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aerokurier 06/2016

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6/<strong>2016</strong> Deutschland € 5,50 / Schweiz sfr 10 / Österreich € 6,30 / Benelux € 6,40 / Finnland € 8,30 www.<strong>aerokurier</strong>.de / 60. Jahrgang<br />

<strong>aerokurier</strong><br />

DAS MAGAZIN FÜR<br />

Großes Special<br />

Ultraleicht<br />

Der GAU<br />

Motorausfall<br />

nach dem Abheben<br />

PILOTEN<br />

AVIONIK<br />

DURCHBLICK<br />

BEI NEBEL<br />

Reise: Andalusien<br />

Urlauben<br />

und Fliegen<br />

TRAINING<br />

NAVIGIEREN<br />

OHNE GPS<br />

Pilot Report<br />

FK9 Mk V WB<br />

Discus 2c FES<br />

ELEKTRISCH<br />

TOUREN<br />

Messebericht<br />

Alle Highlights<br />

Flugzeugwartung<br />

So geht es<br />

in Eigenregie<br />

Alaska<br />

Abenteuer<br />

Wasserfliegen


General Aviation<br />

Air BP: It‘s the people on the<br />

ground who keep you in the air.<br />

airbp.com<br />

Herzlichen Dank!<br />

An die Leser der Zeitschrift <strong>aerokurier</strong> und an alle Mitarbeiter in unserem<br />

Air BP Netzwerk.<br />

Wir freuen uns über die Auszeichnung.<br />

Für höchste Qualität gibt es keine Alternative.


[ EDITORIAL Juni ]<br />

AERO <strong>2016</strong>:<br />

die Messe für<br />

Leicht- und<br />

Schwergewichte.<br />

600 KILOGRAMM?<br />

Die AERO <strong>2016</strong> ist Geschichte, und beim Blick in die UL-Hallen<br />

mit den vielen schnellen, schnittigen und mit Elektronik vollgestopften<br />

Rennern aus Kohlefaser dürfte sich so mancher die Frage gestellt<br />

haben, wo diese Entwicklung hingeht.<br />

Lars Reinhold,<br />

Redaktionsleiter <strong>aerokurier</strong><br />

Just diese Frage hat der DULV jüngst sehr nachdrücklich formuliert und die Diskussion um<br />

eine Auflastung noch einmal angestoßen. Tatsächlich muss man sich eingestehen, dass es<br />

nicht viel gibt, was innerhalb der 472,5 Kilogramm MTOW machbar ist, und man letztendlich<br />

schnell an Grenzen stößt.<br />

Selbst der <strong>aerokurier</strong> musste sich schon die Kritik gefallen lassen, dass es eigentlich unverantwortlich<br />

sei, Reisegeschichten mit ULs abzudrucken, bei denen die Frage nach Gewicht und<br />

Schwerpunkt geflissentlich totgeschwiegen wurde, ja werden musste, wollten sich die Autoren<br />

nicht selbst zur Missachtung eindeutiger Vorschriften bekennen.<br />

Fakt ist: Zwei kräftig gebaute UL-Piloten samt Ausrüstung und Reisegepäck lassen nur wenig<br />

Raum, um auch noch die Luft in den Tanks durch Kraftstoff zu ersetzen. Von daher hat die Idee<br />

des DULV mit dem Gesamtgewicht von 600 Kilogramm bei einer auf 350 Kilogramm begrenzten<br />

Rüstmasse durchaus seinen Reiz, böte diese Regel doch die Chance, mit 250 Kilogramm Zuladung<br />

rechtlich sauber zu fliegen.<br />

Die Frage ist, ob man damit nicht den Urgedanken der Ultraleichtfliegerei pervertiert, einfach<br />

und kostengünstig zum Spaß in die Luft zu kommen, und eher den Trend „größer, stärker,<br />

schneller“ noch anstößt. Fakt ist aber auch, dass bei den vielen verschiedenen Höchstmassen,<br />

die derzeit im UL-Segment gelten, kaum noch jemand durchsieht und eine Reform dringend<br />

nottut. Die Diskussion dürfte spannend bleiben, das Ergebnis ist offen. In unserem UL-Special<br />

geben wir einen Einblick in die Debatte und freuen uns auch über Ihre Anmerkungen, gerne<br />

als Leserbrief oder per Mail.<br />

Diskutieren Sie mit! Wir freuen uns über eine E-Mail (redaktion@<strong>aerokurier</strong>.de), ein Fax (+49 711 182-1781)<br />

oder einen Brief (Redaktion <strong>aerokurier</strong>, Leuschnerstr. 1, 70174 Stuttgart) für unser Leserforum. Bitte vergessen<br />

Sie nicht, Ihre Adresse und Telefonnummer für eventuelle Rückfragen anzugeben.<br />

Fotos: Philipp Prinzing<br />

<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> 3


Alte Schätze<br />

sind bei Claudia<br />

Stengele gut 104<br />

aufgehoben.<br />

Motorfliegen<br />

6 Der Buschflieger<br />

Don Lee gilt als Legende unter<br />

Alaskas Piloten. Der schweigsame<br />

Flieger gibt einen Einblick<br />

in seinen Alltag<br />

104 Porträt Claudia Stengele<br />

Die Leiterin des Segelflugmuseums<br />

schaut nach vorn<br />

Magazin<br />

16 AERO-Messebericht<br />

Die Highlights der Expo<br />

im Überblick<br />

24 Leserwahl <strong>2016</strong><br />

Innovative Produkte und starke<br />

Marken – unsere Sieger<br />

26 Neues EAA-Chapter Nord<br />

Die Jade Bay Aviators holen den<br />

Oshkosh-Geist an die Nordseeküste<br />

nach Wilhelmshaven<br />

28 ILA-Vorschau<br />

Die große Messe glänzt<br />

wieder mit einer Flugschau<br />

30 Präzisionsflugtraining<br />

Sekundengenaues Planen und<br />

auch Fliegen – eine Schweizer<br />

Vereinigung zeigt, wie das geht<br />

Inhalt Nr. 6 <br />

Juni <strong>2016</strong> I 60. Jahrgang<br />

6<br />

4 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong><br />

<strong>aerokurier</strong> gibt es auch als E-Paper.<br />

Mehr Infos: www.<strong>aerokurier</strong>.de/epaper


Business Aviation<br />

60 Enhanced Vision<br />

Mit Infrarotkameras und Head-up-<br />

Displays durch den Nebel blicken<br />

Praxis<br />

65 Absturz beim Übungsflug<br />

Wenn eine gut gemeinte Aktion<br />

zum tödlichen Unfall führt<br />

68 Expertentipp<br />

Unser Experte gibt Ratschläge<br />

zur Pflege der Abgasanlage<br />

Segelfliegen<br />

70 Pilot Report Discus 2c FES<br />

Einblick in den Reiz des Fliegens<br />

mit elektrischer Heimkehrhilfe<br />

74 Segelflug-Forschung<br />

Die Segelflugindustrie ist auf der<br />

Suche nach neuen Materialien<br />

und Fertigungsverfahren<br />

76 Polnisches Multitalent<br />

Der SZD 54-2 Perkoz ist ein<br />

Alleskönner für Vereine<br />

78 Segelfliegen-News<br />

80 Fayence für Streckenflieger<br />

Das Segelflugzentrum im Porträt<br />

Rubriken<br />

3 Editorial<br />

34 Leserforum<br />

84 <strong>aerokurier</strong>-Markt<br />

93 Jobbörse<br />

102 Termine<br />

103 Impressum<br />

1<strong>06</strong> Vorschau<br />

Titelthemen<br />

im Abo<br />

Coupons auf den Seiten 75 und 101<br />

16<br />

Ultraleicht Special<br />

38 Abspecken oder Auflasten?<br />

ULs bald mit 600 Kilogramm MTOW?<br />

42 FK9 Mk V Wide Body<br />

Die neue FK9 bietet viel<br />

Platz im Cockpit<br />

46 Vom PPL-A zum SPL-F?<br />

Lohnt der Einstieg ins UL<br />

für Echo-Flieger? Eine<br />

Frage des Standpunkts,<br />

wie unser Autor zeigt.<br />

49 Kolumne:<br />

Quo vadis, UL?<br />

Dr. Spornrad weiß nicht so<br />

recht, ob die Entwicklung<br />

hin zu schwereren ULs der<br />

richtige Weg ist.<br />

50 Mit dem Gyro durch<br />

Andalusien<br />

Wie man mit dem Tragschrauber Südspanien<br />

in ein paar Tagen erkunden kann<br />

54 Auslandsflüge<br />

In vielen Ländern gelten eigene Regeln<br />

56 Wartung selbst gemacht<br />

Tipps für eine nachvollziehbare Instandhaltung<br />

30<br />

60<br />

42<br />

Titelfotos: Philipp Prinzing, Christian Martischius, Bernd Weber<br />

Fotos: Dassault Aviation, Martini, Martischius, Marzinzik, Prinzing, Seidel<br />

<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> 5


[ MOTORFLIEGEN Reportage ]<br />

Buschfliegen in Alaska<br />

INTO THE<br />

Ob See, Flussbett, Waldschneise oder Schotterpiste:<br />

Bei der Wahl ihrer Landeplätze sind Alaskas Buschpiloten<br />

nicht zimperlich. Wer in diesem harten Geschäft Jahrzehnte<br />

überlebt, der hat den Nimbus des Helden zu Recht.<br />

So wie der schweigsame Don Lee.<br />

TEXT + FOTOS: Christian Martischius<br />

6 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


WILD<br />

<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> 7


[ MOTORFLIEGEN Reportage ]<br />

Die de Havilland Canada DHC-2 von Dons Nachbar liegt<br />

ebenso am Anleger wie mehrere Piper Cub.<br />

Vorflugkontrolle: Dons Maschinen sind robust und<br />

natürlich bis ins Letzte gewartet.<br />

Was martialisch aussieht, dient allein dem Eigenschutz. Denn Bären<br />

diskutieren nicht, wenn sie sich gestört oder bedroht fühlen.<br />

Dort hinten gehen wir runter”,<br />

schallt Dons Stimme durch<br />

das Headset, während die<br />

kleine Piper über die ausgedehnte<br />

Flusslandschaft im Herzen<br />

Alaskas brummt. Das geschulte Auge<br />

des schnauzbärtigen Buschpiloten<br />

hat in dem Wirrwarr aus unzähligen<br />

Flussläufen, breiten Sandbänken und<br />

der alles umgebenden Wildnis einen<br />

Landeplatz ausgemacht: eine Kiesbank<br />

mitten im Fluss!<br />

Die Maschine dreht noch eine<br />

letzte Runde über der angepeilten<br />

Stelle, dann geht es steil hinab. Faustgroße<br />

Steine, Treibholz und Buschwerk<br />

wohin man auch blickt. Donnernde<br />

Wassermassen begrenzen die erschreckend<br />

kurze Landebahn auf allen<br />

Seiten. Don drosselt den Motor und<br />

bringt uns in Landeposition. Dann<br />

geht alles ganz schnell.<br />

Was sich nach einem Alptraum<br />

anhört und den meisten mitteleuropäischen<br />

Piloten wohl den Angstschweiß<br />

auf die Stirn treiben würde,<br />

ist für Don Lee Alltag. Nach mehr als<br />

17 000 Flugstunden, die meisten davon<br />

in Kleinflugzeugen über Alaska,<br />

bringt den ergrauten Buschpiloten<br />

so schnell nichts aus der Ruhe. Und<br />

tatsächlich: Die vermeintliche Bruchlandung<br />

bleibt aus, und die Piper<br />

gleitet fast sanft auf ihren übergroßen<br />

Tundrareifen über die Kiesbank. Nach<br />

wenigen Metern kommt sie zum<br />

8 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


Stehen – eine Landung wie aus dem<br />

Lehrbuch.<br />

Nicht jeder Flug in Dons 40-jähriger<br />

Laufbahn lief so rund, mit seinen<br />

haarsträubenden Abenteuern könnte<br />

er ganze Bücher füllen. Zurückhaltend<br />

und bescheiden wie er ist, verliert<br />

der Buschpilot aber nur selten<br />

ein Wort darüber. Nur manchmal,<br />

wenn er nach getaner Arbeit vor seinem<br />

idyllischen Haus mit Seeblick<br />

und eigenem Hangar sitzt, lässt er<br />

sich eine der alten Geschichten entlocken,<br />

von denen er so einige auf<br />

Lager hat.<br />

So endete zum Beispiel ausgerechnet<br />

sein erster Flug in einem Kleinflugzeug<br />

im Jahre 1974 mit einer<br />

Bruchlandung, zum Glück mit glimpflichem<br />

Ausgang. Damals saß Don<br />

allerdings noch nicht selbst hinter<br />

dem Steuer. Er war zu diesem Zeitpunkt<br />

gerade erst mit seinen jugendlichen<br />

18 Jahren aus Minnesota in<br />

das verheißungsvolle Alaska gekommen,<br />

das er bis dato nur aus Büchern<br />

und Erzählungen kannte. Ein paar<br />

Jahre harter Arbeit und etliche Aben-<br />

Einige hundert Meter See<br />

oder gerader Flusslauf<br />

reichen den Buschfliegern<br />

als Landeplatz. Bis man<br />

weiß, was wirklich geht,<br />

dauert es Jahre.<br />

DON LEE IST EIN SCHWEIGSAMER MANN. SEINE<br />

GESCHICHTEN MUSS MAN IHM ENTLOCKEN<br />

<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> 9


[ MOTORFLIEGEN Reportage ]<br />

[ 1 ]<br />

[ 2 ]<br />

10 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


OB WASSERFLÄCHE, TROCKENES FLUSSBETT ODER EINSAME<br />

STRASSE: LANDEPLÄTZE BIETET ALASKA REICHLICH<br />

[ 3 ]<br />

[ 1 ] Die vielen Seen Alaskas bieten für die Wasserflugzeuge perfekte Landeflächen<br />

– ruhiges Wetter vorausgesetzt. [ 2 ] Nordische Idylle in rauer Wildnis: Dons Haus,<br />

standesgemäß mit eigenem Anleger für seine Arbeitsgeräte auf Schwimmern.<br />

[ 3 ] Mit Tundrareifen ausgestattet, sind Schotterpisten oder auch ein trockenes<br />

Flussbett kein Problem für die Piper Cub. [ 4 ] Eine akribische Flugvorbereitung ist<br />

unabdingbar, um Risiken zu minimieren, gerade wenn man über menschenleerem<br />

Gebiet unterwegs ist. [ 5 ] Das Pilotenequipment sieht in Alaska etwas anders aus<br />

als beispielsweise in Mitteleuropa. [ 6 ] Begegnungen mit Bären sind im hohen<br />

Norden alles andere als selten. Man muss darauf vorbereitet sein und besonnen<br />

reagieren, sagt Don.<br />

[ 6 ]<br />

[ 4 ]<br />

[ 5 ]<br />

<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> 11


[ MOTORFLIEGEN Reportage ]<br />

Auch Reparaturen gehören zum Handwerk des Buschpiloten –<br />

im Fall der Fälle offroad in der Wildnis.<br />

Ob Infos zu Flugangeboten oder Kunsthandwerk: Bei den Buschpiloten bekommen<br />

Besucher so ziemlich alles, was sie brauchen – und meist noch ein bisschen mehr.<br />

Buschflug-Stillleben: Im rauen Pilotenalltag nahe des Polarkreises muss<br />

man sich auf seine Technik hundertprozentig verlassen können.<br />

Ein Schulgebäude, wie es sich ein angehender<br />

Buschpilot nur wünschen kann.<br />

12 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


teuer später konnte er sich endlich<br />

seinen Traum von der Pilotenlizenz<br />

erfüllen.<br />

Doch seine erste Bruchlandung<br />

sollte bei Weitem nicht seine letzte<br />

gewesen sein. Mehrmals konnte er<br />

das Flugzeug in den folgenden Jahren<br />

nach einem Crash nur kriechend<br />

und mit schmerzhaften Verletzungen<br />

verlassen. Ende der 70er Jahre stürzte<br />

er bei schlechtem Wetter während<br />

einer Rettungsmission auf der Suche<br />

nach einer vermissten Maschine ab<br />

und musste schwer verletzt mehrere<br />

Wochen im Krankenhaus verbringen.<br />

Einige Jahre später überlebte er auf<br />

einer Suchaktion unweit des Denali,<br />

mit 6194 Meter der höchste Berg<br />

Nordamerikas, nur mit großem Glück<br />

einen weiteren Absturz mitten in der<br />

Wildnis. Erst einige Tage später erreichte<br />

er wieder die Zivilisation, und<br />

das aus eigener Kraft.<br />

MIT DEM FLIEGER ZUM SUPERMARKT DÜSEN<br />

IST IN ALASKA NICHTS UNGEWÖHNLICHES<br />

Die größte Herausforderung für<br />

Piloten ist im weitläufigen und dünn<br />

besiedelten Alaska das Wetter. Fast<br />

ein Drittel der Fläche Alaskas liegt<br />

nördlich des Polarkreises, und die<br />

Wetterverhältnisse können sich hier<br />

mitunter schnell ändern. Eben herrscht<br />

noch Sonnenschein, dann machen<br />

plötzlich Wolken, Regen und Sturm<br />

den Flug zum Albtraum. Im Winter<br />

sind Temperaturen von -40 Grad Celsius<br />

keine Seltenheit. Selbst kleinste<br />

Mengen Wasser im Tank können dann<br />

zum Problem werden. Abseits der<br />

wenigen Städte sind die Piloten infolge<br />

fehlenden Funkkontaktes außerdem<br />

meistens völlig auf sich allein<br />

gestellt. Die Orientierung an Flüssen<br />

und Bergen oder gar einzelnen markanten<br />

Bäumen und besonderen<br />

Bodenmarken wie Hundeschlitten-<br />

Trails, die gut aus der Luft auszumachen<br />

sind, verlangen Ortskenntnis<br />

und das richtige Gespür. Ganz wichtig<br />

dabei: „Niemals den Boden aus<br />

den Augen verlieren!“, sagt Don. Bei<br />

all den Schwierigkeiten verwundert<br />

es nicht, dass die Unfallrate in Alaska<br />

mehr als doppelt so hoch ist wie<br />

im Rest der USA.<br />

Doch das alles ändert nichts an<br />

der herausragenden Bedeutung der<br />

Kleinflugzeuge in Alaska. Unterschiedliche<br />

Quellen gehen davon aus, dass<br />

hier ungefähr jeder<br />

sechzigste der 736 000<br />

Einwohner eine Pilotenlizenz<br />

hat. Der 49. und<br />

nördlichste Bundesstaat<br />

der USA ist knapp fünfmal so groß<br />

wie Deutschland und ein wahres<br />

Paradies für Buschpiloten. Hunderte<br />

Landepisten, mehr als 20 000 meist<br />

einsame Straßenkilometer und vor<br />

allem die mehr als drei Millionen<br />

Seen bieten jede Menge potenzielle<br />

Landeplätze. Viele Bewohner Alaskas<br />

steigen mit der gleichen Selbstverständlichkeit<br />

ins Flugzeug, mit der<br />

ein Europäer sich hinter das Steuer<br />

seines Autos setzt, um zum Beispiel<br />

Darf’s ein bisschen<br />

Coolness sein? Trotz<br />

„Top Gun“-Optik ist dem<br />

ruhigen und überlegten<br />

Don Lee jedwede<br />

Draufgänger-Attitüde<br />

fremd.<br />

<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> 13


[ MOTORFLIEGEN Reportage ]<br />

Im Geschäft der fliegenden Taxis tritt Don inzwischen etwas<br />

kürzer, dafür vermittelt er angehenden Buschpiloten sein Wissen.<br />

Auch vor den Gebirgszügen machen die Buschpiloten nicht halt.<br />

Tausende Male ist Don auf Gletschern gelandet.<br />

in der nächstgrößeren Stadt die Vorräte<br />

aufzufüllen. In vielen Fällen<br />

zwingt allein das begrenzte Straßensystem<br />

zum Ausweichen auf das<br />

Flugzeug. Mehr als 80 Prozent aller<br />

Kommunen, darunter sogar Juneau,<br />

die Hauptstadt Alaskas, besitzen<br />

überhaupt keine Anbindung an das<br />

Straßennetz. Ohne Boot oder Flugzeug<br />

ist man dort schnell völlig aufgeschmissen.<br />

Zu den beliebtesten Kleinflugzeugen<br />

zählen die legendäre Piper PA-18<br />

Super Cub sowie deren Nachfolger.<br />

Sie ist seit 1949 im Einsatz und mittlerweile<br />

der Inbegriff des Buschflugzeuges.<br />

Neben dem relativ erschwinglichen<br />

Preis machen die Zweisitzer<br />

vor allem ihre Robustheit und die<br />

Fähigkeit kürzester Starts und Landungen<br />

so attraktiv. Weitere Klassiker<br />

der Buschfliegerei sind Cessna 180<br />

und de Havilland DHC-2 Beaver.<br />

Ausgerüstet mit Skiern, Tundrareifen<br />

oder Schwimmern können die Maschinen<br />

auf Gletschern, Seen und<br />

Flüssen, Kiesbänken, Stränden und<br />

sogar kleinen Lichtungen landen. Was<br />

woanders als Off-Airport-Landung<br />

DU MUSST IN DEINEM LEBEN NICHT EINEN TAG ARBEITEN,<br />

WENN DIR DAS, WAS DU TUST, WIRKLICH SPASS MACHT<br />

14 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong><br />

gilt, ist hier in Alaska völlig normal.<br />

Solange jemand die größten Steinbrocken<br />

oder Baumstämme auf die<br />

Seite geräumt hat, geht fast alles als<br />

Landeplatz durch.<br />

Don ist zwar nur einer von Tausenden<br />

Piloten in Alaska, allerdings<br />

nicht irgendeiner. Seine vielen Abenteuer<br />

und sein bewegtes Leben haben<br />

ihn zu einer Berühmtheit unter Buschpiloten<br />

gemacht. Bücher und Fernsehreportagen<br />

berichten über ihn und<br />

seine Fliegerei, die ihn mit den<br />

Jahren von Alaska bis nach Südamerika<br />

und Afghanistan geführt hat.<br />

Mittlerweile lässt es Don allerdings<br />

etwas ruhiger angehen. Früher saß<br />

er fast pausenlos am Steuer. Gerade<br />

von einem Versorgungsflug zu einem<br />

entlegenen Ort zurückgekehrt, ging<br />

es gleich wieder in die Luft, um zum<br />

Beispiel Bergsteiger auf einem<br />

Gletscher abzusetzen. Mehr<br />

als 5000 Gletscherlandungen<br />

hat er gemeistert.<br />

Irgendwann wurde das<br />

selbst Don zu viel, und im Jahre 2004<br />

eröffnete er seine Flugschule „Alaska<br />

Floats and Skis“. Seitdem kommen<br />

jedes Jahr Piloten aus der ganzen<br />

Welt zu ihm, um das Handwerk des<br />

Buschpiloten zu erlernen und von<br />

seinem Erfahrungsschatz zu profitieren.<br />

Ob Gletscherlandungen, Flüge<br />

mit dem Wasserflugzeug oder simulierte<br />

Notlandungen auf dem Highway,<br />

Don bringt seinen Schülern all das<br />

bei, was die Fliegerei in Alaska so<br />

besonders macht. Meistens ist er


Die Kraftstoffprüfung ist lebenswichtig: Wasser im Tank kann schnell<br />

zum Problem werden.<br />

Über dichte Wälder und weite Seenlandschaften<br />

fliegt Don Lee jeden Tag.<br />

Urlaubspanorama: Don vermittelt seinen Flugschülern nicht nur<br />

Pilotenwissen, sondern lehrt sie auch, die Natur zu schätzen.<br />

dabei in einer leicht modifizierten<br />

Piper PA-22/20 mit 160 Pferdestärken<br />

unterwegs.<br />

Neben der reinen Flugerfahrung<br />

ist Don immer darauf bedacht, seinen<br />

Klienten auch die Schönheit und Einzigartigkeit<br />

der Natur Alaskas zu<br />

vermitteln. Eine Unterrichtseinheit<br />

im Wasserflugzeug lässt sich zum<br />

Beispiel immer gut mit einem kleinen<br />

Angelausflug verbinden. Häufig gibt<br />

es auch die Möglichkeit, Grizzlybären<br />

und Elche vom Flugzeug aus zu beobachten.<br />

Für viele Schüler aus den<br />

Lower 48, wie man in Alaska die<br />

anderen Bundesstaaten der USA<br />

nennt, ist das ein unvergessliches<br />

Erlebnis.<br />

Doch nicht nur fliegen muss ein<br />

guter Buschpilot können, auch Improvisationstalent<br />

ist gefragt. Nicht<br />

selten muss eine kleine Reparatur<br />

nach einer besonders ruppigen Landung<br />

noch vor Ort in der Wildnis<br />

durchgeführt werden. Und nicht immer<br />

ist gleich das richtige Originalteil<br />

zur Hand. Auch Don hat sich schon<br />

in jungen Jahren das nötige Knowhow<br />

angeeignet und kann fast alle<br />

Reparaturen an seinen Flugzeugen<br />

selbst durchführen. Und es scheint<br />

ihm auch noch Spaß zu machen, wenn<br />

er ölverschmiert in seinem Hangar<br />

an der Werkbank steht. Diese Freude<br />

an seiner Arbeit ist das, worauf es<br />

wirklich ankommt, wie Don immer<br />

wieder betont. „Du wirst in deinem<br />

ganzen Leben keinen einzigen Tag<br />

arbeiten müssen, wenn dir das, was<br />

du tust, wirklich Spaß macht“, so sein<br />

Motto. Neben besagtem Improvisationstalent<br />

sind natürlich auch eine<br />

gewissenhafte Wartung des Fluggerätes<br />

und eine gründliche Vorbereitung<br />

essenziell. Zusammen mit einem<br />

Survival-Kit hat Don auch immer eine<br />

Schusswaffe zur Bärenabwehr dabei,<br />

manchmal einfach per Spanngurt<br />

unter der Tragfläche fixiert. „Sicher<br />

ist sicher“, meint er nur und denkt<br />

dabei bestimmt an seine unzähligen<br />

Bärenbegegnungen.<br />

Die Buschfliegerei hat in Alaska<br />

eine lange Tradition. Pioniere wie<br />

Carl Ben Eielson, der 1924 den ersten<br />

Postflug absolvierte und fünf Jahre<br />

später vor der sibirischen Küste abstürzte,<br />

haben hier eine ähnlich mythenschaffende<br />

Bedeutung wie anderswo<br />

in den USA die Cowboys. In<br />

den Anfangszeiten der Buschfliegerei<br />

ging es nämlich noch weit abenteuerlicher<br />

zu. Große Teile des Landes<br />

waren unbekannt, nicht kartiert und<br />

voller weißer Flecken, die Maschinen<br />

winzig und mit offenen Cockpits ausgestattet.<br />

Das alles brachte den frühen<br />

Flugpionieren den Ruf wahrer<br />

Helden ein und lässt sie bis heute<br />

Inspiration sein für Flieger in aller<br />

Welt. Und auch Don verspürt selbst<br />

nach Jahrzehnten der Buschfliegerei<br />

noch immer ein bisschen Abenteuerlust,<br />

wenn seine kleine Piper mal<br />

wieder abhebt von einer der unzähligen<br />

Kiesbänke oder Wasserflächen,<br />

irgendwo in der menschenleeren<br />

Wildnis Alaskas.<br />

ae<br />

Werbung muss sein.<br />

In Alaska geht das ganz<br />

stilecht im Design der<br />

Straßenschilder.<br />

<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> 15


[ MAGAZIN ]<br />

AERO <strong>2016</strong> Friedrichshafen<br />

MESSE IM<br />

AUFWIND<br />

Innovationen, Verfeinerungen,<br />

Neuauflagen und jede Menge<br />

Szenegeflüster – das ist die AERO<br />

in Friedrichshafen. Aussteller- und<br />

Besucherplus sorgen bei Ausstellern<br />

und Messeleitung gleichermaßen<br />

für ein positives Fazit.<br />

[ 2 ]<br />

[ 3 ]<br />

Dass die AERO <strong>2016</strong> trotz<br />

Fehlen der Segelflughersteller<br />

alles andere als eine<br />

kleine AERO war, daran ließ Projektleiter<br />

Roland Bosch bei seinem<br />

Abschlussgespräch mit dem <strong>aerokurier</strong><br />

keine Zweifel.<br />

„Wir können wirklich sehr zufrieden<br />

sein und vor allem festhal-<br />

ten, dass die Idee einer jährlichen<br />

Messe für die Allgemeine Luftfahrt<br />

funktioniert“, stellte er fest. Die<br />

Zahl von 6<strong>06</strong> Ausstellern sei eine<br />

echte Hausnummer, und auch bei<br />

den Besuchern habe man sich im<br />

Vergleich zu 2014, als der Segelflug<br />

ebenfalls nicht präsent war, um<br />

13 Prozent auf knapp 31 000 Luftfahrtfans<br />

gesteigert. „Besonders<br />

freut mich, dass gerade am Freitag<br />

und Samstag doch viele Familien<br />

mit Kindern kamen, denn das sind<br />

die Piloten der Zukunft“, sagt Bosch<br />

und verweist darauf, dass man mit<br />

Aktionen wie „Be a Pilot“ genau<br />

jene im Visier habe, die künftig in<br />

der Luftfahrt aktiv werden könnten.<br />

Auch von Ausstellerseite sei noch<br />

einmal die Rückmeldung gekommen,<br />

dass die Entscheidung, die<br />

AERO jährlich auszurichten, richtig<br />

war. „Die Branche hat nach<br />

schwierigeren Jahren wieder Mut<br />

geschöpft“, so Bosch.<br />

Tatsächlich ließen die Äußerungen<br />

von Repräsentanten aus<br />

16 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


[ 1 ] Ein wahrhaftiger Traum ist der<br />

wunderschöne Waco-Doppeldecker.<br />

[ 2 ] Klassische Anmutung trotz<br />

moderner Technik. [ 3 ] Die Business<br />

Class im Kleinformat. [ 4 ] Drehflügler,<br />

gesponsert vom Brausehersteller.<br />

[ 5 ] Messe neuheit: Der Rotax 915iS<br />

stellt dank Druckbeatmung via<br />

Turbolader 135 PS bereit und soll<br />

seine Startleistung bis in eine Höhe<br />

von 4600 Meter abgeben können.<br />

Die Dienstgipfel höhe liegt laut<br />

Hersteller gar bei 7000 Metern.<br />

[ 6 ] Auch der Eurofighter war dabei.<br />

[ 1 ] [ 6 ]<br />

[ 5 ]<br />

[ 4 ]<br />

Fotos: Messe Friedrichshafen, Philipp Prinzing, Katrin Sdun<br />

Verbänden und Wirtschaft beim<br />

AERO-Branchengespräch erkennen,<br />

dass man das Tal durchschritten<br />

glaubt. „Die Situation in der<br />

Business Aviation war bedingt<br />

durch Konflikte und die Finanzkrise<br />

alles andere als einfach, aber<br />

wir blicken nach vorn“, sagte Dr.<br />

Nicolas von Mende, Vorstand von<br />

Atlas Air Service. Auch Daniel Kunz<br />

von Rheinland Air Service nannte<br />

das Umfeld schwierig und den<br />

Preiskampf hart, sah aber vor<br />

allem in Marktnischen Entwicklungschancen.<br />

Unverkennbar war der Einfluss<br />

neuer beziehungsweise verbesserter<br />

Technologien wie Drohnen<br />

<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> 17


[ MAGAZIN ]<br />

[ 1 ]<br />

[ 2 ]<br />

[ 4 ]<br />

[ 3 ]<br />

[ 5 ]<br />

und Gyrokopter auf die Diskussionen<br />

in der General Aviation. Insbesondere<br />

die Helikopterszene<br />

sieht hier ernstzunehmende Konkurrenz.<br />

„Drohnen und Gyros<br />

können manch klassischen Hubschrauberjob<br />

preiswerter und<br />

schneller erledigen“, sagte Dr. Frank<br />

Liemandt vom Deutschen Hubschrauberverband.<br />

„Das bedroht<br />

etablierte Geschäftsmodelle, ist<br />

aber auch eine Chance, die wir<br />

ergreifen können.“<br />

Szenekenner Willi Tacke sieht<br />

vor allem die UL-Szene im Aufwind,<br />

nicht zuletzt dank der jetzt richtig<br />

in Fahrt gekommenen Diskussion<br />

um eine Auflastung auf 600 Kilogramm<br />

MTOW. Generell, konstatierte<br />

DAeC-Generalsekretär Udo<br />

Beran, sei die Allgemeine Luftfahrt<br />

derzeit in Bewegung wie lange<br />

nicht mehr. Elektro- und Hybridantriebe<br />

würden zur Einsatzreife<br />

gebracht, und vor allem in der<br />

Echo-Klasse sei aufgrund des hohen<br />

Flottenalters eine Verjüngungskur<br />

notwendig – die wiederum<br />

biete beste Chancen für die Wirtschaft.<br />

Tatsächlich bewegt sich momentan<br />

so einiges. Wenngleich die<br />

Energiedichte von Akkus noch<br />

immer ein Problemthema ist, sind<br />

die Weichen in Richtung Elektroflug<br />

gestellt. Nur neun Tage vor der<br />

18 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


[ 1 ] Blickfang: TL Ultralight Aircraft<br />

weckte nicht nur mit ihren Flugzeugen<br />

die Aufmerksamkeit der Besucher.<br />

[ 2 ] Immer irgendwie auf der AERO<br />

präsent: der Zeppelin NT.<br />

[ 3 ] Simonini-Motoren für ultraleichtes<br />

Fluggerät. [ 4 ] Zu groß für die<br />

Messehallen: Turboprops und<br />

Business Jets im Static Display.<br />

[ 5 ] Der UL-Tragschrauber Rotorvox<br />

C2A überzeugt mit üppigem Raumangebot<br />

im Cockpit. [ 6] Der Stand<br />

von Savage ließ keinen Zweifel: Hier<br />

gibt es ULs für die Wildnis.<br />

[ 6 ]<br />

Fotos: Messe Friedrichshafen, Philipp Prinzing, Katrin Sdun<br />

Messe startete die Magnus eFusion<br />

mit einem Siemensmotor zum<br />

erfolgreichen Erstflug. Pipistrel<br />

präsentierte seine Hybrid-Panthera,<br />

und sogar die Kunstflugzeug-<br />

Schmiede Extra Aircraft zeigte in<br />

Kooperation mit Siemens eine 330L<br />

mit 230-kW-Elektromotor. Ihr Erstflug<br />

ist noch für dieses Jahr geplant.<br />

Allerdings, das wissen auch die<br />

Hersteller, gehört der Verbrenner<br />

noch lange nicht zum alten Eisen.<br />

Aus diesem Grund zerbrechen sich<br />

auch hier die Ingenieure die Köpfe<br />

über effizientere und haltbarere<br />

Motoren.<br />

Für einen Paukenschlag sorgte<br />

Continental Motors. Das Unterneh-<br />

men verkündete für seine Dieselmotoren<br />

CD 135 und CD 155, die<br />

nach dem 1. Dezember 2015 gefertigt<br />

wurden und dem Revisionsstand<br />

2 entsprechen, eine TBO-<br />

Erhöhung auf 2100 Stunden. Beim<br />

Getriebe verdoppelt sich die Lebensdauer<br />

gar von 600 auf 1200<br />

Stunden. Auch Austro Engine hat<br />

eine TBO-Verlängerung in der<br />

Pipeline. Zunächst verkündeten<br />

die Österreicher eine Kooperation<br />

mit dem Schmierstoffhersteller<br />

Liqui Moly und erklärten, dass<br />

ihre Aggregate AE 300 und AE 330<br />

nach Umölen auf das Spezialöl und<br />

einem Ölbefund auch das Potenzial<br />

für eine Erhöhung von 1800<br />

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[ MAGAZIN ]<br />

[ 1 ]<br />

[ 2 ]<br />

[ 1 ] Drehflügler, ob Gyrokopter oder<br />

Hubschrauber, waren die Attraktion in<br />

den UL-Hallen. [ 2 ] Remos stellte die<br />

GXiS für die LSA-Klasse als ausgewachsenes<br />

Flugzeug vor. [ 3 ] Die<br />

Mangus eFusion mit Siemens-Elektromotor<br />

kam nach erfolgreichem<br />

Erstflug zur Messe.<br />

[ 3 ]<br />

[ 4 ]<br />

[ 5 ]<br />

auf 2100 Stunden haben. Ziel sei,<br />

bis Ende des Jahres diesbezüglich<br />

eine Einigung mit den Behörden<br />

zu finden.<br />

Insbesondere die UL- und Leichtflugzeugszene<br />

dürfte die Europapremiere<br />

des Rotax 915 iS interessiert<br />

verfolgt haben. Das Aggregat<br />

stellt dank Druckbeatmung<br />

via Turbolader 135 PS bereit und<br />

soll seine Startleistung bis in eine<br />

Höhe von knapp 4600 Metern abgeben<br />

können. Im Bereich der<br />

Leichtflugzeuge hat der Hersteller<br />

Aquila nicht nur seinen neuen<br />

türkischen Investor vorgestellt,<br />

sondern auch ein Bekenntnis zum<br />

Standort Schönhagen in Brandenburg<br />

abgegeben. Man wolle das<br />

Unternehmen wieder in ruhigeres<br />

Fahrwasser steuern und die A 211<br />

nicht nur offensiver vermarkten,<br />

sondern auch die Produktion des<br />

Zweisitzers steigern.<br />

Konkurrenz erwächst der Aquila<br />

jetzt aus Belgien. Die Firma<br />

Sonaca Aircraft aus Gosselies stellte<br />

in Friedrichshafen den Prototyp<br />

des zweisitzigen Tiefdeckers Sonaca<br />

200 für die Klasse der Very<br />

Light Airplanes (VLA) vor. Die<br />

Metallkonstruktion überzeugt mit<br />

einer Nutzlast von 320 Kilogramm.<br />

Gezogen wird die Sonaca von 115<br />

Turbo-PS des Rotax 914 F. Erste<br />

Auslieferungen sollen 2017 erfol-<br />

20 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


[ 7 ]<br />

[ 8 ]<br />

[ 6 ]<br />

[ 4 ] Zubehör wie dieser Schlepper nahm auf der AERO großen Raum ein.<br />

[ 5 ] Für diese Palette von Business Jets hätte das Static Display nicht<br />

gereicht. [ 6 ] Rettungsfallschirme: Sicherheit kann auch schick und vor<br />

allem klein verpackt werden. [ 7 ] Das macht den Reiz der Messe aus: Platz<br />

nehmen und direkt vergleichen. [ 8 ] Fragen zum <strong>aerokurier</strong>? Informationen<br />

gab es gleich vor Ort. [ 9 ] Die Continental-Diesel erfuhren eine deutliche<br />

Lebensdauerverlängerung.<br />

Fotos: Ralf Athen, Messe Friedrichshafen, Philipp Prinzing, Lars Reinhold, Remos<br />

Zulassung der Virus SW 121 als<br />

LSA überreichte EASA-Direktor<br />

Patrick Ky Pipistrel-Chef Ivo Boscarol<br />

auf der Messe persönlich. Die<br />

Virus SW 121 auf Basis des erprobten<br />

gleichnamigen ULs wird mit<br />

einem doppelten Glascockpit, einem<br />

Zwei-Achs-Autopiloten und Air<br />

Brakes für schnelle Abstiege gegen<br />

zum Stückpreis von 175 000<br />

Euro. Für eine Klasse darunter, die<br />

Light Sport Aircraft (LSA), gab es<br />

auf der Messe eine Reihe von Musterzulassungen.<br />

Just zur Eröffnung<br />

der AERO hat der slowenische<br />

Hersteller Pipistrel die EASA-Zulassung<br />

als Entwicklungs- und<br />

Herstellerbetrieb erhalten. Die<br />

[ 9 ]<br />

<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> 21


[ MAGAZIN ]<br />

[ 1 ]<br />

[ 2 ]<br />

[ 3 ]<br />

[ 1 ] Czech Sport Aircraft entwickelt mit der P8 einen Akrotrainer oberhalb<br />

der LSA-Klasse. [ 2 ] Von der Graspiste in Friedrichshafen ging’s gleich in<br />

die Messehallen. [ 3] Headsets-Testarea: Ausprobieren und direkt vergleichen<br />

in realistischer Geräuschkulisse. [ 4] Die Besucher kamen aus der<br />

ganzen Welt. [ 5] Branchengespräch: Willi Tacke, e-flight-expo, Dr. Frank<br />

Liemandt, Sprecher DHV, und Udo Beran, DAeC-Generalsekretär.<br />

[ 4 ]<br />

[ 5 ]<br />

liefert. Das LSA ist zugleich für das<br />

Schleppen von Segelflugzeugen<br />

zugelassen. Bereits im Ausstellungsgepäck<br />

hatte Breezer die<br />

Zulassung als Entwicklungsbetrieb<br />

mit dem LSA-Zertifikat für die B600.<br />

Der Hersteller aus Norddeutschland<br />

präsentierte das neue LSA, das auf<br />

dem bewährten UL B400 basiert,<br />

in Friedrichshafen erstmals einer<br />

größeren Öffentlichkeit. Auch die<br />

Viper SD-4 von Tomark Aero ist<br />

ein Gewächs aus dem UL-Bereich.<br />

Auf dem LSA-Zertifikat des Ganzmetall-Tiefdeckers<br />

aus der Slowakei,<br />

den in Deutschland Peter Kuhn<br />

vom Luftsportzentrum Bautzen<br />

vertreibt, war zu Beginn der AERO<br />

die Tinte noch nicht trocken. Als<br />

UL hat sich der schnittige Zweisitzer<br />

mit guten Flugeigenschaften<br />

und seiner Vielseitigkeit einen<br />

Namen gemacht.<br />

In die LSA-Klasse steigt jetzt<br />

auch Remos ein. Auf der AERO<br />

konnte die bereits sorgfältig durchkonstruierte<br />

Remos GXiS in Augenschein<br />

genommen werden.<br />

Vom UL hebt sich das LSA mit<br />

seiner wuchtigeren Cowling, unter<br />

der ein Rotax 912 iS arbeitet,<br />

als ausgewachsenes Flugzeug ab.<br />

Die Integration des Rotax ist Remos<br />

besonders pilotenfreundlich<br />

gelungen. Die aufwendige Anlassprozedur,<br />

die der Motorenherstel-<br />

22 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


[ 7 ]<br />

[ 6 ]<br />

[ 6 ] High-Tech Avionik in einem<br />

Arbeitsflugzeug. Im Cockpit der<br />

Kodiak von Quest Aircraft.<br />

[ 7 ] Fluggeräte für den militärischen<br />

Einsatz gab es im Static Display.<br />

Fotos: Messe Friedrichshafen, Gerhard Marzinzik, Philipp Prinzing, Katrin Sdun<br />

ler vorschreibt, hat Remos intelligent<br />

hinter wenigen, logischen<br />

Eingaben versteckt. Das Panel<br />

zeigt Avionik auf dem Stand der<br />

Technik mit Dynon Skyview und<br />

dem Flight Management System<br />

Garmin GTN 750.<br />

Im Design werden die ULs sich<br />

in ihren Designvarianten immer<br />

ähnlicher, in der des schnittigen<br />

Tiefdeckers, des Hochdeckers und<br />

der rassigen Shark-Gestalt der<br />

Tandemsitzer. Peter Funk (B&F)<br />

eröffnete auf der AERO mit der<br />

BF 139 Clubman mit wuchtigem<br />

Sternmotor eine neue Linie. Das<br />

UL mit Siebenzylinder-Sternmotor<br />

von Verner basiert auf dem zweisitzigen<br />

Schulterdecker FK9, der<br />

bereits in mehr als 500 Exemplaren<br />

fliegt. Die Clubman Classic<br />

wurde auf der Messe zum Sonderpreis<br />

von knapp 86 000 Euro<br />

angeboten.<br />

Der Weltmarktführer bei Tragschraubern,<br />

die Firma AutoGyro<br />

aus Hildesheim, zeigte mit dem<br />

T-RIGO einen offenen Dreisitzer,<br />

bei dem hinten zwei Plätze nebeneinander<br />

angeordnet sind.<br />

Eine integrierte Sitzverlängerung<br />

ermöglicht, quer zur Flugrichtung<br />

lange Lasten oder auch Menschen<br />

liegend zu transportieren. Angetrieben<br />

wird der maximal 600 kg<br />

schwere T-RIGO von einem 130<br />

PS starken Zweizylindermotor.<br />

Mit einer Weltneuheit im Bereich<br />

der privaten Gyrokopter war der<br />

polnische Hersteller Aviation Artur<br />

Trendak präsent. Im Rahmen<br />

eines von der EU geförderten Forschungsprojektes<br />

wurde ein sechssitziger<br />

Tragschrauber mit einer<br />

Leermasse von 700 kg entwickelt.<br />

Angetrieben wird dieser von zwei<br />

auf Außengondeln montierten<br />

Rotax-912-Motoren, die mit einem<br />

speziell angefertigten Turbolader<br />

und einer selbst entwickelten<br />

elektronischen Einspritzung 44 PS<br />

mehr leisten als die Serienmotoren.<br />

TL Ultralight präsentierte einen<br />

neuen UL-Tandemsitzer im Warbird-Look.<br />

Die Reisegeschwindigkeit<br />

von 300 km/h dürfte Jetfeeling<br />

vermitteln. Richtige Jetpremieren<br />

gab es auf der AERO auch. Der<br />

erste HondaJet für Europa wurde<br />

an Rheinland Air Service aus Mönchengladbach<br />

übergeben. ae<br />

Reinhold/Marzinzik<br />

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[ MAGAZIN ]<br />

Einmal mehr haben die <strong>aerokurier</strong>-<br />

Leser in sechs Kategorien die<br />

Innovationen der Zukunft und in vier<br />

Kategorien die besten Marken<br />

gewählt. Hier ehren wir die Gewinner.<br />

Ehre, wem<br />

Ehre gebührt<br />

Jeder zehnte <strong>aerokurier</strong>-Leser<br />

ist in diesem Jahr unserer Einladung<br />

gefolgt und hat bei<br />

der Wahl zum Innovation Award<br />

seine Stimme abgegeben. Sie, liebe<br />

Leser, konnten per Postkarte,<br />

die der Februar- und März-Ausgabe<br />

beigeheftet war, oder per<br />

Online-Abstimmung Ihre Wahl treffen.<br />

In sechs Kategorien haben wir<br />

Produkte zur Wahl gestellt – die<br />

Sieger wurden mit dem <strong>aerokurier</strong><br />

Innovation Award ausgezeichnet<br />

–, in vier weiteren Kategorien haben<br />

wir nach Markenimages gefragt.<br />

Die Gewinner in diesen Kategorien<br />

wurden mit dem Preis<br />

„Beste Marke“ geehrt.<br />

In den Kategorien Motorflugzeug,<br />

Jet, Avionik, Antriebe, Tragschrauber<br />

und UL/LSA konnten<br />

die Teilnehmer nur jeweils eine<br />

Stimme vergeben, während bei der<br />

Abstimmung zu den besten Marken<br />

Mehrfachnennungen möglich<br />

waren. Deshalb ergibt die Addition<br />

der Prozentzahlen bei diesen<br />

vier Kategorien auch einen Wert<br />

jenseits der 100 Prozent.<br />

KATEGORIE A / MOTORFLUGZEUG<br />

1. Platz: Pipistrel Panthera 24,1 %<br />

2. Platz: Diamond Aircraft DA62 17,6 %<br />

3. Platz: Robin DR401 ecoflyer 12,2 %<br />

KATEGORIE B / JET<br />

1. Platz: Pilatus PC-24 37,5 %<br />

2. Platz: Honda Aircraft HondaJet 14,2 %<br />

3. Platz: Cirrus SF50 Vision 12,9 %<br />

Zum Teil waren die Präferenzen<br />

der Teilnehmer für eine Marke oder<br />

ein Produkt eindeutig. So war beispielsweise<br />

bei den Headsets der<br />

Abstand zwischen dem Gewinner<br />

Bose und dem Zweitplatzierten<br />

David Clark mit knapp 38 Prozentpunkten<br />

besonders groß. In anderen<br />

Kategorien gab es Kopf-an-<br />

Kopf-Rennen, die nur mit wenigen<br />

Stimmen Abstand gewonnen<br />

wurden. Bei den Treib- oder<br />

Schmierstoffen lag Air BP beispielsweise<br />

nur 2,9 Prozentpunkte vor<br />

dem Zweitplatzierten Shell.<br />

Bei den Motorflugzeugen, den<br />

Business Jets und den ULs landeten<br />

die Vorjahressieger auch <strong>2016</strong><br />

wieder auf dem ersten Platz. Pipistrel<br />

liegt damit das zweite Jahr<br />

in Folge mit der Panthera in der<br />

Lesergunst ganz weit vorne, wenngleich<br />

der Vorsprung nicht mehr<br />

ganz so deutlich ausfällt. Mit der<br />

PC-24 gelingt Pilatus das gleiche<br />

Kunststück wie Pipistrel, auch im<br />

KATEGORIE C / AVIONIK<br />

1. Platz: GARMIN G3000 25,0 %<br />

2. Platz: FLARM PowerFLARM 24,2 %<br />

3. Platz: Dynon Avionics SkyView 17,1 %<br />

KATEGORIE D / ANTRIEB<br />

1. Platz: Austro Engine AE300 30,0 %<br />

2. Platz: Rotax 912 iS Sport 27,0 %<br />

3. Platz: Continental Motors CD-155 16,3 %<br />

dritten Jahr liegt der Jet an der<br />

Spitze. Bei den Ultraleichten konnte<br />

Shark Aero mit seinem Advanced-UL<br />

Shark erneut die Spitzenposition<br />

erringen, die Swiss Excellence<br />

Risen und den Flywhale<br />

aber nur knapp schlagen.<br />

Überaus knapp fiel das Ergebnis<br />

in der Kategorie Avionik aus:<br />

Hier hatte Garmins G3000 nur 0,8<br />

Prozentpunkte Vorsprung vor dem<br />

Power-FLARM.<br />

ae<br />

Lars Reinhold<br />

24 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


11 12 13 14<br />

6<br />

7 8 9 10<br />

1 2<br />

3 4 5<br />

So sehen Gewinner aus:<br />

die Preisträger mit ihren Urkunden.<br />

1 Christian Dries, Diamond Aircraft 2 Ivo Boscarol, Pipistrel<br />

3 Patrick Schutterop, Bose 4 Diana Kaiser, Breitling<br />

5 Nicolas Fomm, Air BP 6 Nikolay Nokolov, Niki Rotor<br />

7 Barbara Sagel, Airbus Helicopters 8 Vladimir Pekár,<br />

Shark Aero 9 Trevor Pegrum, Garmin 10 André Zimmermann,<br />

Pilatus 11 Reinhard Wittstamm, <strong>aerokurier</strong><br />

12 Michael Pfeiffer, <strong>aerokurier</strong> 13 Peter-Paul Pietsch,<br />

Motor Presse Stuttgart 14 Lars Reinhold, <strong>aerokurier</strong><br />

KATEGORIE E / TRAGSCHRAUBER<br />

1. Platz: Niki Rotor Aviation Lightning 40,4 %<br />

2. Platz: Magni Gyro M24 22,3 %<br />

3. Platz: Celier Aviation Xenon Executive 16,9 %<br />

KATEGORIE F / UL/LSA<br />

1. Platz: Shark Aero Shark 19,7%<br />

2. Platz: Swiss Excellence Risen 16,8 %<br />

3. Platz: Flywhale Aircraft Flywhale 2 16,1 %<br />

Die Preisträger des <strong>aerokurier</strong><br />

Innovation Award <strong>2016</strong> wurden von<br />

den Lesern des <strong>aerokurier</strong>s, mit<br />

wenigen Ausnahmen Piloten, per<br />

Postkarte beziehungsweise per<br />

Online-Abstimmung gewählt. Wie im<br />

vergangenen Jahr hat es eine erfreulich<br />

große Beteiligung gegeben. Die<br />

Ergebnisse der Wahl wurden notariell<br />

bestätigt. Mitarbeiter der Motor Presse<br />

Stuttgart und deren Angehörige waren<br />

nicht teilnahmeberechtigt.<br />

Fotos: Philipp Prinzing, Fortis<br />

Beste Marken Leserwahl <strong>2016</strong><br />

In den Kategorien Helikopter, Treib- oder Schmierstoffe,<br />

Headsets und Fliegeruhren wurden nicht<br />

konkrete Produkte, sondern das Image einer<br />

Marke beziehungsweise eines Herstellers<br />

bewertet. Hier bestand im Gegensatz zur Wahl<br />

zum Innovation Award die Möglichkeit zu<br />

Mehrfachnennungen. Aus diesem Grund ergeben<br />

die Werte kumuliert mehr als 100 Prozent.<br />

HELIKOPTER<br />

1. Platz: Airbus Helicopters 60,0 %<br />

2. Platz: Robinson Helicopter 44,7 %<br />

3. Platz: Bell Helicopter 44,3 %<br />

TREIB- ODER SCHMIERSTOFFE<br />

1. Platz: Air BP 49,7 %<br />

1. PREIS<br />

Fortis B-42 Black<br />

Chronograph<br />

Info: Die Gewinner der Leserpreise<br />

1. Preis: Fortis B-42 Black<br />

Chronograph: Gerhard<br />

Breitmaier, Herrenberg<br />

2. Preis: Doppelfenster-<br />

Bar „Rühmann“:<br />

Stefan Hirzinger, Seefeld<br />

3. Preis: Winglet Replika<br />

Couchtisch „Bobby“:<br />

Max Krätschel, Radolfzell<br />

4. Preis: Total-Tankgutschein<br />

für 100 Liter Avgas:<br />

Elmar Biller, Gottmadingen<br />

5. Preis: Herpa-Flugzeugmodell<br />

A380-800:<br />

Rainer Arnold, Offenbach<br />

6. Preis: Herpa-Flugzeugmodell<br />

A340-300:<br />

Sven Sauder, Nierstein<br />

7. Preis: Herpa-Flugzeugmodell<br />

Boeing 787-8:<br />

A. Hertner, Horb<br />

8. Preis: Herpa-Flugzeugmodell<br />

A340-500: Hans<br />

Henke, Büren<br />

2. Platz: Shell 46,8 %<br />

3. Platz: Total 44,4 %<br />

HEADSETS<br />

1. Platz: Bose 76,7 %<br />

2. Platz: David Clark 38,8 %<br />

3. Platz: Lightspeed Aviation 27,7 %<br />

FLIEGERUHREN<br />

1. Platz: Breitling 62,9 %<br />

2. Platz: Fortis 38,5 %<br />

3. Platz: Sinn 32,7 %<br />

<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> 25


[ MAGAZIN ]<br />

EAA-Chapter<br />

Mariensiel<br />

Nein, noch nicht Mariensiel.<br />

Diese Ausstellung befindet<br />

sich in Oshkosh.<br />

Neuer Spross in der<br />

Experimentalszene<br />

Oshkosh in Mariensiel? Nicht ganz, aber ein EAA-Chapter<br />

gibt es jetzt in Mariensiel mit dem Namen Jade Bay Aviators.<br />

Für Liebhaber der Experimentalszene,<br />

Homebuilts und<br />

Warbirds ist Oshkosh mit<br />

dem AirVenture seit jeher der Fliegerhimmel<br />

schlechthin. Wer dort<br />

schon einmal als Gast oder Teilnehmer<br />

dabei gewesen ist, wird<br />

von einem Virus erfasst, der nachhaltiger<br />

kaum sein kann. Die EAA<br />

(Eperimental Aircraft Association)<br />

als Veranstalter dieser einzigartigen<br />

Luftfahrtschau stellt dort jedes<br />

Jahr ein solch atemberaubendes<br />

Programm zusammen, dass<br />

gerade die Europäer etwas demütig<br />

die Heimreise antreten – würde<br />

man sich doch genau dieses<br />

Szenario so sehr auch hierzulande<br />

wünschen. Nicht allein die gigantische<br />

Anzahl von selbst gebauten<br />

Fluggeräten, ehemaligen Militärmaschinen<br />

und Raritäten aus den<br />

frühen Anfängen der Luftfahrt sind<br />

so beeindruckend. Es sind dieser<br />

ganz besondere Geist und der Zusammenhalt<br />

einer großen internationalen<br />

Fliegergemeinschaft, die<br />

so nachhaltige Spuren hinterlassen.<br />

Hier werden Erfahrungen und<br />

Kenntnisse im Eigenbau, in der<br />

Reparatur und in der Wartung von<br />

Oldtimern und klassischen Flugzeugen<br />

nicht im stillen Kämmerlein<br />

verborgen, sondern man<br />

tauscht sich aus und diskutiert<br />

über Materialien, Konstruktionen<br />

und neue Technologien mit großer<br />

Selbstverständlichkeit. Und, ganz<br />

wichtig, man trifft sich alljährlich<br />

mit alten und neuen Fliegerfreunden.<br />

Nun gibt es bereits in Deutschland<br />

eine – allerdings überschaubare<br />

– Anzahl von EAA-Mitgliedern,<br />

die dieses ganz besondere<br />

Feeling und ihre Erfahrungen in<br />

ihrer gesamten Bandbreite teilen<br />

möchten. So lag der Gedanke nahe,<br />

die gemeinsamen Interessen<br />

zu bündeln und in einem EAA-<br />

Chapter zu koordinieren.<br />

Den Geist von Oshkosh<br />

nach Mariensiel holen<br />

Piloten mit US-Lizenzen sind<br />

dort ebenso willkommen wie die<br />

Halter oder Charterer von N-registrierten<br />

Luftfahrzeugen, Selbstbauer-<br />

und Experimental-Piloten.<br />

Man möchte sich austauschen, bei<br />

der Wartung und Instandhaltung<br />

sowie amerikanischen Regularien<br />

weiterhelfen und beraten. Darüber<br />

hinaus will man in Lizenzfragen<br />

Ansprechpartner sein und vom<br />

Zugang zum EAA-Erfahrungsschatz<br />

profitieren. Jugendliche zu gewinnen<br />

und ihr Interesse an der Luftfahrt<br />

zu wecken ist ein sehr aktuelles<br />

Thema, bei dem man sich eng<br />

an dem „Flying Eagle“-Programm<br />

orientieren will, um diese Generation<br />

an eine praxisorientierte<br />

Pilotenausbildung heranzuführen.<br />

Da in Bayern bereits ein EAA-<br />

Chapter existiert, entstand bei<br />

einer Gruppe von EAA-Mitgliedern<br />

im Raum Wilhelmshaven der<br />

Wunsch, auch im hohen Norden<br />

mitzumischen. Die hochmotivierten<br />

Gründungsmitglieder um Paul<br />

Beckmann und Ulrich Hauptmann<br />

bereiteten die ersten Schritte zur<br />

Gründung eines EAA-Chapters<br />

vor. Dazu setzten sie sich mit der<br />

Oskar Ursinus Vereinigung (OUV)<br />

zusammen, beschlossen in einem<br />

Letter of Intent eine enge Zusammenarbeit.<br />

Auf dem AirVenture<br />

2015 in Oshkosh wurde dann der<br />

Antrag auf Gründung des Chapters<br />

26 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


in Wilhelmshaven-Mariensiel eingereicht.<br />

Bereits im September<br />

trafen sich die Gründungsmitglieder,<br />

um das Organ für den Verband<br />

zu wählen und die Satzung zu<br />

beschließen. Im Anschluss daran<br />

wurde das neue Chapter an der<br />

Küste auf den Namen „Jade Bay<br />

Aviators, EAA Chapter 1578“ offiziell<br />

von der EAA registriert.<br />

Am 9. April trafen sich nun die<br />

Mitglieder zu der ersten Jahreshauptversammlung<br />

im Air-Line-<br />

Bistro am Flugplatz Wilhelmshaven-<br />

Mariensiel. Wer die Jahreshauptversammlungen<br />

deutscher Fliegerclubs<br />

je erlebt hat, ist einiges<br />

gewohnt und hart im Nehmen.<br />

Auftritt bei den Jade-<br />

Weser-Airport-Days<br />

Da prallen die Meinungen ungebremst<br />

aufeinander, da bilden<br />

sich Fraktionen, die sich mehr oder<br />

weniger sportlich bekämpfen, und<br />

da geht die Wiederwahl des Präsidiums<br />

kaum ohne Gegenstimmen<br />

oder Enthaltungen ab. Das haben<br />

die Jungs und Mädels in Mariensiel<br />

nun völlig anders abgewickelt.<br />

Gründungsväter Ulrich Hauptmann und Paul Beckmann.<br />

In einer ausgesprochen gelösten<br />

Atmosphäre wurden die zehn<br />

Punkte der Tagesordnung auf eine<br />

Art und Weise abgearbeitet, die<br />

mit „bemerkenswert“ wohl ziemlich<br />

treffend zu bezeichnen ist. Wer<br />

die Norddeutschen kennt, erinnert<br />

sich, dass sie eher von der stillen<br />

Art sind, aber über einen trockenen<br />

und hintersinnigen Humor verfügen.<br />

Das war durchaus auch in<br />

Mariensiel zu spüren. Denn die<br />

Themen auf der Agenda wurden<br />

mit großer Sachlichkeit und so ganz<br />

unaufgeregt diskutiert, wobei der<br />

eine oder andere verschmitzte<br />

Einwand gelegentlich für ausgelassene<br />

Heiterkeit sorgte.<br />

Der Vorstand wurde flott und<br />

einstimmig wiedergewählt und<br />

entlastet, die Gebühren (Annex II)<br />

des Monatsbeitrages mal eben<br />

mit der Begründung reduziert,<br />

man habe doch nur geringe Ausgaben<br />

und benötige keinen wirklich<br />

großen Etat. Gegenstimmen<br />

zu diesem Punkt: keine, Enthaltungen<br />

auch nicht.<br />

Das primäre Ziel des EAA-<br />

Chapters in Mariensiel ist die Förderung<br />

der Luftfahrt ganz allgemein.<br />

Dazu zählt aktuell auch die<br />

Unterstützung des Veranstalters<br />

der Jade-Weser-Airport-Days in diesem<br />

Jahr vom 13. bis 14. August –<br />

ein wichtiger Punkt auf der Agenda<br />

und ein viel diskutierter obendrein.<br />

Man will präsent sein, ganz<br />

besonders hier oben im Norden an<br />

der Küste. Das Umfeld stimmt, denn<br />

der Airport Wilhelmshaven-Mariensiel<br />

bietet dafür allerbeste Voraussetzungen.<br />

Ganz bescheiden<br />

und in kleinen Schritten möchte<br />

man den EAA-Gedanken auch in<br />

Deutschland publik machen. Da<br />

wird nicht, wie so häufig bei solchen<br />

oder ähnlichen Zusammenschlüssen,<br />

mit dem ganz großen Hammer<br />

gedroht, und es werden keine<br />

gewaltigen Ziele versprochen. Man<br />

bleibt friesisch-bescheiden und<br />

beginnt mit einem soften Anfang,<br />

getreu dem Motto: Wer senkrecht<br />

startet, landet auch senkrecht.<br />

Diese Einstellung ehrt die Mitglieder<br />

des EAA-Chapters 1578 – Jade<br />

Bay Aviators und lässt auf eine<br />

interessante und vielversprechende<br />

Zukunft hoffen.<br />

ae<br />

<br />

Rainer Herzberg<br />

Fotos: EAA, Rainer Herzberg


[ MAGAZIN ]<br />

ILA <strong>2016</strong><br />

Großer<br />

Branchentreff<br />

Es ist wieder ILA-Jahr. Auf<br />

der Südbahn des künftigen<br />

Hauptstadtflughafens findet<br />

Deutschlands größte Luft- und<br />

Raumfahrtausstellung statt.<br />

Airbus Helicopters zeigt den<br />

Bluecopter mit leisem Rotorsystem.<br />

Vom 1. bis zum 4. Juni tummelt<br />

sich auf der Internationalen<br />

Luft- und Raumfahrtausstellung<br />

(ILA) in Berlin,<br />

was in der Luftfahrt Rang und Namen<br />

hat. So ist neben dem europäischen<br />

Hersteller Airbus, der<br />

voraussichtlich seine Passagiermodelle<br />

A350 und A320neo mitbringen<br />

wird, auch der amerikanische<br />

Erzrivale Boeing auf einer<br />

großen Fläche vertreten. Zahlreiche<br />

Zulieferer und Unternehmen<br />

aus der Luftfahrtbranche, wie Liebherr<br />

Aerospace, sind ebenfalls zu<br />

sehen. Über 1200 Aussteller präsentierten<br />

2014 die große Bandbreite<br />

ihrer Produkte und Dienstleistungen<br />

dem Publikum.<br />

Freunde der Allgemeinen Luftfahrt<br />

werden zum Beispiel beim<br />

deutschen Hersteller Aquila fündig.<br />

Das Deutsche Zentrum für Luftund<br />

Raumfahrt (DLR) informiert<br />

über aktuelle Forschungen und<br />

Entwicklungen, Reiner Stemme<br />

stellt seine luftgestützten Fernerkundungs-Fluggeräte<br />

aus.<br />

Eine umfangreiche Flugshow<br />

gehört zur ILA einfach dazu: So<br />

wird außer der schweizerischen<br />

Staffel Patrouille Suisse, die weithin<br />

für beeindruckenden Kunstflug<br />

bekannt ist, die Bundeswehr mit<br />

dem Eurofighter zeigen, was<br />

Die Flying Bulls aus Österreich bringen einige ihrer historischen<br />

Flieger zur ILA – wie die Chance Vought F4U Corsair.<br />

Hightech-Flugzeuge können. Angekündigt<br />

haben sich auch die<br />

Flying Bulls aus Österreich für<br />

eine Stippvisite in Berlin.<br />

Beeindruckendes<br />

Flugprogramm<br />

Daneben gibt es ein hochkarätiges<br />

Konferenzprogramm. Und<br />

auch für Berufseinsteiger ist gesorgt:<br />

Während der beiden Publikumstage<br />

zeigt das Career Center<br />

mit knapp 50 Ausstellern aus<br />

der Luft- und Raumfahrt Nachwuchskräften<br />

die Einstiegs- und<br />

Karrieremöglichkeiten in dieser<br />

Branche auf.<br />

Das 250 000 Quadratmeter große<br />

Gelände auf der Südseite des<br />

Schönefelder Flughafens in Berlin<br />

hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.<br />

Am Freitagabend (3. Juni)<br />

können die Zuschauer im Rahmen<br />

Die Patrouille Suisse steht für<br />

präzisen Kunstflug.<br />

des „Long Friday“ sogar bis 20 Uhr<br />

Eindrücke sammeln. Die ersten<br />

beiden Tage sind Fachbesuchern<br />

vorbehalten. Dann kostet eine Tageskarte<br />

55 Euro, eine Dauerkarte<br />

für Fachbesucher, die für alle vier<br />

Tage gültig ist, kostet 135 Euro.<br />

Privatbesucher bezahlen während<br />

der Publikumstage am 3. und 4.<br />

Juni 22 Euro für eine Tageskarte,<br />

ermäßigt (für Schüler, Studenten,<br />

Auszubildende) sind es 14 Euro.<br />

Zur ILA gelangt man von den<br />

S- und U-Bahn-Stationen Schönefeld,<br />

Rudow und Schichauweg mit<br />

regelmäßig verkehrenden Shuttle-<br />

Bussen. Am Flughafen Berlin-<br />

Tegel steht ein kostenpflichtiger<br />

Shuttle zur Verfügung. Mit dem<br />

Auto verlässt man die A10 an der<br />

Ausfahrt Rangsdorf und folgt auf<br />

der B96 der Beschilderung zum<br />

Parkplatz P1.<br />

ae<br />

Max Kühnl<br />

Die Bundeswehr wird ihre<br />

Eurofighter in Szene setzen.<br />

Fotos: Schwarz, Messe-Berlin, Braun-Red Bull Fotofiles, Tokunaga, Metternich<br />

28 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


*<br />

Diamond Aircraft DA62 Formationsflug in Österreich<br />

*<br />

Diamond Aircraft DA62 powered by Austro Engine,<br />

Gewinner des Innovation Awards.<br />

*<br />

Sitze: bis zu 7 Verbrauch: 44,7 lt/h Max. Geschwindigkeit: bis zu 201 kn Max. Flughöhe: 6.096 m Reichweite: bis zu 1.314 nm<br />

Zuladung: bis zu 710 kg<br />

“Wenn Sie dieses Flugzeug einmal geflogen sind, dann werden Sie feststellen, dass es auf dem heutigen Markt noch nichts<br />

Vergleichbares gibt.”<br />

Christian Dries, CEO und Eigentümer Diamond Aircraft<br />

Melden Sie sich bei uns:<br />

Diamond Aircraft Industries GmbH | T +43 2622 26700 1317<br />

sales@diamond-air.at | www.diamond-air.at


[ MAGAZIN ]<br />

[ 1 ]<br />

25. PFA-Fliegertraining<br />

Mit Schweizer Präzision<br />

Seit nunmehr einem Vierteljahrhundert veranstaltet die helvetische<br />

Precision Flying Association (PFA) in Donaueschingen<br />

zum Saisonauftakt ein kostenloses Präzisionsflugtraining.<br />

Die Stadt im Badischen bietet<br />

mit ihrer Nähe zur<br />

Schweiz und dem direkt am<br />

Platz gelegenen Hotel Concorde<br />

die idealen Voraussetzungen für<br />

das länderübergreifende Treffen.<br />

Im Westen Deutschlands ist das<br />

Präzisionsfliegen erst seit der<br />

Wiedervereinigung angekommen.<br />

Zuvor wurde es vor allem in der<br />

DDR betrieben, während bei Sportpiloten<br />

im Westen der Rallyeflug<br />

beliebter war. Bis zur Anfrage der<br />

Redaktion, ob ich den Termin Ende<br />

April wahrnehmen könne, hatte<br />

auch ich noch nie davon gehört.<br />

Ein Anruf bei Esther Rimensberger<br />

macht mich schlauer. Die Züricher<br />

Fluglotsin und PFA-Präsidentin ist<br />

Mitglied des Schweizer Nationalkaders<br />

und seit 2001 verantwortlich<br />

für das Präzisionsflugtraining.<br />

Die freundliche Eidgenossin stiftet<br />

30 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong><br />

mich an, es in der eigens für Anfänger<br />

eingerichteten Klasse selbst<br />

einmal zu probieren. Am besten<br />

käme ich schon am Donnerstagabend,<br />

da man am Freitag gleich<br />

früh am Morgen mit einem Basiskurs<br />

beginne.<br />

Ein Mitflug von meiner Homebase<br />

Essen/Mülheim mit Astrid<br />

und Marcus Ciesielski fällt damit<br />

aus. Das Siegerteam des Air Navigation<br />

Race bei den World Air<br />

Games in Dubai kann erst am Freitag<br />

anreisen, nutzt dieses Training<br />

aber seit vielen Jahren zur Vorbereitung<br />

auf die Wettkämpfe. Da<br />

kann eine Teilnahme also nicht so<br />

verkehrt sein. Ein Vercharterer im<br />

Schwarzwald ist auch schnell gefunden.<br />

Heiner Hezel von der Lahrer<br />

Flugschule Cosmo kann mir<br />

eine C-152 zur Verfügung stellen,<br />

das von der Schweizer Nationalmannschaft<br />

favorisierte Fluggerät.<br />

Nach Donaueschingen ist es von<br />

Lahr nur ein halbstündiger Ritt<br />

über den Ende April verschneiten<br />

Hochschwarzwald. Und neben dem<br />

ist mir auch ein kleiner Refresher<br />

in der manuellen Flugplanung und<br />

klassischen Koppelnavigation ein<br />

willkommener Teilnahmegrund.<br />

Denn mal ehrlich: Wer – außer<br />

Flugschülern und Präzisionsfliegern<br />

– fasst denn heute in Zeiten von<br />

Skydemon, Flightplanner oder Air<br />

Nav Pro seinen Kartenzirkel und<br />

diesen guten alten Jeppesen-<br />

Schiebomaten noch an? So verstehen<br />

die Mitglieder der Schweizer<br />

PFA ihr Trainingsangebot für jedermann<br />

nicht nur als gelebte<br />

Sportförderung, sondern auch als<br />

Flugsicherheitstraining, denn anders<br />

als in der PPL-Ausbildung<br />

werden Präzisionsflüge nicht nach<br />

Stunden und Minuten, sondern<br />

nach Minuten und Sekunden durch-<br />

19 Flugzeuge unterschiedlichster Muster haben sich zu dem Training in<br />

Donaueschingen Ende April eingefunden. Hoch- wie Tiefdecker sind dabei.


[ 3 ]<br />

[ 4 ]<br />

[ 1 ] Perfektes Cockpitmanagement:<br />

Werner Unold vom<br />

Schweizer Nationalteam weiß,<br />

wie‘s geht. [ 2 ] Für die Berechnungen<br />

im Präzi-Fliegen gibt es<br />

eigenes Spezialwerkzeug mit<br />

entsprechender Skalierung.<br />

[ 3 ] Auch fein abgestufte Zeitlineale<br />

gehören dazu. [ 4 ] Zu fett:<br />

Die Striche und Einträge meiner<br />

Karte (re.) verdecken zu viel.<br />

[ 5 ] Aufgeräumt: das Cockpit<br />

der Ciesielskis.<br />

[ 2 ] [ 5 ]<br />

geführt. Da ist eine gut geübte<br />

klassische Kleinraumnavigation<br />

eine Conditio sine qua non, denn<br />

in der Zeitkontrolle gibt es für<br />

jede einzelne über zwei Fehlsekunden<br />

hinausgehende Sekunde<br />

Strafpunkte.<br />

Geflogen werden<br />

die Präzisionsfliegerwettbewerbe<br />

in verschiedenen<br />

Klassen.<br />

Einsteiger wie Wettkampfpiloten<br />

können solo oder im<br />

Duett mit Navigator an Bord antreten.<br />

Ich habe keinen, aber Esther<br />

zieht unsere Slots weit genug<br />

auseinander, sodass ich auf Marcus<br />

Ciesielski zurückgreifen kann – was<br />

mich einigermaßen beruhigt und<br />

auch bitter nötig sein könnte, wie<br />

ich im Basiskurs erfahre. Denn es<br />

ist nicht damit getan, die „Planning<br />

Test“ genannte Navigationsaufgabe<br />

korrekt zu absolvieren und<br />

die Route anschließend möglichst<br />

genau abzufliegen, unterwegs<br />

lauern weitere Aufgaben.<br />

Jeder Teilnehmer erhält zehn<br />

Fotos von Bodenmerkmalen, die<br />

nicht unbedingt hervorstechen.<br />

Sie nicht nur zu finden, sondern<br />

ihre Position auch korrekt in die<br />

Karte zu übertragen, spart Strafpunkte.<br />

Für Anfänger, die am Boden<br />

und in der Luft noch elektronische<br />

Helfer nutzen dürfen, sind<br />

die Bildmotive in chronologischer<br />

Folge in Flugrichtung geordnet,<br />

die Profis erhalten sie wild durcheinandergewürfelt.<br />

Und als wäre<br />

das alles nicht genug, müssen<br />

zusätzlich noch Bodenzeichen aus<br />

orangen Stoffbahnen gefunden<br />

werden. Wer zu weit ab vom Strich<br />

oder zu hoch fliegt, hat also keine<br />

Chance, Miese zu vermeiden. Dazu<br />

gibt‘s noch eine Liste genutzter<br />

Zeichen sowie eine Karte mit<br />

sieben eingezeichneten Turning<br />

Points und den Start- und Finalpoints<br />

des Parcours im Maßstab<br />

DAS PRÄZISIONSFLIEGERTRAINING: GELEBTE SPORTFÖRDE-<br />

RUNG UND EIN AKTIVER BEITRAG ZU MEHR FLUGSICHERHEIT<br />

1:200 000, weil die üblichen ICAO-<br />

Karten zu kleinteilig wären. Selbst<br />

für die Karte mit größerem Maßstab<br />

braucht es eine Lupe, um Ortsdetails<br />

wie Wegkreuzungen auf der<br />

Route genau genug zu erkennen.<br />

Expertenköfferchen: Ein Blick in Esthers Ausrüstung zeigt, was<br />

man alles für das sekundengenaue Planen und Fliegen so braucht.<br />

Winken zum Abschied: Auch die Schweizer Gletscherflieger Maurice<br />

und Patricia waren mit ihrer Piper Cub erstmals mit von der Partie.<br />

Fotos: Frank Martini<br />

<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> 31


[ MAGAZIN ]<br />

Nur noch den AFLOS-Logger<br />

verstauen, und Werni kann starten.<br />

Ein Blatt mit vergrößerten Ausschnitten<br />

der Wendepunkte rundet<br />

die ausgeteilte Ausstattung ab.<br />

Im ersten Schritt sind alle Punkte<br />

von Start bis Final über die<br />

Turning Points miteinander zu<br />

verbinden, die Kurse abzutragen<br />

und in einem Flight Log zu notieren.<br />

Dann sollte man eine nicht<br />

allzu hohe TAS festlegen. Weil der<br />

Wind auf Ground Speed und Vorhaltewinkel<br />

hinreichenden Einfluss<br />

haben soll, ist er dagegen für den<br />

Test fiktiv mit recht hoher Geschwindigkeit<br />

vorgegeben. Danach<br />

gilt es, die entsprechende Ground<br />

Speed bis auf eine Nachkommastelle<br />

zu errechnen. Spätestens<br />

jetzt wird es wegen der engen<br />

Skalierung des Jeppesen-Schiebers<br />

Offen für alle Klassen: Auch Solopiloten und Equipen in Ultraleichten<br />

waren dabei, darunter zwei deutsche Trail-ULs von Nando Groppo.<br />

richtig schwierig. Die Profis verfügen<br />

dafür über Scheibensätze,<br />

die für unterschiedliche Airspeeds<br />

gerechnet deutlich größer ausgelegt<br />

sind und auf der Rückseite<br />

eine Skala für Minuten und Sekunden<br />

aufweisen. Nicht ausgerüsteten<br />

Neulingen stellt das Orga-<br />

Team sie zur Verfügung. Dieser<br />

erste Flight Log sollte binnen einer<br />

halben Stunde fertig sein. Dann<br />

gibt man ihn zur Überprüfung ab<br />

und erhält einen neuen, mit dem<br />

tatsächlichen Wind berechneten.<br />

Mit dem bleibt nun eine weitere<br />

halbe Stunde Zeit, die Karte vorzubereiten.<br />

Dazu sind an die Legs<br />

vom Überflug des Startpunktes zu<br />

einer vorgegebenen Zeit Markierungen<br />

im 30-Sekunden-Takt einzuzeichnen.<br />

Ganze Bündel mit<br />

Zeitlinealen stehen dafür zur Verfügung,<br />

die – auf den gegebenen<br />

Kartenmaßstab bezogen – alle<br />

gängigen Airspeeds in halben Knoten<br />

abgestuft umfassen. Nur so hat<br />

man eine Chance, im Flug die Zeit<br />

genau zu takten und seine Fahrt<br />

entsprechend anzupassen. Zu guter<br />

Letzt muss man seine Karte auf<br />

die Umrisse der Route zuschneiden,<br />

damit sie im engen Cockpit einigermaßen<br />

handhabbar wird.<br />

Für die Überprüfung von Zeitund<br />

Trackeinhaltung gibt es zwischen<br />

den Turningpoints geheime<br />

Zeitkontrollpunkte und AFLOS-<br />

Logger – Geräte, die im Sekundentakt<br />

die Uhrzeit und die genauen<br />

Geodaten ihrer jeweiligen Position<br />

erfassen und aufzeichnen. Die<br />

ersten 34 Strafpunkte kassiere ich<br />

aber schon beim Planning Test.<br />

Ein zunächst richtig abgelesener<br />

und notierter Kurs, den ich dämlicherweise<br />

noch einmal um zehn<br />

Grad verändere, bringt 14 Punkte,<br />

die daraus folgende falsche Zeitberechnung<br />

weitere 20. Auf dem<br />

auf dem Weg zum Flugzeug schwanen<br />

mir weitere Abzüge. Ein Blick<br />

am Morgen ins Cockpit von Astrid<br />

und Marcus lässt mich um den<br />

nötigen Überblick in meinem nun<br />

fürchten. Astrid hatte alle Fotos<br />

gut überschaubar ans Panel tapeziert.<br />

Am linken Scheibenholm<br />

hingen die Detailausschnitte mit<br />

den Turnpoints in Marcus‘ Blickfeld,<br />

die geschnittene Karte pappte im<br />

Halter auf dem Steuerhorn. In Flugrichtung<br />

stachen Digitaluhren mit<br />

unübersehbarer Sekundenanzeige<br />

in beider Augen. Habe ich alles<br />

nicht. Aber ich habe ja Marcus,<br />

auf dessen rettende Ansagen ich<br />

mich nun verlassen will. Allerdings<br />

ohne das Kalkül, dass er erstens<br />

in einer ziemlich ungewohnten<br />

Position bei mir in der Cessna sitzt,<br />

und zweitens genauso unter meinem<br />

suboptimalen Cockpitmanagement<br />

leiden dürfte wie ich.<br />

Bis zum zweiten Turningpoint<br />

läuft alles gut, danach sind wir<br />

eine Weile lost in space. Zwar beträgt<br />

die Korridorbreite für die<br />

Zeiterfassung eine nautische Meile,<br />

aber wer die auskostet oder wie<br />

[ 2 ]<br />

[ 1 ]<br />

[ 3 ]<br />

32 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


wir dort gar überschreitet, fällt<br />

nicht nur aus der Zeitnahme, sondern<br />

sucht die vorhandenen Bodenmarken<br />

oft auch vergebens.<br />

Vor dem dritten Turningpoint bin<br />

ich noch derart weit von der Route<br />

ab, dass ich ihn trotz Kreisens<br />

glatt verfehle – Kursänderungen<br />

größer als 90 Grad wie hier sind<br />

in einem gegenläufigen Procedure<br />

Turn zu fliegen. Zwar gelingt<br />

es mir danach, wieder auf den Strich<br />

zu kommen, aber wegen zu heftiger<br />

Fahrtkorrekturen bin ich nun<br />

fast 20 Sekunden vor meiner Zeit.<br />

Dann folgt der Super-<br />

GAU. Marcus, für einen<br />

Moment ebenso<br />

konsterniert wie ich,<br />

weist mich auf den<br />

vierten Wendepunkt hin und schickt<br />

mich in einen Procedure Turn. Und<br />

ich Trottel fliege ihn in blindem<br />

Vertrauen ab, obschon ich nur zwei<br />

dieser erlaubten Kreise auf meiner<br />

Karte sehe – einen bei der zurückliegenden<br />

Nummer drei, den nächsten<br />

erst bei Nummer sechs. Weitere<br />

200 Penalties sind mir nun<br />

sicher, noch einmal 100 fange ich<br />

mir ein, weil ich mit dem unzulässigen<br />

Procedure Turn nun wieder<br />

gute 90 Sekunden hinterherhänge.<br />

Bis zum nächsten Wendepunkt<br />

gelingt es mir, die Fehlzeit wieder<br />

bis auf 15 Sekunden herunterzufliegen.<br />

Das übt, nach der Wende<br />

bin ich sogar auf drei Sekunden<br />

herunter, noch eine weitere schinde<br />

ich bis zum Turningpoint sechs<br />

heraus. Wieder in der Toleranz,<br />

sinkt mein Strafzählerstand erstmals<br />

auf eine glatte Null. Den Rest der<br />

Strecke schaffe ich nun mit maximal<br />

15 Sekunden Abweichung.<br />

Zudem haben wir sieben der Bildmotive<br />

korrekt protokolliert, ein<br />

paar Bodenzeichen sind auch dabei<br />

und begrenzen meine Strafpunkte<br />

im Suchspiel.<br />

Am Ende stehen trotzdem noch<br />

2185 Zähler auf meinem Deckel.<br />

Ich schäme mich in Grund und<br />

Boden. Esther guckt mich erstaunt<br />

an. „Ist fürs Erste doch gar nicht<br />

so schlecht“, tröstet sie mich mit<br />

einer Liste aller Teilnehmer. Die<br />

weist, inklusive zweier todesmutiger<br />

Anfänger, die als Solisten<br />

angetreten sind, einen Spitzenwert<br />

von 3750 aus. Alles in allem rangiere<br />

ich damit an der Spitze des<br />

letzten Drittels. Unter den Anfängern,<br />

immerhin die Hälfte aller 21<br />

Teilnehmer, liege ich sogar in der<br />

Mitte. Ehre gerettet! Und ich habe<br />

Blut geleckt. Eigentlich bin ich jetzt<br />

heiß auf den zweiten Durchgang<br />

am Samstag.<br />

Eigentlich – denn uneigentlich<br />

habe ich bei dem Erstflug an alles<br />

zu denken versucht, nur nicht an<br />

meine Fotos. Erleichtert nehme ich<br />

Wernis Einladung an, ihn zu begleiten.<br />

Werni, bürgerlich Werner<br />

Unold, ist mir bereits am Vortag<br />

mit seinem Navigationsbesteck zu<br />

Hilfe geeilt. Er tritt mit überschaubaren<br />

3200 Stunden in seinem<br />

Flugbuch als Solist im Schweizer<br />

Nationalteam an. Kann man auch<br />

nur von lernen. Sein Planning Test<br />

war morgens für kurz nach halb<br />

acht angesetzt. Um viertel nach<br />

hockt er tiefenentspannt im Planungsraum<br />

und macht seine Hausaufgaben.<br />

Etwas kleiner als ich,<br />

thront er wie ein Sitzriese eine<br />

Viertelstunde später auf zwei Kissen<br />

über mir links im Cockpit.<br />

Wieder was gelernt: Sicht steil über<br />

die Cowling ist enorm hilfreich fürs<br />

Navigieren. Er bleibt top in der<br />

Zeit, erübrigt sogar noch welche,<br />

mich mit Tipps fürs nächste Mal<br />

zu versorgen.<br />

Ich versuche mich zu revanchieren,<br />

indem ich ihm wenigstens bei<br />

der Suche nach den unsortierten<br />

Bildmotiven und Bodenzeichen<br />

helfe. Er findet dennoch nicht nur<br />

mehr als ich, sondern auch noch<br />

Zeit, mir Übersehenes zu zeigen.<br />

Wo er etwas aus der Zeit fällt,<br />

grummelt er – Teamkameradin<br />

Esther stellt hohe Erwartungen.<br />

„Schieb‘s auf mich! Ich störe dich<br />

mehr, als ich dir nutze“, sage ich.<br />

„Was denkst du denn?!“, grinst<br />

er zurück. Nach einer Stunde und<br />

zwanzig Minuten Flugzeit stapfen<br />

wir zu ihr an den Richtertisch –<br />

Abgabe der Logger und Protokollierung<br />

notierter Bodenzeichen und<br />

Fotomotive. Summa summarum<br />

315 Strafpunkte sind es, über die<br />

Werni sich ärgert. Ich bin gebauchpinselt<br />

– nicht ganz siebenmal so<br />

schlecht wie mein Tageschampion!<br />

Und ungeachtet dessen empfinde<br />

ich die Veranstaltung als fliegerischen<br />

Hauptgewinn. Ehrgeiz ist<br />

NICHT KONKURRENZ, SONDERN SPASS, SPORTSGEIST UND<br />

KAMERADSCHAFTLICHKEIT KENNZEICHNEN DIE STIMMUNG<br />

hier selbst bei den Profis nicht zu<br />

spüren, die Atmosphäre ist locker<br />

und kameradschaftlich. Die Unterbringung,<br />

die Tagesverpflegung<br />

sowie ein gemeinsames Buffet am<br />

Freitagabend sind Spitzenklasse<br />

und dank ausgehandeltem Gruppenrabatt<br />

ausgesprochen günstig.<br />

Wen das jetzt neugierig genug<br />

gemacht hat, merke schon mal den<br />

April 2017 vor und schaue sich im<br />

Netz unter pfa.ch um. Auch ich<br />

spekuliere schon darauf. Denn am<br />

jetzt von mir ausgelassenen Sonntag<br />

gibt‘s noch mehr: ein Training<br />

fürs Air Navigation Race. Auch für<br />

Anfänger, ebenfalls kostenlos, aber:<br />

ganz bestimmt nicht umsonst! ae<br />

Frank Martini<br />

[ 4 ]<br />

[ 1 ] Ein echtes Vexierspiel: die fortwährende Suche nach ausgelegten<br />

Bodenzeichen, bunten Stoffbahnen und fotografierten Motiven. [ 2 ] Der<br />

Abgleich des Fotos mit dem echten Bauernhof am Boden fällt vom rechten<br />

Sitz aus deutlich leichter. [ 3 ] Hinter Sträuchern an einer Straßenböschung:<br />

Manche Bodenzeichen sind nicht leicht zu entdecken. [ 4 ] Konzentration im<br />

Planungsraum: der Autor (li.) mit seinem Navigator Marcus Ciesielski. [ 5 ] Die<br />

weiteste Anreise: Teamflieger Jussi Finnilä aus Oslo. Er und zwei finnische<br />

Mitstreiter aus Helsinki waren per Linienflug und Chartermaschine angereist.<br />

[ 5 ]<br />

<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> 33<br />

Fotos: Marcus Ciesielski [1], Frank Martini, Werner Unold [4]


Leserforum<br />

<strong>aerokurier</strong> 4/<strong>2016</strong><br />

Mit dem Flugzeug zur AERO<br />

Piloten gar nicht<br />

erwünscht?<br />

Die AERO Friedrichshafen ist seit<br />

Jahren ein internationaler Treffpunkt für<br />

Flugbegeisterte und Piloten. Was liegt<br />

also näher, als mit dem eigenen Flugzeug<br />

anzureisen. Hierzu wurde veröffentlicht,<br />

dass ab dem 4. April Piloten online einen<br />

Slot reservieren können. Die Ernüchterung<br />

am 4. April kam schnell, da keine<br />

offenen Slots auf der Graspiste verfügbar<br />

waren. Auch für den Anflug auf die Asphaltpiste<br />

waren nur unattraktive Randzonen<br />

als offen gelistet.<br />

Eine telefonische Rücksprache beim<br />

Flughafen Friedrichshafen ergab, dass die<br />

Beurteilung über den Zustand der Graspiste<br />

es nicht erlaubt, diese freizugeben.<br />

Wozu kündigt man dann über die Medien<br />

ein Reservierungsverfahren an, das gar<br />

nicht praktikabel ist? Es erschleicht sich<br />

das Gefühl, dass die Anreisen mit dem<br />

eigenen Flugzeug gar nicht erwünscht<br />

sind. Schade für die AERO, denn so verprellt<br />

man Piloten oder zwingt diese, den<br />

Landweg zu benutzen. Hoffentlich ändert<br />

sich das Verfahren für die nächste AERO.<br />

Christoph Möhrle, München<br />

<strong>aerokurier</strong> 5/<strong>2016</strong><br />

Schwerpunkt Kunstflug<br />

Angst und Fehler<br />

müssen Thema werden<br />

Mein Kompliment zu der Aufmachung<br />

des neuen <strong>aerokurier</strong>. Seit fast 45 Jahren<br />

lese ich den <strong>aerokurier</strong> und finde gut, wie<br />

in der Ausgabe 5/<strong>2016</strong> auf den Kunstflug<br />

eingegangen wird. Die Gestaltung der<br />

Ausgabe entsprechend der Thematik<br />

kommt gut an. Die Art der Beiträge ist<br />

sachlich und informativ und die Emotionen<br />

werden beim Leser gebildet. Das ist<br />

der richtige Weg aus meiner Sicht. Sowohl,<br />

wenn es unschöne Dinge zu berichten<br />

gibt, als auch bei den schönen Seiten<br />

des Fliegens.<br />

Leider erzeugen Menschen mit geschwächter<br />

und wenig gereifter Seele ein<br />

Zerrbild von Piloten und der Fliegerei in<br />

der Allgemeinheit. Nicht nur mit den<br />

grausamen Highlights, auf die sich die<br />

Tagespresse stürzt, sondern auch im Umgang<br />

mit einigen Fliegerkameraden auf<br />

dem Platz erlebt man Dinge, die befremden.<br />

Angst und Fehler müssen ein Thema<br />

werden, wenn die Sicherheit gefestigt<br />

werden soll. Nicht das schnelle Aufspüren<br />

von Schuldigen oder Gründen führt zum<br />

Ziel, sondern die sachliche Beleuchtung<br />

der gesamten Szene inklusive der Beweggründe<br />

menschlichen Handelns.<br />

Selbstverständlich ist eine Zeitschrift<br />

wie der <strong>aerokurier</strong> einer der Haupt-Stimmungsbildner<br />

und -Spiegler für unseren<br />

schönen Sport. Nachdem die Welle<br />

schneller höher weiter und noch mehr<br />

Elektronik sich allmählich etwas tot läuft,<br />

gibt es ein weites Feld zu bestellen, wo<br />

die Interaktion Fliegen und Mensch, Begeisterung<br />

und Nervenkitzel noch lange<br />

nicht ausgeleuchtet sind.<br />

Es ist in keinster Weise so, dass das<br />

Publikum nur die Action und wilde bunte<br />

Bilder sehen möchte. Es interessieren<br />

sich viele Menschen für das Fliegen, denen<br />

aber ein Zugang nicht durch Rückenflugloopings,<br />

sondern durch sachlich und<br />

einfach erklärte Technik/Physik und<br />

vielleicht einen beschaulichen Flug in der<br />

Heimatregion gelingen kann. Mein Eindruck<br />

ist, dass dies von vielen Altvorderen<br />

allzu leicht in Vergessenheit gerät.<br />

Die Folge kann eine Pyramide sein,<br />

die immer spitzer wird und irgendwann<br />

anfällig für Risse wird.<br />

Werner A. Schulte, Bornheim<br />

Schreiben lohnt sich!<br />

Unter allen Leserbrief-Autoren des vergangenen<br />

Monats hat die Redaktion das Buch „Flugzeug-<br />

Wartung – Was man darf und was nicht“ von Rolf<br />

Wurster verlost. Als Gewinner wurde Christoph<br />

Möhrle gezogen.<br />

Die in Leserbriefen geäußerte Meinung muss nicht mit der<br />

Redaktionsmeinung übereinstimmen. Wir behalten uns die<br />

Kürzung von Leserbriefen aus redaktionellen Gründen vor.<br />

Gerne veröffentlichen<br />

wir Ihre Meinung. Schicken<br />

Sie uns Ihren Leserbrief<br />

(für Rückfragen bitte<br />

unbedingt mit Adresse<br />

und Telefonnummer) an<br />

E-Mail: redaktion@<strong>aerokurier</strong>.de<br />

Fax: +49 711 182-1781<br />

<strong>aerokurier</strong> 5/<strong>2016</strong><br />

Schwerpunkt Kunstflug<br />

Zu wenig<br />

Eingemachtes<br />

Seit Jahren bin ich nun schon Leser des<br />

<strong>aerokurier</strong>, und zahlreiche Beiträge haben<br />

meinen fliegerischen Wissensschatz<br />

geprägt. Gerne habe ich den einen oder<br />

anderen Beitrag abgeheftet, um diesen<br />

meinen Fliegerkollegen als Wissensbereicherung<br />

an die Hand zu geben. In der<br />

aktuellen Ausgabe las ich die Beiträge zur<br />

Ausbildung, Medizin und Recht sowie<br />

den Pilot Report der Decathlon, die ich<br />

auch fliege. Ich ging davon aus, nun ein<br />

Kompendium abheften zu können, was<br />

alle Faktoren des Kunstflugs erklärt. Ich<br />

wurde aber enttäuscht. In dem Flugbericht<br />

der Decathlon wurde viel Gefühl und<br />

Eindruck vermittelt, aber wenige Dinge,<br />

die ins Eingemachte gehen. Gefühle und<br />

Eindrücke besorgt man sich doch lieber<br />

selbst und sind recht unterschiedlich, sie<br />

sollten einen Fachartikel nicht maßgeblich<br />

prägen. Der Beitrag über die Kunstflug-Ausbildung<br />

hatte zwar einen hohen<br />

Unterhaltungswert, aber wenig Details.<br />

Volker Bischoff, Herne<br />

Foto: Motorbuch Verlag<br />

34 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


ANZEIGE<br />

Red Bull Ring<br />

Formula 1<br />

Großer Preis von<br />

Österreich <strong>2016</strong><br />

01. bis 03. Juli<br />

Anreise per Flugzeug<br />

direkt ins Murtal<br />

Aus der Luft zur Königsklasse<br />

des Motorsports nach Spielberg<br />

Beim „Formula 1 Großer<br />

Preis von Österreich <strong>2016</strong>“<br />

wird von 01. bis 03. Juli im<br />

steirischen Murtal das „Motorsportfestival<br />

zum Anfassen“ gefeiert.<br />

Die Königsklasse gastiert<br />

damit zum dritten Mal in Folge am<br />

Red Bull Ring. Wer zum Grand-<br />

Prix-Wochenende per Flugzeug<br />

oder Helikopter anreisen möchte,<br />

kann ganz in der Nähe der Rennstrecke<br />

landen. Eine Ausnahmegenehmigung<br />

ermöglicht an diesen<br />

Tagen die zivile Nutzung des<br />

Militärflugplatzes Hinterstoisser<br />

(LOXZ) in Zeltweg. Wer sich diese<br />

einmalige Gelegenheit samt<br />

Shuttle-Service nicht entgehen<br />

lassen möchte, hat ab sofort die<br />

Möglichkeit, sich für ein unvergessliches<br />

Motorsport-Wochenende<br />

mit Anreise aus der Luft<br />

und umfangreichem Rahmenprogramm<br />

anzumelden!<br />

Zivile Nutzung des Fliegerhorstes<br />

nur am GP-Wochenende.<br />

In der Zeit rund um den „Formula<br />

1 Großer Preis von Österreich“<br />

befindet sich das ge-<br />

samte Murtal im Herzen der<br />

Steiermark im Ausnahmezustand.<br />

Piloten, Teams und vor<br />

allem die Fans werden mit<br />

unvergleichlicher Gastfreundschaft<br />

in Spielberg willkommen<br />

geheißen. Während die Formel 1<br />

am Red Bull Ring gastiert, wird<br />

auch in diesem Jahr wieder die<br />

Anreise per Flugzeug möglich<br />

sein.<br />

Der Fliegerhorst Hinterstoisser<br />

befindet sich ganz in der<br />

Nähe der Rennstrecke und ist<br />

per Ausnahmeregelung für die<br />

zivile Nutzung verfügbar – eine<br />

einmalige Gelegenheit, die sich<br />

Privatpiloten mit Leidenschaft für<br />

Motorsport nicht entgehen lassen<br />

sollten!<br />

Rundum-Service<br />

für einzigartiges<br />

Motorsport-Erlebnis<br />

Der Fliegerhorst Hinterstoisser<br />

in Zeltweg liegt nur rund<br />

fünf Minuten vom Red Bull Ring<br />

entfernt. Ein kostenloser Shuttle-<br />

Service zur Rennstrecke steht<br />

während des gesamten GP-Wochenendes<br />

von 01. bis 03. Juli zur<br />

Verfügung.<br />

In einer Crew- und Gästelounge<br />

mit Getränken und Snacks<br />

sowie mit freiem W-Lan werden<br />

die Besucher bei ihrer Ankunft<br />

bestens versorgt. Die nötige Landebewilligung<br />

kann online unter<br />

http://airbaserampservice.org<br />

angefordert werden.<br />

Nähere Auskünfte dazu erhalten<br />

Interessenten per E-Mail an<br />

aviation@projekt-spielberg.com.<br />

Spezial-Angebot<br />

für Sportflieger<br />

Ein spezielles Angebot gibt<br />

es für alle Sportflieger, also Piloten<br />

mit Maschinen bis zu einem<br />

Höchstabfluggewicht (MTOW)<br />

von zwei Tonnen: Beim Kauf von<br />

mindestens zwei Tribünentickets<br />

für den „Formula 1 Großer Preis<br />

von Österreich <strong>2016</strong>“ ist das<br />

Handling und das Parken kostenlos!<br />

Temporärer Heliport in<br />

Spielberg<br />

Ganz in der Nähe des Red<br />

Bull Ring befindet sich während<br />

des Formel-1-Wochenendes ein<br />

temporärer Heliport in Spielberg.<br />

Wucher Helicopter bietet sowohl<br />

die Koordination der Hubschrauberflüge<br />

wie auch Flughafen oder<br />

Hoteltransfers an.<br />

In Graz-Liebenau befindet sich<br />

ein Außenlande- und Abflugplatz<br />

für direkte Hubschrauberflüge<br />

von Graz nach Spielberg. Interessenten<br />

können Hubschrauberlandungen<br />

bei Wucher Helicopter<br />

telefonisch unter +43 5550 3880-0<br />

oder per E-Mail an helicopter@<br />

wucher.at vorab avisieren.<br />

Alle Informationen zum „Formula<br />

1 Großer Preis von Österreich<br />

<strong>2016</strong>“ mit umfangreichem<br />

Rahmenprogramm auf und abseits<br />

der Rennstrecke sind unter<br />

www.projekt-spielberg.com zu finden.<br />

Dort können sich Fans auch<br />

Tickets für dieses Motorsport-<br />

Highlight in Österreich sichern!<br />

Projekt Spielberg GmbH & Co KG<br />

Red Bull Ring Str. 1 | A-8724 Spielberg | FN 244307a | UID-Nr. ATU57605309 | Landesgericht Leoben<br />

Unbeschränkt haftende Gesellschafterin: Projekt Spielberg GmbH | A-8724 Spielberg | FN 243721p | Landesgericht Leoben<br />

Kto. 100166657 | BLZ 19530 | IBAN: AT631953000100166657 | BIC/SWIFT: SPAEAT2S


digital<br />

Jetzt als<br />

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Kombiabo<br />

99<br />

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<strong>aerokurier</strong> gibt’s jetzt als E-Paper für nur 99 Cent pro Ausgabe im günstigen<br />

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Mehr Infos unter:<br />

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SPECIAL<br />

FK9 Wide Body<br />

Viel Platz<br />

für zwei<br />

Seite 42<br />

Der Trend<br />

Schneller,<br />

teurer,<br />

schwerer<br />

Seite 38<br />

Ultraleicht<br />

Winterziel<br />

Mit Gyrokoptern<br />

in Andalusien Seite 50<br />

Kostenfrage PPL<br />

Wann der Umstieg<br />

aufs UL lohnt Seite 46<br />

www.<strong>aerokurier</strong>.de<br />

Schutzgebühr € 2,60<br />

Trips ins Ausland<br />

Achtung: In jedem EU-Staat<br />

gilt etwas anderes Seite 54 Wartung: Das geht in Eigenregie Seite 56


[ UL/LSA SPECIAL ]<br />

Auf der AERO fanden wir<br />

in diesem Jahr in den<br />

Hallen überwiegend ULs,<br />

kaum noch die Echo-<br />

Klasse und nur wenige Light Sport<br />

Aircraft (LSA). Haben die ULs den<br />

Markt so überrollt, dass die anderen<br />

Klassen in den Hintergrund<br />

gedrängt wurden?<br />

Nein, auf keinen Fall. Jetzt die Messe<br />

auf die Zukunft der Fliegerei hin zu<br />

bewerten, halte ich für schwierig. Der<br />

UL-Bereich ist ein sehr prosperierender<br />

Markt, weil die Anschaffungs- und<br />

Unterhaltskosten immer noch sehr<br />

günstig sind. Mir fiel auch auf, dass<br />

kaum die großen etablierten Flugzeughersteller<br />

auf der AERO vertreten<br />

waren. Ich habe keine Erklärung dafür.<br />

Natürlich ist ein Verdrängungswettbewerb<br />

da, aber eine Ablösung<br />

sehe ich nicht.<br />

Fotos: Holland-Moritz, Jo Konrad<br />

Jo Konrad, Vorsitzender<br />

des Deutschen Ultraleichtflugverbands,<br />

liebt das<br />

Leichte und Unkomplizierte.<br />

Er plädiert für die An hebung<br />

der Gewichtsgrenze<br />

auf 600 Kilogramm.<br />

Der AERO-Besucher trifft auf<br />

Flugzeuge von unglaublicher<br />

Eleganz, mit modernstem Design,<br />

mit einem erstaunlich hohen<br />

Leistungspotenzial. Die ULs werden<br />

schneller, haben Einziehfahrwerke,<br />

erhalten stärkere<br />

Motoren und eine immer bessere<br />

Navi-Ausrüstung. Ist das noch<br />

der UL-Gedanke?<br />

Oh, das ist auch so eine schwierige<br />

Frage. Im UL-Fliegen sehe ich einen<br />

weiten Bereich. Denken Sie an Motorschirmpiloten,<br />

die mit einfachsten<br />

Geräten unterwegs sind, bis hin zu<br />

den Trikes, Tragschraubern und kleinen<br />

Dreiachsgesteuerten. Das sind<br />

sehr unterschiedliche Geräte, die auf<br />

der Messe aber weniger vertreten<br />

waren, was das Bild wohl etwas verfälscht<br />

hat. Aber richtig ist: In der<br />

Fliegerei gilt ‚höher, schneller, weiter‘.<br />

Und da gibt es natürlich so eine Neigung,<br />

alles, was in dieser Klasse<br />

scheinbar machbar ist, darzustellen.<br />

Ursprünglich waren 150 Kilogramm<br />

Abfluggewicht das Maß<br />

der Dinge, dann 450 und 472,5.<br />

Jetzt reden wir über 540 Kilogramm<br />

für Elektro-ULs. Inzwischen<br />

stehen 600 im Raum. Ist<br />

das ein Wert, den man endgültig<br />

festschreiben wird, und wären<br />

darin dann alle Varianten enthalten?<br />

Also, die 600 Kilogramm sind ein<br />

Wunschtraum, und sie sind noch nicht<br />

gesetzt. Wir werden immer wieder<br />

Interview mit Jo Konrad<br />

Schnel<br />

teurer,<br />

Der Trend bei den ULs zeigt nach oben.<br />

Mit einer Aufrüstung auf 600 Kilogramm<br />

könnten demnächst alle Muster im UL-<br />

Bereich unter einem Deckel landen. Wir<br />

sprachen mit dem DULV-Vorsitzenden<br />

Jo Konrad.<br />

38 UL/LSA Special 6/<strong>2016</strong>


ler,<br />

schwerer?<br />

UL/LSA Special 6/<strong>2016</strong> 39


[ UL/LSA SPECIAL ]<br />

Mit Trikes bleibt die Idee<br />

des ultraleichten Fliegens<br />

lebendig.<br />

Auch die motorisierten<br />

Gleitschirme gehören zu<br />

den ULs.<br />

gefragt, nicht ob, sondern wann sie<br />

kommen. Und da muss ich ganz klar<br />

einen Dämpfer draufsetzen und sagen:<br />

Dieses Projekt wird, wenn überhaupt,<br />

in drei Schritten erfolgen. Zunächst<br />

geht es darum, die europäische Verordnung<br />

anzupassen. Dann sind die<br />

nationalen Bestimmungen anzupassen,<br />

und da ist es fraglich, ob die einzelnen<br />

Nationen das auch so umsetzen werden.<br />

Den dritten Schritt müssen die<br />

Hersteller unternehmen. Sie müssen<br />

sagen, ob sie das überhaupt wollen<br />

und können, denn es wird ältere Designversionen<br />

geben, die vom Grund<br />

her konstruktiv gar nicht ausgelegt<br />

sind für eine Weiterentwicklung auf<br />

600 Kilogramm.<br />

Gehen wir da nicht so langsam<br />

in Richtung LSA und sogar E-<br />

Klasse? Bisher ist die EASA bei<br />

den ULs nicht involviert. Wird<br />

die nicht irgendwann den Daumen<br />

drauflegen und sagen, dies<br />

ist eine Größenordnung, da wollen<br />

wir mitreden?<br />

Bei den LSA redet die EASA ja schon<br />

mit. Wenn wir ULer, jetzt so eine Konkurrenzklasse<br />

zur LSA-Klasse machen<br />

wollen, dann ist das natürlich schon<br />

ein spannendes Unterfangen. Nur, wie<br />

sie das Kind nennen, spielt eigentlich<br />

keine Rolle. Aber schon das Wort ‚Light<br />

Sport Aircraft‘ weist ja schon eine<br />

Nähe zu unserem deutschen Begriff<br />

‚Luftsportgerät‘ auf. Wesentlich ist,<br />

dass das eine Flugzeugklasse ist, die<br />

neben der herkömmlichen verwalteten<br />

Luftfahrt behandelt wurde. Dadurch<br />

ist mehr Spielraum für Innovation und<br />

Entwicklung vorhanden und dann<br />

eben auch für mehr Prosperität.<br />

Was sagt denn die UL-Gemeinde<br />

zu dieser geplanten Aufrüstung?<br />

Es gibt doch sicher Leute, die<br />

finden, das sei nicht mehr die<br />

ursprüngliche Idee der Leichtflugzeuge.<br />

Ich kenne diese Argumente. Das ist<br />

immer so ein sorgenvolles Dagegenreden,<br />

was ich allerdings nicht verstehe.<br />

Denn dass wir mit den 600<br />

Kilogramm den Deckel anheben wollen,<br />

heißt doch nicht, dass eine leichte<br />

Maschine darunter nicht auch fliegen<br />

kann. Kein Mensch sagt ja, dass<br />

ab jetzt nur mit 600 Kilogramm geflogen<br />

werden darf. Ich bin ein begeisterter<br />

Leichtflieger und habe ein<br />

120-kg-Trike, mit dem ich ganz begeistert<br />

fliege. Leicht, unbeschwert.<br />

Was diese Haderer haben, ist neben<br />

dem Unverstand die Sorge, dass jetzt<br />

eine Anhebung des Gewichts bürokratische<br />

Hürden mit sich bringt.<br />

Diese Sorge muss man natürlich ernst<br />

nehmen. Das entkräfte ich immer,<br />

indem ich ganz einfach sage, als die<br />

EU die 560 Kilogramm für die Tragschrauber<br />

eingeführt hat, da wurde<br />

das national auch so umgesetzt. Es<br />

hat kein Komma in den Regularien<br />

mehr eingebracht und wurde völlig<br />

akzeptiert. Die Erhöhung in der Vergangenheit<br />

wurde ganz normal umgesetzt.<br />

Das war ein Federstrich, und<br />

daran hat niemand Anstoß genommen.<br />

Glauben Sie, dass die 600 Kilogramm<br />

auch mit einem Federstrich<br />

erledigt werden können?<br />

Das LBA ist nach wie vor nicht<br />

interessiert.<br />

Ja, warum nicht. Das LBA hat schon<br />

mehr oder weniger zugestimmt; es<br />

wird weiter bei der Beauftragung der<br />

Verbände bleiben. Auch andere europäische<br />

Länder haben mir signalisiert,<br />

dass deren Civil Aviation Authorities<br />

großes Interesse haben – einfach weil<br />

man so schon mal das Illegalitätsproblem<br />

auf diese Art gelöst hätte. Man<br />

muss noch mal ganz klar sagen, die<br />

Anpassung an 600 Kilogramm in den<br />

Regularien wäre nichts anderes als<br />

ein Hinterherhinken hinter diesen<br />

Regularien, denn die Leute fliegen ja<br />

schon in erhöhten Gewichtsklassen.<br />

Wenn ich höre, dass zwei Personen<br />

mit einem UL mit Gepäck<br />

und vollen Tanks bis nach Spitzbergen<br />

fliegen, gehört nicht viel<br />

Mathematik dazu, um festzustellen,<br />

dass die bei jedem Start<br />

überladen abheben.<br />

Das ist natürlich das andere Problem<br />

und allgemein bekannt. Man muss da<br />

vorsichtig sein. Man soll das auch nicht<br />

immer so weitertreiben, denn dann<br />

wären ja die 600 Kilogramm auch irgendwann<br />

zu wenig. Wir wollen nicht<br />

so sehr am Leergewicht der Maschinen<br />

rumschrauben, sondern wir würden<br />

einfach mal eine vernünftige<br />

Zuladung bekommen, das heißt, die<br />

Piloten aus der Illegalität herausholen.<br />

Das ist mein Anspruch.<br />

Was sagen denn die Hersteller<br />

zu den Erhöhungen? Ziehen die<br />

mit?<br />

Hundertprozentig! Wir haben nur<br />

Zustimmung bekommen, also Begeisterungsstürme.<br />

Will ein Hersteller auf<br />

dem Weltmarkt mithalten, wenn er<br />

Fotos: Thomas Keller, Günter Konzeny, Langer<br />

40 UL/LSA Special 6/<strong>2016</strong>


seine Flieger nach Amerika, Indien<br />

und Australien exportieren möchte,<br />

dann muss er eigentlich ein 600-kg-<br />

Design auflegen. Das Verrückte ist<br />

nur, dass diese Hersteller ihre weltmarktfähigen<br />

Maschinen zurzeit hier<br />

in Europa nicht verkaufen dürfen. Die<br />

müssten dann immer zwei unterschiedliche<br />

Designschienen fahren, was<br />

diese Firmen ja umbringen würde.<br />

Bedeutet das für die 600-kg-<br />

Klasse höhere Festigkeit und<br />

unterschiedlichere Materialien?<br />

Mit unterschiedlichen Materialien zu<br />

arbeiten, können sich die Hersteller<br />

gar nicht leisten. Sie müssten dann<br />

mehrere Designvarianten der Maschinen<br />

für alle Märkte haben. An der<br />

tragenden Konstruktion können sie<br />

ohnehin nicht allzu viel verändern.<br />

Und daher kommt es auch, dass wir<br />

hier in der 450er Klasse immer eine<br />

Neigung zum Überladen haben, denn<br />

das Leergewicht ist einfach definiert,<br />

und da machen wir nicht allzu viel<br />

neue Entwicklungen durch. Ich sehe<br />

im Wesentlichen, dass die vorhandenen<br />

Flugzeuge entsprechend ausgelegt<br />

sind, und die würden wir jetzt<br />

einfach mal in die passende Kategorie<br />

bringen. Das ist alles.<br />

Gibt es Überlegungen, ULs auch<br />

viersitzig zu fliegen?<br />

Da gibt es überhaupt kein Vertun, das<br />

würde alle Ketten sprengen. Das ist<br />

auf gar keinen Fall erwünscht. An dem<br />

Annex 2 zur Basic Regulation, die es<br />

ja zu ändern gilt, ist ganz klar für uns<br />

festgelegt, dass maximal zweisitzig<br />

geflogen werden darf. Alles andere<br />

würde ich auch nicht für gut halten.<br />

Wird in diesem Zusammenhang<br />

auch über stärkere Motoren nachgedacht,<br />

zum Beispiel einen<br />

leichten Turboprop oder eine<br />

Miniturbine?<br />

Für mich liegt da nicht die Zukunft.<br />

Ich glaube nicht, dass dafür viel Spielraum<br />

bleibt. Die populären Motoren<br />

werden wohl geringfügig weiterentwickelt<br />

werden. Eine Revolution wird<br />

es nicht geben. Probiert werden wird<br />

sicherlich so manches. Das ist ja der<br />

Vorteil der UL-Klasse, dass es hier<br />

Freiheiten gibt, die spielerische Experimente<br />

ermöglichen.<br />

Wie weit sind Sie mit der Einplanung<br />

von Hubschraubern in die<br />

UL-Sektion?<br />

Da sind wir noch nicht so weit, aber<br />

wir arbeiten daran. Hubschrauber sind<br />

im Gegensatz zu Gyrokoptern mit 560<br />

Kilogramm Leergewicht an die Obergrenze<br />

von 450 Kilogramm gebunden,<br />

obwohl die Hersteller eigentlich höhere<br />

Werte fordern. Das müssen wir<br />

im Moment noch diskutieren. Aber<br />

damit sind wir wieder beim Thema:<br />

Bei einer allgemeinen Höchstgrenze<br />

von 600 Kilogramm würden sich alle<br />

unter einem gemeinsamen Deckel<br />

wiederfinden, und das Gewichtswirrwar<br />

hätte ein Ende.<br />

ae<br />

Interview: Rainer Herzberg<br />

Tragschrauber bilden die<br />

Ausnahme bei den ULs,<br />

sie dürfen bis 560 Kilo -<br />

gramm schwer fliegen.<br />

UL/LSA Special 6/<strong>2016</strong> 41


[ UL/LSA SPECIAL ]<br />

FK9 Mk V Wide Body<br />

PLATZ<br />

Dass es im Cockpit der FK9<br />

eng zugeht, kann eigentlich<br />

nicht behauptet werden.<br />

Im Schulterbereich<br />

bietet das UL seiner Crew 1<strong>06</strong> Zentimeter<br />

Freiheit. Man mag es fast nicht<br />

glauben, aber in einer Cessna 182<br />

geht es enger zu. Trotzdem haben<br />

FK9-Piloten immer wieder nach mehr<br />

Raum im Cockpit gefragt. Hersteller<br />

FK Lightplanes in Krosno, Polen,<br />

kommt diesem Wunsch jetzt mit dem<br />

Angebot einer Wide-Body-Variante<br />

nach. Hier gewinnen die Piloten üppige<br />

zehn Zentimeter Raum.<br />

Wie sich das auswirkt? Wir haben<br />

die erste in Deutschland ausgelieferte<br />

FK9 Mark V Wide Body geflogen.<br />

Der oberflächliche Blick auf die neue<br />

Version lässt die Modifikationen allerdings<br />

nicht erkennen. Die im Zuge<br />

der Modellpflege zuletzt eingeflossenen<br />

Verbesserungen offenbaren<br />

sich erst bei genauerem Hinschauen<br />

in den Details.<br />

Verwundern kann das nicht. Die<br />

FK9 Mk V WB ist keine völlige Neukonstruktion,<br />

sondern das Ergebnis<br />

einer kontinuierlichen Modellpflege<br />

dieses am längsten dauerhaft produzierten<br />

Leichtflugzeugs in Europa.<br />

Die erste FK9 wurde 1989 auf der<br />

AERO vorgestellt. Seitdem hat sie<br />

sich allerdings durch viele Modernisierungsmaßnahmen<br />

schon stark<br />

verändert. Für den Testflug mit dem<br />

jüngsten Modell treffen wir auf dem<br />

Flugplatz „Der Ring in Schwalmstadt“<br />

auf ein erwachsen wirkendes Flugzeug,<br />

das sich kaum mehr von einem<br />

Zweisitzer der E-Klasse unterscheidet.<br />

Die dazu beitragende veränderte<br />

Linienführung der Seitenfenster wird<br />

erst im direkten Vergleich mit einer<br />

Vorgängerversion erkennbar. Der<br />

42 UL/LSA Special 6/<strong>2016</strong>


Flott reisen, das kann die FK9 von FK Lightplanes.<br />

Bequemer ist das jetzt mit der neuen Wide-Body-Variante<br />

möglich, die mehr Raum im Cockpit bietet.<br />

FÜR ZWEI<br />

TEXT + FOTOS: Gerhard Marzinzik<br />

inzwischen auch von außen zugängliche<br />

Gepäckraum, der bis zu zehn<br />

Kilo gramm Gepäck aufnehmen kann,<br />

ist auch solch ein Detail, das sich erst<br />

in der Praxis offenbart. Das Verstauen<br />

von Gepäck geht nun erheblich<br />

leichter vonstatten.<br />

Die Streben im Seitenbereich der<br />

Frontscheibe sind als Sichthindernisse<br />

schon bei der Vorgängerversion<br />

ELA verschwunden. Ihre strukturelle<br />

Aufgabe übernehmen die A-Säulen<br />

der Frontverglasung. Vorteil: Für<br />

einen Schulterdecker eröffnen die<br />

etwas nach hinten gerückten A-Säu-<br />

Aufgeräumtes Panel<br />

ohne Ballast. Das iPad<br />

ver schafft Übersicht<br />

für die Navigation.<br />

UL/LSA Special 6/<strong>2016</strong> 43


[ UL/LSA SPECIAL ]<br />

Schick – auch von vorn.<br />

Der Cockpitbereich ist<br />

deutlich breiter geworden.<br />

Fazit<br />

• komfortables Cockpit<br />

• gutes Blickfeld für die Crew<br />

• Leistungswerte für flotten<br />

Reiseflug<br />

• Sitzverstellung nur am Boden<br />

möglich<br />

• mechanische Trimmung etwas<br />

zu sensibel<br />

len mit der weit ins Dach reichenden<br />

Verglasung den Piloten ein eher ungewohnt<br />

großes Blickfeld – im Kurvenflug<br />

ein nicht zu unterschätzendes<br />

Sicherheitsplus.<br />

Die Modellbezeichnung ELA gibt<br />

es inzwischen nicht mehr, an ihre<br />

Stelle ist das Mark V getreten. Die<br />

Intention, mit der<br />

ELA in die Klasse<br />

der LSA (Light Sport<br />

Aircraft) einzutreten,<br />

wurde aufgegeben.<br />

Die europäischen<br />

Richtlinien<br />

haben einen wirtschaftlichen<br />

Einstieg<br />

in diese<br />

Klasse in Europa<br />

nicht möglich erscheinen<br />

lassen. In<br />

den USA und in<br />

vielen anderen nicht europäischen<br />

Ländern fliegt die FK9, von der inzwischen<br />

mehr als 500 Exemplare<br />

aller Modellreihen ausgeliefert wurden,<br />

allerdings als LSA.<br />

Der Raumzuwachs im Cockpit der<br />

neuen Wide-Body-Variante zeigt sich<br />

in den seitlich ausgebauchten Türen.<br />

Wie viel mehr Platz das tatsächlich<br />

bedeutet, erlebe ich so recht erst im<br />

Vergleich beim späteren Fotoflug in<br />

einem Motorfalken SF-25C, in dem<br />

es eher kuschelig zugeht. Die Schultern<br />

von Pilot und Copilot – auch<br />

ohne XL-Maße – überdecken sich hier.<br />

Die FK9 Wide Body bewahrt dagegen<br />

Distanz zwischen den Intimsphären<br />

der Piloten.<br />

Auch die Schaukelei über die holprigen<br />

Grasflächen in Schwalmstadt<br />

führt nicht zum Körperkontakt. Das<br />

Fahrwerk mit hydraulisch gedämpftem<br />

Bugrad steckt die Unebenheiten<br />

gut weg. Während des Rollens zum<br />

Start kann die Checkliste im Multi-<br />

Informations-Panel (MID) abgearbeitet<br />

werden. Im Betriebsmodus informiert<br />

das MID über Tankinhalt, Klappenstellung,<br />

Bordnetzspannung,<br />

Temperatur, Uhrzeit, den aktuellen<br />

Verbrauch und die Speed-Limits.<br />

Das aufgeräumt instrumentierte<br />

Panel lässt für den Allroundeinsatz<br />

keine Wünsche offen. Ein zentral<br />

untergebrachtes iPad bietet sein großes<br />

Display für die Moving-Map-<br />

Navigation. Auf Schnickschnack hat<br />

der neue Besitzer verzichtet und<br />

dafür eine Leermasse von 305 Kilogramm<br />

für eine praxistaugliche Zuladung<br />

erreicht.<br />

Ihm geht es darum, mal einen frühen<br />

Feierabend für einen Spazierflug<br />

nutzen zu können oder auch mit der<br />

44 UL/LSA Special 6/<strong>2016</strong>


Daten FK9 Mark V Wide Body<br />

Hersteller: FK Lightplanes Vertrieb: FK<br />

Leichtflugzeuge, Speyer Zulassung: LTF-<br />

UL Sitzplätze: 2 Bauweise: abgestrebter<br />

Schulterdecker in Gemischtbauweise<br />

Antrieb<br />

Motor<br />

Leistung<br />

Rotax 912UL<br />

74 kW/100 PS<br />

Propeller<br />

HerstellerDucane<br />

TypDreiblatt<br />

Durchmesser<br />

1,70 m<br />

Abmessungen<br />

Spannweite<br />

9,52 m<br />

Flügelfläche 10,73 m²<br />

Länge<br />

5,95 m<br />

Höhe<br />

2,10 m<br />

Kabinenbreite<br />

1,16 m<br />

Massen und Mengen<br />

MTOM<br />

472,5 kg<br />

Leermasse<br />

305 kg<br />

Treibstoff<br />

60 l<br />

Flugleistungen<br />

Höchstgeschwindigkeit 230 km/h<br />

Reisegeschwindigkeit (75 %) 205 km/h<br />

bestes Steigen<br />

5,5 m/s<br />

bei<br />

115 km/h<br />

Überziehgeschwindigkeit in<br />

Landekonfiguration<br />

65 km/h<br />

Startstrecke<br />

230 m<br />

Landestrecke<br />

200 m<br />

Reichweite<br />

920 km<br />

Frau einen weiteren Ausflug zu unternehmen.<br />

Für dieses Einsatzspektrum<br />

erschien ihm die FK9 genau das<br />

passende UL zu sein. Mitentscheidend<br />

für den Kauf war die Service-Sicherheit<br />

in Deutschland. Hierzulande<br />

vertreibt FK Leichtflugzeuge, Entwickler<br />

und Inhaber der Rechte an<br />

den FK-Mustern, die FK Muster.<br />

Auf Flugleistung muss der erste<br />

WB-Besitzer nicht verzichten, hier<br />

schlägt sich das Breitenwachstum<br />

der Wide Body nicht nieder. Im Steigflug<br />

hängt die WB wie die schlanken<br />

Schwestermodelle am starren Dreiblattpropeller<br />

von Ducane. Und im<br />

Reiseflug werden die Werte der ELA-<br />

Variante erreicht. Die Maximalgeschwindigkeit<br />

beträgt 230 km/h bei<br />

5450 U/min der Kurbelwelle des<br />

100-PS-Rotax.<br />

An den 100-Rotax-PS in der neuen<br />

Wide Body schätzt der Eigner das<br />

sparsame Touren bei einem Verbrauch<br />

von nur 7 l/h. Ökonomisch voran geht<br />

es mit 160 bis 180 km/h bei einem<br />

Verbrauch von 10 bis 12 l/h. Bei 200<br />

km/h sind es bis zu 14 l/h.<br />

Bei den Flugeigenschaften gibt<br />

sich die FK9 Mk V auch mit dem breiteren<br />

Rumpf keine Blöße. Ihr Plus<br />

sind das eigenstabile Flugverhalten<br />

und die gutmütige Langsamflugeigenschaften.<br />

ae<br />

Die Dachfenster bringen<br />

viel Licht ins Cockpit des<br />

Schulterdeckers.<br />

[ 5 ]<br />

[ 2 ]<br />

[ 3 ] [ 4 ]<br />

[ 1 ]<br />

[ 1 ] Der Türrahmen verrät die Wide-Body-Variante: Er ist deut -<br />

lich ausgebaucht. [ 2 ] Winglets verbessern die Langsamflugeigenschaften.<br />

[ 3 ] Das kleine Spornrad verhindert Schäden bei<br />

zu heftigem Nicken auf holprigem Untergrund. [ 4 ] Der Gepäckraum<br />

ist bei der Mk V jetzt von außen zugänglich. [ 5 ] Die<br />

Mittelkonsole beherbergt übersichtlich Brandhahn, Klappenschalter,<br />

Trimmung, Bremse und Feststellbremse.<br />

UL/LSA Special 6/<strong>2016</strong> 45


[ UL/LSA SPECIAL ]<br />

Fotos: Frank Martini, Remos Aircraft<br />

UL-Lizenz<br />

Downsizing für Echo-Flieger?<br />

Keine vernünftige Zuladung, keine richtige Pilotenausbildung – unter PPL-Inhabern gibt<br />

es manchen Vorbehalt gegen die UL-Fliegerei. Zu Recht?<br />

Keine Frage, so eine Privatpilotenlizenz<br />

(PPL) ist eine<br />

feine Sache. Die Ausbildung<br />

ist anspruchsvoll, Lizenzerweiterungen<br />

für Nacht-, Kunst- oder<br />

Instrumentenflug sind neben zahlreichen<br />

weiteren Upgrades möglich,<br />

und in der Echo-Klasse gibt es<br />

eine Reihe sehr komfortabler, schicker<br />

und schneller Reiseflugzeuge.<br />

Nicht wenige PPL-Inhaber allerdings<br />

unterstellen der Ultraleichtfliegerei<br />

angesichts derer<br />

engen Gewichtsgrenzen gern Sicherheitsdefizite.<br />

Dabei sind die<br />

Mikes der Schmuddelecke in der<br />

General Aviation längst entwachsen.<br />

Wer die verbreitetsten Muster<br />

der Echo-Klasse kennt, weiß, dass<br />

auch sie über die Zuladungsproblematik<br />

nicht erhaben sind. Und<br />

wer bereits eine Weile fliegt, dürfte<br />

auch schon erlebt haben, dass<br />

ein sicherheitsdienlicher Übungs-<br />

stand auch nicht jederzeit bei jedem<br />

Motorflieger vorliegt. Nicht umsonst<br />

verlangen viele Vereine von ihren<br />

Piloten regelmäßige Checkflüge<br />

nach längeren Pausen, die mitunter,<br />

neben rein zeitlichen Engpässen,<br />

auch der Kostenentwicklung<br />

in der Fliegerei geschuldet sind.<br />

Fliegerische Vielfalt als<br />

Sicherheitshemmnis?<br />

Wer sein Flugstundenaufkommen<br />

eher am Scheinerhalt orientiert,<br />

ist froh, wenn er dies auf einem<br />

möglichst gut vertrauten Muster<br />

kann. In meinem Heimatverein<br />

beispielsweise ist der komplette<br />

Flugzeugpark inzwischen auf Cessna<br />

172 vereinheitlicht, auch weil<br />

mit Hinblick auf den Übungsstand<br />

der Piloten andere Flugzeuge von<br />

nur wenigen Mitgliedern angenommen<br />

worden sind. Unter Sicherheitsaspekten<br />

ist das zumindest<br />

vordergründig leicht nachvollziehbar.<br />

Aber: Ist es mit Blick<br />

auf die Sicherheit nicht sogar<br />

sinnvoll, sich auch mit anderen<br />

Flugzeugmustern vertraut zu machen?<br />

Weil dies, gerade bei einer<br />

eher durchschnittlichen Praxis, zu<br />

einem erhöhten Maß an Aufmerksamkeit<br />

und Konzentration schon<br />

Auch bei den Cessnas schießen Piloten über Zuladung und Envelope<br />

schnell hinaus, wenn sie nicht genau aufpassen und rechnen.<br />

46 UL/LSA Special 6/<strong>2016</strong>


ei der Flugvorbereitung und erst<br />

recht im Cockpit zwingt und man<br />

so einer allzu ausgeprägten und<br />

somit gewiss nicht sicherheitsförderlichen<br />

Routine entgegenwirken<br />

kann. Ich jedenfalls habe – bei<br />

aller Cessna-Begeisterung – immer<br />

gern auch unsere TB 10 oder die<br />

Aquila bewegt. Weil ich das Training<br />

auf verschiedenen Mustern<br />

immer als Sicherheitsgewinn empfunden<br />

habe, bin ich mit dem Erfliegen<br />

weiterer Typen noch lange<br />

nicht durch. Meine Limits werden<br />

dabei allerdings leider eher vom<br />

Portemonnaie gesetzt. Wem es da<br />

ähnlich geht, dem dürfte sich die<br />

gleiche Frage stellen wie mir: Wieso<br />

eigentlich nicht auch mal Ultraleichte?<br />

„Wir haben uns mit der Anschaffung<br />

unseres ULs zunächst auch<br />

schwergetan“, sagt Jesco Gravemeier,<br />

Fluglehrer und Vorsitzender<br />

der Vereinigung aktiver Piloten<br />

in Nordhorn. Neben vier Echo-<br />

Flugzeugen betreibt der Club seit<br />

nunmehr vier Jahren auch eine<br />

Aeroprakt A-22L2, weil man die<br />

Fliegerei für preisbewusste Menschen<br />

attraktiv machen will. Nicht<br />

wenige der Vereinsmitglieder haben<br />

seitdem auf ihren PPL oder<br />

Light Aircraft Pilot Licence (LAPL)<br />

inzwischen auch den SPL für Dreiachser<br />

draufgesattelt. Für Lizenzinhaber<br />

ist das keine große Sache.<br />

Neben Einweisungen in die Technik<br />

und das Verhalten in besonderen<br />

Fällen sowie die Pyrotechnik<br />

nebst Multiple-Choice-Test (in<br />

Deutschland wegen des obligatorischen<br />

Gesamtrettungssystems)<br />

sind nur ein Einweisungsflug mit<br />

Fluglehrer von mindestens einer<br />

Stunde ununterbrochener Dauer<br />

sowie drei Alleinflüge erforderlich.<br />

Das fand ich interessant genug,<br />

selbst in die UL-Fliegerei einzusteigen.<br />

Einfach weil die Lizenz<br />

meine Chartermöglichkeiten deutlich<br />

erweitert, und zwar zu recht<br />

moderaten Stundenpreisen. Nun<br />

habe ich nicht erst dabei erstmals<br />

in einem UL gesessen. Aber wie<br />

leicht es sich für einen einigermaßen<br />

trainierten Piloten beherrschen<br />

lässt, hat mich während der Einweisung<br />

dann doch überrascht.<br />

Und mal ehrlich: Die vielen Kaffeeflüge,<br />

die einen erklecklichen<br />

Trainingsstand mit sich bringen,<br />

lassen sich auch in einem UL mit<br />

dem gleichen Spaß absolvieren.<br />

UL’s immer besser<br />

und leistungsfähiger<br />

Wer sich in der UL-Szene umsieht,<br />

wird feststellen, dass sie sich<br />

eines erheblichen Zuwachses erfreut.<br />

Nicht nur bei den Scheininhabern,<br />

auch mit neuen, immer<br />

besser ausgestatteten und sehr<br />

leistungsfähigen Maschinen, die<br />

manchen die Berechtigung der<br />

festgelegten Gewichtsobergrenze<br />

hinterfragen lassen. Und es gibt<br />

jede Menge UL-Plätze bundesweit,<br />

die man aus keiner AIP kennt –<br />

teils sogar mit befestigten Pisten<br />

von gerade mal drei Metern Breite<br />

und 300 Metern Länge, deren<br />

Schwelle man erst mal, nach in der<br />

Regel engen und tiefen Platzrunden,<br />

treffen muss. Darin geübt zu<br />

sein, soll der Sicherheit in der Allgemeinen<br />

Luftfahrt weniger dienlich<br />

sein – bloß weil man aus einer<br />

Piper auf die Szene herabblicken<br />

Im UL-Cockpit wie hier in der Aeroprakt lässt sich ein minimaler<br />

Uhrenladen problemlos durch ein iPad ergänzen.<br />

In musterzugelassenen Echo-Flugzeugen darf nur luftfahrtgeprüfte Avionik<br />

fest eingebaut werden – ein zusätzlicher Kostenfaktor.<br />

2- und 3-Blatt Propeller für UL / LSA<br />

Tecnam P92 / MTV-34 für UL/LSA<br />

Tecnam P92 / MTV-33 für UL/LSA<br />

-Geringes Gewicht<br />

-Neueste hocheffiziente Blattprofile<br />

-Scimitar Blattdesign<br />

-CNC produziert<br />

-Edelstahlkantenbeschläge<br />

-Vibrations getestet auf ROTAX<br />

912/914<br />

-Optional verfügbar mit dem<br />

MT-Propeller Kevlar Spinner<br />

-EASA zugelassen<br />

-Basierend auf der gleichen<br />

Technologie wie die Propeller der<br />

Kunstflugzeuge oder Regionalairliner<br />

Flugplatzstr. 1, 94348 Atting, Germany, Tel.:+49 (0)9429-94090, Fax:+49 (0)9429-8432<br />

e-mail: sales@mt-propeller.com www.mt-propeller.com<br />

The Winner‘s Propeller!<br />

- 60 Service Center weltweit<br />

- 110 Millionen Flugstunden auf<br />

MT-Propeller<br />

- Mehr als 60.000 Propellerblätter in<br />

Betrieb<br />

- 34 Jahre Produktion und Service bei<br />

MT-Propeller<br />

- 30 verschiedene Propellermodelle<br />

zugelassen<br />

- Mehr als 200 STCs weltweit<br />

- Verfügbar für Flugzeuge,<br />

Luftschiffe, Hovercraft<br />

und Windtunnel<br />

EASA DE.145.0115, FAA MFNY838K<br />

EASA DE.21G.0008, EASA.21J.020


[ UL/LSA SPECIAL ]<br />

Fotos: Remos Aircraft<br />

Werden immer besser, schicker und leistungsfähiger – die<br />

Luftsportgeräte mit dem M im Callsign.<br />

kann? Good Airmanship buchstabiert<br />

man nach meinem Verständnis<br />

anders.<br />

Den vertrauten Umgang mit<br />

unterschiedlichen Fluggeräten<br />

empfinde ich als bereichernd und<br />

auch sicherheitsfördernd. Natürlich<br />

in vollem Bewusstsein, dass mir<br />

keine UL-Stunde für den Erhalt<br />

meines PPL nützt – umgekehrt<br />

dagegen das Echo- und Kilo-Fliegen<br />

zum Erhalt der UL-Lizenz sehr<br />

wohl. Die bis zur Hälfte günstigeren<br />

Charterkosten im Vergleich<br />

zum Vereinsviersitzer werden<br />

meine Echo-Stunden also kaum<br />

schmälern, meine Gesamtstundenzahl<br />

indes deutlich ausbauen. Selbst<br />

für Reiseflüge! Denn auf vielen<br />

Plätzen, die ich bislang nur in der<br />

Echo- oder Kilo-Klasse angeflogen<br />

habe, bin ich auf ausgesprochen<br />

reisefreudige UL-Piloten gestoßen.<br />

Sie haben ihre Touren immer noch<br />

mit deutlichem Zeitgewinn gegenüber<br />

dem Auto absolviert. Nur dass<br />

sie dann eben mit wenig Gepäck<br />

und, je nach Entfernung, häufigeren<br />

Tankstopps oder beidem klarkommen<br />

mussten. Dass jemandem<br />

das die Freude am Reisefliegen<br />

genommen hätte, habe ich nie<br />

festgestellt. Macht das die Ultraleichten<br />

nun zu der Einstiegsmöglichkeit<br />

in die Motorfliegerei? Ein<br />

klares Nein! Nur wem als Fußgänger<br />

von vornherein klar ist, dass<br />

ihm weitergehende fliegerische<br />

Ambitionen fernliegen, wird unter<br />

ökonomischen Gesichtspunkten<br />

mit dem Erwerb der UL-Lizenz<br />

richtig liegen. Denn rechtlich bilden<br />

die ULs nun mal eine komplett<br />

eigene Schiene, die auf dem weiteren<br />

Weg nach oben eine Sackgasse<br />

darstellt. Für einen kleinen<br />

Einstieg mit sukzessivem Lizenzausbau<br />

ist es sinnvoller, sich<br />

angesichts der überschaubaren<br />

Preisunterschiede zur UL-Lizenz<br />

gleich für den LAPL zu entscheiden.<br />

Denn der lässt sich auf Wunsch<br />

nicht nur zum PPL ausbauen – für<br />

ein Downsizing in die Ultraleichtfliegerei<br />

gelten die oben genannten<br />

Bedingungen ebenso, und die<br />

lassen sich leicht zum Stundenpreis<br />

einer Echo-Maschine erfüllen!<br />

Eine Schnupperstunde<br />

im UL macht klüger<br />

Auch wer als Segelflieger auf<br />

die Motorfliegerei schielt, kann<br />

entsprechend günstig an die UL-<br />

Lizenz für Dreiachser kommen. Mit<br />

der Berechtigung für Touring Motorsegler<br />

(TMG) gelten die gleichen<br />

Bedingungen wie für PPL(A)- oder<br />

auch LAPL-Inhaber.<br />

Wen das jetzt nachdenklich<br />

macht: Beim nächsten Ausflug an<br />

einen Platz mit einer UL-Flugschule<br />

vielleicht statt des Herrentoasts<br />

einfach mal eine Schnupperstunde<br />

bestellen. Wer dabei an einen guten<br />

Fluglehrer gerät, wird spätestens<br />

in der Platzrunde merken, dass<br />

noch längst nicht jeder Echo-Pilot<br />

sicherer fliegt. Manche Funkstille<br />

gibt davon stummes Zeugnis. ae<br />

Frank Martini<br />

Keine gewichtsbelastenden Verkleidungen, dafür mehr Platz und Komfort<br />

als in einer 152er zeichnet beispielsweise das Cockpit der A-22L2 aus.<br />

48 UL/LSA Special 6/<strong>2016</strong>


[ KOLUMNE ]<br />

Als Dr. Spornrad beleuchtet ein Kenner der Szene exklusiv für den <strong>aerokurier</strong> die großen und kleinen Geheimnisse der GA<br />

Luftsportgeräte über Deutschland<br />

Unser Kolumnist fliegt eigentlich jedes Flugzeug gerne. Er fühlt sich – der Reihe nach – in E, F, G, I, K<br />

und Ziffern zuhause. Und er outet sich, dass er ab und zu sogar die Mike-Klasse pilotiert.<br />

Doch bleibt das Vorurteil mit der Spielzeugabteilung. Zu Recht oder zu Unrecht?<br />

blieben ist, ist neu meist zwei- bis dreimal so<br />

teuer wie eine gute gebrauchte E-Klasse, hat<br />

eine Zuladung bei vollen Tanks für einen Teeny<br />

und ’ne Packung Papiertaschentücher. Es<br />

fliegt meist jenseits der 250 km/h, man darf es<br />

mit Schrauben aus dem Baumarkt wieder heile<br />

machen. „Yippiejaja-yippie-yippie-yeah“,<br />

seine Bediener schwelgen beim Betrieb immer<br />

von dem letzten Stück Freiheit in der Allgemeinen<br />

Luftfahrt. Die Schattenseite wird allerorts<br />

ignoriert. Unfälle – egal wie passiert<br />

und mit welchem Ausgang – haben eine hohe<br />

Dunkelziffer, und die Aufsicht unterliegt den<br />

Zunächst eine Zeitreise in die 1920er Jahre.<br />

Die weltweite Rezession und hierzulande<br />

der Versailler Vertrag machten der<br />

Allgemeinen Luftfahrt größte Probleme. Cessna<br />

bot Segelflugzeuge in Kaufhäusern an, ein<br />

Klemm-ähnlicher Kleinflugzeugbauer namens<br />

Bernie Pietenpol verhalf mittels 40 PS starkem<br />

Ford-A-Modell-Automotor Luftfahrtbegeisterten,<br />

den Erdboden zu verlassen. Messerschmitts<br />

erstes Motorflugzeug, die M17, flog<br />

mit 30-PS-Bristol-Motor und zwei Personen von<br />

Bamberg nach Rom. Alle übrigens mit einem<br />

MTOW unter 400 Kilogramm, aus Holz gebaut<br />

und mit Baumwolle bespannt, vollgetankt und<br />

mit Gepäck im grünen Bereich!<br />

Der Ansatz damals: für wenig Geld seinen<br />

Allerwertesten in die Luft zu bekommen – und<br />

Spaß am Fliegen zu haben. Den gleichen Ansatz<br />

verfolgten hier nach der Ölkrise auch die Entscheidungsträger.<br />

Man wollte Luftsportgeräte,<br />

mit der Betonung auf Sportgerät, keine hochgezüchteten<br />

Rennflugzeuge mit Minimalzuladung<br />

zur gewerblichen Personenbeförderung.<br />

Die Idee dazumal: billig, einfach und vorbei<br />

an Behördenzwängen. Was heute übrig geeigenen<br />

Verbänden und nicht den Behörden.<br />

Vermutlich haben beide auch gar nicht die<br />

personellen Kapazitäten, um diesen Aufgaben<br />

nachzukommen. Aber das war und ist ja<br />

nach wie vor auch von ganz oben<br />

so gewollt. Und die Szene greift<br />

nach Höherem: Jetzt kommen<br />

noch die UL-Quirls<br />

dazu, man träumt von<br />

einer Auflastung auf 600<br />

Kilogramm. Schöne<br />

Sache, fragt sich nur,<br />

wie lange ein UL-Hersteller<br />

dann noch<br />

braucht, um ein Gerät<br />

zu bauen, das in der Lage<br />

ist, einen Eurofighter<br />

zu überholen. Und es ist auch<br />

nur eine Frage der Zeit, bis der<br />

durchschnittliche Luftsportgeräteführer<br />

dreistellige Zahlen auf die Waage bringt.<br />

Dann sollte man ULs vielleicht doch gleich auf<br />

750 Kilogramm zulassen? Es wird sowieso nach<br />

Herzenslust das MTOW herstellergerecht angepackt<br />

und die Bauvorschriften verändert.<br />

Mal allen Sarkasmus weggelassen: Wäre<br />

es vielleicht nicht besser, back to the roots zu<br />

gehen? Über dem Teich gibt es in vergleichbaren<br />

Klassen keine Einziehfahrwerke, keine<br />

Verstellpropeller und eine limitierte Höchstgeschwindigkeit.<br />

Im Microlight-Bereich sieht<br />

es noch puristischer aus. Damit erreicht man<br />

aber eine passable Zuladung und eine gehörige<br />

Portion mehr Sicherheit.<br />

Als gelernter Segelflieger weiß<br />

ich, wie schön Fliegen sein<br />

kann. Für mich bei jedem<br />

Flugzeug wichtig: die Ruderabstimmung<br />

und die<br />

Verarbeitung. Flugzeuge<br />

fliegen meist so wie sie<br />

aussehen. Jedenfalls gibt<br />

es wunderschöne und<br />

sehr gut abgestimmte<br />

Luftsportgeräte, die noch<br />

dazu sehr professionell<br />

gebaut sind. Andere wiederum<br />

sehen merkwürdig<br />

aus, fühlen sich schlechter an<br />

als die ersten Home-PC-Flugsimulatoren<br />

und vermitteln von der<br />

Bautechnik her den Eindruck, aus der Bastelkiste<br />

von Daniel Düsentrieb zu stammen.<br />

Die Entwicklung der letzten 30 Jahre hat<br />

bis heute nicht aufgehört, und das finde ich<br />

auch gut so, aber jedes Luftfahrzeug ist nur<br />

so gut wie sein Bediener. Die Spezies Luftsportgeräteführer<br />

lässt sich anhand meist<br />

abenteuerlichster Erlebnisberichte, äh Erlebnisbeichten<br />

am Pilotenstammtisch oft<br />

genau so schnell erkennen wie der<br />

Segelflieger mit seinen offenen Sandalen<br />

und selbst gestrickten Socken<br />

und Pullovern. Aber eins ist auch sicher:<br />

Diese Szene fliegt noch durch die ganze<br />

Welt, mit Dachgepäckträger, Überlebensanzug<br />

und Survival Kit, wohingegen viele unsere E-<br />

Piloten den Kaffeeflug zur nächstgelegenen<br />

Flugplatzkneipe bevorzugen.<br />

Dennoch – mein Wunsch wäre es, ein<br />

simples, günstiges Flugzeug zu haben,<br />

das mit zwei ausgewachsenen Männern<br />

heutiger Bauart und vollen Tanks und<br />

Gepäck legal und sicher zu fliegen ist.<br />

Es muss nicht immer eine eierlegende<br />

Wollmilchsau sein. Hier sind Hersteller<br />

genauso gefordert wie der Mut der Käufer, in<br />

die VLA- oder LSA-Klasse einzusteigen und<br />

mit den vorhandenen neuen Lizenzmöglichkeiten<br />

das Upgrade in die E-Klasse zu erwerben.<br />

Mach das Luftsportgerät wieder zu dem,<br />

wofür es gedacht war!<br />

ae<br />

Illustrationen: Harald Hornig<br />

<strong>aerokurier</strong> 6/2026 49


[ UL/LSA SPECIAL ]<br />

WINTERZIEL<br />

Als ich in Düsseldorf ins<br />

Flugzeug steige, zeigt das<br />

Thermometer feuchte drei<br />

Grad. Das Internet sagt<br />

für mein Reiseziel 1500 Kilometer südwestlich<br />

angenehme 17 Grad und sogar<br />

Sonne vorher. Also, auf in den<br />

Süden nach Malaga! Von dort aus<br />

geht es mit dem Leihwagen noch einmal<br />

zwei Stunden nach Villamartin,<br />

wo die Flugschule DynamicSpirit aus<br />

Freiburg im Breisgau ihren Alternate<br />

für die deutsche Schlechtwetterperiode<br />

eingerichtet hat. Inhaber<br />

Jan Harlfinger hat hier ein Domizil<br />

gefunden, das alle Voraussetzungen<br />

fürs Überwintern bietet: gute Erreichbarkeit,<br />

im Vergleich zu Deutschland<br />

deutlich wärmer und regenärmer,<br />

völlig unkomplizierte Luftraumstruktur,<br />

keine Lärmprobleme, Unterkünfte<br />

direkt am Flugplatz.<br />

Schon von Weitem zeigen mir zwei<br />

Tragschrauber im Platzrundenverkehr,<br />

wo ich hin muss. Dort angekommen,<br />

herrscht geschäftiger Schulungsbetrieb<br />

mit den beiden offenen MTOsport<br />

und einem geschlossenen Cavalon.<br />

Auch ein UL-Flugzeug Breezer A400<br />

steht abflugbereit. Begrüßt werde ich<br />

von Thomas Huster, einem Deutschen,<br />

der schon seit mehr als 30 Jahren in<br />

Spanien lebt und dieses Anwesen vor<br />

vielen Jahren erworben hat. Er baute<br />

den ehemaligen Bahnhof in ein<br />

rustikales Hotel mit 25 Zimmern um<br />

und machte – als aktiver Pilot sicher<br />

nicht ganz uneigennützig – aus der<br />

Schotterpiste eine 475 Meter lange<br />

Asphaltbahn.<br />

Am späten Nachmittag ist auch<br />

Jan Harlfinger mit seinem Flugschüler<br />

fertig, und wir verplanen die<br />

nächsten Tage, damit ich Andalusien<br />

aus der Luft kennenlerne. „Morgen<br />

fliegen wir alle mal ans Meer“, sagt<br />

er. Am nächsten Tag, nach einem<br />

ordentlichen Frühstück, machen alle<br />

vier Flugzeugbesatzungen ihre Flugvorbereitung.<br />

Wir werden in lockerer<br />

Formation fliegen, und ich bin mit<br />

50 UL/LSA Special 6/<strong>2016</strong>


Mit dem Gyrokopter am Mittelmeer<br />

ANDALUSIEN<br />

Zwischen Dezember und März ist in Deutschland fliegerisch<br />

gesehen meist Saure-Gurken-Zeit. Aber nur knapp<br />

drei Flugstunden entfernt wartet ein Winter-Fliegerparadies!<br />

TEXT + FOTOS: Toni Ganzmann<br />

dem MTOsport die Nummer zwei.<br />

Schon kurz nach dem Start fliegen<br />

wir mit Kurs 200 Grad für zehn Minuten<br />

einen Stausee entlang und<br />

erblicken dann die strahlend weiß<br />

leuchtenden Gebäude von Arcos de<br />

la Frontera. Besonders eindrucksvoll<br />

ist es, dort an der Bergabrisskante<br />

vorbeizufliegen, wo die Häuser bis<br />

an den Abgrund gebaut sind.<br />

Weiter geht es in südwestlicher<br />

Richtung. Wir erkennen den in der<br />

Karte eingetragenen Windpark kurz<br />

vor dem Flugplatz Sidonia. Den lassen<br />

wir rechts liegen und halten direkt<br />

auf den Küstenort Conil de la Frontera<br />

zu. Das blaue Wasser und der<br />

hindernisfreie, breite Sandstrand<br />

laden ein, jetzt tiefer zu fliegen. Das<br />

ist erlaubt, wenn damit keine Gefährdung<br />

verbunden ist. Menschen winken<br />

uns immer wieder zu, während<br />

wir mit 140 Stundenkilometern der<br />

Küste in Richtung Tarifa folgen, dem<br />

südlichsten Punkt Spaniens. Kurz<br />

vorher ist wegen des Beschränkungsgebietes<br />

LER 164 aber ein kleiner<br />

Schlenker über das Meer erforderlich.<br />

Jetzt befinden wir uns gerade mal 30<br />

Kilometer nördlich der marokkanischen<br />

Stadt Tanger, und zum Greifen nahe<br />

vor uns sehen wir den über 400 Meter<br />

hoch aufragenden Rock von Gibraltar.<br />

Abgesehen von den unglaublichen<br />

52 Kilometern Tunnelweg im<br />

Inneren des Felsens ist besonders die<br />

Landebahn sehenswert, denn über<br />

diese führt die einzige Zufahrtsstraße<br />

zur Halbinsel. Bei Flugverkehr wird<br />

sie abgesperrt. Ein tiefer Überflug<br />

wird uns deshalb nicht genehmigt.<br />

Also wieder zurück, Nordkurs einnehmen<br />

und zum Überfliegen der<br />

Region Cañada de la Jara kräftig<br />

steigen. Gruppen von Kondoren kreisen<br />

jetzt neben uns und nutzen an<br />

den steilen Bergwänden die heftigen<br />

Aufwinde, die uns allerdings ganz<br />

ordentlich durchschütteln. Um nicht<br />

über die höchsten Erhebungen von<br />

mehr als 2000 Metern zu müssen,<br />

UL/LSA Special 6/<strong>2016</strong> 51


[ UL/LSA SPECIAL ]<br />

Die Stadt Arcos de La<br />

Fontera erstreckt sich auf<br />

einem Höhenzug. Viele<br />

Häuser sind direkt an die<br />

Abhänge gebaut.<br />

umfliegen wir die hohen Berge und<br />

genießen den Blick auf die saftig grünen<br />

Hochebenen mit blauen Seen und<br />

weißen Dörfern. Nach rund 300 Kilometern<br />

und knapp drei Stunden Flugzeit<br />

landen alle Maschinen wieder<br />

sicher in Villamartin.<br />

Ein weiterer Tagesausflug führt<br />

nach Sevilla, das nur 70 Kilometer<br />

Luftlinie nordnordwestlich liegt. Da<br />

wir die Stadt überfliegen wollen, muss<br />

die Flugvorbereitung wegen<br />

des kontrollierten Luftraums<br />

ganz exakt sein. Nach dem<br />

Start halten wir einen Kurs<br />

von 345 Grad und kommen<br />

nach 20 Kilometern zum<br />

großen Stausee von Morón.<br />

Hier biegen wir links ab und erreichen<br />

nach wenigen Minuten auf Westkurs<br />

die Hauptverkehrsstraße N-4, die uns<br />

den Weg nach Sevilla weist. Es dauert<br />

zehn Minuten und wir erreichen<br />

die Großstadt Dos Hermanas. Jetzt<br />

wird es Zeit, mit Sevilla Tower auf<br />

118,100 Kontakt aufzunehmen und<br />

dem Lotsen unseren Wunsch klarzumachen,<br />

die Stadt in westlicher Richtung<br />

zu überfliegen, denn die veröffentlichte<br />

VFR-Route mit 10 Grad führt<br />

von hier aus zum internationalen<br />

Flughafen Aeropuerto de Sevilla. Er<br />

hat ein Einsehen, gibt den Einflug in<br />

seine Kontrollzone frei und schickt<br />

uns in 1800 Fuß auf Kurs 310 Grad.<br />

Bald sehen wir den Alcázar, den<br />

mittelalterlichen Königspalast, und<br />

die gotische Kathedrale, die drittgrößte<br />

der Erde. Von hier aus empfiehlt<br />

uns der Lotse, für unser nächstes Ziel,<br />

den Flugplatz La Juliana, 220 Grad<br />

einzuschlagen. Schon bald nach Verlassen<br />

der Kontrollzone erkennen wir<br />

LUFTRÄUME UND BESCHRÄNKUNGS-<br />

GEBIETE VERLANGEN GUTE VORBEREITUNG<br />

UND KURSGENAUES FLIEGEN<br />

die in Ost-West-Richtung verlaufende<br />

Asphaltbahn von LEJU. Dort sind<br />

ULs aller Art gerne gesehen, und es<br />

gibt auch ein Restaurant.<br />

Frisch gestärkt treten wir den 70<br />

Kilometer langen Rückflug an, müssen<br />

aber erst einmal auf etwas über<br />

1000 Fuß steigen und für gut fünf<br />

Minuten Südkurs halten. Fast an<br />

LEJU angrenzend liegt nämlich das<br />

Beschränkungsgebiet LED 27A, das<br />

wir überfliegen müssen. Danach sinken<br />

wir wieder auf 500 Fuß, überqueren<br />

den längsten Fluss Andalusiens,<br />

den Guadalquivir, und sehen<br />

nach einer viertel Stunde schon die<br />

weiß leuchtenden Häuser von Villamartin,<br />

dem Ausgangspunkt unserer<br />

180 Kilometer langen Rundreise.<br />

Wenn man schon mal in Andalusien<br />

ist, muss man auch Granada<br />

besuchen. Bei meinem Aufenthalt<br />

sind die Wetterbedingungen so, dass<br />

man die 200 Kilometer lange Strecke,<br />

die auch ins Bergland führt, gut fliegen<br />

kann. Warme Kleidung ist dennoch<br />

erforderlich, weil wir gleich nach dem<br />

Start bis auf 3000 Fuß steigen müssen.<br />

Mit Kurs 80 Grad kommen wir schnell<br />

in die Berge und haben für die erste<br />

Etappe 150 Kilometer vor uns. Nach<br />

einer halben Stunde Flugzeit zeigt<br />

die Karte den Luftraum der CTR Malaga.<br />

Wir sind mehr als 50 Kilometer<br />

von Malaga entfernt, Kontakt zu Approach<br />

und zum Tower bekommen<br />

wir nicht. Unter Beachtung des Beschränkungsgebietes<br />

LER 57 erreichen<br />

wir schließlich das Städtchen Loja,<br />

52 UL/LSA Special 6/<strong>2016</strong>


[ 2 ]<br />

[ 1 ]<br />

[ 1 ] Der Flughafen von Gibraltar aus Pilotensicht. Bei Starts und Landungen wird die<br />

Zufahrtsstraße zur Stadt, die die Piste quert, gesperrt. [ 2 ] In der Gruppe macht das<br />

Fliegen mit dem Tragschrauber noch mehr Spaß. Das gemeinsame Erlebnis verbindet.<br />

[ 3 ] Auch über dem Meer macht der MTOsport von AutoGyro eine gute Figur.<br />

[ 3 ]<br />

das in 764 Metern Höhe einen UL-<br />

Flugplatz mit einer 285 Meter langen<br />

Graspiste hat.<br />

Nach einer kurzen Pause geht es<br />

weiter, und wir folgen, wegen LED<br />

109 mit einigem Abstand nach Süden,<br />

der Autobahn A-92, die direkt nach<br />

Granada führt. Rechtzeitig vor Erreichen<br />

der Kontrollzone des Aeroporto<br />

Federico Garcia Lorca rufen wir<br />

auf 118,850 den Fluglotsen und bitten<br />

nicht nur um Einflug, sondern<br />

auch um Flugführung zur Alhambra,<br />

der berühmten Stadtburg auf dem<br />

Sabikah-Hügel. Die fast 1000 Jahre<br />

alte Burganlage ist 740 Meter lang<br />

und bis zu 220 Meter breit und beeindruckt<br />

durch ihre Architektur und<br />

die weitläufigen Gartenanlagen. Doch<br />

nicht nur die historischen Festungsbauten,<br />

auch die Innenstadt von<br />

Granada mit der Kathedrale, den<br />

vielen Plazas und engen Gässchen<br />

ist absolut sehenswert.<br />

Nach einigen Vollkreisen bringt<br />

uns der freundliche Lotse wieder auf<br />

Heimatkurs. In Loja machen wir noch<br />

einmal Pause und sind dann eine<br />

gute Stunde später wieder zu Hause<br />

in Villamartin.<br />

In Südspanien ist es laut Klimadiagramm<br />

in den Wintermonaten<br />

tagsüber nie kälter als 15 Grad und<br />

damit 10 Grad wärmer als in Deutschland.<br />

Auch die Niederschlagsmenge<br />

liegt bei deutlich weniger als der<br />

Hälfte. Fazit: Es ist ein ideales Zielgebiet<br />

für denjenigen, der mit dem<br />

Fliegen nicht bis zum Frühjahr warten<br />

will, der sich fliegerisch weiterbilden<br />

und gleichzeitig auch noch<br />

etwas Kultur erleben möchte. ae


[ UL/LSA SPECIAL ]<br />

UL-Fliegen in Europa<br />

Komplizierte Vielfalt<br />

Grenzenloses Europa? Für ULs gilt<br />

das leider noch nicht. Für Flüge in<br />

Nachbarländer muss genau nachgeschaut<br />

werden, was dort erlaubt ist.<br />

Es gibt sie leider bisher noch<br />

nicht, einheitliche Regularien<br />

für Ultraleichtflieger in<br />

Europa! In den einzelnen Staaten<br />

gilt bezüglich der UL-Fliegerei ganz<br />

unterschiedliches Luftrecht. Da<br />

geht in Italien überhaupt nicht,<br />

was in Deutschland selbstverständlich<br />

ist. In der EU erweist sich bei<br />

genauerem Hinsehen die Gesetzeslage<br />

bezüglich der UL-Fliegerei<br />

als so bunt wie die Europäische<br />

Union mit ihren einzelnen Partnerländern<br />

selbst.<br />

So ist es unumgänglich für UL-<br />

Piloten, sich bei der Planung eines<br />

Auslandsfluges intensiv mit den<br />

aktuellen Richtlinien und Gesetzestexten<br />

des Ziellandes zu befassen.<br />

Ganz schnell hat man gegen<br />

geltendes Luftrecht verstoßen und<br />

sich unnötigen Ärger aufgehalst.<br />

Zur Vorbereitung zählt auch, zu<br />

prüfen, ob denn die eigene Lizenz<br />

im Zielland überhaupt Gültigkeit<br />

hat und ob die Muster- und Verkehrszulassung<br />

des ULs akzeptiert<br />

werden.<br />

In den meisten Ländern ist der<br />

Einflug mit dem nationalen Pilotenschein<br />

problemlos möglich,<br />

einige fordern aber eine Anerkennung,<br />

und das bedeutet einigen<br />

Aufwand.<br />

Als Nächstes gilt es abzuklären,<br />

welche Papiere und Dokumente<br />

benötigt werden, denn in diversen<br />

Staaten wird das Lufttüchtigkeitszeugnis<br />

(Certificate of Airworthiness)<br />

in Englisch verlangt; einige<br />

Länder fordern eine Einfluggenehmigung.<br />

Ein Flugplan ist nahezu<br />

immer erforderlich und in einem<br />

Nicht-EU-Land die erste Landung<br />

auf einem Zollflugplatz zwingend.<br />

Auch im EU-, aber Nicht-Schengen-<br />

Staat Großbritannien ist die Kontrolle<br />

der Ausweispapiere bei der<br />

ersten Landung unumgänglich.<br />

Antragsformulare für Einfluggenehmigungen<br />

sind bei den nationalen<br />

Dienststellen abzurufen<br />

und ausgefüllt mit folgenden Dokumenten<br />

rechtzeitig einzureichen:<br />

Certificate of Airworthiness, Lärmzeugnis,<br />

gültige Pilotenlizenz,<br />

Medical, Versicherungsnachweis<br />

(Haftpflicht und Passagierhaftpflicht).<br />

Zusätzlich wird von einigen<br />

europäischen Ländern auch die<br />

Viele ULs werden in Tschechien und der Slowakei gefertigt, also in recht<br />

UL-freundlichen Staaten.<br />

54 UL/LSA Special 6/<strong>2016</strong>


Ausrüstung mit einem zugelassenen<br />

Funkgerät verlangt. Es können<br />

ein Mode-S-Transponder und ein<br />

ELT notwendig sein. Dass das<br />

Bordbuch und das Flughandbuch<br />

mitgeführt werden, sollte selbstverständlich<br />

sein, ebenso wie die<br />

Mitnahme gültiger VFR-Karten.<br />

Das wird immer wieder streng<br />

überprüft. Ein GPS mit elektronischen<br />

Karten reicht nicht.<br />

Unbedingt sind auch die Fragen<br />

nach der zulässigen minimalen und<br />

maximalen Flughöhe zu klären. Da<br />

gibt es im europäischen Raum sehr<br />

unterschiedliche Regelungen. Darf<br />

in einem Land bis auf 9500 Fuß<br />

gestiegen werden, sind anderswo<br />

das Maß der Dinge gerade mal 1500<br />

Fuß oder weniger.<br />

Während in Deutschland mit<br />

entsprechender Funkausrüstung<br />

(nach Freigaben) in Kontrollzonen<br />

eingeflogen werden darf, ist das<br />

anderswo grundsätzlich verboten.<br />

Und wer in Bosnien-Herzegowina<br />

die Flughäfen Sarajevo, Mostar,<br />

Banja Luka oder Tuzla anfliegen<br />

möchte, muss einen Slot beantragen.<br />

Voll koordinierte Flughäfen<br />

mit Slotpflicht gibt es in vielen<br />

Ländern. Beim Anflug von internationalen<br />

Flughäfen ist mithin<br />

immer zu prüfen, ob dort überhaupt<br />

ULs genehmigt sind und ob eventuell<br />

ein Slot zu erfragen ist. Das<br />

zu versäumen kann teuer werden.<br />

Ein Bußgeld ist ja nicht unbedingt<br />

ein guter Start in einen entspannten<br />

Fliegerurlaub.<br />

Kommt es zu einem Unfall, dann<br />

können ungenügende Vorbereitung<br />

oder ungültige beziehungsweise<br />

unvollständige Dokumente besonders<br />

teuer zu stehen kommen.<br />

Behörden und Sachverständige<br />

prüfen bei Zwischenfällen Dokumente<br />

und Flugplanung besonders<br />

genau. Ist Fahrlässigkeit oder sogar<br />

Vorsatz nachzuweisen, wird<br />

es sehr schnell höchst unangenehm.<br />

Die Betriebserlaubnis oder der<br />

Versicherungsschutz stehen auf<br />

dem Spiel. Das geht ganz fix, wenn<br />

nachgewiesen werden kann, dass<br />

weder AIP noch NOTAM, MET oder<br />

AIS konsultiert wurden oder sogar<br />

der Luftverkehr gefährdet wurde.<br />

Immer im Web nach der<br />

aktuellen Lage schauen<br />

Einige Planungs- und Informationsvorgaben<br />

haben wir hier aufgezeigt.<br />

Doch bei der Menge der<br />

nationalen Besonderheiten, die bei<br />

Flügen ins Ausland zu beachten<br />

sind, können sie nicht vollständig<br />

sein. Vor allem kommt es auf die<br />

Aktualität der Bestimmungen an.<br />

Auf der Website der European<br />

Microlight Federation (www.emf.<br />

aero) gibt es umfassende und regelmäßig<br />

aktualisierte Informationen<br />

zu den Ansprechpartnern,<br />

Genehmigungsbehörden und direkt<br />

zu den nationalen Regularien von<br />

insgesamt 19 Ländern im europäischen<br />

Raum. Der Weg dorthin:<br />

EMF.aero öffnen, dem Pfad „MLA<br />

Flying in Europe“ folgen, die Bilder<br />

anklicken und dann die Informationen<br />

zu den betreffenden Ländern<br />

– diese sind alphabetisch geordnet<br />

– einsehen. Damit steht relaxten<br />

Flügen behördlicherseits nichts<br />

mehr im Wege, damit das Ultraleichtfliegen<br />

auch in der EU pure<br />

Lust bereitet!<br />

ae<br />

Rainer Herzberg<br />

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[ UL/LSA SPECIAL ]<br />

Das UL in der Instandhaltung<br />

Ultraleichtes<br />

Schrauben<br />

Eigenständig Wartungsarbeiten am UL durchführen? Kein Problem. Es gibt nur wenige<br />

rechtliche Einschränkungen. Standards können sich aber als sehr hilfreich erweisen.<br />

Für zertifizierte Flugzeuge<br />

gelten seit einigen Jahren<br />

die neuen Wartungsvorschriften<br />

der EASA, genauer gesagt<br />

der Part-M, wobei M für Maintenance<br />

steht. Die gesetzlichen<br />

Vorgaben zur Wartung von Luftsportgeräten<br />

regelt dagegen das<br />

nationale Recht. Für Halter von<br />

Luftsportgeräten, die eigenständig<br />

Wartungsarbeiten durchführen<br />

wollen, kennt es nur wenige recht-<br />

liche Einschränkungen. Im Wesentlichen<br />

werden die Wartung<br />

und Prüfung von Luftsportgeräten<br />

in Paragraf 13 der Verordnung zur<br />

Prüfung von Luftfahrtgerät (Luft-<br />

GerPV) geregelt. Danach müssen<br />

die Halter von Luftsportgeräten<br />

mit einer Leermasse von mehr als<br />

120 Kilogramm die von der zuständigen<br />

Stelle – also DAeC oder DULV –<br />

geforderte Wartung innerhalb der<br />

festgesetzten Fristen vollständig<br />

durchführen. Weiterhin wird eine<br />

jährliche Nachprüfung des Luftsportgerätes<br />

gefordert. Beträgt<br />

dessen Leermasse 120 Kilogramm<br />

oder weniger, entfallen die Pflichten<br />

zur Nachprüfung und Einhaltung<br />

eines Instandhaltungsprogrammes.<br />

Die einzige gesetzliche Regel,<br />

die eine ausreichende Sachkenntnis<br />

für die Durchführung von Wartungsarbeiten<br />

an Luftsportgeräten<br />

forderte, ist mit der Novellierung<br />

der Betriebsordnung für Luftfahrtgerät<br />

(LuftBO) entfallen. In Paragraf<br />

9 hieß es im zweiten Absatz: Inhaber<br />

einer Erlaubnis als Luftfahrzeugführer<br />

dürfen an einem Luftfahrzeug,<br />

dessen Halter sie sind<br />

und das nicht für die gewerbsmäßige<br />

Beförderung verwendet wird,<br />

einfache Kontrollen und Arbeiten<br />

im Rahmen der Wartung selbst<br />

durchführen, wenn sie die notwen-<br />

56 UL/LSA Special 6/<strong>2016</strong>


Ein großer Teil der<br />

Wartungstätigkeit<br />

am UL entfällt auf<br />

Kontrollen.<br />

damit der Garantieanspruch nicht<br />

verfällt. Schlussendlich sollte der<br />

Halter/Pilot eines Luftsportgerätes<br />

niemals vergessen, dass die Qualität<br />

einer Wartungstätigkeit immer<br />

einen unmittelbaren Einfluss auf<br />

die Lufttüchtigkeit des Fluggerätes<br />

hat und somit auch auf das<br />

eigene Leben.<br />

Insbesondere Vereine sollten<br />

sich daher darüber Gedanken machen,<br />

welche Personen die Wartung<br />

durchführen und ob ausreichende<br />

Sachkenntnisse vorhanden oder<br />

noch entsprechende Schulungsmaßnahmen<br />

durchzuführen sind.<br />

Hierzu sind die Kursangebote für<br />

UL-Warte der meisten DAeC-Landesluftsportverbände<br />

zu empfehlen.<br />

Die verschiedenen Angebote<br />

findet man auf den Webseiten der<br />

Verbände. Weiterhin gibt es zahlreiche<br />

Kursangebote der Luftsportgeräte-<br />

und Motorenhersteller. Die<br />

meist zwei- bis fünftägigen Lehrgänge<br />

sind in der Regel kostenpflichtig<br />

und vermitteln sehr fundiertes<br />

Wissen und praktische<br />

Fähigkeiten. Wer ein Luftsportgerät<br />

oder einen Motor kauft, sollte<br />

es nicht versäumen zu fragen, ob<br />

nicht eventuell eine kostenfreie<br />

Schulung mit ins Kaufpaket aufgenommen<br />

werden kann.<br />

Auch die Wartung von relativ<br />

einfachen Luftsportgeräten kann<br />

verhältnismäßig zeitaufwendig<br />

sein, sodass einiges an Geld gespart<br />

werden kann. Natürlich wird dies<br />

durch den Einsatz der eigenen<br />

Freizeit erkauft. Gerade die Wartung<br />

und die Kontrollen an der Zelle sind<br />

meist zeitintensiv und somit teuer,<br />

benötigen aber meist keine<br />

teuren Spezialwerkzeuge oder<br />

Materialien.<br />

Motorenwartung mit<br />

Spezialkenntnissen<br />

Für die Wartung des Motors<br />

werden, je nach Typ, durchaus<br />

Spezialkenntnisse benötigt, die<br />

sich praktisch nur in den Schulungsangeboten<br />

der Motorhersteller<br />

erlangen lassen. Weiterhin wird<br />

für die Motorwartung verhältnismäßig<br />

viel Spezialwerkzeug benötigt.<br />

Die Anschaffung dieses Werkzeuges<br />

und die Kosten für den Kurs<br />

digen Kenntnisse und Fähigkeiten<br />

dazu besitzen. Der Wegfall dieser<br />

Forderung sollte keinesfalls als<br />

Einladung zum bedingungslosen<br />

Schrauben an Luftsportgeräten<br />

verstanden werden. Die Versicherung<br />

könnte im Schadensfall die<br />

Zahlung verweigern, wenn ein<br />

entstandener Schaden aufgrund<br />

grober Fahrlässigkeit verursacht<br />

wurde. Gleiches gilt für Garantieforderungen.<br />

Ein Motor- oder Zellenhersteller<br />

wird in der Regel<br />

darauf bestehen, dass Wartungsarbeiten<br />

nur von sachkundigem<br />

Personal durchgeführt werden,<br />

Der Rotax 912 treibt die meisten<br />

ULs an. Wer die Motorwartung<br />

an Luftsportgeräten selbst durch -<br />

führen will, sollte daher mit der<br />

Wartung des 912 vertraut sein.<br />

Nach Wartungsarbeiten<br />

am Motor wird ein<br />

Standlauf durchgeführt,<br />

um die Motor funktion<br />

zu testen.<br />

Fotos: Mark Juhrig, Remos<br />

UL/LSA Special 6/<strong>2016</strong> 57


[ UL/LSA SPECIAL ]<br />

Wer unter der Cowling<br />

Hand anlegen will,<br />

sollte über die<br />

erforderlichen<br />

Spezialkenntnisse für<br />

den Motor verfügen.<br />

Für die Instandhaltung und<br />

Reparatur von Faserverbundteilen<br />

sind Fachkenntnisse gefordert.<br />

Fotos: Heiko Link, Heiko Müller<br />

beim Motorhersteller werden sich<br />

sicher nicht nach der ersten<br />

100-Stunden-Kontrolle amortisieren.<br />

Jeder Halter sollte für sich<br />

kalkulieren, ob sich die Wartung<br />

von Motor oder Zelle in Eigenleistung<br />

auch wirklich lohnt.<br />

Bei der Wartung von zertifizierten<br />

Luftfahrzeugen kommen fast<br />

ausschließlich luftfahrtzertifizierte<br />

Materialien und Teile zum Einsatz.<br />

Dies ist ein Grund für die<br />

relativ hohen Wartungskosten. Bei<br />

Luftsportgeräten kommen die Materialien<br />

und Teile häufig aus dem<br />

Automobilbereich. Das hält die<br />

Wartungskosten in Grenzen, auch<br />

wenn der Halter die Wartung nicht<br />

selbst ausführt. Dennoch ist Vorsicht<br />

geboten. Manche Komponenten<br />

werden speziell für das entsprechende<br />

Muster oder den Motor<br />

hergestellt und dürfen nicht<br />

durch ähnliche Komponenten ersetzt<br />

werden, nur weil sie zufällig<br />

passen.<br />

Ein Beispiel hierfür ist der Ölfilter<br />

des Rotax 912. Er wird speziell<br />

für diesen Motor hergestellt<br />

und darf keinesfalls durch einen<br />

Ölfilter aus dem Kfz-Bereich mit<br />

gleichem Schraubanschluss ersetzt<br />

werden. Im Zweifelsfall sollte man<br />

sich mit dem Kundendienst von<br />

Motor- beziehungsweise Zellenhersteller<br />

in Verbindung setzen<br />

und nachfragen, was verwendet<br />

werden darf und was nicht.<br />

Wartungsarbeiten an zertifizierten<br />

Luftfahrzeugen müssen<br />

nach den Regeln der EASA dokumentiert<br />

werden. Weiterhin muss<br />

ein Luftfahrzeug nach einer durch-<br />

geführten Wartung wieder für den<br />

Betrieb freigegeben werden. Für<br />

Luftsportgerät gibt es keine Pflicht<br />

zur Dokumentation oder Freigabe<br />

von Wartungsarbeiten, wenn man<br />

von großen Reparaturen einmal<br />

absieht. Dennoch ist es immer<br />

sinnvoll, die am Luftsportgerät<br />

durchgeführten Arbeiten im Bordbuch<br />

und in der Lebenslaufakte<br />

zu dokumentieren.<br />

Wartungsarbeiten<br />

dokumentieren<br />

Im Vereinsbetrieb kann sich ein<br />

Vorstand dadurch absichern, dass<br />

jede Wartungsarbeit durch im Verein<br />

benannte und entsprechend<br />

qualifizierte Personen freigegeben<br />

werden muss. So ist sichergestellt,<br />

dass der Vorstand seiner Sorgfaltspflicht<br />

gerecht wird.<br />

Natürlich ist es nicht erforderlich,<br />

sich an die Vorgaben der EASA<br />

bezüglich der Dokumentation von<br />

Arbeiten zu halten. Dennoch ist<br />

es sinnvoll, die gleichen Methoden<br />

anzuwenden, die sich im Laufe der<br />

Zeit entwickelt haben. So ist es<br />

bei der Wartung von zertifizierten<br />

Luftfahrzeugen üblich, einen sogenannten<br />

Befund- und Arbeitsbericht<br />

zu erstellen. Dabei handelt<br />

es sich schlichtweg um eine tabellarische<br />

Auflistung aller Punkte,<br />

die durch eine Wartungstätigkeit<br />

adressiert werden sollen. Der<br />

Befund- und Arbeitsbericht einer<br />

100-Stundenkontrolle könnte wie<br />

in der Beispieltabelle aussehen.<br />

Neben dem Befund- und Arbeitsbericht<br />

werden noch die jeweiligen<br />

Kontrolllisten für die Zellen- und<br />

Motorwartung abgehakt und in<br />

der L-Akte archiviert. Anschließend<br />

werden ein Standlauf und ein<br />

Werkstattflug durchgeführt, um<br />

zu überprüfen, ob auch wirklich<br />

alles in Ordnung ist. Auch hierzu<br />

gibt es passende Vordrucke von<br />

den Verbänden beziehungsweise<br />

Herstellern.<br />

Auch beim Verkauf eines Ultraleichtflugzeugs<br />

ist eine lückenlose<br />

Dokumentation sämtlicher<br />

Wartungsarbeiten von großem<br />

Vorteil. Der Käufer kann sich ein<br />

besseres Bild vom Wartungszustand<br />

des ULs machen und wird eher<br />

bereit sein, dies auch entsprechend<br />

zu honorieren. Enthält die L-Akte<br />

jedoch keinerlei Aufzeichnungen<br />

Dokumentation von Wartungsarbeiten<br />

Befund- und Arbeitsbericht<br />

der durchgeführten Wartungsarbeiten,<br />

so wird sich selbst ein top<br />

gewartetes UL nur schwer verkaufen<br />

lassen.<br />

Wer sich dazu entschließt, Wartungsarbeiten<br />

am eigenen Ultraleichtflugzeug<br />

oder an vereinseigenen<br />

ULs im Auftrag des Vorstandes<br />

durchzuführen, der lernt<br />

Zelle und Motor besser kennen und<br />

verstehen. Eine fundierte Systemkenntnis<br />

ist bei jeder Art der Fliegerei<br />

von Vorteil, vor allem, wenn<br />

etwas einmal nicht so funktioniert<br />

wie gedacht. Ein Pilot mit guter<br />

Systemkenntnis wird in einem<br />

solchen Fall definitiv weniger Mühe<br />

haben, die passenden Aktionen<br />

durchzuführen.<br />

ae<br />

Mark Juhrig<br />

Muster: FK9 Mk 4 Kennzeichen: D-Mxxx Datum: 24.04.<strong>2016</strong><br />

Betriebsstunden Zelle: 2600 h Landungen: 6535<br />

Betriebsstunden Motor: 600 h Betriebsstunden Propeller: 600 h<br />

Lfd. Nr. Beanstandung Behebung Ausführender Freigabe<br />

1 100-Stunden-<br />

Kontrolle der<br />

Zelle fällig<br />

Laut Kontrollliste<br />

des Herstellers<br />

(Stand 12.05.2014)<br />

durchgeführt<br />

Schmidt Meier<br />

2 100-Stunden-<br />

Kontrolle des<br />

Motors fällig<br />

2 a Ölwechsel<br />

fällig<br />

2 b Zündkerzenwechsel<br />

fällig<br />

3 Bremsbeläge<br />

abgenutzt<br />

Laut Kontrollliste<br />

des Herstellers<br />

(Stand Januar 2013)<br />

durchgeführt<br />

Öl (15W40) und<br />

Filter gewechselt<br />

8 Zündkerzen<br />

gewechselt<br />

Bremsbeläge<br />

gewechselt<br />

Schmidt<br />

Schmidt<br />

Schmidt<br />

Müller<br />

Meier<br />

Meier<br />

Meier<br />

Meier<br />

58 UL/LSA Special 6/<strong>2016</strong>


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Infrarotkameras in Business Jets<br />

Voller Durchblick<br />

Enhanced-Vision-Systeme in der Business Aviation sorgen für<br />

gute Sichtverhältnisse bei Nacht und Nebel. Die nächste<br />

Systemgeneration verbindet Echtzeitbilder von Infrarotkameras<br />

mit 3D-Computeranimationen.<br />

Dunkelheit, Nebel, Rauch:<br />

Das menschliche Auge hat<br />

seine Grenzen. Dank Infrarottechnologie<br />

werden diese<br />

Grenzen in der Luftfahrt verschoben<br />

– nicht nur im militärischen<br />

Bereich, sondern auch in der Busi-<br />

ness Aviation. Klare Sicht fast wie<br />

am helllichten Tag ermöglichen<br />

Enhanced-Vision-Systeme (EVS,<br />

Sichtverbesserungssysteme), die<br />

mittlerweile in vielen Business<br />

Jets zum Standard gehören. Die<br />

nächste Systemgeneration, die<br />

EVS mit Computeranimationen<br />

auf der Basis von Geländedaten<br />

kombiniert, steht bereits in den<br />

Startlöchern.<br />

Ein EVS besteht aus einer nach<br />

vorne blickenden Wärmebildkamera<br />

(forward looking infrared,<br />

FLIR) an der Nase des Flugzeugs,<br />

die Infrarotstrahlung von Objekten<br />

erkennt und als Echtzeitvideo auf<br />

ein Multifunktionsdisplay im Cockpit<br />

überträgt. Das verbessert die<br />

situative Wahrnehmung der Piloten<br />

vor allem bei Dunkelheit und<br />

schlechtem Wetter. Werden die<br />

Bilder der Infrarotkamera auf einem<br />

Head-up-Display (HUD) angezeigt,<br />

spricht man von einem Enhanced<br />

Flight Vision System (EFVS). Es<br />

ist für die primäre Flugführung bei<br />

Instrumentenflugbedingungen<br />

zugelassen und ermöglicht niedrigere<br />

Entscheidungshöhen im<br />

Präzisionsanflug bei schlechter<br />

Sicht. „Wenn ein Pilot den Flughafen<br />

aus der normalen Entscheidungshöhe<br />

von 200 Fuß mithilfe<br />

60 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


Die Falcon 2000LXS trägt die Infrarotsensoren für das Combined Vision<br />

System FalconEye auf der Nase.<br />

Ein EVS kombiniert mit einem HUD, wie hier in der Falcon 2000LXS,<br />

erlaubt Piloten niedrigere Entscheidungshöhen im Präzisionsanflug.<br />

7611609-3-1.QXD_Layout 1 07.04.16 09:51 Seite 1<br />

Fotos: Dassault Aviation<br />

Wärmebild und 3D-Geländedaten<br />

werden in Combined-Vision-Systemen<br />

zusammengefügt.<br />

des EVS erkennen kann, darf er<br />

auf 100 Fuß sinken, bis eine reale<br />

visuelle Referenz hergestellt ist“,<br />

erklärt Steve Cass, stellvertretender<br />

Leiter Technical and Marketing<br />

Communications bei Gulf stream.<br />

Mit EFVS ausgestattete Maschinen<br />

können auch auf Flugplätzen ohne<br />

Instrumentenlandesystem (ILS)<br />

mit niedrigeren Minima landen – in<br />

der Business Aviation ein zeitlicher<br />

und finanzieller Vorteil. Die amerikanische<br />

Luftfahrtbehörde FAA<br />

könnte <strong>2016</strong> sogar Starts und Landungen<br />

im Blindflug erlauben, wenn<br />

ein EFVS benutzt wird.<br />

Nach sieben Jahren Forschung,<br />

Entwicklung und Erprobung war<br />

Gulf stream Aerospace im Jahr 2001<br />

der erste Business-Jet-Hersteller,<br />

der ein EVS auf den Markt brachte.<br />

Seither hat sich in der Hardware-<br />

Entwicklung einiges getan. Gulfstreams<br />

EVS II, das wie das erste<br />

Modell in Zusammenarbeit mit dem<br />

Sensorhersteller Kollsman (heute<br />

Elbit Systems of America) und dem<br />

HUD-Hersteller Honeywell entwickelt<br />

und 2007 zugelassen wurde,<br />

ist zehn Kilogramm leichter und<br />

verfügt über viermal mehr Rechnerleistung<br />

und Speicherkapazität<br />

als die erste Version. Momentan<br />

arbeiten Gulfstream und Elbit Systems<br />

am EVS III. Es soll 2018 für<br />

die neue G500 und 2019 für die<br />

neue G600 erhältlich sein. „Das<br />

System hat eine vierfach höhere<br />

Auflösung als seine Vorgänger“,<br />

sagt Cass.


[ BUSINESS AVIATION Technik ]<br />

Eine Infrarotkamera (links)<br />

blickt auch durch Nebel<br />

und Rauch (rechts).<br />

Eine Landung bei einer Sicht wie auf dem rechten Bild ist grenzwertig.<br />

Ein EVS (links) zeigt dagegen Kontraste wie an einem klaren Tag.<br />

Hard- und Software<br />

werden immer besser<br />

Im elektromagnetischen Spektrum<br />

gibt es drei Infrarotbereiche,<br />

die durch ihre Wellenlänge definiert<br />

sind: langwelliges Infrarot (longwave<br />

infrared, LWIR: 8 bis 15 Mikrometer),<br />

mittleres Infrarot (midwave<br />

infrared, MWIR: 3 bis 8 Mikro<br />

meter) und kurzwelliges Infrarot<br />

(short-wave infrared, SWIR:<br />

1,4 bis 3 Mikrometer). Wärmebildkameras<br />

bisheriger EVS nutzen<br />

typischerweise den Spektralbereich<br />

von langwelligem und mittlerem<br />

Infrarot, das von Objekten ausgeht.<br />

Bei diesen Wellenlängen absorbieren<br />

Wassermoleküle in der Atmo-<br />

sphäre am wenigsten Infrarotstrahlung,<br />

was Sicht durch Nebel und<br />

Rauch ermöglicht. Kurzwelliges<br />

Infrarot ähnelt dahingehend sichtbarem<br />

Licht, als dass Photonen<br />

von Objekten reflektiert oder absorbiert<br />

werden. SWIR-Sensoren<br />

sorgen für starken Kontrast in<br />

hochauflösenden Bildern. Allerdings<br />

fallen SWIR-Flächensensoren von<br />

US-Herstellern unter Restriktionen<br />

der International Traffic in Arms<br />

Regulations (ITAR, Regelungen<br />

des internationalen Waffenhandels)<br />

und waren bislang militärischen<br />

Anwendungen vorbehalten. Neue<br />

Sicherheitsmechanismen verhindern,<br />

dass SWIR-Sensoren nach<br />

einem Ausbau aus einem EVS<br />

kurze Wellenlänge<br />

hohe Frequenz<br />

viel Energie<br />

nahes Infrarot (0,75 μm)<br />

KW Infrarot (1 - 1,5 μm)<br />

MW Infrarot (3 - 5 μm)<br />

LW Infrarot (8 - 14 μm)<br />

lange Wellenlänge<br />

niedrige Frequenz<br />

wenig Energie<br />

Fotos: Elbit Systems, Gulfstream (s)<br />

Röntgenstrahlung<br />

(0,01 nm - 1 nm)<br />

UV-Strahlung<br />

(1 nm - 400 nm)<br />

sichtbares Licht<br />

(450 nm - 650 nm)<br />

Bisher nutzen die meisten EVS das Spektrum von langwelligem (LW) und mittelwelligem (MW) Infrarot. Doch<br />

Sensoren für kurzwelliges (KW) Infrarot finden zunehmend Einsatz.<br />

infrarotes Licht<br />

(0,75 μm - 14 μm)<br />

Rundfunk<br />

(10 cm - 10 km)<br />

62 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


wiederverwendet werden können,<br />

und erlauben damit den Export<br />

im Einklang mit ITAR.<br />

Damit die Detektoren auch<br />

kleinste Abweichungen im Infrarotspektrum<br />

wahrnehmen<br />

können, werden sie in den meisten<br />

der aktuellen Systeme kryogen<br />

mit flüssigem Stickstoff<br />

gekühlt. Es gibt aber auch ungekühlte<br />

Systeme wie das EVS-<br />

3000 von Rockwell Collins, das<br />

sich, kombiniert mit einem HUD,<br />

beispielsweise in den brasilianischen<br />

Business Jets Embraer<br />

Legacy 450/500 findet. Es besteht<br />

aus einer Multispektralkamera<br />

(LWIR, SWIR) und einer Kamera<br />

für sichtbares Licht. Dieses Sys-<br />

Bei der Gulfstream G550 befindet<br />

sich die Kamera am Rumpf.<br />

tem kann auch LED-Lichter erkennen,<br />

die an immer mehr<br />

Flughäfen installiert werden und<br />

nahezu keine Wärme abstrahlen.<br />

Ungekühlte Systeme sind weniger<br />

empfindlich als ihre gekühlten<br />

Pendants und benötigen<br />

deshalb meist einen weiteren<br />

Sensor sowie Hard- und Software<br />

zur Bildfusion, um sowohl Gelände<br />

als auch Flughafenlichter<br />

in einem Bild darzustellen. Dafür<br />

sind sie aber kleiner, leichter und<br />

günstiger. „Ältere, kryogen gekühlte<br />

Systeme wurden je nach<br />

Flugzeughersteller als Option im<br />

Bereich um die 500 000 US-Dollar<br />

angeboten“, sagt Scott Galloway,<br />

Marketing-Manager Head-up<br />

Vision Systems bei Rockwell<br />

Collins. Das neue EVS-3000 soll<br />

deutlich darunter liegen. Wie viel,<br />

darüber macht Rockwell Collins<br />

keine Angaben.<br />

Doch nicht nur bei der Hardware<br />

gibt es ständige Verbesserungen.<br />

Auch die Software schafft<br />

neue Möglichkeiten, genannt<br />

Combined Vision System (CVS).<br />

Business-Jet- und Avionikhersteller<br />

arbeiten daran, das Bild der<br />

verschiedenen Sensoren des EVS<br />

mit dem Synthetic Vision System<br />

(SVS) zu kombinieren. Ein SVS<br />

zeigt die Umgebung als 3D-Animation<br />

basierend auf Gelände- und<br />

Hindernisdatenbanken auf einem<br />

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[ BUSINESS AVIATION Technik ]<br />

Neben Elbit Systems und Honeywell arbeitet auch der US-amerikanische<br />

Avionikhersteller Rockwell Collins an einem CVS.<br />

Dunkelheit ist für Wärmebildkameras kein Problem, da sie nicht auf<br />

sichtbares Licht angewiesen sind.<br />

Fotos: Rockwell Collins, Gulfstream<br />

Display an und verbessert so die<br />

Situationswahrnehmung. „SVS und<br />

EVS zu verbinden und so jederzeit<br />

das beste Bild zur Verfügung zu<br />

stellen, ist die Lösung der Zukunft“,<br />

sagt Galloway. Rockwell Collins<br />

hat nach eigenen Angaben die<br />

Forschung im Bereich CVS abgeschlossen<br />

und zeigt Business-Jet-<br />

Herstellern derzeit eine Demoversion<br />

am unternehmenseigenen<br />

Flugzeug.<br />

CVS stellt zusätzlich<br />

Terraindaten dar<br />

Auch Honeywell arbeitet seit<br />

mehr als zehn Jahren an der Entwicklung<br />

von CVS. Mitte September<br />

2010 wurde das System erstmals<br />

öffentlich vorgestellt und zwischenzeitlich<br />

für militärische Hubschrauber<br />

weiterentwickelt – allerdings<br />

Das EFVS ermöglicht<br />

geringe Entscheidungshöhen<br />

im Landeanflug.<br />

nur zur Verbesserung der Situationswahrnehmung<br />

und ohne Auswirkung<br />

auf die Height above<br />

Touchdown Elevation (HAT). Derzeit<br />

befindet sich der US-Konzern<br />

im Zulassungsprozess des Systems<br />

für Helikopter und Flächenflugzeuge.<br />

Bis die ersten Business Jets<br />

mit einem Honeywell-CVS fliegen,<br />

dürften also noch ein paar Jahre<br />

vergehen. „Während des Entwicklungsprozesses<br />

bestand die größte<br />

Herausforderung darin, sicherzustellen,<br />

dass sich das System<br />

EVS nahtlos in das SVS einfügt“,<br />

sagt Thea Feyereisen, Ingenieurin<br />

bei Honeywell. Die Software müsse<br />

schließlich die Außenwelt ohne<br />

Sichteinschränkungen wie Nebel<br />

oder Dunkelheit darstellen, um<br />

Piloten das Gelände und potenzielle<br />

Hindernisse wie an einem klaren<br />

Tag in 3D anzuzeigen.<br />

visueller Anflug<br />

100 Fuß<br />

„Mit CVS profitieren Piloten vom<br />

Besten aus beiden Welten“, sagt<br />

Dror Yahav, Vizechef Commercial<br />

Aviation bei Elbit Systems. SVS-<br />

Bilder seien geeignet auf der Langstrecke<br />

oder an Stellen, die von<br />

der EVS-Kamera nicht erkannt<br />

werden, beispielsweise bei dichten<br />

Wolken. Und das EVS liefere ergänzend<br />

eine sehr hohe Auflösung,<br />

Echtzeiterkennung von Gelände<br />

und Hindernissen bei Start, Landung<br />

und Rollen. Das israelische<br />

Unternehmen rüstet die Falcon<br />

2000, Falcon 8X und Falcon 5X von<br />

Dassault mit CVS aus. Der französische<br />

Business-Jet-Hersteller hat<br />

das CVS namens FalconEye im<br />

November 2015 bei der Business-<br />

Aviation-Messe NBAA in Las Vegas<br />

an einer Falcon 2000LXS vorgestellt.<br />

Die Wärmebildkamera<br />

umfasst sechs Sensoren, die das<br />

Instrumentenanflug<br />

DA/DH<br />

Beim Präzisionsanflug muss auf einer festgelegten Entscheidungshöhe (Decision Altitude/Height, DA/DH) eine<br />

visuelle Referenz zur Landebahn bestehen. Diese kann mit EFVS niedriger gewählt werden.<br />

Spektrum von sichtbarem Licht bis<br />

LWIR abdecken und zu einem Bild<br />

zusammenfügen. Das Multispektral-Sensor-Array<br />

hat ein Sichtfeld<br />

von 35 Grad horizontal und 26,5<br />

Grad vertikal.<br />

Die Fusion von EVS und SVS<br />

ist laut Yahav erst durch zwei neue<br />

Technologien möglich geworden:<br />

Da gibt es einerseits Bedienelemente,<br />

mit denen Piloten in Echtzeit<br />

die optimale Einstellung zwischen<br />

SVS-Bildern und Infrarotvideo<br />

wählen können, andererseits<br />

verbesserte Algorithmen, die das<br />

EVS-Video winkelgetreu und mit<br />

nahtlosem Übergang zur „echten<br />

Welt“ darstellen – in Dassaults<br />

Konfiguration auf einem LCD-HUD<br />

mit einem Blickwinkel von 40 mal<br />

30 Grad.<br />

Der erste Falcon-2000-Kunde<br />

soll nach Angaben von Dassault<br />

noch dieses Jahr mit dem System<br />

fliegen. „Wir haben für das Programm<br />

weniger als fünf Jahre bis<br />

zum ersten Zulassungslevel gebraucht.<br />

Die Entwicklung weiterer<br />

Features wie das duale HUD ist<br />

für die kommenden zwei Jahre<br />

geplant“, sagt Philippe Rebours,<br />

Testpilot und FalconEye-Projektpilot<br />

bei Dassault. So sollen beide<br />

Piloten dieselben Informationen<br />

erhalten. Laut Dassault hat Falcon-<br />

Eye das Potenzial, unter Zero-<br />

Zero-Bedingungen (keine Sicht<br />

sowohl horizontal wie vertikal) zu<br />

operieren. „Wir sondieren den Weg<br />

zur Zulassung“, so Rebours. ae<br />

Ulrike Ebner<br />

64 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


Praxis<br />

Know-how<br />

Juni <strong>2016</strong><br />

für<br />

Einsteiger und<br />

Fortgeschrittene<br />

Unfallanalyse<br />

Tödliche Übung<br />

Bei der Simulation eines Motorausfalls passiert es: Die Höhe reicht nicht mehr aus,<br />

das Flugzeug abzufangen. Der Crash endet mit zwei Toten. Als Ursachen kommen<br />

mangelnde Flugerfahrung des Piloten, das Fehlen von eindeutigen Betriebsanweisungen<br />

für derartige Notmanöver sowie unklare Aufgabenverteilung im Cockpit in Betracht.<br />

Foto: BFU<br />

Das Üben von Notverfahren und Notsituationen<br />

sollte für jeden Piloten – egal<br />

ob professioneller oder Freizeitpilot<br />

– selbstverständlich sein. Oberste Priorität<br />

muss dabei die Sicherheit haben, damit das<br />

Luftfahrzeug unbeschädigt und die Piloten<br />

unverletzt bleiben. Diese Maxime ist bei dem<br />

Unfall am 10. April 2009 am Flugplatz Schmoldow<br />

nicht eingehalten worden. Infolgedessen<br />

kamen die zwei Piloten beim Absturz ihrer<br />

PZL-104 Wilga 35 ums Leben.<br />

Am Unfalltag wollte der Flugzeugführer laut<br />

BFU-Bericht einen Triebwerksausfall nach<br />

dem Start simulieren und die richtigen Steuermanöver<br />

üben, um das Flugzeug sicher<br />

abzufangen und zu landen. In den sechs dem<br />

Unfall vorausgegangenen Flügen hatte er das<br />

Notverfahren mehrmals in rund 2000 Fuß AGL<br />

durchgeführt. Bei einer weiteren angekündigten<br />

Übung ließ, laut Aussagen von Zeugen<br />

am Boden, in rund 35 bis 45 Metern Höhe das<br />

Motorengeräusch nach, und das Flugzeug<br />

ging in einen steilen Sinkflug über. Der vom<br />

Piloten eingeleitete Abfangvorgang konnte<br />

nicht mehr abgeschlossen werden. Die Wilga<br />

schlug etwa 500 Meter hinter der Pistenschwelle<br />

auf den Boden auf und überschlug sich.<br />

Dabei wurden der steuerführende Pilot und<br />

der entsprechend Vereinsvorschrift vorgeschriebene<br />

Sicherheitspilot tödlich verletzt.<br />

Zu geringer Übungsstand?<br />

Der Pilot war ein erfahrener Segelflieger mit<br />

Fluglehrberechtigung. Seine Erfahrung im<br />

Motorflug allerdings war sehr viel geringer.<br />

Auf dem Unfallmuster hatte er nur wenige<br />

Stunden vorzuweisen – in sechs Jahren vor<br />

dem Unfall war er nur rund eine Stunde pro<br />

Jahr auf der Wilga geflogen. Er hatte zusätzlich<br />

Einweisungen auf 18 verschiedenen<br />

Mustern und kannte sich berufsbedingt mit<br />

Flug sicherheitsaspekten aus. Der mitfliegende<br />

Sicherheitspilot hatte bei rund 1100 Stunden<br />

Gesamtflugzeit fast 500 Stunden auf der<br />

Wilga vorzuweisen. Er war allerdings nicht<br />

Inhaber einer Lehrberechtigung für einmotorige<br />

Flugzeuge.<br />

Der Grundgedanke, einen Triebwerksausfall<br />

zu simulieren und die für eine Beherrschung<br />

der Situation notwendigen Handgriffe zu üben,<br />

spricht für eine gut ausgeprägte Sicherheitskultur.<br />

Ein guter Übungsstand kann im Fall<br />

der Fälle lebensrettend sein. In der professionellen<br />

Pilotenausbildung wird man intensiv<br />

auf Gefahrensituationen vorbereitet. In der<br />

kommerziellen beziehungsweise der Militärfliegerei<br />

greift man dabei häufig auf den Simulator<br />

zurück, ermöglicht er doch ein gefahrloses<br />

Üben. Bevor ein Pilot nicht nachgewiesen<br />

hat, dass er die wichtigsten Notverfahren<br />

beherrscht, kommt er auch nicht ins<br />

Flugzeug. Auch die Segelflugausbildung kann<br />

als positives Beispiel für dieses Sicherheitsdenken<br />

gelten, sind doch Langsamflug, Seilriss<br />

und Trudeln Flugzustände, die ein<br />

<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> 65


[ PRAXIS Juni <strong>2016</strong> ]<br />

Fotos: BFU<br />

Die Wilga überschlug<br />

sich rund 500 Meter<br />

hinter der Landebahnschwelle.<br />

Flugschüler erkennen und ausleiten können<br />

muss, bevor er zum ersten Alleinflug startet.<br />

Man könnte im Fall des Wilga-Piloten schnell<br />

zu dem Schluss kommen, dass er auf dem<br />

Muster einfach zu unerfahren war und deshalb<br />

das simulierte Notverfahren mit zu geringer<br />

Sicherheitsreserve durchführte. Im konkreten<br />

Fall greift das aber zu kurz, denn es ist fraglich,<br />

ob das Manöver überhaupt hätte gelingen<br />

können. Zwar wird ein Notverfahren für den<br />

Fall eines Triebwerksausfalls während der<br />

Startphase im Handbuch erwähnt, allerdings<br />

ist es nur unvollständig beschrieben. Es wird<br />

lediglich empfohlen, bei einem Motorausfall<br />

bis 100 Meter Höhe direkt geradeaus zu landen<br />

und Hindernissen auszuweichen und bei<br />

einer Höhe von mehr als 100 Meter ein Notlandefeld<br />

zu nutzen. Offen bleibt, wie das<br />

genau zu bewerkstelligen ist. Wie schnell<br />

muss nachgedrückt werden, bis zu welchem<br />

Neigungswinkel, gibt es Geschwindigkeiten,<br />

die zu beachten sind, und ganz generell: wie<br />

fliege ich das? Exakte Informationen zu den<br />

Parametern, die in einem solch kritischen Fall<br />

einzuhalten sind, fehlen. Das Flughandbuch<br />

macht auch keine Angaben zum Üben eines<br />

solchen Verfahrens. Die Flugfibel für die Wilga<br />

35 aus dem Jahr 1985 ist nur unwesentlich<br />

genauer. So habe das Abfangen in fünf bis<br />

acht Meter Höhe zu erfolgen. Bei einem Triebwerksausfall<br />

unter 25 Meter Höhe sei der<br />

Steuerknüppel sofort durchzuziehen. Laut von<br />

der BFU protokollierter Aussagen ehemaliger<br />

GST-Piloten werden bei einem simulierten<br />

Triebwerksausfall mindestens 1000 Fuß Höhe<br />

benötigt, um mit einer 180-Grad-Kurve landen<br />

zu können. Geübt wurde das Manöver bei der<br />

GST nicht unterhalb 2000 Fuß AGL.<br />

Der Neigungswinkel entscheidet<br />

Testflüge im Rahmen der Unfalluntersuchung<br />

zeigten, dass die Chance, die Wilga bei nachlassender<br />

Triebwerksleistung unter Kontrolle<br />

zu behalten, maßgeblich von der Stärke<br />

Durch starkes Nachdrücken nahm die Wilga eine zu große Längsneigung<br />

ein. Es gelang dem Piloten nicht mehr, das Flugzeg abzufangen. Mit einem<br />

Winkel von von etwa acht Grad berührte es den Boden.<br />

Nach dem ersten Aufsetzen hob das Flugzeug<br />

noch einmal ab und setzte beim zweiten Mal<br />

mit größerem Neigungswinkel auf.<br />

66 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


Anhand der Spuren<br />

im Gras rekonstruierte<br />

die BFU den<br />

Neigungswinkel.<br />

des Nachdrückens und des sich daraufhin<br />

einstellenden Längsneigungswinkels abhängt.<br />

So führten laut BFU-Bericht größere Winkel<br />

infolge höherer Sinkgeschwindigkeit und<br />

längerer Rotationszeit des Flugzeuges zu<br />

einer insgesamt längeren Abfangphase und<br />

größerem Höhenverlust. Im günstigsten Fall<br />

betrug er 24 Meter, im ungünstigsten Test<br />

gar 115 Meter.<br />

Dieser exemplarische Unfall führt zu einer<br />

Reihe von Fragen: Warum existieren keine<br />

genauen Notverfahren für dieses Muster im<br />

Handbuch? Warum enthält das Handbuch die<br />

Anweisung „Triebwerksausfall ab 100 Meter:<br />

Versuchen, am Flugplatz zu landen“, die gar<br />

Beim dritten Aufsetzen bekommt der<br />

Propeller Bodenberührung und das Flugzeug<br />

überschlägt sich.<br />

nicht sicher durchgeführt werden kann? Wieso<br />

fliegt ein Sicherheitspilot mit, dessen genaue<br />

Rolle im Cockpit aber unklar ist? Warum muss<br />

er kein Fluglehrer sein; soll er nur verbal unterstützen,<br />

darf er eingreifen? Weshalb übt<br />

man ein Notverfahren mit so geringen Sicherheitsreserven,<br />

ohne entsprechend genaue<br />

Herstelleranweisungen?<br />

Beim Militär und in der professionellen Zivilfliegerei<br />

sind nahezu alle Betriebsverfahren<br />

streng reguliert. Notverfahren, die mit einem<br />

Flugzeug geübt werden dürfen, sind exakt<br />

definiert. Das kann auch bedeuten, dass bestimmte<br />

Verfahren überhaupt nicht oder nur<br />

bis zu einem bestimmten Punkt geflogen<br />

werden dürfen. Im Kampfflugzeug Tornado<br />

beispielsweise gibt es ein Notverfahren für<br />

eine blockierte Flügelverstellung. Im schlimmsten<br />

Fall muss der Pilot das Flugzeug mit 67<br />

Grad Flügelstellung – 25 Grad ist normal – und<br />

16 Grad Anstellwinkel und je nach Gewicht<br />

mit bis zu 220 Knoten landen. Dabei ist es<br />

höchst wahrscheinlich, dass die Hauptfahrwerksreifen<br />

aufgrund der hohen Aufsetzgeschwindigkeit<br />

platzen. Aus diesem Grund<br />

wird nur der Anflug bis zum Durchstarten in<br />

rund 65 Meter Höhe geübt. Alles andere wäre<br />

ein zu großes Risiko. Noch nicht einmal<br />

eine Landung ohne Landeklappen darf mit<br />

dem Tornado geübt werden. Jedes Verfahren<br />

zur Lösung einer Notsituation wird zudem<br />

unter Aufsicht eines Fluglehrers mehrmals<br />

geübt, bevor man es alleine fliegen darf.<br />

Klar ist: Flugbetriebsregeln – auch jene, die<br />

sich beispielsweise Vereine selbst geben –<br />

dienen nicht dazu, Piloten unnötig einzuschränken,<br />

sondern einzig und allein der Sicherheit.<br />

Dass der Verein als Halter der Unglücksmaschine<br />

bei bestimmten Flugvorhaben die<br />

Mitnahme eines zweiten Piloten vorschreibt,<br />

ist ein guter Ansatz. Problematisch wird es<br />

allerdings, wenn nicht genau festgelegt ist,<br />

welche Qualifikationen, Aufgaben, Rechte und<br />

Pflichten dieser Sicherheitspilot hat. So bemängelt<br />

auch der BFU-Bericht, dass die Verantwortlichkeiten<br />

innerhalb der Cockpitbesatzung<br />

offenbar nicht klar geregelt waren<br />

– und möglicherweise hätte der Unfall durch<br />

das Eingreifen eines erfahrenen Motorfluglehrers<br />

verhindert werden können. So könnte<br />

der Versuch des Vereins, etwas im Sinne der<br />

Sicherheit zu reglementieren, ohne dabei zu<br />

sehr einzuschränken, hier sogar mitursächlich<br />

für den Unfall sein.<br />

Drei zentrale Ursachen<br />

Die Rolle von Vereinen in Sachen Sicherheit<br />

ist generell nicht zu unterschätzen. Es muss<br />

ja nicht gleich ein Sicherheitsmanagement-<br />

System eingeführt werden, wie es für gewerbliche<br />

Luftfahrtbetriebe vorgeschrieben ist. Zu<br />

Beginn reicht es schon, ein paar sinnvolle<br />

Verfahren durch die Fluglehrer des Vereines<br />

festlegen zu lassen und regelmäßig Briefings<br />

zur Sicherheit und zu Besonderheiten der<br />

vereinseigenen Flugzeuge bei Notfällen durchzuführen.<br />

Dazu gehört auch das Reden über<br />

Fehler oder Zwischenfälle.<br />

Auf Ebene der Piloten können Crew-Resource-<br />

Management-Seminare, wie sie in der Berufsfliegerei<br />

üblich sind, dabei helfen, in schwierigen<br />

Situationen durch klare Zuständigkeiten<br />

bessere Entscheidungen zu treffen.<br />

Letztendlich kommt die BFU zu dem Schluss,<br />

dass der Unfall auf eine Simulation des Triebwerksausfalls<br />

in zu geringer Höhe zurückzuführen<br />

ist, da dieses Manöver mit der Wilga<br />

35 unter den vorherrschenden Bedingungen<br />

nicht sicher durchzuführen ist. Weiterhin habe<br />

zum Unfall beigetragen, dass die Beteiligung<br />

eines Sicherheitspiloten als zusätzliche Ressource<br />

die Durchführung der Übung nicht<br />

verhindert hat. Schließlich wird das Fehlen<br />

von Anweisungen zur korrekten Reaktion im<br />

Fall des Triebwerksausfalls in geringer Höhe<br />

als mitursächlich angesehen.<br />

[ Autor Christian Rode<br />

... war Tornado-Pilot bei<br />

der Bundeswehr und<br />

Kommandant über eine<br />

Einsatzstaffel mit 30 Jets,<br />

45 Fluglehrern und 180<br />

Flugschülern. Er ist Autor<br />

des Buches „Fly Safe“, in<br />

dem er Crew Resource<br />

Management aus professioneller Berufsfliegerei<br />

für Privatpiloten nutzbar aufbereitet.<br />

<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> 67


[ PRAXIS Juni <strong>2016</strong> ]<br />

Die Instandsetzung der Abgasanlage ist aufgrund der<br />

Gefahren durch Kohlenmonoxid ein Fall für Profis.<br />

DER<br />

EXPERTEN-<br />

TIPP<br />

Abgasanlage<br />

Die Abgasanlage ist ein Flugzeugteil, das<br />

seine Arbeit größtenteils im Verborgenen<br />

verrichtet. Für die Flugsicherheit ist sie aber<br />

von großer Bedeutung, ein Fehler oder Defekt<br />

kann gravierende Folgen haben.<br />

Wichtigste Aufgabe der Abgasanlage ist das<br />

Ableiten der Abgase aus dem Motor in die<br />

umgebende Luft. Das kann mit einem kurzen<br />

Auspuffstutzen direkt vom Zylinder nach außen<br />

passieren, bekannt ist diese Anordnung<br />

von historischen Jagdflugzeugen wie der Bf<br />

109. Bei den heute zumeist verwendeten Boxermotoren<br />

sind Abgassammler üblich, die<br />

die Verbrennungsgase der einzelnen Zylinder<br />

mittels Abgasrohren in topfähnlichen Bauteilen<br />

zusammenführen. Von dort werden sie<br />

über einen oder zwei Rohre aus dem Motorraum<br />

herausgeleitet. In diesem System sind oft auch<br />

schalldämpfende Elemente integriert, die sich<br />

dann im Topf befinden. Zur weiteren Lärmminderung<br />

können noch ein oder zwei zusätzliche<br />

Schalldämpfer hinter das gesamte<br />

System am Endrohr montiert werden.<br />

Die hohe Temperatur der Abgase wird regelmäßig<br />

genutzt, um die Kabine zu heizen und<br />

bei Bedarf die Motor-Ansaugluft vorzuwärmen<br />

(Vergaservorwärmung). Dazu wird oft ein<br />

Heizmantel aus Metall mit einem Abstand von<br />

etwa einem Zentimeter um den Topf herum<br />

angebracht. Auf der einen Seite wird Umgebungsluft<br />

zugeführt, am warmen Topf entlanggeleitet<br />

und als erwärmte Luft auf der<br />

anderen Seite zum Heizen entnommen. Bei<br />

aufgeladenen Motoren kommt der Turbolader<br />

als Teil des Abgassystems hinzu. Das gilt<br />

ebenfalls für die Elemente der Regelung des<br />

Ladedrucks wie Wastegate und Bypass-Rohr.<br />

In Kunstflugzeugen wird die Abgasanlage<br />

gegebenenfalls auch zur Raucherzeugung<br />

genutzt. Dabei wird eine Flüssigkeit aus einem<br />

separaten Tank mittels Pumpe und Einspritzdüse<br />

in den Abgasstrahl gegeben. Das Smoke<br />

Oil wird im Bereich des Endrohres eingespritzt,<br />

meistens aktiviert durch einen Schalter in der<br />

Kabine.<br />

Als Materialien für die Herstellung von Abgasanlagen<br />

haben sich aufgrund der Bean-<br />

<strong>06</strong><br />

Torsten Matz<br />

Ein zusätzlicher Schalldämpfer reduziert das<br />

Auspuffgeräusch. Der Turbolader nutzt die<br />

kinetische Energie des Abgases, um Ansaugluft<br />

vorzuverdichten.<br />

Bei den meisten Flugmotoren werden die<br />

Abgase im Krümmer gesammelt und in den<br />

Auspuff geleitet. Direktes Ableiten via Auspuffstutzen<br />

aus dem Zylinder gibt es fast nur bei<br />

Jagdflugzeugen.<br />

spruchungen Chrom-Nickel-Stähle oder andere<br />

hitzebeständige Legierungen durchgesetzt.<br />

Die Belastungen einiger Teile des Abgassystems<br />

sind extrem, selbst im normalen Betrieb<br />

ist es nicht unüblich, dass manche Teile glühen.<br />

Aber auch die chemische Belastung durch<br />

die aggressiven Verbrennungsrückstände des<br />

Motors und die mechanische Beanspruchung<br />

infolge der Schwingungen sind erheblich.<br />

Wegen der genannten Beanspruchungen altern<br />

die Anlagen natürlich schneller. Und das kann<br />

gefährlich werden: Durch einen Riss oder<br />

Bruch können heiße Gase in den Motorraum<br />

gelangen und so zu Bränden führen oder die<br />

Luft in der Kabine verunreinigen. Die Kontamination<br />

der Kabinenluft kann aber auch<br />

direkt unter dem bereits erwähnten Heizmantel<br />

stattfinden, wenn dort eine Undichtigkeit<br />

entstanden ist. Kohlenmonoxid in der Kabinenluft<br />

ist gefährlich, da dieses Gas geruchsneutral<br />

ist und je nach Konzentration schnell<br />

zu Vergiftungen führt. Als praktikable Warneinrichtung<br />

haben sich Detektoren erwiesen,<br />

die allerdings erst aktiv werden, wenn die<br />

Luft bereits belastet ist.<br />

Tipps für ein langes Leben<br />

Als Halter beziehungsweise Pilot kann man<br />

durchaus etwas für den Erhalt der Abgasanlage<br />

tun. So empfiehlt es sich, den Magnetcheck<br />

im Leerlauf durchzuführen. Beim Ausschalten<br />

der Zündung wird nämlich weiterhin brennbares<br />

Gemisch angesaugt. Da kein Zündfunke<br />

vorhanden ist, verlässt das Gemisch den<br />

Motor über die Auslassventile und gelangt<br />

in die Abgasanlage. Wird jetzt gezündet, kann<br />

das Gemisch dort explodieren, und das Auspuffsystem<br />

wird übermäßig belastet. Eine<br />

zusätzliche Beanspruchung kann sich auch<br />

ergeben, wenn der Motor nicht richtig eingestellt<br />

ist, zum Beispiel der Zündzeitpunkt oder<br />

das Kraftstoff-Luft-Gemisch deutlich außerhalb<br />

der Manual-Limits liegen.<br />

Durch vollständige fachkundige Wartung kann<br />

der Zustand der Abgasanlage sehr genau<br />

festgestellt werden. Ergeben sich bei der Inspektion<br />

Beanstandungen, die bearbeitet<br />

werden müssen, sollte man am besten Spezialisten<br />

beauftragen. Aufgrund der Gefahr<br />

von Fehlern bei der Instandsetzung und möglichen<br />

Konsequenzen ist „do it yourself“ fehl<br />

am Platz. Erfahrene Techniker können sagen,<br />

ob sich eine Reparatur lohnt.<br />

[ Autor Torsten Matz<br />

... ist Technischer Leiter<br />

beim Porta Air Service in<br />

Porta Westfalica.<br />

Er hat jahrelange Erfahrung<br />

in der Wartung von<br />

Flugzeugen der Allgemeinen<br />

Luftfahrt und ist<br />

lizenziert von der EASA<br />

(B1) und der amerikanischen Luftfahrtbehörde<br />

FAA als A&P.<br />

68 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


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IM HANDEL


[ SEGELFLIEGEN Pilot Report ]<br />

Schempp-Hirth Discus 2c FES<br />

ELEKTRO FLIEG<br />

Einfach nicht mehr außenlanden müssen. Das verspricht der Discus 2c FES mit<br />

einem elektrischen Antrieb als Heimkehrhilfe, die geradezu narrensicher funktioniert<br />

und in der Steigleistung dem Turbo deutlich überlegen ist.<br />

[ 1 ] Die Batterien verteilen<br />

sich auf zwei handhabbare<br />

Koffer. [ 2] Die Steuer- und<br />

Bedieneinheit für das FES<br />

bringt alle wichtigen Daten<br />

zur Anzeige. [ 2] Mit 5 kW<br />

im Horizontalflug.<br />

Eigentlich ist der Discus 2 von<br />

Schempp-Hirth ein alter Bekannter.<br />

Den Erstflug absolvierte<br />

das Standard-Klasse-<br />

Flugzeug 1994. Später folgte die<br />

c-Version mit Ansteckflügeln für<br />

18 Meter Spannweite. Auch das jetzt<br />

integrierte elektrische Antriebssystem<br />

FES (Front Electric Sustainer) von<br />

LZ-Design ist schon über Jahre praxiserprobt.<br />

Das Rennklasse-Flugzeug<br />

LAK 17b fliegt damit. Das UL-Segelflugzeug<br />

Silent 2 von Alisport ist mit<br />

dem FES sogar eigenstartfähig. Im<br />

Discus 2c FES finden damit zwei bewährte<br />

Systeme zusammen. Also nicht<br />

Neues? Nur eine weitere Variante von<br />

Heimkehrhilfe im Angebot von<br />

Schempp-Hirth, jetzt halt mit Elektromotor?<br />

Wir haben für diesen Pilot Report<br />

genau hingesehen und haben ein<br />

Flugzeug kennengelernt, das wir so<br />

nicht erwartet hatten. Die FES-Variante<br />

erwies sich nicht nur als grundsolide<br />

Kombination bewährter Systeme,<br />

sie unterscheidet sich auch<br />

deutlich vom Discus 2cT mit der alternativen<br />

Motorisierung mit Verbrennermotor<br />

und Fünfblattpropeller.<br />

Beim FES dreht sich ein Zweiblattpropeller<br />

in der Bugspitze, der sich<br />

im Segelflugbetrieb an die Seitenwän-<br />

[ 1 ] [ 2 ] [ 3 ]<br />

70 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


ER<br />

AUTOR:<br />

Gerhard Marzinzik<br />

de anlegt. Im Bug befindet sich auch<br />

der Elektromotor, während die Stromspeicher<br />

im Rumpfmittelteil untergebracht<br />

sind und mit ihren 32 Kilogramm<br />

die Schwerpunktsverlagerung durch<br />

den sieben Kilogramm schweren Motor<br />

ausgleichen.<br />

Im Instrumentenpilz sind ein Hauptschalter<br />

mit Sicherungskappe und<br />

eine kleine Bedien-/Überwachungseinheit<br />

mit einem Kippschalter und<br />

Fotos: Gerhard Marzinzik, Bernd Weber<br />

Kleiner Propeller, große<br />

Wirkung. Mit dem FES ist<br />

der Heimflug gesichert.<br />

<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> 71


[ SEGELFLIEGEN Pilot Report ]<br />

Mit Elektromotor steigt<br />

der Discus 2c deutlich<br />

besser als der Turbo mit<br />

Verbrennermotor.<br />

Fazit<br />

• sicheres, zuverlässiges<br />

Antriebssystem<br />

• gute Steigleistung<br />

• gute Segelflugleistungen<br />

Dreh-/Druckknopf der einzige Hinweis<br />

auf die Motorisierung.<br />

Diese Einfachheit und leichte<br />

Handhabung ist wohl auch der Hauptgrund<br />

für die schnelle Verbreitung<br />

des Systems. Es sind nur zwei Handgriffe,<br />

die es zum Leben erwecken:<br />

Sicherungsschalter an, ein Dreh am<br />

Potentiometer, und schon schnurrt<br />

der E-Motor. Voll aufgedreht steigt<br />

der Discus mit rund 2 m/s. Ich probiere<br />

es Ende April von der Hahnweide<br />

aus nicht in Bodennähe aus,<br />

finde bei mehreren Versuchen mit<br />

Ein- und Abschalten aber schnell das<br />

Vertrauen in das System und habe<br />

keine Bedenken mehr, dass es auch<br />

aus dem Endanflug auf einen Außenlandeacker<br />

zuverlässig auf eine sichere<br />

Höhe hebt. Die volle Leistungsabnahme<br />

zehrt allerdings schon an<br />

den Akkus: Rund 15 Minuten Motorlaufzeit<br />

stehen in dieser Konfiguration<br />

zur Verfügung, signalisiert die<br />

Steuereinheit. Aber in zweieinhalb<br />

Minuten sind schon 300 Meter erstiegen<br />

– eine mäßige Windenstarthöhe,<br />

die ausreicht, um im Horizontalflug<br />

wieder auf Thermiksuche zu gehen.<br />

Mit deutlich reduzierter Leistung, das<br />

Display meldet eine Leistungsabnahme<br />

von fünf Kilowatt, schnüre ich im<br />

[ 1 ]<br />

Horizontalflug die Albkante entlang<br />

auf der Suche nach der Ablösung, die<br />

im Segelflug weitere Höhe bringt.<br />

Fast eine Stunde Flugzeit steckt jetzt<br />

noch in den Akkus, meldet das Display.<br />

Für einen Heimflug dürfte das FES<br />

bei einem überzogenen oder abgebrochenen<br />

Streckenflugvorhaben<br />

immer ausreichen. Anders als mit den<br />

Klapptriebwerken wird dann aber<br />

nicht der Sägezahnstil angewendet,<br />

sondern horizontal unter Abruf der<br />

Schwebeleistung der Motor eingesetzt.<br />

Lärm, soweit die Geräuschentwicklung<br />

überhaupt so eingestuft werden kann,<br />

erzeugt im Wesentlichen nur der<br />

• erhöhter Widerstand der am<br />

Rumpf anliegenden Propeller<br />

• höheres Fahrtgeräusch aufgrund<br />

des Kühlsystems<br />

72 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


Daten Discus 2c FES<br />

Hersteller: Schempp-Hirth Antriebssystem: FES<br />

Zulassung: Segelflugzeug mit Hilfsantrieb Sitzplätze: 1<br />

Bauweise: Faserverbund<br />

Triebwerk<br />

ElektromotorFES-M100<br />

max. Leistung<br />

20 kW/27 PS<br />

max. Drehmoment<br />

75 NM<br />

Gewicht<br />

7,3 kg<br />

PropellerZweiblatt-Faltpropeller<br />

BatterienLi-Po-Akku<br />

Akkumasse<br />

32 kg<br />

Ladezeit<br />

150 min<br />

Leistungen im Motorflug<br />

bestes Steigen<br />

2 m/s<br />

Schwebeleistung<br />

5 kW<br />

Reichweite<br />

100 km<br />

Abmessungen<br />

Spannweite<br />

18 m<br />

Flügelfläche 11,39 m²<br />

Flügelstreckung28,5<br />

Rumpflänge<br />

6,78 m<br />

Massen und Mengen<br />

Leermasse<br />

330 kg<br />

Höchstmasse<br />

565 kg<br />

min. Flächenbelastung<br />

32,6 kg/m²<br />

max. Flächenbelastung<br />

50,0 kg/m²<br />

höchstzul. Geschwindigkeit<br />

280 km/h<br />

Fotos: Gerhard Marzinzik, Bernd Weber<br />

den harmonisch abgestimmten Rudern<br />

steuere ich den Discus aus dem Handgelenk<br />

ins Steigzentrum.<br />

Dann unter tragenden Linien vorpreschen<br />

mit 180 bis 200 km/h zum<br />

nächsten Hammerbart. Für diese Speed<br />

arbeitet auch die Trimmung. Bemerkbar<br />

macht sich jetzt die für die Kühlung<br />

des Antriebssystems erforderliche<br />

Lüftung mit anschwellendem<br />

Fahrtgeräusch.<br />

Im Segelflugbetrieb kann die<br />

Kühlluft-Durchströmung des Motors<br />

abgestellt werden. So zieht denn auch<br />

in 2000 Metern Höhe bei nur ein Grad<br />

Celsius nicht der Frost ins Cockpit.<br />

Im Segelflug schmiegen<br />

sich die Propellerblätter<br />

an die Rumpfkontur an.<br />

Propeller. Ganz anders als bei den<br />

Turbos schnurrt das FES nahezu vibrationsfrei.<br />

Eine Stunde Motorbetrieb<br />

schüttelt hier nicht unsäglich durch.<br />

Den ersten richtig schönen Thermiktag<br />

seit Langem über der Schwäbischen<br />

Alb möchte ich nicht allein<br />

dem Motorfliegen widmen. In 3-m-<br />

Bärten auf über 2400 Meter aufzudrehen,<br />

ist zu verlockend. Ich nutze<br />

die Gelegenheit, den Discus 2c mit<br />

18 Metern Spannweite über den ganzen<br />

Einsatzbereich zu erfahren.<br />

Anfangs kurbele ich etwas zu<br />

schnell, an die hochgereckte Nase im<br />

Langsamflug muss ich mich erst gewöhnen.<br />

Sie ist ein Tribut an die<br />

Optimierung des Einstellwinkels für<br />

den schnelleren Vorflug. Im zweiten<br />

Aufwind habe ich mich schon auf das<br />

Horizontbild eingestellt. Später, bei<br />

der Landung, muss ich allerdings doch<br />

wieder öfter den Blick auf den Fahrtmesser<br />

richten, um nicht zu schnell<br />

anzufliegen.<br />

Das Aufspüren der Thermik wird<br />

mit dem Discus zur Wonne. Der steife<br />

Flügel vermittelt bei den Schwenks<br />

unter den leicht breitgelaufenen Wolken<br />

zielgenau, wo‘s richtig steigt.<br />

Eindrehen und nachzentrieren erfordern<br />

kein längeres Einfliegen. Mit<br />

EIN DREH AM POTENTIOMETER –<br />

UND SCHON SCHNURRT DER<br />

ELEKTROMOTOR<br />

Bei meinem Flug hat das FES<br />

schnell viele Pluspunkte gewonnen.<br />

Zuverlässigkeit und einfache Handhabung<br />

überzeugen. Nahezu narrensicher<br />

scheint das System auch in der<br />

Handhabung am Boden. Scharfmachen,<br />

sollte man es allerdings erst kurz vor<br />

dem Start. Mit dem Discus gibt es<br />

keine Entschuldigung mehr, einen<br />

Überlandflug nicht zu wagen. ae<br />

[ 2 ]<br />

[ 3 ]<br />

[ 1 ] Werden erst kurz vor<br />

dem Start die Batterien<br />

verbunden, sind gefährdende<br />

Fehlbedienungen<br />

ausgeschlossen. [ 2] Die<br />

Lüfter des Controllers im<br />

Gepäckraum. [ 3 ] Mit<br />

diesem Schalter wird das<br />

System scharfgeschaltet.<br />

Im Betrieb wird er erst<br />

heruntergeklappt, wenn<br />

die Propellerblätter ihre<br />

Position gefunden haben.<br />

<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> 73


[ SEGELFLIEGEN Forschung ]<br />

Fotos: Marzinzik, Wannenmacher<br />

General Aviation Booster<br />

Segelflugzeuge besser und günstiger<br />

Wie lassen sich Segelflugzeuge preiswerter bauen? Wo sind noch Leistungsreserven<br />

zu aktivieren? Fragen, die sich die Hersteller jeden Tag neu stellen. Ein Forschungsprogramm<br />

des Bundeswirtschaftsministeriums hilft jetzt, Antworten zu finden.<br />

Forschung tut not. Ein einfaches<br />

„Weiter so“ mit bekannten<br />

Materialien und Produktionsmethoden<br />

endet auf längere<br />

Sicht in der Sackgasse mit stetig<br />

teureren, aber keineswegs besseren<br />

Flugzeugen. Ferner wächst die<br />

Konkurrenz. Fast aus dem Nichts<br />

ist in Südafrika Jonker Sailplanes<br />

mit der JS1 auf den Plan getreten<br />

und mischt erfolgreich im Wettbewerbsgeschehen<br />

mit. Der Knowhow-Vorsprung<br />

der deutschen<br />

Hersteller schrumpft. Sie stehen<br />

noch dazu in Konkurrenz zu Ländern,<br />

in denen preisgünstiger<br />

produziert werden kann. Für die<br />

Arbeit selbst, das Hantieren mit<br />

Harz und Härtern in der Faserverbundbauweise,<br />

könnte es vielleicht<br />

auch weniger giftige Stoffe geben.<br />

Damit die Segelflugzeuge wieder<br />

leichter werden, dabei über<br />

dünnere, leistungsfähigere Tragflügelprofile<br />

mit hoher Streckung<br />

verfügen, ist viel Materialforschung,<br />

-erprobung und Entwicklung neuer<br />

Fertigungsmethoden mit noch<br />

zu entwickelnden neuen Werkzeugen<br />

notwendig. Die kleinen und<br />

mittelständischen Unternehmen<br />

können die dafür notwendige Forschung<br />

in der Hochtechnologie<br />

allein kaum stemmen. Nach langer<br />

Zeit gibt es deshalb jetzt wieder<br />

eine Förderung für die Sportflugzeugindustrie<br />

im Luftfahrtforschungsprogramm<br />

des Bundesministeriums<br />

für Wirtschaft und<br />

Energie. Rund 1,6 Millionen Euro<br />

können in dem Verbundprojekt<br />

General Aviation Booster (GeAvi-<br />

Boo) eingesetzt werden. Ende<br />

Februar trafen sich alle Beteiligten<br />

zum Kick-off-Meeting im Segelflugmuseum<br />

auf der Wasserkuppe,<br />

stellten das Projekt vor und legten<br />

die Arbeitsteilung fest.<br />

Am Ende des Forschungsprogramms<br />

soll ein Innenflügel des<br />

Discus 2c stehen, in den alle neuen<br />

Erkenntnisse einfließen: ein mit<br />

neuen Werkzeugen, neuen Materialien<br />

und Verfahren hergestellter<br />

Holm, ebenso eine Flügelschale,<br />

die im harz- und ressourcenschonenden<br />

Infusionsverfahren produziert<br />

wird. Der Erfolg hängt von<br />

vielen Zuträgern ab. Eingebunden<br />

in das von Christoph Wannenmacher<br />

(Schempp-Hirth) und Dr. Felix<br />

Kruse (lange Abteilungsleiter<br />

des DLR in Stade, heute Professor<br />

an der Hochschule für Angewandte<br />

Wissenschaften Hamburg) geführte<br />

Verbundprojekt sind deshalb<br />

neben Segelflugzeugherstellern,<br />

Forschungseinrichtungen und Ingenieurbüros<br />

auch das Bundesamt<br />

für Materialforschung und -prüfung<br />

(BAM). Unterstützt wird die Gruppe<br />

von einer ganzen Reihe von<br />

Herstellern textiler Halbzeuge und<br />

Harze. Die Beteiligten müssen sich<br />

nicht erst zusammenfinden, im<br />

Arbeitskreis Neue Fasern (ANF)<br />

arbeiten sie seit Langem vertrauensvoll<br />

zusammen. Von den Herstellern<br />

sind Alexander Schleicher<br />

Segelflugzeugbau, die AG Stemme<br />

und Schempp-Hirth Flugzeugbau<br />

dabei. Schleicher übernimmt die<br />

Entwicklung eines neuen Strangziehverfahrens<br />

von Carbon-Rovings<br />

für die Holmfertigung, die BAM<br />

die Halbzeugnachweise für die<br />

neuen Kohlenstofffasern (CF). Das<br />

ILF besorgt die Nachweise für das<br />

Klebeharz.<br />

Ziel ist unter anderem, bessere<br />

Dimensionierungskennwerte für<br />

Gurte und Stege aus CFK zu finden<br />

und zuzulassen. Der zurzeit hauptsächlich<br />

verwendete Roving-Typ<br />

wird nur noch einmal im Jahr produziert,<br />

sodass es zeitweise zu<br />

Engpässen kommen kann. Neue<br />

Materialien würden Abhilfe schaffen<br />

und könnten aus der gegenwärtigen<br />

Beschränkung auf 13<br />

Prozent Flügeltiefe und der Spannweite<br />

herausführen.<br />

Die Berechnungswerte für Holmstege<br />

sind heute sehr niedrig,<br />

deshalb wird auch das Anheben<br />

der Stegberechnungswerte für CF-<br />

Stege angestrebt. Hier wird das<br />

BAM wichtige Beiträge leisten.<br />

Zugelassen werden sollen auch<br />

alternative Kohlenstofffasern, auch<br />

als Ersatz für die bisher verwendete<br />

HTA-Faser.<br />

74 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


Zum Kick-off-Meeting des<br />

General Aviation Boosters<br />

waren alle Projektträger auf<br />

die Wasserkuppe gekommen.<br />

Auf Temperöfen (re.)<br />

will man künftig dank neuer<br />

Fertigungstechnologien<br />

verzichten können.<br />

Piloten landen hier<br />

3 x <strong>aerokurier</strong><br />

mit 35 % Preisvorteil!<br />

Im BAM wird auf Basis von<br />

Materialvorschlägen der Konsortialpartner<br />

eine Vorauswahl von<br />

neuen Matrixsystemen und C-<br />

Fasern getroffen. Testpläne werden<br />

in Abstimmung mit EASA<br />

und LBA entwickelt und Dimensionierungsdaten<br />

für die Versuchsholme<br />

ermittelt.<br />

Ziel: Neue Materialien<br />

und Technologien<br />

Das DLR am Standort Stade,<br />

eine Außenstelle des Instituts für<br />

Faserverbundleichtbau und<br />

Adaptronik mit Stammsitz in<br />

Braunschweig, hat viel Forschungsarbeit<br />

für Airbus geleistet<br />

und viel Kompetenz bezüglich<br />

Faserverbundbauweise gewonnen<br />

– auch wenn sich Erkenntnisse<br />

aus dem Großflugzeugbau<br />

nicht einfach übertragen lassen.<br />

Im Segelflugzeugbau mit seinen<br />

kleinen Stückzahlen ist eine Automatisierung<br />

der Produktion wie<br />

in der Großindustrie mit der Verwendung<br />

von UD-Prepregs und<br />

dem Einsatz von Autoklaven nicht<br />

denkbar. Eine Abkehr vom händischen<br />

Fertigungsverfahren ist<br />

im Segelflugzeugbau wirtschaftlich<br />

nicht umsetzbar – trotzdem<br />

erscheinen Verbesserungen im<br />

Produktionsprozess möglich.<br />

In Stade wird man sich mit<br />

der Entwicklung von Infusionsstrategien<br />

für Sandwichlaminate<br />

beteiligen. Gegenüber Handlaminaten<br />

erwartet man weniger<br />

Harzemissionen durch einen<br />

abgeschlossenen Prozess, einen<br />

geringeren Porenanteil, höhere<br />

mechanische Kennwerte und<br />

einen höheren Faservolumengehalt.<br />

Die Berechnungen und Tests<br />

erfolgen im Team mit dem Ingenieurbüro<br />

ICM composites, einem<br />

Spin-off der TU Darmstadt. Am<br />

Ende soll ein neues Fertigungsverfahren<br />

für die Flügelschalen<br />

stehen.<br />

Dem Institut für Flugzeug- und<br />

Leichtbau an der TU Braunschweig<br />

(IFL) kommt die Aufgabe<br />

der strukturellen Definition<br />

des Versuchsflügels, des Belegungsplans<br />

und der dynamischen<br />

Belastungsversuche zu. Von IFL<br />

und Schempp-Hirth wird der<br />

Flügel mit der Sensorik für die<br />

Tests versehen. Die Bewertung<br />

hinsichtlich der Zulassung erfolgt<br />

unter Teilnahme aller Projektpartner<br />

und den Zulassungsbehörden.<br />

Die Ergebnisse des Betriebsbelastungsversuchs<br />

dienen dann<br />

als Bemessungsgrundlage für<br />

zukünftige Flügel, die über einen<br />

vergleichbaren strukturellen Aufbau<br />

verfügen.<br />

Stemme entwickelt mit dem<br />

DLR elektrisch beheizbare Formen,<br />

die das bisher umständliche<br />

Tempern vereinfachen. Mit<br />

Schempp-Hirth wird Stemme die<br />

von Schleicher zu entwickelnde<br />

Strangziehmaschine nachbauen<br />

und die Versuchsholme fertigen.<br />

Schempp-Hirth baut dann den<br />

Versuchsflügel.<br />

Am Ende des Projekts, Ende<br />

2018, soll es eine Datenbasis von<br />

neuen, langfristig verfügbaren<br />

Luftfahrtwerkstoffen (Harze, Fasern,<br />

textile Halbzeuge) geben,<br />

dazu nutzbare und EASA/LBAbestätigte<br />

Kennwerte und Fertigungsverfahren<br />

für die nächste<br />

Generation von Segelflugzeugen.<br />

Die neu entwickelten Fertigungstechnologien<br />

hätten das<br />

Etikett „ressourcenschonend“,<br />

und es gäbe einen verbesserten<br />

Gesundheitsschutz für die Mitarbeiter<br />

in der Fertigung. ae<br />

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SEPA-Lastschriftmandat: Ich ermächtige die DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH, Düsternstr. 1-3, 20355 Hamburg, Gläubiger-Identifikationsnummer<br />

DE77ZZZ00000004985, wiederkehrende Zahlungen von meinem Konto mittels Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein Kreditinstitut<br />

an, die von der DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH auf mein Konto gezogenen Lastschriften einzulösen. Die Mandatsreferenz wird mir<br />

separat mitgeteilt. – Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten<br />

Betrages verlangen. Es gelten dabei die mit meinem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen.<br />

Ich bezahle per Rechnung.<br />

Widerrufsrecht Sie können die Bestellung binnen 14 Tagen ohne Angabe von Gründen formlos widerrufen. Die Frist beginnt an dem Tag, an dem<br />

Sie die erste bestellte Aus gabe erhalten, nicht jedoch vor Erhalt einer Widerrufsbelehrung gemäß den Anfor derungen von Art. 246a § 1 Abs. 2<br />

Nr. 1 EGBGB. Zur Wahrung der Frist genügt bereits das rechtzeitige Absenden Ihres eindeutig erklärten Entschlusses, die Bestellung zu widerrufen.<br />

Sie können hierzu das Widerrufs-Muster aus Anlage 2 zu Art. 246a EGBGB nutzen. Der Widerruf ist zu richten an: <strong>aerokurier</strong> Aboservice, Postfach,<br />

70138 Stuttgart, Telefon: + 49 (0)711 32<strong>06</strong>-8899, Telefax: +49 (0)711 182-2550, E-Mail: <strong>aerokurier</strong>@dpv.de<br />

Datum Unterschrift<br />

Coupon ausfüllen und einsenden an: <strong>aerokurier</strong> Aboservice, 70138 Stuttgart<br />

DIREKTBESTELLUNG: <strong>aerokurier</strong>@dpv.de Bitte Bestell-Nr. angeben<br />

Telefon +49 (0)711 32<strong>06</strong>-8899 · Telefax +49 (0)711 182-2550<br />

Schneller geht’s online:<br />

www.<strong>aerokurier</strong>.de/abo<br />

www.<strong>aerokurier</strong>.de


[ SEGELFLIEGEN Flugzeugreport ]<br />

Mit 20 Metern<br />

Spannweite und<br />

Winglets hat der<br />

Perkoz eine<br />

Gleitzahl von 42.<br />

SZD 54-2 Perkoz<br />

Das Multitalent aus Polen<br />

Schulung, Streckenflug und Akro-Tauglichkeit vereint in einem Flugzeug? Dass das geht,<br />

beweist Allstar PZL Glider mit seinem Perkoz. Drei Flugzeuge sind in Deutschland registriert,<br />

und auch im Ausland ist das Interesse zwecks Ersatz älterer Schulflugzeuge groß.<br />

Dass der Perkoz eben doch<br />

mehr ist als ein Puchacz<br />

mit neuem Leitwerk und<br />

größerer Spannweite, wird sofort<br />

klar, wenn man einmal im Cockpit<br />

Platz genommen hat. Das einzige,<br />

was hier noch Ost-Charme versprüht,<br />

ist die grau gesprenkelte<br />

Lackierung, die den meisten ostdeutschen<br />

Piloten von Bocian,<br />

Jantar und Co her bekannt sein<br />

dürfte. Ansonsten hat der Hersteller<br />

Allstar PZL Glider in den letzten<br />

Jahren noch einmal Hand angelegt<br />

und das Finish deutlich verfeinert.<br />

Einige der Punkte, die der<br />

<strong>aerokurier</strong> beim Test vor acht Jahren<br />

noch bemängelte, sind inzwischen<br />

obsolet. So sind Kabel und<br />

Leitungen sauber hinter Verklei-<br />

dungen verschwunden, und das<br />

hintere, zunächst in die Haube<br />

integrierte Instrumentenbrett ist<br />

durch einen Pilz ersetzt worden,<br />

der dem Piloten mehr Freiheit<br />

bietet. Die Ergonomie gibt keinen<br />

Anlass zur Klage, und die hochwertigen<br />

Sitzbezüge runden den<br />

guten Eindruck ab.<br />

Ein Kritikpunkt bleibt allerdings,<br />

dass der zweite Insasse weit hinten<br />

sitzt und ihm durch den Rahmen<br />

der Cockpithaube der direkte<br />

Blick auf die Flächenvorderkante<br />

verwehrt bleibt.<br />

Die bei der ersten Berichterstattung<br />

noch in Konstruktion befindlichen<br />

Ansteckflügel mit Winglets<br />

sind inzwischen verfügbar und<br />

verleihen dem Perkoz 20 Meter<br />

Spannweite und ein Gleitverhältnis<br />

von etwa 1:42. Ohne Ansteckflügel<br />

beträgt die Spannweite 17,5<br />

Meter, damit ist der Segler mit 1:37<br />

für die Schulung immer noch völlig<br />

ausreichend unterwegs. Ohne<br />

„Ohren“ fühlt er sich dann auch<br />

in seiner zweiten Disziplin, dem<br />

Kunstflug, so richtig wohl. Tatsächlich<br />

ist der Perkoz im Gegensatz<br />

zu den meisten anderen Schulflugzeugen<br />

dafür uneingeschränkt<br />

zugelassen. So dürfen nicht nur<br />

klassische Figuren wie Looping,<br />

Turn oder Rollen geflogen werden<br />

– auch gerissene und gestoßene<br />

Figuren sowie jene mit rückwärtiger<br />

Anströmung von Tragflügel<br />

und Rudern sind erlaubt. Für den<br />

Kunstflieger notwendig und für die<br />

Schulung sinnvoll ist die Eigenschaft<br />

des Perkoz, auch ohne Zusatzgewichte<br />

trudeln zu können. Dabei<br />

zeigt er den Strömungsabriss deutlich<br />

fühlbar durch Schütteln an.<br />

Flugschule schätzt<br />

die Vielseitigkeit<br />

Die Vielseitigkeit des Flugzeugs<br />

war für die Fränkische Fliegerschule<br />

Feuerstein der ausschlaggebende<br />

Grund, einen Perkoz in die<br />

Flotte zu integrieren. „Wir haben<br />

ein Flugzeug gesucht, das gleichermaßen<br />

für die Anfängerschulung,<br />

den Überlandflug und die<br />

Akro-Ausbildung geeignet ist“,<br />

sagt Schulleiter Michael Zistler.<br />

„Da war der Perkoz aufgrund sei-<br />

76 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


Im Cockpit geht es aufgeräumt<br />

und wertig zu. Keine<br />

Spur von Ost-Charme.<br />

Große Ruderhörner sorgen<br />

vor allem im Kunstflug für<br />

erträgliche Steuerkräfte.<br />

Der Perkoz ist ein<br />

ausgewachsener<br />

Doppelsitzer mit<br />

unproblematischem<br />

Flugverhalten.<br />

Fotos: Lars Reinhold<br />

ner Performance im Prinzip die<br />

einzig mögliche Wahl.“<br />

Zistler weiß als ehemaliges<br />

Mitglied der Segelkunstflug-Nationalmannschaft<br />

die Akro-Fähigkeit<br />

besonders zu schätzen. „Das Flugzeug<br />

funktioniert in allen Ausbildungssituationen<br />

bis hin zur Anfängerschulung<br />

sehr gut. Lediglich<br />

im Kunstflug stört vom hinteren<br />

Platz der Haubenrahmen den Blick<br />

in die Flächen zur genauen Kontrolle<br />

der Fluglage“, kritisiert er.<br />

Der Luftsportverein Hayingen<br />

in Baden-Württemberg kaufte im<br />

April 2015 den ersten Perkoz in<br />

Deutschland. Nach einer Saison<br />

zieht der Verein ein durchweg<br />

positives Fazit: „Der Perkoz ist für<br />

die breite Masse das ideale Vereinsflugzeug“,<br />

sagt Udo Markert,<br />

1. Vorsitzender des LSV. „Es kann<br />

ordentlich geschult werden, und<br />

zwar so, wie es sich für eine Ausbildung<br />

gehört, nämlich mit Gefahreneinweisung<br />

und Trudeln.<br />

Kunstflug ist uneingeschränkt<br />

möglich, und auch auf Strecke ist<br />

man gut unterwegs.“<br />

Im Mai wurden die Flugzeuge<br />

Nummer 13 und 14 an ihre neuen<br />

Besitzer übergeben, weitere fünf<br />

sind in Produktion. Laut Allstar<br />

PZL Glider liegt die Fertigungskapazität<br />

derzeit bei rund 15 Flugzeugen<br />

im Jahr. Das heißt, neue<br />

Kunden müssten sechs bis acht<br />

Monate von der Anzahlung bis zur<br />

Auslieferung rechnen. Apropos<br />

Zahlung: knapp 80000 Euro netto<br />

kostet der Perkoz in der 17,5-m-<br />

Version samt Gurtzeug, Antenne,<br />

Stall-Warnsystem und Batterie.<br />

Eine werksmäßige Grundinstrumentierung<br />

wird nicht angeboten,<br />

da die Kundenwünsche zu individuell<br />

seien, heißt es. Für die 20-Meter-Version,<br />

voll instrumentiert,<br />

inklusive Anhänger und Equipment<br />

für das Bodenhandling, sind rund<br />

130000 Euro brutto fällig. ae<br />

Lars Reinhold


[ SEGELFLIEGEN News ]<br />

Schleicher ASH 30 Mi<br />

JETZT EASA-ZERTIFIZIERT<br />

Der Offene-Klasse-Doppelsitzer ASH 30 Mi hat nach der ASG 32 Mi jetzt auch die Musterzulassung der<br />

EASA erhalten. Den eigenstartfähigen Doppelsitzer von Alexander Schleicher Segelflugzeugbau mit 26,5<br />

Metern Spannweite zeichnen eine deutliche Leistungssteigerung und Sicherheitsgewinne gegenüber<br />

dem Vorgänger ASH 25 aus. So wurde für die ASH 30 Mi die neueste Profiltechnologie genutzt. Die speziell<br />

für die ASH 30 entwickelten Profile des Flügels und der Leitwerke stehen für ausgezeichnete Gleitleistungen<br />

und Flugeigenschaften sowie eine gute Thermikfühligkeit. Das Cockpit bietet im Vergleich zum<br />

Vorgängermodell mehr Platz und Sicherheit. Die Ruder haben an allen Verbindungsstellen Zwangsanschlüsse.<br />

Für den Antrieb kommt wie bei allen Eigenstartern von Schleicher der vibrationsarme, 56 PS<br />

starke Wankelmotor von Austro Engine mit Doppelzündanlage und elektronischer Benzineinspritzung zum<br />

Einsatz. Mit dem 14 Liter fassenden Rumpftank verfügt die ASH 30 Mi über rund eine Stunde Motorlaufzeit.<br />

Überblick über die Segelflugsektoren<br />

<strong>2016</strong> bietet die Website www.daec.de<br />

Das werden die Renner für die<br />

Offene Klasse: Für EB29 und<br />

EB29D von Binder Flugmotorenund<br />

Flugzeugbau gibt es jetzt<br />

neue, hoch gestreckte Flügel mit<br />

28 Metern Spannweite. Bei 850<br />

Kilogramm Abflugmasse ermöglichen<br />

sie eine Flächenbelastung<br />

von 57 kg/m 2 . Bisher war für die<br />

EBs mit 28,3 Metern Spannweite<br />

im Wettbewerb eine Flächenbelastung<br />

von maximal 51,5 kg/m 2<br />

möglich. Die neuen Flügel wurden<br />

mit Unterstützung von Prof. Loek<br />

M. Boermans in Delft profiliert und<br />

verfügen über 1,6 Quadratmeter<br />

weniger Fläche als die bisherigen<br />

EB-Flügel mit 28,3 Metern Spannweite.<br />

Die Streckung der neuen<br />

Flügel beträgt 52,6. Die Flügelsteuerung<br />

wurde nicht verändert,<br />

auch im Wurzelbereich stimmen<br />

neue und alte Flügel überein.<br />

So kann das neue Flügelpaar an<br />

den Rumpf des Einsitzers EB29<br />

und des Doppelsitzers EB29D<br />

montiert werden. Sie werden<br />

damit zu EB29R und EB29DR,<br />

wobei das R für Racing steht.<br />

Ausgenommen sind die EB28. Sie<br />

würden mit ihrer höheren Masse<br />

mit dem schlanken Flügel eine<br />

nicht mehr vernünftige minimale<br />

Flächenbelastung erhalten.<br />

Schon der Sportdoppelsitzer<br />

EB29DR wird mindestens mit<br />

einer Flächenbelastung über<br />

50 kg/m 2 fliegen müssen.<br />

Get the Jet<br />

AUFRÜSTEN MIT M&D FLUGZEUGBAU<br />

Neue Segelflugzeugfamilie<br />

E-SEGLER VON REINER STEMME<br />

Reiner Stemme Air Utility Systems (RS-AUS) hat gerade erst das Aufklärungsflugzeug<br />

Q01 zum Erstflug gebracht – die Musterzulassung will das<br />

Unternehmen noch in diesem Jahr erlangen –, da präsentiert die junge<br />

Firma mit Sitz in Wildau bei Berlin bereits ein weiteres engagiertes Projekt,<br />

diesmal für den Freizeitbereich: Es handelt sich um ein doppelsitziges<br />

Segelflugzeug mit Elektroantrieb, die SK10.e. Damit tritt sie in direkte Konkurrenz<br />

zur Stemme AG in Strausberg. Der Elektro-Hochleistungssegler<br />

(Gleitzahl 48) mit im Rumpfbug versenkbarem Propeller soll bei einer Starthöhe<br />

von 300 Metern im Motorbetrieb eine Reichweite von einer Stunde<br />

haben. Mit der zusätzlichen Ausstattung mit Range Extender wird die<br />

SK10 zum Reisemotorsegler. Auch eine motorlose, reine Segelflugversion<br />

ist geplant. Der engagierte Wettbewerbsflieger wird die Version SK10 mit<br />

Zentralradfahrwerk und elektrischer Heimkehrhilfe ordern können.<br />

Standard soll ein einziehbares Zweibeinfahrwerk sein.<br />

M&D Flugzeugbau macht’s möglich: Jetzt können auch reine Segelflugzeuge<br />

mit einem Jetantrieb ausgerüstet werden. Mit seinem<br />

Programm „Get the Jet“ hilft M&D bei der Ausrüstung mit der Turbine<br />

MDTJ 42 inklusive der notwendigen ergänzenden Musterzulassung.<br />

Das Jettriebwerk des norddeutschen Herstellers erhielt vor Kurzem<br />

die EASA-Zulassung. Bewährt hat es sich inzwischen schon in<br />

der Jonker JS1. Auf seiner Website eruiert M&D nun die Nachfrage<br />

für das Angebot. Bei ausreichend großem Interesse von Haltern<br />

werden entsprechende Musterzulassungen angegangen.<br />

78 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


Endgültiges Aus für Standard-IHP<br />

LBA SETZT TERMIN FÜR DEN HERBST<br />

Mit einer neuen NfL ist das Aus für die bisherigen Standard-Instandhaltungsprogramme<br />

(S-IHP) besiegelt. Bis zum 30. September müssen diese<br />

S-IHP auf Teil-M-konforme IHP umgestellt werden. Die einfachste und<br />

unkomplizierteste Möglichkeit für die Umstellung eines S-IHP können<br />

Eigentümer/Halter mit der Selbsterklärung wählen. Wird die Genehmigung<br />

durch das LBA gewählt, fallen im Rahmen der Umstellung keine Gebühren<br />

an. Darüber hinaus können auch weiterhin CAMOs Instandhaltungsprogramme<br />

erstellen und genehmigen.<br />

DG-Flugzeugbau<br />

NEUE WINGLETS FÜR DIE LS8<br />

Für die 15-m-Version der LS8 gibt es neue, schlanke Winglets. Nach<br />

den ersten Testflügen konnte Jelmer Wassenaar, Chefkonstrukteur<br />

bei DG-Flugzeugbau, schon feststellen, dass das Flugzeug damit<br />

agiler wird. Welche Leistungssteigerung mit den neuen Flügelspitzen<br />

erreicht wird, dürfte sich aber erst bei Vergleichsflügen im Sommer<br />

festmachen lassen. Das Design der neuen Winglets entstand in<br />

Zusammenarbeit mit Johannes Dillinger, der bereits die Winglets der<br />

18-m-Version der DG-1001 entworfen hat. Die Profilierung der neuen<br />

Flügelenden hat Benjamin Rodax entwickelt. Den ersten harten Test<br />

müssen die Winglets im August bei der Weltmeisterschaft der<br />

Standard-Klasse in Pociunai, Litauen, bestehen. Robert Schröder<br />

wird dort mit der modifizierten LS8 starten. Angeboten werden<br />

die neuen Winglets zum Austausch gegen die originalen LS-Winglets.<br />

Mit dem<br />

Steuerknüppel<br />

von Tost kann<br />

komplett<br />

hydraulisch<br />

gebremst<br />

werden.<br />

Vollhydraulisch bremsen können künftig auch die Piloten der Schempp-<br />

Hirth-Einsitzer Ventus und Discus. Die Firma Tost bietet analog zu den<br />

bereits in der Praxis bewährten Doppelsitzersystemen eine Umrüstung der<br />

bisherigen Bremssysteme auf eine komplett hydraulische Lösung an.<br />

Dazu integriert der Tost-Steuerknüppel den Hauptbremszylinder. Der bisherige<br />

Bowdenzug vom Bremsgriff zur Hydraulikeinheit entfällt. Vorteile<br />

dieser Lösung sind eine deutlich erhöhte Bremsleistung und eine bessere<br />

Dosierbarkeit der Bremswirkung. Zugelassen ist das System seit Ende April.<br />

Das Maximalgewicht in der 20-m-<br />

Doppelsitzerklasse hat die Internationale<br />

Segelflugkommission<br />

(IGC) auf ihrer Vollversammlung<br />

jetzt mit sofortiger Wirkung von<br />

750 auf 800 Kilogramm erhöht<br />

und gleich noch eine wichtige<br />

Entscheidung getroffen:<br />

In den Wettbewerben dieser<br />

Doppelsitzerklasse soll auch der<br />

Regatta-start eingeführt werden.<br />

Auch für die neue 13,5-m-Klasse<br />

wurden Änderungen beschlossen:<br />

Bei der Weltmeisterschaft 2019 in<br />

Pavullo, Italien, werden nur noch<br />

motorisierte Segler zugelassen<br />

sein. Die Junioren-Weltmeisterschaften<br />

2019 wurden nach<br />

Szeged, Ungarn, vergeben, die<br />

Weltmeisterschaften der Frauen<br />

2019 sollen in Lake Keepit in Australien<br />

ausgetragen werden. Die<br />

Europameisterschaften in dem Jahr<br />

finden für die Flugzeuge mit kurzer<br />

Spannweite in Prievidza, Slowakei,<br />

statt, die EM der anderen Klassen<br />

in Stalowa Wola, Polen.<br />

Ultraleichte Segelflugzeuge<br />

PREISBRECHER AUS POLEN UND LETTLAND<br />

Newcomer unter den Segelflugzeugherstellern aus<br />

Lettland und Polen zeigten auf der AERO, dass<br />

Segelflug auch preiswert gehen kann. Smart Aircraft<br />

Solution aus Lettland stellte die AC 4-115 vor, eine<br />

Modifikation der Russia. Die 115 in der Typenbezeichnung<br />

steht für die Leermasse von 115 Kilogramm.<br />

Das Flugzeug ist konventionell ausgelegt mit<br />

Schempp-Hirth-Bremsklappen, Doppelfahrwerk und<br />

sehr geräumigem Cockpit für den Clubbetrieb. Ehrgeiziger<br />

in der Leistungsfrage ist GP Gliders aus Polen.<br />

Die ausgestellte GP 11 Pulse kommt schnittiger<br />

daher, bleibt auch unter der 120-kg-Grenze und wird<br />

mit einem besten Gleiten von 39 angepriesen. Ein<br />

richtiger Hot Rod wird die GP 14 Velo. Mit Klapptriebwerk<br />

macht sie als Ultraleichtflugzeug der Silent<br />

Konkurrenz. Die AC 4-115 gibt es ab 18 400 Euro.<br />

Fotos: DG, Marzinzik, Münch, M&D, RS-AUS<br />

<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> 79


[ SEGELFLIEGEN Reiseziele ]<br />

TEXT UND FOTOS: Andrea Abt<br />

Fayence 4.0<br />

EINE LEGENDE<br />

Fayence und Streckensegelflug? In dem südfranzösischen Segelflugzentrum,<br />

das im vergangenen Jahr sein 80-jähriges Bestehen<br />

feierte, geht es längst nicht mehr allein um Höhenflüge.<br />

Bekannt ist Fayence, unweit<br />

der Côte d’Azur, bis heute<br />

dafür, dass viele deutsche<br />

Segelflieger dort die Höhen<br />

für ihre Leistungsabzeichen erflogen<br />

haben. Teilweise mal eben über Weihnachten<br />

oder zu Beginn des Frühjahrs,<br />

wenn in Deutschland kaum ans<br />

Segelfliegen zu denken war. Diese<br />

Zeit liegt nun schon Jahrzehnte zurück.<br />

Damals waren viele Piloten auf<br />

Höhenflüge fixiert, der Wellenstreckenflug<br />

steckte noch in den Kinderschuhen.<br />

In den letzten 15 Jahren hat<br />

Fayence aber ganz anders von sich<br />

reden gemacht. Im Online Contest<br />

und im NetCoupe, dem französischen<br />

Pendant, finden sich jetzt immer mehr<br />

Flüge, die von Fayence ihren Ausgang<br />

genommen haben. In der Saison<br />

2015 waren gleich zwei Flüge<br />

über 1000 Kilometer darunter.<br />

„Nach Fayence?“, fragen aber<br />

immer noch viele ungläubig, wenn<br />

es um das Ziel für den Segelfliegerurlaub<br />

im Frühjahr geht. Viele Piloten<br />

gehen nach Puimoisson, Vinon,<br />

Serres, Sisteron, Gap, La Motte du<br />

Caire, Barcelonnette – aber Fayence?<br />

Da flogen sie früher Welle, da kommt<br />

man schlecht weg und manchmal<br />

auch schlecht wieder zurück, da sind<br />

ohnehin wenig Streckenflieger – so<br />

nur einige der Gerüchte, die sich<br />

hartnäckig halten, wenn es um das<br />

älteste der französischen Segelflugzentren<br />

geht. Tatsächlich ist der Club<br />

von Fayence 2015 zum dritten Mal<br />

hintereinander Erster der französi-<br />

80 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


ERFINDET SICH NEU<br />

schen Segelflugvereine geworden. In<br />

Fayence werden die meisten Segelflugscheine<br />

erworben, erste Alleinflüge<br />

und Streckenflüge absolviert.<br />

Zwischen 11 100 und 11 750 Segelflugstunden<br />

pro Jahr hat Fayence seit<br />

dem Jahr 2011 verzeichnet.<br />

32 Segelflugzeuge hat der Club zur<br />

Verfügung, von Ka 6 und Ka 8 über<br />

ASK 13 und ASK 21 bis zu Pégase,<br />

LS4 und LS6. Zur Streckenflugschulung<br />

dienen zwei Janus mit 18 und 20<br />

Metern Spannweite, drei Duo Discus<br />

und eine ASH 25. Zwei Piper Pawnee,<br />

zwei Moranes und eine Super Dimona<br />

stehen täglich im Schleppeinsatz.<br />

Zurzeit wird eine Dynamic WT9 auf<br />

ihre Schleppeignung hin getestet.<br />

Ergänzt wird die Schulflotte von 32<br />

privaten Segelflugzeugen und Motorseglern.<br />

Während das Stundenaufkommen<br />

eher konstant bleibt, hat Fayence die<br />

Streckenflugaktivität in den vergangenen<br />

Jahren im NetCoupe-Wettbewerb<br />

konstant gesteigert: Waren es<br />

2011 noch 240 000 Streckenflugkilometer,<br />

kamen 2015 nicht weniger als<br />

349 000 Kilometer zusammen, darunter<br />

zwei Flüge über 1000 Kilometer<br />

und viele im Bereich 500 bis 900 Kilometer.<br />

Irgendetwas muss sich in<br />

Fayence also geändert haben, die<br />

Topografie sicher nicht.<br />

Die Route ins Hochgebirge ist nach<br />

wie vor vorgezeichnet. Man musste<br />

schon immer über den Pente, den<br />

Malay an den Lachens oder den Dracula<br />

fliegen, um dann entweder direkt<br />

oder über die Barre de Seranon zum<br />

Teillon oder zur Barre de la Fou zu<br />

kommen, von wo aus es dann in Richtung<br />

Parcours oder nach Barcelonnette<br />

geht.<br />

Der Einstieg ins Gebirge mag<br />

anderswo leichter sein. Von Fayence<br />

aus gleitet man meist aus nicht allzu<br />

praller Ausgangshöhe in schnell ansteigendes<br />

Gelände, in dem Hochtäler<br />

arg an der Arbeitshöhe zehren.<br />

Bei vielen Piloten, die vor allem im<br />

Frühjahr kommen, baut diese Aussicht<br />

eine psychologische Barriere auf. Sie<br />

fällt mit hoher Basis und Wolken. Wer<br />

<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> 81


[ SEGELFLIEGEN Reiseziele ]<br />

[ 1 ]<br />

das einmal unter diesen Bedingungen<br />

praktiziert hat, findet sich später auch<br />

mit geringerer Arbeitshöhe zurecht.<br />

Die Franzosen fliegen ihre großen<br />

Strecken jedenfalls nicht nur bei bester<br />

Wolkenthermik.<br />

Anders ist heute in Fayence vor<br />

allem, dass mit Régis Kuntz im Juli<br />

2012 ein sehr aktiver Streckenflugpilot<br />

Cheffluglehrer geworden ist, geholt<br />

vom neuen Clubpräsidenten<br />

Gérard Giocci. Die Aufgabe für Régis<br />

Kuntz, der zuvor viele Jahre das Zentrum<br />

in Vinon geleitet hatte: Fayence<br />

neues Leben einhauchen und frischen<br />

Wind hineinbringen. Der ehemalige<br />

Lotse und Offizier der Luftwaffe nahm<br />

die Herausforderung an, war er doch<br />

selbst mehrere Jahre lang Mitglied<br />

der französischen Segelflug-Nationalmannschaft<br />

und hat nicht weniger<br />

als 8000 Segelflugstunden zu verzeichnen.<br />

Régis Kuntz geht auch als Cheffluglehrer<br />

gerne auf Strecke. Im OLC<br />

finden sich immer wieder Flüge mit<br />

der ASK 13, seinem geliebten „KTZ“<br />

(Janus 18 m) und dem Duo Discus.<br />

Meist liegen die Trainingsstrecken<br />

mit Schülern im Bereich von 400 bis<br />

500 Kilometern. Auch sein neuer<br />

Stellvertreter, Gregory Hor, fliegt<br />

überland, wie inzwischen alle Fluglehrer<br />

in Fayence. Basis für die Ausweitung<br />

des Streckenflugs in Fayence<br />

sind Lehrgänge, gestaffelt nach der<br />

gewünschten Distanz. Es gibt einen<br />

50-km-Lehrgang, einen für 200 Kilometer,<br />

300- und 500-Kilometer und<br />

eine Stage Grands Vols, also einen<br />

Kursus für besonders große Streckenflüge.<br />

Die Trainees können sich anhand<br />

von Unterlagen vorbereiten und fliegen<br />

dann im Doppelsitzer. Mit Englisch<br />

kommt man in der Regel zurecht. Wer<br />

will, kann nach Absprache mit erfahrenen<br />

deutschen Streckenfliegern<br />

fliegen, die die Region um Fayence<br />

gut kennen, so zum Beispiel mit Bernhard<br />

Haupert vom Aero Club Pirmasens,<br />

der sein Wissen bereitwillig<br />

weitergibt. Bernd Haupert hat in den<br />

vergangenen Jahren während der<br />

Sommermonate Lehrgänge für deutsche<br />

Segelflugvereine durchgeführt,<br />

die ihr Fluglager einmal anders ausrichten<br />

wollten.<br />

Finanziell werden die Kurse gefördert.<br />

Im Rahmen eines Lehrgangs<br />

werden für Flüge mit Doppelsitzern<br />

maximal drei Stunden berechnet,<br />

eine Ausnahme bildet nur die ASH<br />

25. Lehrgänge für kleinere Strecken<br />

führen in Fayence alle Fluglehrer<br />

durch. Die Stages Grands Vols betreuen<br />

entweder Baptiste Innocent,<br />

Jean Pierre Laget oder Pierre Marie<br />

Dauvergne.<br />

Wer die Flüge von Baptiste Innocent<br />

in den vergangenen drei Jahren<br />

im OLC angesehen hat und Fayence<br />

kennt, reibt sich die Augen: 800, 900,<br />

1000 Kilometer von Fayence aus – das<br />

ist selbst für richtige Cracks eine<br />

Hausnummer. Als Baptiste vor drei<br />

Jahren erstmals im OLC auftauchte,<br />

fragten sich die deutschen Fayence-<br />

Veteranen, woher dieser 30-Jährige<br />

kommt. Dabei ist auch Baptiste ein<br />

Fayencer Eigengewächs. Ursprünglich<br />

kommt er aus Marseille, aber<br />

seine Großeltern wohnen in Cannes-<br />

Mandelieu, nicht weit von Fayence.<br />

Mit zehn Jahren saß Baptiste zum<br />

ersten Mal in einem Segelflugzeug,<br />

mit 14 flog er sich in Fayence frei,<br />

mit 17 hatte er dann die Lizenz. Heute<br />

lebt der Air-France-/Transavia-<br />

Pilot in Paris, wenn, ja wenn er nicht<br />

in Fayence ist.<br />

Zwischen März und August ist<br />

Baptiste in der Regel eine Woche pro<br />

Monat in Fayence. „Weil Régis mich<br />

darum gebeten hat“, sagt er. Und<br />

natürlich, weil er das Fliegen in den<br />

Alpen liebt, wo er inzwischen rund<br />

82 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


[ 2 ]<br />

[ 1 ] Der Flugplatz liegt gleich zu Füßen des weit in die Hänge gebauten Fayence und<br />

Tourrettes. [ 2 ] Blick über den Flugplatz nach Norden. Aus größerer Höhe ist der<br />

stetige Anstieg des Geländes so recht gar nicht wahrzunehmen. Hinter den ersten<br />

höheren Bergen schließen sich Hochtäler an. [ 3 ] Solch ein Wolkenhimmel macht den<br />

Abflug von Fayence aus leicht. Es muss nur ein wenig Nordwind die Mittelmeerluft der<br />

nahen Küste fernhalten.<br />

[ 3 ]<br />

2000 Stunden angesammelt hat, viele<br />

davon auch in Trainingslagern der<br />

französischen Junioren-Segelflug-<br />

Nationalmannschaft. Baptiste war<br />

von 2007 bis 2012 Mitglied des Teams.<br />

Régis Kuntz und Baptiste Innocent<br />

kennen sich aus dieser Zeit von Wettbewerben.<br />

„Baptiste zeigt, was von<br />

Fayence aus möglich ist“, sagt Régis<br />

Kuntz. „Er weitet den Aktionsradius<br />

aus, und wir können durch ihn Training<br />

auf höchstem<br />

Niveau anbieten.“<br />

Baptiste selber sagt:<br />

„Im März und im April<br />

kann man bei den<br />

niedrigeren Basishöhen<br />

gut üben, von<br />

Mai bis Juli ist die Basis oft so hoch,<br />

dass man kaum noch in den Bergen,<br />

sondern nur noch weit über den Gipfeln<br />

fliegt.“<br />

In Fayence findet an 365 Tagen<br />

im Jahr Flugbetrieb statt, jedenfalls<br />

wenn das Wetter es halbwegs erlaubt.<br />

Jeden Morgen gibt es ein Briefing,<br />

wenn erforderlich mit englischer beziehungsweise<br />

mit deutscher Übersetzung.<br />

Hinzu kommen auf der<br />

Website ausführliche Unterlagen zum<br />

Selbstbriefing. Darüber hinaus bietet<br />

die Schule auch regelmäßige Vor-Ort-<br />

Besichtigungen der Außenlandefelder<br />

an, mit dem Auto oder auch mit dem<br />

Motorsegler.<br />

Die meisten deutschen Piloten<br />

kommen traditionell im Frühjahr, bevor<br />

die Saison auf der Alpennordseite<br />

beginnt. Und es gibt viele, die<br />

Fayence seit vielen Jahren die Treue<br />

halten und immer wiederkommen,<br />

auch wenn sie schon an anderen Orten<br />

in Südfrankreich waren.<br />

DER EINSTIEG IN DEN STRECKEN-<br />

FLUG IN DEN ALPEN IST EIN<br />

PROJEKT ÜBER MEHRERE JAHRE<br />

Thomas Kleber aus Schwandorf<br />

zum Beispiel kommt seit 27 Jahren<br />

im Frühjahr nach Fayence, meistens<br />

gemeinsam mit mehreren Vereinskameraden.<br />

Thomas fliegt hier in der<br />

Regel in zwei bis drei Wochen rund<br />

60 Stunden, seine Strecken liegen<br />

selten unter 200 Kilometer und gehen<br />

bis Sollières, dann stehen um 500<br />

Kilometer im OLC. „Wer hier fliegen<br />

will, sollte sich über das Selbstbriefing<br />

im Netz gut vorbereiten, er sollte die<br />

Landefelder mit dem Auto abfahren<br />

und sich darüber im Klaren sein, dass<br />

Fliegen in den Alpen und in Fayence<br />

ein Projekt über mehrere Jahre ist“,<br />

sagt er und rät, am besten mit einem<br />

erfahrenen Lehrer im Doppelsitzer zu<br />

fliegen, bevor es allein losgeht. „Das<br />

Schöne an Fayence ist, dass man hier<br />

auch so viel unternehmen kann, Wandern<br />

in den Gorges du Verdon zum<br />

Beispiel.“<br />

Dass Fayence so vielseitig ist, gefällt<br />

auch Frank Fröhlich. Er kommt<br />

mit seiner Frau Dagmar<br />

hierher, seit er<br />

vor 30 Jahren über<br />

Fayence auf 9400<br />

Meter Höhe war. Er<br />

schätzt das angenehme<br />

Klima, dass sich<br />

die Hektik am Platz in Grenzen hält<br />

und man in einer halben Stunde mit<br />

dem Auto am Meer ist. Gründe, die<br />

vor 15 Jahren auch Bernd Schwehm<br />

aus Dannstadt dazu bewogen haben,<br />

mit ihm gemeinsam nach Fayence zu<br />

kommen.<br />

Die Kombination Fliegen und Nähe<br />

zum Mittelmeer hat es ihnen allen<br />

angetan – wie Segelfliegern aus Russland,<br />

Dänemark, Italien, der Schweiz<br />

und selbst aus China. Fayence ist<br />

eine Reise wert – im Frühjahr und<br />

auch sonst.<br />

ae<br />

<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> 83


Connecting<br />

Business<br />

Markt<br />

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1991, Raisbeck Performance Package,<br />

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Cessna 177 RG, Bj. 1971, TT<br />

4149 Std., 4 Sitzpl., Preis VS. Eng.<br />

TT 291 h, Prop. TT 96 h, JNP<br />

09.<strong>2016</strong>, W/B, Liese, NAV/COM 2x<br />

KX155 w G/S, Audio KA134, DME<br />

KN62a, ADF KR85, MKR MBR01,<br />

XPDR TT31, ENC ALT ACK A30,<br />

ELT AK451. Tel. +49173-7280426<br />

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AQUILA A210, Standort EDKB, Bj.<br />

2010, TT 786 Std., 2 Sitzpl., Preis<br />

VS. NVFR ILS FlYMAP. Alle Wartungen<br />

beim Hersteller, neuw., 1. Hd.,<br />

nur vom Eigentümer geflogen.<br />

Hangar, Preis VS. Tel. 0170/4534701,<br />

e.miesen@t-online.de<br />

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AQUILA A210, Standort Süddeutschland,<br />

Bj. 20<strong>06</strong>, TT 550 Std.,<br />

2 Sitzpl., 105.000,– €, sehr gepflegt<br />

und stets im Hangar, nur privat<br />

geflogen, Avionics: Com/NAV KX<br />

125, Transp. KT73 Mode S, GPS<br />

KDM 150-Map, Verkauf wegen<br />

Umstieg auf 4-Sitzer Kontakt:<br />

hannes-petra-mayer@t-online.de<br />

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Cessna T210M, Standort EDDV,<br />

Bj. 1977, IFR, 6 Sitze, Leder grau,<br />

Active-Noise Headsets, 6-Platz-<br />

Oxygen, Motor 2012 neu, 200 Std.,<br />

Garmin 530, Propeller Deice. Stets<br />

hangariert, Haltegemeinschaft<br />

möglich. email: elzyg@htp-tel.de,<br />

Tel. 0172/5114176<br />

Beechcraft 33 Debonair, Standort<br />

EDRZ, Bj. 1968, TT 3500 Std.,<br />

4 Sitzpl., 79.000,– € VB. Bonanza<br />

fliegen für 80,- € Std. BEECH33E<br />

top gepflegt, immer hangariert,<br />

no damage history, D-registriert,<br />

Triebwerk Continental 10-470K<br />

500 Std., Mogas zugelassen<br />

( 1,70 € pro Liter), Garmin 430,<br />

King DME, VHF King KY197A, 2<br />

NAV Narco Crosspointer mit Glideslope,<br />

ADF, Radarhöhenmesser,<br />

Mode S Transponder, Autopilot,<br />

Fuelflowindicator, ARC bis<br />

1.10.16. Tel. 0171/4021059<br />

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Cessna 177 B Cardinal (EDRK),<br />

ideales wirtschftl. Reiseflugzeug,<br />

perfekt für kurze Graspisten.<br />

Zelle 1295h seit neu (1976). TOP<br />

Zustand, alle Insp. JNP bis 07/16,<br />

Verst.-Prop., Mot.Lycoming O-360<br />

180 PS, 380h s. neu. AUTOPILOT<br />

f. VOR o. Comp. El Ruder Trim/<br />

mech. Pitch Trim. Dig. Fuel-Mgr.<br />

Perf.bei 75%: 5 Std./120 Kts/550<br />

Nm non-stop mit 240 kg Zuladung.<br />

King ILS Avionic 2 COM, 2<br />

NAV, ADF, XPR/S-Mode, Enc.<br />

Altimeter, ELT. Von privat. FP<br />

71.500,- € ohne MwSt.<br />

Mail: h.ruby@rz-online.de<br />

Fax +49(0)2631-356113<br />

mob. +49(0)171-6241100<br />

more: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé No. 665190<br />

84 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> Firmenanzeigen sind mit "F" gekennzeichnet www.<strong>aerokurier</strong>.de


Fax 0711/182-1027 oder www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de<br />

Cessna 182, Standort ETHN, Bj.<br />

1979, TT 418 Std., 4 Sitzpl.,<br />

120.000,– € VB. 740 Land., immer<br />

hangariert, Top Zustand, unfallfrei,<br />

LR Tank, s, zus. Elektr.Horizont.Tel.<br />

07932/8033, helmut.rohn@t-online.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 665423<br />

Maule MT-7-235, Standort Paderborn,<br />

Bj. 1999, TT 781 Std., 4<br />

Sitzpl., 89.000,– €. STOL, Startstrecke<br />

150 m, ideal für Graspisten,<br />

Longrange-Tanks, Garmin<br />

430, Autopilot, IFR-Ausrüstung,<br />

Lycoming 235 PS, hangariert,<br />

unfallfrei, von Privat, Auskunft<br />

Willy Ader, Paderborn.<br />

Tel. 0049 (0) 2955/749018 oder<br />

0041/71/2459494<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 663967<br />

Diamond DA40-TDI NVFR 2.0S,<br />

Standort EDAZ, Bj. 2005, 4 Sitzpl.,<br />

135.000,– €. TTAF: 1.830h,<br />

new Engine: 40h (155 PS), new<br />

Propeller: 40h, new ARC: bis<br />

08/<strong>2016</strong>, Garmin GMA 340, GNS<br />

430 (Com/Nav/GPS/ILS/GS/LOC),<br />

GTX330 (Mode S), ELT 4<strong>06</strong> MHz.<br />

Tel. 0179/7611875, paolo@<br />

marcolini.org, www.gaviators.com<br />

more: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé No. 664713<br />

Mooney M20J 201 US-IFR,<br />

Standort EDSZ, Bj. 1977, TT<br />

2337Std. Lycoming IO-360-A1B6D,<br />

ETSO 457h, McCauley B2D34C212,<br />

PTT 19h, Aspen PFD mit 3-Achs<br />

AP, GNS430W, GNC250, GTX330,<br />

DME TCR451, WX8, ELT, gepflegt,<br />

nur vom Eigentümer gefl., ständig<br />

hangariert, professionell gewartet.<br />

Gegen Gebot. Tel. 07053/920911,<br />

BerndRobatzek@aol.com<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 667341<br />

Piper PA-28-140, Standort EDXF,<br />

Bj. 1969, TT 3775 Std. S/N:<br />

28-26026, Max. TOW: 976 kg,<br />

Noise Level: 72,2 dB, Avionics:<br />

GNS 430 COM/NAV, Mode "S"<br />

Transponder TRIG TT 31, Encoder<br />

ACK A 30, ELT KANNAD 4<strong>06</strong> AG,<br />

Piper Autoc. III Autopilot, Flarm,<br />

TTSN: 3775:00 hours as of<br />

16.11.2015, LDGS: 6030 as of<br />

27.07.2015, Engine: Lycoming<br />

O-320 E2A OVH due at 3877 airframe<br />

hours or 01.20<strong>06</strong> (12 years),<br />

Propeller: Sensenich 74 DM-6-0-58<br />

OVH due at 5277 airframe hours.<br />

Honest and solid aircraft, good<br />

Performer, no damage history,<br />

based on Flensburg-Schäferhaus<br />

(EDXF), above average condition<br />

for the Age. New leather seats,<br />

Outside 7/10, Inside 8/10. Make<br />

offer! Heiko Harms 0160/96836579,<br />

info@luftsportverein-flensburg.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 659491<br />

Mooney M20J, Standort LSGE, Bj.<br />

1979, TT 2650 Std., 4 Sitzpl., Motor<br />

650 Std seit TSO, immer hangariert,<br />

Full IFR equ., Preis gegen<br />

Gebot. Tel. 0041/79/3002660,<br />

waltgosteli@bluewin.ch<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 66<strong>06</strong>16<br />

RF6 Sportavia Pützer, Standort<br />

EDGU, Bj. 1974, TT 1440 Std., 4<br />

Sitzpl., Preis VS. Holzbauweise,<br />

bei 1181h generalüberholt, 2485<br />

Starts, kein Vereinsbetrieb. Tel.<br />

<strong>06</strong>285/322, heinrich.ruppert@gmx.<br />

de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 662007<br />

Nice aircraft for spring <strong>2016</strong> !<br />

Standort EDXG, Bj. 1993, TT<br />

1356 Std., 4 Sitzpl., Preis VS. Used<br />

single engine, four seat, cruising<br />

aircraft with 4- blade MT-constant<br />

speed propeller, retractable landing<br />

gear and steer able nose<br />

wheel. Accident free. 05422/46737<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 664724<br />

Piper PA-28 Archer III, 180 PS, Bj.<br />

2003, 1550 Std., mit neuer Jahresabnahme,<br />

bester Zustand, nur privat<br />

geflogen, blau-weiss, GMA 340<br />

Aufschaltanlage, 2 x GNS 430 -<br />

8,33 KHZ/GI -1<strong>06</strong>A Crosspointer,<br />

Transponder GTX 330 - ACS, ELT<br />

Kannad 4<strong>06</strong> AF-C, Autopilot STEC<br />

- System 55X, erhöhter Schallschutz,<br />

immer hangariert, aus Privatbesitz<br />

zu verkaufen. Preis<br />

135.000,- EUR ab EDLD - MwSt.<br />

frei. Weitere Infos und Fotos über<br />

e-mail: h.mahl@holzland-mahl.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 667514<br />

www.<strong>aerokurier</strong>.de<br />

<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong><br />

85


-Markt<br />

Emeraude CP 301 S, Standort<br />

EDRH, Bj. 1960, 2 Sitzpl. Perfekter<br />

Zustand, technisch und optisch<br />

einem Neuflugzeug entsprechend.<br />

Preisnachlass nur<br />

wegen neuem Flugzeug-Projekt,<br />

Verkaufspreis: nur 38.000,- Euro !!!<br />

TT seit GH: ca. 60 Std. Neue<br />

Bespannung, neuer Lack, jede<br />

einzelne Schraube neu, jedes<br />

einzelne Metallteil ausgebaut,<br />

abgebeizt und neu grundiert und<br />

neu lackiert. Neuer Motor: Continental<br />

O-200, neuer Propeller,<br />

neue Avionik, neuer Drehzahl- u.<br />

Höhenmesser. Neue LED Pos. -<br />

Lichter / Beacon. Weitere Angaben:<br />

siehe Online oder einfach<br />

telefonisch erfragen. Tel.<br />

<strong>06</strong>781/939111 oder 0172/6154178,<br />

kmdewenter@aol.com<br />

more: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé No. 664520<br />

Breezer B-600 LSA, Standort<br />

EDLS, Bj. 2012, TT 360 Std., 2<br />

Sitzpl., 122.500,– € VB. Rotax<br />

912 ULS mit Verstellprop., EFIS<br />

Dynon Skyview, Autopilot, Traf.<br />

ficsensor mit Flarm, elektr.<br />

Höhen- und Querrudertrim.<br />

mung, WIFI Austausch iPad zu<br />

Glascockpit. a_laudert@mac.com<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 664686<br />

Globe Swift GC 1 B, Standort<br />

EDLP, Bj. 1948, TT 2210 Std., 2<br />

Sitzpl., 78.000,– € VB. originale<br />

Swift, poliert, innen neu Leder<br />

dunkelblau, C 150 Sitze, Auto Fuel<br />

STC, O 300 Motor 145 PS 385h<br />

TSMO, Frontscheiben neu, Sporn1<br />

rad steuerbar, Cleveland Bremsen,<br />

King KY97A TSO Radio, King<br />

KT76A Transponder, super origina1<br />

ler Zustand ohne Vorschäden, alle<br />

Dokumente seit 1948.<br />

Tel. +491713081431 oder<br />

Tel. +491792955583,<br />

oggi@engelsburg.com<br />

more: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé No. 660216<br />

Sportavia Pützer RS 180 Sportsman,<br />

Standort EDLE, Bj. 1981, TT<br />

3270 Std., 4 Sitzpl., Preis VS. Motor<br />

O360, Restlaufzeit 675 h, Prop.<br />

Hoffmann HO 27HM, 160 King<br />

COM NAV, Transponder Mode S,<br />

ELT 4<strong>06</strong>, hangariert, Wartung<br />

durch Werft. Tel. 0208/3044609<br />

oder 0172/2000812, atc3@arcor.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 663405<br />

Schöner kleiner rot-weißer Oldtimer,<br />

Morane Saulnier Rally Club<br />

MS 880B, D-ELBH, S/N 1372, 100<br />

PS Rolls-Royce O-200 Sparmotor,<br />

Ganzmetallflieger - kein Rost, JK<br />

bis 11.11.16, TT 1748, Motorverl.<br />

b. JK, Standort EDRS. Leider aus<br />

pers. Gründen gegen Gebot abzu4<br />

geben. Tel. +49 6751 94566 oder<br />

Tel. +49 175 52 94566, Fax +49<br />

6751 94565, romoso@t-online.de<br />

more: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé No. 664528<br />

Cirrus SR20, Standort LSZF, Bj.<br />

2003, TT 1580 Std., 4 Sitzpl.,<br />

9200,– € VB. 1/11 Halteranteil an<br />

schöner, gepflegter SR20 am<br />

Standort Birrfeld abzugeben.<br />

Avionik erneuert. VB Halteranteil<br />

CHF 10'000, jährliche Fixkosten<br />

CHF 2'900, Flugstunde CHF 270.<br />

stephan.nyfeler@gmx.ch<br />

www.cirrus-club.ch<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 666601<br />

Turbi D5 Experimental, Standort<br />

EDFC, Bj. 2004, TT 270 Std., 2<br />

Sitzpl., Motor: ROTAX 912 A2 80<br />

PS, Spannweite: 8,70 m, Länge:<br />

7,16 m, Leergewicht: 409 kg, Max.<br />

Abfluggewicht: 620 kg, Holzbauweise<br />

mit Bespannung, sehr gepflegter<br />

Zustand, 38.000,- €. Kontakt:<br />

Tel. +49(0)151 70053472,<br />

E-Mail: r-lewe@t-online.de<br />

more: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé No. 665802<br />

Velocity 173 LW RG ELITE -<br />

Sale, Standort EDOP, Bj. 1996,<br />

TT 740 Std., 4 Sitzpl., 110.000,– €<br />

VB. Lyco IO-360 200HP, MT 3-<br />

Blade const. speed prop., 62<br />

TSO, IFR equipped, Garmin 430,<br />

EDM 830 engine-monitor, CEN4<br />

TURY 2000 AP with ALT-HLD &<br />

HDG/NAV/GPS track, Garmin<br />

340 Mode-S XPND, Strike Finder,<br />

LoPresti HID-Light, AEROLEDS<br />

Pulsar Strobe/Navlights, Exterior<br />

new 2012, Interior all new 2011,<br />

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for engine 2014, N-reg.<br />

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veloliner@gmail.com<br />

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Van´s Aircraft RV12, TT 100 Std.,<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 665199<br />

Lancair Super ES, Standort<br />

Austria, Bj. 20<strong>06</strong>, TT 330 Std., 4<br />

Sitzpl., Preis VS. Continental<br />

IO550N (310 PS), Prop. 3-Blatt<br />

Mühlbauer, Garmin Panel GMA340,<br />

2 NAV/COM GNS430 (8,33 kHz),<br />

GTX330, DME KN62A, Slaved<br />

HSI KCS55, 2. Nav Indik. (+GS),<br />

2 x Altimeter, ASI, Horizon, T&B,<br />

VSI, AP STEC 55X (HDG, NAV,<br />

APP, VS, GPSS), 4 x Bose ANR<br />

Headset, Steigleistung ca. 1800<br />

ft/min., Reiseleistung ca. 180<br />

KTAS, Startstr. (50 ft) 500 m, Innenausstattung<br />

Leder/Alcantara,<br />

reduzierter Preis. Alle Details<br />

siehe WEB Page oder E-Mail:<br />

info@lancair-es.de,<br />

www.lancair-es.de<br />

more: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé No. 6647<strong>06</strong><br />

Morane-Saulnier MS 893 A mit<br />

Schleppkupplung, Standort Bückeburg<br />

bzw. EDXQ, Bj. 1967, TT<br />

4047 Std., 4 Sitzpl., 17.900,– €<br />

VB, Jahres-NP ARC Sept <strong>2016</strong>,<br />

180 PS, leak test 78-77-75-78,<br />

Eng. Lycoming O-360 A2A, Ldg.:<br />

6664, MTM. 1.050 kg, Garmin<br />

SL40 VHF, Mode-S XPDR TT 31,<br />

ACK Tech A30, ELT ME 4<strong>06</strong>, wg.<br />

Wechsel. Tel. 0177-8782355, Fax<br />

0571-8709-1, mhubig@yahoo.com<br />

more: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé No. 661183<br />

Jeden Monat neu am Kiosk!<br />

Zweimotorige<br />

Flugzeuge (Kolben)<br />

Cessna 421 Golden Eagle,<br />

Standort EDGS, Bj. 1981, TT<br />

4265 Std., 2+6 Sitzpl., 270.000,– €.<br />

Preis inkl. neuer JNP. GTSIO 520-<br />

N: L/H 1359h / R/H 252h Mc<br />

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86 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> Firmenanzeigen sind mit "F" gekennzeichnet www.<strong>aerokurier</strong>.de


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Arrow, Mooney oder ähnliches,<br />

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Fax 09502/923158<br />

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<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong><br />

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Erprobungen sowie der Kundenbetreuung.<br />

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min 1200FH, PIC min 1000FH<br />

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• Hohe Kunden- und Serviceorientierung<br />

• Fließende Englisch- und gute Deutschkenntnisse<br />

• Sprachkenntnisse in Französisch oder Spanisch von Vorteil<br />

Testpilot (m/w)<br />

Referenzcode: 10309607<br />

Zu Ihren Hauptaufgaben gehören:<br />

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• Verfassung von Testprozeduren<br />

• Einsatz als Entwicklungs-Ingenieur (an Bord oder Telemetrie) bei<br />

Entwicklungs- und Herstellungstests<br />

Ihre Tätigkeit beinhaltet Auslandsaufenthalte im Rahmen von<br />

Erprobungen sowie der Kundenbetreuung.<br />

Sie haben folgende Kenntnisse und Qualifikationen:<br />

• Abgeschlossenes technisches Studium<br />

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• Auslandserfahrung von Vorteil<br />

• Fließende Englisch- und gute Deutschkenntnisse<br />

• Sprachkenntnisse in Französisch oder Spanisch von Vorteil<br />

Fluglehrer (m/w)<br />

Referenzcode: 10314803<br />

Zu Ihren Hauptaufgaben gehören:<br />

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• Einsatz als Theorielehrer<br />

• Durchführen von Präsentationen für Kunden (statisch und<br />

fliegerisch)<br />

Ihre Tätigkeit beinhaltet Auslandsaufenthalte im Rahmen der<br />

Kundenbetreuung und von Schulungen.<br />

Sie haben folgende Kenntnisse und Qualifikationen:<br />

• EASA ATPL (H) oder CPL (H), IFR, Medical Class 1, Gesamtflugzeit<br />

auf Hubschrauber: >1200h, PIC: >1000FH, Gesamtflugzeit turbinen<br />

getriebene Hubschrauber: >1000FH; TR: H135/H145, min TRI u. IFR<br />

• mind. 1000 Std. auf turbinengetriebenen Hubschraubern<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 666624<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 667742<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 662085<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 663514<br />

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Clubs, Segelflieger etc.Tel. +49 172<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 666771<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 662568<br />

-Markt<br />

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english). Tel. 001/954/522/2818,<br />

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Verschiedenes<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 667315<br />

Antiquariat<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 664309<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 666003<br />

Flugwelt und Flug Revue, 1949<br />

bis 2014, geb., nur komplett abzugeben.<br />

Angebot und Anforderung<br />

Liste weiterer umfangreicher Luftund<br />

Schifffahrtliteratur an: plango@<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 667486<br />

INTERAVIA 1946-1988. Deutsche<br />

Ausgabe, gebunden (komplett bis<br />

auf Heft 1,8,9/46 und 12/49) zu<br />

ersteigern ab 20.02.<strong>2016</strong> bei ebay<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 658137<br />

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<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong><br />

95


-Markt<br />

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more: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé No. 662349<br />

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Reglerschränken, Trafoschränken,<br />

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ist voll funktionsfähig und zulassungsfähig<br />

gem. Annex 14 FAA<br />

für IFR/VFR Betrieb. Die Anlage<br />

kann sowohl mit Überflur- als<br />

auch Unterflurfeuern verwendet<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 657642<br />

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dem Jahr 1954 von Rudolf Kaiser.<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 659031<br />

C525 LPC & OPC on Full Flight<br />

Simulator, C525/PIC/IR SP-OPS<br />

C525/PIC/IR MP-OPS LVTO und<br />

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Fax +492584/934784<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 660589<br />

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Fliegerclub, Sportfluggruppe oder<br />

Jugendprojekt ein neues Auto?<br />

Habe praktisches Objekt für Sie,<br />

welches ein bisschen Arbeit macht.<br />

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Es ist kein Cabrio sondern ein<br />

Pick-up mit großer Ladefläche. 1,5<br />

L Motor muß überholt werden,<br />

sonst gesundes Blech, hinten<br />

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sich vor: in Flughafenfarbe<br />

gelb-/schwarz-kariert, vielleicht<br />

aber in dunkelblauer französischer<br />

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Halle mit Anschluss an<br />

sehr netten Fliegerclub.<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 663402<br />

Fluglehrer gesucht. Zur Verstärkung<br />

unseres Teams suchen wir<br />

im Raum NRW Fluglehrer PPL(A)<br />

sowie FI SPL (UL). Chiffre<br />

3616997 F<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 667304<br />

Neues Buch Ulf Rosenow: "Plötzlich<br />

war die Karte zu Ende - Geschichten<br />

am Rande des Fliegens".<br />

Unterhaltsames aus einem langen<br />

Fliegerleben. Bezug über urosenow@<br />

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Buchhandel<br />

more: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé No. 662733<br />

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Donzdorf-Messelberg (EDPM)<br />

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eine 600x10m Asphaltpiste sowie<br />

eine gemütliche Fliegerkneipe.<br />

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Monat. Nähere Informationen bei<br />

Dennis Sanner, 1. Vorsitzender.<br />

Tel. 0171/6952260, vorstand@<br />

fliegergruppe-donzdorf.de, www.<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 667704<br />

96 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> Firmenanzeigen sind mit "F" gekennzeichnet www.<strong>aerokurier</strong>.de


Fax 0711/182-1027 oder www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de<br />

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Telefon: 0531-37001-162 · Fax: 0531-37001-193<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 662760<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 665750<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 657930<br />

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more: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé No. 659664<br />

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- BWL Grundlagen<br />

- Aviation Management (engl.)<br />

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C525/PIC/IR MP/SP-OPS = EUR 1.450,– + Mwst.* (3 hrs)<br />

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<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong><br />

97


-Markt<br />

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SCHULUNG & CHARTER<br />

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Umschulen, Sicherheitstraining, Kompaktkurse Theorie.<br />

Kompaktkurse Theorie: PPL + UL 27.05. – <strong>06</strong>.<strong>06</strong>.<strong>2016</strong>, 29.07. – 08.08.<strong>2016</strong><br />

BZF-Kurs: 17.<strong>06</strong>. – 19.<strong>06</strong>.<strong>2016</strong><br />

Fluglehrer: FI-Fortbildung 04./05.<strong>06</strong>.<strong>2016</strong><br />

Für Piloten:<br />

Experience:<br />

Flugsicherheitstraining, Refresher<br />

Kunstflugausb., Spornradeinw., Spin Training<br />

AIRPORT-JAZZ-NIGHT: 2. Juli <strong>2016</strong> – come swing with us!<br />

Tannheimer Flieger- und Freizeitzentrum GmbH • Tel: 08395/1244 • Fax: 08395/93137<br />

88459 Tannheim-Flugplatz • www.flugplatz-tannheim.de • e-mail: info@edmt.de<br />

Die Flugschule im<br />

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Kulisse der Allgäuer Alpen.<br />

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Motorflug, Motorsegler, Ultraleicht<br />

Praxis, Ausbildungsbeginn jederzeit<br />

PPL/LAPL/UL Theorie Kompaktkurse<br />

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Deutscher Alpenflug GmbH<br />

Lizenziertes Luftfahrtunternehmen<br />

87468 Kempten-Durach · Postf. 64<br />

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C172P, 2x SF25C Rotax, C42B, 2x DR400, PA18, C150M/Aerobat<br />

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Erwerb Klassenberechtigung SEP / TMG<br />

F-Schlepp für Gastsegelflieger, Schleppberechtigung für PPL<br />

Spornradtraining, Einweisung PA18 / 150<br />

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Rufen Sie uns an – wir beraten Sie gerne!<br />

0831/5700-414<br />

Mobil:0171/9542846<br />

info@lu-bergmann.de<br />

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Schönhagen mbH<br />

Am Flugplatz Haus 2<br />

14959 Schönhagen<br />

RWL German Flight<br />

Academy GmbH<br />

Am Flughafen 20<br />

41<strong>06</strong>6 Mönchengladbach<br />

Fahrschule Klippel<br />

Flugplatz Föhren<br />

54343 Föhren<br />

Flugplatz Koblenz-Winningen<br />

GmbH<br />

56333 Winningen<br />

Rhein-Mosel-Flug<br />

GmbH & Co. KG<br />

Flugplatz,<br />

56333 Winningen<br />

Take-Off Model Shop<br />

Alexanderstr. 22,<br />

64653 Lorsch<br />

Friebe Luftfahrt-Bedarf GmbH<br />

Flughafen Neuostheim<br />

68163 Mannheim<br />

Mt-Propeller<br />

Flugplatz, Straubing-Wallmühle,<br />

94348 Atting<br />

Vöslauer Flugbetrieb<br />

Günter Watschinger GmbH,<br />

Flughafen,<br />

A-2540 Vöslau<br />

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Fax: 00 49 (0) 40/3 78 45 -9 36 00, E-Mail: fachhandel@dpv.de<br />

98 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> Firmenanzeigen sind mit "F" gekennzeichnet www.<strong>aerokurier</strong>.de


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<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong><br />

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Eigene Fernlehrgänge mit der „eAcademy“<br />

Wir verwenden „ProPilots“ als Trainingssoftware<br />

Musterberechtigungen und<br />

Befähigungsüberprüfung auf:<br />

R22, R44, R66, B2<strong>06</strong>, BO105,<br />

MD900/902, EC135, BK117, HU369<br />

ICAO Sprachprüfung Stufe 4, 5 und 6<br />

Autorisierter ROBINSON-Händler<br />

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Fax: (0)2241/2307-30 Fax: (0)34604/309-15<br />

Eurofly Aviation GmbH<br />

Rosenheimer Straße 145 e-f<br />

81671 München<br />

Tel: +49 (0) 89-6<strong>06</strong> 089 460<br />

info@eurofly-aviation.de<br />

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Fax: 0711/182-1027<br />

Anzeigenberatung/Verkauf<br />

Reinhard Wittstamm<br />

0711/182-2814<br />

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Fax +49 (0)711 182-2550<br />

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Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG, 70162 Stuttgart.<br />

Registergericht Stuttgart HRA 9302. Geschäftsführer:<br />

Dr. Volker Breid, Norbert Lehmann.<br />

Vertrieb: Belieferung, Betreuung und Inkasso erfolgen durch<br />

DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH, Nils Oberschelp (Vorsitz),<br />

Christina Dohmann, Dr. Michael Rathje, Düsternstr. 1, 20355 Hamburg,<br />

als leistender Unternehmer. AG Hamburg, HRB 95752.<br />

Diese und viele weitere<br />

attraktive Aboangebote:<br />

Ja, ich möchte <strong>aerokurier</strong> frei Haus<br />

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weitere Auslandspreise auf Anfrage) inkl. MwSt. und Versand. Das Gratis-Extra meiner<br />

Wahl erhalte ich nach Zahlungseingang und solange der Vorrat reicht, Ersatzlieferungen<br />

sind vorbehalten. Nach Ablauf des ersten Bezugsjahres kann ich jederzeit kündigen,<br />

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Deshalb bin ich damit einverstanden, dass mich Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG und ihr zur<br />

Verlagsgruppe gehörendes Unternehmen, Rodale-Motor-Presse GmbH & Co. KG Verlagsgesellschaft<br />

mit ihren Titeln künftig auch per Telefon und E-Mail über weitere interessante Medienangebote informieren.<br />

Dieses Einverständnis kann ich jederzeit per E-Mail an widerruf@dpv.de widerrufen.<br />

Ich bezahle per Bankeinzug und erhalte 2 GRATIS-Ausgaben* zusätzlich:<br />

(*die Gratis-Ausgaben bei Bankeinzug gibt es nur beim Abo zum Selbstlesen dazu)<br />

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SEPA-Lastschriftmandat: Ich ermächtige die DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH, Düsternstraße 1-3,<br />

20355 Hamburg, Gläubiger-Identifikationsnummer DE77ZZZ00000004985, wiederkehrende Zahlungen<br />

von meinem Konto mittels Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein Kreditinstitut an, die<br />

von der DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH auf mein Konto gezogenen Lastschriften einzulösen.<br />

Die Mandatsreferenz wird mir separat mitgeteilt. Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen,<br />

beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten Betrages verlangen. Es gelten<br />

dabei die mit meinem Kredit institut vereinbarten Bedingungen. Ich bezahle per Rechnung.<br />

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1. Kniebrett für iPad 3. JET Tankgutschein, Wert: 25 € (nur in D bestellbar)<br />

2. Kniebrett für iPad mini 4. Sonnenbrille „Blackburn“<br />

Widerrufsrecht: Sie können die Bestellung binnen 14 Tagen ohne Angabe von Gründen formlos widerrufen.<br />

Die Frist beginnt an dem Tag, an dem Sie die erste bestellte Aus gabe erhalten, nicht jedoch vor<br />

Erhalt einer Widerrufsbelehrung gemäß den Anfor derungen von Art. 246a § 1 Abs. 2 Nr. 1 EGBGB. Zur<br />

Wahrung der Frist genügt bereits das rechtzeitige Absenden Ihres eindeutig erklärten Entschlusses,<br />

die Bestellung zu widerrufen. Sie können hierzu das Widerrufs-Muster aus Anlage 2 zu Art. 246a<br />

EGBGB nutzen. Der Widerruf ist zu richten an: FLUG REVUE Aboservice, Postfach, 70138 Stuttgart,<br />

Telefon: + 49 (0)711 32<strong>06</strong>-8899, Telefax: +49 (0)711 182-2550, E-Mail: flugrevue@dpv.de<br />

Datum<br />

Unterschrift<br />

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[ Termine ]<br />

präsentiert<br />

von<br />

Boleslav, Tel.: +420 326 734 015,<br />

E-Mail: akmb@akmb.cz,<br />

www.historical-airshow.com<br />

OO<br />

12. Juni<br />

straße 2, 72511 Bingen-Hitzkofen,<br />

Tel.: +49 7571 62309,<br />

E-Mail: gs@ouv.de, www.ouv.de<br />

OO<br />

25./26. Juni<br />

Fédération RSA, 46, rue Sauffroy,<br />

75017 Paris, Frankreich,<br />

Tel.: +33 1 42282554, E-Mail:<br />

communication@rsafrance.com,<br />

http://euroflyin.rsafrance.com/<br />

OO<br />

24. –26. Mai<br />

44. Meeting Aérien, Cerny/<br />

La Ferté-Alais, Frankreich<br />

Amicale Jean-Baptiste Salis,<br />

Aérodrome de Cerny/La Ferté-Alais,<br />

91590 Cerny, Frankreich,<br />

Tel.: +33 1 64575585,<br />

E-Mail: info@ajbs.eu, www.ajbs.eu<br />

✘✘<br />

24. – 26. Mai<br />

16. EBACE, Genf, Schweiz<br />

European Business Aviation Association,<br />

Avenue de Tervuren 13 a-b/<br />

Box 5, 1040 Brüssel, Belgien,<br />

Tel.: +32 2 7660070, E-Mail:<br />

info-eu@ebace.aero, ww.ebace.aero<br />

OO<br />

26. – 29. Mai<br />

Kehler Flugtage<br />

Aero-Club Kehl, Sonderlandeplatz<br />

Kehl-Sundheim, Postfach 1131,<br />

77671 Kehl, Tel.: +49 7851 899568,<br />

www.kehler-flugtage.de<br />

✘✘1. – 4. Juni<br />

ILA Berlin Air Show<br />

Messe Berlin, Messedamm 22,<br />

14055 Berlin, Tel.: +49 30 30380,<br />

E-Mail: ila@messe-berlin.de,<br />

www.ila-berlin.de<br />

OO<br />

2. – 4. Juni<br />

Flugplatzfest Lüneburg<br />

Luftsportverein Lüneburg, Zeppelinstraße,<br />

21337 Lüneburg, Tel.: +49<br />

4131 8549214, E-Mail: info@edhg.de,<br />

www.edhg.de<br />

OO<br />

16. – 19. Juni<br />

AOPA-Flugsicherheitstraining,<br />

Bautzen<br />

AOPA-Germany, Verband der<br />

Allgemeinen Luftfahrt, Flugplatz<br />

Außerhalb 27, 63329 Egelsbach,<br />

Tel.: +49 6103 42081, E-Mail:<br />

info@aopa.de, www.aopa.de<br />

OO<br />

17. /18. Juni<br />

75 Jahre Militärflugplatz<br />

Meiringen, Schweiz<br />

Schweizer Luftwaffe, Flugplatzkommando<br />

Meiringen, 3857 Unterbach,<br />

Schweiz, Tel.: +41 58461<br />

6464, E-Mail: info.flplkdomei@vtg.<br />

admin.ch<br />

OO<br />

17. – 19. Juni<br />

Fly-in und Flugplatzkerb,<br />

Aeroclub Gelnhausen<br />

Am Flugplatz 1, 63571 Gelnhausen,<br />

Tel.: +49 6051 9217-12, E-Mail:<br />

buero@aeroclub-gelnhausen.de<br />

OO<br />

18./19. Juni<br />

Oldtimer-Fly-in, Ithwiesen<br />

Luftsportvereinigung Ithwiesen,<br />

37603 Holzminden, Markus Rheinländer,<br />

Tel.: +49 151 15376695,<br />

E-Mail: mrhein27@web.de,<br />

www.ithwiesen.de<br />

OO<br />

25./26. Juni<br />

OUV-Sommertreffen mit Fly-in,<br />

Flugplatz Hodenhagen<br />

OUV-Geschäftsstelle, Schützen-<br />

80 Jahre Flugplatz<br />

Falkenberg/Lönnewitz<br />

Fliegerclub Falkenberg, Doberluger<br />

Straße 52, 04938 Uebigau,<br />

E-Mail: thomas.prophet@gmx.de,<br />

www.eduf.de<br />

OO<br />

10. Juni – 3. Juli<br />

EBS Pilot Safety Training,<br />

Flugplatz Stendal<br />

Osterburger Str. 250, 39576 Stendal,<br />

E-Mail: Uwe.Lutz@beech-bonanza.org<br />

OO<br />

1. – 3. Juli<br />

3. Stearman-Treffen,<br />

Flugplatz Bienenfarm<br />

Alexander Stendel,<br />

Tel.: +49 172 6508000,<br />

E-Mail: alex@quax-flieger.de,<br />

www.stearmanflyin.de<br />

OO<br />

2. /3. Juli<br />

Open Airport, Rock im Hangar<br />

und Fly-in, Quirnheim<br />

Luftfahrtverein Grünstadt u. Umgebung<br />

, Postfach 1329, 67263<br />

Grünstadt, Tel.: +49 6359 3100,<br />

E-Mail: kontakt@luftfahrt vereingruenstadt.de,<br />

www.luftfahrtvereingruenstadt.de<br />

OO<br />

8. – 10. Juli<br />

3. Internationales Cessna-<br />

Treffen, Verkehrslandeplatz<br />

Jena-Schön gleina<br />

Flugplatz 1, 07646 Schön gleina,<br />

Tel.: +49 36428 4<strong>06</strong>69,<br />

E-Mail: info@flugplatz-jena.com,<br />

www.edbj.de<br />

OO<br />

8. – 10. Juli<br />

69. RSA Eurofly’in,<br />

Vichy-Charmeil, Frankreich<br />

OO<br />

8. – 10. Juli<br />

Royal International Air Tattoo,<br />

Fairford, Großbritannien<br />

Tel.: +44 1285 713300 ext. 5000,<br />

www.airtattoo.com<br />

OO<br />

11. – 17. Juli<br />

Farnborough International<br />

Airshow, Großbritannien<br />

Farnborough International Limited,<br />

Show Centre, ETPS Road,<br />

Farn borough, Hampshire<br />

GU14 6FD, Großbritannien,<br />

Tel.: +44 1252 532800,<br />

E-Mail: enquiries@farnborough.com,<br />

www.farnborough.com<br />

OO<br />

16./17. Juli <strong>2016</strong><br />

Flugplatzfest, Rügen<br />

Tel.: +49 383<strong>06</strong> 1289,<br />

www.flugplatz-ruegen.de<br />

OO<br />

16./17. Juli<br />

46. Flugplatzfest,<br />

Altötting-Osterwies<br />

Fluggruppe Alt-Neuötting,<br />

84505 Altötting,Tel.: +49 163<br />

6673200, E-Mail: info@fgaoe.de,<br />

www.fgaoe.de<br />

OO<br />

23./24. Juli<br />

50 Jahre Luftsportgruppe<br />

Kaiserstuhl, Ihringen<br />

Modellflugplatz Wasenweiler,<br />

Wasenweiler Straße, 79241 Ihringen,<br />

www.lsgk.de<br />

OO<br />

24.Juli<br />

Flugplatzfest mit Oldtimertreffen,<br />

Illertissen<br />

Flugplatz Illertissen,<br />

E-Mail: philippvc@freenet.de,<br />

Tel.: +49 171 7975083<br />

France Air Expo, Pontoise-<br />

Cormeilles, Frankreich<br />

Sarl Adone Events, Aéroport<br />

Cannes-Mandelieu, 277 Avenue<br />

Francis Tonner, <strong>06</strong>150 Cannes-<br />

La Bocca, Frankreich, Tel.: +33 4<br />

92975247, E-Mail: info@airexpo.aero<br />

OO<br />

25. – 31. Juli<br />

EAA AirVenture, Oshkosh, USA<br />

Oshkosh, Wisconsin, USA, EAA Aviation<br />

Center, Tel.: +1 920 4264800,<br />

E-Mail: convention@eaa.org,<br />

www.airventure.org<br />

OO<br />

10. – 12. Juni<br />

Piper PA-28-Treffen,<br />

Ganderkesee<br />

E-Mail: j.westedt@t-online.de,<br />

www.pa28.de<br />

OO<br />

11. – 19. Juni<br />

Refresher-Kurs für Segelflieger<br />

Haus der Luftsportjugend, Am<br />

Flugplatz 2, <strong>06</strong>636 Laucha an der<br />

Unstrut, Tel.: +49 178 2602500,<br />

www.hdlsj.de<br />

OO<br />

11. Juni<br />

11. Historischer Flugtag,<br />

Mladá Boleslav, Tschechien<br />

Regnerova 13<strong>06</strong> 293 01 Mladá<br />

Oldtimer sind beim Fly-in auf den Ithwiesen willkommen.<br />

✘✘<br />

Terminankündigungen<br />

Weitere Termine finden Sie bei uns auf der Website www.<strong>aerokurier</strong>.de.<br />

Bitte schicken Sie Ihre Ankündigungen für den Termin-Service an<br />

redaktion@<strong>aerokurier</strong>.de<br />

Veranstaltungen mit <strong>aerokurier</strong>-Stand<br />

OO<br />

31. Juli<br />

60 Jahre Flugplatz Günzburg<br />

Luftsportverein Günzburg, Otto-<br />

Lilienthal-Weg 7, 89312 Günzburg,<br />

Tel.: +49 8221 4336, E-Mail:<br />

info@lsvgz.de, www.lsvgz.de<br />

OO<br />

13. /14. August<br />

Do-Days <strong>2016</strong>, Friedrichshafen<br />

Dornier Museum, Claude-Dornier-<br />

Platz 1, 884<strong>06</strong> Friedrichshafen,<br />

Tel.: +49 7541 4873640,<br />

E-Mail: info@dorniermuseum.de,<br />

www.dorniermuseum.de<br />

OO<br />

13./14. August<br />

18. Zwickauer Flugplatzfest<br />

102 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


Das Pflichtprogramm für alle<br />

luftfahrtbegeisterten<br />

Ameri kaner ist das sechs ­<br />

tägige AirVenture in Oshkosh.<br />

OO<br />

3./4. September<br />

Flugtag, Pirmasens<br />

Aero-Club Pirmasens , Ostring 18,<br />

66509 Rieschweiler-Mühlbach,<br />

Tel.: +49 6336 6266, E-Mail:<br />

info@aero-club-pirmasens.de,<br />

www.flugtag-pirmasens.de<br />

Fotos: Holland-Moritz, Rheinländer<br />

OO<br />

3./4. September<br />

Nostalgisches Flieger-Picknick<br />

und Classic-Cessna-Meeting,<br />

Wershofen<br />

Segelfluggruppe Wershofen,<br />

Bergstraße 7, 53520 Wershofen,<br />

Tel.: +49 2694 277,<br />

E-Mail: info@sfg-wershofen.de,<br />

www.flugtag-wershofen.de<br />

OO<br />

9. – 11. September<br />

18. Oldtimer-Fliegertreffen<br />

auf der Hahnweide<br />

Fliegergruppe Wolf Hirth,<br />

Klaus-Holighaus-Straße 59,<br />

73230 Kirchheim/Teck,<br />

Tel.: +49 7021 81602,<br />

E-Mail: oldtimer@wolf-hirth.de,<br />

www.oldtimer-hahnweide.de<br />

Flugplatz Zwickau, Reichenbacher<br />

Str. 131, 08056 Zwickau, Tel.: +49<br />

375 781183, www.acz.de<br />

OO<br />

14./15. August<br />

Fly-in, Gundelfingen<br />

Modelllandeplatz Gundelfingen,<br />

Äußerer Auweg 3, 89423 Gundelfingen,<br />

Tel.: +49 171 2323152,<br />

www.lsv-gundelfingen.de<br />

OO<br />

19. – 21. August<br />

Flugtage Soest und Fly-in, Flugplatz<br />

Soest/Bad Sassendorf<br />

Am Flugplatz 5, 59505 Soest,<br />

Tel.: +49 2927 340,<br />

E-Mail: info@flugplatz-soest.de,<br />

www.flugtage-soest.de<br />

OO<br />

27. August<br />

Hunterfest <strong>2016</strong>,<br />

St. Stephan, Schweiz<br />

Hunterverein Obersimmental,<br />

Postfach 23, 3772 St. Stephan,<br />

Schweiz, E-Mail: info@hunterverein.ch,<br />

www.hunterverein.ch<br />

OO<br />

27./28. August<br />

Airliner Classics,<br />

Flugplatz Speyer<br />

Tel.: +49 6232 6872929,<br />

Roland Kern, E-Mail: flugleitung@<br />

flugplatz-speyer.de,<br />

www.airliner-classics.de<br />

OO<br />

27./28. August<br />

Flugplatzfest,<br />

Albstadt-Degerfeld<br />

Luftsportverein Degerfeld,<br />

Volker Rath, Postfach 562, 72426<br />

Albstadt, Tel.: +49 7422 9493-17,<br />

E-Mail: volker.rath@schwarz -<br />

waelder-bote.de,<br />

www.lsv-degerfeld.de<br />

OO<br />

27./28. August<br />

Flugtagwochenende, Donzdorf<br />

Fliegergruppe Donzdorf,<br />

Sonder landeplatz Donzdorf-<br />

Messelberg, 73072 Donzdorf,<br />

www.donzdorfer-flugtage.de<br />

OO<br />

28. August<br />

Flugplatzfest, Erbach<br />

LSV Erbach, Burren 7, 89155<br />

Erbach, Tel.: +49 160 5355300,<br />

E-Mail: sayler@autohaus-sayler.de,<br />

www.lsv-erbach.de<br />

OO<br />

3./4. September<br />

Flugplatzfest, Dierdorf-Wienau<br />

LSV Neuwied, lsv-neuwied. de<br />

OO<br />

3./4. September<br />

Fly-in & BBQ, Montabaur<br />

LSC Westerwald, FlyIn@lscww.de<br />

OO<br />

10./11. September<br />

Flugtag, Sinsheim<br />

Flugsportring Kraichgau,<br />

Lilienthalstr. 15, 74889 Sinsheim,<br />

Tel.: +49 7261 3005, E-Mail:<br />

flugsportring-kraichgau@gmx.de,<br />

www.flugtag-sinsheim.de<br />

OO<br />

10./11. September<br />

Fliegerfest, Ammerbuch<br />

Flugplatz Poltringen, Flugsport -<br />

verein Herrenberg, Postfach 1102,<br />

71070 Herrenberg,<br />

Tel.: +49 7032 28602,<br />

E-Mail: info@fsv-herrenberg.de,<br />

www.fsv-herrenberg.de<br />

OO<br />

10./11. September<br />

Flugplatzfest, Leverkusen<br />

Flugplatz Leverkusen,<br />

Kurtekottenweg, 51373 Leverkusen,<br />

Tel.: +49 214 833222, www.edkl.de<br />

IMPRESSUM<br />

REDAKTION: Leuschnerstr. 1, 70174 Stuttgart, Telefon: +49 711<br />

182-2800, Fax: +49 711 182-1781, E-Mail: redaktion@<strong>aerokurier</strong>.de,<br />

Internet: www.<strong>aerokurier</strong>.de<br />

Herausgeber: Michael Pfeiffer Redaktionsleitung: Lars Reinhold<br />

(verantw. i. S. d. Presserechts) Stellv. Chefredakteur: Gerhard<br />

Marzinzik Redaktion: Maximilian Kühnl Produktionsleitung:<br />

Marion Hyna Schlussredaktion: Jutta Clever Grafische Konzeption:<br />

Harald Hornig Grafik und Layout: MOTORRAD-Grafik, Ralf<br />

Athen, Tobias Rall, Katrin Sdun Repro: MOTORRAD-Medienproduktion,<br />

Stefan Widmann (Ltg.), Catherine Pröschild (i.V.), Iris Heer,<br />

Sabine Heilig-Schweikert Sekretariat: Iris Schaber Ständige freie<br />

Mitarbeiter: Bernd Fischer, Toni Ganzmann, Frank Herzog, Mark<br />

Juhrig, Frank Martini, Egon-Manfred Paech, Holger Weitzel<br />

VERLAG: Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG Leitung Geschäftsbereich<br />

Motorrad/Luft- und Raumfahrt: Peter-Paul<br />

Pietsch Stellv. Verlagsleitung und Leitung Digitale Medien: Eva-<br />

Maria Gerst Brandmanagement: Natalie Lehn<br />

Anzeigenleitung: Reinhard Wittstamm, Tel.: +49 711 182-2814,<br />

E-Mail: rwittstamm@motorpresse.de Verantwortlich für den<br />

Anzeigenteil: Julia Ruprecht, Tel.: +49 711 182-1548, Fax: -1027,<br />

E-Mail: jruprecht@motorpresse.de Vertrieb/Einzelverkauf: DPV<br />

Deutscher Pressevertrieb Vertriebsleitung: Dirk Geschke Herstellung:<br />

Rainer Jüttner<br />

DRUCK: Neef + Stumme GmbH & Co. KG, 29378 Wittingen.<br />

Printed in Germany.<br />

Fotoservice/Syndication/Lizenzen:<br />

Motor-Presse International, Tel.: +49 711 182-01<br />

ABO-SERVICE, 70138 Stuttgart<br />

Telefon +49 711 320 688 99, Telefax +49 711 182-25 50<br />

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911187, E-Mail: motorpresse@email.cz<br />

BEZUGSPREISE: Einzelpreis: € 5,50 Jahresabonnement:<br />

€ 66,– frei Haus, A: € 72,90, CH: sfr 115,–. Übriges Ausland auf Anfrage.<br />

Studenten erhalten gegen Vorlage einer Immatrikulationsbescheinigung<br />

das Abo mit einem Preisvorteil von 40 % gegenüber<br />

dem Kioskkauf zum Preis von € 39,60 (A: € 45,36; CH: sfr<br />

72,– ; weitere Auslandspreise auf Anfrage). Persönliche Mitglieder<br />

der Bundeskommission Motorflug des Deutschen Aero Club e.V.<br />

(DAeC) erhalten den Titel aero kurier im Rahmen eines gesonderten<br />

Mitgliederbezugspreises.<br />

Der <strong>aerokurier</strong> erscheint monatlich (mit den DAeC-Nachrichten<br />

in der Abonnement-Auflage). Es gilt die Anzeigenpreisliste <strong>2016</strong>.<br />

Alle Rechte, auch die der Übersetzung, des Nachdrucks und der<br />

fotomechanischen, elektronischen oder digitalen Wiedergabe<br />

von Teilen der Zeitschrift oder im Ganzen sind<br />

vorbehalten. Für unverlangt eingesandte Manuskripte,<br />

Fotos, Zeichnun gen und Datenträger wird keine Haftung<br />

übernommen. (ISSN 0341-1281)<br />

<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> 103


[ SEGELFLIEGEN Porträt ]<br />

Seit August 2015 leitet<br />

Claudia Stengele die<br />

Geschicke des Segelflugmuseums<br />

auf der<br />

Wasserkuppe. Ein zentrales<br />

Anliegen der ehemaligen<br />

Segelflie gerin ist<br />

die Kinder- und Jugendförderung,<br />

denn sie ist<br />

überzeugt, dass es auch<br />

in der heutigen Zeit noch<br />

junge Pioniere gibt.<br />

Das Interview führte Tashi Dolma Hinz<br />

Frau Stengele, was fasziniert<br />

Sie an historischen Segelflugzeugen?<br />

Exponate, wie wir sie im<br />

Deutschen Segelflugmuseum ausstellen,<br />

sind das Ergebnis unermüdlicher<br />

Pionierarbeit. Da der Versailler Vertrag<br />

das Motorfliegen untersagte, besannen<br />

sich die deutschen Piloten der<br />

1920er Jahre auf die Gleitflüge von<br />

Otto Lilienthal. Auch experimentierfreudige<br />

Schüler aus Darmstadt hatten<br />

bereits vor dem Ersten Weltkrieg<br />

mit ihrem selbstkonstruierten Sitzgleiter<br />

FSV X Gleitflüge auf der Wasserkuppe<br />

absolviert und damit den<br />

Grundstein für den modernen Segelflug<br />

gelegt. Die Hingabe, mit der sich<br />

diese Piloten für den Sport eingesetzt<br />

haben, und die Originalität, mit der<br />

sie ihre Ideen umzusetzen wussten,<br />

finde ich bewundernswert.<br />

Lebendige<br />

Vergangenheit<br />

Besitzen auch Sie Erfahrung im<br />

Flugzeugbau?<br />

Während der obligatorischen Werkstattarbeit<br />

im Segelflugverein habe<br />

ich viel über die unterschiedlichen<br />

Bauweisen gelernt. Später restaurierten<br />

mein Mann Ulrich und ich eine<br />

Olympia-Meise, die noch heute von<br />

unseren Kindern rege genutzt wird.<br />

Wartung und Pflege übernehmen<br />

inzwischen unsere Söhne.<br />

104 <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


sich unter ihren männlichen Kollegen<br />

zu behaupten?<br />

Wir begegnen uns auf Augenhöhe<br />

und pflegen einen respektvollen und<br />

oft freundschaftlichen Umgang, insofern<br />

gestaltet sich die Zusammenarbeit<br />

angenehm und problemlos.<br />

Fotos: Marzena Seidel<br />

Segelflugzeugbau hat Claudia Stengele von der Pike auf in der Vereinswerkstatt<br />

gelernt. Die familieneigene Olympia-Meise hat sie mitrestauriert.<br />

Die Leitung des Museums nimmt<br />

demnach viel Zeit in Anspruch.<br />

In der Tat. Administrative Arbeiten,<br />

wie sie in jedem Betrieb anfallen,<br />

machen das Gros des Aufwands aus:<br />

Personalführung, Finanzplanung,<br />

Öffentlichkeitsarbeit. Aufgelockert<br />

wird diese Schreibtischarbeit durch<br />

interessante Begegnungen. Piloten<br />

schwelgen in Erinnerungen, Restauratoren<br />

erkundigen sich nach historischen<br />

Zeichnungen, Besucher bitten<br />

um nähere Auskunft. Es ist ein lebendiger<br />

Arbeitsplatz.<br />

Ist Ihnen eine Begegnung in<br />

besonders positiver Erinnerung<br />

geblieben?<br />

Robert Mandetzky, einer der letzten<br />

Pioniere aus den Anfangszeiten, besuchte<br />

mich im Museum. Er bat mich,<br />

ihn zur Oskar-Ursinus-Büste zu begleiten,<br />

und überreichte mir dort eine<br />

verblichene Aufnahme: Sie zeigte ihn<br />

im angeregten Gespräch mit dem<br />

Rhönvater. Dieser rüstige Herr hatte<br />

sich dazu entschlossen, mir dieses<br />

wertvolle Andenken anzuvertrauen.<br />

Eine Geste, die mich tief gerührt hat.<br />

Welche Ziele möchten Sie mit<br />

dem Museum erreichen?<br />

Die Wasserkuppe ist das Zentrum der<br />

deutschen Segelfluggeschichte und<br />

soll es auch weiterhin bleiben. Aus<br />

diesem Grund bieten wir Institutionen<br />

und Vereinen an, ihre Luftfahrtarchive<br />

bei uns einzulagern – ein Angebot,<br />

von dem beispielsweise die Idaflieg<br />

bereits Gebrauch gemacht hat.<br />

Unserem Bildungsauftrag kommen<br />

wir nach, indem wir ein neues Konzept<br />

für die Dauer- und Sonderausstellung<br />

erarbeiten. Ziel ist es, das Informations-<br />

und Leitsystem zusätzlich in<br />

einfache Worte zu fassen, sodass sich<br />

die Thematik auch Laien und Kindern<br />

erschließt. Diese Aufgabe liegt mir<br />

besonders am Herzen.<br />

In den nächsten 15 bis 20 Jahren ist<br />

zudem eine Erweiterung geplant,<br />

zumal die Ausstellungsfläche schon<br />

jetzt knapp wird, doch dafür sind wir<br />

auf finanzielle Zuwendungen angewiesen.<br />

Vorerst steht nur die Generalsanierung<br />

des Rundbaus an.<br />

Das Museum setzte sich mit für<br />

die Anerkennung des Segelflugs<br />

als immaterielles Kulturerbe ein.<br />

Die UNESCO-Kommission kritisierte,<br />

dass die Zeit des Nationalsozialistischen<br />

Fliegerkorps<br />

unzureichend dargestellt worden<br />

sei. Wie schätzen Sie die Chancen<br />

des zweiten Anlaufs ein?<br />

Da bin ich ganz zuversichtlich. Aus<br />

den Dokumenten geht hervor, dass<br />

viele der damaligen Piloten die nationalsozialistische<br />

Gleichschaltung<br />

nicht mitgetragen haben. Die Wasserkuppe<br />

war zudem nie Standort<br />

eines militärischen Stützpunkts. Wir<br />

werden den zuständigen Historikern<br />

weiterhin bei ihren Recherchen zur<br />

Seite stehen und ihnen unsere Archive<br />

zur Verfügung stellen.<br />

Benötigen Sie eine Extraportion<br />

an Durchsetzungsvermögen, um<br />

Haben Sie einen persönlichen<br />

Bezug zu den Ausstellungsobjekten?<br />

Zur unseren Olympia-Meisen, eine<br />

davon eine Leihgabe des Deutschen<br />

Museums in München, habe ich tatsächlich<br />

einen persönlichen Bezug:<br />

Meise bin ich erstens gerne geflogen,<br />

und zweitens hat sich mein Sohn<br />

Philipp an den Restaurationsarbeiten<br />

der Münchner Meise beteiligt. Segelflugzeuge<br />

aus den 1930er Jahren,<br />

insbesondere die des Konstrukteurs<br />

Hans Jacobs, gefallen mir prinzipiell<br />

gut. Nach den anfänglichen Jahren<br />

des Experimentierens rückten damals<br />

Eleganz und Ästhetik in den Vordergrund,<br />

wie es beispielsweise am<br />

DFS-Reiher gut zu sehen ist.<br />

Reizt es Sie denn nicht, wieder<br />

selbst ins Cockpit zu steigen?<br />

Nein, ich erinnere mich gerne an die<br />

Zeit als aktive Pilotin zurück, bin inzwischen<br />

aber bodenständiger geworden<br />

und widme mich in meiner<br />

Freizeit meiner großen Familie.<br />

Es waren ja wissbegierige Schüler,<br />

die den Segelflug entdeckt<br />

haben. Wie lässt sich heute der<br />

Forschungsdrang der Jugend<br />

wecken?<br />

Eltern müssen wieder lernen, ihren<br />

Kindern zu vertrauen. Kinder brauchen<br />

Freiraum, um Zusammenhänge spielerisch<br />

zu entdecken und ihre Ideen<br />

kreativ umzusetzen. Die Darmstädter<br />

Schüler hatten die Chance, ihre Träume<br />

zu verwirklichen, so unglaublich<br />

diese damals auch zu sein schienen.<br />

Hätten sie diesen Weg nicht beschritten,<br />

wären wir heute nicht da, wo<br />

wir sind.<br />

ae<br />

Stöbern in alten<br />

Dokumenten, nacherleben,<br />

mit welcher<br />

Hingabe sich die<br />

Pioniere für den Sport<br />

eingesetzt haben.<br />

In dieser Serie stellt<br />

der <strong>aerokurier</strong><br />

außergewöhnliche<br />

Persönlichkeiten<br />

aus der Luftfahrt<br />

im Interview vor.<br />

Treffpunkt für Oldtimer-Enthusiasten<br />

Das Deutsche Segelflugmuseum mit Modellflug auf der Wasserkuppe<br />

wurde 1987 eröffnet und ist mit mehr als 60 Exponaten,<br />

darunter der Vampyr und die Blaue Maus, das weltweit größte<br />

seiner Art. Zum Museum gehören mehrere Archive, zwei Ausstellungshallen,<br />

ein Tagungsraum sowie eine Werkstatt, in der sich<br />

ein Team aus drei ehrenamtlichen Mitarbeitern um Reparaturen<br />

und Restaurationen kümmert. Das Museum ist als Stiftung<br />

eigenständig und wird von einem Förderverein unterstützt.<br />

<strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong> 105


[ VORSCHAU ]<br />

Das lesen Sie im Juli<br />

... erhältlich auch<br />

als E-Paper<br />

Heft<br />

7<br />

erscheint am<br />

29. Juni<br />

<strong>2016</strong><br />

im Abo<br />

Coupons auf den Seiten 75 und 101<br />

3 x <strong>aerokurier</strong><br />

mit 35 % Ersparnis<br />

für nur € 10,75<br />

frei Haus!<br />

Einfach anrufen: +49 711 320 688 99<br />

und Kennziffer 1431625 angeben.<br />

Falls Sie nach dem Test keine weiteren Hefte<br />

wünschen, sagen Sie spätestens 14 Tage nach<br />

Erhalt der 2. Ausgabe ab. Ansonsten erhalten<br />

Sie den <strong>aerokurier</strong> weiter hin monatlich zu<br />

den im Impressum angegebenen Preisen<br />

mit jeder zeitigem Kündigungsrecht.<br />

Beechcraft Starship<br />

Vom anderen Stern?<br />

Wie ein Raumschiff vom anderen Stern – in Entenkonfiguration,<br />

mit Carbonzelle und Glascockpit – startete das Beechcraft<br />

Starship vor 30 Jahren zum Erstflug und eilte seiner Zeit<br />

weit voraus. Porträt eines Hightech-Pioniers, dem der Erfolg<br />

nicht vergönnt war.<br />

Wir bitten um Verständnis, wenn angekündigte Beiträge aus aktuellen Gründen in eine andere Ausgabe verschoben werden.<br />

Fotos: Jessica Ambats, Frank Martini, Andreas Rohde, Sonaca Air<br />

Berufe in der Luftfahrt<br />

Traumjob Fluglehrer?<br />

Fliegen, fliegen, fliegen, und immer in<br />

Kontakt mit interessanten Menschen –<br />

sieht so der Berufsalltag des Fluglehrers<br />

aus? Wir haben einen FI im Job begleitet.<br />

Sightseeing<br />

Wasserflug in der Wüste<br />

Jeff Powell fliegt im Sommer Löschflugzeuge,<br />

im Winter startet er mit einer Cessna 208<br />

Caravan aus der Marina mitten in Dubai zu<br />

Rundflügen über die Wüstenstadt.<br />

Sonaca 200<br />

Ein VLA aus Belgien<br />

Was kann der Metalltiefdecker von Sonaca<br />

Air? Wir haben den Zweisitzer mit 320 kg<br />

Zuladung und 115-Rotax-PS für den Pilot<br />

Report unter die Lupe genommen.<br />

1<strong>06</strong> <strong>aerokurier</strong> 6/<strong>2016</strong>


Fliegende Legenden<br />

Klassiker der Luftfahrt aus der<br />

FLUG REVUE-Edition präsentiert<br />

spannende Dokumentationen<br />

über historische Flugzeuge und<br />

ihre faszinierende Technik.<br />

Mit einzigartigen Drei-Seiten-<br />

Zeichnungen und Foto-Raritäten.<br />

Täglich informiert mit<br />

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Die faszinierendsten Flugzeuge der Welt<br />

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