrhafte<br />

Schweiz – gegen deren Feinde» von<br />

Sara Arnold-Korf ist die Widerspiegelung<br />

der schweizerischen und internationalen<br />

Bewegungen, Entwicklungen und Ereignisse<br />

der vergangenen neun Jahrzehnte.<br />

Öffentliche Gedenkfeier<br />

Am Donnerstag, den 2. <strong>Februar</strong>, findet zu<br />

Ehren von Ernst R. Borer eine öffentliche<br />

Gedenkfeier statt. Der Anlass wird um<br />

eine Buch- und Kunstvernissage erweitert.<br />

Die Autorin Sara Arnold-Korf wird<br />

im Rahmenprogramm aus der Autobiographie<br />

«Ernst R. Borer – Für die freie und<br />

wehrhafte Schweiz – gegen deren Feinde»<br />

wichtige Passagen in einer Lesung präsentieren.<br />

Nach der Würdigung an Ernst R. Borer wird der<br />

darauffolgende Apéritif durch Petra Casagrande<br />

künstlerisch veredelt.<br />

Gendenkfeier mit Buch- und Kunstvernissage,<br />

Donnerstag, 2. <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong>, 14.00 Uhr<br />

Grossmünster-Helferei, Kirchgasse 13, Zürich<br />

Top Hit<br />

e shop<br />

Leckereien • Weine • Vodka • Whisky<br />

Olivenöl<br />

„Tagornar“<br />

jetzt im e shop!<br />

www.gnuesserei.ch<br />

25


Lifestyle CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

HOT 4 YOU!<br />

1innovative Schuhe<br />

Gerade sehr in Mode sind Kooperationen von grossen Fashionlabels mit<br />

namhaften Star-Designern. Auch die italienische Schuhmarke Geox<br />

hat diesen Schritt gewagt und mit dem Designer Patrick Cox eine Zusammenarbeit<br />

vereinbart. Der Brite entwirft für das Label eine so genannte<br />

Capsule Collection. Dieser Begriff steht für eine Kollektion, die<br />

– relativ losgelöst von der Markenlinie – mutige und innovative Modelle<br />

beinhaltet. Die neuen Treter sind ein echter Hingucker und very british. Wie immer<br />

bei Geox sind die Schuhe atmungsaktiv und haben einen besonders angenehmen<br />

Tragekomfort. Thanx Patrick!<br />

Ab <strong>Februar</strong> im Fachhandel erhältlich, www.geox.ch<br />

2geballte Power<br />

Der smarte Grossstadt-Hero setzt im kommenden Frühling / Sommer auf den neuen<br />

Duft Loaded von Strellson und verdreht so mit seiner coolen Cleverness und seinem<br />

lässigen Style allen den Kopf. Loaded steht für geballte Power und maskuline Energie.<br />

Eine dynamisch-vitalisierende Kopfnote mit gefrosteten Akkorden aus grünen<br />

Noten und schwarzem Pfeffer verleiht einen energetischen Kick, hölzerne Noten,<br />

Lakritze und ein Touch Ingwer machen den Duft unwiderstehlich und wecken die<br />

Abenteuerlust in Dir!<br />

Ab März im Handel. Eau de Toilette 50ml CHF 69.–<br />

3natürliche Schönheit<br />

Die neuen Kapseln aus dem Hause Burgerstein pflegen von innen und<br />

unterstützen so die natürliche Schönheit. Sun – schützt die Haut aktiv<br />

vor schädigenden Einflüssen und fördert eine schöne und gleichmässige<br />

Bräune. Skin – enthält ausgewählte Mikronährstoffe für die<br />

gezielte Ernährung der Haut und unterstützt Tag und Nacht eine optimale<br />

Zellerneuerung. Die vitalisierende Aufbau- und Pflegeformel<br />

von Burgerstein Hair&Nails versorgt die Haar- und Nagelwurzel mit<br />

wertvollen Nährstoffen und verleiht dem Haar neue Spannkraft und<br />

Lebendigkeit und den Nägeln Stärke und Widerstandskraft. Dank<br />

Burgerstein gesund und schön in den Frühling!<br />

In Apotheken und Drogerien erhältlich, ab CHF 26.–<br />

4heisse Nylonjacke<br />

«Ohne meine rote Nylonjacke des Kultlabels ‹Blauer USA› gehe ich nicht aus dem<br />

Haus!» Die coole und stylishe Windjacke ist aus super leichtem Nylon und passt perfekt<br />

zu den ersten Frühlingstagen. «Blauer USA» steht für qualitativ hochstehende<br />

Mode, die bezahl- und tragbar ist. Geeignet für einen Trip in die Berge und auch gern<br />

gesehen an coolen Parties in der Stadt. Da sie fast keinen Platz braucht, kann man<br />

sie problemlos auch in der Tasche verstauen, so sind die 3 Franken für die Garderobe<br />

auch schon gespart!<br />

Gesehen bei Jelmoli und Lorenz Bach (Gstaad und Zermatt)<br />

26


CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Musik<br />

Ed Sheeran<br />

+<br />

*****<br />

einer Engländerin, lebt heute in Framlingham, einem<br />

Fakten und Zahlen vorneweg: E. C. Sheeran, geboren<br />

am 17. <strong>Februar</strong> 1991 in Halifax als Sohn eines Iren und<br />

Kaff bei Suffolk, wo er auf der Couch surft und sich mit<br />

kleinen Gigs über Wasser hält. Bis vor kurzem. Für vier<br />

Brit-Awards wurde er nun nominiert. Elton John gratulierte<br />

Ed telefonisch aus den USA, er hatte bei den Golden Globes gerade in<br />

der Kategorie «Bester Filmsong» gegen Madonna verloren. Verlieren? Für<br />

seinen Freund und Protégé Ed ein Fremdwort. Der Siegeszug begann im<br />

Juni 2011, als seine erste Single «The A Team» auf Anhieb Platz 3 der britischen<br />

Charts eroberte, 58 000 verkaufte Exemplare in der ersten Woche,<br />

erfolgreichster Newcomer des Jahres, 13 Millionen YouTube-Klicks. Bald<br />

in der Agenda: Auftritte in renommierten TV-Shows und am legendären<br />

Glastonbury-Festival. Ed surft auf der Erfolgswelle. Fakten und Zahlen,<br />

sofort vergessen, hört man zum ersten Mal «The A Team».<br />

Unabhängig von Ort und Verfassung trifft sie mitten ins Herz, die Ballade<br />

über ein heroinabhängiges Mädchen, das Ed beim Jobben im Obdachlosenheim<br />

traf. Nicht gerade das, was man von einem 21-jährigen Überflieger<br />

erwartet hätte. Auf seinem Debütalbum «+» summiert der sympathische<br />

Rotschopf Geschichten seines Lebens. Geschichten von Legohäusern und<br />

Schaumbädern, von Liebe und Laster, vom Einschlafen und Aufwachen.<br />

«Ich will betrunken sein, wenn ich aufwache, auf der richtigen Seite des<br />

falschen Bettes», singt er im optimistisch-eskapistischen «Drunk», erzählt<br />

von einer zerbrochenen Märchen-DVD und gesteht «vielleicht bin ich nur<br />

verliebt, wenn du mich weckst» in «Wake me up», der schönsten Liebeserklärung<br />

seit langem.<br />

Eds Erfolg und Alter spannen ein weites Feld für Kritik auf. Natürlich hat<br />

er nicht alles gesehen, natürlich erfindet er kaum etwas neu. Die Stimme<br />

wird da und dort zu weinerlich, die Reime wandern auf der Kitschklippe.<br />

Mit der ehrlichen Tiefe einer Adele, mit Unmittelbarkeit, Ironie und Facettenreichtum<br />

macht sich Ed aber unberührbar, zu einem Meister der<br />

Momentmusik. Sie wirkt nie produziert oder gemacht, sie passiert einfach.<br />

Das talentierte Hantieren mit Gitarre und Loop-Station, mit Melodien und<br />

Wörtern, mit R’n’B und Folk, es verschwimmt fast im Herzblut.<br />

Und wenn man dann Fakten, Zahlen und Kritiken zusammengetragen<br />

hat, die CD im Player liegt, um einen in den Schlaf zu singen und für einen<br />

neuen Tag zu wecken, dann bleibt noch eines: Das Konzert am 9. März im<br />

Zürcher Kaufleuten. Tickets sollte man sich schnell sichern, bei einem Auftritt<br />

im Camdener Club «Barfly» stauten sich tausende Leute in der Strasse,<br />

der Gig musste dreimal wiederholt werden. Der Gig eines Gewinners, der<br />

Musik als Spiel versteht und doch mit jeder Note ehrlich bleibt. Verlieren<br />

kann nur, wer nicht zuhört. (rg)<br />

Air *****<br />

Le Voyage Dans La Lune<br />

Lange Zeit galt «Le voyage dans la lune» als verschollen,<br />

der Stummfilm von Georges Méliès<br />

aus dem Jahr 1902, ein SciFi-Pionierwerk. 1993<br />

tauchte eine Kopie auf, die in sorgfältiger Kleinstarbeit<br />

restauriert wurde. Sorgfältig war auch<br />

die Wahl der neuen Filmmusik: Air sollten es<br />

richten, die französischen Trip-Hopper der ersten<br />

Stunde. Beflügelt vom Erfolg der Aufführung<br />

in Cannes 2010 beschlossen Nicolas Godin<br />

und Jean-Benoît Dunckel, den 16-minütigen<br />

Soundtrack zu einem Album zu erweitern. Mit<br />

der zweiten Mond-Expedition kehren sie zu<br />

ihren Ursprüngen zurück: Zarte Elektronik,<br />

ätherische Stimmen, schwebende Melodien,<br />

und docken damit nach wenig<br />

überzeugenden Flügen<br />

in die Party-Electrosphäre<br />

endlich wieder an «Moon Safari»<br />

an, den unvergessenen<br />

Geniestreich von 1998. (rg)<br />

Lana del Rey *****<br />

Born To Die<br />

Plötzlich war «Video Games» da. Ein Echo aller<br />

gebrochenen Herzen dieser Welt, schaurig<br />

traurig, schaurig schön, und alle Welt fragte<br />

sich: «Who’s that Girl?» Eine Newcomerin ist<br />

Lana del Rey nicht wirklich, unter ihrem bürgerlichen<br />

Namen Lizzy Grant hat sie sich bereits<br />

einen musikalischen Rucksack gepackt.<br />

Für ihr «richtiges» Debüt hat sie nun ein ganzes<br />

Set von Designerkoffern randvoll gefüllt mit<br />

Reverenzen an Vintage-Divas und Trash-Sternchen.<br />

Begleitet wird Lana von einer Entourage<br />

aus hochkarätigen Produzenten: Guy Chambers<br />

(Robbie Williams), Chris Braide (Paloma<br />

Faith), Eg White (Duffy, Adele), um nur einige<br />

zu nennen. Ein Album ganz<br />

im Stil von «Video Games»:<br />

Grosses Kino, perfekter Pop.<br />

Als Künstlerin bleibt Lana<br />

aber eine Kunstfigur, unterkühlt<br />

und unfassbar. (rg)<br />

Diagrams *****<br />

Black Light<br />

Es begann im Ministudio unter einem Londoner<br />

Kleiderladen. Hier waren sie eingesperrt,<br />

Sam Genders, der Pub-Gitarrist und Mike Lindsay,<br />

Produzent von Webejingels und Softporno-<br />

Soundtracks. Während der Öffnungszeiten gab<br />

es kein Entkommen, denn der Ausgang führte<br />

durch die Umkleidekabine. Ein überaus kreatives<br />

Gefängnis, unter dem Bandnamen Tunng<br />

entstand ein geniales Album und ein neuer Musikstil:<br />

Folktronica. Später wurde die Band mehrmals<br />

erweitert, nun ist Genders solo unterwegs,<br />

und es bleibt alles anders: Folk und Pop, Bläser<br />

und Chöre, psychedelisch kühle Strophen und<br />

bombastisch wärmende Refrains. Grosse unverbrauchte<br />

Songs, die Effekte<br />

sparsam aber wirkungsvoll<br />

einsetzen, die lieber über<br />

den Plattentellerrand blicken<br />

als sich in Stilschubladen<br />

zu verkriechen.(rg)<br />

27


Szene CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Parties und<br />

Events<br />

28<br />

A Fairy Tale<br />

Angels Kitsch Party<br />

Nicht ganz ohne Stolz präsentieren die Angels<br />

an der Kitsch Party DJ und Produzent Micky<br />

Friedmann an den Plattentellern. Die Liste<br />

seiner Live-Acts liest sich wie eine Weltreise:<br />

Splash und Alegria in New York City, Hustlaball<br />

London, Scandal Ibiza, Circuit Barcelona, La<br />

Demence Brussels, Celebrities Vancouver, GMF<br />

Berlin… und jetzt Zürich.<br />

Ist Micky Friedmann heiss? Auf jeden Fall! Der<br />

Mann UND seine Musik. Er verspricht einen<br />

intelligenten Musikstil, damit die Leute bereichert<br />

nach Hause gehen mit einem neuen<br />

Sound in ihren Köpfen.<br />

Der Upper Floor gehört auch dieses Jahr den Lokalmatadoren:<br />

das DJ-Duo Wollana und Rolly<br />

brachte an der letzten Kitsch Party die Tanzpiste<br />

fast zum Einsturz und die Menge schrie nach<br />

MEHR! Hier sind sie wieder: Wollana und Rolly,<br />

das Lollipop-Duo.<br />

Angels Kitsch Party<br />

28. Januar <strong>2012</strong>, ab 22.00 Uhr<br />

Volkshaus Zürich<br />

Stauffacherstrasse 60<br />

8004 Zürich<br />

www.angels.ch<br />

Neu im<br />

Bagatelle 93<br />

Die Flexx-Macher fordern alle schrillen Gestalten<br />

und sonstige Afterhour-Liebhaber auf, sich<br />

im Club Bagatelle 93 für die offizielle Kitsch-<br />

Party-Afterhour einzufinden. Das Bagatelle<br />

lädt zum ausgelassenen Feiern unter Gleichgesinnten<br />

ein. Musikalisch werden DJ Franco<br />

und Flexx Resident DJ ajaxx das ganze Spektrum<br />

progressiven Sounds auffahren. Und da<br />

sich das Bagatelle nur wenige Gehminuten vom<br />

Volkshaus befindet, fallen weder Taxikosten<br />

noch Wartezeiten zum Weiterzappeln an.<br />

Kitsch Afterhour<br />

Sonntag, 29. Januar, ab 5.00 Uhr<br />

Club Bagatelle 93, Langstrasse 93,<br />

8004 Zürichl<br />

Jack<br />

The Skinand Soul Isue<br />

Weil <strong>2012</strong> angeblich dem Weltuntergang geweiht<br />

ist, scheinen den Jack -Machern die nächsten<br />

12 Monate geradezu prädestiniert dazu,<br />

nochmals richtig auf den Putz zu hauen.<br />

Den Anfang mit den fetten Jack-Sausen des neuen<br />

Jahres am Pelikanplatz macht Terry Vietheer,<br />

einer der nicht nur für seine Madonna-RMXs berühmt<br />

ist, sondern auch deshalb, weil er beim<br />

Plattenlegen verdammt gut aussieht. Dass er<br />

die weltweiten Dance-Charts seit Jahren mit<br />

seinen housigen Produktionen anführt, liegt<br />

jedoch definitiv an seinem musikalischen Talent.<br />

Mit seiner Nähe zum Publikum, sorgt er<br />

für unvergessliche Momente, die dem Partyvolk<br />

von London bis Berlin gleichermassen unter die<br />

Haut gehen.<br />

Der Lausanner DJ Laurent Charbon, der Zweite<br />

auf Jacks Mainfloor, weiss seit den 90ern, welche<br />

Register zu ziehen sind, um auch mit Unkonventionellem<br />

Massen zu begeistern. Der Röstigraben<br />

hielt in seinem Vokabular erst gar nie<br />

Einzug: War er doch jahrelanger Stammgast<br />

im Zürcher Rohstofflager und massgeblich daran<br />

beteiligt, dass die Zürcher wiederum nach<br />

Lausanne ins MAD pilgerten. Als Taktgeber zwischen<br />

House, Elektro und «typisch Charbon»<br />

wird er die JACK-Nacht einmal mehr mit musikalisch<br />

Hochkarätigem veredeln.<br />

Hinter dem Plattenteller auf dem zweiten Tanzboden<br />

steht DJ Zör Gollin. Er gilt als Pionier einer<br />

Gay-Party-Generation, die sich vor rund zehn<br />

Jahren bereit zeigte, ein musikalisch immer ähnlich<br />

gestricktes Muster zu durchbrechen. Mit Hip<br />

Hop und R‘n‘B holt er noch heute schwule Männer<br />

und Jungs in die Gay Clubs, die ihr Wochenende<br />

normalerweise eher draussen verbringen.<br />

Jack – The Skin and Soul Issue<br />

Samstag, 11. <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Festsaal, Pelikanplatz, 8001 Zürich<br />

www.jackcompany.com<br />

www.twitter.com/jackcompany<br />

Labor für moderne<br />

Musik<br />

Relab im Aaah!<br />

Einmal im Monat wird das AAAH! zum Labor<br />

für moderne Musik, welche das Beste aus Underground<br />

und Subkultur zusammenbringt.<br />

Die Local Heroes Garcon Sauvage und Thomi B<br />

präsentieren an diesem Abend das Neueste,<br />

was es in den Stilrichtungen Progressive und<br />

TechHouse im Moment zu hören gibt. Beide<br />

DJs haben schon in praktisch allen Gay Clubs


CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Szene<br />

der Schweiz aufgelegt und verfügen über eine<br />

besonders feine Nase, wenn es darum geht, die<br />

neusten Trends und Tracks aufzuspüren. Und<br />

natürlich auch über das geschulte Ohr, um herauszufiltern,<br />

was davon wirklich gut genug<br />

ist, um an der Relab gespielt<br />

zu werden.<br />

Relab im Aaah!<br />

Samstag, 11. <strong>Februar</strong><br />

<strong>2012</strong>, ab 22.30 Uhr<br />

Club Aaah!.<br />

Marktgasse 14,<br />

8001 Zürich<br />

www.g-colors.ch<br />

Anzeige<br />

Highlights der<br />

Clubkultur<br />

Klubnacht mit DJ CK<br />

Die Partyreihe, an welcher das T&M und AAAH!<br />

Highlights aus der europäischen Clubkulturpräsentieren,<br />

geht in die nächste Runde. Internationaler<br />

Headliner im <strong>Februar</strong> ist der Deutsche<br />

DJ CK. Chris, wie der 25-jährige Beau aus<br />

Köln im bürgerlichen Leben heisst, ist ein gerngesehener<br />

DJ in den bekannten Gay Clubs von<br />

Berlin, München, Frankfurt, Hamburg und natürlich<br />

seiner Heimatstadt Köln. DJ CK ist aber<br />

nicht nur ein profilierter DJ, er produziert auch<br />

seine eigenen Tracks. Nebst Vocal- und Electro-<br />

House ist seine Spezialität das Produzieren von<br />

House-Remixes bekannter Chart-Hits. Damit<br />

wird er das T&M garantiert zum Beben und die<br />

Besucher zum Schwitzen bringen.<br />

Mit Gil Everest und Gaetano rocken zwei Schweizer<br />

DJs an diesem Abend den CLUB AAAH!.<br />

Gaetano ist ein Urgestein des Zürcher Nachtlebens<br />

und es gibt fast keinen Club in Zürich, in<br />

dem er nicht schon aufgelegt hat. Unterstützt<br />

wird er vom jungen DJ Gil Everest aus Lausanne,<br />

welcher bereits verschiedentlich Gast im<br />

AAAH! war. Er wird den Club bis in die frühen<br />

Morgenstunden zum Tanzen bringen.<br />

Klubnacht im T&M und Club Aaah!<br />

Samstag, 18. <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong>, ab 21.30 Uhr<br />

T&M Club Aaah!, Marktgasse 14, 8001 Zürich<br />

www.g-colors.ch<br />

Rollkoffer<br />

Irena de la Boom und Krizzi<br />

Boop verwandeln ein<br />

weiteres Mal die Pfingstweide<br />

in eine heisse Partynacht.<br />

Wie immer spielt bei den Rollkoffer-Parties<br />

das Line-up eine grosse Rolle, so legen die bekannten<br />

Jungs von Unite Joram und Helder<br />

(Zürich & Berlin), Beda, Bang Goes & Toxic Angel<br />

auf und lassen die Flip-Flops bis in den frühen<br />

Morgen tanzen! Seit über 20 Jahren bereichert<br />

und verwöhnt Creative Party Director Irena de<br />

la Boom mit ihren legendären Parties die Zürcher<br />

Underground-Szene. Mit ihrem Label Rollkoffer<br />

hat sie auch dieses Jahr einige verrückte<br />

Destinationen vor.<br />

Den ersten Stopp legt der Rollkoffer am 24. <strong>Februar</strong><br />

in der Pfingstweide ein, mit im Gepäck<br />

ist eine internationale Entourage aus Tänzern,<br />

Freaks und Performance Künstlern und natürlich<br />

allerlei Summer-Stuff, wie etwa ein Dancefloor<br />

mit echtem Sandstrand (Flip-Flops nicht<br />

vergessen!), einer Gelateria, einem Massagecorner<br />

und einer traumhaften Beach-Bar!<br />

Rollkoffer<br />

Freitag, 24. <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong>, ab 23.00 Uhr<br />

DJs: Joram, Helder (Unite), Beda, Bang Goes &<br />

Toxic Angel<br />

Pfingstweid-Klub,<br />

Pfingstweidestrasse 12, 8005 Zürich<br />

www.facebook.com/rollkoffer_crew<br />

20 bis 100 mal<br />

ansteckender<br />

29


DVD / Blu-ray CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Die Mission<br />

Plädoyer gegen Gewalt<br />

San Francisco galt einst<br />

als Stadt der freien Liebe,<br />

noch immer ist sie<br />

die Stadt der Schwulen.<br />

Doch auch dort gibt es<br />

ein homophobes Klima,<br />

welches jungen Schwulen<br />

zusetzt. Besonders in<br />

der Latino-Community.<br />

Regisseur Peter Bratt gelang<br />

mit dem preisgekrönten Drama «Die Mission» (La<br />

Mission) ein dramatischer Film über die Kraft der<br />

Liebe. Halb Familiendrama, halb leidenschaft-<br />

*****<br />

liche Hommage an eine einzigartige Nachbarschaft,<br />

brilliert dieses flammende Plädoyer gegen<br />

Gewalt und Intoleranz durch famose Höchstleistungen<br />

und einen kongenialen Soundtrack.<br />

Aufgewachsen in dem rauen und homophoben<br />

Klima des Mission District in San Francisco, ist<br />

es für den jungen Jesse kein leichtes Unterfangen,<br />

seine Homosexualität vor dem in Macho-<br />

Traditionen erstarrten Vater geheim zu halten.<br />

Als dieser durch Zufall ein eindeutiges Foto von<br />

seinem bis dahin abgöttisch geliebten Sohn in<br />

die Finger bekommt, rastet der Alleinerziehende<br />

völlig aus. Jesse bleibt keine andere Wahl, als<br />

sich zwischen der Welt des Vaters und dem, was<br />

er selbst ist, zu entscheiden.<br />

Das Filmfest Hamburg schrieb in seiner Kritik,<br />

dass der Film ein feines Bild der Latino-Community<br />

in San Francisco zeichne. Großartige Musik<br />

lasse zudem ein komplexes Bild einer Welt<br />

voller Widersprüche, aber auch unbändiger Lebensfreude<br />

entstehen. Ein berührender, nachdenklich<br />

stimmender Film, der auch noch Spass<br />

macht. Fürwahr, eine tolle Rezension!<br />

Ab sofort auf DVD!<br />

Die drei Musketiere *****<br />

Abenteuer<br />

Einst hüpfte Richard Chamberlain in Strumpfhosen<br />

durch die Szenerie und konnte mit seinen Mitstreitern<br />

per Mantel und Degen einen Krieg zwischen Frankreich<br />

und England verhindern. Die Geschichte von Alexandre<br />

Dumas wurde schon oft filmisch umgesetzt.<br />

Doch nun das erste Mal in 3D – für das Kino, wohlbemerkt.<br />

Auf DVD und BluRay macht das wenig Sinn.<br />

Geblieben ist ein fast schon altbackener Kostümfilm,<br />

dessen Story aber mit viel Schwung inszeniert wurde.<br />

Wenn D’Artagnan sich den drei Musketieren anschliesst, um gegen den<br />

machthungrigen Kardinal Richelieu zu kämpfen, und die Herren des<br />

Films der teuflischen Milady de Winter ins Dekolleté starren, dann macht<br />

dies den Charme eines Abenteuerfilms aus. Nicht zu vergessen sind die<br />

tollen Darsteller: Orlando Bloom, Christopher Waltz und Milla Jovovich<br />

sprühen vor Spielfreude. Einer für alle! Alle für einen!<br />

Auf DVD und Blu-ray ab 9. <strong>Februar</strong>!<br />

Pulp Fiction *****<br />

Moderner Klassiker<br />

Quentin Tarantinos «Pulp Fiction» ist mittlerweile Kult.<br />

Nun erscheint eine Special Edition als Blu-Ray. Gestochen<br />

scharf und doch so dreckig kann dem brutalen<br />

Treiben noch einmal gehuldigt werden. Die Profikiller<br />

Vincent und Jules, oder der Gangsterboss Marsellus mit<br />

seiner koksender Freundin Mia, sowie diverse sonderbare<br />

Charaktere mehr – all dies macht die Story zu Nebensache<br />

und wird stattdessen zu einem Feuer werk an<br />

coolen Sprüchen. Dies, obschon Tarantino eine wahre<br />

Kunst vollbrachte, um drei Episoden geschickt miteinander zu verknüpfen.<br />

John Travolta gelang mit «Pulp Fiction» ein fulminantes Comeback und<br />

Uma Thurman wurde zur ewigen Tarantino-Muse. Nur dank ihr wurde<br />

«Kill Bill» gedreht. In der Special Edition gibt’s eine Reihe von Features, zum<br />

Beispiel die Dokumentation «Pulp Fiction – Die Fakten», sowie geschnittene<br />

Szenen, Interviews, Trivia oder eine Featurette zum Produktionsdesign.<br />

Auf Blu-ray ab 2. <strong>Februar</strong>!<br />

30


Gesundheit CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Pia<br />

Im «Meinen» liegt<br />

die Gefahr<br />

Herzlich willkommen im Schaltjahr <strong>2012</strong>, meine<br />

Herren. Ich hoffe, ihr seid alle auf den Füssen<br />

gelandet – wenn nicht, dann lohnt es sich jetzt<br />

meiner Meinung nach auch nicht mehr gross,<br />

die Stabilität vor der Fasnacht noch herzustellen.<br />

Ich weiss natürlich schon, dass der Zürcher<br />

diesem wertvollen Kulturgut eher reserviert<br />

gegenübersteht, aber wir Luzerner sind ab dem<br />

16. <strong>Februar</strong> konsequent total tschüss. Da müssen<br />

wir jetzt halt durch mit mir, gell. In diesem<br />

Sinne werde ich nun versuchen, noch schnell<br />

ein paar vernünftige Sätze zu sagen, bevor ich<br />

mich dann für den Rest des Monats vergesse:<br />

Das Wort der Stunde heisst nicht Fasnachtschüechli<br />

oder Devisentransaktion, sondern Primo-Infekt.<br />

Und wer den versteht, verfügt über<br />

mehr Insiderwissen als manche Bankiersgattin.<br />

Man kann es sich so vorstellen: Wenn ich mir<br />

einen Kaffee rauslasse und sofort einen Schluck<br />

nehme, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich<br />

mir die Fresse verbrenne um ein Vielfaches grösser,<br />

als wenn ich einen Moment gewartet oder sicherheitshalber<br />

kalte Milch reingeschüttet hätte.<br />

Genauso verhält es sich mit dem Primo-Infekt.<br />

Wer unsafen Sex mit einem Mann hat, der sich<br />

selber erst vor kurzem angesteckt hat, dessen<br />

Risiko ist um ein Vielfaches höher, weil die Konzentration<br />

der Viren bis drei Monate nach der<br />

Ansteckung am höchsten ist. Das Risiko wird<br />

in diesem Moment allerdings noch potenziert<br />

durch argloses «Meinen».<br />

Im «Meinen» liegt eine enorme Gefahr. Denn<br />

in den allermeisten Fällen folgt auf «Meinen»<br />

Ungemach, das man bestenfalls hätte vermeiden<br />

können.<br />

Man kann zum Beispiel «meinen», mit einem<br />

300 Meter langen Kreuzfahrtschiff ohne weiteres<br />

150 Meter vom Ufer entfernt um eine Insel<br />

rumgurken zu können. Kann man meinen.<br />

Oder aber man «meint», man sei HIV-negativ,<br />

weil man vor kurzem einen Test gemacht hat<br />

und jetzt in der Zwischenzeit sicher nicht<br />

gleich was passiert ist. Man kann auch meinen,<br />

die jahrelange Fickbekanntschaft ist sicher negativ.<br />

Gehört ja schon fast zur Familie.<br />

Ganz zu schweigen von den nicht eingehaltenen<br />

Haushaltversprechen. Zu Hause bare und<br />

auswärts safe – Ehrenwort! Weisch wer meint?...<br />

Das Problem liegt schon lange nicht mehr im<br />

Wissen um Safer Sex. Keiner weiss mehr über<br />

Safer Sex als wir Schwulen und dann ficken wir<br />

doch manchmal unsafe. Wir sind Menschen.<br />

Dass aber die Zahl der Neuansteckungen nach<br />

wie vor bei uns am höchsten ist, das kann uns<br />

nicht egal sein und das dürfen wir nicht hinnehmen.<br />

Irgendwie müssen wir es hinkriegen, dass<br />

die Virenlast in der schwulen Community abnimmt.<br />

Für immer auf den Gummi schwören<br />

ist eine Illusion. Jeden Montag einen Test machen<br />

gehen – ist auch beknackt. Habt Ihr Ideen,<br />

wie wir diese Kette aus «Meinen» und «Primo-<br />

Infekt» brechen? Habt ihr Lust darauf, dass<br />

unsere Community sicherer und damit noch<br />

geiler wird? Ich freue mich rüüdig darauf, zu<br />

hören, was ihr denkt. Gemeinsam können wir<br />

es schaffen.<br />

Allerdings erst nach der Fasnacht, gell.<br />

Es grüsst euch Pia!<br />

Hepatitis C durch eine<br />

Zahnbürste?<br />

Hallo Dr. Gay<br />

Am Wochenende war ich zu Besuch in einer WG, wo viele Leute das gleiche<br />

Bad benutzen. Nachdem ich mir am Sonntagmorgen kurz die Zähne<br />

geputzt hatte, fiel mir auf, dass vielleicht jemand meine Zahnbürste benutzt<br />

hatte, denn diese stand nicht mehr am gleichen Platz. Meine Frage:<br />

Besteht die Möglichkeit, dass ich mich mit Hepatitis C angesteckt habe,<br />

wenn einer der WG-Bewohner mit Hepatitis C infiziert ist und sich mit<br />

meiner Zahnbürste die Zähne geputzt hat? Ab welchem Zeitpunkt kann<br />

ich einen sicheren Hepatitis-C-Test machen?<br />

Gruss, Andreas, 33<br />

Hallo Andreas<br />

Hepatitis C wird durch Blut übertragen. Darum birgt das gemeinsame<br />

Benutzen von Gegenständen, die mit Blut verunreinigt sein könnten, ein<br />

Risiko. Eine Übertragung durch gemeinsames Benutzen der Zahnbürste<br />

ist zwar möglich, aber das Risiko ist eher klein. Eine Infektion wird in der<br />

Regel durch die Kombination des Nachweises von Antikörpern gegen das<br />

Virus sowie von Virusbestandteilen im Blut festgestellt. Die Antikörper<br />

sind meist etwa einen Monat bis drei Monate (in Einzelfällen allerdings<br />

auch erst sechs bis zwölf Monate) nach der Infektion nachweisbar. Die<br />

Virus bestandteile können dagegen oft schon nach zwei Wochen nachgewiesen<br />

werden. Wenn du sicher gehen willst, lass dich auf Hepatitis C testen.<br />

Dein Arzt wird dich zum genauen Vorgehen beraten.<br />

Alles Gute, Dr. Gay<br />

Ist perfektes Aussehen so<br />

wichtig?<br />

Hallo Dr. Gay<br />

Ich glaube, dass ich schwul bin. Aber wenn ich andere schwule Männer<br />

und Jungs sehe, merke ich, dass ich bei ihnen gar nicht gut ankomme. Was<br />

mache ich falsch? Muss manwirklich immer absolut perfekt aussehen, damit<br />

man nicht nur mittelmässig gut aussehende Männer kennen lernt?<br />

Ich würde gerne endlich einen gut aussehenden Mann kennen lernen.<br />

Kannst du mir helfen?<br />

Benny, 19<br />

Hallo Benny<br />

Ob jemand perfekt aussieht oder nicht, liegt im Auge des Betrachters. In<br />

den Medien und in der Werbung werden uns tagtäglich Idealbilder vorgeführt,<br />

wie wir zu sein und auszusehen haben. Lass dich davon nicht<br />

blenden. Sei du selbst. Vergiss dabei aber nicht, dass dein Gegenüber,<br />

genauso wie du, Wert auf ein gewisses Äusseres legt. Pflege dich und deinen<br />

Körper. Treibe Sport. Aber mache nichts irgendjemandem zuliebe,<br />

sondern mache es für dich. Bleibe dir selber treu. Es geht dabei nicht darum,<br />

«perfekt» auszusehen. Sympathien und Charaktereigenschaften<br />

spielen genauso eine Rolle. Wenn du zu diesem Thema weitere Informationen<br />

oder eine persönliche Beratung möchtest, steht dir das Team auf<br />

www.du-bist-du.ch gerne zur Verfügung.<br />

Alles Gute, Dr. Gay<br />

32


CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Prävention<br />

«Break The Chain»<br />

Die Gay Community sicherer<br />

machen<br />

Eine grossangelegte Kampagne<br />

der Schweizer Checkpoints<br />

wirft ihre Schatten voraus.<br />

Unter dem Titel «Break<br />

The Chain» sollen schwule<br />

Männer im April landesweit<br />

ausschliesslich Safer Sex<br />

praktizieren. Die Idee selbst<br />

ist nicht neu, schon die «Mission:<br />

Possible» der Aids-Hilfe<br />

Schweiz konzentrierte sich<br />

2008 erfolgreich auf die HIV-<br />

Primoinfektion.<br />

Wie wird die Gay Community sicherer? Das Rezept<br />

heisst «Break The Chain», das neue nationale<br />

Projekt für schwule Gesundheit. Schwule<br />

Männer schützen sich nach wie vor gut, doch<br />

es braucht nun einen Tick mehr. «Ein einziger<br />

Monat genügt, damit der Sex für alle sicherer<br />

wird», erklärt Andreas Lehner vom Checkpoint<br />

Zürich, Projektleiter von «Break The Chain».<br />

Die Checkpoints Zürich und Genf haben im<br />

Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG)<br />

eine Kampagne mit einem ganz neuen Groove<br />

entwickelt.<br />

Infektionsketten unterbrechen<br />

Denn HIV verbreitet sich hauptsächlich während<br />

der Primoinfektion. So, wie wir Schwulen<br />

unsere Sexualität ausleben, entstehen Infektionsketten,<br />

über die sich das Virus<br />

rasch verbreitet. In den ersten Monaten<br />

einer HIV-Infektion, der Primoinfektion,<br />

ist man 20- bis 100-mal<br />

ansteckender als später. Ausserdem<br />

pflegen viele von uns parallele<br />

Sexbeziehungen. Beispielsweise<br />

haben wir sexuelle<br />

Netzwerke mit festen Fuckbuddies.<br />

Wir kennen einander<br />

und vertrauen darauf,<br />

dass jeder negativ ist, weil<br />

wir gewisse Absprachen haben,<br />

nur «untereinander»<br />

ohne Gummi zu ficken.<br />

Steckt sich nun doch einer<br />

neu mit dem HI-Virus an,<br />

dann wird das Virus in<br />

einem solchen Netzwerk<br />

schnell weitergegeben, jeder<br />

ist Glied einer Infektionskette.<br />

Jeder kann mitspielen<br />

«Gemeinsam können wir es schaffen»,<br />

erklärt Andreas Lehner. Dies funktioniert<br />

so: Wenn es uns gelingt, einen<br />

Monat lang jede HIV-Infektion zu<br />

vermeiden, sind viel weniger Männer<br />

mit einer hochansteckenden Primoinfektion<br />

unterwegs. Es wird sicherer<br />

für alle. Erreichen können wir dies nur<br />

gemeinsam, es geht aber ganz einfach: Im kommenden<br />

März wählt jeder entweder über die<br />

Smartphone App oder die Website von Break<br />

The Chain seinen persönlichen Einsatz für den<br />

April aus. Vom 1. bis 30. April heisst es dann: Gemeinsam<br />

Spass haben – und die Szene sicherer<br />

machen! Über die «Break The Chain»-App bekommen<br />

die Teilnehmer im Aktionsmonat Vouchers<br />

für tolle Angebote und spezielle Events<br />

direkt auf ihr Smartphone. So bleibt jeder bei<br />

seinem Einsatz. Andreas Lehner ist überzeugt:<br />

«Break The Chain wird die Community verändern.<br />

Von jedem braucht es nur einen kleinen<br />

Einsatz und daraus wird etwas Grosses!»<br />

www.BreakTheChain.ch<br />

<br />

© pd<br />

33


Agenda CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

FR 27. Januar<br />

Zürich<br />

19.30 GayMigs – schwule Migranten:<br />

Treff im HAZ-Centro, Sihlquai 67<br />

20.00 Queertango Queer: Milonga für Schwule,<br />

Lesben und ihre Freunde. Cafetin Buenos<br />

Aires/El Artesano, Alfred-Escherstr. 23<br />

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14.<br />

Chartstation. DJ Marc S<br />

22.00 Lollipop Party mit 3 Tanzpisten!: Schlager,<br />

Schweizerhits mit Hauch von Canzoni &<br />

Chansons; Disco 80er/90er; Après Ski, die<br />

grössten Pistenheuler und Hitparaden<br />

Knaller. Plus Karaoke Lounge. X-Tra,<br />

Limmatstr. 118. Infos www.lollipopparty.ch<br />

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren Cruising unlimited<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Progressive Locals.<br />

DJs La Luna & Angy Dee<br />

23.00 Magnusbar:<br />

Magnusstr. 29 Sportwear & Sneakers<br />

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter<br />

Dresscode Friday Naked<br />

23.00 Stairs Club: Hohlstr./Shell Tankstelle<br />

(beim Letzipark). Tech House is My Life.<br />

DJs Javi Cannus, Juzz & Ezikiel. Gratiseintritt<br />

bis 02h<br />

SA 28. Januar<br />

Basel<br />

22.00 Flavor Chocolate Edition: LesBiSchwul<br />

and Friends Party im Excellent Club,<br />

Binningerstr. 7. DJs Juiceppe & Florent B.<br />

Special: Tribal Show & Animationen<br />

Bern<br />

22.00 ISC Club: Tolerdance für Schwule, Lesben<br />

und FreundInnen. Golden Tolerdance<br />

80ties Special. DJs Ludwig & Corey<br />

Thurgau<br />

14.00 GO!: GayOstschweiz!<br />

Frauenfelderstr. 100, 9548 Matzingen. Spielnachmittag<br />

und Raclette-Abend.<br />

Ab 14h Spiele, ab 18.30h Raclette-Buffet à<br />

discretion und italenischer Dessert. Fr. 29.–,<br />

Mitglieder Fr. 24.–. Anmeldung bis 25.1.2011<br />

an info@go-club.ch<br />

Winterthur<br />

21.00 WILSCH-tanze: Ü18 Party für LesBiGay<br />

& Friends. DJs SBajra & Little Miss Swede.<br />

Lightfire, Harzachstr. 2, 8404 Winterthur<br />

(Fussweg vom Bahnhof Seen, Gratisparkplätze)<br />

Zürich<br />

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. G-Dance.<br />

DJ Groovemaster<br />

22.00 Colors-Night: Party Women only. Diverse<br />

DJs & Specials. Alte Kaserne, Zeughaus 5,<br />

Kanonengasse. Infos www.colors-night.ch<br />

22.00 Kitsch Party <strong>2012</strong>: presented by Angels.<br />

DJs Micky Friedmann, F-Junior, Wollana &<br />

Rolly. Volkshaus Zürich.<br />

Infos www.angels.ch<br />

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren<br />

The Big Gang Bang Party<br />

22.00 Männerzone: Kernstr. 57. Hier treffen sich<br />

Männer und Kerle! Wer wird Lotto-König?<br />

Lotto-Match. Spiel, Spass und viele geile<br />

Preise<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Balearic Gay Vibe.<br />

DJs Charles Meyer & José Parra<br />

23.00 Sector c; Fetish Club:<br />

Strikter Dresscode-Anlass Gang Bang<br />

23.00 Stairs Club: Hohlstr./Shell Tankstelle<br />

(beim Letzipark). Party inklusive Afterhour,<br />

welche zu unterschiedlichen Zeiten<br />

beginnt und endet. Future Waves. DJs<br />

Toxic Universe, Creator, Adda, Beat Herren,<br />

Jackatek & Akustik. Gratiseintritt bis 01h.<br />

Afterhours ab 13h - 22h. DJs Leventino, Nick<br />

Harvey & Enzo lo Conte<br />

23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Schlagerparty<br />

SO 29. Januar<br />

Zürich<br />

08.00 HAZ outdoor: Schneeschuh-Wanderung<br />

von Niederurnen nach Reichenburg. Treffpunkt<br />

Zürich HB 08h am Gleisanfang oder<br />

09h in Ziegelbrücke. Zürich HB ab 08.12h<br />

IR Richtung Chur, Ziegelbrücke ab 09.04h<br />

Bus Richtung Obstalden, Niederurnen<br />

Ochsenplatz an 09.07h und dann mit der<br />

Luftseilbahn nach Morgenholz. Genaue<br />

Infos und Anmeldung siehe<br />

www.haz.ch/outdoor/aktuell<br />

20.00 Ladies Night: im Adagio Gotthardstr. 5<br />

(Kongresshaus) DJane Jasmin<br />

22.00 Magnusbar:<br />

Magnusstr. 29 Bauern, Bären, Worker<br />

Anzeige<br />

C<br />

M<br />

Y<br />

CM<br />

MY<br />

CY<br />

CMY<br />

K<br />

34


CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Agenda<br />

22.30 AAAH!:<br />

Marktgasse 14. Week2end DJ Marc S<br />

MO 30. Januar<br />

Zürich<br />

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 70s & 80s Party<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.<br />

MondAAAH!y Sound by G-Cast<br />

DI 31. Januar<br />

Zürich<br />

19.00 Lesbentreff Zürich-Wiedikon:<br />

Trinken, essen, kennenlernen.<br />

Im Huusmaa, Badenerstr. 138<br />

19.30 Thriller – Live: Die Show kehrt zurück nach<br />

Zürich ins Theater 11. Aufführungen bis<br />

5.2. Tickets über Ticketcorner. Infos:<br />

www.thriller-live.com oder www.musical.ch<br />

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Cruisen<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Duplexx DJ Angy Dee<br />

<strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

MI 01. <strong>Februar</strong><br />

Bern<br />

19.30 3gang in der Villa Stucki: Seftigenstrasse 11.<br />

Ganz und gar Wintergemüse. Fr. 30.–<br />

Zürich<br />

20.00 GayAqua: Hertistr. 24, Wallisellen. Naked<br />

Party mit Maskenpflicht. Maske gibt es zu<br />

leihen für Fr. 5.–<br />

20.00 Heldenbar@Provitreff: Sihlquai 240<br />

DJ Alex Brand – nighty mighty oldschool<br />

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Nacktparty<br />

22.30 AAAH!:<br />

Marktgasse 14. Treffpunkt DJ La Luna<br />

DO 02. <strong>Februar</strong><br />

Bern<br />

20.00 Seite 69 – frische Fritten – neue Talente:<br />

Homosexuell, heterofreundlich im Kapitel,<br />

Bollwerk 41. Electronic Dee mit iLive-Elektro-Punk<br />

Winterthur<br />

19.30 Badgasse 8: LesBiGay & Friends Treff im<br />

Lokal Badgasse 8<br />

Zürich<br />

19.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren.<br />

Cruise+explore Ab heute jeden<br />

Donnerstag offen<br />

19.00 Bi-Treffpunkt: offener Treff für bisexuelle<br />

Männer und Frauen 19h Treff im Café Rathaus,<br />

Limmatquai 61 zum Apéro, dann ab<br />

20.15h im HAZ-Centro, Sihlquai 67 zu geleiteten<br />

Gesprächen zum Thema Bi-Sexualität<br />

und Polyamory<br />

22.00 Magnusbar:<br />

Magnusstr. 29 Leder, Gummi, Uniform<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Prêt à danser.<br />

DJ Mad House<br />

FR 03. <strong>Februar</strong><br />

Zürich<br />

21.30 T&M Disco:<br />

Marktgasse 14. Chartstation. DJ Marc S<br />

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren bad boyz<br />

friday<br />

22.30 AAAH!:<br />

Marktgasse 14. Blackout. DJ Nick Harvey<br />

23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Cruisen<br />

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter<br />

Dresscode sportsLAB – cum in sports gear<br />

SA 04. <strong>Februar</strong><br />

Basel<br />

22.00 GameBoys: Monkey Safari Groovie, Funky,<br />

Südstaaten-Elektro. DJs Monkey Safari & Suddenly<br />

Neighbours. Kuppel, Binningerstr. 14<br />

22.00 Isola Club@Club en Vogue:<br />

Clarastr. 45. DJs Mary & Skilly<br />

Bern<br />

22.00 Julius Party: im Du Nord, Lorrainestrasse<br />

2. Fr. 15.–, Vorverkauf im Du Nord Fr. 10.–.<br />

www.juliusparty.ch<br />

Thurgau<br />

19.30 HoT: Spezialanlass im HOT, Wilerstr. 5,<br />

9545 Wängi Maskenball. Verkleidung<br />

erwünscht. Feine Cocktails & tolle Musik<br />

Zürich<br />

18.00 a.part Frauenbar:<br />

bei Buvette Philipp, Zweierstr. 166<br />

19.05 Gay-Schiff: auf dem Zürichsee Chillen,<br />

tanzen, Nachtessen, feiern. DJ Q Bass. Der<br />

schwullesbische Event. Fr. 34.– Schifffahrt<br />

inkl. Fr. 6.– Getränke-Gutschein. Ticket-<br />

Vorverkauf 044 487 13 33, www.zsg.ch<br />

21.30 T&M Disco:<br />

Marktgasse 14. G-Dance. DJ Loyce<br />

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren cruising<br />

unlimited<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Embassy of House.<br />

DJ Gaetano<br />

23.00 Sector c; Fetish Club:<br />

Strikter Dresscode-Anlass ultraleather plus<br />

23.00 Magnusbar:<br />

Magnusstr. 29 Candlelight Party<br />

SO 05. <strong>Februar</strong><br />

Schaffhausen<br />

07.55 Queerdom: Schaffhausen Schlittelplausch<br />

in den Flumserbergen zusammen mit HOT<br />

& WILSCH. Treff 07.55h Bahnhof Schaffhausen.<br />

Schaffhausen ab 08.09h, Zürich ab<br />

09.12h (Gleis 8, IR1785), Tannenheim Post<br />

an 10.55h. Mittagessen Pizzeria Tannenheim<br />

ca. 13h. Rückfahrt ab Tannenheim<br />

Post 15.55h. Bitte Tickets selber lösen.<br />

Schlitten kann auch gemietet werden.<br />

Anmeldung an Peter@queerdom.ch<br />

Zürich<br />

17.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren.<br />

i-cruise@sunday.<br />

Fr. 8.- & Mindestkonsumation Fr. 5.-<br />

19.00 Tanzleila@exil: Party von Frauen für<br />

Frauen. Ab 19h Standardtanz. Ab 21h<br />

Madame Léa - Deluxe Pop, ab 22h N.Cole<br />

– Chartbreaker Soundz, ab 23h Heldin im<br />

Chaos – Elektrotrash und ab 24h Sabaka -<br />

Elektro<br />

19.00 Sector c; Fetish Club: Zero – Sunday Nacked.<br />

Fr. 13.- inkl. Eintritt Rage & Garderobe<br />

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 DWT/TV-Party<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Week2end DJ Marc S<br />

MO 06. <strong>Februar</strong><br />

Zürich<br />

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Latino-Party<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. MondAAAH!y<br />

DJ Groovemaster<br />

DI 07. <strong>Februar</strong><br />

Zürich<br />

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Vollmond-<br />

Party<br />

22.30 AAAH!:<br />

Marktgasse 14. Duplexx DJ Upspace<br />

Anzeige<br />

LIVE RUND UM DIE UHR:<br />

Aufregende Flirts<br />

Junge Gays Live<br />

Scharfe Boys online<br />

CHF 2.-/Min.<br />

aus dem Festnetz<br />

Oder per SMS/20 Rp.: Spitz an 609<br />

SPITZE<br />

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GRÖSSTER GAY-CHAT DER SCHWEIZ<br />

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35


Kapitel Titel CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

MI 08. <strong>Februar</strong><br />

Bern<br />

19.30 3gang in der Villa Stucki: Seftigenstrasse 11.<br />

zudem Trans*-Stammtisch<br />

Winterthur<br />

19.30 Badgasse 8: Lesbenbar<br />

Zürich<br />

20.00 Heldenbar@Provitreff: Sihlquai 240 The<br />

Dramaqueens - Partytunes, Disco & Indiedance<br />

22.00 GayAqua: Hertistrasse 24, Wallisellen.<br />

GangBang-Mask<br />

22.00 Magnusbar:<br />

Magnusstr. 29 Bart und Bauch<br />

22.30 AAAH!:<br />

Marktgasse 14. Treffpunkt DJ Angy Dee<br />

DO 09. <strong>Februar</strong><br />

Zürich<br />

19.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren.<br />

Cruise+explore<br />

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Schlager-Party<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Prêt à danser.<br />

DJ Mad House<br />

FR 10. <strong>Februar</strong><br />

Zürich<br />

19.30 Frauenbar im GZ Riesbach: Seefeldstr. 93<br />

20.00 LMZ: der Schwule Schweizer Motorradclub<br />

Stamm im Restaurant Moléson,<br />

Grüngasse 7, 8004 Zürich<br />

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Chartstation.<br />

DJ Marc S<br />

22.00 Lollipop Party: mit 3 Tanzpisten! Schlager,<br />

Schweizerhits mit Hauch von Canzoni &<br />

Chansons; Disco 80er/90er; Après Ski, die<br />

grössten Pistenheuler und Hitparaden<br />

Knaller. Plus Karaoke Lounge. X-Tra, Limmatstr.<br />

118. Infos www.lollipopparty.ch<br />

22.00 Offstream Party: the alternative gay party<br />

in der Pfingstweide, Pfingstweidestr. 12.<br />

Offstream DJ Kollektive.<br />

Infos www.offstream.ch<br />

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren mens cruising<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. DJ Angy Dee<br />

23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Musik der 70er<br />

und 80er Jahre<br />

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter<br />

Dresscode FF, SM, Bondage, Fetish<br />

SA 11. <strong>Februar</strong><br />

Bern<br />

22.00 Splashing Boys: Superhero Party. DJ Mr.<br />

Bobby Sanchez. Gaskessel, Sandrainstr. 25.<br />

Vorverkauf über Starticket Fr. 15.–, Abendkasse<br />

Fr. 20.–<br />

Winterthur<br />

17.00 WILSCH: Winterthurer Lesben und Schwule<br />

We are family! Essen, Geniesserabend für<br />

die LesBiSchwule Community im Lokal<br />

Badgasse 8 Info & Anmeldung auf<br />

www.badgasse8.ch<br />

Zug<br />

10.00 Begegnung Schwuler Männer: Wochenende<br />

im Lassalle-Haus, Bad Schönbrunn,<br />

6313 Edlibach. Diverse Workshops.<br />

Infos www.schwule-begegnung.ch<br />

Zürich<br />

19.00 come together: Lesbian & Gay Party 30+. Ab 19h Kulturbar. Warm-heisser<br />

Szenefilm. Ab 21h Party mit DJ Cookie. Marquee Club, Weinbergstrasse<br />

68 (Tram 7 & 15, N6, Sonneggstrasse). Infos www.party4lesandgay.ch<br />

21.30 T&M Disco:<br />

Marktgasse 14. G-Dance. DJ Qbass<br />

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren Freistoss! Lattenschuss. Sportswear &<br />

Sneaks-Outfit<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Relab. DJs Garçon Sauvage & Thomi B<br />

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter Dresscode-Anlass Freistoss! Lattenschuss.<br />

Sportswear & Sneaks-Outfit only<br />

23.00 Magnusbar:<br />

Magnusstr. 29 Underwear und oben ohne<br />

SO 12. <strong>Februar</strong><br />

Zürich<br />

22.00 Magnusbar:<br />

Magnusstr. 29 Bereiter & Berittene<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Week2end DJ Marc S<br />

MO 13. <strong>Februar</strong><br />

Zürich<br />

20.00 Tim Fischer singt ein Knef-Konzert: begleitet von Rüdiger Mühleisen<br />

am Flügel, Ralf Templin an der Gitarre und Sebastian Selke am Cello.<br />

Theater am Hechtplatz.<br />

Fr. 39.– bis Fr. 59.–. Auch am 14.2. Infos www.theaterhechtplatz.ch &<br />

www.timfischer.de<br />

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Cruisen<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. MondAAAH!y<br />

DJ Groovemaster<br />

DI 14. <strong>Februar</strong><br />

Zürich<br />

20.00 Tim Fischer: singt ein Knef-Konzert begleitet von Rüdiger Mühleisen<br />

am Flügel, Ralf Templin an der Gitarre und Sebastian Selke am Cello.<br />

Theater am Hechtplatz. Fr. 39.– bis Fr. 59.–. Infos www.theaterhechtplatz.ch<br />

& www.timfischer.de<br />

22.00 Magnusbar:<br />

Magnusstr. 29 Liebe am Valentinstag<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.<br />

Duplexx DJ Garçon Sauvage<br />

MI 15. <strong>Februar</strong><br />

Bern<br />

19.30 3gang in der Villa Stucki:<br />

Seftigenstrasse 11. zudem Jassabend<br />

Zürich<br />

20.00 Heldenbar@Provitreff:<br />

Sihlquai 240 DJ siehe www.heldenbar.ch<br />

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Nacktparty<br />

22.30 AAAH!:<br />

Marktgasse 14. Treffpunkt DJ La Luna<br />

DO 16. <strong>Februar</strong><br />

Zürich<br />

19.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren. Cruise+explore<br />

22.00 Magnusbar:<br />

Magnusstr. 29 Die Fasnacht beginnt<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Prêt à danser.<br />

DJ Mad House<br />

FR 17. <strong>Februar</strong><br />

Zürich<br />

19.30 H A Z - C ent ro: Sihlquai 67. Freitags-Centro mit speziellem kulinarischem<br />

Angebot präsentiert von Toni<br />

20.00 gay: my way: Schwule Männer im Coming-out Treff im HAZ-Centro,<br />

Sihlquai 67. Coming-out Gespräche in Kleingruppen<br />

20.00 Gay Bikers Zürich: Höck im Restaurant<br />

Le Muh, Schulstrasse 44, 8050 Zürich<br />

36


CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

21.30 T&M Disco:<br />

Marktgasse 14. Chartstation. DJ Marc S<br />

22.00 GayAqua: Hertistr. 24, Wallisellen.<br />

Nachtsauna & Stuten-Markt<br />

22.00 Rage:<br />

Wagistr. 13, Schlieren cum, cruise & enjoy<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. DJ José Parra<br />

23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 DWT/TV-Party<br />

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter<br />

Dresscode Underwear, Jocks, naked<br />

SA 18. <strong>Februar</strong><br />

Thurgau<br />

19.30 GO! GayOstschweiz!: Spaghetti-Plausch<br />

im GO!-Lokal, Frauenfelderstr. 100, Matzingen.<br />

Spaghetti à la discretion mit 4<br />

verschiedenen Saucen, Salat und Dessert.<br />

Mitglieder Fr. 27.–, Gäste Fr. 32.–.<br />

Anmeldung bis 16.2. an info@go-club.ch<br />

Winterthur<br />

19.00 Queer: Singstar & WILSCH-tanze Zeige uns<br />

deine Performance (Gesang, Tanz). Anmeldung<br />

über www.badgasse8.ch. Ab 21h Ü18<br />

Party für LesBiGay & Friends. DJs SBajra &<br />

Surprise DJ. Lightfire, Harzachstr. 2, 8404<br />

Winterthur (Fussweg vom Bahnhof Seen,<br />

Gratisparkplätze)<br />

Zürich<br />

18.00 a.part: Frauenbar bei Buvette Philipp, Zweierstr.<br />

166<br />

21.30 Klubnacht: Main Floor: DJ CK (Köln). Upper<br />

Floor: DJ Gaetano (Zürich) & DJ Gil Everest<br />

(Lausanne). Party auf 2 Floors, freier Eintritt<br />

bis 22.30h.<br />

Infos: www.g-colors.ch. G-Colors (T&M &<br />

AAAH!), Marktgasse 14, 8001 Zürich<br />

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren<br />

cruising unlimited<br />

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter Dresscode-<br />

Anlass Full Fetish & Sportswear<br />

23.00 Magnusbar:<br />

Magnusstr. 29 Schunkelfasnacht<br />

SO 19. <strong>Februar</strong><br />

Zürich<br />

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29<br />

70er und 80er Jahre Musik<br />

22.30 AAAH! Marktgasse 14. Week2end DJ<br />

Marc S<br />

MO 20. <strong>Februar</strong><br />

Zürich<br />

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Nacktparty<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.<br />

MondAAAH!y DJ Groovemaster<br />

DI 21. <strong>Februar</strong><br />

Aarau<br />

20.00 Aarglos: Lesbengruppe Treff Programmplanung.<br />

Eure Ideen sind gefragt. Anmeldung<br />

und weitere Infos bis 14.2. bei pkamer@<br />

hotmail.com<br />

Bern<br />

20.00 Uncut: warme Filme am Dienstag im Kino<br />

der Reitschule. Bar ab 20h, Film um 20.30h.<br />

«Judas Kiss», 91 Min., OV E/d.<br />

Infos www.gay-bern.ch/uncut<br />

Zürich<br />

22.00 Magnusbar:<br />

Magnusstr. 29 Leermond-Party<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.<br />

Duplexx DJ Angy Dee<br />

MI 22. <strong>Februar</strong><br />

Bern<br />

19.00 Homosexuelle Arbeitsgruppen Bern:<br />

(HAB) 3Gang. Essen und Kultur in der Villa<br />

Stucki, Seftigenstr. 11. Infos www.3gang.ch<br />

Zürich<br />

20.00 Heldenbar@Provitreff: Sihlquai 240<br />

Eastend Calling. Electro rock/pop<br />

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Aschermittwoch,<br />

unsere Fasnacht geht weiter<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.<br />

Treffpunkt DJ Garçon Sauvage<br />

DO 23. <strong>Februar</strong><br />

Bern<br />

21.00 Comeback Bar: Rathausgasse 42.<br />

Elektronischer Musikabend in gemütlicher<br />

Bar-Atmosphäre mit DJ ELfERich<br />

Zürich<br />

19.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren.<br />

Cruise+explore<br />

19.30 z&h Schwule Studis: an Uni & ETH z&h<br />

Nachtessen im HAZ-Centro, Sihlquai 67<br />

20.00 H A Z - C ent ro: Schwubliothek, Schwule<br />

Bücher- und ausgewählte Videoausleihe,<br />

Sihlquai 67<br />

22.00 Magnusbar:<br />

Magnusstr. 29 Cruisen im Anzug<br />

22.30 AAAH!:<br />

Marktgasse 14. Prêt à danser. DJ Mad House<br />

Agenda<br />

FR 24. <strong>Februar</strong><br />

Zürich<br />

18.00 Checkpoint im Gespräch by QueerHelp:<br />

Infoabend über EKAF - Erläuterungen und<br />

Diskussion rund um das Thema positiven<br />

Sex. Ab 20h Essen und Trinken mit Posibar.<br />

Restaurant Hubbles, Werdstr. 54, 8004<br />

Zürich. Keine Anmeldung erforderlich<br />

19.30 GayMigs: schwule Migranten Treff im<br />

HAZ-Centro, Sihlquai 67<br />

21.30 T&M Disco:<br />

Marktgasse 14. Chartstation. DJ Marc S<br />

22.00 Lollipop Party: mit 3 Tanzpisten! Schlager,<br />

Schweizerhits mit Hauch von Canzoni &<br />

Chansons; Disco 80er/90er; Après Ski, die<br />

grössten Pistenheuler und Hitparaden<br />

Knaller. Plus Karaoke Lounge. X-Tra, Limmatstr.<br />

118. Infos www.lollipopparty.ch<br />

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren XXL naked<br />

Party Supersize! Fr. 39.- alles inklusive<br />

(exl. Spirituosen)<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Progressive Locals.<br />

DJ La Luna<br />

23.00 Magnusbar:<br />

Magnusstr. 29 Candlelight-Party<br />

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter<br />

Dresscode XXL naked Party<br />

SA 25. <strong>Februar</strong><br />

Aarau<br />

08.00 Aarglos: Lesbengruppe Schlitten auf der<br />

Melchsee-Frutt. Details nach Anmeldung<br />

bis 11.2. bei gheller@sunrise.ch<br />

Bern<br />

22.00 ISC Club: Tolerdance für Schwule, Lesben<br />

und FreundInnen. Electro Tolerdance mit<br />

DJ PCB & Guest<br />

Zürich<br />

16.00 GayAqua: Hertistr. 24, Wallisellen. U-30<br />

Special. Youngster haben reduzierten<br />

Eintritt zu Fr. 9.-. Über 30 Jahre normaler<br />

Eintritt von Fr. 30.-<br />

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. G-Dance.<br />

DJ Groovemaster<br />

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren cruising<br />

unlimited<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Balearic Gay Vibe.<br />

DJs Nick Harvey & José Parra<br />

23.00 Sector c; Fetish Club:<br />

Strikter Dresscode-Anlass Ultrarubber<br />

23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Schlagerparty<br />

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37


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CRUISER Edition <strong>Februar</strong> <strong>2012</strong><br />

Agenda<br />

SO 26. <strong>Februar</strong><br />

Ganze Schweiz<br />

09.07 Les lacets roses: Wanderung im Schnee.<br />

Treffpunkt 09.07h Bahnhof Interlaken Ost.<br />

Infos bei Franz, 076 242 20 08<br />

Zürich<br />

20.00 Ladies Night: im Adagio Gotthardstr. 5<br />

(Kongresshaus) DJane Jasmin<br />

22.00 Magnusbar:<br />

Magnusstr. 29 Bart und Bauch<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Week2end DJ Marc S<br />

MO 27. <strong>Februar</strong><br />

Zürich<br />

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Musik der 70er<br />

und 80er Jahre<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. MondAAAH!y DJ<br />

Groovemaster<br />

DI 28. <strong>Februar</strong><br />

Zürich<br />

19.00 Lesbentreff Zürich-Wiedikon:<br />

Trinken, essen, kennenlernen. Im Huusmaa,<br />

Badenerstr. 138<br />

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Cruisen<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.<br />

Duplexx DJ Garçon Sauvage<br />

MI 29. <strong>Februar</strong><br />

Bern<br />

19.30 3gang in der Villa Stucki: Seftigenstrasse<br />

11. zudem «15 Minuten floaten» Walk Bärtschi<br />

stellt sein FloatConcept vor<br />

Zürich<br />

20.00 Schwule Väter: Väterstamm im Café<br />

Rathaus, Limmatquai<br />

20.00 Heldenbar@Provitreff: Sihlquai 240 DJane<br />

Auf Dauerwelle & DJ Kai ausse Kiste<br />

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Latino-Party<br />

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Treffpunkt DJ<br />

Upspace<br />

SEEBAHNSTRASSE<br />

ZURICH PLACES // gaycity.ch<br />

STAUFFACHERSTRASSE<br />

KALKBREITENSTRASSE<br />

9 14<br />

15<br />

2 3<br />

8<br />

BÄCKERANLAGE<br />

ENGELSTRASSE<br />

12 13<br />

BADENERSTRASSE<br />

HOHLSTRASSE<br />

LANGSTRASSE<br />

BIRMENSDORFERSTRASSE<br />

A1<br />

12 Moustache<br />

DIE SAUnA FÜR MÄnnER<br />

Engelstrasse 4<br />

www.moustache.ch<br />

13 huusMaa<br />

KAFI – MITTAGSTISCH – BAR<br />

Badenerstrasse 138<br />

www.huusmaa.ch<br />

14 Renos Relax<br />

CLUB SAUnA<br />

Kernstrasse 57<br />

www.renosrelax.ch<br />

15 Route 39<br />

B&B AnD APARTMEnTS<br />

Winzerstrasse 39<br />

www.route39.ch<br />

9 14<br />

Interesse in diesem Inserat<br />

aufgeführt zu sein?<br />

Anfrage bitte an: info@zbiro.ch<br />

Design: bicorne.ch<br />

14<br />

2 3<br />

LANGSTRASSE<br />

HELVETIAPLATZ<br />

8<br />

STAUFFACHERSTRASSE<br />

9 14<br />

MILITÄRSTRASSE<br />

STAUFFACHER<br />

2 3 9 14<br />

8<br />

KASERNENAREAL<br />

Rudolf-Brun-<br />

Brücke<br />

Stauffacherbrücke<br />

LAGERSTRASSE<br />

8<br />

KASERNENSTR.<br />

Sihlbrücke<br />

Sihl<br />

GESSNERALLEE<br />

2 9<br />

8<br />

13<br />

4<br />

11 13<br />

3 14 3 14<br />

1 Rathaus caFÉ<br />

BAR – CAFé<br />

Limmatquai 61<br />

www.rathauscafe.ch<br />

2 cRanbeRRy<br />

BAR<br />

Metzgergasse 3<br />

www.cranberry.ch<br />

BAHNHOFSTRASSE<br />

PLATZSPITZ<br />

MUSEUMSSTRASSE<br />

13<br />

PARADEPLATZ<br />

2 9 6 7<br />

8 13 11<br />

3 tIPtoP baR<br />

SCHLAGER – DRInK – TREFF<br />

Seilergraben13<br />

www.tiptopbar.ch<br />

4 baRFüsseR<br />

CAFé – BAR – SUSHI<br />

Spitalgasse 14<br />

www.barfuesser.ch<br />

5 PaRagonya<br />

WELLnESS CLUB<br />

Mühlegasse 11<br />

www.paragonya.ch<br />

6 PRedIgeRhoF<br />

BISTRo – BAR<br />

Mühlegasse 15<br />

www.predigerhof.ch<br />

HAUPTBAHNHOF<br />

3 14<br />

13<br />

BAHNHOFSTRASSE<br />

LINDENHOF<br />

Walche-Brücke<br />

4<br />

13<br />

2 9 8<br />

Bahnhofbrücke<br />

Rathausbrücke<br />

1<br />

Münsterbrücke<br />

Limmat<br />

LIMMATQUAI<br />

4<br />

15<br />

4<br />

15<br />

2<br />

10<br />

4<br />

15<br />

NIEDERDORFSTRASSE<br />

Quaibrücke<br />

15<br />

CENTRAL<br />

4 3 5 6<br />

15 7 10<br />

9<br />

5 7<br />

6<br />

8<br />

SEILERGRABEN<br />

4 3<br />

BELLEVUE<br />

4 15<br />

2 9 8<br />

7 the dynasty club<br />

3 BARS – 1 EnTRAnCE<br />

Zähringerstrasse 11<br />

www.dynastyclub.ch<br />

8 Macho<br />

CITY SHoP<br />

Häringstrasse 16<br />

www.macho.ch<br />

9 caRRousel<br />

BAR<br />

Zähringerstrasse 33<br />

www.carrouselbar.ch<br />

10 leonhaRdsaPotheke<br />

Stampfenbachstr. 7<br />

www.leonhardsapotheke.ch<br />

11 checkPoInt<br />

GESUnDHEITSZEnTRUM<br />

Konradstrasse 1<br />

www.checkpoint-zh.ch<br />

044 455 59 10<br />

5<br />

11<br />

Impressum<br />

Herausgeber und Verleger: AfM-Publikationen, Martin Ender<br />

Redaktion und Verlagsadresse: AfM-Publikationen, Martin Ender, Mühlebachstrasse 174, Postfach, 8034 Zürich, Tel. 044 388 41 54, Fax 044 388 41 56, info@cruiser.ch<br />

Infos für die Agenda: agenda@cruiser.ch | Infos an die Redaktion: redaktion@cruiser.ch<br />

Redaktionelle Mitarbeit: Lola Sara Arnold-Korf, Thomas Borgmann, Charly Büchi, Andreas Candinas, Daniel Diriwächter, Martin Ender, Branko B. Gabriel,<br />

René Gerber, Oliver Hölcke, Mark-Philip Ingenhoff, Hanspeter Künzler, Michael Lenz, Alex Rudolf, Stefan Schüpbach<br />

Grafik / Layout: Deny Fousek, Bertastrasse 1, 8003 Zürich Litho: Beni Roffler, Letzigraben 114a, 8047 Zürich<br />

Inserate: AfM-Publikationen, Martin Ender, Postfach, 8034 Zürich, Tel. 044 388 41 54, Fax 044 388 41 56, anzeigen@cruiser.ch<br />

Fachberater: Pierre André Rosselet, Rechtsanwalt<br />

Druck: Neue Luzerner Zeitung AG, <strong>Cruiser</strong> Auflage: 15 000 Exemplare, 10 Ausgaben jährlich<br />

39

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