Cruiser im April 2012

cruisermagazin

CRUISER Edition April 2012

Dieses Magazin ist schwul

Photographer Anthony Mangham

Aids-Hilfe Schweiz, Regenbogenfamilien, Mr. Gay World,

Adele, Breake The Chain, Tim Fischer, Michael Fassbender,

Stephanie Heinzmann, Nana Mouskouri, Kino im April, Gay Birma


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CRUISER Edition April 2012

Inhalt

Editorial

Bei der Aids-Hilfe Schweiz herrscht Nervosität. Die Honorarforderung der neuen Präsidentin hat

uns veranlasst, zu recherchieren, wie die Aids-Hilfe Schweiz finanziell dasteht, was sie in den

vergangenen Jahren mit dem Geld gemacht hat. Wir beleuchten das Thema und lassen auch den

Geschäftsführer zu Worte kommen. Unser Ausland-Korrespondent berichtet über das schwule Leben

in Birma. Ausserdem nehmen wir Stellung zu einem unsäglichen Weltwoche-Artikel. Branko

B. Gabriel traf den Chansonier Tim Fischer. Und es gibt wie immer Musik- und Kultur-Tipps und

zusätzlich eine Reihe von Kino-Empfehlungen.

Martin Ender, Verleger

6

Das Geschäft mit Aids

Oder wer schenkt wem was?!

10

Statement der Aids-Hilfe Schweiz

Die neue Geschäftsleitung nimmt Stellung

14

Regenbogenfamilien sind eine Realität

Die Weltwoche opponiert

18

Branko B. Gabriel trifft...

Chansonier Tim Fischer

23

Anthony Mangham

Photographer

30

Zurück in die Zukunft

2012 wird die Kinoleinwand zum Zeitfenster

News 4 • Dr. Martin Lehner 9 • Prominent 12 • News Schweiz 16

Szene 20 • Michael Fassbender 22 • Kultur 28 • Hot 4 You 32

Kolumne 35 • Gay Birma 36 • Musik 38 • Dr. Gay 41 • Pia 41 • Agenda 42

3


News CRUISER Edition April 2012

Internationale

News

4

Russland

St. Petersburg verabschiedet

ein Verbot der «Werbung» für

Homosexualität.

Mitte März trat in St. Petersburg ein Gesetz in

Kraft, das «Werbung» für Homosexualität verbietet.

Weitere russische Regionen planen die

Umsetzung des Verbots. Internationale Proteste

waren die Folge, jedoch ohne Erfolg. Nun organisieren

LGBT-Organisationen ihrerseits Massnahmen.

Unternehmen wie Pepsi und Mercedes

sollen das internationale Wirtschaftsforum in

St. Petersburg im Juni boykottieren. Auch soll

Sängerin Madonna ihr Konzert im August absagen.

Der russische Außenminister Sergej

Lawrow lässt sich davon nicht beirren. Gegenüber

der Presse liess er verlauten, dass der überwältigende

Teil der Bevölkerung Homosexuellen

ablehnend gegenüberstehe und gläubig sei.

So hat sich auch die russisch-orthodoxe Kirche

erneut lautstark für ein Verbot ausgesprochen.

Die Diskussion ist im vollen Gang. Das CR-Magazin

berichtet in der Mai-Ausgabe ausführlich

über die Lage in Russland.

Berlin

Aidshilfe gegen Verfolgung

HIV-Positiver

Die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) fordert ein Ende

der strafrechtlichen Verfolgung von Menschen

mit HIV, die ihren Sexpartner mit dem Aidsvirus

infiziert haben. Es könne sogar zu einer

Verurteilung kommen, wenn gar keine Übertragung

stattgefunden habe, rügte die DAH in

ihrem Mitte März vorgestellten Positionspapier

mit dem Titel «Keine Kriminalisierung von Menschen

mit HIV!». «Die strafrechtliche Sanktionierung

der sexuellen HIV-Übertragung bürdet

Menschen mit HIV einseitig die Verantwortung

auf und schadet der HIV-Prävention», sagte DAH-

Vorstandsmitglied Carsten Schatz. Die Strafbarkeit

verhindere keine Infektionen, sondern

begünstige sie durch die Suggestion, dass allein

HIV-Positive für den Schutz zuständig seien.

Berlin

Bundeswehr für Vielfalt

Deutschlands Armee hat die «Charta der Vielfalt»

unterzeichnet. Damit verpflichtet sich die

Bundeswehr, ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld

zu schaffen: «Auch in der Bundeswehr spiegelt

sich die Vielfalt der Gesellschaft in grossen

Teilen wider», erklärte Verteidigungsstaatssekretär

Thomas Kossendey (CDU). In der Charta

verpflichten sich Unternehmen und Organisationen

zur Gleichbehandlung aller Mitarbeiter,

«unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer

Herkunft, Religion oder Weltanschauung,

Behinderung, Alter, sexueller Orientierung

und Identität.» Ein jährlicher Bericht soll

nun die Massnahmen dokumentieren, mit der

die Bundeswehr die Charta umsetzt. Die Charta

wurde 2006 von den Konzernen Daimler, BP,

Deutsche Bank und Deutsche Telekom initiiert.

Schirmherrin ist Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Inzwischen sind mehr als 1000 deutsche

Unternehmen Mitglied.

Berlin

Wulffen-Vorwurf gegen

Wowereit

Der Berliner Regierungschef Klaus Wowereit

hatte 2002 als Ausgleich für einen Gratisflug

nach London dem schwulen Beratungszentrum

Mann-O-Meter 300 Euro gespendet. Nach

dem Schnäppchen- und Vetternwirtschaftsskandal

um Deutschlands Ex-Präsidenten

Christian Wulff war Wowereit wegen eines

Gratisflugs in der Privatmaschine von Ex-

Bahn-Chef Heinz Dürr sowie eines Urlaubs

in dem spanischen Ferien haus des Eventmanagers

Manfred Schmidt unter Druck geraten.

Gegenüber der Berliner Zeitung «Der Tagesspiegel»

bestätigte Mann-O-Meter, dass am

16. Juli 2002 die Spende des Regierenden Bürgermeisters

zugunsten des Überfalltelefons

Maneo vergebucht worden sei. Zuvor hatte

Wowereit erklärt, er habe seinerzeit an eine

gemeinnützige Organisation gespendet, um

Vorwürfe der Vorteilsnahme, auf Neudeutsch

«wulffen», entgegenzutreten.

Köln

Schützenbruderschaft schiesst

scharf

Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften

(BHDS) hat nach einem Homo-Verbot

angeblich Morddrohungen erhalten.

BHDS-Sprecher Rolf Nieborg sagte gegenüber

der Katholischen Nachrichten-Agentur, er werde

bei der Staatsanwaltschaft Köln Strafanzeige

erstatten. In E-Mails an den konservativen


CRUISER Edition April 2012

News

BHDS habe es geheissen: «Dafür wollen wir

Euch hängen sehen!!! Ihr und Eure Familien

werdet nicht mehr glücklich!!!». Der Schützenverband

hatte es schwulen Schützenkönigen

verboten, gemeinsam mit ihrem Lebenspartner

bei offiziellen Veranstaltungen aufzutreten.

Gleichgeschlechtliche Königspaare seien mit

der christlichen Tradition der Bruderschaften

nicht vereinbar.

Strassburg

Homo-Ehe ist gleich Inzest

Der britische Europaabgeordnete Roger Helmer

hat sich erfolgreich in die Riege der dummen

Ewiggestrigen eingereiht. Als aktiver

Homo-Hasser hat sich der Politiker gegen die

Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben mit

der Begründung ausgesprochen, dann müsse

man logischerweise auch Inzest und Viel-Ehen

anerkennen. Helmer setzt sich zudem für die

«Heilung» der Homosexualität ein und hält Homophobie

für eine Propagandalüge schwul-lesbischer

Aktivisten. Der 68-Jährige ist Mitglied

der rechtspopulistischen UK Independece Party,

die im Europaparlament eine Fraktionsgemeinschaft

mit anderen Rechtspopulisten wie

der italienischen Lega Nord und den «Wahren

Finnen» eingegangen ist.

Strassburg

Mazedonien und Bosnien-

Herzegowina gerügt

Mazedonien und Bosnien-Herzegowina müssen

mehr für die Menschenrechte von Schwulen,

Lesben, Bi- und Transsexuellen (LGBT) tun,

bevor sie der EU beitreten können. Das ist die

Kernforderung des Forschrittsberichts des Europäischen

Parlaments über den Stand der Menschen-

und Bürgerrechte in den beiden ehemaligen

jugoslawischen Staaten. Gesetze über

Verbot von sowie Vorbeugung und Schutz vor

Diskriminierung von Menschen mit ihren vielfältigen

sexuellen Orientierungen seien eine

Voraussetzung für den EU-Beitritt, betonte das

Parlament. Das Parlament fand es zudem bedenklich,

dass in Lehrbüchern für Universitäten

und Schulen der beiden Länder Homosexualität

noch als Krankheit beschrieben werde.

Der Bericht verzeichnete aber auch einige Fortschritte

bei den LGBT-Rechten.

London

Homo-Ehe im Sommer

Die britische Regierung unter dem konservativen

Premierminister David Cameron hat

Pläne für die Öffnung der Ehe für schwule

und lesbische Paare vorgelegt. Legalisiert

werden soll lediglich die zivilrechtliche

Trauung, während kirchliche Eheschliessungen

gleichgeschlechtlicher Paare ausgeschlossen

sind. Trotz dieses Entgegenkommens

laufen die Kirchen Sturm gegen die

Homo-Ehe. Besonders die katholische Kirche,

eine Minderheitsreligion in Grossbritannien,

führt einen antischwulen Propagandafeldzug.

Der schottische Kardinal Keith O‘Brien

nannte die Homo-Ehe eine «groteske Zersetzung

eines allgemein akzeptierten Menschenrechts».

In Grossbritannien sind auch

kirchlich geschlossene Ehen zivilrechtlich

anerkannt.

Dänemark

Homo-Hochzeit bald

möglich?

Wenn alles nach Plan läuft, können ab dem

15. Juni Dänemarks Schwule und Lesben heiraten.

Der Gesetzentwurf von Ministerpräsidentin

Helle Thorning-Schmidt sieht vor, dass die

Trauung gleichgeschlechtlicher Paare auch in

Kirchen der evangelisch-lutherischen Staatskirche

möglich sein soll. Allerdings sollen Pfarrer

die Freiheit haben, die Trauung von Schwulen

und Lesben ablehnen zu dürfen. Umfragen dänischer

Medien zufolge wollen rund 70 Prozent

der Pfarrer gleichgeschlechtliche Paare nicht

diskriminieren. Dänemark wäre das elfte Land,

das Schwule und Lesben im Eherecht mit Heterosexuellen

gleichstellt. Bereits 1989 hatte das

skandinavische Königreich als erstes Land der

Welt eingetragene Partnerschaften eingeführt.

2009 waren homosexuelle Paare im Adoptionsrecht

gleichgestellt worden.

USA

Rechte Christenmütter gegen

Spielzeugkonzern

Die christliche US-Gruppe «One Million Moms»

ruft zum Boykott von Toys ’R‘ Us auf. Die zur

rechtslastigen American Family Association

gehörenden Millionenmütter werfen dem

Spielwarenhändler vor, ein homofreundliches

Comic-Heft im Sortiment zu haben. Im Comic

«Life with Archie» wird auf der Titelseite die

Eheschliessung der schwulen Figur Kevin Keller

mit seinem Freund gezeigt. Die neue schwule

Figur in dem traditionsreichen Comic wurde

von der grossen Mehrheit der Fans weltweit

wohlwollend aufgenommen. Die Archie-Comicserie

ist bereits seit Anfang der 1940er-Jahre auf

dem Markt. Kurz vor dem Kreuzzug gegen Kevin

hatten die fundamentalistischen Mütter zum

Boykott von JC Penney aufgerufen. Grund: Die

Kaufhauskette hatte die offen lesbische Talkmasterin

Ellen DeGeneres als Werbegesicht verpflichtet.

Sacramento

Kirche opfert Obdachlose

Der katholischen Kirche ist Prinzipientreue

wichtiger als soziales Engagement. Deshalb

muss in Zukunft das Obdachlosenheim «Francis

House» in Kaliforniens Hauptstadt ohne finanzielle

Unterstützung der Kirche auskommen.

Damit bestrafen die frommen Männer die

Heimleiterin Faith Whitmore für ihren Mut,

sich für das Recht auf Ehe von Schwulen und

Lesben einzusetzen. Withmore, eine Pastorin

der Kirche der Methodisten, reagierte verblüfft

auf die katholische Inquisition. Sie habe sich

über die Homo-Ehe als Bürgerin und nicht im

Namen des ‚Francis House‘ geäussert. Whitmore

ist seit vielen Jahren eine engagierte Streiterin

für die Rechte von Schwulen und Lesben.

Kuala Lumpur

Gericht gegen Polizeiwillkür

Ein Gericht in Malaysia hat das polizeiliche Verbot

des Homo-Festivals «Seksualiti Merdeka» für

rechtmässig erklärt. Das Verbot stelle keinen

Verstoss gegen das in der Verfassung garantierte

Recht der freien Meinungsäusserung dar, befand

Richterin Rohana Yusuf in erster Instanz. Einmal

mehr habe «die Stimme der Extremisten die der

Toleranz übertönt», kritisierte Schwulenaktivist

Pang Khee das Urteil und warnte vor dem Abgleiten

Malaysias in einen Polizeistaat: «Wenn die

Polizei willkürliche Befugnisse erhält, die nicht

von Gerichten überprüft werden können, dann

kann sie diese Befugnisse nach Gutdünken missbrauchen.»

Die Behörden in Kuala Lumpur hatten

im vergangenen Herbst die Ausrichtung von

«Seksualiti Merdeka» (Freiheit der Sexualität) auf

Druck islamischer Hardliner untersagt.

Brisbane

Homophobie als Wahlkampfmittel

Ein Wahlspot gegen die Homo-Ehe des Politikers

Bob Katter sorgte in Australien für Aufregung.

In dem 30-Sekunden-Spot fragt eine Stimme aus

dem Off, ob die Zuschauer seinen Wahlkreisgegner

«Campell Newman wirklich kennen», ob er

für Familienwerte stehe und bereit sei, «gegen

die Grünen oder andere Minderheiten-Gruppen»

vorzugehen. Homo-Aktivisten haben die

Wahlwerbung als «homophob» kritisiert. Katters

offen schwuler Halbbruder geisselte die Wahlwerbung

als «Beleidigung für Schwule und Lesben

in Queensland». In Queensland wurde Ende

März ein neues Parlament gewählt. In Australien

steht die Einführung der Homo-Ehe auf der

politischen Agenda. Umfragen zufolge sprechen

sich etwa 70 Prozent für die Gleichstellung aus.

5


Dossier CRUISER Edition April 2012

Das Geschäft mit Aids

Oder wer schenkt wem was?!

Das unzensierte Oster-Dossier von Lola Sara Arnold-Korf

6 © by Stefan Büchi


CRUISER Edition April 2012

Dossier

Rund acht Millionen Franken

flossen seit 2008 jährlich

in die Kasse der Aids-

Hilfe-Schweiz. Etwa die

Hälfte der Einnahmen ging

für Personalkosten drauf,

ein kostspieliger Umzug

kam hinzu. Die Reise- und

Repräsentationskosten für

Projekte stiegen von 2009

bis 2010 auf das Doppelte.

Professionalisierung heisst

das neue Zauberwort der

Präsidentin, die erst 50 000

Franken wollte und sich

nun unter Druck mit 30 000

Franken zufrieden gibt.

Irgendwann in den 80er-Jahren traf sich ein kleines Häufchen engagierter

Schwuler und beschloss die Aids-Hilfe zu gründen. Ob selbst betroffen

oder Freund eines Betroffenen, die «Schwulenseuche», wie man Aids

damals noch nannte, rief Helfer jeder Berufs- und Unternehmergattung

auf den Plan. Nicht das private finanzielle Glück stand im Mittelpunkt,

sondern die Sache und der tiefempfundene Schmerz. Wahre Aktivisten

der Szene bemühten sich anfangs noch mit Luftballons, pinkfarbenen

Dreiecken, roten Schleifen und Strassenaktionen die Öffentlichkeit für

das Schicksal der HIV-Positiven und an Aids Erkrankten zu sensibilisieren.

Mit Blumensträussen und praktischer Lebenshilfe versuchten sie,

einen Hauch von Farbe in den tristen und deprimierenden Alltag der Betroffenen

auf den zahlreichen Aids-Stationen zu bringen. Längst vorbei

sind diese Zeiten. Die Aids-Hilfe Schweiz ist zum Label verkommen. «Ist

ja ganz heavy, dass ich dem Land mal erkläre, was professionell ist», tönt

die neue Präsidentin Doris Fiala in Richtung des Moderators Markus Gilli

auf TeleZüri. Und dezent überschminkt prostete die ehemalige Reiseleiterin

noch einen oben drauf: «Ich habe das Wort Ehrenamt nie in den Mund

genommen… Wenn es jemanden mit meiner Qualifikation gibt, dann

gebe ich das Amt gerne ab.» Wir sind Kaiserin und der Hofstaat folgt. Mitte

März beschloss der Vorstand einstimmig die Gefolgschaft.

Die Hälfte geht ans Personal – auch schöne

Feste und Feiern müssen sein

Gerne wird auf die 13,7 Prozent Verwaltungsausgaben im Jahre 2010 verwiesen

(2009 waren es noch 11,9 Prozent). Nicht so gerne spricht man aber

über die Personalausgaben: Bei Projekten waren es 2010 CHF 2 882 710

(im Jahr 2009 knapp 2,75 Millionen), für die Geschäftsstelle allein an

Personalkosten CHF 755 609 (im Jahr 2009 knapp CHF 740 000), administrativer

Projekt-Personal-Aufwand zusätzlich CHF 23 388 (CHF 24 340 im

Jahre 2009), für Fundraising-Personal standen 2010 genau CHF 123 446 zu

Buche (im Jahre 2009 waren es CHF 23 134, sechs Mal weniger). Summa

summarum kamen die Personalkosten der Aids-Hilfe Schweiz im Jahre

2010 auf den Stolzen Betrag von 3,785 Millionen Franken zu stehen. Ein

wahres Unternehmen! Und das bei Einnahmen von knapp 8 Millionen

Franken. Rechnet man die Sachkosten von 2,137 Millionen Franken dazu,

liegen wir bei fast 6 Millionen Franken an Ausgaben. Das nennt man dann

wohl mehr als luxuriös und das Ganze hat wohl nichts mehr mit den alten

Recken, den Aktivisten von einst zu tun. Die Öffentlichkeit belässt man

lieber im nebligen Tal der Ahnungslosen. Auch der vom CR eingereichte

Fragenkatalog wurde von der Aids-Hilfe Schweiz zurückgewiesen. Man

werde darauf nicht eingehen, hiess es. So blieb nichts anderes übrig, als

bei der Recherche auf bereits von offizieller Stelle veröffentlichtes Material

zurückzugreifen.

In der Pressemitteilung vom 25. Januar dieses Jahres steht: «30 Prozent

Personalressourcen haben wir in den letzten zwei Jahren eingespart.» Die

Statistik lügt bekanntlich nie. Zweifelsohne wurde der Mitarbeiterstamm

verkleinert, die Personalkosten stiegen dennoch von 2008 bis in das Jahr

2010 konstant an. Über die Zahlen zum Geschäftsjahr 2011 deckte sich

der Mantel des Schweigens. Darüber wollte die Pressesprecherin der Aids-

Hilfe Schweiz keine Auskunft geben. Muss und darf man es so verstehen,

dass zwar Personal eingespart wurde, aber die Gehälter für die verschiedenen

Profis bzw. für die eingeschworene Gemeinschaft stiegen? Der

hinterbliebene, tonnenschwere Personal-Sandsack mit immer noch über

30 Mitarbeitern muss erst einmal finanziert werden. Frei nach dem Motto:

Alle denken an sich, ich denke nur an mich! Getrieben von der Angst

um sinkende Spendeneinnahmen sollte mit Doris Fiala nun kräftig die

Werbetrommel gerührt werden. Dies ist leider nicht immer von Erfolg

gekrönt. Denn: zunehmend stellen sich Spender und solvente Unternehmen

der Schweiz die Frage nach dem Sinn ihrer Finanzspritze. Gerüchte

kreisen durch den Blätterwald: Wer hilft wem? Und wer hilft uns?

Wahre Kaiserinnen thronen samt Hofstaat im

Palast der Eitelkeiten – jenseits des schnöden

Volkes

Doris Fiala und den Vorstand lassen derlei Geschichten kalt. Man würde

doch so gerne wieder zum Tages-Beschaffungs-Geschäft übergehen.

Dies um so mehr, da man doch gerade erst im Dezember 2010 mit einem

lächerlichen Umzugsaufwand von CHF 200 000 aus Spendengeldern wieder

in die früheren Räumlichkeiten (zwischenzeitlich war die Aids-Hilfe

Schweiz an unterschiedlichen Orten untergebracht) gezogen ist. Auch

wenn es ums Feiern geht, darf mal Geld fliessen. Schliesslich sind ja allein

die Reise- und Repäsentationskosten der Aids-Hilfe vom Jahr 2009 zum

Jahr 2010 von CHF 67 179 auf CHF 127 914 gestiegen. Zumindest Doris

Fiala lässt es richtig krachen wie man ihrem – aus dem Hauptquartier der

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Dossier CRUISER Edition April 2012

Aids-Hilfe-Schweiz – dem «Sonntag» zugespielten

Arbeitsrapportblatt vom Januar 2012 entnehmen

darf. Ihre 20 Prozent Anstellung verdingt

sie vorzugsweise im Rahmen fröhlicher

Besprechungstermine, aber auch TV-Auftritte

werden als Arbeitszeit abgerechnet. Viele Stunden

lässt sie dafür verbuchen. Immerhin: Auch

das «Aktenstudium auf diverse Termine hin»

wurde zählbar in Stunden ordnungsgemäss in

den Arbeitsrapport eingetragen.

HIV-positiv? Aids-krank?

Arbeitslos? Verarmt? Dafür

können wir nichts!

Auch Direktbetroffene haben in den letzten

Jahren, die eine oder andere Erfahrung mit der

Aids-Hilfe Schweiz gemacht. Artikel «Schmuddelkinder»

im CR. Über den knapp 400 000

Franken zählenden «Solidaritätsfonds» können

Betroffene finanzielle Unterstützungen in Krisensituationen

bei der Aids-Hilfe Schweiz beantragen.

Das Prozedere findet sich auf einer

Unter-Unter-Webseite der Organisation. Man

will ja keine schlafenden Hunde wecken. Die

Antragsformulare (nicht unwesentlich bescheidener

als beim Sozialamt) kann man sich dann

als Pdf-Datei runterladen und ausdrucken – sofern

man noch einen funktionierenden Heimdrucker

besitzt. Erst kürzlich klagte die Aids-

Hilfe Schweiz über den enormen Zulauf und die

wachsende Zahl der Antragstellern. Ausgeben

will man im Haus jedoch nicht mehr als 5 Prozent

der Gesamtausgaben. Wie in jeder gut organisierten,

professionellen Einrichtung verlegt

man sich lieber aufs Abwimmeln. Dazu meint

Ricardo S.: «Ich war in einer Krisensituation.

Ich hatte erfahren, dass ich HIV-positiv bin und

lag wochenlang im Bett. Das Ergebnis meiner

Depression war, dass ich nicht mehr gearbeitet

habe und so nicht mehr meine Krankenkasse

bezahlen konnte. Am Ende wollte ich mich umbringen.

Da kam dann ein Freund und verwies

mich an die Aids-Hilfe Schweiz. Die Protokollfragen

waren grauenvoll.»

Marktführend in Sachen

Prävention und Rechtsberatung

für Gestrandete

Da wäre ja noch die Rechtsberatung und der Präventionsfonds.

«Dass ist mir mittlerweilen völlig

egal», resümiert Ricardo S. resigniert. «Diese Informationen

konnte ich mir auch kostenlos auf

Wikipedia im Internet runterladen. Nach all den

Wochen des Wartens habe ich dann meine HIV-

Medikamente bei Freunden besorgt. Sonst hätte

ich wie viele von meinen Bekannten heute auch

Resis tenzen auf die Medikamente und hätte andere

HIV-Positive de facto neu angesteckt.» Gemeint

ist das gute Viertel HIV-Positiver, vor allem

in Grossstädten wie New York und London, aber

auch Zürich, die irgendwann ihre Zuzahlung zu

den HIV-Medikamenten und ihre Krankenkasse

nicht mehr zahlen konnten. Nach Absetzen der

Medikamente mutieren die Viren, die Medikamente

nützen nichts mehr und Sexpartner mit

denselben Medikamenten infizieren sich neu

durch die resistenten Viren. «Das ist ein Riesenproblem.

Vor allem in der Zukunft gehen uns

durch diese resistenten Viren, die sich immer

schneller verbreiten, die Arsenale an wirksamen

HIV-Präparaten aus», sagt Dr. Martin Lehner.

«Dass die Aids-Hilfe Schweiz lieber in ihren aufgeblasenen

Verwaltungsapparat investiert und

8

nicht am Stopp der Verbreitung des Problems

arbeitet, ist traurig. Ein HIV-Positiver, der sich

seine Medikamente nicht mehr leisten kann, hat

nicht einmal die Zeit von 10 Tagen, um schleunigst

an die Medikamente zu kommen. Der kann

nicht Wochen auf ein Zeichen der Aids-Hilfe

Schweiz warten.» Glücklicherweise hat die Eidgenossenschaft

wenigstens das Problem mit den

Medikamenten seit 1.Januar 2012 gelöst! Seither

gibt es keine Leistungsaufschübe bei Nicht-

Bezahlung der Krankenkassenprämien mehr.

Die Kantone übernehmen 85 Prozent der Verlustscheine.

Ein Therapie-Abbruch ist also nicht

mehr zwingend für HIV-Betroffene. Daumen

hoch! Und dennoch: Ein Schelm der Schlechtes

denkt, wenn es um die Aussichten des Solidaritätsfonds

2012 geht. Löcher zu stopfen zugunsten

des Personal-Apparats ist schliesslich die

Spezialität der Aids-Hilfe-Schweiz. Da kann man

doch beim Solidaritätsfonds kräftig einsparen.

Andeutungen dahingehend gab es bereits 2011

bei eifrigen Telefonaten von Call-Agents aus professionalisierten

Marketing-Unternehmen an

potente Spender.

Bei uns ruft niemand selbst

beim Spender an

In den letzten Jahren wurden eifrig Callcenters

für die Spenden-Akquise vor den – angeblich

blutleeren – Karren der Aids-Hilfe Schweiz

gespannt. Bekanntlich verbleibt ein Grossteil

der Spende beim Callcenter bzw. der Marketing-Agentur.

Von 50 Franken Spende kommen,

nach Abzug sämtlicher Kosten, im Idealfall nur

25 Franken in der Organisation an. Verrechnet

man die Personalkosten, Versandkosten,

Druckkosten, Werbematerial und und und

bleibt nicht viel übrig für die HIV-Betroffenen

und Aidskranken. 2010 lag der Ertrag der brieflichen

Spendensammlung bei knapp 3,9 Millionen

Franken. Der Aufwand lag demgegenüber

bei knapp 1,95 Millionen Franken. Man scheint

bei der Aids-Hilfe Schweiz dennoch stolz auf das

Ergebnis der Professionalisierung. Wie schön! Es

gibt auch andere Beispiele. «Wir haben uns von

Anfang an gegen Callcenters entschieden. Natürlich

sind wir als Dachverband der Schwulen

der Schweiz nicht so professionell wie die Aids-

Hilfe. Bei uns arbeiten drei Mitarbeiter Teilzeit

und die Spenderbriefe verschicken Freiwillige

meist alle paar Monate am Mittwoch. Danach

machen die Freiwilligen so eine Art soziales

Kaffekränzchen», sagt Pierre Andre Rosselet von

Pink Cross, dem Dachverband der Schweizer Homos

mit 2200 Mitgliedern und einem Jahresetat

von 385 000 Franken. Auch Dr. Martin Lehner,

Mitglied der Zürcher Aids-Hilfe (siehe Interview

im Anschluss des Artikels), schliesst sich dem

an: «Ich verstehe es nicht mehr. Dass Aids zum

Geschäft wird, kannte ich bisher nur aus der

Pharmaindustrie. Die viel zu früh Verstorbenen

würden sich im Grab umdrehen, wenn sie dem

heutigen Vorstand der Aids-Hilfe Schweiz begegnen

müssten. Man beschenkt sich selbst und

hat sich schon vor Ostern ein weiteres Ei ins

Nest gelegt.»

Kurz vor Redaktionsschluss hat die Aids-

Hilfe Schweiz erfahren, dass CR in der April-

Ausgabe am Thema dranbleibt. Allenfalls

auch ohne ihre Stellungnahme. In allerletzter

Minute hat die Geschäftsleitung nun

unsere Fragen beantwortet. Siehe Seite 10.

Kommentar des Verlegers

Gewissenskonflikt

Wir haben vor einem Monat einen Stein ins Rollen

gebracht. CR hat die Entlöhnung der neuen

Aids-Hilfe-Präsidentin angeprangert. Doris Fiala

und damit auch die Aids-Hilfe Schweiz wurden

zum dominierenden Thema der Schweizer Presse.

In den Online-Versionen der grossen Tageszeitungen

hagelte es Proteste und gab’s harsche

Kritik bis hin zum Unverständnis, dass sich der

Vorstand weiterhin einstimmig hinter seine Präsidentin

stellt.

Die Aids-Hilfe Schweiz erlitt einen enormen

Image-Schaden, redete selbst von einem Scherbenhaufen

und einem zusätzlichen Einbruch der

Spenden, auf welche die Organisation mehr denn

je angewiesen ist.

Mit dem Rücken zur Wand übte sich die Aids-

Hilfe Schweiz fortan in der Schadensbegrenzung.

In diesen Massnahmenkatalog gehörten auch

Kontakte zur Presse. Der Wunsch nach Ruhe im

Blätterwald war laut hörbar. Also vorläufig keine

Berichte mehr veröffentlichen?

Dem Ansinnen stattgeben oder nicht, hat mich in

einen Gewissenskonflikt gebracht.

Soll ich mir Schuld aufbürden, wenn aufgrund

eines weiteren Artikels im CR noch mehr Spender

abspringen? Natürlich wäre es für die Aids-Hilfe

Schweiz gut, wenn jetzt mediale Ruhe eintreten

würde. Seit ich den CR herausgebe, habe ich die

Aids-Hilfe nach unseren Möglichkeiten unterstützt.

Der wichtigen Aufgabe der Aids-Prävention

zuliebe. Der Hilfe zuliebe, die an Betroffene

geleistet wird.

Ich kann aber den CR-Leser in dieser Ausgabe

nicht alleine lassen. Offene Fragen, die in diesen

Tagen zuhauf an mich gestellt wurden, muss ich

zu beantworten versuchen. Darum erscheint in

dieser Ausgabe ein kritischer Bericht über die

Aids-Hilfe Schweiz.

Mir ist klar, dass wir den Artikel zu einem heiklen

Zeitpunkt veröffentlichen. Der neue Geschäftsführer,

Michael Kohlbacher, hat eben erst

das Steuer übernommen. Frau Fiala steht ganz

am Anfang des Weges, der zum Turnaround führen

soll. Einen ersten Schritt hat sie zumindest

– nach dem Aufdecken des CR und in Folge auf

Drängen der ZEWO – bereits gemacht: Sie hat auf

20 000 Franken Honorar verzichtet.

Mir ist zudem klar, dass die Autorin Lola Sara

Korf zugespitzt formuliert und dass auch nüchterne

Zahlen aus dem Rechnungsbericht (2010,

neuere Zahlen wurden ihr nicht ausgehändigt)

unterschiedlich betrachtet werden können. So

beziffert die Aids-Hilfe die Verwaltungsausgaben

auf 13,7 Prozent (gemäss ZEWO ein akzeptabler

Prozentsatz). Unsere Autorin hingegen sieht in erster

Linie, dass von gut 8 Millionen «nur» 400 000

Franken für die Direktbetroffenen bereitstehen

(also gerade mal 5 % vom Gesamtertrag oder 10 %

der Spendengelder).

Dazwischen liegt sehr viel Geld. Wir wollen hier

lediglich zum Nachdenken anregen, ob dieses

Geld, nach Abzug von Direkthilfe und Verwaltungsausgaben,

sinnvoll – ganz und gar im Sinne

der Spender – eingesetzt wird.

Darüber nachzudenken, muss auch ausserhalb

der Organisation Aids-Hilfe Schweiz in aller Offenheit

erlaubt sein.

Martin Ender


CRUISER Edition April 2012

«Wir finden eine

Lösung!»

Das Basis-Interview zum Thema

Aids-Hilfe Schweiz mit

Dr. Martin Lehner

Von Lola Sara Arnold-Korf

Dr. Martin Lehner praktiziert

in Höngg als Zahnarzt und

Lebensberater für schwule,

heterosexuelle, alte und junge

Kundschaft. Bekannt ist er

den CR-Lesern durch die jährlichen

Drogen-Reports. Er ist

auch seit vielen Jahren Basismitglied

der Zürcher Aids-Hilfe

und munterer Spender, der

auch bei finanziell schwierigen

Situationen seiner Patienten

eine Lösung findet.

Für den CR sprach Lola Sara

Arnold-Korf mit ihm.

CR Du bist Mitglied der lokalen Zürcher Aids-

Hilfe und wirkst aber etwas irritiert, wenn

es um die Aids-Hilfe Schweiz geht.

Dr. Martin Lehner In Zürich wird, soweit ich das

mitbekomme, gute Arbeit an der Basis geleistet:

Prävention durch eine Liste von Aktivitäten,

Aufklärung durch Kampagnen, Streetworker,

Telefonberatung, Rechtsberatung, Aufklärungsarbeit

bei MigrantInnen, Begleitung und

Hilfestellung für Betroffene sowie ein unbürokratisches

medizinisches Angebot bei der

Anlaufstelle Checkpoint. Mein grosser Dank

gilt all diesen Basismitarbeitern, die sich wahrscheinlich

nicht jede Minute ihres Einsatzes

vergüten lassen.

CR Wohl wahr und ein sehr wichtiger Punkt,

auf den es hinzuweisen gilt. Es gibt

aber auch andere Aspekte ausserhalb der

Basisarbeit – oder?

Dr. Martin Lehner Ja. Es bleibt die grosse Frage, ob

die angekündigte und begonnene Professionalisierung

der Strukturen sich wirklich im Erfolg

des Fundraisings niederschlägt und ob die

Spendengelder wirklich da ankommen, wo sie

gebraucht werden. Wer spendet, der hat emotionale

Beweggründe. Ich weiss nicht genau, ob

Professionalisierung der Spendeneintreibung

sich nicht eher abträglich für den Erfolg auswirkt.

CR Neben der durch die Aids-Hilfe Schweiz

ausgegebenen Parole hin zu Professionalisierung

ist auch immer wieder die Rede von

Vernetzung. Wie stehst du dazu?

Dr. Martin Lehner Es wäre zu wünschen, dass die

angeführte politische Vernetzung nicht nur

als Argument für die Höhe der Honorarforderungen

steht. Das sollte sich dann schon als

Argument für Qualität beim Vertreten der Interessen

der Aids-Hilfe gegenüber dem Bund,

den Kantonen, der Wirtschaft darstellen und

zu einer Geldvermehrung in den Vereinskassen

führen. Die Mittelknappheit der öffentlichen

Hand spricht eher dagegen.

CR 50 000 Franken Honorar für die neue Präsidentin

Doris Fiala waren auf Dauer nicht

mehr haltbar. Grosszügig verzichtete sie Mitte

März auf 20 000 Franken. Reicht das aus?

Dr. Martin Lehner Befremdlich ist die Situation

allemal. 30 000 Franken bleiben Frau Fiala ja

noch. Und ganz freiwillig hat sie diesen Schritt

ja nun auch nicht gemacht. Da wollen wir mal

realistisch bleiben. Ich denke mir, ob jetzt nicht

langsahm die gesamte Chefetage an der Reihe

wäre, bei den Salär-Vorstellungen ein Zeichen

der Solidarität zu setzen und mehr im Interesse

Dossier

Dr. Martin Lehner © by Stefan Büchi

der Sache zu handeln – also ein beispielhaftes

Vorbild zu sein. Das sieht aber sicherlich nicht

so aus. Wir werden sehen, ob da wieder einmal

eine soziale Organisation ad absurdum geführt

wird. Es ist sicherlich ein Schlag ins Gesicht für

viele Betroffene, die diese Diskussion mitverfolgen

müssen.

CR Was verbindest du mit der Aids-Hilfe?

Dr. Martin Lehner In den Anfängen der Aids-Hilfen

waren das Selbsthilfegruppen. In den frühen1980er-Jahren

waren die Gründungsmitglieder

Betroffene, Freunde und Angehörige

von Betroffenen, die grossteils ehrenamtlich

für ihre Sache einstanden. Ich kenne das persönlich

aus meiner Studienzeit in den 90ern

in Deutschland, in Freiburg im Breisgau. Zum

Glück entwickelte sich dann auch ein Bewusstsein

für die Problematik in der Politik, sodass

auch eine Unterstützung von ganz oben kam.

Die ist sicherlich im Zuge chronisch leerer Kassen

gekürzt worden. Umso wichtiger ist es aber

doch, dieses Defizit durch vermehrte Solidarität

und Bescheidenheit auszugleichen.

CR Wie wird deine künftige Unterstützung

aussehen?

Dr. Martin Lehner Für die kleine Zürcher Aids-

Hilfe (ZAH) spende ich gerne. Persönlich setze

ich mich für Gleichbehandlung von HIV- oder

Nicht-HIV-Patienten ein, sofern dies medizinisch

möglich ist. Bei finanziellen Problemen

meiner Patienten gilt es, alle unterstützenden

Möglichkeiten auszuschöpfen. Im Allgemeinen

findet sich immer eine Lösung!

CR Vielen Dank für das offene Interview.

9


Dossier CRUISER Edition April 2012

Statement

der Aids-Hilfe

Schweiz

Die Geschäftsleitung nimmt

in allerletzter Minute Stellung

zu den Fragen von Lola Sara

Arnold-Korf

10

«Not amused» war die Aids-

Hilfe Schweiz, als CR ihr einen

Fragenkatalog zur Finanzlage

unterbreitete und wissen

wollte was sie in den letzten

Jahren mit dem Geld gemacht

hat. Man übte sich über Wochen

in aktivem Schweigen.

Nachdem publik wurde, dass

im CR-Magazin ein Bericht erscheint,

nahm der neue Geschäftsführer,

Michael Kohlbacher,

in allerletzter Minute

vor Drucklegung Stellung. Hier

seine Antworten.

CR Über den Solidaritätsfonds Einzelhilfe unterstützt

die Aids-Hilfe seit vielen Jahren unmittelbar

Betroffene in schwieriger finanzieller

und sozialer Situation. Die Zahl der

Antragsteller / Hilfsbedürftigen hat laut AHS

2011 deutlich zugenommen. Worin könnten

die Ursachen liegen? Im Jahr 2010 gab die

Aids-Hilfe CHF 419 720 für den Solidaritätsfonds

aus. Welche Ausgaben gab es laut vorläufiger

Bilanz 2011 (siehe Pressemitteilung

vom 25. Januar 2012)? Wie viel Prozent machten

diese Ausgaben im Verhältnis zu den Gesamtausgaben

aus?

Michael Kohlbacher Uns ist wichtig, dass alle Betroffenen,

die auf Unterstützung angewiesen

sind, diese auch erhalten. Es werden deshalb

keine Anträge wegen fehlender Fondsgelder abgelehnt.

Reicht die Spendendotierung für die

Anträge nicht aus, wird der Fonds aus Reserven

alimentiert (wie z.B. 2010).

Bis zum Jahr 2010 wurden neben Einzel-Unterstützungsanträgen

auch noch Projekte aus

dem Solidaritätsfonds finanziert. Im Jahr 2010

wurden ca. 300 000 Franken für die Einzelhilfe

ausbezahlt (bzw. CHF 419 720 ist inklusive

Solidaritätsprojekte). Im 2011 sind es gemäss

vorläufiger Bilanz ca. 250 000 Franken. Schwankungen

gibt es immer. Im 10-Jahresvergleich

ab 2000 war zuerst ein Rückgang der Anträge,

danach ein Anstieg und in den letzten beiden

Jahren wieder eher ein Rückgang der Anträge

festzustellen. Besonders häufig unterstützen

wir Antragsteller /Antragstellerinnen, die eine

IV beziehen. Der Solidaritätsfonds wird gemäss

Fondsreglement mit 14 % der Spendeneinnahmen

des Vorjahres dotiert.

CR Das «neue Schlagwort» der AHS nennt sich

Professionalisierung. Richten sich beispielsweise

künftige Angestelltenverhältnisse ausschliesslich

nach der professionellen Eignung

oder spielen auch noch Verbundenheit,

persönliche Betroffenheit u.ä. eine Rolle in

den Personalausschreibungen?

Michael Kohlbacher Im Vordergrund stehen die beruflichen

Qualifikationen. Bei gleicher Qualifikation

gilt das GIPA-Prinzip, d.h. HIV-Positiven,

aber auch Angehörigen von anderen Zielgruppen

der Prävention wird der Vorrang gegeben.

Für das Programm MSM werden nur Schwule

angestellt.

CR Im Januar 2012 wurde auf die «massiven

Kostensenkungsmassnahmen» hingewiesen.

Vor allem die Reduzierung der Personalressourcen

wurde als Grund angegeben. In der

Betriebsrechnung der Jahre 2008 bis 2010 erhöhten

sich die Projekt-Personalkosten dennoch

stetig. Von CHF 2 693 296 auf CHF

2 882 710. Wie sieht die vorläufige Personalkosten-Bilanz

/ Projekte für 2011 aus?

Michael Kohlbacher Projekt-Personalkosten gemäss

vorläufiger Bilanz 2011: 2 441 649. Entwicklung

des Gesamt-Personalstandes der AHS:

1.1.2010: 3 455 Stellenprozent, 31.3.2012: 2 330

Stellenprozent. Die etwas verzögerte Entwicklung

bei den Lohnkosten ist durch Kündigungsfristen

/ Lohnfortzahlungen erklärbar.

CR Stichwort Professionalisierung: Die AHS

hat in den letzten Jahren zunehmend vom Instrument

der Beauftragung externer Werbe-/

Marketingagenturen Gebrauch gemacht.

Bekanntlich verbleibt ein Grossteil der

Spendeneinnahmen bei jenen Wirtschaftsunternehmen.

Mit welchen PR-Marketingagenturen

arbeitete man 2011 mit welchen

Ergebnissen?

Michael Kohlbacher, neuer Geschäftsführer

der Aids-Hilfe Schweiz

Michael Kohlbacher Das stimmt nicht. Die AHS

arbeitet nicht mit PR-Agenturen. Wie andere

NPOs auch arbeitet die AHS aber seit Jahren

mit externen Fundraising-Dienstleistern, um

auf dem Spendenmarkt möglichst gut bestehen

und möglichst viele Spenden für die wichtige

Arbeit im HIV / Aidsbereich einwerben zu

können.

CR Wie oft werden jährlich Spendenaufrufe

verschickt? Mit welchem finanziellen Aufwand

ist dies neben den Portokosten verbunden?

Welche Ergebnisse hat man erzielt?

Michael Kohlbacher Seit Jahren sammeln wir mit

dem sehr günstigen Fundraising-Instrument

Direct Mail erfolgreich in der Bevölkerung für

die HIV / Aidsarbeit. Dank AZB-Newsletter und

Massenversand profitieren wir von sehr günstigen

Protokosten. Mit einem Aufwand von

rund 1.5 Mio. sammeln wir so jährlich 4 Mio.

Franken.

CR Die alleinigen Gesamtausgaben der

Geschäftsstelle sind vom Jahr 2009 auf 2010

von 868 626 Franken auf 908 965 Franken ge-


CRUISER Edition April 2012

Dossier

stiegen. Konnte dieser Trend nach der vorläufigen

Bilanz 2011 umgekehrt werden?

MICHAEL KOHLBACHER Ja – 2011 gemäss provisorischer

Bilanz: 776 033 Franken

CR War in Zeiten sich leerender Kassen

ein knapp 200 000 Franken teurer Umzug

im Dezember 2010 aus heutiger Sicht

notwendig?

MICHAEL KOHLBACHER Ein Umzug erfolgte im Jahr

2008 und zwar aus Sparüberlegungen: 2008

platzten wir aus allen Nähten, eine zusätzliche

Anmietung bzw. ein Umbau von Räumen an der

Konradstrasse wäre teurer gekommen. Dabei

fielen Umzugs- und Umbaukosten an. Im Laufe

der nächsten drei Jahre musste wegen eines vorher

nicht absehbaren Entzugs von Aufträgen

des BAG die Geschäftsstelle redimensioniert

und Personal abgebaut werden und der Platzbedarf

wurde kleiner. Deshalb wurden die vorher

benötigten zusätzlichen Räumlichkeiten

wieder aufgegeben. Der Nachmieter hat dabei

einen grossen Teil der Umbaukosten übernommen,

so dass sich der Aufwand in Grenzen hielt

und nicht den von Ihnen genannten Zahlen

entspricht.

CR Der Nettoertrag aus Merchandising betrug

2010 gerade einmal 35 822 Franken. Im

Jahr 2009 waren es noch 48 085 Franken.

MICHAEL KOHLBACHER Das Merchandising ist immer

Schwankungen unterworfen. Sie nennen

Nettobeträge. Dies hat mit den getätigten Einkäufen

zu tun.

CR Worin liegt nach Meinung der AHS die Ursache

für das frappierend sinkende Interesse

an der Spendenbereitschaft? Hat das Label

«Aids-Hilfe Schweiz» in den letzten Jahren abgebaut?

MICHAEL KOHLBACHER Nein, das Label hat einen unverändert

guten Ruf. Beim Spendensammeln in

der breiten Bevölkerung führt die öffentliche

Banalisierung des Themas und die abnehmende

Brisanz zu einem sinkenden öffentlichen Interesse

und erschwert dadurch die Mobilisierung

von Spendern.

CR Ist die Präsidentin Doris Fiala als politische

Präsidentin – getreu der Geschichte und dem

Anliegen der Aids-Hilfe – oder als professionelle

Wirtschaftsaniererin gewonnen worden?

MICHAEL KOHLBACHER Beides trifft zu: Frau Fiala hat

sich bereit erklärt, die schwierige Aufgabe anzutreten,

weil sie sich seit vielen Jahren mit dem

Thema HIV / Aids und einzelnen Zielgruppen

emotional sehr stark verbunden fühlt, und weil

sie die AHS mit ihrem wirtschaftlichen Knowhow

bzw. Netzwerk in der Wirtschaft sowie mit

ihrer strategischen NPO-Führungserfahrung

aus einer existenziell schwierigen Situation

herausführen will.

CR Ein Betroffener klagte über die komplizierte

Antragsgestaltung im Zusammenhang

mit der Direkthilfe über den Solidaritätsfonds.

Entsprechende Hilfsangebote finden

sich auf der Webseite «unter ferner liefen».

Ist dies nicht das Hauptanliegen der AHS seit

ihrer Gründung gewesen: Den Betroffenen

zu helfen?

MICHAEL KOHLBACHER Das Verfahren ist überhaupt

nicht kompliziert, sondern notwendig, um sicherzustellen,

dass nur Personen, die auch wirklich

berechtigt sind, Unterstützungsgelder erhalten.

Das sind wir unseren Spenderinnen und

Spendern schuldig. Gewisse Angaben zu ihren

finanziellen Verhältnissen müssen wir von den

Antragsstellern verlangen. Ausserdem füllen

die Betreuer der Unterstützungsbewerber die

Anträge aus.

CR Wie viele professionelle Mitarbeiter beabsichtigt

man 2012 zu beschäftigen und wie

versucht man, deren ehrenamtliches Eigen-

Engagement über die bezahlte Arbeitszeit

hinaus zu stärken?

MICHAEL KOHLBACHER Aktuell werden 34 Personen

mit 2 330 Stellenprozent = 23.3 Vollzeitstellenäquivalente

beschäftigt. Die AHS hat eine sehr

soziale Personalpolitik und beschäftigt Teilzeitmitarbeitende

in der ganzen Bandbreite von

Pensen, um dadurch dem Grossteil der Mitarbeitenden

das von ihnen gewünschte und praktizierte

nebenberufliche soziale Engagement zu

ermöglichen.

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Prominent CRUISER Edition April 2012

Stephan Bitterlin

Der amtierende MrGay Switzerland, Stephan

Bitterlin, hat Grosses vor. Neben seinen Ambitionen

als TV-Moderator bei Colornation (City

Channel 1) tritt er im April seine (vorerst) letzte

Amtshandlung an. Stephan Bitterlin vertritt

vom 4. bis 8. April die Schweiz an den renommierten

MrGay World-Wahlen in Südafrika.

Der schöne 42-jährige Zürcher reist jedoch ohne

Entourage ans Kap der guten Hoffnung. Da sich

die MrGay Organisation längst aufgelöst hat,

ist Stephan Bitterlin quasi auf sich alleine gestellt.

Dies höchst erfolgreich. Bislang konnte

er einige Integrationsprojekte aufgleisen und

avancierte diesseits wie jenseits der Szene zur

kleinen Berühmtheit. Um nun auch die Welt zu

erobern, hat sich Stephan Bitterlin den Event-

Manager Stefan Caamano mit ins Boot geholt.

Dieser produzierte eigens für die MrGay World-

Wahlen ein aussagekräftiges Präsentationsvideo,

welches Stephan Bitterlin bei den Wahlen

die nötigen Punkte beschaffen soll. Im besagten

Video, welches natürlich auch in der Schweiz zu

sehen sein wird, kommen die vielen Facetten

Andrej Perijc

Die schönste Frau der Welt ist ein Mann. Dies

behaupten zumindest einige der Modezaren,

welche das Model Andrej Perijc immer wieder

als androgynes Wesen, jedoch meist als Frau,

engagieren. Andrej Perijc selbst ist mittlerweile

21 Jahre jung und ein australisches Model mit

kroatisch-serbischen Wurzeln. Er selbst sagt

von sich: «Manchmal fühle ich mich eher männlich

und manchmal eher weiblich. Viele finden

mich zurzeit sicher eher feminin, aber ich bin

beides.» Und in der Modewelt ist das ein Plus.

Andrej Perijc präsentiert sowohl Damen- wie

Herren-Mode. Als erster Mann trug er zudem

ein Brautkleid bei der Modenschau von Jean-

Paul Gaultier. Die Sensation schlechthin. Vergessen

waren die Demütigungen seiner Kindheit,

als Andrej Perijc krampfhaft versuchte, ein

Junge zu sein. Auf dem Laufsteg liegt ihm nun

die Welt zu Füssen – noch. Haben also die vielen

Designer und Modeexperten ein «tolerantes»

Auge für Schönheit? Kann sein, vielleicht auch

eher ein blindes, schliesslich sind viele der erfolgreichen

Models unterernährt. (dd)

Ricky Martin

So manche Promi-Karrieren beginnen mit

Abzählreimen. Auch Ricky startete bei null,

bevor er mit seinem «un, dos, tres» Millionen

machte. Damals besang er Maria, heute ist es

kein Geheimnis mehr, dass sein Herz für Mario

schlägt. Ein Promi, ein Coming-out, ein Partner,

eine Leihmutter, zwei Söhne. Da muss neu

gezählt werden. Für ihn geht die Rechnung auf.

Er wagte den Befreiungsschlag, schrieb nach

unzähligen machoiden Latin-Lover-Songs seine

intime Autobiografie. Heute sieht er sich als

«glücklicher homosexueller Mann», lässt sich

mit seinem Partner bei Turnübungen am Strand

von Paparazzi ablichten, gibt in Interviews freimütig

das Workout-Geheimnis seines Luxuskörpers

preis (Sex und Kinder rumtragen). Wenn

man bei zehn schwulen A-Promis mit Abzählen

beginnt, das Management einberechnet,

die Verkaufszahlen kalkuliert… Bald lassen sie

sich an einer Hand abzählen. Und am Ende, da

war’s nur noch: Ricky Martin. Doch was macht

von Stephan Bitterlin zur Geltung. Dabei unterstützen

ihn so manch andere Promis, etwa

Shawne Fielding, Marco Fritsche oder Patrick

Rohr. Egal, ob Pflegefachmann, Pilates- oder

Tanztrainer, alles wird gezeigt. Denn schliesslich

schmückt sich Stephan Bitterlin auch mit

dem Titel «Ältester MrGay aller Zeiten». Nur der

deutsche Kandidat könnte Stephan Bitterlin

ernsthaft Konkurrenz machen: Chris J. Janik

ist 35 und sieht auch so aus. Alle weiteren Informationen

sind der Webseite www.mrgayworld.

org zu entnehmen. Das CR-Magazin wünscht

Stephan Bitterlin viel Glück! (dd)

12

er eigentlich ausser Fitnessübungen? Er singt

am Broadway, gibt in einer gefeierten Evita-

Neuinszenierung den Che. Und ist damit in

bester Gesellschaft. Immer öfter macht die vorderste

Reihe der Prominenz Theaterbühnen zu

Brettern, die die Welt bedeuten. Ohne Schnitt,

Bild- und Tonbearbeitung kommt wahres Talent

in grelles Scheinwerferlicht. Cate Blanchett

und Juliette Binoche sind aktuell in London im

Stück «The Barbican» zu sehen, Neil Patrick Harris

(HIMYM) und Alan Harper (TAAHM) standen

kürzlich für das Musical «Company» gemeinsam

auf der Bühne. Un, dos, tres, nächster Akt.

Vorhang. Applaus. (rg)


CRUISER Edition April 2012

Prominent

Channing Tatum

Manchen Namen eilt ein Ruf voraus. Anderen

ein Gesicht. Channing wie? Was noch nicht

jeder buchstabieren kann, hat bestimmt

schon jeder gesehen. In Kampagnen von

Abercrombie&Fitch oder Pepsi, in CSI Miami,

in G.I. Joe und Step Up. Channing Tatum ist

der Mann der Stunde, aktuell in «Für immer

Liebe» und «Haywire» gleich zweifach im Kino

zu bewundern. Einmal in gnadenloser Romantik,

einmal in knallharter Action. Wo ist da der

Haken? Er könnte hetero sein. Ist er. Hat 2009

seine Partnerin aus Step Up geheiratet. Aber

was soll‘s? Hetero und gut so. Locker posiert er

für Gay-Magazine, macht Sprüche über seine

erotische Beziehung zu Filmpartner Jamie Bell

(Billy Elliot), alles erfrischend unverkrampft.

So kann man’s also auch machen. Und dann?

Besser wird’s nicht? Ha, einen Trumpf hat er

noch: «Magic Mike», eine Komödie von Steven

Soderbergh, in der er an der Seite von Matthew

McConaughey einen Stripper spielt. Dass der

Film auf seine persönlichen Erfahrungen als

Stripper unter dem Namen «Chan Crawford» zurückgreift,

beflügelt die Fantasien nur zusätzlich.

Ruf, Name, Gesicht, Körper: Bei Channing

eilt alles zusammen in Richtung Superstar von

Adele

Da stand sie. Ehrlich gerührt, sechs Grammies

schwer. Nach einem Jahr, in dem sie Rekorde

brach, eine Stimmband-Operation überstand

und Fans zum Niederknien bewegte. «Adele ist

derzeit voll angesagt. Sie ist ein bisschen zu

fett, aber sie hat ein schönes Gesicht und eine

göttliche Stimme», sagt Lagerfeld über sie. Als

«völlig lächerlich» bezeichnet Madonna seinen

Kommentar. Noch vor kurzem boykottierten

Patrick Bach

«Silas» ist wieder da! Zumindest bis zum Redaktionsschluss.

Bei der RTL-Show «Let’s Dance!»

tanzt sich der ehemalige Kinderstar wieder in

die Herzen der Zuschauer. Noch immer sieht

er spitzbübisch jung aus, obwohl Patrick Bach

doch bereits 44 Jahre alt ist. Für viele bleibt er

immer «Silas», jener Serienheld aus den frühen

1980ern, der mit seinem Pferd den Strand entlang

reitet. Damals war er 13. Die Schublade der

so genannten «Weihnachtsserie» war ganz die

seine, nur ein Jahr später faszinierte er als «Jack

Holborn», als junger Pirat. 1987 dann der grösste

nebenan. Als Wiederholungstäter in unseren

Prominent-Kolumnen ist er gesetzt, als Wiederholungstäter

bei Soderbergh ebenfalls. In

dessen neustem Projekt, dem Pharma-Thriller

«Side Effects», soll er mit Jude Law und Rooney

Mara vor der Kamera stehen. Und spätestens

dann wird hier auch eine Liebeserklärung an

Rooney zu lesen sein. (rg)

amerikanische Radiostationen ihr «Chasing Pavements»,

weil sie zwischen den Zeilen ein Plädoyer

für Homosexualität lesen wollten. Davon

singt heute keiner mehr ein Lied. Miss Adkins

setzte noch einen drauf, triumphierte bei den

Brit Awards erneut, macht jeden Kommentar

überflüssig, wenn sie singt. Ikone geworden und

Darling geblieben, der authentische Gegenentwurf

zur pompösen Inszenierung, die derzeit

das Pop-Business dominiert. Ungewöhnlich gephotoshopt

auf dem Vogue-Cover kündigt sie

nun an, sich für mehrere Jahre zurückzuziehen,

will einen Gang und zwei Kleidergrössen

zurückschrauben. Plötzlich allzu angepasst

oder nur wie immer fast allzu ehrlich? Adele,

du musst nicht ewig über Liebeskummer singen,

sollst aussehen, wie du willst… Wir haben

gehört, dass deine Träume wahr wurden. Wir

wünschen auch für dich nichts als das Beste.

Aber someone like you? Niemals. Wir warten

geduldig und vertreiben uns die Zeit mit der verzweifelt

nicht alternden Queen Madonna und

der ewig jungen Prinzessin Kylie, die in Australien

gerade eine Art Anti-Tour gestartet hat, auf

der sie nur unbekannte Songs zum Besten gibt.

Dass Lady Gaga ab sofort keine Interviews mehr

geben und viele Kinder haben will, macht das

Warten noch schwieriger. Oder einfacher? (rg)

Erfolg: Als querschnittgelähmter Rainer verhalf

er der Ballerina «Anna» zum Erfolg. Diese Erfolge

konnte er nie mehr toppen – muss er auch

nicht. Patrick Bach ist wieder da, wenn auch aus

dem süssen Junge mit der hinreissenden Zahnlücke

ein Moppelchen wurde. Durch das Tanzen

könnte sich dies jedoch wieder ändern. (dd)

13


Gesellschaft CRUISER Edition April 2012

Regenbogenfamilien

sind

eine gesellschaftliche

Realität

Populistische Opposition in

der Weltwoche auf den

bundesrätlichen Adoptionsentscheid

Von Martin Ender

Der Ständerat zeigt sich für

einmal fortschrittlicher als erwartet

und will die Adoption

generell öffnen. Der Bundesrat

empfiehlt allerdings, nur die

Stiefkind-Adoption zuzulassen.

Dem Journalisten Beni Frenkel

geht selbst diese Lösung

viel zu weit. In der Weltwoche

zeichnet er ein haarsträubend

weltfremdes Schwulen-Familien-Bild.

Vater, Mutter, Kind oder Kinder. Dieses Schweizer

Familien-Bild ist historisch in unseren Köpfen

fest verankert und auch juristisch noch in

Stein gemeisselt. Die Realität sieht jedoch anders

Neue Familienformen

Eben ist das Buch «Familienbande» erschienen.

Die Journalistin und Soziologin Christina

Caprez hat dafür eine ganze Reihe von «Familien»

besucht und mit ihnen Gespräche geführt.

Entstanden sind 15 spannende Portraits über

Patchwork-Familien, Wohnkollektive, Regenbogenfamilien.

Da ist etwa die Geschichte vom

40-jährigen Matthias und dem acht Jahre jüngeren

Tim mit dem Baby Nils; von Papa, Transpapa

und dem gemeinsamen Kind. Oder die Geschichte

zweier Lesben in einem Aargauer Dorf,

die einen gemeinsamen Freund um eine Samenspende

bitten. Und weitere fast alltägliche

Geschichten von Menschen, deren Wege nicht

geradlinig nach bisherigen Familien-Richtlinien

verlaufen. Es sind einfache, schnörkellose

Erzählungen ohne Pathos.

Christina Caprez: «Familienbande 15 Porträts», Limmat Verlag, Zürich

aus. Die Kernfamilie ist heute schon fast die Ausnahme.

Es ist nur noch eine unter vielen Familienformen.

Ein Drittel der Familien lebt heute

als traditionelle Kernfamilie. Und die andern?

Es gibt Patchwork-Familien aufgrund von Scheidung,

aber immer mehr Familien starten bereits

unkonventionell: Lesben und Schwule, die sich

zusammentun, um eine Familie zu gründen.

Single-Frauen, die nicht länger auf den Traummann

warten wollen, um ein Kind zu bekommen,

Eltern, die in unkonventionellen Arrangements

Entlastung und Bereicherung finden.

Im Buch kommen zudem auch Fachleute zu

Wort: Der Historiker Simon Teuscher, die

Rechtsprofessorin Ingeborg Schwenzer und

die Psycholgin Heidi Simoni. Sie beantworten

gesellschaftliche Fragen, die in den Familiengeschichten

aufgeworfen werden. «Familienbande.

15 Portraits» widerspiegelt heutige Realitäten

und ist eine anregende Lektüre.

Die kranken Gedanken des Herrn B. Frenkel

Weitab der Realität bewegt sich ein pervertiertes

Bild, das der Journalist B. Frenkel zeichnet und

14


CRUISER Edition April 2012

Gesellschaft

das von der Weltwoche mitgetragen wird. Wohlgemerkt,

es handelt sich nicht um einen Leserbrief.

Folgende Formulierungen stehen in

einem Artikel, der einmal mehr schwules Leben

auf die Sexualität reduziert und zusätzlich

ins Unerträgliche steigert. Das Schwulenbild

des B. Frenkel und scheinbar auch der Weltwoche

sieht so aus:

«Karl steht in der Küche und bereitet das Frühstück

vor. Der 43-Jährige pfeift vergnügt eine

Melodie und streicht vier Butterbrote. Gerade

hat er mit seinem Lebenspartner Roli, 47, eine

Dreiviertelstunde lang lebensbejahenden Morgensex

gehabt. Und wenn die beiden Informatiker

zur Sache gehen, geht das selten still über

die Bühne. Die Wohnung zittert ob des Stöhnens

und Jaulens, und die Nachbarin hämmert beim

Höhepunkt häufig an die ringhörige Wand. Die

beiden Adoptivkinder von Karl und Roli sind

mittlerweile auch wach geworden. Müde trotten

Boris, 12, und Jolanka, 14, beide geboren

in Weissrussland, ins Wohnzimmer und sehen,

wie ihr Vater Roli den Po von Vater Karl tätschelt

und ihm versonnen ‚Du kleiner Rammler’ ins

Öhrchen flüstert.»

Und nun befürchtet der Sexgeschichten-Märchenerzähler,

dass der Bundesrat leider kaum

das frenkelsche Bild im Kopf hatte, als er eine

Motion des Ständerats zu Teilen guthiess. Bravo!

Gut, dass der Bundesrat ein anderes, weltoffenes

Bild von den Homosexuellen hat.

Fortschrittlicher Ständerat

Der Ständerat hat zur Kenntnis genommen, dass

neben der traditionellen Familienform andere

Familienkonstellationen stark zugenommen haben.

Vor diesem Hintergrund folgte er mit 21 zu

19 Stimmen seiner Rechtskommission, welche

die Adoption unabhängig von Zivilstand und

sexueller Orientierung zulassen will. Das heisst,

homosexuelle Paare, aber auch unverheiratete

Personen sollen Kinder adoptieren dürfen.

Dem Bundesrat geht die verlangte uneingeschränkte

Öffnung der Adoption indes zu weit,

aber er spricht sich für die Stiefkind-Adoption

aus. Das heisst, Kinder aus einer früheren Beziehung

oder einer vorangegangenen Einzel-Adoption

sollen durch die eingetragene Partnerin

der Mutter oder den eingetragenen Partner des

Vaters adoptiert werden können.

Zögerlicher Nationalrat?

Der Nationalrat wird dem ständerätlichen Entscheid

kaum vollumfänglich folgen. Die CVP

tut sich schwer mit dem Thema und befürchtet

ein Aufweichen der Institution Ehe. Und auch

die SVP als Hüterin schweizerisch traditioneller

Werte wird sich dagegen stemmen und es mit

dem Schlusswort im Weltwoche-Artikel von

B. Frenkel halten: «Vielleicht wird jemand von

ihnen (Adoptivkinder mit zwei Papis oder zwei

Mamis) sogar Bundesrat oder Ständerat. Aber

die Mehrheit dieser Kinder wird sich spätestens

in der Pubertät für seine zwei Papis oder zwei

Mamis schämen und sich wünschen, dass die

restriktive Haltung bezüglich Adoptionen in

der Schweiz auch für Schwule und Lesben gegolten

hätte. Für Kinderfreunde gibt es ja auch

Alternativen zu einer Adoption: World Vision,

Unicef, SOS-Kinderdorf, oder der Kauf von Pro-

Juventute-Briefmarken.» Haben sich Frenkel

und Weltwoche gefragt, ob Kinder – von diesen

Hilfsorganisationen unterstützt – sich nicht

auch schämen, wenn ihnen mit Spenden von

Schwulen geholfen wird?

Mit solchem Gedankengut kann der Baselbieter

SP-Ständerat Claude Janiak gar nichts anfangen.

Zwar ist für ihn Adoption kein Grundrecht, weder

für Homo- noch für Heterosexuelle. Ihm

geht es in erster Linie um das Wohl der Kinder.

Es sei zwar möglich, dass Kinder gleichgeschlechtlicher

Paare von ihren Mitschülern

gehänselt würden. «Aber wenn sie in stabilen

Verhältnissen leben, sind sie stark. Das Kind

meines Partners leidet nicht.» Und er wünscht

sich die Möglichkeit einer besseren rechtlichen

Absicherung für dieses Kind.

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vom Schwein, vom Kalb, vom Rind... vom Wasserbüffel

ausgesuchte Spezialitäten vom

Schangnauer (BE) Wasserbüffel

der Bauernfamilie Gerber

Büffelfleisch im Vergleich zu Rindfleisch:

50 % weniger Cholesteringehalt

höherer Eiweiss- und Trockensubstanzgehalt

reich an Vitamin A und Vitamin B12

www.gnuesserei.ch

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News Schweiz CRUISER Edition April 2012

BREAK THE CHAIN – Jetzt

geht’s los!

Der April ist da, die Kampagne BREAK THE

CHAIN geht in die heisse Phase. Von nun an

gilt es, die HIV-Primoinfektion zu verhindern.

Eine Launch-Party und ein Videoclip begleiten

das Vorhaben.

Herzstück der Kampagne ist die BREAK THE CHAIN-App, damit kann jeder mitspielen

und profitieren. Ausserdem erhält man Gratis-Eintritte zu Events, Rabatte

auf Einkäufe in Szene-Betrieben, CR-Abos zum halben Preis und vieles mehr.

Im Aktionsmonat April sollen alle dafür sorgen, dass ein Monat lang

schweizweit keine neuen HIV-Infektionen entstehen. Nicht durch Enthaltsamkeit,

sondern durch die Safer-Sex-Regeln. Im Mai gibt es eine weitere

HIV-Test-Aktion. Wer im Aktionsmonat bei seinem Einsatz bleibt und

konsequent HIV-Infektionen vermeidet, dem liefert der HIV-Test im Mai

ein aussagekräftiges Resultat.

Die Kampagne des BAG und der Checkpoints startet am 31. März mit einer

Launch-Party im Bagatelle an der Zürcher Langstrasse. Dabei wird auch die

Premiere des Videoclips BREAK THE CHAIN gefeiert, welcher extra vom DJ-

Duo Glitzerhaus produziert wurde.

www.breakthechain.ch

Aids-Hilfe Schweiz: Neuer

Leiter Programm MSM

Die Aids-Hilfe Schweiz hat einen neuen Leiter

für das Programm MSM. Bastian Baumann

bringt als Kommunikationsfachmann den

richtigen Hintergrund für diesen Job mit.

Seit Februar hat die Aids-Hilfe Schweiz nebst einer neuen Präsidentin auch

einen neuen Leiter für das Programm MSM: Bastian Baumann ist 27-jährig

und kommt aus Bern. Er bringt viel Erfahrung mit: So arbeitete er als

Kommunikations- und Marketingfachmann bei der Stadt Bern und in einer

Zürcher PR-Agentur. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Projekt- und

Eventmanagement und ist heute Teilhaber einer Agentur für Kommunikationsgestaltung.

Privat engagiert er sich schon länger für die Gay-Community:

Er war Gründer der Jugendgruppe GAYthun und engagierte sich bei

der Homosexuellen Arbeitsgruppe Bern. Bastian Baumann will sein Augenmerk

neben dem Kampf gegen die immer noch hohen HIV-Ansteckungszahlen

auch vermehrt auf andere sexuell übertragbare Krankheiten und

Fragen der Diskriminierung von HIV-positiven Männern richten.

«Schwul ist not cool!»

Laut Pink Cross unterstützt die EDU den Aufruf

zur Ermordung von Schwulen und Lesben.

Dies dank einem Flyer mit dubiosem Inhalt.

Die christlich-fundamentalistische Eidgenössische Demokratische Union

(EDU) versucht derzeit, an Schulen mit einem Flyer zur Liebe und Sexualität

an Boden zu gewinnen. Der optisch trendige Flyer thematisiert unter dem

Titel «Tabu?» auch die Homosexualität. Dort wird in lustiger Sprechblase geschrieben:

«Schwul ist cool! Na und? Not schwul is much more cool!» Ausserdem

wird die Aids-Epidemie den Homosexuellen angelastet. Insofern nichts

Neues von der EDU. Allerdings zitiert der Flyer auch den ugandischen Staatspräsidenten

Yoweri K. Museveni im selben «Tabu?»-Kapitel mit den Worten

«Liebe und Treue» in der Ehe sind wichtig im Kampf gegen die «Aids-Seuche».

Wohlweislich verschwiegen wird dabei Musevenis Haltung gegenüber Homosexuellen.

Diesen droht in Uganda nichts weniger als die Ermordung.

LOS und Pink Cross richten deshalb an die Schulbehörden den Aufruf, die

Verteilung des Flyers nicht zuzulassen. Yoweri K. Museveni zu erwähnen

heisse, dessen schwulen- und lesbenfeindliche Haltung zu unterstützen.

Label «Gayfreundliche

Hotels»

Schwule und Lesben verdienen gut, haben

keine Kinder (noch) und gehen gerne auf

Reisen. Dies hat auch Schweiz Tourismus erkannt.

Mit dem Label «Gayfreundliche Hotels»

sollen zahlende Homosexuelle in die Schweiz

gelockt werden.

Wie 20min.ch berichtete, steht es nicht gut um das Ferienparadies

Schweiz. Schuld daran ist der Euro. Vermögende Kundschaft ist also mehr

als erwünscht. Schweiz Tourismus will jetzt in Deutschland, Frankreich

und England mit dem Label «Gayfreundliche Hotels» werben.

Urs Eberhard von Schweiz Tourismus gegenüber 20min.ch: «Schwule

und Lesben sind oft Doppelverdiener ohne Kinder mit Interesse für kulturelle

Angebote». Kurz formuliert, es handle sich dabei um «Premium

Gäste». Schon 49 Schweizer Betriebe sollen mit an Bord sein. Nicht alle

Hotels sind von Natur aus «schwulenfreundlich». So müsse laut 20min.

ch das Personal in eine Schulung, um überhaupt mit Schwulen und Lesben

umgehen zu können. Wer erfahren will, welche Betriebe denn nun

extra eine Ausbildung im Umgang mit Homosexuellen anbieten, dem

sei die Seite Gaycomfort.com ans Herz gelegt. Respekt lautet die Devise.

Homosexuelle Gäste sollen - ohne aufzufallen – in gewöhnlichen Hotels

absteigen dürfen.

Pink Cross: Alicia Parel wird

neue Geschäftsführerin

Der Vorstand von Pink Cross hat Alicia Parel

zur Nachfolgerin von Uwe Splittdorf gewählt.

Ihre Wahl soll die gesamte LGBT-Community

ansprechen.

Pink Cross geht mit der Wahl von Alicia Parel neue Wege in der Gay-Community.

Die designierte Nachfolgerin von Uwe Splittdorf ist transsexuell

und wird somit die ganze LGBT-Gemeinschaft ansprechen. Alicia Parel,

40, kommt aus Neuchâtel, hat zwei Kinder und ist auch Co-Präsidentin

des Transgender Networks. Pink Cross Präsident André Rosselet erklärte

im «Pink Mail»: «Alicia Parel hat uns durch ihr Auftreten, ihr Engagement

und ihre Wirkung sehr beeindruckt. Ich bin voller Glück und Hoffnung,

sie als Nachfolgerin von Uwe Splittdorf präsentieren zu können». Nach

einer intensiven Einarbeitung übernimmt Alicia Parel am 1. August 2012

vollumfänglich die Geschäftsleitung.

16


FRANCE

DELON

PREMIERE - MI. 25.APRIL

SHOW:22 UHR - DOORS:21.30

ACHTUNG!

MONTAG 30.APRIL

Special France Delon Party Night

mit Häppchen von Aytu vom HUUSMAA Restaurant,

gesponsert von Paragonya.

DJ Marc S (Party Charts & Delicious Sounds)

MARKTGASSE 14 * 8001 ZURICH

WWW.G-COLORS.CH

FD

PARAGONYA

Wellness Club


Nachgefragt CRUISER Edition April 2012

Branko B. Gabriel

trifft...

Chansonier Tim Fischer

18

Vor einigen Wochen besuchte

Branko B. Gabriel im Theater

Hechtplatz spontan eine Vorstellung

des Berliner Chansonniers

Tim Fischer. Auf dem

Programm stand ein Lyrikabend

nach Hildegard Knef.

Dieser kleine grosse Kerl mit

der unverwechselbaren Stimme

verzauberte ihn, fesselte

von der ersten Silbe an und

liess ihn nicht mehr los!

BRANKO B. GABRIEL Lieber Tim, du hast mein Herz

gestohlen! Was für ein wundervolles und

herzerwärmendes Konzert. Wie schafft man

eine so intime Gratwanderung zwischen

Freud und Leid, Glück und Unglück?

TIM FISCHER Merci vielmals! Voraussetzung für

ein gelungenes Konzert ist natürlich ein gutes

Programm und ein offenes, interessiertes Publikum,

das bereit ist, mitzugehen. Und genau

dieses Publikum findet man im Zürcher Hechtplatz

Theater. Ich freue mich enorm über die

Sympathie, die mir die Schweizer entgegenbringen.

«Ich freue mich enorm über

die Sympathie, die mir die

Schweizer entgegenbringen.»

BRANKO B. GABRIEL Was bedeutet die Knef für dich?

TIM FISCHER Sie war zweifellos eine schillernde,

faszinierende Persönlichkeit, eine grosse Dame

des Films – eine Künstlerin. Doch wer mich

besonders beeindruckt, ist die Lyrikerin Hildegard

Knef. Sie hat wunderschöne Texte geschrieben,

die sich wie Gedichte von Christian

Morgenstern lesen und die von so grossartigen

Komponisten wie Kai Rautenberg, Charlie Niessen,

Güter Noris und dem begnadeten Hans

Hammerschmid vertont wurden. Die Songs

strahlen eine unglaubliche Wärme, eine Zärtlichkeit

aus.

BRANKO B. GABRIEL Deine Bühnenshows sind keine

einfache Kost. Sie sind intensiv und regen

zum Nachdenken und auch zum Schmunzeln

an. Was verführt dich dazu?

TIM FISCHER Es gibt glücklicherweise viele Menschen,

die auf Inhalt und niveauvolle Unterhaltung

Wert legen. Es macht mir einfach Freude,

etwas Gutes zu bieten.

BRANKO B. GABRIEL Du kramst in den Abgründen

der Menschen, schaust in ihre Seelen und trotz

alle dem – oder genau deshalb – nimmt man es

dir, ohne mit den Wimpern zu zucken, ab.

TIM FISCHER Authentizität – das ist der springende

Punkt. Der grossartige Georg Kreisler beispielsweise

und auch die Knef mit ihrem einzigartigen

Blick auf die Dinge haben es verstanden,

nicht aus der Ich-, sondern aus der Wir-Perspektive

zu denken und zu dichten. Damit können

sich viele identifizieren – auch ich.

BRANKO B. GABRIEL Du warst früher in der Berliner

Subkultur zu Hause. Da lebte man ja

mehr schlecht als recht. Drogen, Alkohol

und keine müde Mark. Wie hast du diese Zeit

in Erinnerung?

TIM FISCHER Es war eine schöne Zeit! Wunderbare

Freundschaften entstanden, die teilweise noch

heute bestehen. Wir hatten zwar kein Geld, waren

aber ungeheuer kreativ und hatten Ideen.

«Es gibt viele Menschen, die

auf Inhalt und niveauvolle

Unterhaltung Wert legen.»

BRANKO B. GABRIEL Man kann sich das heute gar

nicht mehr vorstellen – du in farbigen Dreadlocks,

weshalb der krasse Wandel?

TIM FISCHER Der Falter flattert froh hinaus, als

Raupe sah er anders aus. (Georg Kreisler)

BRANKO B. GABRIEL Seit 1993 bist du clean – hast

deine Drogen- und Alkoholsucht überwunden,

hat dir das Chanson diese Kraft gegeben?

TIM FISCHER In meiner Krisenzeit hat es mir sicher

sehr geholfen, dass ich einen Beruf habe, der

meine Passion ist und auf den ich mich voll

konzentrieren kann. Noch wichtiger waren und

sind allerdings Freunde.

BRANKO B. GABRIEL Das Showbiz ist Freund und

Feind zugleich....

TIM FISCHER Das stimmt! Ich liebe es.

«Wir hatten damals in Berlin

zwar kein Geld, waren aber

ungeheuer kreativ.»

BRANKO B. GABRIEL Was bleibt dir, wenn der Vorhang

fällt, die Lichter ausgehen?

TIM FISCHER Ich habe das grosse Glück, einen wunderbaren

Menschen an meiner Seite zu haben.

Er gibt mir Kraft. Dafür bin ich sehr dankbar.

BRANKO B. GABRIEL Deine Bühnenpräsenz ist unglaublich,

du singst die Lieder, das Chanson

nicht nur, sondern du lebst es mit Haut und

Haaren...

TIM FISCHER Danke, wenn meine Interpretation die

Menschen erreicht, macht mich das glücklich.

BRANKO B. GABRIEL In der Szene warst du Jahrelang

ein Geheimtipp, heute bist du einer der

bekanntesten deutschsprachigen Chansonniers.

Macht Erfolg glücklich?


CRUISER Edition April 2012

Nachgefragt

TIM FISCHER Glück kann in den verschiedensten

Formen auftauchen – auch als Erfolg. Wenn er

da ist, geniesse ich ihn.

BRANKO B. GABRIEL Künstler zu sein, ist ein knochenharter

Job. Wie meisterst du dein Leben

zwischen Bühne und «normalem Alltag»?

Gibt es das überhaupt bei dir «Normal»?

TIM FISCHER Ja, bei mir ist immer viel los, und das

ist auch gut so. Doch gibt es auch ruhigere Phasen,

in denen ich das Leben in vollen Zügen geniesse.

Abwechslung ist mir wichtig, um nicht

in Routine zu erstarren.

BRANKO B. GABRIEL Hat Tim Fischer schon alles

erreicht, oder gibt es da einen verborgenen

Traum, den du dir noch erfüllen willst?

TIM FISCHER Es gibt ein neues künstlerisches Projekt,

an dem ich arbeite. Für mich ist es wichtig, immer

weiterzugehen und Neues auszuprobieren.

»Glück kann in den verschiedensten

Formen auftauchen

– auch als Erfolg.»

BRANKO B. GABRIEL Im Moment bist du mit drei verschiedenen

Programmen in Deutschland und

Österreich unterwegs. Wann dürfen wir dich

wieder auf Schweizer Bühnen begrüssen?

TIM FISCHER Am 18. und 19. März 2013 werden

Rainer Bielfeldt und ich erneut im Hechtplatz

Theater zu Gast sein. Auf dem Programm steht

«Zarah ohne Kleid», ein sehr unterhaltsamer

Abend. Zudem werden noch Termine in Bern

und Basel dazukommen. Wir freuen uns auf

unser Schweizer Publikum.

Tim Fischer

Tim Fischer wurde 1973 in Delmenhorst geboren.

In Oldenburg besuchte er die Waldorfschule,

schon früh erkannte er die Liebe zum Chanson.

Mit 17 Jahren zog es ihn nach Hamburg,

u.a arbeitete er im Schmidt-Theater und fing so

seine eigentliche Karriere als Chansonnier an.

Anfangs der 90er-Jahre siedelte er nach Berlin

über und konnte schon damals einige Erfolge

verbuchen, in der Szene wurde er bereits als Geheimtipp

gehandelt. 1995 erhielt er als jüngster

Chansonnier den Deutschen Kleinkunstpreis.

Seit 2000 präsentiert er diverse Chansonprogramme

und spielte in verschiedenen Filmen,

u.a. neben Isabelle Huppert die Rolle der Josephine

Baker in Werner Schroeters Film «Deux».

Fischer ist seit 2008 mit seinem Lebenspartner

Rolando verheiratet, er gewann diverse Auszeichnungen,

ausserdem engagiert er sich mit

seinem Projekt «Songs against Aids» für ein

Aids-Hospiz in Zimbabwe.

www.timfischer.de

Tim Fischer © by Frank Darius

19


Szene CRUISER Edition April 2012

Parties und

Events

Easteria

Jungle-Oster-Party

JACK-Meute mächtig einheizen, bevor er der Berliner-Prominenz

auf dem 1st Floor die Plattennadel

reicht. Mit gleich zwei hochkarätigen DJs,

die sich zwischen House und Elektro ein musikalisches

Duell der Extraklasse liefern werden,

lässt es sich gut die Nacht um die Ohren hauen.

Auf dem zweiten Tanzboden sorgt eine der verruchtesten

Berliner Schnauzen mit auserwählten

Geschmacklosigkeiten für schweisstreibende

Momente. Die Rede ist von Gloria Viagra,

die nebst ihren musikalischen Ausbrüchen als

DJane und Band-Leaderin mit ihrem ungehaltenen

Mundwerk weit über die Berliner Szene

hinaus für Furore sorgt. Ihren ausgesprochen

schmeichelhaften Zweitnamen «Empire State

Building of Drag-Entertainment» verdankt sie

ihren beeindruckenden 2,10m. – Dass der Unterhaltungswert

der ewig 23-Jährigen und ihre

gute Laune imposant sind, davon konnte sich

die JACK-Community bei ihrem ersten Zürcher

Auftritt am Pelikanplatz vor einem Jahr überzeugen.

20

Zu Ostern bittet Jungle wieder zum Tanz auf

drei Floors. Die Veranstalter überzeugen einmal

mehr mit ihrem Line-up: Micky Friedmann

und Antoine909 werden den Main Floor mit

ihren Progressive- und Housesets erzittern lassen.

Fürs Auge gibt es dazu Miss Bunny and the

Anon ymous sowie Gorgeous Gogo-Gods and hot

and sexy Strippers. Auf dem Trance-Progressive-

Floor, der von Flexx gehostet wird, stehen die

DJs Ajaxx und Willi P. im Einsatz, während DJ

Juiceppe die JetLag Disco Gallery unter seine

Fittiche nimmt.

Live auf der Bühne wird Josey Greenwell seine

neue Single «Stuck in my Head» vorstellen. Der

Sänger Greenwell kommt aus den USA. «I‘m a

very real and fun person and I want to portray

that in my music», sagt er von sich. Im Moment

läuft alles bestens für ihn und er freut sich auf

das, was in seiner nächsten Zukunft noch alles

auf ihn zukommt. «Wenn du etwas richtig machen

willst, musst du es selbst anpacken. Und

das habe ich bei meinem neuen Album gemacht.

Ich habe viel mit dem Ton experimentiert, um

einen neuen Sound zu schaffen und die Songs

strahlen unterschiedliche Stimmungen aus»,

so Greenwell. Apropos Ausstrahlung. Die hat er

auch als Model. Das beweist er auf dem Cover

des neuen «Spartacus International Gay Guide

2012 / 2013».

Jungel Easteria

Sonntag, 8. April 2012

Club MAD, Rue de Genève 23, 1003 Lausanne

www.gay-party.com

Jack

The Most Wanted Issue

DJ Maringo, einer, der über das musikalische

Handwerk verfügt, gute Laune noch besser werden

zu lassen, wird in dieser einen Frühlingsnacht

der Taktgeber sein. Als Resident des legendären

GMF in Berlin, gehört er längst zu

jenen DJs, die sich durch ein ausgeprägt musikalisches

Feingefühl ihren Platz als Fixstern über

dem Partyhimmel erobert haben. Zuerst wird

jedoch der Zürcher DJ Juiceppe als Appetizer der

JACK - The Most Wanted Issue

Samstag, 14. April 2012

Festsaal, Pelikanplatz, 8001 Zürich

www.jackcompany.com

Fummelnacht

Ferienflug zu gewinnen

Nein, keine Angst! Die Pigalle Bar wird nicht

zum Darkroom. An diesem Abend geht es

um die Fummel zum Anziehen. Oder wie der

Duden vermerkt: Kleidungsstück [aus billigem

und leichtem Stoff]. Aber «leicht&billig» ist

nicht gleich billig! Denn um Mitternacht findet

die Wahl zur Miss Pigalle 2012 statt! Teilnehmen

kann jeder, der sich bis 21.30 Uhr an

der Bar anmeldet. Als Preis winkt dem Gewinner

nicht nur grosse Bewunderung von Christa

Rigozzi und anderen Ex-Missen, sondern auch

ein Flug für zwei Personen nach Cran Canaria,

offeriert von Pink Cloud.

Fummelnacht

Donnerstag, 5. April 2012

Pigalle Bar, Marktgasse 14, 8001 Zürich

www.g-colors.ch


CRUISER Edition April 2012

Szene

All About

Madonna

Konzertkarten zu gewinnen

Die All-About-Parties im T&M sind jeweils einer

ganz grossen Pop-Ikone gewidmet. Der Donnerstag

vor Karfreitag steht ganz im Zeichen von Madonna.

Klar, dass DJ Marc S. an diesem Abend

kaum einen Song von ihr auslassen wird, vom topaktuellen

«Gmayl» bis zu den alten Klassikern wie

«Holiday» oder «Material Girl». Und natürlich laufen

auch alle Videos vom aktuellen Album MDNA.

Wer noch kein Ticket hat fürs Konzert im Juni

darf diesen Abend erst recht nicht verpassen:

Nebst Reisen mit Kuoni und zahlreichen weiteren

Preisen gibt es nämlich Tickets für das Konzert

im Letzigrund zu gewinnen!

All About Madonna im T&M

Donnerstag, 5. April 2012, ab 21.30 Uhr

gratis Eintritt bis 22.30 Uhr

T&M, Marktgasse 14, 8001 Zürich

www.g-colors.ch

Hirsch Meets Disco

Mit DJ Evita von Tesa

Mal den alltäglichen Stress hinter sich lassen,

sich ein paar kühle Drinks gönnen, sich mit

Freunden treffen und gemeinsam beim Sound

der goldenen Disco-Aera einen schönen Abend

verbringen.

In der Zürcher Platzhirsch Bar startet am Karfreitag

der erste «Hirsch Meets Disco»-Anlass.

Serviert wird feinster Sound, angefangen bei

den Sechzigern bis hin zu den Achtzigern. Um

das leibliche Wohl in Form von leckeren Cocktails

oder anderen schmackhaften Drinks sorgen

sich die Bartender der Platzhirsch-Crew.

Die Gastgeberin Evita von Tesa empfängt alle

mit offenen Armen und versüsst den Abend mit

ihrem schönsten Lächeln.

Hirsch Meets Disco

(jeden ersten Freitag im Monat)

6. April 2012, ab 20.00 Uhr

Platzhirsch, Spitalgasse 3, 8001 Zürich

www.meinplatzhirsch.ch

Glitter Twist

Neuer Gay-Event auf der

Agenda des Cabaret Clubs

Der schmucke Club im Kreis 5 schliesst schon

bald seine Tore. Die Lokalität hat eine so vielseitige

Vergangenheit wie keine zweite in Zürich.

Von Electronights zu klassischen Konzerten,

von Singleparties zu Men-only-Parties und von

Straight- zu Gayparties hat der Club schon alles

durchlebt. Und nun kommt ein weiterer Gay-

Event zur Agenda hinzu: Glitter Twist!

Glitter Twist öffnet seine Tore zum ersten Mal

am Karfreitag. Mit an Board sind das DJ Duo

Glitzerhaus, das Party Chick und AAVENTS. Die

Party steht unter der Federführung des Osterhasen,

ist ja wohl klar! Er hat dieses Jahr nicht

nur grosse Eier, sondern auch bunte versteckt.

Zu Gast an diesem speziellen Abend ist der Sänger

und Songwriter Adam Joseph aus New York.

Sein Talent hat der junge Beau bereits mit Bob

Sinclair, the ONES, Kevin Aviance und einigen

mehr unter Beweis gestellt. Für die Glitter Twist

Party am Karfreitag performt das Multitalent

in Zusammenarbeit mit Glitzerhaus den neusten

Song für die «Break The Chain»-Kampagne.

Und wer die App von «Break The Chain»auf seinem

Smartphone vorweisen kann, bezahlt an

der Kasse nur CHF 10.– anstatt CHF 15.–.

Glitter Twist

Karfreitag, 6. April 2012, ab 23.00 Uhr

Cabaret Club, Geroldstrasse 15, 8005 Zürich

www.cabaret.im

HomoBlok

Neue Sonntags-Partyreihe

Wer steckt hinter HomoBlok? «Wir sind ein loses

Team von Jungs, die mit dem Blok zusammen

den Sonntag schwul machen und uns ne gute

Mischung aus geiler Mukke und coolen Gästen

wünschen». Weil Mensch neben Fleisch und

Luft auch etwas für die zarte Seele benötigt, fahren

wir Elektronisches vom Feinsten auf», so die

Macher. Die erste Party findet am Ostersonntag

statt, die zweite am Pfingstsonntag und die dritte

am CSD-Samstag und zwar im Blok (bisher

bekannt als Labor Bar).

Tama Sumo, deren Talent sie von ihren Anfängen

im Kreuzberger Drama um die ganze Welt

gebracht hat, spielt für HomoBlok den Auftakt.

Seit vielen Jahren Resident im Berghain / Panorama

Bar, beweist sie immer wieder von Neuem ihr

ausgeprägtes Taktgefühl. Flankiert wird die Berlinerin

von der umtriebigen DJ-Amazone PLAY-

LOVE, mit ihrer ureigenen Melange aus trippigem

Techno, schmutzigem House und deepem Detroit.

Gill&Gill, das Zürcher Brüderpaar, bekannt für ihren

Sound von minimalistisch bis hypnotisch, vollenden

das Line-up. Seelenbalsam durch und durch.

HomoBlok

Ostersonntag, 8. April 2012, ab 23.00 Uhr

Blok, Schiffbaustrasse 3, 8005 Zürich

www.blok-club.ch

France Delon

Zum letzten Mal im T&M!

Unverwüstlich und schöner denn je, altersschrill,

aber auch altersweise wie noch nie!

France Delon kommt zurück nach Zürich für

ihren letzten Auftritt an der Marktgasse 14. Für

ihre Reise nach Zürich hat sie jede Menge Neues,

aber natürlich auch die Klassiker im Gepäck.

France Delon ist wohl eine der bekanntesten

und erfolgreichsten Drag Queens überhaupt

und seit einer halben Ewigkeit auf der Bühne.

Aber machen wir sie nicht älter, als sie ist! Denn

feiern kann sie noch ganz ordentlich. Das zeigt

sie nicht nur in ihrer Show, sondern auch an der

France Delon Party Night, welche am 30. April

im Anschluss an die Show stattfindet. Hier wird

bunt und garantiert pflastersteinfrei in den

1. Mai hineingefeiert. Dazu reicht Aytu vom

«Huusmaa» feine Häppchen. DJ Marc S. serviert

den passenden Sound.

France Delon Show

25. April – 6. Mai 2012, täglich (ausser dienstags)

Türöffnung: 21.30 Uhr, Show 22.00 Uhr

Special France Delon Party Night,

Montag, 30.04.12

T&M, Marktgasse 14, 8001 Zürich

www.g-colors.ch

White Party

Odyssey

Ein jahrzehntealtes episches Abenteuer kehrt

zurück ins Volkshaus: am 5. Mai präsentieren

Angels die 18. White Party! Die Edition 2012 ist

eine fantastische Reise durch Licht und Musik

und nimmt die Gäste mit auf eine prickelnde

Odyssee. Eine überwältigende Konstellation aus

internationalen DJs und Entertainern kommt

ins Volkshaus. Hector Fonseca, offizieller Remixer

von Lady Gaga, Beyoncé und Katy Perry, ist

der hellste Stern am Partyhimmel. Er wurde

vom Gay Magazin EDGE als «Best International

DJ / Producer 2009» ausgezeichnet

Mit Steven Redants Rückkehr nach Zürich wird

das DJ Line-up zum regelrechten Staraufgebot.

Nach seinem hervorragenden Debüt an der

Black Party präsentiert er an der White Party

seine neusten Club Tracks in Begleitung der

brasilianischen Sängerin Amannda.

Auf den drei verschiedenen Dancefloors gibt’s

einige Highlights: DJ Jack Chan und Resident

DJ Ajaxx kombinieren eine Mischung aus Progressive,

Tech-House und Tribal auf dem SKYY

Floor. Ihr Gegenpol übernimmt den Upper Floor.

Dieser liegt in den professionellen Händen des

exzentrischen DJ Duo Glitzerhaus.

Ob königliche Gottheit oder furchtloser Krieger

– gefeiert wird eine unvergessliche Partynacht

an der White Party Odyssey.

Vorverkauf: Cranberry, Daniel H., Männerzone,

Ministry of Kink.

Online Tickets und Party Passes: (White &

Afterhour) erhältlich auf www.ticketino.com

Angels White Party Odyssey

Samstag, 5. Mai 2012, Volkshaus Zürich

Stauffacherstrasse 60, 8004 Zürich

www.angels.ch

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Portrait CRUISER Edition April 2012

Hollywoods neuer

Sex-Gott

Michael Fassbender erobert

das Kino

Von Daniel Diriwächter

Den wirklich grossen Film hat

Michael Fassbender noch

nicht gedreht, aber eine clevere

Auswahl an kleinen Kino-

Juwelen. Ausserdem scheut

sich der heterosexuelle Schauspieler

kaum, nackt vor die Kamera

zu treten. Sein Penis wird

in ganz Hollywood bewundert.

Michael Fassender, 35, war bis vor kurzem einer

jener Schauspieler, deren Gesicht im Gedächtnis

blieb, aber deren Name niemand kannte. Das

hat sich nun geändert. Seit Michael Fassbenders

Rolle in «Shame» – er spielte einen sexsüchtigen

Typen – wurden Presse und Fans hellhörig. Nicht

umsonst erhielt er bei den Filmfestspielen Venedig

2011 dafür den «Goldenen Löwen» als bester

Schauspieler.

ab, dafür wurde er für die Werbung entdeckt.

Seinen jungen, nackten Hintern verwendete

eine Fluglinie in einem TV-Spot. Michael Fassbender

meint dazu ironisch, dass er seit Beginn

seiner Karriere nackt war.

Eine seriöse Rolle mit Kleidern ergatterte er in

der US-Fernsehproduktion «Band of Brothers

– Wir waren Brüder». Es folgten Streifen wie

«300» oder «Eden Lake», bis er in «Hunger» von

SteveMcQueen brillierte. Die Rolle des in den

Hungerstreik getretenen IRA-Häftlings Bobby

Sands war ihm wie auf den Leib geschrieben.

Dies imponierte auch Quentin Tarantino. Er besetzte

Michael Fassbender daraufhin als Spion

in «Inglorious Basterds». Der Durchbruch.

Wenn ein Penis berühmt wird

Seither war Michael Fassbender in Filmen wie

«X-Men: First Class», «A Dangerous Method» oder

«Shame» zu sehen. Und besonders in Letzterem

Sein Name verwirrt, doch er hat nichts mit dem

Regisseur Rainer Werner Fassbinder gemein.

Ausser den deutschen Wurzeln. Geboren wurde

Michael Fassbender 1977 in Heidelberg, nach

zwei Jahren zog es die Familie nach Irland. Von

seinem deutschen Vater habe er laut gala.de die

typisch deutsche Arbeitsmentalität mit auf den

Weg bekommen. Die irische Mutter soll ihm das

«Feier-Gen» vererbt haben.

Von Beginn an nackt

Der Rotschopf wollte schon früh Schauspieler

werden, allerdings mangelte es ihm an Geduld.

Die Schauspielschule brach Michael Fassbender

mal wieder nackt. Sein Penis imponierte, so gratulierte

Charlize Theron öffentlich und auch

George Clooney schwärmte von Michael Fassbenders

bestem Stück.

Michael Fassbender ist das egal, er geniesst lieber

Zigaretten und einen Drink. Und entspricht

damit absolut nicht dem Saubermann-Klischee

eines Hollywood-Stars. Aber schliesslich ist er ja

auch kein Amerikaner. Im kommenden Sommer

wird Michael Fassbender (und sein Penis?) in 3D

zu sehen sein. In Ridley Scotts Science Fiction

Vehikel «Prometheus» wird er an der Seite von

Noomi Rapace («Vergebung») einen Androiden

verkörpern. Nie war eine Sexpuppe spannender.

22


CRUISER Edition April 2012

Fotostrecke

Anthony

Mangham

Photographer

Anthony Mangham (26) ist in New York geboren. Heute lebt und arbeitet

er in Zürich. Sein Lieblingszitat beschreibt plakativ seinen Geburtsort:

«In New York sind die Menschen wie Krabben in einem Fass zusammengepfercht.

Jede drückt die nächste nach unten, um als erste ganz nach

oben zu kommen, um dann zu merken, dass die obersten zuerst gefressen

werden».

Anthony Mangham entdeckte die Liebe zur Fotografie eher zufällig. Was

als Hobby begann, wandelte sich rasch in Leidenschaft und wurde seine

berufliche Bestimmung. Er hielt seine erste Kamera bereits in jungen

Jahren in den Händen. Es drängte ihn, Momente festzuhalten – anhand

der Personen, welche diese Momente durchlebten. Ausser für die Karriere

braucht er die Kamera auch privat. Zur Entspannung, um Erinnerungen,

um sein Leben und das seiner Freunde und Bekannten festzuhalten.

www.anthony-mangham.com

AM Photography

Modus 8 Studio @ Zürich Güterbahnhof

Hohlstrasse 150, 8004 - Zürich, amfmphoto@me.com

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Kultur CRUISER Edition April 2012

Musik: Stefanie

Heinzmann

Die Power-Soulstimme aus

dem Wallis ist zurück. Seit

Stefanie Heinzmanns Debütalbum

«Masterplan» und dem

Nummer-1-Hit «My Man Is A

Mean Man» eroberte sie die

deutschsprachigen Bühnen

im Sturm.

Seit vier Jahren ist Stefanie Heinzmann aus

der Musikszene kaum mehr wegzudenken. Die

Schweizer Power-Soulstimme aus dem Wallis lancierte

ihre Karriere 2007 in Stefan Raabs legendärer

Casting-Show SSDSDSSWEMUGABRTLAD!

(«Stefan sucht den Superstar, der singen soll, was

er möchte, und gerne auch bei RTL auftreten

Bühne: Tanzfestival

Steps

Die Welt tanzt vom 12. April

bis zum 5. Mai mit 94 Vorstellungen

in 33 Schweizer Städten.

Dies dank dem Migros-

Kulturprozent Tanzfestival

Steps.

Das Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps

bringt ab dem 12. April während dreier Wochen

bereits zum 13. Mal zeitgenössischen Tanz aus

der ganzen Welt in die Schweiz. Die eingeladenen

vierzehn Compagnien touren durch 33

Städte und geben auf 45 Bühnen 94 Vorstellungen.

Die französische Primaballerina und Wahlschweizerin

Sylvie Guillem eröffnet das Festival

in Genf. Die Grande Dame der Tanzwelt

tanzt mit der Produktion «6000 miles away» von

Sadler’s Wells London zwei Choreografien von

Mats Ek und William Forsythe.

Die Weiblichkeit in der Choreografie bildet den

Schwerpunkt im Programm der grössten zeitgenössischen

Tanzbiennale der Schweiz. Zu sehen

sind Werke von etablierten Künstlerinnen wie

der Pina-Bausch-Weggefährtin Meryl Tankard,

der Vertreterin des Minimal Dance, Lucinda

Childs, oder der Berlinerin Helena Waldmann.

Gespannt sein darf man auch auf junge Choreografinnen

wie die Kanadierin Crystal Pite,

Sharon Eyal aus Israel und die Amerikanerin

Andrea Miller.

Konzert: Nana

Mouskouri

Griechenland würde noch

ärmer sein, gäbe es Nana

Mouskouri nicht. Mit der Jubiläumstournee

«50 Jahre Weisse

Rosen» beehrt die Stimme

mit der Brille die Schweiz.

Die griechische Sängerin Nana Mouskouri ist

ein Weltstar. Ihre Erfolge sind Meilensteine

der Musikgeschichte. Jahrzehntelang ist Nana

Mouskouri um die ganze Welt getourt, um vor

vier Jahren dann den Abschied von der Bühne

zu feiern. Doch wie eine Tina Turner kann auch

Nana Mouskouri nicht ohne Musik sein. Und ein

Grund findet sich immer.

© pd

darf!») Es folgte ihr erster Nummer-1-Hit «My

Man Is A Mean Man» und dann das zweite, mit

diversen Topshots eingespielte Album «Roots to

Grow», das ihr gleich zwei Swiss Music Awards

bescherte sowie den ECHO-Award, Deutschlands

wichtigste Musik-Auszeichnung.

Stefanie Heinzmann begeistert mit einer prägnanten

Soulstimme, die mit jener ihres grossen

Vorbilds Joss Stone problemlos mithalten

kann. Und natürlich mit ihrem Mix aus Soul

und Funk, den sie zweifellos auch auf ihrem

anfangs März erschienenen neuen Album zelebriert.

Dieses wurde beinahe schlicht nach

dem Namen der Sängerin betitelt. Im Kaufleuten

spielt Stefanie Heinzmann nun das erste

Konzert ihrer «CD-Release-Tour», welche sie im

April durch die Schweiz führt. Mit im Gepäck

natürlich die Hit-Single «Diggin’In The Dirt».

Mittwoch, 11.4.12, 20.00 Uhr,

Kaufleuten Zürich

Alle Daten: www.stefanieheinzmann.de

28

© pd

Weitere Programmhöhepunkte sind die Akram

Khan Company aus England oder die kanadische

Compagnie La La La Human Steps.

Migros-Kulturprozent konzipiert das Tanzfestival

Steps und realisiert es in enger Zusammenarbeit

mit zahlreichen lokalen Kulturveranstaltern

und Theaterhäusern in der ganzen

Schweiz. Der Vorverkauf ist eröffnet. Sämtliche

Daten und Informationen sind der Webseite zu

entnehmen.

Schweiz, 12. April – 5. Mai 2012

www.steps.ch

© pd

Im April kehrt die heute 77-jährige Nana Mouskouri

anlässlich des 50-jährigen Jubiläums ihres

Welterfolgs «Weisse Rosen aus Athen» zurück.

Nicht, dass die Griechin sonst nichts zu tun

hätte. Als Sängerin, Musikerin, Politikerin, Mutter

und Unicef-Sonderabgeordnete führt Nana

Mouskouri ein beeindruckendes Leben. Und

steht mit 200 Millionen verkaufter Alben ganz

oben im Musik-Olymp.

In unseren Breitengraden wird Nana Mouskouri

oft nur der Schlagerszene zugeschrieben. International

arbeitete Nana Mouskouri jedoch mit

vielseitigen Musikstilen. Anfang der 60er-Jahre

nahm sie unter der Regie von Quincy Jones «The

Girl From Greece Sings» auf und ein Jahr später

erste Einspielungen in französischer Sprache

mit Interpretationen von Bob Dylan und Joan

Baez. Mit Julio Iglesias nahm sie ein Latin-Music-

Album auf und erhielt dafür Gold und Platin.

Nana Mouskouri arbeitete und tourte mehrfach

mit Harry Belafonte in den USA und Kanada

und hat es geschafft, sich rund um den Globus

als vielfach umjubelte Sängerin zu etablieren.

Sonntag, 22. April 2012, 20 Uhr, 20 Uhr

www.goodnews.ch


CRUISER Edition April 2012

Kultur

Theater: Amerika

Ein Schiff kommt an im Schiffbau:

Frank Castorf bearbeitet

den unvollendeten Roman

«Amerika» von Franz Kafka

neu für die Bühne.

Am 14. April feiert Franz Kafkas «Amerika» unter

der Regie von Frank Castorf in der Halle

des Schiffbaus Premiere. Frank Castorf, der am

Schauspielhaus zuletzt «Der Hofmeister» und

«Die schwarze Spinne/Pilatus’ Traum» inszenierte,

bringt damit zum ersten Mal ein Werk

von Franz Kafka auf die Bühne.

Die Geschichte handelt vom siebzehnjährigen

Karl Rossmann, der von seinen armen Eltern

nach Amerika geschickt wurde, weil ihn ein

Dienstmädchen verführte und ein Kind von

ihm bekommen hatte. Er ist «Der Verschollene»,

wie Franz Kafka seinen Roman gemäss einer

Briefnotiz betiteln wollte. Sein Freund, Nachlassverwalter

und Herausgeber Max Brod, setzte

indes als Titel «Amerika» durch und dramatisierte

später selbst die Uraufführung, welche

1957 im Pfauen stattfand.

Serie: Game of

Thrones

Die aufwändig produzierte

Fantasie-Serie «Games of

Thrones» findet ihren Weg ins

Heimkino. Könige und Königinnen,

Ritter und Abtrünnige

– sie alle spielen das «Spiel

um den Thron», bei dem man

gewinnt – oder stirbt.

Der Winter naht – und er kann ein Leben lang

andauern. Der Kampf um den Eisernen Thron

hat begonnen. Er wird sich vom Süden, wo die

Hitze den Nährboden für Intrigen, Affären und

Komplotte bereitet, über den ausgedehnten Osten

hin zum kalten Norden erstrecken. Dort,

wo eine Mauer aus Eis das Königreich vor den

dunklen Mächten schützt. Dies die spannende

Einleitung der episch angelegten Serie von David

Benioff und D.B. Weiss.

DVD: Weekend

Neu auf DVD: Ein ebenso

kompromissloser wie ehrlicher

Liebesfilm über Sex,

Intimität und Liebe, in dem

sich jeder ein bisschen wiederfinden

wird.

Freitagnacht im Club. Russell ist auf der Suche

– Blicke, Drinks, tanzen, cruisen – und kurz bevor

das Licht angeht, nimmt er Glen mit nach

Hause. So weit, so gewöhnlich. Doch was erst

mal ganz nach einem unverbindlichen, alkoholgetränkten

One-Night-Stand aussieht, von

dem nicht viel mehr als vielleicht ein schaler

Nachgeschmack und Kopfschmerzen zu erwarten

sind, geht mit dem morgendlichen Kaffee

rasant in die Tiefe. Und beim obligatorischen

Telefonnummerntausch wird klar: Da ist mehr.

Bereits wenige Stunden später sehen sich die

beiden wieder. Während dem Rest des Wochenendes

in Bars und Betten, zwischen Alkohol und

Drogen. Sie erzählen sich Geschichten, haben

Sex und stürzen sich allmählich in eine komplizierte

und hochemotionale Romanze.

Die Kritik reagierte bislang begeistert auf die

schwule Romanze. So schrieb etwa «Der Spiegel»:

Ein Film über die kleine Tür zum Glück, die

sich immer nur ganz kurz öffnet, und vielleicht

für immer verschlossen bleibt, wenn man nicht

hindurchgeht. Wer es doch tut, kann nur gewinnen.»

Das Werk von Andrew Haigh gewann

darüber hinaus diverse Preise, so den Preis der

Jury als «Bester Spielfilm» am internationalen

Queer-Festival in Hamburg.

Ab sofort auf DVD.

© pd

Geschrieben zwischen 1911 und 1914, ist «Amerika»

der erste der drei Romane Kafkas und blieb

unvollendet – die Geschichte sei «ins Endlose

angelegt», schrieb Kafka bedauernd an Felice

Bauer. Anders als der verleumdete Josef K. in

«Der Prozess» und der Landvermesser K. in «Das

Schloss» begibt sich K. Rossmann auf verhältnismässig

reales Terrain: In den Vereinigten Staaten

von Nordamerika sucht er seine berufliche

und soziale Chance.

Schiffbau Zürich

Premiere: Samstag, 14. April, 19 Uhr

www.schauspielhaus.ch

© pd

Die von der Kritik gelobte Serie basiert auf dem

Roman «Das Lied von Eis und Feuer» von George

R. R. Martin. Ein dankbarer Stoff für ein Fantasy-Spektakel

der Sonderklasse. Obwohl eine US-

Produktion, kommt «Games of Thrones» überaus

freizügig daher. Die Brutalität steht dem

aber in Nichts nach. Bereits in der ersten Folge

wird der Zuschauer Zeuge diverser abgeschnittener

Köpfe und Gliedmassen.

Regisseur David Benioff sprach zu Recht von

den «Sopranos der Mittelerde». Zwar bleibt die

Serie eindeutig dem Fantasy-Genre zugehörig,

doch spielen die fantastischen Elemente eine

eher untergeordnete Rolle. Es lohnt sich zudem

zu erwähnen, dass die Original-Geschichte

ohne Zweifel von Marion Zimmer Bradleys

«Darkover-Zyklus» inspiriert wurde.

Ab 30. März auf DVD & Blu-ray

© pd

29


Kino CRUISER Edition April 2012

Zurück in die

Zukunft

2012 wird die Kinoleinwand

zum Zeitfenster.

Von René Gerber

Vor 100 Jahren sank die Titanic,

vor 50 Jahren starb Marilyn

Monroe, in nicht allzu

ferner Zukunft werden die

Hunger Games ausgetragen.

Es war einmal… Übermorgen!

Auch wenn die Tage länger werden und die Sonne

lacht: Diesen Frühling lohnt es sich, im dunklen

Kinosaal ein paar Tränen zu vergiessen.

«Titanic 3D» ist nur die Spitze des Eisbergs sehenswerter

Blockbuster. Während über einem

Jahr hat James Cameron sein Meisterwerk mit

Digitalspezialisten in die dritte Dimension erhoben,

Bild für Bild. Wenn der Avatar-Regisseur

selbst Hand anlegt und ein völlig neues Erlebnis

verspricht, wird die Neuauflage hoffentlich

aufregender als die halbherzige 3D-Aufbereitung

von «Star Wars». Inzwischen arbeitet Cameron

für die «Avatar»-Fortsetzung bereits an

einer neuen Technik, 60 statt 24 Bilder pro Sekunde

sollen für nie gesehene Klarheit sorgen.

Auch Peter Jackson setzt für «The Hobbit» auf das

neue Format. Im Dezember wissen wir mehr.

Bis dahin werden einige Sequels (Men in Black

3, Madagascar 3, Ice Age 4) die Lachmuskeln

strapazieren. Auch ein Wiedersehen mit Spiderman

und Batman steht auf der Startliste.

Zudem hat Hollywood eine neue Jugendbuchreihe

entdeckt und damit ein neues Genre: das

Märchen. Gleich zwei Schneewittchen-Updates

gibt’s in den kommenden Wochen, Hänsel und

Gretel mit Gemma Arterton steckt mitten in der

Produktion. Es war einmal… In eine märchenhafte

Vergangenheit linst die Filmwelt auch mit

preisgekrönten Hommagen an Marilyn Monroe.

Im Schatten all dieser spektakulären Streifen

gibt es natürlich auch einige Kleinode zu

entdecken. «Café de Flore» etwa, eine berührende

Liebesgeschichte mit Vanessa Paradis

oder «My Generation», ein so witziges wie tiefgründiges

Generationenporträt der Schweizer

«Katzenball»-Regisseurin Veronika Minder. Und

vielleicht ergibt sich noch ein Überraschungshit,

der in einer auf der Leinwand momentan

sehr seltenen Zeit spielt: der Gegenwart. So wie

«Les Intouchables», inzwischen in der Schweiz

der dritterfolgreichste Film aller Zeiten. Direkt

hinter – genau – «Titanic» und «Avatar».

Brot und Spiele

Die Idee für ihre Saga hatte Suzanne Collins,

als sie von einer Castingshow zu einer Kriegsreportage

zappte. Harry Potter hat ausgezaubert,

die «Twilight»-Vampire gehen bald in die letzte

Runde, da kommt ein neuer mehrteiliger Buchhit

als Filmvorlage gerade recht. Hier ist alles

anders, abgebrühter, gnadenloser. «The Hunger

Games» spielt nicht in einer romantischen

oder zauberhaften Parallelwelt, sondern in einer

Zukunft, die aktuelle Trends beängstigend

zu Ende denkt. In Panem sind Macht und Reichtum

klar verteilt auf zwölf Distrikte. Einmal

jährlich treten jugendliche Vertreter aus allen

Klassen gegen einander an, kämpfen um Liebe

und Hoffnung, um Leben und Tod. Ein Spektakel

zwischen hypermodernem Videogame und

archaischem Gladia torenkampf. Unbedingt

sehenswert, nicht nur wegen Lenny Kravitz als

exzentrischer Stylist Cinna.

Jack und Rose

Am 14. April 1912 ging die Titanic unter. Hundert

Jahre später erlebt die aufwändigste und

beste von vielen Verfilmungen der Katastrophe

ein Revival. Der Untergang des vermeintlich

Unsinkbaren, die Liebesgeschichte, die

im Angesicht des Todes Klassengrenzen aufhebt:

Zeitlos berührend. Eine Generation erinnert

sich an ein Filmereignis, eine andere

entdeckt es neu. Die Hauptdarsteller, DiCaprio

und Winslet, sie schwimmen längst auf der

höchsten Welle, brauchen sich nicht mehr zu

sorgen, für immer Jack und Rose zu bleiben.

SNOW WHITE, MIRROR MIRROR: Wer ist die Schönste im ganzen Land?

Julia Roberts oder Charlize Theron?

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CRUISER Edition April 2012

Kino

Und 2012, nach 14 Jahren, wird vielleicht auch

Céline Dions «My Heart will go on» wieder erträglich.

Wer verliebt sich neu, wer bleibt King

of the World, wer kann kalt bleiben, wenn der

Ozeandampfer den Eisberg rammt?

Marilyn und Marilyn

Vor 50 Jahren starb Norma Jeane Baker alias

Marilyn Monroe. Sie ist unsterblich geblieben,

als Filmikone und Sexsymbol. Zwei

Filme widmen sich der Ikone, fangen einzelne

der unzähligen Facetten ein. «Poupoupidou»

zum einen, ein postmoderner Krimi, der

im Jura spielt, voll von Klischees und Ironie,

«My Week with Marilyn» zum anderen, der

Einblick in das Seelenleben und Filmschaffen

bietet. Michelle Williams wurde für ihre

Marilyn-Darstellung vielfach ausgezeichnet.

Monatelang studierte sie als Vorbereitung

ihre Ticks und Eigenheiten. Kam zum

Schluss, «dass Marilyn Monroe auch nur eine

Rolle war, die sie verkörpert hat.» Fazit: Man

kann sich Marilyn so oder so nähern, unerreicht

und unvergesslich bleibt sie immer.

Legenden und Geheimnisse ranken sich um

sie, und je näher man ihr kommt, desto faszinierender

wird sie.

sie gleich nochmals auf die Leinwand. Nach

der opulenten Kostümkomödie in einem

actiongeladenen Fantasyspektakel. Schneewittchen

hier: Kirsten Stewart, böse Königin:

Charlize Theron. Welche Verfilmung schöner

ist, diese Frage wird der Spiegel der Besucherzahlen

beantworten…

The Hunger Games (im Kino)

Poupoupidou (im Kino)

Titanic 3D (ab 5. April)

Mirror, Mirror (ab 5. April)

My Week with Marilyn (ab 19. April)

Snow White and the Huntsman (ab 31. Mai)

Schneewittchen und die böse Königin

«Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist

die Schönste im ganzen Land?» Julia Roberts

stellt die alles entscheidende Frage, Stieftochter

Schneewittchen (Lily Collins) macht ihr

Konkurrenz. So wird sie kurzerhand in den

Wald verbannt, wo sie auf eine Bande kleinwüchsiger

Kleinkrimineller trifft, besser

bekannt als die sieben Zwerge. Ein schöner

Prinz (Armie Hammer) verzwickt die Lage

zusätzlich, in überraschenden und humorvollen

Wendung kommt endlich die Wahrheit

hinter den Märchenfiguren ans Licht.

Und wenn sie nicht gestorben sind… treten

MY WEEK WITH MARILYN: Michelle Williams als Marilyn Monroe

HUNGER GAMES: Neuer Filmhit für die Twillight-

Gemeinde: Jennifer Lawrence und Liam Hemsworth.

TITANIC: Kate Winslet und Leonardo DiCaprio versinken im April in 3D

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Lifestyle CRUISER Edition April 2012

HOT 4 YOU!

1Besser beraten

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3Buntes Krokodil

2Schöner Mann

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das Krokodil mit bunten und aussergewöhnlichen Designs. Passend für eine fröhliche

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Haar. All Day & Night intensive Eye Balm spendet müder Haut im Augenbereich

maximale Pflege und reduziert so Falten und Schwellungen. All Day &

Night intensive Face Balm und die Care Emulsion schenken Energie, beruhigen

und hinterlassen einen frischen Look. Platin trägt Mann nicht nur auf,

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32

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CRUISER Edition April 2012

Kolumne

Der neue Kampf

gegen reduzierte

Freiwilligkeit

Von Michi Rüegg

Es gibt innere und äussere Zwänge. Ich beispielsweise

zwinge mich ab und zu, mit dem Staubsauger

den Fussboden zu reinigen. Obwohl ich das

nicht mag, des lauten Geräusches wegen. Aber

weil ich Staub noch weniger mag, erbringe ich

das Opfer. Ein anderer Zwang, den viele von uns

kennen: Die Analdusche, aus Angst, das Laken

könnte schmutzig werden. Ein äusserer Zwang

ist beispielsweise, nicht bei Rot eine Kreuzung

zu überqueren, wenn ein ganzer Kindergarten

zuschaut. Man möchte nicht über die Strasse

und damit mit schlechtem Beispiel vorangehen.

Der Nationalrat hat jüngst über eine andere

Form von Zwängen debattiert, nämlich die

Zwangsehen, die gemäss seinem Willen strafrechtlich

verboten werden sollen. Was vor wenigen

Generationen in unserem Kulturkreis noch

gang und gäbe war, soll neu aufs Schärfste geächtet

werden. Dass wir uns unsere Partner selber

aussuchen dürfen, ist eine zivilisatorische

Errungenschaft. In anderen Kulturkreisen hat

sich diese Ansicht noch nicht durchgesetzt.

Also bitte, geschätzter Leser, liebe Leserin, verstehen

Sie mich nicht falsch. Ich bin in keiner

Weise für Zwangsverbindungen, es sei denn,

sie basieren auf einem besonderen Fetisch der

Involvierten. Wenn das Gesetz in einer Weise

verschärft werden soll, die nützt, soll mir das

recht sein. (Ob der Weg übers Strafrecht der

sinnvollste ist, soll später die Geschichtsschreibung

beurteilen).

Etwas absurd ist jedoch, dass die Verfolgung von

Zwangsehen aus Gründen der ausgleichenden

Gerechtigkeit nicht nur für heterosexuelle

Ehen, sondern auch für registrierte Partnerschaften

gelten soll. Künftig müssen Standesbeamte

– und vielleicht gar Staatsanwälte – also

der Frage nachgehen, ob die beiden Herren oder

Damen aus freien Stücken auf dem Zivilstandsamt

sind, oder ob sie beispielsweise von ihren

Eltern dazu gezwungen worden sind.

Man stellt sich vor, wie der fünfzehnjährige

Omar beim Onanieren mit seinem Cousin

Abdul von der Grossmutter erwischt wird.

Um Schande von der Familie abzuwenden, beschliessen

beide Eltern, dass Omar und Abdul

gemäss Scharia eine registrierte Partnerschaft

eingehen müssen. Die Tragik dabei: Beide sind

gar nicht schwul, sondern nur experimentierfreudige

Teenager.

Oder die junge Dürdane, die eigentlich nach

der Matura Medizin studieren wollte und auf

Urlaub in Ostanatolien mit der 49jährigen, alleinstehenden

Ziegenhirtin Gülümser verheiratet

wird – weil die Familie Schulden bei ihr hat.

Vielleicht muss man gar nicht so weit suchen.

Möglicherweise werden auch die Bauernsöhne

Ueli und Kaspar im Appenzellischen zwangsverpartnert,

weil die Familien die beiden Gehöfte

fusionieren wollen, um damit noch mehr

Direktzahlungen vom Bund einzuheimsen. Tragisch

wäre das insbesondere, wenn Kaspar in

die Tochter des Gemeindeschreibers verliebt

wäre, aber auf Druck der Familie mit ebendiesem

Ueli ins Heu müsste.

Nicht auszudenken, was Zwangspartnerschaften

für die betroffenen jungen Männer und

Frauen bedeuten würden. Andererseits könnten

sie auch einen Segen darstellen. In Zeiten der

Männerflut und des schier uneingeschränkten

Angebots an Gelegenheiten können sich viele

von uns nicht für einen Partner entscheiden,

aus Angst, es käme bald ein besserer daher. Eine

von den Eltern eingefädelte Verbindung würde

dieser Orientierungslosigkeit Abhilfe schaffen.

Profitieren von solchen unfreiwilligen Verbindungen

würden auch Schriftsteller, Theaterautoren

und Drehbuchschreiber. Die in unzähligen

Geschichten nacherzählte Tragödie von

Romeo und Julia könnte in neuen Variationen

aufgelegt werden. Zum Beispiel über den Katholiken

Thomas, der den Juden Ben liebt. Aber die

beiden dürfen nicht zusammen sein, weil Bens

Vater will, dass sein Sohn den Talmudschüler

Ezra ehelicht. Es ist wie immer im Leben: Des

einen Leid ist des anderen Freud.

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35


Reisen CRUISER Edition April 2012

Pagoden und

«People Like Us»

Gay Birma erwacht: «Wir haben

schon mehr Freiheiten.»

von Robert Spring, Rangun

Birmanen sind sehr freundliche

Menschen. Spaziert man durch

Birmas schöne Kapitale Rangun,

wird man immer wieder freundlich

gegrüsst oder angelächelt.

Das ist schön und

lockert die gespannte Neugierde,

die aufkommt bei dem ersten Besuch

in dem lange Zeit von

der Aussenwelt isolierten Myanmar,

wie Birma offiziell heisst.

Es gibt einiges zu entdecken in Rangun, einer

Stadt mit vielen Parks, Bäumen und Büschen,

deren sattes Grün sich lebhaft vom Glanz der

vielen goldenen Pagoden abhebt. Die jahrzehntelange

Herrschaft der Militärjunta hat wie ein

unfreiwilliges Konservierungsprogramm gewirkt,

auch wenn Moos, Schimmel und Zerfall

den Kolonialbauten über die Jahrzehnte arg

zugesetzt haben.

Aufbruch und Skepsis

In Rangun ist eine prickelnde Aufbruchstimmung

zu spüren. Sichtbare Zeichen der Reformpolitik

von Präsident Thein Sein sind die bis vor

wenigen Monaten unter Strafe verbotenen Satellitenschüsseln

an vielen Häusern, ausländische

Zeitungen in Cafés und Hotels und – vor allem

– die allgegenwärtigen Bilder von Oppositionsführerin

Aung San Suu Kyi.

Zu spüren ist aber auch die Skepsis der Birmanen

gegenüber der Reformpolitik der ersten zivilen

Regierung Birmas nach Jahrzehnten der

Militärdiktatur. «Ich hoffe, dass die Regierung

es ernst meint» oder «Erst mal abwarten» sind

die am häufigsten gehörten Kommentare zu

dem Kurs von Präsident Thein Sein.

PLU (People Like Us)

Nicht ganz so einfach zu entdecken ist die

schwule Szene. Nicht jeder Mann, der einen

in den Strassen und Restaurants anlächelt, ist

ein PLU, ein «People Like Us». In den Jahren der

Diktatur haben Birmanen gelernt, auch in der

Sprache Vorsicht walten zu lassen. Dabei würde

man gerne das Lächeln von so manchem schmucken

Birmanen im traditionellen Longyi, der

birmanischen Version des Sarongs, als Einladung

auffassen.

Win Hlaing erscheint in Jeans statt im Longyi.

In Wirklichkeit heisst Win Hlaing anders. Aber

wie der Autor dieser Zeilen mag er nicht unter

seinem richtigen Namen medienöffentlich werden,

denn noch ist die Reformpolitik nicht so

ganz im Trockenen. Beim Bier der Marke «Myanmar»

im Lion World in Rangun erzählt der

33 Jahre alte Win Hlaing vom schwulen Leben

in Rangun.

Die Szene verlagert sich immer wieder

Das Lion World auf der Veranda im ersten Stock

ist eine von vielen Rotlichtbars in einem bunkerartigen

Gebäude in Ranguns Innenstadt.

Leicht bekleidete, gelangweilt wirkende Mädels

stolzieren unter der fadenscheinigen Tarnung

als Model einer «Fashion Show» über den Laufsteg

des Lion World. Für schwule Männer ist die

Fussgängerbrücke am anderen Ende der Bar der

Laufsteg der Eitelkeiten. Die Brücke über die vier

Strassen einer grossen Kreuzung ist Cruisingort

und Strich gleichermassen, zumindest so lange

bis – was häufig passiert – die Polizei auftaucht.

«Meine Freunde und ich kommen nicht of hierher»,

erzählt Win Hlaing. «Wir treffen uns lieber

in einem der Restaurants in China Town.»

In Myanmar, wo Versammlungen von mehr als

fünf Menschen verboten sind und als Erbe der

britischen Kolonialzeit Homosexualität noch

illegal ist, ist es besser, nicht aufzufallen. «Es

gibt immer wieder Cafés, Kneipen, Clubs, die

bei Schwulen populär sind. Aber wenn sie zu

sehr als Schwulentreffpunkt bekannt werden,

verlagert sich die Szene sicherheitshalber woanders

hin.» Win Hlaing unterscheidet zwischen

den «High Class»-Schwulen und den anderen.

«High Class» steht für jene durch Korruption

und enge Verbindungen zum Militär reich gewordene

Schicht. Diese High-Class-Homos, für

die Win Hlaing nur Verachtung übrig hat, sind

in den Nachtklubs Ranguns zu finden und im

Mojo, einer neuen, modernen, in einem Viertel

der Besserverdienenden gelegenen Cocktailbar.

Das Internet ist neuerdings zugänglich

Wenn man in früher in Rangun wissen wollte,

wo was los ist, wo man sich trifft, war man auf

Mund-zu-Mund-Propaganda angewiesen. Das

Internet war zensiert. Mit extrem hohen, für

die bitterarmen Birmanen unerschwinglichen,

Preisen für Handys und vor allem Sim-Karten

(die bis vor kurzem über 2000 Dollar kosteten)

verhinderte die Militärjunta aus Furcht vor

Aufständen nicht nur den leichten Kontakt ins

Ausland sondern auch der Birmanen untereinander.

Jetzt ist das Internet zugänglich (wenn

nicht gerade mal wieder der Strom ausfällt) und

Sim-Karten werden billiger (obwohl sie mit 200,

300 Dollar immer noch teuer sind). Internationale

schwule Datingseiten wie Gaydar oder Gayromeo

sind ebenso zugänglich wie birmanische

Homoseiten mit Informationen über Aids und

die Szene vor Ort.

Langsam geht der Regenbogen auch über den

goldenen Pagoden Birmas auf. Ob er immer

kräftiger strahlen wird, ob Birmas Parlament

Homosexualität entkriminalisiert, das alles ist

noch sehr offen wie auch die Zukunft der gesamten

Reformpolitik. Win Hlaing ist bereits

glücklich über die momentane Situation der

Birmanen jeglicher sexuellen Orientierung:

«Wir haben schon mehr Freiheiten.»

36


Musik CRUISER Edition April 2012

Nina Kraviz ****

Der Dschungel ist unübersichtlich. Wo findet man neue Musiktalente? In

Castingshows? Eintagsfliegen. In den Charts? Stechmücken. In den Strassen?

Tausendfüssler. Vielleicht doch mal wieder tief eintauchen in die

Clubs, in den zu Unrecht totgesagten House, in die Nacht, wo die Spinnen

ihre verhängnisvollen Netze spannen. Die DJane ist die Göttin, sie kann

mehr als nur Tracks aneinanderweben. Sie mixt Sounds und schüttelt die

Menge durch, im Idealfall. Der Idealfall heisst Nina Kraviz. Nachdem sie

ihre Kindheit im sibirischen Irkutsk verbrachte, zog die Russin 2008 nach

Moskau, machte sich in der Underground-Szene allmählich einen Namen,

hostete schliesslich im angesagten «Propaganda» eine Party, bis der Hype

um sie den Veranstaltern zu viel wurde. Kurzerhand wurde das Multitalent

gefeuert, zog in die weite Partywelt hinaus, bespielte als DJ, Sängerin

und Produzentin fast jeden angesagten Club rund um den Globus.

Nun hat Nina ihren Sound auf eine Scheibe gepresst. Sie singt und flüstert,

sexy und verführerisch. Der Opener «Walking in the Night» gibt den Ton

an: Sphärischer Untergrund, hypnotisierender Beat, schwebende Stimme.

Der Soundtrack für den Weg vom Dancefloor ins Schlafzimmer. Mit «Ghetto

Kraviz» geht die Reise weiter, tiefer rein in Beats und Melodiefetzen.

Ein sanfter Strudel aus House und Trip Hop, aus dem es für 14 Tracks kein

Entkommen gibt. Relaxt man da in der Chillout-Lounge oder steht man

im Auge des Orkans? Minimalistisch, verlangsamt, und doch in jedem Moment

von einer Intensität, der man sich kaum entziehen kann. Nina Kraviz

zeigt endlich mal wieder, dass hippe Clubs nicht nur Tanzfabriken sind,

sondern auch Schmelztiegel von Sounds und Emotionen. Jeder kommt irgendwoher,

ist für einen Takt König der Nacht und geht dann seinen Weg,

ins Dunkle hinaus, in den Dschungel der tiefen Träume. (rg)

Rekids

Roxette *****

Travelling

Funktioniert es noch? Das war vor rund einem

Jahr die grosse Frage, als Per und Marie das

Comeback wagten. Ja, es hat funktioniert.

Roxette rockten das Ding, stürmten die Charts

wie damals in den 1990ern, tourten ausverkauft,

reihten sich mit «She’s got nothing on

(but the Radio)» wieder ein in die Radio-Endlosschlaufen.

Das Erfolgsrezept: Gleiche Zutaten,

neu gemischt. Dem bleibt das schwedische Duo

auch weiterhin treu, als wäre es nie von der Bildund

Tonfläche verschwunden. «Travelling» ist

ein «Joyride» von heute, eine temporeiche Fahrt

durch vertraut klingende Uptempo-Hits («It’s

possible») und zeitgemässe Balladen («Perfect

Excuse»). Gut konserviert, gut gereift. Wer den

Live-Beweis will, legt am 17.

Juli beim Dolder einen Zwischenhalt

ein und wird hören

und sehen, dass die Reise

noch längst nicht zu Ende ist.

(rg) EMI

38

Miike Snow *****

Happy to You

Man kann Pop 2012 in Schubladen einreihen.

Bei den meisten. Man kann von allem etwas nehmen

und in eine vertonte Ikea-Billigbox stecken.

Machen viele. Oder aber man designt seine ganz

eigenen Soundmöbel, für die das Haus erst noch

gebaut werden muss. Machen ganz wenige. So

geschehen beim schwedisch-amerikanischen

Produzentenduo Miike Snow. Da wird getüftelt

und geschraubt, erfunden und ausgegraben. Bläser

und Geräusche, Loops und Beats, Elektro und

Indie: Immer überbordend kreativ, immer mit

demselben Ergebnis: WOW. Immer Spass, nie Langeweile.

Ist das noch Avantgarde oder schon ein

Ohrwurm? Andrew Wyatt, Christian Karlsson

und Pontus Winnberg sind definitiv der Think

Tank der Gegenwartsmusik.

Dass sie Britney Spears‘ coolsten

Song, «Toxic», produziert

haben, sagt vieles, das neue Album

«Happy to You» singt den

Rest. (rg) Sony Music

Madonna *****

MDNA

Ein Titel zwischen Partydroge und Gentechnik.

MDMA war gestern, DNA altert. Spass und Jugend

werden zum zwanghaften Diktat. «Girls

gone wild» umwirbt mit einem sexy Video die

Gays, «Give me all your Luvin» die Sportfans.

Alles kühl kalkuliert, nichts kühn inspiriert.

Die Musik dazu, ein schales Gähnen aus Trance

und Dance: Kaum der Rede wert. Viele Köche verderben

den Brei. Das Album ist nichts. Aber: Sie

ist Madonna, sie bleibt die Meisterin der Projektionsfläche.

MDNA kann nichts bleiben, gleichzeitig

lässt sich damit alles machen. Mit genialer

Tour und cleverem Marketing vielleicht

sogar ein «Masterpiece», der beste Song auf dem

Album. Darin geht es um eine Frau, die ihre

Perfektion verliert. Sie kann

die Fäden in die Hände der

Fans legen und irgendwann

wieder selbst ergreifen. Sie ist

Madonna, sie hat die MDNA.

(rg) Universal Music


15.

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Filmfestival

Zürich 2.–10.5.12

Frauenfeld 11 .–13.5.12

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ÜBER

150 VOUCHERS

PRÄSENTIERT:

VOM 1. BIS 30. APRIL 2012

MACH’S WIE ICH,

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CRUISER Edition April 2012

Gesundheit

Hallo James

Nein, ihr müsst nicht auf Sex verzichten. Es gibt viele serodifferente Paare,

die ein glückliches Sexualleben führen. Streicheln, Kuscheln, gegenseitiges

Wichsen oder intensive Zungenküsse sind alles absolut sichere Praktiken.

Auch Oral- und Analverkehr sind unter Einhaltung der Safer-Sex-

Regeln (Bumsen nur mit Gummi, kein Sperma in den Mund, bei Juckreiz,

Brennen oder Ausfluss zum Arzt) kein Problem. Gerade in Bezug auf die

dritte Safer-Sex-Regel ist es wichtig, darauf zu achten, dass keine andere

sexuell übertragbare Infektion vorliegt, denn eine solche kann eine HIV-

Übertragung fördern. Unter spezifischen Bedingungen (die antiretrovirale

Therapie wird konsequent eingehalten, Viruslast ist mindestens

sechs Monate nicht mehr nachweisbar, keine andere STI) ist es für feste,

serodifferente Paare sogar möglich, auf die Safer-Sex-Regeln zu verzichten.

Weitere Informationen hierzu gibt euch der behandelnde Arzt. Mehr

zum Thema findest du hier: www.gay-box.ch.

Alles Gute, Dr. Gay

Nie mehr Sex?

Hallo Dr. Gay

Ich befinde mich in einer schwierigen Situation. Vor einiger Zeit habe ich

einen tollen Typen kennen gelernt. Obwohl sich gegenseitig Gefühle entwickeln,

ist es bisher noch nicht zu Sex gekommen. Der Mann ist mir sehr

wichtig und ich könnte mir eine Beziehung mit ihm vorstellen. Leider hat

er sich kürzlich mit dem HI-Virus angesteckt und ich weiss nicht richtig,

wie ich mit dieser Situation umgehen soll. Worauf muss ich speziell achten?

Reicht Safer Sex oder sollten wir ganz auf Sex verzichten?

James, 25

Sauberer Analsex?

Hallo Dr. Gay

Wenn mein Freund und ich Analsex haben, passiert es leider immer wieder,

dass mein Penis danach voller Kot ist. Früher hatten wir diese Probleme

nicht und auch wenn er mich fickt, passiert es nicht. Wir duschen

vorher immer zusammen, möchten aber auf eine Analdusche verzichten.

Das kann doch nicht normal sein, oder? Im Internet haben wir leider keine

hilfreichen Tipps gefunden. Kannst du uns weiterhelfen?

Henry, 21

Hallo Henry

Es liegt in der Natur der Sache, dass beim Analverkehr manchmal etwas

Kot ins Spiel kommt. Das ist zwar unangenehm, aber ganz normal. Der

menschliche Körper ist nun mal keine Maschine, die immer dann «sauber»

ist, wenn es gerade passt. Es versteht sich von selbst, dass der Darm

vor dem Analverkehr möglichst leer sein sollte. Leider merkt man nicht

immer, ob das der Fall ist. Warum wollt ihr auf eine Analdusche verzichten?

Ein Einlauf ist eine gute Variante, damit später beim Sex keine unangenehmen

Überraschungen passieren. Aber nicht übertreiben. Zu viele

Einläufe können die Darmflora schädigen und belasten den Kreislauf. Ein

bis zwei Einläufe pro Woche sind unbedenklich. Weitere Informationen

dazu gibt es hier: www.gay-box.ch

Alles Gute, Dr. Gay

Pia

Ein machbarer

Tribut an die

Community

Es ist natürlich wie bei der La-Ola-Welle im Fussballstadion:

Es machen nie alle mit. Leider! Aber

je mehr mitmachen, umso geiler ist der Effekt.

Genauso ist das bei «Break The Chain». Auch

wenn wir‘s alle nicht mehr hören können, auch

wenn alle meinen, dass es heute tolle Medis

gibt, auch wenn ich meine Sex-Dates seit Jahren

kenne und auch wenn ich so überhaupt keine

Lust habe, mich mit medizinischen Spitzfindigkeiten

wie dem «Primo-Infekt» auseinanderzusetzen.

Die Realität spricht eine andere Sprache.

Die Neuansteckungen in unserer Szene nehmen

immer noch zu. Nicht wegen den Sexworkern aus

Osteuropa, die keine Ahnung von Safer Sex haben.

Nicht wegen Migranten aus Afrika, die den Schnitt

so drastisch nach oben treiben. Wegen uns. Und

darum MÜSSEN wir so eine Riesenwelle machen.

Jeder, der mitmacht, leistet einen Beitrag zur

Sicherheit unserer Szene. Es gibt nichts zu verlieren

– nur zu gewinnen. Einen Monat auf etwas

zu verzichten, ist nicht nur ein machbarer Tribut

an die Community – es ist auch saisonal absolut

korrektes Verhalten. Immerhin sind wir mitten

in der Fastenzeit. Natürlich ist es einfacher, auf etwas

zu verzichten, was einem auch sonst eher am

Rücken vorbeigeht. Auf Beda Stadler zum Beispiel,

und seine medienwirksamen Stellungnahmen

zu jeder Katzen-Grippe. Beda Stadler, Infektiologe

und extremer Schwerbescheidwisser, also

eigentlich der Roger Schawinski der Viren und

Bazillen, hat die Aktion «Break The Chain» scharf

kritisiert, er nannte sie wörtlich «hanebüchen»,

weil sie den Eindruck erwecke, man könne nach

dem Aktionsmonat bedenkenlos auf Safer Sex

verzichten. Wenn man jetzt so wie Beda ab und an

in einen Bottich Schlauwasser gefallen ist, dann

kann man natürlich schon mal aus Versehen

meinen, dass die breite Masse da draussen kein

Geistesgigant ist. Ist schon in Ordnung, Beda. Zu

deinen Gunsten nehmen wir an, dass du einfach

nur grausam besorgt bist um uns. Andernfalls

müssten wir nämlich vermuten, dass du uns alle

für komplette Furzgurken hältst, die zum ersten

Mal etwas von HIV hören. Ich wage zu behaupten,

dass jeder Typ in der Szene genau weiss, um was es

bei «Break The Chain» geht. Es kann sich nur nicht

jeder zum Mitmachen durchringen. Und drum

kommen jetzt die Goodies! Wer sich registriert,

erhält im Monat April jeden Tag einen Gutschein

auf sein Smartphone oder seine Mailbox. Zahlreiche

Bars und Läden machen mit und verwöhnen

euch mit Angeboten und Vergünstigungen.

Lasst euch das nicht entgehen! Am einfachsten

geht es, wenn ihr die App auf eurem Handy habt.

Man lädt ja sonst auch jeden Scheiss runter. Ich

werde so frei sein und im April konsequente Handykontrollen

durchführen. Und wer Grindr drauf

hat, aber nicht «Break The Chain», dem werd ich

tief und eindringlich in die Augen sehen müssen.

Wer kein Apfelhandy hat oder auf seinem Smartphone

schon so viele Apps hat, dass er es kaum

noch tragen kann, der kann aber auch online mitmachen

www.break-the-chain.ch Seid dabei bei

etwas Einzigartigem, meldet euch jetzt noch an

und wählt euren Einsatz aus! Unsere Community

muss es wert sein!

Apropos «Einsatz»: Ich bin froh, wenn dieses

elende Doris-Fiala-Bashing endlich ein Ende

nimmt. Es ist im Moment nicht leicht für mich

mit dieser Frisur rumzulaufen. Ich sehe ja quasi

aus wie das Stunt-Double von Doris und ich

habe voll keine Lust darauf, auf der Strasse als

Zewo-Prellerin gedisst zu werden. Doris wird

das schon wieder grad biegen und bis dahin bitte

ich um Geduld. Ich hab echt keine Lust, mir

eine neue Frisur zu kaufen.

Bis demnächst, Eure Pia

41


Agenda CRUISER Edition April 2012

FR 30. März

Luzern

22.00 Frigay Night: happy sound for happy

people@The Loft Haldenstr. 21. Special

Party mit DJs Alessandro Lesz, Luc le Grand

& C-Side

Zürich

18.00 Checkpoint im Gespräch by QueerHelp:

Die Kette durchbrechen. Das Leben positiv

gestalten. Vom Umgang mit der eigenen

Psyche und der Schwierigkeit mit der Therapietreue.

Ab 20h Essen und Trinken mit

Posibar. Restaurant Hubbles,

Werdstr. 54, 8004 Zürich. Keine Anmeldung

erforderlich

19.30 G a yM ig s: schwule Migranten Treff im

HAZ-Centro, Sihlquai 67

20.00 Queertango Queer: Milonga für Schwule,

Lesben und ihre Freunde. Cafetin Buenos

Aires/El Artesano, Alfred-Escherstr. 23

21.30 t&M Disco: Marktgasse 14. Chartstation

mit DJ Marc S

Anzeige

22.00 Lollipop Party: mit 3 Tanzpisten! Lollipop

Floor: Schlager, Schweizerhits, Mallorca,

Klassiker & Canzoni; Wannabe Floor:

80er/90er Party Hits; Après Suisse Floor:

Die grössten Pistenheuler und Hitparaden

Knaller. Plus Karaoke Lounge. X-Tra,

Limmatstr. 118. Infos www.lollipopparty.ch

22.00 Rage:

Wagistr. 13, Schlieren Bad Boyz Friday

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Progressive Locals.

DJ La Luna

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter

Dresscode sportsLAB. Cum in sports gear

SA 31. März

Basel

22.00 Flavor - Strawberry Edition: DJs Peeza

& Friends. Excellent Club, Binningerstr. 7

(Nähe Heuwaage). Infos www.housefashion.ch

Bern

22.00 Gentleboyz: The most gentle gay nights in

the capital. DJs José Galisteo (live), Kareem

Junior, David Cruso & Kary. Fr. 25.–, Vorverkauf

Fr. 20.–. Charity Event zugunsten

Aids Hilfe Schweiz. Club Du Théâtre Bern,

Hotelgasse 10. Infos www.gentleboyz.ch

Thurgau

19.30 G old ie s - Show: mit Spaghettiplausch

Oldies, Evergreens präsentiert von Diva

International. Menu mit Salat, diverse

Saucen und Dessert. Im HOT-Lokal,

Wilerstrasse 5, Wängi. Anmeldung über

Anmeldung@hot-tg.ch

Zürich

16.00 GayAqua: Hertistr. 24, Wallisellen. U-30

Special. Youngster haben reduzierten

Eintritt zu Fr. 9.–. Über 30 Jahre normaler

Eintritt von Fr. 30.–

20.00 Break the Chain: Launch Party im

Bagatelle, Langstrasse 93. Ab 20h Apéro und

Videopremiere des Glitzerhaus-Clips «Break

The Chain». Ab 22h Party mit DJs Luca

Torre, Fabri!, Carlos de House & Marco de

Rosa. Fr. 10.– als Spende für Checkpoint

21.30 t&M Disco: Marktgasse 14. G-Dance mit

DJ Groovemaster

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren Cruising

unlimited

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Balearic Gay Vibe.

DJs Charles Meyer & Mad House

23.00 M i l k s ha ke: not an ordinary gay party.

DJ Angel O. Door hosted by Luca. Komplex

457, Hohlstr. 457. Infos www.milkshake.ch

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter

Dresscode-Anlass Full Fetish

April 2012

SO 01. April

Basel

21.00 Untragbar!: Die heterofreundliche Homobar

am Sonntag im Keller des Restaurants

Hirscheneck, Lindenberg 23 DJ Collins

– 10 Jahre Filz im Hirsch, Querbeet

Lausanne

23.00 t R I X X: Gay Bar @ MAD Rue de Genève 23.

Zapoff Gallery. Friendly Gay Sunday The

Vintage. DJ Dirty Flav

Thurgau

11.00 G O !:GayOstschweiz! Sonntagsbrunch

im GO! Lokal, Frauenfelderstr. 100, 9548

Matzingen. Reichhaltiges Buffet. Cüpli zum

Apéro wird offeriert. Fr. 26.– Mitglieder

bzw. Fr. 31.– für Gäste. Anmeldung bis 30.3.

unter www.go-club.ch, 052 366 00 17

Zürich

07.10 HAZ Outdoor: Frühlingswanderung am

Walensee. Von Walenstadtberg über Quinten

nach Weesen. Abfahrt Zürich

HB 07.12h. Infos und Anmeldung unter

www.haz.ch/outdoor/aktuell. Teilnehmerzahl

ist auf 15 Personen beschränkt,

wegen Bus Walenstadt

19.00 tanzleila@Exil: Party von Frauen für

Frauen. Ab 19h Salsa-Special. Ab 21h

DJ Anouk Amok, ab 23h DJ Nadia Naas

19.00 Sector c; Fetish Club:

Zero – Sunday Nacked. Fr. 13.– inkl. Eintritt

Rage & Garderobe

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Nacktparty

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Week2end DJ Marc S

MO 02. April

Zürich

19.00 z&h Schwule Studis: an Uni & ETH

Eiermalen im Hochschulforum,

Hirschengraben 7. Anmeldung bis 1.4. an

zundh@websites.uzh.ch

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Latino Party

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. MondAAAH!y

DJ Groovemaster

DI 03. April

Bern

20.00 Uncut: warme Filme am Dienstag im Kino

der Reitschule. «Ausente», Argentinien 2011,

Digital 91 Min., OV Spanisch/dt. UT. Bar ab 20h,

Film um 20.30h. Infos www.gaybern.ch/uncut

42

LIVE RUND UM DIE UHR:

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CRUISER Edition April 2012

Agenda

Zürich

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Cruisen

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Duplexx DJ La Luna

MI 04. April

Bern

19.30 3gang in der Villa Stucki: Seftigenstrasse

11. Essen und Kultur Abendessen mit

Buffet; der Frühling ist da. Fr. 30.–. Zudem

Schwubliothek und Lesbenstammtisch

Zürich

20.00 GayAqua: Hertistr. 24, Wallisellen. Naked

Party mit Maskenpflicht. Maske gibt es zu

leihen für Fr. 5.–

20.00 Heldenbar@Provitreff: Sihlquai 240 DJ

alex brand playing nighty mighty oldschool

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Bart und

Bauch

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Treffpunkt

DJ Upspace

DO 05. April

Bern

20.00 Seite 69 – frische Fritten – neue talente:

Homosexuell, heterofreundlich im Kapitel,

Bollwerk 41. Disco 300000. DJs Helga & Inga

& Thalamus

Winterthur

19.30 Badgasse 8: LesBiGay & Friends Treff im

Lokal Badgasse 8

Zürich

19.00 Bi-treffpunkt: offener Treff für bisexuelle

Männer und Frauen 19h Treff im Café Rathaus,

Limmatquai 61 zum Apéro, dann ab

20.15h im HAZ-Centro, Sihlquai 67 zu geleiteten

Gesprächen zum Thema Bi-Sexualität

und Polyamory

21.30 All About Madonna: Special Party mit

Gewinnmöglichkeit, dem neuen Song

Gmayl, Album MDNA und den legendären

Videos etc. DJ Marc S. Im T&M, Marktgasse 14

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren.

Oster-Welcum

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Leder, Gummi,

Uniform

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Prêt à danser. DJ Mad House

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13, Schlieren.

Underwear, Jocks, Naked. Strict dresscode

FR 06. April

Basel

22.00 Supergay Party: mit DJs Taylor Crus

& Original Flavor in Garage (ex Annex),

Binningerstr. 14. Fr. 12.–

Zürich

20.00 Platzhirsch: Spitalgasse 3. Hirsch meets

Disco. DJ Evita von Tesa. 60er bis 80er

Sound, leckere Drinks

21.30 t&M Disco:

Marktgasse 14. Chartstation. DJ Marc S

22.00 Queer Beats: LGBT & Friends House Party.

Zürich SexyFriday. Alte Kaserne / Zeughaus,

Kanonengasse 20. Gratiseintritt. DJS Ambient

P, Angy Dee, Gaetano, Juiceppe & Mary.

Zudem Special Guest DJ Pink Lady DeeJay.

Gogos & sexy Dancers

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren

Oster-Cruising. Bierpass 3 für 2

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Blackout.

DJ Nick Harvey

23.00 Glitter twist: Zur Eröffnung dieser Partyreihe

ist neben dem DJ Duo Glitterhaus, DJ das

Party Chic & Aavents gibt es ein Livekonzert

mit dem Sänger und Songwriter Adam

Joseph aus New York. Fr. 15.– mit App von

Break the Chain Kampagne nur Fr. 10.–.

Cabaret Club, Geroldstrasse 15

23.00 Magnusbar:

Magnusstr. 29 Vollmond-Party

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter

Dresscode Piss-off (yellow). Bierpass 3 für 2

SA 07. April

Basel

22.00 Isola Club@Club en Vogue:

Clarastr. 45. DJ Mary

Bern

22.00 Julius Party im Du Nord:

Lorrainestrasse 2. Infos www.juliusparty.ch

Zürich

18.00 a.p a r t: Frauenbar bei Buvette Philipp,

Zweierstr. 166

20.00 Platzhirsch: Spitalgasse 3. Warmup Boyahkasha!

DJ Loyce mit Clubhits, Dance & RnB

21.30 t&M Disco:

Marktgasse 14. G-Dance. DJ Loyce

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M

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Agenda CRUISER Edition April 2012

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren

Oster-Meeting

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Embassy of House. DJ Gaetano

23.00 Splashing Boys Hollywood Night:

Party for Gays & Friends. DJs Luc le Grand &

Tschespito. Der rote Teppich ist ausgelegt.

Exil, Hardstr. 245. Fr. 20.–

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter Dresscode-

Anlass Osterfick – full fetish

23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29

70er & 80er Jahre Musik

SO 08. April

Basel

21.00 Untragbar!: Die heterofreundliche Homobar

am Sonntag im Keller des Restaurants

Hirscheneck, Lindenberg 23 DJ High Heels

on Speed – Elektronischer Eiertanz

Lausanne

22.00 Ju ngle: the gay Party – Easteria Club MAD,

Rue de Genève 23. Live on stage: Josey

Greenwell (USA) with new Single «Stuck in

my head». DJs Micky Friedmann, Antoine999,

Juiceppe, Ajaxx & Willi P. Easter

Bunnies-Show, Drag-Queens etc. Vorverkauf

Fr. 25.–, Abendkasse Fr. 30.–.

www.gay-party.net

Zürich

14.00 EntreNous – Sunday tea Dance:

Treff für tanzbegeisterte Lesben und

Schwule zu Standard- und lateinamerikanischen

Tänzen oder einfach zum plaudern.

Club Silbando (Swisscom Gebäude),

Förrlibuckstr. 62

20.00 Ladies Night im Adagio:

Gotthardstr. 5 (Kongresshaus). Osterparty

21.30 Oster Week2end: mit DJ Groovemaster.

Im T&M, Marktgasse 14

22.00 8 Jahre Boyahkasha Jubiläumsparty:

mit DJs José Parra & Cindy Babado, Miss

Deliscious, Pascha & Zör Gollin. Hostess;

Afrodita Ismajli. Plaza, Badenerstrasse 109.

Infos www.boyahkasha.ch

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren. Oster-Freistoss!

«Manndeckung». Sportswear & Sneakers-

O ut fi t

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Schlagerparty

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Week2end Oster

Special. DJ Qbass

23.00 GayAqua: Hertistrasse 24, Wallisellen.

Stutenmarkt & Nachtsauna

23.00 HomoBlok: Die erste HomoBlok-Party im

Blok-Club, Schiffbaustr. 3. Janes Tama Sumo

& Playlove. Zudem DJ Duo Gill & Gill

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13,

Schlieren. Oster-Freistoss! «Manndeckung».

Sportswear & Sneakers-Outfit only!

MO 09. April

Zürich

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Cruisen

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

MondAAAH!y DJ Groovemaster

DI 10. April

Bern

20.00 Unc ut: warme Filme am Dienstag im Kino

der Reitschule. «80 Egunean - Herbstgefühle»,

Spanien 2010, Digital 105 Min., OV

Spanisch/d. Bar ab 20h, Film um 20.30h.

Infos www.gaybern.ch/uncut

Zürich

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Nacktparty

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Duplexx DJ Upspace

MI 11. April

Bern

19.30 3gang in der Villa Stucki: Seftigenstrasse

11. Essen und Kultur 15 Minuten mit Alicia

Parel, der neuen Geschäftsleiterin von Pink

Cross. Abendessen, Schwubliothek & Trans*-

Stammtisch

Winterthur

19.30 Badgasse 8: Lesbenbar

Zürich

20.00 GayAqua: Hertistrasse 24, Wallisellen.

GangBang-Mask Party

20.00 Heldenbar@Provitreff: Sihlquai 240 Rock/

Electro. DJ siehe www.heldenbar.ch

22.00 Magnusbar:

Magnusstr. 29 Bereiter & Berittene

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Treffpunkt DJ Angy Dee

DO 12. April

Zürich

20.00 Katholische Gewissensnot – Gibs zu, du

stehst drauf: Monolog von Irvine Welsh,

dem Autor von Trainspotting in einer

rockigen Horror Bühnenshow. Schauspiel:

Pascal Holzer, Regie: Bodo Krumwiede,

Musik: Signori Misteriosi unter der Leitung

von Angelo Repetto. Actaeon Produktion in

Zusammenarbeit mit Pink Cross & Kanzlei.

Im Kanzlei, Helvetiaplatz. Einlass 20h, Beginn

21h. Reservation: actaeonproduction@

gmail.com. Abendkasse Fr. 18.–

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Technoparty

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Prêt à danser. DJ Mad House

FR 13. April

Zürich

19.30 H A Z - C ent ro: Sihlquai 67. Freitags-Centro

mit speziellem kulinarischem Angebot

präsentiert von Dänu, Zäsi & Marco

19.30 Frauenbar im GZ Riesbach: Seefeldstr. 93

20.00 gay: my way: - Schwule Männer im Comingout

Treff im HAZ-Centro, Sihlquai 67.

Coming-out Gespräche in Kleingruppen

20.00 Gay Bikers Zürich: Höck im Restaurant

Marion, Mühlegasse 22

21.30 t&M Disco: Marktgasse 14. DJ Marc S mit

Disco & 70er bis 90er Jahre Musik

22.00 Lollipop Party: mit 3 Tanzpisten! Lollipop

Floor: Schlager, Schweizerhits, Mallorca,

Klassiker & Canzoni; Wannabe Floor:

80er/90er Party Hits; Après Suisse Floor:

Die grössten Pistenheuler und Hitparaden

Knaller. Plus Karaoke Lounge. X-Tra, Limmatstr.

118. Infos www.lollipopparty.ch

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren Mens cruising

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. DJ José Parra

23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Sportswear &

Sneakers

23.00 Sector c; Fetish Club:

Wagistr. 13. Strikter Dresscode Open sector,

heute ohne Dresscode

SA 14. April

Biel/Bienne

22.00 Gaypirinha Birthday Bash: zum 5 Jahre

Jubiläum. DJs DoubleD & Brunozinho.

Fr. 15.–, ab 18 Jahre. Restaurant La Plage

(Strandbad), Biel. Infos www.gaypirinha.ch

Winterthur

17.00 WILSCH: Winterthurer Lesben und Schwule

We are family! Essen, Geniesserabend

für die LesBiSchwule Community im Lokal

Badgasse 8 Anmeldung über

www.badgasse8.ch

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CRUISER Edition April 2012

Agenda

Zürich

19.00 come together: Lesbian & Gay Party 30+.

Ab 19h Kulturbar; Chill and feel. Um 20h

Livekonzert mit Tom Kees mit seinem

Programm «Think Pink Over The Rainbow».

Ab 21h Party mit DJ Leon Guess. Fr. 20.–.

Marquee Club, Weinbergstrasse 68 (Tram 7

& 15, N6, Sonneggstrasse).

Infos www.party4lesandgay.ch

20.00 Platzhirsch: Spitalgasse 3. NachtHirsch.

DJ iDeer mit Klubhits & House

21.30 t&M Disco: Marktgasse 14.

G-Dance. DJ Qbass

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren

Cruising unlimited

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Relab.

DJs Garçon Sauvage & Thomi B

23.00 Jack Party the Most Wanted Issue:

DJs Maringo, Gloria Viagra, Juiceppe. Hot

Mustache. Im Festsaal (Kaufleuten), Pelikanplatz.

Infos www.jackcompany.com

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter Dresscode-

Anlass Ultraleather Plus

23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Cruisen

SO 15. April

Basel

21.00 Untragbar!: Die heterofreundliche Homobar

am Sonntag im Keller des Restaurants

Hirscheneck, Lindenberg 23 DJ Mitschi

Matschi – Lieder mit Hintergrund

Lausanne

23.00 tRIXX Gay Bar @ MAD:

Rue de Genève 23. Zapoff Gallery. Friendly

Gay Sunday DJs Blow Job

Zürich

08.00 HAZ Outdoor: Frühlingswanderung im

Baselbiet. Infos und Anmeldung unter

www.haz.ch/outdoor/aktuell

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 70er & 80er

Jahre Musik

22.30 AAAH!:

Marktgasse 14. Week2end DJ Marc S

MO 16. April

Zürich

19.30 z&h Schwule Studis an Uni & EtH:

Serienabend: Modern Family. Sitcom aus

den USA. Uni Zürich Hauptgebäude,

Rämistr., Raum KO2-D-54

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Nacktparty

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

MondAAAH!y DJ Groovemaster

DI 17. April

Aarau

20.00 Aa rglo s: Lesbengruppe Treff Tischlein deck

dich. Deko-Abend mit Brigitte. Anmeldung

bis 3.4. bei brigitte.salewski@bs-ag.ch

Zürich

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Schlagerparty

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Duplexx DJ Garçon Sauvage

MI 18. April

Bern

19.30 3gang in der Villa Stucki: Seftigenstrasse

11. Essen und Kultur Abendessen, Schwubliothek

& Jassabend

Zürich

20.00 Heldenbar@Provitreff Sihlquai 240 DJ

Battle mit Søren und René von Offstream

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Anzug-Party

22.30 AAAH!:

Marktgasse 14. Treffpunkt DJ La Luna

DO 19. April

Zürich

19.30 Queer-Waves: für Lesben, Schwule, Bisexuelle,

Tansgender und Intersexuelle. Tanze

deinen Tanz! 5-Rhythemtanz für Queres.

Eine Wohltat für Körper, Geist und Seele.

Keine Vorkenntnisse nötig. Mitbringen:

bequeme Kleidung und etwas zu trinken.

Getanzt wird barfuss oder in leichten Tanzschuhen.

Gemeindezentrum Hottingen,

Gemeindestr. 54. Fr. 25.–.

Info www.ibp-institut.ch, 052 319 40 44,

fischer.b1@bluewin.ch

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29

Underwear & oben ohne

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Prêt à danser. DJ Mad House

FR 20. April

Luzern

22.00 Frigay Night: happy sound for happy

people@The Loft Haldenstr. 21

Zürich

21.30 t&M Disco: Marktgasse 14.

Chartstation. DJ Marc S

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren

Cruising unlimited

22.00 GayAqua: Hertistrasse 24, Wallisellen.

Nachtsauna mit Stutenmarkt

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SO 22. April

Basel

21.00 Untragbar!: Die heterofreundliche Homobar

am Sonntag im Keller des Restaurants

Hirscheneck, Lindenberg 23 DJ Roj.r –

Pop of then century

Ganze Schweiz

09.40 Les lacets roses: Hüttenzauber an den Pilatushängen.

Treffpunkt um 09.40h Kurhaus

Eigenthal. Infos bei Hans 079 478 25 13

Lausanne

23.00 t R I X X: Gay Bar @ MAD Rue de Genève 23.

Zapoff Gallery. Friendly Gay Sunday Tracks.

DJ Nicolas W

Zürich

11.00 z&h Schwule Studis: an Uni & ETH Alumni

Brunch im Huusmaa, Badenerstr. 138.

Infos www.zundh.uzh.ch

22.00 Magnusbar:

Magnusstr. 29 Bart und Bauch

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Week2end DJ Marc S

MO 23. April

Zürich

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 70er & 80er

Jahre Musik

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. MondAAAH!y

DJ Groovemaster

DI 24. April

Bern

20.00 Unc ut: warme Filme am Dienstag im Kino

der Reitschule. «König des Comics - Ralf

König», D 2012, Digital 80 Min. D. Bar ab

20h, Film um 20.30h.

Infos www.gaybern.ch/uncut

Zürich

19.00 Lesbentreff Zürich-Wiedikon:

Trinken, essen, kennenlernen. Im Huusmaa,

Badenerstr. 138

22.00 Magnusbar: Magnusstr.

29 Leder, Gummi, Uniform

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Duplexx DJ Angy Dee

MI 25. April

Bern

19.30 3gang in der Villa Stucki: Seftigenstrasse 11.

Essen und Kultur Abendessen, Schwubliothek

& HAB-Mitgliederversammlung

Zürich

20.00 Schwule Väter: Väterstamm im

Café Rathaus, Limmatquai

20.00 Heldenbar@Provitreff: Sihlquai 240 Rock/

Electro. DJ siehe www.heldenbar.ch

21.30 France Delon Show Premiere: Show 22h,

danach DJ Marc S. Im T&M, Marktgasse 14

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Cruisen

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Treffpunkt

DJ Garçon Sauvage

DO 26. April

Bern

21.00 Comeback Bar: Rathausgasse 42. Elektronischer

Musikabend in gemütlicher

Bar-Atmosphäre mit DJ ELfERich

Zürich

19.30 z&h Schwule Studis an Uni & ETH: z&h

Nachtessen im HAZ-Centro, Sihlquai 67

20.00 Katholische Gewissensnot - Gibs zu, du

stehst drauf: Monolog von Irvine Welsh,

dem Autor von Trainspotting in einer

rockigen Horror Bühnenshow. Schauspiel:

Pascal Holzer, Regie: Bodo Krumwiede,

Musik: Signori Misteriosi unter der Leitung

von Angelo Repetto. Actaeon Produktion in

Zusammenarbeit mit Pink Cross & Kanzlei.

Im Kanzlei, Helvetiaplatz. Einlass 20h, Beginn

21h. Reservation: actaeonproduction@

gmail.com. Abendkasse Fr. 18.–

20.00 H A Z - C ent ro: Schwubliothek, Schwule

Bücher- und ausgewählte Videoausleihe,

Sihlquai 67

21.30 France Delon: Show Show 22h, danach

Partytunes mit DJ Marc S. Im T&M,

Marktgasse 14

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Nacktparty

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Prêt à danser. DJ Mad House

FR 27. April

Zürich

18.00 Checkpoint im Gespräch: by QueerHelp

Infoabend: The Big 5 – wenn es juckt und

brennt. Über sexuell übertragbare Krankheiten.

Ab 20h Essen und Trinken mit Posibar.

Restaurant Hubbles, Werdstr. 54, 8004

Zürich. Keine Anmeldung erforderlich

19.30 G a yM ig s: schwule Migranten Treff im

HAZ-Centro, Sihlquai 67

20.00 Queertango Queer: Milonga für Schwule,

Lesben und ihre Freunde. Cafetin Buenos

Aires/El Artesano, Alfred-Escherstr. 23

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. France Delon

Show um 22h, danach Chartstation mit

DJ Marc S

22.00 Lollipop Party: mit 3 Tanzpisten! Lollipop

Floor: Schlager, Schweizerhits, Mallorca,

Klassiker & Canzoni; Wannabe Floor:

80er/90er Party Hits; Après Suisse Floor:

Die grössten Pistenheuler und Hitparaden

Knaller. Plus Karaoke Lounge. X-Tra, Limmatstr.

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22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren Bad Boyz

Friday

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Progressive Locals.

DJ La Luna

23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Techno-Party

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter

Dresscode sportsLAB – cum in sports gear

Agenda

SA 28. April

Bern

22.00 ISC Club: Tolerdance für Schwule,

Lesben und FreundInnen. Elektro Tolerdance.

She-DJ Xylophee, DJ PCB. Live Drums

by Stein. Fr. 15.–

Thurgau

19.00 G O !:GayOstschweiz! Alpenhüttengaudi im

GO! Lokal, Frauenfelderstr. 100, 9548 Matineen.

Alphütten-Olympiade, Volksmusik.

Reichhaltiges Hütten-Buffet (kalt/warm).

Apéro wird offeriert. Fr. 27.– Mitglieder

bzw. Fr. 32.– für Gäste. Anmeldung bis 25.4.

unter www.go-club.ch oder info@go-club.ch

Zürich

07.00 L M Z: der Schwule Schweizer Motorradclub

Spargeltour ins Markgräflerland bis 29.04.

Anmeldung bis 14.4. Infos www.lmz.ch

16.00 GayAqua: Hertistr. 24, Wallisellen. U-30

Special. Youngster haben reduzierten

Eintritt zu Fr. 9.–. Über 30 Jahre normaler

Eintritt von Fr. 30.–

20.00 Platzhirsch: Spitalgasse 3. NachtHirsch.

DJ iDeer mit Klubhits & House

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. France Delon

Show um 22h. Danach G-Dance mit DJ

Goovemaster

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren

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22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Balearic Gay Vibe.

DJs Charles Meyer & José Parra

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter Dresscode-

Anlass Ultrarubber. Bierpass 3 für 2

23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29

DWT/TV/Fummel Party

SO 29. April

Basel

21.00 Untragbar!: Die heterofreundliche Homobar

am Sonntag im Keller des Restaurants

Hirscheneck, Lindenberg 23 DJ Milk & Wodka

- Surf, Rock n Roll

Lausanne

23.00 TRIXX Gay Bar @ MAD: Rue de Genève

23. Zapoff Gallery. Friendly Gay Sunday

DJ David Armada

Zürich

08.00 Gay Bikers Zürich: Eröffnungstour.

Infos www.gaybikers.ch

20.00 Ladies Night im Adagio:

Gotthardstr. 5 (Kongresshaus) DJ AL.B

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Windel-Party

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Week2end DJ Marc S

Impressum

Herausgeber und Verleger: AfM-Publikationen, Martin Ender

Redaktion und Verlagsadresse: AfM-Publikationen, Martin Ender, Mühlebachstrasse 174, Postfach, 8034 Zürich, Tel. 044 388 41 54, Fax 044 388 41 56, info@cruiser.ch

Infos für die Agenda: agenda@cruiser.ch | Infos an die Redaktion: redaktion@cruiser.ch

Redaktionelle Mitarbeit: Lola Sara Arnold-Korf, Thomas Borgmann, Charly Büchi, Andreas Candinas, Daniel Diriwächter, Martin Ender, Branko B. Gabriel,

René Gerber, Oliver Hölcke, Mark-Philip Ingenhoff, Hanspeter Künzler, Michael Lenz, Alex Rudolf, Stefan Schüpbach

Grafik / Layout: Deny Fousek, Bertastrasse 1, 8003 Zürich Litho: Beni Roffler, Letzigraben 114a, 8047 Zürich

Inserate: AfM-Publikationen, Martin Ender, Postfach, 8034 Zürich, Tel. 044 388 41 54, Fax 044 388 41 56, anzeigen@cruiser.ch

Fachberater: Pierre André Rosselet, Rechtsanwalt

Druck: Neue Luzerner Zeitung AG, Cruiser Auflage: 15 000 Exemplare, 10 Ausgaben jährlich

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